INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT DER SCHWEIZ - Deza

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INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT DER SCHWEIZ - Deza

INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT DER SCHWEIZ


DIE INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT DER SCHWEIZ

Die öffentliche Entwicklungshilfe

der Schweiz beläuft sich auf rund 1,4

Milliarden Franken pro Jahr, das sind

ungefähr 0,34 Prozent des Bruttosozialprodukts

oder täglich 50 Rappen

pro Einwohner. Sie umfasst alle vom

Bund, den Kantonen und Gemeinden

für die Entwicklungsländer, die internationalen

Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen

zu Vorzugsbedingungen

bereitgestellten Mittel.

Welches sind ihre konkreten Ziele? Im

Bundesgesetz vom 19. März 1976 über

die Entwicklungszusammenarbeit und

die internationale humanitäre Hilfe

wird festgehalten: «Sie unterstützt die

Entwicklungsländer im Bestreben, die

Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung

zu verbessern. Sie soll dazu beitragen,

dass diese Länder ihre Entwicklung

aus eigener Kraft vorantreiben.»

Im März 1994 definierte der Bundesrat

in seinem Bericht zu den Nord-

Süd-Beziehungen der Schweiz in den

90er Jahren das Leitbild der Entwicklungspolitik.

Daraus gingen vier

Hauptthemen hervor: Wahrung und

Förderung von Frieden und Sicherheit,

Förderung der Menschenrechte,

Demokratie und Rechtsstaat; Förderung

der Wohlfahrt und bessere Rahmenbedingungen

für ein nachhaltiges

Wachstum; Erhöhung der sozialen

Gerechtigkeit namentlich für die Frauen;

und schliesslich Schutz der natürlichen

Lebensgrundlagen.

Auf eidgenössischer Ebene sind zwei

Bundesämter für Konzept und Umsetzung

der Entwicklungshilfe zuständig:

die Direktion für Entwicklung

und Zusammenarbeit (DEZA), die

zum Departement für auswärtige Angelegenheiten

(EDA) gehört, und das

Staatssekretariat für Wirtschaft

(seco) im Volkswirtschaftsdepartement

(EVD). Ihre wichtigsten Instrumente

sind technische Zusammenarbeit,

Finanzhilfe, Wirtschafts-und Han-

delsmassnahmen sowie humanitäre

Hilfe. Die DEZA koordiniert die Aktionen.

Die DEZA umfasst vier Bereiche: Bilaterale

Entwicklungszusammenarbeit,

multilaterale Entwicklungszusammenarbeit,

humanitäre Hilfe und technische

Zusammenarbeit mit Osteuropa.

Sie erbringt ihre Leistungen mit einem

Jahresbudget von ungefähr 1,2 Milliarde

Franken und rund 400 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern im In- und

Ausland durch direkte Aktionen, Unterstützung

von Programmen multilateraler

Organisationen, durch Mitfinanzierungen

und Beiträge an Programme

schweizerischer und internationaler

Hilfswerke.

Ziel der Entwicklungszusammenarbeit

ist die Armutsbekämpfung im

Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Sie fördert

namentlich die wirtschaftliche

und staatliche Eigenständigkeit, trägt

zur Verbesserung der Produktionsbedingungen

bei, hilft bei der Bewältigung

von Umweltproblemen und

sorgt für besseren Zugang zur Bildung

und gesundheitlichen Grundversorgung

der am meisten benachteiligten

Bevölkerung.

Leben retten und Leiden lindern ist der

Auftrag der Humanitären Hilfe des

Bundes. Sie leistet nach Naturkatastrophen

und bei bewaffneten Konflikten

direkte Hilfe durch Einsätze

des Schweizerischen Katastrophenhilfekorps

(SKH) und unterstützt humanitäre

Partnerorganisationen.

Die Länder Osteuropas und der

Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

(GUS) unterstützt die DEZA auf dem

Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft

mit Wissenstransfer und Beiträgen

zu Problemlösungen.

Während die humanitäre Hilfe bedarfsbezogen

dort geleistet wird, wo

sie am notwendigsten ist, konzentriert

sich die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

auf 18 Schwerpunktländer

und -regionen sowie drei Länder mit

Spezialprogrammen in Afrika, Asien

und Lateinamerika. Die technische Zusammenarbeit

mit Osteuropa konzentriert

sich auf neun Länder in Südosteuropa

und der GUS. Multilateral

arbeitet die DEZA insbesondere mit

den Organisationen des UNO-Systems,

der Weltbank und den regionalen

Entwicklungsbanken zusammen. Gesamthaft

sind rund 900 mehrjährige

Programme und Projekte in Arbeit.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft

(seco) seinerseits definiert die Wirtschafts-

und Handelsmassnahmen der

Entwicklungszusammenarbeit: Mischkredite,

an denen sich sowohl der

Bund wie die Schweizer Banken beteiligen,

Zahlungsbilanzhilfen, Anstrengungen

für die Handelsförderung und,

in Zusammenarbeit mit der internationalen

Gemeinschaft, Aktionen im Bereich

Basisprodukte. Ein wesentlicher

Teil dieser Massnahmen ist für die

Länder Osteuropas und der GUS vorgesehen.

Das seco ist ausserdem der

Hauptakteur in der Entschuldungsstrategie,

welche für die am stärksten

verschuldeten Länder ausgearbeitet

wurde.


ENTWICKLUNGSZUSAMMEN ARBEIT

2 EDITORIAL

Die benachteiligte Bevölkerung zu vermehrter Mitarbeit ermutigen

SOZIALE ENTWICKLUNG UND

ARMUTSBEKÄMPFUNG

EINLEITUNG

Die ärmsten Menschen einbeziehen

BOLIVIEN

Lernen, die Gemeinden zu verwalten

NICARAGUA

Zugang zu Trinkwasser für ein besseres Leben

VIETNAM

Den Armen den Umweltschutz nahebringen

MADAGASKAR

Den ärmsten Menschen zu Medikamenten verhelfen

INDIEN

Arbeitsstellen für die Benachteiligten

TECHNISCHE ZUSAMMENARBEIT

IM BEREICH HANDEL

EINLEITUNG

Den armen Ländern beim Zurechtkommen mit der globalisierten Wirtschaft helfen

11 INFORMATION

Den ärmsten Ländern besseres Verhandeln ermöglichen

12 INTEGRATION

Aussenhandelshilfe für acht afrikanische Länder

13 HANDELSFORDERUNG

Die KMU beim Ausbau der Exporte unterstützen

STATISTISCHER TEIL

Tabellen und Grafiken

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DIE BENACHTEILIGTE BEVÖLKERUNG

ZU VERMEHRTER MITARBEIT ERMUTIGEN

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Das dritte Jahrtausend beginnt mit einer beunruhigenden Feststellung: Ein

Viertel der Menschen dieser Erde lebt in schlimmster Armut. Für 1,5 Milliarden

bedeutet diese extreme Unsicherheit, da'ss sie nicht genügend einnehmen, um

ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigen zu können: Nahrung, sauberes

Wasser, Kleider, Wohnung und Arbeit. Am anderen Ende der Skala stehen die

Reichen, die noch nie so reich waren wie heute.

Dieser Graben zwischen Wohlstand und Elend weitet sich laufend aus und

schafft ein gefährliches Ungleichgewicht. Weil diese Ungleichheiten eine

ernsthafte Bedrohung für die politische und ökologische Stabilität der Welt

sind, hat die internationale Gemeinschaft - im Versuch, die Ungleichheiten zu

mildern -verschiedene Strategien ausgearbeitet. Zwar wurden Fortschritte erzielt,

doch würde ein klarerer politischer Wille von Seiten der Staaten bessere

Erfolge bringen.

Die Schweiz leistet mit ihrer internationalen Zusammenarbeit ihren Beitrag an

die Armutsbekämpfung. Diese steht stärker denn je im Mittelpunkt der Anliegen

der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Schon in den

60er Jahren war es die Ausrottung der Armut, auf welche sich die Schweizer

Zusammenarbeit in den ersten Partnerländern ausrichtete. Heute beschäftigen

sich die Programme der DEZA auf verschiedenen Ebenen mit der Armutsbekämpfung:

Förderung der Erziehung, Verbesserungen im Gesundheitswesen,

landwirtschaftliche Reformen, Schaffung von Arbeitsstellen. Viele Projekte

sind von einem innovativen Vorgehen geprägt.

Bedeutung des «Empowerment»

Eine der Säulen des Schweizer Engagements ist es, die Bevölkerung zu ermutigen,

langfristig für sich selbst zu sorgen. Das «Empowerment», ein Prozess

der Übernahme von Verantwortung und Macht, bedingt Veränderungen in der

Zusammenarbeit, in den Staatsinstitutionen und den Organisationen der Zivilbevölkerung.

Die Logik des «Empowerment» widersetzt sich der Logik von

Projekten, in denen die Geschichte von vornherein von den Gebern geschrieben

wird.

Weil die Zusammenarbeit mit den Regierungen oft enttäuschend war, wurden

die armen Bevölkerungsschichten zunehmend in die Projekte einbezogen.

Durch die Zusammenarbeit mit NGOs oder Organisationen der Zivilbevölkerung

können die Empfängergruppen direkter erreicht werden. Die DEZA ist bei

der Wahl ihrer Partner anspruchsvoller geworden. Der Kampf gegen die Armut

ist zusammen mit dem «Empowerment» Teil der sozialen Entwicklungspolitik,

zu der auch Partizipation, gute Regierungsführung, Menschenrechte und Demokratisierung

gehören.

Die Armut ist ein Phänomen mit mehreren Dimensionen, und zu ihrer Bekämpfung

müssen verschiedene Mittel eingesetzt werden. Während die DEZA vor

allem technische und finanzielle Hilfe leistet, konzentriert sich das Staatssekretariat

für Wirtschaft (seco, das frühere Bundesamt für Aussenwirtschaft) auf


wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen sowie auf Investitionsförderung. Im Zusammenhang

mit der Globalisierung der Wirtschaft müssen auch die ärmsten Länder eine Chance auf

dem Weltmarkt bekommen. Durch eine nachhaltige Wirtschaftsförderung erhalten die Ärmsten

die Möglichkeit, sich bessere materielle Grundlagen zu schaffen.

Zweischneidige Globalisierung

Die Entwicklungsländer können aber nicht alle Vorteile der Globalisierung nutzen. Fehlen die für

das Bestehen in der weltweiten Konkurrenz nötigen Bedingungen, bringt die Globalisierung

mehr Schaden als Nutzen. Um von der Globalisierung profitieren zu können, brauchen die am

wenigsten entwickelten Länder eine solide Unterstützung, damit sie mit ihr zurechtkommen.

Eine bessere Berücksichtigung der Bedürfnisse der ärmsten Länder ist deshalb unabdingbar.

Die Länder des Nordens müssen negative Auswirkungen der Globalisierung auf die Länder des

Südens vermeiden, da diese sonst an den Rand gedrängt werden. Das Wirtschaftswachstum in

diesen Ländern hat zwei Seiten, denn es birgt die Gefahr, dass noch mehr Ungleichheiten geschaffen

werden. Deshalb ist es nötig, die Chancen für die Ärmsten zu erhöhen, damit auch sie

von diesem Wachstum profitieren.

Angesichts der zahlreichen Herausforderungen, die angepackt werden müssen, um den Anteil

der Ärmsten auf dieser Welt zu verringern, müssen neue Hilfsformen gefunden werden, um die

Effizienz zu verstärken. Deshalb ist eine bessere Kohärenz zwischen den verschiedenen politischen

Bereichen nötiger denn je. Die Aussen-, Entwicklungs-, Wirtschafts-, Umwelt- und Migrationspolitiken

hängen zusammen, und zusammen können sie etwas Grosses erreichen: eine gerechtere

und demokratischere Weltordnung für das 21. Jahrhundert.

Walter Fust

Botschafter

Direktor der DEZA

3

David Syz

Staatssekretär

Direktor des seco


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Der Kampf gegen die Armut war stets

ein grosses Anliegen der Entwicklungszusammenarbeit.

Doch werden

heute zur Verbesserung des Schicksals

der Ärmsten ganz andere Mittel eingesetzt

als früher. Lange Zeit wurde

das Wirtschaftswachstum als Universalheilmittel

betrachtet, um die Bevölkerung

aus ihrem Elend zu führen.

Allzu oft aber bekämpften die empfohlenen

Massnahmen lediglich die

Symptome der Armut, nicht deren

Wurzeln.

SOZIALE ENTWICKLUNG UND ARMUTSBEKÄMPFUNG

DIE ÄRMSTEN MENSCHEN EINBEZIEHEN

Es beginnt schon bei der unterschiedlichen

Definition der Armut. Heute hat

man eingesehen, dass die Armen

Menschen sind, denen es an vielem

fehlt: Einkommen, Zugang zu den

natürlichen Ressourcen, Befriedigung

der Grundbedürfnisse. Ferner leiden

sie daran, dass sie nicht ins öffentliche

Leben einbezogen werden. Das Leben

der Armen ist damit oft lediglich ein

Überleben.

Eine detaillierte Analyse der DEZA-Programme

ergab, dass im Kampf gegen

die Armut die systematische und konsequente

Weiterführung fehlte - namentlich

weil die Ziele nicht genügend

präzisiert waren. Deshalb gibt

es relativ wenig Daten über die Auswirkungen

der Projekte auf die Armutssituation.

Dank dieser kritischen

Einschätzung ihrer Programme konnte

die DEZA in der Folge ihre Politik der

Sozialentwicklung durch eine klare

Definition der Strategie neu ausrichten.

Die sozialen Bereiche ausbauen

Die Aktivitäten in den Entwicklungsländern

berücksichtigen die soziale

Situation stärker als früher. Es wurden

Indikatoren definiert, mit denen die

Folgen der Tätigkeit der DEZA besser

beurteilt werden können. Die Zusammenarbeit

misst heute den Bereichen

Ausbildung, Gesundheit und Ernährungssicherung

mehr Gewicht bei,

und zwar nach dem Prinzip 20/20. Das

bedeutet, dass 20 Prozent der Hilfe in

diesen Bereichen eingesetzt werden,

wenn die Empfängerländer sich ihrerseitsverpflichten,

dafür einen gleichen

Anteil ihres Staatsbudgets zu verwenden.

Die verbesserte Situation in di en sozialen

Sektoren trägt zum Abbau der Un

gleichheiten bei. Aber der Kampf ge­

gen die Armut muss begleitet werden

von Instrumenten wie «Empowerment»

(Übernahme von Verantwortung

und Macht), Partizipation und

Frauenförderung. Die fünf in diesem

Jahresbericht vorgestellten Beispiele

befassen sich mit diesen Themen und

zeigen die Gemeinsamkeiten auf. Es

geht dabei um die Förderung der

ländlichen Bevölkerung und der Frauen,

also sozialer Gruppen, die unter

den krassesten Ungleichheiten leiden.

So unterstützt die DEZA in Bolivien

landwirtschaftliche Gemeinschaften,

die lernen, sich zu organisieren und ihre

finanziellen Ressourcen zu verwalten.

In Nicaragua richtet die DEZA mit

der aktiven Beteiligung der betroffenen

Bevölkerung Bezugsstellen für

Trinkwasser ein. In Vietnam brachte

ein Projekt den Bäuerinnen und Bauern

Hilfe bei der Bewirtschaftung der

natürlichen Ressourcen. Und in Madagaskar

konnten die Menschen in den

am schwersten benachteiligten Landgebieten

eine auf Gegenseitigkeit beruhende

Organisation aufbauen, um

zu Basismedikamenten zu kommen.

Das indische Beispiel schliesslich zeigt

die Schaffung von Arbeitsstellen auf

dem Land.

All diese Programme sind von einer

neuen Philosophie geprägt: Die Armen

werden von reinen Empfängern zu Akteuren.

Die Zusammenarbeit ist heute

eine gemeinsame Aufgabe. Die Verantwortung

im Kampf gegen die Armut

ist nicht mehr nur Sache der Industriestaaten.

Auch die Regierungen

der Entwicklungsländer und ihre Bevölkerung

müssen mitkämpfen. Wenn

mehr Menschen einbezogen werden,

kann vielleicht das angestrebte Ziel er-

Anzahl der extrem Armen zu halbieren.


SOZIALE ENTWICKLUNG UND ARMUTSBEKÄMPFUNG

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Im Rahmen des Dezentralisierungsprozesses

hat Bolivien mit dem Gesetz

über die Partizipation der Bevölkerung

Pionierarbeit für Lateinamerika geleistet.

Das Gesetz trat 1994 in Kraft und

hat zum Ziel, die Bevölkerung vermehrt

in die Gemeindeverwaltung

einzubeziehen. Diese von oben verordnete

Revolution stiess zunächst auf

Misstrauen bei den indianischen Gemeinschaften,

die seit der spanischen

Kolonialzeit und dem Fall des Inkareichs

nur ein einziges Recht hatten:

das Recht zu schweigen. Diese resignierte

Bevölkerung lebte in totaler

Armut. In Bolivien, einem der ärmsten

Länder, leben 70 Prozent der Menschen

unter der Armutsgrenze.

Um die landwirtschaftlichen Gemeinschaften

zur Ausübung ihres neuen

Rechts zu ermutigen, wurde in 18 der

311 bolivianischen Gemeinden ein

Projekt zur Unterstützung der Gemeindedemokratie

(PADEM) auf die

Beine gestellt. Es wird von der DEZA

finanziert und vom Schweizerischen

Arbeiterhilfswerk (SAH) in Zusammen­

LERNEN, DIE GEMEINDEN ZU VERWALTEN

arbeit mit einer bolivianischen Bauerngewerkschaft

durchgeführt. PA­

DEM diente als Katalysator für eine

Bevölkerung, die überhaupt.nicht auf

die Möglichkeiten vorbereitet war, die

ihnen die Gemeindeautonomie bot.

Die Führung der Gemeindegeschäfte

zu lernen, ist nicht einfach, und so

wurden die Grundbegriffe der kommunalen

Demokratisierung an Dorfversammlungen

vermittelt.

Den Frauen das Wort erteilen

Den Frauen wurde eine besondere Förderung

zuteil. Es wurden Diskussionsräume

für sie geschaffen, um ihnen zu

zeigen, wie wichtig es ist, dass sie verantwortungsvolle

Posten in den Gemeindeinstanzen

übernehmen. Ferner

rekrutierte das PADEM lokales Personal,

das Quechua und Aymara spricht,

um eine gute Kommunikation zu ermöglichen.

Den Gemeinden wurden die Bereiche

Gesundheit, Erziehung, Strassenbau

und Kultur übertragen. Damit sie die­

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se Sektoren verwalten können, erhalten

sie vom Zentralstaat wesentlich

höhere Finanzen als vorher. Die Gemeinden

müssen ein Budget ausarbeiten,

in dem der Betrag für administrative

Tätigkeiten nicht mehr als 15 Prozent

ausmachen darf.

Der Schule Priorität einräumen

Für diese zur Mehrzahl aus Analphabetinnen

und Analphabeten bestehenden

Gemeinschaften liegt die Zukunft

insbesondere in der Erziehung

der Kinder, und so war die Einrichtung

von Schulen einer ihrer ersten

Wünsche. Zu ihrem Idealdorf gehören

ausserdem neue Zufahrtsstrassen,

Brücken, Trinkwasser, ein Stausee für

die Bewässerung der Kulturen, ein Begegnungszentrum

und ein Fussballfeld.

Auf die Prioritäten einigt man sich

einvernehmlich, und die Umsetzung

wird von einem Komitee überprüft,

dessen Mitglieder demokratisch gewählt

werden.

Dank diesem Begleitprojekt konnten

die Lebensbedingungen in den ländlichen

Gebieten verbessert werden,

denn damit erhalten die Menschen die

Möglichkeit, ihr Schicksal in die eigenen

Hände zu nehmen. Das PA­

DEM stärkte auch die Basisorganisationen

wie Bauerngewerkschaften

und Frauengruppen. Ein weiterer

nennenswerter Effekt des PADEM ist

das Interesse, auf das es bei bäuerlichen

Institutionen und Kollektiven

stiess, die wünschen, dass die Aktivitäten

auf andere Landesteile ausgedehntwerden.


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Wasser ist in unserem Leben etwas so

Alltägliches, dass wir oft vergessen,

wie unersetzlich es ist. Und doch ist

dieses kostbare, für den Menschen unentbehrliche

Gut in vielen Weltgegenden

sehr rar. Nahezu ein Viertel der

Menschen auf dieser Erde haben keinen

Zugang zu Trinkwasser. Es ist ein

erklärtes Ziel der Armutsbekämpfung,

dieses elementare Bedürfnis der Menschen

zu erfüllen.

So ist zum Beispiel in Zentralamerika

der Bereich «Wasser und Abwasser»

seit gut zwanzig Jahren einer der prioritären

Sektoren der DEZA. Die in Zusammenarbeit

mit den anderen Geberländern

festgelegten Aktivitäten

ermöglichten es einem Land wie Nicaragua,

ein Verteilnetz für Trinkwasser

aufzubauen. Dadurch wurde aber vor

allem das Leben der Stadtbewohnerinnen

und -bewohher verbessert,

während die Menschen in den ärmsten

ländlichen Gebieten weiterhin ohne

Wasser blieben. Deshalb konzentrieren

sich die Programme nun auf diese Re­

SOZIALE ENTWICKLUNG UND ARMUTSBEKAMPFUNG

ZUGANG ZU TRINKWASSER FÜR EIN BESSERES LEBEN

gionen, wo die Bevölkerung sehr benachteiligt

ist und es ihr an allem

Möglichen fehlt. Zum Mangel an Wasser

kommen die Gefahren durch unbehandelte

Fäkalien, und diese prekäre

Abwassersituation fördert das Ausbrechen

von Krankheiten wie Cholera.

