Jobs im Ausland (PDF - KV Schweiz

kvschweiz.ch

Jobs im Ausland (PDF - KV Schweiz

International

Jobs im Ausland

Geschäften im Internet

Schweiz vorne dabei

David Bosshart

Über die Zukunft der Bildung

Das Magazin für Bildung und Beruf

30. 01. 2012

Heft 1


Bachelor of Science

in Business Administration

Im St.Galler Betriebsökonomie-Studium wirst du auf deinem Weg begleitet und lernst in einer unserer Studienrichtungen

General Management, International Management oder Wirtschaftsinformatik deine Fähigkeiten anzuwenden.

Praxisprojekte in namhaften Unternehmen wie Siemens, Sulzer AG oder LGT Bank in Liechtenstein

wappnen dich für den zukünftigen Berufsalltag.

Informationsanlass – Dein erster Schritt zum Bachelor!

28. Februar 2012 um 19.00 Uhr, BZW in Weinfelden

05. März 2012 um 19.00 Uhr, Kreuzbleicheweg 4, KBZ St.Gallen (Aula)

FHS St.Gallen, Lehre Wirtschaft, Tel. +41 71 274 36 40, wi@fhsg.ch, www.fhsg.ch/betriebsoekonomie

FHO Fachhochschule Ostschweiz www.fhsg.ch


Editorial

An der letztjährigen Veteranenehrung erzählte

mir ein Teilnehmer von seinen Erlebnissen

als junger Kaufmann in Korea.

Die kaufmännische Stellenvermittlung

hatte ihm eine Stelle im Ausland vermittelt

und ihm damit eine Fülle von Erfahrungen

und Erlebnissen ermöglicht, die

ihn heute noch prägen. Die Möglichkeit,

sich in einer fremden Kultur und Sprache

zu bewähren, war damals und ist heute

eine spannende Chance im Berufsalltag.

Mein erster Job nach der KV-Lehre

führte mich nach Wien. Diese Zeit prägte

mich stark. Bis heute ist Wien meine zwei-

te Heimat geblieben und ich versuche,

mindestens ein- bis zweimal pro Jahr ein

paar Tage in Wien zu verbringen. Lesen

Sie über «Jobs im Ausland» auf Seite 18.

Wenn Sie die aktuelle Context-Nummer

durchblättern, werden Sie einige Änderungen

entdecken. Neben neuen grafischen

Elementen steht der vergrösserte

und umgestaltete Ratgeber-Teil im Zentrum.

Nutzen Sie den KV mit seinen Angeboten

im Bereich der Beratung. Wir stehen

Ihnen in den Geschäftsstellen vor Ort

und im Zentralsekretariat gerne zur Verfügung.

Wir bieten Ihnen Informationen

und Unterstützung zu Fragen rund um

den Lohn, zu einer Weiterbildung sowie

zu rechtlichen oder psychologischen Aspekten

im Bereich Ihres Arbeitsalltags.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz

herzlich für Ihren Beitrag zu unserer

Weihnachtssammlung bedanken. Bis

heute sind rund 50 000 Franken zusammengekommen

für die Unterstützung

von KV-Mitgliedern in Notsituationen

und für das Berufsbildungsangebot von

Helvetas in Afrika. Dieses Zeichen der

Solidarität mit Menschen im In- und

Ausland, die auf unsere Unterstützung

angewiesen sind, freut mich sehr.

Peter Kyburz – Generalsekretär des KV Schweiz

peter.kyburz@kvschweiz.ch

context 1 – 2012

Inhalt

5 Büro International La Lima, Honduras

6 Unbürokratisch

7 Leserbriefe, KV in den Medien, Webrating

8 Kurz Fachstelle Social Media/Ratgeber/GAV Personalverleih/

Stellenvermittlung 50plus

9 Kolumne Von Daniel Jositsch

10 Aussendienst

Berufe im Wandel

12 Internetgeschäfte

E-Commerce in der Schweiz erfolgreich

14 Monatsinterview David Bosshart über die Zukunft der Bildung

18

Dossier International

Jobs im Ausland

23 Auslandaufenthalt für Lernende

24 Wer die Schweiz verlässt, muss einiges organisieren

26 Bündig Umfrage über Chefs/Schreibtisch/Whistleblowing

27 Kolumne Von Stefanie Grob

28 Joberwartungen

Gefragt ist auch Durchhaltevermögen

30 Austrittsgespräch Chance für ehrliches Feedback

32 Interkulturelle Vermittlung Unterstützung bei Missverständnissen

34 Laufbahn Isabelle Dubois, Fachperson für Gleichstellung AR

37 Ratgeber Büroalltag/Recht/Bildung/Sozialversicherungen/Jugend/IT-Tipp

40 KV-Aktuell/Sektionen Veranstaltungen und Informationen/Personen im KV

44 Impressum

45 Rätsel SBB-Tageskarten zu gewinnen

46 Cartoon Von Ruedi Widmer

Titelbild: New York


Anzeige

Berufsprüfung für

Treuhänder

Ausschreibung der Prüfungen 2012

Die Trägerorganisation für die Berufsprüfung für

Treuhänder führt im Jahr 2012 die Prüfungen durch:

1. Es gilt die Prüfungsordnung 2005.

2. Anmeldeschluss: 7. März 2012

3. Prüfungsdaten:

Schriftliche Prüfung: 30. und 31. August 2012

Mündliche Prüfung: Oktober 2012

4. Prüfungsgebühr: CHF 2’000.–

(inkl. Kosten für Hilfsmittel)

5. Anmeldung: Online ab 1. Februar 2012 im

Internet unter www.treuhandbranche.ch und

einsenden an: Trägerorganisation für die

Berufsprüfung für Treuhänder, Josefstrasse 53,

8005 Zürich

Prüfungsordnung 2005 und Wegleitung 2008 finden

Sie ebenfalls unter www.treuhandbranche.ch.

Zulassungsprüfung –

Ausschreibung der Prüfung 2012

Die Trägerorganisation für die Berufsprüfung für

Treuhänder führt im Jahr 2012 die Zulassungsprüfung

zur Berufsprüfung für Treuhänder durch.

1. Es gilt die Prüfungsordnung 2012*.

2. Anmeldeschluss: 7. März 2012

3. Prüfungsdatum: Freitag, 31. August 2012

4. Prüfungsgebühr: CHF 1’660.–

(Fr. 415.– je Prüfungsteil) zuzüglich Kosten für

Hilfsmittel

5. Anmeldung: Online ab 1. Februar 2012 im

Internet unter www.treuhandbranche.ch und

einsenden an: Trägerorganisation für die

Berufsprüfung für Treuhänder, Josefstrasse 53,

8005 Zürich

* Genehmigung durch das BBT vorausgesetzt.

Zulassungsprüfung für Repetierende

Ausschreibung der Prüfung 2012

Die Trägerorganisation für die Berufsprüfung für

Treuhänder führt im Jahr 2012 die Zulassungsprüfung

zur Berufsprüfung für Treuhänder durch.

6. Es gilt die Prüfungsordnung 2005.

7. Anmeldeschluss: 7. März 2012

8. Prüfungsdatum: Freitag, 31. August 2012

9. Prüfungsgebühr: CHF 1’650.–

(Fr. 550.– je Prüfungsteil) zuzüglich Kosten für

Hilfsmittel

10. Anmeldung: Online ab 1. Februar 2012 im

Internet unter www.treuhandbranche.ch und

einsenden an: Trägerorganisation für die

Berufsprüfung für Treuhänder, Josefstrasse 53,

8005 Zürich

Prüfungsordnung 2005 und Wegleitung 2008 finden

Sie ebenfalls unter www.treuhandbranche.ch.

Zürich, Januar 2012

Die Präsidentin der Prüfungskommission:

Gabriela Röthlin

Examen professionnel

d’agents fiduciaires

Publication des examens 2012

L’organisation faîtière pour l’examen professionnel

d’agents fiduciaires assume en 2012 l’organisation

des examens:

1. Le règlement de 2005 est valable

2. Délai d’inscription : 7 mars 2012

3. Dates:

Examen écrit : 30 et 31 août 2012

Examen oral : octobre 2012

4. Finance d’inscription : CHF 2’000.–

(les frais pour les moyens auxiliaires sont incluse)

5. Inscription : Online à partir du 1 février 2012

par internet sous www.branchefiduciaire.

ch et par écrit à: Organisation faîtière pour

l’examen professionnel d’agents fiduciaires,

Josefstrasse 53, 8005 Zürich

Le Règlement 2005 et le Guide d’examen 2008 se

trouvent sur le site Internet www.branchefiduciaire.ch.

Examen d’admission – examen

professionnel d’agents fiduciaires

Publication des examens 2012

L’organisation faîtière pour l’examen professionnel

d’agents fiduciaires assume en 2012 l’organisation

de l’examen d’admission à l’examen professionnel

d’agents fiduciaires.

1. Le règlement 2012* est valable

2. Délai d’inscription : 7 mars 2012

3. Date de l’examen : vendredi, 31 août 2012

4. Finance d’inscription : CHF 1’660.–

(Fr. 415.– par branche) (les frais pour les moyens

auxiliaires sont à ajouter)

5. Inscription : Online à partir du 1 février 2012

par internet sous www.branchefiduciaire.ch et

par écrit à :Organisation faîtière pour l’examen

professionnel d’agents fiduciaires,

Josefstrasse 53, 8005 Zürich

*Approbation en cours par l’OFFT

Examen d’admission – examen

professionnel d’agents fiduciaires

Publication des examens 2012 pour

les Répétant(e)s

L’organisation faîtière pour l’examen professionnel

d’agents fiduciaires assume en 2012 l’organisation

de l’examen d’admission à l’examen professionnel

d’agents fiduciaires.

6. Le règlement 2005 est valable

7. Délai d’inscription : 7 mars 2012

8. Date de l’examen : vendredi, 31 août 2012

9. Finance d’inscription : CHF 1’650.–

(Fr. 550.– par branche) (les frais pour les moyens

auxiliaires sont à ajouter)

10. Inscription : Online à partir du 1 février 2012

par internet sous www.branchefiduciaire.

ch et par écrit à : Organisation faîtière pour

l’examen professionnel d’agents fiduciaires,

Josefstrasse 53, 8005 Zürich

Le Règlement 2005 et le Guide de l’examen 2008 se

trouvent sur le site Internet www.branchefiduciaire.ch.

Zurich, janvier 2012

La présidente de la commission d’examen:

Gabriela Röthlin

Esame professionale

di Fiduciario

Iscrizione agli esami 2012

L’organizzazione promotrice per l’esame professionale

di Fiduciario organizza nel 2012 l’esame per

l’ottenimento dell’ Attestato federale di Fiduciario.

1. É valido il regolamento d’esame 2005

2. Termine d’iscrizione: 7 marzo 2012

3. Date degli esami:

Esame scritto: 30 e 31 agosto 2012

Esame orale: ottobre 2012

4. Tassa d’esame: CHF 2’000.–

(inclusi costi per i mezzi ausiliari)

5. Modalità d’iscrizione: Online dal 1 febbraio

2012 in internet all’indirizzo www.ramofiduciario.

ch e da inoltrare da: Organizzazione per gli esami

di Fiduciario, Josefstrasse 53, 8005 Zurigo

Il regolamento d’esame 2005 e le direttive 2008

sono disponibili nel Internet al sito

www.ramofiduciario.ch.

Esame d’ammissione – Iscrizione

esame 2012

L’organizzazione promotrice per l’esame professionale

di Fiduciario organizza nel 2012 l’esame

d’ammissione all’esame professionale di Fiduciario.

1. Regolamento d’esame 2012*.

2. Termine d’iscrizione: 7 marzo 2012

5. Data dell’esame: Venerdì, 31 agosto 2012

6. Tassa d’esame: CHF 1’660.–

(CHF 415.– per ogni materia d’esame)

(più costi per i mezzi ausiliari)

5. Modalità d’iscrizione: Online dal 1 febbraio

2012 in internet all’indirizzo www.ramofiduciario.

ch e da inoltrare da: Organizzazione per gli esami

di Fiduciario, Josefstrasse 53, 8005 Zurigo

* Premessa: É necessaria l’approvazione dell’ UFFT.

Esame d’ammissione per ripetenti –

Iscrizione esame 2012

L’organizzazione promotrice per l’esame professionale

di Fiduciario organizza nel 2012 l’esame

d’ammissione all’esame professionale di Fiduciario.

6. Regolamento d’esame 2005.

7. Termine d’iscrizione: 7 marzo 2012

8. Data dell’esame: Venerdì, 31 agosto 2012

9. Tassa d’esame: CHF 1’650.–

(CHF 550.– per ogni materia d’esame)

(più costi per i mezzi ausiliari)

10. Modalità d’iscrizione: Online dal 1 febbraio 2012

in internet all’indirizzo www.ramofiduciario.ch e

da inoltrare da: Organizzazione per gli esami di

Fiduciario, Josefstrasse 53, 8005 Zurigo

Il regolamento d’esame 2005 e le direttive 2008

sono disponibili nel Internet al sito

www.ramofiduciario.ch.

Zurigo, gennaio 2012

La presidente della commissione d’esame:

Gabriela Röthlin

1638_sts_berufspruef_treuh_174x248_helvetica.indd 1 10.01.12 13:38


Büro internAtionAl

La Lima, Honduras Steckbrief Person

Danilo gómez ist seit der lehre für eine

gewerkschaft tätig. Dort kümmert er sich

nun um die Datenverwaltung.

Interview und Fotos Knut Henkel

Hatten Sie als Kind einen Traumberuf?

Ich habe davon geträumt, Arzt zu werden.

Doch das war nicht möglich, denn

ich bin eines von sieben Kindern eines

Bananenarbeiters.

Wo arbeitete Ihr Vater?

Mein Vater arbeitete für den Chiquita-

Konzern auf einer Plantage und war ein

Mitglied der Gewerkschaft – für die ich

heute auch arbeite. Nur eben in der Verwaltung.

Was machen Sie genau?

Ich kümmere mich um die Datenverarbeitung

für die Gewerkschaft. Ich bin

Verwaltungsexperte im Datenbereich.

Welche Ausbildung haben Sie gemacht?

Zu Beginn der Arbeit habe ich parallel

studiert, aber es war kaum möglich, denn

es gab so viel zu tun, so viele Daten zu

pflegen. Also habe ich irgendwann aufgehört,

ohne Abschluss. Doch ich wurde

von IBM ausgebildet.

Seit wann sind Sie hier tätig?

Seit März 1981, ein ganzes Arbeitsleben

nahezu.

Welche Dienstleistungen bietet Ihre

Arbeitgeberin?

Die Gewerkschaft bietet den Arbeitern

Kredite, kümmert sich um ihre Altersversorgung.

Die Grundlagen dafür legen wir

hier in der Datenerfassung.

Wie lange brauchen Sie von Ihrem Wohn-

zu Ihrem Arbeitsort?

Es sind nur zehn Minuten.

Welche Qualitäten sind in Ihrem Beruf

gefragt?

Umsichtigkeit, ein Sinn für klare

Strukturen und für Organisation.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

Ich schätze sehr, dass ich eigenständig

arbeiten kann.

context 1 – 2012

Woran stören Sie sich?

Eigentlich nur über das Fehlen einer

leistungsstarken Software, aber die können

wir uns nicht leisten.

Wie sind Sie auf Ihre Stelle aufmerksam

geworden?

Letztlich über meinen Vater, denn er

war Mitglied der Gewerkschaft und ich

suchte damals einen Job. Ich wurde hier

als Lehrling angenommen und bin dann

in den Job hineingewachsen. Es gibt in

der Gewerkschaft definitiv eine Präferenz

für die Kinder der Mitglieder.

Arbeiten Sie hauptsächlich im Team oder

allein?

Wir sind zu dritt und ich leite das

kleine Team.

Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Sie?

Ich arbeite etwa 60 Stunden pro Woche.

Wie oft machen Sie Ferien?

Ich habe Anspruch auf zwanzig Tage

Urlaub, aber ich nehme die Tage meist

nicht oder nur sehr wenige, da ich hier

kaum abkömmlich bin. Einzige Ausnahme

war ein US-Besuch vor sechs Jahren.

Wie viel verdienen Sie?

Ich verdiene etwa 8500 Lempiras pro

Woche, das sind umgerechnet knapp 380

Franken.

Können Sie Geld auf die Seite legen?

Nein, ich habe zwei Söhne in Ausbildung,

da ist das nicht möglich.

Wie viele Personen müssen von Ihrem

Einkommen leben?

Wir sind zu viert, meine Frau, die beiden

Söhne und ich.

Sind Sie gegen Krankheit versichert?

Ja, das bin ich. Die Krankenversicherung

zahlt die Gewerkschaft separat zum

Lohn.

Haben Sie eine Altersvorsorge?

Ja, auch die gibt es.

Würden Sie gerne mehr verdienen oder

sind Sie zufrieden?

Natürlich würde ich gern mehr verdienen,

aber wer nicht.

name Danilo Gómez

Alter 49 Jahre

zivilstand verheiratet

Wohnform Haus mit der Familie

Wohnort La Lima

Steckbrief Honduras

la lima zählt rund 64 000 Einwohner

einwohner Honduras hat

ca. 8 Millionen Einwohner

Arbeitslosenquote 40% (Daten aus

dem Jahr 2010)

Durchschnittseinkommen 1635 US-Dol-

lar pro Jahr, das sind ca. 1520 Franken

gewerkschaftlicher organisationsgrad

8%

Wichtigste exportartikel Kaffee,

Krustentiere, Bananen

5


6

Unbürokratisch

TCS-Patrouilleur Philipp Stucki notiert die Schäden eines defekten Autos in seinem mobilen Pannenbüro. Foto: Atelier MFM/Ex-Press

context 1 – 2012


Leserbriefe

«Wenn es regelmässig Störungen gibt,

ist es unmöglich, zur Ruhe zu kommen.»

context 12 – 2011

Zum Webrating: genügend Pausen?

Arbeitnehmende können nicht entspannen,

weil sie die Arbeitseinteilung nicht

selbst in der Hand haben. Die Arbeit wird

von den leitenden Angestellten verteilt

oder zurückbehalten. Die Arbeit wird verteilt

und muss bis zu einem gewissen Zeitpunkt

erledigt werden. Gleichzeitig

möchten die Kunden nett bedient werden.

Ist die Zeit schon für die Arbeit knapp,

wird der Kundenkontakt zur Belastung.

Oft ist man abhängig von der Arbeit oder

Mitarbeit der anderen; Störungen und

Unterbrechungen können nicht eingeschätzt

werden. Wenn es immer wieder

Störungen gibt und die Arbeit immer wieder

unterbrochen werden muss, ist es unmöglich,

zur Ruhe zu kommen.

Leitende Angestellte können eher

eine Pause einplanen, in der sie sich zurückziehen

und so wieder Kräfte sammeln

können. Bei uns ist das leider nicht

möglich. Es würde sofort auffallen, wenn

jemand fehlt. 10 bis 15 Minuten Ruhe oder

Stille würden helfen, zur Ruhe zu kommen,

aber wie und wo? *P. B.

*Name der Redaktion bekannt

Es braucht beides: Aktiv auch in hektischen

Situationen bestehen, andererseits

bewusst passive Zeiten einbauen. Junge

Leute kennen das oftmals nicht mehr, bei

ihnen ist rund um die Uhr «Action» angesagt.

Selbstverständlich folgt anschlies-

send die Erschöpfung, wenn nicht unmittelbar

danach, dann vielleicht zu einem

späteren Zeitpunkt.

Man muss sich auch anpassen, denn

die Bedingungen und das Umfeld verändern

sich schnell. Wichtig ist auf jeden

Webrating

sind sie fähig, sich in stressigen Zeiten

zu entspannen ?

Ja: 52 %

Nein: 26 %

Versuche es: 22 %

context 1 – 2012

Fall, dass man positiv eingestellt bleibt.

Wir haben einen Einfluss auf unsere Lebensgestaltung

und das ist auch gut so.

Markus Bischof, Schaffhausen

context 11 – 2011

Vorsorge

Neben der Senkung des Mindestzinssatzes

wird auch der Umwandlungssatz wieder

zum Thema. Die Rechnung ist ja einfach:

Je weniger Alterskapital, desto

stärker muss bei den heutigen Lebenserwartungen

der Umwandlungssatz reduziert

werden. Nur, was ignoriert wird, ist

die Tatsache, dass Milliarden aus den Beiträgen

der Versicherten in die Kassen der

Versicherungen geflossen sind und flies-

sen, damit die Manager und Verwältungsräte

sich auf die Schulter klopfen

können – «wir haben ausgezeichnete Arbeit

geleistet» – und sich gegenseitig

Löhne und Entschädigungen in Millionenhöhe

zuschanzen.

Was seit der Einführung der obligatorischen

Altersvorsorge im Jahre 1985

geschehen ist, ist eine schamlose Bereicherung

einiger weniger zulasten der

Beitragserbringer. Die privaten Versicherungsgesellschaften

haben es verstanden

sich damals ein gigantisches und risikoarmes

Geschäft unter den Nagel zu reissen.

Bei der obligatorischen Krankenversicherung

ist es fast das Gleiche.

Hans-Rudolf Rauch, Burgdorf

Context freut sich über Ihren Leserbrief!

Bitte mit Vor-/Nachnamen sowie Wohnort an:

context@kvschweiz.ch, oder an

context, Postfach, 8027 Zürich

Jetzt abstimmen:

www.context.ch

Welche erfahrungen

haben sie mit austritts -

gesprächen gemacht?

> gute

> schlechte

> keine

kV in den Medien

Nach dem erfolgreichen Abschluss

der Gesamtrevision des GAV Holzbau

im Juni 2011 haben die Sozialpartner

Holzbau Schweiz, Unia, Syna, Baukader

Schweiz und KV Schweiz die jährlich

stattfindenden Lohnverhandlungen

ebenfalls abgeschlossen.

Aufgrund der Stufenanstiege in den

ersten zehn Erfahrungsjahren steigen

die Löhne im Jahre 2012 im Holzbaugewerbe

durchschnittlich um 1.8 bis

2.8 Prozent.

3.1.2012

Der schweizerische Bankenplatz ist

grossen Herausforderungen ausgesetzt.

(…) Gefragt sind in einer solchen

Phase sichere Werte wie die einer

Sozialpartnerschaft, die der VAB

(Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen

der Bankangestellten)

oder die eines Sozialplanes. Die VAB

wird in der paritätischen Kommission

zwischen der AGV Banken (Arbeitgebervertreter

der Banken) und den Sozialpartnern

SBPV und KV Schweiz

ausgehandelt.

31.12.2011

In der vom KV Schweiz erstellten Studie

«Perspektiven nach der KV-Lehre»

wünschen sich 75% der befragten Jugendlichen

mehr Informationen zu

Themen wie Laufbahnberatung und

deren Finanzierung noch während ihrer

Schulzeit.

29.12.2011

Ob Datenverarbeitung im Büro, robotergesteuerte

Fertigung von Autos

oder kassiererlose Kassen in Supermärkten:

Der nicht aufzuhaltende

Prozess der Technisierung und Automatisierung

in der Arbeitswelt fordert

seinen Tribut. In der Schweiz ging beispielsweise

im Detailhandel laut KV

Schweiz jede fünfte Stelle dadurch

verloren. Immer mehr Fabrikarbeitsplätze

sind betroffen.

24.12.2011

7


8

Kurz

Vor einem Jahr lancierte die HWZ erfolgreich

den ersten Zertifikatslehrgang

CAS Social Media Management der

Schweiz. Seither hat sich der Bedarf vieler

Unternehmen an fundierter Wissensvermittlung

im Bereich der neuen Medien

weiter akzentuiert. Mit der Fachstelle bietet

die HWZ den Unternehmen, Verbänden

und öffentlichen Verwaltungen eine

Plattform, ihre diesbezüglichen kommunikativen

Herausforderungen systematisch

zu analysieren und passende Lösungen

umzusetzen.

«Der Strukturwandel in der Kommunikationsbranche

ist massiv und unsere

neue Fachstelle wird einen optimalen

Wissenstransfer ermöglichen», sagt Cyril

Meier, Leiter Center for Communications

an der HWZ. Der mit dem Zertifikatslehrgang

geschaffene Wissensvorsprung

werde auf diese Weise breiter verfügbar.

So unterstützte die HWZ beispielsweise

die Stadtpolizei Zürich während der

context 1 – 2012

Social Media für die Praxis

Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich verfügt seit Anfang Jahr über die erste

Fachstelle für Social Media Management der Schweiz. Diese realisiert Kurse und Workshops

mit Organisationen und beteiligt sich an Forschungsprojekten.

Die neue Fachstelle der HWZ wird einen optimalen Wissenstransfer ermöglichen.

Aktion #stapo24, bei welcher der Öffentlichkeit

via Twitter 24 Stunden lang Einblick

in ihre Arbeit gegeben wurde. Überdies

erbrachte die HWZ massgeschnei -

derte Schulungsleistungen für mehrere

Firmen.

Als erste Projekte wird die Fachstelle

den Kanton Aargau bei der Lancierung

des eigenen Social-Media-Auftrittes begleiten

und mit der Online-Brainstor-

Ratgeber

Tipps für Deutsche in der Schweiz

Der Ratgeber «Der feine Unterschied»

weist auf gegenseitige Missverständ -

nisse hin. Deutsche und Schweizer profitieren

davon.

Das Verhältnis zwischen Deutschen und

Schweizern ist in der Bevölkerung und in

den Medien regelmässig Thema.Nicht

erst seit den viel diskutierten Verbalattacken

des deutschen Finanzministers ist

klar, dass die Nachbarn aus dem Norden

nicht bei allen Schweizern gut ankommen.

Was geographisch so nahe beisammen

liegt und (fast) die gleiche Sprache

spricht, erweist sich bei näherer Betrachtung

eben doch als verschiedenartiger

und zuweilen gar unverträglicher als angenommen.

Die vielen «feinen Unterschiede»

zwischen der Schweiz und

Deutschland addieren sich zu einem

grossen Unterschied in Mentalität, Kultur

und Sprache, den viele Deutsche so gar

nicht realisieren. Mit «Grüzzi, ich krieg

ein Bier!» holt man definitiv keine Symphathie-Punkte.

Das Handbuch für Deutsche in der

Schweiz «Der feine Unterschied» soll helfen,

nicht bloss sprachlich ein Sensorium

für die Unterschiede zu entwickeln. Selber

vor über 30 Jahren eingewandert,

schöpft der Autor Bruno Reihl aus seiner

persönlichen Erfahrung und bietet konkrete

Hilfestellungen und nützliche Informationen

zu 18 klar definierten Themenbereichen.

Ein ebenso informativer

wie unterhaltsamer Ratgeber für alle Lebenslagen

und nicht nur für Deutsche!

Zur Sprache kommen etwa: Sprach-

Geographie der Schweiz, Image, Klischees

und Vorurteile, Begrüssung und

Höflichkeitsformen, Verkehrs- und Ver-

ming-Community Atizo ein Crowdsourcing-Projekt

durchführen, bei dem

die ideale Hochschule der Zukunft entwickelt

werden soll.

Die Leitung der Fachstelle hat der Studienleiter

des Zertifikatslehrgangs CAS

Sozial Media Management, Manuel P.

Nappo inne. pd

Weitere Informationen: www.fh-hwz.ch/fsmm

haltensregeln, Politik und Staatsverständnis,

Kindergarten und Schule, Wirtschaftsleben

und Verhandlungen, Steuern

und Altersversorgung, kantonale Eigenheiten

oder Schweizerdeutsch für Einsteiger.

Das Buch richtet sich an Deutsche,

die es als Auswanderer oder regelmässige

Besucher in die Schweiz zieht, oder die

bereits hier leben. pd

Bruno Reihl: Der feine

Unterschied. Ein Handbuch

für Deutsche in der

Schweiz. Midas

Management Verlag AG,

2009, CHF 34.90


GAV Personalverleih

Erfolg für Sozialpartner

Der neue GAV Personalverleih regelt branchenübergreifend

die Arbeitsbedingungen

der temporär Angestellten.

Seit dem 1. Januar 2012 gibt es den Gesamtarbeitsvertrag

(GAV) Personalverleih.

