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coolibri CAMPUS No 04

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Wintersemester<br />

2016<br />

edition<br />

HORROR<br />

UND PORNO<br />

Warum studiert man das?<br />

DEPRESSION<br />

IM STUDIUM<br />

Ein Erfahrungsbericht<br />

KAFFEE<br />

PAUSE<br />

IM POTT<br />

Die schönsten CafÉs<br />

im Ruhrgebiet


E D I T O R I A L<br />

I m p r e s s u m<br />

V e r l a g<br />

<strong>coolibri</strong> GmbH • Ehrenfeldstraße 34 •<br />

44789 Bochum<br />

Postfach 100207 • 44702 Bochum<br />

Telefon: 0 23 4 / 9 37 37 - 0<br />

Fax: 02 34 / 9 37 37 - 97 (Redaktion)<br />

Fax: 02 34 / 9 37 37 - 99 (Anzeigen)<br />

G e s c h ä f t s f ü h r u n g<br />

Josef Jasper<br />

H E R<br />

STUDENTEN<br />

M I T<br />

D E M<br />

SCHÖNEN<br />

L E B E N !<br />

R e d a k t i o n<br />

Chefredaktion:<br />

Irmine Estermann<br />

Ressort Sonderthemen<br />

• Inga Pöting<br />

• Lukas Vering<br />

Telefon: 02 34 / 9 37 37 - 74<br />

sonderthemen@<strong>coolibri</strong>.de<br />

F o t o s<br />

Matthias van der Zalm (ciderage@googlemail.com)<br />

(Titel)<br />

• Promo<br />

A n z e i g e n<br />

Christa Sielhorst<br />

Nicola Ochsenfahrt<br />

Telefon: 02 34 / 9 37 37 - 50<br />

E-Mail: anzeigen@<strong>coolibri</strong>.de<br />

V e r t r i e b u n d<br />

M a r k e t i n g<br />

Maria Inés López Jiménez<br />

Telefon: 02 34 / 9 37 37 - 33<br />

D r u c k eds Druckservice<br />

R e d a k t i o n s s c h l u s s<br />

30.09.2016<br />

F o l g t u n s a u f …<br />

Wofür studiert man eigentlich? Für den Abschluss?<br />

Für den Traumberuf? Für Muttis Erwartungen?<br />

Oder doch für sich selbst? Eine Frage, die<br />

wohl jedem Studenten im Laufe seiner Studienzeit<br />

über den Weg läuft. In unserer vierten Ausgabe <strong>coolibri</strong><br />

campus wollen wir dem Wert der Bildung auf<br />

den Zahn fühlen. Darum fragen wir TU-Dozent<br />

Christian Lenz, warum diese verrückten Geisteswissenschaftler<br />

Horrorfilme und Pornostreifen<br />

analysieren. Wir fragen Senioren, warum sie den<br />

Herbst ihres Lebens an der Universität verbringen<br />

wollen und sprechen mit der ehemaligen Unter<br />

Uns-Schauspielerin Sarah Stork, die trotz Karriere<br />

und Mutterschaft den höheren Bildungsabschluss<br />

anstrebt. Im Gespräch mit Marketingstudent Tim<br />

Klingebiel erfahren wir, warum er sich neben Beruf<br />

und Master noch die Zeit nahm, ein eigenes Projekt<br />

zu verwirklichen. Die Gründung eines Modelabels<br />

brachte ihm und seinen Kollegen nämlich etwas besseres als Credit Points ein: Erfahrung. So<br />

wollen wir Universität und Studienzeit begreifen: Als Erfahrungsfeld, als Probierraum, als einen der<br />

letzten, großen Freiräume, in dem man nicht die Studienordnung erfüllen sollte, sondern sich selbst.<br />

Dafür braucht man mehr als Seminare, Vorlesungen und Tutorien. Man braucht Kultur, Musik und Leben.<br />

Drum haben wir euch ein buntes Paket aus Empfehlungen geschnürt, das euch hilft, eure Studienstadt<br />

zu entdecken. Von Konzertlocations über Poetry Slam-Termine bis zu den schicksten Cafés.<br />

Weil sich das Leben aber nicht nur um einen selber drehen kann, haben wir auch eine grüne Ecke im<br />

Magazin für euch eingerichtet, in der wir jede Menge praktische Tipps und Infos für ein umweltschonendes,<br />

nachhaltiges Leben geben. Wie etwa die App greenApes, für die die frisch gebackene Masterabsolventin<br />

der Uni Essen Teresa Deckert den Deutschlandstart in Essen betreut.<br />

Weil im Studium und im Leben aber nicht immer alles glatt läuft, baten wir eine Studentin, die während<br />

ihrer Unizeit an Depressionen litt, einen Erfahrungsbericht über ihre Krankheit zu verfassen.<br />

Über den Druck, als Studi immer eine gute Zeit haben zu müssen, während man Leistung erbringen<br />

und das Leben genießen soll, lest ihr auf Seite 16.<br />

Unser Titelfoto kommt dieses Mal übrigens von RUB-Student und Fotograf Matthias van der Zalm, der<br />

auch Mitglied im Instagramt-Kollektiv @everydayruhrgebiet ist. Ein Interview über deren Initiative<br />

zur Identitätsbildung unserer Region über Bildsprache und Communitygeist lest ihr auf Seite 34.<br />

Also: Seid inspiriert! Traut euch mehr! Probiert das Leben aus!<br />

Lukas Vering<br />

Wintersemester 2016/17<br />

3


I N H A L T<br />

06<br />

Was können wir aus Horror und Porno lernen?<br />

08<br />

0 6 H O R R O R - I N T E R V I E W<br />

0 8 E I G E N I N I T I A T I V E I M S T U D I U M<br />

1 0 S T U D I E R E N M I T K I N D<br />

1 4 S E N I O R E N A N D E R U N I<br />

Eigeninitiative im Studium<br />

1 6 D E P R E S S I O N I M S T U D I U M<br />

10<br />

Studiert mit Kind und Karriere: Sarah Stork<br />

24<br />

1 8 U M F R A G E : A L L T A G S H E L D E N<br />

2 2 P R O M I S I M H Ö R S A A L<br />

2 4 K A B Ü : C O - W O R K I N G & K A F F E E<br />

Betreibt Café, Band und Studium:<br />

Julian Kühn vom Kabü<br />

26<br />

2 6 C A F É S I M P O T T<br />

3 0 K O L U M N E : T H E 9 0 S A R E B A C K<br />

3 2 U N I S I N B U C H & F I L M<br />

3 4 @ E V E R Y D A Y R U H R G E B I E T<br />

3 6 D I E F L O H M A R K T - C H A L L E N G E<br />

Kaffeepause: Die schicksten Cafés in deiner Unistadt<br />

4 Wintersemester 2016/17


C O O L I B R I . D E<br />

I N H A L T<br />

32<br />

Diese Filme und Bücher sind schöner, als deine Studienzeit<br />

3 8 T R Ö D E L M Ä R K T E & M E H R<br />

42<br />

4 0 S E C O N D H A N D I M P O T T<br />

4 2 G R E E N A P E S<br />

4 4 G R Ü N E E C K E<br />

4 6 F A I R E M O D E S H O P S I M P O T T<br />

Nachhaltig inspiriert: Die App „green Apes“<br />

54<br />

Die besten Locations für Live-Musik im Pott<br />

56<br />

4 8 P O E T R Y S L A M S<br />

5 2 I N D O O R : S P O R T & F U N<br />

5 4 K O N Z E R T L O C A T I O N S<br />

Lego-Batman rettet das Kinojahr 2017<br />

5 8 K I N O - H I G H L I G H T S 2 0 1 7<br />

60<br />

6 0 C O O L E K U N S T<br />

6 4 W E L C H E R R U H R I T Y P B I S T D U ?<br />

6 6 S T A D T , L A N D , S T U S S<br />

Ausgestellt: Coole Kunst an Rhein und Ruhr<br />

Wintersemester 2016/17<br />

5


I N T E R V I E W<br />

S y n o n y m e f ü r<br />

P e n i s & V a g i n a<br />

Der Anglistik-Dozent Dr. Christian Lenz (33) forscht an der TU Dortmund zu Pornografie und Horror. In seinen<br />

Seminaren schreiben die Teilnehmer selbst erotische Texte und suchen in der Tagespresse nach realen Monstern.<br />

Immer wieder kommt Kritik: Diese Themen hätten an der Uni nichts zu suchen. Lenz sieht das anders –<br />

und die Studierenden auch.<br />

Das aktuelle Vorlesungsverzeichnis lässt Seminare zu Horror und Porno<br />

vermissen – reicht es Ihnen etwa schon?<br />

Nein, ich finde diese Themen immer wieder aufs Neue sehr spannend, faszinierend<br />

und wichtig! Die Menschen nehmen Horror und Porno an der Uni<br />

als neu und anders wahr und sind sehr interessiert. Dass ich dieses Semester<br />

andere Kurse anbiete, liegt daran, dass ich immer lange im Voraus<br />

planen muss und nicht mit so viel Interesse gerechnet hatte. Ich werde<br />

aber wieder zu diesen Themen zurückkehren.<br />

Wie kann man mit Horror und Porno kulturwissenschaftlich umgehen?<br />

Horror ist aus meiner Sicht ein wichtiges Thema, weil die Theorien, die wir<br />

da haben, sich aufs normale Leben anwenden lassen. Jede Gesellschaft<br />

kriegt das Monster, das sie verdient! Aus dieser Perspektive kann man etwa<br />

den Rechtsruck, den wir gerade spüren, analysieren und verstehen.<br />

Jeder guckt nur noch vor Fassaden. Wenn keiner mehr nachdenkt, kriegen<br />

„Jede Gesellschaft<br />

bekommt das<br />

Monster, das<br />

sie verdient.“<br />

wir die Parteien, die genau das nutzen. Wenn wir also<br />

im Seminar diskutieren, wie die Konstruktion<br />

von Monstern funktioniert, finden wir genau das in<br />

der Realität wieder. Da haben wir den „Immigranten,<br />

der uns die Jobs wegnimmt“. Wenn man diese<br />

Systeme verstanden hat, muss man nicht unbedingt<br />

„Dracula“ lesen, um ähnliche Mechanismen zu erkennen, sondern<br />

findet in der Tagespresse genug Beispiele. Kurse über fiktiven Horror können<br />

dann zu besserem Verständnis der Realität beitragen.<br />

Was zeigen uns diese realen Monster?<br />

Ich habe vor einiger Zeit einen Kurs über Bösewichte gegeben. Wir haben<br />

Klassiker wie „Dracula“ und „Beowulf“ besprochen und dann das tagesaktuelle<br />

Geschehen: Donald Trump, Frauke Petry, aber auch berühmte Massenmörder<br />

der englischen Geschichte. Es zeigt sich: Wir sind viel stärker<br />

geschockt von normalen Menschen als von fiktiven Monstern. Wenn ein<br />

Sexualstraftäter oder Mörder gefasst wird, heißt es: Der war doch immer<br />

so ein netter Nachbar! Das Bekannte wird durch das Unbekannte gestört,<br />

zerstört und verstört.<br />

Also ist Ihnen in der Lehre vor allem der Alltagsbezug wichtig?<br />

Ja, die Forschung ist hier sehr realitätsnah. Da sind viele überrascht, aber<br />

genau deswegen unterrichte ich diese Sachen. Dieses Semester gebe ich<br />

ein Seminar zu Männern in Krisen, in einem Roman geht es zum Beispiel<br />

um Selbstmordattentäter. Daran zeigt sich, dass Literatur einiges bewegen<br />

kann.<br />

Am meisten für Furore gesorgt hat Ihr Seminar „Spilling Ink –<br />

Writing the Erotic“. Worum ging’s da?<br />

Das Seminar hat sich aus einem anderen entwickelt, in dem es<br />

um die Geschichte der Sexualität ging. Die Studierenden fanden<br />

das sehr spannend und in dem Folgekurs zu Pornographie und Erotika<br />

wurden viele Varianten abgedeckt, vom vorviktorianischen Zeitalter bis<br />

hin zu „50 Shades of Grey“. Die Frage war: Was hat sich verändert? Und<br />

wir haben festgestellt: Eigentlich gar nichts. Im Seminar ging es dann darum,<br />

einmal selbst erotische und pornographische Texte zu schreiben. Einen<br />

eigenen Text und dann sollte ein existierender Text in Erotik oder Porno<br />

umgeändert werden. Das hat allen sehr viel Spaß gemacht.<br />

Was bringt es denn, als Literaturwissenschaftler selbst zu schreiben?<br />

Wenn man mal wirklich einen Porno schreibt, sieht man, wie schwierig es<br />

ist, die Mechanismen zu bedienen, die das Genre erfordert! Diese Erfahrung<br />

hat den Kurs einerseits aufgelockert und andererseits zu einigen<br />

Aha-Erlebnissen geführt.<br />

Szene aus dem Horrorfilm „Lights Out“ (UK 2016)<br />

Foto: Ron Batzdorff / Warner Bros.<br />

Zum Beispiel?<br />

Es gab die Aufgabe, Synonyme für „Penis“ und „Vagina“ zu finden. Das<br />

wurde anfangs noch belächelt, dann aber richtig schwierig! Also kreative<br />

Begriffe zu finden, die sich nicht total behämmert anhören. Es gibt eine<br />

Grenze, an der Sexiness in Klischee und Lächerlichkeit umschwenkt. Die<br />

Studierenden sollten dann einen Klappentext für ein Buch entwerfen, da-<br />

6 Wintersemester 2016/17


I N T E R V I E W<br />

Dr. Christian Lenz forscht an der TU Dortmund zu Horror und Porno<br />

Foto: Interviewpartner<br />

bei stellte sich heraus, wie schwer es ist, an der Grenze des guten Geschmacks<br />

zu bleiben. Wenn man das mal selbst gemacht hat, kann man<br />

es viel mehr wertschätzen, einen Roman zu lesen, der diese Gratwanderung<br />

schafft. Das ist übrigens auch so eine Sache: Alle haben gedacht, wir<br />

würden die ganze Zeit Pornos gucken. Tatsächlich<br />

haben wir aber Pornos gelesen.<br />

Wie war denn die Atmosphäre im Kurs?<br />

Entspannt, aber respektvoll! Darüber war ich sehr<br />

froh, denn das war mir besonders wichtig. Wenn<br />

man über Pornos spricht, verwendet man selbst<br />

bestimmte Wörter, die sehr verletzend wirken<br />

können, wenn man sie im falschen Kontext benutzt. Beide Kurse, die ich<br />

gegeben habe, waren aber sehr achtsam. Man konnte über Fisting und<br />

Analverkehr reden, ohne, dass es Probleme gab. Das trägt zu einer guten<br />

Lernatmosphäre bei. Natürlich darf man aber auch einfach mal lachen.<br />

Das Seminar soll auch angehenden Lehrern etwas bringen. Was?<br />

Schülerinnen und Schüler werden immer früher geschlechtsreif, möchten<br />

Sachen ausprobieren – und kommen früh in Kontakt mit Pornographie.<br />

Das geht schon in der Werbung los, wenn zwei Münder in extrem sexualisierter<br />

Form an einer Cola-Flasche nuckeln. Wenn sich angehende Lehrer<br />

da einmal Gedanken gemacht und über die harten Fakten wirklich geredet<br />

haben, dann schockt sie später nichts mehr. Älteren Schülern kann man<br />

Wintersemester 2016/17<br />

„Unis sollen für<br />

freies Denken da sein,<br />

da muss man diese<br />

Themen behandeln<br />

dürfen.“<br />

zeigen, dass es mehr gibt und eine erotische Kurzgeschichte mitbringen.<br />

Und nicht zuletzt ist es ja auch eine nette Abwechslung zu Shakespeare.<br />

Dabei mussten Sie auch schon Kritik aushalten. Manche sagen, Themen<br />

wie Horror und Porno seien an der Uni fehl am Platz.<br />

Deutschland ist traditionell das Land der Dichter und Denker,<br />

aber die haben wir nicht mehr. Wir haben uns davon<br />

verabschiedet, dass wir geisteswissenschaftlich arbeiten,<br />

neoliberal gedacht geht’s immer ums Geldmachen. Geisteswissenschaftler<br />

stellen Fragen, suchen Antworten, das<br />

hat selten mit Geld zu tun. Tatsächlich kommt manchmal<br />

die Reaktion: Wie kann man sowas an der Uni unterrichten?<br />

Da denke ich jedes Mal: Ja, wie soll man‘s denn sonst lernen?<br />

Es gibt also Nachholbedarf?<br />

Es fängt ja schon da an, wo gemischtgeschlechtlicher Aufklärungsunterricht<br />

an Schulen abgelehnt wird! Und dann zeigen<br />

Studien, dass Jugendliche Pornos für die Realität<br />

halten. Unis sollen für freies Denken da sein, da<br />

muss man diese Themen behandeln dürfen. Es gibt<br />

Menschen, die nicht möchten, dass sich etwas ändert.<br />

Aber die Welt ändert sich eben ständig und<br />

muss immer wieder neu verstanden werden.<br />

Inga Pöting<br />

7


T H E M A<br />

S i c h s e l b s t f i n d e t<br />

m a n n u r a b s e i t s<br />

d e s L e h r p l a n s<br />

Die meisten Uniprojekte landen nach Abschluss in staubigen Schubladen oder unsortierten Aktenordnern.<br />

Nicht so das aus eigener Motivation gegründete Modelabel „Sag’s mit Schmusen“, für das die Urheber nicht<br />

mal einen einzigen müden Credit Point abgesahnt haben. Lukas Vering traf Mitgründer Tim Klingebiel zum Gespräch<br />

über Eigeninitiative im Studium, Lernen durch Selbermachen und extracurriculare Selbstverwirklichung.<br />

„Marketing muss man ausprobieren“, weiß der<br />

Marketingstudent Tim Klingebiel, der derzeit<br />

seinen Master in Corporate Communication an<br />

der FOM in Essen absolviert. Die Gründung eines<br />

eigenen Modelabels war für ihn und sein<br />

zweiköpfiges, inzwischen dreiköpfiges Team<br />

daher eine logische Konsequenz. „Wir wollten<br />

einfach was Praktisches aus dem ganzen theoretischen<br />

Studieninhalt machen. Das war nicht<br />

für einen spezifischen Kurs oder ein Modul.“<br />

Keine Selbstverständlichkeit im deutschen Unisystem,<br />

das größtenteils nur noch auf die Erbringung<br />

von Leistung und das Absolvieren von<br />

Pflichtmodulen ausgelegt ist. Das weiß auch<br />

Tim, der seinen Masterabschluss ursprünglich<br />

wie den Rest des Studiums neben dem Beruf<br />

als Projektmanager in einer Marketingagentur<br />

erwerben wollte. „Ich habe mir jetzt aber extra<br />

voll der Motivationsschub!“ Eine passende Message<br />

für ein Label, das aus Eigeninitiative entstanden<br />

ist. Seit der Gründung zu Studienbeginn<br />

im Jahr 2013 ist es für Tim und sein Team<br />

ein Experimentier- und Lernfeld. „Ich glaube, es<br />

ist generell in jedem Studium so, dass man sich<br />

einfach selber rausziehen muss, was man<br />

braucht. Da muss man selber aktiv werden, weiterrecherchieren,<br />

Leute fragen und so weiter.“<br />

So sammelten die Labelgründer wertvolle Erfahrungen,<br />

die die bloße Theorie ihnen niemals hätte<br />

vermitteln können. „Man lernt an der Uni zum<br />

Beispiel Organisation, Aufbau oder wie man theoretisch<br />

eine Marke anmeldet… aber wie man<br />

tatsächlich in der Praxis eine Marke anmeldet,<br />

weiß man doch erst, wenn man es selber mal<br />

gemacht hat. Ähnliches gilt beim Thema Corporate<br />

Identity – man lernt, was das ist, aber wie<br />

Tim Klingebiel<br />

ein halbes Jahr Pause vom Job genommen, um<br />

die Masterarbeit richtig und fokussiert zu machen.<br />

Es ist ja so, wer nur einen Abschlusstitel<br />

für die Vita will, kann sein Studium einfach<br />

durchkloppen.“ Wer aber Interesse an einem<br />

Thema habe, für den sei alles, was quasi nur Nebenwerk<br />

ist, schwierig umzusetzen. Das hat Tim<br />

und sein Team nicht vom freiwilligen Projekt in<br />

Eigenregie abgehalten. „Was man dabei alles<br />

lernt, kann einem keine Vorlesung beibringen.“<br />

Die richtige Message<br />

Und warum gerade ein Modelabel? Lachend gibt<br />

Tim zu: „Man hätte auch einen Tierzuchtverein<br />

gründen können.“ Dass sich das Projekt um<br />

Kleidung dreht, kam für die Studis aus dem Alltag.<br />

„Wir waren mit unseren Klamotten irgendwie<br />

unzufrieden. Außerdem ergeben die meisten<br />

Prints überhaupt keinen Sinn, haben gar keine<br />

Geschichte. Es war unser Ansatz, zu sagen:<br />

Wir machen es anders. Wir machen es sinnvoller<br />

und gemütlicher!“ Heraus kam also ein kleines<br />

Label, das Basics wie Shirts und Hoodies<br />

mit hochwertigen Stoffen in ökologischer (und<br />

sogar veganer) Qualität anbietet. Benutzt werden<br />

nachhaltige und gemütliche Materialien wie<br />

Bio-Baumwolle, Bambus oder recyceltes Polyester.<br />

Darauf landen gemalte Prints aus Grafikfarbe<br />

oder Stoffapplikationen. Oft zu sehen ist etwa<br />

ein Löwenkopf. „Der steht stellvertretend für<br />

das, was wir mit unserer Kleidung ausdrücken<br />

wollen: Positive Motivation vermitteln.“ Dafür<br />

sorgen auch kleine, eingenähte Botschaften für<br />

den Träger, wie ein „I love you, you love me“. Tim<br />

erklärt: „Die Idee kam, als ich bei einem Sportevent<br />

mal ein selbst entworfenes Shirt trug, auf<br />

dem hinten „Follow me“ stand. Später sprach<br />

mich ein anderer Läufer darauf an und sagte,<br />

dass er das die ganze Zeit gelesen hat und sich<br />

dachte, dass er mich nicht davonlaufen lässt –<br />

man selber eine erstellt, weiß man nur, wenn<br />

man es in der echten Praxis getestet hat. Wir erfuhren<br />

auch, dass man sich aus rechtlichen<br />

Gründen schnellstmöglich die Website sichern<br />

soll… hat man das tatsächlich mal gemacht,<br />

steht man vor ganz neuen Fragen: Wer programmiert<br />

die, woher kommt der Inhalt, wer macht<br />

Fotos und wie organisiert man das alles?“ Eine<br />

schmerzlichere Lektion aus dem echten Leben<br />

kam in Form einer Abmahnung. „Wir hatten gerade<br />

für den Movember, also den <strong>No</strong>vember in<br />

8 Wintersemester 2016/17


T H E M A<br />

Fotos: Sag‘smit Schmusen<br />

dem Männer sich für den guten Zweck einen<br />

Bart wachsen lassen, ein Shirt mit Schnurrbart<br />

produziert. Das darf man, haben wir beim Patentamt<br />

gecheckt. Für den Online-Shop kürzten<br />

wir es mit zwei Buchstaben ab – und genau die<br />

Kombination war rechtlich geschützt.“ Also kam<br />

„Alleine<br />

kommt man<br />

nicht weit!“<br />

eine dicke Abmahnung ins Haus. „Um zu lernen,<br />

muss man auch mal hinfallen.“<br />

Die wichtigste Lektion für Tim war aber eine andere:<br />

„Alleine kommt man nicht weit!“ Neben Arbeits-<br />

und Zeitteilung ist auch das Brainstormen<br />

für Tim wichtig. „Alleine findet man gar nicht all<br />

die Ideen, die man braucht. Außerdem kann<br />

man sich und sein Produkt gar nicht richtig hinterfragen.<br />

Gemeinsam hat man immer andere<br />

Impulse und Perspektiven.“ Aber auch das Miteinander<br />

mit Leuten außerhalb des eigenen<br />

Wintersemester 2016/17<br />

Teams ist unabdingbar. „Wir haben uns an Dozenten<br />

gewandt, die uns sehr engagiert weitergeholfen<br />

haben, die für uns ihr Netzwerk aktiviert<br />

haben, Sachen vermittelt haben, und so<br />

weiter. Auch durch die Teilnahme am Bochumer<br />

Gründerwettbewerb „Senkrechtstarter“ haben<br />

wir viel Support erhalten.“ Das Zuhören und Annehmen<br />

von Feedback ist für Tim dabei eines<br />

der wichtigsten Mittel, um sich weiterzuentwickeln.<br />

„Man sollte sich Leute suchen, denen<br />

man vertraut und auf ihre Erfahrungen bauen.<br />

Und immer für deren Feedback offen bleiben<br />

und sich vor dem eigenen Tunnelblick bewahren.<br />

Nur so kommt man weiter.“<br />

Und warum das alles? Tim meint: „Wie gesagt,<br />

wer einfach nur durchs Studium kommen will,<br />

kann sich so einen Stress auch sparen. Wer<br />

sagsmitschmusen.de<br />

facebook.de/sagsmitschmusen<br />

instagram: @sags_mit_schmusen<br />

aber Spaß am Studium haben will, wer Ambitionen<br />

und Leidenschaft hat, der sollte mehr machen.“<br />

Es geht also nicht nur ums Credit-Point-<br />

Sammeln? „Wenn man für sich selber weiter<br />

kommen und etwas schaffen will, braucht man<br />

Eigeninitiative. Und so ein bisschen Selbstverwirklichung<br />

und Selbstfindung tut einem auch<br />

echt gut.“<br />

Und dafür ist die Studienzeit, auch wenn das<br />

deutsche Unisystem es manchmal vergisst, ja<br />

auch da. Sie bietet einen der letzten großen<br />

Freiräume, um solche Experimente wie die<br />

Gründung eines eigenen kleinen Modelabels zu<br />

wagen. Tim sagt es diesmal nicht mit Schmusen,<br />

sondern wie es ist: „Wir wollten das unbedingt<br />

ausprobieren, bevor wir später keine Zeit<br />

mehr dazu gehabt hätten.“<br />

9


S T U D I U M M I T K I N D<br />

Mutter, Schauspielerin, Studentin: Ohne Selbstdisziplin geht bei Sarah Stork nichts<br />