Mitarbeit der Bevölkerung

Bei den Aktivitäten der DEZA in den

ärmsten ländlichen Gebieten geht es

vor allem um den Bau von Wasserverteilsystemen

und die Errichtung von

Latrinen. Der Umsetzung gingen lange

Vorbereitungsarbeiten unter Beteiligung

der ganzen betroffenen Bevölkerung

voran. Die Bedürfnisse

mussten gut definiert werden, um sicherzustellen,

dass die Gemeinschaft

in der Folge bei der Installation des Wassersystems

und danach bei dessen Unterhaltaktiv

mitarbeitet. Es wurden für

Männer und Frauen getrennte Workshops

durchgeführt, da es die Frauen

oft nicht wagten, sich bei gemischten

Versammlungen zu Wort zu melden.

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So konnten die unterschiedlichen

Standpunkte und spezifischen Bedürfnisse

besser berücksichtigt werden.

Indem Lösungen gemeinsam mit den

Empfängern gesucht wurden, arbeiteten

diese gewissenhaft mit und das

Resultat war ihrer Situation angepasst.

Wasserkommissionen mit gewählten

Mitgliedern aus den Dörfern haben für

den guten Betrieb der Bezugsstellen zu

sorgen. Ferner wurden für Schutz und

Unterhalt der Wasserbecken ökologische

Brigaden gebildet. Die Projekte

wurden ergänzt durch Kampagnen

zur Gesundheitserziehung. Die Schulen

vermitteln Grundkenntnisse in Gesundheit

und Hygiene.

Nachhaltigkeit gewährleisten

Das Programm zur Wasserfassung und

-Verteilung hatte auf lokaler, aber auch

auf nationaler Ebene grosse Auswirkungen.

Damit wurde die für das Wasser

verantwortliche Behörde gestärkt.

Diese ist nun fähig, den gesamten Sektor

zu verwalten und ist einer der Garanten

für die Nachhaltigkeit der Projekte.

Wasser ist ein Symbol des Lebens, aber

es kann auch Tod bedeuten. So wurden

die durch Brunnenbau und Konstruktion

von Latrinen erzielten grossen

Fortschritte in den ärmsten Regionen

Nicaraguas Ende Oktober 1998

vom Wirbelsturm Mitch teilweise wieder

zunichte gemacht. Zwei Drittel der

Trinkwassersysteme wurden beschädigt,

10 000 Latrinen vollständig zerstört.

Wiederaufbau und Instandstellung

konnten aber rasch in Angriff genommen

werden und dauerten fast bis

Ende 1999.


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Vietnam ist ein dicht besiedeltes Land.

Die meisten seiner fast 80 Millionen

Einwohnerinnen und Einwohner leben

in der Ebene. Die Hügel und Berge dagegen,

welche zwei Drittel des Landes

ausmachen, sind kaum bewohnt. Fast

drei Viertel der Menschen in Vietnam

leben von der Landwirtschaft, sie produzieren

vor allem Reis, Mais und Kaffee.

In den Bergregionen erwirtschaften

sie nur einen geringen Ertrag, und

da ihnen das Wissen um den richtigen

Anbau fehlt, werden die Böden laufend

übernutzt. Das bringt einen

schleichenden Verlust der Existenzgrundlagen

mit sich und verstärkt ihre

Armut zusätzlich.

Deshalb hilft die DEZA den Menschen

im Norden Vietnams, die natürlichen

Ressourcen vernünftig und nachhaltig

zu bewirtschaften. Helvetas, mit langjähriger

Erfahrung in ländlicher Entwicklung,

führt für die DEZA zwei Programme

in Regie durch. Das erste

begann 1995. Es hat zum Ziel, die

Lehrerschaft und die Studierenden an

den Landwirtschaftsfakultäten von •

fünf Universitäten auszubilden, damit

sie sich den neuen Herausforderungen

stellen können: Sie entwickeln Anbautechniken,

welche die natürliche

Umwelt schützen und geben diese

neuen Methoden an die Bäuerinnen

und Bauern weiter, die im Allgemeinen

keine Ausbildung haben.

Die hoch qualifizierten Spezialisten,

welche aus diesen Ausbildungszentren

hervorgingen, erfüllten auch die

Personalbedürfnisse im Zusammenhang

mit der Privatisierung der Waldgebiete.

Diese von der Regierung beschlossene

Massnahme half mit, dass

zahlreiche Kleinbauern Land pachten

und bewirtschaften konnten. Zudem

wurden landwirtschaftliche Beratungszentren

für sie geschaffen.

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DEN ARMEN

DEN UMWELTSCHUTZ NAHEBRINGEN

SOZIALE ENTWICKLUNG UND ARMUTSBEKÄMPFUNG

Einbezug der Bauern

Das zweite Programm richtet sich an

die oft sehr armen Familien in den

Bergregionen. Ihre Beteiligung ist

wichtig, damit die Aktivitäten, die sie

aus dem Elend führen sollen, Erfolg

haben. Die Initiativen müssen einen

gemeinsamen Nenner haben: die nachhaltige

Bewirtschaftung der natürlichen

Ressourcen. Dieses Konzept stiess

allerdings zu Beginn nicht überall auf

Verständnis. Die Bauern verlangten

vielmehr Mittel, um eine kommerzielle

Produktion aufnehmen oder neue

Viehrassen züchten zu können.

Es brauchte also eine langwierige und

umfangreiche Aufklärung übi

nachhaltige Bewirtschaftung, dB

nicht von deren Notwendigkeit überzeugt

waren. Ausserdem herrschte eine

gewisse Skepsis gegenüber der Organisation

aus dem Ausland, die mit

der armen landwirtschaftlichen Be-

7

völkerung arbeiten wollte. Die Dorfältesten

befürchteten, das herkömmliche

Machtgefüge würde gefährdet.

Aber als einmal alle Betroffenen auf

nationaler Ebene, in den Provinzen und

Dörfern die Auswirkungen des Projekts

verstanden hatten, wurde es

einfacher, Prioritäten festzulegen.

Die Bevölkerung ist nun in ihren eigenen

Entwicklungsprozess einbezogen.

Landwirtschaftliche Ausbilder

und Ausbilderinnen erarbeiten mit der

Bevölkerung zusammen die Prinzipien

einer vernünftigen Wald- und Feldnutzung.

Wird die Natur nicht übernutzt,

verbessern sich die Perspektiven

für die Kleinbauern.


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Madagaskar hat mit fünf Dollar pro Tag

und Person eines der tiefsten Gesundheitsbudgets

der Welt. Die Lage im

Gesundheitswesen ist schlecht und

die so genannten Armutskrankheiten

wie Parasitenkrankheiten, Tuberkulose,

Pest und Durchfallerkrankungen treten

noch immer oft und wegen des

Mangels an Medikamenten in gravierender

Form auf. Am meisten leiden

die Menschen in den abgelegenen

Dörfern auf dem Land unter diesem

Mangel.

Um dem Problem der fehlenden Medikamente

entgegen zu wirken, unterstützte

die DEZA die Schaffung einer

auf Gegenseitigkeit beruhenden

Versicherung, die sich in Westafrika

bereits bewährt hat. Die Organisationen

nennen sich «Mutuelles Pharmacies

communautaires» (Phacom) und

beruhen auf dem Prinzip eines jährlichen

Mitgliederbeitrags. Dank einem

solchen System haben die Mitglieder

das ganze Jahr über Zugang zu Medikamenten.

Vorher waren die ungleichmässigen

Einkünfte das Hauptproblem

der bäuerlichen Bevölkerung:

Während der Erntezeit gab es Geld,

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SOZIALE ENTWICKLUNG UND ARMUTSBEKÄMPFUNG

DEN ÄRMSTEN MENSCHEN

ZU MEDIKAMENTEN VERHELFEN

aber dieses schmolz vor der nächsten

Ernte wieder dahin, was die Menschen

in eine prekäre Situation brachte, denn

so konnten sie während bestimmter

Perioden keine Medikamente kaufen.

Die neue Bewegung verlangt von den

Dorfbewohnern und -bewohnerinnen

nicht nur Finanzen, sondern auch deren

aktive Mithilfe: Die Mitglieder müssen

eine Person ernennen, welche für

die Apotheke verantwortlich ist und

von der Gemeinschaft mit Einkauf und

Lagerung der Medikamente betraut

wird. Diese Person erhält die nötige

Ausbildung, um die Apotheke so gut

wie möglich zu führen.

Bezogen werden die Medikamente in

einer Einkaufszentrale, welche die Bestellungen

der rund 300 Phacom des

Landes aufnimmt. Die Basisgenerika

werden dann mit Unterstützung des

«Institut Universitaire d'Etudes du

Développement» (IUED) in Genf, welches

das Projekt verwaltet, zu guten

Preisen auf dem internationalen Markt

gekauft. Die Mitglieder der Versicherungen

können sich aber nicht frei irgendein

Medikament besorgen. Um

Missbrauch zu verhindern, müssen sich

die Kranken von einem Bezirksarzt untersuchen

lassen, der ihnen dann ein

Rezept ausstellt.

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Dörfliche Dynamik

Nach mehrjährigem Betrieb haben die

Phacom den Beweis erbracht, dass sie

die Bedürfnisse der benachteiligten

Landbevölkerungen erfüllen, indem

sie ihnen zu Medikamenten verhelfen.

Das Netz hat sich dank seines guten

Rufs und einer ausgedehnten Sensibilisierungskampagnevon

Gemeinde zu

Gemeinde ausgeweitet. Die Phacom

haben die Absicht, sich in einem

landesweiten Verband zusammenzuschliessen,

was ihr Gewicht als Partner

der Regierungs- und der Nicht-

Regierungsinstitutionen verstärken

dürfte.

Ferner hat das Gesundheitswesen der

Dörfer durch die Phacom eine gewisse

Dynamik erhalten. Parallel zur Prävention

wurden die Problemkreise

Hygiene und Ernährung angegangen.

Das Mitgliederkonzept wurde sogar

auf weitere Gemeindeaktivitäten wie

Bibliotheken und Wiederaufforstung

ausgeweitet. All diese Erfahrungen

sollen als Grundlage für die Durchführung

künftiger Projekte der ländlichen

Entwicklung dienen.

Die Zukunft der Mitgliederbewegung

ist aber leider überschattet, da das

Gesundheitsministerium ein eigenes

System zur Deckung seiner Auslagen

hat, das noch schlecht funktioniert. Das

Ministerium hat allerdings erklärt, die

beiden Systeme könnten nebeneinander

bestehen.


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Die Seide, einst rar und. teuer, wurde

demokratisiert. Da die Produktion seit

Ende der 70er Jahre stark zugenommen

hat, ist der Stoff zum Alltagsgut

geworden. In Indien, dem nach China

zweitgrössten Produzenten der Welt,

sind über vier Millionen Personen in irgendeiner

Weise mit der Seidenproduktion

beschäftigt. Die DEZA finanziert

seit über zwanzig Jahren in diesem

Bereich Projekte in den fünf Seide

produzierenden Bundesstaaten des

Landes.

Das breit angelegte Programm wird in

den ärmsten Landregionen durchgeführt,

wo die Bauern seit jeher Seidenraupenzucht

als Nebenerwerb betreiben.

Um Produktion und Qualität

zu steigern, konzentrierte man sich zuerst

auf die landwirtschaftliche Beratung'.

Es ging darum, die besten Raupenarten

auszuwählen und dank der

Pflanzung von Maulbeerbäumen, deren

Blätter einen hohen Nährwert haben,

die Raupen besser zu ernähren.

SOZIALE ENTWICKLUNG UND ARM UTSBEKAMPFUNG

ARBEITSSTELLEN FÜR DIE BENACHTEILIGTEN

Die Seidenraupen brauchen regelmässige

Nahrung und Säuberung. Ferner

müssen sie unbedingt in gut gelüfteten

Räumen bei gleichmässiger Temperatur

und Feuchtigkeit gehalten

werden.

Nachdem sie sich das nötige Wissen

angeeignet hatten, wandten sich

ganze Familien derSeidenraupenzucht

zu, was zu einem richtigen Boom

führte. So kamen die Menschen zu einem

regelmässigen Einkommen, das

es ihnen ermöglichte, ihre Grundbedürfnisse

besser zu erfüllen. Sie konn-

ten dem Elend und den Hungersnöten

entgehen, denen sie zuvor regelmässig

zum Opfer gefallen waren. Mit keinem

anderen Produkt konnten so viele

Arbeitsstellen geschaffen werden

wie mit der Seide - in der Landwirtschaft,

in kleinen Firmen und im Handel.

In der ganzen Produktionskette

wurden zahlreiche Frauen eingestellt,

da ihre Geschicklichkeit und Sorgfalt

hoch geschätzt werden.

Nach der Verpuppung

Sobald die Raupen sich verpuppt haben,

verkaufen die Bauern sie in den

grossen Regionalmärkten an Firmen,

welche sich auf das Abhaspeln spezialisiert

haben. Die Preise hängen von der

Qualität ab: von Form, Festigkeit, Farbe,

Gewicht, Menge der beschädigten

oder beschmutzten Puppen (Kokons).

Die Seidenmärkte wurden transparenter,

und es wurden mehr Frauen eingestellt.

Diese waren bisher in diesem

Stadium der Produktionskette nicht

sehr stark vertreten.

Der Seidenfaden wird in Wickelbetrieben

abgehaspelt, die noch auf gewerblicher

Basis mit viel Handarbeit

funktionieren. Oft werden Kinder angestellt,

um die Kokons auszukochen.

Die Frauen suchen den Anfang des

Fadens, eine Arbeit, die nur schwer zu

mechanisieren ist, da sie viel Fingerspitzengefühl

erfordert. Ist der Faden

abgehaspelt, werden die Stränge eingefärbt

und gewoben.

Bei der Überprüfung der verschiedenen

Produktionsstadien wurden in der

Behandlung nach der Verpuppung einige

Schwachstellen gefunden. Es

müssen neue Technologien eingeführt

werden, um die Qualität der Seide zu

verbessern und die Produktion zu erhöhen.

In Anbetracht dieser Herausforderungen

hat die DEZA das Programm

«Seri 2000» auf die Beine gestellt:

Geplant ist eine intensivere

Zusammenarbeit mit dem Privatsektor,

um die Rentabilität zu erhöhen. Oberstes

Ziel ist es, für die ärmsten Bevölkerungsschichten,

insbesondere für

die Frauen, langfristig Arbeitsstellen

und Einkommen zu schaffen.


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Der Anfang der90er Jahre wargeprägt

vom Zusammenbruch der ideologischen

Zweiteilung. Diese Umwälzungen

haben namentlich dazu geführt,

dass der Markt als Entwicklungsinstrument

akzeptiert wurde. Der Wandel,

welcher die Ausweitung des internationalen

Handels ermöglichte,

der Aufschwung der Finanzmärkte

und die explosionsartige Vermehrung

der neuen Informationstechnologien

führten dazu, dass die Wirtschaft globalisiert

wurde. Angesichts dieser Ver­

TECHNISCHE ZUSAMMENARBEIT IM BEREICH HANDEL

DEN ARMEN LÄNDERN BEIM ZURECHTKOMMEN

MIT DER GLOBALISIERTEN WIRTSCHAFT HELFEN

änderungen hatten die Entwicklungsländer

kaum eine andere Wahl, als auf

den internationalen Handel und die Integration

in die Weltwirtschaft zu setzen.

Institutionen wie die Weltbank

und der Internationale Währungsfonds

(IWF) schlugen ihnen Strukturanpassungsprogramme

zur Liberalisierung

ihrer Wirtschaft vor.

Die Schweiz will den ärmsten Ländern

Chancen bieten, sich in die globale

Wirtschaft zu integrieren und führt

deshalb über das Staatssekretariat für

Wirtschaft (seco, das frühere Bundesamt

für Aussenwirtschaft) zahlreiche

bilaterale und multilaterale Aktivitäten

durch. So wurde ein Handelsförderungsprogramm

ausgearbeitet.

Dessen Hauptziele sind die Stärkung

der Kapazitäten im Handel und die

Verbesserung des Rahmens, in welchem

sich die Handelstransaktionen in

den Entwicklungs- und Transitionsländern

abspielen. Die Produkte dieser

Länder müssen besser abgesetzt und

ihr Zugang zum Schweizer Markt erleichtert

werden.

Drei Instrumente als Beispiel

Um dieses Ziel zu erreichen, werden

verschiedene Instrumente eingesetzt.

In den folgenden Berichten stellen wir

drei davon vor. Das erste Beispiel ist

die Agentur für internationale Handelsinformationen

und Entwicklungszusammenarbeit

(AITIC). Diese vom

Bund finanzierte Organisation mit Sitz

in Genf hilft den ärmsten Ländern bei

der Durchsetzung ihrer Interessen in

den internationalen Verhandlungen.

Sie stellt den Delegierten dieser Länder

auch anderes zur Verfügung wie

Zusammenfassungen von Informationen

und Analysen.

Das zweite Beispiel, das «Joint Integrated

Technical Assistance Program­

10

me» (JITAP) für acht afrikanische Länder,

setzt sich für die Entwicklung des

afrikanischen Handels ein. Es will die

Integration dieser Länder ins multilaterale

Handelssystem fördern und die

Wettbewerbsfähigkeit ihrer Exporte

verbessern. Das JITAP unterstützt namentlich

Aktivitäten zur Stärkung der

nationalen Kapazitäten, indem jene

Sektoren und Produkte identifiziert

werden, bei denen die einzelnen Länder

Vorteile haben.

Das dritte Instrument zur Stärkung der

Handelskapazitäten der Entwicklungsländer

ist das SIPPO. Diese Abkürzung

steht für ein schweizerisches Importförderungsprogramm,

das die Schweizerische

Zentrale für Handelsförderung

(OSEC) durchführt. Das SIPPO

versucht, kleinen und mittleren Unternehmen

(KMU) in den Entwicklungsländern

den Zugang zum schweizerischen

und europäischen Markt zu

erleichtern. Den KMU werden Knowhow

und Informationen über Marketing

und Exportverfahren vermittelt.

Diese drei Instrumente müssen zusammen

mit anderen zur Verfügung

stehenden Mitteln einige spezifische

Lücken in der Handelspolitik der Entwicklungsländer

schliessen, damit sie

dank besserer Kenntnisse über Märkte

und Handelsstrategien zu zusätzlichen

Einkünften kommen. Auch werden

ihre Märkte attraktiver für ausländische

Investoren. Das technische

Unterstützungsdispositiv für den Handel

wird ergänzt durch den Transfer

umweltfreundlicher Technologien. Diese

Länder müssen im Sinn der nachhaltigen

Entwicklung produzieren

können, damit ihre Exporte den ökologischen

Forderungen der Könsumentinnen

und Konsumenten in der

Schweiz genügen.


^

Œ

O

Das internationale Genf beherbergt

eine ganze Reihe von Organisationen

und Institutionen im Bereich des internationalen

Handels. Deren Strategien

sind für die Delegationen der benachteiligten

Länder, denen es an Personal

und Informationen fehlt, nicht immer

einfach zu verstehen. Einige dieser Länder

haben nicht einmal eine Vertretung

in Genf. Die Verteidigung ihrer Interessen

bei multilateralen Verhandlungen

hängt demnach oft vom Zufall ab.

Der Bund ist sich der Notwendigkeit

der Unterstützung der Diplomatinnen

und Diplomaten der armen Länder bewusst

und hat deshalb eine Struktur

zur Hilfe bei handelspolitischen Fragen

geschaffen.

Die kleine Organisation nennt sich

Agentur für internationale Handelsinformationen

und Entwicklungszusammenarbeit

(AITIC), ist flexibel und

unbürokratisch und bietet Dienstleistungen

an, welche auf die Länder zugeschnitten

sind, die sie anfordern. Die

Beratung ist gratis und die Hilfe an die

Delegierten personalisiert. Es ist den

Vertreterinnen und Vertretern der är­

TECHNISCHE ZUSAMMENARBEIT IM BEREICH HANDEL

DEN ÄRMSTEN LÄNDERN BESSERES VERHANDELN ERMÖGLICHEN

meren Länder, die an zahlreichen

Versammlungen teilnehmen müssen,

nicht immer möglich, Prioritäten festzulegen.

Die AITIC hilft ihnen bei der

Auswahl und stellt ihnen Zusammenfassungen

von Dokumenten zur Verfügung.

Dank der Agentur kann die Diskriminierung

des Wissens bekämpft werden,

denn die kleinen Delegationen

armer Länder können sich keine Experten

oder Expertinnen leisten, die

sich mit den vielfältigen Seiten des internationalen

Handels befassen. Ferner

haben die neu ernannten Diplomatinnen

und Diplomaten oft Hemmungen,

bei grossen Organisationen

Auskünfte anzufordern. Für sie ist die

AITIC ein Zugangstor. Andere schätzen

es, ihre Kenntnisse über bestimmte

Dossiers auf den neusten Stand zu

bringen. Ausserdem bietet die Agentureinen

neutralen Ort, wo Foren und

informelle Treffen organisiert werden

können.

