Monte Vista Magazin 2

ingerigar

Monte Vista Magazin

Ausgabe 2 Herbst 2016

Wir informieren Sie über

- Leben und Wohnen

- Essen und Trinken

- Kunst und Kultur

- Klatsch und Tratsch

- und vieles mehr, was Monte Vista interessant macht


Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Freunden Monte Vistas für das lebhafte Echo

auf das erste Monte Vista Magazin. Auf soviel Resonanz hatte ich gar nicht zu hoffen

gewagt. Aber ich habe mich natürlich sehr gefreut! Auch Bürgermeister Costanzo

Rossi hat sich bei mir gemeldet und seine Freude zum Ausdruck gebracht. Es ist mir

gelungen, ihn zu einem ganz persönlichen Interview in seiner Villa zu bewegen. So

können Sie diesen Politiker in seinem privaten Umfeld kennen lernen und auch eine

Vorstellung von seinen Plänen für die Stadtentwicklung gewinnen. In diesem

Zusammenhang sprechen wir auch über die Neueröffnung des Centro Commerciale.

Und Sie werden einer Neubürgerin begegnen: Ariella Buono. Die landesweit bekannte

Operndiva hat sich in der "Zypressenzuflucht" niedergelassen. Wir durften sie dort

besuchen, mit ihr plaudern und die renovierte Villa besichtigen.

Der Kunsthistoriker Maurizio Ciccone wird in diesem Heft die Geschichte eines

weiteren zentralen Bauwerks der Innenstadt erklären: San Francesco die Lavore.

Meine Freundin Paola Poletto wird - wie in jedem Heft - wieder ein toskanisches Menü

vorstellen, das sie selbst kreiert hat. Dieses Mal geht es um herbstliche Genüsse. So viel

darf ich schon einmal verraten.

Nun bleibt mir nur zu hoffen, dass Ihnen auch das neue Magazin zusagt.

Inhalt

Impressionen vom Herbstfest 3

Zu Besuch bei Bürgermeister Rossi 8

Neueröffnung: Centro Commerciale 14

San Francesco di Lavore (Maurizio Ciccone) 20

Herbstliches Menu von Paola Poletto 22

Paola Poletto spricht über die toskanische Küche 24

Zu Besuch bei der Operndiva Ariella Buono 26

2 MVM 2/2016


Impressionen

vom

Herbstfest

3 MVM 2/2016


4 MVM 2/2016


5 MVM 2/2016


4 MVM 2/2016


Zu Besuch bei Bürgermeister Rossi

Tja - da bin ich nun also so ganz privat zu einem Besuch bei der

Bürgermeisterfamilie eingeladen und werde zu meiner Überraschung

gleich von allen Familienmitgliedern begrüßt. Selbst Costanzo Rossis

Mutter ist dabei. Mir wird auch schnell klar, dass sie durchaus so

etwas wie die graue Eminenz im Hause ist. Ohne sie läuft hier wohl

gar nichts! Und der kleine Sohn ist derzeit ohnehin der absolute

Mittelpunkt im Leben der Rossis.

Erst gibt es eine kleine Führung durch den wunderschönen Garten

der großzügigen Villa, dann einen Drink auf der Sonnenterrasse und

schließlich werde ich von Rossi in sein Arbeitszimmer gebeten. Das

ist - denke ich . auch gut so, denn ich möchte ihm ja auch zu

politischen Themen Fragen stellen und da wäre mir schon lieber,

seine unbeeinflusste Meinung kennenzulernen. Immerhin habe ich

mir für heute vorgenommen, mit ihm etwas gründlicher über seine

Vorstellungen zur Stadtentwicklung zu reden. Dabei interessiert mich

vor allem, wie er das Shoppingcenter "Centro Commerciale", das

in diesen Tagen eröffnet wurde, einschätzt.

Schließlich soll dieses Magazin ja unter anderem auch dem Interesse

der Stadt dienen. Einer Tatsache, der ich wohl die heutige Einladung

zu verdanken habe. Es gibt in unserer schönen Stadt nämlich auch

die Bewegung "Movimento per l'ecologia", eine Gruppe sehr

streitbarer Leute, denen der Tourismus eher ein Dorn im Auge ist,

die sich für ökologische Fragen interessieren und ihre Ansichten

auch im Stadtrat vehement vertreten.