Wenn ihre fast dreijährige Tochter eingeschlafen ist, setzt sich Sarah Stork an den Schreibtisch. Erst gegen halb neun<br />

abends hat die 29-Jährige Zeit, um für Klausuren zu lernen oder Hausarbeiten zu schreiben. Die alleinerziehende Mutter<br />

macht ihren Master of Education in den Fächern Englisch und Spanisch, weil sie neben der Schauspielerei ein weiteres<br />

berufliches Standbein haben möchte. Um Kind und Studium unter einen Hut zu bekommen, benötigt man vor allem eines,<br />

sagt sie: Selbstdisziplin.<br />

„Während ich früher hardcore kurz vor der Klausur angefangen habe zu<br />

lernen, beginne ich jetzt drei Wochen vorher“, erzählt Sarah bei einem<br />

Kaffee an der Ruhr-Uni Bochum. Ihre kleine Tochter ist heute, wie jede<br />

Woche an einem Tag, bei ihrem Papa. Sarah ist gut gelaunt, neun Stunden<br />

Schlaf hatte sie in der letzten Nacht. „Eine Seltenheit“, versichert sie.<br />

Aber die positive Einstellung verliert sie auch nicht, wenn es mal extrem<br />

stressig wird: „Man schafft das alles nur mit ganz viel Gelassenheit, das<br />

habe ich von meiner Tochter gelernt.“<br />

Sich selbst abends nach einem anstrengenden Tag<br />

zwischen Uni und Kind noch mal zu motivieren, fällt<br />

ihr manchmal schwer: „Ich denke dann immer: Du bist doch alleinerziehende<br />

Mutter, du hast den ganzen Tag geschuftet und doch auch mal Ruhe<br />

verdient.“ Aber für Selbstmitleid bleibt ihr keine Zeit: Der Abgabetermin<br />

für die Hausarbeit rückt nun mal näher.<br />

Und eigentlich ist sie auch nicht der Typ dafür. Also Zähne zusammenbeißen<br />

und ab an den Schreibtisch. Wenn es mal gar nicht mehr geht, geht’s<br />

eben eine halbe Stunde auf die Matte, um wieder fit im Kopf zu werden.<br />

„Das habe ich von meiner<br />

Tochter gelernt.“<br />

Yoga habe ihr schon oft das Leben gerettet. Geplant war alles ursprünglich<br />

ganz anders: Die Bochumerin machte eine Schauspielausbildung in<br />

Köln und gleichzeitig ihren Bachelor in Englisch und Spanisch. Ihre Eltern<br />

bestanden auf einem zweiten Standbein neben der Schauspielerei. Ein<br />

Umstand, für den sie heute dankbar ist. Denn nur vier Tage, nachdem sie<br />

bei „Unter Uns“ die Rolle der Leonie Weidenfeld übernommen hatte, erfuhr<br />

sie, dass sie schwanger ist. Der ursprüngliche Plan, nach dem Mutterschutz<br />

in die Serie zurückzukehren, zerschlug sich. Ihre<br />

Ersatzschauspielerin blieb bei der Rolle. Und Sarah<br />

beschloss, wieder zur Uni zu gehen. Im Wintersemester<br />

2014 schrieb sie sich für den Master of Education in Bochum ein: „Die Arbeitszeiten<br />

als Lehrer kannst du super integrieren, wenn du Kinder hast“,<br />

erklärt sie ganz pragmatisch. Das Problem damals: Ihre Tochter erhielt<br />

nicht sofort einen Betreuungsplatz bei den „Unizwergen“, dem Betreuungsangebot<br />

der RUB. Deshalb saß Sarah zunächst zu Hause vor Pod<br />

Casts und hörte sich Erziehungswissenschaftsvorlesungen an. Drei Kurse<br />

hat sie so absolviert. Als im Sommer 2015 ein „Unizwerge“-Platz frei<br />

wurde, griff sie sofort zu und stellte fest, dass ihre Tochter noch nicht<br />

10 Wintersemester 2016/17


S T U D I U M M I T K I N D<br />

Nur mit<br />

Foto: Irmine Estermann<br />

ganz viel<br />

Gelassenheit<br />

so weit war. Immer wieder musste<br />

sie Vorlesungen kurzfristig und vorzeitig<br />

verlassen. Manchmal schaffte<br />

sie es noch nicht mal bis in den Hörsaal,<br />

weil die Betreuerinnen anriefen<br />

und darum baten ,dass sie ihre weinende<br />

Tochter holt.<br />

„Die Professoren hatten zunächst dafür Verständnis“, erinnert sie sich.<br />

Aber eine Dauerlösung konnte das nicht sein. Im Winter 2015 setzte Sarah<br />

deswegen noch mal aus. Sie drehte für RTL, ihre Tochter blieb wochenweise<br />

bei der Oma. „Das war schon hart für mich“, erinnert sich die 29-Jährige.<br />

Immer wieder musste sich ihre Tochter neu eingewöhnen, weil ihre Mama<br />

immer nur wochenweise da war. Und immer fiel es Sarah schwer, die<br />

Kleine wieder zu verlassen.<br />

Im Sommersemester 2016 versuchte sie es noch mal mit den „Unizwergen“.<br />

„Und jetzt läuft es“, freut sie sich. Morgens um 6.30 Uhr stehen die<br />

beiden nun auf, gegen 9 Uhr geht’s gemeinsam aus dem Haus und um<br />

zehn Uhr sitzt Sarah pünktlich in ihrer Vorlesung. Sie sucht sich mit Absicht<br />

nur Seminare zwischen 10 und 16 Uhr aus, um morgens nicht noch<br />

Die Unizwerge hält sie für ein gutes Konzept. Eine Elterninitiative unterstützt<br />

die Betreuer dort: Die Eltern jedes Kindes müssen wöchentlich eineinhalb<br />

Stunden in der Einrichtung mitbetreuen. „So kriegt man sehr genau<br />

mit, was die Kinder dort machen“, sagt Sarah. Problematisch werde<br />

es nur, wenn sie im <strong>No</strong>tfall als Betreuerin einspringen müsse, weil ihre Tage<br />

so genau geplant sind. Aber auch das funktioniert irgendwie.<br />

Passend zu den Unizeiten sind die Bring- und Abholzeiten bei den Unizwergen<br />

sehr flexibel. Das Essen kochen die Eltern selbst vor und geben es<br />

den Kindern mit. Das Vorkochen sei zwar manchmal lästig, aber so weiß<br />

Sarah genau, was ihre Tochter isst. Nur einen Nachteil sieht die 29-Jährige<br />

an der momentanen Situation: „Ich bringe meine Tochter nur her, wenn ich<br />

selbst zur Uni fahre.“ Anders geht es kaum, weil Sarah 45 Minuten vom<br />

Campus entfernt wohnt.<br />

„So kriegt man sehr genau<br />

mit, was die Kinder dort<br />

machen.“<br />

„Ich sehe es aber<br />

auch als kleine<br />

Challenge“<br />

früher raus zu müssen. „Jeder Tag soll doch auch schön sein“, sagt sie. Da<br />

ist sie wieder, die beneidenswerte positive Einstellung.<br />

Die Schauspielerei fehle ihr, demnächst dreht sie für zwei Tage in München.<br />

Auch, weil ihre Ersparnisse, von denen sie während des Studiums<br />

lebt, kleiner werden. Als alleinerziehende Mutter kann sie sich kaum vorstellen,<br />

auch noch einen regelmäßigen Nebenjob bewältigen zu können.<br />

Wintersemester 2016/17<br />

Momentan sucht sie einen Kita-Platz fürs nächste Jahr. Sie selbst muss<br />

2017 auch mit dem Studium fertig werden, denn danach greift eine neue<br />

Studienordnung. Nach dieser würden drei Monate im Ausland anstehen<br />

und einige Kurse würden nicht angerechnet werden. Der Druck ist also<br />

groß für die junge Mutter, das lässt sie im Gespräch immer wieder durchblicken.<br />

„Ich sehe es aber auch als kleine Challenge“,<br />

sagt sie und lächelt. Und falls es nicht klappen sollte,<br />

gehe es eben für drei Monate ins Ausland. Dann allerdings<br />

mit dem Töchterchen. „Das bekommen wir schon<br />

irgendwie hin.“ Wie gesagt: Gelassenheit scheint das<br />

Zauberwort zu sein.<br />

Irmine Estermann<br />

11


ADVERTORIAL<br />

Michael Bloch ist angehender Arzt. Er spricht nicht von einem<br />

Beruf, sondern von Berufung, von leidenschaftlicher Begeisterung. Das war<br />

nicht immer so. Michael Blochs erste Berufswahl fiel auf den Software-Ingenieur, die Karriere im IT-<br />

Bereich war vorgezeichnet. „Aber was nutzt mir das, wenn ich nicht glücklich bin?“ Statt mit Maus und Tastatur arbeitet<br />

der 38-Jährige nun mit Stethoskop und mit Menschen. Er teilt die Sorgen, Hoffnungen und Ängste mit seinen<br />

Patienten, aber auch die Freude. Das wahre Leben eben. Ungefiltert, nah, echt. Michael Bloch weiß das zu schätzen.<br />

Er will da sein für die Menschen, und deshalb hat er im Rahmen des Medizinstudiums einen Teil seines Praktischen<br />

Jahres in der Praxis des Dortmunder Internisten Dr. Prosper Rodewyk verbracht.<br />

Hausarzt sein ist …<br />

Bloch: Ein Traumberuf!<br />

Rodewyk: Nie langweilig.<br />

Ein Teil vom Praktischen Jahr<br />

in der Arztpraxis. Wie war’s?<br />

Bloch: Ich bin mit bestimmten Erwartungen<br />

hergekommen und alle<br />

haben sich erfüllt. Ich konnte hier<br />

sehr viel machen, habe viel gelernt.<br />

Rodewyk: Mit seinen vielen Fragen<br />

war der Michael manchmal schon anstrengend.<br />

Aber genau das macht<br />

ja einen guten Arzt<br />

aus. Und genau deshalb<br />

bilde ich in<br />

meiner Praxis auch<br />

seit mehr als zwölf<br />

Jahren Studenten<br />

aus.<br />

„Papa, ich möchte<br />

Arzt werden“<br />

— wie war die<br />

Reaktion zu Hause?<br />

Bloch: „Ich glaube, das ist<br />

genau das Richtige für<br />

Dich!“<br />

Rodewyk: „Na endlich!“<br />

Mein Vater war froh, dass<br />

ich meinen ursprünglichen<br />

Plan, Tierarzt zu werden,<br />

verworfen habe.<br />

Job, Familie, Freizeit:<br />

Bekommt ein Hausarzt das alles unter einen Hut?<br />

Bloch: Auf jeden Fall — mit gutem Organisationstalent und<br />

gutem Überblick. Anders als im Krankenhaus bestimme<br />

ich hier selbst, wie schnell mein Hamsterrad laufen soll.<br />

Rodewyk: Wenn man die Aufgaben und Pflichten sinnvoll<br />

einteilt, ist das keine Hexerei. Bürokratie ist auch das,<br />

was ich daraus mache. Ich habe mich nie überarbeitet gefühlt.<br />

Die eigene Praxis: Ein<br />

neuer Trend unter jungen<br />

Ärzten?<br />

Bloch: Nein, unter meinen<br />

Kommilitonen bin ich mit<br />

meiner Vorliebe für die eigene<br />

Praxis ein Exot. Aber<br />

diese Entscheidung wird<br />

auch stark davon beeinflusst,<br />

wie viel man über die<br />

Niederlassung weiß. Je informierter<br />

man ist, umso<br />

attraktiver wird diese Perspektive.<br />

Rodewyk: Viele junge Ärzte<br />

scheuen die Verantwortung,<br />

die mit der eigenen<br />

Praxis verbunden ist. Aber<br />

mit Angst ist noch niemand<br />

weitergekommen. Die eigene<br />

Praxis macht Spaß und<br />

sie macht den Arzt in seiner<br />

Arbeit flexibel. Das<br />

lohnt sich!


S E N I O R E N S T U D I U M<br />

Neue<br />

Horizonte<br />

Wenn 40 das neue 30 ist, wer will mit<br />

Ende 60 schon sein Leben mit Gartenarbeit<br />

und Bingo verbringen? Neue<br />

Kontakte, Wissen und Impulse bietet<br />

das Seniorenstudium der TU-Dortmund.<br />

Mit festen Ansprechpartnern<br />

und regelmäßigen Treffen.<br />

Es herrscht eine herzliche Atmosphäre, sowohl<br />

unter den Studierenden als auch mit der Leiterin<br />

des Studiengangs, Prof. Dr. Reichert, das ist<br />

gleich zu Beginn des Interviews zu spüren.<br />

„Viele Jahrgänge treffen sich noch regelmäßig<br />

zum Stammtisch, machen gemeinsame Ausflüge<br />

oder eine Weihnachtsfeier“, erzählt Sybille<br />

Schulz-Kaymer (66), die 2010 in Rente ging<br />

und gleich ihr zweites Studium an der TU-Dortmund<br />

begann. Heute ist die Psychologin ehrenamtlich<br />

im Beratungsteam des Senioren-Studiengangs<br />

tätig. Es ist eines von zwei weiteren<br />

Ehrenämtern: Bereits vor dem Studium engagierte<br />

sie sich gemeinsam mit ihrem Mann<br />

beim Bochumer Kinder-Zirkus-Projekt „Ratz-<br />

Fatz“ und ist zusätzlich für die „Creative Kirche“<br />

aktiv.Für ihr Umfeld war die Entscheidung,<br />

nach dem Berufsleben noch mal die Unibank<br />

zu drücken, daher keine große Überraschung:<br />

„Meine Freunde und Familie hätten sich eher<br />

Foto: LIsa Sänger


S E N I O R E N S T U D I U M<br />

gewundert, wenn ich nichts gemacht hätte.“<br />

Auch Volker Reinhardt (64), der im gleichen<br />

Jahr sein Studium begann und gemeinsam mit<br />

Schulz-Kaymer im Beratungsteam arbeitet, hatte<br />

versprochen, mit der Rente nicht nur noch<br />

den Rasen zu mähen. „Man hat ja doch den<br />

Wusch, geistig fit zu bleiben.“ Kontakt mit Studierenden<br />

hatte der Diplom<br />

Ingenieur, der bis<br />

2010 in Heidelberg lebte,<br />

außerdem immer: „Ich bin<br />

viel in Studenten-Kneipen<br />

gegangen, dort unterhält<br />

man sich regelmäßig mit<br />

Dozenten und Studenten.“<br />

Nach Dortmund kam er, weil hier seine Lebensgefährtin<br />

wohnt, der Studiengang sei ihm aber<br />

auch in Heidelberg schon empfohlen worden.<br />

Fit für neue Aufgaben<br />

„Ich habe gelernt,<br />

meine Tochter<br />

zu verstehen.“<br />

„Lebenslanges Lernen, für mich, mit anderen,<br />

für andere“, so steht es im Motto des Studiengangs.<br />

Vor allem der letzte Teil ist ein besonderes<br />

Merkmal der Dortmunder Idee: Anders, als<br />

bei den klassischen Seniorenstudis, die häufig<br />

als Gasthörer Kurse belegen, wird den Dortmunder<br />

Senioren ein Ziel an die Hand gegeben: Das<br />

Studium soll Impulse und Know-How geben, um<br />

sich anschließend ehrenamtlich zu engagieren<br />

oder neue Kenntnisse in ein bestehendes Ehrenamt<br />

einfließen zu lassen. Die große Mehrheit<br />

würde genau das im Anschluss des Studiums<br />

auch tun, berichtet Frau Prof. Dr. Reichert. Die<br />

Bereiche sind dabei vielfältig: von der Arbeit mit<br />

Jugendlichen, über Flüchtlingsprojekte bis zur<br />

Mitternachtsmission, die Prostituierte berät. Besondere<br />

Voraussetzung für die Zulassung gibt<br />

es nicht, nur über 50 müssen die Bewerber sein<br />

und mitunter einen langen Atem mitbringen: Bereits<br />

jetzt gibt es eine Warteliste für die 60 zu<br />

vergebenen Plätze im Wintersemester 17/18.<br />

„Die Quote derer, die zuvor schon studiert haben<br />

ist ungefähr 50/50“, erzählt Reinhardt. Es sei<br />

ein schönes Miteinander zwischen Akademikern<br />

und Nicht-Akademikern, gerade letztere würden<br />

ein spannendes Potenzial mitbringen. Eine wirkliche<br />

beruflicher Qualifikation<br />

bietet der Studiengang allerdings<br />

nicht, die Teilnehmer<br />

müssen eine bestimmte Anzahl<br />

an Scheinen machen<br />

und schließen dann mit einem<br />

Zertifikat ab. Dafür<br />

herrscht weniger Druck, als<br />

bei einem herkömmlichen Studium, die Kurse<br />

dürfen frei gewählt werden: Einzige Bedingung:<br />

Regelstudenten haben immer Vorrang.<br />

Besserwisser sind nicht erwünscht<br />

Den Kontakt mit jungen Studierenden empfinden<br />

Reinhardt und Schulz-Kaymer beide als bereichernd<br />

„Ich habe gelernt, meine Tochter zu<br />

verstehen“, schmunzelt Reinhard, auch in Sachen<br />

Technik könne man einiges von den jungen<br />

Leuten lernen. Umgekehrt könnten die Senioren<br />

als Zeitzeugen zu vielen Themen einen<br />

ganz anderen Blickwinkel beisteuern. Im extra<br />

eingerichteten „Informationspool Seniorenstudium“<br />

stehen sie außerdem als Versuchsteilnehmer<br />

für Abschlussarbeiten zur Verfügung. Auch<br />

die berufliche Vorerfahrung sei bei Referaten<br />

oder Gruppenarbeiten oft interessant. „Die Distanz,<br />

die zu den eigenen Eltern und Großeltern<br />

nicht gegeben ist, eröffnet manchmal auch eine<br />

größere Offenheit für den Austausch“, so<br />

Schulz-Kaymer. Nur einen Fehler dürfe man<br />

nicht machen, man dürfe sich nicht als Besserwisser<br />

aufspielen. Dies käme aber zum Glück<br />

nur selten vor, die betroffenen Senioren wurden<br />

dann beiseite genommen und zeigten in der Regel<br />

dann schnell Einsicht. Ein weiterer Vorteil an<br />

dem gebündelt organisierten Seniorenstudium:<br />

Junge Studierende und Dozenten haben feste<br />

Ansprechpartner, wenn der Kontakt mal nicht<br />

rund laufen sollte.<br />

„Man hat ja doch<br />

den Wunsch, geistig<br />

fit zu bleiben.“<br />

Und wie war es, nach so vielen Jahren wieder<br />

auf der Lernseite zu sitzen? Komisch sei anfangs<br />

nur das Pflichtpraktikum gewesen, berichtet<br />

Schulz-Kaymer, schließlich habe sie<br />

selbst zuvor jahrelang Praktikanten betreut.<br />

Das Studium selbst sei „auf jeden Fall ganz anders<br />

als in jungen Jahren, das war ja viel zielgerichteter“.<br />

Das sei auch toll gewesen aber heute<br />

genieße sie besonders die freie Gestaltung.<br />

Auch jetzt nach ihrem Abschluss belegen sie<br />

und Volker Reinhardt noch immer Kurse, die sie<br />

interessieren. Dabei beschränken sie sich nicht<br />

auf den sozialen Bereich. „Es ist schön, dass so<br />

etwas geht.“<br />

Infos zu Gebühren,<br />

Bewerbungsfristen<br />

und Co. gibt es auf<br />

seniorenstudium.tudortmund.de<br />

Lisa Sänger


D E P R E S S I O N I M S T U D I U M<br />

E i n<br />

s c h l e i c h e n d e s<br />

G i f t<br />

16 Wintersemester 2016/17


D E P R E S S I O N I M S T U D U M<br />

Zukunftsangst ist vielen Studenten nicht fremd. Was aber, wenn aus den<br />

oft belächelten und dann mit Bier begossenen und wieder vergessenen<br />

Ängsten ein Gift wird, das anstatt eines harmlosen Katers eine ernste<br />

Krankheit mit sich bringt? Ina A.*, Studentin aus dem Ruhrgebiet, berichtet<br />

von ihrem Weg in die und durch die Depression im Studium.<br />

…das schöne Studentenleben! Jung sein, feiern,<br />

schlafen bis in die Puppen, den Spaß seines<br />

Lebens haben. Nebenbei noch ein bisschen akademisches<br />

Wissen abgreifen, als Grundstein für<br />

eine steile Karriere mit besten Verdienstmöglichkeiten,<br />

als Sprungbrett in ein tolles Leben. So<br />

stellt man sich das vor. Klar, alles hat seine negativen<br />

Seiten: Pauken bis der Kopf qualmt, nicht<br />

bestandene Prüfungen oder der schlimmste Kater<br />

seines Lebens. Doch was, wenn das nicht die<br />

größten Probleme sind? Wenn die spaßige Seite<br />

des Studiums immer mehr überschattet wird<br />

von… ja, was eigentlich? Das war mir anfangs<br />

nicht klar, aber irgendwann lief etwas gewaltig<br />

schief mit meinem Studentenleben.<br />

Doch von vorne. Mein Studium ist mir<br />

nicht schwer gefallen, gute <strong>No</strong>ten waren<br />

mit einem minimalen Aufwand erreicht,<br />

interessant war es auch und um mich herum<br />

viele nette Leute. Ich konnte mir meine Zeit frei<br />

einteilen, gerne eine Drei-Tage-Woche, nicht zu<br />

viele Seminare und auf jeden Fall nur solche, die<br />

mich interessierten. Objektiv betrachtet ein wirklich<br />

entspanntes Studium. Das Problem war,<br />

dass ich nicht entspannt war. Irgendwann kroch<br />

Angst in mir hoch. Erst als dumpfes Gefühl, irgendwann<br />

als lauter Schrei: „Du findest nie einen<br />

Job! Du wirst nie Geld verdienen mit dem<br />

was du tust! Du kannst nichts!“ Erst bezog sich<br />

die Angst auf die Zeit nach dem Studium, aber<br />

Angst ist ein schleichendes Gift. Schnell war der<br />

Punkt erreicht, an dem mich alles mit Angst erfüllte.<br />

Verdrängen konnte ich aber seit jeher gut,<br />

also verdrängte ich die Angst, so gut es ging.<br />

Trotzdem kam die Leichtigkeit nicht wieder.<br />

Plötzlich waren alle Tage wie eine von diesen<br />

Postkarten, mit dem Schaf und dem „Alles ist<br />

doof“-Schild. Das trifft es ziemlich genau. Alles<br />

war doof, nichts machte Spaß. Und trotzdem habe<br />

ich viel gelacht, es soll ja schließlich keiner<br />

merken, man lebt ja ein lustiges Studentenleben.<br />

„Hi, wie geht’s dir?!“ – „Hahaha – gut!“, und innerlich<br />

krampft sich alles zusammen. Ein gutes<br />

Semester lang war das meine Strategie, nach außen<br />

hin strahlen und lachen und dann schnellstmöglich<br />

nach Hause und die Decke über den<br />

Kopf ziehen. Überrollt von der Zukunftsangst war<br />

irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich es<br />

fast nicht schaffte, morgens das<br />

„Irgendwann<br />

kroch Angst<br />

in mir hoch.“<br />

Bett zu verlassen. Aufstehen?<br />

Leute treffen? So tun, als wäre<br />

man fröhlich? Unmöglich!<br />

Mir dämmerte, dass es so keinen<br />

Sinn macht, eine Klausur zu<br />

schreiben, also musste ein Krankenschein her.<br />

Dem folgten mehrere Gespräche mit meinem<br />

Hausarzt und plötzlich hatten die kriechende<br />

Angst und die Schreie in mir drin einen Namen:<br />

Depression. Wow, sowas kann man kriegen? Mit<br />

Anfang 20 und mit Studentenleben? Wo einen<br />

doch eigentlich nichts bedrücken sollte, außer<br />

Kater, die drohende Deadline der Hausarbeit oder<br />

eine verpatzte Klausur? Ja, scheinbar kann man<br />

das.<br />

Mein Hausarzt hielt eine Gesprächstherapie für<br />

angebracht. Es wurden sämtliche Psychologen<br />

der Umgebung abtelefoniert und erwartungsgemäß<br />

waren die Wartelisten endlos. Ob ich mir die<br />

Therapie auch stationär vorstellen könnte? Äh,<br />

klar, mir egal. Ist ja eigentlich alles egal. Und so<br />

fand ich mich drei Tage später in einer psychiatrischen<br />

Klinik wieder. Echt wahr, mit Anfang 20 in<br />

der Klapse! Im Nachhinein war das der beste<br />

Weg für mich. Zunächst einmal wurde die Dosis<br />

der Antidepressiva erhöht. Das war erst angenehm<br />

— emotional in Watte gepackt gibt es keine<br />

Aufreger oder Katastrophen. Man kann alles<br />

einfach hinnehmen.<br />

Ein Dauerzustand konnte das aber nicht werden,<br />

denn es fehlen auch die positiven Emotionen.<br />

Als ursprünglich fröhlicher Mensch war mir irgendwann<br />

klar, dass die Tabletten wieder weg<br />

müssen. Ich beschloss, dass ich diese Krankheit<br />

schnellstmöglich wieder loswerden muss. Denn<br />

Depression, das habe ich in der Klinik als erstes<br />

gelernt, ist eine Krankheit, kein Schicksal, an<br />

das man zeitlebens gebunden ist. Und es ist keine<br />

unheilbare Krankheit. Es folgten Einzelgespräche,<br />

Gruppengespräche, Maltherapie, Bewegungstherapie,<br />

ein straffer Zeitplan und feste Abläufe.<br />

Aus ursprünglich geplanten vier Wochen<br />

wurden sechs. Aber diese sechs Wochen waren<br />

gut investiert, auch wenn ich das angebrochene<br />

Semester abschreiben konnte und später hinten<br />

anhängen musste. Ich will das nicht schönreden,<br />

das war eine der miesesten Phasen meines<br />

Lebens, aber es war eben nur eine Phase. Zum<br />

Glück!<br />

Die Universitäten im Ruhrgebiet bieten für Studierende<br />

kostenlose psychologische Beratung<br />

an. Dazu gehören Einzelgespräche und Coachings,<br />

die Vermittlung von Selbsthilfegruppen<br />

und Workshops oder Unterstützung beim Erkennen<br />

der eigenen Probleme und dem weiteren<br />

Vorgehen. Informationen finden sich auf den<br />

Homepages der Unis.<br />

*Name von der Redaktion geändert<br />

Wintersemester 2016/17<br />

17


U M F R A G E<br />

A l l t a g s h e l d e n<br />

Öfter mal den blauen Umhang umlegen, die Maske aufziehen und mit gestreckter Faust voran den Alltag retten. Es sind die kleinen<br />

Gesten, die ganze Tage von ganz mies in großartig verdrehen können. Wodurch sich unsere Heldinnen und Helden im Ruhrgebiet<br />

ihren Rang in der Liga der außergewöhnlichen Mitmenschen verdient haben, hat Nele Posthausen herausgefunden.<br />