11

Landwirtschaft und Textilien

Im letzten Jahr befasste sich die AITIC

vor allem mit den Themen Landwirtschaft

und Textilien. Im Textilbereich ist

der internationale Handel entscheidend.

Für die ärmeren Länder macht

der Sektor Textilien und Bekleidung

fast 20 Prozent der Exporte industrieller

Erzeugnisse aus und ist ein wichtiger

Wachstumsmotor. Für sie ist deshalb

die Koordinierung ihrer Standpunkte

ausschlaggebend, damit sie ihre Interessen

besser verteidigen können.

Manchmal bitten Länder die AITIC, Seminare

über Themen zu organisieren,

die für sie interessant sind, zum Beispiel

zum elektronischen Handel. Die

ärmeren Staaten haben erkannt, dass

sie sich Informationen in verschiedenen

Bereichen über das Internet beschaffen

könnten. Aber sie müssen

noch schwerwiegende Hindernisse

technischer und personeller Art überwinden,

bevor sie einen effizienten

elektronischen Handel aufbauen können.

Dank der erhaltenen Informationen

wissen die benachteiligten Länder,

dass sie darauf achten müssen, wie

sich die Reglementierung des elektronischen

Handels entwickelt und dass

sie im Rahmen der WTO versuchen

müssen, die Reglementierung in eine

für sie günstige Richtung zu weisen.

Die AITIC hat sich seit ihrer Gründung

1998 bei den Empfängerländern wie

bei den internationalen Organisationen

einen soliden Namen gemacht.

Die Erfahrung zeigt, dass die Agentur

einem echten Bedürfnis entspricht.

Diese Dienstleistung, die zu den

Genfer Strukturen gehört, hat in kurzer

Zeit ihre Unersetzlichkeit bewiesen

und gezeigt, dass sie die Kapazitäten

der Entwicklungsländer im Bereich

Handelspolitik stärken kann.


Œ

CD

LU

Verschiedene Probleme behindern die

Bemühungen mehrerer afrikanischer

Länder beim Aufbau von Produktion

und Handel: Ihre Handelspolitiken eignen

sich nicht für die Teilnahme am internationalen

Handel. Lückenhafte

Infrastrukturen und übermässige Kosten

für Energie und Lufttransport sind

schwerwiegende Exporthindernisse.

Das rechtliche Umfeld ist oft unklar,

insbesondere was das Wirtschaftsrecht

angeht. Ausserdem sind die Informationen

über Handelsmöglichkeiten

im Ausland zu spärlich. Und die

Fähigkeiten der Behörden im Bereich

Verwaltung und internationales Marketing

sind begrenzt. All diese Hindernisse

bremsen die Integration der nationalen

Volkswirtschaften in den internationalen

Handel.

Mehrere Studien zeigten auf, dass viele

Entwicklungsländer unter den gleichen

Problemen leiden. Es konnten gemeinsame

Rahmen für die Hilfe erstellt

und Synergien ausgearbeitet werden.

So konnte man ein «Gemeinsames Integriertes

Programm für technische

TECHNISCHE ZUSAMMENARBEIT IM BEREICH HANDEL

AUSSENHANDELSHILFE

FÜR ACHT AFRIKANISCHE LÄNDER

Unterstützung» (Joint Integrated Technical

Assistance Programme, JITAP)

schaffen, das acht afrikanischen Staaten

zugute kommt: Benin, Burkina

Faso, Tansania, Uganda, Elfenbeinküste,

Ghana, Kenia und Tunesien,

wobei die ersten vier Länder weniger

weit entwickelt sind als die anderen.

Das JITAP verdeutlicht den Willen der

Welthandelsorganisation (WTO), der

UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung

(UNCTAD) und der Internationalen

Handelskammer (IHK), ihre

Bemühungen und Ressourcen zu koordinieren.

Diese drei Institutionen haben

Synergien zur Förderung der afrikanischen

Wirtschaft ausgearbeitet.

Das JITAP wurde 1998 eingeleitet und

dürfte bis 2001 dauern.

Kapazitäten stärken

Mit dem Programm können die Entwicklungsländer

in ihrem Handel unterstützt

werden, durch ein globaleres

Vorgehen und unter Verwendung der

Trümpfe, welche die drei Organisationen

in der Hand haben. Die Schweiz

hat sich besonders für die Zusammenarbeit

zwischen UNCTAD, WTO und

IHK eingesetzt, um die Aktivitäten zu

12

rationalisieren. Sie leistet mit 2,1 Millionen

Dollar den höchsten Beitrag aller

13 Geberländer und deckt damit

30 Prozent des Budgets ab. Der Bund

finanziert über das seco die gesamten

Kosten des Programms in Ghana und

die Hälfte des Programms in Uganda.

Die acht JITAP-Partnerländer arbeiten

bei der Umsetzung auch finanziell zusammen.

Um diesen Ländern bei der Integration

im multilateralen Handelssystem zu

helfen, hat das JITAP einen Katalog mit

15 Aktivitäten zusammengestellt, welche

die nationalen Kapazitäten stärken

sollen. Insbesondere geht es darum,

die Auswirkungen der WTO-Übereinkommen

auf den Handel zu

berücksichtigen und die Gesetzgebung

anzupassen. Auch werden Strategien

vorgeschlagen, die helfen, von

den neuen Bedingungen des Marktzugangs

zu profitieren. Und um den

Expertinnen und Experten der Empfängerländer

zu einem Erfahrungsaustausch

zu verhelfen und eine Diskussion

in Gang zu bringen, wurde ein

Netzwerk geschaffen, das sich unter

anderem auf regelmässige Treffen und

auf ein elektronisches Forum stützt.


CD 2

Q Œ

Z LU


J

14


Tabelle 1

Überblick zur öffentlichen

Hilfe der

Schweiz in 1999

Grafik 1

Überblick der öffentlichenEntwicklungshilfe

(APD) der

Schweiz 1999

| bilaterale Zusammenarbeit:

72%

I multilaterale Zusammenarbeit:

28%

STATIS TIKEN

Nach Definition der OECD ist die öffentliche Entwicklungshilfe (APD) die Gesamtheit der finanziellen Zuwendungen:

• Sie stammen von öffentlichen Organen (Bund, Kantone und Gemeinden).

• Sie sind abgestimmt auf die Bedingungen der Begünstigten (Schenkungen oder Darlehen zu günstigen Konditionen).

• Ihr vorrangiges Ziel ist die wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

• Sie sind bestimmt für die Länder und Regionen, die auf der OECD-Liste zu finden sind.

Diese Liste enthält 164 Länder und Regionen, die sich "in Entwicklung" befinden; in Europa gehören hierzu Ex-Jugoslawien,

Albanien, Moldova, Malta und Gibraltar.

Die öffentliche Hilfe orientiert sich an vier gleich bleibenden Kriterien, doch die Länderliste variiert: Es handelt sich um

so genannte Übergangsländer, um 12 Länder Zentral- und Osteuropas (mit Russland) und 13 Entwicklungsländer und -regionen,

die als "fortgeschrittener" betrachtet werden (darunter befinden sich Israel, Hong Kong, die Bahamas, Singapur).

1999

Finanzierungsquellen

und Instrumente

APD

APD

Öffentliche

(Mio Fr.)

bilateral multilateral Hilfe Total

Zusammenarbeit mit Osteuropa 71.9 106.0 ;

Bund

Direktion für Entwicklung

V036.2 408.3 111.0 1'555.5

und Zusammenarbeit (DEZA)

781.5 362.8

47.0 V191.3

Humanitäre Hilfe

247.1

53.2

4.0 304.3

Entwicklungszusammenarbeit'

504.2 309.7

813.9

Zusammenarbeit mit Osteuropa

Staatssekretariat

30.1

43.0

73.1

für Wirtschaft (seco)

135.7

4.5

63.0 203.2

Entwicklungszusammenarbeit

94.0

4.5

98.5

Zusammenarbeit mit Osteuropa

41.7

63.0 104.8

Andere Departemente

119.1

41.0

1.0 161.0

Kantone und Gemeinden

20.5

20.5

Humanitäre Hilfe

4.0

4.0

Entwicklungszusammenarbeit

16.5

16.5

Total

V056.7 408.3 111.0 V576.0

Davon: Humanitäre Hilfe

341.5

53.2

4.0 398.7

Entwicklungszusammenarbeit

638.6 359.8

1.0 999.4

177.9

Öffentliche Entwicklungshilfe (APD) V056.7 j 408.3

1-465.0

BSP

412772]

Anteil der APD am BSP

0.35%

Öffentliche Hilfe

111.0 111.0

1998

Total

V386.0

V059.5

224.1

786.6

48.8

200.7

112.6

88.1

125.8

24.3

2.9

21.3

V410.3

275.4

998.0

136.9

1'301.5

404'678

0.32%

• 108.9

' Die multilaterale finanzielle Zusammenarbeit (Weltbank, regionale Entwicklungsbanken und -fonds) ist eine "gemeinsame Aufgabe

der DEZA und des seco" (Art. 8 Absatz 1 der Verordnung betreffend der Entwicklungszusammenarbeit vom 12.12.1977).

Die entsprechenden Mittel sind im Budget der DEZA enthalten.

Kantone und Gemeinden 1%

Andere 11 %

DEZA: humanitäre Hilfe 20%

DEZA und seco: multilaterale

Entwicklungszusammenarbeit 21 %

15

seco: Entwicklungszusammenarbeit

und Hilfe an Osteuropa 10%

DEZA: bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

und Hilfe an

Osteuropa 37%


Tabelle 2

Bilaterale öffentliche Entwicklungshilfe (APD) der Schweiz

Aufteilung nach Ländern und Hilfekategorien (Mi

1999

DEZA' DEZA 2 seco 3

Total

1998

Total

Afrika 161.9 59.4 48.3 269.6 243.3

Länder mit geringem Einkommen 131.0 57.2 16.4 204.5 178.2

1 Tansania

20.0 3.3 8.5 31.8 19.8

2 Mosambik

23.5 1.2 1.5 26.2 30

3 Burkina Faso

14.4 0.3 6.2 20.9 11

4 Niger

10.7

10.7 8.4

5 Ruanda

3.4 7.0

10.4 10.1

6 Tschad

10.2

102 9.3

7 Benin

9.1 0.5

9.6 10

8 Madagaskar

8.4 1.1

9.5 9.1

9 Mali

8.8

8.8 8.5

10 Angola

0.1 8.6

8.7 7.4

11 Sudan

0.2 7.4

7.6' 4

12 Kongo (D.R.)

0.4 5.4

5.8 2.7

13 Kapverden

5.7

5.7 10.3

14 Senegal

4.3 0.3

4.6 2.4

15 Äthiopien

1.1 3.4

4.5 3.5

16 Sierra Leone

4.3

4.3 2.7

Andere Länder

10.7 14.4 0.2 25.2 29

Länder mit mittlerem Einkommen 5.2 2.4 16.4 24 28.1

17 Ägypten

0.5

15.8 16.3 10

Andere Länder

4.7 2.4 0.6 7.7 18.1

Regionale Projekte

25.7

15.5 41.2; 36.9

Asien

155.7

Länder mit geringem Einkommen 121.9

18 Indien

27.1

19 Bangladesch

23.3

20 Nepal

19.5

21 Vietnam

12.9

22 Pakistan

13.1

23 Kirgisistan

7.4

24 Bhutan

7.3

25 China

2.4

26 Georgien

0.5

27 Tadschikistan

1.5

Andere Länder

6.9

Länder mit mittlerem Einkommen 18.2

28 Palästina

8.5

29 Indonesien

5.6

30 Irak

Andere Länder

4.1

Regionale Projekte

16.1

34.4

21.1

1.7

2.1

0.8

0.2

0.2

0.1

4.5

3.0

8.5

13.4

0.6

2.0

4.6

6.2

11.1 201.8 208.9

7.6 150.6 162.3

28.8 28.8

25.4 33.9

20.3 18.0

0.3 13.4 16.8

0.2 13.3 14.6

1.2 8.8 7.4

7.3 6.9

5.6 8.1 5.9

0.3 5.3 4.1

4.5 5.4

15.4 20.5

3.3 34.9 31.5

9.1 7.7

7.6 7.8

4.6 2.1

3.3 13.6 13.9

0.2 16.3 15.1

16

1999

1998

DEZA' DEZA' Total Total

Lateinamerika 75.7 15.5 25.5 116.7 100.8

Länder mit geringem Einkommen 11.6 3.8 20.6 36.0 18.8

31 Honduras

3.1 1.5 15.0 19.6 2.5

32 Nicaragua

6.5 0.7 5.6 12:8 12.0

Andere Länder

2.0 1.6 0.0 3.6 4.3

Länder mit mittlerem Einkommen 45.3 8.7 2.1 56.1 63.3

33 Bolivien

16.9 0.2 0.5 17.6 19.8

34 Peru

10.0 1.5

11.5 12.3

35 Ecuador

7.0 0.2

7.2 8.5

36 Kolumbien

2.2 1.5 1.0 4.7 4.6

Andere Länder

9.2 5.3 0.6 15.1 18.1

• Regionale Projekte

18.8 3.0 2.8 24.6 18.9


Europa

37 B.R. Jugoslawien (Serbien, inkl.

Kosovo, Montenegro)

38 Bosnien-Herzegowina

39 Albanien

Andere Länder

Regionale Projekte

1999

DEZA

20.5

5.2

5.5

8.4

1.4

Länder mit geringem Einkommen 269.7 I

Länder mit mittlerem Einkommen ; 68.7;

Regionale Projekte

74.5

DEZA 2

95.2

47.4

15.1

15.7

5.5

11.5

97.2

24.5

24.2!

seco 3

25.8

3.4

15.7

5.4

1.3

60.3

21.8

25.2

Total

1998

Total

141.5 39.4

50.8

36.0

26.6

15.2

12.9

453.7

181.0

95.0

4.4

14.9

4.6

8.0

7.5

378.8

135.3

78.4

Geografisch nicht aufgeteilt 85.8 42.6 29.5 157.3 216.5

Andere Ämter,

Kantone,. Gemeinden 169.8 Ì123.4

Total APD bilateral 499.6 247.1 ; 140.2 I V057 j 932.3

17

'Zusammenarbeit

2 Humanitäre Hilfe

Zusammenarbeit

Länder erster Priorität für die

Hauptkategorien der

Hilfe 1999:

Entwicklungszusammenarbeit der DEZA

Humanitäre Hilfe der DEZA

Wirtschaftliche Massnahmen des seco

Entwicklungszusammenarbeit der DEZA

und wirtschaftliche Massnahmen des seco

Nicaragua/Zentralamerika und

Vietnam/Mekongregion sind

Schwerpunktregionen der DEZA.


ÖFFENTLICHE ENTWICKLUNGSHILFE

Tabelle 3

Öffentliche Entwicklungshilfe

(APD) der Schweiz

Entwicklung seit 1960

(in Milliarden

Franken, nominal)

Grafik 2

Öffentliche Entwick­

lungshilfe (APD) der

Schweiz im Vergleich

1960-1999

(Mio Fr., nominal)

Grafik 3

Öffentliche Entwick­

lungshilfe (APD) der

Schweiz im Vergleich

1960-1999

(in Prozenten des BSP)

Grafik 4

Aufteilung der

öffentlichen Entwick­

lungshilfe (APD) der

Schweiz

(Mio Fr., nominal)

11 Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

SHi Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit

JBB Bilaterale

humanitäre Hilfe

an Multilaterale

humanitäre Hilfe

1960 1970 1980 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999

BSP

37.1 92.6 177.3 326.1 1346.6 352.8 357.1 369.1 373.8 376.3 383.5 405.9 412.8

Ausgaben des Bundes;

Öffentliche Ausgaben

2.6 7.8 17.5 31.6 35.5 37.8) 39.7 42.6 40.9 44.2 44.4 47.0 47.2

(Bund und Kantone) 6.5 20.3 47.2 86.6J 96.3 102.6 108.1 114.2 111.1 116.0 117.3 120.2 119.9

APD

0.02 0.13 0.42 1.04 j 1.24 1.60 j 1.17 1.34 1.28 1.27 1.25 1.30 1.47

Private Schenkungen - 0.05 0.11 0.16! 0.19 0.24) 0.21 0.23 0.22 0.22 0.22 0.24

APD in % des BSP

APD in % der

Ausgaben des

0.04 0.14 0.24 0.32 0.36 0.45 0.33 0.36 0.34 0.34 0.33 0.32 0.35

Bundes

APD in % der

öffentlichen

0.58 1.66 2.41 3.29 3.49 4.24 i 2.95 3.15 3.13 2.87 2.82 2.77 3.10

Ausgaben

0.23 0.64 0.90 1.20 1.29 1.56 i 1.08 1.18

1.09 1.07 1.08

0.50

0.45

0.40

0.35

0.30

0.25

0.20

0.15

0.10

0.05

0.00 i—i—r

960 1965 1970 1975 1980

1800

1600 -

1400 -

1200

1000

800

600

400

200

0 mä mi 1 " jJ il

~ - 1 — i — i — i — i — i — i — i — i — i — i — i — i — i — i — i — i

1985 1990 1995 2000

.8,1J, B I Ili lim,.,

1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000

18


ÖFFENTLICHE ENTWICKLUNGSHILFE

Tabelle 4

Aufteilung der

öffentlichen

Entwicklungshilfe

(APD) nach Ländern,

1963-1999

(Mio Fr.)

Afrika, total

Tansania

Mosambik

Burkina Faso

Ägypten

Niger

Ruanda

Tschad

Benin

Madagaskar

Mali

Senegal

Äthiopien

Kamerun

Asien, total

Indien

Bangladesch

Nepal

Vietnam

Pakistan

China

Indonesien

Bhutan

Lateinamerika,

total

Honduras

Bolivien

Nicaragua

Peru

Ecuador

1963 1970 1980 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999

2.5 27.4 102.5 343.7 418.6 354.9 307.3 311.9 303.8 283.9 272.1 243.3 269.6

0.1 1.8 23.5 26.3 19.9 41.1 17.6 27.4 22.5 19.3 35.3 19.8 31.8

0.2 3.8 36.3 39.6 26.7 28.2 41.1 31.9 33.5 26.3 30.0 26.2

3.3 6.9 7.6 9.2 10.9 17.8 14.5 18.4 18.1 11.0 20.9

0.3 1.5 3.6 27.7 4.4 11.5 11.9 11.7 . 14.5 11.0 10.0 16.3

2.5 8.1 16.9 9.0 19.2 7.8 8.8 8.7 8.0 8.4 10.7

0.2 3.2 8.7 14.1 24.4 19.4 29.9 30.9 21.0 21.7 17.6 10.1 10.4

0.6 0.7 7.2 11.1 10.0 12.2 9.9 7.6 8.7 14.3 9.3 10.2

1.3 0.9 13.3 11.5 13.6 130 6.6 19.3 12.8 9.9 10.0 9.6

0.1 0.7 4.3 44.7 21.9 26.3 24.6 20.3 20.5 15.9 13.8 9.1 9.5

6.9 23.4 19.2 12.3 8.3 8.9 6.8 6.9 10.9 8.5 8.8

0.1 4.3 17.3 17.7 9.1 5.2 5.2 3.4 3.0 14.3 2.4 4.6

2.0 10.5 18.2 6.4 13.4 8.2 8.3 7.2 3.5 3.5 4.5

2.9 2.8 6.4 15.2 17.6 3.4 5.6 2.5 3.7 3.9 4.1 4.2

3.1 27.9 97.6 175.5 281.7 253.4 256.3 276.7 193.7 179.6 205.5 208.9 201.2

0.8 17.4 27.8 17.9 59.1 52.0 39.9 34.2 26.8 26.4 36.6 28.8 28.8

18.8 13.3 20.8 27.9 21.6 28.1 14.0 15.1 12.0 33.9 25.4

1.1 1.0 13.5 22.3 16.3 18.2 19.5 23.4 18.4 18.3 16.3 18.0 20.3

0.5 0.4 1.1 0.6 2.1 23.6 108 5.7 12.5 15.1 16.8 13.4

1.6 2.2 13.4 20.1 25.4 17.3 19.7 15.0 16.9 14.7 14.6 13.3

11.7 28.4 10.8 15.1 9.9 12.0 10.9 5.9 5.9 8.1

0.1 1.1 6.0 27.0 19.8 41.8 38.6 30.4 16.4 12.4 11.6 7.8 7.6

1.2 4.8 6.9 5.5 5.7 6.8 10.7 5.8 6.8 6.9 7.3

5.4

0.1

14.7

0.5

2.2

2.9

36.3

6.2

5.6

0.9

4.9

1.0

90.1 132.5 116.7

5.2 15.2 9.9

21.8 24.7 19.8

8.8 28.7 6.3

14.9 28.4 22.4

5.4 7.5 11.3

90.7 135.9 114.5 122.4

5.5 5.0 11.8 8.6

17.5 34.1 19.2 28.2

8.5 11.8 22.3 14.1

10.6 9.0 10.4 15.6

6.9 7.8 9.0 9.2

95.6 100.8 116.7

3.2 2.5 19.6

19.2 19.8 17.6

6.6 12.0 12.8

15.6 123 11.5

8.7 8.5 7.2

Europa, total 0.1 0.6 0.6 2.7 3.7 37.2 51.7 48.7 64.0 60.2 34.4 39.4 141.5

APD bilateral.

total 12.9 79.3 295.7 764.9 V043 951.9 938.9 990.2 921.0 892.6 834.2 932.3 1'057

19


ENTWICKLUNGSZUSAMMEN ARBEIT

Tabelle 5

Aufteilung der

bilateralen Aktionen

nach Sektor und

Ländern

(Schwerpunktländer)

1999 (Mio Fr.)