Er ist im Dezember vom Bundesrat

für allgemeinverbindlich erklärt worden

und betrifft die rund 270 000 in der Temporärbranche

Tätigen. Der Personalverleih

– also die Vermittlung von Personal

durch Dritte – war bisher mit Ausnahme

des GAV zwischen Swissstaffing und dem

KV Schweiz nicht geregelt. Swissstaffing

vertritt rund 150 Unternehmen aus den

Bereichen Personalberatung, Personalverleih

und Aussenvermittlung. Der vormalige

GAV war jedoch ausschliesslich

für die Verbandsmitglieder von Swissstaffing

verbindlich und galt nur für kaufmännische

Angestellte.

«Insofern ist das nun vorliegende Vertragswerk

ein grosser Durchbruch», sagt

Benedikt Gschwind, Bereichsleiter GAV

beim KV Schweiz. Die Vorarbeiten, an denen

sich ausser dem KV Schweiz auf Arbeitnehmerseite

auch die Angestellten

Schweiz sowie die Gewerkschaften Unia

und Syna beteiligten, dauerten rund vier

Jahre. «Wir hatten es im Vorfeld mit Einsprachen

verschiedener Branchen wie

beispielsweise der Maschinen- und Pharmaindustrie

sowie der Lebensmittelbranche

zu tun», erklärt Gschwind die lange

Vorlaufzeit. Ausserdem habe man den

neuen Vertrag mit bereits bestehenden

GAV abgleichen müssen.

context 1 – 2012

Im ersten branchenübergreifenden GAV

sind unter anderem Mindestlöhne von

CHF 17.55 bis 23.60 (Ungelernte bzw. Gelernte

Hochlohngebiet) festgehalten, es

gibt eine BVG- und eine Krankentaggeldregelung

sowie fünf Wochen Ferien für

alle Arbeitnehmenden über 50 Jahren.

Gutscheine für Weiterbildung

Neben diesen sozialen Aspekten enthält

der GAV eine Regelung für Weiterbildungsgutscheine:

«Diesem Vertragspunkt kommt

aus unserer Sicht eine ganz besondere Bedeutung

zu», sagt Gschwind, Wer temporär

tätig sei, tue dies selten aus freien Stücken,

und eine Weiterbildung könne immerhin

zur Qualifizierung für eine Festanstellung

beitragen. «Nach der Inkraftsetzung geht es

nun darum, die Vertragsbestimmungen

auch durchzusetzen», sagt Gschwind. Der

KV Schweiz werde zusammen mit den anderen

Arbeitnehmerorganisationen die Interessen

der Beschäftigten in der Anwendung

und Weiterentwicklung des GAV

vertreten. Wichtig sei auch, geeignete Weiterbildungsangebote

für Kaufleute zu entwickeln.

«In der Temporärbranche kam es gerade

auch im Zusammenhang mit der

Personenfreizügigkeit immer wieder zu

Verunsicherungen», stellt Gschwind fest.

Der GAV habe insofern eine wichtige Bedeutung.

«Er schafft in zentralen Fragen

Klarheit, verbessert den sozialen Schutz

und stärkt die Position der temporär Angestellten

auf dem Arbeitsmarkt.» tj

Wiedereingliederung

Neue Stellenvermittlung 50plus

Die Stiftung Speranza lanciert eine neue

nationale Stellenvermittlungsplattform.

Wer nach dem 50. Altersjahr arbeitslos

wird, hat geringe Chancen auf Wiedereingliederung

in den Arbeitsmarkt. In der

Schweiz sind davon zurzeit knapp 30 000

Personen betroffen. Andererseits wird

immer wieder vom drohenden Fachkräftemangel

gesprochen. Eine Situation, die

sich in den nächsten Jahren noch verschärfen

könnte.

In der Bevölkerungsgruppe 50plus ist

ein grosses Potenzial an qualifizierten

Fachkräften vorhanden. «Die Schweizer

Wirtschaft kann es sich schlicht nicht leisten,

auf diesen beruflichen Erfahrungsschatz

zu verzichten», sagt etwa FDP-Na-

tionalrat Otto Ineichen. Die Stiftung

Speranza lanciert nun zusammen mit

Bund, Kantonen und den Sozialpartnern

eine neue nationale Stellenvermittlung

für Jobsuchende ab 50 Jahren. Die neue

Vermittlung wird ab diesem Monat vorerst

in der Deutschschweiz umgesetzt.

Interessenten, die bereit sind, während

mehrerer Tage in einem Betrieb zu

schnuppern, können ihr Dossier zur Prüfung

an die «Zentralstelle Passerelle

50plus» senden. Anschliessend werden

sie einem zweitägigen Assessment unterzogen.

Wer das Assessment erfolgreich

absolviert, bekommt ein Speranza-Gütesiegel.

Dieses soll die Akzeptanz dieser

Menschen in der Arbeitswelt stärken. pd

KolUMne

Tradition und

Aufbruch

Von Daniel Jositsch

Seit Anfang November bin ich Zentralpräsident

des KV Schweiz. Vor und nach

meiner Wahl habe ich viele Sektionen

und Regionen des KV besucht. Ich war an

Vorstandssitzungen, Podiumsdiskussionen,

Referaten und anderem mehr. Dabei

hat mich beeindruckt, mit welchem Engagement

die zahlreichen engagierten

KV-Mitglieder dem Verband in allen

Winkeln unseres Landes Leben verleihen.

Einerseits ist spürbar, dass der KV über

eine lange Tradition verfügt; Sektionen

wie Bern und Zürich feierten 2011 das

150-Jahr-Jubliäum! Auf der anderen Seite

ist unübersehbar, dass der Verband sich

im Aufbruch befindet. Unsere Rolle als

einer der führenden Verbände im Bereich

der Angestelltenvertretung und der Bildung

im kaufmännischen Bereich ist

nicht naturgegeben, sondern will in einem

immer dynamischeren Umfeld erarbeitet

werden. Diese Aufgabe ist nicht

einfach, aber wir haben dabei ein paar

grundsätzliche Vorteile: Wir vertreten einen

Angestelltenbereich, der über eine

grosse Beliebtheit und Akzeptanz verfügt.

Und wir haben Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter im Zentralsekretariat und

in den Sektionen, die sich mit grossem

Engagement für die Verbandsziele einsetzen.

Ich habe daher aus den vielen

Gesprächen der vergangenen Wochen eines

mitgenommen: den starken Optimismus,

dass wir uns als Verband auf dem

richtigen Weg befinden. Wichtig ist, dass

wir am sprichwörtlichen gleichen Strick

ziehen. Das braucht natürlich grundsätzliche

Diskussionen, wohin die Reise gehen

soll. Auf diese Diskussionen freue ich

mich.

Daniel Jositsch ist Nationalrat und

Präsident des KV Schweiz.

daniel.jositsch@kvschweiz.ch

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10

Aussendienst

Auf Augenhöhe mit den Kunden

context 1 – 2012

Die Arbeit im Aussendienst hat sich sehr verändert. Die Kundschaft schätzt heute

die seriöse Beratung durch qualifizierte Fachleute. Und für Firmen sind die Verkäufer

gute Marktbeobachter. Von Helen Weiss

Aussendienstmitarbeiter werden im

Volksmund gerne «Klinkenputzer»

genannt – das Berufsbild geniesst einen

eher zweifelhaften Ruf. Der Tätigkeit im

Vertrieb haftet der Makel an, dass man

sich bei den Kunden anbiedern und wortgewandt

Produkte schönreden muss, um

im harten Markt bestehen und die Verkaufsziele

erfüllen zu können.

Während sich das negative Image des

Aussendiensts hartnäckig hält, hat sich

die Tätigkeit selbst gründlich verändert.

Die Zeiten, in denen der Verkauf bloss als

folgerichtiges, leider «notwendiges Übel»

angesehen wurde, sind eindeutig vorbei.

«Ein guter Verkäufer ist das Rückgrat eines

erfolgreichen Unternehmens», sagt

Doris Fricker, Zentralsekretärin des Verbands

Verkauf Schweiz.

Wo das Marketing über gesättigte

Märkte klagt, sehen die Aussendienstler

neue Herausforderungen: Im Dickicht der

Angebote, das mit der Liberalisierung der

Märkte entstanden ist, verstehen sie sich

als Dschungelführer. Während früher der

«geschwätzige Vertreter» eher abgewimmelt

wurde, hört man heute dem qualifizierten

und seriösen Berater gerne zu.

Viel unterwegs

«Der heutige Aussendienstmitarbeiter ist

ein Manager, der die meisten seiner Termine

selbst vereinbart, sich mittels der

neusten Kommunikationstechniken

selbstständig vernetzt, organisiert und

strukturiert», sagt Doris Fricker. Qualifizierte

Aussendienstmitarbeiter klingeln

heute nicht mehr auf gut Glück an fremden

Türen oder beschwatzen ahnungslose

Kunden.

Die heutige Kundschaft ist alles andere

als naiv, sondern dank Internet meist

bestens informiert. «Die Erwartungshaltung

der Kundinnen und Kunden hat sich

verändert», weiss Erwin Schweighauser,

eidg. dipl. Versicherungsfachmann bei

der Basler Versicherung in Basel. «Sie

nehmen mich als kompetenten Fachmann

wahr, der ihnen die bestmögliche

Versicherungslösung für ihre individuellen

Bedürfnisse zusammenstellt.»

Heute wird nicht mehr auf gut Glück an fremden Türen geklingelt.

Der 51-Jährige arbeitet seit über 30

Jahren bei der Basler Versicherung. Seit

elf Jahren berät er als Kundenberater

Klein- und Mittelunternehmen in Versicherungsfragen

– unter anderem den KV

Basel. Zu all seinen Kunden hat er persönlich

Kontakt und sieht sie mindestens einmal

jährlich. Er habe «den schönsten Job

der Welt», schwärmt Schweighauser: «Ich

habe das grosse Privileg, Produkte anbieten

zu dürfen, die den Menschen helfen,

sich sicherer zu fühlen.»

Vertrauen aufbauen

Auch Beat Muther, der 1993 bei der Oswald

Nahrungsmittel GmbH in Steinhausen

(ZG) als Aussendienstmitarbeiter begann

und zum grossen Teil Privatkunden berät,

möchte keinen anderen Beruf ausüben.

Der ehemalige Hotelier ist gerne unterwegs:

«Immer am gleichen Ort zu arbeiten,

wurde mir in meinem früheren Beruf

bald einmal zu statisch.»

Heute ist er fast im ganzen Kanton Uri

unterwegs und liebt den Kontakt mit «seinen»

Kundinnen und Kunden. «Einige

der Menschen kenne ich bereits seit 20

Jahren. Wir haben zum Teil schon viel

miteinander erlebt und durchgemacht»,

erzählt der 55-Jährige. Für den Verkäufer

von Bouillon und Gewürzen steht nicht

der Absatz der Produkte, sondern die Beziehung

zu den Kundinnen im Vordergrund.

Die meisten besucht er alle fünf

Monate. Der eigentliche Verkauf wickelt

sich eher nebenbei ab. «Zentral ist der

Austausch, auch über private Themen.» ,

Der Aufbau einer langfristigen Vertrau-


ensbasis sei die wichtigste Grundlage, um

im Aussendienst erfolgreich zu sein. «Ich

berate ehrlich und kompetent und respektiere

die Entscheidung meiner Kundinnen,

auch wenn sie plötzlich weniger

bestellen als vielleicht üblich.»

Kompetenz und ein gutes Fachwissen

sind auch für Nicolas Neuhaus wichtige

Voraussetzungen: Der 35-jährige Verkaufsleiter

des Weinhändlers Siebe Dupf

Kellerei AG in Liestal (BL) stellt nur Aus-

sendienstmitarbeiter ein, die ursprünglich

aus dem Gastgewerbe kommen. «90

Prozent unserer Kundschaft sind Gastronomen.

Unsere Verkäufer müssen auf Augenhöhe

mitreden können und die Nöte

der Branche kennen», erklärt Neuhaus,

selbst ehemaliger Hotelier. Es verschaffe

viele Vorteile, auch die andere Seite des

Geschäfts zu kennen: «Mit aufdringlichen

Verkäufern kam ich nie klar», erinnert

sich Neuhaus. Auf dem heutigen

Weinmarkt könne man sich nicht allein

durch das Produkt abheben, denn die

Konkurrenz sei gross. «Wir verkaufen

Emotionen. Umso wichtiger ist das Vertrauen

der Kunden und die Qualität des

Services, um nachhaltig Erfolg zu haben.»

Hinter den Produkten stehen

Um kompetent zu beraten, muss man sich

als Verkäufer jedoch nicht nur durch

Fachwissen auszeichnen, sondern auch

voll hinter dem eigenen Produkt stehen

können. «Wendet man die Produkte selbst

an und hat Erfahrung damit, berät man

überzeugender», findet der eidg. dipl.

Handelsreisende Beat Huwiler (50), der

bei der Firma Beiersdorf AG in Reinach

(BL) die Marken Nivea, Labello, Atrix und

Hansaplast vertreibt. Huwiler berät vor

allem Filialleiter grösserer Detailhändler,

aber auch Fachhändler wie Drogerien

und Apotheken. Die Loyalität gegenüber

dem Arbeitgeber sei wichtig: «Ich habe

tolle Produkte im Sortiment und finde das

Preis-Leistungs-Verhältnis gut», sagt Huwiler.

Authentizität werde von seinen

Kunden geschätzt: «Ich verspreche nichts,

das ich nicht halten kann. Diese Einstellung

hilft mir, auch Neukunden, die anfangs

skeptisch sind, zu überzeugen und

eine langjährige Zusammenarbeit aufzubauen.»

context 1 – 2012

Bei der Firma Beiersdorf werden Aus-

sendienstmitarbeiter jedoch nicht nur als

Verkaufstalente geschätzt: «Wir bilden

die Verbindung zwischen den Konsumenten

und dem Unternehmen.» So werden

regelmässig sowohl die Feedbacks der

Händler als auch die Reaktionen der Konsumentinnen

diskutiert. «Wichtig sind

«Ich berate ehrlich und kompetent und respektiere

die Entscheidungen meiner Kundinnen.»

ebenfalls die Marktbeobachtungen an

der Verkaufsfront. Diese Informationen

werden an das Unternehmen weitergeleitet»,

erzählt Huwiler.

Gute Verdienstaussichten

Die Aufgaben im Aussendienst sind vielfältig:

Neben dem Verkauf der Produkte

gehören je nach Branche auch die Akquirierung

von Neukunden, die Bearbeitung

von Bestellungen oder Aufträgen sowie

die Terminierung der Verkaufsgespräche

zum Berufsalltag. Es ist ein harter Job:

«Aussendienstmitarbeiter sind Alleinkämpfer,

die viel Durchhaltewillen, Eigenmotivation

und Flexibilität benötigen»,

weiss Doris Fricker vom Verband

Verkauf Schweiz. Zudem fehle oft ein soziales

Netzwerk mit anderen Berufsleuten,

da man meist allein unterwegs sei.

«Der Verband bietet deshalb in den Sektionen

die Möglichkeit, sich mit seinesgleichen

zu unterhalten und auszutauschen.»

Grundsätzlich wird ein Aussendienstmitarbeiter

auf Provisionsbasis mit relativ

geringem Grundeinkommen angestellt:

Je mehr Verkäufe er generiert, umso

höher ist sein Gehalt. «Ich fühle mich wie

ein selbstständiger Unternehmer mit einem

kleinen Fallschirm», umschreibt Erwin

Schweighauser von der Basler Versicherung

seine Anstellung. Doch junge

Aussendienstmitarbeiter oder Quereinsteiger

müssen sich die Sporen zuerst

einmal ziemlich hart abverdienen, was

mitunter mit einer finanziellen Durststrecke

einhergeht. Langfristig sind die Verdienstaussichten

aber gut. «Mit Fleiss und

Ehrlichkeit lässt sich in unserem Beruf

sehr gut verdienen», so Schweighauser.

Zum Verkaufen geboren

Aussendienstmitarbeiter sind gefragt: Auf

allen gängigen Stellenportalen sind zahlreiche

Jobangebote in den unterschiedlichsten

Branchen ausgeschrieben. Um

einzusteigen ist eine solide Ausbildung

wichtig: «Es ist von Vorteil, wenn der Verkäufer

nebst vertieften Produktekenntnissen

über eine fundierte Ausbildung

mit Fach- oder eidgenössischem Abschluss

verfügt», meint Doris Fricker.

Gewisse Techniken im Verkauf lassen

sich erlernen, Sozialkompetenz, Kommunikationsfähigkeit

und ein Faible muss

man jedoch mitbringen – darin sind sich

alle Befragten einig. «Im Grund muss

man zum Verkäufer geboren sein», ist Nicolas

Neuhaus von Siebe Dupf überzeugt.

Zudem braucht es Flexibilität und ein gutes

Gespür für Menschen, wie Beat Huwiler

von Beiersdorf sagt: «Es gilt, aufmerksam

zuzuhören und die Dynamik eines

Gespräch herauszuspüren. Nur so kann

man auf das Gegenüber eingehen.» Weitere

Voraussetzungen seien ein hohes Engagement

und Leidenschaft für den Beruf,

meint Beat Muther von Oswald: «Es ist ein

Knochenjob, aber er macht Spass.»

Helen Weiss ist freie Journalistin im Basler Pressebüro

Kohlenberg. weiss@kohlenberg.ch

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Internetgeschäfte

context 1 – 2012

Kaufleute im Netz

Der Schweizer Internet-Wirtschaft geht es sehr gut. Die Zahlen und Aussichten

sind rosig – für grosse und kleine Anbieter. Von Andrea Mašek

Schnell reich werden mit Geschäften

im Internet, das versprachen sich

viele in den Anfangszeiten des Online-

Booms. Einigen gelang dies. Ein Musterbeispiel

ist das Online-Warenhaus Amazon,

1994 von Jeff Bezos gegründet. Dieser

gehört heute zu den 30 reichsten Personen

der Welt.

Ein weiteres Paradebeispiel ist eBay.

Pierre Omidyar gründete 1995 das Unternehmen

unter dem Namen AuctionWeb.

Heute ist es das weltweit grösste Internetauktionshaus.

Erfolgsgeschichten

schreiben auch Portale wie Google und

Yahoo, Softwareanbieter Microsoft, Medienspezialist

Fox, Soziale Medien wie Facebook

und YouTube oder Computerproduzent

Apple – um nur die Grössten zu

nennen.

Innovative Schweizer

Nach wie vor haben die US-Amerikaner

im E-Commerce die Nase vorn. Die Südamerikaner

kommen langsam in die

Gänge, ebenso die Asiaten. Die Europäer

haben ebenfalls Grosse fertig gebracht:

Skype, die Videotelefonie aus Luxemburg,

ist weltbekannt. Das Berufsnetzwerk

Xing, die Partnervermittlung Parship

oder ImmobilienScout24 sind deutsche

Paradebeispiele.

Schweizer schlagen sich ebenfalls gut:

Der Informatiker Michael Näf entwickelte

2003 den Terminplaner Doodle. Bereits

1999 erfand Samy Liechti das Sockenabonnement

und geschäftet seither erfolgreich

mit der Blacksocks SA. Einen

Namen gemacht haben sich auch: die

StAndOrtVOrtEIl SchwEIz

75% der Schweizer Firmen kaufen im Internet

ein. 31% tätigen Verkäufe via E-

Commerce. Seit 2000 nehmen die Zahlen

stetig zu – und liegen im Durchschnitt

über den anderen europäischen

Ländern. Hier spielen die guten Standortfaktoren

der Schweiz mit: stabile

Verhältnisse, angenehme Steuersitua-

Brack Electronics AG, Starticket, jobs.ch,

Fotospezialist ifolor oder das Internet-

telefonbuch local.ch.

Optimistischer Ausblick

«Seit 15 Jahren befindet sich die Schweizer

Internet-Wirtschaft auf dem Wachstumspfad»,

sagt Andrej Vckovski, Präsident

von Simsa, dem Branchenverband der

Schweizer Internet-Wirtschaft. Es habe

nur zwei Dämpfer gegeben: die Auswirkungen

der Spekulationsblase im Jahr

2000 und die Finanzmarktkrise in den

Jahren 2007 und 2008.

Das vergangene Geschäftsjahr war

gut. Gemäss Bundesamt für Statistik litt

die Branche wie die Offline-Wirtschaft jedoch

an einem Preisrückgang. Das Preisniveau

von Reisen etwa sank 2011 um

zehn Prozent, das von Büchern um acht

Prozent. Laut einer diesen Monat durchgeführten

Umfrage schaut die grosse

Mehrheit der Branche jedoch optimistisch

in die Zukunft und rechnet 2012 mit

einem kräftigen Wachstum im zweistelligen

Bereich.

Die Umfrageteilnehmenden begründen

ihren Optimismus mit der immer

stärkeren Verbreitung des mobilen Internets

respektive von Smartphones. Be-

günstigend sei auch der höhere Servicelevel

der Post, der auf mehr Wettbewerb in

diesem Markt zurückzuführen ist.

Internetfirmen entstehen oft aus Spinoffs

der Hochschulen. Diese erleben momentan

einen Boom – und haben eine

90-prozentige Chance zu überleben, wie

eine Studie von ETH Transfer zeigt. Zunehmend

springen daneben bestehende

Unternehmen aufs Internet auf und verbuchen

Erfolge, Beispiele sind Coop, Migros

oder Manor.

Ein Megatrend

Andrej Vckovski erklärt, die kleinen Unternehmen

hätten schnell im Internet

Fuss gefasst, bei den Grossfirmen dauere

etwas länger. Diese müssten aber anerkennen,

dass E-Commerce ein Mega-

Anbieter erreichen im Prinzip die ganze Welt. Jeder

Geschäftsmann oder jede Geschäftsfrau hat grundsätzlich

60 Millionen potenzielle Kundinnen und Kunden.

tion, Rechtssicherheit. Andrej Vckovski,

Präsident des Branchenverbands der

Schweizer Internet-Wirtschaft, erwähnt

zudem die gute Breitbandabdeckung

und die schon sehr hohe Nutzerdichte:

80% der Schweizerinnen und Schweizer

hält sich regelmässig im Internet

auf.

trend und damit auch für sie ein Muss ist.

Ist es das? «Für die Digital Natives ist es

ganz normal. Sie kennen nichts anderes.

Will man sie als Kunden, muss man ins

Internet», betont Vckovski. Ob dies nun

die Öffentliche Verwaltung sei, ein

Dienstleister oder ein Warenhaus.

Der Simsa-Präsident fügt an, selbst

Digital Immigrants würden die vorteilhaften

Geschäftsseiten des Internets entdecken.

Dies sehen Firmen, die keinen E-

Commerce betreiben, anders. Sie erklären,

ihre Kundschaft kaufe nicht via Internet

ein. Sie führen zudem Sicherheits- und

Datenschutzprobleme als Gegenargumente

ins Feld.

Viele Vorteile

Erfahrene E-Commerce-Anbieter nennen

ganz andere Stolpersteine: Die zunehmende

Anzahl von Konkurrenten, vor allem

aus dem Ausland, ist einer der grössten.

Dies zieht für die Unternehmen

höhere Marketingkosten nach sich. Einen

grossen Einfluss auf das Internetgeschäft


hat neben der politischen und wirtschaftlichen

Stabilität des Landes vor allem das

Wetter: Schlechtes Wetter ist gut für die

Branche.

Dafür hat der E-Commerce etliche

Vorteile. Firmen, die das Internet zum Beziehen

von Waren oder Dienstleistungen

benutzen, erwähnen:

> > bessere Kenntnis des Angebots

> > schnellere Geschäftsabwicklung

> > billigerer Einkauf

> > tiefere Preise

> > Automatisierungsmöglichkeit

> > geringere Lagerhaltung

Wer via Internet Waren oder Dienstleistungen

verkauft, zählt folgende Pluspunkte

auf:

> > Erschliessung neuer Kundensegmente

> > stärkere Kundenorientierung

> > Konkurrenzfähigkeit

> > Imagepflege

> > Erschliessung neuer Absatzgebiete

> > beschleunigte Geschäftsprozesse

> > Lancierung neuer Produkte

> > geringere Kosten für Marketing

und After-Sales-Services

context 1 – 2012

YOUR

IT HEART

BEAT

Einfacher Einstieg

Der Einstieg in die Internet-Wirtschaft

wird Leuten mit Ideen heute einfach gemacht.

Zum Start braucht es nämlich nur

bescheidene Investitionen, die Technologie

ist inzwischen sehr günstig geworden.

«Eigentlich braucht es nur einen Kopf und

einen PC», sagt Andrej Vckovski. Der

schnelle Marktzugang, die Transparenz

und der unkomplizierte Zugriff machen

das Medium zu einem idealen Werkzeug

für Einzelkämpfer mit Ambitionen. Die

Infrastruktur lässt sich zudem billig halten:

Es braucht kein Personal.

Insbesondere Geschäfte in Nischenmärkten

– ein Beispiel sind themenbezogene

antiquarische Bücher – haben gros-

se Erfolgschancen. Sehr gut läuft das

Geschäft mit Gesundheitsprodukten. Via

World Wide Web erreichen solche Anbieter

im Prinzip die ganze Welt. Das heisst, jeder

Geschäftsmann oder jede Geschäftsfrau

hat grundsätzlich 60 Millionen potenzielle

Kundinnen und Kunden. Das eröffne auch

neue Chancen für Vertreiber von regionalen

Produkten, meint Andrej Vckovski.

«Unser Kerngeschäft ist ein

hochstehender Gästeservice

für unvergessliche Ferienerlebnisse.

Den Betrieb der

komplexen, leistungsfähigen

IT-Infrastruktur überlassen

wir den Spezialisten. Dank

der iSource befi nden wir uns

jetzt immer auf der Höhe der

Technik und werden regelmässig

über relevante Technologietrends

ins Bild gesetzt.»

Philipp Holenstein

Leiter Administration

Arosa Bergbahnen AG

Es gibt – wie ganz allgemein im Geschäftsleben

– aber auch im E-Commerce keine

Garantie auf Erfolg. Schon nach dem ersten

Hype in den 1990er-Jahren kam

schnell die Ernüchterung: 70 Prozent der

Internet-Unternehmen landen irgendwo

im Nirgendwo oder scheitern.

Sehr gut verkaufen

Wer es schafft, der kann vielleicht tatsächlich

absahnen – und auf dem Höhepunkt

verkaufen, für zwei- und dreistellige Millionenbeträge.

Die Brüder Heilemann

zum Beispiel verkauften ihr Berliner

Schnäppchenportal Daily Deal letztes

Jahr an Google, für rund 200 Millionen

US-Dollar. Sie werden wohl, wie es praktisch

alle erfolgreichen Internetunternehmer

auch tun, in Kürze wieder etwas

Neues aufziehen oder in ein vielversprechendes

Projekt investieren.

Andrea Mašek ist Context-Redaktorin.

andrea.masek@kvschweiz.ch

OUTSOURCING SERVICES

CONSULTING ENGINEERING

IT SERVICE CENTER

Zahlreiche Kunden aus den unterschiedlichsten

Branchen verlassen sich täglich auf die

langjährige Erfahrung und die ausgewiesenen

Spezialisten von iSource. www.isource.ch

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14

Monatsinterview

«Durch Praxis

wird man lebensklug»

context 1 – 2012

Trendforscher David Bosshart behauptet: Weniger ist mehr – in jeder Beziehung, ausser in der

Bildung. Er wirft einen kritischen Blick in die Zukunft. Interview Andrea Mašek / Foto Michele Limina

Context: Herr Bosshart, Bildung ist einer

der Megatrends. Wieso?

David Bosshart: Eine globale Welt lebt

von dem, was die Menschen können. Können

hat mit Wissen zu tun, Wissen mit

Ausbildung, Ausbildung mit Bildung. Es

ist allen klar, wenn die Basis im Bereich

Ausbildung und Bildung nicht stimmt,

wird man im wirtschaftlichen Bereich

mehr Schwierigkeiten haben.

Bildung heisst momentan vor allem, Titel

vorzuweisen. Ist das der richtige Weg?

Viele junge Leute denken, sie müssten

möglichst viele Titel haben. Alle haben

das Gefühl, sie müssten eine Matura machen,

danach zumindest einen Bachelor

und wenn möglich noch mehr Titel erlangen.

Dies sei gut, meinen sie. Ich frage: Ist

es das wirklich? Diese Frage ist noch nicht

klug beantwortet worden.

Aber die Wirtschaft, der Arbeitsmarkt

verlangen Titel.

Natürlich ist es schön, wenn man Titel

hat. Das ist Prestige. Immer mehr wird

versucht, die Anerkennung anderer zu bekommen.