Leonard (20)<br />

Ich finde echt, die kleinen Dinge machen es aus.<br />

Immer wenn mich jemand fragt, gebe ich etwas<br />

Kleingeld. Ich mache mir keine Gedanken darum,<br />

was derjenige oder diejenige dann mit dem Geld<br />

macht. Je nachdem, was das für Umstände sind,<br />

würde ich mich vielleicht auch mit Drogen vollpumpen,<br />

wenn ich da frierend auf der Straße abhänge.<br />

Das müssen die Leute dann halt selbst<br />

wissen. Mir ist wichtig, dass ich auf jeden Fall<br />

mehr habe als die und was abgeben kann.<br />

Janina (32)<br />

Ich bin Sozialarbeiterin und mache quasi kleine<br />

Heldentaten als Beruf. Zuletzt hatte ich in der Lebensberatung<br />

für Hartz-IV-Empfängerinnen eine<br />

Frau, die wirklich jedes Angebot abgelehnt hatte.<br />

Egal, was das Sozialamt ihr anbot, sie wollte<br />

nicht. Dann kam sie zu mir und meinte „Ich mache<br />

hier nur mit, wenn sie das machen“. <strong>No</strong>ch<br />

haben wir den großen Durchbruch nicht erreicht,<br />

aber ich bin schon stolz, dass wir jetzt zusammen<br />

arbeiten können.<br />

Jessica (25)<br />

Mir hat mal eine gute Freundin das Leben gerettet,<br />

die ist auf jeden Fall meine Heldin! Ich bin<br />

Nierenpatientin und es kann passieren, dass ich<br />

einfach mal so umkippe und bewusstlos werde.<br />

Einmal ist mir das passiert, als ich ganz allein in<br />

meiner Wohnung war. Die Freundin von mir hat<br />

versucht, mich zu erreichen und ist dann sofort<br />

losgeschossen und zu mir gefahren. Da lag ich<br />

und war schon total unterzuckert. Sie hat dann<br />

blitzschnell den Krankenwagen gerufen. Das war<br />

richtig knapp.<br />

Kim (22)<br />

Ich war kürzlich für sieben Monate im Auslandssemester<br />

in Bolivien. Da sind sehr viele Leute<br />

sehr arm und gerade Kids hängen oft auf der<br />

Straße ab und betteln. Einmal habe ich dann<br />

zwei Jungs, die sehr hungrig waren, einfach ein<br />

Choripan ausgegeben. Das ist so eine Art spanische<br />

Chorizo, eine scharfe Wurst im Brötchen.<br />

Die wird in Bolivien überall an Straßenständen<br />

verkauft. Untypisch für Südamerika war, dass die<br />

Jungs es extra nicht so scharf wollten. Aber sie<br />

haben sich gefreut.<br />

18 Wintersemester 2016/17


U M F R A G E<br />

Tobias (35)<br />

Im Café Eden in Bochum sind jede Menge Heldinnen<br />

und Helden zu finden. Das ist ein Laden, der<br />

alle möglichen Konzerte und Kultursachen veranstaltet.<br />

Alle, die da mitarbeiten, sind ehrenamtlich<br />

da. Ich mache seit einem Jahr die Konzertbetreuung.<br />

Für mich ist der Ort ein kleiner<br />

Gegenpol zur <strong>No</strong>rmalgesellschaft. Jeder gibt,<br />

was er kann, so entsteht eine Gemeinschaft.<br />

Anna (37)<br />

Meine Mama ist pensionierte Lehrerin. Zuletzt<br />

hat sie ein Mädchen unterrichtet, das aus sehr<br />

schwierigen Verhältnissen kommt. Deswegen<br />

hat meine Mutter erst angefangen, ihr Nachhilfe<br />

zu geben und ist dann zu einer Art Patin geworden.<br />

Alle zwei Wochen treffen die zwei sich. Deswegen<br />

ist meine Mama meine Heldin, sie macht<br />

einfach nicht nur Dienst nach Vorschrift.<br />

<strong>No</strong>emi (25)<br />

Auch wenn es kitschig klingt: Mein Freund ist definitiv<br />

mein Alltagsheld. Wir sind seit drei Jahren<br />

zusammen. Momentan wohnen wir gemeinsam<br />

in einem kleinen WG-Zimmer und das wird uns<br />

zu eng. Wir ziehen jetzt in unsere erste gemeinsame<br />

Wohnung. Weil ich aber total im Bewerbungsstress<br />

bin, übernimmt er alles mögliche.<br />

Ohne ihn würd’ ich den Umzug gar nicht packen.<br />

Johannes (22)<br />

In der U-Bahn war ein Typ am Telefon total aufgebracht.<br />

Er sprach in gebrochenem Englisch und<br />

hat sich mit dem in der Leitung nicht verstanden.<br />

Er hat rumgefragt, ob ihm jemand übersetzen<br />

könnte, was der andere sagt. Ich hab das Telefon<br />

genommen und übersetzt: „Du musst jetzt hier<br />

aussteigen!“ Es war super eng, er hat das Telefon<br />

gegriffen, mir gedankt und ist raus.<br />

Isi (21)<br />

Mein Freund muss mir ständig ein Held sein. Oft<br />

genug bin ich nachts irgendwo unterwegs und<br />

würde alleine gar nicht nach Hause kommen. Es<br />

ist mir auch unangenehm, nachts alleine U-Bahn<br />

zu fahren. Er bietet mir dann jedes Mal an, mich<br />

abzuholen, egal um welche Uhrzeit und egal, ob<br />

er gerade eigentlich lieber schlafen oder selbst<br />

weiter feiern würde.<br />

Wintersemester 2016/17<br />

Alex (31), Gwendolin (26), Jona (16 Monate)<br />

Unsere Heldin ist unsere Tagesmutter Susanne!<br />

Die haben wir über das Bochumer Jugendamt gefunden<br />

und damit einen Engel aufgetan. Sie<br />

macht ihren Job super und ermöglicht es uns,<br />

ohne Sorgen unseren eigenen Jobs nachzugehen.<br />

Wenn wir schon längst die Nerven verloren<br />

hätten, weil ein Kind bockig ist und drei andere<br />

quengeln: Susanne bleibt ruhig.<br />

19


C A M P U S N E W S<br />

D O R T M U N D<br />

E S S E N<br />

Gilt mit 48 gerade noch als jung: Die TU<br />

Foto: TU Dortmund, Roland Baege<br />

So könnten Studis bald in Essen wohnen<br />

Foto: copyright moka-studio 2016. All rights reserved<br />

Junges Goldstück<br />

Mit ihren gerade mal 48 Jahren gehört die TU Dortmund zur Uni-Jugend<br />

der Welt. Darüber hinaus bestätigte das QS World University Ranking dieses<br />

Jahr erneut, dass die TU in dieser Klasse zu einer der Besten gehört.<br />

Auf der Sonderliste „Top 50 Under 50“ erreicht die Dortmunder Universität<br />

deutschlandweit Platz 4, davor liegen nur Ulm, Bremen und Bayreuth. In<br />

NRW belegt die TU wie auch schon 2015 den ersten Platz. Bewertet wurden<br />

diverse Kategorien wie etwa Forschung, Lehre, Internationalität, Infrastruktur,<br />

soziale Verantwortung und das Ansehen von Absolventen bei Arbeitgebern.<br />

Laut QS sei das für TU-Studenten besonders hoch. Das Hochschulranking<br />

gilt einerseits als international angesehen, andererseits<br />

wird die Methodik regelmäßig kritisiert. Wer an der weltweit besten jungen<br />

Uni studieren will, muss übrigens an die Nanyang TU in Singapur. lv<br />

Schöner Wohnen<br />

Für studentisches Leben zugeschnittenen Wohnraum finden ist in keiner<br />

Stadt ein Kinderspiel. In Essen ist der Bedarf besonders groß, schraubt<br />

sich die Studentenzahl doch jährlich weiter nach oben, während gleichzeitig<br />

der passende Wohnraum immer knapper wird. Abhilfe soll nun ein Projekt<br />

der GBI AG schaffen, die ein Studentenwohnheim mit 135 Plätzen an<br />

der Natorpstraße im Ostviertel bauen will. Die Baukosten von geschätzten<br />

10 Millionen Euro werden größtenteils durch ein Förderdarlehen des Landes<br />

NRW finanziert. Ein Monat im vollmöblierten, mindestens 20m² großen<br />

SMARTment mit Bad, Küchenzeile, Internet, Stellplatz, Gemeinschaftsräumen<br />

und guter Lage zwischen Uni und Innenstadt soll kalt 190 Euro<br />

kosten und ab 2018 den Essener Wohnungsmarkt entlasten. Ein solider<br />

und nötiger Schritt für Essen in Richtung moderne Studentenstadt. lv<br />

N R W<br />

Dieses Kleinvieh macht Mist - mehr Bafög und mehr Berechtigte ab diesem Semester<br />

Hurra, die Reform ist da<br />

Die Bafög-Reform, die vor zwei Jahren beschlossen wurde, ist jetzt endlich<br />

da. Die Bedarfssätze für Schüler sind schon am 1. August gestiegen,<br />

nun sind die Studierenden dran. In Zahlen bedeutet das ab dem Wintersemester<br />

eine Erhöhung um sieben Prozent. Studierende, die bei ihren Eltern<br />

wohnen, können bis zu 537 Euro monatlich bekommen, statt wie bis<br />

jetzt höchstens 495 Euro. Wer nicht mehr die Füße unter den elterlichen<br />

Tisch steckt, erhält im Höchstsatz von 735 Euro – 65 Euro mehr als zuvor.<br />

Zusätzlich gibt es 9,7 Prozent mehr Wohngeldzuschlag, der Kinderbetreuungszuschlag<br />

steigt auf 130 Euro pro Kind an. Damit fällt die Staffelung<br />

Foto: Irmine Estermann<br />

weg: Bislang gab es 113 Euro für das erste und je 85 Euro für jedes weitere<br />

Kind. Auf Grund der Bafög-Erhöhung steigt nun auch der Zuschlag zur<br />

Krankenversicherung auf 71 Euro und der Pflegeversicherung auf 15 Euro.<br />

Gute Nachrichten gibt es für alle, die auf dem Sprung vom Bachelor zum<br />

Master sind: Da die Förderung nun nicht bei der Erbringung der letzten<br />

Prüfungsleistung aufhört, sondern bei Bekanntgabe des Ergebnisses, fällt<br />

die förderungsfreie Phase zwischen Bachelor und Master weg. Auch eine<br />

vorläufige Zulassung zum Master gilt als Voraussetzung zur Förderung,<br />

das Studium muss allerdings innerhalb desselben Jahres aufgenommen<br />

werden.<br />

Und jetzt könnte es für den einen oder anderen spannend werden, dessen<br />

Bafög-Antrag in der Vergangenheit abgelehnt wurde: Es gibt nach der neuen<br />

Regelung auch mehr Bafög-Berechtigte, da der Freibetrag auf das Einkommen<br />

der Eltern ebenfalls um 7 Prozent steigt. Der Freibetrag auf das<br />

eigene Einkommen ist ebenfalls gestiegen. Die eigene Lage noch einmal<br />

zu sondieren, lohnt sich also: Die Unis helfen an ihren Beratungsstellen<br />

gerne weiter. Gleichzeitig bieten die Asten der Hochschulen eigene Rechtsberatungen<br />

an, in denen geklärt werden kann, ob ein Widerspruch gegen<br />

den abgelehnten Bafög-Antrag Aussicht auf Erfolg hat. Oft reicht eine Änderungsmitteilung,<br />

weil etwa das Einkommen der Eltern im kommenden<br />

Jahr geringer ausfallen wird, als auf Grund der Unterlagen von den Behörden<br />

geschätzt. Und wenn wir schon mal bei Unterlagen sind: Ein nicht unerheblicher<br />

Teil der Bafög-Anträge wird abgelehnt, weil nicht alles eingereicht<br />

wurde. Auch in diesem Fall kann man meistens noch gegensteuern.<br />

Um nichts zu vergessen, empfiehlt es sich, den Antrag online auszufüllen,<br />

denn der wird sofort automatisch auf fehlende Angaben geprüft. Eine weitere<br />

einfache Hilfe: Auch, wenn es nicht erforderlich ist, immer die E-Mail-<br />

Adresse und Telefonnummer mit angeben, damit ein Sachbearbeiter bei<br />

Rückfragen direkt Kontakt aufnehmen kann. isy<br />

20 Wintersemester 2016/17


H Ö R S A A L<br />

Promis im Hörsaal<br />

Prominente Gäste an den Ruhr-Unis: Diese Popstars,<br />

Autoren, Politiker und andere Koriphäen ihres Faches<br />

erweitern ab Oktober das Vorlesungsprogramm.<br />

Bochum<br />

Hans Nieswandt, seines Zeichens DJ,<br />

allgemeiner Musikverdächtiger und Chef<br />

des Instituts für Populäre Musik der Folkwang-Uni,<br />

begibt sich jedes Semester ins<br />

Zwiegespräch mit „legendären Charakteren“<br />

der Popkultur. Im Wintersemester<br />

begrüßt er bei der Ringvorlesung im<br />

Prinz-Regent-Theater Musiker, Autoren,<br />

Tänzer und Komponisten. Der Eintritt ist<br />

frei, die interessierte Öffentlichkeit ist<br />

ausdrücklich eingeladen!<br />

Auf der langen Liste der großen Namen<br />

steht die britische Sängerin und Songwriterin<br />

Michelle Leonard sowie die USamerikanische<br />

Medienkünstlerin und<br />

Love-Parade-Miterfinderin Danielle De<br />

Picciotto. Beide leben in Berlin. Aus<br />

New York nach Bochum kommt Archie<br />

Burnett, um aus seinem Leben als Vogueing-Tänzer<br />

zu erzählen – eine Kunst,<br />

die in den achtziger Jahren in der marginalisierten<br />

homosexuellen Ballroom-Szene<br />

Brooklyns entstand. Aus der Party-<br />

Praxis erzählen auch Deep-House-Pionier<br />

Mike Huckaby aus Detroit und d er legendäre<br />

DJ, Produzent und Dozent Eric<br />

D. Clark aus Sacramento. Der Kölner<br />

Matthias Hornschuh dagegen ist<br />

nicht nur mehrfach preisgekrönter Filmkomponist,<br />

sondern engagiert sich auch<br />

in Sachen Kultur- und Medienpolitik und<br />

Hans Nieswandt holt Koriphäen der Popkultur nach Bochum<br />

in Diskussionen um das Urheberrecht.<br />

Die Künstlergespräche ergänzen zwei<br />

Theoretiker: Der Buchautor und Feuilletonchef<br />

der Berliner Zeitung, Jens Balzer,<br />

hat mit „Pop – Ein Panorama der Gegenwart“<br />

eine Bestandsaufnahme abgeliefert.<br />

Mit der historischen Entwicklung<br />

von „Dance Music“ dagegen kennt sich<br />

der New Yorker Autor Tim Lawrence<br />

bestens aus. Metal-Frontmann Mille<br />

Petrozza von Kreator setzt einen<br />

Thrash-Akzent und von seinem steilen<br />

Aufstieg an den Musikhimmel berichtet<br />

der Singer-Songwriter Roosevelt aus<br />

Köln.<br />

Neben dem Pop-Institut hat aber<br />

Foto: steffen@jagenburg.net<br />

22 Wintersemester 2016/17


H Ö R S A A L<br />

auch die RUB mit der Schlingensief-Gastprofessur<br />

ein Lockmittel für Stars der Theaterszene geschaffen.<br />

Seit dem Sommersemester 2016 hält die der<br />

französischstämmige Regisseur und Choreograph<br />

Laurent Chétouane inne, der schon in<br />

Weimar, Köln, Berlin und in Bochum für die Ruhrtriennale<br />

tätig war. Mit den RUB-Studis forscht er<br />

am Thema Chaos und steht für Beratung und Begleitung<br />

bereit.<br />

Duisburg<br />

Seit 2008 wird die Gastprofessur für Politikmanagement<br />

der Stiftung<br />

Mercator an Experten der politischen<br />

Praxis verliehen.<br />

Dieses Semester übernimmt<br />

die Position an der Uni Duisburg-Essen<br />

Bundespräsident<br />

a.D. Christian Wulff. „Politische<br />

Entscheidungsprozesse<br />

werden zunehmend komplexer<br />

und sind international<br />

miteinander verflochten“,<br />

sagte Wulff der NRW School<br />

of Governance<br />

(nrwschool.de). „Ich freue<br />

mich, mich darüber mit dem<br />

Roosevelt<br />

wissenschaftlichen Nachwuchs<br />

austauschen zu können.“<br />

Wulff wird hauptsächlich im Master-Studiengang<br />

„Politikmanagement, Public Policy und öffentliche<br />

Verwaltung“ am Campus Duisburg lehren.<br />

Essen<br />

Nach dem Vorbild amerikanischer Universitäten<br />

hat die Uni Essen als erste deutsche Uni vor<br />

rund 30 Jahren die Veranstaltungsreihe „poet in<br />

residence“ ins Leben gerufen. 1975 folgte als Erster<br />

Martin Walser der Einladung und hielt seine Poetik-Vorlesungen<br />

in Essen. Seinem Beispiel folgten<br />

große Autoren wie Günter<br />

Grass, Jurek Becker, Emine S.<br />

Özdamar und Yoko Tawada.<br />

Dieses Semester begegnen<br />

sich vom 14. bis 18. <strong>No</strong>vember<br />

zwei Schweizer Autoren<br />

am Campus Essen: Dorothee<br />

Elmiger und Reto<br />

Hänny. Die beiden kennen<br />

sich: Als Elmiger 2015 den<br />

Erich-Fried-Literaturpreis gewann,<br />

hielt der seinerseits<br />

mehrfach ausgezeichnete<br />

Hänny die Laudatio: „Elmigers<br />

eigensinnige Bücher sind<br />

Foto: Marc Sethi<br />

hochpolitisch, aber sie predigen<br />

nicht, sondern erschließen<br />

mir Räume, mit einem Sturm nie zuvor gesehener<br />

Bilder, die das vermeintlich Vertraute bis zur<br />

Kenntlichkeit geschärft fremd erscheinen lassen.“<br />

Die Naturwissenschaftler ziehen nach: Der<br />

„Scientist in Residence“ an der Uni Essen heißt in<br />

diesem Jahr Prof. John E. Bowers und<br />

kommt vom Department of Electrical and Computer<br />

Engineering der University of California, Santa<br />

Barbara. Die Vorträge am 28. und 29. Januar sind<br />

öffentlich und haben den Anspruch, auch für Fachfremde<br />

verständlich zu sein. Achtung: Bei manchen<br />

Veranstaltungen sind Anmeldungen nötig.<br />

Dortmund<br />

In die Ringvorlesung zum Berufsfeld<br />

Kulturwissenschaften kann sich jeder<br />

schleichen, der erfahren will, wie er sein KuWi-Studium<br />

später mal nutzen kann – vor allem für Lehrämtler<br />

ist das interessant, wenn sie bemerken,<br />

dass sie Kinderallergie haben. Am 9.11. etwa ist<br />

Hannes Klug von der Kölner Akademie der Künste<br />

der Welt vor Ort und referiert über Pressearbeit im<br />

Kulturbereich. Auch den Termin mit Frank Albers<br />

von der Bosch Stiftung am 14.12. kann man sich<br />

vormerken. Am 1.2.2017 redet Silke Räbiger über<br />

ihre Arbeit beim Internationalen Frauenfilmfestival<br />

und die Kunst des Filme zeigens.<br />

ip<br />

Foto: RUB<br />

Wintersemester 2016/17<br />

23


E i n f a c h<br />

b e s s e r e r<br />

K a f f e e<br />

Der Essener Julian Kühn (28) studiert Französisch<br />

und Musik auf Lehramt in Münster, ist<br />

Schlagzeuger bei der Band Banda Senderos und<br />

hat mit dem „Kabü“ jetzt sein eigenes Café in<br />

Rüttenscheid eröffnet. Das dient auch Studis als<br />

Coworkingspace. Wie er das alles schafft, verriet<br />

er Inga Pöting im Interview.<br />

Fotos (3): Ravi Sejk Medienmalocher / Kabü<br />

„ECKSTAGE“ – KONZERTE IM KABÜ<br />

21.10. Shoes & Balloons – A capella Pop/Jazz<br />

28.10. Miguel Wolf– Tango<br />

16.11. Teneja – Pop/Singer-Songwriter<br />

28.11. Marie Antoinette und Richard Holzmann – Chansons


K A B Ü<br />

Zu sagen, du hast dein eigenes Café, greift zu kurz. Was ist das Kabü?<br />

Der Name steht für „Kaffee trinken“ und „Büro“, das heißt vor allem für die<br />

Idee, ein Büro in Form eines Cafés mit interessiertem Publikum zu teilen.<br />

Also eine Wohlfühlatmosphäre zum Arbeiten und Entspannen zu schaffen,<br />

dabei offen zu sein für neue, konstruktive Ideen, aber auch einfach einen<br />

Ort zu bieten, an dem man sich trifft, sich austauscht und neue Bekanntschaften<br />

macht. Ein Coworkingspace!<br />

Eröffnung war im Februar – wer trifft sich im KABÜ?<br />

Sprichwörtlich Hinz und Kunz! Vom Maßanzugträger über Schüler und Studenten<br />

bis zur älteren Dame von nebenan. Durch den Generationenunterschied<br />

meines Partners Igor Albanese und mir kommt eine sehr gemischte<br />

Szene zusammen, die so sonst nicht zusammenfindet. Igor hat bis<br />

2012 das Restaurant „Leonardo“ am Landgericht geführt, in dem ich zu<br />

Schulzeiten gejobbt habe. Er ist Musikveranstalter und ich bin durch meine<br />

Band Banda Senderos auch in der Musik- und Kulturlandschaft des<br />

Ruhrgebiets aktiv. Musiker, Künstler, Studenten, aber auch viele Anwohner<br />

waren vom ersten Tag an Teil des Kabüs. Wir befinden uns mit dem Laden<br />

in der Annastraße ja auch genau zwischen Essen-Süd und Rüttenscheid.<br />

Ein eigenes Café aufzumachen – davon träumen viele. Welche Hürden<br />

gab es zu überwinden, bis es soweit war?<br />

Zunächst einmal haben Igor und ich philosophiert, wie ein Raum aussehen<br />

könnte, in dem wir uns beide bei der Arbeit wohlfühlen würden. Als die<br />

Ideen standen und das Konzept klar wurde, ging es darum, Genehmigungen<br />

einzuholen und die Vorstellungen im Laden<br />

umzusetzen, ohne dabei gleich in den finanziellen<br />

Abgrund zu schauen. Mithilfe von<br />

viel Planung und intensiven Gesprächen,<br />

aber vor allem auch durch die Unterstützung<br />

von Freunden, Familie, Bekannten und ähnlich<br />

Verrückten ist alles gut gelungen – obwohl<br />

dabei auch viel Geduld nötig war.<br />

„Wir haben uns für ein<br />

offenes Raumkonzept<br />

entschieden, wo man<br />

allein, aber auch in<br />

Gruppen arbeiten und<br />

diskutieren kann.“<br />

Ist das Zweier-Team für dich eine gute Lösung?<br />

Igor ist ein Tausendsassa und für mich ein guter Freund. Wir haben beide<br />

unsere Stärken und Schwächen, die wir respektieren. Nur so funktioniert<br />

die Zusammenarbeit so gut. Er hat das Alter meines Vaters, ist also weitaus<br />

erfahrener als ich. Diese Eigenschaft kommt mir häufig zugute und<br />

ich kann nur empfehlen, auch mal auf die Älteren zu hören! Unsere Bekanntenkreise<br />

sind sehr unterschiedlich, aber diese Heterogenität ist eine<br />

tolle Sache: Man kann aus dem Vollen schöpfen, wenn man auf der Suche<br />

nach der richtigen Person für die richtige Situation ist.<br />

Das Kabü-Team (von links): Igor Albanese, Tochter Anna und Julian Kühn<br />

Coworkingspace<br />

Warum ist der Ort speziell für Studenten spannend?<br />

Weil das Arbeiten in den dunklen Winkeln der Uni-Bibliotheken und den<br />

sterilen, kopfschmerzproduzierenden Fakultätsgebäuden einfach oft keine<br />

Freude bringt. Außerdem ist der Kaffee bei uns einfach um Längen besser!<br />

Wir haben uns für ein offenes Raumkonzept mit großzügig verteilten<br />

Tischen entschieden, an denen man allein, aber auch in Gruppen arbeiten<br />

und diskutieren kann. Für den Fall, dass jemand Ruhe zur Konzentration<br />

benötigt, haben wir auch günstige Ohropax im Angebot.<br />

Es geht euch aber auch darum, dass neue Bekanntschaften entstehen.<br />

Wenn jemand bei etwas Hilfe braucht oder auch einen neuen Job sucht,<br />

kommt es häufig vor, dass er bei uns jemanden trifft, der jemanden kennt,<br />

der jemanden kennt... Hier entsteht immer irgendetwas. Aber nicht forciert,<br />

sondern ganz locker. Das zu beobachten und mit anzustoßen, macht<br />

einfach Spaß!<br />

Du bist Student, Musiker und Café-Betreiber – wie schaffst du das alles?<br />

Indem ich die Ruhe bewahre. Es geht nicht immer alles auf einmal. Meine<br />

Projekte machen mir alle Spaß. Wenn ich alles ständig nur als Arbeit empfinden<br />

würde, wäre das Ganze so wahrscheinlich nicht möglich. Es ist<br />

eben meine Einstellung zum Leben. Durch die rosarote Brille schaue ich<br />

dennoch nicht. Ich habe schon recht viel zu tun.<br />

Sommersemester 2016<br />

Die Einrichtung im Kabü ist sehr geschmackvoll – habt ihr keine Angst,<br />

dass der Kaffee über das schöne Sofa kippt?<br />

Zweckmäßigkeit und Ästhetik müssen sich nicht widersprechen! Wir bieten<br />

jungen Designern und Ausstellern die Möglichkeit, ihre Möbel, Mode<br />

und Kunst in unserem Laden zu zeigen. Wir nutzen und verkaufen sie. Hinter<br />

jedem Objekt steckt hier eine kleine Geschichte. Wir bieten außerdem<br />

Wein, Kaffee, aber auch Trüffel- und Olivenprodukte, sowie Spirituosen aus<br />

Igors Heimat Istrien an.<br />

Und was steht so auf dem Veranstaltungsprogramm?<br />

Jeden ersten Samstag im Monat ist die Kochwerkstatt von Debbie Clement-Heger<br />

bei uns zu Gast. Immer ab 11 Uhr gibt es vorbereitete, rustikale<br />

Speisen und Wochenendatmosphäre. Die Startup-nights mit jungen,<br />

neuen Konzepten, Gastrednern und Diskussionsrunden versammeln sich<br />

jeden dritten Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr bei uns und wir haben in<br />

diesem Jahr noch einige kleine, nette Konzerte aus unserer „Eckstage“-<br />

Reihe. Diese Konzerte beginnen immer um 20 Uhr und der Eintritt von<br />

5 Euro geht komplett an die Künstler.<br />

Kabü: Annastraße 51, 45130 Essen<br />

kabü.de; facebook.com/kabueannarue<br />

25


C A F É S<br />

Her mit dem<br />

süßen Leben<br />

Ob als geselliger Kommilitonentreff, als ausgelagerter<br />

Arbeitsplatz für die nächste Hausarbeit<br />

oder einfach als Verzehrstätte für Koffein und Zucker:<br />

Wir stellen Lieblingscafés in eurer Stadt vor.<br />

Foto: Sweet Coffee Pirates<br />

Sweet Coffee Pirates<br />

Bei den Kaffeepiraten wird selber geröstet. In den traditionellen gasbetriebenen<br />

Trommelröster kommen nur ausgewählte, qualitativ hochwertige<br />

Bohnen, auf die Kuchenteller acht verschiedene Varianten des Kult-Kuchens<br />

Kalter Hund. Oder auch frische Bagel, Frühstück und andere hausgebackene<br />

Süß- und Herzhaftigkeiten. Das Café ist stylisch, gemütlich<br />

und den Weg bis zum Ende der Rü immer wieder wert.<br />

Rüttenscheider Str. 218, Mo-Sa 9-19 Uhr, So 10-19 Uhr<br />

Café Livres<br />

Aus den ehemaligen Räumen eines Reisebüros<br />

bereichert dieses niedliche Literaturcafé den Südviertel-Kiez<br />

mit Kaffeekreationen, kleinen Snacks<br />

und extrem schmackhaftem Kuchen. Die Einrichtung<br />

ist hell und geschmackvoll, zwischen hohen<br />

Bücherregalen fühlt man sich vom inspirierenden<br />

Atem der Weltliteratur angehaucht. Die wird übrigens<br />

auf den Örtlichkeiten vom Band vorgelesen. Im Sommer sitzt man<br />

draußen an der Kreuzung - oft laut, aber herrlich großstädtisch.<br />

Moltkestr. 2a, Di-Do 9-21, Fr 9-22, Sa 10-22, So 10-20 Uhr<br />

Zweibar<br />

Dieses aufgeräumte Wohnzimmer-Café auf der Rü versorgt Stammgäste<br />

wie Passanten zuverlässig mit dem angeblich besten Kaffee der Stadt.<br />

Dazu gibt’s Kekse und Kuchen von Muttern – in diesem Fall tatsächlich<br />

von der Mama des Chefs selbstgebacken. Frühstück und warme Küche<br />

sind ebenfalls im Angebot, im Sommer sitzt man fernab des Trubels im<br />

Innenhof oder ganz „metropolitan“ vorne an der Straße unterm Schirm.<br />

Rüttenscheider Str. 62, Mo-Sa ab 9 Uhr, So ab 10 Uhr<br />

ESSEN<br />

Café Click<br />

Wo früher in lila Latzhosen gesellschaftliche Umbrüche erörtert wurden,<br />

trifft sich heute bunt gemischtes Publikum. Szenig und gemütlich ist es<br />

nach wie vor, auch Studis mischen sich gerne unter’s Volk ihrer Elterngeneration.<br />