8 MVM 2/2016


5 MVM 1/2015


5 MVM 1/2015


5 MVM 1/2015


In der eleganten, aber sehr angenehmen

Atmosphäre des Arbeitszimmers begann ich

dann mit dem Interview:

GG: Herr Rossi - Sie sind ja in Monte Vista

geboren und dieses Haus ist ihr Elternhaus.

Würden Sie nicht gerne auch einmal woanders

leben?

CR (lacht): Ach nein, ich liebe diese Stadt und ich

liebe dieses Haus. Ehrlich gesagt, kann ich es

mir gar nicht anders vorstellen.

GG: Ihr Vorteil ist natürlich, dass Sie die Stadt

und ihre Entwicklung sehr gut kennen. Wie hat

sich Monte Vista über die Zeiten verändert?

CR: Monte Vista und die Region waren früher

für hervoragende Handwerkerbetriebe und

künstlerisches Schaffen bekannt. Kaufleute

brachten der Stadt Reichtum. Das sieht man

noch immer an diversen historischen Bauten,

die das Bild der Innenstadt prägen. Heute sind

Tourismus und Weinbau die Haupteinnahmequellen.

Schon seit vielen Jahren profitieren wir

vom guten Ruf unserer imposanten Bauten, der

lieblichen Landschaft und der einfachen, aber

köstlichen regionalen Küche.

GG: Sie haben sich in der letzten Zeit sehr für den Bau des neuen Einkaufszentrums eingesetzt. Braucht Monte Vista so etwas wie das

"Centro Commerciale" überhaupt? Oder wären nicht viele kleine Ladengeschäfte reizvoller?

PP: Monte Vista hat eine ganze Menge solcher kleinen Läden, dennoch gibt es einen Bedarf für eine Shoppingmeile. Nicht nur Touristen

suchen danach, sondern durchaus auch unsere Bürger aus der Region. Zudem hat mich das architektonische Konzept überzeugt. Es fügt der

Innenstadt mit dem Glaskuppeldach einen aparten Akzent hinzu, ohne das Stadtbild zu stören.

GG: Es gab doch aber auch sehr viele Anfeindungen von Seiten des "Movimento per l'ecologia". Macht bei soviel Kritik die Arbeit als

Bürgermeister noch Spaß?

CR: Man darf als Kommunalpolitiker nicht allzu dünnhäutig sein, da ist eher Pragmatismus gefragt. Mir macht meine Arbeit noch immer

viel Freude und ich habe noch eine ganze Menge Ideen. Außerdem gibt mir unsere Familie einen starken Rückhalt.

12 MVM 2/2016


GG: Ich frage mich jetzt natürlich, ob Sie bereit wären, Herr

Rossi, mir für das MVM ein wenig von Ihren Plänen oder Ideen

für Monte Vistas Fortentwicklung zu erzählen.

CR: Naja, es ist ja nicht so, dass ich kein Verständnis hätte für die

Leute, die besorgt vor Schäden warnen, die zuviel Tourismus

mitsichbringen kann. Wie Sie sicher wissen, haben wir inzwischen

aber auch schon ein schönes Beispiel für die Vereinbarkeit von

Wirtschaftlichkeit und Ökologie - nämlich das neu erbaute

Ecohotel "La Residenza". Und ich darf ruhig betonen, dass ich

mich im Stadtrat dafür stark gemacht habe, obwohl von der

Konkurrenz vielerlei Bedenken vorgebracht wurden.

Und dann gibr es da diese junge Winzerin - Chiara Poletto -, die

ökologischen Weinbau hier eingeführt hat. Ihre Schwester Paola

Poletto bietet in ihrer "Osteria da Angelo" nur regionale

Produkte aus ökologisch einwandfreiem Anbau an.

So können auch unsere Landwirte profitieren, weil der Gewinn,

den sie machen, größer ist, wenn sie ihre Produkte teurer

verkaufen können. Sie sollten einmal die Familie Corleone

besuchen, die auf ihrem Hof - der Fattoria del Nonno - sich

ganz diesem Konzept verschrieben haben. Ich stelle mir vor, dass

man noch mehr solcher Initiativen fördern sollte.