Es ist richtig, dass es in einem

schnelllebigen Umfeld besser ist, wenn

man gewisse Papiere vorweisen kann.

Aber ich frage mich beim Durchsehen von

Bewerbungen oft, ob dieser Mensch mit

seinem dicken Stapel von Diplomen halbtägiger

Kürslein mehr weiss als einer

ohne.

Wieso hören wir denn stets den Ruf

nach noch mehr Fachkräften und

Spezialistinnen?


David Bosshart (52) ist seit 1999 CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts in Rüschlikon.

Das Institut ist ein unabhängiger Europäischer Think Tank für Handel, Wirtschaft

und Gesellschaft. Bossharts Arbeitsschwerpunkte sind die Zukunft des Konsums und

gesellschaftlicher Wandel, Management und Kultur, Globalisierung und politische

Philosophie. Bosshart ist Autor zahlreicher internationaler Publikationen, darunter das

Buch «The Age of Less». Nach dem Philosophiestudium war er in Handelsunternehmen,

in der Beratung, in der Lehre und in der wissenschaftlichen Forschung tätig.

Wir brauchen gute Fachkräfte, gute

Spezialisten. Aber die Basis, die Bildung

dieser Leute muss auch stimmen. Bildung

muss nicht nur gescheit sein, Bildung ist

eine Haltung. Bildung heisst in der heutigen

Welt, dass ich in der Lage bin, angemessen

mit anderen Menschen zu kommunizieren,

dass ich anschlussfähig bin.

Ein gebildeter Mensch ist für mich ein

kompetenter, lebenstauglicher Mensch.

Bildung ist die Fähigkeit, sich zurückzulehnen

und sich zu fragen, was brauche

ich überhaupt. Brauche ich diesen Titel

um meinen Job gut zu machen? Bildung

bedeutet, die persönliche Situation im sozialen

Umfeld richtig einschätzen zu können.

Bildung hat mit Urteilskraft zu tun.

Diese muss in der Ausbildung gestärkt

werden. Bildung heisst auch, die Abhängigkeit

von Spezialisten immer wieder reduzieren

zu können.

Das widerspricht dem Heute.

Es ist eine Illusion zu glauben, man

könne auf einer immer stärker spezialisierten

Gesellschaft aufbauen. Bedenken

Sie nur einmal die Kosten. Ein gutes Beispiel

ist das Gesundheitswesen: Je mehr

Spezialisten wir haben, desto höher sind

die Kosten. Es gibt gewisse Grenzen. Ich

glaube nicht, dass die Spezialisierung uns

volkswirtschaftlich robuster macht.

Ein anderes Beispiel: Eines der grössten

spezialisierten Gebiete ist die Ernährungsberatung.

Gleichzeitig haben Essstörungen

dramatisch zugenommen. Wir

sind nur stark, wenn wir in der Lage sind,

unser Leben besser zu beurteilen. Wir

sollten wieder mehr Sicherheit erhalten in

einer Welt, die sich schneller verändert.

Wie werden wir sicherer?

Es ist wichtig, während der Ausbildung

und in Bildungsprogrammen immer

einen Fuss in der Praxis zu haben.

Bildung ist Lebenstauglichkeit, mit

Bauchgefühl, Herz, Seele, Leib und Verstand.

Wir fördern in den Ausbildungen

respektive Spezialisierungen nur den

Kopf. Menschen, die nur Kopfmenschen

sind, überleben aber mit Garantie nicht.

context 1 – 2012

Die duale Ausbildung, wie sie vom KV

Schweiz gefördert wird, ist also richtig?

Absolut. In der Schweiz haben wir

gute Voraussetzungen. Hier hat es Vorteile,

wenn Gemeinden und Kantone ein

wenig mitreden. Die Gefahr, dass man zu

sehr abhebt, wird kleiner. Bildung, die aus

der Praxis herauswächst, ist besser als

jene, die von oben herab diktiert wird.

Sie sprechen in Kürze an einer Tagung

darüber, was man bezüglich Bildung

braucht um bestehen zu können.

Was benötigt man?

Wie erwähnt Praxis. So wird man lebensklug.

Dann braucht es eine gute Mischung

zwischen Theorie und Praxis. In

einer Ausbildung geht es darum, Menschen

zu befähigen, selbstständig weiterzulernen.

Es reicht nicht, Informationen

aus dem Internet herunterzuladen, sie

auswendig zu lernen und gleich wieder zu

vergessen. Die Menschen müssen verstehen,

warum sie immer wieder Neues lernen

müssen. Das ist nur möglich, wenn

man eine gute Allgemeinbildung hat.

Lebenslanges Lernen ist also ein Muss?

Ja. Nehmen Sie uns Digital Immigrants.

Wir werden immer «Laien» sein.

Wir müssen uns viel mehr als unsere Kinder

anstrengen in Bezug auf neue Technologien.

Es macht aber auch Spass. Grosseltern

haben Freude am iPad oder sie

lernen, auf Facebook alte «Gspönli» zu rekrutieren.

Andererseits haben wir mehr

Lebenserfahrung als die Digital Natives.

Wir verstehen zu reflektieren. Und dies erlaubt

es uns, hin und wieder bewusst zu

sagen: Nein, das brauche ich nicht mehr.

Dürfen wir das?

Ich glaube schon. Klugheit und Bildung

heisst für mich auch, entscheiden zu

können, da muss ich noch mitmachen

oder nicht.

Zum Lernen gehört die Lehrkraft. Wie

wichtig wird sie?

Lehrer zu sein, wird in den nächsten

Jahren noch anspruchsvoller. Man muss

mit Menschen umgehen können, die hektischer

sind. Man trifft auf unterschiedlichste

Erwartungen, die immer wieder

auf den Boden geholt werden müssen. Mir

sagte einmal ein Lehrer, er sei ein Dompteur.

Das ist wohl nicht so falsch. Ein Lehrer

muss aber auch viel Sensibilität entwickeln.

Ausbildung soll nicht Massen ­

abfertigung sein. Man muss Auszubil ­

dende einschätzen und auf ihre Bedürf ­

nisse eingehen können. Lehrer sind

Vermittler. Sie sind Schlüsselfiguren, die

den permanenten Transformationsprozess

im Wissensbereich begleiten. Darum

sollten wir ihnen auch die entsprechende

Wertschätzung geben.

«Bildung ist Lebenstauglichkeit, mit Bauchgefühl, Herz,

Seele, Leib und Verstand.»

Berufe ändern sich also. Wird es auch

neue Berufe geben?

Ja, diese entstehen aus den Spezialisierungen

heraus. Mit jedem neuen Spezialisten

entsteht aber eine neue Schnittstelle.

Schnittstellen tun weh, generieren

neue Kosten und weiteren Koordinationsaufwand.

Die Folge ist, das Ganze wird

wieder teurer. Die Spezialisierung als

linearer Prozess: Da bin ich skeptisch. In

Zeiten unbeherrschbarer Komplexität

lösen Spezialisten die Probleme nicht

mehr – es entstehen schneller neue Herausforderungen,

als wir die alten lösen.

Apropos Kosten: Der Bund hat letztes

Jahr verkündet, bei der Bildung sparen

zu wollen. Was sagen Sie dazu?

Budgets sind beschränkt, aber die Bildung

sollte zuletzt drankommen. Es

braucht gut informierte Menschen. Diese

müssen das Gefühl haben, dass man alles

für sie tut. Andernfalls gräbt man das

Fundament der Zukunftsfähigkeit weg.

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16

Monatsinterview

Patrick (19), Büroassistent EBA, und Iris Zuber, Berufsbildnerin und Mitarbeiterin in einem Betreibungsamt

Berufsattest EBA:

+ praxiserprobt

+ produktiv

+ loyal

= Junior-Fachkraft

Die 2-jährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) ermöglicht

praktisch begabten Jugendlichen einen anerkannten Abschluss und bietet

Zugang zur 3- oder 4-jährigen Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis

(EFZ). Im Ausbildungsbetrieb haben sie Berufserfahrung gesammelt – an einer zukünftigen

Stelle arbeiten sie vom ersten Tag an produktiv. Wir engagieren uns für

Lehrabgängerinnen und -abgänger. Damit die Rechnung für alle aufgeht.

context 1 – 2012

Wie verändert sich die Arbeitswelt Ihrer

Meinung nach in naher Zukunft?

Wir werden mit einem Widerspruch

zwischen Volks­ und Betriebswirtschaft

konfrontiert: Einerseits muss ein Unternehmen

betriebswirtschaftlich funktionieren.

Aus Kostengründen muss es aber

vielleicht Arbeit auslagern und Arbeitsplätze

abbauen. Globalwirtschaftlich gesehen

ist es noch komplexer und gibt es

noch mehr Friktionen. Wir haben im Zusammenhang

mit der Frankenstärke gesehen,

dass die Schweiz keine Insel mehr

ist. Wir wurden arg durchgeschüttelt.

Umso mehr zeigt sich, wie wichtig das Kapital

Bildung und Ausbildung ist. Hier haben

wir Vorteile. Wir haben im ganzen

Bildungsbereich renommierte Institutionen.

Deshalb sind wir attraktiv.

Es wird aber eine gewisse Relativierung

geben. Löhne werden diskutiert werden.

Es fragt sich, ob wir unseren Standard

mit den hohen Fixkosten weiter

finanzieren können. Ich vermute, wir

müssen haushälterischer mit den Fixkosten

umgehen. Es wird uns nicht schlecht

gehen. Wenn wir klug vorgehen, wird sich

die Lebensqualität nicht verringern müssen,

aber beim Einkommen müssen wir

wohl relative Abstriche machen.

Also kommt «The Age of Less»?

The Age of Less bedeutet, sich grundsätzliche

Fragen zu stellen, die man sich

bis jetzt nicht gestellt hat. Wir leben in einer

Welt mit endlichen Ressourcen. Wir

können unsere Ansprüche nicht immer

noch höher schrauben. Es fragt sich ja

auch, macht das Sinn? Das Gesundheitssystem

ist ein Warnschuss: Es ist toll, aber

es gibt finanzielle Grenzen.

Auch in Sachen Energie werden wir

uns einschränken und neue Lebensformen

entwickeln müssen. Der Konsum ist

eines unserer Kernthemen im GDI. Hier

stellen wir zum Beispiel fest, dass in unserer

überbordenden Wegwerfgesellschaft

«Swapping» im Trend liegt. Sachen

zu teilen und wiederzubenutzen, das ist

die Zukunft – und gut für die Nachhaltigkeit.

Und man tut es etwa vorwiegend in

seiner Nachbarschaft und stärkt somit

den lokalen Austausch – auch das ist gut.

Wird der Mensch glücklicher so?

Wenn Sie glücklicher leben wollen,

können Sie dies tun. Indem Sie flexibler

arbeiten, sich mehr Zeit nehmen für wesentliche

Dinge wie Familie oder Freunde,

weniger pendeln, weniger im Stau stehen,

weniger Wert auf materiellen Verschleiss

legen und vom Prestigedenken wegkommen.

Wir müssen uns also nicht fragen,

wie viel bekomme ich, sondern was brauche

ich überhaupt, um nach meinen Vorstellungen

leben zu können?

Heisst weniger arbeiten auch, früher

aufhören zu arbeiten?

Viele Zukunftsforscher sagen, der

Mensch soll 130 werden. Kann es das sein?

Sollen Menschen 50 Jahre pensioniert

sein? 50 Jahre auf dem Golfplatz verbringen

oder im Ferienhäuschen? Ist das menschenwürdig?

Menschen sind keine Freizeitmenschen,

sondern tätige Wesen. Die

Langzeitkrankheiten nehmen heute stark

zu. Es wäre klüger, Menschen im Arbeitsprozess

integriert zu lassen. Sie brauchen

keinen top bezahlten Job, aber einen, den

sie gerne machen, und der ihnen Selbst­


wertgefühl vermittelt. So dass sie mit 80

noch Freude daran haben, gebraucht zu

werden. Menschen beschäftigen zu können,

wird in Zukunft das viel wichtigere

Thema sein als die Frühpensionierung.

Wieso fordern Sie gerade jetzt die Abkehr

vom Wachstum?

Die Schweiz ertrinkt im Wohlstand

und hat keine Vorstellung, wohin sie will.

Es kann mir niemand sagen, dass es vernünftig

ist, immer noch mehr Geld zu verdienen

und Steuern zu optimieren und

damit die Abhängigkeiten kontinuierlich

zu vergrössern. Dass Steuerehrlichkeit

und Stresstests zu den Unwörtern der Gegenwart

gehören, zeigt auf, wo wir stehen.

Das macht uns nicht robuster, nicht überlebensfähiger,

sondern eher unzufriedener.

Dies wissen wir aus der Forschung.

Die Schweiz ist prädestiniert, eine Pionierrolle

zu übernehmen in Bezug auf

neue Lebensformen und Nachhaltigkeit.

Wir leben schon anders, sozialer. Ist das

ein nachhaltiger Trend?

In den 1990er­Jahren und den Nullerjahren

war alles, was mit dem Wort «so­

100 Bildungsgänge ganz in Ihrer Nähe.

– Handelsschule KV Aarau

– zB. Zentrum Bildung

Wirtschaftsschule KV Baden

– Handelsschule KV Basel

– WKS KV Bildung, Bern

KV Luzern Berufsfachschule

KV Luzern Berufsakademie

– Wirtschaftsschule KV Winterthur

KV Zürich Business School

context 1 – 2012

zial» und mit Gemeinschaft zu tun hatte,

negativ des Sozialen. Dies äussert sich unter

anderem in einem neuen Bedürfnis

von Zugehörigkeit. Zugehörigkeit in den

sogenannten Communities, in Netzwerken

– der Hype um die Social Media ist der

prominenteste Ausdruck davon . Die Zugehörigkeit

zu Gruppen, Familien, Clans,

Stämmen etc. hat wieder einen viel höheren

Stellenwert. Wenn Sie künftig jemanden

anstellen, stellt sich nicht nur die

Frage nach den Ausbildungen, sondern

auch die nach den Beziehungen. Früher

nannte man das Filz oder Vitamin B. Auf

einer technischen Ebene – LinkedIn,

Xing, Facebook – ist dieser Filz heute

hochaktuell, weil er damit die Bedeutung

von Beziehungen lokal wie global dramatisch

verstärkt.

Sozial ist verknüpft mit emotional.

Zurzeit hat man den Eindruck, als ob

die Emotionen nur noch hochgehen.

In einer sehr medial geprägten Welt

erhalten die Emotionen automatisch einen

sehr hohen Stellenwert. Mit den

neuen Technologien werden aber eben

auch alle negativen Sachen, die möglich

sind, verstärkt. Man kann zum Beispiel

Leute fertig machen – und das machen

Schweizer gerne. Schadenfreude ist eine

der mächtigsten Kräfte, gerade wenn man

selbst das Gefühl hat, zu den Verlierern zu

gehören. Das Scheitern von Menschen

wird normal, weil die Beziehungen viel

transparenter werden. Da müssen wir lernen

zu differenzieren. Wir Schweizer

glauben nach wie vor, wer beruflichen

Misserfolg erlebt oder arbeitslos ist, sei erfolglos.

Wir müssen vom hohen Ross hinuntersteigen.

Mittelfristig wird man mehr

Gelassenheit lernen müssen und erhalten.

Man wird urteilsfähiger – sowohl

Konsumenten wie Medienschaffende.

Wir werden lernen, solche Dinge richtig

einzuschätzen. Eine gewisse Nüchternheit

und praktische Klugheit wird deshalb

sehr wichtig werden in Zukunft.

Andrea Mašek ist Context-Redaktorin.

andrea.masek@kvschweiz.ch

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18

Dossier International

context 1 – 2012

Jobs im Ausland

Die Mitarbeitenden von internationalen Unternehmen haben die

Möglichkeit, in ausländischen Niederlassungen zu arbeiten. Die Einsätze dienen

dem Austausch von Know-how und der Laufbahnentwicklung.

Jedes Jahr ziehen rund 30 000 Schweizerinnen und Schweizer

ins Ausland, um dort zu leben, zu arbeiten, zu studieren

oder den Ruhezustand zu verbringen. Vor allem international

tätige Unternehmen schicken ihre Mitarbeitenden für eine

gewisse Zeit in eine ausländische Niederlassung. Viele Firmen

haben für den Austausch von Mitarbeitenden standardisierte

Programme eingerichtet. Andere entsenden die Fachleute und

Kader nach Bedarf in eine Aussenstelle wie zum Beispiel der Reiseveranstalter

Kuoni. «Wir vergeben Auslandjobs aufgabenzentriert,

das heisst, wir schauen, wo eine Stelle frei ist, und schreiben

diese dann aus. Interne Bewerber haben dabei Vorteile, weil

sie unser Geschäft kennen», sagt Manuel Wendel vom HR. Kuoni

beschäftigt in über 50 Ländern rund 11000 Mitarbeitende. Die

Chancen, in diesem grossen Netzwerk einen Job zu finden, sind

entsprechend gross.

Von Rolf Murbach

Wer mit dem Gedanken spielt, einmal im Ausland zu arbeiten,

hat bei internationalen Firmen die besten Chancen. Diese

Unternehmen tauschen Mitarbeitende und Know-how aus.

Wenn sie in neue Märkte vorstossen, gründen sie Zweigstellen.

Auslandeinsätze sind häufig auch Bestandteil einer Laufbahn-

entwicklung. Topleute werden bewusst an Aussenstellen eingesetzt,

damit sie sich das Rüstzeug holen, um im internationalen

Umfeld zu bestehen. «Wir erwarten von Kadern, auch im Ausland

eine Stelle anzutreten», sagt Verena Gölkel, Mediensprecherin

bei Sulzer. Der Industriekonzern hat weltweit Niederlassungen

an über 170 Standorten und macht über das Intranet Jobs

für Interessenten publik. Am Hauptsitz in Winterthur sind zwei

Personen eigens für die sogenannten «global mobility expats»

zuständig. Die Stellen richten sich in erster Linie an Ingenieure,

es gibt aber auch Stellen für andere Fachleute.


Ein faszinierend anderer Arbeitsort: Hongkong, China.

context 1 – 2012

19


20

Dossier International

context 1 – 2012

Immer wieder von vorne beginnen

Menschen, die alle paar Jahre in ein anderes Land ziehen, nennt

man auch globale Nomaden. Sie müssen jedes Mal von vorne

beginnen, sich mit einer anderen Kultur vertraut machen und

einen Freundeskreis aufbauen. Philipp Mosimann (43) ist ein

solcher globaler Nomade. Das Ausland hat ihn schon immer fasziniert.

Ein Berufsziel war, einmal global tätig zu sein. Nach dem

Studium der Internationalen Beziehungen an der Universität

St.Gallen fand er eine Stelle bei ABB. Nach einiger Zeit in der

Konzernzentrale hatte er die Möglich-

keit, ins Ausland zu wechseln.

2005 trat Philipp Mosimann bei der

ABB in Singapur seine erste Stelle in

der Fremde an. Dort war er Treasurer

für die Regionen Nord- und Südasien. 2009 zogen er und seine

Familie weiter nach Bangkok, wo er zunächst als Finanzleiter

für die lokale Geschäftseinheit Transformatoren tätig war. Bald

schon konnte der Finanzfachmann zusätzlich die Leitung der

Finanzen für die gesamte globale Produktegruppe Transformatoren-Dienstleistungen

übernehmen.

Wunschdestination ist nicht garantiert

Bei der Wahl der Destinationen hatte der Schweizer die Möglichkeit

mitzureden. «Man kann bevorzugte Länder angeben. Die

■ Vor drei Monaten ist Fabian Humbel

wieder in die Schweiz zurückgekehrt.

Im Rahmen eines firmeninternen Austauschprogramms

bei der UBS hat er einen

16-monatigen Auslandaufenthalt in

New York absolviert. «Ich versprach mir

von einer ähnlichen Tätigkeit in einem

neuen Umfeld einiges an zusätzlichem

Fachwissen sowie Erfahrungen in der Geschäftwelt

eines anderen kulturellen Umfelds»,

sagt er auf die Frage nach seiner

Motivation. In einem

ersten Schritt durch-

lief er ein internes

Auswahlverfahren.

Dann ging es um die

Klärung, in welchem

Geschäftsbereich er konkret tätig sein

würde. «Ich hatte das Glück, dass mein

ehemaliger Vorgesetzter selber längere

Zeit in New York tätig war und mich in

meinen Plänen unterstützte.» Dieser vermittelte

ihm denn auch den Erstkontakt

nach New York.

Ebenfalls als hilfreich bei der Vorbereitung

beurteilt er, dass ihn eine firmenexterne

Anwaltskanzlei bei der Beschaffung

der nötigen Papiere wie Arbeits-

und Aufenthaltsbewilligung unterstützte.

Dazu war auch eine umfassende Begründung

für seinen Arbeitseinsatz in den USA

notwendig. Für die Suche nach einer geeigneten

Wohnung stand ihm ein Broker

zur Verfügung. Auf der Basis ausgewählter

Kriterien zeigte ihm dieser während

«Ich habe extrem

viel profitiert»

Arbeits- und Wohnort müssen

auch für die Familie stimmen.

eines Tages rund zwanzig Wohnungen

und übernahm die Prüfung des Mietvertrags.

Bezüglich der Arbeitskultur stellte er

grosse Unterschiede zu den aus der

Schweiz vertrauten Verhältnissen fest.

Die Arbeitstage waren ausgesprochen

lang, wobei dies insbesondere auf die

Branche (Investment Banking) zurückzuführen

sei. Zwölf bis vierzehn Stunden

waren üblich, hinzu kamen regelmässig

auch Arbeitseinsätze

am den Wochenen-

den. «Der Konkurrenzkampf

um die

guten Jobs an der

Wallstreet ist hart»,

sagt Fabian Humbel. Die zukünftigen Berufsleute

würden auf diesen Konkurrenzkampf

bereits während ihres Studiums

konsequent vorbereitet und lernten sich

selbst zu präsentieren. Entsprechend

selbstbewusst sei ihr Auftritt. Viele von

ihnen stammten von Topuniversitäten

und absolvierten in den Studienferien ein

Praktikum.

Fabian Humbel hat ursprünglich eine

Banklehre mit Berufsmatura gemacht.

Nach zweijähriger Praxistätigkeit studierte

er an der Fachhochschule St. Gallen

Betriebsökonomie. Vor seinem Auslandaufenthalt

absolvierte er zudem das

Nachdiplomstudium MAS of Advanced

Studies in Corporate Finance CFO an der

Fachhochschule Nordwestschweiz.

Wunschdestination ist aber nie garantiert. Wenn man zu wählerisch

ist, vergibt man sich allenfalls die Chance, im Ausland

zu arbeiten», erklärt Philipp Mosimann. Es ist ihm wichtig, dass

der Arbeits- und Wohnort auch für seine Familie stimmt. Er ist

mit einer Russin verheiratet, gemeinsam haben sie zwei Kinder.

«Es ist gut möglich, dass der Job spannend ist, aber das Umfeld

für die Familie ungeeignet. Das möchte ich auf keinen Fall.»

Die Familie profitiert im Ausland von guten Anstellungsbedingungen.

Bei der Suche nach einer Wohnung oder einer

Schule hilft ihnen jeweils der Arbeitge-

ber, und sie können schnell auf ein bestehendes

Netzwerk zurückgreifen.

Die Entlöhnung entspricht Schweizer

Salären.

Philipp Mosimann gefallen diese beruflichen Wechsel. «Ich

schätze es enorm, dass ich alle paar Jahre in ein neues professionelles,

soziales und kulturelles Umfeld eintauchen kann und

verschiedenen Menschen begegne.» Ein Nachteil gebe es allerdings.

«Wir müssen bei jedem Jobwechsel unsere sozialen Beziehungen

neu aufbauen, die meisten gehen dann leider bei einem

Wegzug wieder verloren.» Für ihn und seine Familie sei es

daher sehr wichtig, die Kontakte, die sie in der Schweiz haben,

zu pflegen. Nur so würde später eine Rückkehr in die Heimat

problemlos sein.

Fabian Humbel, Transaction Manager, 30,

hat 16 Monate in New York gearbeitet.

«Sowohl auf fachlicher wie auch persönlicher

Ebene habe ich extrem viel profitiert»,

sagt er. Während seines Einsatzes

im Bereich Leveraged Finance des UBS

Investment Banking habe er neue Produkte

sowie Märkte kennengelernt und

sein Kommunikationsverhalten in einer

andern Geschäftskultur erproben können.

«Auch durfte ich zahlreiche persönliche

Kontakte knüpfen und damit mein

berufliches Netzwerk vergrössern.»

«Ein Auslandeinsatz hat aber auch

Konsequenzen für das Privatleben», gibt

Fabian Humbel zu bedenken. Seine Partnerin

hat ihn mehrmals für drei Monate

in New York besucht und reiste dann jeweils

wieder zurück in die Schweiz. Diese

Situation sei für sie beide nicht immer

leicht gewesen. Therese Jäggi


Die Auswirkungen von Auslandjobs auf Beziehungen sind

vor allem für Paare und Familien beträchtlich. Jemand findet für

zwei Jahre eine Stelle. Soll der Partner oder die Partnerin bzw.

die ganze Familie mitziehen? Nicht immer brechen alle die Zelte

ab. Oftmals bleibt einer zu Hause. Eine Frau schreibt in einem

Internet-Forum: «Ich habe eben eine Stelle im Ausland angeboten

bekommen, die ich auch angenommen habe. Meine Familie

bleibt erst mal zu Hause. Mein Mann hat hier seinen Job,

meine Tochter (14) besucht die Schule. Ich werde alle zwei Wochen

für drei bis vier Tage zurückkehren.»

Mobilitätsprogramme

Für international tätige Unternehmen ist es selbstverständlich,

dass sie ihre Mitarbeitenden in verschiedene Länder schicken.

Sie gewährleisten dadurch auch den Austausch von Wissen.

Gleichzeitig ermöglichen sie den Angestellten, Erfahrungen für

ihre Laufbahn zu sammeln und weitere Karriereschritte einzuleiten.

AXA Winterthur ist ein solches Unternehmen. Der Versicherungskonzern

hat Niederlassungen in der ganzen Welt. «Wir

haben für unsere Mitarbeitenden spezielle Programme für Auslandeinsätze

entwickelt, mit denen wir Talente fördern oder

Know-how bereitstellen», sagt International Mobility Manager

Esther Nussbaumer. Die kürzeren Programme dauern drei bis

zwölf Monate, die längeren ein bis fünf Jahre. Daneben gibt es

In ein neues professionelles und kulturelles Leben eintauchen: Bangkok, Thailand.

context 1 – 2012

auch Auslandeinsätze im Rahmen von internationalen Arbeitsgruppen,

ausgedehnten Geschäftsreisen und Praktika. Unbefristete

Jobs schliesslich sind mit einem Stellenwechsel in eine

ausländische AXA-Einheit verbunden. Man spricht dann von einer

lokalen Anstellung.

Die meisten Mitarbeitenden, die für eine gewisse Zeit im

Ausland tätig sind, erhalten eine Stelle in Paris, wo sich der

Hauptsitz des Unternehmens befindet. Es gibt aber auch Einsätze

in anderen Ländern wie England, Spanien, Belgien oder

Singapur.

Unterstützung bei Transfer und im Alltag

Die Programme unterstützen die Expats beim Transfer ins Ausland

und im neuen Alltag. «Wir helfen ihnen bei der Suche einer

Wohnung und übernehmen die Schulkosten für Kinder», erläutert

Esther Nussbaumer. Zudem müssen sich die AXA-Mitarbeitenden

nicht um Visa und Steuern kümmern. Schliesslich können

sie Kurse besuchen, die ihnen den Einstieg in eine andere

Kultur erleichtern.

Die Personalfachfrau Natalie Sternegg gehört zu den Mitarbeitenden,

die schon lange den Wunsch hegten, einmal im Ausland

zu arbeiten. Als im letzten Jahr bei AXA Tech in Hongkong

eine befristete Stelle zu vergeben war, ergriff sie die Gelegenheit

und wechselte relativ kurzfristig in die asiatische Metropole.

21


22

Dossier International

context 1 – 2012

«Ich bin ohne vertiefte Kenntnisse der chinesischen Mentalität

und Kultur ins kalte Wasser gesprungen», sagt sie rückblickend.