Afrika

Mosambik

Tansania

Burkina Faso

Niger

Benin

Tschad

Madagaskar

Mali

Kapverden

Südafrika

Ruanda

Asien

Bangladesch

Indien

Nepal

Vietnam / Mekong

Pakistan

Palästina

Bhutan

Indonesien

Lateinamerika

Bolivien

Peru

Ecuador

Nicaragua

Honduras

Europa

22

1

2

2

3

1

2

2

2

1

25

3

11

1

2

1

22

7

2

2

2

1

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27 J

5

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41

11

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1

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1

31

10

9

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2

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20

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14

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1

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11

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20

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3

3

1

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3

il

f

I 1

I 1

I I

Geografisch nicht aufgeteilt 10) 101 2 29 68

Bilaterale Aktionen der DEZA 78 S 72 53 45 45 26 20! 80 418

20

1

1"

1

2

1

12

5

2

2

1

5

1

1

1

3

3

1

1

4

1

1

3

3

1

25

2

4

2

1

2

1

1

19

4

3

2

4

3

7

2

1

1

149

24

19

12

11

10

9

9

7

5

4

3

136

26

22

18

14

11

8

7

4

61

14

9

5

4

4


ENTWICKLUNGSZUSAMMEN ARBEIT

Tabelle 6

Bilaterale Entwicklungs­

zusammenarbeit der DEZA

Aufteilung der

Aktionen nach Art

der Ausführung

Tabelle 7

Bilaterale Entwicklungs­

zusammenarbeit der DEZA

Zusammenarbeit mit

schweizerischen

privaten Hilfswerken

(NGOs)

Direkt durchgeführte Aktionen

In Regie durchgeführte Aktionen

davon: Schweizerische Hilfswerke (NGOs)

Beiträge an nicht internationale Organisationen für

bestimmte Aktionen

davon: Schweizerische Hilfswerke (NGOs)

Beiträge an internationale Organisationen für

bestimmte Aktionen

Total bilaterale EZA

''Provisorische Angaben

Helvetas

InterCooperation

Swisscontact

Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK)

Freiwilligeneinsätze (UNITE)

Caritas Schweiz

Brot für alle

Fédération genevoise de coopération (FGC)

Swissaid

Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS)

Fastenopfer

Schweiz. Arbeiterhilfswerk (SAH)

Stiftung Kinderdorf Pestalozzi (SKIP)

1999"

Mio Fr. %

146.5

105.0

45.3

156.5

53.0

61.4

469.4

1999

eigene Aktionen

der

Hilfswerke

Mio Fr.

18.9

-

5.3

10.1

9.2

7.4

7.3

6.8

5.5

3.0

2.8

2.1

1.3

31.2

22.4

9.6

33.3

11.3

13.1

100.0

Regieaufträge

Mio Fr.

14.6

27.0

11.1

0.4

-

0.1

-

-

0.2

-

-

-

-

1998

Mio Fr.

144.4

133.0

62.7

126.0

56.4

84.7

489.7

Total

Mio Fr.

33.4

27.0

16.4

10.5

9.2

7.5

7.3

6.8

5.7

3.0

2.8

2.1

1.3

1998

29.6

27.2

12.8

25.8

11.6

17.4

100.0

Total

Mio Fr

30.2

23.7

17.5

2.9

2.9

3.5

2.3

2.8

6.0

1.7

2.5

2.8

1.2

Die aufgeführten Zahlen beziehen sich auf die Ausgaben 1999. Die Programmbeiträge 1998 einiger Organisationen wurden erst

im Januar 1999 ausbezahlt und erscheinen daher in dieser Tabelle.

21


ENTWICKLUNGSZUSAMMEN ARBEIT

Tabelle 8

Multilaterale Entwicklungs­

zusammenarbeit

Jährliche Beiträge

an internationale

Organisationen

Organisationen der Vereinten Nationen

Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP), mit UNCDF (Ausrüstungsfonds der UNO)

Kinderhilfsfonds der UNO (UNICEF)

Bevölkerungsfonds der UNO (UNFPA)

Spezialprogramme der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

HIV/AIDS-Programm der UNO (UNAIDS)

UNO-Entwicklungsfonds für die Frauen (UNIFEM)

Freiwilligenprogramm der UNO (UNV)

Andere Entwicklungsorganisationen der UNO

Entwicklungsbanken und ihre Spezialfonds"

Afrikanischer Entwicklungsfonds (FAD)

Asiatische Entwicklungsbank (ADB)

Asiatischer Entwicklungsfonds (ADE)

Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB)

Fonds für Spezielle Aktionen (FSO-IDB)

Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD)

Internationale Entwicklungsorganisation (IDA)

Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD)

1998

Mio Fr.

95.3

58.5

17.0

10.0

4.8

2.2

0.7

0.5

1.7

184.4

49.8)

0.5|

10.61

1

5.41

108.55

14.9)

1999

Mio Fr.

89.2

52.0

17.0

11.0

4.8

2.2

0.7

0.5

1.0

210.9

46.0

0.6

17.9

3.2

3.2

Andere multilaterale Institutionen 89.1 108.4

Konsultativgruppe für internationale landwirtschaftliche Forschung (CGIAR)

10.4

10.9

Internationale Vereinigung zur Bewahrung der Natur (IUCN)

0.8

0.8

Andere multilaterale Institutionen

77.9 96.7

Total multilaterale EZA 368.8 408.5

"Die multilaterale finanzielle Zusammenarbeit (Weltbank, regionale Entwicklungsbanken und -fonds) ist eine "gemeinsame Aufgabe

der DEZA und des seco" (Art. 8 Absatz 1 der Verordnung betreffend der Entwicklungszusammenarbeit vom 12.12.1977).

Die entsprechenden Mittel sind im Budget der DEZA enthalten.

Verschiedene Verpflichtungen, die in Form von "Notes" (Sichtguthaben) geleistet wurden, werden jeweils erst zum Zeitpunkt,

wenn sie ausgestellt werden, verbucht.

22

140.0


WIRTSCHAFTLICHE MASSNAHMEN

Tabelle 9

Wirtschafts- und handelspolitische

Massnahmen

des seco

Auszahlungen

aufgegliedert nach

Massnahmen

Tabelle 10

Wirtschafts- und handelspolitische

Massnahmen

des seco

Ausgaben nach

Massnahmenkategorie

und Land (Mio Fr.)

Entschuldungsmassnahmen

Zahlungsbilanzhilfe

Mischfinanzierung

Handelsförderung

Förderung des Einsatzes

privatwirtschaftlicher Mittel

Rohstoffe

Studien und verschiedene

Total wirtschaftliche Massnahmen

Land

Afrika

Hauptinstrument des Einsatzes

Ägypten

Mischfinanzierung

Tansania

Entschuldung

Burkina Faso

Entschuldung

Mosambik

Zahlungsbilanzhilfe

Regionale Proje kte

Andere Länder

Entschuldung

Lateinamerika

Honduras

Nicaragua

Kolumbien

Regionale Projekte

Andere Länder

Entschuldung

Zahlungsbilanzhilfe

Unterstützung des Privatsektors

Entschuldung

Asien

China Mischfinanzierung

Jordanien Mischfinanzierung

Kirgisistan Zahlungsbilanzhilfe

Andere Länder

Europa (Entwicklungsländer)

Bosnien-Herzegowina Projektfinanzierung

Albanien Zahlungsbilanzhilfe

ß.R. Jugoslawien

(Serbien, inkl. Kosovo,

Montenegro) Projektfinanzierung

Moldova Projektfinanzierung

1999

Mio Fr. %

49.6

16.9

23.9

10.7

35.4

12.1

17.0

7.7

1998

Mio Fr.

40.4

10.5

22.7

10.2

26.6

6.9

15.0

6.7

29.6

21.1

60.9

40.1

0.7

0.5

3.4

2.2

8.8

6.3

3.6

2.4

140.2 100.0 151.7 100.0

Betrag

für dieses

Instrument

16

7

6

2

3

15

5

1

3

6

2

1

16

5

3

1

1999

Total per

Land

48

16

9

6

2

16

1

Nicht aufgeteilte Entwicklungsländer 29

Beitrag an die APD 140

23

25

15

6

1

3

1

11

6

' 2

1

2

26

16

5

3

1


WIRTSCHAFTLICHE MASSNAHMEN

Tabelle 11

Privater Kapitalfluss

zwischen der Schweiz

und den Entwicklungsländern

1998 (Mio Fr.)

Philippinen

Mexiko

Brasilien

Thailand

Kolumbien

Panama

Argentinien

Südkorea

Uruguay

Direktinvestitionen

Anleihens-

(Kapital- Export- zeichbilaterale

APD ausfluss) garantien nungen

3.1

0.2

3.9

2.0

6.1

0.0

0.2

0.1

0.3

V169.0

654.0

446.0

395.0

387.0

355.0

321.0

283.0

269.0

-6.1

-30.7

-52.0

-10.8

27.9

-0.2

-31.9

68.3

-0.2

1 56 andere Länder (davon offshore Finanzplätze) 916.4! V886.7! 224.3 V476.3

Total 932.3 6-165.7 i 188.6 I V476.3

24

-

-

-

-

-

-

-

. -

-


Herausgeber

Direktion für Entwicklung und

Zusammenarbeit (DEZA),

Eidg. Departement für auswärtige

Angelegenheiten (EDA), 3003 Bern

Tel.: 031 322 31 09

Fax: 031 324 13 48

Internet: www.deza.admin.ch

E-mail: info@deza.admin.ch

Staatssekretariat für Wirtschaft (seco),

Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD),

3003 Bern

Tel.: 031 322 56 56

Fax: 031 322 56 00

Internet: www.seco-admin.ch

E-mail: info@seco.admin.ch

Gestaltung

Etter Grafik, Zürich

Text

Ariane Geiser, Neuenburg

Statistische Angaben

Etienne Dollfus, DEZA

Redaktion/Koordination

Catherine Vuffray, DEZA

Fotos

Toni Linder/DEZA (Umschlag, S. 9, 11, 12, 13)

Christian Gerber (S. 1, 2)

Daniel Schwartz (S. 3)

Fritz Gerber (S. 4)

Daniel Caselli (S. 5)

Ciric (S. 6, 7,8, 10)

Heidi Hostettler (S. 14)

10L92980

ISBN 3-905398-41-9


Staatssekretariat für Wirtschaft

Secrétariat d'Etat à l'économie

Segretariato di Stato dell'economia

State Secretariat for Economie Affairs

ec o

DIREKTION FUR ENTWICKLUNG UND ZUSAMMENARBEIT DEZA

DIRECTION DU DÉVELOPPEMENT ET DE LA COOPÉRATION DDC

DIREZIONE DELLO SVILUPPO E DELLA COOPERAZIONE DSC

SWISS AGENCY FOR DEVELOPMENT AND COOPERATION SDC

AGENCIA SUIZA PARA EL DESARROLLO Y LA COOPERACIÓN COSUDE


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INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT DER SCHWEIZ

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DIE INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT DER SCHWEIZ

Die öffentliche Entwicklungshilfe

der Schweiz beläuft sich auf rund 1,4

Milliarden Franken pro Jahr, das sind

ungefähr 0,34 Prozent des Bruttosozialprodukts

oder täglich 50 Rappen

pro Einwohner. Sie umfasst alle vom

Bund, den Kantonen und Gemeinden

für die Entwicklungsländer, die internationalen

Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen

zu Vorzugsbedingungen

bereitgestellten Mittel.

Welches sind ihre konkreten Ziele? Im

Bundesgesetz vom 19. März 1976 über

die Entwicklungszusammenarbeit und

die internationale humanitäre Hilfe

wird festgehalten: «Sie unterstützt die

Entwicklungsländer im Bestreben, die

Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung

zu verbessern. Sie soll dazu beitragen,

dass diese Länder ihre Entwicklung

aus eigener Kraft vorantreiben.»

Im März 1994 definierte der Bundesrat

in seinem Bericht zu den Nord-

Süd-Beziehungen der Schweiz in den

90er Jahren das Leitbild der Entwicklungspolitik.

Daraus gingen vier

Hauptthemen hervor: Wahrung und

Förderung von Frieden und Sicherheit,

Förderung der Menschenrechte,

Demokratie und Rechtsstaat; Förderung

der Wohlfahrt und bessere Rahmenbedingungen

für ein nachhaltiges

Wachstum; Erhöhung der sozialen

Gerechtigkeit namentlich für die Frauen;

und schliesslich Schutz der natürlichen

Lebensgrundlagen.

Auf eidgenössischer Ebene sind zwei

Bundesämter für Konzept und Umsetzung

der Entwicklungshilfe zuständig:

die Direktion für Entwicklung

und Zusammenarbeit (DEZA), die

zum Departement für auswärtige Angelegenheiten

(EDA) gehört, und das

Staatssekretariat für Wirtschaft

(seco) im Volkswirtschaftsdepartement

(EVD). Ihre wichtigsten Instrumente

sind technische Zusammenarbeit,

Finanzhilfe, Wirtschafts-und Han-

delsmassnahmen sowie humanitäre

Hilfe. Die DEZA koordiniert die Aktionen.

Die DEZA umfasst vier Bereiche: Bilaterale

Entwicklungszusammenarbeit,

multilaterale Entwicklungszusammenarbeit,

humanitäre Hilfe und technische

Zusammenarbeit mit Osteuropa.

Sie erbringt ihre Leistungen mit einem

Jahresbudget von ungefähr 1,2 Milliarde

Franken und rund 400 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern im In- und

Ausland durch direkte Aktionen, Unterstützung

von Programmen multilateraler

Organisationen, durch Mitfinanzierungen

und Beiträge an Programme

schweizerischer und internationaler

Hilfswerke.

Ziel der Entwicklungszusammenarbeit

ist die Armutsbekämpfung im

Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Sie fördert

namentlich die wirtschaftliche

und staatliche Eigenständigkeit, trägt

zur Verbesserung der Produktionsbedingungen

bei, hilft bei der Bewältigung

von Umweltproblemen und

sorgt für besseren Zugang zur Bildung

und gesundheitlichen Grundversorgung

der am meisten benachteiligten

Bevölkerung.

Leben retten und Leiden lindern ist der

Auftrag der Humanitären Hilfe des

Bundes. Sie leistet nach Naturkatastrophen

und bei bewaffneten Konflikten

direkte Hilfe durch Einsätze

des Schweizerischen Katastrophenhilfekorps

(SKH) und unterstützt humanitäre

Partnerorganisationen.

Die Länder Osteuropas und der

Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

(GUS) unterstützt die DEZA auf dem

Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft

mit Wissenstransfer und Beiträgen

zu Problemlösungen.

Während die humanitäre Hilfe bedarfsbezogen

dort geleistet wird, wo

sie am notwendigsten ist, konzentriert

sich die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

auf 18 Schwerpunktländer

und -regionen sowie drei Länder mit

Spezialprogrammen in Afrika, Asien

und Lateinamerika. Die technische Zusammenarbeit

mit Osteuropa konzentriert

sich auf neun Länder in Südosteuropa

und der GUS. Multilateral

arbeitet die DEZA insbesondere mit

den Organisationen des UNO-Systems,

der Weltbank und den regionalen

Entwicklungsbanken zusammen. Gesamthaft

sind rund 900 mehrjährige

Programme und Projekte in Arbeit.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft

(seco) seinerseits definiert die Wirtschafts-

und Handelsmassnahmen der

Entwicklungszusammenarbeit: Mischkredite,

an denen sich sowohl der

Bund wie die Schweizer Banken beteiligen,

Zahlungsbilanzhilfen, Anstrengungen

fürdie Handelsförderung und,

in Zusammenarbeit mit der internationalen

Gemeinschaft, Aktionen im Bereich

Basisprodukte. Ein wesentlicher

Teil dieser Massnahmen ist für die

Länder Osteuropas und der GUS vorgesehen.

Das seco ist ausserdem der

Hauptakteur in der Entschuldungsstrategie,

welche für die am stärksten

verschuldeten Länder ausgearbeitet

wurde.


ZUSAMMENARBEIT MIT OSTEUROPA UND DER GUS

EDITORIAL

Die Flüchtlinge zur Rückkehr ermutigen

DIE AKTIVITÄTEN DER SCHWEIZ

BEIM WIEDERAUFBAU IM BOSNIEN HERZEGOWINA

EINLEITUNG

Priorität für die Infrastrukturen

ENERGIE

Den Energiebedarf decken

TELEKOMMUNIKATION

Modernisierung des Telefonnetzes

WASSER

Lebensquelle Wasser

UNTERSTÜTZUNG

Psychosoziale Hilfe für Kriegsopfer

STATISTISCHER TEIL

Tabellen und Grafiken

1


DIE FLÜCHTLINGE ZUR RÜCKKEHR ERMUTIGEN

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LU

Der Übergang vom Krieg zum Frieden ist ein langer Weg. Mehr als vier Jahre

nach dem Ende des Konflikts ist Bosnien-Herzegowina nach wie vor ein zerbrechlicher

Staat. Zwar wurden Fortschritte gemacht, aber noch behindern verschiedene

Probleme die Festigung des neuen Staates. Die ethnischen Trennungen

verhindern eine nationale Versöhnung und verlangsamen damit die Rückkehr

der Flüchtlinge.

Die internationale Gemeinschaft setzt sich sehr ein, um Bosnien-Herzegowina

zu helfen. Über fünf Milliarden Dollar wurden für den Wiederaufbau zur Verfügung

gestellt. Diese Aktivitäten halfen nicht nur bei der Behandlung der

Kriegswunden, sondern auch bei der Ausrichtung des Landes auf Marktwirtschaft

und Demokratie.

Der Bund seinerseits hat sich noch in keinem anderen Land so stark engagiert.

Seine Hilfe war sowohl finanziell wie qualitativ sehr bedeutend. Der am 26. Juni

1996 vom Bundesrat genehmigte Aktionsplan war so ausgestaltet, dass er

die Heimkehr der bosnischen Flüchtlinge in unserem Land förderte. Er wurde

zu einem grossen Teil vom Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) finanziert, wodurch

der für die Hilfe an die Länder Osteuropas gesprochene Kredit nicht belastet

wurde.

Den Dialog zwischen den Gemeinschaften fördern

Das Parlament beschloss für Bosnien-Herzegowina ein landesweites Programm

in der Höhe von 50 Millionen Franken. Die von der Direktion für Entwicklung

2


ZUSAMMENARBEIT MIT OSTEUROPA UND DER GUS

und Zusammenarbeit (DEZA) und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco,

das frühere Bundesamt für Aussenwirtschaft) ausgearbeiteten Projekte hatten

den Wiederaufbau des wirtschaftlichen und sozialen Gefüges zum Ziel. Sie

wurden als Brücken für den Frieden konzipiert und trugen wesentlich zur Friedensförderung

im Land bei. Ausserdem wurden die verletzlichsten Gruppen

wie ältere Personen und Frauen bei der Hilfe besonders berücksichtigt.

Bei den ersten Aktivitäten ging es vor allem um die Deckung der Grundbedürfnisse

der Bevölkerung. So konnten die elementaren Infrastrukturen renoviert

werden: Wohnhäuser wurden wieder aufgebaut, Strom- und Wasserversorgung,

Verkehrswege und Kommunikation instand gestellt. Diese auf internationaler

Ebene koordinierten Bemühungen waren sehr erfolgreich.

Zahlreiche Projekte waren an Bedingungen geknüpft, welche die ethnischen

Gemeinschaften zur Zusammenarbeit und zur Respektierung ihrer Verpflichtungen

veranlassen. So lernen die zerrissenen Partner nach und nach, im Konsens

zusammen zu arbeiten.

Der Wiederaufbau stiess allerdings auf einige Hindernisse wie Betrügereien,

schleppende Verwaltungstätigkeit oder mangelhaften Unterhalt. Um althergebrachte

Verhaltensweisen abzubauen, sind verschiedene Strukturreformen

nötig. Der ganze Prozess der wirtschaftlichen Wiederankurbelung nimmt mehr

Zeit in Anspruch als vorgesehen. Die politischen Verantwortungsträger sind

zwar mit den Reformen einverstanden, gehen aber nur widerwillig an deren Umsetzung,

da sie eine Schwächung ihrer Macht über die Wirtschaft befürchten.

Langfristige Hilfe

Das Rückkehrprogramm für die bosnischen Flüchtlinge ist nun abgeschlossen.

Dank ihm konnten mehr als 10 000 bosnische Staatsangehörige in ihre Heimat

zurückkehren, wodurch die Asylkosten in der Schweiz um mehrere Dutzend

Millionen Franken reduziert wurden. Die Repressalien und Einschüchterungen

gegen bestimmte heimgekehrte Flüchtlinge verhinderten allerdings eine massivere

Rückkehr. Noch leben ungefähr 6000bosnische Flüchtlinge in der Schweiz.

