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Der Neue Extraktivismus

Hindernisse der Yasuní-ITT -Initiative

Eine Interpretation aus der Perspektive

der politischen Ökonomie

Alberto Acosta

„Die gesellschaft lichen Verhältnisse sind aber keine starren, unbeweglichen

Formen. Wir haben gesehen, wie sie im Laufe der Zeiten vielfache Veränderungen

aufwiesen, wie sie einem ewigen Wechsel unterworfen sind, in dem sich eben der

menschliche Kulturfortschritt , die Entwicklung, Bahn bricht.“

Rosa Luxemburg, Einführung in die Nationalökonomie

Mit Traditionen und Mythen aufzuräumen, wird immer ein schwieriges Unterfangen

sein. Die Auff orderung, doch realistisch zu sein, führt zum Aufh alten

von Veränderungen. Die Inhaber_innen von Privilegien, deren Verlust zu

befürchten steht, stellen sich ihnen entgegen. Und immer wird es Opportunist_innen

geben, die sich auf den Pragmatismus berufen, um den Wandel zu

verhindern. Daher stößt die Idee, gegen eine internationale Zahlung kein Erdöl

aus den Feldern Isphingo, Tambococha und Tiputini (ITT ) zu fördern, auf

Erstaunen und vielerlei Widerstände. In einer global vom Erdöl abhängigen

Wirschaft vorzuschlagen, kein Öl zu fördern, erscheint vollkommen verrückt.

Umso mehr in einem unterentwickelten Land, das von seinen Erdöleinnahmen

abhängig ist. Das Überraschende an dieser Idee ist jedoch, dass sie Anhänger_innen

gefunden und an Einfl uss gewonnen hat.

Trotz seiner anhaltenden Zweifel waren die Zustimmung von Präsident

Rafael Correa zu dem Projekt und seine nachfolgende Unterstützung wichtig.

Ihm ist es zu verdanken, dass die Möglichkeit, kein Erdöl im ITT -Gebiet

auszubeuten, zur Regierungspolitik wurde und die (schon lange betriebene)

Option einer Förderung in den Hintergrund trat. Den Erdöl fördernden Un-

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