An ihrer neuen Stelle unterstützte sie das Management beim Auf-

und Ausbau des Hubs von AXA Tech für Asien sowie des dazu

erforderlichen HR-Teams. Sie führte unter anderem Bewerbungsgespräche

durch, war zuständig für generelle HR-Fragen

und kümmerte sich um Expats. Wie ihre chinesischen Arbeitskollegen

hatte sie einen langen Arbeitstag. «Ich kam zwischen

21 und 22 Uhr aus dem Büro und beantwortete geschäftliche

Mails oftmals bis Mitternacht von zu Hause aus.» Den einjährigen

Aufenthalt in Asien erlebte sie als intensiv und spannend.

«Ich habe in Hongkong gelernt, dass es häufig anders kommt, als

man erwartet. Man muss sehr flexibel sein.»

Internationalität auch in der Schweiz

Auch die Credit Suisse bietet ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit,

im Ausland zu arbeiten. «Als global tätiges Unternehmen

haben wir den Vorteil, dass wir Karrierechancen durch Mobilität

fördern können», sagt Lukas Vonesch, Leiter Young Talents

und Campus Recruiting. «Dank dem globalen Umfeld, in welchem

unsere Mitarbeitenden auch hier in der Schweiz arbeiten,

ist Internationalität zudem ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags.»

Wann ist ein Auslandaufenthalt möglich? Die meisten Firmen

schicken ihre Leute erst nach einigen Jahren Berufs- und

Branchenerfahrung in eine ausländische Niederlassung. Lukas

Vonesch: «Nachdem Mitarbeitende zwei oder drei Jahre bei uns

gearbeitet haben, unterstützen wir sie wenn immer möglich in

■ Martin Poltera würde sich sofort wieder

fürs Ausland entscheiden. Die Erfahrungen,

die er in Singapur, Manila und Hongkong

gemacht hat, möchte er nicht missen.

«Hier ist alles viel schneller, die

Menschen sind optimistisch und haben

viel Ehrgeiz. In Europa dagegen läuft es

mir zu gemächlich. Wir sind in der alten

Welt bequem geworden», sagt der Auslandschweizer.

Poltera arbeitet und lebt

seit 2007 in Asien. Er ist für Avaloq tätig,

ein auf Bankensoftware spezialisiertes

IT-Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich

und Niederlassungen in den wichtigen Finanzzentren

der Welt.

Der Wirtschaftsinformatiker ist verantwortlich

für den Aufbau der Avaloq-

Zweigstelle in Singapur. Er übernimmt

aber auch Aufgaben in Manila und in

Hongkong, wo er ein

Development Sup-

port Center betreut,

lokale Mitarbeitende

rekrutiert, ausbildet

und sie bei der Einführung

der Bankensoftware unterstützt.

Zudem ist er für Aufgaben der Qualitätskontrolle

zuständig.

Martin Poltera wollte nach einem früheren

zweieinhalbjährigen USA-Aufenthalt

weitere Auslanderfahrungen sammeln.

Zudem war es ihm wichtig, wieder

in einem kleineren Team zu arbeiten,

nachdem er im stetig wachsenden Haupt-

«Ich war noch nie so

zufrieden»

sitz in Zürich tätig war. In Singapur starteten

sie vor 5 Jahren zu zweit, unterdessen

beschäftigt die Niederlassung 28

Mitarbeitende. Vor allem aber wollte Poltera

einen weiteren Kulturkreis und das

Asian Banking kennenlernen. «Ich habe

hier die Möglichkeit, bei der Einführung

unserer Bankensoftware Mitarbeitende

mit völlig anderem kulturellem Hintergrund

auszubilden und zu coachen. Das

ist spannend.»

Das Leben in Asien erlebt er als sehr

bereichernd. «Die Leute sind freundlich.

Ich habe viele tolle Begegnungen»,

schwärmt Martin Poltera. «Und ich sehe,

dass man das Geschäften auch anders betreiben

kann als bei uns. Vieles ist unkompliziert,

und die Menschen sind

sehr direkt.» Zudem sei es eine schöne Erfahrung

zu sehen,

dass die friedliche

Zusammenarbeit mit

Mitarbeitenden unterschiedlicherKulturen

problemlos ist.

Schliesslich gefällt dem Schweizer, dass

er sich in einem lebendigen Umfeld bewegt,

immer etwas läuft und Traumdestinationen

schnell erreichbar sind.

Der Anfang sei allerdings beschwerlich

gewesen, es brauche rund ein halbes

Jahr, bis man sich eingelebt habe und bis

alles klappe. Neben dem Spannenden

und Angenehmen gebe es natürlich auch

ihren Mobilitätsanliegen.» Für jüngere Bankangestellte bietet

die Credit Suisse ein Programm, das ihnen Mobilität innerhalb

der Schweiz ermöglicht. Sie können für maximal ein Jahr in einer

anderen Sprachregion der Schweiz Berufserfahrung sammeln

und so ihre Sprachkenntnisse vertiefen.

Wer im Ausland lebt und arbeitet, muss sich auf eine neue

Kultur einstellen. Auf einmal ist vieles nicht mehr, wie es war.

Das Essen ist anders, die Gewohnheiten und das Verhalten der

Menschen sind neu. Man ist mit unbekannten Ritualen und Umgangsformen

konfrontiert. Viele Menschen, die eine längere Zeit

im Ausland gelebt haben, sprechen von mehreren Wochen bis

Monaten Eingewöhnungszeit, bis sie mit der fremden Kultur vertraut

waren und den sogenannten Kulturschock überwunden

hatten. Je fremder eine Kultur ist, desto länger dauert es, bis man

am neuen Ort ganz angekommen ist. Europäer fühlen sich in einem

anderen europäischen Land oder in Übersee wohl schneller

heimisch als in Asien.

Zur neuen Kultur gehört auch die Sprache. Viele erleben es

als eine Bereicherung, eine Fremdsprache zu perfektionieren.

Spätestens wenn man sich sattelfest fühlt, ist man im Land ganz

angekommen. Der Wirtschaftsinformatiker Martin Poltera arbeitet

seit mehreren Jahren für ein auf Bankensoftware spezialisiertes

Unternehmen in Singapur. Er sagt: «Ich habe ganz auf

Englisch umgestellt.»

Rolf Murbach ist Context-Redaktor.

rolf.murbach@kvschweiz.ch

Martin Poltera, Wirtschaftsinformatiker,

48, arbeitet seit fünf Jahren in Asien. Die

andere Kultur hat es ihm angetan.

Negatives. «Die Bürokratie ist ausufernd,

die Behörden arbeiten ineffizient, und der

Lärm in der Stadt ist ohrenbetäubend.» In

der Nähe seiner Wohnung in Singapur

gibt es vier Baustellen, wo rund um die

Uhr gearbeitet wird. Zu denken gibt Martin

Poltera auch der Konsumwahn vieler

Asiaten und der beinahe inexistente Umweltschutz.

«Es tut weh zu sehen, dass sie

hier alle Fehler wiederholen, die wir in

Europa gemacht haben.»

Martin Poltera denkt nicht an eine

Rückkehr. «Hier ist das Leben absolut

spannend», sagt er. Und: «Ich war noch

nie so zufrieden.» Der Schweizer kann

den Schritt, «das warme Nest zu verlassen

und sich in der weiten Welt zu behaupten»

anderen nur empfehlen. Rolf Murbach


Lehre und Forschung in Wuxi

Dass Studierende ein Auslandsemester absolvieren ist üblich. Noch nicht sehr zahlreich sind

hingegen Lehrlinge, die von einem Auslandaufenthalt profitieren. Die Firma Bühler in Uzwil

macht sich dafür stark. Von Therese Jäggi

«Angefangen hat es 2008», erinnert sich

Andreas Bischof, Leiter Berufsbildung

beim Technologiekonzern im sankt-gallischen

Uzwil. Im Rahmen eines Pilotprojekts

schickte das Unternehmen fünf

Lernende im dritten Lehrjahr – zwei Polymechaniker

und drei Anlagen- und

Apparatebauer – in die Bühler-Niederlassung

nach Wuxi in der Nähe von

Schanghai. Warum haben sich die Verantwortlichen

gerade für einen so exotischen

Standort entschieden? «Wir sagten

uns, wenn wir es dort schaffen, können

wir es auch in allen anderen Ländern

wagen», sagt Andreas Bischof.

Wichtige Voraussetzung eines solchen

Auslandaufenthaltes ist laut dem Berufsbildner,

dass die Rahmenbedingungen

geklärt sind. Die Berufsfachschule muss

voll dahinter stehen, denn die schulische

Ausbildung soll im Selbststudium und

über Internet fortgesetzt werden. Und natürlich

sei auch die Unterstützung der Eltern

wichtig. «Nicht allen fällt es leicht, in

dieser Phase ihre Söhne oder Töchter für

so lange Zeit loszulassen.»

Umfangreiche Vorbereitung

Wer das Auswahlverfahren für einen

China-Einsatz erfolgreich durchlaufen

hat, absolviert während eines halben Jahres

einen Vorbereitungskurs. Dazu gehö-

Solar-aktien, ihre ökologiSche geldanlage

Die ADEV Solarstrom AG investiert ausschliesslich in Solarstromanlagen.

Bereits über 770 Aktionäre haben sich beteiligt. Werden Sie Aktio närin

oder Aktionär der ADEV Solarstrom AG und zeichnen Sie Aktien der

laufenden Kapital er höhung über 4.2 Mio. Franken. Fordern Sie die

Beteiligungs broschüre mit Zeichnungs schein an.

context 1 – 2012

ren technisches Englisch, ein wenig Chinesisch,

Tipps zum Verhalten in der

fremden Kultur und Wissen über die Geschichte

und Kultur der Schweiz. «Unsere

Lehrlinge sind in China mit Menschen

konfrontiert, die ihnen ein überaus grosses

Interesse entgegenbringen und meistens

nur klischeehafte Vorstellungen der

Schweiz haben.» Diesen sollten die Bühler-Lernenden

ein Bild der modernen

Schweiz jenseits von Alp-Öhi und Geissen

vermitteln können.

Hohe Erwartungen

Die Erwartungen der Firma an die Lernenden

sind hoch. Diese sollen ihre Leistungsfähigkeit

vor Ort unter Beweis stellen

und ein Netzwerk aufbauen. Eine

weiterführende Perspektive sieht einen

späteren Auslandaufenthalt nach der

Lehre vor. Es gehe auch um Wissenstransfer:

Know-how von hier in wachsende

Märkte zu investieren. «Klar, davon profitiert

neben den Lernenden auch das Unternehmen»,

sagt Bischof. Bei Bühler mit

seinen 301 Lernenden wird die Berufsbildung

hochgehalten. Nicht zuletzt geht es

auch darum, das duale Bildungssystem

im Ausland bekannt zu machen.

Die Erfahrungen sind durchwegs positiv.

Bischof: «Die Lernenden kommen

einen grossen Schritt weiter in ihrer Ent-

Name und Vorname

Adresse

ADEV Solarstrom AG | Kasernenstrasse 63 | Postfach 550 | CH - 4410 Liestal | Tel. 061 927 20 30 | Fax 061 927 20 49 | info@adev.ch | www.adev.ch

PLZ/Ort

wicklung.» Dass sie sich in einer fremden

Kultur hätten behaupten können, stärke

ihr Selbstbewusstsein. Auch seien sie

nach der Rückkehr selbstständiger und

zeigten mehr Initiative und Verantwortung.

Als nicht ganz einfach habe sich erwiesen,

dass sie auch ihren Verpflichtungen

für die Berufsschule nachkommen

müssen. Der Berufsbildner hat dafür ein

gewisses Verständnis, denn neben den

täglich acht Stunden im Betrieb besuchen

die Lernenden noch zweimal über Mittag

den Chinesischunterricht.

Ausbau geplant

Nach 2008 gingen jedes Jahr sechs Lernende

nach China. Hinzu kamen im

letzten Jahr Deutschland, England und

Südafrika als Destinationen. 2012 gehen

erstmals zwei KV-Lernende nach Spanien.

Weitere Länder der Zukunft sind

Indien und Brasilien. Ziel der Bühler-Berufsbildung

ist es, inskünftig mindestens

20 Prozent der Lernenden für einen zwei-

bis viermonatigen Auslandeinsatz zu begeistern.

«Heute machen wir die neuen

Lernenden bereits im Rahmen des Bewerbungsgesprächs

auf die Möglichkeit eines

Auslandeinsatzes aufmerksam», sagt

Andreas Bischof. Und natürlich werde es

positiv gewertet, wenn jemand dafür Interesse

zeige.

23


24

Dossier International

context 1 – 2012

Steuern ? Arbeitsrecht ?

Versicherungen ?

Einen Auslandaufenthalt vorbereiten ist ein organisatorisches Grossprojekt. Einmal dort,

stellen sich ebenfalls viele Fragen. Context liefert Antworten.

Muss ich mich in der Schweiz abmelden?

Die Gemeinden handhaben dies unterschiedlich. Wenn Sie

weniger als zwölf Monate ins Ausland gehen, müssen Sie sich

meist nur provisorisch abmelden. Die Gemeinde verlangt von

Ihnen eine Kontaktadresse im Ausland sowie eine Kontaktperson

zu Hause. Die Steuererklärung muss weiterhin eingereicht

werden. Nach der Rückkehr können Sie sich problem- und kostenlos

wieder anmelden. Wer länger als ein Jahr fort ist, muss

sich definitiv abmelden. Die Steuern werden dann abgerechnet

und Sie müssen keine mehr zahlen.

Brauche ich eine Aufenthaltsbewilligung im Zielland?

Informieren Sie sich frühzeitig bei der Vertretung Ihres Ziellands

in der Schweiz über die Einreise- und Aufenthaltsvorschriften

wie auch über die Ein- und Ausfuhrbestimmungen.

Generelle Informationen finden sich im betreffenden Länderdossier

auf www.swissemigration.ch.

Gibt es für die EU spezielle Regeln?

Grundsätzlich können Sie als Schweizer Staatsangehörige/r

mit gültiger Identitätskarte oder gülti-

gem Reisepass in einen EU-Staat einreisen.

Sie haben das Recht, sich dort

aufzuhalten und einer Arbeit nachzugehen.

Dazu erteilt Ihnen das Gastland

eine Aufenthaltsbewilligung. Dauert

das Arbeitsverhältnis weniger als ein Jahr, gelten Sie als Kurzaufenthalter/in.

Ansonsten Sie sind ein/e Daueraufenthalter/in.

Haben Sie einen Arbeitsvertrag für mindestens ein Jahr, erhalten

Sie eine Aufenthaltsbewilligung für fünf Jahre.

Muss ich mich im Zielland anmelden?

Wenn Sie länger als zwölf Monate bleiben, müssen Sie sich

bei der zuständigen Vertretung, Botschaft oder dem Konsulat,

im Zielland immatrikulieren. Eine Anmeldung empfiehlt sich

auch bei kürzerem Aufenthalt. Neue Pässe, Zivilstands- oder Geburtsurkunden

sowie weitere Dokumente erhalten Sie dann

über diese Vertretungen. Zudem bekommen Sie die Zeitschrift

«Schweizer Revue» zugeschickt, die Sie über Gesetzesänderungen

und wichtige Fristen informiert, die Sie als Auslandschweizer/in

betreffen.

Ab wann gelte ich als Auslandschweizer/in?

Auslandschweizer/in ist, wer sich seit mindestens drei Monaten

im Ausland aufhält. Sobald Sie im Ausland Wohnsitz genommen

haben, gelten Sie als Auslandschweizer/in, auch wenn

Sie sich weniger als drei Monate im Ausland befinden.

Wenn ich für meine Schweizer Firma tätig bin, bleibe ich dem

Schweizer Arbeitsrecht unterstellt?

Das hängt von der Art der Anstellung ab. Klären Sie dies im

Vorfeld mit Ihrem Arbeitgeber.

Wenn ich im Ausland umziehe, wem muss ich die Adressänderung

melden?

Melden Sie dies rechtzeitig der für Sie zuständigen Vertre-

Informieren Sie sich frühzeitig

bei der Vertretung Ihres Ziellandes

über Aufenthaltsvorschriften.

tung. Nur so erhalten Sie automatisch Ihre Abstimmungsunterlagen

– vorausgesetzt Sie bleiben bei einer schweizerischen

Stimmgemeinde registriert.

Ich kann also vom Ausland aus abstimmen und wählen?

Sie können über eidgenössische Vorlagen abstimmen und

an den Nationalratswahlen teilnehmen. Die Ständeratswahl

und kantonale Vorlagen handhaben die Kantone verschieden.

Aus dem Ausland ist eine Wahl- und Stimmbeteiligung in folgenden

Kantonen möglich: BE, BL, FR, GE, GR, JU, NE, SO, SZ,

TI. In Zürich kann nur bei der Ständeratswahl mitgemacht werden.

Wie steht es mit der Unterzeichnung von Volksinitiativen?

Wenn Sie stimmberechtigt sind, können Sie eine Initiative

unterzeichnen. Sie sind aus dem Internet herunterladbar (www.

admin.ch/aktuell). Geben Sie auf dem Unterschriftenbogen Ihre

politische Gemeinde und den entsprechenden Kanton an. Notieren

Sie als Wohnort Ihre offizielle Adresse im Ausland.

Was muss ich in Bezug auf AHV, IV und ALV unternehmen?

Im Prinzip sind Sie dem Recht des

Arbeitsortes unterstellt. Es ist aber

nicht garantiert, dass dort einbezahlte

Beträge später in der Schweiz angerechnet

werden. Um eine Beitragslücke

zu verhindern, können Sie freiwillig

der AHV beitreten. Damit sind Sie auch automatisch gegen

Invalidität und den daraus folgenden Erwerbsausfall versichert.

Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber entsendet werden, bleiben Sie

bei der obligatorischen AHV versichert.

Was ist mit der 2. Säule?

Schweizer mit Wohnsitz in einem EU/EFTA-Staat, die dort

für einen schweizerischen Arbeitgeber arbeiten, bleiben der

Pensionskasse angeschlossen. Für andere Auslandschweizer/

innen ist die 2. Säule grundsätzlich nur auf freiwilliger Basis

möglich. Doch auch hier kennen die einzelnen Kassen verschiedene

Regelungen, fragen Sie deshalb nach.

Kann ich meine Krankenkasse und Unfallversicherung behalten?

Werden Sie von Ihrem Arbeitgeber in ein EU- oder EFTA-

Land entsandt, müssen Sie in der Schweiz versichert bleiben. Erkundigen

Sie sich aber bei Ihrer Kasse.

Falls es Schwierigkeiten gibt, bietet Soliswiss, der Solidaritätsfonds

der Auslandschweizer (www.soliswisss.ch), eine Auswahl

an Kassen, bei denen dies möglich ist. Dies betrifft die

Grundversicherung. Zusatzversicherungen können auch international

gültig sein.

Was passiert, wenn ich krank werde oder einen Unfall habe?

Seit dem 1. Januar 2006 gewährt die europäische Krankenversicherungskarte,

Tourist/innen, Studierenden, Entsandten

und Geschäftsreisenden bei vorübergehendem Aufenthalt in einem

EU/EFTA-Staat Anspruch auf notwendige medizinische

Behandlungen.


Habe ich auch im Ausland Anspruch auf Familienzulagen?

Schweizer mit Wohnsitz in einem EU/EFTA-Staat, die dort

für einen schweizerischen Arbeitgeber arbeiten, bleiben dem Familienzulagensystem

angeschlossen. Ansonsten erhalten sie

Zulagen, die sich nach den Vorschriften des betreffenden Landes

richten.

Wo muss ich Steuern zahlen?

Die Schweiz hat mit jedem EU-Staat ein Doppelbesteuerungsabkommen

abgeschlossen. Auskünfte erhalten Sie bei der

Eidgenössischen Steuerverwaltung. Im Wohnsitzstaat muss der

Auslandschweizer in der Regel sein gesamtes Einkommen und

Vermögen versteuern, inklusive das Vermögen in der Schweiz.

Dies, obwohl er für allfällige Güter wie Grundstücke oder Wertschriften

in der Schweiz auch Steuern zu zahlen hat und der Verrechnungssteuer

unterliegt.

Wo muss ich die Geburt meines Kindes melden?

Jede Geburt muss im Familienregister Ihrer Heimatgemeinde

notiert werden. Informieren Sie sich im Voraus bei der

für Sie zuständigen Vertretung, welche Geburtsurkunde Sie aus

dem Land benötigen, wo Sie momentan arbeiten.

inserat context januar 2012_kv zürich 12.01.12 16:09 Seite 1

Seminare 2012

FÜHRUNG

• Einstieg ins Qualitätsmanagement (1 Tag)

• Erfolgreich führen (2 Tage)

• Einführung in die Motivationspsychologie (1 Tag)

• Erfolgreicher kommunizieren für Führungskräfte (1 Tag)

• Gezielte Personalauswahl und Interviewtechnik (2 Tage)

• Teamführung – Teamentwicklung – Teampower! (1 Tag)

• Mitarbeitergespräche wirksam und motivierend führen (2 Tage)

• Erfolgreich führen PLUS – mit nachfolgendem Workshop (3 Tage)

RECHT

• Neues und Wichtiges im Arbeitsrecht – Update für den Betrieb (1 Tag)

• Arbeitszeugnisse – Codes und Standardformulieren (1 Tag)

• Arbeitszeugnisse formulieren – Workshop (1 Tag)

• Beendigung des Arbeitsverhältnisses: Rechtliche Probleme lösen (1/2 Tag)

• Lohn und Personalversicherungen (1 Tag)

• Sozialversicherungen im Überblick – Kompaktseminar für die Praxis (1 Tag)

• Arbeitsrecht: Klare Formulierungen – Fehler vermeiden (1/2 Tag)

• Personalvorsorge und BVG (2 Tage)

JUGEND, LEHRE, BERUFSBILDUNG

KV-Lernende rekrutieren und fördern (1 Tag)

• Führung von Lernenden – eine besondere Aufgabe

Teil 1: Adoleszenz, Rollen, Regeln & Grenzen (1 Tag)

• Führung von Lernenden – eine anspruchsvolle Aufgabe

Teil 2: Kommunikation, Konfliktmanagement, Coaching (1 Tag)

context 1 – 2012

Was mache ich mit Versicherungen wie Hausrat, Haftpflicht

oder Leben?

Weil alle Verträge verschieden sind, lässt sich hier keine allgemeine

Aussage machen. Auf die Dienstleistungen von Schweizer

Versicherern muss aber nicht verzichtet werden: Diese haben

weltweit Filialen und Tochtergesellschaften.

Was gilt es bezüglich des Militärdiensts zu beachten?

Wenn Sie dienstpflichtig sind, müssen Sie bei der kantonalen

Militärverwaltung einen Urlaub beantragen und Ausrüstung

und Waffen abgeben.

Kann ich mein Hab und Gut ins Ausland und dann wieder in

die Schweiz mitnehmen?

Dieses sogenannte Übersiedlungsgut können Sie in der Regel

abgabefrei einführen. Über das richtige Vorgehen informiert

Sie die Eidgenössische Zollverwaltung (www.zoll.admin.ch). ajm

Empfehlenswert sind die Broschüren «Ratgeber für Auslandschweizer»,

«Schweizerinnen und Schweizer in der EU» sowie das Merkblatt «Rückkehr»

des Bundes. Siehe: www.eda.admin.ch/eda/de/home/doc/publi/ptrali.html

oder www.ch.ch/schweiz

KOMMUNIKATION

• Besser schreiben – pfiffig und stilsicher formulieren (1 Tag)

• Professionell telefonieren – Basisseminar (1 Tag)

• Kritisieren ohne zu verletzen – die Kunst der konstruktiven Kritik (1 Tag)

• Verkaufen mit Glaubwürdigkeit und Sympathie (1 Tag)

• Sicher im Umgang mit der deutschen Sprache (1 Tag)

• Nicht auf den Mund gefallen (1 Tag)

• Workshop «Professioneller schreiben» (1 Tag)

• Persönliche Kommunikation – klar und situationsgerecht (1 Tag)

ARBEITS- UND LERNTECHNIK

• Auftrittskompetenz – Mit Schwung und Professionalität zum Ziel (1 Tag)

• Effiziente Protokollführung (1 Tag)

• Eventmanagement – eine gute Idee allein genügt nocht nicht (2 Tage)

• E-Mail-Verkehr – intelligent und zeitsparend (1 Tag)

• Smart-Reading – effizient und schneller lesen (1 Tag)

• Befreien Sie sich von (un)heimlichen Energieräubern (1 Tag)

• Zeitmanagement (1 Tag)

• Drehscheibe «Office» (1 Tag)

PERSÖNLICHKEITSBILDUNG

• Konstruktive Lösungen für kleine und grosse Konflikte (1 Tag)

• Intuitionstraining – 6. Sinn – Mentale Erfolgssteuerung (1 Tag)

• 45plus – die Chancen der bevorstehenden Berufsjahre nutzen (1 Tag)

• Die gelassene Art, sich durchzusetzen (1 Tag)

• Selfmarketing – die Persönlichkeit als Marke (1 Tag)

• Selbstmanagement (2 Tage)

Informationen und Anmeldung:

KV Zürich · Pelikanstrasse 18 · Postfach 2928 · 8021 Zürich · Telefon 044 211 33 22 · info@kvz.ch · www.kvz.ch

KV Winterthur · Tösstalstrasse 37 · Postfach 165 · 8411 Winterthur · Telefon 052 269 09 09 · info@kv-winterthur.ch · www.kv-winterthur.ch

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26

Bündig

context 1 – 2012

Umfrage

Durchschnittliche Chefs

Schweizer Arbeitnehmende geben ihren

Vorgesetzten die Note «zufriedenstellend».

Eine Umfrage der Personaldienstleistungsfirma

Kelly Services zeigt auf, dass

die Schweizerinnen und Schweizer ihren

Chefs bloss genügende Noten ausstellen.

Von zehn möglichen Punkten erhielten

die Vorgesetzten 6,2. Damit liegt die

Schweiz allerdings im europäischen

Durchschnitt. Minim besser als die

Schweizer/innen werden die irischen,

niederländischen und russischen Chefs

und Chefinnen eingeschätzt.

Immerhin 53 Prozent der befragten

Schweizer Arbeitnehmenden sind mit der

Leistung ihres Chefs zufrieden, sagen, er

oder sie mache den Job gut und bewerten

dies mit einer Note von 7 und mehr. Die

Höchstpunktzahl haben jedoch nur gerade

einmal fünf Prozent vergeben.

Andere branchen, andere Vorstellungen

Auffällig dabei ist, dass junge Mitarbeitende

(bis 29 Jahre) zufriedener mit ihren

Vorgesetzten sind als Personen, die schon

länger im Arbeitsmarkt tätig sind. Die

Jungen vergeben im Durchschnitt die

SchreibtiSch

Note 6,6. Die 30- bis 47-Jährigen sind die

kritischsten Arbeitnehmenden, mit einer

Note von 5,9. Wieder etwas milder bewerten

die älteren ihre Chefs. Ihre Durchschnittsnote

ist 6,3.

Relativ einig sind sich die Befragten,

wenn es um die Fähigkeiten geht, die einen

guten Chef, eine gute Chefin ausmachen.

27 Prozent sehen Führungsstärke

als die wichtigste Eigenschaft an. 22 Prozent

erklären, klare Visionen und Strategien

kämen für sie an erster Stelle. Für 16

Prozent braucht es unbedingt eine grosse

Persönlichkeit, durch die sich ein/e

Vorgesetzte/r auszeichnen sollte. Auch

kommunikative Fähigkeiten werden verlangt

(15 Prozent), und in den Augen der

Angestellten muss der Chef oder die Chefin

ein/e gute/r Teamplayer/in sein.

Zu beachten ist allerdings, dass sich

die Ergebnisse je nach Branche deutlich

unterscheiden. Im Gastrobereich steht

Teamwork deutlich im Vordergrund – 44

Prozent der Befragten sehen dies als wichtigste

Eigenschaft einer/s Vorgesetzten.

Im Dienstleistungs- und Bildungssektor

hingegen sind starke Persönlichkeiten ge-

Von Sylvianne imhof Zanaty, Sozialpädagogin. Foto: Reto Schlatter / Zürcher Presseladen

fragt. Mit einer klaren Strategie kommen

Vorgesetzte bei Ingenieuren in der

Pharma- und IT-Branche gut an. Gleiches

gilt für die Reisebranche.

Wertschätzung könnte besser sein

Viele Studien haben bereits bewiesen,

dass Mitarbeitende, die sich wertgeschätzt

fühlen, wesentlich zum Unternehmenserfolg

beitragen. Fast die Hälfte

der von den Kelly Services befragten

Schweizerinnen und Schweizern (46 Prozent)

fühlt sich jedoch zu wenig geschätzt.