GG: Gibt es da schon irgendetwas Konkretes zu berichten?

CR: Nein - leider nicht, aber ich werde mich in Zukunft verstärkt

des Themas annehmen. Im Grunde bin ich auf Ideensuche. Ich

selber beschäftige mich schon lange mit dem Gedanken an die

Nutzung der heißen Quellen, die wir ja im Umland von Monte

Vista haben. Vielleicht könnte daraus eine Therme entstehen

Ich bedanke mich für dieses offene Gespräch und muss zugeben,

dass ich Costanzo Rossis unaufgeregte Art sehr sympathisch

finde. Wunderbar, dass ich dann auch noch ein bisschen im Haus

fotografieren darf. Nur Rossis Mutter möchte nicht, dass ihre

Privatsphäre verletzt wird. Sie gewährt mir aber dennoch

großzügig zwei Bilder von sich und ihrem Kätzchen Mia im

Wintergarten.


Neueröffnung: Centro Commerciale

Das neuerbaute Centro Commerciale ist ein Einkaufszentrum

mitten in der Innenstadt Monte Vistas.

Insgesamt gibt es 7 Geschäftsbetriebe: ein Modegeschäft, einen

Musikladen, einen Laden für Malereibedarf mit Bilderverkauf, ein

Antiquitätengeschäft, ein kleines Teelädchen mit Verkostung, eine

Chocolaterie und nicht zuletzt ein Selbstbedienungs-Terrassencafé.

Die Außenanlagen bieten zusätzlich zu eben dieser Terrasse einen

Kinderspielplatz, eine kleine Brunnenanlage und den Zugang zu

einer öffentlichen Toilette. Ein Porträtmaler und ein Straßenmusiker

gehen hier ihrer Arbeit nach. Die luftige Passage mit dem Glasdach

ermöglicht einen gemütlichen Schaufensterbummel auch bei

regnerischem Wetter.

14 MVM 2/2016


Terrassencafé

Selbstbedienungstheke

Malereibedarf Eingang

Malereibedarf Erdgeschoss

5 MVM 1/2015


Modehaus außen

Modehaus Schaufenster

4 MVM 1/2015

Modehaus Erdgeschoss

Modehaus Obergeschoss


Musikladen Schaufenster

Musikladen Obergeschoss

Chocolaterie außen

Chocolaterie innen

5 MVM 1/2015


Teeladen außen

Teeladen innen

4 MVM 1/2015

Antiquitätengeschäft Eingang

Antiquitätengeschäft Erdgeschoss


Antiquitätengeschäft Obergeschoss

Antiquitätengeschäft Obergeschoss

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit den Bildern einen Eindruck

vermitteln, welche Möglichkeiten sich den Kunden in diesem modernen

Einkaufszentrum auftun.

Aber am besten machen Sie sich natürlich vor Ort selber ein Bild von

der Vielfalt der Waren, die hier angeboten werden, und von den

charmanten Gelegenheiten, sich bei Kaffee, Tee, Saft, Eis oder Gebäck

zu erholen. Dank der Straßenkünstler und des Spielplatzes kommt auch

die Unterhaltung nicht zu kurz.

Es scheint jedenfalls, als könnte das "Centro Commerciale" ein

Publikumsmagnet werden und viele Touristen ebenso anlocken wie die

Bewohner der Region. Monte Vista als Stadt wird sicherlich davon

profitieren.

Das Einkaufszentrum ist von 8 bis 24 Uhr für den allgemeinen

Publikumsverkehr geöffnet.

Straßenmusiker

19 MVM 2/2016


San Francesco di Lavoro

von Maurizio Ciccone (Kunsthistoriker)

Der Dom San Francesco war lange Zeit die Kathedrale des

Glaubens in Monte Vista. Im vergangenen Jahrhundert aber wurde er

umbenannt in San Francesco di Lavoro und ist nun ein moderner

Tempel der Wirtschaft geworden.

Seit große Teile der Bevölkerung sich von der Religion entfremdeten

und immer weniger kamen, um den Herrn anzubeten, beschloss der

Magistrat das Gebäude umzunutzen, um es besser erhalten zu

können - eines von vielen Beispielen eines epochalen Umbruchs.