Draußen am Isenbergplatz sitzt man entspannt zwischen grünem<br />

Pflanzenwuchs, drinnen im Wintergarten auf fluffigen Polstern.<br />

Beethovenstr. 1, Mo-So 10-1 Uhr<br />

Grossstadt Deli<br />

Einen Steinwurf von der Uni entfernt, in der<br />

„Grünen Mitte“, bietet das Deli alles, was<br />

hungrige Herzen begehren: Sandwiches, Baguettes,<br />

Suppen, Nudeln, Muffins und Kuchen,<br />

vieles vegetarisch oder vegan. Zwischen<br />

den Zeilen sprüht hier dank Lage und<br />

Ambiente legeres Urlaubsfeeling.<br />

Meyer-Schwickerath-Str. 63, Mo-Sa 8-18 Uhr<br />

Kaffee Rebellen<br />

Qualitativen Kaffee aus fairem Handel, Leckeres für den süßen Zahn, gute<br />

Frühstücksoptionen und eine Prise Szenigkeit bringen die Kaffee Rebellen<br />

schon seit Jahren an die beschauliche Gemarkenstraße.<br />

Gemarkenstraße 79, Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 9-14, So 14-18 Uhr<br />

miamamia<br />

Allerlei Schmankerl lassen sich in beiden miamamia’s verdrücken – von<br />

Mittagstisch über Kuchen bis zum besten Tiramisu der Stadt oder dem<br />

mit flüssiger Schoki zubereiteten miamamia macchiato. Sündhaft!<br />

Rüttenscheider Str. 74 und 183 , Mo-So 9-22 Uhr<br />

26 Wintersemester 2016/17


C A F É S<br />

Kugelpudel<br />

Der Kugelpudel ist ein wilder bunter Hund. Hauptsächlich firmiert er als<br />

Eisdiele mit krassen, oft veganen Sorten, leckerem Kuchen, feinen Kaffeekreationen<br />

und hippen Gerichten wie glutenfreien Buchweizenwaffeln mit<br />

Honigmelonensorbet. Nebenher ist er auch als schier omnipräsenter Eiswagen<br />

unterwegs und lässt gerne im Heimathafen akustische Künstler<br />

klampfen, technoide DJs auflegen und andere Raketen steigen. Der Freisitz<br />

ist vogelwild vor dem Laden verteilt: Total urban.<br />

Dorstener Str. 1, Mo-So 12-22 Uhr<br />

I Am Love<br />

Früher wohnte am Hans-Ehrenberg-Platz der Kugelpudel, heute hausiert<br />

man unter dem Namen I Am Love. Einrichtung, Speisekarte und Idee sind<br />

aber weitesgehend gleich geblieben: Selbst gemachtes Eis, unorthodoxe<br />

Sorten, vegane Auswahl, Kaffee und Snacks. Dazu gibt‘s einen Top-Espresso.<br />

Im Sommer sitzt man so hip wie nirgends aufm-Platz, im Winter im<br />

stylischen Innenraum. Hier genießt man das Leben in wirklich allen Zügen.<br />

Dibergstr. 2, So-Do 11-22, Fr-Sa 11-0 Uhr<br />

BOCHUM<br />

Röst.Art<br />

Nicht wenige munkeln: Hier gibt es den besten Kaffee der Stadt! Als Rösterei<br />

versorgt Röst.Art viele Gastronomien, als Café ist der Laden eigentlich<br />

schon lange zu klein für die Größe seiner Kaffekreationen. Unsere Tipps:<br />

Panini mit Serrano und Hobelkäse und der Espresso auf Malzeis.<br />

Grabenstr. 1-3, Mo-Fr 10-19, Sa 10-17 Uhr<br />

Café reuters<br />

Das Café reuters bringt die Mutter aller Hipster-Bohnen ins Bermuda3eck:<br />

„Third Wave Coffee“ der Bonanza Coffee Heroes. Neben dem in Berlin groß<br />

gewordenen Trend-Kaffee gibt‘s täglich Mittagstisch, Suppe, Eintopf, Kuchen<br />

und salzige Pies. Und das im schicken, minimalistisch gehaltenen<br />

Ambiente.<br />

Hunscheidtstr. 74, Mo-Fr 9-19, Sa 10-19 Uhr<br />

Café Kalinka<br />

Hier wird Kaffeekochen zur Performance: Die Akribie, mit der die feine Bohne<br />

hier zubereitet wird, ist tatsächlich beeindruckend. Zu den feinen Kaffeesorten<br />

gibt es (teils vegane) Kuchen, Poptarts, Salate, Blätterteigtartes<br />

und einen Haufen Limos. Besonders zu empfehlen sind hier natürlich die<br />

Selbstgemachten! Übrigens können alle wohnzimmercharmanten Möbel<br />

und Dekoartikel gekauft werden.<br />

Hellweg 21, Mo-So (außer Mi)10-18 Uhr<br />

Fräulein Coffea<br />

Mit deftigen Bio-Brot-Schnittchen, tollen Torten und selbst gemachtem Kuchen<br />

erobert dieses zauberhafte Café die Herzen der Gäste. Verzehrtipp:<br />

Himbeer-Tarte mit weißer Schokolade für den süßen Zahn, Quiche für herzhafte<br />

Gelüste. Das schönste Flair bietet der überraschend gemütliche Freisitz.<br />

Oskar-Hoffmann-Str. 34, Mo-So 13.30-19 Uhr<br />

Baristoteles<br />

„Villa Wahnsinn“ nennt dieses Lokal seine Herberge. Die war einst eine<br />

Tante-Emma-Institution, heute werden vorzügliche Kaffeespezialitäten,<br />

kleine Snacks, Kuchen, Wein und Feinkost serviert. Der Alleskönner unter<br />

den Cafés also. Außerdem findet ihr einen Baristoteles-Ableger seit Kurzem<br />

auch im Kubus Situation Kunst imSchlosspark Weitmar.<br />

Königsallee 72, Di-Fr 10-18, Sa+So 12-18 Uhr<br />

Café Corba<br />

Im Corba (nein, keine dyslexische Schlange, sondern die Vornamen der<br />

Betreiberinnen CORina und BArbara) sind sämtliche Speisen und Getränke<br />

vegan, laktosefrei sowie ohne jegliche Zusätze hergestellt. Einzigartig<br />

machen das Café aber die Herzlichkeit und die soziale Ader. Es gibt etwa<br />

einen Baum an dem bedürftige Kinder Herzenswünsche aufhängen.<br />

Huestr. 6, Mo-Sa 10-19 Uhr<br />

Foto: Café Kalinka<br />

Foto: Café Kalinka<br />

Wintersemester 2016/17<br />

<strong>No</strong>ch mehr Cafés in deiner Stadt auf <strong>coolibri</strong>.de<br />

27


C A F É S<br />

Kieztörtchen<br />

Kiez ist, wo das Herz ist. Oder wo gaumenschmelzend leckere Kuchen und<br />

Törtchen auf hungrige Leckermäuler warten. Bio, regional, selbstgemacht<br />

und teils auch vegan sind die, für den Kaffee nutzt man eine eigens zusammengestellte<br />

Bohnenmischung. Dazu Mittagstisch und Frühstück mit<br />

Kaffee-Flatrate. Kein Wunder,<br />

dass Sitzplätze stets rar sind.<br />

Essener Str 12, Di-Fr 9-19,<br />

Sa+So 10-18<br />

Neues Schwarz<br />

Dieses Café röstet seinen eigenen<br />

Kaffee mit Bohnen aus Brasilien, Zentralafrika oder Indonesien. Im<br />

klar durchgestylten Laden wird dazu Kuchen von der Bäckerei Fischers<br />

am Rathaus serviert. Jeden Montag werden die Bohnen direkt im Laden<br />

geröstet, jeden Samstag wird zur Kaffeeverkostung geladen.<br />

Saarlandstraße 33, Di-Sa 10-18 Uhr<br />

Flayva Coffe and Tea Lounge<br />

In diesem hohen, hellen Café in Brückstraßennähe lassen sich in gar metropolischer<br />

Atmosphäre Kaffee- und Teekreationen, Chais, Kuchen, Sandwiches<br />

und Bagel genießen. Zu denen gesellen sich Smoothies, Frozen<br />

Drinks und Specials wie Orangen-Brownies oder Ingwer-Zimt Cookies.<br />

Hansastraße 30, Mo-Fr 8-21 Uhr, Sa 9-21 Uhr, So 12-19 Uhr<br />

Café Asemann<br />

In diesem Herzstück des Kreuzviertels wird der Kaffee frisch gemahlen,<br />

der Latte Macciato handgemacht und mit Kuchen, Cookies, Bageln oder<br />

Sandwiches serviert. Das Motto lautet schließlich: „Kaffee-Kultur statt die<br />

Unkultur des schnellen Kaffees“.<br />

Liebigstr. 24, Mo-So 9-19 Uhr<br />

DORTMUND<br />

Café Crème<br />

Die Schwestern Yasmin und Yvonne betreiben seit über 10 Jahren ihr<br />

Traumcafé in Citylage. In dem kleinen Lokal mit französischem Chic werden<br />

Kuchen, Cupcakes, Salate, Ciabatta, Sandwiches, Flammkuchen, Paninis<br />

und Suppen serviert. An sonnigen Tagen verspeist man die im hübschen<br />

grünen Innenhof.<br />

Olpe 21, Mo-Sa 10-18 Uhr<br />

Wohnzimmer Cafébar<br />

Diese kleine, urbane Ecke im<br />

Kreuzviertel überzeugt mit gemütlichem<br />

Ambiente und pfiffiger<br />

Karte. Von Frühstück über Kuchen über Tapas-Teller bis Feierabendbier.<br />

Neuer Graben 16, Mo 17-23, Di-So 10-0 Uhr<br />

Café Lotte Bistro & Brasserie<br />

Das Café Lotte beschert Dortmund gleich an zwei Trendecken beste Gastronomie.<br />

Auf einer Ecke der Saarlandstraße findet sich das kleine, charmante<br />

Bistro, in dem hausgemachte Kuchen und Süßspeisen den Ton angeben.<br />

Die Brasserie lockt ins Kaiserviertel, wo neben Kuchen und Frühstück<br />

auch warme Gerichte wie Steaks oder Maultaschen überzeugen.<br />

Bistro: Dresdener Str. 21, Mo-Sa 9-19, So 10-19 Uhr<br />

Brasserie: Kaiserstraße 15, Mo-Sa 9-23, So 10-23 Uhr<br />

Hof- und Straßencafé<br />

Im vermutlich schönsten Hinterhof Dortmunds lädt ein heimeliges Café zu<br />

pfiffigem Mittagstisch oder gemütlichem Kaffekränzchen. Im Straßenpendant<br />

zum Hofcafé fläzt man bei Waffeln am Stiel, veganem Apfelkuchen<br />

oder nem Süppchen mit Blick aufs U im Schaufenster.<br />

Hofcafé: Huckarder Straße 12, Mo-Fr 10-17 Uhr<br />

Straßencafé: Rheinische Straße 24, Di-Fr 9:30-18:30, Sa+So 10-18<br />

Foto: Neues Schwarz<br />

28 Wintersemester 2016/17


C A F É S<br />

Café Winzigschön<br />

In den ehemaligen Hallen eines Reformhauses sitzt man nun an langen Tischen<br />

in einem gemütlichen Wohnzimmer. Ja, winzig und schön ist es<br />

hier, der Name ist tatsächlich Programm. Neben Kaffeespezialitäten kann<br />

man hier noch ein schönes Weinchen trinken und eine Kleinigkeit essen.<br />

Moltkestraße 18, Mi 12-17, Do-Fr 12-22, Sa 10-17 Uhr<br />

WWW.HOCHSCHULE-RUHR-WEST.DE<br />

Café Ostende<br />

Im Ostende ist’s schön: Die Atmosphäre ist familiär, die Snacks preiswert,<br />

die kulturellen Veranstaltungen mannigfaltig. Es werden Wraps und<br />

Crêpes zur Sportübertragung gereicht, Pizza und Pide aus dem Holzofen<br />

beim Pub-Quiz verspeist und auf der Terrasse gönnt man sich Bierchen.<br />

Oststraße 64, Mo-So 11-14.30 & 18-24 Uhr<br />

STARTE DEINEN MASTER<br />

AN DER HOCHSCHULE RUHR WEST<br />

MASTERSTUDIENGÄNGE:<br />

Foto: Inga Pöting<br />

Espresso Fino<br />

Das Kaffee Lebensgefühl ist, weiß man auch im Espresso Fino in der Duisburger<br />

Innenstadt. Dementsprechend liebevoll verhält man sich im Umgang<br />

mit Espressomaschine, Milchschäumer und Cappuccinotasse. Da<br />

landet auch schon mal ein Herz im kaffeekrönenden Milchschaum. Außerdem:<br />

Tee, selbstgemachte Limonade, Ciabatta, Biscotti oder Kuchen.<br />

Salvatorweg 6, Mo-Sa 9-19 Uhr<br />

• Bauingenieurwesen (neu ab 2017)<br />

• Betriebswirtschaftslehre<br />

• Informatik<br />

• Systemtechnik<br />

• Technisches Produktionsmanagement<br />

• Wirtschaftsingenieurwesen-Energiesysteme<br />

Mimi e Rosa<br />

Im durchgestylten Mimi e Rosa scheint italienischer Flair genauso kompakt<br />

und gut komprimiert, wie die Fülle des Kaffees in einem Tropfen Espresso.<br />

Unkompliziert ist auch die Speisekarte: Nicht zu viel Auswahl, prägnante<br />

Gerichte, gutes Handwerk. Das dritte Standbein ist Wein.<br />

Dellstr. 36, Di-Do 12-15.30, Fr 18-24 Uhr<br />

Café Engelbert<br />

Trotz altbackenem Namen bietet dieses Lokal topmoderne Kaffeekultur.<br />

Dazu gehören Heißgetränke, selbstgebackene Kuchen und Suppen in<br />

Weckgläsern. Außerdem wird ganztägig Frühstück aufgetischt – auch vegan.<br />

So lässt es sich leben.<br />

Ludgeriplatz 25, Mi-So 10-18 Uhr<br />

DUISBURG<br />

Inizio Espresso Bar<br />

Clevere Mischung aus Italo-Flair, Café-Klassikern und Neumoderne: Neben<br />

italienischen Kaffeespezialitäten gibt es auch vegane Varianten, neben<br />

Frühstück mit Rührei und Strammem Max stehen lockere Pastagerichte,<br />

neben Snacks wie Wurst und Käse hausgemachte Torten.<br />

Münchener Str. 16, Mo -Fr 8.30-18 Uhr, Sa 9-15Uhr<br />

Wintersemester 2016/17<br />

29


K O L U M N E<br />

Die 90er sind tot,<br />

lang leben die 90er!<br />

Mit dem Smartphone halten wir die Zukunft in den Händen. Und was tun wir nostalgiegeplagten, retrosüchtigen Twentysomethings damit? Pokémon<br />

spielen! Und dabei Blair Witch gucken, Tattooketten tragen und zu Vengaboys abfeiern. Zeit, sich zu fragen, warum wir eigentlich lieber in<br />

einer vergangenen Dekade leben, als im Hier und Jetzt.<br />

K O L U M N E<br />

Man braucht nicht lange suchen, um im Jahr<br />

2016 wiederauferstandene Relikte der 90er im<br />

ganz alltäglichen Leben zu entdecken. In die<br />

Jahre gekommene Boybands wie Take That oder<br />

Caught in the Act touren auf Comebackreise, Akte<br />

X und Full(er) House laufen wieder, Friends<br />

kommt auch zurück, Scream ist jetzt eine Serie,<br />

Baywatch- und Power Rangers-Filme werden<br />

gedreht, man trägt wieder dicke Doc Martens<br />

und bauchfreie Crop Tops, ein Clinton will Präsident(in)<br />

der USA werden und zahllose 90er-Filme<br />

bekommen eine Fortsetzung. Sind wir betrunken,<br />

also im höchsten Maße verletzlich und<br />

ehrlich, wollen wir einfach nur die Bravo Hits 97<br />

reinschmeißen und gröhlend mit Gleichgesinnten<br />

im Kreis tanzen. Und Gleichgesinnte gibt es<br />

viele, schließlich teilt eine ganze Generation die<br />

Gemeinsamkeit „Born in the 90s“.<br />

Die 90er sind dabei viel mehr als nur ein Jahrzehnt,<br />

das am 1.1.1990 anfing und am<br />

1.1.2000 schlagartig aufhörte. Viel mehr beschreibt<br />

der Begriff „90er“ eine bestimmte Phase,<br />

ein Gefühl und einen Lebensstil, der irgendwo<br />

in den 90er Jahren geboren wurde und noch<br />

über die Jahrhundertwende hinausschwappte.<br />

Diese Phase gilt als eine der sorglosesten in der<br />

modernen Weltgeschichte. Die großen<br />

Kriege des 20. Jahrhunderts waren<br />

beendet, die Mauer gefallen, neue<br />

Technologien revolutionierten den<br />

Alltag mit immer neuen Innovationen,<br />

die Welt war augenscheinlich<br />

auf dem Weg in eine strahlende Zukunft.<br />

Kaum verwunderlich also,<br />

dass wir uns in den aktuell mehr als prekären<br />

Zeiten dorthin zurückwünschen – vor allem,<br />

weil die auf der momentanen 90er-Welle reitende<br />

Generation dieses sowieso schon als sorglos<br />

beschriebene Jahrzehnt durch arglose Kinderaugen<br />

wahrgenommen hat. Heute leben wir mit<br />

globalem Terror, einer von Globalisierung eingeschrumpften<br />

Welt, in der alle Probleme uns<br />

plötzlich persönlich betreffen. Das vor allem<br />

dank den sozialen Medien, die jedes Thema<br />

ganz nah ans uns heranbringen, die den Terror<br />

quasi persönlich machen, weil wir plötzlich von<br />

jedem Anschlag selber betroffen scheinen.<br />

Natürlich wünscht sich fast jeder zurück in seine<br />

Kindheit. Früher war ja alles besser. Während<br />

im 17. Jahrhundert <strong>No</strong>stalgie für den Schweizer<br />

Mediziner noch als Krankheit galt, an der vor allem<br />

Soldaten im Ferneinsatz litten, versammelt<br />

Journalist und Autor Daniel Retting heutzutage<br />

in seinem Buch „Die guten alten Zeiten. Warum<br />

<strong>No</strong>stalgie uns glücklich macht“ wissenschaftliche<br />

Erkenntnisse, die <strong>No</strong>stalgie als Motor für<br />

positive Charaktereigenschaften und soziales<br />

Verhalten erkennt.<br />

Dennoch hat das 90er-Revival längst<br />

eine andere Qualität, als bloße <strong>No</strong>stalgie.<br />

Die emotionalen Faktoren, die bedingen,<br />

dass wir uns mit Musik, Mode,<br />

Filmen und anderen Konsumgütern<br />

zurück in die unkomplizierten 90er<br />

wünschen, bleiben nicht vage in der<br />

Luft hängen. Viel mehr, und dafür dürfen wir der<br />

Logik des Kapitalismus danken, haben pfiffige<br />

Köpfe in Marketingabteilungen weltweit unsere<br />

Schwäche für die 90s längst erkannt und daraus<br />

ein gewinnbringendes Wirtschaftskonzept<br />

gestrickt. Alles soll die Kinder der 90er ansprechen<br />

– also die Generation der heute 20- bis etwa<br />

35-Jährigen, die in der 90er-Phase aufwuchsen<br />

und heute die trendsetzende<br />

Kraft der Gesellschaft ist, da sie<br />

gleichzeitig jung und kaufkräftig ist.<br />

Auf deren Geschmack und <strong>No</strong>stalgiesucht<br />

ist das Angebot zugeschnitten.<br />

So clever dieses Ausbeuten unserer<br />

Flucht zurück in die Kindheitstage<br />

auch sein mag, so zeigt sich stellvertretend am<br />

Beispiel der immer neue Remakes-ausspuckenden<br />

Filmbranche, dass hier nicht nur Cleverness<br />

waltet, sondern auch Verzweiflung.<br />

Es ist keine Frage, dass das Kino kriselt<br />

– immer weniger Geld wird an Kinokassen<br />

umgesetzt, heute streamt<br />

man im Internet, das Format der Serie<br />

rennt gerade am Format Film vorbei<br />

usw. Die Filmindustrie reagiert darauf<br />

mit Remakes, Reboots und Sequels.<br />

Aus Angst vor noch mehr Verlusten<br />

wird wenig Neues probiert und<br />

man gießt lieber alte Ideen neu auf. Am liebsten<br />

jene, die in den 90ern so gut funktioniert haben.<br />

Aber kann unser Wunsch nach <strong>No</strong>stalgie so gnadenlos<br />

gedehnt werden? Oder sind wir der 90er<br />

bald schon überdüssig? Auch hier zeigen die aktuell<br />

mit Fortsetzungen und Remakes vollgestopften<br />

Kinocharts: Ja, so langsam wollen die<br />

Leute nicht mehr nur in der Vergangenheit hängen<br />

und strafen Filme wie Independence Day 2,<br />

Zoolander 2, Blair Witch 3 und die hundertste Inkarnation<br />

der Ninja Turtles mit Desinteresse ab.<br />

Es bleibt also, wie es eigentlich immer<br />

war: Die Zukunft liegt nicht in<br />

der Vergangenheit. Ohne sie geht es<br />

aber auch nicht. Schauen wir etwa<br />

auf die Poké-Rennaissance findet<br />

sich ein schönes Beispiel, wie das<br />

Altbekannte neue Ideen pushen<br />

kann. Das kluge und progressive Spielkonzept<br />

der massiv erfolgreichen App Pokémon Go wurde<br />

schon im ersten Spiel Ingress der Entwicklerfirma<br />

Niantic verwendet, fand seinen verdienten<br />

Weg in die Massenkultur aber erst durch das Heranziehen<br />

eines beliebten Juwels aus den 90-<br />

ern: Die Pokémon. So zeigt sich doch, dass wir<br />

die Vergangenheit nicht bloß kopieren und wiederholen,<br />

sondern sie konstruktiv verwenden<br />

sollten. Wir sollten aus ihr lernen, sollten ihre<br />

Fehler nicht nachahmen, sondern sie verhindern.<br />

Wir dürfen uns nicht an alte Konzepte,<br />

Ideen und Ideologien wenden und glauben, dass<br />

diese uns heute im Hier und Jetzt mit unseren<br />

aktuellen Problemen weiterhelfen könnten. Wir<br />

müssen die Vergangenheit als Folie nutzen und<br />

darauf unsere eigenen Pläne zeichnen. Wir<br />

müssen erwachsen genug sein, die 90er endlich<br />

hinter uns zu lassen. Immerhin wartet<br />

schon eine neue Generation auf ihr<br />

00er-Comeback…<br />

LUKAS VERING<br />

schrieb diesen Text bei einem Besuch<br />

im Elternhaus in seinem alten<br />

Kinderzimmer auf dem Smartphone<br />

– passender geht‘s wohl nicht ...<br />

30 Wintersemester 2016/17


Die harte Realität<br />

holt das<br />

romantisch verklärte<br />

Studentendasein<br />

oft<br />

schon im ersten<br />

Semester ein.<br />

Diese Campus-<br />

Romane, -Filme<br />

und -Serien helfen,<br />

sich an andere<br />

Orte zu<br />

träumen – und<br />

streicheln dabei<br />

die gebeutelte<br />

Studi-Identität.<br />

Szene aus „Everybody wants some!!“<br />

Fiktionale Uni<br />

Foto:© 2016 Constantin Film Verleih GmbH / Van Redin<br />

Foto: Goldmann Verlag<br />

Die geheime Geschichte (Roman)<br />

Der Erstling der Pulitzer-Preisträgerin Donna<br />

Tartt („Der Distelfink“) ist ein genial komponierter<br />

Campus-Roman, der vor allem durch seine<br />

wohlig-düstere Stimmung überzeugt. Der 20-<br />

jährige Richard stammt aus einfachen Verhältnissen,<br />

am College in Vermont wird er in den elitären<br />

Kreis der Altgriechisch-Studenten aufgenommen.<br />

Bei ausufernden Trinkgelagen im<br />

Landhaus des reichen Francis gewinnt der Protagonist<br />

das ungute Gefühl, dass seine Kommilitonen<br />

– allesamt klug, verschlossen und diabolisch – ein dunkles Geheimnis<br />

hüten. Gleichzeitig durchlebt er viele Höhen und Tiefen des Studentendaseins:<br />

Zweifelhafte Bekanntschaften, eiskalte Winter ohne Heizung,<br />

schöne Literatur und die große Liebe.ip<br />

Foto:© 2016 Constantin Film Verleih GmbH / Van Redin<br />

Everybody wants some!! (Film)<br />

Im neuesten Werk von Regisseur<br />

Richard Linklater („Boyhood“,<br />

„School of Rock“) flimmert sich das<br />

US-Campusleben der achtziger Jahre<br />

in schillernden Klischee-Farben in<br />

die Herzen. Ein Baseball-Team wohnt,<br />

trainiert und feiert zusammen, dabei<br />

werden ordentlich Sprüche gekloppt<br />

und Mädels abgeschleppt. Die schönen<br />

Bilder, die tollen Kostüme und die coole Musik entschädigen dabei für<br />

den platten Tonfall, der den Sprung auf die Satire-Seite nicht immer eindeutig<br />

schafft. Auch die Story dümpelt eher vor sich hin, als Spannung<br />

aufzubauen – dafür ist die Hauptfigur ein Schönling mit guten Manieren,<br />

den man einfach ins Herz schließen muss.ip<br />

Foto: Rowohlt Verlag<br />

Unsichtbar (Roman)<br />

Dieses Meisterwerk der leicht konsumierbaren<br />

und dennoch anspruchsvollen amerikanischen<br />

Gegenwartsliteratur beginnt am Campus der Columbia<br />

University in New York, wo der Literaturstudent<br />

Adam Walker eine Literaturzeitschrift<br />

gründen will. Sein Unterstützer, der französische<br />

Dozent Rudolf Born, entpuppt sich dabei schon<br />

bald als teuflischer Charakter, dessen Wege und<br />

Beweggründe unergründlich sind. In vier Teilen<br />

erzählt Paul Auster die Geschichte aus verschiedenen<br />

Perspektiven und spielt dabei meisterlich mit den Grenzen von Fiktion<br />

und Wirklichkeit. Es geht um richtige und falsche Entscheidungen, um<br />

Familie, um Sex und immer wieder um Literatur. Ein Roman, der klug sich<br />

selbst diskutiert und dabei fesselt bis zum Schluss.ip<br />

Der Campus (Roman und Film)<br />

Ein neuer Klassiker mit etwas fadem Beigeschmack<br />

ist die ebenso beißende wie klischeereiche<br />

Satire über den deutschen Uni-Betrieb<br />

von Anglistikprofessor Dietrich Schwanitz. Es<br />

geht um eine Sex-Affäre zwischen Prof und Studentin.<br />

Erst gerüchteweise, dann medial und<br />

hochschulpolitisch mutiert das Techtelmechtel<br />

zur sexuellen Nötigung. Ein Intrigenfeuerwerk<br />

beginnt. Und so malt der Autor lustvoll und nicht<br />

gerade subtil ein viel und laut belachtes Bild der<br />

angeblich so politisch korrekten Universität der Gegenwart. Dabei verbindet<br />

er eine persönliche Untergangsgeschichte mit einem teils irrwitzigen,<br />

paranoiden Panoptikum von Klischeefiguren. Der 1995 erschienene Bestseller<br />

wurde 1998 von Sönke Wortmann mit Heiner Lauterbach verfilmt.tt<br />

Foto: Goldmann Verlag<br />

32 Wintersemester 2016/17


F I K T I O N A L E U N I<br />

Gilmore Girls (Serie)<br />

Hach, Rory! Wir würden alle sofort mit dir tauschen: Du studierst in den altehrwürdigen Gebäuden<br />

der Yale University, wirst Chefredakteurin der „Yale Daily News“ und bewirkst einen Charakterwandel<br />

des hübschen Logan – vom arroganten Studentenverbindungs-Schnösel zum liebenden Boyfriend.<br />

Ab und zu brennt dir in stressigen Momenten eine Sicherung durch und du machst inmitten all der<br />

Perfektion fürchterlichen Mist – was dich nur noch sympathischer macht. Gilmore Girls ist ein absolutes<br />

Muss für alle sehnsüchtigen College-Girls, aber auch für Freunde amerikanischer Uni-Klischees,<br />

schneller, gewitzter Dialoge und der ausufernden Suche nach der wahren Liebe. Zur Uni geht<br />

Rory erst in Staffel vier – davor lebt sie mit ihrer nur 16 Jahre älteren Mom Lorelay in der fiktiven<br />

Kleinstadt Stars Hollow und kämpft zwischen Privatschule und erstem Freund mit Coming-of-Age-<br />

Fragen. Netflix hat für den 25.11.2016 ein Revival der 2007 ausgelaufenen Serie angekündigt – vier<br />

Folgen in Spielfilmlänge!ip<br />

Foto: Saeed Adyani/Netflix<br />

How to Get Away with Murder (Serie)<br />

Ein elitärer Jura-Kurs, eine brilliante Professorin<br />

und ein zweifelhafter Mordfall: Diese<br />

Serie ist so spannend, wie sie klingt. Die Dozentin<br />

Annalise Keating unterrichtet an der<br />

Middleton Law School den Kurs „Einführung<br />

in das Strafrecht“ – oder, wie sie ihn nennt:<br />

„How to Get Away with Murder“. Als Anwältin<br />

vor Gericht lässt sie sich von ihren fünf talentiertesten<br />

Studentinnen und Studenten<br />

unterstützen. Natürlich ist der ganze Hörsaal<br />

erpicht auf den Job an der Seite der charismatischen<br />

Dozentin, die allerdings auch<br />

mysteriös und manipulativ auftritt. Und es<br />

kommt, wie es kommen muss: Das Gute und<br />

das Böse bleibt wie in so vielen guten Serien<br />

nicht klar getrennt. Denn die fünf Auserwählten<br />

und Keating werden schließlich<br />

selbst in einen Mord verwickelt. Insgesamt<br />

greift das Orange-Is-The-New-Black-Erfolgsrezept:<br />

Es treten Figuren und Perspektiven<br />

in Erscheinung, die in der westlichen Serienlandschaft<br />

nicht alltäglich sind. Was manchmal<br />

an Perfektion in der Dramaturgie fehlt,<br />

wird durch die tolle Besetzung ausgeglichen.<br />

Hauptdarstellerin Viola Davis wurde für ihre<br />

Schauspielleistung in der Serie mit einem<br />

Emmy ausgezeichnet.ip<br />

MEHR TERMINE AUF:<br />

OLEPARTY.DE<br />

08.07.2017<br />

SPARKASSENPARK MG<br />

15.07.2017<br />

SPARKASSENPARK MG<br />

22.07.2017<br />

SPARKASSENPARK MG<br />

INFOS & TICKETS UNTER:<br />

WWW.ARAG-BIGAIR.DE<br />

2./3.12.2016 SPARKASSENPARK MG<br />

Sommersemester 2016<br />

DEICHKIND<br />

05.08.2017<br />

SPARKASSENPARK MG<br />

TICKETS UNTER: SPARKASSENPARK.DE<br />

BEGINNER<br />

ADVANCED CHEMISTRY TOUR 2017<br />

20.03.2017 LANXESS ARENA KÖLN<br />

24.03.2017 MITSUBISHI HALLE DÜSSELDORF<br />

33


E V E R Y D A Y R U H R G E B I E T<br />

Dem Pott ein Gesicht geben<br />

Prägnantes Motiv und beliebtes Model: DIe Halde Hoheward in Herten<br />

Foto: Matthias van der Zalm (@ciderage)<br />

Auf einer Uni-Exkursion der Ruhr Uni-Bochum nach Indien begann die Geschichte des Kollektivs everydayruhrgebiet,<br />

das über soziale Medien die schönsten Flecken und Details aus dem Ruhrpott mit der Welt teilt. Lukas Vering sprach mit<br />