Sie warten auf die Stabilisierung der Lage in ihrer Heimat.

Die Soforthilfe für den Wiederaufbau war Ende 1999 abgeschlossen und wurde

von einer langfristig angelegten technischen Zusammenarbeit abgelöst. In

den neuen Programmen liegt der Akzent auf der Respektierung der Menschenrechte,

auf Kultur und Schulen. Die DEZA wird Aktivitäten unterstützen,

welche die Schaffung von Arbeitsstellen, die Kreditvergabe an kleine Unternehmen

und die Entwicklung der Landwirtschaft zum Ziel haben. Andere Projekte

sollen die soziale Integration von Randgruppen stärken. Das seco seinerseits

wird weiterhin die Basisinfrastrukturen unterstützen und sieht Hilfe im

Umweltbereich vor. Es begünstigt Projekte, welche die Zusammenarbeit zwischen

den verschiedenen Institutionen des Landes fördern.

Die nächsten Jahre sind ausschlaggebend. Die internationale Gemeinschaft

muss weiterhin entschlossen sein, an der Linie der Abkommen von Dayton festzuhalten.

Die Arbeit muss fortgesetzt werden, damit die beiden Gemeinschaften

zusammen einen stabilen Staat aufbauen können, in welchem die Bevölkerung

in Frieden leben kann. Aber die Zukunft von Bosnien-Herzegowina hängt

nicht nur von der Festigung der Innenpolitik ab. Sie ist eng mit dem gesamten

regionalen Kontext im Balkan verbunden.

Walter Fust David Syz

Botschafter Staatssekretär

Direktor der DEZA Direktor des seco


LU

—I

LU

DIE AKTIVITÄTEN DER SCHWEIZ BEIM WIEDERAUFBAU

IN BOSNIEN-HERZEGOWINA

PRIORITÄT FÜR DIE INFRASTRUKTUREN

Dreieinhalb Jahre Krieg haben Bosnien-

Herzegowina ausgeblutet. Fast 200 000

Menschen wurden getötet, die Hälfte

der Bevölkerung von knapp vier Millionen

musste fliehen oder wurde vertrieben.

Die Infrastrukturen wurden

teilweise zerstört, was die Ankurbelung

der Wirtschaft erschwerte und zu

einer Arbeitslosigkeit von über fünfzig

Prozent führte.

Die im Dezember 1995 unterzeichneten

Verträge von Dayton legten eine

institutionelle Struktur für Bosnien-

Herzegowina fest, die aus zwei Einheiten

besteht: die serbische Republik

und die kroatisch-bosnische Föderation.

Auf Grund dieser Verträge haben

internationale Organisationen wie die

Weltbank und die Europäische Bank

.für Wiederaufbau entsprechende Programme

ausgearbeitet. Danach wählten

die Geberstaaten, unter ihnen die

Schweiz, auf Grund von Prioritäten

und Aufgaben jene Projekte aus, die

sie entwickeln wollten. Die Direktion

für Entwicklung und Zusammenarbeit

(DEZA) und das Staatssekretariat für

Wirtschaft (seco, das frühere Bundesamt

für Aussenwirtschaft) arbeiteten

eng zusammen, um die Hilfe so effizient

wie möglich zu gestalten.

Mit Schweizer Hilfe sollen die sozialen,

politischen und wirtschaftlichen Strukturen

des neuen bosnischen Staates

verbessert werden. Unter den rund

160 vom Bund finanzierten Projekten

in Bosnien-Herzegowina zeigen die

vier auf den folgenden Seiten vorgestellten

die Hilfe auf, welche wichtige

Sektoren erhielten, damit ihre Wirtschaft

wieder auf die Beine kam. Dabei

wurde aber auch die nötige psychologische

Betreuung nicht vergessen,

die den Menschen helfen soll, ihr

Kriegstrauma zu überwinden.

4

Grundbedürfnisse befriedigen

Das seco hat beschlossen, die grossen

Infrastrukturprojekte zu finanzieren.

Hier drängten sich die Sektoren Strom

und Telekommunikation auf, weil die

Schweizer Industrie in diesen Bereichen

ein grosses Know-how hat.

Diese Projekte weisen zudem eine

Schweizer Besonderheit auf: Sie sehen

die Schaffung eines Kompensationsfonds

vor. Wenn die Einrichtungen

wieder funktionieren, bringen sie Einkommen

für die Firmen. Diese haben

sich verpflichtet, nach drei oder vier

Jahren eine Summe in gleicher Höhe

in den Fonds einzuzahlen. Das seco

hat ein Kontrollrecht über die Verwendung

dieses Geldes, das im Prinzipfürsoziale

Projekte eingesetzt werden

soll.

Im Bereich Basisinfrastrukturen unterstützte

die DEZA die Instandstellung

des Wasserversorgungsnetzes einer

Gemeinde sowie die Reorganisation

der gesamten regionalen Wasserversorgung.

Und weil die Bevölkerung

nicht nur materielle Hilfe benötigte,

hat die DEZA erstmals psychosoziale

Hilfsprojekte ausgearbeitet. Das ausgewählte

Beispiel zeigt die Bedeutung

eines Rahmens auf, welcher traumatisierten

Personen hilft, sich im Alltag

wieder zurecht zu finden.

All diese Arbeiten sind auch stabilisierende

Faktoren. Der Wiederaufbau

• bedingte viel Feldarbeit und den Dialog

mit den Lokalbehörden. Der wirtschaftliche

Wiederaufschwung steht

allerdings erst am Anfang, weil er eng

mit der politischen Versöhnung verbunden

ist. Die zerbrechlichen Errungenschaften

der Abkommen von

Dayton müssen gefestigt werden, um

insbesondere eine massivere Rückkehr

der Flüchtlinge zu ermöglichen.


Œ

LU

LU

Soll eine durch den Krieg geschädigte

Wirtschaft wieder angekurbelt werden,

ist der Energiesektor vordringlich.

In Bosnien-Herzegowina war die

Stromproduktion nach dem Ende des

Konflikts um über die Hälfte reduziert.

Durch die Kämpfe, aber auch wegen

fehlenden Unterhalts waren sowohl

die Kraftwerke wie die Verteilnetze beschädigt,

Das Wasserkraftwerk von Jablanica ist

für die Stromversorgung des östlichen

und des zentralen Teils von Bosnien-

Herzegowina von vorrangiger Bedeutung.

Es liegt an der Strasse von

Mostar nach Sarajewo, am Ufer der

Neretva, dort wo der Fluss in einen

künstlichen Stausee mündet. Die Generatoren

liegen zum Teil unter der

Erde. Die sechs praktisch identischen

Produktionsblöcke des Kraftwerks

wurden in den 50er Jahren gebaut,

und die Modernisierung war bereits

geplant, doch dann brachen die Feindseligkeiten

aus.

Neues Material

Die Hilfe der Schweiz konzentriertesich

zu Beginn auf Block 4 des Kraftwerks,

der am stärksten beschädigt war. Die

Arbeiten waren auf 9 Millionen Franken

veranschlagt und wurden von den

DIE AKTIVITÄTEN DER SCHWEIZ BEIM WIEDERAUFBAU

IN BOSNIEN-HERZEGOWINA

DEN ENERGIEBEDARF DECKEN

Entreprises électriques fribourgeoises

(EEF) durchgeführt, welche sich auf die

Ausschreibung hin beworben hatten.

Die mechanischen und die elektrischen

Einrichtungen, das Befehls- und Kontrollsystem,

der Generator sowie die Sicherheitsventile,

mitweichen das Wasser

vor den Turbinen angehalten werden

kann, mussten ersetzt werden. Die

verschiedenen Teile wurden von vier

Firmen in der Schweiz und einer in

Bosnien geliefert, das gesamte Material

wurde vom seco finanziert. Die

Montagekosten dagegen wurden vom

bosnischen Projektpartner Electroprivreda

übernommen.

Fortdauerndes Engagement

Die Instandstellung von Block 4 war im

Mai 1999 abgeschlossen, und die Leistung

konnte um 25 Prozent erhöht

werden, was die Voraussagen noch

überstieg. Die Zusammenarbeit zwischen

den Schweizer Beratern und den

lokalen Technikern war sehr gut. Electroprivreda

muss nun noch eine Bedingung

erfüllen: Sie muss ab 2003

einen Betrag in gleicher Höhe wie

die Hilfe in einen Kompensationsfonds

einzahlen. Dieses Geld wird Bosnien-

Herzegowina zur Finanzierung von sozialen

Projekten einsetzen.

5

Der gute Verlauf der Renovation von

Block 4 hat das seco dazu bewogen,

sich weiter für das Kraftwerk Jablanica

zu engagieren. Dies umso mehr, als

die internationalen Organisationen

davon ausgehen, dass der Bereich

Elektrizität vordringlich bleibt. Ein

zweites Projekt zur Reparatur von

Block 5 wurde im Sommer 1999 aufgenommen.

Es sieht vor, im Umfang

von 7,7 Millionen Franken ähnliche Arbeiten

wie in Block 4 durchzuführen.

Diese Arbeit soll im Herbst 2000 abgeschlossen

sein.


o

LU

—I

LU

Die Instandstellung und Anpassung der

Telekommunikationseinrichtungen an

die gängigen Normen ist ausschlaggebend

für den wirtschaftlichen Wiederaufschwung

in Bosnien-Herzegowina.

Aber die Kosten sind für das Land und

seine drei Telefongesellschaften viel zu

hoch. Die Europäische Bank für Wiederaufbau

und Entwicklung (EBRD)

hat deshalb ein Modernisierungsprogramm

im Umfang von nahezu 25

Millionen Franken für den Sektor erarbeitet.

Neun Geldgeber, darunterdie

Schweiz, beteiligten sich am «Telecommunications

Emergency Reconstruction

Programme».

Direktverbindungen

Die internationale Gemeinschaft hat

aber vor Freigabe der Gelder Bedingungen

festgelegt. Als erstes müssen

telefonische Direktverbindungen zwischen

der bosnisch-kroatischen Föderation

und derserbischen Republikeingerichtetwerden.

Nach mehreren Verhandlungen

stimmten die Vertreter der

beiden Seiten dem schliesslich zu. Die

zweite, ebenfalls erfüllte Bedingung

verlangte, dass ein rechtlicher Rahmen

für den Betrieb der drei Telefongesellschaften

definiert wurde.

Die Schweiz kümmerte sich um die Reparatur

des Telefonnetzes, mehrerer

Telefonzentralen und der im Krieg beschädigten

Leitungen. Aber es galt

auch, das Netz zu modernisieren und

zu erweitern, denn mit 15 Apparaten

auf 100 Einwohner war die Kapazität

eindeutig unzureichend für den Wiederaufschwung

der Wirtschaft. Diese

DIE AKTIVITÄTEN DER SCHWEIZ BEIM WIEDERAUFBAU

IN BOSNIEN-HERZEGOWINA

MODERNISIERUNG DES TELEFONNETZES

Ziele wurden erreicht, nicht zuletzt

dank einer Spende der Swisscom, die

moderne Telefonzentralen zur Verfügung

stellte.

Kompensationsfonds

Das seco übernahm die Transfer- und

Installationskosten für das Material, die

sich auf 9,3 Millionen Franken beliefen.

Wie im Strombereich wurde ein

Entschädigungsfonds geschaffen, in

den die Telefongesellschaften 50 Prozent

ihrer Einkünfte einzahlen müssen.

VierZentralen wurden in der kroatischbosnischen

Föderation eingerichtet,

drei in derserbischen Republik. Rund

siebzig Dörfer und Quartiere erhielten

6

ausserdem Unterstationen. Insgesamt

können 83 000 Telefonlinien an diese

neuen Zentralen angeschlossen werden.

In Zürich wurden vier muslimische

und vier serbische Techniker für die

Wartung dieser Einrichtungen ausgebildet.

Die Schweiz konnte so ihren Teil zur Integration

von Bosnien-Herzegowina

beitragen, da das Telefon nicht nur der

Kommunikation, sondern auch der

Annäherung dient. Die Telefongesellschaften

von drei Gemeinden haben

denn auch bereits angefangen, zusammenzuarbeiten.

Das Projekt trug

zudem zur wirtschaftlichen Entwicklung,

zum Aufschwung des Privatsektors

und zur Schaffung von Stellen bei.


Œ

LU

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<

Die Trinkwasserversorgung -wurde

während des Kriegs in Bosnien-Herzegowina

stark beschädigt, doch können

nicht alle Mängel dem Krieg angelastet

werden. Schon vor dem Konflikt

war der Unterhalt der Einrichtungen

vernachlässigt worden, und wegen

der veralteten Röhren gab es grosse

Wasserverluste. Die DEZA entwickelte

zusammen mit dem Ministerium für

hydraulische Ressourcen, Land- und

Forstwirtschaft ein Hilfsprogramm des

Kantons Una Sana im Bereich Trinkwasserversorgung.

Das Projekt konzentrierte sich auf die

kommunale und die kantonale Ebene.

Als Pilotstadt wurde Bosanska Krupa

ausgewählt, da dies eine der am stärks­

DIE AKTIVITÄTEN DER SCHWEIZ BEIM WIEDERAUFBAU

IN BOSNIEN-HERZEGOWINA

LEBENSQUELLE WASSER

ten zerstörten Städte war. Sie liegt im

Nordosten von Bosnien-Herzegowina

und hat rund 30 000 Einwohner. Ihre

Wasserversorgung war seit fast vier

Jahren ausser Betrieb. Es ging also darum,

die Gemeinde beim Aufbau eines

neuen Wasserversorgungssystems zu

unterstützen.

Instandstellung

Als Erstes mussten die Vorkriegseinrichtungen

der Wasserversorgungsgesellschaft,

von denen fast nichts mehr

übrig geblieben war, renoviert und reorganisiert

werden. Es wurde ein EDV-

Buchhaltungs- und Rechnungssystem

eingerichtet. Um einen effizienten Unterhalt

des Versorgungsnetzes sicherzustellen,

wurde das technische Personal

ausgebildet und mit Messinstrumenten

ausgerüstet. Die schadhaften

Röhren wurden ersetzt, und die Techniker

lernten, Wasserverluststellen zu

orten und zu reparieren.

Mit dieser umfassenden Instandstellung

lernte das Unternehmen, nach

marktwirtschaftlichen Prinzipien zu

funktionieren. Zur Deckung der Kosten

wurden in den Häusern Wasserzähler

eingebaut, und die Verbraucherinnen

und Verbraucher müssen nun ihren

Wasserbezug selber bezahlen. Die ersten

Resultate zeigten sich bald. Das

verfügbare Wasser wird effizient bewirtschaftet,

und es gibt keine grossen

Verluste mehr.

Regionale Reorganisation

Die DEZA hat nicht nur die Verbesserung

der Wasserversorgung in Bosanska

Krupa, sondern auch der sieben

anderen Gemeinden des Kantons

Una Sana unterstützt. In Bihac wurde

7

ein Kantonsbüro eingerichtet. Dessen

Hauptaufgaben sind die Erstellung eines

Katasters der kantonalen Wassernetze,

die Planung der Öffnung des

Netzes für weitere Verbraucher und die

Sicherstellung der Ausbildung und Begleitung

der Direktoren und Techniker

der Wasserämter in den acht Gemeinden

des Kantons. Die Verantwortlichen

haben auch Verwaltungskurse in der

Schweiz besucht. Nach ihrer Rückkehr

nach Bosnien-Herzegowina gründeten

sie einen Kantonalverband, welcher

die Einrichtungen für Reparaturen

und Eichung der Wasserzähler leitet.

Nun hat lokales Personal den

Schweizer Spezialisten abgelöst, der

das Programm seit dessen Beginn im

Jahr 1997 betreut hat.

Die Reorganisation der Wasserversorgung

war ein Erfolg, weil die lokalen

Behörden aktiv daran mitgearbeitet

haben. Die DEZA hat mit diesen Projekten

in Höhe von über 1,6 Millionen

Franken Pionierarbeit geleistet. Das

Modell ist bei anderen Gebern auf Interesse

gestossen und dürfte nun auch

anderswo angewendet werden. Bereits

ist eine Weiterführung des Programms

in der serbischen Republik vorgesehen.


CD

N

œ

LT

LU

I-

Die materielle Hilfe ermöglicht den Opfern

des Krieges in Bosnien-Herzegowina

die Rückkehr zu einem normalen

Alltag. Viel schwieriger aber ist es, mit

den psychologischen Folgen fertig zu

werden, welche die von einer schrecklichen

Grausamkeit geprägten Konfrontationen

hinterlassen haben. Massaker,

Vergewaltigungen, Folter und

Deportationen haben viele Menschen

traumatisiert.

Um den Opfern bei der Bewältigung

dieserVergangenheitzu helfen, hatdie

DEZA zusammen mit dem Christlichen

Friedensdienst(CFD)inSanskiMostein

Betreuungszentrum für psychosoziale

Hilfe eingerichtet. Die Stadt zählt an

die 70 000 Einwohnerinnen und Einwohner,

von denen zwei Drittel Vertriebene

sind. Das Zentrum steht vor

allem den Frauen der Umgebung offen,

denen Einzel- oder Gruppentherapien

sowie Beschäftigungsprogrammeangeboten

werden. Die Leitung hat

ein Team aus rund fünfzehn Personen

aus Medizin, Recht und Sozialwesen.

Die Frauen, welche die Institution besuchen,

sprechen von ihren Kriegserfahrungen

und werden für ihre kriegsbedingten

psychischen Störungen behandelt.

Sie haben in den meisten

Fällen weder eine Berufsausbildung

noch genügend Selbstvertrauen, um

den Anforderungen der Nachkriegszeit

gerecht zu werden. Ihr ganzes soziales

Netz ist zerstört: Frauen haben ihre

Eltern und/oder ihre Ehepartner verloren,

ältere Menschen ihre Kinder.

Alterspflege

DEZA und CFD fanden eine originelle

Formel, die zur sozialen Kontinuität

beitrug, indem sie neue Kontakte zwischen

den Generationen schuf. Die

Frauen, die psychosoziale Hilfe erhalten,

besuchen regelmässig ältere, al­

DIE AKTIVITÄTEN DER SCHWEIZ BEIM WIEDERAUFBAU

IN BOSNIEN-HERZEGOWINA

PSYCHOSOZIALE HILFE FÜR KRIEGSOPFER

leinstehende Personen. Dafür erhalten

sie eine Entschädigung, wodurch ihr

Einsatz zu einer regulären Berufsarbeit

wird. Die «Besucherinnen» erhalten

eine Grundausbildung für die Alterspflege.

Sie kommen regelmässig zu

Beratungen über ihre Arbeit zusammen.

An diesen Treffen sprechen sie

über ihre eigenen Kriegserlebnisse und

über jene ihrer «Schützlinge». Diese

Diskussionen kommen oft einer Therapie

gleich. So werden durch das Projekt

die Behandlung der Kriegstraumatas,

die Pflege älterer Personen und

bezahlte Hilfe miteinander verbunden.

1999 kümmerten sich rund hundert

Frauen um etwa 400 ältere Menschen

in der Region Sanski Most, so dass deren

Bedürfnisse erfüllt werden können.

Wer zu pflegebedürftig ist, wird

in einem Altersheim untergebracht.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit

mit den Sozialdiensten der Stadt aufgebaut,

die eine Liste der bedürftigsten

Personen erstellt haben.

Berufsausbildung

Das Betreuungszentrum bietet nach

wie vor Hilfe zur Bewältigung der psychischen

Kriegsfolgen. Heute hat allerdings

die Berufsausbildung Vorrang.

So hat es ein Schneideratelier zahlreichen

Frauen ermöglicht, dank dreimonatigen

Ausbildungskursen Arbeit in

Textilfabriken zu finden. In dieser Entwicklung

wird der Erfolg des Programms

sichtbar. Die unterstützten

Personen konnten wieder Vertrauen

fassen und sich in die Gesellschaft eingliedern.


Tabelle 1

Überblick zur öffent­

lichen Hilfe der

Schweiz in 1999

Überblick der öffentlichenEntwicklungshilfe

(APD) der

Schweiz 1999

[bilaterale Zusammenarbeit:

72%

multilaterale Zusammenarbeit:

28%

STATIS TIKEN

Nach Definition der OECD ist die öffentliche Entwicklungshilfe (APD) die Gesamtheit der finanziellen Zuwendungen:

• Sie stammen von öffentlichen Organen (Bund, Karttone und Gemeinden).

• Sie sind abgestimmt auf die Bedingungen der Begünstigten (Schenkungen oder Darlehen zu günstigen Konditionen).

• Ihr vorrangiges Ziel ist die wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

• Sie sind bestimmt für die Länder und Regionen, die auf der OECD-Liste zu finden sind.

Diese Liste enthält 164 Länder und Regionen, die sich "in Entwicklung" befinden; in Europa gehören hierzu Ex-Jugoslawien,

Albanien, Moldova, Malta und Gibraltar.

Die öffentliche Hilfe orientiert sich an vier gleich bleibenden Kriterien, doch die Länderliste variiert: Es handelt sich um

so genannte Übergangsländer, um 12 Länder Zentral- und Osteuropas (mit Russland) und 13 Entwicklungsländer und -regionen,

die als "fortgeschrittener" betrachtet werden (darunter befinden sich Israel, Hong Kong, die Bahamas, Singapur).

