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Eine Debatt e über die Grenzen des Rohstoff modells in Lateinamerika

jekte, die über den Extraktivismus hinausweisen. In Argentinien verabschiedete

der Kongress im Oktober 2010 ein Gesetz zum Schutz der Gletscher, das

die Ausbeutung von Rohstoff en in festgelegten Gebieten untersagt und einen

Rückschlag für die Lobbyarbeit großer Bergbaukonzerne darstellt. Costa Rica

verbot im November 2010 als erstes Land in Lateinamerika alle neuen Projekte

des off enen Metall-Tagebaus. Der bekannteste Vorschlag, der in der Politik

diskutiert wird, ist die Yasuní-ITT -Initiative in Ecuador. Er sieht vor, in einem

Teil des amazonischen Regenwalds vorhandenes Erdöl im Boden zu belassen,

sofern von internationaler Seite Kompensationen gezahlt werden.

Die Rosa Luxemburg Stift ung (RLS) und das Forschungs- und Dokumentationszentrum

Chile-Lateinamerika (FDCL) wollen mit der vorliegenden

Publikation einen Beitrag dazu leisten, die Debatt e um den Neuen Extraktivismus

in Europa bekannter zu machen. Nach einer Einführung in das Th ema

von Maristella Svampa, gibt David Rojas-Kienzle in seinem Beitrag zunächst

einen kurzen Überblick über die staatlichen Rohstoff politiken Boliviens, Ecuadors

und Venezuelas. Die durch die neue linke Verteilungspolitik erzielten

Erfolge stellen Mark Weisbrot et al. am Beispiel Venezuelas und Boliviens im

darauf folgenden Beitrag dar. Es folgt ein Text von Eduardo Gudynas über den

progressiven Neo-Extraktivismus. Tomás Palmisano und Norma Giarracca

zeigen anschließend anhand des Konfl ikts um eine höhere Besteuerung der

Soja-Exporte in Argentinien auf, wie schwierig es bei den gegebenen Kräft everhältnissen

sein kann, die staatlichen Einnahmen aus den extraktiven Industrien

zu erhöhen. Die Kluft zwischen öko-sozialistischem Diskurs und

neo-extraktivistischer Realpolitik beleuchtet Sarela Paz in ihrem Beitrag über

den TIPNIS-Konfl ikt in Bolivien. Alberto Acosta stellt anschließend die Yasuní-ITT

-Initiative aus Ecuador vor, die als visionärer post-extraktivistischer

Ansatz gilt.

Im vorliegenden Band soll darüber hinaus auch die Rolle Deutschlands und

der EU betrachtet werden. Miriam Lang zeigt auf, wie die deutsche Bundesregierung

die Yasuní-Initiative aktiv torpediert, indem sie bereits in Aussicht gestellte

Gelder umwidmet, um den falschen Lösungsansatz der Karbonmärkte

zu stärken. Die internationalen Rahmenbedingungen des Extraktivismus stellt

Tobias Lambert anhand der Rohstoff strategien der EU und Deutschlands vor.

Diese haben den bestmöglichen Zugang zu Rohstoff en zum Ziel, ohne die

negativen Folgen für die rohstoff reichen Länder zu berücksichtigen. Es wird

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