Schließlich ist der ehemalige Dom mitten im Zentrum der Altstadt

von Monte Vista ein markantes Wahrzeichen der Stadt, das wegen

seiner architektonischen Bedeutung Scharen in- und ausländischer

Besucher anzieht.

Nun aber zur interessanten Baugeschichte:

Die Domkuppel ist das Ergebnis eines der ersten bekannten

Architekturwettbewerbe in der Geschichte. Die Wollweberzunft, die

den Dombau verwaltete, lobte ihn aus. Ein Architekt, Goldschmied

und Bildhauer aus Monte Vista - Filippo Brunelli - der zahlreiche

weitere Bauten in seiner Heimatstadt errichtete, hatte sich von jeher

besonders für bau- und konstruktionstechnische Fragen interessiert.

Ausgehend von der Vorstellung der idealen Architektur orientierte er

sich an der spätmittelalterlichen Tradition sowie an der Baukunst der

Antike und entwickelte daraus klar gegliederte, streng geometrisch

proportionierte Räume, die den Baustil der italienischen Frührenaissance

begründeten. Seine Pläne für die Domkuppel wurden

von der Zunft mehrfach als waghalsig und verrückt zurückgewiesen,

bis er sich am Ende durchsetzen konnte und zum Dombaumeister

ernannt wurde.

Nur durch geniale Ingenieurskunst ließ sich sein Plan verwirklichen.

Für den Bau der Kuppel wäre angesichts der riesigen Spannweite

20 MVM 2/2016


eigentlich ein Bodengerüst erforderlich gewesen. Die notwendige

Gerüsthöhe war jedoch nicht realisierbar. Brunelli löste das Problem,

indem er mit einem Hängegerüst arbeiten ließ, das Zug um Zug auf

den achteckigen Mauerringen der wachsenden Kuppel nach oben

versetzt wurde.

Bahnbrechend war die Idee, die Kuppel aus zwei konzentrischen

Gewölbeschalen zu errichten, deren vier Meter dicke innere Schale

das enorme Gesamtgewicht trägt. Das Schalensystem besteht aus

acht kastenförmigen Hauptrippen, zwischen denen 16 weitere Rippen

sitzen; alle sind untereinander durch bogenförmige Querrippen

verbunden, hinzu kommt ein das Ganze fixierender Ankerring aus

Holz am Kuppelansatz. Auf diesem komplizierten Stützsystem ruht

dann die dünnere zweite Schale, deren acht an der Außenseite

hervortretenden Rippen zur vollendeten Erscheinung der Kuppel

beitragen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt ließ Brunelli – immer das

Gewicht und die Stabilität der Steinmassen bedenkend – die Kuppel

statt mit Hausteinen mit Ziegelmauerwerk im Fischgrätverband

legen. Auch der Kranz aus Konchen (große Nischen) am Unterbau

sollte die gewaltigen Schubkräfte der Kuppel auffangen.

Wussten Sie, dass zwischen den Schalen der Kuppel ein Laufgang zur

Kuppellaterne hinaufführt, in dem einst die Maurer in Schwindel

erregender Höhe arbeiteten?

Im Dom verbinden sich Elemente der Gotik (architektonische

Grundkonzeption), der Protorenaissance (Marmorverkleidung) und

der Renaissance (Kuppelkonstruktion). Trotz vieler späterer

Veränderungen haben sich zahlreiche bedeutende Kunstwerke

erhalten, darunter Glasmalereien, das Kuppelfresko sowie frühe

Beispiele von Majolikareliefs. Im Eingangsbereich unter Bodenniveau

wurde neben diversen Überresten der Vorgängerkirche des Doms,

Santa Reparata, auch das Grab Brunellis entdeckt.

Da das Gebäude in unseren Tagen wirtschaftlich genutzt wird, ist

eine Innenbesichtigung nur unter der Leitung städtischer Führer nach

vorheriger Anmeldung möglich. Interessierte Gruppen wenden sich

an die Stadtverwaltung, Bereich Tourismus.