1999

1998

Finanzierungsquellen

und Instrumente

APD ' APD Öffentliche

(Mio Fr)

bilateral multilateral Hilfe Total

Total

Bund

Direktion für Entwicklung

V036.2 408.3 111.0 1'555.5 V386.0

und Zusammenarbeit (DEZA)

Humanitäre Hilfe

Entwicklungszusammenarbeit 1

781.5 362.8

47.0 1*191.3 V059.5

247.1

53.2

4.0 304.3 224.1

504.2 309.7

813.9 786.6

Zusammenarbeit mit Osteuropa

Staatssekretariat für

30.1

43.0

73.1

48.8

Wirtschaft (seco)

135.7

4.5

63.0 203.2 200.7

Entwicklungszusammenarbeit

94.0

4.5

98.5 112.6

Zusammenarbeit mit Osteuropa

41.7

63.0 104.8

88.1

Andere Departemente

119.1

41.0

1.0 161.0 125.8

Kantone und Gemeinden

20.5

20.5

24.3

Humanitäre Hilfe

4.0

4.0

2.9

Entwicklungszusammenarbeit

16.5

16.5

21.3

Total

V056.7 408.3 111.0 V576.0 1'410.3

Davon: Humanitäre Hilfe

341.5

53.2

4.0 398.7 275.4

Entwicklungszusammenarbeit

638.6 359.8

1.0 999.4 998.0

Zusammenarbeit mit Osteuropa

71.9

106.0 177.9 136.9

Öffentliche Entwicklungshilfe (APD) 1'056.7 408.3

V465.0 1-301.5

BSP

412772 404'678

Anteil der APD am BSP

0.35% 0.32%

Öffentliche Hilfe

111.0 111.0 108.9

Die multilaterale finanzielle Zusammenarbeit (Weltbank, regionale Entwicklungsbanken und -fonds) ist eine "gemeinsame Aufgabe

der DEZA und des seco" (Art. 8 Absatz 1 der Verordnung betreffend der Entwicklungszusammenarbeit vom 12.12.1977).

Die entsprechenden Mittel sind im Budget der DEZA enthalten.

Kantone und Gemeinden 1 %

Andere 11 %

DEZA: humanitäre Hilfe 20%

DEZA und seco: multilaterale

Entwicklungszusammenarbeit 21 %

9

seco: Entwicklungszusammenarbeit

und Hilfe an Osteuropa 10%

DEZA: bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

und Hilfe an

Osteuropa 37%


Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Die Partnerländer

Mitteleuropa

1 Estland

2 Lettland

3 Litauen

4 Polen 3 »

5 Slowakei

6 Slowenien

7 Tschechische Republik

8 Ungarn

Bevölkerung

1997

1'458'000

2'465'000

3706'000

38'650'000

5'383'000

1'986'000

10'304'000

10'155'QOO

Fläche in

1'000 km 1

"Die Schweiz unterhält in folgenden Städten Koordinationsbüros:

Bischkek, Bukarest, Duschanbe, Kiew, Moskau, Pristina, Sarajevo,

Skopje, Sofia, Tiflis, Tirana

2 >Das BSP/Kopf in der Schweiz betrug 1997 $ 37'270

45.2

64.6

65.3

312.7

49.0

20.3

78.9

93.0

3) Mitglied in der schweizerischen Stimmrechtsgruppe bei den Bretton-

Woods-Institutionen (Weltbank, Internationaler Währungsfonds)

Hauptstadt 1 »

Tallinn

Riga

Vilnius

Warschau

Bratislava

Liubljana

Prag

Budapest

10

BSP/Kopf

($,1997) 2 >

3'360

2'430

2'260

3'590

3'680

9'840

5'240

4'510

Südosteuropa

9 Albanien

10 Bosnien-Herzegowina

11 Bulgarien

12 Kosovo (B.R. Jugoslawien)

13 Kroatien

14 Mazedonien 5 )

15 Rumänien

4) Mitglied in der schweizerischen Stimmrechtsgruppe bei der Europäischen

Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD)

5) Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

Bevölkerui

19'

3'324'0

2'346'0

8'312'0

1'956'0

4768'0

1'997'0

22'554'0


äche in

00 km 2

28.7

51.7

111.0

10.9

56.5

25.7

237.5

Hauptstadt 1

Tirana

Sarajewo

Sofia

Pristina

Zagreb

Skopje

Bukarest

BSP/Kopf

($,1997) 2 >

760

786

1*170

3'120

4*060

1*100

1*410

Gemeinschaft Unabhäng

16 Armenien

17 Aserbaidschan 3 » 4 '

18 Georgien

19 Kasachstan

20 Kirgisistan 3 > 4 >

21 Moldova

22 Russland

23 Tadschikistan 3 '

24 Turkmenistan 3)4)

25 Ukraine

26 Usbekistan 3 > 4 Bevölkerung

1997

iger Staaten (GUS)

3787*000

7'600'000

5*427*000

15*801'000

4*635*000

4*312*000

147'307'000

6*017*000

4*658*000

50*698*000

>

23*667*000

27 Weissrussland

10*267*000

11

Fläche in

1-000 km 2

29.8

86.6

69.7

2*717.3

198.5

33.7

17*075.4

143.1

488.5

603.7

447.4

207.6

Hauptstadt 1 »

Jerevan

Baku

Tiflis

Almaty

Bischkek

Chisinau

Moskau

Duschanbe

Aschkhabad

Kiew

Taschkent

Minsk

BSP/Kopf

($,1997) 2 >

560

. 510

860

1*350

480

460

2*680

330

640

1*040

1*020

2*150


ZUSAMMENARBEIT MIT OSTEUROPA

Tabelle 3

Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Verpflichtungen

per Ende 1999 und

Auszahlungen 1999

nach Instrumenten

(1. + 2. Rahmenkredit)

Instrumente

Technische Zusammenarbeit

Finanzielle Zusammenarbeit 1 »

Finanzierungszuschüsse

Kreditgarantien 2 '

Zahlungsbilanzhilfen/

Entschuldungsmassnahmen

Handels- und

Investitionsförderung

Total

"Ohne Durchführungs- und Verwaltungskosten

2) Kreditgarantien werden nur im Schadenfall ausgabenwirksam

1. Technische Zusammenarbeit

Technische Zusammenarbeit soll Eigeninitiative und

Fähigkeiten in den Reformländern mobilisieren. Im

Rahmen von inhaltlich, zeitlich und finanziell genau

definierten Projekten werden dem Empfängerland

qualifizierte Experten zur Verfügung gestellt,

die wirtschaftliches, organisatorisches, wissenschaftliches,

technisches oder kulturelles Fachwissen

vermitteln und bei der Planung und Durchführung

bestimmter Arbeiten mitwirken. Technische

Zusammenarbeit umfasst demnach Beratung, Ausbildung

und damit zusammenhängende Sachleistungen

und andere Projektkosten. Die nicht rückzahlbaren

Projekte werden im Sinne einer partnerschaftlichen

Zusammenarbeit gemeinsam mit dem

begünstigten Land realisiert.

2. Finanzielle Zusammenarbeit

• Finanzierungszuschüsse

Mit Finanzierungszuschüssen werden vordringliche

Projekte unterstützt, die kommerziell nicht finanzierbar

sind und für die in der Schweiz ein technisch

und preislich günstiges Angebot besteht. Finanzierungszuschüsse

müssen nicht zurückbezahlt

werden. Die bisher finanzierten Projekte konzentrieren

sich auf die Bereiche Umwelt, Energie, Gesundheitswesen

und Infrastruktur. Die Unterstützung

erfolgt mittels bilateraler Projekte oder durch

Kofinanzierungen mit internationalen Institutionen

wie der Weltbank oder der Europäischen Bank für

Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD).

• Kreditgarantien

Kreditgarantien aus den Osteuropa-Rahmenkrediten

kommen in jenen Ländern zum Tragen, in denen

die schweizerische Exportrisikogarantie nicht

12

Verpflichtungen

per Ende

1999

Mio Fr.

1'865.8

1999

Auszahlungen

Mio Fr.

155.8

oder nur teilweise verfügbar ist. Die Kreditgarantien

ermöglichen es diesen Ländern, Investitionsgüter

zu importieren, die für ihre wirtschaftliche Entwicklung

zentral sind.

• Zahlungsbilanzhilfen/

Entschuldungsmassnahmen

Die Schweiz beteiligte sich seit 1990 mehrmals an

international abgestimmten Zahlungsbilanzhilfen

und Entschuldungsaktionen (z. B. in Form von Debt

for Nature Swaps) für mittel- und osteuropäische

Länder. Die Gründe: In fast allen Ländern haben die

Kosten des Systemwechsels und der zum Teil grosse

Schuldendienst zu einer Devisenknappheit geführt.

In einzelnen Ländern hat die Verschuldung ein Ausmassangenommen,

das den wirtschaftlichen Transformationsprozess

hemmt oder gefährdet.

• Handels- und Investitionsförderung

Die Handelsförderung verfolgt das Ziel, die Exportwirtschaft

der osteuropäischen Staaten zu stärken

und ihnen dadurch eine bessere Beteiligung am

Welthandel zu ermöglichen. Spezialisierte Institutionen

wie die schweizerische Zentrale für Handelsförderung

(OSEC) oder das Internationale Handelszentrum

(ITC) in Genf, führen konkrete Aktionen

durch, z. B. zur Verbesserung der Produktequalität

oder des Exportmarketings.

Den Privatinvestitionen kommt im wirtschaftlichen

Reformprozess eine zentrale Bedeutung zu. Die

Schweiz fördert über verschiedene nationale und

internationale Institutionen gezielt die privaten Direktinvestitionen

(z. B. durch Kontaktvermittlung

und Vorinvestitionsstudien).


ZUSAMMENARBEIT MIT OSTEUROPA

Tabelle 4

Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Verpflichtungen

per Ende 1999

nach Ländern

(1. + 2. Rahmenkredit)

Grafik 2

Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Verpflichtungen

per Ende 1999

Technische

Zusammenarbeit

Finanzielle

Zusammenarbeit

Kreditgarantien

Mitteleuropa

Estland

Lettland

Litauen

Polen

Slowakei

Slowenien

Tschechische Republik

Ungarn

Regional

Südosteuropa

Albanien

Bosnien-Herzegowina

Bulgarien

Kroatien

Mazedonien

Rumänien

Jugoslawien (B.R.)

Regional

Technische

Zusammenarbeit

Mio Fr.

190.9

1.6

5.1

5.3

37.5

13.7

3.4

15.4

36.0

72.9

207.3

43.2

38.3

42.3

1.4

18.2

44.1

19.8

%

30

1

1

6

2

1

2

6

12

33

7

6

7

0

3

7

3

Finanzielle

Zusammenarbeit

(ohne Kreditgarantien)

Mio Fr. %

388.9

20.0

21.0

20.1

116.0

35.5

-

34.4

41.7

100.2

266.9

53.7

47.8

62.0

-

17.1

55.9

3.4

27.0

44

2

2

2

13

4

4

5

11

30

6

5

7

2

6

3

Kreditgarantien

Mio Fr.

123.1

-

5.5

2.7

109.4

3.8

GUS 235.9 37 233.3 26 189.1 50

Aserbaidschan

3.5

Georgien

0.8

3.1

Kirgisistan

49.1

8

31.1

Moldova

6.4

Russland

71.7

11

62.8

100.0

26

Tadschikistan

8.0

1

9.1

Ukraine

10.0

. 2

37.4

30.0

8

Usbekistan/Kasachstan

7.5

Weissrussland

12.3

9.1

2

Regional

96.3 15

60.1

50.0

13

Total 634.1 100 889.1 100 378.0

Mio Fr. 0 20 40 60

Estland

Lettland

Litauen

Polen

Slowakei

Slowenien

Tschechische Republik

Ungarn

Regional

I I I I I I I

Albanien

Bosnien-Herzegowina

Bulgarien

Jugoslawien (B.R.)

Kroatien

Mazedonien

Rumänien

Regional

Aserbaidschan

Georgien

Kirgisistan

Moldova

Russland

Tadschikistan

Ukraine

Usbekistan/Kasachstan

Weissrussland

Regional

Total I

13

1.7

-

-

-

65.8

-

-

45.0

10.8

10.0

-

-

%

33

-

1

1

29

1

0

-

-

-

17

-

-

12

3

3

-

-

100

80 100 120 140 160 180 200 220 240 260

I I I I I I I I I I I I I I I I I I I


ZUSAMMENARBEIT MIT OSTEUROPA

Tabelle 5

Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Sektorielle

Aufteilung der

Verpflichtungen 1999

(1. + 2. Rahmenkredit)

Tabelle 6

Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Kreditgarantien/

Sektorielle Aufteilung

der Verpflichtungen

Technische Zusammenarbeit

Politik und Staatsaufbau

Wirtschaft/Bildung

Wissenschaft/Kultur

Landwirtschaft

Gesundheit/Soziales

Energie/Umwelt

Total

per Ende

1999

Mio Fr. %

192.0

102.2

95.0

89.1

83.1

72.7

634.1

Finanzierungszuschüsse

Umwelt

224.3

30

Energie

146.4

19

Gesundheitswesen

122.6

16

Infrastruktur (Kataster, Metrologie)

54.9

7

Telekommunikation

43.7

6

Bankwesen

43.9

6

Transport

21.5

5

Verarbeitete Landwirtschaftsprodukte

13.8

2

Diverse Bereiche

38.7

9

Total 709.8 100

Maximal verfügbare Garantiesumme

Bewilligte Gesuche bis 31.12.99:

Maschinenindustrie

Energie.

Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte

Textilindustrie

Chemische Industrie

Telekommunikation

Diverse Bereiche

Total

14

per Ende

1999

Mio Fr.

378.0

118.8

44.6

32.0

26.6

22.7

177

24.8

287.2

%

30

16

15

14

13

11

100

41

16

11

9

8

6

9

100


ZUSAMMENARBEIT MIT OSTEUROPA

Tabelle 7

Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Auszahlungen 1999

nach Ländern

Grafik 3

Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Auszahlungen 1999

ZU Technische

Zusammenarbeit

I j Finanzielle

Zusammenarbeit

Mitteleuropa

Lettland

Polen

Slowakei

Tschechische Republik

Regional

Südosteuropa

Albanien

Bosnien-Herzegowina

Bulgarien

Kroatien

Mazedonien

Rumänien

Jugoslawien (B.R.)

Regional

GUS

Aserbaidschan

Georgien

Kirgisistan

Moldova

Russland

Tadschikistan

Ukraine

Usbekistan/Kasachstan

Weissrussland

Regional

Mio Fr. 0

Estland

Lettland

Litauen

Polen

Slowakei

Slowenien

Tschechische Republik

Ungarn

Regional

Albanien

Bosnien-Herzegowina

Bulgarien

Jugoslawien (B.R.)

Kroatien

Mazedonien

Rumänien

Regional

Aserbaidschan

Georgien

Kirgisistan

Moldova

Russland

Tadschikistan

Ukraine

Usbekistan/Kasachstan

Weissrussland

Regional

ID

Nicht aufgeteilt

Total L

Technische

Zusammen­

arbeit

4 6 8

H 1 1 1 h

Mio Fr.

11.9

-

0.2

0.2

-

11.5

36.1

5.5

5.2

9.3

0.5

5.8

9.2

-

0.6

17

16

51

8

7

13

1

8

13

1

19.8

-

28

0.4

1

7.0

-

10

7.1

10

1.5

2

2.0

0.1

0.1

3

1.6

2

10 12 14

H 1 1 1 h-

Finanzielle

Zusammen­

arbeit ohne

Kredit­

garantien

Mio Fr.

19.5

4.0

-

5.0

0.2

10.3

42.3

5.4

15.7

7.0

-

-

2.8

3.4

8.0

16.0

0.1

0.3

1.2

1.3

5.3

-

6.0

0.9

0.1

0.8

Geografisch nicht aufgeteilt 2.3 3 13.5 15

Total 70.2 100 91.2 100

15

16 1?

H—I—r

20

21

4

5

11

46

6

17

8

3

4

9

18

1

1

6

7

1

1


ZUSAMMENARBEIT MIT OSTEUROPA

Grafik 4

Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS

Unterstützung

zugunsten der

Staaten Mittel- und

Osteuropas sowie

der GUS 1998

Mitgliederländer

des Entwicklungshilfekomitees

der

OECD (DAC)

Österreich

Dänemark

Finnland

Frankreich

Schweden

Norwegen

Niederlande

USA

Grossbritannien

Deutschland

Schweiz

Belgien

Kanada

Portugal

Italien

Luxemburg

Japan

Spanien

Australien

Neuseeland

Irland

Griechenland

Türkei

Island

0.00 0.05

_J L

1680

in % des BSP

0.10

J I

I I

2240 2800

in Millionen 3

Quelle: OECD, Paris 2000 in % des BSP in Millionen Dollar

Die Schweiz handelt mit der internationalen

Staatengemeinschaft

Die Schweiz ist unter anderem Mitglied des

Europarates, der Europäischen Freihandelsassoziation

(EFTA) und der World Trade Organisation

(WTO).

An der 1991 für die Unterstützung Osteuropas

gegründeten Europäischen Bank für Wiederaufbau

und Entwicklung (EBRD) beteiligt sich

die Schweiz mit rund Fr. 400 Mio. oder 2.3%

des Aktienkapitals.

16

Ferner ist die Schweiz Mitglied des Internationalen

Währungsfonds (IMF), der Weltbank

(BIRD), der G-24 (die Gruppe der 24 westlichen

Industrieländer für die Koordination der Zusammenarbeit

mit Osteuropa) und der Organisation

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und

Entwicklung (OECD). Die Schweiz koordiniert ihre

Aktionen zugunsten der Reformländer laufend

mit all diesen Organisationen. Sie führt Projekte

auch gemeinsam mit diesen Organisationen

durch, z. B. mittels Kofinanzierungen.


Herausgeber

Direktion für Entwicklung und

Zusammenarbeit (DEZA),

Eidg. Departement für auswärtige

Angelegenheiten (EDA), 3003 Bern

Tel.: 031 322 31 09

Fax: 031 324 13 48

Internet: www.deza.admin.ch

E-mail: info@deza.admin.ch

Staatssekretariat für Wirtschaft (seco),

Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD),

3003 Bern

Tel.: 031 322 56 56

Fax: 031 322 56 00

Internet: www.seco-admin.ch

E-mail: info@seco.admin.ch

Gestaltung

Etter Grafik, Zürich

Text

Ariane Geiser, Neuenburg

Statistische Angaben

Etienne Dollfus, DEZA

Redaktion/Koordination

Catherine Vuffray, DEZA

Fotos

Fritz Berger (Umschlag, S. 4, 8)

Reinhard Voegele/DEZA (Umschlag)

zvg (S. 1, 6)

DEZA (S. 2, 3)

Keystone (S. 5, 7)

10L92980

ISBN 3-905398-49-4


Staatssekretariat für Wirtschaft

Secretariat d'Etat à l'économie

Segretariato di Stato dell'economia

State Secretariat for Economie Affairs

•CKLUNG UND ZUSAMMENARBEIT DEZA

ÉVELQPPEMENT ET DE LA COOPÉRATION DDC

DELLO SVILUPPO E DE LL A COOP E RAZI ON E DSC

SWISS AGENCY FOR DEVELOPMENT AND COOPERATION SDC

AGENCIA SUIZA PARA EL DESARROLLO Y LA COOPERACIÓN COSUDE


INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT DER SCHWEIZ


DIE INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT DER SCHWEIZ

Die öffentliche Entwicklungshilfe

der Schweiz beläuft sich auf rund 1,4

Milliarden Franken pro Jahr, das sind

ungefähr 0,34 Prozent des Bruttosozialprodukts

oder täglich 50 Rappen

pro Einwohner. Sie umfasst alle vom

Bund, den Kantonen und Gemeinden

für die Entwicklungsländer, die internationalen

Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen

zu, Vorzugsbedingungen

bereitgestellten Mittel.

Welches sind ihre konkreten Ziele? Im

Bundesgesetz vom 19. März 1976 über

die Entwicklungszusammenarbeit und

die internationale humanitäre Hilfe

wird festgehalten: «Sie unterstützt die

Entwicklungsländer im Bestreben, die

Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung

zu verbessern. Sie soll dazu beitragen,

dass diese Länder ihre Entwicklung

aus eigener Kraft vorantreiben.»

Im März 1994 definierte der Bundesrat

in seinem Bericht zu den Nord-

Süd-Beziehungen der Schweiz in den

90er Jahren das Leitbild der Entwicklungspolitik.

Daraus gingen vier

Hauptthemen hervor: Wahrung und

Förderung von Frieden und Sicherheit,

Förderung der Menschenrechte,

Demokratie und Rechtsstaat; Förderung

der Wohlfahrt und bessere Rahmenbedingungen

für ein nachhaltiges

Wachstum; Erhöhung der sozialen

Gerechtigkeit namentlich für die Frauen;

und schliesslich Schutz der natürlichen

Lebensgrundlagen.

