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WEGE16_2_RZ_web

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Das Informationsjournal von WE.G.E. 42 | Ausgabe 14 | Oktober 2016<br />

Zugestellt durch Post.at-Gruppe<br />

lebens<br />

WEGE<br />

Gesundheits- und Sozialregion<br />

WELS, WELS-LAND, GRIESKIRCHEN,<br />

EFERDING<br />

im GesPräch<br />

mit Profibergsteigerin<br />

Gerlinde kaltenbrunner<br />

exPerteninterView<br />

dr. christoph zulehner<br />

Strategieexperte für Gesundheits- und Pflegeunternehmen<br />

wasser<br />

ist leBen<br />

ab Seite 08


Kurz notiert<br />

inhalt<br />

03 Aktuell<br />

06 Stadt Wels<br />

08 Unsere Nieren<br />

12 Im Gespräch<br />

14 Prostatakrebs<br />

20 Experteninterview<br />

24 Rheuma<br />

26 Gemeinsam Leben<br />

30 ABC der Kindernotfälle<br />

34 Familie & Kind<br />

38 Diabetes<br />

40 G´sunde Küche<br />

42 Aktiv<br />

impressum: Medieninhaber und Herausgeber:<br />

PKA Private Krankenanstalt Wels Betriebsgmbh,<br />

Grieskirchner Straße 49, 4600 Wels; Redaktionsteam:<br />

Maximilian Aichinger, MSc Dipl. KH-Bw. (VKD) (Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen, Koordinator ARGE und Projekte<br />

WE.G.E. 42), Mag. a Renate Maria Gruber, MLS,<br />

Mag. a Kerstin Pindeus, MSc (Klinikum Wels-Grieskirchen),<br />

Stefan Ganzert (Magistrat Stadt Wels), Celia Ritzberger<br />

(Ärztekammer für Oberösterreich), Mag. Harald Schmadlbauer<br />

(OÖ Gebietskrankenkasse Forum Gesundheit,<br />

Referat für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation),<br />

Judith Resch (Sozialhilfeverband Eferding), Maria Gabriele<br />

Kerschhuber (Sozialhilfeverband Grieskirchen), Karina<br />

Huber (Sozialhilfeverband Wels-Land), Ulrike Wazek<br />

(wazek & partner Linz); layout: wazek & partner Linz;<br />

Druck: Landesverlag Druckservice GmbH; Bildnachweis:<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen, Stadt Wels, BH Wels-Land,<br />

BH Grieskirchen, BH Eferding, OÖ Gebietskrankenkasse<br />

Forum Gesundheit, Ärztekammer für Oberösterreich,<br />

shutterstock, Offenlegung nach dem § 25 Mediengesetz:<br />

Informationen über die Gesundheits- und Sozialregion Wels,<br />

Wels-Land, Grieskirchen und Eferding (WE.G.E. 42); P.b.b.<br />

Erscheinungsort Wels, Verlagspostamt 4600 Wels; Kontakt:<br />

redaktion@lebenswege-online.at<br />

Sie sind<br />

auf Jobsuche<br />

und bringen IT-Berufserfahrung<br />

mit?<br />

der neue ÄrztefinDer<br />

das umfangreiche online-service<br />

der oÖ. Ärztekammer bietet jetzt einen<br />

neuen Ärztefinder, mit dem Sie den<br />

richtigen arzt in ihrer Gemeinde finden.<br />

Das neue Führungsteam:<br />

Mag. a Sandra Wiesinger und<br />

Mag. Thomas Reinprecht<br />

neue GeschäftsfÜhrunG<br />

im institut hartheim<br />

am 1. oktober 2016 hat das institut hartheim eine<br />

neue Geschäftsführung bekommen. die agogische<br />

Geschäftsführerin mag. a Sandra Wiesinger und<br />

der kaufmännische Geschäftsführer mag. thomas<br />

reinprecht haben als leiter die Geschicke des<br />

hauses übernommen.<br />

Der ehemalige Leiter Mag. Josef Leitner will sich künftig<br />

dem Schwerpunkt seiner Aufgabe als Geschäftsführer der<br />

Noah Sozialbetriebe GmbH, nämlich der Begleitung von<br />

AsylwerberInnen widmen. Mag. a Krystyna Cieslawski-<br />

Banet tritt nach verdienstvollen Jahren ihren Ruhestand an.<br />

Mag. a Sandra Wiesinger (geb. 1977) ist neue<br />

agogische Geschäftsführerin.<br />

Mag. a Wiesinger hat an der Universität Wien Sonder- und<br />

Heilpädagogik und an der Universität Krems Personzentrierte<br />

Psychotherapie studiert. Nach beruflichen Stationen<br />

Neben dem Fachgebiet können Sie noch<br />

nach Kassenverträgen, Ordinationszeiten,<br />

zusätzlichen Ausbildungen oder Fremdsprachenkenntnissen<br />

selektieren. Probieren<br />

Sie jetzt den neuen Ärztefinder aus,<br />

unter: arztsuche.aekooe.at<br />

in einem Kindertagesheim der<br />

Stadt Wien als Sonderkindergartenpädagogin<br />

und in einer<br />

Sonderpädagogischen Ambulanz<br />

in Wien war sie Leiterin<br />

der Klinischen Heilpädagogik<br />

des Kepler Universitätsklinikums,<br />

Neuromed Campus in<br />

Linz. Darüber hinaus ist sie<br />

Lehrbeauftragte an verschiedenen<br />

akademischen Einrichtungen<br />

und ehrenamtlich Mitglied<br />

fachbezogener Vereine.<br />

Mag. Thomas Reinprecht<br />

(geb. 1972) ist<br />

neuer kaufmännischer<br />

Geschäftsführer.<br />

Er hat an der Universität Linz<br />

Sozialwirtschaft studiert und<br />

absolviert derzeit nebenberuflich<br />

das Studium der Wirtschaftswissenschaften<br />

und des<br />

Wirtschaftsrechts ebendort.<br />

Mag. Reinprecht begann seine<br />

Berufslaufbahn als Gold-,<br />

Silberschmied und Juwelier,<br />

wechselte dann zur Caritas<br />

für Menschen mit Behinderungen.<br />

Nach Trainertätigkeiten<br />

im WIFI OÖ kam er<br />

zurück zur Caritas. Er war zuletzt<br />

in der Perspektive Handel<br />

Caritas GmbH für die Projektstandorte<br />

in OÖ zuständig und<br />

österreichweit beratend tätig.<br />

x-tention befindet sich seit der Gründung<br />

2001 als erfolgreiches IT-Unternehmen im<br />

kontinuierlichen Wachstum.<br />

Heute betreuen über 190 qualifizierte<br />

Mitarbeiter von sieben Standorten in der<br />

DACH-Region mehr als 300 Kunden in<br />

Österreich, Deutschland und der Schweiz.<br />

Wir bieten umfassende Leistungen, von<br />

der IT-Planung bis zur IT-Betriebsführung<br />

in den Bereichen Healthcare, Socialcare,<br />

Integration und e-Health.<br />

Dann senden Sie Ihre Bewerbung an<br />

bewerbung@x-tention.at<br />

x-tention Informations technologie GmbH<br />

Römerstraße 80A, 4600 Wels<br />

tel +43 7242 / 2155; mail office@x-tention.at<br />

www.x-tention.at<br />

02 | lebensWEGE


Aktuell<br />

Stadtwels<br />

Wohnungsreferentin<br />

kommt zu<br />

Welsern<br />

nach Hause<br />

1<br />

2<br />

3<br />

Wohnungsreferentin kommt zu Ihnen nach Hause<br />

Gesunde Ernährung<br />

Senioren-Tagesheimstätten<br />

Auch in der Volksschule 3<br />

(Dr. Schauer-Straße 2) bekamen<br />

die Erstklassler eine gesunde<br />

Schultüte von Generationen-Stadträtin<br />

Margarete Josseck-Herdt<br />

(im Bild r.) und Ortsbäuerin und<br />

Gemeinderätin Augustine Hacker<br />

(2. v. r.). Das freute auch Direktorin<br />

Edda Wiesbauer (im Bild li. mit<br />

Ernährungspyramide).<br />

Die nächste Aktion ist übrigens im<br />

Zeitraum rund um den Welternährungstag<br />

am Sonntag, 16. Oktober, geplant.<br />

Christa<br />

Raggl-Mühlberger<br />

Vizebürgermeisterin<br />

Stadt Wels<br />

In regelmäßigen Abständen<br />

führt Wohnungsreferentin<br />

und Vizebürgermeisterin<br />

Christa Raggl-Mühlberger<br />

nun Hausbesuche in<br />

Wohnblöcken durch.<br />

Mit diesem Zusatzangebot zu<br />

ihren monatlichen Wohnungssprechtagen<br />

(Terminvereinbarungen<br />

unter Tel. 07242/235-<br />

3031 oder -3032) möchte sich<br />

die Referentin ein noch besseres<br />

Bild über die Wohnsituation in<br />

den verschiedenen Stadtgebieten<br />

von Wels verschaffen. „Es ist<br />

mir ein Anliegen, für Probleme,<br />

Anregungen und Wünsche von<br />

Bürgern in einem persönlichen<br />

Gespräch zur Verfügung zu stehen“,<br />

so Vizebürgermeisterin<br />

Raggl-Mühlberger.<br />

Gesunder Start ins neue Schuljahr ...<br />

Projekte zur gesunden Ernährung in den Welser Schulen finden bei Generationen-<br />

Stadträtin Margarete Josseck-Herdt stets Unterstützung. Dieses Mal erhielten die<br />

Schüler der ersten Klassen der Welser Volksschulen eine Schultüte mit saisonalem<br />

und regionalem Obst. Dabei wurde auch kindgerecht anhand einer Ernährungspyramide<br />

erklärt, wie gesunde Ernährung aussieht. Wie schon bei den<br />

Naschgärten vor den Häusern der Seniorenbetreuung erfolgte die Umsetzung in<br />

enger Zusammenarbeit mit Ortsbäuerin und Gemeinderätin Augustine Hacker.<br />

Derartige Naschgärten werden in weiterer Folge auch bei den Welser Schulen<br />

und Kinderbetreuungseinrichtungen umgesetzt.<br />

Senioren-Tagesheimstätten<br />

bleiben bestehen!<br />

Die Zufriedenheit der Besucher von Tagesheimstätten ist sehr hoch. Das hat ein<br />

Projekt der Fakultät für Gesundheit und Soziales der Fachhochschule Oberösterreich<br />

im Winter/Frühling 2015/2016 klar gezeigt. Auf Basis dieser Projektergebnisse<br />

wird derzeit magistratsintern am Zukunftsmodell „Tagesheimstätte neu“ gearbeitet.<br />

Dieses soll vor allem die „jüngeren Älteren“ ansprechen. „Angedacht sind<br />

dabei neue attraktive Angebote, ein zeitgemäßer Auftritt und nicht zuletzt auch ein<br />

neuer Name“, erklärt Stadträtin Josseck-Herdt. Besonders beliebt beim derzeitigen<br />

Angebot der Senioren-Tagesheimstätten sind – neben dem Mittagstisch und den<br />

Kaffeerunden – Aktivitäten wie Walkingrunden, Gymnastik, Yoga, Massage etc.<br />

Sehr gut kommen auch die seniorenfreundlichen Tagesausflüge und Urlaube unter<br />

kompetenter Begleitung an. Und vielfach bringen die Besucher ihre Talente auch<br />

selbst ein: etwa in Form von Malworkshops, Gesangsstunden und Gymnastikrunden.<br />

Nähere Informationen zu den Tagesheimstätten gibt es<br />

unter www.wels.gv.at sowie unter Tel. 07242/417-3011.<br />

lebensWEGE | 03


Aktuell<br />

Neue Verwaltungsgemeinschaft<br />

hat ihre Arbeit aufgenommen<br />

Mag. Christoph Schweitzer<br />

Bezirkshauptmann von<br />

Grieskirchen und Eferding<br />

Seit 1. September ist die Verordnung der OÖ. Landesregierung über<br />

die Errichtung einer Verwaltungsgemeinschaft der Bezirkshauptmannschaften<br />

Grieskirchen und Eferding in Kraft. lebensWEGE hat bei<br />

Bezirkshauptmann Mag. Christoph Schweitzer über erste Erfahrungen<br />

und Erwartungen gesprochen.<br />

Wie sehen Ihre Erfahrungen nach den<br />

ersten Wochen aus?<br />

Schweitzer: Die ersten Erfahrungen sind<br />

gut und die intensive Planung und Vorbereitung<br />

hat funktioniert, es ist im Augenblick<br />

aber noch ein wenig zu früh,<br />

um bereits über Konkretes berichten zu<br />

können, denn da die Verwaltungsgemeinschaft<br />

istwohl formal in Kraft, aber die<br />

eigentliche Übersiedelung steht noch aus.<br />

Das wird am 24.11.2016 erfolgen.<br />

Die Politik erwartet sich mehr<br />

Effizienz und Effektivität. Wie sehen<br />

Sie das?<br />

Schweitzer: Durch die Verwaltungsgemeinschaft<br />

erreichen wir noch mehr<br />

Kompetenz und noch größere Erfahrung.<br />

Beispielsweise im Bereich Gewerbe oder<br />

Verkehr sind die Fragestellungen oftmals<br />

komplex und vernetzt. Das erfordert einerseits<br />

viel Expertenwissen, gleichzeitig<br />

sind aber auch die Fähigkeiten von „Generalisten“<br />

gefragt, die über den Tellerrand<br />

blicken und vernetzt über mehrere Verwaltungsmaterien<br />

denkenkönnen.<br />

Meiner Einschätzung nach sind das Anforderungen,<br />

die eine gewisse Organisationsgröße<br />

erfordert. Darüber hinaus vermeiden<br />

wir Doppelgleisigkeiten und sparen<br />

damit Personalkosten.<br />

Die beiden BHs waren aber deswegen bisher<br />

nicht ineffizient, denn es gibt eine sehr<br />

hohe Zufriedenheit mit unseren Dienstleistungen<br />

– das wissen wir aus der letzten<br />

Kundenbefragung!<br />

Als die Pläne 2015 bekannt wurden,<br />

war die Freude in der Bevölkerung<br />

und bei den MitarbeiterInnen nicht<br />

besonders groß. Wie sieht das<br />

heute aus?<br />

Schweitzer: Wie überall, wo wenig über<br />

eine Sache bekannt ist, gibt es Unsicherheit<br />

und Sorgen. Viele haben verständliche<br />

Ängste vor Veränderungen. Wir<br />

haben versucht, in einem sehr intensiven<br />

Informationsprozess die Betroffen aufzuklären<br />

und alle miteinzubinden, denn dieses<br />

Konstrukt ist rechtlich nicht einfach.<br />

Eine im Frühjahr durchgeführte repräsentative<br />

Umfrage zeigte, dass rund 54% der<br />

Bevölkerung für die Verwaltungsgemeinschaft<br />

sind.<br />

Eine generelle Zusammenlegung der Bezirke<br />

würde aber noch keine Mehrheit<br />

finden. Für die MitarbeiterInnen, viele<br />

waren über Jahrzehnte in der Bezirkshauptmannschaft<br />

Eferding beschäftigt,<br />

war der Prozess schwierig, weil sich Lebensrealitäten<br />

verändern. Ich denke aber,<br />

dass die meisten Ängste und Unsicherheiten<br />

bereinigt sind und der Blick nun in<br />

die Zukunft gerichtet ist.<br />

Welche Services sind in Zukunft noch<br />

direkt in Eferding „erhältlich“,<br />

für was müssen die Erferdinger nach<br />

Grieskirchen fahren?<br />

Schweitzer: In Eferding gibt es eine<br />

Bürgerservice- und Aussenstelle, die die<br />

nächsten Jahre am bekannten Standort<br />

bleibt. Für uns ist es wichtig, dass das<br />

Bürgerservice auch nahe am Bürger ist.<br />

So sind neben der allgemeinen behördlichen<br />

Information und Beratung vor<br />

allem Leistungen im gesamten Sozial-,<br />

Kinder- und Jugendhilfe-Bereich in Eferding<br />

vor Ort erhältlich. Das ist uns ganz<br />

wichtig, da die betroffenen Zielgruppen<br />

nicht so mobil sind.<br />

Das bekannte Dienstleistungsangebot<br />

der Bürgerservicestelle bleibt aufrecht!<br />

Die Verkehrs- und Gewerbeagenden sind<br />

in Grieskirchen angesiedelt. Ebenso der<br />

Anlagensprechtag, bei Bedarf werden wir<br />

aber mit Lokalaugenscheinen und Vorort-<br />

Terminen flexibel und kundenorientiert<br />

agieren. Es wird auch der Amtsarzt einen<br />

Tag pro Woche in Eferding sein.<br />

Welche Auswirkungen hat die<br />

Zusammenlegung auf die Arbeit<br />

der Sozialhilfeverbände?<br />

Schweitzer: Die SHV`s sind gesetzliche<br />

Gemeindeverbände und haben eigenständige<br />

Rechtspersönlichkeit mit eigenen<br />

Organen. Deshalb wird es diese in bekannter<br />

Form in Eferding und Grieskirchen<br />

geben. Die SHV`s leisten als Zusammenschluss<br />

der Gemeinden in der<br />

Pflege und Betreuung eine sehr wichtige<br />

Arbeit. Wie bereits erwähnt, ist die räumliche<br />

Nähe zu den Betroffen gerade hier<br />

besonders wichtig, wenn es um Sozialleistungen,<br />

Heimplätze, Pflege, mobile<br />

Hilfen oder Unterstützung pflegender<br />

Angehöriger geht. Gemeinsam mit der<br />

Eferdinger Außenstelle für Soziales sowie<br />

für Kinder- und Jugendhilfe bieten<br />

wir hier ein effizientes Service vor Ort.<br />

04 | lebensWEGE


SERVICELEISTuNGEN<br />

IN EFERDING<br />

Bürgerservicestelle<br />

Allgemeine Information und Beratung<br />

Führerscheinangelegenheiten<br />

Personalausweise und Reisepässe<br />

Integrationsfragen<br />

Anlaufstelle Ehrenamt<br />

• 4you-Jugendkarte<br />

Aktuell<br />

Außenstelle für Soziales sowie<br />

für Kinder- und Jugendhilfe<br />

und Chancengleichheit<br />

Haushaltshilfe<br />

Mindestsicherung<br />

Pflegegeld<br />

Soziale Dienste<br />

• Alten- und Pflegeheime<br />

So erreichen Sie uns<br />

Tel.: 07248/603-0<br />

E-mail: bh-gr-ef.post@ooe.gv.at<br />

www.bh-gr-ef.ooe.gv.at<br />

Bezirkshauptmannschaft<br />

Grieskirchen und Eferding<br />

Manglburg 14, 4710 Grieskirchen<br />

Mo, Mi, Do und Fr von 7.30 bis 12.00 Uhr<br />

und Di von 7:30 bis 17.00 Uhr,<br />

darüberhinaus selbstverständlich nach<br />

telefonischer Vereinbarung<br />

Bürgerservicestelle Eferding mit Außenstelle<br />

Kinder- und Jugendhilfe und Soziales<br />

Stephan-Fadinger-Straße 4, 4070 Eferding<br />

Mo, Mi, Do und Fr von 8:00 bis 12.00 Uhr und<br />

Di von 7:30 bis 17.00 Uhr<br />

Nach telefonischer Vereinbarung sind Termine selbstverständlich auch am Montag- und Donnerstagnachmittag möglich.<br />

lebensWEGE | 05


Stadt Wels<br />

IM GESPRÄCH<br />

mit Dr. Andreas Rabl<br />

Bürgermeister von Wels,<br />

Jurist und Rechtsanwalt<br />

06 | lebensWEGE


Stadt Wels<br />

Seit 9. November 2015 steht der promovierte Jurist und<br />

Rechtsanwalt Dr. Andreas Rabl als Bürgermeister an der Spitze der<br />

Welser Stadtpolitik. Der 43-jährige gebürtige Welser begann seine<br />

politische Laufbahn im Jahr 2001 als Mitglied des Welser Gemeinderates<br />

und bekleidete anschließend Funktionen als Stadtrat sowie Vizebürgermeister.<br />