21 MVM 2/2016


Kaninchen mit Zitrone

Zutaten

1 küchenfertiges Kaninchen (etwa 1,5 kg)

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

3 EL Mehl

1 EL Butter

2 EL Olivenöl

1 Bio-Zitrone

400 Milliliter Fleischbrühe

1 Bund glatte Petersilie

1 TL Zucker

1 Knoblauchzehe

Zubereitung

Das Kaninchen abspülen und trocken tupfen,

in 8 Stücke teilen, mit Salz und Pfeffer

einreiben und im Mehl wenden. Butter und

Öl in einem Bräter erhitzen und die Stücke

darin von allen Seiten braun anbraten. Die

Zitrone heiß abspülen, trocken reiben und

die Schale dünn abschälen. Den Zitronensaft,

die Hälfte der Zitronenschale und Brühe

zum Kaninchen geben. Im geschlossenen

Bräter bei mittlerer Hitze etwa 40 Minuten

schmoren. Den Kaninchensud mit Salz,

Pfeffer und Zucker abschmecken. Die

restliche Zitronenschale, die Petersilie und die

abgezogene Knoblauchzehe hacken. Vor dem

Servieren über das Kaninchen streuen.

Reiskrapfen mit Vin Santo

Zutaten

200 Gramm Rundkornreis

1 Liter Milch

1 Vanilleschote

1 Bio-Zitrone

1 Prise Salz

100 Gramm Mehl

1 TL Backpulver

2 Eier

100 Milliliter Vin Santo

1 Liter Öl zum Frittieren

40 Gramm Zucker

40 Gramm Puderzucker

Zubereitung

Den Reis in der Milch mit dem Vanillemark,

der Schote, der abgeriebenen Zitronenschale

und Salz 40 Minuten kochen. Den Reis gut

abkühlen lassen, Vanilleschote entfernen.

Mehl mit Backpulver gemischt, Eigelb und

Vin Santo unter den kalten Reis rühren.

Das Eiweiß steif schlagen, erst kurz vorm

Ausbacken vorsichtig unter die Reismasse

heben. Mit einem Esslöffel Nocken formen

und im heißen Öl portionsweise ausbacken.

Die Krapfen auf Küchenkrepp abtropfen

lassen. Kurz vorm Servieren die Krapfen in

einer Mischung aus Zucker und Puderzucker

wälzen. Tipp: Dazu ein Glas Vin Santo.

23 MVM 2/2016


Paola Poletto über die toskanische Küche

Die toskanische Küche ist eine Regionalküche Italiens. Sie ist ob der Tatsache, dass die

Toskana sowohl am Meer liegt, als auch über Wälder mit Wild und Weiden zur Tierhaltung

verfügt, sehr vielfältig. Einzelne Städte haben ihre besonderen Gerichte oder Spezialitäten.

Bisweilen sind toskanische Rezepte aber nur Variationen von in ganz Italien verbreiteten

Gerichten und Lebensmitteln. In der Toskana gibt es sehr viele Bohnengerichte und

Maronenrezepte, da diese Bäume zahlreich vorhanden sind.

Eine der Besonderheiten der toskanischen Küche ist, dass das Brot (Pane Sciocco) salzlos

ist, was auf eine Auseinandersetzung zwischen Florenz und Pisa im 12. Jahrhundert

zurückgeführt wird. Pisa lieferte dereinst kein Salz mehr in die Region.

Die toskanische Küche ist schlicht, eine Arme-Leute-Küche, denn arm war das Land

Jahrhunderte lang. Doch eines hatten die Menschen hier immer: einfache und frische

Zutaten, dazu fruchtiges, kaltgepresstes Olivenöl, duftende Kräuter. Dank toskanischer

Zubereitungsart werden die simpelsten Dinge zur Delikatesse.

Eine typisch toskanische Vorspeise ist beispielsweise die Bruschetta: Grob gewürfelte

Tomaten mit Basilikum, Knoblauch, Salz und Olivenöl auf geröstetem Weißbrot lassen das

Herz höher schlagen. Oder Stuzzichini di salvia, frittierte, mit einem Sardellenfilet belegte

und mit Zahnstochern zusammengehaltene Salbeiblätter.

Den Vorspeisen, den sog. Antipasti, folgen in der toskanischen Menüfolge zunächst die

Primi piatti, überwiegend Nudel- oder Reisgerichte, und anschließend die Secondi piatti,

meist ein Fleischgang, z.B. die Scottiglia, ein Schmortopf aus gemischtem Fleisch oder

Cinghiale in umido, ein Wildschweinragout mit Rotwein und Kräutern.