Weiter wird von den Angestellten bemängelt,

sie erhielten nicht genug Unterstützung

bei den anstehenden Herausforderungen.

Lediglich 38 Prozent der

Befragten sind der Meinung, ihr/e Chef/

in habe die Aufgabe, sie für die Zukunft

vorzubereiten, gut erfüllt. Aber auch hier

fühlt sich die jüngste Generation von ihren

Vorgesetzten besser vorbereitet als

die älteren Befragten. Fast die Hälfte (47

Prozent) der Jungen, jedoch nur ein Drittel

der älteren Semester stellt ihrem/r

Chef/in diesbezüglich ein gutes Zeugnis

aus. pd


«Ungünstige Situation»

Daniel Jositsch findet den Schutz für Whistleblower ungenügend.

In der Frühjahrssession will er zusammen mit dem Nationalrat

Filippo Leutenegger einen Vorstoss für ein Whistleblower-Gesetz

einreichen. Von Therese Jäggi

Context: Fälle von Whistleblowing sind

in der Schweiz selten. Warum?

Daniel Jositsch: Die Situation für

Whistleblower ist ausserordentlich ungünstig.

Wer auf Missstände aufmerksam

machen will, muss nicht nur mit der Kündigung

rechnen, sondern auch mit strafrechtlicher

Verfolgung. Vor diesen weitreichenden

Konsequenzen schrecken

viele zurück.

Whistleblower decken Missstände auf.

Weshalb ist ihr Prestige in der Regel trotzdem

gering?

Das Gebot der Loyalität zum Arbeitgeber

mag eine gewisse Rolle spielen.

Man hält zusammen und redet nicht

schlecht über seinen Arbeitgeber. Und

man plaudert auch keine Geheimnisse

aus. Tatsächlich sind Whistleblower in

hohem Ausmass betroffen von Mobbing,

Depressionen und Arbeitsverlust bis hin

zu Suizid. Das belegt die Dissertation der

Zürcher Juristin Zora Ledergerber.

Es geht immer um die Verletzung von Geheimnissen:

dem Bankgeheimnis, Amtsgeheimnis

oder Geschäftsgeheimnis. Welche

Geheimnisverletzung wiegt am

schwersten?

Eine Hierarchie gibt es nicht. Das Problem

liegt vielmehr darin, dass in der

Rechtsprechung nicht definiert ist, was

ein Geheimnis ist. Und dann stellt sich ja

auch noch die Frage, ob es schützenswert

ist. Darin gehen die Ansichten erst recht

auseinander.

Sie verlangen zusammen mit dem Zürcher

Nationalrat Filippo Leutenegger ein

Whistleblower-Gesetz. Was soll damit geregelt

werden?

Es geht im Wesentlichen um zwei

Dinge: Zum einen darf gerechtfertigtes

Whistleblowing in Zukunft kein Grund

mehr sein für eine Kündigung. Zum anderen

sollen Whistleblower nicht mehr

strafrechtlich verfolgt werden. Es muss

also definiert werden, unter welchen Umständen

die Treuepflicht oder das Amtsgeheimnis

verletzt werden dürfen. Unser

Vorstoss wird in der Frühjahrssession eingereicht.

context 1 – 2012

Wann ist Whistleblowing gerechtfertigt?

Wenn jemand im guten Glauben und

in uneigennütziger Absicht auf einen

Missstand oder einen vermuteten Missstand

aufmerksam machen will, und

zwar an adäquater Stelle.

Vor Ihnen haben ja auch schon andere

Parlamentarier Druck gemacht.

Ja, es gab die Motion der ehemaligen

Parlamentarier Remo Gysin und Dick

Marty. Diese reichten 2003 einen Vorstoss

ein. Die Motion wurde 2005 vom Ständerat

und 2007 vom Nationalrat angenommen.

Der Bundesrat arbeitet zurzeit einen

entsprechenden Gesetzesentwurf aus. In

absehbarer Zeit wird aber nicht mehr dabei

herausschauen, als dass die Entschädigungssumme

bei missbräuchlicher

Kündigung von sechs auf zwölf Monate

ausgedehnt wird.

Man könnte daraus schliessen, dass das

Aufdecken von Missständen in der

Schweiz gar nicht wirklich erwünscht ist.

Die Situation ist völlig schizophren,

man kann es nicht anders sagen: Auf der

einen Seite gibt es seitens der Strafverfolgungsbehörden

und Politiker ein Bekenntnis,

wonach Whistleblowing nicht

nur geschützt, sondern auch vermehrt gefördert

werden muss, denn Informationen

über sogenannte opferlose Delikte

wie beispielsweise Korruption oder ungetreue

Amtsführung gelangen ohne Insiderwissen

praktisch nie zur Anzeige. Auf

der anderen Seite bestätigte das Bundesgericht

kürzlich das Urteil, wonach die

beiden Whistleblower Esther Wyler und

Margrit Zopfi wegen Amtsgeheimnisverletzung

für schuldig befunden wurden.

Wie soll denn nun jemand vorgehen, der

auf Missstände an seinem Arbeitsplatz

stösst?

Nach dem Bundesgerichtsurteil im

Fall Wyler/Zopfi ist alles blockiert. Es ist

leider so, dass es momentan schlicht

keine externen Stellen gibt, die ich jemandem

empfehlen könnte.

Daniel Jositsch ist Strafrechtsprofessor,

Nationalrat und Präsident des KV Schweiz.

KOLUMNe

Letzter Jobhüpfer

mit Stefanie Grob

Ich hatte noch ein paar Jobs mehr, fünf

Tage hier, drei Wochen da. Was ich aber

konstant seit zehn Jahren mache, ist

schreiben. Als freie Autorin. Ich dachte,

das sei der einzig logische Schritt nach der

Diagnose Chef-Unverträglichkeit in fortgeschrittenem

Stadium.

Blöd nur, dass ich da die «Chefin in mir»

noch nicht kannte. Die verpasste mir als

Auftakt grade mal drei Jahre durcharbeiten

ohne Ferien, mit kaum Wochenenden

und sauschlecht bezahlt. Was meiner inneren

Arbeiterin gar nicht bekam. Die ist

für ein Minimum an Arbeit zum bestmöglichen

Lohn und probte zwangsläufig den

Daueraufstand.

Meine interne Gewerkschafterin versuchte

zu schlichten und trotzdem grenzt

es an ein Wunder, dass bei den ganzen

Querelen überhaupt noch Texte heraussprangen.

Fürs Theater in erster Linie (bei

Bühnentexten ist eine innere Vielsprachigkeit

hilfreich), aber auch Prosa.

Und irgendwann war alles eingespielt. Ich

fand mich als Arbeitgeberin zwar immer

noch die dümmste Kuh, aber ich konnte

mit mir leben. Dann bekam ich zwei Kinder.

Die lehrten mich noch eine ganz andere

Boss-Ebene kennen. Gegen meine

Kids ist meine innere Chefin die fürsorglichste

Mutter Theresa.

Allein nur das Stillen. Meine Tochter trank

zehn Monate lang jede Nacht im Zweistundentakt.

Eine Schlafentzugserfahrung,

die sonst allenfalls noch entsprechend

gefolterten, politischen Häftlingen

zuteil wird. Bis zur Grenze des Irrsinns.

Bei meinem Söhnchen dachte ich, so

schlimm kann es nicht mehr werden. Und

wenn, bin ich strenger, das lasse ich nicht

mehr zu. Er trank dann phasenweise alle

20 Minuten. Elf Monate lang. Und ich liebe

meine kleinen Chefs!

Stefanie Grob ist Autorin und Spokenword-Perfomerin.

27


28

Joberwartungen

context 1 – 2012

Nicht gleich alles

hinschmeissen

Enttäuschungen gehören zum Berufsleben. Bei Neuanstellungen haben sie oft

mit falschen Erwartungen zu tun. Wichtig ist bei Unzufriedenheit überlegtes Handeln

und auch mal Durchhaltevermögen. Von Rolf Murbach

Nicht der ideale Arbeitsplatz – auch die Arbeitsumgebung kann zur Frustration beitragen.

Andreas Marti* hat sich geirrt. Nach

fünf Jahren, in denen er einen guten

Job gemacht hatte, hoffte er auf eine Beförderung.

Das wäre nahe liegend gewesen,

denn keiner im Betrieb war in seinem

Fachgebiet so bewandert wie er. Aber

dann, als der Chef ging, haben sie ihm einen

neuen vor die Nase gesetzt. Das war

für Andreas Marti eine grosse Enttäuschung.

Er kündigte. Heute hat er eine

neue Stelle in einem anderen Unternehmen.

Ähnlich erging es Marilen Zubler*. Sie

ist auf einer kantonalen Verwaltung als

Sachbearbeiterin tätig. Im Verlaufe von

mehreren «change-Prozessen» wurde sie

mit ihrer Arbeit zunehmend unzufrieden.

Sie äusserte ihren Unmut daher gegenüber

dem Vorgesetzten und wünschte

sich eine Veränderung. Dieser verstand

ihre Situation, vertröstete sie allerdings

auf später. Es sei alles im Wandel, sie

würde aber wieder spannende Aufgaben

erhalten, versprach er. Das war vor einem

Jahr. Wirklich gebessert hat sich die Situation

von Marilen Zubler bis jetzt nicht.

Härtere Arbeitswelt

Erwartungen und Enttäuschungen gehören

zum Arbeitsleben. Die meisten sind

einmal damit konfrontiert. Der Job gefällt

nicht mehr, weil sich die Aufgaben verändert

haben. Eine Stelle hält nicht, was die

Ausschreibung versprochen hat. Konflikte

belasten das Betriebsklima, oder ein

erhoffter Karriereschritt ist nicht möglich.

Es gibt viele Gründe, weshalb auf Erwartung

oft Enttäuschung folgt.

Unzufriedenheit im Job gab es schon

immer. Heute offenbar vermehrt. Die Zei-

ten sind härter und die Sitten rauer geworden.

Der Druck nimmt zu, es wird von den

Erwerbstätigen immer mehr verlangt. Davon

zeugt auch die zunehmende Burnout-

Quote. Die Laufbahnberaterin Christa

Heer sagt: «Der Druck in der Arbeitswelt

ist enorm. In gewissen Betrieben bleibt

kaum genügend Zeit, um sich richtig einzuarbeiten.

Neue Angestellte müssen von

Anfang an viel leisten. Das überfordert

viele.»

Christa Heer hat in ihrer Praxis immer

wieder mit Menschen zu tun, die mit ihrer

beruflichen Situation unzufrieden

sind. Sie berichtet von einer jungen Frau,

die sich für eine Stelle in einem mittel-

grossen Betrieb interessierte. Die Stellenausschreibung

war unmissverständlich.

Gabriela wusste eigentlich, was sie erwartete:

Buchhaltung und Empfang. Dazu ge


hörte auch das Kaffeemachen für Kunden.

Gabriela war zuerst positiv eingestellt.

«Ich wollte das probieren, denn der Betrieb

hat mich angesprochen», sagt sie.

Doch schon bald zeigte sich, dass sich die

junge Frau nicht wirklich wohl fühlte. Die

Arbeit stimmte einfach nicht. Vor allem

störte sie sich zunehmend an den Empfangsaufgaben.

Sie wollte gleich kündigen, doch

Christa Heer empfahl, etwas Geduld zu

haben und auszuharren. Sie solle mit den

Vorgesetzten das Gespräch suchen und

ihre Anliegen kommunizieren. Das hat

Gabriela dann auch gemacht. Und es hat

sich gelohnt. Als ein Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung

krank wurde und

längere Zeit abwesend war, konnte sie einen

Teil seiner Arbeit übernehmen, was

zu einer grösseren Zufriedenheit führte.

Mehr Frustrationstoleranz

Eigentlich hätte die 21-Jährige die Stelle

nicht antreten dürfen. Sie war wohl auch

aufgrund ihres Alters etwas naiv vorgegangen.

Sie redete sich ein, «das wird

dann schon gut», auch weil sie vom Betrieb

sehr angetan war. Andererseits hat

sich für sie gerade dadurch, dass sie auch

einen Job angenommen hat, der ihr nicht

KopF UNd BAUcH

> > Suchen Sie bei Unzufriedenheit mit

der Vorgesetzten oder dem Personalverantwortlichen

das Gespräch. Wenn

Sie Ihren Missmut kommunizieren, erleichtert

Sie das und der Vorgesetzte

weiss, wie es Ihnen im Job geht.

> > Sprechen Sie Störendes an. Reden Sie

nicht um den heissen Brei herum, sondern

sprechen Sie Klartext. Seien Sie

dabei nie beleidigend, sondern sachlich.

> > Warten Sie nicht zu lange, wenn Sie

mit Ihrer Situation unzufrieden sind.

Sie vermeiden dadurch, dass sich negative

Gefühle anstauen und diese

plötzlich unkontrolliert geäussert werden.

> > Manchmal ist es wichtig, die eigene Situation

(zuerst) mit Aussenstehenden

zu besprechen. Durch den Aussenblick

nehmen Sie Dinge wahr, die Ihnen

nicht bewusst sind. Suchen Sie zum

Beispiel eine Laufbahnberaterin oder

einen Berater auf.

context 1 – 2012

nur entsprach, die Möglichkeit ergeben,

in einem Wunsch-Betrieb Fuss zu fassen.

Auf Umwegen kam sie zu spannenden

Aufgaben.

Christa Heer plädiert für mehr Frustrationstoleranz.

Sie trifft immer wieder

auf Leute, die zu schnell aufgeben. «Man

muss auch einmal durchbeissen. Zudem

haben viele aus wirtschaftlichen Gründen

keine andere Wahl.» Auf jeden Fall rät

die Beraterin davon ab, einfach ins Blaue

zu kündigen. Man soll bei Unzufriedenheit

auf jeden Fall das Gespräch mit dem

Vorgesetzten oder der Personalverantwortlichen

suchen und nicht vorschnell

handeln. «Oft ergibt sich eine Lösung, an

die man vorher nicht gedacht hat.»

Realistisch bleiben

Enttäuschungen im Job lassen sich nicht

vermeiden. Bei neuen Stellen gibt es immer

einen Unsicherheitsfaktor. Es können

Konflikte auftreten, vielleicht fühlt man

sich entgegen der anfänglichen Einschätzung

nicht wohl im Team, oder die Arbeit

passt einem doch nicht. Man kann aber

die Wahrscheinlichkeit enttäuscht zu

werden verringern. Dazu gehört das genaue

Lesen der Stellenausschreibung und

diese zu hinterfragen. «Man sollte im Vor-

> > Handeln Sie auf keinen Fall überstürzt,

aus einer negativen Emotion heraus.

Bedenken Sie immer die Folgen und

die Bedeutung Ihres Handelns. Wenn

Sie zum Beispiel kündigen wollen,

überlegen Sie sich, wie Ihre berufliche

Situation in einem halben Jahr aussieht.

> > Versuchen Sie, Ihre Situation gleichsam

von aussen zu betrachten. Distanz ermöglicht

«Objektivität». Listen Sie zum

Beispiel auf, was in Ihrer beruflichen Situation

positiv und was negativ ist.

> > Hören Sie auch auf Ihren Bauch. Wie

fühlt sich eine Situation an?

> > Führen Sie ein Job-Tagebuch. Halten

Sie darin fest, wie Sie Ihre Arbeit erleben,

was Sie beschäftigt, was gut und

was schlecht ist. Schreiben hilft, eine

Situation aus Distanz und ganzheitlich

zu betrachten.

> > Fragen Sie sich auch, was können Sie

zur Verbesserung einer unbefriedigenden

Situation beitragen.

stellungsgespräch unbedingt nachfragen,

welche Aufgaben der Job beinhaltet. Dazu

gehört eine gute Vorbereitung», sagt

Christa Heer. «Und man sollte realistisch

bleiben, keine Fantasievorstellungen hegen.»

Viele Junge hätten oftmals eine zu

hohe Erwartung an eine neue Stelle. Alles

müsse wunderbar spannend sein. «Das ist

es natürlich nicht.»

Unstimmigkeiten und Konflikte

Viele Jobs beinhalten auch Tätigkeiten,

die nicht besonders anforderungsreich

oder langweilig sind. Damit kommen die

meisten Arbeitnehmenden zurecht; sie

stellen sich darauf ein.

Schwierig wird es, wenn die Enttäuschung

auf Konflikte zurückgeht. «Ich

habe viele Klienten, die wegen Unstimmigkeiten

und Konflikten zu mir kommen.

Es geht meist um das Zwischenmenschliche.

Man kommt mit den

anderen Mitarbeitenden nicht zurecht

oder der Chef passt einem nicht», erklärt

die Laufbahnberaterin.

Ausschlaggebend für Missmut sei

häufig die fehlende Wertschätzung. Eine

Klientin von Christa Heer musste aufgrund

privater Veränderungen von 100

Prozent auf 50 Prozent reduzieren. Sie

konnte innerhalb der Bank, bei der sie angestellt

war, die Abteilung wechseln. Die

Arbeit war weniger spannend. Damit

hätte die Frau leben können. Aber mit ihrem

Vorgesetzten hatte sie grosse Mühe.

Vor allem die fehlende Wertschätzung

setzte ihr so stark zu, so dass sie kündigte.

Eine Stelle hatte sie nicht in Aussicht.

Christa Heer ermuntert ihre Klienten

immer, im Gespräch mit dem Vorgesetzten

Störendes anzusprechen. Sinnvoll ist

auch, die eigene Situation etwas aus Distanz

und ganzheitlich zu betrachten. Wer

in Schwierigkeiten ist, fokussiert meist

nur auf das Negative. Das Störende überschattet

alles, die Wahrnehmung ist nur

auf die Enttäuschung gerichtet. Das Positive

blendet man in diesem Zustand aus.

Dabei gibt es meist auch Erfreuliches,

aber man sieht es nicht. Hier kann eine

bewusste Auslegeordnung helfen: Was

ist gut? Was gefällt? Was ist ärgerlich?

Wo stimmt es überhaupt nicht? Was kann

ich beitragen, damit sich die Situation

verbessert?

*Namen von der Redaktion geändert.

Rolf Murbach ist Context-Redaktor.

rolf.murbach@kvschweiz.ch

29


30

Austrittsgespräch

Das Austrittsinterview sei «ein in der

Theorie noch wenig erforschtes und

in der Praxis oft nur unsystematisch angewandtes

Feedback-Instrument», schreibt

Martin Hilb in der 20. Auflage seines Lehrbuch-Klassikers

«Integriertes Personal-

Management» aus dem Jahr 2011. Der Professor

für Betriebswirtschaftslehre an der

Universität St. Gallen ist einer der Wegbereiter

der Austrittsbefragung. Auch wenn

deren theoretisches Fundament noch

schwach ist, so gibt es doch kaum Firmen,

die gänzlich darauf verzichten. Nicht selten

wird Hilbs «standardisiertes Austrittsinterview»

in mehr oder weniger abgewandelter

Form durchgeführt. Er definiert

es als «planmässiges und systematisches

Vorgehen der Personalabteilung mit dem

Ziel, alle ausscheidenden Organisationsmitglieder

durch eine Reihe gezielter Fragen

zu veranlassen:

> > möglichst objektive Informationen

über die Austrittsgründe und die

Stärken und Schwächen des Unternehmens

und des Arbeitsplatzes abzugeben

(Diagnosefunktion)

> > möglichst sinnvolle Verbesserungen

vorzuschlagen (Therapiefunktion).»

Natürlich werden auch «Organisationsmitglieder»,

die bleiben, nach Problemen

und Verbesserungsmöglichkeiten

gefragt. Doch werden sie sich über den

Chef beschweren, der ihnen den Lohn erhöhen

soll? Wer austritt, hat diesbezüglich

nichts mehr zu befürchten und wird

deshalb mit der Wahrheit herausrücken,

so die Annahme. Damit dem tatsächlich

so ist, müssten allerdings gewisse Bedingungen

erfüllt sein, schreibt Hilb. Das Gespräch

muss seiner Meinung nach am

letzten Arbeitstag geführt werden und

zwar nachdem das Arbeitszeugnis ausgehändigt

worden ist.

context 1 – 2012

Abschiedsritual mit Potenzial

Das Austrittsinterview gehört zum Standardprozedere, wenn Arbeitnehmende eine

Firma verlassen. Wie das Gespräch durchgeführt wird und was es bewirkt, ist weniger

klar. Im besten Fall profitieren alle Beteiligten. Von Res Minder

Wahre Gründe statt Floskeln

Auch dies ist noch kein Garant für ungeschönte

Ehrlichkeit. Laut Sarah Kreienbühl,

beim Hörgerätehersteller Sonova

für Human Resources zuständig, wollen

Austretende am letzten Tag zum Teil nicht

noch für Unruhe sorgen. Sie hält es für eine

der Herausforderungen für Personal-Bereichsleiter,

die Austretenden zu motivieren,

die wahren Austrittsgründe und Feedbacks

zum Unternehmen offenzulegen.

Der Vermögensberater Manfred Bohnenblust

hat kürzlich bei der Berner Kantonalbank

(BEKB) aufgehört. Er gab seine

Stelle auf, um die Bäckerei seines Vaters

zu übernehmen. Die Kündigung hatte

nichts mit der Bank zu tun, wie Bohnenblust

betont: «Ich hatte es sehr gut.» Das

Austrittsgespräch, das im lockeren Rahmen

mit der Personalleiterin der Region

Bern stattfand, drehte sich deshalb nicht

um unausgesprochene Kündigungsgründe,

sondern darum, was er an der

BEKB schätzte oder verbesserungswürdig

fand. Keine neue Frage für ihn: Er und

sein Team hatten sich schon vorher regelmässig

zum Betrieb äussern können: «Wir

haben unsere Ansichten immer einbringen

können», sagt Bohnenblust. Beim

letzten Gespräch habe er aber doch etwas

freier von der Leber weg erzählt. So habe

er erstmals darauf hingewiesen, dass er

die Zusammensetzung gewisser Teams

nicht für optimal halte.

Mit Kärtchen und Fragebogen

Nicht immer ist die Situation so unbelastet,

das Verhältnis so gut und die Rede so frei.

Oft brauche es geschickte Gesprächstechnik,

psychologisches Fingerspitzengefühl

und ein gutes Gehör für Zwischentöne um

doch an die gewünschten Informationen

zu kommen, sagt Tommy Hofmann, Direktor

und Leiter HR-Ausbildungen am

Betriebspsychologischen Institut BPIH,

einer Fachschule für Personalwesen in

Bern. Nützlich seien auch Hilfsmittel wie

die «Image-Karten», die zu Hilbs standar-

disiertem Austrittsinterview gehören. Auf

den Karten sind Faktoren notiert, die für

die Zufriedenheit am Arbeitsplatz eine

Rolle spielen: guter Verdienst, gute Entwicklungsmöglichkeiten,

gutes Verhältnis

zum Vorgesetzten, angemessene Arbeitsbelastung

etc. Der austretende

Mitarbeiter legt Karten auf drei Stapel: einer

mit den Faktoren, die in der Firma

verwirklicht sind, einer mit teilweise verwirklichten

Faktoren und ein dritter mit

den nicht verwirklichten Faktoren. Anschliessend

werden die Karten einzeln

besprochen.

Andere Firmen arbeiten mit elektronischen

Fragebogen, die die Mitarbeitenden

allein ausfüllen. So können die Austretenden

beim Rückversicherer Swiss Re

«Es braucht meist mehrere Kündigungen wegen des

gleichen Vorgesetzen, bis der Geschäftsleitung klar wird,

dass der Fisch vom Kopf her stinkt.» Tommy Hofmann

aus einer Liste von Vorschlägen die

Gründe für ihre Kündigung angeben. Daneben

wird auch hier nach Stärken,

Schwächen und Verbesserungsmöglichkeiten

für die Firma gefragt. Der Arbeitnehmer

kann zudem angeben, ob er sich

vorstellen könnte, später wieder für Swiss

Re zu arbeiten.

Emotionaler Widerstand

Hilb schreibt, Austrittsgespräche könnten

Befunde an den Tag bringen, die die Verantwortlichen

nicht erwartet hätten. Namentlich

wenn Massnahmen der Führungskräfte

kritisch beurteilt würden, sei

mit «emotionalem Widerstand» gegen die

Ergebnisse zu rechnen. Dies ist auch die

Erfahrung des promovierten Betriebspsychologen

Tommy Hofmann. Der Grund

ist für ihn klar: «Rund die Hälfte der Kündigungsgründe

sind die Vorgesetzten.»

Viele Geschäftsleitungen zögerten, Massnahmen

zu ergreifen, vor allem, wenn sie

selber die kritisierten Personen angestellt


hätten. «Es braucht meist mehrere Kündigungen,

die explizit des gleichen Vorgesetzten

wegen erfolgen, bis die Geschäftsleitung

anzuerkennen bereit ist, dass der

Fisch manchmal vom Kopf her stinkt.»

Sarah Kreienbühl von Sonova betont,

die Ergebnisse der Austrittsgespräche

würden ernst genommen. «Wenn das Verhalten

von Vorgesetzten als Austrittsgrund

angegeben wird, suchen wir das

Gespräch und leiten nötigenfalls Massnahmen

ein.» Allerdings ergäben die Austrittsgespräche

nur selten völlig neue

Rückschlüsse. Es sei ein Instrument von

mehreren, mit denen die Zufriedenheit

der Mitarbeitenden erhoben werde. In der

Regel bestätigten die Resultate des Gesprächs

die Ergebnisse der anderen Tools.

Auch Jean-Claude Bobst, Leiter Personal

bei der Berner Kantonalbank, bezeichnet

die Austrittsbefragung als «Mosaikstein»

in der Evaluation des Betriebs.

Die Sicht eines einzelnen Austretenden

sei immer subjektiv und dürfe nicht überbewertet

werden. «Aber wenn die Fluktuationsrate

in einem Bereich steigt, suchen

wir das Gespräch mit der Linie.»

Ein sachliches Feedback

Harald Reuter verliess gegen Ende 2011

nach gut vier Jahren seine Stelle in der Verwaltung

einer grossen Schweizer Stadt. Er

kündigte unter anderem wegen unterschiedlicher

Auffassungen darüber, wie

seine Aufgaben auszuführen seien. Nachdem

sein Handlungsspielraum zunehmend

eingeschränkt wurde, entschied er

context 1 – 2012

sich, eine neue Stelle anzunehmen. Er

führte insgesamt drei Austrittsgespräche.

Das erste fand mit der Personalverantwortlichen

statt. Es war ein strukturiertes

Interview mit Imagekarten und einem

offenen Teil. Reuter empfand es als

angenehm. Er kannte und schätzte die Interviewerin.

«Ich war mir allerdings nicht

sicher über den Nutzen des Gesprächs, da

ihr die Situation schon länger bekannt

war.» Es war ihm jedoch wichtig, ein sachliches,

lösungsorientiertes Feedback zu

geben.

Runder Abschluss

Das zweite Austrittsgespräch hatte er mit

seinem direkten Vorgesetzten, ohne Leitfaden

oder vorgegebene Strukturierung.

Rückblickend hält Reuter fest, dass es

möglich war, sowohl die unterschiedlichen

Perspektiven, als auch eine gegenseitige

Würdigung der manchmal fordernden

Zusammenarbeit zum Ausdruck

zu bringen.

Den Abschluss bildete ein offenes Gespräch

mit dem Amtsdirektor. Reuter em-

pfand es als sehr positiv. «Er liess unsere

gemeinsamen Projekte in sehr anerkennender

Weise Revue passieren. Nach den

vier Jahren gemeinsamer Zeit war es ein

runder Abschluss», zieht Reuter Bilanz.

Tommy Hofmann sagt, das Austrittsgespräch

sei nicht zuletzt auch «die letzte

Möglichkeit der Firma, einen guten Eindruck

zu machen». Ein gewichtiges Argument

auch für die Berner Kantonalbank,

die die Austretenden als Botschafter für

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ihre Firma sieht. «Sollte jemand im Groll

gehen, können wir offene Probleme im

Austrittsgespräch noch einmal ansprechen

und klären», sagt Jean-Claude Bobst.

Image aufpolieren

Auch die Sonova hält es so. «Wenn jemand

noch offene Themen haben sollte, dann

bietet das Austrittsgespräch eine letzte

Gelegenheit, diese zu bereinigen. Unser

Ziel ist es, soweit möglich im Guten auseinanderzugehen»,

sagt Sarah Kreienbühl.