Auf eidgenössischer Ebene sind zwei

Bundesämter für Konzept und Umsetzung

der Entwicklungshilfe zuständig:

die Direktion für Entwicklung

und Zusammenarbeit (DEZA), die

zum Departement für auswärtige Angelegenheiten

(EDA) gehört, und das

Staatssekretariat für Wirtschaft

(seco) im Volkswirtschaftsdepartement

(EVD). Ihre wichtigsten Instrumente

sind technische Zusammenarbeit,

Finanzhilfe, Wirtschafts-und Han-

delsmassnahmen sowie humanitäre

Hilfe. Die DEZA koordiniert die Aktionen.

Die DEZA umfasst vier Bereiche: Bilaterale

Entwicklungszusammenarbeit,

multilaterale Entwicklungszusammenarbeit,

humanitäre Hilfe und technische

Zusammenarbeit mit Osteuropa.

Sie erbringt ihre Leistungen mit einem

Jahresbudget von ungefähr 1,2 Milliarde

Franken und rund 400 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern im In- und

Ausland durch direkte Aktionen, Unterstützung

von Programmen multilateraler

Organisationen, durch Mitfinanzierungen

und Beiträge an Programme

schweizerischer und internationaler

Hilfswerke.

Ziel der Entwicklungszusammenarbeit

ist die Armutsbekämpfung im

Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Sie fördert

namentlich die wirtschaftliche

und staatliche Eigenständigkeit, trägt

zur Verbesserung der Produktionsbedingungen

bei, hilft bei der Bewältigung

von Umweltproblemen und

sorgt für besseren Zugang zur Bildung

und gesundheitlichen Grundversorgung

der am meisten benachteiligten

Bevölkerung.

Leben retten und Leiden lindern ist der

Auftrag der Humanitären Hilfe des

Bundes. Sie leistet nach Naturkatastrophen

und bei bewaffneten Konflikten

direkte Hilfe durch Einsätze

des Schweizerischen Katastrophenhilfekorps

(SKH) und unterstützt humanitäre

Partnerorganisationen.

Die Länder Osteuropas und der

Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

(GUS) unterstützt die DEZA auf dem

Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft

mit Wissenstransfer und Beiträgen

zu Problemlösungen.

Während die humanitäre Hilfe bedarfsbezogen

dort geleistet wird, wo

sie am notwendigsten ist, konzentriert

sich die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

auf 18 Schwerpunktländer

und -regionen sowie drei Länder mit

Spezialprogrammen in Afrika, Asien

und Lateinamerika. Die technische Zusammenarbeit

mit Osteuropa konzentriert

sich auf neun Länder in Südosteuropa

und der GUS. Multilateral

arbeitet die DEZA insbesondere mit

den Organisationen des UNO-Systems,

der Weltbank und den regionalen

Entwicklungsbanken zusammen. Gesamthaft

sind rund 900 mehrjährige

Programme und Projekte in Arbeit.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft

(seco) seinerseits definiert die Wirtschafts-

und Handelsmassnahmen der

Entwicklungszusammenarbeit: Mischkredite,

an denen sich sowohl der

Bund wie die Schweizer Banken beteiligen,

Zahlungsbilanzhilfen, Anstrengungen

für die Handelsförderung und,

in Zusammenarbeit mit der internationalen

Gemeinschaft, Aktionen im Bereich

Basisprodukte. Ein wesentlicher

Teil dieser Massnahmen ist für die

Länder Osteuropas und der GUS vorgesehen.

Das seco ist ausserdem der

Hauptakteur in der Entschuldungsstrategie,

welche für die am stärksten

verschuldeten Länder ausgearbeitet

wurde.


2 EDITORIAL

Engagement vor, während und nach dem Konflikt

HUMANITÄRE HILFE

DIE HUMANITÄRE HILFE DER SCHWEIZ IM KOSOVO

WOHNRAUM

So schnell wie möglich eine Unterkunft herrichten

BEHERBERGUNG

Flüchtlingsaufnahme gegen Entgelt

LANDWIRTSCHAFT

Reaktivierung der Landwirtschaft

SOFORTHILFE

Neue Wege gehen

STATISTISCHER TEIL

Tabellen und Grafiken

1


ENGAGEMENT VOR, WÄHREND UND NACH DEM KONFLIKT

Œ

O

Nach dem Krieg, Mitte Juni 1999, zeigte sich im Kosovo ein desolates Bild: geplünderte

und abgebrannte Häuser, verlassene Dörfer. Die Region war Schauplatz

von Massakern, Zwangsvertreibungen und zahlreichen anderen Gewaltakten

durch die entfesselten serbischen Truppen gewesen. Von den zwei Millionen

Menschen im Kosovo, davon 90 Prozent albanischer und 10 Prozent

serbischer Abstammung, floh fast die Hälfte in die Nachbarländer und in andere

europäische Länder, so auch in die Schweiz.

Die Humanitäre Hilfe des Bundes handelte allerdings schon vor Beendigung der

Feindseligkeiten. Sie war bereits 1992 in der Bundesrepublik Jugoslawien tätig

geworden, das heute nur noch aus Serbien und Montenegro besteht und nicht

mehr aus den sechs Republiken, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg zusammengeschlossen

hatten, nach dem Ende des Kommunismus aber wieder auseinander

brachen. Das Schweizerische Katastrophenhilfekorps (SKH) unterstützte

Vertriebene und Flüchtlinge, im Wesentlichen in den Bereichen Unterkunft,

Trinkwasser und juristische Beratung.

Wegen der Eskalation der Gewalt nach dem Juni 1998 konzentrierte sich die

Nothilfe auf den Kosovo sowie auf Albanien und Mazedonien, wohin die Flüchtlinge

strömten. Zuerst mussten deshalb die nötigsten Bedarfsgüter verteilt und

winterfeste Kollektivunterkünfte gebaut werden.

D

LU

Schweizer Initiative

Im März 1999 verschlimmerte sich die Situation weiter. Als Antwort auf die

Bomben der NATO intensivierten die serbischen Streitkräfte die Kämpfe im Kosovo.

Der Krieg nötigte die humanitären Organisationen, die Region zu verlassen.

Augenzeugenberichte über die Situation der zurückgebliebenen Zivilbevölkerung

waren alarmierend. Deshalb ergriff die Schweiz die Initiative zu

einer breit angelegten humanitären Operation. Die Russische Föderation,

Griechenland und später noch Österreich schlössen sich an und lancierten die

Operation «Focus». Der erste humanitäre Konvoi fuhr bereits in den Kosovo,

als die Kämpfe noch wüteten.

Noch während der Feindseligkeiten unterstützte das SKH die Menschen, die

nach Albanien oder Mazedonien fliehen mussten. Ferner bereitete sich das

Korps durch Ausarbeitung verschiedener Szenarien auf eine spätere Rückkehr

in den Kosovo vor. Nach den ersten Schritten hin zum Frieden wurden die Programme

aufgenommen. Angesichts der massiven Rückkehr von Flüchtlingen,

die nach Albanien und Mazedonien geflohen waren, bestanden riesige Bedürfnisse.

Nun kam die internationale humanitäre Hilfe zum Zug. Selten waren

so viele Organisationen gemeinsam an einem Ort tätig.

In dieser Phase lagen die Schwerpunkte der Humanitären Hilfe des Bundes bei

der Trinkwasserversorgung, der Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten,

der Reparatur von Wohnhäusern und Schulen, der Instandstellung der

Infrastrukturen, der Wiederankurbelung der Landwirtschaft und der Ausarbeitung

eines Kreditsystems. Wegen des Ausmasses der Katastrophe mussten

neue Formen der Hilfe gefunden werden, und es wurden innovative Konzepte

ausgearbeitet.

2


HUMANITÄRE HILFE

Die Grundbedürfnisse befriedigen

Auf den folgenden Seiten sind Beispiele der bedeutendsten Aspekte der Schweizer

Nothilfe aufgeführt. Eine der Prioritäten war die Bereitstellung von Unterkünften

für den Winter. Es wurden zwei Konzepte ausgearbeitet: eines für Familien,

deren Haus nicht vollständig zerstört war, ein zweites für diejenigen,

die alles verloren hatten. Gleichzeitig mit den Unterkünften wurde ein Programm

zur Wiederankurbelung der Landwirtschaft erarbeitet. In einer Region,

in die viele der in die Schweiz Geflohenen zurückkehrten, wurden Vieh, Traktoren

und Saatgut verteilt.

Der Bund setzte grosse Mittel ein, um allen Kriegsopfern zu helfen. Auch für

Serbien und Mazedonien wurden Programme entwickelt. Die mehr als 110 Millionen

Franken, welche 1999 ausgegeben wurden, dienten der Finanzierung direkter

Aktivitäten des Schweizerischen Katastrophenhilfekorps (SKH) sowie jener

der humanitären Partnerorganisationen. Das Hauptziel bestand darin, möglichst

vielen in die Schweiz Geflohenen die Rückkehr in den Kosovo zu

ermöglichen. So arbeitete die DEZA für die gesamte Rückkehrhilfe mit dem Bundesamt

für Flüchtlinge (BFF) zusammen.

Diese umfangreiche Soforthilfe musste von einer rigorosen Wirtschaftsreform

begleitet werden. Denn diese gehört zu den vordringlichsten Anliegen der internationalen

Gemeinschaft. Die weiteren Projekte müssen jenen Faktoren Priorität

einräumen, welche ein lebensfähiges wirtschaftliches System ermöglichen.

Die künftige Entwicklung des Kosovo hängt aber nicht nur von externer

Hilfe und Reformen ab. Das Los der Provinz ist eng mit demjenigen des gesamten

Balkans verbunden.

3

Walter Fust

Botschafter

Direktor der DEZA

u


Œ

I

o

Zahlreiche Häuser im Kosovo waren

durch den Krieg abgebrannt, geplündert

oder beschädigt worden. Einige

Regionen waren stärker betroffen als

andere, aber Schätzungen zufolge

wurde nahezu die Hälfte der Häuser in

der Provinz zumindest teilweise zerstört.

Damit trotzdem so viele Flüchtlinge

wie möglich in diese menschenfeindliche

Umgebung zurückkehrten,

hat der Bund ein ehrgeiziges Hilfsprogramm

ausgearbeitet, das auf einer

massiven Unterstützung im Kosovo

selber aufbaute. Aufgrund der positiven

Erfahrungen in Bosnien-Herzegowina

arbeiteten das Bundesamt für

Flüchtlinge (BFF) und die DEZA eng

zusammen, um den freiwillig Zurückkehrenden

die bestmöglichen Bedingungen

zu bieten.

An die 16 000 der 67 000 asylsuchenden

Kosovarinnen und Kosovaren in'

der Schweiz kehrten 1999 in ihre Heimat

zurück, was weit über den Erwartungen

des BFF lag. Sie alle erhielten

finanzielle und materielle Unterstützung.

Die meisten freiwillig Zurückkehrenden

waren nach dem Ausbruch

des Konflikts im März 1999 in die

Schweiz gekommen. Wer schon länger

in der Schweiz lebt, wartete lieber,

bis sich die Situation im Kosovo stabilisierte.

Um die Flüchtlinge trotzdem

zur Rückkehr zu bewegen, wird die

Rückkehrhilfe nur bis Ende Mai 2000

angeboten.

Während sich die Arbeiten des BFF im

Wesentlichen auf die Vorbereitungen

konzentrierten, organisierte die Humanitäre

Hilfe der DEZA die Unter-

. Stützung im Kosovoselber. Mit der Ausbezahlung

von Barbeiträgen wurde die

internationale Organisation für Migrationen

(IOM) betraut, weil sie vor Ort

über die beste Infrastruktur verfügte.

DIE HUMANITÄRE HILFE DER SCHWEIZ IM KOSOVO

SO SCHNELL WIE MÖGLICH EINE UNTERKUNFT HERRICHTEN

Ein winterfestes Zimmer

Als Erstes ging es darum, eine Unterkunft

für den Winter sicherzustellen.

Dazu wurden den Personen, die sich

für die Rückkehr anmeldeten, Materialpakete

(«shelter kits») abgegeben.

Die Bausätze gab es in acht verschiedenen

Zusammensetzungen, und die

Hausbesitzer konnten diejenigen aussuchen,

welche ihren Bedürfnissen am

besten entsprachen. Die Schäden an

den Häusern waren sehr unterschiedlich:

Einige hatten kein Dach mehr, bei

anderen war die Fassade eingestürzt.

Allerdings ging es nicht darum, die

Häuser wieder ganz aufzubauen. Das

Material war dazu vorgesehen, ein

einzelnes Zimmer so herzurichten und

zu isolieren, dass man darin dem Winter

trotzen konnte.

Die Kits enthielten Zement, Balken,

Ziegel, Tür- und Fensterrahmen, Isolationsplatten

und Werkzeug. Ergänzt

wurde das Baumaterial von Matratzen,

Decken, Küchengeräten und einem

Ofen. Die Grösse der Ausrüstung richtete

sich nach der Grösse der jeweiligen

Familien. Auf dem Höhepunkt der

Aktion holten täglich gegen 150 Personen

ihr Material in der Verteilzentrale

von Pristina ab. Um Missbräuche

zu verhindern, wurden die Empfänger

registriert und die jeweiligen Kits in

einer Liste festgehalten.

Auch kollektive Hilfe

Mehr als 8000 Sets wurden 1999 den

Flüchtlingen abgegeben, welche die

Schweiz in Richtung ihrer Heimat

verliessen. Weitere 6000 Kits verteilte

das Schweizerische Katastrophenhilfekorps

(SKH) im Auftrag des Hochkommissariats

für Flüchtlinge (HCR). Die

DEZA begnügte sich aber nicht mit

der Einzelhilfe an die in den Kosovo

zurückgekehrten Personen. Parallel

dazu führte sie noch andere Projekte

durch: 700 Häuser wurden wieder

aufgebaut, die Wiederherstellung des

Trinkwassernetzes wurde angegangen,

zwölf Schulen renoviert und die

Landwirtschaft wieder reaktiviert.

Für Tausende von Flüchtlingen bedeutete

dieser erste Winter im Frieden eine

unsichere und vorerst provisorische

Niederlassung in deralten Heimat. Nun

setzen sie ihre Hoffnung auf langfristigere

Hilfe, um schrittweise zum normalen

Alltag zurückkehren zu können.

Die humanitäre Nothilfe lief im Frühling

2000 aus, aber der Bund hat sich

bereits in Wiederaufbauprojekten engagiert,

welche die DEZA und das

Staatssekretariat für Wirtschaft (seco)

zusammen durchführen.


CD

Œ

LU

m

Œ

LU

Tausende von Flüchtlingen fanden bei

ihrer Rückkehr in den Kosovo ihr Heim

vollständig zerstört vor. Da ein Wiederaufbau

vor dem Winter nicht möglich

war, musste eine Lösung zur vorübergehenden

Unterkunft gefunden

werden für Familien, welche alles verloren

hatten. Die DEZA ging hier neue

Wege, indem sie an die Solidarität derjenigen

appellierte, welche ein noch

bewohnbares Haus hatten. Dank dem

Konzept «cash for shelter», also «Geld

für Unterkunft», konnten fast 5000

Personen untergebracht und gleichzeitig

rund 300 Häuser renoviert werden.

Familien wurden dafür bezahlt, dass

sie andere bei sich aufnahmen. Diese

Entschädigung war aber an Bedingungen

geknüpft. Wer sich am Programm

«cash for shelter» beteiligen wollte,

musste als Erstes den Vertretern der

DEZA im Kosovo ein Gesuch einreichen.

Diese besuchten die angebotenen

Unterkünfte und bestimmten, welche

geeignet waren. Nahm die DEZA

ein Angebot an, wurde mit «Vermieter»

und «Mieter» ein Vertrag unterzeichnet.

Dabei waren auch Vertreter

der jeweiligen Dorfbehörden zugegen,

welche eine soziale Kontrolle ausübten,

damit ein Zusammenwohnen unter

guten Bedingungen möglich war.

Wieder bewohnbar machen

Die meisten der angebotenen Häuser

waren stark beschädigt. Die nötigen

Reparaturen wurden vom Besitzer ausgeführt,

der dafür schrittweise bezahlt

wurde. So wurden dessen Wohnung

und damit auch die Unterkunft für die

Flüchtlinge nach und nach in Ordnung

gebracht. Vor allem ging es um die

nötigsten Installationen, um die Menschen

vor der Kälte zu schützen, damit

sie den Winter unter annehmbaren Bedingungen

überstehen konnten. Die

DIE HUMANITÄRE HILFE DER SCHWEIZ IM KOSOVO

LU

m FLUCHTLINGSAUFNAHME GEGEN ENTGELT

Besitzer mussten die Reparaturen

schnell ausführen, denn die Unterkünfte

mussten vordem ersten Schnee

fertig sein. Diese Art Wohngemeinschaft

dauerte bis zum 30. April 2000.

Dieses Programm, das sicher auch bei

anderen humanitären Einsätzen zur

Anwendung kommen wird, war flexibel

und günstig. Knapp 8000 Franken

pro Haus reichten aus, um durchschnittlich

14 Personen über den Winter

zu beherbergen. Ein weiterer entscheidender

Vorteil war psychologischer

Art: Die Empfänger lebten in

einem Gefühl der Normalität, das in

Grossunterkünften wie Transitlagern

kaum möglich ist.

Auch Kosovo-Flüchtlinge, welche den

Winter in Albanien, Mazedonien oder

Serbien verbrachten, konnten nach

der Formel «cash for shelter» untergebracht

werden. Dort gab es genügend

Unterkünfte, die nicht speziell

hergerichtet werden mussten. Die

Kosten beschränkten sich damit auf

die Entschädigung an jene Familien,

welche Flüchtlinge aufnahmen. Für

das ganze Programm hatte der Bundesrat

10 Millionen Franken bereit

gestellt, weitere 2 Millionen trug das

Fürstentum Liechtenstein bei. 1999

kamen um die 14 000 Empfangsfamilien

und fast 70 000 Flüchtlinge in den

Genuss dieser Hilfe.


CJ

œ

r-

Œ

Der Krieg hat einen grossen Teil der

Wirtschaft im Kosovo lahmgelegt, und

die Landwirtschaft war ganz besonders

davon betroffen. Der Viehbestand

wurde stark dezimiert, Maschinen wurden

zerstört und Felder vermint. Nun

konnten aber einige Bauern die Arbeit

wieder aufnehmen, dank dem

Landwirtschaftsprogramm der Humanitären

Hilfe, welche ihnen Vieh und

Saatgut abgab und Traktoren zur Verfügung

stellte.

Das Projekt konzentrierte sich auf den

Westteil des Kosovo, eine traditionelle

Landwirtschaftsregion, von wo viele

Flüchtlinge stammten, die in die

Schweiz gekommen und später teilweise

wieder heimgekehrt sind. Da

diese Zone vom Konflikt stark in Mitleidenschaft

gezogen worden war,

mussten als Erstes die Felder entmint

werden.

In einer grossangelegten Operation

wurden nahezu 500 Stück Vieh in den

Kosovo geflogen. Das Projekt wurde

von der DEZA und vom Bundesamt

für Landwirtschaft finanziert, doch

wirkten bei der Realisierung auch der

Schweizerische Bauernverband, Viehzüchterverbände

und das Bundesamt

für Veterinärwesen mit. Es waren intensive

Vorarbeiten nötig, um die Aktion

zum Erfolg zu führen.

Strikte Bedingungen

Bevor die Tiere auf den Weg geschickt

wurden, mussten die Empfängerfamilien

ausgewählt werden. Diese hatten

mehrere Kriterien zu erfüllen: In Frage

kamen kinderreiche Familien, die ihr

Vieh während des Kriegs verloren hatten.

Weiter mussten sie einen Stall und

DIE HUMANITÄRE HILFE DER SCHWEIZ IM KOSOVO

REAKTIVIERUNG DER LANDWIRTSCHAFT

genügend Futter vorweisen können.

Wer diese Bedingungen erfüllte, konnte

schliesslich eine Kuh oder ein Rind

in Empfang nehmen, musste aber einen

Vertrag unterschreiben, laut dem

das Tier nicht weiterverkauft werden

durfte. Auch auf gute Behandlung

wird geachtet. Werden die Bedingungen

nicht eingehalten, kann das Tier

dem neuen Besitzer wieder weggenommen

werden. Ein Tierarzt geht regelmässig

vorbei und gibt den Tierhaltern

Ratschläge. Alle Kühe waren bei

der Ankunft trächtig, seit letzten November

wurden Kälber geboren. Damit

konnte das Einkommen vieler Familien

verbessert werden.

Insgesamt wurden 420 Stück Vieh verteilt,

80 weitere wurden zur Zucht in

eine alte Staatsfarm gebracht. Neben

Vieh wurde auch Saatgut abgegeben.

Auf fast 2100 Hektaren wurde im

Herbst Winterweizen angesät. Für die

Arbeiten konnten sich die Bauern 30

Traktoren ausleihen.

Mit dem Programm konnte die Landwirtschaft

im Kosovo wieder angekurbelt

werden, und da die ersten Ergebnisseermutigendwaren,

laufen im Jahr

2000 weitere Aktivitäten.