Seit Anfang November des vergangenen Jahres arbeitet<br />

Bürgermeister Dr. Rabl mit viel Elan und Durchsetzungsvermögen an<br />

einer Neuausrichtung der Stadt Wels.<br />

tischen Kindergärten als vorschulische<br />

Bildungseinrichtung. Wesentlicher Inhalt<br />

des Wertekodex ist die Vermittlung des<br />

europäischen Wertekanons, wobei der<br />

wechselseitige Respekt, Toleranz, Gewaltfreiheit,<br />

Gleichberechtigung und Antidiskriminierung<br />

im Vordergrund stehen.<br />

Da mehr als 50 Prozent der Erstklassler<br />

in den Welser Volksschulen wegen<br />

mangelhafter Deutschkenntnisse dem<br />

Unterricht nicht folgen können, steht der<br />

Spracherwerb in den Kindergärten für<br />

mich an oberster Stelle.<br />

Herr Dr. Rabl, Sie sind nun seit knapp<br />

einem Jahr Bürgermeister der Stadt<br />

Wels. Welche Schwerpunkte wurden<br />

in den ersten Monaten gesetzt?<br />

Dr. Andreas Rabl: Unmittelbar nach<br />

meinem Amtsantritt haben wir einen<br />

Kassasturz durchgeführt, um ein Bild<br />

über die tatsächliche Finanzsituation zu<br />

erhalten. Dabei stellte sich heraus, dass<br />

die finanzielle Lage der Stadt schlechter<br />

als befürchtet ist. Aus diesem Grund sind<br />

wir nun mitten in einer umfangreichen<br />

Magistrats- und Aufgabenreform. Wegen<br />

der in den vergangenen Jahren angehäuften<br />

Schuldenlast sind wir im Interesse<br />

unserer Kinder und Enkelkinder dazu<br />

verpflichtet, zweifellos schmerzhafte und<br />

zum Teil unbeliebte Einsparungen umzusetzen.<br />

Damit soll für zukünftige Generationen<br />

ein Spielraum für notwendige<br />

Investitionen geschaffen werden.<br />

Ebenfalls direkt nach meinem Amtsantritt<br />

eingeleitet wurde ein umfangreicher<br />

Positionierungsprozess. Dabei haben wir<br />

uns intensiv mit der Frage auseinandergesetzt,<br />

wofür die Stadt Wels in Zukunft<br />

stehen soll und welche Arbeitsschwerpunkte<br />

wir setzen möchten.<br />

Wie möchte sich die Stadt Wels in<br />

Zukunft positionieren?<br />

Dr. Andreas Rabl: Im Zuge des Prozesses<br />

hat sich als Markenkern der Slogan<br />

„Wels ermöglicht“ herauskristallisiert.<br />

Darauf aufbauend sollte sich die Stadt<br />

in Zukunft vorrangig mit den Themenfeldern<br />

„Schöner Wohnen/Leben“, „Top-<br />

Wirtschafts- und Bildungsstandort“ sowie<br />

„Umfassendes Freizeit-, Sport- und Kulturangebot“<br />

positionieren. Als sichtbares<br />

Zeichen für die Neupositionierung wurde<br />

im Rahmen einer Markenstrategie ein<br />

neues Logo erarbeitet.<br />

Können Sie uns einige inhaltliche<br />

Beispiele nennen, wie die Welser<br />

Bevölkerung diese Neupositionierung<br />

bemerken wird?<br />

Dr. Andreas Rabl: Im Wohnbereich<br />

ist es beispielsweise unser Ziel, Grundstücke<br />

für den sozialen Wohnungsbau<br />

zur Verfügung zu stellen. Im Bildungsbereich<br />

haben wir Sprachgruppen in den<br />

städtischen Kindergärten eingeführt und<br />

treiben den dringend notwendigen Ausbau<br />

der Krabbelstubenplätze voran. Weitere<br />

Ziele sind beispielsweise die Neugestaltung<br />

des Kaiser-Josef-Platzes sowie<br />

die fortschreitende Attraktivierung des<br />

Traunufers als Naherholungsgebiet für<br />

die Welser.<br />

Im Kindergartenbereich sorgte die<br />

Vorstellung eines Wertekodex für Diskussionen.<br />

Welches Ziel verfolgte die<br />

Stadt Wels mit der Erstellung dieses<br />

Dokumentes?<br />

Dr. Andreas Rabl: Die Aufregung wurde<br />

leider von einigen Seiten gezielt inszeniert.<br />

Bereits jetzt lernen Kinder in<br />

den Kindergärten deutschsprachige Gedichte<br />

und Lieder – und das mit großer<br />

Freude. Prinzipiell verstehe ich die städ-<br />

Kommen wir zum Sozialbereich.<br />

Wie reagiert die Stadt Wels auf die<br />

sich verändernde Altersstruktur der<br />

Bevölkerung beziehungsweise auf<br />

die Zunahme von Alterserkrankungen<br />

wie Demenz?<br />

Dr. Andreas Rabl: Ich bekenne mich absolut<br />

dazu, dass Wels eine soziale Musterstadt<br />

bleibt. Bei Sozialreferentin Vizebürgermeisterin<br />

Christa Raggl-Mühlberger<br />

und Generationen-Stadträtin Margarete<br />

Josseck-Herdt ist diese Materie bestens<br />

aufgehoben. Was die Betreuung älterer<br />

Menschen betrifft, nimmt die Stadt Wels<br />

österreichweit eine Vorreiterrolle ein. So<br />

wurde beispielsweise im heurigen Frühjahr<br />

die zweite Wohngemeinschaft für<br />

Menschen mit Demenz in der Dragonerstraße<br />

eröffnet. Mit dieser Wohnform, die<br />

in Österreich einzigartig ist, wurde für<br />

Menschen mit Demenz die Lücke zwischen<br />

betreutem Wohnen und einer stationären<br />

Vollversorgung geschlossen.<br />

Welche Bedeutung nimmt für Sie<br />

das Klinikum Wels im Bereich der<br />

Gesundheitspolitik ein?<br />

Dr. Andreas Rabl: Das Klinikum Wels ist<br />

nicht nur einer der wichtigsten Arbeitgeber<br />

im Großraum Wels, sondern ein weit<br />

über die Grenzen Oberösterreichs be- und<br />

anerkanntes Aushängeschild im Spitalsbereich.<br />

Von diesem hervorragenden Ruf<br />

profitiert natürlich auch die Stadt Wels.<br />

Deshalb ist mir eine gute und möglichst<br />

enge Zusammenarbeit mit dem Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen besonders wichtig. .<br />

lebensWEGE | 07


Niere<br />

abhängig von der körpergröße des menschen ist die gesunde<br />

menschliche niere zwischen 9 bis 12 cm lang, 4 bis 6 cm breit und<br />

3 bis 5 cm dick. Paarig angelegt, befinden sich die etwa 300 Gramm<br />

schweren organe links und rechts der Wirbelsäule etwa auf höhe der<br />

unteren rippen. zirka 1.800 liter Blut fließen täglich durch die niere.<br />

in unserem körper übernehmen sie zahlreiche wichtige aufgaben.<br />

ephros*<br />

die nieren<br />

anatomie, aufgabe,<br />

erkrankungen<br />

08 8 | | lebensWEGE<br />

*Das Wort Nephros stammt aus dem Altgriechischen und ist die Bezeichnung für Niere. Nephrologie bedeutet Wissenschaft der Niere.


Niere<br />

(NICHT NUR)<br />

EiNE PERFEKTE<br />

FiLTERANLAGE<br />

Die Nieren übernehmen im menschlichen<br />

Körper eine Vielzahl an Aufgaben. Zu den<br />

wichtigsten zählt nicht nur die Entgiftung<br />

des Körpers: die bohnenförmigen, paarweise<br />

angelegten Organe regeln unter anderem<br />

auch Blutdruck, Flüssigkeits- und<br />

Elektrolythaushalt, Knochenstoffwechsel,<br />

Säure- und Basenhaushalt sowie die Bildung<br />

der roten Blutkörperchen.<br />

In der Nierenrinde finden sich viele kleine<br />

Blutgefäßknäuel, die sogenannten<br />

Glomeruli. Hier ist die Wand der Blutgefäße<br />

für verschiedene Bestandteile des<br />

Blutes durchlässig. Zucker, Harnstoff,<br />

Elektrolyte und Wasser passieren die Gefäßwände<br />

und werden in den Tubuli als<br />

Primärharn aufgefangen.<br />

pH-Wert im Blut und bestimmen so den<br />

Anteil von Säuren und Basen im Körper.<br />

Müde und abgeschlagen<br />

Auch lebenswichtige Botenstoffe werden<br />

in den Nieren gebildet, beispielsweise<br />

Erythropoetin für die Bildung der roten<br />

Blutkörperchen im Knochenmark. Menschen<br />

mit Nierenerkrankungen fühlen<br />

sich aufgrund einer Anämie oft müde und<br />

abgeschlagen. Die Nieren produzieren<br />

auch das für die Regulation des Blutdrucks<br />

wichtige Hormon Renin. Auch<br />

Calcitriol entsteht in der Niere und sorgt<br />

dafür, dass der Darm Kalzium und Phosphat<br />

aufnimmt, was die Immunabwehr<br />

unterstützt.<br />

Die Nierenfunktion<br />

Wichtigster Parameter für die Einschätzung<br />

der Nierenfunktion ist die glomeruläre<br />

Filtrationsrate (GFR)*. Liegt sie<br />

unter 15 ml/min, ist es notwendig, die<br />

Nierenfunktion zu ersetzen – entweder<br />

durch ein Dialysierverfahren oder eine<br />

Nierentransplantation. Krankheiten, wie<br />

zum Beispiel Diabetes Typ I oder Hypertonie,<br />

können eine Niereninsuffizienz<br />

zur Folge haben. Die Symptome bleiben<br />

eventuell lange versteckt – ungewöhnlicher<br />

Bluthochdruck, schäumender Harn<br />

oder Spuren von Blut im Harn sind mögliche<br />

Hinweise. Die Dialyse ist keine<br />

eigentliche Therapie der Niereninsuffizienz,<br />

sondern eine Nierenersatztherapie;<br />

sie bringt also keine Heilung, sondern<br />

ersetzt lediglich die Funktion der versagenden<br />

Organe zu einem gewissen Teil.<br />

wussten sie …?<br />

... Pro Minute werden ca. 125 ml<br />

Primärharn gebildet, dies sind ca.<br />

180 Liter am Tag.<br />

... Urin enthält bei einer gesunden<br />

Niere täglich etwa 20 bis<br />

30 g Harnstoff, 0,25 bis 0,75 g<br />

Harnsäure, 0,5 bis 1,8 g Kreatinin<br />

und 0,7 bis 1,5 g Phosphat.<br />

So entsteht urin<br />

Nach dem Entzug von ca. 99 Prozent des<br />

Wassers gewinnt der Körper 150 Liter des<br />

ursprünglich gefilterten Harns zusammen<br />

mit weiteren wichtigen löslichen Blutbestandteilen,<br />

wie Zucker und Salze, zurück.<br />

Dies führt zu einer Konzentration<br />

des Primärharns, das Ergebnis ist der eigentliche<br />

Harn (Urin). Dieser enthält bei<br />

einer gesunden Niere täglich etwa 20 bis<br />

30 g Harnstoff, 0,25 bis 0,75 g Harnsäure,<br />

0,5 bis 1,8 g Kreatinin und 0,7 bis 1,5 g<br />

Phosphat.<br />

Alarmsignal häufiges Wasserlassen<br />

Wenn die Nieren nicht mehr voll funktionstüchtig<br />

sind, können sie dem Primärharn<br />

unter Umständen nicht mehr<br />

ausreichend Wasser entziehen. Patienten<br />

mit Niereninsuffizienz bilden deshalb am<br />

Anfang der Erkrankung manchmal mehr<br />

Urin als vorher und müssen daher öfter<br />

die Blase leeren. Achtung: Auch Eiweiße<br />

im Urin können ein Anzeichen für eine<br />

Nierenerkrankung sein!<br />

Nieren regulieren<br />

Neben der Blutreinigung sorgen die Nieren<br />

für das Ausscheiden und Zurückhalten<br />

von Flüssigkeit und Elektrolyten. Sie<br />

passen die Urinproduktion an die Trinkmenge<br />

an und gleichen so Unterschiede<br />

im Wasserhaushalt des Körpers aus.<br />

Über den Salz- und Wasserhaushalt kann<br />

auch der Blutdruck erhöht oder gesenkt<br />

werden. Außerdem regulieren sie den<br />

*Sie bemisst das pro Zeiteinheit von den Glomeruli gefilterte Volumen und wird in Milliliter pro Minute angegeben.<br />

Mögliche Symptome einer<br />

eingeschränkten Nierenfunktion<br />

Weil die Nieren Einfluss auf zahlreiche<br />

Körperfunktionen haben,<br />

können die Anzeichen für eine<br />

Schädigung unterschiedlich sein,<br />

vor allem in den diversen Stadien<br />

einer Erkrankung:<br />

> vermehrtes nächtliches<br />

Wasserlassen<br />

> Leistungsknick, Unwohlsein,<br />

Kopfschmerzen, Schlafstörungen<br />

> Trockenheit, Schuppungen und<br />

Gelbfärbung der Haut,<br />

gestörte Wundheilung, Wassereinlagerungen<br />

> Übelkeit, Erbrechen, Durchfall<br />

und Geschmacksstörungen<br />

> hoher oder niedriger Blutdruck,<br />

Herz- und Atemprobleme,<br />

Blutarmut infolge Erythropoetin-<br />

Mangel, Gerinnungsstörungen,<br />

erhöhte Infektanfälligkeit,<br />

Rückbildung der Skelettmuskulatur,<br />

Hormonstörungen<br />

> bei Harnvergiftung (Urämie) Störungen<br />

des Zentralnervensystems,<br />

wie Krampfanfälle, Verwirrtheit<br />

und Bewusstlosigkeit<br />

TIPPS FÜR EINE GESUNDE NIERE<br />

Achten Sie auf Ihr Herz-Kreislauf-<br />

System! Ablagerungen in den Blutgefäßen<br />

sind schlecht für die Nieren.<br />

Bleiben Sie fit! Unterstützen Sie Ihren<br />

Körper mit regelmäßiger Bewegung<br />

und schützen Sie so Ihre Nieren!<br />

Achtung Blutzucker! Zucker fördert<br />

Ablagerungen in den Glomeruli.<br />

Diabetiker schützen ihre Nieren am besten<br />

durch gut eingestellte Blutzuckerwerte.<br />

Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck!<br />

Bluthochdruck schadet den Gefäßen und<br />

somit den Nieren.<br />

Ernähren Sie sich ausgewogen!<br />

Übergewicht stellt ein Risiko im<br />

Hinblick auf das Entstehen einer<br />

Nierenschwäch dar.<br />

Trinken Sie ausreichend Wasser!<br />

Nur so können Ihre Nieren entsprechend<br />

arbeiten.<br />

Verzichten Sie auf Nikotin!<br />

Es schadet Ihren Gefäßen und somit<br />

wiederum den Nieren.<br />

Lassen Sie Ihre Nierenfunktion<br />

regelmäßig prüfen! Wenn Sie zu einer<br />

Risikogruppe zählen (z. B. bei Diabetes,<br />

Bluthochdruck oder Übergewicht).<br />

lebensWEGE | | 099


Stimmen aus der Region<br />

stimmen aus<br />

Der region<br />

10 | lebensWEGE


Stimmen aus der Region<br />

„Ich mag nur Leitungswasser.<br />

Da mir das aber zu langweilig<br />

ist gebe ich immer einige Spritzer<br />

Zitronensaft oder Melissenoder<br />

Minzeblättern hinein.<br />

Ist ein kleiner Aufwand, aber<br />

es schmeckt.“<br />

„Ich stelle mir morgens immer<br />

einen 1,5l Wasserkrug auf<br />

den Schreibtisch, damit ich<br />

während der Arbeit immer etwas<br />

zu trinken in Griffweite habe.<br />

Vergesse ich das mal, trinke<br />

ich wesentlich weniger.“<br />

Maria R., Eferding<br />

Julia H., Grieskirchen<br />

„Ich mache sehr viel Sport.<br />

Zum Laufen nehme ich immer eine<br />

Trinkflasche mit, da der Körper<br />

beim Sport durch Schwitzen<br />

besonders viel Flüssigkeit verliert.<br />

Nach meiner Joggingrunde gönne<br />

ich mir immer ein extra großes<br />

Glas Wasser.“<br />

Jochen F., Wels<br />

wassertrinken<br />

„Jeden tag zwischen zwei und drei liter Wasser“, so lautete bisher der leitspruch,<br />

der wahrscheinlich jedem von uns schon einmal ein schlechtes Gewissen gemacht<br />

hat. Wie soll man es schaffen, täglich so viel Wasser zu trinken?<br />

Die Wasserflasche in der Hand ist ja schon fast<br />

zum Mode-Accessoire mutiert. Wichtig ist: Es<br />

müssen nicht zwei bis drei Liter Wasser am Tag<br />

sein, damit unser Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen<br />

ist.<br />

Fakt ist: Unser Körper besteht zu fast 70 Prozent<br />

aus Wasser, ein 80 Kilo schwerer Mensch hat<br />

also etwas mehr als 50 Liter Wasser in seinem<br />

Körper. Pro Tag verliert man ca. 2,5 Liter Flüssigkeit,<br />

hauptsächlich durch Ausscheidungen<br />

aber auch durch Schwitzen und über den Atem.<br />

Das bedeutet aber nicht, dass man die selbe<br />

Menge durch Wassertrinken wieder aufnehmen<br />

muss. Tatsächlich nimmt man bereits über die<br />

Nahrung, zum Beispiel Obst, Gemüse aber auch<br />

Fleisch und Fisch, bis zu 20 Prozent seines täglichen<br />

Flüssigkeitshaushaltes zu sich.<br />

„Leider immer zu wenig.<br />

Ich vergesse gerne darauf!<br />

Ich nehme mir immer wieder<br />

vor mehr zu trinken.<br />

Oft komme ich leider nur auf<br />

1 Liter Wasser pro Tag.“<br />

„Ich liebe Tee. Egal ob warm oder<br />

kalt! Meistens mache ich am Abend<br />

einen Kanne voll Tee und lasse<br />

diesen abkühlen. Anstatt Zucker<br />

gebe ich einen Löffel Honig dazu.<br />

Auch mein Enkel, der Toni, mag<br />

Tee gerne. Der kommt zweimal in<br />

der Woche zu mir, dann sitzen wir<br />

gemütlich auf dem Sofa.“<br />

Anton E., Wels<br />

Greti W., Wels<br />

lebensWEGE | 11


Im Gespräch<br />

IM GESPRÄCH<br />

mit Gerlinde Kaltenbrunner<br />

Profibergsteigerin<br />

Die aus Spital am Phyrn stammende Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner ist<br />