Cheffotograf Matthias van der Zalm über Ruhrklischees, Community und die Aussagekraft des Bildes.<br />

„Es gibt hier so viel zu entdecken, mehr als in manchen Großstädten“, erzählt<br />

Matthias mit Begeisterung. „Die Dichte an Fotomotiven ist riesig.“<br />

Die Liebe zum Ruhrgebiet ist der Motor für das Projekt everydayruhrgebiet,<br />

für das Matthias Fotos schießt, die Verwaltung übernimmt und das<br />

Instagram-Profil mit Leben füllt. Das ist nämlich das Herzstück der Sache.<br />

„Die Idee zu everydayruhrgebiet hatten unsere Gründer Michael Harrington<br />

und Natalie Berg bei einer Uni-Exkursion in Indien, wo sie über das<br />

Konzept des everday-Hashtags gestolpert sind – den gibt es für viele Länder<br />

und Regionen in der Welt. Nur für das Ruhrgebiet eben noch nicht.“<br />

Kurzerhand eröffneten die beiden RUB-Studenten ein Instagram-Profil und<br />

trugen die everyday-Idee ins Ruhrgebiet – dabei geht es um die Repräsentation<br />

der Region und um das Aufbauen einer interaktiven Community.<br />

Mitmachen kann nämlich jeder, der ein Bild auf Instagram postet und es<br />

mit #everydayruhrgebiet versieht – die besten, schönsten und interessantesten<br />

Ansichten reposten die Instagrammer von everydayruhrgebiet<br />

dann über ihr Profil. Damit bescheren sie den Fotografen nicht nur Aufmerksamkeit,<br />

sie basteln auch an einem Bild des Ruhrgebiets, das antiquierte<br />

Ansichten ausräumt. „Es gibt ja wirklich Menschen in anderen<br />

Bundesländern, die noch den Eindruck haben, man könnte hier die Wäsche<br />

nicht raushängen, weil sie dann schwarz wird.“ Zu sehen gibt es unter<br />

#everydayruhrgebiet markante Architektur, romantische Natur und<br />

kulturelle Events aus der Region. „Klar, Sonnenuntergänge und Industriekultur<br />

gehen immer, wir wollen aber auch darüber hinaus dokumentieren.“<br />

Die jetzigen Kollegen traf Matthias an der Uni. „Das war ganz lustig, ich saß<br />

in einem Seminar und hatte die Kamera dabei. Zufälligerweise saß Michael<br />

neben mir und fragte, was ich denn damit vorhabe…“ Seitdem hilft er bei<br />

dem Projekt mit. „Und dann sind da noch Malte und Julius, mit 16 Jahren<br />

unser Jüngster. Beides User, die wir oft gefeatured haben und die irgendwann<br />

auf uns zu kamen, weil sie sich am Projekt beteiligen wollten.“ Interaktive<br />

Community ist bei everydayruhrgebiet also nicht nur eine Phrase.<br />

Foto: Julius Wieler (@juliuswieler)<br />

Foto: Matthias van der Zalm (@ciderage)<br />

Foto: von Natalie Berg (@xnatschx)<br />

Foto: Malte Stocker (@maldederalde)<br />

Foto: Michael Harrington (@oharrachtain)<br />

34 Wintersemester 2016/17


E V E R Y D A Y R U H R G E B I E T<br />

Instagram sieht Matthias als wichtiges Medium. „Heute geht eigentlich alles<br />

nur noch übers Bild. Und es ist ja auch so: Ein Bild sagt mehr als viele<br />

Worte. Ein Blick auf unser Profil reicht doch, um zu sehen, dass unsere Region<br />

bunt und vielfältig ist. Diese visuelle Kommunikation bietet sich perfekt<br />

an, um einen Querschnitt zu präsentieren.“ Dass Instagram mit seiner<br />

Flut an Bildern aber auch viel Quatsch beinhaltet, will er nicht bestreiten.<br />

„Manchmal muss man lange suchen, aber dann stößt man auf Hashtags<br />

oder Profile, die super interessant sind. Gute Fotos müssen etwas<br />

wiedergeben, etwas zeigen, Konzept haben. Da gehört natürlich mehr dazu,<br />

als einfach auf den Auslöser zu drücken. Darum sammeln wir ja auch<br />

die guten Bilder, um unserer Region ein Gesicht zu geben – durch mehr<br />

als Blümchen und Selfies.“<br />

Dieses Gesicht scheint zu gefallen. In einem Jahr sammelten everydayruhrgebiet<br />

über 4000 Follower – eine steile Kurve. Inzwischen gibt es sie<br />

auch auf Facebook und tumblr. Die Community wächst. Matthias erklärt<br />

den Erfolg durch Interaktion. „Man muss mit den Menschen kommunizieren.<br />

Bilder liken, kommentieren, reagieren, miteinander reden. Zu unseren<br />

Bildern erzählen wir zudem immer Geschichten, also wer hat es geschossen,<br />

wo kommt es her, was sieht man. So zeigen wir, dass es eine persönliche<br />

Sache ist.“ Außerdem organisiert Matthias unregelmäßig Feature-<br />

Weeks, etwa zu den Themen Halden oder Buden. Zu letzterer wurden User<br />

aufgerufen, ihr schönstes Kiosk-Bild inklusive passender Geschichte einzusenden.<br />

Die Besten wurden zum offiziellen Tag der Trinkhallen über instagram<br />

geteilt. Im Rahmen der Wittener Sagentage wurden einige Werke<br />

der instagrammer auch schon ausgestellt, jüngst gab es für besonders<br />

schmackhafte Food-Pics ein Dinner im Essener Szenelokal zu gewinnen.<br />

Und was ist das Lieblingsmotiv des versierten Ruhrpottfotografens? „Ich<br />

mag besonders die Industriekultur. Man sieht, wie es hier mal gewesen<br />

ist, man spürt die Vergangenheit, und sieht wie es sich verändert hat und<br />

wie wir an alldem teilhaben können. Landschaftspark, Zeche Zollverein,<br />

Halden, Tiger & Turtle oder das Tetraeder finde ich besonders reizend. Und<br />

natürlich die Mülheimer Altstadt mit ihrer besonderen Architektur. Aber<br />

vielleicht ist das auch, weil ich aus Mülheim komme.“ Echte Pottliebe halt.<br />

@everydayruhrgebiet sind:<br />

Wir suchen<br />

engagierte, gesunde<br />

Studenten / Innen!<br />

Über<br />

35 Jahre<br />

Erfahrung<br />

in der klinischen<br />

Forschung<br />

Sie sind mindestens 18 Jahre alt<br />

und haben Interesse, an klinischen<br />

Studien in Wuppertal teilzunehmen?<br />

Für Ihre Teilnahme erhalten Sie<br />

eine angemessene Aufwandsentschädigung.<br />

Malte Stocker (@maldederalde)<br />

Natalie Berg (@xnatschx)<br />

Matthias van der Zalm (@ciderage)<br />

Wir freuen uns auf Ihren Anruf.<br />

Julius Wieler (@juliuswieler)<br />

<strong>coolibri</strong><br />

findet ihr auf<br />

instagram<br />

unter<br />

@<strong>coolibri</strong>magazin<br />

Michael Harrington (@oharachtain)<br />

0800 724 1363<br />

Mo. bis Fr. 7 – 18 Uhr<br />

info.wuppertal@crs-group.de<br />

www.probandeninfo.de<br />

Wintersemester 2016/17<br />

35


F L O H M A R K T<br />

Die Flohmarkt-Challenge<br />

Abrechnung:<br />

Hose: 4€<br />

Mütze: 10€<br />

Tasche: 10€<br />

Hemd: 4€<br />

T-Shirt: 1,50€<br />

T-Shirt mit Cobra: 2,50€<br />

Lederjacke: 4€<br />

Scotland Yard: 4€<br />

Pommes Currywurst: 5€<br />

D o r t m u n d<br />

Samstagnachmittag im Herzen der<br />

Dortmunder <strong>No</strong>rdstadt: Vor dem Depot<br />

hat sich eine Menschenschlange gebildet,<br />

die beim Warten weiße Dampfwolken<br />

in die kalte Luft atmet. Während<br />

ich die gut gefüllte Halle betrete, frage<br />

ich mich, ob ich meine 50 Euro überhaupt<br />

loswerde, denn Männerkleidung<br />

war auf bisherigen Trödelausflügen<br />

meist Mangelware. Doch schon am ersten<br />

Tisch finde ich ein ansehnliches<br />

Hemd, tappe dabei aber in die erste<br />

Flohmarktfalle: Voll der Euphorie über<br />

den schnellen Fund vergesse ich das<br />

Verhandeln. Egal,<br />

dafür bin ich jetzt in<br />

Kauflaune.<br />

Was auch gefährlich<br />

ist, denn schon<br />

erstehe ich im Taumel<br />

willkürlich ein<br />

Accessoire. Das<br />

Foto: Lukas Vering<br />

Eintritt: 3€<br />

nennt man wohl Impulskauf. Die ersten<br />

euphorischen fünf Minuten sollte man<br />

sich zügeln. Jetzt bin ich achtsamer –<br />

erst mal weitergehen, abwägen, liegen<br />

lassen, nicht die erstbeste Wahl aus<br />

Angst vor dem Leerausgehen abgreifen.<br />

Den nächsten Schnitzer leiste ich mir<br />

beim Fund eines T-Shirts mit Cobra. Das<br />

finde ich witzig – was man Verkäufern<br />

lieber nicht verrät. Denn als ich nach einer<br />

Weile wiederkomme, erinnert man<br />

sich zu gut an mein Interesse und das<br />

Feilschen wird zur Zerreißprobe. Inzwischen<br />

bin ich aber im Modus und verhandle<br />

mit freundlicher Hartnäckigkeit<br />

bis zur Preissenkung. Nun beginnt die<br />

Suche nach Hose und Schuhen. Hier genau<br />

die richtige Größe zu erwischen, ist<br />

absolutes Glücksspiel. Beim Thema<br />

Schuhe kapituliere ich, eine Hose finde<br />

ich im Stapel eines Händlers mit mir<br />

ähnlicher Kurzbeinigkeit. Ein bisschen<br />

weiter stöbern, freundlich schnacken,<br />

die Atmo mit DJ-Beats genießen und<br />

schon ist das Geld in Lederjacke, Mütze<br />

und Scotland-Yard-Spiel investiert.<br />

Mein Fazit: Wirklich modisch ist mein<br />

Ensemble nicht,<br />

aber um besondere<br />

Einzelteile für kleines<br />

Geld zu ergattern,<br />

gibt es wohl<br />

keine bessere Adresse,<br />

als einen<br />

Nachtflohmarkt.<br />

Foto: Lisa Sänger<br />

36 Wintersemester 2016/17


F L O H M A R K T<br />

Zwei Städte, zwei Märkte, zwei Redakteure und 50 Euro –<br />

wer schafft es damit, ein komplettes Outfit zu ergattern?<br />

In Dortmund stürzte sich Lukas Vering ins Getümmel, in<br />

Düsseldorf wagte Nadine Beneke den Trödeltest.<br />

Abrechnung:<br />

Tuch: 7,50€<br />

Lederjacke: 15€<br />

Hose: 6,50€<br />

Top: 1€<br />

Tasche: 4€<br />

Armband: 1€<br />

Stiefel: 10€<br />

Gürtel: 2€<br />

Eintritt: 3€<br />

Samstagabend im studentischen Düsseldorf-Bilk:<br />

Beim Nachtkonsum im<br />

Boui Boui Bilk haben sich nicht nur jede<br />

Menge stylische Mädels und Jungs versammelt,<br />

auch Musik, Food Trucks und<br />

Festivalatmosphäre laden zum Geldausgeben<br />

ein. Und genau deshalb bin<br />

ich heute Abend ja hier. 50 Euro sind im<br />

Anschlag. Los geht’s ins Gewühl. Nach<br />

einer Leerlauf-Runde – um das Angebot<br />

auszuloten – sticht mir eine Hose meiner<br />

Lieblingsmarke ins Auge. Eigentlich<br />

ein guter Anfang: Die Jeans kann<br />

schließlich die Grundlage eines jeden<br />

Outfits sein. Gehandelt,<br />

gekauft! Ein<br />

Stückchen weiter<br />

stehen gar göttliche<br />

Schuhe, die<br />

Western-mäßig gut<br />

zur Jeans passen.<br />

Größe 42, „fällt aus<br />

wie 41“, sagt die hippieske Verkäuferin.<br />

So ein Glück! Da lege ich gleich das Geld<br />

auf den Tisch.<br />

Am Stand nebenan kaufe ich wie im<br />

Rausch weiter. Armband, Gürtel. Ich sehe<br />

mich innerlich im Südstaatendress<br />

davonreiten. Ich jage durch die Hallen,<br />

beschwingt von der bluesigen Livemusik<br />

im Hintergrund, und entdecke ein<br />

Oberteil. Nicht nur die schlichte Farbe<br />

und die extravagante Form, auch die<br />

Ansage „ein Euro“ lassen mich zugreifen.<br />

Fast ein Outfit. <strong>No</strong>ch 26,50 Euro<br />

übrig. Ein Träumchen! Los also zur Lederjacke,<br />

die gar herrlich zu Schuhen<br />

und allem anderen Schnickschnack<br />

passt. Die Frau am Stand streichelt<br />

noch einmal zärtlich übers Leder, bevor<br />

ich ihr das gute Stück aus der Hand<br />

nehme. Eine Tasche mit Herzchenverschluss<br />

finde ich drei Stände weiter. Erneut<br />

im Kreis gegangen, erblicke ich<br />

ein weiches, wunderschönes Tuch, „das<br />

im Laden 50 Euro kostet“, wie die<br />

Standbetreiberin verkaufstüchtig bemerkt.<br />

Ich bettle und erzähle, dass das<br />

hier quasi Shopping Queen ist, und bekomme<br />

das schmucke Teil für die übrig<br />

gebliebenen 7,50<br />

Euro. Mein Fazit: Ein<br />

Outfit für 50 Euro?<br />

Auf diesem wunderbaren,<br />

nächtlichen-<br />

Flohmarkt kein Problem<br />

– egal für welchen<br />

Anlass.<br />

Foto: Julia Gagaik<br />

Foto: Nadine Beneke<br />

D ü s s e l d o r f<br />

Wintersemester 2016/17<br />

37


M Ä R K T E<br />

Schatzsuche<br />

Trödeln an der RUB<br />

Foto: Brauns Märkte<br />

Trödelschatz, Designerstück, DIY-Deko oder das letzte Puzzleteil, das die Sammlung<br />

vervollständigt. So manches Lieblingsstück hat sich schon auf den Tischen der diversen<br />

Märkte in der Region gefunden. Wo ihr eures entdeckt, erfahrt ihr hier.<br />

Deine eigenART: Auf dieser Realwerdung<br />

des kreativen Online-Marktplatzes<br />

DaWanda stellen talentierte Hobbykreativlinge<br />

ihre selbstgemachten Designstücke<br />

und Kunstwerke aus. Viel Schmuck,<br />

viel Deko, viel Hübsches.<br />

30.10. (11-17) Weststadthalle, Essen;<br />

5.11. (12-18h), Stahlwerk, Düsseldorf<br />

KlimBim: An coolen Adressen vertrödeln<br />

hippe Mädels ihre abgelegten Kleider<br />

und selbstgemachten Designstücke.<br />

Die KlimBim-Märkte haben dabei den Ruf<br />

weg, einer der coolsten Termine im Shoppingkalender<br />

zu sein.<br />

5.11. (12-17h) Druckluft, Oberhausen;<br />

13.11. (12-17h) Mensa, TU Dortmund<br />

An der alten Dreherei: Hier sind nur<br />

Privathändler erlaubt, die auf Außengelände<br />

und in historischer Halle trödeln.<br />

Eintritt ist frei, die Stimmung fein.<br />

5.11.+4.12. (9-16) Dreherei, Mülheim<br />

Schallplattenbörse: Futter für Vinylfreunde<br />

und Plattenliebhaber! In schier<br />

endlosen Metern von Boxen, Tischen und<br />

Tonträgerstapeln finden sich Schätze aus<br />

allen Dekaden. Neben Platten auch CD’s,<br />

Shirts, Poster, Kalender...<br />

6.11. Grugahalle, Essen; 4.12. Stadthalle<br />

Wattenscheid; 26.12.; Westfalenhalle,<br />

Dortmund ( 11-16h)<br />

Ruhr-Antiquaria: Mehr als 30 Antiquariate<br />

versammeln sich zu diesem<br />

Markt, um Bücher aus allen Sachgebieten<br />

und Dekaden feilzubieten. Perfekt für<br />

die eigene Sammlung oder als Bastelmaterial<br />

für trendige Vintage-Ideen...<br />

6.11. (11-17h) Stadthalle Wattenscheid,<br />

Bochum<br />

Weiberkram: Bunt durch die Lande tingelt<br />

dieser Markt, auf dem Damenmode<br />

wild vertrödelt wird. Haltet in 2017 Ausschau<br />

nach Terminen in Essen, Dorsten,<br />

Oberhausen, Düsseldorf, Wuppertal usw.<br />

Den letzten Weiberkram in diesem Jahr<br />

gibt es im <strong>No</strong>vember in Neuss.<br />

13.11. Gare du Neuss, Neuss<br />

Frieda‘s and Friends: Handgemachte<br />

Kunst, kreative Ideen und schicke Einzelstückchen<br />

verspricht dieser Designermarkt,<br />

bei dem Herz und Handwerk im<br />

Vordergrund stehen. Da kann man sich<br />

mal was Nettes gönnen oder das nächste<br />

Weihnachtsgeschenk für Muttern erstehen.<br />

13.11. Rohrmeisterei, Schwerte<br />

Nachttrödelmarkt: Buntes Allerlei<br />

von Kleidung über urige Raritäten bis zu<br />

schönen Sinnfreiheiten warten auf diesem<br />

abendlichen Flohmarkt mit freiem<br />

Eintritt. Bistroverpflegung und lauschige<br />

Atmo inklusive.<br />

18.11. (18-22h) Werk-Stadt, Witten<br />

38 Wintersemester 2016/17


M Ä R K T E<br />

Nachtflohmarkt: Beim nächtlichen Trödeln zu fluffiger DJ- und Livemusik<br />

wird’s im Depot kuschelig , die Schlange vor der Halle lang, das Gewühle groß.<br />

Und wenn dann auch noch das Angebot so vielfältig, kurios und interessant<br />

ist, soll’s kein Wunder sein, wenn man in frenetischen Trödeltaumel verfällt.<br />

26.11. (17-0h) + 21.1. (17-0h), Depot, Dortmund<br />

Revierkamerabörse: Hobbyknipser und Profifotografen geben sich hier<br />

die Hand und schlendern mit Blicken von verträumt bis gierig über diese Messe<br />

rund um Foto, Film und Video. Von analog bis digital, vom antiken Edelholzmodell<br />

bis zur gebrauchten Spiegelreflex.<br />

26.11. (10-17h) Zeche Carl, Essen<br />

Designerkram: Die Reise nach Neuss ist dieser mainstreamverneinende<br />

Markt allemal wert. Im Angebot der anwesenden Labels, angehenden Kreativabsolventen<br />

und Hobbybastler stehen Designerwaren und Unikate von der<br />

stylischen Illustration über hippe Shirts bis zu selbstgeschweißtem Schmuck.<br />

27.11. (13-18h) Gare du Neuss, Neuss<br />

Antik- und Sammlermarkt: <strong>No</strong>stalgiker und Schatzsammler treffen sich<br />

schon seit über 30 Jahren alle zwei Monate zur Antiquitäten-Schnäppchenjagd<br />

in den Westfalenhallen. Eine der besten Adressen für Vintage-Mobiliar,<br />

Retro-Deko, krassen Kitsch, feine Sammlerstücke und nettes Schnacken.<br />

10.+11.12. (10-17h), Westfalenhalle, Dortmund<br />

Kunsthandwerker- und LifeStyle-Markt: Waren fern ab von der Stange<br />

verspricht dieser Markt, auf dem Design- und Kunstaffine schicke, handgemachte<br />

Werke aus den Bereichen Grafik, Textil, Schmuck, Holz usw. finden.<br />

28.+29.1.17. (12-19h) stadt.bau.raum, Gelsenkirchen<br />

Die immer aktuelle Monatsübersicht<br />

auf Märkte in ganz NRW<br />

findet ihr auf <strong>coolibri</strong>.de<br />

Flohmarkt an der TU: Viel gelobt wird der TU-Trödel, der zwar auch einige<br />

kommerzielle Kramverkäufer im Standplan zu verzeichnen hat, dafür aber im<br />

Privathändlerbereich mit tollstem Trödel und kuriosen Schätzen überzeugt.<br />

Immer einen Besuch wert.<br />

Jeden Sa (7-14h) TU, Parkplatz Emil-Figge-Straße 50, Dortmund<br />

Flohmarkt an der RUB: Zwischen dem Kleinzeug und Schrott diverser Profitrödler<br />

findet sich auf diesem Markt immer wieder Nützliches aus Studentenbestand.<br />

Vom alten Unibuch bis zu fescher Second-Hand-Kleidung. Da lohnt<br />

sich frühes Aufstehen.<br />

Jeden Sa + 1. So im Monat, (6-14h),RUB, Lennerhoffstraße, Bochum<br />

Flohmarkt an der UDE: Auch am Essener Unistandort wird Samstagmorgen<br />

gefeilscht, gehandelt und gekauft. Professionelle Händler und private Verkäufer<br />

mischen sich hier zu einem bunten Wimmelbild von Angeboten.<br />

Jeden Sa (6-14h) UDE, Parkplatz Reckhammerweg, Essen<br />

Trödelmarkt an der Rennbahn: Mehrere Termine locken immer wieder<br />

an die Wambeler Rennbahn. Auf Kieswegen, in Hallenabschnitten, unter Überdachungen<br />

und zwischen Baumstämmen wird hier klassisches Trödelgut feilgeboten.<br />

Viel Schrott, aber auch etliche Schätze.<br />

Bis Dezember jeden Do (7-14h) & 6.+27.11., Rennbahn Wambel, Dortmund<br />

Wintersemester 2016/17<br />

39


S E C O N D H A N D<br />

Die Essener Konsumreform<br />

Foto: Konsumreform Shop<br />

Zweites Leben<br />

All You Can Miet<br />

Nur einen Euro pro Woche zahlt man in diesem<br />

Indoor-Trödelmarkt für ein Regalbrett, auf dem<br />

man Selbstgemachtes und Trödeljuwelen parken<br />

kann. Dank ständig wechselnder Regalbrettbestücker<br />

lässt sich immer wieder Neues<br />

entdecken – von Schuhen über schicken<br />

Schmuck bis zu schönem Schrott. Eine feine Sache!<br />

Mo-Fr 10-19, Sa 10-17 Uhr, Brückstr. 20-<br />

26, Dortmund<br />

Second Hand Factory<br />

Auf 400 Quadratmetern Lagerhallenfläche finden<br />

sich Damen- und Herrenkleidung bester<br />

Qualität aus zweiter Hand. Schicke und moderne<br />

Kleidung, Accessoires und Sportartikel stehen<br />

im breitgefächerten Angebot. Mo-Fr 9-13<br />

und 15-19 Uhr, Sa 9-14 Uhr, Ringofenstr. 10,<br />

Dortmund Aplerbeck<br />

Ob man Geld sparen oder die Umwelt<br />

schonen will – Kleidung und andere Waren<br />

aus zweiter Hand zu nutzen, ist nicht<br />

nur ein trendiges, sondern auch ein wichtiges<br />

Thema. Wir zeigen euch, wo ihr in<br />

eurer Stadt gegen die Wegwerfgesellschaft<br />

einkaufen könnt.<br />

Oxfam<br />

Oxfam ist eine weltweit agierende Entwicklungsorganisation,<br />

die Armut bekämpft. Im<br />

Shop lassen sich Spendenware wie Kleidung,<br />

Bücher oder Deko kaufen. Die Umsätze der einzigen<br />

Oxfam-Niederlassung im Ruhrgebiet werden<br />

in soziale Projekte investiert, alle Mitarbeiter<br />

sind ehrenamtlich tätig. Mo-Fr 10-19 , Sa<br />

10-15 Uhr, Wißstr. 30-32, Dortmund<br />

Goblin<br />

Wenn euch Fludderbuchsen, Räucherstäbchen<br />

und Traumfänger Begriffe sind, werdet ihr in<br />

diesem Paradies für alles Alternative einen<br />

Freudensprung machen. Zwischen Second-<br />

Hand-Waren gibt’s hier Krimskrams von Kitsch<br />

bis Vintage. Di-Do 12-19, Fr 11-19, Sa 11-18 Uhr<br />

Stubengasse 1, Dortmund<br />

Jacke wie Hose<br />

Die Diakonie betreibt in Dortmund vier Second-<br />

Hand-Läden und ein Sozialkaufhaus. Angestellt<br />

sind hier vor allem Menschen, die einen erschwerten<br />

Zugang zum Arbeitsmarkt haben und<br />

hier lernen und probieren dürfen. Finden kann<br />

man von Möbeln über Kleidung bis zu Haushaltswaren<br />

so gut wie alles. Hohe Str 45, Wilhelm-Schmidt-Str.<br />

7, Buschei 94, Huckarder Str.<br />

354 & Sozialkaufhaus Münsterstr. 263<br />

40 Wintersemester 2016/17


S E C O N D H A N D<br />

Le Salon Vintage<br />

Es gab Zeiten, da ging man nicht ohne sein Jackett oder Korsett vor die Tür. Heute kann man mit den<br />

modischen Schätzen dieser Zeiten seine Garderobe ordentlich aufpimpen. Der Salon bietet Kleidung<br />

aus den 20ern bis zu den 70ern. Besonders das Angebot für Herren ist in der weiteren Region unerreicht.<br />

Di-Fr 12-18:30, Sa 11-15 Uhr, Oskar-Hoffmann-Str. 43, Bochum<br />

2. Hand Handelsplatz<br />

Was das Herz begehrt und die Wohnung braucht: In diesem Geschäft findet geneigter Sucher eine<br />

große Auswahl an Möbeln, Deko, Kleidung, Spielen, Elektrogeräten, Zubehör usw. Dazu kommen Aktionen,<br />

wie Kleiderkauf zum Kilopreis. Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-15 Uhr, Hermannshöhe 7, Bochum<br />

TauschRausch<br />

Seit 10 Jahren finden sich in dieser Ehrenfelder Adresse aktuelle Damenmode, Kindersachen und<br />

Babybekleidung. Angenommen werden Kleidung und Gebrauchsgegenstände, die gut erhalten und<br />

aktuell sind. Mo-Fr 9:30-13 und 15-18, Sa 10-13 Uhr, Hattinger Str. 59, Bochum<br />

Einzigartig<br />

Hüte, Zylinder, Hemden, Blusen, Schuhe, Hosen, Jacken und zahlreiche Einzelstücke wollen hier<br />

neue Besitzer finden. Auch Möbel, Deko und sonderbare Schätzchen wollen vermittelt werden. Vieles<br />

stammt aus Haushaltsauflösungen und hat gar verwunderlich bezaubernden Trödelflair. Mo-Fr 12-<br />

18, Sa 11-16, Kortumstr. 125, Bochum<br />

Shop Konsumreform<br />

In diesem Second-Hand-Shop können VerkäuferInnen Regalböden zum Wochenpreis mieten, um ihre<br />