Es gebe hier aber auch Grenzen, gibt

Tommy Hofmann zu bedenken: «Wenn

das Verhältnis zerrüttet ist, lässt sich das

auch mit einem guten Austrittsgespräch

nicht flicken.»

Ein Abschluss im Guten tut nicht nur

dem Image der Firma gut, sondern meist

auch den Austretenden – nicht nur nach

einem belasteten Arbeitsverhältnis. Kauffrau

Cindy Schwab hatte in einem grossen

Hotel in Davos als Rezeptionistin gearbeitet.

Sie wechselte die Stelle, weil sie sich

beruflich weiterentwickeln wollte. Das

Austrittsgespräch führte der Hoteldirektor

höchstpersönlich. Er stellte die üblichen

Fragen, lobte sie und versicherte ihr,

sie könne jederzeit wieder in die Unternehmung

zurückkehren. «Die Wertschätzung,

die mir entgegengebracht wurde,

gab mir das Gefühl wichtig zu sein. Es war

ein schöner Abschluss.»

Res Minder ist Journalist im Zürcher Presseladen.

res.minder@hispeed.ch

ANZEIGENSCHLUSS:

10. Februar 2012

10. August 2012

Rolf Graber berät Sie gerne:

Telefon 043 322 60 30

context@c-media.ch

Creative Media GmbH

Zürichstrasse 135

8910 Affoltern am Albis

31


32

Interkulturelle Vermittlung

Gewürzduft im Grossraumbüro

context 1 – 2012

In gemischten Teams können unterschiedliche kulturelle Auffassungen und Werte

mitunter zu Missverständnissen führen. Interkulturelle Vermittler können dabei als

neutrale Personen helfen. Von Katharina Truninger

Toleranz als Voraussetzung für ein erfolgreiches Zusammenspiel.

Nuriye K.* fühlte sich je länger, je einsamer.

An der neuen Arbeitsstelle

wurde sie kaum ins Team integriert. Die

Muslimin mit Kopftuch suchte zuerst

nach persönlichen Gründen dafür, warum

sie gemieden wurde. Da sie sich nicht getraute,

die neuen Kolleginnen und Kollegen

darauf anzusprechen, suchte sie Hilfe

bei Asitta Tabatabai vom Verein Mediation

Region Basel.

Die Mediatorin sprach mit den Teamkollegen

der Frau und leitete eine Mediation

ein. An der Sitzung stellte sich heraus,

dass die Männer im Team unsicher darüber

waren, wie man mit einer Muslimin

mit Kopftuch umgehen solle, ob man sie

beispielsweise ansprechen oder ihr direkt

ins Gesicht sehen dürfe. Nuriye K. konnte

die Missverständnisse klären. Schliesslich

lachten alle darüber und waren froh,

etwas dazugelernt zu haben. Heute fühlt

sich Nuriye K. am Arbeitsplatz bestens

akzeptiert.

«Unwissenheit oder Vorurteile können

schnell einmal zu Feindseligkeiten

und Mobbing führen», erklärt Tabatabai.

Die 46-jährige Juristin hat selbst iranische

und österreichische Wurzeln. Sie ist

in Basel aufgewachsen und mit einem

Engländer verheiratet. Seit fünf Jahren

hat sich die selbstständige Mediatorin auf

interkulturelle Konflikte spezialisiert. Sie

begleitet Firmen bei Problemen, die aufgrund

unterschiedlicher kultureller

Werte der Mitarbeitenden entstehen.

Falsch verstandene Toleranz

Szenenwechsel: In einem IT-Grossraumbüro

assen die indischen Mitarbeitenden

den mitgebrachten Lunch jeweils am Arbeitsplatz.

Durch die intensiven Gerüche

fühlten sich die Schweizer Kollegen gestört.

Lange Zeit wagte niemand, das Problem

anzusprechen – aus Angst, als intolerant

zu gelten.

Schliesslich beklagten sich die Schweizer

beim Vorgesetzen. Gemeinsam mit

der Mediatorin schuf man die Lösung:

Eine Ecke des Büros wurde mittels Glasscheiben

abgetrennt, die nun als Küche

und geselliger Mittagsraum dient.

Das Problem in diesem Fall war falsch

verstandene Toleranz. «Es ist wichtig, die

eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und

zu sagen, was einen stört», betont Tabatabai.

Im Zusammenleben der Kulturen

gehe es nicht darum, möglichst still nebeneinander

herzuleben, sondern gemeinsam

nach Wegen des Miteinanders

zu suchen. «Mit etwas Kreativität lässt

sich meistens eine gute Lösung finden»,

so die Mediatorin. Wichtig sei es auch,

Konflikte nicht lange schwelen zu lassen,

sondern sie frühzeitig anzusprechen. Natürlich

sei nicht immer eine externe Vermittlung

nötig.

Schriftliche Regeln helfen

Manchmal sind Konflikte nicht so offensichtlich.

In amerikanischen Teams wird

üblicherweise an Sitzungen bloss der

grobe Rahmen eines Projekts gesteckt.

Mit Detailfragen können die Mitarbeitenden

später jederzeit an den Chef gelangen.

Ein deutscher Projektleiter hingegen ist es

sich gewohnt, an Teamsitzungen alles detailliert

zu besprechen und erwartet grosse

Selbstständigkeit. Solche kulturell unterschiedlichen

Arbeitsweisen können in

internationalen Projektteams zu Verunsicherung

und Missverständnissen führen.

«Wir alle haben unsere kulturell bestimmten

Gewohnheiten, die wir als

selbstverständlich ansehen», sagt Tabatabai.

Werden die Erwartungen nicht erfüllt,

sind beide Seiten irritiert. In Konfliktfällen

erläutern Mediatoren gegenseitig die

länderspezifischen Arbeitsstile und erarbeiten

mit den Beteiligten schriftliche Arbeitsregeln.

Multikulturalität als Vorteil

Neben Herausforderungen bietet die Multikulturalität

aber auch grosse Chancen.

Die Schweizerische Post etwa fördert kulturell

und altersmässig durchmischte

Teams. Die Mitarbeitenden stammen aus

allen Landesteilen und aus weiteren 130

Nationen. «Diese Vielfalt ist ein Abbild der

gesellschaftlichen Realität», sagt Carmen

Zanella, zuständig für kulturelle Zusammenarbeit

bei der Post. Unterschiedlich

zusammengesetzte Teams sind aus ihrer

Sicht nicht nur eine Bereicherung, sondern

bringen auch finanzielle Vorteile:

«Multikulturelle Teams können besser auf

die Wünsche der ebenfalls multikulturellen

Kundschaft eingehen.»

Aus diesem Grund kommt es am

Schalter selten zu Problemen aufgrund

der Nationalität. Es passiert zwar hin und

wieder, dass Schweizer Kunden negativ

auf Mitarbeitende mit ausländischem Namen

reagieren. Weil aber alle Schalterangestellten

sehr gut die jeweilige Landessprache

beherrschen müssen, werde den


Vorurteilen der Boden entzogen, berichtet

Zanella.

Umgekehrt fühlen sich ausländische

Kunden manchmal diskriminiert, weil sie

sprachlich schlecht verstanden werden.

Auf solche Konflikte sind die Schalterangestellten

vorbereitet. Meist reichen ein

paar beschwichtigende Worte, um die Situation

zu entschärfen.

Motivierte Jugendliche

Während es früher bei der Post vor allem

in den Brief- und Paketzentren ausländische

Mitarbeitende gab, haben heute

bereits 25 Prozent der Lernenden einen

multikulturellen Hintergrund. Diese

seien meist gut integriert, ehrgeizig und

lernwillig. Sie schliessen oftmals mit sehr

guten Noten ab und haben mit ihren Arbeitskollegen

wenig Probleme.

Wenn es im Team oder mit Vorgesetzten

doch einmal zu Konflikten kommt,

löst man das Problem mit Team- oder Mitarbeitergesprächen.

«Unsere Vorgesetzten

sind geschult, mit Konflikten umzugehen

und interkulturelle Kompetenzen

zu entwickeln», so Zanella. Externe Mediatoren

müssten dabei selten hinzugezogen

werden, da viel interne Erfahrung

vorhanden sei.

Auch Novartis Schweiz unternimmt

viel, um seinen internationalen Mitarbeitenden

das Zusammenarbeiten zu erleichtern.

So bietet das Unternehmen unter

anderem Sprachkurse und Kurse zum

Thema Führen und Arbeiten im multikulturellen

Umfeld an. «Diese Kurse helfen,

die Zusammenarbeit von Menschen verschiedener

Kulturen möglichst reibungslos

zu gestalten und kulturelle Missverständnisse

zu vermeiden», sagt Marcus

context 1 – 2012

PRÜFUNGEN H/R/S/E

Human Resources Swiss Exams

Zertifikatsprüfung Personalassistent/in

Prüfungstermin Frühjahr 2012:

16.03.2012 | schriftliche Prüfung | Zürich

Prüfungstermin Herbst 2012:

03.09.2012 | schriftliche Prüfung | Winterthur

Prüfungsgebühr: CHF 440.–

Anmeldeschluss: 27. Januar 2012 bzw. 20. Juni 2012

Information und Anmeldung

www.hrse.ch

Hett, Kommunikationsverantwortlicher

bei Novartis.

Klare Zeichen setzen gegen Rassismus

Andere Unternehmen sind jedoch froh,

bei Konflikten auf externe Beratung

durch Fachleute zurückgreifen zu können.

So suchte ein Personentransportunternehmen

etwa Unterstützung beim

Zürcher Kompetenzzentrum für interkulturelle

Konflikte (TikK), weil sich ausländische

Fahrgäste vermehrt über fremdenfeindliches

Verhalten des Personals

beklagten. «Manche Chauffeure hatten

ihrem Ärger über pöbelnde Fahrgäste mit

fremdenfeindlichen Sprüchen Luft verschafft»,

verdeutlicht Hanspeter Fent, Geschäftsleiter

der Fachstelle TikK.

Um ein klares Zeichen gegen Rassismus

zu setzen und klarzustellen, dass

fremdenfeindliches Verhalten nicht geduldet

wird, liess sich das Unternehmen

bei der Fachstelle beraten. In massgeschneiderter

Weiterbildung lernten die

Fahrer, ihre Emotionen zu überdenken

und sich in solchen Situationen zurückzuhalten,

den Fahrgästen jedoch deutlich

und klar zu sagen, dass Pöbeleien nicht

geduldet werden. «Es geht darum, dass

alle Fahrgäste gleich behandelt werden

müssen, egal welche Hautfarbe sie haben.

Man darf Pöbeleien nicht beim einen

durchgehen lassen und beim anderen

nicht, nur weil es ein Ausländer ist», betont

Fent.

Niederschwellige Anlaufstellen schaffen

Mitarbeitende für interkulturelle Fragen

zu sensibilisieren lohnt sich auf alle Fälle.

Mediatorin Asitta Tabatabai empfiehlt zudem,

niederschwellige Anlaufstellen zu

Berufsprüfung HR-Fachfrau/HR-Fachmann

Prüfungstermine Herbst 2012:

Prüfungstermine Herbst 2012:

04./05.09.2012 | schriftliche Prüfung | Winterthur/Zürich 08.10.2012 | schriftliche Prüfung | Bern

16. - 19.10.2012 | mündliche Prüfung | Fribourg

09.10.2012 | mündliche Prüfung | Bern

Prüfungsgebühr: CHF 1‘350.–

Anmeldeschluss: 15. März 2012

Human Resources Swiss Exames c/o KV Schweiz Postfach 1853

8027 Zürich Tel. 044 283 45 48 info@hrpruefungen.ch

schaffen, wo Mitarbeitende ihre Sorgen

deponieren können. «Nicht alle trauen

sich, Probleme gegenüber dem Chef anzusprechen

– das braucht Zeit und ein

Vertrauensverhältnis», so Tabatabai. Die

Mediatorin schult deshalb interessierte

Mitarbeitende eines Betriebs darin, Probleme

von Teamkollegen aufzunehmen.

Diese helfen danach, das Thema im Team

oder gegenüber dem Vorgesetzten anzusprechen

oder allgemeine Verbesserungen

anzuregen. «Wir haben sehr gute Erfahrungen

damit gemacht», so Tabatabai.

«Solche Anlaufstellen helfen, Spannungen

präventiv zu entschärfen und tragen

zu einem guten Betriebsklima bei.»

*Name geändert

SchuluNgeN

Sowohl Mitglieder des Vereins Mediation

Region Basel wie auch das

Kompetenzzentrum TikK für interkulturelle

Konflikte bieten Unternehmen

Coaching, Unterstützung und massgeschneiderte

Schulungen bei Fragen

rund um interkulturelle Konflikte an.

Das Kompetenzzentrum TikK besteht

seit 1995 aus einem etablierten interkulturellen

Team mit fundiertem Erfahrungs-

und Methodenwissen in

der Konfliktbearbeitung sowie im Projekt-

und Bildungsbereich.

Für nähere Informationen:

www.tikk.ch

www.mediation-basel.ch

oder info@tabatabai.ch

Katharina Truninger ist Journalistin im Basler

Pressebüro Kohlenberg. truninger@kohlenberg.ch

Höhere Fachprüfung dipl. Leiter/in

Human Resources

Prüfungsgebühr: CHF 2‘900.–

Anmeldeschluss: 15. März 2012

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Laufbahn

context 1 – 2012


Fachfrau mit Weitblick

Isabelle Dubois, 45, ist Fachperson für Gleichstellung in Appenzell Ausserrhoden.

Sie wünscht sich von Frauen wie Männern mehr Mut, sich auf neue Rollen einzulassen.

Text Therese Jäggi / Foto Hannes Thalmann

Das Regierungsgebäude am Obstmarkt

in Herisau ist imposant. Es

wurde 1914 errichtet und vom Kantonsund

Regierungsrat zusammen mit der

Ausserrhoder Kantonalbank bezogen.

Seit dem Auszug der Bank befindet sich

darin ein grosser Teil der kantonalen Verwaltung.

Dem Regierungssitz ist das

Haus Tannenbaum angegliedert, welches

um 1780 für einen Landmajor und Kaufmann

als Wohn- und Geschäftshaus gebaut

wurde. Heute sind darin ebenfalls

Büros untergebracht. Zum Ensemble gehört

ein markanter Treppenturm mit

Haube und Dachzimmer. «Dort hinauf

gehen wir jetzt», sagt Isabelle Dubois und

führt die Besucher zielstrebig durch verwinkelte

Gänge und über Wendeltreppen

hinauf ins Turmzimmer.

«In diesem Raum haben meine Vorstellungsgespräche

stattgefunden», erinnert

sie sich. Die 45-Jährige wurde im Oktober

2010 vom Regierungsrat als neue

Fachperson für die Gleichstellung gewählt

und ist seit Februar 2011 hier tätig.

Zuvor war sie Leiterin Angestelltenpolitik

beim Kaufmännischen Verband Ost in

St. Gallen.

Der Blick geht über das am Regierungsgebäude

angebrachte Fries mit den

beiden Wappenbären und Szenen aus

dem dörflichen Leben hinaus auf die

weitläufige Gemeinde Herisau, deren Einwohner

und Einwohnerinnen noch immer

von ihrem Dorf reden, obwohl längst

mehr als 15 000 Menschen hier leben.

Neue Trends in der Verwaltung

In der kantonalen Verwaltung ist vieles

im Aufbruch. Letztes Jahr wurde das

neue Amt für Gesellschaft gegründet.

Dieses vereint neben der Fachstelle für

Familien und Gleichstellung auch die Bereiche

Integration, Asyl, Bürgerrecht und

Zivilstandswesen. «Der Trend in den Verwaltungen

geht hin zu ressortübergreifenden

Arbeitsformen», stellt Isabelle Du-

context 1 – 2012

bois fest. Das Gärtchendenken werde

zunehmend aufgeweicht. Diesen Prozess

mitzuerleben und mitzugestalten, sei für

sie ungeheuer spannend.

Neben eher konzeptionellen Tätigkeiten

widmet sie sich projektbezogenen

Aufgaben. Dabei muss sie nicht bei null

anfangen. Vor ihr war seit 1999 eine kantonale

Gleichstellungsbeauftragte tätig.

An deren Engagement knüpft Isabelle Dubois

an, setzt aber auch neue Themen auf

die Agenda und legt die Schwerpunkte

anders. Da sie in einem kleinen Kanton

beschäftigt ist, führt ihre Tätigkeit – im

Unterschied zu Kolleginnen in den meisten

anderen Kantonen – über die Grenzen

der kantonalen Verwaltung hinaus. Sie ist

Ansprechperson für unterschiedlichste

Ansprüche und Interessen, beispielsweise

von Vertretern aus Politik und Wirtschaft

wie auch von Fachpersonen oder

Freiwilligen.

Familienfreundliche Firmen gesucht

Bereits zum zweiten Mal wird dieses Jahr

die Auszeichnung PlusPlusAR vergeben.

Gesucht werden Unternehmen, die «vorausschauend

handeln und ihre Mitarbeitenden

durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen

fürs Unternehmen

begeistern», wie es in der Ausschreibung

heisst. Die Eingaben werden beurteilt von

einer sechsköpfigen Jury, der neben Vertretern

des Gewerbes auch zwei Regierungsräte

angehören. Letztes Jahr haben

sich 12 Firmen beteiligt. Dieses Jahr werden

es bestimmt mehr sein, ist Isabelle

Dubois überzeugt. Dass dieses Projekt so

prominent und breit abgestützt ist, hält

sie für eine wichtige Voraussetzung. Dadurch

bekomme PlusPlusAR Gewicht.

Ausserrhoder Unternehmen können

bezüglich Familienfreundlichkeit von einer

Standortbestimmung profitieren.

Diese zeigt auf, wo Verbesserungen sinnvoll

und möglich wären. Sie könne aber

nicht behaupten, dass sie damit offene

Türen einrenne, sagt Isabelle Dubois. Neben

den am Thema interessierten Unternehmen

gebe es eben auch viele, die andere

dringendere Anliegen und Sorgen

hätten. Einen Schritt vorwärts geht es ihrer

Erfahrung nach immer erst, wenn jemand

in einem Unternehmen persönlich

«Einen Schritt vorwärts geht es immer erst, wenn jemand

in einem Unternehmen persönlich betroffen ist.»

betroffen ist, also beispielsweise wenn ein

Kadermann zur Einsicht kommt, dass er

sich an der Familienarbeit beteiligen und

deshalb sein Arbeitspensum reduzieren

will.

Es fällt ihr auf, dass in der jüngeren

Generation der Wunsch nach neuen Arbeits-

und Lebensmodellen durchaus vorhanden

ist, doch fehle es am Bewusstsein,

dass Veränderungen auch auf gesellschaftlicher

Ebene anzugehen und Ansprüche

in den Firmen einzufordern

seien. So äussere man zwar beispielsweise

das Bedürfnis nach einem Krippenplatz,

doch wenn dies mangels Plätzen

nicht klappe, suche man halt im privaten

Umfeld nach Lösungen. «Die Erwartungen

an Politik und Strukturen sind gering.»

Und die Gründe für Erfolg oder

Misserfolg suche man fast ausschliesslich

bei sich selbst.

Wenige Frauen auf Führungsstufe

Familienfreundlicher soll auch die Verwaltung

selber werden. Isabelle Dubois

stellt fest, dass es auf der obersten Führungsstufe

nur einzelne Frauen hat. So

entwickelte ihre Fachstelle eine Reihe von

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36

Laufbahn

context 1 – 2012

Massnahmen bezüglich Arbeitszeitflexibilität,

welche jetzt von der Personalabteilung

ins Rollen gebracht werden sollen.

Ihrer Meinung nach sollte die Kantonsverwaltung

bezüglich Familienfreundlichkeit

eine Vorbildrolle einnehmen.

Zwar gebe es ein vorbildliches und modernes

Personalleitbild, gleichzeitig brauche

es aber einen Kulturwandel, damit

diesem auch nachgelebt werde.

Neben der Betreuung eigener Projekte

kann die mit 140 Stellenprozenten dotierte

Fachstelle Familien und Gleichstellung

auch Projekte anderer Initianten

und Initiantinnen beratend oder finanziell

unterstützen. Isabelle Dubois erwähnt

die Frauenzentrale, die mit rund 500 Mitgliedern

im Kanton gut verankert ist. So

bietet diese Institution der traditionellen

Frauenbewegung beispielsweise Kurse

für Frauen, die sich auf ein politisches

Amt vorbereiten wollen, ein anderes Kursangebot

richtet sich an Frauen und Männer

in der Familiengründungsphase.

Ebenfalls finanziell unterstützt wird eine

neue von zwei Frauen betriebene Fachstelle

für Elternbildung.

KV-Lehre in der Anwaltskanzlei

Isabelle Dubois ist in Grenchen aufgewachsen.

Ihre Eltern – zugezogen aus

dem Welschland – betrieben dort ein

Coiffeurgeschäft. Um die Berufswahl

habe es damals keine langen Diskussionen

gegeben. Die Buben gingen als Polymechaniker

in die Uhrenindustrie und

die Mädchen machten das KV. Hauptsache,

eine rechte Lehre, habe es damals geheissen.

Isabelle Dubois absolvierte eine

KV-Lehre bei einem Anwalt in Solothurn.

Sie hat diese Lehre zwar noch nie bereut,

doch findet sie es überaus positiv, dass die

Berufswahl heutiger Jugendlicher differenzierter

abläuft und Lehrstellen in ei-

nem geschlechtsuntypischen Beruf keine

Seltenheit mehr sind.

Nach der Lehre reiste Isabelle Dubois

während einiger Monate durch die Vereinigten

Staaten und bei ihrer Rückkehr

war klar, dass auf die KV-Lehre noch weitere

Ausbildungen folgen mussten. Sie

machte eine Teilmatura und schloss an

der Zürcher Schule für Soziale Arbeit die

Ausbildung als Sozialarbeiterin ab. Es

folgten Tätigkeiten bei verschiedenen Arbeitgebern,

wo sie sich mit den verschiedensten

Aspekten von Sozialarbeit befasste,

von Jugend und Sport über Familie

«Männer mit Kindern auf dem Spielplatz fallen auf,

genauso wie Frauen im Topmanagement.»

bis zu Arbeitsintegration und Altersarbeit.

Berufsbegleitend absolvierte sie ein

Nachdiplomstudium Management im Sozialwesen

an der Berner Fachhochschule.

Umzug in die Ostschweiz

Nach zwanzig Jahren leben und arbeiten

in der Region Zürich beschloss sie vor vier

Jahren, gemeinsam mit ihrem Partner

nach Alt St. Johann ins Toggenburg zu ziehen.

Als Gründe dafür erwähnt sie den

Wunsch nach weniger Hektik, mehr Natur

und mehr Freizeit. Der Umzug bedeutete

aber auch die Suche nach einer Teilzeitstelle

in der Gegend. Dabei ist ihr

aufgefallen, dass gut qualifizierte Teilzeitstellen

mit Führungsfunktion in der

Ostschweiz rar sind. «Wer eine hat, darf

sich glücklich schätzen.»

Das Toggenburg findet sie traumhaft.

Sie hat früher schon oft die Ferien dort

verbracht und kennt die Gegend. Die Natur

liegt vor der Haustüre. Sie ist oft draus-

sen, geht skifahren, wandern und biken.

Der soziale Zusammenhang im Dorf sei

gut. Man kennt sich, als Nachbarn oder

vom Verein, aus Politik oder Kultur. Es

gibt unzählige Vernetzungsmöglichkeiten.

Isabelle Dubois ist im Vorstand einer

Sektion der Business Professionel Women

› Marketing

und Verkauf

Toggenburg. Einmal pro Monat treffen

sich die Frauen zum Austausch oder einem

Referat. Mit dabei sind die Tourismusdirektorin,

eine Blumenhändlerin,

Kosmetikerin, Ärztin und andere mehr.

«Auch in ländlichen Gebieten gibt es viele

aktive und engagierte Frauen.»

Quoten als Option

In ihrem beruflichen Engagement möchte

Isabelle Dubois vermehrt auch Männer

ansprechen. «Wir kommen nur weiter,

wenn wir gemeinsam nach neuen Lösungen

suchen», ist sie überzeugt. Manchmal

stellt sie fest, dass Männer, die ihre

traditionelle Rolle infrage stellen, belächelt

werden. Das findet sie unsäglich.

Sind Quoten ein Thema für sie? «Ich habe

damit kein Problem», sagt sie und verweist

auf die nordischen Länder. «Diese

sind erfolgreich damit, warum sollten

nicht auch wir es versuchen?» Aber vorläufig

ist es noch so: Männer mit Kindern

auf dem Spielplatz fallen auf, genauso wie

Frauen im Topmanagement. Wenn sie

sich etwas wünschen könnte, dann ist es

dies: Mehr Mut bei beiden Geschlechtern,

sich auf die neuen Rollen einzulassen und

darin eine Selbstverständlichkeit zu entwickeln.

Nach dem Gespräch geht Isabelle Dubois

zurück in ihr Büro. Es befindet sich

zusammen mit weiteren Fachstellen der

kantonalen Verwaltung auf der gegenüberliegenden

Seite des Obstmarktes im

UBS-Gebäude. Dieses wurde Mitte der

Achtzigerjahre von der Ausserrhoder

Kantonalbank gebaut. Heute erinnert

nichts mehr an die einst stolze Kantonalbank,

die mit dem Bau zweier markanter

Gebäude das Zentrum von Herisau entscheidend

mitgeprägt hatte. 1995 wurde

sie an die Schweizerische Bankgesellschaft

(heute UBS) verkauft.

Therese Jäggi ist Context-Redaktorin.

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Hannes Thalmann ist Fotograf in Lustmühle AR.

mail@htfotografie.ch

Zum Beispiel: hkvaarau.ch/marketing


Ratgeber

Haben Sie Fragen rund ums Thema Arbeitsplatz? Die Experten des KV Schweiz geben den

Mitgliedern Auskunft. > beratung@kvschweiz.ch oder www.kvschweiz.ch/beratung

Büroalltag

Carla Weber arbeitet als Psychologin

beim KV Schweiz.

> carla.weber@kvschweiz.ch

Büroalltag

Wie kann ich

Vorsätze dauerhaft

umsetzen?

Vor zwei Jahren habe ich einen

Kurs zur Burnout-Prävention

besucht. Der Kurs war super,

ich habe viel profitiert, insbesondere

habe ich mein eigenes

Stressverhalten kritisch beleuchten

und für mich ein individuelles

Frühwarnsystem

kreieren können. Das hat lange

Zeit gut funktioniert. Der

«Fresh Up» des Kurses nach

einem Jahr half mir, meine

Vorsätze und Einsichten weiter

im Alltag umzusetzen.

Heute aber muss ich ernüchtert

feststellen, dass alles wieder

beim Alten ist. Ich bin erschöpft,

kann meine Energien nicht

mehr auftanken und es fehlt

mir die Zeit, meine individuellen

Energie-Tankstellen regelmässig

zu pflegen.

Ich bin resigniert. Muss ich jetzt

wirklich wieder bei Null anfangen?

Warum führen meine

Erkenntnisse nicht dauerhaft

zum Erfolg?

Dass Erkenntnisse allein leider

nicht direkt zu dauernder

Verhaltensänderung führen, davon

leben wir Psychologinnen

context 1 – 2012

und Psychotherapeuten. Und

nicht nur wir: Denken Sie nur an

all die Ernährungs- und Budgetberater

sowie Fitnesstrainer,

welche demnächst wieder aufgesucht

werden, weil viele an den

auf Neujahr gefassten Vorsätzen

scheitern.

Eine langfristige Verhaltensänderung

muss eingeschliffen

werden. Unser Hirn funktioniert

so ähnlich wie ein breiter Trampelpfad,

welcher nur entstehen

kann, wenn viele Menschen immer

wieder darauf gehen.

Die neurobiologische Forschung

lehrt uns, dass durch

neue Verhaltensweisen Verbindungen

im Gehirn geschaffen

werden (Neuroplastizität). Diese

werden nur stabil, wenn sie immer

wieder verstärkt werden.

Hier gilt: Einmal ist keinmal!

Schauen wir nur, wie ein Kind

lesen und schreiben lernt. Das

geht nicht einfach mit Erklärungen

und Aha-Effekten, das funktioniert

nur mit üben, üben und

nochmals üben bis das Lesen

und Schreiben zum Automatismus

wird. Dann läuft es plötzlich

ganz einfach.