eine der erfolgreichsten Höhenbergsteigerinnen der Welt. Mit dem Erreichen<br />

des Gipfels des K2 am 23. August 2011 ist sie die dritte Frau, die alle<br />

14 Achttausender bestiegen hat, und die erste, der das ohne zusätzlichen<br />

Sauerstoff gelang. Ihre Leidenschaft gilt nicht allein den hohen Bergen.<br />

Auch von den Menschen und deren fremde Religionen und Kulturen lässt<br />

sie sich bewegen und verzaubern.<br />

Was war bei Ihren Achttausender-<br />

Expeditionen mehr gefordert?<br />

Ihre physische Kondition oder doch<br />

die mentale?<br />

Kaltenbrunner: Beides zu gleichen Teilen.<br />

Sie haben vor einiger Zeit bekannt<br />

gegeben, keine Achttausender mehr<br />

zu besteigen. Bleibt es bei dem<br />

Entschluss?<br />

Kaltenbrunner: Ja, bei diesem Entschluss<br />

bleibe ich definitiv. Es gibt<br />

noch so viele niedrigere Berge die auch<br />

wunderschön und anspruchsvoll sind...<br />

ich möchte noch – für mich – Neues<br />

entdecken.<br />

Mit der Besteigung der 14 Achttausender<br />

haben Sie sich ein Lebensziel<br />

erfüllt. Welche alpinistischen Ziele<br />

gibt es noch?<br />

Kaltenbrunner: Meine alpinistischen<br />

Ziele sind niedriger geworden. Sehr gerne<br />

möchte ich noch nach Indien reisen, dort<br />

stehen einige sehr schöne, 6- und 7- Tausender<br />

die mich besonders ansprechen.<br />

Und auch in Pakistan möchte ich noch<br />

die eine oder andere Expedition unternehmen.<br />

Wie gesund leben Sie? Wie sehen<br />

für Sie die tragenden Säulen eines<br />

gesundes Lebens aus?<br />

Kaltenbrunner: Aus meiner Sicht lebe<br />

ich sehr gesund. Ich achte auf eine gesunde,<br />

bewusste Ernährung, auf viel abwechslungsreicher<br />

Bewegung in der Natur<br />

und ausreichende Regeneration. Was<br />

auch bedeutet, mal ohne Mobiltelefon<br />

und Computer oder anderer Ablenkung in<br />

Stille zu sein. Die Pflege meiner sozialen<br />

Kontakte ist mir wichtig und ich übe einen<br />

mich glücklich machenden Beruf aus<br />

- all das sind für mich tragende Säulen für<br />

ein gesundes und zufriedenes Leben.<br />

Wie sieht der Alltag eines Profibergsteigers<br />

aus? Wie oft trainieren Sie?<br />

Wie sieht das Training aus?<br />

Kaltenbrunner: Mein Trainingspensum<br />

hängt immer stark von meinem jeweils<br />

bevorstehenden Ziel ab. Zu Zeiten der<br />

8000er Besteigungen hatte ich ein sehr<br />

umfangreiches Trainingspensum. Im Moment<br />

trainiere ich im Schnitt 6 Tage pro<br />

Woche je eine Stunde Core-Training und<br />

danach im Ausdauerbereich Laufen oder<br />

Radfahren. Bei stabilem Schönwetter<br />

unternehme ich gerne lange Bergtouren<br />

12 | lebensWEGE


Im Gespräch<br />

oder alpine Klettertouren. Im Sommer<br />

kommt zusätzlich das Schwimmen mit<br />

dazu. Nach einem Trainingsplan habe<br />

ich noch nie trainiert, ich folge immer<br />

meinem Gefühl, da mir mein Körper sehr<br />

genau zeigt, was er gerade braucht, was<br />

ihm gut tut. Neben dem Training gibt es<br />

die Büroarbeit, bei der mich meine Assistentin<br />

sehr unterstützt, ohne sie müsste<br />

ich sehr viel mehr Zeit vorm Computer<br />

verbringen,…das würde mich persönlich<br />

wahrscheinlich krank machen!<br />

Sie engagieren sich für<br />

Hilfsprojekte in Nepal.<br />

Wie sieht dabei Ihre Rolle aus?<br />

Kaltenbrunner: Seit Jahren arbeite ich<br />

mit der Nepalhilfe Beilngries zusammen.<br />

Diese unterstützt verschiedene Projekte,<br />

ein Waisenhaus, Schulen, Krankenhäuser<br />

bis hin zu einem Altenheim. Aktuell<br />

wird die Schule in Thulosirubari wieder<br />

neu aufgebaut, die nach dem Erdbeben<br />

im vergangenen Jahr leider komplett zerstört<br />

wurde. Diese Schule bot 700 Kindern<br />

einen Schulplatz. Derzeit wird in<br />

Notklassenzimmern in Zelten und Wellblechhütten<br />

unterrichtet, aber bald soll<br />

der Unterricht wieder in einem neuen<br />

Schulgebäude stattfinden.<br />

Unter anderem halte ich dafür und auch<br />

für andere Projekte Benefizvorträge, öffentlich<br />

und auch in Schulen. Gerade erst<br />

kürzlich fand eine 24h-Stunden-Wanderung<br />

zu Gunsten eines Nepal-Projektes<br />

statt. Es wird ein jährlicher Kalender<br />

aufgelegt und bei Vorträgen und Veranstaltungen<br />

verkauft - all das gesammelte<br />

Geld kommt unseren Hilfsprojekten zu<br />

Gute.<br />

lebensWEGE | 13


Prostatakrebs<br />

„Die Heilungschancen beim<br />

Prostatakrebs sind, wenn<br />

man ihn sehr frühzeitig erkennt<br />

und behandelt, sehr hoch.“<br />

Prim. Prof. Dr. Alexandre Pelzer, FEBU,<br />

Leiter der Abteilung für Urologie<br />

am Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

frÜh erKanntes<br />

ProstataKarzinom heilBar<br />

DurCh innoVatiVe Diagnostik<br />

14 | lebensWEGE


Prostatakrebs<br />

in westlichen industrieländern ist das Prostatakarzinom die am<br />

häufigsten diagnostizierte krebserkrankung beim mann, noch vor dem<br />

darm- und lungenkarzinom. rund 5.000 bösartige tumore der<br />

Vorsteherdrüse werden in Österreich derzeit pro Jahr diagnostiziert.<br />

Eine Krebserkrankung der Prostata betrifft<br />

Männer vor allem ab dem fünfzigsten<br />

Lebensjahr. „Viele Männer erkranken<br />

daran, aber das bedeutet nicht,<br />

dass auch alle daran sterben“, sagt Alexandre<br />

Pelzer, Leiter der Abteilung für<br />

Urologie am Klinikum Wels-Grieskirchen.<br />

„Ausschlaggebend ist, für jeden<br />

einzelnen Patienten die Diagnose individuell<br />

zu erstellen, um möglichst frühzeitig<br />

eine maßgeschneiderte Therapie<br />

einleiten zu können.“<br />

Symptomlos im Anfangsstadium<br />

In dem Stadium, in welchem Prostatakrebs<br />

behandel- und heilbar ist, verursacht<br />

er keine Beschwerden. „Das macht<br />

ihn gefährlich und heimtückisch“, erklärt<br />

Pelzer. Symptome, wie zu spätes oder<br />

schmerzhaftes Wasserlassen, mit oder<br />

ohne Blutbeimengung, oder auch das Gefühl,<br />

dass die Blase nicht ganz leer wird,<br />

sind meist einer gutartigen Vergrößerung<br />

der Prostata zuzuschreiben. „Beim bösartigen<br />

Prostatakrebs selbst treten sie<br />

erst auf, wenn der Tumor bereits in umliegende<br />

Organe, Ge<strong>web</strong>e und Knochen<br />

abgesiedelt hat. Ein Prostatakarzinom im<br />

Früh- und damit heilbaren Tumorstadium<br />

kann deshalb nur im Rahmen einer<br />

Früherkennungsuntersuchung entdeckt<br />

werden.“<br />

Gute Heilungschancen durch Früherkennung<br />

„Solange wir den Krebs erkennen, wenn<br />

er noch auf die Prostata begrenzt ist,<br />

haben wir wirklich gute Chancen, ihn<br />

zu heilen“, führt der Welser Urologie-<br />

Primar aus. Die Früherkennung ist durch<br />

die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut<br />

und eine Tastuntersuchung möglich. Bestätigt<br />

werden kann die Diagnose durch<br />

Ge<strong>web</strong>sproben mittels Biopsien.<br />

Klinikum bietet Hightech in Diagnostik<br />

Bei einer auffälligen Befundkonstellation<br />

wird vorerst eine systematische Probenentnahme<br />

der Prostata durchgeführt.<br />

Lässt diese Untersuchung keine Rückschlüsse<br />

auf eine bösartige Erkrankung<br />

zu und besteht aber weiterhin ein Verdacht,<br />

wird im Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

auf die innovative Methode der<br />

MRT-Ultraschall-fusionierten Prostatabiopsie<br />

zurückgegriffen. Im Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen besteht die Möglichkeit,<br />

eine der modernsten Magnetresonanztomografien<br />

durchzuführen. Diese<br />

Untersuchung zeigt nicht nur, wo die<br />

Zellen sind, sondern auch, ob sie sich<br />

auffällig verhalten. Anschließend werden<br />

die Bilder in die Ultraschallgeräte eingespielt.<br />

„Mit Hilfe einer am Gerät fixierten<br />

Magnetsonde wird die Position des Ultraschallkopfes<br />

im dreidimensionalen Raum<br />

ermittelt, die Bilder des Ultraschalls und<br />

des MRT werden exakt fusioniert. So<br />

kann im verdächtigen Ge<strong>web</strong>e punktgenau<br />

biopsiert werden“, erklärt der Spezialist<br />

für Uroonkologie die innovative<br />

Technik der Ge<strong>web</strong>sprobenentnahme.<br />

Innovative oP-Technologien<br />

Ist ein operativer Eingriff aufgrund der<br />

Diagnosestellung notwendig, stehen im<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen modernste<br />

Technologien zur Verfügung. „Eine der<br />

vielen möglichen Therapien des Prostatakarzinoms<br />

ist die Operation. Früher hat<br />

man die Patienten offen operiert, heute<br />

passiert das mit hochqualitativen modernsten<br />

Methoden laparoskopisch und<br />

robotisch unterstützt“, weist Pelzer auf<br />

die Vorteile des am Klinikum abteilungsübergreifend<br />

genutzten Operationsroboters<br />

da Vinci hin. „Durch diese technische<br />

Errungenschaft ist es möglich, potenzund<br />

kontinenzerhaltend zu operieren sowie<br />

mögliche Komplikationen und den<br />

Krankenhausaufenthalt zu verringern.<br />

oP nicht immer notwendig<br />

Ein chirurgischer Eingriff ist aber nicht<br />

immer die erste Wahl in der Behandlung<br />

des Prostatakarzinoms. „Jede Therapie<br />

muss individuell für jeden Patienten abgeklärt<br />

werden. Entscheidend ist vor<br />

allem die Ausdehnung der bösartigen<br />

Veränderung, ob sie sich noch innerhalb<br />

oder schon außerhalb der Prostata befindet“,<br />

sagt der neue Welser Urologie-Primar.<br />

In Zusammenarbeit mit dem Institut<br />

für Pathologie wird am Klinikum Wels-<br />

Grieskirchen die Art des Krebses genau<br />

charakterisiert, nach einer internationalen<br />

Einstufung bewertet und die bestmöglichen<br />

Therapieform gesucht – auch außerhalb<br />

der Urologie.<br />

„Je nachdem, wie aggressiv dieser Krebs<br />

ist, kann man verschiedene Therapieoptionen<br />

anbieten – die Bandbreite reicht von<br />

der aktiven Überwachung über medikamentöse<br />

Behandlung, Chemotherapie<br />

und Bestrahlung bis hin zur Operation.“<br />

Ein großer Vorteil des Hauses ist, dass<br />

im Rahmen des interdisziplinären Tumorboards<br />

alle Fälle besprochen werden<br />

und somit für jeden einzelnen das beste<br />

Therapiekonzept, auch mit mehreren Optionen<br />

in Kombination, erarbeitet wird.<br />

Von zentraler Bedeutung für die Therapieauswahl<br />

und -planung ist, in welchem<br />

Stadium sich der Krebs bei der Erstdiagnose<br />

befindet.<br />

• Einflussfaktoren Alter und Vererbung<br />

Es liegen heute noch keine eindeutigen Erkenntnisse zu den möglichen Ursachen von<br />

Prostatakrebs vor. Sicher ist allerdings, dass das Risiko, an einem Prostatakarzinom<br />

zu erkranken, mit zunehmendem Alter steigt. Auch Männer mit Betroffenen im ersten<br />

Verwandtschaftsgrad (Vater, Bruder oder Sohn), sind mit einem vierfach erhöhten Risiko<br />

konfrontiert, in ihrem Leben an Prostatakrebs zu erkranken. Da sie auch früher erkranken<br />

könnten, wird ihnen zu einer Vorsorgeuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr geraten. Experten<br />

raten jedem Mann ab dem 45. Lebensjahr jährlich zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.<br />

• Elastrographie<br />

Es gibt wenige Gründe, die gegen eine MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie sprechen. Für<br />

manche Patienten ist die Magnetresonanztomografie allerdings nicht geeignet, zum<br />

Beispiel wenn sie unter starker Platzangst leiden, einen Herzschrittmacher oder Metalle<br />

im Körper haben. Im Klinikum Wels-Grieskirchen wird als Alternative die Elastrographie<br />

der Prostata angeboten, eine besondere Untersuchung mittels Ultraschall, in welcher die<br />

Dichte des Ge<strong>web</strong>es farblich dargestellt wird – hartes Ge<strong>web</strong>e rot, weiches blau. Eine<br />

Verhärtung spricht für Auffälligkeiten.<br />

lebensWEGE | 15


Krebs<br />

neuer leiter innere medizin i<br />

am KliniKum<br />

spezialist für gastroenterologie<br />

mit herbst 2016 wurde ao. univ.-Prof. dr. harald hofer zum neuen leiter der<br />

abteilung für innere medizin i am klinikum Wels-Grieskirchen bestellt. er tritt<br />

die nachfolge von univ.-Prof. dr. Peter knoflach an.<br />

Prim. ao. Univ.-Prof. Dr. Harald Hofer<br />

Leiter der Abteilung für Innere Medizin I,<br />

Gastroenterologie und Hepatologie,<br />

Rheumatologie, Endokrinologie und<br />

Diabetologie, Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

Der gebürtige Oberösterreicher Harald<br />

Hofer war zuletzt als stellvertretender<br />

Leiter der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie<br />

und Hepatologie an der<br />

Universitätsklinik für Innere Medizin III<br />

an der Medizinischen Universität Wien<br />

tätig. Als national und international gefragter<br />

Vortragender und anerkannter<br />

Forscher leitete der neue Welser Primar<br />

neben seiner klinischen Tätigkeit<br />

die Forschungsgruppe für Virushepatitis<br />

und immunologische und cholestatische<br />

Lebererkrankungen, in seiner<br />

Expertenfunktion ist er unter anderem<br />

Vorstandsmitglied der Österreichischen<br />

Gesellschaft für Gastroenterologie und<br />

Hepatologie (ÖGGH).<br />

Spezialist für Gastroenterologie<br />

Klinisch zählt zu den Spezialgebieten<br />

Hofers Gastroenterologie und Hepatologie<br />

mit gastrointestinaler Endoskopie.<br />

„Die Innere Medizin I am Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen verfügt über eine der<br />

größten Endoskopie-Einheiten Österreichs<br />

– wir bieten das gesamte Spektrum<br />

gastrointestinaler, endoskopischer Untersuchungen<br />

an“, sagt Hofer. „Wichtig<br />

in dem Zusammenhang ist auch die<br />

zertifizierte Vorsorgekoloskopie, welche<br />

sowohl am Klinikum-Standort Wels als<br />

auch in Grieskirchen angeboten wird.“<br />

Darmspiegelung rettet Leben<br />

In Österreich erkranken pro Jahr ca.<br />

5.000 Menschen an Dickdarmkrebs,<br />

es handelt sich um eine der häufigsten<br />

Krebsformen. „Beim kolorektalen Karzinom<br />

ist man durch zertifizierte Vorsorgeuntersuchungen,<br />

wie wir sie hier am<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen anbieten,<br />

jedoch in der Lage, die Erkrankung nicht<br />

nur in einem behandelbaren Stadium diagnostizieren<br />

zu können, sondern auch<br />

durch eine prophylaktische Entfernung<br />

gutartiger Vorstufen den Ausbruch der<br />

Krebserkrankung überhaupt zu verhindern“,<br />

führt Hofer den Nutzen der Vorsorgekoloskopie<br />

aus. Seit ihrer Etablierung<br />

hat sich dadurch in Österreich bereits das<br />

Entstehen tausender kolorektaler Karzinome<br />

verhindern lassen.<br />

Klinikum Wissensforum Fokus: Krebs<br />

Beim Klinikum Wissensforum Fokus:<br />

Krebs lädt das Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

am 11. November 2016 die<br />

Mehr zu Programm, Führungen und<br />

Infostände auf www.klinikum-wegr.at!<br />

„Die Innere Medizin I am Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen verfügt über eine<br />

der größten Endoskopie-Einheiten<br />

Österreichs – neben Routinemaßnahmen<br />

führen wir auch schwierige<br />

und seltene gastrointestinale<br />

Untersuchungen durch“<br />

Prim. ao. Univ.-Prof. Dr. Harald Hofer<br />

Bevölkerung dazu ein, sich allgemein<br />

über aktuelle Erkenntnisse zu Krebsvorsorge<br />

und Früherkennung, innovative<br />

Therapiemöglichkeiten und Leben mit<br />

Krebs zu informieren. Ab 16 Uhr stehen<br />

im Festsaal am Standort Wels Impulsvorträge<br />

und Expertentalks zu Vorsorge und<br />

Früherkennung sowie Führungen in die<br />

Radiologie und in die Labordiagnostik<br />

am Programm. Nutzen Sie den kostenlosen<br />

PSA-Test im Rahmen des „Klinikum<br />

Wissensforum Fokus: Krebs“!<br />

was sie sChon<br />

immer wissen<br />

wollten …<br />

Im Anschluss an die Kurzvorträge<br />

stehen die Experten des Klinikums<br />

für Ihre Fragen zur Verfügung.<br />

Darüber hinaus erfahren Sie,<br />

was die Pathologie bei der<br />

Krebstherapie leistet. Die<br />

Spezialisten der Diätologie des<br />

Klinikums beantworten Fragen<br />

zur richtigen Ernährung. Als<br />

wichtige Partner in der Betreuung<br />

von Betroffenen sind auch die<br />

Hospizbewegung Wels und die<br />

Krebshilfe OÖ vertreten.<br />

16 | lebensWEGE


Klinikum<br />

Wissensforum<br />

Fokus: Krebs<br />

11. Nov. 2016,<br />

16:00 – 20:00 Uhr<br />

Festsaal, B7 2. Stock<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

Standort Wels<br />

Erfahren Sie mehr über Krebsvor sorge,<br />

Früherkennung, innovative Therapiemöglichkeiten<br />

und Leben mit Krebs!<br />

Programm<br />

16:00 Uhr: Impulsvorträge und Expertentalk<br />

→ Vorsorge geht vor Früherkennung – Darmkrebs ist vermeidbar<br />

OA Dr. Dietmar Hubner, Innere Medizin I, Gastroenterologie<br />

→ Prostatakrebs sichtbar machen –<br />

dank innovativer bildgebender Verfahren<br />

Prim. Prof. Dr. Alexandre Pelzer, FEBU, Urologie<br />

→ Diagnose Krebs – Psycho onkologie am Beispiel Brustkrebs<br />

Dr. Claudia Muhr, Frauen heilkunde und Geburtshilfe<br />

→ Wie Abwehrzellen Blutkrebs bekämpfen –<br />

neueste gezielte Therapien bei Leukämie<br />

OÄ Dr. Sonja Burgstaller, Innere Medizin IV, Onkologie<br />

→ Bewegung statt Bettruhe – körper liche Aktivität schützt<br />

und heilt<br />

Prim. Univ.-Prof. Dr. Josef Thaler, Innere Medizin IV, Onkologie<br />

Führungen und Infostände<br />

• Kostenloser PSA-Test<br />

• Radiologie und Labordiagnostik<br />

• Prostatakrebs sichtbar<br />

gemacht – Pathologie als<br />

Lebensretter<br />

• Krebs prävention durch<br />

Ernährung<br />

Es beraten Sie Experten des<br />

Klinikums, Hospiz bewegung<br />

Wels Stadt/Land, Beratungsstelle<br />

der Krebshilfe OÖ und<br />

medifit.<br />

Eintritt frei!<br />

→ www.klinikum-wegr.at<br />

Klinikum Wissensforum –<br />

Eine Veranstaltungsreihe des Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