Mandelgebäck (Cantuccini) bildet den Abschluß des Menüs. Die Kekse werden mit dem

toskanischen Dessertwein, dem Vin Santo gereicht, in den man die Kekse eintaucht.

Die toskanische Küche ist aufgrund ihres bäuerlichenen Ursprungs noch heute als bodenständig, nahrhaft und ideenreich zu bezeichnen.

Neben Fleisch und Brot sind es vor allem Gemüse und Gewürze aus der Region, die der toskanischen Küche einen unverwechselbaren

Akzent verleihen. Entlang der Küste sind Fischspezialitäten wie die Fischsuppe Caciucco oder aber der schwarze Reis mit Tintenfischen

(der Reis erhält seine markante Farbe von der Tinte des Fisches) zu empfehlen.

Zum Landesinneren geht die Tendenz eindeutig zum Fleisch. Allen voran Rind, Schwein und Lamm, aber auch Wild und Kaninchen sind zu

finden. Häufig wird das Fleisch gegrillt, da in früheren Zeiten der Kamin die einzige Heizquelle war und somit auch zum Kochen verwendet

wurde. Ob der toskanische Schinken, die toskanische Salami oder aber für die ganz Hungrigen ein "Bistecca alla Fiorentina" (ein 800g

Steak vom Chianina-Rind ) - das Fleisch der Toskana ist wegen der freien Haltung der Tiere stets sehr aromatisch und saftig.

24 MVM 2/2016


Interview mit der Operndiva Ariella Buono

Umzug nach Monte Vista zu erfahren. Außerdem ist es sicher

spannend zu sehen, wie sie das Haus eingerichtet hat. Ihr wird ja

nachgesagt, dass sie recht anspruchsvoll und kapriziös sei.

Das Interview habe ich mit ihrem Privatsekretär und Manager

Emiliano Caprese arrangiert, der wohl auch darauf achten wird, dass

alles im Sinne der Diva abläuft. Jedenfalls hat er angekündigt, dass er

dabei sein werde, um notfalls allzu aufdringliche oder unangenehme

Fragen zu unterbinden.

Also finde ich mich äußerst pünktlich ein und bin gespannt, was

mich erwartet. Mir reicht die Zeit noch gut, ein Bild von außen zu

schießen.

Ich bin total begeistert, dass ich diese berühmte Operndiva für das

Magazin interviewen darf - und noch dazu bei ihr zu Hause. Das ist

in der Tat mehr, als ich je zu hoffen wagte.

Wie ich erfahren konnte, ist Ariella Buono erst kürzlich nach Monte

Vista gezogen - in die von ihr gekaufte und umgestaltete Villa

namens „Zypressenzuflucht“, die schon einige Zeit leer stand. Ich

dachte mir, es könnte interessant sein, ihre Beweggründe für den

26 MVM 2/2016


GG: Verehrte gnädige Frau, ich freue mich ja so, dass Sie sich Zeit

für unser Gespräch nehmen!

AB: Keine Ursache, es ist ja vielleicht auch in meinem Interesse,

dass die Bürger Monte Vistas auf mich aufmerksam werden.

(kokettiert) Als bekannte Sängerin steht man ja ohnehin immer im

Rampenlicht, nicht wahr?

GG: Nun dann gestatte ich mir, Ihnen ein paar direkte Fragen zu

stellen. Die erste ist natürlich: Was hat sie bewogen, eine Villa in

unserem Städtchen zu kaufen? Ist Ihnen die Atmosphäre hier

nicht zu eng, zu provinziell, wo Sie doch schon fast in der ganzen

Welt gastiert haben?

AB: Ja - das war in der Tat eine sehr spontane und persönliche

Entscheidung. In letzter Zeit hatte ich gar nicht mehr soviel

Freude daran, in aller Welt herumzureisen. Und bei einem

Erholungsurlaub in meiner alten Heimat reifte der Entschluss, mir

ein schönes Domizil fürs Alter zu suchen. Die Region hier hat ja

so vieles zu bieten: wundervolle Landschaft und herrliches Klima,

jede Menge Kultur, ausgezeichnetes Essen und heitere Menschen

mit Freude an guter Musik. Was will man mehr? (strahlt) Es ist

alleine schon das Licht, das mich immer wieder verzaubert!