Mit dieser Tatsache sind wir

konfrontiert, wenn wir unser persönliches

Stressverhalten verändern

möchten. Immer wieder

sollten wir innehalten und uns

überprüfen. Die eigene Wahrnehmung

ist der Königsweg zur

Burnout-Prävention.

Wie geht es mir wirklich? Bin

ich energiemässig in Balance?

Was fehlt mir gerade jetzt? Wie

könnte ich das verändern? Wer

kann mich dabei unterstützen?

Wie und wann überprüfe ich die

Veränderung? Solche Fragen

können auf dem Weg zu Ziel sehr

hilfreich sein.

Sie haben offenbar schon

viele erfolgreiche Schritte gemacht.

Verlieren Sie nicht den

Mut: Ein Weg besteht immer aus

einzelnen Schritten. Seien Sie

stolz auf das, was Sie bis jetzt

schon erreicht haben und geben

Sie nicht auf, nur weil momentan

der Erfolg nicht gerade sichtbar

ist. Knüpfen Sie an Ihre Erfolge

an und bleiben Sie dran. Die

Richtung stimmt. Sie sind unterwegs

zu einem guten persönlichen

Stressmanagement. Das ist

eine Lebensaufgabe und kein

Ziel, das langfristig zu hundert

Prozent erreicht werden kann.

Die Umstände verändern sich

ständig, ebenso wie sich Ihr Körper

und Ihr Geist verändert.

Da gilt es immer wieder eine

Balance zu finden, und Ihnen

scheint das doch ganz gut zu gelingen.

Chapeau!

Recht

Felix Kuster arbeitet beim

Rechtsdienst des KV Schweiz.

> felix.kuster@kvschweiz.ch

Recht

Gilt das

Konkurrenzverbot

in jedem Fall?

In meinem Anstellungsvertrag

befindet sich ein Konkurrenzverbot.

Soviel ich weiss, kommt

dieses zur Anwendung, wenn

der Arbeitnehmer kündigt. Löst

dagegen der Arbeitgeber das

Anstellungsverhältnis auf, fällt

das Verbot dahin, was zur Folge

hat, dass der Arbeitnehmer da-

nach ohne Rücksicht auf das

vereinbarte Verbot eine Anstellung

in einem Konkurrenzunternehmen

antreten könnte. Ich

möchte das bestehende Arbeitsverhältnis

selbst auflösen. Gibt

es dennoch eine Möglichkeit,

wie das Verbot wegfallen

könnte?

Gemäss Art. 340c Abs. 2 OR

fällt das Verbot u.a. dahin, wenn

der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis

«aus einem begründeten,

vom Arbeitgeber zu verantwortenden

Anlass auflöst».

Von einem begründeten Anlass

kann man somit nur dann sprechen,

wenn er vom Arbeitgeber

verursacht wird. Natürlich stellt

sich sogleich die Frage, unter

welchen Voraussetzungen ein

begründeter, vom Arbeitgeber zu

verantwortender Anlass, anzunehmen

ist. Wie bei vielen anderen

rechtlichen Fragen ergibt

sich auch beim erwähnten Problem

keine Antwort aus dem Gesetz.

In den einschlägigen Kommentaren

zum Arbeitsvertragsrecht

sind sich die Autoren nicht

einig, ob es sich beim «begründeten

Anlass» nach Art. 340c OR

ähnlich wie bei der fristlosen

Kündigung um einen Umstand

handeln muss, bei dessen Vorhandensein

dem Kündigenden

nach Treu und Glauben die Fortsetzung

des Arbeitsverhältnisses

nicht mehr zugemutet werden

darf.

Von einem Gericht wurde z.B.

ein vom Arbeitgeber zu verantwortendes

schlechtes Betriebsklima

als begründeter Anlass gewertet.

In gleicher Weise hat ein

Gericht die Anordnung einer

grossen Zahl von Überstunden

ohne Gegenmassnahmen des Arbeitgebers

eingestuft. Auch eine

Vertragsänderung zu Ungunsten

des Arbeitnehmers müsste wohl

37


38

Ratgeber

context 1 – 2012

als begründeter Kündigungsanlass

taxiert werden, wenn sie

sachlich unbegründet und nicht

unerheblich ist.

Aus den gemachten Ausführungen

ergibt sich, dass zwingend

eine Analyse des Einzelfalles

vorgenommen werden muss,

um einigermassen einschätzen

zu können, ob ein begründeter

Anlass anzunehmen ist.

Bildung

Ralf Margreiter Stabsstelle

Bildungspolitik KV Schweiz.

> ralf.margreiter@kvschweiz.ch

Bildung

International

durchstarten – mit

Schweizer Berufsabschluss

Zur Erweiterung meines beruflichen

Horizonts möchte ich für

einige Zeit im europäischen

Ausland arbeiten. Nach meinem

KV-Lehrabschluss habe ich

auch den Fachausweis im Finanz-

und Rechnungswesen erworben.

Wie kann ich meine

Berufsabschlüsse auf dem europäischen

Arbeitsmarkt am besten

«verkaufen»?

Für Schweizer Berufsleute ist

die internationale Anerkennung

von Abschlüssen und Kompetenzen

in der Tat oft eine Schwierigkeit.

Für kaufmännisch-betriebswirtschaftliche

Berufe besteht

dieses Problem in be -

sonderem Mass, weil Titel und

Qualifikationen im Ausland mit

wenigen Ausnahmen praktisch

nur auf akademischem Weg erworben

werden können.

Auf Systemebene ist man bestrebt,

die Vergleichbarkeit von

Abschlüssen durch deren Einordnung

in nationale Qualifikationsrahmen

und deren «Übersetzung»

via einen übergeordneten

europäischen Rahmen zu erreichen.

Ein Diplomzusatz soll aus-

serdem jeden Berufsbildungsabschluss

genauer erklären. Diese

Arbeiten sind für die Schweiz allerdings

noch im Gang.

Eine automatische EU-weite

Anerkennung, an der über das

Personenfreizügigkeitsabkommen

auch die Schweiz teil hat,

existiert nur für wenige Berufe;

KV-Berufe gehören nicht dazu. In

allen europäischen Ländern gibt

es aber sogenannte reglementierte

Berufe, deren Ausübung

vom Besitz eines Diploms und

dergleichen abhängig und gesetzlich

geregelt ist. Hierunter

fallen teilweise auch typische

KV-Berufe. So ist z.B. die Tätigkeit

als Buchhalter. Die Europäische

Kommission führt auf ihrer

Webseite eine «Datenbank für

reglementierte Berufe» (mit diesem

Begriff in Google suchen)

für alle EU- und EFTA-Staaten sowie

für die Schweiz.

Bei diesen Berufen verlangen

die zuständigen Behörden für

die Anerkennung/Zulassung re-

Neuerungen in Bereich Sozialversicherungen

halten sich 2012 in engem Rahmen: Mit

Ausnahme des auf 1,5 % gesenkten BVG-

Mindestzinssatzes und des Inkraft tretens der

IV-Revision 6a bleibt (fast) alles beim Alten.

Das hängt damit zusammen, dass 2011

praktisch keine Teuerung ange fallen ist (Jahresteuerung

0,2 %). Zudem sind im Wahljahr

2011 keine grösseren sozialpolitischen Vorhaben

verabschiedet worden.

Die Beitragssätze der ersten Säule (AHV/

IV/EO) bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert,

ebenso die Eckwerte der obligatorischen

beruflichen Vorsorge (BVG) und die

steuerbegünstigten Abzugsmöglichkeiten in

der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a).

Aktuelle Übersichten dazu finden sich im Internet

(unter www.bsv.admin.ch oder www.

controlla.ch/documents/Sozialversicherungen2012.pdf).

Bedeutsam ist die vom Bundesrat beschlossene

Senkung des Mindestzinssatzes

im BVG von bisher 2% auf neu 1,5%. Dieser

Satz entspricht der Rendite praktisch risikoloser

Anlagen. Wichtig für die berufliche Vor-

gelmässig eine offizielle Bescheinigung

aus dem Herkunftsland(Berufsqualifikationsnachweis).

In der Schweiz ist hierfür

die Kontaktstelle für die Diplom-

anerkennung des Bundesamtes

für Berufsbildung und Technologie

(BBT) zuständig (siehe www.

bbt.admin.ch/diploma).

Für nicht reglementierte Berufe

benötigen Sie zwar keine

rechtliche Anerkennung durch

die Behörden, wohl aber eine

faktische auf dem Arbeitsmarkt.

Zur Erleichterung des Zugangs

ins Ausland bestehen in einzelnen

Branchen grenzüberschreitende

Abmachungen unter den

Verbänden. So können in den

Marketing- und Verkaufsberufen

Europazertifikate erworben werden,

die die eidgenössischen

Abschlüsse der höheren Berufsbildung

europaweit einordnen

und mit gebräuchlichen englischen

Titeln verbinden. Solche

sektoriellen Lösungen sind allerdings

noch die Ausnahme.

Nützlich ist auch die Übersetzung

relevanter Dokumente –

Sozialversicherungen

Wenig Änderungen

und zwar nicht nur Ihres Fach-

bzw. Notenausweises. Aussagekräftig

ist in der Regel die

Beschreibung des Berufsbildes,

das im Sinn der künftigen Diplomzusätze

Aufschluss über Fähigkeiten

und Kompetenzen gibt

und meist auch typische Einsatzgebiete

der Absolvent/innen

nennt. Dieses Berufsbild und

eine englischsprachige Titelempfehlung

finden sich in der

(übrigens vom BBT genehmigten)

Prüfungsordnung des jeweiligen

Abschlusses.

Weil die internationale berufliche

Mobilität immer wichtiger

wird und das auch die Prüfungsträgerschaften

wissen, erkundigen

Sie sich am besten dort, was

schon vorhanden ist, bevor Sie

sich selbst um eine Übersetzung

kümmern. Falls Sie Ihren Bewerbungen

mehr Hintergrund zur

Schweizer Berufsbildung und

zur Verortung Ihres Abschlusses

beilegen möchten, finden Sie geeignete

Darstellungen auch auf

englisch im Online-Shop auf

www.berufsbildungplus.ch.

sorge ist sodann die auf den 1.1.2012 in Kraft

gesetzte sogenannte «Strukturreform». Diese

zielt auf mehr Transparenz und höhere Standards

(Governance) bei der Führung von Vorsorgeeinrichtungen

und in der Vermögensverwaltung.

Die Aufsicht wurde verstärkt

und eine unabhängige Oberaufsichtskommission

geschaffen.

Per 1. Januar 2012 hat die IV weitere

Instrumente zur Wiedereingliederung erhalten,

allerdings ohne Auflagen für Arbeitgebende

(z.B. Quote). Ein Assistenz beitrag soll

es Menschen mit Behinderungen ermöglichen,

ihr Leben selbstständiger zu organisieren.

Bei Hilfsmitteln soll in Zukunft der Wettbewerb

stärker spielen.

Eine wichtige Vorlage wird die Neuauflage

der Senkung des Umwandlungs satzes

im BVG sein. Grundlage bildet der soeben

vom Bundesrat veröffentlichte Bericht zur

Zukunft der 2. Säule. Umstritten bleiben wird

aber auch Teil b der 6. IV-Revision.

Hansueli Schütz ist Ressortleiter Wirtschafts-

und Sozialpolitik des KV Schweiz.

hansueli.schuetz@kvschweiz.ch


Jugend

Andrea Ruckstuhl ist Ressortleiter

Jugend beim KV Schweiz.

> andrea.ruckstuhl@kvschweiz.ch

Jugend

Wann soll ich an

der PE arbeiten?

In unserem Betrieb gibt es immer

wieder Unklarheiten wegen

den Prozesseinheiten. Ich

darf nicht während der Arbeitszeit

an der PE arbeiten, sondern

muss alles zu Hause erledigen.

Kollegen in anderen Betrieben

können sich im Betrieb für die

PE so viel Zeit nehmen, wie sie

wollen. Stimmt es, dass das Geschäft

mir eine gewisse Anzahl

Stunden für die PE gewähren

muss? Und wenn ja: Wie kann

ich dies einfordern?

Ein Blick in die gesetzlichen

Grundlagen zeigt, dass die Prozesseinheiten

als Teil der betrieblichen

Ausbildung definiert

sind. In den Ausführungsbestimmungen

ist nebst den inhaltli-

Applaus

context 1 – 2012

chen Vorgaben festgehalten,

dass die Prozesseinheit 8 bis 15

Arbeitsstunden umfassen. Abhängig

davon, was von den Lernenden

erwartet wird. In der PE

im 3. Lehrjahr kann man von den

Lernenden mehr verlangen als in

derjenigen im 1. Lehrjahr. Das

heisst aber auch, dass der Betrieb

für die anspruchsvollen PE

mehr Zeit zur Erledigung zur Verfügung

stellen muss. Und zwar

wohlverstanden während der Arbeitszeit

im Betrieb. Oder noch

einmal anders und klar gesagt:

Der Betrieb darf nicht verlangen,

dass du die PE zu Hause, also in

deiner Freizeit erledigst.

Selbstverständlich gibt es einen

gewissen Spielraum: Falls

du für deine PE deutlich mehr

Zeit brauchst, als dafür vorgesehen

bzw. abgemacht war,

kann dein Betrieb verlangen,

dass du in der Freizeit daran arbeitest.

Zu wissen, was gilt und worauf

man Anrecht hat, ist das

eine, es wirklich auch zu bekommen,

das andere. Wenn Lernende

ihr Recht einfordern,

besteht auch immer ein gewisses

Risiko, dass es mit Vorgesetzten

deswegen zum Konflikt

kommt. Aber das soll einen nicht

davon abhalten, es trotzdem zu

tun.

Dabei gibt es wesentliche

Schlüssel zum Erfolg: der rich-

tige Moment für das Gespräch,

die gute Vorbereitung und die

Klarheit darüber, was man erreichen

will und wie viel man bereit

ist, dafür zu investieren.

Du wirst dich auch im späteren

Arbeitsleben immer wieder

mal fragen: Was habe ich eigentlich

zugute, wie wichtig ist mir

das, und wie viel will ich investieren,

damit ich es erreiche?

Das hat mit Abwägen von Vor-

und Nachteilen zu tun und will

gut überlegt und gelernt sein.

Dir empfehle ich: Bitte deine

Berufsbildnerin/deinen Berufsbildner

um ein Gespräch und besprich

die Angelegenheit zusammen

mit ihnen. Als schriftliche

Grundlagen können dir das Ausbildungsreglement

dienen und

dein Modelllehrgang, wo du im

Teil zu den PE entsprechende

Aussagen findest.

Ich hoffe natürlich, dass dein

Berufsbildner einlenkt und dir

die zustehende Zeit für die

nächste PE auch zur Verfügung

stellt. Falls nicht, rate ich dir, mit

der für dich zuständigen Kontaktperson

im kantonalen Berufsbildungsamt

zu sprechen.

Diese Kontaktperson ist ja auch

die Person, die damals deinen

Lehrvertrag vom Kanton aus genehmigt

hatte. Den Namen und

die Kontaktangaben findest du

im Lehrvertrag oder auf einem

Beiblatt.

DRoPBox

IT-TIPP – Mit Dropbox wurde 2007

ein neues Datenablagesystem geschaffen,

das es den Nutzer/innen

ermöglicht, von überall auf

ihre Daten zuzugreifen. Das

Grundprinzip dieses Systems ist

ein Speicherort wie ein USB-Stick,

jedoch mit dem Vorteil, dass die

Daten mit einer Internetverbindung

immer verfügbar sind.

Das Programm ist relativ einfach:

Auf www.dropbox.com können

Sie mit einer einfachen und kostenlosen

Anmeldung ein Konto eröffnen

und haben 2GB zur Verfügung.

Nach erfolgreicher Installation

haben Sie die Möglichkeit,

Ihre eigenen Daten in die Dropbox

zu speichern, welche mit dem

Konto synchronisiert werden.

Mit Hilfe der dazugehörigen App

haben Sie einen weiteren Weg,

über das Smartphone auf die Dropboxdaten

zuzugreifen. Somit ist

die Verfügbarkeit über das Mobile

sowie Computer weltweit gewährleistet.

Falls Sie einen Dropboxordner für

einen weiteren Dropboxuser freischalten,

kann dieser auf die gleichen

Daten zugreifen und somit

immer mit der neusten Version arbeiten.

Neben Dropbox gibt es mit

www.icloud.com sowie mit www.

insynchq.com weitere Anbieter

von solchen Services. Dennis Garrn

Die grösste kaufmännische Bildungsinstitution der Schweiz hat, was Sie für Ihren überzeugenden Auftritt,

Ihre kompetente Führung und das nachhaltige Coachen brauchen. Profitieren Sie davon!

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Höhere Fachschule für Wirtschaft HFW Nachdiplomstudien HF KFS+, Führungsfachmann/-frau SVF

Organisation und Projektmanagement Leadership Wirtschaftliche Basiskurse

WIRTSCHAFTSAKADEMIE

Rechnungslegung & Controlling Treuhand Steuern Ausbildung für Ausbildende Informatik

Technische Kaufleute mit Tageshandelsschule Handelsdiplom edupool.ch Marketing und Verkauf

Finanz dienstleistungen Sozialversicherung Sekretariat Personal/HRM

SPRACHAKADEMIE

Deutsch (Fremdsprache und Muttersprache) Englisch Französisch Italienisch Spanisch

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39


40

KV AKtuell

100 Jahre KV Willisau

context 1 – 2012

Der Kaufmännische Verein Willisau gehört mit 60 Mitgliedern zu den kleinsten Verbänden

der Schweiz. Im 2012 feiert er sein 100-Jahr-Jubiläum und kann mit Stolz auf eine bewegte

Geschichte zurückblicken.

In Willisau wurde 1912 der «Verein junger

Kaufleute» gegründet. Die Generalversammlung

beschloss, eine eigene Bibliothek

anzuschaffen und regte an, eine

Kaufmännische Fortbildungsschule zu

gründen. Bereits 1913 konnten die ersten

Schüler den Unterricht an der Kaufmännischen

Fortbildungsschule besuchen.

Die Kaufmännische Fortbildungsschule

organisierte u. a. Vorträge mit Themen

wie «Jünglingsideale», «Mutig hinaus»

oder «Warum liebe ich mein Vaterland?»

1916 beschloss man als Sektion dem

Kaufmännischen Verband Schweiz beizutreten.

Der Beitritt setzte allerdings voraus,

dass der Name fortan «Kaufmännischer

Verein Willisau» laute. 1926 kam es

zum grossen Zusammenschluss zwischen

der Gewerblichen Berufsschule,

der Kaufmännischen Berufsschule und

der Kaufmännischen Fortbildungsschule.

Die folgende Zeit war geprägt durch Jahre

mit vielen Aktivitäten, aber auch Jahren,

welche sich als schwierig erwiesen wie

z.B. in der Kriegszeit von 1939 bis 1945. Das

Nachruf

Kurt Zürcher

Am 15. Dezember 2011 ist Kurt Zürcher

im 84. Altersjahr nach kürzerem Heimaufenthalt

verstorben.

Kurt Zürcher war langjähriger Geschäftsleiter

und später Präsident des KV

St. Gallen sowie des Kantonalverbands

St. Gallen-Appenzell und hatte während

Jahrzehnten als wahrer Allrounder die

Tätigkeit des KV mitgeprägt. Er hat sich

erfolgreich, mit grossem Engagement

und grosser Sachkenntnis in seinen verantwortungsvollen

Positionen für unseren

Verband eingesetzt. In Anerkennung

seiner grossen Verdienste wurde Kurt

Zürcher 1994 zum Ehrenmitglied des KV

Schweiz gewählt.

Kurt Zürcher war seit 1973 Mitglied des

Zentralvorstandes sowie Mitglied verschiedener

Ausschüsse und Kommissionen

(u.a. Leitender Ausschuss des ZV,

Kommission für Standespolitik, Struktur-

Vortrags- und Kursangebot ging in der

Folge stark zurück.

Ab 1949 gewannen die Winterkurse in

den Sprachfächern und Buchhaltung jedoch

an Bedeutung. Daneben wurden

Diskussionszirkel und Vorträge durchgeführt.

1980 übernahm der damalige Rektor

der Kaufmännischen Berufsschule

und heutige Ehrenpräsident des KV Willisau,

Max Schmid, die Vereinsleitung.

Bald ging die Kurstätigkeit für Erwachsene

vom KV Willisau an die Kaufmännische

Berufsschule Willisau über.

75-Jahr-Jubiläum 1987

1987 feierte der Kaufmännische Verein

Willisau seinen 75. Geburtstag. Aus diesem

Grunde wurden im Jubiläumsjahr

viele Anlässe wie Tage der offenen Tür,

Projektwochen und ein Podiumsgespräch

durchgeführt. Mit dem Höhepunkt eines

Stiften- und Ehemaligenballs wurde das

Jubiläumsjahr abgeschlossen.

Bis 2003 war Max Schmid ein Präsident,

der das Vereinsschiff 23 Jahre lang

reformkommission, Paritätische Kommission

für Angestelltenfragen, SKV-Werbekommission,

SKV-Finanzkommission).

Alle Gebiete einer Arbeitnehmerorganisation

waren Kurt Zürcher gleich wichtig:

die Jugendorganisation des KV, die Juniorenbewegung

und natürlich der Hauptverein.

Sein grosses Interesse galt daneben

aber auch der Handelsschule des KV.

Kurt Zürcher war ein geachteter Verhandlungspartner,

der es verstand, seine Ansichten

sachlich und partnerschaftlich,

aber mit Hartnäckigkeit durchzusetzen.

Er galt als echter Verfechter der Sozialpartnerschaft.

Enttäuschungen liessen

ihn nicht vom eingeschlagenen Weg abkommen.

Den Angehörigen des Verstorbenen sprechen

wir unser tiefes Beileid aus.

Peter Kyburz, Generalsekretär des KV Schweiz

mit viel Elan und Umsicht führte. Mit seiner

Pensionierung an der Kaufmännischen

Berufsschule übergab Max Schmid

das Präsidentenamt Kurt Rubeli, dem

neuen Rektor des Berufsbildungszentrums

Willisau, welches inzwischen zum

Kanton Luzern als Besitzer übergegangen

ist. Kurt Rubeli führte den Verein bis im

Frühjahr 2011, bevor der heutige Präsident

Christian Meister das Präsidentenamt

übernahm. In den letzten Jahren behielt

man den Status als kleine, aber feine Sektion

mit den Zielen einer ordentlichen

Mitgliederzahl, gesunden Finanzen und

einem gut funktionierenden und erreichbaren

Sekretariat.

Seit 2004 verleiht der KV Willisau Sonderpreise

an den Abschlussfeiern der

Kaufmännischen Berufsfach- und Berufsmittelschule

Willisau und seit 2006

verfügt man auch über eine eigene Webseite:

www.kvwillisau.ch.

Der heutige Vorstand des KV Willisau

setzt sich zusammen aus: Christian Meister,

Präsident; Mia Nehm, Aktuarin; Alex

Schwegler, Kassier und Sekretariatsleiter.

Aktivitäten im Jubeljahr 2012

Der kaufmännische Verein Willisau bleibt

seiner Linie treu und betreibt auch im Jubeljahr

keine hohen Sonderaktivitäten.

Trotzdem ist ein spezieller Jubiläumsanlass

geplant, dessen letzte Details aber

noch nicht ausgearbeitet sind.

Alex Schwegler, KV Willisau

Mitgliedertipp

Raus aus dem Nebel

und an die Sonne!

Für den KV ist klar: Wer arbeitet, hat sich

eine Auszeit verdient. Darum bieten wir –

dank unserem neuen Partner Helvetic

Tours – allen KV-Mitgliedern erholsame

Ferien zu günstigen Preisen an. Sie erhalten

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von Helvetic Tours und

Kuoni! Zudem warten laufend attraktive

Exklusivangebote für die schönsten Feriendestinationen

auf Sie. Der Link zu Ihrem

Traumurlaub führt über: www.kvschweiz.ch/helvetictours.

Marketing KV Schweiz


SeKtioNeN

ReGioN BASel-StADt

KV BASel

telefon 061 271 54 70

Fax 061 272 24 41

info@kvbasel.ch

www.kvbasel.ch

Steuerseminar 2012

Das «Steuerseminar» gibt kurz

über Wichtiges zu den Steuern in

Basel-Stadt und Basel-Landschaft

Auskunft und bietet Gelegenheit,

um Fragen zu stellen. Dienstag,

14. Februar im KV Basel, Aeschengraben

15, Saal 6. Stock, von 19 bis

ca. 21 Uhr.

erfolgreich delegieren

Dieses Seminar richtet sich an

Personen mit Führungsverantwortung

auf allen Stufen und an solche,

die an dieser Aufgabe wachsen wollen

sowie an Betreuer/innen von

Lernenden. Mit Kleo Demmak,

Supervisorin/Organisationsberaterin;

Dienstag, 6. März, 18 bis 20 h,

KV Basel, Aeschengraben 15, Saal 6.

Stock. Kosten: KV-Mitglieder

CHF 30.–, andere CHF 80.–

english club

All meetings will be held on

Tuesdays at 8 pm at the KV building.

For any suggestions contact Gaby

Felix: phone 061 228 90 34 or Felix

Schurter: phone 062 868 74 00

Programme February

7 – DVD Evening, listening skills

14 –Newspaper reading

24 – (Friday) beer fondue in the

Restaurant Linde, Rheingasse

at 7.30 pm

29 – (Wednesday) Schnitzelbängg.

Join us at the Tinguely-Brunnen

at 6.30 pm

Pensioniertengruppe

Ausflug in das Oberbaselbiet in

die Ortschaft Buus. Vom Dorfplatz

Spaziergang ca. zehn Minuten hinauf

zur Pfarrkirche. Führung mit

Pfarrer Lorenz Lattner um 14.15 Uhr.

Anschliessend Ausklang im Restaurant

Rössli. Besammlung: 13 Uhr

Bahnhof SBB Schalterhalle beim

Treffpunkt. Abfahrt 13.17 Uhr mit

dem InterRegio-Zug nach Gelterkinden

(bitte Billette nach Buus selber

lösen) oder 14 Uhr direkt auf dem

Dorfplatz. Kosten: KV-Mitglieder

CHF 10.–, andere CHF 25.–. Anmeldungen:

Telefon 061 271 54 70,

info@kvbasel.ch, www.kvbasel.ch

context 1 – 2012

ReGioN BeRN

KV BeRN

telefon 031 390 60 30

Fax 031 390 60 20

info@kvbern.ch

www.kvbern.ch

Seminare

> «Zukunft im Business – CRM und

Social Media» mit Peter Ruppert,

Verkaufsleiter/Ausbildner;

Donnerstag, 16. Februar, eintägig

> «Neue Wege der Korrespondenz»

mit Fabienne Schnyder, Kommunikationsexpertin

und Partnerin von

Angelika Ramer & Partner AG;

Freitag, 17. Februar, eintägig

> «Die Mehrwertsteuer (MWST)

in der Schweiz» mit Robin Luisi,

Fürsprecher/Steuerexperte;

Mittwoch, 22. Februar, eintägig

> «Die Steuererklärung 2011» mit

Robin Luisi, Fürsprecher/Steuerexperte;

Donnerstag, 23. Februar,

Abendseminar, 17 bis 21 h

> «Umstieg Office 2007/2010» mit

Anita Jucker-Hermann, Erwachsenenbildnerin;

Freitag, 24. Februar,

halbtägig, 8.30 bis 12 h

> «Update KV-Lehre ab 2012 –

einfach erklärt» mit Beatrix Flury,

Ausbildnerin/Coach; Dienstag,

28. Februar, 13 bis 16.30 h

ReGioN MittellAND

KV AARGAu WeSt

telefon 062 837 65 15

Fax 062 837 65 19

info@kvagwest.ch

www.kvagwest.ch

Generalversammlung

Einladung zur Generalversammlung

des KV Aargau West am Dienstag,

27. März um 18 Uhr im Hotel Bären

Suhr.

Handelsschule KV Aarau

Führungsakademie

telefon 062 837 97 29

www.hkvaarau.ch

Seminare 2012

Bestellen Sie jetzt die aktuelle

Broschüre mit dem breiten Seminarangebot.

Seminar

«Dipl. Mentalcoach» – Start:

Basismodul, Samstag, 28. April.

Informationsanlass:

Mittwoch, 7. März, um 18.30 h

Führungsakademie Aarau

«Führungsfachfrau/Führungsfachmann

mit eidg. Fachausweis» –

Start: Donnerstag, 18. Oktober.