lebensWEGE | 17


Hörimplantat<br />

wie Bitte?<br />

manChmal sinD hÖrgerÄte<br />

niCht genug<br />

Prim. Dr. Thomas Keintzel<br />

Leiter der Abteilung für<br />

Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

in der therapie von hörstörungen oder<br />

Schwerhörigkeit ist die funktionalität<br />

eines hörgeräts manchmal nicht zufriedenstellend.<br />

hno-experte thomas keintzel<br />

vom klinikum Wels-Grieskirchen<br />

weiß, wann eine Versorgung mittels<br />

implantaten sinnvoll ist.<br />

Unsere Ohren sind ständig aktiv – lebenslang<br />

und pausenlos. Sie wandeln Schallwellen in<br />

Informationen um, das Gehirn interpretiert diese<br />

als Musik und Sprache. Ein gutes Gehör ist<br />

Voraussetzung für eine altersgemäße sprachliche<br />

und geistige Entwicklung. Deshalb muss<br />

ein möglicher Hörverlust früh erkannt werden.<br />

Zentrale Rolle im Hörprozess<br />

Die sogenannte Hörschnecke (Cochlea) spielt<br />

im Hörprozess eine zentrale Rolle: Sie wandelt<br />

die mechanische Energie der Schallwellen in<br />

komplexe Signale um, welche wiederum über<br />

den Hörnerv ins Gehirn weiter geleitet werden.<br />

Eine Reihe weiterer Ereignisse wird ausgelöst.<br />

Tritt in der Kette dieser Ereignisse ein Defekt<br />

auf, so entsteht eine Form von Hörverlust.<br />

Mit dem Alter kommt der Hörverlust<br />

„Hören ist eine Hirnleistung“, sagt Thomas<br />

Keintzel, Leiter der Abteilung für Hals-, Nasen-<br />

und Ohrenkrankheiten am Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen. „Das Ohr gilt als Vermittler<br />

von Informationen, erst das Gehirn<br />

macht etwas daraus.“ Bei Hörproblemen oder<br />

Schwerhörigkeit kommt es deshalb vor allem<br />

zu einem Informationsdefizit, welches sich<br />

beispielsweise mit einem Hörgerät behandeln<br />

lässt. Aber: „Wenn die Verarbeitung im Gehirn<br />

nicht funktioniert, hilft kein Hörgerät“,<br />

gibt Keintzel zu bedenken. Ein plötzlicher<br />

Hörverlust kann jeden Menschen treffen. Die<br />

Ursachen dafür sind unterschiedlichster Natur.<br />

„Aber altersbedingter Hörverlust betrifft uns<br />

alle irgendwann.“ Bei Jugendlichen ist Lärm<br />

die häufigste Ursache für Schwerhörigkeit, bei<br />

fünfzig Prozent aller über 60-jährigen besteht<br />

eine „Mischform“ aus zentraler Verarbeitungsminderung<br />

und peripheren Defizit. Ältere<br />

Menschen brauchen generell ein deutlicheres<br />

Sprachsignal.<br />

Ab wann empfiehlt sich ein<br />

Hörimplantat?<br />

„Das muss man differenziert betrachten“, sagt<br />

der Welser HNO-Experte. „Für physiologische<br />

Altersprozesse braucht es ein Hörgerät und<br />

kognitives Training. Menschen, die über viele<br />

Jahre einen Hörverlust haben, die so schlecht<br />

hören, dass auch kein Hörgeräte mehr hilft,<br />

brauchen eine Innenohrprothese – sprich ein<br />

Hörimplantat.“ Mit einem „Cochlea-Implantat“,<br />

einer Elektrode, die ins Innenohr eingebracht<br />

wird, können zerstörten Haarzellen<br />

ersetzt werden. Das Cochlea-Implantat ist bis<br />

heute der einzige funktionstüchtige Ersatz eines<br />

Sinnesorgans. Über 450.000 Menschen mit<br />

Hörverlust konnten bisher davon profitieren.<br />

18 | lebensWEGE


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Ideale Lösungen bei Hörverlust mit weltweit einzigartiger MRT-Sicherheit<br />

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Endlich wieder besser hören<br />

lebensWEGE | 19


Im Gespräch<br />

Experteninterview<br />

mit Dr. Christoph Zulehner<br />

Strategieexperte für Gesundheitsund<br />

Pflegeunternehmen<br />

Nach mehreren Studienaufenthalten unter anderem an der Harvard University Boston, USA,<br />

und beruflichen Aufenthalten in den Vereinigten Staaten, Osteuropa und im Nahen Osten ist<br />

Zulehner heute als selbstständiger Unternehmer und Speaker tätig. Seine Schwerpunkte sind<br />

Strategie und Management von Know-how-orientierten Unternehmen. Er ist Verfasser mehrerer<br />

Fachbücher und Fachartikel sowie Gastdozent für Strategie und Ko-Kompetenz an Hochschulen<br />

in Deutschland und Österreich. Zulehner ist allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter<br />

Sachverständiger für Management von Gesundheits-, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen.<br />

Heuer erschien das von ihm mitentwickelte Planspiel für Change-Management in Krankenhäusern.<br />

Im Rahmen Ihrer Tätigkeit beschäftigen<br />

Sie sich mit der Strategieentwicklung<br />

von Gesundheits- und<br />

Pflegeunternehmen. Aktuell legen Sie<br />

dazu eine provokative These vor:<br />

„Alleine agieren nur mehr die Dummen“,<br />

schreiben Sie in einem Fachmagazin.<br />

Es geht um Ko-Kompetenz<br />

und neue Formen des Zusammenwirkens.<br />

Was dürfen sich unsere Leserinnen<br />

und Leser darunter vorstellen?<br />

Zulehner: Wir leben längst in einer Welt<br />

der Experten. Über 26 Millionen Einträge<br />

verzeichnet alleine Google bei der Suchanfrage<br />

nach „Experte für ...“. Man hat<br />

den Eindruck, die Welt quillt über vor<br />

Experten. Bei genauer Betrachtung muss<br />

die Botschaft allerdings lauten: „... und es<br />

werden notwendigerweise mehr!“<br />

Aber wohin führt das?<br />

Zulehner: Organisatorisch führt dies<br />

in eine neue Zeit. Egal ob im privaten<br />

oder beruflichen Umfeld. Sobald Aufgaben<br />

komplexer werden, sind wir zunehmend<br />

auf Experten angewiesen. In vielen<br />

Branchen. Denken Sie beispielsweise an<br />

Rechtsanwaltskanzleien. Der „Anwalt für<br />

Alles“ hat längst ausgedient. Es gibt Experten<br />

für Verkehrsrecht, für Strafrecht,<br />

für Vertragsrecht, für Umweltrecht usw.<br />

Dasselbe gilt auch für die Gesundheitsbranche.<br />

Das Wissen im Gesundheitswesen<br />

verdoppelt sich alle drei bis fünf Jahre.<br />

Diesem Wachstum kann kein einzelner<br />

Mensch entsprechen. Die Konsequenz<br />

liegt auf der Hand: Wir müssen uns spezialisieren.<br />

Bedeutet dies nicht, dass die Expertenfelder<br />

immer kleiner werden?<br />

Zulehner: Zweifelsohne. Aber die Menschen<br />

wollen von Spezialisten behandelt<br />

und betreut werden. Die Frage der Patienten<br />

lautet schon lange nicht mehr: „Ist<br />

das in meiner Nähe?“ sondern „Wie gut<br />

machen die das?“<br />

Diese Entwicklung stellt Gesundheitsunternehmen<br />

in den nächsten Jahren vor<br />

große Herausforderungen. Denn: Je mehr<br />

die Spezialisierung fortschreitet, umso<br />

mehr bedarf es der Vernetzung dieser<br />

Spezialisten.<br />

So wie das Nahtstellenmanagement<br />

WE.G.E.42 dies bereits handhabt?<br />

Zulehner: Expertennetzwerke, wie<br />

WE.G.E.42 eines ist, stellen die Zukunft<br />

dar. Man braucht ja nur den Blick auf den<br />

Gesundheitsmarkt werfen. Die Tatsache,<br />

dass sich Gesundheits- und Pflegeanbieter<br />

zusammentun, ist ja ein untrügliches<br />

Zeichen für die zukünftige Entwicklung.<br />

Alleine in Oberösterreich gibt es dazu in<br />

den letzten Jahren mehrere Beispiele.<br />

Aber heißt das nicht auch, dass<br />

bisherige Strukturen infrage zu<br />

stellen sind?<br />

Zulehner: Sicherlich. Auch wenn dies<br />

manche noch nicht wahrhaben wollen.<br />

Gesundheitsunternehmen sind Expertenorganisationen.<br />

Der Wirkstoff solcher<br />

Organisationen ist Know-how. Und<br />

Know-how lässt sich nur bedingt in tradierte<br />

Strukturen kleiden. Wissen bahnt<br />

sich seinen Weg. Organisationen tun gut<br />

20 | lebensWEGE


Im Gespräch<br />

daran, diese Wege zu kennen und die<br />

Organisation diesen Notwendigkeiten anzupassen.<br />

Nicht umgekehrt.<br />

Können Sie das unseren Leserinnen<br />

und Lesern näher erläutern?<br />

Zulehner: Gerne. Gestatten Sie mir, das<br />

anhand eines aktuellen Medienereignisses<br />

zu tun: Heuer am 3. April erfuhr<br />

die Welt von den sogenannten „Panama<br />

Papers“. Dahinter verbirgt sich die<br />

Aufdeckung von Briefkastenfirmen und<br />

Scheinunternehmen. Das für mich Spannende<br />

an dieser Geschichte ist die Frage,<br />

wie es zu dieser Aufdeckung gekommen<br />

ist. Sie müssen sich vorstellen, dass bei<br />

diesem Projekt rund 400 investigative<br />

Journalisten aus über 70 Ländern beteiligt<br />

waren. Innerhalb eines Jahres haben<br />

sie 2,6 Terabyte Datenmaterial aufgearbeitet.<br />

Damit man ein Verständnis für<br />

die Menge bekommt: Das wäre, als würden<br />

12 Sattelschlepper ihre Ladung vor<br />

die Redaktionstür einer Zeitung kippen.<br />

So etwas bewältigt man nur mit neuen<br />

Formen der Zusammenarbeit. Von solchen<br />

Beispielen versuche ich zu lernen<br />

und Modelle für die Gesundheitsbranche<br />

abzuleiten.<br />

Können Sie uns erklären, worin der<br />

Nutzen solcher Formen der Zusammenarbeit<br />

für Patienten liegen kann?<br />

Zulehner: Ich nenne Ihnen dazu zwei<br />

Beispiele: Denken wir zum einen an die<br />

immer komplexer werdende Behandlung<br />

von Tumorerkrankungen. Hier haben<br />

Medizinerinnen und Mediziner in den<br />

letzten Jahres bereits ein hervorragendes<br />

System ko-kompetenter Zusammenarbeit<br />

entwickelt, nämlich das Tumor-Board.<br />

Dabei handelt es sich um ein Expertengremium,<br />

in dem Fallbesprechungen<br />

stattfinden und die einzelnen Spezialisten<br />

die neuesten Erkenntnisse aus der medizinischen<br />

Forschung ihres jeweiligen<br />

Fachbereiches einbringen.<br />

Damit kann für Patienten sichergestellt<br />

werden, dass sie immer nach den neuesten<br />

und erfolgversprechendsten Methoden<br />

behandelt werden. Zum anderen geht<br />

es um das Zusammenwirken verschiedener<br />

Gesundheits- und Pflegeunternehmen<br />

in einem Netzwerk. Krankenhäuser<br />

können sich in Zukunft nicht mehr nur<br />

als solitäre Behandlungseinrichtungen<br />

verstehen. Nachdem sie spezialisiert sind<br />

auf einen Teil des Behandlungsprozesses,<br />

müssen sie nun auch Partner in einem<br />

Gesamtsystem werden. Die ersten zeigen<br />

das ja schon vor.<br />

lebensWEGE | 21


Im Gespräch<br />

So wie dies bei WE.G.E.42 bereits<br />

passiert?<br />

Zulehner: Durchaus. Ein Netzwerk von<br />

Gesundheits- und Pflegeunternehmen<br />

weist alle Kriterien ko-kompetenter Systeme<br />

auf.<br />

• Es sind hochspezialisierte<br />

Expertinnen und Experten beteiligt.<br />

• Die Anzahl der notwendigen<br />

Spezialisten ist mitunter groß.<br />

• Die Aufgabe ist hochkomplex.<br />

Die medizinisch-pflegerische<br />

Behandlung und Betreuung gehört<br />

sicherlich zu den anspruchsvollsten<br />

Dienstleistungen.<br />

• Der Ausgang ist manchmal ungewiss.<br />

Selbst bei bester Qualität stellt<br />

die Medizin in manchen Bereichen<br />

einen Hochrisikobereich dar.<br />

• Der Abstimmungsbedarf ist enorm.<br />

Im Rahmen einer Behandlung ist es<br />

notwendig, dass sich alle Beteiligten<br />

laufend koordinieren. Fachlich und<br />

organisational.<br />

• Viele Abläufe sind kaum automatisierbar.<br />

Es handelt sich um herausfordernde<br />

Prozesse, die vielfach von<br />

Mensch zu Mensch stattfinden.<br />

Je mehr dieser Kriterien zutreffen, um<br />

so eher handelt es sich um ein ko-kompetentes<br />

System. Nicht nur im Krankenhaus.<br />

Auch in anderen Gesundheits- und<br />

Pflegeeinrichtungen.<br />

Auch in anderen Branchen?<br />

Zulehner: Es wird dem Gesundheitssystem<br />

gut tun, den Blick auch auf andere<br />

wissensgetriebene Dienstleister zu richten.<br />

Da gibt es viel zu lernen. Für beide<br />

Seiten. Darin sehe ich meine Aufgabe als<br />

Strategieentwickler. Es wäre ja vermes-<br />

sen zu behaupten, mir wäre das alles eingefallen.<br />

Natürlich entwickelt man neue<br />

Ideen. Meist gemeinsam mit den Kunden.<br />

Auch das ist Ko-Kompetenz. Aber<br />

die eigentliche Innovation besteht ja darin,<br />

nicht ständig Neues zu erfinden, sondern<br />

Kluges zu verbinden. Die Zeit der<br />

Allrounder ist längst vorbei. Der Trend<br />

geht hin zum Multimarkenanbieter. Das<br />

machen uns die Hersteller anspruchsvoller<br />

Produkte längst vor!<br />

Können Sie unseren Leserinnen<br />

und Lesern dazu noch ein Beispiel<br />

nennen?<br />

Zulehner: Betrachten wir den neuen<br />

Trend beim Freizeitradsport. Wirft man<br />

einen analytischen Blick auf die neuen<br />

E-Bikes, dann zeigt sich anhand eines<br />

konkreten Produktes folgendes: Das Rad<br />

ist von KTM, der Motor von Bosch, die<br />

Bremsen von Shimano, die Schaltung<br />

von Sram und die Federung von Fox.<br />

Warum tun das Markenhersteller. Weil<br />

BÜcher<br />

• Personalbedarf und Personaleinsatz in<br />

Gesundheits- und Pflegeunternehmen.<br />

Verlag Austrian Standards plus, 2016<br />

•<br />

Strategisches Führen in Gesundheitsund<br />

Pflegeunternehmen<br />

Handbuch für die Praxis. Eul Verlag, 2011<br />

• Tagesklinik. Konzeption und Evaluation<br />

am Beispiel Augenheilkunde.<br />

Eul Verlag, 2008<br />

sie folgendes wissen: Es hat keinen Sinn<br />

bestimmte Dinge selber zu entwickeln,<br />

wenn es längst andere Spezialisten gibt,<br />

die das viel besser können.<br />

und diese Entwicklung sehen Sie<br />

auch im Gesundheitsbereich?<br />

Zulehner: Unaufhaltsam. Alleine schon<br />

deshalb, weil es den einzelnen Spezialisten<br />

gar nicht möglich ist, in allen Teilbereichen<br />

„auf dem neuesten Stand zu<br />

bleiben. Das kann niemand bewältigen.<br />

Deshalb braucht es das Zusammenspiel<br />

von Top-Anbietern. Egal ob es sich dabei<br />

um ein Produkt oder um eine Dienstleistung<br />

handelt!<br />

und dazu braucht es auch neue Formen<br />

der organisation. Wie beispielsweise<br />

Ko-Kompetenz?<br />

Zulehner: Ja, genau. Wenn sie erfolgreich<br />

sein wollen, werden sich Gesundheitsanbieter<br />

in Zukunft damit beschäfti-<br />

gen müssen.<br />

Speaker-Website von Dr. Christoph Zulehner:<br />

www.christophzulehner.com, Unternehmens<strong>web</strong>site: www.seGes.at<br />

2 sehr unterschiedliche Highlights<br />

aus unserem Programm:<br />

• Grundausbildung der Fußpfleger/innen:<br />

Infoabend: 19.10.2016 ... (kostenlos, Anmeldung erforderlich)<br />

Kursdauer: 2.12.2016 – 3.6.2017<br />

• Sozialpsychiatrischer Grundlehrgang:<br />

Infoabend: 1.12.2016/19.1.2016 ... (kostenlos, Anmeldung erforderlich)<br />

Kursdauer: 21.04.2017-22.12.2017<br />

www.bfi-ooe.at<br />

service@bfi-ooe.at<br />

BFI-Serviceline:<br />

0 810 / 004 005<br />

Weitere Informationen über unser Ausbildungen und Angebote finden Sie auf unserer Homepage.<br />