Waren an zweite Hände weiterzugeben. Finden lassen sich Kleider, Möbel, Deko und Kram, aber<br />

auch Kunstwerke von Heimkreativen. Mo-Sa 10-20 Uhr Viehoferstr. 31, Essen<br />

Positive Boutique<br />

Mit charmantem 70er-Jahre-Stil lädt diese Boutique<br />

zu positiven Shoppingerlebnissen. Stöbern<br />

und Suchen kann man hier lange - die Regale,<br />

Kleiderstangen und Warenträger sind allzeit gut<br />

gefüllt. Finden lassen sich zahllose Einzelstücke<br />

von urig bis stylisch. Mo-Fr 10:30-18, Sa 10-16<br />

Uhr, Rellinghauser Str. 113, Essen<br />

Neon Elektrisch<br />

Jung, bunt und ein bisschen bekloppt. Neon Elektrisch<br />

bietet Second Hand Highlights aus den 20-<br />

ern bis 90ern und ausgewählte Kollektionen von<br />

Jungdesignern. Aber Vorsicht: Ob Trash oder cool,<br />

das ist manchmal ein Drahtseilakt. Mo-Fr 12-18,<br />

Sa 12-16 Uhr, Rellinghauser Str. 121, Essen<br />

Rumpelstilzchens Trödelhalle<br />

Ein Labyrinth voll von Antiquitäten, Trödelschätzen, Vintagekram und mehr, bei dem sich auf jedem<br />

neuen Regalmeter etwas entdecken lässt. Und wenn man schon in der Gegend ist: Gegenüber locken<br />

hippe Vintagemöbel und Damenmode in den Platz.Hirsch. Mo-Fr 11-18, Sa 10-14 Uhr, Kahrstraße 87,<br />

Essen<br />

Mein Regal – Hier (ver)kaufe ich<br />

Der geneigte Stöberfreund findet in diesem Flohmarktladen alles und nichts. Von der Skijacke über<br />

den Smoothie Maker bis hin zum Fahrrad stand hier alles schon mal im Regal. Die können Verkäufer<br />

übrigens für um die 8€ mieten. Mo-Fr 9-18, Sa 9-14 Uhr, Moltkestr. 7, Essen<br />

Camerabörse<br />

Kameras, Objektive, Zubehö, alles aus zweiter Hand, zu günstigen Preisen und serviert mit bester,<br />

fachkundlicher Beratung – in Mülheim findet sich ein Paradies für Foto-Fans, deren Geldbörsen gerne<br />

geschont bleiben. Und egal ob ihr analog oder digital unterwegs seid, dieser Laden erfüllt euch<br />

wirklich jeden Wunsch. Mo-Fr 10-17 Uhr Friedich-Ebert-Straße 40, Mülheim<br />

lv<br />

Wintersemester 2016/17<br />

Foto: All You Can Miet Dortmund<br />

Vom tiefsten auf den<br />

höchsten Punkt<br />

in Deutschland.<br />

Der neue Gipfel-Steiger<br />

Kalender 2017 aus dem<br />

Überblick Verlag<br />

Bestell Hotline: 0234-93737-0<br />

oder Exklusiv bei diesen Verkaufsstellen:<br />

Überblick Medien GmbH & Co KG,<br />

Online Shop: shop.ueberblick.de<br />

Ruhr Nachrichten, Service Center<br />

Silberstr. 21, 44137 Dortmund<br />

Dorstener Zeitung<br />

Südwall 27, 46282 Dorsten<br />

und bei allen 8 Post-Lotto-Tabak<br />

HALLMANN Filialen in Essen<br />

oder zentral telefonisch unter 0173-5675959<br />

MEDIEN<br />

41


G R E E N A P E S<br />

E S S E N<br />

Inspiration ist alles<br />

Foto: Inga Pöting<br />

Teresa Deckert hat an der Uni Essen den Master Urbane Kultur, Gesellschaft und Raum<br />

studiert. Jetzt arbeitet sie für das soziale Netzwerk „greenApes“, das per App zu Nachhaltigkeit<br />

inspirieren soll. Wer grün und gesund lebt, wird mit „Nuts“ belohnt – und kann<br />

die bei lokalen Partnern einlösen.<br />

„Hab heute besonders schnell geduscht“ – wer das im sozialen Netzwerk<br />

„greenApes“ postet, bekommt digitale „Nuts“ als Belohnung. Was das<br />

bringt? „Zum Beispiel Prozente im verganen Supermarkt oder einen kostenlosen<br />

Cappuccino in einem Essener Café“, erklärt Teresa Deckert. Die<br />

Master-Absolventin der Uni Duisburg-Essen arbeitet für das soziale Netzwerk,<br />

das seine Mitglieder per App zu Nachhaltigkeit inspirieren soll. Durch<br />

entsprechende Postings gewonnene „Nuts“ können bei lokalen Partnern<br />

in Essen eingelöst werden, die selbst auf Nachhaltigkeit setzen. Andere<br />

Arten zum Nüsse scheffeln sind zum Beispiel „Habe vegetarisch gegessen“,<br />

„Hab einen coolen, grünen Film gesehen“ oder auch teure Späße wie<br />

„Hab meine Flugemissionen ausgeglichen“.<br />

Teresa ist bisher die einzige Mitarbeiterin der App im Ruhrgebiet. Sie fand<br />

den Job durch ihren Studiengang „Urbane Kultur, Gesellschaft und Raum“<br />

an der Uni Essen und korrespondiert seitdem mit den App-Erfindern über<br />

Skype. Ein internationales Grüppchen von Studis hat die „greenApes“<br />

2015 in Italien erfunden, zuerst ging die App in Florenz an den Start. Hier<br />

liegt die Besonderheit des sozialen Netzwerks: Es funktioniert lokal, wird<br />

von Stadt zu Stadt ausgebaut.<br />

Die Stadt Essen ist offizieller Partner<br />

Essen als „Grüne Hauptstadt 2017“ ist Deutschland-Pionier, die Stadt offizieller<br />

Partner der „greenApes“. In den ersten vier Monaten meldeten sich<br />

rund 1000 Personen im Netzwerk an – und bei der Interaktion per App<br />

bleibt es nicht. „Unsere Mitglieder sollen sich auch im Real Life begegnen“,<br />

sagt Teresa, die schon Meet-Ups beim Street Food Markt „Schöner Alfred“<br />

in Essen organisiert hat. Die Nachhaltigkeitsidee passt zudem besonders<br />

gut zu lokalen Cafés, Labels und Geschäften, die Teresa in Essen als Partner<br />

gewonnen hat. Seine „Nuts“ kann man zum Beispiel im Café und Trödelshop<br />

Konsumreform, im Restaurant Zodiac, dem Naturkosmetik-Anbie-<br />

42 Wintersemester 2016/17


G R E E N A P E S<br />

ter Keinplunder und der Bio-Fleischerei Burchhardt einlösen. „Denn wir<br />

sind kein rein vegetarisches oder verganes Netzwerk“, unterstreicht Teresa.<br />

Es gehe um ein grünes, nachhaltiges Leben – das schließe den Konsum<br />

von Tierprodukten nicht von vorn herein aus. Neben den offiziellen<br />

Partnern können Nutzer auch spannende, nachhaltige Orte in Essen auf<br />

einer Karte eintragen. Neue Partner für die Nuts-Einlösung sind immer<br />

willkommen.<br />

Wer sich im „Dschungel“, so nennen die „greenApes“-Nutzer die undurchdringliche<br />

Konsumwelt, besonders geschickt anstellt, steigt bis zu sieben<br />

Ape-Ränge auf. Teresa, die natürlich selbst im Dschungel unterwegs ist,<br />

hat es ruckzuck vom „TeenAper“ bis zum „NutKracker“ gebracht. Nüsse<br />

gibt es für jede kleine gepostete<br />

Aktion, für die man von<br />

anderen beklatscht aka geliket<br />

wird. Wer Fotos oder<br />

nützliche Infos wie Rezepte<br />

mitschickt oder seine Aktion<br />

auf Facebook teilt, wird noch<br />

„Unsere Mitglieder<br />

sollen sich auch im<br />

Real Life begegnen.“<br />

reicher belohnt. Wer kontrolliert, ob wirklich vegetarisch gekocht, im Bio-<br />

Supermarkt eingekauft und die Mitfahrgelegenheit genutzt wurde? Teresa<br />

lacht: „Die Frage kommt häufiger auf, seit das Netzwerk auch in Deutschland<br />

gestartet ist. Die Italiener wurden mit der Frage nie konfrontiert.“ Es<br />

gehe bei den „greenApes“ nicht in erster Linie um Beweise: „Das Netzwerk<br />

soll vor allem dazu dienen, andere zu inspirieren.“<br />

Positive Rückmeldung statt erhobener Zeigefinger<br />

So soll die „statistische Lücke zwischen der Mehrheit der Menschen, die<br />

prinzipiell grüne Produkte wählen würde, und den wenigen Menschen, die<br />

dies auch tatsächlich tun“, geschlossen werden. Die App richtet sich an alle<br />

Alters- und Berufsgruppen. Neben einer Free Version gibt es auch eine<br />

Business-Variante, die kostenpflichtig ist und zu mehr Nachhaltigkeit im<br />

Unternehmen anregt. Co-Finanziert wird „greenApes“ übrigens von der<br />

Europäischen Union.<br />

greenapes.com/essen<br />

Screen Shots (5): Green Apes<br />

An ihrem Job, zu dem die Akquise neuer Partner, die Netzwerk-Pflege und<br />

Aktionen im Real Life gehören, mag Teresa vor allem die entspannte<br />

Grundhaltung. „Statt eines erhobenen Zeigefingers bekommt man eine positive<br />

Rückmeldung für nachhaltige Aktionen.“ Die App bringe täglich auf<br />

neue Ideen: „Denn die Mitglieder haben alle unterschiedliche Perspektiven<br />

und Wissensstände.“ Im Netzwerk seien Schüler, Studierende, Eltern und<br />

auch einige ältere Menschen.<br />

Sie selbst geht jetzt noch bewusster als vorher durch den Alltag, leistet<br />

sich nur noch selten Ausnahmen vom nachhaltigen Konsum. Doch eine<br />

neue Herausforderung wartet schon: „Zero Waste ist für mich gerade ein<br />

großes Thema .“ Nicht existierenden Müll kann man für die „greenApes“<br />

natürlich schlecht fotografieren – aber nicht zuletzt ist im Netzwerk ja<br />

auch Kreativität gefragt.<br />

Inga Pöting<br />

Wintersemester 2016/17<br />

43


G R Ü N E E C K E<br />

T R A S H U P Z E R O W A S T E<br />

Upcycling von Tanz auf Ruinen<br />

Neues Leben für alte Dinge<br />

„Trash Up“ heißt das erste Upcycling-Festival im Ruhrgebiet, dass Innovation,<br />

Kreativität und Ideen für eine bessere Welt in den Pott bringen will –<br />

immer nach der jüngst wieder zu Hochkonjunktur warmgelaufenen Losung:<br />

Aus alt mach neu! Für ein zweites Leben als schmucker Dekoartikel<br />

oder fesches Modeaccesoire dürfen ausrangierte Gebrauchsgegenstände<br />

sich beim Upcyclingtrend bedanken. Der animiert ambitionierte Designer<br />

dazu, nicht immer neue Materialien zu verwenden und zu verschwenden,<br />

sondern aussortierte Bücher, Verpackungen, Kleidung usw. als Grundstoff<br />

für ihre Neuschöpfungen zu erwählen. So wird aus dem Wohlstandsmüll<br />

von gestern eine Wohlfühlware für morgen. Fürs Festival versammeln sich<br />

dazu nachhaltigkeitsaffine Labels wie Tanz auf Ruinen, Frollein Fritz, Be<br />

Bananas oder Vucker Skateboards, die aus aussortierten Rollbrettern Uhren,<br />

Schmuck oder gar Tischplatten fertigen. Neben Shopping stehen auch<br />

Vorträge, Workshops, Filme, eine Auststellung und kulinarische Kniffe auf<br />

der Tagesordnung. 12.+13.11. Depot, Dortmund, trash-up.jimdo.com<br />

Foto: Tanz auf Ruinen<br />

Shia Su und das Müllglas<br />

Frei vom Müll<br />

Shia Su aus Bochum hat 2014 beschlossen, „Zero Waste“ zu leben. Das<br />

heißt: Müll zu vermeiden, wann immer es geht. Keine schlechte Idee, produziert<br />

doch jeder Deutsche pro Jahr etwa 611 Kilogramm davon. Shia ist<br />

inzwischen Expertin und gibt ihre Tricks über den Blog wastelandrebel.de<br />

und in ihrem Buch „Zero Waste“ weiter. Es geht darum, verpackungsfrei<br />

einzukaufen, Reinigungs- und Pflegeprodukte selbst herzustellen, sich<br />

das gewohnheitsmäßige Neukaufen von Kleidung abzugewöhnen und lieber<br />

mal auf Second Hand zurückzugreifen. Ständige Leitfrage: Wie groß ist<br />

der Nutzen eines Produkts im Verhältnis zu dem angerichteten Schaden?<br />

Shias Einsteiger-Tipp: „Anfangen! Es ist viel getan, hier und da zu reduzieren<br />

und dort anzufangen, wo es einem nicht wehtut. Wenn man darauf<br />

achtet, gibt es so viele Stellen...“ Seit Shia müllfrei lebt, geht es nicht nur<br />

dem Gewissen besser, sondern auch der Gesundheit: „Ich habe Neurodermitis<br />

und allergisches Asthma – das ist alles weg. Das finde ich befreiend.“<br />

wastelandrebel.de<br />

Foto: Shia Su<br />

A B O K I S T E<br />

Die neue Art des Shoppens<br />

Einkaufen gehen ist sowas von vorgestern – heutzutage lässt man sich<br />

beliefern. Aber nicht mit Pizza, Burgern und Sushi, sondern mit frischen,<br />

regionalen Zutaten, aus denen man selber oder in der WG leckeres und gesundes<br />

Essen zaubern kann, das nicht aus den Zyklen der Massenherstel-<br />

Foto: www.abokiste24.de<br />

lung stammt. Und brauch dafür nicht mal 30 Kilometer durch Feld und<br />

Flur radeln, um zum Bauernhof des Vertrauens zu gelangen. Die AboKiste,<br />

ein wöchentlicher Dortmunder Bringdienst, darf dabei gut und gerne als<br />

Vorläufer all der aufkeimenden Belieferer gelten, immerhin gibt es die<br />

schon seit 25 Jahren. In der minimal verpackten Kiste finden sich ausschließlich<br />

Waren aus ökologischem Anbau mit Bio-Qualität, bezogen von<br />

Landwirten aus der Region und teilweise sogar aus der eigenen nach Demeter-Richtlinien<br />

geführten Gärtnerei. Bestellen kann man verschiedene<br />

Optionen, vom Vollsortiment über eine Obstauswahl bis zur kompakten<br />

Single-Kiste. Befüllt sind sie immer mit dem, was die Saison gerade zu<br />

bieten hat. Beziehen kann man den praktischen und traditionsreichen<br />

Service im gesamten Dortmunder Gebiet, zudem im östlichen Teil Bochums,<br />

in Witten, Schwerte, Lünen, Hagen, Kamen, Unna, Waltrop, Iserlohn<br />

und sogar in Hamm und Soest. In andere Regionen liefern diverse<br />

Dienste, so das kaum ein Fleck der pöttischen Landkarte ohne frisches<br />

Gemüse auskommen muss. Für Essen, Bochum, Hattingen, Sprockhövel<br />

und Gelsenkirchen kann man sich etwa an die Flotte Karotte wenden,<br />

rund um Bochum und Dortmund liefert auch Grünkäppchen, im nahen<br />

Umkreis zu Bochum lässt sich die Abokiste des Veggihauses ordern. lv<br />

44 Wintersemester 2016/17


G R Ü N E E C K E<br />

G R E E N C A P I T A L<br />

F A I R T E I L E R<br />

Essen ist Europas Grüne Hauptstadt 2017<br />

Grüne Verpflichtung<br />

Die Stadt Essen will Vorbild sein– für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und<br />

Fortschrittlichkeit. Dieses Engagement brachte der Ruhrpottmetropole den<br />

Titel „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ ein. Der heiß umkämpfte Rang als<br />

Grüne Haupstadt ging zuvor schon an Städte wie Kopenhagen, Hamburg<br />

oder Bristol. Essen sicherte sich dieses Jahr die Auszeichnung mit einem<br />

grünen Plan, der Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung und Wirtschaftswachstum<br />

vereint und dabei Themen wie Baden im Baldeneysee, Emscherumbau,<br />

ÖPNV, Ela-Sturmschäden und Strukturwandel umfasst. Erste Blüte<br />

des Hauptstadtjahres ist das geplante Naturfreibad am Baldeneysee. Natürlich<br />

soll das Jahr als „Green Capital“ auch zelebriert werden, welche kulturellen<br />

Events dafür anstehen, befindet sich noch in Planung. Essens<br />

neuer Titel soll aber nicht nur Highlights für den Terminkalender regnen lassen,<br />

sondern auch zahlreiche Inspirationen für alle Städte und Menschen<br />

im Pott, für die Essen nun ein grünes Vorbild sein muss. Ideen darf jeder<br />

Bürger über die Ideenbörse einreichen. gruene-hauptstadt.essen.de<br />

Foto: Lukas Vering<br />

Fair-Teiler im Dortmunder All You Can Miet<br />

Tauschen statt wegwerfen<br />

Lebensmittelverschwendung ist in der westlichen Welt Alltag. Dabei muss<br />

gar nicht alles, was grad nicht in den persönlichen Speiseplan passt, in<br />

der Tonne landen. Und nicht alles, was man für die nächste Mahlzeit<br />

braucht, muss neu gekauft werden. Schließlich gibt es seit geraumer Zeit<br />

Fairteiler-Projekte, die dafür sorgen, dass Lebensmittel und auch andere<br />

Waren, die an einer Stelle über sind, an anderer Stelle Verwendung finden.<br />

Fest installierte Lebensmittelverteiler findet ihr in Dortmund im ASTA der<br />

TU (Emil-Figge-Str. 50), im All You Can Miet (Brückstr. 20), im Buchladen<br />

Black Pidgeon (Scharnhorststr. 50) oder in der <strong>No</strong>rdstadt (Bleichmärsch<br />

22). Auch der ASTA der Uni Essen bietet den Warentausch an (Universitätsstr.<br />

2), andere Fair-Teiler finden sich in der Druckertankstelle (Klarastr.<br />

53), im Schöner Links (Gladbecker Str. 10) und im Die Perspektive e.V.<br />

(Richterstr. 14-16). In Bochum teilt man im Wohnzimmer an der Alsenstraße<br />

27, in Duisburg im ASTA-Büro (Forsthausweg 1), im Repair-Café Ruhrort<br />

(Landwehrtstr. 55) und Am Ende des Regenbogens (Florastr. 52).<br />

Foto: Foto: All You Can Miet


G R Ü N E E C K E<br />

F A I R H A V N<br />

K O N G I S L A N D<br />

Nachhaltig aus Leidenschaft<br />

Foto: Fairhavn<br />

Vegane Boutique<br />

Foto: Kong Island<br />

Fairer Knotenpunkt<br />

Inspiriert von einer Afrikareise eröffnete Anja Mahnken im April diesen<br />

Jahres den nachhaltigen Modeshop Fairhavn in Essen-Frohnhausen, der<br />

als fairer Hafen Anlaufstelle und Knotenpunkt für umweltbewusste Einkäufer<br />

sein soll. Neben fair gehandelter Kleidung in Bio-Qualität für Frau<br />

und Mann finden sich auch Schuhe, Schokolade, Kaffee, Tee, Taschen,<br />

handgefertige Kosmetik und zahlreiche Upcycling-Produkte in den liebevoll<br />

eingerichteten vier Wänden des Lädchens. Kleiderstangen, Regale<br />

und Co sind hier in Eigenregie aus Paletten, Obstkisten und Kupferrohren<br />

zusammengebastelt worden. Die angebotene Mode stammt zudem größtenteils<br />

von kleinen, nachhaltigen Modelabels aus der Region, wie etwa<br />

Róka Fair Clothing aus Duisburg oder 108degrees aus Bottrop. lv<br />

Berliner Straße 51, Essen-Frohnhausen, fairhavn.de<br />

Korrekte Insel<br />

Wer „nein“ zu Tierleid sagt, aber tierisch trendy sein will, findet im Kong Island<br />

eine genauso stylische wie vegane Modeinsel. Der Shop für Damen,<br />

Herren und Kids in Bochum-Mitte führt neben namhaften Labels wie<br />

Bleed, Armed Angels oder Uprise auch junge Marken wie Kapitän Bart oder<br />

Feuervogel. Alle Labels sind fair produziert, ökologisch korrekt und vegan<br />

gefertigt. Egal ob bunte Socken von Minga Berlin, Spitzen-Unterwäsche<br />

von Vatter oder einzigartiger Steinnuss-Schmuck von GreenAge: fair, eco<br />

und vegan ist schon lange nicht mehr langweilig. Kong Island setzt nicht<br />

nur auf Biobaumwolle, sondern auch auf Leinen, recyceltes Buchenholz,<br />

Bambus, Hanf oder baumfreundlich geschorenes Kork. Wolle, Seide, Horn<br />

oder Leder sucht man indes vergebens.<br />

Hellweg 2, Bochum-Mitte, kong-island.de<br />

T E L L A V I S I O N F A I R B L E I B E N<br />

Fairer Modeshop im Herzen Duisburgs<br />

Mode mit Geschichte<br />

Die Idee zu Tellavision kam Labelgründer Sascha Ivan danke eines von<br />

seinen Nichten selbstbemalten T-Shirts. „Ich trug das T-Shirt damals auf<br />

Festivals und überall wurde ich darauf angesprochen. So kam mir die Idee,<br />

T-Shirts als Sprachrohr für benachteiligte Kinder zu nutzen.“ Nur ein Jahr<br />

später flog er mit Blättern, Stiften und weißen T-Shirts im Gepäck nach<br />

Tansania. Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren nahmen an Saschas Kreativworkshops<br />

teil. Seit dem ist einiges passiert, die neuste Kollektion entstand<br />

auf einer durch Crowdfunding finanzierten Indienreise in diesem<br />

Herbst. Es gilt: Alle Shirts sind aus BioFairen Materialien, Anteile des Verkaufspreises<br />

werden gespendet und Kindern ein Sprachrohr geboten.<br />

Shirts und Hoodies von Tellavision findet ihr immer mittwochs (15-19h)<br />

im Duisburger Grammatikoff oder online auf tellavision-clothing.com<br />

Foto: Tellavision<br />

Fair mit Flair<br />

Von Hanf bis Bambus<br />

Ob Hanf-Jeans oder Bambus-Viskose-Shirt, bei FairBleiben in Dortmund<br />

findet sich fair gehandelte Mode in Bio-Qualität zu vernünftigen Preisen.<br />

Inhaberin Andrea von der Heydt bietet aber nicht nur Hosen, Hoodies und<br />

Hemden an, sondern auch Unter- und Nachtwäsche, Mützen, Taschen und<br />

andere Accessoires. Vom konventionellen Schnitt bis zur mutigen Silhouette<br />

dürfte dabei Futter für jeden Modegeschmack vorhanden sein. Dazu<br />

witzige Geschenk- und Dekoideen aus der Upcycling-Abteilung, wie<br />

Schlüsselbretter aus alten Büchern, WC-Rollenhalter aus Schallplatten<br />

oder Flaschenöffner aus Kickertischfiguren. Wer nicht vor Ort vorbeischauen<br />

kann, kann einfach einen Blick in den wohl sortierten Online-<br />

Shop werfen.<br />

Heiliger Weg 3-5, Dortmund, fairbleiben.com<br />

Foto: Andrea von der Heydt, FairBleiben<br />

46 Wintersemester 2016/17


Der kulinarische<br />

ÜBERBLICK für Dortmund!<br />

Im Handel oder portofrei unter:<br />

www.ueberblick.de


S L A M S<br />

Wortbeiträge<br />

FZW Poetry Slam: Bei diesem Termin<br />

macht keiner halbe Sachen. Moderiert<br />

von Patrick Salmen und Jan Philipp Zymny<br />

kommen immer am ersten Mittwoch<br />

des Monats nur feinste Musikacts und<br />

brilliante Wortwettstreiter auf die Bühne.<br />

Im <strong>No</strong>vember etwa Piet Weber, Quichotte<br />

und Victoria Bergmann.<br />

2.11., 7.12., 4.1. FZW, Dortmund<br />

Heldenslam: Neue Helden der Sprachfinesse<br />

bringt Essens ältester Poetry<br />

Slam schon seit Jahren hervor. Jeden<br />

ersten Mittwoch im Monat leiten die Moderatoren<br />

Sushi da Slamfish und Claas<br />

durch den Dichterwettkampf.<br />

2.11. + 7.12. Heldenbar, Essen<br />

Unendlich viele Affen: Im Bochumer<br />

Riff gibt es neben Partys auch Poesie. Jeden<br />

ersten Sonntag im Monat ist Slammen<br />

angesagt, jeden dritten lesen Theresa<br />

Hahl, Jason Bartsch, Jan Philipp Zymny<br />

und Sebastian23 neue Geschichten<br />

und Gedichte vor. Im Dezember feiern sie<br />

groß ihr Einjähriges – mit Premiumgästin<br />

und DJ.<br />

6.+20.11., 18.12. Riff, Bochum<br />

Best of Slam: Lichtfiguren und<br />

Schwergewichte der Slam-Szene dichten<br />

hier ohne Zeitlimit was das Zeug hält. Dabei<br />

sind u.a. Felix Lobrecht, Victoria Bergmann<br />

und Piet Weber. Durch den Abend<br />

führt Sebastian 23.<br />

8.11. Ebertbad, Oberhausen<br />

LMBN – Slam Lesebühne: Monatlich<br />

lesen Sebastian 23, Sulaiman Masomi,<br />

Jan Philipp Zymny und Andy Strauß<br />

Texte, Gedichte und Wortbeiträge. DJ<br />

Nachtfalke bringt Beats, Schnellzeichner<br />

Artur Fast fängt Momente ein.<br />

10.11. + 8.12., domicil, Dortmund<br />

Wortbühne: Einmal im Quartal dürfen<br />

junge Schreiberlinge sich auf diese Bühne<br />

trauen und ohne Konkurrenzdruck<br />

Rainer Holl beim Grenzen-Los Slam<br />

Ob Poetry Slam, Lesebühne oder Satzbaustelle – Wortbeiträge<br />

machen die Bühnen der Region heiß. Wo ihr mutigen Dichtungskünstlern<br />

und Sprachakrobaten lauschen könnt, erfahrt ihr hier.<br />

Texte vortragen. Neben Literatur dürfen<br />

auch Theater, Comedy und andere Kunstformen<br />

praktiziert werden.<br />

11.11. U27 Gerthe, Bochum<br />

Dead or Alive: Bei diesem Format tritt<br />

Dichterfrischfleisch nicht gegeneinander<br />

an, sondern muss sich mit den Versen<br />

längst verstorbener Lyrikmeister messen.<br />

Neue Wortschätze präsentieren Leonie<br />

Warnke, Florian Cieslik und Thomas<br />

Spitzer. Den Club der toten Dichter bestücken<br />

Jason Bartsch, Jule Weber und Martin<br />

Hohner.<br />

12.11. Festspielhaus, Recklinghausen<br />

CaféSATZ: Der Sieger dieses Sechs-Minuten-Slams<br />

wird mit dem Inhalt des<br />

Spendenleierkastens beehrt, in den das<br />

Publikum alles stopfen darf, was kein<br />

Sondermüll ist. Dazu Musik von z.B. Swen<br />

O. Heiland oder Hannes Weyland.<br />

11.11. + 2.12. C@fe-42 im Bodelschwingh-Haus,<br />

Gelsenkirchen<br />

Foto:: Sven Gettys<br />

48 Wintersemester 2016/17


S L A M S<br />

New Generation Poetry Slam: Slamgrößen von Morgen brauchen auch<br />

eine Bühne – in Bochums hipper Eisdiele I Am Love finden sie eine. Moderator<br />

Jason Bartsch präsentiert Talente wie Marie Wessels oder Vivien Müggenburg.<br />

15.11. I Am Love, Bochum<br />

Grenzen-Los: Alle Erlöse dieser Slamreihe, die durch Kirchen der Region<br />

tingelt, gehen an ein Bildungsprojekt von „Brot für die Welt“. Die Moderation<br />