Œ

O

LL

O

CO

Die Operation «Focus» wurde im April

1999 ins Leben gerufen, um während

des Kosovokonflikts eine Lücke in der

humanitären Hilfe zu schliessen. Das

Prinzip lautete, «das tun, was die anderen

nichttun». Sobald «Focus» nicht

mehr nötig war, sollte die Aktion beendigt

werden: In Kosovo und Montenegro

wurde «Focus» Ende Dezember

1999 abgeschlossen, in Serbien im

April dieses Jahres.

Entstanden war «Focus» aus der Zusammenarbeit

zwischen der Russischen

Föderation, Griechenland,

Österreich und der Schweiz zugunsten

aller Opfer des Kosovokonflikts. Die

vierLänderwarenderAnsicht, dassdiese

Zusammenarbeit am besten geeignet

war, um Wissen, Ressourcen und

ihrejeweiligen Beziehungen für die Opfer

einzusetzen. «Focus» half in der

ganzen Bundesrepublik Jugoslawien,

also in Serbien ebenso wie in Montenegro

und der Provinz Kosovo.

Die Ersten vor Ort

Im ersten Einsatz von «Focus», noch

während der Kampfhandlungen, wurden

die notwendigsten Güter des täg­

DIE HUMANITÄRE HILFE DER SCHWEIZ IM KOSOVO

NEUE WEGE GEHEN

liche Bedarfs verteilt. Zwei Konvois von

je zwölf Lastwagen konnten so der

schutzlosen Bevölkerung Hilfe bringen.

Weitere Konvois folgten, insgesamt

wurden 1999 über 1000 Tonnen

humanitären Materials in Form von Lebensmitteln,

Decken, Schlafsäcken,

Matratzen und Zelten verteilt.

Parallel dazu führte «Focus» die Minenräumung

in einer Raffinerie in Pristina

und einer Zone im Westen der

Provinz durch. Dank «Focus» konnten

im Kosovo ausserdem fünf Schulen renoviert

werden, ferner wurden «Wiederaufbau-Kits»

verteilt. «Focus» hat

sich ab Herbst schrittweise aus der Provinz

zurückgezogen, um seine Arbeit

auf Serbien zu konzentrieren, wo man

von enormen Hilfsbedürfnissen ausging.

Als Folge des Konflikts bangten* über

eine Million Menschen einem Winter

ohne Heizung entgegen. Deshalb beschlossen

die Verantwortlichen von

«Focus», 25 soziale Institutionen zu unterstützen,

die den Menschen halfen,

die kalte Jahreszeit besser zu überstehen.

Dank der «winterization» wurden

den Bedürftigen warme Kleidung, Le­

7

bensmittel und zusätzliche Ofen abgegeben.

Ausserdem zeigte sich, dass es

an wichtigen Medikamenten fehlte,

und so wurden die öffentlichen Apotheken

eines Distrikts mit' diesen versorgt.

Umweltverschmutzung bekämpfen

In Serbien war einer der vordringlichen

Bereiche von «Focus» die Umwelt. So

wurde der Industriezone von Pancevo,

wo das Bombardement katastrophale

ökologische Folgen hatte, bei der Entgiftung

geholfen. Da giftige Chemikalien

ins Grundwasser gelangt waren,

mussten die Experten von «Focus» eine

grosse Menge Quecksilber neutralisieren

und lagern. Die Verunreinigungen

mit Kohlenwasserstoff wurden

teilweise beseitigt. Drei weitere Gebiete

wurden gesäubert.

So ist denn die Aktion «Focus», die im

April 1999 im Kosovo ihren Anfang genommen

hatte, ein Jahr später in Serbien

zum Abschluss gekommen.


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Tabelle 1

Überblick zur öffent­

lichen Hilfe der

Schweiz in 1999

Grafik 1

Überblick der öffentlichenEntwicklungshilfe

(APD) der

Schweiz 1999

bilaterale Zusammenarbeit:

72%

multilaterale Zusammenarbeit:

28%

STAT IS TIKEN

Nach Definition der OECD ist die öffentliche Entwicklungshilfe (APD) die Gesamtheit der finanziellen Zuwendungen:

• Sie stammen von öffentlichen Organen (Bund, Kantone und Gemeinden).

• Sie sind abgestimmt auf die Bedingungen der Begünstigten (Schenkungen oder Darlehen zu günstigen Konditionen).

• Ihr vorrangiges Ziel ist die wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

• Sie sind bestimmt für die Länder und Regionen, die auf der OECD-Liste zu finden sind.

Diese Liste enthält 164 Länder und Regionen, die sich "in Entwicklung" befinden; in Europa gehören hierzu Ex-Jugoslawien,

Albanien, Moldova, Malta und Gibraltar.

Die öffentliche Hilfe orientiert sich an vier gleich bleibenden Kriterien, doch die Länderliste variiert: Es handelt sich um

sogenannte Übergangsländer, um 12 Länder Zentral-und Osteuropas (mit Russland) und 13 Entwicklungsländerund -regionen,

die als "fortgeschrittener" betrachtet werden (darunter befinden sich Israel, Hong Kong, die Bahamas, Singapur).

1999

1998

Finanzierungsquellen

und Instrumente

APD

APD Öffentliche

(Mio Fr.)

bilateral multilateral Hilfe Total

Total

Bund

Direktion für Entwicklung

1*036.2 408.3 111.0 1-555.5 1*386.0

und Zusammenarbeit (DEZA)

781.5 362.8

47.0 1*191.3 1'059.5

Humanitäre Hilfe

247.1

53.2

4.0 304.3 224.1

Entwicklungszusammenarbeit '

504.2 309.7

813.9 786.6

Zusammenarbeit mit Osteuropa

Staatssekretariat

30.1

43.0 j 73.1

48.8

für Wirtschaft (seco)

135.7

4.5

63.0 203.2 200.7

Entwicklungszusammenarbeit

94.0

4.5

98.5 112.6

Zusammenarbeit mit Osteuropa

41.7

63.0 104.8

88.1

Andere Departemente

119.1

41.0

1.0 161.0 125.8

Kantone und Gemeinden

20.5

20.5

24.3

Humanitäre Hilfe

4.0

4.0

2.9

Entwicklungszusammenarbeit

16.5

16.5

21.3

Total

1*056.7 408.3 111.0 1*576.0 1*410.3

Davon: Humanitäre Hilfe

341.5

53.2

4.0 398.7 275.4

Entwicklungszusammenarbeit

638.6 359.8

1.0 999.4 998.0

Zusammenarbeit mit Osteuropa

71.9

106.0 177.9 136.9

Öffentliche Entwicklungshilfe (APD) 1*056.7 408.3

1*465.0 1*301.5

BSP

412*772 404*678

Anteil der APD am BSP

0.35% 0.32%

Öffentliche Hilfe

111.0 111.0 108.9

Die multilaterale finanzielle Zusammenarbeit (Weltbank, regionale Entwicklungsbanken und -fonds) ist eine "gemeinsame Aufgabe

der DEZA und des seco" (Art. 8 Absatz 1 der Verordnung betreffend der Entwicklungszusammenarbeit vom 12.12.1977).

Die entsprechenden Mittel sind im Budget der DEZA enthalten.

Kantone und Gemeinden 1 %

Andere 11 %

DEZA: humanitäre Hilfe 20%

DEZA und seco: multilaterale

Entwicklungszusammenarbeit 21 %

9

seco: Entwicklungszusammenarbeit

und Hilfe an Osteuropa 10%

DEZA: bilaterale Entwicklungszusammenarbeit

und Hilfe an

Osteuropa 37%


Tabelle 2

Humanitäre Hilfe des Bundes 1997-1999

Aufteilung nach Kontinenten und Einsatzländern (Fr in Tausend)

1997 1998 1999

Afrika 46*809 48*188 59*364

1 Angola

8*297

7*398

2 Sudan

3*032

3*914 :

3 Ruanda

4*458 4*681

4 Kongo (D.R.)

2*294

5 Sierra Leone

1*200

6 Äthiopien

2*301

7 Tansania

2*118

8 Liberia

1*623

9 Burundi

1*240

10 Eritrea

1*563

11 Algerien

574

12 Uganda

46

13 Mosambik

442

14 Madagaskar

1*774

15 Somalia

3*839

16 Kongo (Rep.)

500

17 Benin

300

18 Ghana

200

19 Kenia

966

20 Südafrika

373

21 Senegal

341

22 Sambia

377

23 Burkina Faso

578

24 Guinea

101

25 Simbabwe

334

26 Elfenbeinküste

196

27 Togo

107

28 Lesotho

400

29 Guinea-Bissau

20

Regionale Projekte

3*053

Andere Länder

4*161

:

8*642

7*433

6*996

2*749

5*419

2*723 ! 4*329

2*866 : 3*430

1*825 3*254

2*945

2*978

1*931

2'636

1*880 2*592

1*034 1*959

874 1*950

478 1*208

1*519 1*066

675

837

121

585

395

458

321

393

1*152

380

564

351

315

326

338

324

824

283

88

252

241

198

170

191

272

188

201

138

1*240

120

1*446

43

3*007

406

1997 1998 1999

Asien/Mittlerer Osten 29*872 28*863 35*102

30 Irak

2*541

2*129

4*629

31 Georgien

3*868 3*819

4*549

32 Afghanistan

2*700 4*304

3*883

33 Tadschikistan

2*122

2*759

2*996

34 Nordkorea

6*318

5'625

2*283

35 Bangladesch

268

784

2*123

36 Indonesien

680

289 1*987

37 Iran

520

262 1*804

38 Indien

472

533 1*707

39 Sri Lanka

1*032

1715 1*606

40 Aserbaidschan

1*000 1*281 1*335

41 Armenien

1*624 1*901 1*255

42 Thailand

500

630 1*068

43 Nepal

145

127

775

44 Palästina

776

131

635

45 Taiwan"

576

46 Libanon

1*104

470

335

47 Syrien

308

264

48 Kasachstan

263

49 Israel

500

200

250

50 Vietnam

820

73

168

Andere Länder

2*527 1*801

613

10

Lateinamerika

51 Zentralamerika

52 Kuba

53 Haiti

54 Kolumbien

55 Peru

56 Brasilien

57 Chile

58 Venezuela

59 Bolivien

60 Ecuador

61 Mexiko

1997

7*862

940

151

849

1*079

1*990

1*342

799

5

201

473

30

1998

12*375

3*096

656

2*298

1*014

1*958

1*636

710

599

289

119

L OD

1999

15*449

5*584

2*059

1*579

1*549

1*543

\ 1 '053

934

740

203

154

50


Europa

62 Ex-Jugoslawien

63 Albanien

64 Russland

65 Türkei

66 Bulgarien

67 Weissrussland

Andere Länder

Geografisch nicht

aufgeteilt 1

1997 1998 1999

18*476 17*295 95'532

13*208 13*767 72*510

439 1*509 ' 15*670

1*665 1*569 3*571

46

31

3*171

1*643

92

317

200

251

202

1*321

107

90

74*489 74*296 73*682

Multilaterale Beiträge 44*604 43*069 25*154

Total humanitäre Hilfe 222*111 224*085 304*282

"Direkter Einsatz

"Beinhaltet den ordentlichen Beitrag an das Internationale Komitee vom Roten

Kreuz (IKRK)

11

Direkte Einsätze und

Unterstützung von Partnerorganisationen

Unterstützung von Partnerorganisationen


HUMANITÄRE HILFE

Tabelle 3

Humanitäre Hilfe

des Bundes

Grafik 2

Humanitäre Hilfe

des Bundes

1998

Mio Fr.

1999

Mio Fr.

75.0

197.6

• 31.7

Schweizerisches Katastrophenhilfekorps (SKH)

27.6

Beiträge an internationale Organisationen und schweizerische NGOs

164.1

Nahrungsmittelhilfe

32.3

Total humanitäre Hilfe 224.1 304.3

Schweizerisches

Katastrophenhilfekorps

Beiträge an internationale

Organisationen und

schweizerische NGOs

Nahrungsmittelhilfe

1995: 244.8 Mio. Fr.

1999: 304.3 Mio. Fr.

200

180 -

160 --

140

120

100

80

60-

40-

20

0 _

1995 1996 1997 1998 1999

12


HUMANITÄRE HILFE

Tabelle 4

Humanitäre Hilfe

des Bundes

Beiträge an UNO-

Organisationen, das

IKRK und schweizeri­

sche NGOs

Direkte Aktionen des SKH

1999

Ordentliche

Barbeiträge

Mio Fr.

Ausserordentliche

Barbeiträge

Mio Fr.

SKH

Mio Fr.

75.0

Nahrungsmittelhilfe

Mio Fr.

Total

Mio Fr.

75.0

Internationale Organisationen 39.0 30.6 19.7 89.4

Welternährungsprogramm (WFP)

UNO-Hochkommissariat

für Flüchtlinge (UNHCR)

UNO-Hilfswerk für Palästina-

Flüchtlinge (UNRWA)

UNO-Büro für die Koordination

humanitärer Angelegenheiten (OCHA)

Internationale Organisation

für Migrationen (IOM)

Andere Organisationen der UNO

16.0

13.7

7.8

0.1

1.0

0.4

-

22.6

Rotkreuz-Organisationen 66.0 31.9

Internationales Komitee vom

Roten Kreuz (IKRK)

Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK)

0.6

2.5

0.5

4.4

66.0 27.4

4.5

19.7

35.7

36.3

8.4

2.6

1.5

4.8

0.4 98.3

Schweizerische NGOs 30.2 11.4 41.6

Caritas

5.0

4.2

9.2

Terre des Hommes Lausanne

3.5

1.2

4.7

Hilfswerk der evangelischen

Kirchen der Schweiz (HEKS)

Ärzte ohne Grenzen (MSF)

Agha Khan Stiftung

ADRA

Medair

Terre des Hommes Genf

Heilsarmee

Andere NGOs und direkte Aktionen

Total humanitäre Hilfe 105.0 92.6 75.0 31.7 304.3

13

1.8

1.9

0.6

1.1

1.7

0.5

13.9

0.1

-

0.3

0.1

-

1.0

1.0

3.7

93.4

4.9

1.9

1.9

0.9

1.2

1.7

1.0

0.5

17.6


HUMANITÄRE HILFE

Tabelle 5

Humanitäre Hilfe

des Bundes

Die wichtigsten

Einsätze des

Schweizerischen

Katastrophenhilfekorps

(SKH)

1999

Land

Afrika

•Sudan

• Eritrea

•Äthiopien

•Kenia

•Liberia

•Ruanda

•Ghana

•Kongo (D.R.)

•Angola

•Tansania

•Tansania

•Somalia

• Sierra Leone

Mittlerer Osten

•Libanon

•Jordanien

•Irak

Zentralasien

•Afghanistan

• Usbekistan

•Tadschikistan

•Kirgisistan

•Iran

Asien

•Taiwan

•Japan

• Nordkorea

Lateinamerika

•Haiti

•Honduras

•Nicaragua

• Kolumbien

•Guatemala

Grund des

Einsatzes

Bürgerkrieg

Krieg

Krieg

Nachkriegsphase

Rückkehr Flüchtlinge

Rückkehr Flüchtlinge

Dürre

Bürgerkrieg

Bürgerkrieg

Flüchtlinge

Dürre

Krieg

Rückkehr Flüchtlinge

Flüchtlinge

Prävention

Golfkrieg

Erdbeben

Epidemien

Wiederaufbau

Konfliktprävention

Wiederaufbau

Erdbeben

"Prevention

Preparedness"

Lebensmittel-

Knappheit

Strukturelle Krise

Wirbelsturm Mitch

Wirbelsturm Mitch

Erdbeben

Wirbelsturm Mitch

14

Art der Hilfe

"Assessment Mission"

Identifikationsmission

Monitoring Hilfsprogramm

Log. u. techn. Unterstützung

Flughafen

Prävention

Evaluation

Monitoring Humanitäre

Hilfe des Bundes

Evaluation

Rettungskette, Bauberatung

Koordination

Koordination Humanitäre

Hilfe des Bundes

Instandstellung Spitäler, Evaluation

Wiederaufbau, Prävention

Wiederaufbau, Prävention

Wiederaufbau Schulen, Trinkwasser

Workshop Prävention

Eingese' :zte

Partner SKH-Angehöi "iqe

Trinkwasser-Versorgung, Gesundher : UNICEF

10

Nothilfe

UNHCR, UNDP, WFP, NGOs 3

Krisenprävention,

Ernährungssicherheit

UNHCR, UNDP, WFP, NGOs 6

Koordination humanitäre Hilfe

"Grands Lacs"

UNHCR

5

Unterstützung Logistik,

Strassensanierung

WFP

6

Medizinische Ausbildung,

Wiederaufbau

UNHCR, IKRK, NGOs, Regierung 10

Trinkwasser-Versorgung

Lokales Spital Agogo

1

Instandstellung Infrastrukturen NGOs, lokale Behörden, WHO 3

Nothilfe, logistische Unterstützung IKRK, WFP, OCHA, NGOs,

lokale Behörden

7

Alternativenergie,

Nahrungsmittelhilfe

UNHCR

1

"Food and Crop Assessment Mission' ' WFP

1

Logistische Expertise

UNO, WFP

1

Unterstützung,

Erkundung und Planung

UNHCR

1

UNRWA

Regierung

Caritas

WFP

WHO

UNHCR

Koordinationsbüro

Schweizerisches Rotes Kreuz

Regierung

ADRC-Kobe (Asian Disaster

Resolution Center)

Regierung, WFP, UNDP,

UNICEF, NGOs

NGOs

OCHA, WFP

OCHA, WFP

Regierung

WFP

2

2

1

1

4

2

1

1

42

2

4

5

5

6

6

1


HUMANITÄRE HILFE

Tabelle 6

Humanitäre Hilfe

des Bundes

Nahrungsmittelhilfe

nach Produkten

Europa und GUS

•Bosnien-HerzegowinaNachkriegsphase

• Griechenland

• Kosovo

•Jugoslawien

• Albanien

•Mazedonien

•Georgien

• Armenien

• Ukraine

•Türkei

• Türkei

Erdbeben

Nachkriegsphase

Nachkriegsphase

Flüchtlinge

Flüchtlinge

Nachkriegsphase

Flüchtlinge

Prävention

Naturkatastrophe

Erdbeben

Erdbeben

Wiederaufbau, Wiedereingliederun g UNHCR, NGOs, Regierung

Rettungskette

Rettungskette

Nothilfe, Wiederaufbau

BFF, UNMIK

Nothilfe, Wiederaufbau

BFF, IOM, UNHCR, Regierung

Wintersichere Unterkünfte,

UNHCR, Regierung,

Rehab., Schulen, "Cash for Shelter",

Zeltlager, Wasseraufbereitung,

Kollektivzentren

NGOs, HEKS

"Cash for Shelter",

UNHCR, NGOs,

Logistik für Kosovo

Regierung, HEKS

Wiederaufbau Schulhäuser

Lokale Behörden

Shelter, Baufachmann, Beratung UNHCR

Abklärungsmission

Koordinationsbüro

Wintersichere Zelte,

Koordination der Schweizer Hilfe

Nothilfe, Bergung

OCHA, Regierung

22

6

28

48

44

22

3

1

2

Rettungskette

156

Total 474 Einsätze in 38 Länder

Abkürzungen: BFF: Bundesamt für Flüchtlinge - HEKS: Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz - IKRK: Internationales

Komitee vom Roten Kreuz - IOM: Internationale Organisation für Migrationen - NGO: Nicht-Regierungsorganisation

- OCHA: UNO-Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten - UNDP: Entwicklungsprogramm der Vereinten

Nationen - UNHCR: UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge - UNMIK: Übergangsmission der UNO im Kosovo - UNICEF:

UNO-Kinderhilfsfonds - UNRWA: UNO-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge - WFP: UNO-Welternährungsprogramm - WHO:

UNO-Weltgesundheitsorganisation

Schweizerische Milchprodukte

Vollmilchpulver

Milchpulver (entrahmt)

Schmelzkäse

Getreide

Reis

Mais

Weizen und Mehl

1999

Mengen in

Tonnen Mio Fr.

2*670 17.3

880

1*332;

458

27*571

2*650

10*634

14*287

Total Nahrungsmittelhilfe 32*911 31.7

15

2

14.4


F^^x^-'-

16


Herausgeber

Direktion für Entwicklung und

Zusammenarbeit (DEZA),

Eidg. Departement für auswärtige

Angelegenheiten (EDA), 3003 Bern

Tel.: 031 322 31 09

Fax: 031 324 13 48

Internet: www.deza.admin.ch

www.skh.ch

E-mail: info@deza.admin.ch

Gestaltung

Etter Grafik, Zürich

Text

Ariane Geiser, Neuenburg

Statistische Angaben

Etienne Dollfus, DEZA

Redaktion/Koordination

Catherine Vuffray, DEZA

Fotos

Kurt Wyss (Umschlag, S. 1, 2, 3, 4, 5, 6)

Focus team (S. 7)

Keystone (S. 8, 16)

10L92980

ISBN 3-905398-45-1


ffì I

DIREKTION FUR ENTWICKLUNG UND ZUSAMMENARBEIT DEZA

DIRECTION DU DÉVELOPPEMENT ET DE LA COOPÉRATION DDC

DIREZIONE DELLO SVILUPPO E DELLA COOPERAZIONE DSC

SWISS AGENCY FOR DEVELOPMENT AND COOPERATION SDC

AGENCIA SUIZA PARA EL DESARROLLO Y LA COOPERACIÓN COSUDE

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