22 | lebensWEGE


Barrierefrei<br />

„heitere BetrachtunGen<br />

Von ernsten angelegenheiten”<br />

VeranstaltunG!<br />

Das Zusammenleben von mehreren Generationen<br />

am Bauernhof wird von unterschiedlichen<br />

Blickwinkeln betrachtet und<br />

zeigt auf, warum Spielregeln wichtig sind.<br />

Die Vortragenden, Susanne Fischer und<br />

Erhard Reichsthaler, räumen mit so manchen<br />

alt eingesessenen Ansichten auf,<br />

und zeigen, wohin Konkurrenz führt und<br />

wann eher Kooperation gefragt wäre. Sie<br />

zeigen, warum Spielregeln wichtig sind,<br />

sie schauen gemeinsam mit dem Publikum<br />

auf Arbeit und Familie und machen<br />

Hoffnung, dass Zusammenleben am<br />

Bauernhof gut gelingen kann, wenn man<br />

sich einige Dinge zu Herzen nimmt und<br />

im Alltag beachtet. Mit Schmunzeln, Lachen<br />

und Augenzwinkern werden an diesem<br />

Abend die Facetten des alltäglichen<br />

Wahnsinns durchleuchtet- vielleicht ist ja<br />

auch der ein oder andere Lichtblick dabei?<br />

Anmeldung bis 25.11.2016<br />

Einen weiteren Beitrag von Susanne<br />

Fischer finden sie auf der Seite 26!<br />

Weiterführende infos unter<br />

www.lfi.at, Tel. 050/6902-1500<br />

www.lebensweGe-online.at<br />

aktuelle news aus dem<br />

Gesundheits- und<br />

Sozialbereich finden Sie unter<br />

lebenswege-online.at.<br />

Gleich für den newsletter<br />

anmelden!<br />

lebensWEGE | 23


Rheuma<br />

rheuma<br />

ein fluss an besChwerDen<br />

Wenn morgens das heben des<br />

kaffeebechers zur hürde wird,<br />

weil die finger zu steif sind, die<br />

Gelenke fürchterlich schmerzen und<br />

geschwollen sind, sollte man rasch<br />

einen arzt aufsuchen: es könnte<br />

sich um eine rheumatoide arthritis<br />

handeln. dr. rudolf Puchner,<br />

internist und rheumatologe in<br />

Wels, will mit einer Studie auf diese<br />

krankheit aufmerksam machen.<br />

Es ist egal, wie alt man ist, welcher Berufsgruppe<br />

oder sozialen Schicht man<br />

angehört: Eine rheumatische Erkrankung<br />

kann jeden treffen. Rheuma gehört zu<br />

den Gebrechen, die die meisten Krankenstandsfälle<br />

und eine vorzeitige Berufsunfähigkeit<br />

hervorrufen. Der Begriff Rheuma<br />

kommt aus dem Altgriechischen und<br />

bedeutet „Fluss“, da man früher der Meinung<br />

war, rheumatische Beschwerden<br />

würden von Stoffen und Säften hervorgerufen,<br />

die im Körper umherfließen. Bei<br />

rheumatoider Arthritis können Gelenke<br />

bereits im ersten Jahr nach dem Auftreten<br />

der Beschwerden irreversibel geschädigt<br />

werden. „Es gibt aber seit geraumer<br />

Zeit sehr wirksame Medikamente, die<br />

das Leben mit der Erkrankung nicht nur<br />

erträglich machen, sondern im Idealfall<br />

zu Beschwerdefreiheit führen“, sagt Dr.<br />

Rudolf Puchner.<br />

„Die Zusammenarbeit zwischen<br />

Allgemeinmedizinern und Rheumatologen<br />

ist sehr gut. Mit Hilfe der Logistik der<br />

Ärztekammer für OÖ sollen die<br />

Allgemeinmediziner von unserer epidemiologischen<br />

Untersuchung unterrichtet und<br />

auf die Erkrankung ̗rheumatoide<br />

Arthritisˊ aufmerksam gemacht werden.“<br />

Dr. Rudolf Puchner, Internist und Rheumatologe in Wels<br />

Rheuma hat viele Gesichter<br />

Man unterscheidet zwischen entzündlichund<br />

degenerativ-rheumatischen Erkrankungen.<br />

„Entzündliches Rheuma ist seltener,<br />

kann aber Menschen in allen Lebenslagen<br />

betreffen. Es entsteht nicht<br />

durch Abnützung, sondern als Folge einer<br />

Entzündung im Gelenk“, erklärt Dr. Rudolf<br />

Puchner den Unterschied zur degenerativen<br />

Form. „Degeneratives Rheuma<br />

entsteht durch Verschleiß und Abnützung<br />

im höheren Lebensalter oder bei Überbeanspruchung,<br />

wie zum Beispiel im Knie<br />

bei Leistungssportlern oder an den Handgelenken<br />

von Schwerarbeitern.“<br />

Internisten beschäftigen sich vordergründig<br />

mit entzündlichen Gelenkerkrankungen,<br />

die zur Gruppe der Autoimmunerkrankungen<br />

gehören. „Körpereigene<br />

24 | lebensWEGE


Rheuma<br />

Dr. Rudolf Puchner<br />

Internist und Rheumatologe in Wels<br />

Antikörper greifen quasi die eigenen Gelenkstrukturen<br />

an“, erklärt Dr. Puchner.<br />

Auch innerhalb der entzündlichen Rheumaformen<br />

gibt es verschiedene Gruppierungen,<br />

eine davon ist der Morbus<br />

Bechterew (ankylosierende Spondylitis):<br />

„Vordergründig ist hier die Wirbelsäule<br />

betroffen, es können aber auch andere<br />

Gelenke wie Hüfte oder Knie befallen<br />

sein. Prinzipiell geht die Erkrankung aber<br />

vom Kreuz aus.“ Der Mediziner warnt:<br />

„Wenn ein junger Mensch in der Nacht<br />

oder in den frühen Morgenstunden über<br />

einen längeren Zeitraum über tiefsitzende<br />

Rückenschmerzen klagt und die<br />

Schmerzen bei Bewegung besser werden,<br />

sollte bei einer Untersuchung diese<br />

entzündliche Wirbelsäulenerkrankung in<br />

Betracht gezogen werden.“ Eine weitere<br />

entzündliche Gelenkserkrankung ist die<br />

Gicht, die durch erhöhte Harnsäurewerte<br />

hervorgerufen wird. „Aus heiterem Himmel<br />

beginnt meist nur ein Gelenk spontan<br />

zu schmerzen. Es ist erwiesen, dass<br />

bei der Gicht die Ernährung eine große<br />

Rolle spielt. Vor allem Bier, Most und<br />

übermäßiger Fleischkonsum können die<br />

Harnsäurewerte negativ beeinflussen und<br />

in der Folge einen Gichtanfall auslösen“,<br />

erklärt Dr. Puchner.<br />

Rheumatoide Arthritis kann jeden<br />

treffen<br />

Die bekannteste entzündliche Gelenkerkrankung<br />

ist die rheumatoide Arthritis,<br />

die auf der ganzen Welt vorkommt und<br />

in jedem Alter auftreten kann. „Sowohl<br />

ein einjähriges Kleinkind als auch ein<br />

80-Jähriger kann von diesem Leiden betroffen<br />

sein“, sagt Dr. Rudolf Puchner.<br />

Die eigentlichen Auslöser dieser Krankheit<br />

sind nicht bekannt; als ein Risikofaktor<br />

ist das Rauchen zu nennen. In der Regel<br />

beginnt sie an den kleinen Hand- und<br />

Zehengelenken, im Verlauf können aber<br />

fast alle Gelenke des Körpers befallen<br />

sein; selbst innere Organe können betroffen<br />

sein. Nur durch eine rasche Diagnose<br />

und frühzeitige Therapie, möglichst<br />

innerhalb der ersten drei Monate nach<br />

Symptombeginn (das können nicht nur<br />

Gelenksymptome, sondern auch Müdigkeit,<br />

Abgeschlagenheit und Fieber sein),<br />

ist eine optimale Behandlung mit einer<br />

möglichen Vermeidung von irreversiblen<br />

Schäden gegeben.<br />

Team sucht nach Inzidenz<br />

Es stellt sich nun die Frage, wie viele<br />

Neuerkrankungen an rheumatoider Arthritis<br />

es in Oberösterreich gibt. International<br />

wird überwiegend die in England<br />

in den Jahren 1990 bis 1995 im 'Norfolk<br />

Arthritis Register' ermittelte Inzidenz als<br />

Maß für die Häufigkeit von Neuerkrankungen<br />

mit dieser Diagnose in einem<br />

definierten Beobachtungszeitraum herangezogen.<br />

Rudolf Puchner möchte deshalb<br />

mit seinem Team aus Rheumatologen,<br />

Ärzten und Soziologen vom ärztlichen<br />

Qualitätszentrum eine Neubewertung der<br />

Erkrankungsrate in einem Zeitraum von<br />

drei bis fünf Jahren erheben. Die Studie<br />

wird maßgeblich unterstützt durch die<br />

Ärztekammer und die OÖ Gebietskrankenkasse.<br />

Bei folgenden Symptomen sollte<br />

man an eine beginnende rheumatoide<br />

Arthritis denken:<br />

• drei oder mehr geschwollene Gelenke<br />

• Beteiligung der Finger- und<br />

Zehengrundgelenke<br />

• Morgensteifigkeit vor allem<br />

der Hände, die mehr als<br />

30 Minuten andauert<br />

Doch wie können alle Patienten erreicht<br />

werden? „Die Zusammenarbeit zwischen<br />

Allgemeinmedizinern und Rheumatologen<br />

ist sehr gut. Mit Hilfe der Logistik<br />

der Ärztekammer für OÖ und Vorträgen<br />

bei den Bezirksärztetagungen sollen die<br />

Allgemeinmediziner von unserer epidemiologischen<br />

Untersuchung unterrichtet<br />

und auf die Erkrankung rheumatoide<br />

Arthritis aufmerksam gemacht werden.<br />

Zudem hoffen wir auf mediale Unterstützung,<br />

um auch die Menschen in unserem<br />

Bundesland zu erreichen und auf die<br />

Symptome einer rheumatoiden Arthritis<br />

hinzuweisen“, sagt Dr. Puchner.<br />

Wenn der Patient älter als 16 Jahre ist<br />

und die angeführten Beschwerden erstmals<br />

im Jänner 2016 oder später aufgetreten<br />

sind (das heißt die Erkrankung<br />

im Jahr 2016 begonnen hat), wird er an<br />

einen Spezialisten, also einen Rheumatologen<br />

überwiesen. „Jeder in Oberösterreich<br />

tätige Internist mit Zusatzfach<br />

Rheumatologie wurde bereits schriftlich<br />

und persönlich in einem eigenen Qualitätszirkel<br />

entsprechend informiert und<br />

um Mithilfe gebeten“, erklärt Dr. Puchner<br />

das Vorhaben. Mit Fragebögen und Neuerkrankungsmeldungen<br />

kann die Studie<br />

ausgewertet werden.<br />

Projekt als Awareness-Kampagne<br />

Durch das Projekt soll herausgefunden<br />

werden, wie hoch die Inzidenz – das heißt<br />

die Anzahl der an rheumatoider Arthritis<br />

Neuerkrankten im Zeitraum eines Jahres<br />

– in Oberösterreich wirklich ist, ob die<br />

Erkrankung mit Hilfe neuer Klassifikationskriterien<br />

rascher diagnostiziert werden<br />

kann und ob sie in den letzten zwei Jahrzehnten<br />

an Häufigkeit zugenommen hat.<br />

„Mit unserer Studie wollen wir den Bekanntheitsgrad<br />

der Krankheit erhöhen<br />

und die Aufmerksamkeit von Patienten<br />

und Ärzten für dieses Leiden steigern.<br />

Somit handelt es sich auch um eine Awareness-Kampagne.<br />

Die Kenntnis über die<br />

Anzahl der neuerkrankten Patienten hat<br />

nicht nur für Oberösterreich, sondern<br />

auch für den europäischen Zentralraum<br />

eine nicht unwesentliche gesundheitsökonomische<br />

Dimension und leistet somit<br />

einen Beitrag im Sinne der Versorgungsforschung“,<br />

sagt Dr. Rudolf Puchner. .<br />

Quelle: Puchner, Rudolf: „Rheumatologie aus der<br />

Praxis. Ein Kurzlehrbuch der entzündlichen Gelenkerkrankungen<br />

mit Fallbeispielen.“ Wien: Springer 2012<br />

lebensWEGE | 25


Gemeinsam leben<br />

generationen unter einem Dach<br />

JunG & alt Bieten<br />

ChanCen & Vielfalt<br />

in keiner anderen Bevölkerungsschicht sind<br />

gemeinsames leben und arbeiten innerhalb<br />

mehrerer Generationen so eng verflochten wie bei<br />

Bauern. Über das konfliktpotenzial, aber auch die<br />

schönen Seiten der Großfamilie weiß die oberösterreicherin<br />

Susanne fischer, mitarbeiterin der<br />

psychosozialen kammerinitiative „lebensqualität<br />

Bauernhof“, einiges zu erzählen.<br />

„Wenn ein Generationskonflikt da ist, geht es niemandem in der<br />

Familie gut“, weiß die diplomierte Lebens- und Sozialberaterin<br />

Susanne Fischer aus Erfahrung. „Oft meint man, ein solches Problem<br />

entstünde nur wegen einer Person. Aber das stimmt nicht,<br />

es ist immer das ganze familiäre System daran beteiligt.“ Daher<br />

sind auch alle Familienmitglieder gefordert, wenn es darum geht,<br />

einen Ausweg zu finden.<br />

Einfache Maßnahmen bewirken oft Wesentliches<br />

Dass sich Lösungen finden lassen, davon ist Susanne Fischer<br />

überzeugt. Schon seit zehn Jahren arbeitet sie in ihrem Beruf,<br />

26 | lebensWEGE


Gemeinsam leben<br />

rat, aber auch Familienvergrößerung durch weiteren Nachwuchs<br />

oder Krisensituationen wie etwa bei Erkrankungen. Weil solche<br />

Phasen an und für sich schon potenzielle Reibungsflächen mit<br />

sich bringen, ist hier der rechtzeitige Austausch darüber, wie<br />

die Positionen künftig verteilt werden und der Alltag am besten<br />

zu gestalten ist, besonders ratsam. Zudem sind für eine<br />

harmonische Partnerschaft und den Familienfrieden getrennte<br />

Wohnbereiche und Rückzugsmöglichkeiten für die Ehepaare<br />

unverzichtbar. „Und zwar sowohl für die ältere als auch für die<br />

jüngere Generation“, so Fischer.<br />

Susanne Fischer<br />

Lebens- und Sozialberaterin<br />

Ehe- und Familienberatung mit<br />

Schwerpunkt bäuerliche Familien<br />

Bergham 16, 4072 Alkoven<br />

Tel: 07274 / 71 595 oder<br />

0676 / 33 40 621<br />

Genaue Absprachen treffen<br />

Genaue Absprachen bei der Hofübergabe sind ebenfalls entscheidend<br />

für das spätere gute Einvernehmen. „Dabei sollte<br />

man auch nicht auf einen Ausgleich für die mitarbeitenden<br />

Eltern vergessen.“ Die Gefahren schlummern oft im Unausgesprochenen,<br />

meint Fischer. „Es ist wichtig, dass man sich<br />

zusammensetzt und jeder gehört und ernst genommen wird.“<br />

Ein großes Manko sieht sie darin, dass gegenseitige Wertschätzung<br />

zu wenig gezeigt und ausgesprochen wird. „Das zu<br />

ändern, würde im Familiensystem viel Gutes bewirken.“ Dabei<br />

hat das Landleben wunderbare Seiten, findet die Beraterin. Die<br />

Vielfalt der Bezugspersonen, sowohl für die Kinder als auch für<br />

die ältere Generation, ist einmalig. „Und viele bäuerliche Familien<br />

funktionieren gut“, versichert sie. „Aber auch dort, wo<br />

es Probleme gibt, stoße ich bei der Beratung grundsätzlich auf<br />

Wohlwollen und ein gemeinsames Ziel.“ Die beste Voraussetzung<br />

also, Konflikte zu meistern.<br />

7(funktionieren nicht nur in bäuerlichen großfamilien!)<br />

Goldene reGeln<br />

für ein harmonisches miteinander<br />

etwa beim bäuerlichen Sorgentelefon (0810/676 810) oder bei<br />

den Erholungsaufenthalten der Sozialversicherungsanstalt der<br />

Bauern (SVB). Darüber hinaus macht sie regelmäßig Hofberatungen<br />

und hält Seminare zum Thema Leben und Arbeiten<br />

am Bauernhof. Die Chancen und Tücken der Großfamilie kennt<br />

die Oberösterreicherin also nur zu gut. Oft hat sie miterlebt,<br />

wie sich mit einigen – scheinbar einfachen, aber wesentlichen<br />

– Maßnahmen die Weichen für ein gutes Zusammenleben der<br />

Generationen stellen lassen.<br />

Wichtig: darüber reden<br />

„Konflikte sind ja etwas Normales“, betont Fischer. „Und sicher<br />

kein Grund, sich zu schämen.“ Denn in Familien gibt es nun<br />

einmal verschiedene Wünsche, Bedürfnisse und Wertvorstellungen,<br />

die unter einen Hut zu bringen sind. Das ist nicht immer<br />

einfach. Aber damit sich diese Unterschiede nicht zu einem<br />

handfesten Problem auswachsen, müssen sie auf den Tisch. „Es<br />

ist wichtig, darüber zu reden und klare Vereinbarungen zu treffen.“<br />

Etwa über die Rollenverteilung am Hof, genau definierte<br />

Zuständigkeitsbereiche, aber auch Freiräume für die einzelnen<br />

Familienmitglieder.<br />

Veränderung als Chance<br />

Vor allem Veränderungssituationen erfordern das bewusste gemeinsame<br />

Aufstellen von – möglicherweise neuen – „Spielregeln“.<br />

Dazu zählen Ereignisse wie Hofübernahme und Einhei-<br />

1. Respekt: einander annehmen und achten, wie man ist<br />

2. Einmischung vermeiden<br />

3. Toleranz für andere Ansichten und Wertvorstellungen<br />

4. freundliche und wertschätzende Umgangsformen<br />

5. Ausgleich: Balance halten zwischen Geben und<br />

Nehmen, auch einmal Danke sagen<br />

6. Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten für<br />

alle schaffen<br />

7. Rituale: gemeinsames Feiern und Gestalten von<br />

besonderen Tagen und Ereignissen stärken das<br />

Zusammengehörigkeitsgefühl<br />

Bäuerliches Sorgentelefon (über SVB)<br />

Montag bis Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr. Einfach zum Ortstarif<br />