übernimmt Literat Rainer Holl, wetteifernde Dichtkunst rund um die Themen<br />

<strong>No</strong>t und Chancen kommt von u.a. Bo Wimmer, Sim Panse und Özge Cakirbey.<br />

17.11. Pauluskirche, Dortmund + 23.11. Christuskirche, Bochum<br />

WestStadtStory: Einer der größten Slams in NRW lockt Poesiekrieger aus<br />

der ganzen Nation nach Essen, wo sie in sechs Minütchen das Publikum von<br />

sich überzeugen müssen, um als Sieger ins große Saisonfinale im April vorzurücken.<br />

Im <strong>No</strong>vember u.a. mit Björn Gögge und Feli Friedrich.<br />

19.11., 10.12., 25.2., 11.3., 22.4., Weststadthalle, Essen<br />

Krümelslam: Ein neuer Slam an Duisburgs Dichterhimmel. Monatlich begrüßt<br />

Malte Küppers bis zu fünf Slammer, die ums Finale im Mai kämpfen.<br />

19.11., 17.12., 21.1. Krümelküche, Duisburg<br />

Poesieduell: Gemütlich und familiär geht’s bei diesem Wortgefecht zu, bei<br />

dem nur selbstgeschriebene Sechsminüter erlaubt sind. Derzeit sucht der<br />

austragende Verein neue, engagierte Mitglieder und eine neue Bleibe für 2017.<br />

19.11. + 3.12., werkstatt, Gelsenkirchen-Buer<br />

EINE<br />

FÜR<br />

ALLE!<br />

01 | 10 | 2016 Suberg´s Ü-30 Party „Mehr als eine Party“<br />

08 | 10 | 2016 Hadise Konzert 50 Jahre<br />

Zonguldakspor/Türkei<br />

15 | 10 | 2016 The Legend of Zelda „Symphony of the Goddesses”<br />

19 | 10 | 2016 Carolin Kebekus „AlphaPussy“<br />

21 | 10 | 2016 Lord of the Dance Dangerous Games<br />

23 | 10 | 2016 Laura Pausini Simili<br />

29 | 10 | 2016 SNIPES Battle Die inoffizielle WM<br />

of the year 2016 im Breakdance<br />

30 | 10 | 2016 Mädchenklamotte -<br />

Der Mädelsflohmarkt im Foyer<br />

06 | 11 | 2016 Schallplattenbörse im Foyer<br />

10 | 11 | 2016 Bülent Ceylan K ONK<br />

12 | 11 | 2016 Koncert Gwiazd Stars aus Polen 2016<br />

11 | 12 | 2016 Wise Guys Das Beste aus 25 Jahren<br />

15 | 12 | 2016 Eros Ramazzotti „Perfetto“<br />

R<br />

Terminstand: September 2016 . Änderungen vorbehalten . info@grugahalle.de . www.grugahalle.de<br />

MESSE ESSEN GmbH<br />

Grugahalle / CCE<br />

<strong>No</strong>rbertstraße . D-45131 Essen<br />

Telefon: +49.(0)201.7244.0<br />

Telefax: +49.(0)201.7244.500<br />

Ticket-Hotline:<br />

02 01.72 44 290<br />

Montag bis Freitag 10.00 – 18.00 Uhr<br />

Poetry Jam: Dichter und Denker dürfen in Dortmunds Hafenschänke jeden<br />

dritten Montag im Monat fünf Minuten brabbeln wie sie wollen, danach darf<br />

das Publikum die rote Karte zücken und den Redner von der Bühne bannen.<br />

Klingt harsch, tatsächlich geht es aber mehr freundlich als raubeinig zu.<br />

21.11. Hafenschänke subrosa, Dortmund<br />

KONZERTE | KABARETT | COMEDY | PARTYS<br />

CampusSlam: Der größte Poetry Slam im Ruhrgebiet lockt ca. 1400 Zuschauer<br />

ins RUB-Audimax , auf dessen Bühne dann keine Profs schwadronieren,<br />

sondern Slammer wie Leonie Warnke, Volker Strübing oder Thomas Spitzer<br />

wortkünsteln. Moderiert vom Tony Hawk der Slam-Szene: Sebastian 23.<br />

30.11. Audimax, Ruhr-Uni Bochum<br />

Poser, Prollos & Poeten: Bei lecker Bierchen und Zigarettenqualm wird<br />

jedendritten Dienstag mit grenzwertigem Humor angefütterte, aber ernsthafte<br />

Literatur verlesen. Heititeiti und Hochkultur sind hier fehl am Platz, Ehrlichkeit<br />

und Bordsteinsprech Dauergast.<br />

15.11., 20.12., 17.1. Oma Doris, Dortmund<br />

1. Essener Stadtmeisterschaft im Poetry Slam: Essener mit Bühnenaffinität<br />

und/oder Literaturaspirationen sind aufgerufen zur ersten Stadtmeisterschaft<br />

aufzuschlagen, um Mikro und Publikum zum Glühen zu bringen.<br />

Frischfleisch ist dabei genauso gern gesehen wie alte Haudegen.<br />

14.+15.1.2017 Weststadthalle, Essen<br />

Lukas Vering<br />

Wintersemester 2016/17<br />

www.zechecarl.de<br />

facebook.com/zechecarl<br />

Wilhelm-Nieswandt-Allee 100 |45326 Essen<br />

49


N E W S<br />

Foto: Mart Vares<br />

D O R T M U N D<br />

Ewert and the Two Dragons<br />

Dauerkarte für Hochgefühle<br />

Gibt es ein Abo auf Hochgefühle? Eine Dauerkarte für schönen Herzschmerz?<br />

Ein Stempelsammelsystem für feines Gedankengut? Vermutlich<br />

nicht. Was es aber gibt, ist ein Abo für die Popschiene des Dortmunder<br />

Konzerthauses, das mit Zuverlässigkeit experimentierfreudige Indiebarden<br />

und versierte Singer & Songwriter auf seine Bühne bucht. Im Konzertsaal<br />

mischen sich dann junge Kenner und neugierige Best Ager, um das<br />

wohlkurierte Programm im bestmöglichen Sound und bei immer vorzüglicher<br />

Sicht zu genießen – bestens geeignet für jeden, der mal abseits verschlammter<br />

Festivalgründe oder enger Clubbunker seinem Lieblingsact<br />

lauschen oder die Dauerempfehlung der befreundeten Musiknerds entdecken<br />

will. Wer für die Flatrate mit Garantie auf den erwählten Sitzplatz zu<br />

skeptisch ist, kann jeden Termin natürlich auch einzeln besuchen.<br />

Den Startschuss zur Spielzeit zünden die Tindersticks (13.11.16). Die britische<br />

Band setzt auf atmosphärisch dichten Tragik-Pop. Düster, sehnsüchtig<br />

und lauernd klingen die orchestralen Tracks, die sich mit Experimentierfreude<br />

und abgefahrenen Instrumenten an Jazz, Soul und Rock<br />

abarbeiten. Kurz darauf steht mit Radical Face (18.11.16) ein vielfältiger<br />

Ausnahmekünstler auf der Bühne. Dessen Musik klingt nach Wäldern, Bergen,<br />

Sommerabenden und Heimat. Streicher, Akustikgitarren und klimpernde<br />

Klavierklänge sind die Zutaten solch wohlklingender Kompositionen<br />

wie das radiobekannte „Welcome Home, Son“. Das neue Jahr eröffnet<br />

die Alternative-Country-Band Lambchop (17.2.17) aus Nashville, Tennessee.<br />

Deren reichhaltiges musikalisches Aufgebot berührt etliche Genregrenzen,<br />

die von Sänger Kurt Wagners tiefer, warmer, rauchiger Stimme<br />

verbunden werden. Klingt wie weite amerikanische Prärie zu allen Jahresund<br />

Tageszeiten. Darauf folgt ein junger, ursympathischer Singer-Songwriter<br />

von der Insel: Charlie Cunningham (25.3.17). Der überzeugt nicht nur<br />

mit herzschmelzender Stimme, sondern vor allem durch rassiges Flamenco-Gitarrenspiel,<br />

das auf irritierende Weise mit den ruhigen, nachdenklichen<br />

Melodien harmoniert. Den Abschluss macht Estlands wohl schönster<br />

Musikexport namens Ewert and the Two Dragons (17.6.17). Die klingen<br />

nach holzigem Folk, poppigem<br />

Indie und großem Kino. Im<br />

Klangrepertoire stehen zierliches<br />

Glockenspiel, akustische<br />

Gitarre und tänzelndes Schlagzeug,<br />

die mal an Seeräuberchantys,<br />

mal an Vintagewohnzimmer<br />

und manchmal auch an<br />

Wollmützenhipster erinnern.<br />

Wärmste Empfehlung! lv<br />

Foto: Konzerthaus Dortmund<br />

50 Sommersemester 2016


N E W S<br />

Foto: allrounder.de<br />

M Ö N C H E N G L A D B A C H<br />

Heiß auf Eis<br />

800 Kubikmeter Schnee, 130 Tonnen Stahl und 275 000 Watt aus der Musikanlage<br />

– für den ersten Big Air Doppelweltcup Europas hat man sich ordentlich<br />

gegönnt. Kein Wunder, erwartet man doch nicht nur über 130 der<br />

weltbesten Schneesport-Athleten aus rund 20 Nationen, sondern auch<br />

große Musikprominenz. Sind die dann endlich am 2. und 3. Dezember an<br />

der mehr als 16 Stockwerke hohen Rampe eingetroffen, die extra für das<br />

Event im Sparkassenpark in Mönchengladbach hochgezogen wurde, wird<br />

gesprungen, gewirbelt und gerockt, bis der Schnee schmilzt. Na gut,<br />

schmelzen soll er natürlich nicht, immerhin wird die weiße Pracht als Austragungsfläche<br />

für gleich vier Weltcups in den Disziplinen Freestyle Ski<br />

und Snowboard gebraucht. Außerdem werden schon hier Olympia-Qualifikation<br />

für die Spiele im Jahr 2018 in Südkorea entschieden.<br />

Besagte Rampe wird beim ARAG Big Air Freestyle Festival nicht wie man<br />

meinen könnte als bloße Sprungschanze für den weitesten Flug auf Skiern<br />

genutzt, sondern als Abschusskanone für Schrauben drehende, Salit<br />

schlagende und Tricks reißende Freestyle-Athleten. Diese wagen die hohen,<br />

halsbrecherischen Sprünge auf Skiern oder Snowboards, bewertet<br />

werden dabei Höhe, Style, Schwierigkeit und Landung. Vor Ort wird das etwa<br />

Lisa Zimmermann demonstrieren, die amtierende Weltmeisterin im<br />

Slopestyle und Abräumerin beim Big Air-Event in Boston. Ebenfalls aus<br />

dem Team der Deutschen Ski Freestyle Nationalmannschaft kommt Flo<br />

Preuss, der sich als gebürtiger Sprockhöveler hier als Lokalmatador bezeichnen<br />

darf. Mit Silvia Mittermüller und Maxi Preissinger stehen zudem<br />

Shootingstars der Szene bereit für fette Absprünge. Neben so viel jungen<br />

Sportlern stehen aber auch noch ein paar alte Hasen im Schnee bereit. Die<br />

sorgen aber nicht für krasse Freestyle-Tricks, sondern für fette Beats und<br />

große Gefühle. Gemeint sind die Beginner (2.12.) und Sportfreunde Stiller<br />

(3.12.), die hier die Bühne kapern. Erstere haben sich dieses Jahr mit einem<br />

fulminanten Comeback ein Ehrendenkmal in den Annalen der deutschen<br />

Musikszene gesetzt. Lange klang deutscher Hip Hop nicht so rund,<br />

echt und legendär. So wie der Hip<br />

Hop der Beginner ein passender<br />

Soundtrack für jedes Freestyle-<br />

Event ist, ist der Name der Sportfreunde<br />

Stiller allein schon die<br />

Einladung zu einem der coolsten<br />

Sportevents des Jahres wert. Zum<br />

Abschluss sorgen die für Kuschelstimmung.<br />

lv<br />

2.+3.12. Sparkassenpark Mönchengladbach,<br />

arag-bigair.com<br />

Sommersemester 2016<br />

51


I N D O O R<br />

INSIDER<br />

Im Winter hat das Stubenhocken Hochkonjunktur. Damit ihr in der Zeit vermehrter Sofafestwachsungen<br />

nicht auch zum Opfer erlahmender Lethargie und Lustlosigkeit werdet, haben wir hier die besten<br />

Tipps für Spiel, Sport und Spaß in temperaturneutralen Innenräumen.<br />

Dreidimensional<br />

Minigolf, 3D, Schwarzlicht – klingt<br />

erst mal nach Neunziger-Trash, ergibt<br />

aber in der Addition ein wahnwitziges<br />

Spielerlebnis. In den Dortmunder<br />

Glowing Rooms betritt man<br />

ausgerüstet mit 3D-Brille und Golfschläger<br />

diverse bunt strahlende Parallelwelten<br />

und puttet sich von<br />

Loch zu Loch. Das schaffen auch<br />

Sportlegastheniker und sorgt für<br />

mindestens genauso viele illustre<br />

Familienzwiste wie eine Runde Monopoly.<br />

Ähnliche Adresse: Moonlight<br />

Minigolf in Duisburg.<br />

Schießübungen<br />

Wer sich für sein Schwarzlichtabenteuer<br />

etwas mehr Action wünscht,<br />

sollte sich in die diversen Lasertag-<br />

Arenen der Region wagen. Hier werden<br />

nicht nur Teamgeist, strategisches<br />

Denken und Adrenalinschübe<br />

gefördert, sondern auch endlich mal<br />

die Skills vom Ego-Shooter-Zocken<br />

abgefragt. Spielen könnt ihr u.a. in<br />

der LaserZone Essen, dem Blaze in<br />

Herne, dem Laserball in Mülheim,<br />

dem Planet Lasertag in Oberhausen<br />

oder bei Lasertag DE in Bochum und<br />

Dortmund.<br />

Sprunghaft<br />

Hüpfen, Saltos schlagen, Schrauben<br />

ziehen – wer dafür zu laffe Sprunggelenke<br />

hat, kann sich ja von Trampolinen<br />

helfen lassen. Eine ganze<br />

Halle davon, plus Parcours-Areal,<br />

Schaumstoffbecken, Basketballkörbe<br />

und mehr bieten das Superfly in<br />

Duisburg und Dortmund. Unermüdliche<br />

Hüpfer toben auch im Essener<br />

AirHop, in Dortmund bei JumpXL<br />

oder im Gelsenkirchener Jump Club<br />

im Schalker Sportpark. Letztere zwei<br />

bieten auch Dodgeball an – also Völkerball<br />

auf Trampolinen.<br />

Kraxelkönige<br />

So ein Ausflug in die Kletterhalle ist<br />

eine Kraft- und Mutprobe zugleich.<br />

Am oberen Ende der Wand angelangt,<br />

fühlt sich die Angst vor der Höhe<br />

überwunden und der Respekt vor<br />

den eigenen Fähigkeiten gefunden.<br />

Solche Erlebnisse bieten in Essen<br />

der Kletterpütt in der Zeche Helene<br />

oder die Boulderhalle citymonkey,<br />

das KletterMAX oder die Kletterhalle<br />

Bergwerk in Dortmund, sowie das<br />

Neoliet Kletterzentrum, das ihr in<br />

gleich drei Städten findet: Bochum,<br />

Essen und Mülheim.<br />

Ratefüchse<br />

Ihr macht lieber Sport mit den grauen<br />

Zellen? Anstrengen bis zur Kernschmelze<br />

könnt ihr diese bei einem<br />

Live-Escape-Spiel, bei dem ein Team<br />

für eine Stunde in einen Raum gesperrt<br />

wird und sich einen Weg hinausrätseln<br />

muss. Das fördert kreatives<br />

Denken und macht irrsinnig<br />

Spaß. Knobeln könnt ihr z.B. bei<br />

MysteryRooms oder RuhrEscape in<br />

Essen, bei Locked oder dem Rätselraum<br />

Ruhrpott in Bochum, in der Geschlossenen<br />

Gesellschaft in Duisburg<br />

oder den Mystery Agents in<br />

Recklinghausen.<br />

Ballungsräume<br />

Cageball ist Fußball im Käfig, spielbar<br />

im Bochumer Zocas, in der soccerworld<br />

Dortmund, im Recklinghäuser<br />

ctc oder im Schalker Sportpark in<br />

Gelsenkirchen. Für Beach-Volleyball<br />

und Soccer im Sand kann man in die<br />

Hagener Lennearena, zum Sporttreff<br />

Castrop-Rauxel oder in das weltweit<br />

erste Indoor-Strandsportcenter in<br />

Witten, das blue:beach. Ne Runde<br />

Padel, eine Art Indoor-Tennis, könnt<br />

ihr im Herner Revierpark zocken.<br />

Lukas Vering<br />

Foto: Neoliet Kletterzentrum<br />

Indoor-Klettern im Neoliet - in Bochum, Essen oder Mülheim<br />

52 Wintersemester 2016/17


Willkommen bei der Sparkasse Bochum.<br />

Wir sind Marktführer in Bochum und der wichtigste Kreditgeber für die regionale Wirtschaft.<br />

328 000 Kunden vertrauen uns in ihren Geldangelegenheiten. Regelmäßig wird die Sparkasse Bochum<br />

von unabhängigen Forschungsinstituten im Auftrag von „n-tv“ und „Focus Money“ als „Beste Beraterbank“<br />

und „Beste Filialbank“ mit „sehr gut“ bewertet.<br />

Weil unsere 1270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unser größtes Kapital sind, fördern wir sie mit<br />

umfangreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Sparkassen-Akademie und mit berufsbegleitenden<br />

Studienangeboten an der Sparkassen-Hochschule. Als zertifiziertes „berufundfamilie“-Unternehmen<br />

bieten wir in unterschiedlichen Lebens- und Betreuungsphasen flexible Arbeitszeitmodelle und weitere<br />

Unterstützungen an.<br />

Ihre Chancen:<br />

• Praktikum oder Traineeprogramm: Für Sie als leistungsstarken und motivierten Studierenden der<br />

Wirtschaftswissenschaften. Steigen Sie mit uns in die vertriebliche Führungspraxis sowie in die<br />

komplexen Themenstellungen unserer 17 Fachbereiche ein. Bringen Sie sich aktiv ein, indem Sie<br />

spannende Projekte eigenverantwortlich mitgestalten.<br />

• Berufsausbildung oder duale Ausbildung: In zweieinhalb Jahren zum Vertriebsmitarbeiter – eine<br />

Chance auch für Studienabbrecher. Legen Sie die Grundlage für einen erfolgreichen Karriereweg bei<br />

einem attraktiven Arbeitgeber. Die duale Ausbildung kombiniert Studium und Ausbildung.<br />

Ihre Ansprechpartnerin: Katja Behler, Referentin für Personalentwicklung,Tel.: 0234/611-1223 · katja.behler@sparkasse-bochum.de<br />

sparkasse-bochum.de<br />

Perspektive<br />

ist einfach.<br />

Wenn Sie das Traineeprogramm<br />

der Sparkasse Bochum nutzen.<br />

Möchten Sie vertriebliche Führungspraxis erwerben<br />

und spannende Projekte eigenverantwortlich mitgestalten?<br />

Wir bieten ambitionierten Studierenden der<br />

Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften<br />

und IT die Chance dazu in 17 Fachbereichen<br />

und 45 Geschäftsstellen.


K O N Z E R T O R T E<br />

So ne Musik<br />

Verkauf das letzte Hemd für die Karten vom Konzert! Hier erfahrt<br />

ihr, wo die Musik im Pott spielt. Von der riesigen Halle für<br />

ganz große Namen bis zum szenigen Geheimtipp für kuschelige<br />

Konzertabende ist für jeden Geschmack etwas dabei.<br />

Foto: Robin M. Aust, FZW<br />

Sissikingkong (Landwehrstraße 17)<br />

Bespielt von den jungen Konzertbuchern der Feinen Gesellschaft spielen<br />

im muckeligen Keller dieser Bar vor allem Indiebands, Geheimtipps und<br />

Lieblingsacts. Da brummt das Untergeschoss vor Musikmagie.<br />

Subrosa (Gneisenaustraße 65)<br />

Auch als Hafenschänke bekannt lädt diese stilsichere Rock-Kneipe gerne<br />

zu Live-Musik. Zu hören gibt‘s Rock in all seinen Härtegraden. Zwischen<br />

Punk, Rockabilly und Co. ist aber auch Platz für Indie, Folk und Softes.<br />

Vormerken: 3Klang-Bonsaifestival (9.11.) und Coogans Bluff (11.11.).<br />

Rekorder (Gneisenaustraße 55)<br />

Den Rekorder darf man als musikalischen Experimentierraum verstehen,<br />

in dem allerhand Ideen Platz finden. Vor allem die eintrittsfreie Akust-Reihe<br />

„Songs & Cakes“, die zu Sonntagnachmittagkonzerten lädt, lohnt sich.<br />

Salon Fink (<strong>No</strong>rdmarkt 8)<br />

Mitten in der <strong>No</strong>rdstadt lädt der Salon Fink zu ausgelassenen live&loud-<br />

Abenden, auf denen zwar nicht die bekanntesten Bands der Welt spielen,<br />

dafür aber lokale bis überregionale Perlen. Der Eintritt ist meistens frei.<br />

domicil (Hansastraße 7-11)<br />

In einem ehemaligen Kinosaal gastiert der Jazzclub domicil, der hier einen<br />

Zufluchtsort für Jazz, Weltmusik und so manche Überraschung bietet.<br />

Auch Salsa-Abende oder Deephouse-Partys stehen im Kalender.<br />

Black End (Hoher Wall 34)<br />

Wer es hart und metallig mag, wendet sich in Dortmund vertrauensvoll<br />

ans BlackEnd. Neben zahlreichen Metal-Konzerten findet hier auch ein<br />

glorreicher Luftgitarren-Contest statt.<br />

FZW (Ritterstraße 20)<br />

Das FZW ist wohl die hochfrequentierteste Konzertstätte der Stadt, in der<br />

von Hardcore über HipHop bis zum Hipsterpop jede junge Stilrichtung<br />

Platz findet. Die semi-intime Atmo eignet sich bestens für Bands, die eigentlich<br />

schon zu groß für Clubkonzerte, aber zu cool für die Halle sind.<br />

Konzerthaus (Brückstraße 21)<br />

Das Konzerthaus lockt nicht nur Klassikfans in die schäbigschicke<br />

Brückstraße, sondern dank Pop-Abo auch das Jungvolk, das sich hier<br />

szenerelevante Indieacts in tiptop Klangqualität bei bester Sicht gönnt.<br />

Pauluskirche (Schützenstraße 35)<br />

Schmeißt die Gesangsbücher aus dem Fenster, diese Kirche braucht<br />

Platz für coole Bands. Im Altarraum<br />

spielen Blues-, Rock- und Pop-Acts. Z.B.<br />

am 9.12. der norwegische Singer-Sonwriter-Star<br />

Jonas Alaska.<br />

DORTMUND<br />

Westfalenhallen (Rheinlanddamm 200)<br />

Deichkind, Macklemore oder Rise Against: Wenn die ganz großen Namen<br />

einen Tourstop im Pott einlegen,<br />

dann mit großer Wahrscheinlichkeit<br />

hier. In Zukunft tun das auch Casper,<br />

Sportfreunde Stiller und DJ Bobo.<br />

54 Wintersemester 2016/17


K O N Z E R T O R T E<br />

ESSEN<br />

Freak Show (Grendplatz)<br />

Wenn der Gang zur Toilette im Höllenschlund endet, das Bier an der Bar<br />

durch Vampirzähnen gereicht wird und die Bands im Monstermaul spielen,<br />

ist man in Essens abgefahrenster Kneipe gelandet. Hier trifft Punk auf<br />

Garagenrock und Live-Musik auf Aftershowparty.<br />

Soul Hellcafé (Friederikenstraße 49-51)<br />

In der Rock’n’Roll-Bar treffen sich Bands und Fans, auf der Bühne stehen<br />

lokale und überregionale Acts. Zusammen mit dem Rockabilly-Store „Red<br />

Hot and Blue“ ist die liebevoll eingerichtete Kneipe auch Treffpunkt für Anhänger<br />

des Fünfziger-Styles.<br />

Südrock (Rellinghauser Straße 124)<br />

Wie diese Spelunke es schafft, regelmäßig internationale Bands in ihre<br />

vier Wände zu holen, ist ein kleines Rätsel und eine große Freude. Die Musiker<br />

reisen nicht selten aus Übersee an, um die Eckkneipe mit rockigen<br />

Sounds auseinanderzunehmen.<br />

Turock (Viehofer Platz)<br />

Hier laufen Rock und Metal in Dauerschleife, und zwar sowohl live als auch<br />

aus der Dose. Internationale Acts bespielen mehrfach im Monat den mittelgroßen<br />

Konzertraum, der ansonsten als Disco dient.<br />

Don‘t Panic & Café <strong>No</strong>rd (Viehofer Platz)<br />

Zwei Rockkneipen gleich nebeneinander: Im Don’t Panic (ehemals Panic<br />

Room) geht’s eher punkig, im <strong>No</strong>rd eher rockig zur Sache. Auf den Bühnen<br />

stehen internationale Zecken bis gemäßigte Rockhelden aus der Region,<br />

das Publikum mosht und trinkt literweise Bier.<br />

Felis (Mechtildisstr. 1)<br />

Die urige Studi-Kneipe in der nördlichen Innenstadt lässt jeden spielen,<br />

der Bock hat und das Publikum nicht verjagt. Einmal im Monat ist Jam-<br />

Session – eine kleine lokale Musikwundertüte.<br />

Lichtburg und Filmbar (Kettwiger Straße 36)<br />

Während im großen Kinosaal alle paar Monate Legenden wie Patti Smith,<br />

Konstantin Wecker oder gar Kraftwerk eine ehrwürdige Kulisse finden, ist<br />

in der Filmbar in der ersten Etage Platz für lokale Jazzer, die sich donnerstags<br />

zur Session treffen.<br />

Zeche Carl (Wilhelm-Nieswandt-Allee 100)<br />

Coole Industriekultur-Location für kleine bis mittelgroße Konzerte – hier<br />

spielen Pop- und Rockbands von der Alin Coen Band über Shantel und Bucovina<br />

Club Orkestar bis Heaven Shall Burn.<br />

Weststadthalle (Thea-Leymann-Straße 23)<br />

Hier liegt der junge Vibe in der Luft, den die Grugahalle – früher Location<br />

Nummer eins für große Konzerte – inzwischen vermissen lässt. Manchmal<br />

ein bisschen zu jung – aber hey, gegen Bilderbuch, Die Nerven und<br />

OK Kid kann niemand ernsthaft was sagen.<br />

Grugahalle (<strong>No</strong>rbertstraße 2)<br />

Früher spielten hier die ganz Großen, inzwischen haben Westfalenhallen<br />

und Co. ihr leider längst den Rang abgelaufen. Immer noch gut ist sie für<br />

Heimspiele von Helge Schneider, aber auch alle paar Monate für Perlen wie<br />

K.I.Z., Wise Guys und Manowar.<br />

Wintersemester 2016/17<br />

Foto: Inga Pöting<br />

55


K O N Z E R T O R T E<br />

<strong>No</strong>ch ein Tipp: Das Riff wird an Bochum Total zur <strong>coolibri</strong> Stage, immer mittwochs<br />

lädt Pamela Falcon zum extravaganten Konzertabend mit Friends und Kollegen.<br />

Foto: Maria Segat<br />

BOCHUM<br />

Die Trompete (Viktoriastraße 45)<br />

Zuverlässig versorgt die Trompete Bochum mit Klassikern und Newcomern<br />

aus Rock, Indie und Punk. Mal schrammelig, mal ausgefeilt und<br />

manchmal auch zartbesaitet. Darauf, dass die im kuscheligen Untergeschoss<br />

gebotene Auswahl fetzt, ist Verlass.<br />

Zeche (Prinz-Regent-Straße 50)<br />

Seit den 80ern beweist die Zeche einen guten Riecher. Urgesteine, Szenegrößen<br />

und angehende Stars stehen in der nicht zu großen und nicht zu<br />

kleinen Konzerthalle. Außerdem gibt es wohl keine bessere Adresse für Tributebands,<br />

die alles von Queen bis Seeed covern. Vormerken: Staubkind<br />

(10.11.), Caught in the Act (26.11.) und Max Giesinger (13.2.17).<br />

Christuskirche (Innenstadt)<br />

Diese coole Kirche macht sich mit dichtem Veranstaltungskalender relevant<br />

im Stadtleben. Drin stehen viele gediegene Acts, vor allem aber die<br />

Reihe urban urtyp bringt überraschende, interessante, moderne und genresprengende<br />