Informationsanlass:

Mittwoch, 28. März, 18.30 h

Infos zu allen Angeboten: Marianne

Wagner, Telefon 062 837 97 20 oder

E-Mail: m.wagner@hkvaarau.ch

KV BASellAND

telefon 061 926 70 10

Fax 061 926 70 15

info@kvbl.ch

www.kvbl.ch

Generalversammlung

Einladung zur Generalversammlung

des KV Baselland am Donnerstag,

24. Mai, ab 18.45 Uhr. Details

folgen.

Weiterbildung

Ihre gute Investition

> «Sachbearbeiter/in Marketing

und Verkauf», mit garantierter

Durchführung.

> «Organisieren, Planen Durch-

führen: Alles im Griff»: Der Lehrgang

Eventplaner/in macht Sie

zum Profi.

> Ihr Platz an den Schalthebeln des

Berufslebens: «Betriebsökonom/

in HF»: Der Studiengang für Ihre

Laufbahn mit Durchführungsgarantie.

Start der Angebote: März. Alle weiteren

Investitionsvorhaben in Ihre

Zukunft finden Sie unter:

www.bildungszentrumkvbl.ch

KV SolotHuRN

telefon 032 622 31 21

Fax 032 622 31 56

info@kvsolothurn.ch

www.kvsolothurn.ch

Senioren-Gruppe

Die Seniorinnen und Senioren

treffen sich einmal im Monat zu

einem Anlass mit anschliessendem

gemütlichem Zusammensein. Infos:

Kurt Müller, Telefon 032 622 23 43,

Mobile 079 794 58 04, E-Mail:

kurta.muellerhugi@bluewin.ch

SFW Forum für Weiterbildung,

Solothurn

telefon 032 624 90 50

Fax 032 624 90 59

info@sfw.ch

www.sfw.ch

Seminare

> «Zielorientierte Mitarbeitergespräche»

mit Peter Bösiger;

Freitag, 24. Februar und 12. März

(2 Tage)

> «Effizienter arbeiten mit MS Word»

mit Lilly Anselmetti;

Mittwoch, 29. Februar

> «E-Mail Flut – kein Problem» mit

Willy Knüsel; Donnerstag, 1. März

> «Gelassen und selbstbewusst –

im Beruf und privat» mit Joachim

Hoffmann; Freitag, 2. und 27. März

(2 Tage)

> «Effizienter arbeiten mit MS Excel»

mit Claudia Lüscher; Dienstag,

6. März

> «Die Kunst der konstruktiven

Kritik» mit Joachim Hoffmann;

Dienstag, 6. März

ReGioN oStScHWeiZ

KV oSt

telefon 071 274 36 50

Fax 071 274 36 56

info@kvost.ch

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Bewerbungscheck

Ein perfektes Bewerbungsdossier

steigert die Chancen auf dem

Arbeitsmarkt. Der Kaufmännische

Verband Ost bietet neu mit dem

Bewerbungscheck Soforthilfe für

Lehrabgänger/innen und junge

Berufsleute in Büro und Verkauf an.

Fachpersonen prüfen das Bewerbungsdossier

und geben Tipps zur

Verbesserung.

Anmeldung für das Einzelgespräch

unter www.kvost.ch/Beratung/Laufbahnberatung

41


42

SeKtioNeN

Hauptversammlung

Die 149. Hauptversammlung

des KV Ost findet am Mittwoch,

25. April, ab 18 Uhr in Wil SG, statt.

Bitte notieren Sie sich diesen

Termin.

Seminare

> «Besser schreiben – pfiffig und

stilsicher formulieren» mit

Gabriela Baumgartner;

Donnerstag, 23. Februar, 9 bis 17 h

> «Wenn E-Mails nerven!» mit

Gabriela Baumgartner;

Freitag, 24. Februar, 9 bis 12.30 h

> «Kaufmännischer Grundkurs» mit

Stefan Keller; Dienstag, 13. März,

8.30 bis 17 h

> «Berufliche Vorsorge: Pensionskassen

und BVG» mit Prof. Bruno

Ern; Mittwoch, 14. und 21. März,

9 bis 17 h

> «MWST-Refresher» mit Roland

Besmer; Donnerstag, 15. März,

9 bis 17 h

> «Kaufmännische Grundbildung:

Umschulung auf Neuerungen ab

Sommer 2012» mit Stefan Keller;

Mittwoch, 16. März, 8.30 bis 12 h

Freizeitclub 60+

Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten,

Winterthur. Führung durch

die Sammlung des 18. und 19. Jahrhunderts.

Mittwoch, 14. März

Weitere Infos: telefonisch, E-Mail:

info@kvost.ch oder unter www.

kvost.ch/Veranstaltungen/Freizeitclub

celARiS

eine Schule des KV ost und des

SiB Schweizerisches institut für

Betriebsökonomie Zürich

lehrgang

«Fachleute im Finanz- und Rechnungswesen

mit eidg. Fachausweis»

– Start: April

infoanlässe

> «dipl. Leiter Finanzen & Dienste

NDS HF»; Mittwoch, 8. Februar

> «Fachausweis Rechnungswesen»;

Mittwoch, 8. Februar

> «Dipl. Leiter/in Finanzen & Dienste

NDS HF»; Mittwoch, 14. März

> «Fachausweis Rechnungswesen»;

Mittwoch, 14. März

context 1 – 2012

> «HR-Fachfrau/HR-Fachmann mit

eidg. FA»; Donnerstag, 15. März

> «Personalassistent/in Zertifikatsprüfung»;

Donnerstag, 15. März

Weitere Infos: Telefon 071 272 66 00

oder www.celaris.ch

KV-ost-Mitglieder erhalten

Vergünstigungen!

ReGioN ZeNtRAlScHWeiZ

KV luZeRN

telefon 041 210 20 44

Fax 041 210 78 50

info@kvluzern.ch

www.kvluzern.ch

tagesseminare in luzern

> «Arbeitszeugnisse – Grundlagen»

mit Edi Class; Freitag, 3. Februar

> «Selbstbewusst auftreten»

mit Mona Ziegler; Mittwoch,

8. Februar

> «Briefe, die wirken» mit Daniel

L. Ambühl; Donnerstag, 8. März

> «Führung von Lernenden – eine

besondere Aufgabe» mit Vera

Class-Bachmann; Donnerstag,

15. März

> «Sozialversicherungen im Überblick

– Kompaktseminar für

die Praxis» mit Hanspeter Leu;

Dienstag, 20. März

Abendseminar in luzern

> «Wie ich das Qualifikations-

verfahren erfolgreich bestehe!»

mit Mona Ziegler;

Montag, 6. Februar, 18 bis 21.30 h

> «Steuererklärung – (k)eine

Hexerei!?» mit Alois Koller;

Montag, 27. Februar, 18 bis 21 h

tagesseminar in Zug

«Kompetent im Umgang mit Stress»

mit Christian A. Bünck; Dienstag,

13. März

ReGioN

ZüRicH-StADt

KV ZüRicH

telefon 044 211 33 22

Fax 044 221 09 13

info@kvz.ch

www.kvz.ch

Öffentliche Seminare

Jeweils von 9 bis 17 Uhr, Ausnahmen

werden speziell vermerkt. Weitere

Informationen auf www.kvz.ch

> «Leben lernen live» mit Rolf Butz

und Henry Goldmann; Donnerstag,

23. Februar, 18 bis 20.30 h

> «Auftrittskompetenz» mit Susanne

Mouret; Freitag, 24. Februar

> «Mikropausen» mit Claude Weill,

Montag, 27. Februar, 18 bis 21 h

> «Rechtliche Probleme rund um die

Beendigung des Arbeitsverhältnisses»

mit Claudia Eugster;

Dienstag, 28. Februar, 8.30 bis

12.30 h

> «Ablagemanagement» mit

Fabienne Simmen; Montag,

5. März, 8.30 bis 12.30 h

> «Powernapping über Mittag» mit

Lars Sonderegger; Dienstag, 6.

und 13. März, 12.15 bis 13.45 h

> «Ihrer Stimme Kraft geben» mit

Dana Stratil; Mittwoch, 7. März

> «Erfolgreich führen» mit Verena

Portmann; Donnerstag und

Freitag, 8. und 9. März

> «Weniger Stress – Mehr Lebensqualität»

mit Evi Giannakopoulos;

Donnerstag, 8. und 15. März,

18 bis 20.30 h

> «Lernen mit List und Lust»

mit Monika Bär; Dienstag, 13. und

20. März, 18 bis 20.30 h

> «Sozialversicherungen im Überblick»

mit Christian Zingg;

Mittwoch, 14. März

cercle Français

Notre cercle nous permet de cultiver

le français littéraire et quotidien.

Toute personne intéressée à améliorer

ou à entretenir «son français»

est bienvenue dans notre cercle.

Chaque mercredi 18.45 bis 20 h,

KVZ, Kurierstube, Talackerstrasse

34, 8001 Zurich. Contact: hugo.

schnurrenberger@tele2.ch, ou

erika.salzmann@gmx.ch, téléphone

044 462 16 74

ladies’ english club

All meetings will be held on

Mondays at 6.45 p.m. in the Kurierstube,

First Floor, Talacker 34,

Kaufleuten Building, 8001 Zürich.

Leader Nancy Scherer-Howe, Phone

044 720 93 09, www.raccourci.ch/

ladies. Guests are welcome.

Men’s english club

Meetings held tuesdays at 7 pm unless

otherwise indicated. Meeting

Place: Talacker 54 (First Floor) –

Kaufleuten Building – 8001 Zürich.

Web page: http://meckvz.weebly.

com. Guests are most welcome.

Veteranen- und

Senioren-Vereinigung

Einladung zur Generalversammlung

des VSV am Montag, 27. Februar um

14.30 Uhr, im Kaufleutensaal,

Zürich. Anmeldung erforderlich.

ReGioN ZüRicH-lAND –

ScHAFFHAuSeN

KV ScHAFFHAuSeN

telefon 052 630 78 78

Fax 052 630 78 77

info@kv-sh.ch

www.kv-sh.ch

tagesseminare

> «Effiziente Protokollführung» mit

Daniel L. Ambühl, Praxis für Unternehmenskommunikation;Dienstag,

28. Februar

> «Mental- und Intuitionstraining

(6. Sinn)» mit Thomas Frei,

Mental- und Intuitionstrainer;

Donnerstag, 1. März

> «Rhetorik – selbstbewusst und

sicher auftreten» mit Mona Ziegler,

Mentalcoach und Rhetoriktrainerin;

Dienstag, 6. März

> «Ablagemanagement» mit

Fabienne Simmen, Trainerin/

Coach; Donnerstag, 15. März

> «Professioneller schreiben – pfiffig

und stilsicher formulieren» mit

Gabriela Baumgartner; Redaktorin

beim Beobachter, Erwachsenenbildnerin;

Donnerstag, 22. März

> «Stark und souverän in der Veränderung»

mit Susanne Mouret,

Kauffrau/Erwachsenenbildnerin/

Kommunikationsberaterin;

Dienstag, 27. März

Sprachkurse und Seminare

Angebote auf der Homepage

iGKG SH - interessengemeinschaft

kaufmännische Grundbildung

«Update für KV-Lehrmeister und

Ausbildungsbeauftragte»;

Kurse werden auf der Homepage

www.igkg-sh.ch publiziert.


Frauennetz

«Besuch und Führung in der Stadtbibliothek

Münsterplatz»: Donnerstag,

23. Februar

Senioren club Kaufleute

«Wasser – Abwasser – Kanalsystem»:

März (Datum folgt)

KV WiNteRtHuR

telefon 052 269 09 09

Fax 052 269 09 08

info@kv-winterthur.ch

www.kv-winterthur.ch

Seminare

> «Besser schreiben – pfiffig und

stilsicher formulieren» mit

Gabriela Baumgartner; Freitag,

9. und 30. März

> «Schwierige Mitarbeitende –

Herausforderung für Führung und

Team» mit Felix Kobelt;

Freitag 16. März

> «Effiziente Protokollführung»

mit Daniel L. Ambühl; Donnerstag

22. März

> «Lohn und Personalversicherungen»

mit Felix Kuster;

Dienstag 3. April

> «Konstruktive Lösungen für kleine

und grosse Konflikte» mit Jacqueline

Steffen Oberholzer; Donnerstag

19. April

> Sie finden unser gesamtes Seminarprogramm

2012 auf unserer

Homepage.

Berufsbildner

Nächster Kurs für Berufsbildner in

Winterthur: ab Montag, 26. März.

Details finden Sie auf

www.kv-winterthur.ch/Bildung

Veranstaltung

«Briefzentrum Zürich-Mülligen»;

Besichtigung/Rundgang, Freitag,

20. April von 18.30 Uhr bis 20.30

Uhr. Details finden Sie auf unserer

Homepage.

frauenNetz

Generalversammlung mit anschliessendem

Porträt über die Stiftung

«Green Ethiopia» mit Susanne

Bührer; Mittwoch, 22. Februar, 19 h,

Wirtschaftsschule KV Winterthur.

Anmeldung erforderlich

context 1 – 2012

PeRSoNeN iM KV

«Besonders Spass macht es, dass ich

durch meine Hobbys mit ganz anderen Leuten

in Kontakt komme als im Berufsleben.»

Franziska Gambirasio, 58, Präsidentin KV Basel

Was machen Sie für den KV?

Seit 1992 bin ich Präsidentin des KV Basel. Das

Präsidium für den KV Basel ist ein Vollamt - wir

sind, so viel ich weiss, die einzige Sektion/Region,

bei der das so ist. Gleichzeitig bin ich

Präsidentin der Unterrichtskommission der

Handelsschule KV Basel. Ich erledige all die

vielfältigen Aufgaben, die in diesen Positionen

und den dazugehörenden Gremien und Gebieten

anfallen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit am

besten?

Eigentlich gefällt mir alles sehr gut. In den

zwanzig Jahren als Präsidentin ist mir noch an

keinem Tag langweilig gewesen. Absolut faszinierend

für mich ist die grosse Palette an Menschen,

mit denen ich Kontakt habe und zusammenarbeiten

darf.

Freude bereitet mir zudem das Führen, das

miteinander auf ein Ziel hinarbeiten. Schön

finde ich auch, dass ich viele Ideen entwickeln

und umsetzen kann.

Was haben Sie vorher gemacht?

Bevor ich Präsidentin des KV Basel wurde, leitete

ich das Ressort Frauen des KV Schweiz

und pendelte täglich von Basel nach Zürich.

Zum KV stiess ich von der Basler Handelskammer

her, davor arbeitete ich im Treuhandbereich

und in der Pharmabranche, jeweils im

Personalbereich.

Lustigerweise nahm meine Laufbahn im KV

Basel ihren Anfang: Dort absolvierte ich von

1969 bis 1972 meine KV-Lehre, noch nicht wissend,

dass ich in diesem Beruf bleibe und

schon gar nicht daran denkend, einmal KV-

Präsidentin zu werden.

Was ist Ihnen im Leben sonst noch wichtig?

Wichtig sind mir mein Partner, mit dem ich

schon sehr lange zusammen bin, mein Freundeskreis

und überhaupt die Menschen um

mich herum, darunter auch meine Gottenkinder,

die inzwischen alle junge Erwachsene

sind. Mein grösstes Hobby ist Kunst und Natur

im Allgemeinen. In meiner Freizeit schöpfe ich

Papier. Dieses Kunsthandwerk ermöglicht es

mir, meine kreative sowie meine handwerkliche

Seite auszuleben.

In den Ferien male ich gerne, unter anderem in

der Natur. Die Liebe zur Malerei führt mich zudem

in viele Ausstellungen. Besonders Spass

macht es, dass ich durch meine Hobbys mit

ganz anderen Leuten in Kontakt komme als im

Berufsleben.

Viel Zeit verbringe ich ausserdem bei Spaziergängen

auf der «Basler Alp», der Chrischona,

wo auch das obige Foto aufgenommen worden

ist.

Über wen im Verband möchten Sie mehr

wissen?

Bill Lischer, stellv. Geschäftsleiter und Rechtsberater

des KV Luzern.

Er wird in der nächsten Ausgabe vorgestellt

(die Redaktion).

43


44

SeKtioNeN iMPReSSuM

Seniorinnengruppe

Öpfelchüechli-Zvieri im Kafi Burehus

Seen (Bus 3 bis St. Urban):

Dienstag, 14. Februar, 14.30 Uhr.

Anmeldung bis Donnerstag,

9. Februar an Maria Burren,

Telefon 052 232 34 79 oder Trudi

Lack, Telefon 052 212 98 30.

Generalversammlung im Kafi

Burehus Seen am

Dienstag, 20. März

KV ZüRicHSee liNKeS uFeR

telefon 044 718 22 33

Fax 044 718 22 30

info@kvzlu.ch

www.kvzlu.ch

Kursprogramm 2012

Das neue Kursprogramm für das

erste Semester ist erschienen und

kann bestellt werden:

Bildungszentrum Zürichsee, Abt.

Weiterbildung, Alte Landstrasse 40,

8810 Horgen, Telefon 044 727 46 00

Fax 044 727 46 10, E-Mail: horgenwb@bzzuerichsee.ch:www.bzzuerichsee.ch

KV BilDuNGSGRuPPe

ScHWeiZ AG

telefon 079 388 53 40

peter.rueegger@kvbildung.ch

www.kvbildung.ch

Facebook: KV Bildungsgruppe

Schweiz

Standorte

Aarau, Baden, Basel, Bern, Luzern,

Winterthur, Zürich. Über 100 verschiedene

Lehrgänge auf der Informations-

und Buchungsplattform

www.kvbildung.ch

infoveranstaltungen

Auf www.kvbildung.ch oder

entsprechende Schulwebsite.

Aktuelle Angebote

> Aarau: Siehe Einträge bei «Region

Mittelland, Aargau West»

> Baden: KMU-Fachtagung «Neue

Märkte erschliessen mit der Generation

50plus». Donnerstag,

15. März, 13.30 bis 20 Uhr.

www.kmu-fachtagung.ch.

context 1 – 2012

> Basel: Die Diplomsprachkurse

der Handelsschule KV Basel an

der Ferienmesse Basel, vom

Freitag, 3. bis Sonntag, 5. Februar.

Verlosung von Gratis-Eintrittskarten:

Mail an

sandra.jungo@hkvbs.ch.

> Bern: Neues Businessstudium

ab Oktober 2012 mit 11 Spezialisierungsrichtungen.

Das gesamte

Studium dauert fünf Semester und

ermöglicht den Erwerb von zwei

anerkannten Abschlüssen: Nachdiplomstudium

HF und Executive

Master of Business Administration.

In Zusammenarbeit mit der Fernfachhochschule

Schweiz.

> luzern: Sachbearbeiter-Lehrgänge

von edupool.ch werden in Luzern

und allen anderen Standorten

angeboten. Sie garantieren hohe

Qualität in diesen Disziplinen:

Marketing und Verkauf, Personalwesen,

Rechnungswesen, Sozialversicherungen,

Treuhand sowie

Tourismus und Event.

> Winterthur: Umfassender Informationsabend

für alle Lehrgänge

neu am Mittwochabend, 1. Februar

(um eine Woche verschoben).

> Zürich: Impulsanlass «Bildung der

Zukunft»: Mittwoch, 1. Februar,

GDI Gottlieb Duttweiler Institute,

Rüschlikon. Referate und Talks

zum lebenslangen Lernen. Moderation:

Christine Maier. Kooperation

von KV Zürich und KV Bern.

SiB ScHWeiZeRiScHeS

iNStitut FüR BetRieBS-

ÖKoNoMie

telefon 043 322 26 66

Fax 043 322 26 51

info@sib.ch

www.sib.ch

Öffentliche Seminare

jeweils von 9 bis 16.45 Uhr

> «Arbeitstechnik und Zeitmanagement»

mit Enrico Lombardi;

Dienstag und Mittwoch, 14. und

15. Februar

> «Arbeitszeugnisse schreiben»

mit Helena I. Schmidhauser; Mittwoch,

29. Februar «Energize your

Life» mit Patrik Meier; Donnerstag,

1. März

> «Auftrittskompetenz» mit Hanna

Scheuring;

Mittwoch, 7. und 21. März

> «Interkulturelle Kommunikation»

mit Claude Koehl; Donnerstag,

8. März

> «Professionell präsentieren» mit

Christoph Brügger; Mittwoch,

14. März

> «Persönliche Produktivität» mit

Markus Worch; Donnerstag,

15. März

> «Finanz- und Betriebsbuchhaltung»

mit Andreas W. Markstahler;

Mittwoch, 21. und Donnerstag,

22. März

infoveranstaltungen

Beginn jeweils um 18 h

> «Management-Diplom SIB»;

Mittwoch, 29. Februar

> «Dipl. Business Engineer NDS HF»;

Mittwoch, 7. März

> «Dipl. Schulverwaltungsleiter/in

SIB/VPZS»; Mittwoch, 7. März

> «Dipl. Leiter/in Finanzen & Dienste

NDS HF»; Montag, 12. März

> «Dipl. Marketingmanager/in HF»;

Montag, 12. März

> «Dipl. Controller/in NDS HF»;

Dienstag, 13. März

> «Dipl. Betriebswirtschafter/in HF»;

Mittwoch, 14. März

> «Dipl. Personalleiter/in NDS HF»;

Mittwoch, 14. März

Studiengänge

> «Management Diplom SIB»;

Beginn März

> «Dipl. Leiter/in Finanzen &

Dienste NDS HF»; Beginn April

> «Dipl. Betriebswirtschafter/in HF»;

Beginn April

> «Dipl. Marketingmanager/in HF»;

Beginn April

> «Dipl. Schulverwaltungsleiter/in

SIB/VPZS»; Beginn Mai

> «Certified Online Marketing Expert

bsw/SIB»; Beginn Mai

> «Dipl. Personalleiter/in NDS HF»;

Beginn August

> «Dipl. Betriebswirtschafter/in HF»;

Beginn Oktober

> «Dipl. Marketingmanager/in HF»;

Beginn Oktober

> «Certified Innovation Manager

SIB»; Beginn Oktober

KV-Mitglieder erhalten eine

ermässigung!

Nr. 1 – Januar 2012

iSSN 1424-5345

Herausgeber

KV Schweiz

Telefon 044 283 45 45

www.kvschweiz.ch

Verlagsleitung

Ingo Boltshauser,

ingo.boltshauser@kvschweiz.ch

Redaktion

Therese Jäggi (tj)

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Andrea Mašek (ajm)

andrea.masek@kvschweiz.ch

Rolf Murbach (mur)

rolf.murbach@kvschweiz.ch

Redaktionsadresse

Kaufmännischer Verband Schweiz

Context

Hans-Huber-Strasse 4

Postfach 1853, 8027 Zürich

Telefon 044 283 45 33

context@kvschweiz.ch

www.context.ch

Sekretariat: Andrea Stoop

Bildnachweise

Titelbild: btrenke/iStockphoto; S. 8: Context/

Marion Nitsch; S. 10: HultonArchive/iStockphoto;

S. 19: Andreas Muhs/Caro/Keystone;

S. 20/22: zvg.; S. 21: Adam Jones/Keystone;

S. 28: Miguel Villagran/Keystone;

S. 32: Bilderberg/Keystone; S. 43: zvg.

Adressänderungen

KV Schweiz

Mitgliederadministration

Telefon 044 283 45 30

mitgliederadmin@kvschweiz.ch

oder im Mitgliederbereich:

www.kvschweiz.ch/login

erscheinungsweise

Monatlich (11 Ausgaben)

116. Jahrgang

Auflage: 45 307 Exemplare

(WEMF-beglaubigt 2011)

Abonnemente

12 Monate CHF 48.–

Anzeigen

Creative Media GmbH

Zürichstrasse 135

8910 Affoltern am Albis ZH

Telefon 043 322 60 30

context@c-media.ch

Druckerei

Vogt-Schild Druck AG

4552 Derendingen

Konzeption, layout, Druckvorstufe

Partner & Partner AG

8400 Winterthur

www.partner-partner.com

Context bekennt sich zum «Code of Conduct»

der Schweizer Presse. Werbung und

redaktioneller Teil sind klar getrennt.

Context wurde vom Verband

SCHWEIZER PRESSE für das Jahr

2010 mit dem Gütesiegel

«Q-Publikation» ausgezeichnet.


äTSel

context 1 – 2012

Fluss

TalDorf See

Berg Region

Kunst aus Kalk

Pass

Vielleicht wissen Sie noch nicht, wohin Ihr nächster Ausflug

führen soll. Wir hätten da einen interessanten Tipp. Wohin es geht,

müssen Sie allerdings selber herausfinden. Wenn Sie uns die

Lösung schicken, nehmen Sie an der Verlosung von drei Tageskarten

der SBB (gültig mit Halbtax) im Wert von CHF 64.– teil.

Lange bevor es Graffiti gab, wurden

Schweizer Dörfer mit Sgraffiti verziert.

Sgraffito ist eine historische Technik aus

Italien zur Bearbeitung von Wandflächen.

Dabei wird heller Kalkaufstrich auf dunklen

Verputz aufgetragen und wieder abgekratzt,

solange er noch weich ist.

So entstehen einfache Motive und

klare Linienführungen, die die Architektur

untermalen. Besonders schön kommen

sie auf Häusern zur Geltung, die

weite Tore, wohlproportionierte Fenster

und grosse Flächen aufweisen. Beliebt

sind Symbole wie Sonnenwirbel, Venussterne,

Perlmuscheln, Nymphen, Löwen,

Hirsche, der Lebensbaum oder das Doppelwellenband.

Das Dorf, das hier gesucht ist, hat sich

dank der Sgraffiti einen Namen gemacht.

Es erhielt für die Bewahrung und unter

Schutzstellung seines Dorfkerns sogar

den renommierten Wakker-Preis. Wobei

die Fassaden des malerischen Ortes doch

auch etwas bröckeln. Die Immobilienpreise

sind aufgrund des speziellen Ortsbildes

sehr hoch. Das Dorf befindet sich

zwar an wunderschöner Lage, auf einer

Terrasse in den Alpen, jedoch abseits der

belebten Strassen. Der Bahnhof liegt 40

Fussminuten unterhalb des Ortes. Dies

alles gereicht dem Dorf zum wirtschaftlichen

Nachteil.

Lange hatte es mit der Abwanderung

der Einwohnerinnen und Einwohner in

grössere Ortschaften zu kämpfen. Die

Primarschule schloss 2005, aber immerhin

gibt es noch einen Dorfladen, ein paar

Landwirtschaftsbetriebe, vier Restaurants

sowie Kunstateliers. Und neu erschlossenes,

preiswertes Bauland hat bewirkt,

dass die Einwohnerzahl wieder

etwas am Steigen ist. Es sind aber keine

200 Personen.

Das Dorf lebt praktisch einzig vom

Tourismus. 33 000 Übernachtungen werden

pro Jahr gezählt. Unter anderem locken

die Sgraffiti Menschen von nah und

fern an. Für eine Schweizerin oder einen

Schweizer ist der Besuch im Dorf fast ein

Muss. Denn hier spielt eines der bekanntesten

Schweizer Kinderbücher. Das

Haus der Hauptperson kann noch heute

bewundert werden.

Im Buch geht es um einen uralten

Brauch, den Chalandamarz. Dieser wird

stets am 1. März gefeiert. Die Jugend kos-

Stadt

3 SBB-Tageskarten

zu gewinnen!

tümiert sich und begrüsst mit Schellengeläut

und Peitschenknallen den Frühling.

Dieses symbolische Verjagen der winterlichen

Dämonen hat sich am ursprünglichsten

im Oberengadin erhalten. Hier

findet in den einzelnen Dörfern am Morgen

und zum Teil auch noch am Nachmittag

ein Umzug statt, wo sechs Knaben einen

bekränzten Schlitten ziehen, in dem

die kostümierten und schellenschwingenden

Winteraustreiber sitzen. Vor einzelnen

Häusern wird angehalten und gesungen,

und man sammelt Geschenke

ein. ajm

Schicken, faxen oder mailen Sie das

lösungswort bis spätestens 15.2.2012 an:

Redaktion Context

Postfach 1853, 8027 Zürich

Fax 044 283 45 65

raetsel@kvschweiz.ch

Gewinnerin des letzten Georätsels

(einer Übernachtung für zwei Personen):

Conny Hefti-Schindler, Schwanden

lösungswort Nr. 12: Faulhorn

45


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