GG: Darf ich fragen, was denn Ihre beruflichen Pläne für die

nahe Zukunft sind?

(Emiliano Caprese räuspert sich.)

AB: (zögert kurz) Ich werde auf jeden Fall kürzer treten und mehr

für meine privaten Interessen tun. Finanziell habe ich ausgesorgt,

warum sollte ich nicht mein Leben genießen, so gut es geht?

(nachdenklich) Andererseits kann ich so ganz ohne Arbeit auch nicht

leben. Vielleicht werde ich gelegentlich hier und in der Region

auftreten, bis es mich wieder in die Welt hinaus zieht.

GG: Wird Ihnen denn das Echo des internationalen Publikums

nicht fehlen?

AB: Das mag schon sein, aber ich bedarf im Augenblick eines

gewissen Abstands. Und ich glaube, es war ein Wink des

Himmels, dass ich diese Villa gefunden habe. Hier kann ich

wieder zu mir selber finden. Hier bin ich richtig glücklich.


GG: Wir hatten ja vereinbart, dass ich auch Bilder der Villa

veröffentlichen darf. Das freut mich natürlich sehr, denn unsere

Leser sind sehr daran interessiert, wie Prominente wohnen.

Haben Sie sich bei der Einrichtung eigentlich von einem

Innenarchitekten beraten lassen?

AB: (lacht) Nein, nein. Ich will ja hier leben und mich wohlfühlen.

Also bin ich ganz und gar meinem Bauchgefühl gefolgt. Ich muss

mich in meiner Wohnung ja auch wiederfinden können.

Deshalb habe ich mir bei der Auswahl der Möbel und der anderen

Einrichtungsgegenstände viel Zeit gelassen. Schließlich möchte

ich nichts Überflüssiges, sondern nur Dinge, die mir auch wirklich

gefallen. Zu lange Zeit habe ich in sterilen Hotelsuiten verbracht.

Jetzt bin ich auf der Suche nach meinem individuellen Stil.

GG: Was ist Ihnen denn besonders wichtig?

AB: Ich bin in vielen Ländern herumgekommen, aber ich bin

auch sehr heimatverbunden. Deshalb habe ich versucht, diese

beiden Pole mit einer gewissen Lässigkeit zu verknüpfen.

(nachdenklich) Vor allem lege ich auch Wert auf edle Materialien und

handwerklich gute Verarbeitung. Schöne Stoffe haben es mir

angetan, davon kann ich gar nie genug haben.

GG: Welche ihrer Leidenschaften lassen sich Ihrer Meinung nach

an der Einrichtung ablesen?

AB: Mein Faible für Musik, für Pflanzen, für schöne Dinge ist

sicherlich erkennbar. Ich möchte es im Grunde einfach nur schön

haben.

(kokettiert) Natürlich ist das leichter, wenn man genügend Geld

hat. (gähnt) Ach meine Liebe, es war nett, mit Ihnen zu plaudern,

aber nun möchte ich mich gerne zurückziehen. Adieu!

Und damit bin ich entlassen. Unter der Aufsicht von Emiliano

Caprese darf ich mich im Haus umschauen und fotografieren.

Erstaunlicherweise gibt es hier kaum ein Tabu. Sogar Bad,

Ankleide- und Schlafzimmer der Diva darf ich ablichten. Mir

scheint, sie ist so eitel und von sich selbst überzeugt, dass ihr das

gar nichts ausmacht. Mich freut es!


Wintergarten

Wintergarten

Flur

5 MVM 1/2015

Esszimmer


Wohnzimmer

Wohnzimmer

Küche

5 MVM 1/2015

Küche


Schlafzimmer

Schlafzimmer

Ankleide

5 MVM 1/2015

Badezimmer


Bibliothek

Freisitz

Gästezimmer

5 MVM 1/2015

Gästezimmer


Bar

Partyraum

Arbeitszimmer

5 MVM 1/2015

Innenhof


Ecohotel

"La Residenza"

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Unser Motto: Behandeln wir die Erde gut, auf der wir leben,

denn wir haben sie nicht von unseren Eltern geerbt, sondern

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