anrufen unter 0810/676 810.<br />

Wir informieren und unterstützen Sie bei: Hofübergabe |<br />

Hofübernahme, Wirtschaftliche Probleme, Trennung | Scheidung,<br />

Depression, Alkohol, Sonstige Konflikte.<br />

lebensWEGE | 27


Gemeinsam Leben<br />

wenn die eltern<br />

alt werDen<br />

es ist eigentlich vorhersehbar und doch für die meisten kinder ein Schock:<br />

Vater oder mutter werden alt und brauchen Pflege. die Geschwister hans,<br />

Gerhard und helga kümmern sich seit vier Jahren um ihre mutter und<br />

ihren Vater.<br />

„Wartet nicht zu lange!<br />

Holt euch Hilfe!“<br />

Helga H.<br />

Seit Generationen lebt die Familie H. auf<br />

ihrem Bauernhof im Bezirk Wels-Land.<br />

Bis 2013 half das 80-jährige Ehepaar<br />

noch immer am Bauernhof mit, welchen<br />

der Sohn bewirtschaftet. Die Tochter des<br />

Landwirtspaares lebt mit ihrer Familie,<br />

Ehemann und zwei Töchtern, gleich nebenan<br />

im eigenen Wohnhaus. Die Tochter<br />

sowie der Schwiegersohn und auch die<br />

Enkelinnen sind berufstätig.<br />

Sozialberatungsstellen<br />

im Bezirk Wels-Land<br />

Eberstalzell Tel.: 0664/1981100<br />

Lambach Tel.: 0664/1981102<br />

Marchtrenk Tel.: 0664/1981103<br />

Thalheim/<br />

Gunskirchen Tel.: 0664/1981105<br />

v. l. n. r.: Mag. a Ulrike Pjeta und Helga H.<br />

Als 2013 der Vater nach einem Schlaganfall<br />

im Krankenhaus behandelt wird,<br />

ändert sich die Situation des bis dahin<br />

sehr aktiven Landwirts. Die absehbare<br />

Pflegebedürftigkeit stellt die gesamte<br />

Familie vor Probleme. Tochter Helga erkennt<br />

rasch, dass die Situation ernst ist<br />

und man auf Hilfe angewiesen sein wird.<br />

Sie organisiert einen Termin bei der Sozialberatungsstelle<br />

in Eberstalzell, welche<br />

prompt Hilfe für Pflege und Betreuung<br />

für zu Hause vermittelt.<br />

Die Tochter kümmert sich trotz Hilfe immer<br />

mehr um die Eltern. Natürlich auch,<br />

um ihren Bruder zu unterstützen, der weiter<br />

die Landwirtschaft führt. Vater und<br />

Mutter fehlen zunehmend als Arbeitskräfte<br />

am Hof, so dass sie viel Zeit am Bauernhof<br />

verbringt. Zusätzlich entschließen<br />

sich die Geschwister zu baulichen<br />

Veränderungen im Anwesen, sodass der<br />

Alltag des pflegebedürftigen Vaters einfacher<br />

wird. Auch die Mutter kämpft auf<br />

Grund des zunehmenden Alters mit körperlichen<br />

Beschwerden. Den Haushalt alleine<br />

zu schaffen fällt ihr immer schwerer<br />

und sie fühlt sich nicht mehr in der Lage<br />

„Es gibt verschiedenartigste Hilfe!<br />

Man muss sie nur annehmen. Im Gespräch<br />

kann man sehr vieles klären!“<br />

Konsulentin Mag .a Ulrike Pjeta, Sozialberatungsstelle<br />

Eberstalzell/Sozialhilfeverband Wels-Land<br />

alles alleine zu bewältigen. Weiters stellen<br />

sich bei beiden Zeichen zunehmender<br />

Altersschwäche ein. Obwohl sich die<br />

Geschwister mit ihren Familien liebevoll<br />

um ihre Eltern kümmern, ein reibungsloser<br />

Ablauf des Familienlebens von<br />

Jung und Alt ist nicht mehr gewährleistet.<br />

Wieder hilft die Sozialberatungsstelle<br />

beim Ansuchen um Pflegegeld für die beiden.<br />

Die Geschwister sind sich einig, die<br />

Eltern sollen am Hof bleiben und immer<br />

gut versorgt werden. Helga, die Tochter,<br />

hat oft ein schlechtes Gewissen. Zu wenig<br />

Zeit für die eigene Familie, zuviel<br />

Zeit für die Eltern und umgekehrt. „Zeit<br />

ist das kostbarste, was ich meinen Eltern<br />

und meiner Familie schenken kann“,<br />

so Helga, die Tochter. „Mein Bruder<br />

kann nicht alles machen.“ Dabei übersieht<br />

sie auch ihre Grenzen. Vergisst ganz<br />

darauf, auf sich selbst achtzugeben dann<br />

sucht sie wieder die Hilfe der Sozialberatungsstelle.<br />

Diese organisiert, dass die<br />

Tochter samt Familie die Bereitstellung<br />

von professioneller Betreuung und Pflege<br />

noch mehr entlastet wird und auch<br />

Urlaub machen kann. Es ist wichtig, dass<br />

betreuende Angehörige genügend Kraft<br />

haben und auch mal an sich selbst denken<br />

können.<br />

Im letzten Jahr wurden die gesundheitlichen<br />

Beschwerden des Ehepaares größer,<br />

und die Familie beschließt in einem<br />

gemeinsamen Gespräch mit Mag. a Ulrike<br />

Pjeta von der Sozialberatungsstelle in<br />

Eberstalzell, eine 24-Stunden-Betreuung<br />

in Anspruch zu nehmen. Zusätzlich wird<br />

das Angebot von Betreuungsstunden<br />

durch eine ausgebildete Demenztrainerin<br />

angenommen und von der gesamten<br />

Familie als sehr hilfreich empfunden.<br />

Derzeit wird das Ehepaar von einer<br />

24-Stunden-Betreuung betreut.<br />

Heute betreibt der Sohn weiter alleine die<br />

Landwirtschaft. Die Tochter samt Familie<br />

kann ein eigenständiges Leben führen,<br />

trotz der örtlichen Nähe. Probleme werden<br />

in der Familie angesprochen, und die<br />

Sozialberatungsstelle wird immer wieder<br />

als professionelle Ratgeberin bei diversen<br />

Problemen konsultiert.<br />

28 | lebensWEGE


Gemeinsam Leben<br />

Hochbetagte Menschen verschwinden zunehmend aus<br />

dem öffentlichen Leben, Aufgaben und Funktionen, die<br />

bisher die Familie erfüllt hat, werden auf Institutionen<br />

ausgelagert. Alte Menschen sind dadurch oft nicht<br />

mehr ins Familienleben integriert, und Kinder wachsen<br />

ohne die Erfahrung, Großeltern zu haben, auf.<br />

Kindergarten & Bezirksalten-<br />

und Pflegeheim<br />

unter einem Dach<br />

Kinder haben oft keine Möglichkeit, alten Menschen zu begegnen<br />

und Beziehung zu ihnen aufzubauen. Beiden Seiten fehlt<br />

dadurch die Möglichkeit, Erfahrungen im Umgang miteinander<br />

zu sammeln, ein Nebeneinander der Generationen entsteht.<br />

Jung und Alt – ein Kindergarten im Sozialzentrum<br />

BAPH Kallham und die Vorteile:<br />

• Begegnungsrahmen für Jung und Alt<br />

Der integrierte Kindergarten fördert Lebenskompetenzen<br />

sowohl für Kinder als auch Senioren. Im Gegensatz zu<br />

Angeboten und Aktivitäten durch Kindergartengruppen,<br />

die zu Besuch kommen und oft aufgesetzt und inszeniert<br />

erscheinen, kommt es im Eingangsbereich, Garten und auf<br />

Gängen zu spontanen Begegnungen zwischen Kindern<br />

und Heimbewohnern.<br />

• geplante Unternehmungen und Aktivitäten<br />

Bei geplanten Unternehmungen und Aktivitäten steht<br />

ausgleichendes Geben und Nehmen im Vordergrund, die<br />

Gemeinsamkeit hat oberste Priorität. Anknüpfungspunkte<br />

können Singrunden, Bastelrunden, Kochen, Theatergruppen<br />

und Turnstunden im Haus der Senioren sein.<br />

Besuchsnachmittage im Kindergarten beziehen Senioren<br />

in den Alltag der Kinder ein. Sie bieten Gelegenheit zum<br />

Kennenlernen, zu spontanen Gesprächen, Erzählungen<br />

von früher und zum Mitsingen von Kinderliedern. Gemeinsame<br />

Unternehmungen erfordern Planung und Absprachen<br />

zwischen dem Personal des Kindergartens und des Seniorenheimes,<br />

damit dieses Miteinander gelingt. Wichtig ist,<br />

Rückzugsmöglichkeiten und Ruhepole bei gemeinsamen<br />

Aktivitäten für Senioren, aber auch für die Kinder zu haben.<br />

• der Kindergarten im Seniorenheim verbindet<br />

Kinder sind aufgeweckte, spontane und offene Wesen und<br />

können somit Senioren aus ihrer Zurückgezogenheit und<br />

Reserve locken. Durch gemeinsames Tun erfahren Kinder<br />

und Senioren Selbstbestätigung, lernen Rücksichtnahme,<br />

aufeinander einzugehen und sich gegenseitig zu schätzen.<br />

Die Senioren erhalten wieder eine Aufgabe, erleben Fröhlichkeit,<br />

Kinder erleben alte Menschen nicht nur krank<br />

und gebrechlich, sondern auch deren Stärken. Zudem werden<br />

Kontaktfähigkeit, Toleranz und Gemeinschaftsfähigkeit<br />

bereits in jungen Jahren angelegt.<br />

Literaturquellen: Zykan, Petra, Diplomarbeit 2009:<br />

„Kinder im geriatrischen Pflegekrankenhaus – Utopie oder<br />

Bestandteil normalen Alltagslebens?“<br />

Sicht der Heimbewohner und Angehörigen<br />

Hier sollte vor allem der Aspekt der „Normalisierung“ der<br />

Heimsituation genannt werden. Viele Menschen kommen aus<br />

Familien und sind gewohnt, mehrere Generationen unter einem<br />

Dach gehabt zu haben. Gelegentliche Konflikte wegen Lärm<br />

stellen auch eine „Normalität“ dar.<br />

Speziell für demenzkranke Menschen können Gespräche mit<br />

Kindern ein Erinnern fördern und sich positiv auswirken. Ein<br />

Generationenmodell beugt einer Ghettoisierung vor und wird<br />

auch von Angehörigen als Bereicherung mit hoher gesellschaftlicher<br />

Akzeptanz betrachtet.<br />

lebensWEGE | 29


Erste Hilfe<br />

abC Der<br />

kinDernotfÄlle<br />

für laien<br />

OÄ Dr. Susanne<br />

Niedersüss-Markgraf<br />

Abteilung für Kinderund<br />

Jugendheilkunde,<br />

Spezialistin für Neonatologie<br />

und Pädiatrische<br />

Intensivmedizin, Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen<br />

was Kann<br />

ich tun?<br />

30 | lebensWEGE


Erste Hilfe<br />

fieberkrampf, atemnot, Verkehrsunfall − erleidet ein kind einen notfall,<br />

sind eltern und beteiligte erwachsene oft wie paralysiert. doch bis die<br />

rettung eintrifft, können wertvolle minuten verstreichen. deshalb ist es<br />

wichtig, auch als medizinischer laie rechtzeitig die richtigen maßnahmen<br />

zu ergreifen.<br />

„Ein Kindernotfall ist, wenn sich ein Kind<br />

in einer kritischen kranken Situation befindet,<br />

durch welche Sauerstoffsättigung<br />

und Herzfrequenz ohne adäquate Behandlung<br />

innerhalb einer gewissen Zeit<br />

abnehmen und es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand<br />

kommen kann“, erklärt<br />

Susanne Niedersüss-Markgraf, Ärztin für<br />

Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen und Spezialistin<br />

für Neonatologie und Kindernotfälle. Gemeinsam<br />

mit ihren Kolleginnen schult sie<br />

Prim. Priv.-Doz. Dr.<br />

Walter Bonfig<br />

Leiter der Abteilung<br />

für Kinder- und<br />

Jugendheilkunde,<br />

Klinikum Wels-<br />

Grieskirchen<br />

zum Beispiel Eltern im Krankenhaus in<br />

der Neugeborenenreanimation.<br />

Häufigste Kindernotfälle<br />

Beim Erwachsenen liegen einem Notfall<br />

meist ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall<br />

zugrunde. Klassische Auslöser eines<br />

Kindernotfalls sind hingegen einerseits<br />

verschiedenste Formen von Beeinträchtigungen<br />

der Atmung, wie etwa Pseudokrupp.<br />

Zur zweiten großen Gruppe<br />

zählen andererseits Ursachen wie großer<br />

Flüssigkeitsverlust bei Durchfällen und<br />

Erbrechen oder Traumen mit hohem Blutverlust.<br />

Auch neurologische Gründe, zum<br />

Beispiel Krampfanfälle, Unfälle und Vergiftungen,<br />

stellen Kindernotfälle dar. Die<br />

meisten Notfälle für den Notarztdienst<br />

sind der Häufigkeit nach Fieberkrämpfe<br />

und fieberhafte Erkrankungen, Kreislaufkollaps,<br />

Atembeeinträchtigungen durch<br />

Schwellungen im Mund- und Rachenraum<br />

oder Verletzungen durch Stürze<br />

oder den Fall aus geringerer Höhe. Das<br />

Blockieren der Atemwege durch Fremdkörper<br />

wie Bonbons, Nüsse oder kleine<br />

Spielzeugteile bildet eher das Schlusslicht.<br />

Florian Wimmer, Anästhesiologe<br />

und Intensivmediziner, wird als Notarzt<br />

auch zu Rettungseinsätzen mit Kinderbeteiligung<br />

gerufen: „An der Gesamtheit<br />

der Einsätze im Notarztdienst sind Kindernotfälle<br />

sehr selten. Trotzdem ist jeder<br />

Einsatz hier für uns etwas Spezielles. Oft<br />

entscheiden die Minuten bis zum Eintreffen<br />

eines Rettungsmittels über Leben und<br />

Tod. Aus diesem Grund ist die Schulung<br />

von Laien in Erster Hilfe umso wichtiger.“<br />

Rettungskette beim Kind<br />

Beobachtet ein Erwachsener einen Kindernotfall,<br />

empfiehlt Niedersüss-Markgraf:<br />

„Zuerst gilt: Selbstschutz geht vor<br />

Fremdschutz. Dann prüft man durch<br />

lautes Klatschen oder Ansprechen des<br />

Kindes oder über einen leichten Schmerzreiz,<br />

ob das Kind bei Bewusstsein ist.“ Ist<br />

ein Kind bewusstlos, ist das ein ausreichender<br />

Grund, die Rettung zu alarmieren.<br />

Jedoch ist zu beachten: „Beim Kind<br />

heißt es „Call fast“, das bedeutet, wenn<br />

nur eine Person vor Ort ist, werden zuerst<br />

Maßnahmen gesetzt und dann die<br />

Rettung verständigt“, beschreibt Walter<br />

Bonfig, Leiter der Abteilung für Kinderund<br />

Jugendheilkunde, die richtige Vorgehensweise.<br />

„Bei einem Erwachsenennotfall<br />

heißt es hingegen „Call first“, da viel<br />

öfter ein Defibrillator benötigt wird.“<br />

was der laie tun Kann<br />

bis das notfallteam eintrifft, können beteiligte wertvolle hilfe leisten:<br />

AfÜr atemweGe<br />

Zuerst werden durch die richtige Positionierung<br />

des Kopfes die Atemwege geöffnet:<br />

Bei einem Säugling darf der Kopf dabei nicht<br />

überstreckt werden, da die Atemwege noch<br />

sehr eng sind und sich diese sonst verlegen<br />

können – der Kopf wird deshalb in eine<br />

neutrale Position gebracht. Bei Kindern über<br />

einem Jahr wird der Kopf überstreckt. Die<br />

Atemwege können etwa durch Erbrochenes,<br />

Speisereste oder Spielzeugteile verlegt sein.<br />

Ist ein Fremdkörper zu sehen bzw. greifbar,<br />

sollte man ihn entfernen. Keinesfalls sollte<br />

man aber versuchen, das Kind zum Erbrechen<br />

zu bringen. Ist kein Fremdkörper zu sehen,<br />

dann kontrolliert man durch Sehen, Hören<br />

und Fühlen, ob eine Atmung<br />

vorhanden ist.<br />

Säugling<br />

Neutralposition<br />

Säugling<br />

Initialbeatmung<br />

B<br />

fÜr BeatmunG<br />

Atmet das Kind nicht, dann beginnt man mit<br />

fünf sogenannten Initialbeatmungen. „Den<br />

Säugling in der Neutralposition über Mund<br />

und Nase zu beatmen, ist am besten“, erklärt<br />

Niedersüss-Markgraf. Bei Kindern über einem<br />

Jahr führt man eine Mund-zu-Mund-Beatmung<br />

wie beim Erwachsenen durch, die Nase<br />

wird dabei zugehalten, der Kopf überstreckt.<br />

Kind<br />

Initialbeatmung<br />

C<br />

Kind<br />

Kopf überstreckt<br />

fÜr circulation<br />

(Kreislauf)<br />

Gibt das Kind nach diesen<br />

ersten fünf Beatmungen kein<br />

Lebenszeichen von sich −<br />

hustet nicht, schluckt nicht,<br />

atmet nicht − beginnt man mit<br />

der Herzdruckmassage. Hierbei<br />

kann man nichts falsch machen<br />

– auch nicht, wenn der Kreislauf<br />

des Kindes noch besteht.<br />

Wenn ein Kind nicht reanimationspflichtig<br />

ist, zeigt es das<br />

von selbst, zum Beispiel indem<br />

es schreit.<br />

lebensWEGE | 31


Erste Hilfe<br />

OA Dr. Florian Wimmer<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

und Intensivmedizin I,<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

Push hard and push fast!<br />

„Die Herzdruckmassage hilft nur, wenn<br />

man sie schnell und fest genug macht,<br />

sonst ist sie sinnlos. Übt man den Druck<br />

über dem Brustbein aus, ist die Verletzungsgefahr<br />

für andere Organe sehr gering“,<br />

führt Niedersüss-Markgraf aus.<br />

Die aktuellen Empfehlungen für den<br />

Laien lauten 30 Herzdruckmassagen im<br />

Wechsel zu zwei Beatmungen, eine Minute<br />

lang, nach dem gleichen Schema<br />

wie bei Erwachsenennotfällen. „Man<br />

hofft, in der ersten Minute der Basisreanimationsmaßnahmen<br />

den durch einen<br />

Atemstillstand entstandenen Herz-<br />

Kreislauf-Stillstand reversibel machen<br />

zu können. Erst nach einer Minute greift<br />

man zum Telefon und alarmiert die Rettung,<br />

sofern dies nicht schon durch eine<br />

andere Person erfolgt ist.“<br />

Der größte Fehler ist, nicht zu<br />

beginnen!<br />

„Wenn die Rettung eintrifft, verstehen<br />

es die Eltern als Erleichterung, wenn<br />

ihnen jemand die Verantwortung für<br />

den Notfall ab- und die Reanimation<br />

übernimmt“, erklärt Niedersüss-Markgraf.<br />

Bei den Reanimationsmaßnahmen<br />

durch die Profis sollten Eltern grundsätzlich<br />

dabei sein: „Wünschenswert wäre,<br />

dass es jemanden gäbe, der sich um die<br />

Eltern in dieser Zeit kümmern kann und<br />

erklärt, was passiert und welche Maßnahmen<br />

gesetzt werden.“ Während des<br />

Transports und im Krankenhaus wird<br />

die Reanimation unter Einbeziehung<br />

der entsprechenden zur Verfügung stehenden<br />

Hilfsmittel und Maßnahmen,<br />

wie zum Beispiel Sauerstoff, Blutabnahme<br />

und Venenzugang, Medikamente,<br />

Monitoring, EKG und Defibrillator,<br />

fortgeführt.<br />

32 | lebensWEGE<br />

resPiratorischer<br />

notfall<br />

was tun, wenn Das<br />

kinD niCht atmet?<br />

Bei kindern sind die atemwege noch eng, deshalb können bereits<br />

geringe Schwellungen der Schleimhaut zu atemproblemen führen.<br />

alarmsymptome sind verlangsamte reaktion, unruhe, starke Blässe<br />

bzw. färbung der haut von violett bis blau.<br />

Nachdem sichergestellt ist, dass die Atemwege frei sind, wird die Atmung selbst<br />

beurteilt: ob sich das Kind dabei vermehrt anstrengt, schneller oder langsamer atmet<br />

oder ungewöhnliche Atemgeräusche hörbar sind. Alarmierend sind Geräusche, wie<br />

Stöhnen oder Stridor, welche durch die Verengung der oberen Atemwege entstehen<br />

können. Weitere Signale sind bebende Nasenflügel, ein stark mitatmender Bauch<br />

und auch Einziehungen zwischen den Schlüsselbeinen bzw. den Rippen.<br />

BIS DIE RETTuNGSKRÄFTE EINTREFFEN, SoLLEN<br />

ELTERN SELBST MASSNAHMEN SETZEN:<br />

• Blockiert ein Fremdkörper die Atemwege und hustet das Kind effektiv,<br />

soll der Erwachsene nicht eingreifen und das Kind zum Husten ermuntern.<br />

•<br />

Wenn ein Säugling mit einem Fremdkörper in den Atemwegen nicht<br />

effektiv hustet und noch bei Bewusstsein ist, schlägt man ihm fünf Mal<br />

auf den Rücken, dreht ihn um und übt fünf feste Thoraxkompressionen<br />

mit zwei Fingern am Brustbein aus. Bei Kindern über einem Jahr<br />

übt man zuerst fünf Schläge auf den Rücken und dann fünf<br />

Oberbauchkompressionen (Heimlich-Manöver, mit C-Griff unter<br />

Rippenbögen nach oben drücken) aus.<br />

• Ist die Atmung insuffizient, sofort mit der Beatmung starten. (siehe B, Seite 31).<br />

v. l. n. r.: Prim. Priv.-Doz. Dr. Walter Bonfi g<br />

und das Schulungsteam für Kindernotfälle:<br />

OÄ Dr. Susanne Niedersüss-Markgraf,<br />

OÄ Dr. Elisabeth Steiner und<br />

OÄ Dr. Birgit Haider-Kienesberger


Erste Hilfe<br />

weitere arten<br />

Von kinDernotfÄllen<br />

Der Fieberkrampf<br />

Symptome:<br />

Während eines Fieberkrampfes sind Kinder<br />

nicht ansprechbar und zyanotisch.<br />

Die Extremitäten können zucken, sich<br />

versteifen oder an Spannung verlieren.<br />

Begleitsymptome sind das Verdrehen der<br />

Augen, Speichelfluss, Blässe bzw. Blaufärbung<br />

der Haut, Stuhl- oder Urinabgang.<br />

Nach dem Krampf treten Müdigkeit<br />

und Schläfrigkeit auf. Der Krampf<br />

dauert meist 30 bis 60 Sekunden – unter<br />

15 Minuten gilt er als unkompliziert. Ein<br />

Atemstillstand tritt in der Regel nicht auf.<br />

Maßnahmen:<br />

Ruhe bewahren, sicherstellen, dass sich<br />

das Kind nicht verletzt, wenn möglich<br />

in die stabile Seitenlage bringen. Kind<br />

genau beobachten, ob es weiterhin atmet<br />

und sich nach dem Krampf wieder stabilisiert.<br />

Alarmieren Sie bei jedem Fieberkrampf<br />

die Rettung!<br />

Flüssigkeitsverlust<br />

Symptome:<br />

Das Kind weist einen veränderten Bewusstseinszustand<br />

auf, wirkt apathisch,<br />

seine Reaktionen sind verzögert. Der<br />

Spannungszustand der Haut nimmt ab,<br />

die Schleimhäute sind trocken. Die Kinder<br />

haben keinen Harn, es kommen keine<br />

Tränen, wenn sie weinen. Bei Säuglingen<br />

kann eine eingesunkene Fontanelle erkennbar<br />

sein.<br />

Maßnahmen:<br />

Reagiert das Kind nicht mehr, soll man<br />

die Rettung rufen. Solange es erweckbar<br />

ist, können Eltern das Kind selbst in die<br />

Ambulanz bringen.<br />

unfälle<br />

Unfälle sind die häufigste Todesursache<br />

bei Kindern und Jugendlichen. Aufgrund<br />

der niedrigen Körperhöhe sind Kinder<br />

oft Opfer von Verkehrsunfällen. Viele<br />

Schädel-Hirn-Traumen enden tödlich,<br />

primär oder sekundär durch eine schwere<br />

Hirnschädigung. Neben Verkehrsunfällen<br />

ist auch die Ertrinkungsgefahr groß, etwa<br />

durch Schwimmbecken im Garten. Eine<br />

entsprechende Unfallprävention nimmt<br />

daher einen zentralen Stellenwert ein.<br />

Intoxikation<br />

Im Falle einer Vergiftung ist<br />

die erste Maßnahme,<br />

die Vergiftungszentrale in<br />

Wien zurate zu ziehen, unter:<br />

+43 1 406 43 43<br />

Machen Sie<br />

folgende Angaben:<br />

was?<br />

möglichst genaue nung der substanz bzw.<br />

des produkts (medikament,<br />

bezeich-<br />

Chemikalie, pflanze,<br />

Droge etc.)<br />

wie Viel?<br />

möglichst genaue mengenangabe:<br />

anzahl von<br />

tabletten, Volumenangabe<br />

in schlucken, löffelgröße<br />

wer?<br />

alter, gewicht, geschlecht<br />

und zustand des kindes<br />

wann?<br />

zeitpunkt des kontakts<br />

wo?<br />

ort des geschehens<br />

wie?<br />

Verschlucken, einatmen<br />

oder hautkontakt<br />

warum?<br />

(unabsichtlich oder absichtlich<br />

herbeigeführt)<br />

wenn das kind erbrechen möchte, dann<br />

soll es erbrechen. Das erbrechen darf aber<br />

nicht von medizinischen laien erzwungen<br />

werden, denn bei Verätzungen könnte<br />

dadurch die speiseröhre perforiert werden.<br />

besser ist, unter klinischen bedingungen<br />

− falls indiziert − etwa aktivkohle<br />

zu verabreichen. beobachten sie, wie sich<br />

das kind verhält: starkes würgen,<br />

speicheln oder auch brechreiz sind<br />

alarmsymptome, insbesondere bei<br />

blutigen beimengungen − dann unbedingt<br />

die rettung sofort alarmieren! proben<br />

der eingenommenen substanzen bzw.<br />

deren Verpackungen, schachteln oder<br />

flaschen müssen immer mit in die klinik<br />

genommen werden, damit das schädigende<br />

mittel exakt bestimmt werden kann.<br />

lebensWEGE | 33


Familie & Kind<br />

unterStÜtzunGSmÖGlichkeiten<br />

für eltern mit<br />

kinder mit<br />

Beeinträchtigung<br />

die Geburt eines behinderten kindes<br />

stellt für die gesamte familie eine<br />

große herausforderung dar.<br />

Genauso wie ein unerwarteter unfall<br />

oder eine krankheit.<br />

Für viele Eltern bedeutet das nicht nur eine<br />

besonders schmerzhafte und psychische<br />

Belastung, auch der Alltag verändert sich<br />

radikal. Die Bedürfnisse des Kindes stehen<br />

im Vordergrund: Ernährung, Pflege, regelmäßige<br />

Arztbesuche, Therapien, Behördengänge,<br />

die Auseinandersetzung mit der<br />

Behinderung an sich und die Betreuung<br />

sind sehr aufwändig.<br />

Eltern eines behinderten Kindes zu sein, ist<br />

ein Fulltime-Job, egal ob Tag oder Nacht,<br />

und das oftmals nicht nur im Kindesalter,<br />

sondern über Jahre bzw. Jahrzehnte hinaus.<br />

Was im ersten Moment einschüchternd und<br />

unüberwindbar scheint, kann sich dennoch<br />

positiv auf das Familienleben auswirken.<br />

Familien mit beeinträchtigten Kindern<br />

haben oftmals einen sehr starken Familienzusammenhalt<br />

und leben weitgehend<br />

„normaler“, als die Gesellschaft denkt. Der<br />

Verein Miteinander bietet Eltern verschiedene<br />

Unterstützungsmöglichkeiten, um die<br />

Lebensumstände zu erleichtern und somit<br />

eine einfachere Integration in unsere Gesellschaft<br />

zu ermöglichen.<br />

Frühförderung und Familienbegleitung<br />

Die Frühforderung ermöglicht, die Entwicklung<br />

des Kindes in seiner vertrauten<br />

Umgebung zu fördern und die Entwicklungsschritte<br />

spielerisch zu unterstützen.<br />

Die Eltern werden dabei vertrauensvoll<br />

beraten und begleitet. Für Familien, die<br />

Kontakt: Frühförderstelle Linz<br />

(Bezirke: Linz-Stadt, Linz-Land,<br />

Perg, Wels-Stadt, Wels-Land,<br />

Steyr-Stadt) Schillerstraße 53/3,<br />

4020 Linz, Tel.: 0732/663328<br />

ff.linz@miteinander.com<br />

die Frühforderung in Anspruch nehmen,<br />

besteht das zusätzliche Angebot der Familienbegleitung.<br />

Dabei wird die elterliche<br />

Erziehungskompetenz zusätzlich durch<br />

Beratungsgespräche und Informationsübermittlung<br />

gestärkt, und Geschwisterkinder<br />

werden mehr miteinbezogen. Das<br />

Angebot der Frühforderung und Beratung<br />

steht den Eltern ab der Geburt bis zum<br />

Schuleintritt einmal pro Woche für 1,5<br />

Stunden kostenfrei zur Verfügung. (Bei<br />

Bezug von Pflegegeld wird ein Selbstbehalt<br />

von 10 % verrechnet.)<br />

Freizeitclubs des Vereins Miteinander<br />

Das Programm der Freizeitclubs des Vereins<br />

Miteinander, die alle Teilnehmer/innen<br />

gemeinsam erstellen, besticht durch<br />

seine Vielfalt. Von Basteln, Wandern, Kegeln,<br />

Minigolf bis hin zu Restaurantbesuchen,<br />

Schwimmen und verschiedenen<br />

Ausflüge. Der Verein Miteinander fördert<br />

soziale Kontakte und bietet Kindern und<br />

Jugendlichen einen Ausgleich vom Schulund<br />

Lebensalltag, und natürlich kommt der<br />

gemeinsame Spaß nicht zu kurz.<br />

Kontakt:<br />

miteinander Freizeitclub Wels,<br />

www.freizeitclub-wels.jimdo.com<br />

Sarah Peham, Tel.: 0699/17185469<br />

4<br />

die „Grossen 4“<br />

der gesunden Jause<br />

1. Brot und Co.:<br />

Eine dicke Schnitte Brot, dafür<br />

den Belag dünner halten, Müsli<br />

bietet eine gute Abwechslung,<br />

Semmel und Weißbrot sollen<br />

die Ausnahme sein.<br />

2. Milch und Käse (fettarme<br />

Varianten bevorzugen):<br />

(Frisch-)Käse, Topfen, Joghurt,<br />

Milch. Süße Milchsnacks und<br />

-riegel enthalten oft wenig<br />

Milch, dafür viel Zucker. Sie<br />

gelten daher als Naschereien.<br />

3. Obst und Gemüse:<br />

gehören zu jeder Jause dazu,<br />

machen die Jause bunt<br />

4. Getränke:<br />

(Mineral-)Wasser, Früchteoder<br />

Kräutertee (ungezuckert<br />

bis leicht gesüßt). Limonade,<br />

Fruchtsäfte sowie -nektare und<br />

Sirupe enthalten viel Zucker:<br />

auf alle Fälle mit Wasser gut<br />

verdünnen! Eistee und Cola-<br />

Getränke enthalten viel Zucker<br />

und Koffein.<br />

„Neben Heften und Stiften darf<br />

in der Schultasche die Jause<br />

nicht fehlen. Sie gibt Ihrem<br />

Kind Kraft und Energie, die es<br />

für den anstrengenden Schulalltag<br />

braucht. Wer Frühstück<br />

und Jause verweigert, wird<br />

bald müde und kann dem<br />

Unterricht schwerer folgen.“<br />

gesundes-oberoesterreich.at<br />

34 | lebensWEGE


Familie und Kind<br />

neue aPP<br />

„... Von anfang an<br />

bringt fotobuCh für<br />

Junge eltern“<br />

für alle, die schwanger sind oder gerade ein Baby<br />

bekommen haben, hat die oÖGkk jetzt eine app<br />

entwickelt, die wertvolle tipps und infos rund um die<br />

Schwangerschaft und die erste zeit mit dem Baby gibt.<br />

• Infos über die Entwicklung des Babys im Mutterleib<br />

• Was hilft gegen Übelkeit?<br />

• Welche Ernährung ist gesund für Mutter und Baby?<br />

• Welche Vornamen liegen in den Charts ganz vorne?<br />

• U. v. a. m.<br />

kostenloser Download im google<br />

playstore oder in itunes<br />

Aber auch jede Menge Spaß bringt die App. Mit einem eigenen<br />

Fotoalbum auf der App können Eltern die einzigartigen Schnappschüsse<br />

ihres Babys einfach hochladen, und als OÖGKK-Versicherte<br />

bekommt man auf Wunsch ein gedrucktes Babyalbum<br />

direkt zugesandt.<br />

und so funktioniert´s:<br />

Bei Vorliegen einer medizinischen<br />

Voraussetzung kann die „Gratis-Zahnspange“<br />

kostenlos in Anspruch genommen<br />

werden. Ob ein Anspruch besteht,<br />

orientiert sich am internationalen<br />

IOTN (Index of Orthodontic Treatment<br />

Need) wobei ab Stufe 4 bis 5 der medizinische<br />

Behandlungsbedarf besteht.<br />

Derzeit bieten in OÖ bereits 26 von<br />

32 Planstellen die kieferorthopädische<br />

Leistung an, auch das Zahngesundein<br />

Jahr<br />

gratis-zahnspange in oÖ<br />

Seit Juli 2015 stellt die oÖGkk die neue leistung „kieferorthopädie für<br />

kinder und Jugendliche“ zur Verfügung. für rund 2000 kinder und<br />

Jugendliche bis 18 Jahre wurden die kosten für die leistung<br />

bereits übernommen.<br />

heitszentrum der OÖGKK in Linz.<br />

Besteht die Vermutung nach einer<br />

Erstberatung beim Vertragszahnarzt,<br />

dass eine behandlungsbedürftige Zahnfehlstellung<br />

feststeht, wird beim Vertragskieferorthopäden<br />

bzw. im Zahngesundheitszentrum<br />

in Linz nochmals<br />

abgeklärt, ob die IOTN-Stufen 4 oder<br />

5 vorliegen. Liegt diese Voraussetzung<br />

vor, wird die Zahnspangenversorgung<br />

als Kassenleistung und somit ohne private<br />

Kostenbeteiligung abgerechnet.<br />

lebensWEGE | 35


Interview<br />

etwas mehr als 100 tage<br />

sind vergangen, seitdem<br />

die gebürtige alkovnerin<br />

Birgit Gerstorfer an die<br />

Spitze der SPÖ oberösterreich<br />

gewählt wurde<br />

und als einzige frau in die<br />

landesregierung eingezogen<br />

ist. als landesrätin ist<br />

die ehemalige chefin des<br />

arbeitsmarktservice<br />

oberösterreich für Soziales,<br />

frauen und Gemeinden<br />

zuständig.<br />

die PolitiK Braucht<br />

mut unD optimismus<br />

Birgit Gerstorfer<br />

Landesrätin für Soziales, Frauen und Gemeinden<br />

Es freut mich, dass Sie sich Zeit<br />

für ein Gespräch genommen<br />

haben. Derzeit haben Sie ja<br />

sicher einen übervollen Terminkalender.<br />

Wie ist es Ihnen als<br />

Quereinsteigerin beim Wechsel<br />

in die Politik ergangen?<br />

Gerstorfer: (lacht). Sie glauben<br />

gar nicht, wie oft mir diese Frage<br />

gestellt wird. Manchmal mit<br />

einem etwas mitleidigen Unterton.<br />

Ich kann aber aus ganzem Herzen<br />

heraus sagen, dass ich mich sehr<br />

wohl in meiner neuen Rolle fühle.<br />

Ich hatte auch als AMS Landesgeschäftsführerin<br />

einen vollen<br />

Terminkalender. Nur die Termine<br />

am Wochenende sind etwas mehr<br />

geworden. Gleichzeitig sind mir<br />

meine Zuständigkeiten für Soziales<br />

und Frauen wie auf den Leib<br />

geschneidert. Ich habe mich beruflich<br />

fast drei Jahrzehnte mit diesen<br />

Themenfeldern auseinandergesetzt<br />

und bringe daher die entsprechende<br />

36 | lebensWEGE


Interview<br />

Erfahrung mit. Als ausgebildete Qualitätsmanagerin<br />

die viel Führungserfahrung<br />

sammeln durfte, tue ich mir relativ<br />

leicht auch große Organisationen wie die<br />

in meiner Zuständigkeit stehenden Abteilungen<br />

des Landes Oberösterreich zu<br />

führen und für gute Ergebnisse zu sorgen.<br />

Daher sehe ich mich gar nicht so sehr als<br />

Quereinsteigerin. Ich war immer ein politischer<br />

Mensch.<br />

Sie haben ihre ehemalige Rolle im<br />

AMS angesprochen, wo Sie sich von<br />

einer Teilzeit-Sekretariatskraft zur<br />

Landeschefin hochgearbeitet haben.<br />

Jetzt sind die Landesrätin und SPö<br />

Parteivorsitzende. Würden Sie sich<br />

als Karrierefrau bezeichnen?<br />

Gerstorfer: Für meinen Lebensweg war<br />

mein Elternhaus sicherlich prägend. Meine<br />

Eltern waren beide Schichtarbeiter/innen.<br />

Mein Vater war in der Voest, meine<br />

Mutter in der Textilbranche. Die Schichtarbeit<br />

hat es mit sich gebracht, dass meine<br />

Eltern die Haus- und Erziehungsarbeit immer<br />

aufgeteilt haben – anders wäre das ja<br />

gar nicht gegangen.<br />

Nach der Karenz wieder in die Arbeitswelt<br />

einsteigen zu können war für mich<br />

sehr wichtig. Aber hinter meiner Karriere<br />

steckt kein geheimer Masterplan. Ich habe<br />

mich einfach für die Stellen beworben<br />

und mir gesagt, ich versuche es einfach.<br />

Eine Portion Mut und eine optimistische<br />

Herangehensweise sind in diesen Belangen<br />

wichtig. Ebenso wichtig sind aber die<br />

Rahmenbedingungen. Ich hatte und habe<br />

sehr viel Rückhalt in meinem familiären<br />

Umfeld. Viele andere haben dieses Glück<br />

nicht. Daher ist einer meiner Arbeitsschwerpunkte<br />

die bessere Vereinbarkeit<br />

von Familie und Beruf. Ich fordere einen<br />

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für<br />

alle Eltern in Oberösterreich.<br />

Mut und optimismus... reicht das<br />

in der Politik?<br />

Gerstorfer: Das alleine reicht sicher<br />

nicht. Aber es ist eine wichtige Grundlage.<br />

Erst vor wenigen Tagen gab es viel<br />

Aufregung, weil ein hochrangiger Landespolitiker<br />

in Oberösterreich von einem<br />

drohenden Bürgerkrieg gesprochen hat.<br />

Ich frage mich: Wie sollen Menschen die<br />

solche unsinnigen Untergangszenarien an<br />

die Wand malen und die Menschen ohne<br />

Grund verunsichern in der Lage sein, die<br />

Zukunft unseres Landes positiv zu gestalten?<br />

Wer als Führungskraft in einem Unternehmen<br />

ohne Grund Unsicherheiten<br />

bei den Mitarbeiter/innen schürt ist – und<br />

das ist ja unbestritten – wohl auch nicht<br />

zum Chef geeignet.<br />

Mein Zugang ist jedenfalls ein anderer:<br />

Ich will der Angstmache ein positives<br />

Konzept der Politik gegenüberstellen.<br />

Und natürlich muss man dafür auch liefern.<br />

Das Thema Arbeit und die schwierige<br />

Situation am Arbeitsmarkt haben für<br />

mich daher eine enorme Priorität. Wir<br />

müssen unsere Arbeitsmarktpolitik intensivieren<br />

und zwar rasch. Eine erfüllende<br />

Beschäftigung, die finanzielle und soziale<br />

Sicherheit gibt, ist das Um und Auf.<br />

Kommen wir zur Sozialpolitik.<br />

Sie haben eine sehr umfassende<br />

Evaluierung des Sozial-Ressorts<br />

angekündigt. Was kann man sich von<br />

einem solchen Projekt erwarten?<br />

Gerstorfer: Das Sozial-Ressort des<br />

Landes Oberösterreich steht vor ganz<br />

besonderen Herausforderungen. Wir<br />

haben steigende Bedarfe nach sozialen<br />

Dienstleistungen. Aufgrund der demographischen<br />

Entwicklung im Bereich<br />

der Altenbetreuung- und Pflege, aber<br />

auch im Bereich der Chancengleichheit<br />

für Menschen mit Beeinträchtigungen.<br />

Gleichzeitig ist das Sozialbudget seit der<br />

Wirtschaftskrise 2008 nicht mehr in dem<br />

Ausmaß gewachsen, das notwendig wäre<br />

um diese Bedarfe abdecken zu können.<br />

Meine Aufgabe besteht also darin, die<br />

hohe Qualität sozialer Dienste in Oberösterreich<br />

aufrecht zu erhalten und gleichzeitig<br />

mehr Menschen eine Leistung zu<br />

gewährleisten. Klingt nach der Quadratur<br />

des Kreises, ist aber eine Aufgabe, die<br />

ich mit viel Managementerfahrung und<br />

guter Planung meistern kann. Das Projekt<br />

Sozialressort 2021+ holt alle im Landtag<br />

vertretenen Parteien, die Betroffenen, die<br />

Sozialdienstleistungsunternehmen und<br />

natürlich auch externe Fachexpert/innen<br />

an einen Tisch. Bis Juni 2017 erwarte ich<br />

mir konkrete Ergebnisse.<br />

Der ehemalige Bezirkshauptmann von<br />

Eferding Herr Dr. Michael Slapnicka,<br />

spielt auch im Projekt Sozialressort<br />

2021+ eine wichtige Rolle, wie ich<br />

gehört habe ...<br />

Gerstorfer: Ich freue mich sehr, dass ich<br />

mit Dr. Slapnicka als neuen Leiter der<br />

Abteilung Soziales zusammenarbeiten<br />

darf. Ich weiß, dass er als Bezirkshauptmann<br />

sehr gute Ergebnisse geliefert hat<br />

und über die entsprechende fachliche<br />

Kompetenz verfügt, weswegen ich das<br />

Projekt Sozialressort 2021+ leiten wird.<br />

Sie haben eingangs bereits anklingen<br />

lassen, dass die Frauenpolitik für<br />

Sie eine wichtige Rolle spielt.<br />

Können Sie uns schon sagen, was Sie<br />

im Frauenressort planen?<br />

Gerstorfer: In der Frauenpolitik gibt es<br />

in Oberösterreich tatsächlich viel zu tun.<br />

Ich würde das Frauenressort aber gar<br />

nicht nur mit der Brille der Frau sehen<br />

wollen. Wenn ich eine bessere Vereinbarkeit<br />

von Familie und Beruf fordere, dann<br />

profitieren ja alle davon. Das ist Familienpolitik<br />

im wahrsten Wortsinne und es<br />

ist auch Wirtschaftspolitik, da eine bessere<br />

Vereinbarkeit zu mehr Frauenerwerbstätigkeit,<br />

zu einer Entlastung des Facharbeitermangels,<br />

zu mehr Einkommen und<br />

damit zu mehr Konsumnachfrage führt.<br />

Neben der Vereinbarkeit sehe ich einen<br />

Schwerpunkt ganz klar im Erwerbsleben.<br />

Auch hier geht es mir nicht um eine Bevorzugung<br />

von Frauen. Es geht mir einzig<br />

und allein um Chancengleichheit. Halbe-<br />

Halbe, wie es so schön heißt. Wichtig<br />

wird es sein, die vielen Einzelmaßnahmen<br />

die im Frauenressort in den vergangenen<br />

Jahren gesetzt wurden zu einem<br />

Gesamtkonzept zusammenzuführen, damit<br />

das Thema strategisch bearbeitbar<br />

wird. Daher werde ich noch im Herbst<br />

mit der Erarbeitung einer überparteilich<br />

getragenen frauenpolitischen Programms<br />

für Oberösterreich beginnen.<br />

lebensWEGE | 37


OÖGKK<br />

diaBetes im Griff<br />

mit „therapie aktiV“<br />

etwa 70.000 oberösterreicher leiden an diabetes mellitus (typ 2). auch wenn die erkrankung als<br />

unheilbar gilt: Wer einige dinge in seinem normalen tagesablauf beachtet, kann nahezu beschwerdefrei<br />

leben – auch mit diabetes. dafür steht das kontinuierliche therapieprogramm „therapie aktiv“.<br />

„Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ ist ein Therapieprogramm<br />

für Diabetiker (Typ 2). Mittlerweile bieten rund 330<br />

teilnehmende Hausärzte und Internisten in OÖ das Programm<br />

ihren Patienten an – darunter rund 50 Ärzte in Wels, Grieskirchen<br />

und Eferding (siehe Kasten). Über 12.000 Patienten<br />

nehmen bereits teil. Das Ziel: Jeder Diabetiker soll möglichst<br />

beschwerdefrei und ohne Folgeschäden mit der Krankheit leben.<br />

Die Erfolge sprechen für sich: Die Lebenserwartung eines<br />

Diabetikers, der seine Erkrankung aktiv in die Hand nimmt, ist<br />

mittlerweile so hoch wie die eines gesunden Menschen! Das<br />

bestätigen teilnehmende Ärzte an „Therapie Aktiv“.<br />

Maßgeschneiderte“ Diabetestherapie<br />

Die hohe Erfolgsrate von „Therapie Aktiv“ ist schnell erklärt:<br />

Das gesamte Programm bietet mehr als eine rein medizinische<br />

Versorgung für Diabetiker. Zu „Therapie Aktiv“ gehören vor<br />

allem „maßgeschneiderte“, persönliche Zielvereinbarungen<br />

zwischen Patient und Arzt. Beispiel: Statt einer allgemeinen<br />

Aufforderung wie „Machen Sie mehr Bewegung, um abzunehmen!“<br />

nennt der Arzt konkrete, greifbare Maßnahmen: „Drei<br />

Kilo weniger würden Sie bereits angenehm spüren. Machen<br />

Sie dafür zwei Einkäufe pro Woche zu Fuß.“<br />

„Therapie Aktiv“<br />

in WE, WL, GR und EF<br />

Rund 50 Ärzte in der Region<br />

Wels – Grieskirchen – Eferding bieten<br />

ihren Patienten Therapie Aktiv an.<br />

Eine vollständige Ärzteliste finden Sie<br />

auf www.ooegkk.at/therapieaktiv<br />

Hier sehen Sie, ob Ihr Hausarzt bzw.<br />

ein nahe gelegener Arzt Ihnen<br />

„Therapie Aktiv“ anbieten kann.<br />

„Therapie Aktiv“: So nehmen Sie teil<br />

Nutzen auch Sie unser Angebot einer strukturierten ärztlichen<br />

Diabetesbetreuung! Fragen Sie Ihren Arzt nach „Therapie<br />

Aktiv“. Das Programm ist für alle Versicherten der OÖGKK<br />

kostenlos. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig und bei allen<br />

teilnehmenden Hausärzten und Internisten in OÖ möglich.<br />

Voraussetzungen sind:<br />

• Diabetes mellitus (Typ 2) wurde eindeutig diagnostiziert.<br />

• Sie wollen aktiv an Ihrer Therapie mitwirken.<br />

Diabetes: Gefahren aus medizinischer Sicht<br />

Auch wenn „Zuckerkrankheit“ im Volksmund harmlos klingt:<br />

Spätfolgen wie Augenschäden, Amputationen, Niereninsuffizienz,<br />

Herzinfarkt oder Schlaganfall können die Lebensqualität<br />

enorm beeinträchtigen. Ergreifen Sie rasch die Möglichkeit<br />

von „Therapie Aktiv“ und nehmen Sie die Erkrankung<br />

entschlossen in die Hand!<br />

38 | lebensWEGE


OÖGKK<br />

lebensWEGE | 39


G’sunde Küche<br />

herBstliche<br />

genüsse<br />

WALNuSSBRöTCHEN (12 Brötchen)<br />

Zutaten:<br />

200 g Walnusskerne<br />

1 Bund Thymian (frisch)<br />

500 g Weizenvollkornmehl<br />

(fein gemahlen, Type 1050)<br />

1 Würfel Hefe (42 g)<br />

1 TL Honig<br />

2 EL Walnussöl<br />

1 Prise Vollmeersalz<br />

300 g Wacholderschinken<br />

1 Ei<br />

Zubereitung:<br />

Zwölf schöne Walnusshälften beiseitelegen, den Rest<br />

mahlen, Thymianblätter von den Stielen zupfen. Mehl in<br />

eine Schüssel schütten, in die Mitte eine Mulde drücken.<br />

Zerbröckelte Hefe und Honig in 300 cl lauwarmem<br />

Wasser auflösen und in die Mulde gießen. Gemahlene<br />

Nüsse, Öl und Salz auf den Mehlrand geben. Von der<br />

Mitte aus alles zu einem Teig verarbeiten. Der Teig klebt<br />

zunächst noch etwas, weil das Mehl erst später ausquillt.<br />

Den Teig zu einer Kugel formen, zugedeckt gehen lassen,<br />

bis er doppelt so groß ist. Gegangenen Teig kurz<br />

durchkneten und zu einer Rolle formen. In 12 Stücke<br />

schneiden, jedes Stück auf die Schnittfläche legen und<br />

die Oberfläche mit dem Messer tief einkerben. Auf jedes<br />

Brötchen eine Walnusshälfte legen, mit verquirltem Ei<br />

bepinseln. Im Ofen bei 200 °C auf der zweiten Schiene<br />

von unten ca. 25 Minuten backen.<br />

Vielseitiges Geschmackswunder,<br />

köstlicher energiespender und wertvoll<br />

gegen Stress – vor allem in der<br />

kühleren Jahreszeit spielen nüsse<br />

eine große rolle in unserem<br />

Speiseplan. die kleinen kraftpakete<br />

finden sich in zahlreichen Backwaren<br />

wieder, sind aber generell sehr<br />

vielseitig einsetzbar, wie uns<br />

die Welser küchenchefs<br />

michael cervek und christoph<br />

mayerhofer zeigen.<br />

Voller wichtiger Nährstoffe – so gesund sind Nüsse:<br />

Sie haben einen hohen Anteil an mehrfach<br />

ungesättigten Fettsäuren. In Nüssen finden wir die<br />

Vitamine B1, B2, B3, B6, Folsäure und Vitamin E sowie<br />

die Mineralstoffe und Spurenelemente Magnesium, Kalium,<br />

Phosphor, Kupfer, Eisen, Selen und Zink.<br />

40 | lebensWEGE


G’sunde Küche<br />

GEFÜLLTE MASTHÄHNCHENBRuST<br />

mit schwarzen Nüssen; Haselnuss-Dinkelpuffer<br />

und Mango-Karotten-Chutney*<br />

Zutaten:<br />

4 Stück Masthähnchenbrust mit Haut à 150–180 g<br />

1 Glas schwarze Nüsse in Scheiben<br />

(gekauft oder selbstgemacht – das Rezept finden Sie<br />

auf der neuen Klinikum-Webseite www.klinikum-wegr.at)<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle<br />

Pflanzenöl zum Anbraten<br />

1 Zweig Zitronenthymian zum Braten<br />

frische Kräuter zum Dekorieren<br />

HASELNuSS-DINKELPuFFER<br />

Zutaten:<br />

50 g Dinkelkörner<br />

5 EL Haselnussöl<br />

600 ml Apfelsaft<br />

Salz<br />

Majoran<br />

1 rote Zwiebel<br />

¼ Stange Lauch<br />

20 g Haselnusskerne<br />

1 TL Currypulver<br />

Zucker<br />

100 g Haferflocken<br />

20 g Preiselbeeren getrocknet<br />

2 Eier<br />

2 EL Kresse<br />

2 EL Dinkelmehl<br />

Zubereitung:<br />

Für die Puffer die Dinkelkörner in einer Schüssel mit kaltem<br />

Wasser 12 Stunden quellen lassen. Danach in ein Sieb abgießen.<br />

In einem Topf Haselnussöl leicht erhitzen und Dinkelkörner<br />

darin anbraten. Mit Apfelsaft ablöschen und mit Salz<br />

würzen. Frischen Majoran zugeben und bei schwacher Hitze<br />

etwa eine Stunde weich köcheln lassen. Den weichen Dinkel<br />

abgießen und abtropfen und abkühlen lassen. Inzwischen die<br />

Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Lauch<br />

waschen und in feine Ringe schneiden. Die Haselnüsse fein<br />

hacken. Zwiebel, Lauch und Haselnüsse in etwas Öl anbraten<br />

und mit Salz, Curry und Zucker würzen. Haferflocken<br />

einstreuen und 5 Minuten mitbraten. Preiselbeeren zugeben<br />

und alles mit dem gekochten Dinkel mischen. Etwas abkühlen<br />

lassen. Eier und Kresse und Dinkelmehl unter die Masse<br />

mischen, kleine Laibchen formen und in Öl auf beiden Seiten<br />

knusprig braten.<br />

Zubereitung:<br />

Die Hühnerbrust „untergreifen“, d. h. die Haut mithilfe des Zeigefingers<br />

lösen. 4–5 gut abgetropfte Scheiben schwarze Nüsse<br />

unter die Haut schieben und gut verschließen. Salzen und pfeffern.<br />

Die Hühnerbrust mit der Hautseite zuerst in einer heißen<br />

Pfanne mit Pflanzenöl anbraten, wenden und ca. 3 Minuten weiter<br />

ziehen lassen (evtl. im Ofen bei 180 °C Umluft nachgaren).<br />

Danach an einem warmen Ort (z. B. geöffnetes Backrohr) 5–10<br />

Minuten ziehen lassen und mit Zitronenthymian und etwas Butter<br />

nochmals in der gleichen Pfanne glacieren. Die Hühnerbrust<br />

in Scheiben schneiden,<br />

*Das Rezept für die schwarzen Nüsse und das Mango-Karotten-Chutney finden Sie<br />

zum Nachlesen auf der neuen Klinikum-Webseite unter www.klinikum-wegr.at.<br />

KASTANIEN-MouSSE mit Knusperreis<br />

und würzige Trauben (für 10 Personen)<br />

Kastanien-Mousse<br />

Zutaten:<br />

600 g Kastanienpüree natur<br />

200 g Puderzucker<br />

40 ml Rum<br />

100 ml Milch<br />

350 ml Schlagobers,<br />

cremig aufgeschlagen<br />

Bourbon-Vanillezucker<br />

8 g Aspik klar<br />

Zubereitung:<br />

Kastanienpüree mit Puderzucker, Rum und Vanillezucker glattrühren.<br />

Milch erhitzen, Aspik einrühren und vollständig auflösen.<br />

Etwas abkühlen lassen, in die Kastanienmasse beigeben,<br />

den geschlagenen Obers unterziehen und kaltstellen.<br />

Würzige Trauben<br />

Zutaten:<br />

200 g dunkle Trauben,<br />

halbiert<br />

50 g Butter<br />

Bourbon-Vanillezucker<br />

Zimt<br />

Zubereitung:<br />

Trauben in Butter<br />

sautieren und mit<br />

Vanillezucker<br />

sowie Zimt<br />

abschmecken.<br />

Knusperreis<br />

Zutaten:<br />

50 g brauner Zucker<br />

25 g Vollwert-Puffreis<br />

Zubereitung:<br />

Zimt oder Kaffeegewürz gemahlen.<br />

Zucker schmelzen,<br />

Puffreis zugeben, karamellisieren,<br />

mit Zimt abschmecken.<br />

Auf einem Backpapier<br />

auskühlen lassen und bis<br />

zur Verwendung luftdicht<br />

aufbewahren.<br />

lebensWEGE | 41


Aktiv<br />

Rätsel lösen & gewinnen<br />

Welser Einkaufsgulden<br />

gewinnen!<br />

Mit Welser Einkaufsgulden können Sie in über<br />

300 Geschäften und Lokalen einkaufen bzw. sich in<br />

Gastronomiebetrieben kulinarisch verwöhnen lassen!<br />

1. Preis<br />

E 100,-<br />

2.–3. Preis<br />

E 50,-<br />

4.–10. Preis<br />

E 10,-<br />

11.–15. Preis<br />

Je 1 Linzer Torte aus der<br />

Bäckerei des Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

Lösung:<br />

Die Auflösung gibt es in der<br />

nächsten Ausgabe von lebensWEGE!<br />

Lösungswort Ausgabe 13: „Sonnenbrand“.<br />

Senden Sie bitte bis spätestens 24. Februar 2017 das Lösungswort an:<br />

wazek & partner, Kennwort „lebensWEGE aktiv“, Bürgerstraße 6, 4020 Linz<br />

oder per E-Mail an aktiv@lebenswege-online.at | Absender nicht vergessen!<br />

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13<br />

42 | lebensWEGE


Aktiv<br />

Ein Engagement,<br />

das sich bezahlt macht<br />

Adventmarkt<br />

für den guten Zweck<br />

Alkoven: Auch heuer findet der traditionelle Adventmarkt des Institutes<br />

Hartheim statt. Am ersten Adventsonntag, den 27. November, in der Zeit<br />

von 10.00 – 17.00 Uhr lädt dieser vorweihnachtliche Basar zum Einkauf<br />

für den guten Zweck!<br />

Wer das Besondere liebt und gleichzeitig<br />

Gutes tun will, kann sich auch heuer<br />

wieder vom vorweihnachtlichen Zauber<br />

im Institut Hartheim einfangen lassen.<br />

An den Ständen, vorbereitet und unterstützt<br />

durch MitarbeiterInnenm, KlientInnen,<br />

freiwillige HelferInnen sowie<br />

Angehörige und Eltern, gibt es viel zu<br />

kaufen. Handarbeiten von Menschen<br />

mit Beeinträchtigung, Adventkränze und<br />

–gestecke, Geschenkideen aus der Siebdruckerei,<br />

selbstgemachtes Weihnachtsgebäck<br />

und vieles mehr.<br />

„Natürlich ist es nicht unsere ureigene<br />

Aufgabe, einen Adventmarkt zu organisieren“,<br />

so Mag. a Karin Sternbauer, welche<br />

für die Veranstaltung verantwortlich<br />

zeichnet. „Der Adventmarkt hat aber in<br />

vielerlei Hinsicht eine wichtige Funktion!“,<br />

so die Bereichsleiterin weiter.<br />

Sternbauer verweist darauf, dass der vorweihnachtliche<br />

Basar den Zusammenhalt<br />

im Institut stärkt. Denn KlientInnen und<br />

MitarbeiterInnen und viele Freiwillge<br />

bereiten in mühevoller Kleinarbeit Werkstücke<br />

zum Verkauf vor, sammeln Spenden<br />

und gestalten die Räumlichkeiten.<br />

Gemeinsamkeit steht im Vordergrund der<br />

Tätigkeit. Nur weil alle an einem Strang<br />

ziehen, kann diese große etablierte Veranstaltung<br />

alljährlich gelingen. Und es ist<br />

wichtig, dass sie gelingt. Nicht nur aus<br />

Imagegründen, sondern auch weil der<br />

Adventmarkt eine wichtige Einnahmequelle<br />

für Spenden ist. Projekte, die den<br />

KlientInnen mehr Gestaltungsmöglichkeiten<br />

für ihr Leben geben, werden zum<br />

Teil heute durch Spenden finanziert. Aus<br />

dem laufenden Budget geht es nur mehr<br />

bedingt. Der Erlös des Adventmarktes<br />

2016 soll in den Ankauf eines weiteren<br />

Fahrzeuges gesteckt werden. „Für unsere<br />

KlientInnen ist Mobilität von zentraler<br />

Bedeutung“, berichtet Karin Sternbauer.<br />

„Da sie die öffentlichen Verkehrsmittel<br />

nur bedingt benützen können, sind barrierefreie<br />

Fahrzeuge besonders wichtig!<br />

Mit dem neuen Auto sollen die KlientInnen<br />

verstärkt Erledigungen und auch<br />

kleine Ausflüge, begleitet von MitarbeiterInnen,<br />

machen können. Dies trägt zu ihrer<br />

Zufriedenheit und somit Lebensqualität<br />

bei. Unterstützen Sie mit Ihrer Spende<br />

den Kauf eines Elektroautos zur Fuhrparkerweiterung.<br />

Es dient der Inklusion“, so<br />

Sternbauer.<br />

Neben der Einkaufsmöglichkeit ist es<br />

auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm<br />

mit verschiedenen Darbietungen,<br />

welches dem Adventmarkt seinen<br />

besonderen Akzent verleiht. So gibt<br />

es eine Kinderbetreuung durch KindergartenpädagogInnen<br />

und literarische sowie<br />

musikalische Darbietungen stimmen<br />

auf die Weihnachtszeit ein. Für das leibliche<br />

Wohl ist mit vielen Köstlichkeiten<br />

gesorgt. Zum ersten Mal werden auch die<br />

Noah Sozialbetriebe den Adventmarkt<br />

bereichern. Sie laden zum Verkosten verschiedener<br />

Speisen, zubereitet von AsylwerberInnen,<br />

ein.<br />

lebensWEGE | 43

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