Künstler in den besonderen Klangraum Kirche.<br />

Bahnhof Langendreer (Wallbaumweg 108)<br />

Einst ein Bahnhof, heute ein Veranstaltungsort mit buntem Programm, in<br />

dessen geräumigen Hallen allerlei Stile Platz finden. Da hört man Irish<br />

Folk, Synthiepop, funky Soul, avantgardistischen Rock und vieles mehr.<br />

Einfinden tun sich nicht die größten Namen, aber durchaus Genregrößen.<br />

Matrix (Hauptstraße 200)<br />

Hart und düster in Langendreer, dafür steht der Konzertkalender der Matrix.<br />

Die zieht mit ihrem wöchentlichen Programm zwar hauptsächlich die<br />

schwarze Szene an , ist aber auch offen für Rap, Punk und Diverses.<br />

Neuland (Rottstraße 15)<br />

In intimster Atmosphäre sorgen in diesem Veggie-Bistro dann und wann<br />

Bands für bezaubernde Musik-Momente. Die sind meistens akustisch, der<br />

Eintritt dazu eigentlich immer frei.<br />

Mandragora (Konrad-Adenauer-Platz 1)<br />

An der Wurzel des Bermuda3Ecks lädt das traditionsreiche Mandragora in<br />

Wintermonaten zu herzerwärmenden Akustikabenden. Immer montags,<br />

bei freiem Eintritt und feister Mukke wird die Bude rappelvoll.<br />

RuhrCongress (Stadionring 20)<br />

Neben Comedians und Showacts tauchen auch Musiker im RuhrCongress<br />

auf. Oft sind das härtere Nummern à la Bring Me The Horizon (17.11.) oder<br />

Schandmaul (19.11.), aber auch ein Ronan Keating gastierte schon.<br />

Jahrhunderthalle (Westpark)<br />

Die Krönung aller Industrieschönheiten lockt nicht nur einmal im Jahr die<br />

Preisverleihung der 1LIVE-Krone nach Bochum, sondern ab und zu auch<br />

fette Gigs, wie etwa die Beginner (25.3.17), Annett Louisan (16.3.17) oder<br />

Deine Lakaien (14.1.17).<br />

Wageni (Wallbaumweg 137)<br />

In Langendreer lebt die Musik – neben Matrix und Bahnhof auch im Wageni,<br />

der frohmütigen Punkkneipe für kompromisslos anarchische Konzertabende<br />

in passend runtergerocktem Ambiente.<br />

56 Wintersemester 2016/17


K O N Z E R T O R T E<br />

Das Café<br />

(Lotharstraße 318, Duisburg)<br />

Mit exzentrischer Einrichtung voller<br />

Durchgeknalltheiten sorgt dieses<br />

Café für die richtige Portion Wahnsinn,<br />

nach der Duisburg verlangt. Drin spielen mal Singer-Songwriter, mal<br />

Punks, mal Krautrocker – aber immer Musiker, die Bock auf Spielen haben.<br />

Der Eintritt ist oft frei.<br />

Djäzz (Börsenstraße 11, Duisburg)<br />

In dieser szenigen Kellerkneipe lebt die Subkultur, der Rock, der Jazz, die<br />

wilde Nacht. Abseits des Hochpolierten jammen hier nicht die großen Namen,<br />

sondern Acts für Kenner und Neugierige.<br />

Indie (Am Buchenbaum 41, Duisburg)<br />

Diese feine Off-Location lädt zu eintrittsfreien Kneipenkonzerten in intimer<br />

Atmosphäre. Die bestreiten dann meist lokale Barden, die man zwar<br />

nicht kennen muss, die aber trotzdem für<br />

beste Stimmung sorgen.<br />

UMGEBUNG<br />

Turbinenhalle (Im Lipperfeld 25,<br />

Oberhausen)<br />

Vor allem für Fans des harten Rocks ist<br />

die Turbinenhalle eine zweite Heimat, im<br />

Kalender stehen aber auch Popacts,<br />

Schlager, Rapper und andere Überraschungen. Tradition hat hier das Punk<br />

in Pott-Fest zu Weihnachten.<br />

AZ Mülheim (Auerstraße 51, Mülheim)<br />

Im Autonomen Zentrum hat der Mainstream wenig verloren, drum hört<br />

man hier vor allem was die Region an Punk, Metal, Stoner Rock, Grunge, Alternative<br />

und Konsorten zu bieten hat.<br />

Amphitheater (Grothusstraße 201, Gelsenkirchen)<br />

Als Austragungsort diverser Festivals hat sich das Amphitheater einen Namen<br />

gemacht, mit exklusiven Shows von Die Antwoord oder den Chemical<br />

Brothers hat es diese Saison für Aufsehen gesorgt. Für 2017 sind die Erwartungen<br />

an die Bühne mit Kanalkulisse also<br />

hoch.<br />

Druckluft (Am Förderturm 27, Oberhausen)<br />

Kein halbes Wegbier vom Oberhausener HBF<br />

entfernt findet sich das Druckluft, ein alternatives<br />

Zentrum für einige der besten Konzerte,<br />

Partys und Kulturtermine der Region. Zum<br />

Beispiel Liedfett (2.11.), The Fog Joggers<br />

(23.11.) oder Banda Senderos (16.12.).<br />

Foto: Inga Pöting<br />

zakk (Fichtenstraße 40, Düsseldorf)<br />

Eine der coolsten Live-Locations der Rheinstadt<br />

begeistert mit einer genauso clever<br />

ausgewählten wie vielseitigen Programmcollage<br />

aus kleinen und großen Acts. Hier hört<br />

man Pop von Grossstadtgeflüster (3.11.),<br />

Hardcore von Ignite ( 22.11.) oder Indie von<br />

The <strong>No</strong>twist (12.12.).<br />

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Wintersemester 2016/17<br />

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57


K I N O P R E V I E W<br />

Blockbusterparade<br />

Wonder Woman, King Kong, Weltkrieg –<br />

auch 2017 ringen wieder zahlreiche<br />

Blockbuster um die Vorherrschaft im Kinosaal.<br />

Welches Highlight in welchem Monat<br />

über die Leinwände flimmert, zeigen<br />

wir euch in unserer großen Kinopreview.<br />

Foto: © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC. All Rights Reserved<br />

Januar: Hacksaw Ridge<br />

Gleich mal die schwere Kost auf den Tisch! Das<br />

leicht überzogen pathetische Kriegsepos „Hacksaw<br />

Ridge“ (12.1.) von Regisseur Mel Gibson<br />

erzählt die wahre Geschichte des Army-Sanitäters<br />

Desmond T. Doss, der den Gebrauch von<br />

Waffen verweigerte und doch als lebensrettender<br />

Heroe aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrte.<br />

Am Ende dürfen alle aufspringen und<br />

laut „USA“ gröhlen. Konkurrenz bekommt der<br />

Streifen vom Sci-Fi-Drama „Passengers“ (5.1.),<br />

in dem Chris Pratt und Jennifer Lawrence auf<br />

Weltallreise gehen und der bildgewaltigen Adaption<br />

des Fantasy-Jugendbuchs „Sieben Minuten<br />

nach Mitternacht“ (12.1.). Ob sich wirklich noch<br />

jemand für „Resident Evil 6“ (26.1.) und „xXx 3“<br />

(19.1.) interessiert, bleibt abzuwarten. Dann<br />

doch lieber „Wendy - Der Film“ (26.1.).<br />

Februar: The Lego Batman Movie<br />

ImJahr 2014 sorgte „The Lego Movie“ für manche<br />

heruntergefallene Kinnlade, entpuppte sich<br />

der anfangs nur belächelte Streifen doch als<br />

höchst unterhaltsam, klug und relevanter als<br />

viele andere Kinostarts. Schon hier stach die Lego-Inkarnation<br />

des dunklen Ritters aus Gotham<br />

City als witzig und treffsicher hervor. Grund genug,<br />

dem Bauklotz-Batman einen Solo-Film zu<br />

spendieren, in dem sämtliche Marotten und<br />

Merkwürdigkeiten des Superhelden parodiert<br />

werden. Interessant dürften zudem die Verfilmung<br />

des Stephen King Klassikers „The Dark Tower“<br />

(23.2.) mit Idris Elba und Matthew McConaughey<br />

und die Fortsetzungen des Kultklassikers<br />

„Trainspotting“ und des Actiongeheimtipps<br />

„John Wick“ (beide 16.2.) werden. Ach, und Teil<br />

Zwei der biederen SM-Zote „50 Shades of Grey“<br />

(9.2.) macht auch wieder Kinositze nass.<br />

März: Kong: Skull Island<br />

Imposant wirkt die neuste Variante des King<br />

Kon-Mythos, in der der Affenkönig als haushoher<br />

Gigant und seine Insel als furchteinflößende<br />

Schönheit darherkommen. Mit Brie Larson und<br />

Tom Hiddleston wurden zwei der angesagtesten<br />

Hollywood-Gesichter für „Kong“ (9.3.) verpflichtet.<br />

Schon seit Jahrzehnten heiß angesagt ist<br />

Hugh Jackmann, der in „Logan“ (2.3.) zum letzten<br />

Mal in seine Prestigerolle als Brutalo-X-Man<br />

Wolverine schlüpft. Das sich im März die Kinosaison<br />

schon warm läuft, zeigen auch die Neuauflagen<br />

von „Power Rangers“ (23.3.), „Die<br />

Schöne und das Biest“ (30.3.) und „King Arthur“<br />

(30.3.). Dazu gesellen sich „Lommbock“<br />

(23.3.), die Fortsetzung des deutschen Kifferklassikers<br />

„Lammbock“, und Scarlett Johansson<br />

als Realwerdung des beliebten Cyborg-Animes<br />

„Ghost in the Shell“ (30.3.).<br />

April: Guardians of the Galaxy Volume 2<br />

Eigentlich wird doch alles, was Comicgigant<br />

Marvel anpackt, zu Gold. Das wollte 2014 von<br />

„Guardians of the Galaxy“ so recht keiner glauben,<br />

bis der Film über eine Gruppe von Antihelden<br />

im All dann zum Bombenhit des Sommers<br />

mutierte. Die Messlatte für Volume 2 (27.4.)<br />

hängt also himmelhoch, mit dem Sprungstab in<br />

den Händen von Regisseur James Gunn dürfte<br />

aber nichts schief gehen. Wirkliche Konkurrenz<br />

kommt nur vom nächsten Eintrag in das genauso<br />

hirnbefreite wie beliebte Actionfranchise<br />

„Fast & Furious“ (13.4.). Nach dem riesigen Erfolg<br />

des Vorgängers, wird auch der achte Teil die<br />

Kassen klingeln zu lassen.<br />

Mai: Life<br />

Natürlich starten im Mai auch die Neuauflage<br />

von „Baywatch“ (11.5.) mit viel Bauchmuskeln<br />

und engen Badeanzügen, sowie der fünfte Teil<br />

von „Fluch der Karibik“ (25.5.). Wirklich große<br />

Hoffnungen muss man in die aber nicht setzen.<br />

Wer statt plumper Geldmache lieber ein solides<br />

Projekt sehen will, sollte sich „Life“ (18.5.) vormerken.<br />

Geschrieben haben den die Autoren<br />

von „Deadpool“, vor der Kamera stehen dafür<br />

Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson und auch<br />

Ryan Reynolds. Zu tun bekommen die es mit<br />

gefährlich intelligentem Leben auf dem Mars...<br />

58 Wintersemester 2016/17


K I N O P R E V I E W<br />

Juni: Wonder Woman<br />

Bisher schnitt das Kinouniversum von Comicfirma<br />

DC eher schlecht ab. Eins hatten aber alle<br />

durchwachsenen Filme von „Man of Steel“ bis<br />

„Suicide Squad“ gemeinsam: Verdammt gute<br />

Schauspieler. Strahlend hervorgetan hat sich da<br />

Gal Gadot als „Wonder Woman“ (15.6.), die diesen<br />

Sommer mit Schwert und Schild in den Ersten<br />

Weltkrieg zieht. Damit ist sie die allererste<br />

Titelheldin eines Superheldenfilms, der, nach<br />

den ersten Bewegtbildern zu urteilen, verdammt<br />

gut werden könnte. Zeitgleich will mit<br />

„Die Mumie“ (8.6.) ein neues Monster- und<br />

Abenteuerfranchise aufdrehen, dessen erster<br />

Eintrag „Dracula Untold“ zwar nicht viel reißen<br />

konnte, dafür aber nun mit Tom Cruise und Russel<br />

Crowe hochdotierte Stars an Bord hat. „World<br />

War Z 2“ (8.6.) und „Transformers 5“ (22.6.)<br />

starten auch im Juni.<br />

Juli: Dunkirk<br />

Der Juli brennt. Mit „Spiderman Homecoming“<br />

(6.7.) startet der allerneuste Spiderman seine<br />

Abenteuer im Marveluniversum, mit „Ich – Einfach<br />

unverbesserlich 3“ (6.7.) wird einer der beliebtesten<br />

Animationsfilme fortgesetzt, mit<br />

„Kingsman 2: The Golden Circle“ (13.7.) nimmt<br />

ein frisches Agentenfranchise Fahrt auf und dazwischen<br />

erscheint auch noch eine Neuauflage<br />

von „Jumanji“ (27.7.). Das dickeste Brett dürfte<br />

aber Christopher <strong>No</strong>lans Kriegsfilm „Dunkirk“<br />

(27.7.) werden. Der Kopf hinter „Inception“, „Memento“<br />

oder „Interstellar“ erzählt hier von einer<br />

waghalsigen Befreiungsaktion der Alliierten im<br />

Zweiten Weltkrieg und hat sich dafür Stars wie<br />

Tom Hardy, Cillian Murphy, Mark Rylance und<br />

Harry Styles engagiert.<br />

August: The Coldest City<br />

Schon merkwürdig, im Hochsommer einen Film<br />

mit dem Titel „The Coldest City“ (17.8.) zu veröffentlichen,<br />

in dem Charlize Theron im Berlin<br />

kurz vor dem Mauerfall auf Spionagemission<br />

geht. Viel mehr hat dieser Monat aber nicht zu<br />

bieten, außer vielleicht den dritten Teil der „Planet<br />

of the Apes“-Reihe (3.8.), eine Fortsetzung<br />

des 90er-Horrorstreifens „Flatliners“ (17.8.) und<br />

den aus unerklärlichen Gründen erscheinenden<br />

„Emoji“-Film (10.8.).<br />

September: Submergence<br />

Ähnlich dünn bestückt ist bis dato der September,<br />

in dem höchstens Tom Cruise als Drogenund<br />

Waffenschmuggler in „American Made“<br />

(7.9.) oder Disneys fröhliches Autoabenteuer<br />

„Cars 3“ die Kinosäle voll machen könnten. Interessanter<br />

klingt aber die von Wim Wenders inszenierte<br />

Romanverfilmung „Submergence“ mit<br />

James McAvoy und Alicia Vikander. Hier mixen<br />

sich Romanze, Thriller und Dschihad. Spannender<br />

als sprechende Autos.<br />

Ghost in the Shell<br />

Kong: Skull Island<br />

John Wick 2<br />

Foto: Jasin Boland MMXVI Paramount Pictures and Storyteller Distribution Co.<br />

Foto: Chuck Zlotnick 2015 Warner Bros. Entertainment Inc.<br />

Foto: 2016 Concorde Filmverleih GmbH / Niko Tavernise<br />

Oktober: Thor 3: Ragnarok<br />

Marvels Donnergott Thor darf ein drittes Mal ran,<br />

diesmal zur alles verändernden Götterdämmerung<br />

aka „Ragnarok“ (26.10.). Mit dabei sind dicke<br />

Hollywoodsterne wie Cate Blanchett, Anthony<br />

Hopkins und Jeff Goldblum, zudem Mark Ruffalo<br />

als Hulk. Regie führt der neuseeländische<br />

Komiker Taika Waititi. Klingt so, als wolle man<br />

die Beliebigkeit von Thor 2 mit ordentlich<br />

Schmackes forttreiben. Zudem steht die Fortsetzung<br />

des Sci-Fi-Klassikers „Blade Runner“<br />

(5.10.) im Kalender, für die nicht nur Harrison<br />

Ford im Cast steht, sondern auch Ryan Gosling,<br />

Jared Leto und Dave Bautista. Vormerken sollte<br />

man sich auch die Romanadaption des unbehaglichen<br />

Skandinavien-Thrillers „The Snowman“<br />

(19.10.).<br />

<strong>No</strong>vember: Justice League<br />

Ende 2017 trifft sich erstmals die „Justice<br />

League“ (16.11.), um Batman, Wonder Woman,<br />

Aquaman und Co. auf der Leinwand zu vereinen.<br />

Da wie beim durchgefallenen Vorgänger „Batman<br />

V Superman“ Zack Snyder Regie führt,<br />

stellt sich trotz erster, positiv stimmender Bilder<br />

die Skepsis ein. Hoffnung auf einen Film, der<br />

sich nicht wie ein sinnfrei zusammengetackerter<br />

Langzeittrailer anschaut, bringt der neu eingestellte<br />

Co-Chief Geoff Johns, der als versierter<br />

Comicbuchschreiber Struktur ins Filmuniversum<br />

bringen soll. Zudem erscheinen sollen der<br />

Agententhriller „Red Sparrow“ (9.11.) mit Allzeitdarling<br />

Jennifer Lawrence und eine Verfilmung<br />

des Agatha Christie-Klassikers „Mord im Orient-<br />

Express“ (23.11.) von und mit Kenneth Branagh,<br />

sowie Daisy Ridley, Johnny Depp und Judi<br />

Dench.<br />

Dezember: Star Wars 8<br />

Der Hype geht weiter. Wie versprochen ballert<br />

Disney uns nun jeden Dezember bis in alle<br />

Ewigkeit neue Star Wars-Filme um die Ohren.<br />

Was in „Star Wars 8“ (14.12.) mit Luke, Rey und<br />

Kylo alles abgeht, ist natürlich noch streng geheim,<br />

die ersten Bewegtbilder erwarten Fans<br />

aber beim diesjährigen Start des Star Wars-Anthologiefilmes<br />

„Rogue One“. Alternativ trällern<br />

sich im Dezember auch die A-Capella-Mädels<br />

von „Pitch Perfect“ (21.12.) zum dritten Mal<br />

durch eine herzlich behämmerte Komödie und<br />

der knuffige Bär „Paddington“ (7.12.) bärt sich<br />

durch eine Fortsetzung, die bisher ganz kreativ<br />

mit „Teil 2“ betitelt ist. Wer im Winter mehr Romantik<br />

braucht, darf sich auf die Vollschnulze<br />

„Let it Snow“ freuen, eine Verfilmung von drei<br />

weihnachtlich-romantischen Kurzgeschichten<br />

der bekannten Jugendbuchautoren Maureen<br />

Johnson, Lauren Myracle und John Green, der<br />

übrigens auch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“<br />

schrieb.<br />

Lukas Vering<br />

Wintersemester 2016/17<br />

59


K U N S T T I P P S<br />

Ansichtssachen<br />

Entenhausen >>>> Oberhausen:<br />

Donald Duck, Micky Maus, die<br />

Panzerknacker und all ihre Freunde,<br />

Feinde und Wegbegleiter stammen aus<br />

der großen Disney-Fabrik. Diese Ausstellung<br />

ehrt nicht nur die liebgewonnen<br />

Charaktere, sondern auch ihre<br />

Zeichner und Erfinder, u.a. Carl Barks,<br />

Floyd Gottfredson und Al Taliaferro.<br />

Bunt, gut gelaunt und voller Enten!<br />

Bis 15.1.17: Ludwiggalerie, Oberhausen<br />

Ich bin eine Kämpferin: Der Untertitel<br />

„Frauenbilder der Niki de Saint Phalles“<br />

macht es konkret – hier geht es<br />

um Präsentationen des Weiblichen in<br />

den Werken einer rebellischen Künstlerin.<br />

Die kennt man vor allem dank ihrer<br />

großen, voluminösen und bunten Nana-Skulpturen.<br />

Davon steht auch eine<br />

auf dem Lifesaver-Brunnen in der Duisburger<br />

Innenstadt. Die Werke in der Ausstellung<br />

zeigen die Frau als Göttin,<br />

Braut, Mutter, alternde Frau, als selbstbewusst,<br />

fröhlich und erotisch, als<br />

kämpferisch und eigensinnig.<br />

10.12.16-23.4.17: Museum Ostwall im<br />

U, Dortmund<br />

Die Welt ohne uns: Irgendwann<br />

wird es statt Menschen nur noch Maschinen<br />

geben. Künstliche Intelligenzen,<br />

unabhängig von Regulierungen,<br />

die uns beschränken. Lebendig durch<br />

Algorithmen, Nanopartikel und Gentechnik.<br />

Die Ausstellung zeigt Künstler,<br />

die sich schon heute damit auseinandersetzen.<br />

Bis 5.3.17: Hartware Medienkunstverein<br />

im U, Dortmund<br />

David Drebin: „Mermaid in Paradise, 2014“ im NRW-Forum<br />

Wir leben in einer farbenreichen Kulturlandschaft, in der taufrische<br />

Kunst und zeitgeistige Ausstellungen nie weiter als einen<br />

Katzensprung entfernt sind. Was ihr davon unbedingt anschauen<br />

solltet, erfahrt ihr hier.<br />

Bling Bling Baby: Keine Angst vor<br />

Künstlichkeit, Bock auf Kitsch und Hunger<br />

nach Farben – die neusten Tendenzen<br />

der Fotografie sind mutig, laut und<br />

unverschämt selbstbewusst. Die Ausstellung<br />

zeigt Glam Fashion, Naturpoesie,<br />

ironische Inszenierungen und Pop-<br />

Porträts aus der jungen Fotografiewelt.<br />

19.11.16-15.1.17: NRW-Forum, Düsseldorf<br />

SWIZ– Street Art: Der französische<br />

Graffiti- und Street Art-Künstler Swiz<br />

nutzt verlassene Orte und Straßen seiner<br />

Heimat Paris als Leinwand für seine<br />

futuristischen, urban geometrischen<br />

und akribisch detailreichen Werke, in<br />

der sich Ordnung genauso sehr findet,<br />

wie auflöst.<br />

Ab 5.11.: 44309streetartgallery, Dortmund<br />

Foto: © David Drebin / Camera Work<br />

60 Wintersemester 2016/17


K U N S T T I P P S<br />

Dancing with Myself: Wer bin ich? Wie stelle ich das dar? Und wie inszeniert<br />

ist eigentlich Identität? Diese Ausstellung von Selbstporträts von Künstlern<br />

der Gegenwartskunst seit 1960 zeigt, wie sich Künstler selber darstellen,<br />

wie sie Körper und Geist verbildlichen. Dabei überspannen die Werke von zum<br />

Beispiel Cindy Sherman, Urs Fischer oder Nan Goldin zahllose Medienformate,<br />

von Malerei über Fotografie über Videoinstallationen bis zu Skulpturen.<br />

Bis 15.1.17: Museum Folkwang, Essen<br />

Morellet – Lichtkunst: François Morellet gilt als Pionier der Lichtkunst,<br />

der schon seit 1963 Neonröhren als Zentrum seiner Kunstwerke nutzt. Mit<br />

abstrakter Geometrie, grellem Licht und minimalistischer Ästhetik erschafft<br />

er Kunstwerke zwischen Chaos und Ordnung, Rationalität und Emotionalität,<br />

Licht und Schatten. Auch vormerken: Die 1. Nacht der Lichtkunst am 26.11.!<br />

Bis 29.1.17: Zentrum für internationale Lichtkunst, Unna<br />

Wir machen Essen eine Szene!<br />

Unperfekthaus (Friedrich-Ebert-Str. 18):<br />

Ehemaliges Kloster, heute Treffpunkt der<br />

Kreativszene mit über 1000 Aktiven,<br />

offen für alle, bodenlose Getrnke,<br />

WLAN, Buffets www.unperfekthaus.de<br />

GeKu-Haus: WG-Leben UND Luxus. Gemeinschaft<br />

UND Individualitt. Eine „Insel“<br />

5 Gehminuten von der Uni. Strandkörbe<br />

über den Dchern, Internet sogar in den<br />

Saunen, Massageraum, Heimkino, Wintergarten,<br />

CoWorking, 50 Leute in toller<br />

Hausgemeinschaft. www.geku-haus.de<br />

Wunder der Natur: Im Gasometer regiert die Natur. In rund 150 großformatigen<br />

Bildern und Videos lassen sich hier Einblicke in die Flora und Fauna<br />

unserer faszinierenden Erde gewinnen, vom niedlichen Schildkrötenbaby bis<br />

zum gefräßigen Krokodil. Dazu schwebt im Innenraum des ehemaligen Scheibengasbehälters<br />

eine riesige, interaktive Erdkugel. Immer ein Erlebnis!<br />

Bis 30.11.17.: Gasometer, Oberhausen<br />

Zum Wohl – Getränke zwischen Kultur und Konsum: Wasser,<br />

Schnaps, Limo, Bier oder Kaffee – diese Ausstellung geht den Gläsern der Region<br />

auf den Grund und erstellt eine Landkarte der Trinkkultur im Pott. Durchaus<br />

ein Thema, das für jeden Studenten eine gewisse Relevanz vorweisen<br />

dürfte...<br />

Bis 26.3.: Henrichshütte, Hattingen<br />

Jetzt auch auf Facebook:<br />

www.facebook.com/<br />

schuelerhilfejobs<br />

Wir verstärken unser Team und suchen<br />

Nachhilfelehrer (m/w)<br />

für alle gängigen Fächer an zahlreichen<br />

Standorten in NRW.<br />

Du bist Student oder Akademiker und<br />

möchtest dein Fachwissen auf<br />

professioneller Ebene weitergeben?<br />

Dann bewirb dich jetzt!<br />

Stephanie Sack<br />

Mobil: 0152 - 01 52 65 13<br />

stephanie.sack@schuelerhilfe.de<br />

Hannah Höch. Revolutionärin der Kunst: Zugegeben: Ein bisschen<br />

hochkulturig ist diese Retroperspektive der Künstlerin Hannah Höch schon,<br />

dank deftigen Infusionen Dada und Kunstrevolte kann man sie sich aber trotzdem<br />

geben und über anarchische Collagen, wandfüllende Gemälde und kunsthandwerkliche<br />

Arbeiten fachsimpeln. Themen: NS-Regime, Frauenbilder, Autobiografie,<br />

Stadt und Kosmos.<br />

Bis 8.1.17.: Kunstmuseum, Mülheim<br />

Zweigertstr. 12 (Zweigert-Passage) · Essen-Rüttenscheid<br />

Telefon 0176/79 7741 43<br />

jonnysEsskultur<br />

Andreas Gursky - nicht abstrakt: Der derzeit teuerste Fotograf der Welt<br />

heißt Andreas Gursky. In dieser Ausstellung lassen sich 20 teils großformatige<br />

seiner Arbeiten entdecken, die Konsumschauplätze wie Media Markt, Amazon<br />

oder ein überdimensioniertes Solarfeld zeigen. Dazu läuft minimalistischer<br />

Techno von DJ Richie Hawtin. Stimmiges Must-See.<br />

Bis 6.11.: K20 Kunstsammlung NRW, Düsseldorf<br />

Die Augsburger Puppenkiste: Wenn sich die Klappen der braunen Holzkiste<br />

langsam öffnen, steigt die Spannung: Denn wenn Urmel, Jim und Kater<br />

Mikesch mit ihren klapprigen Knochen über die Bühne zappeln, liegt Abenteuer<br />

in der Luft. Fans können hier die Helden ihrer Kindheit besuchen, aus<br />

nächster Nähe betrachten und dem Kult fröhnen.<br />

Bis 12.2.17.: Haus Kemnade, Bochum<br />

Lukas Vering<br />

www.<strong>coolibri</strong>.de<br />

Wintersemester 2016/17<br />

61


K U N S T T I P P<br />

Rolling Stones in der Westfalenhalle<br />

Foto: Ruhr Museum<br />

E S S E N<br />

Eine Zeit außer<br />

Rand und Band<br />

60 Jahre „Rock und Pop im Pott“ feiert die gleichnamige Ausstellung<br />

im Ruhr Museum in der Zeche Zollverein. Warum genau<br />

60 Jahre? Weil die Ausstellungsmacher glauben, dass sich<br />

der Startschuss für die Rock’n’Roll-Bewegung im Ruhrgebiet genau<br />

beziffern lässt: Auf den 30. Dezember 1956. Da ging es in<br />

Dortmund ordentlich rund.<br />

An diesem Tag randalierten 4000 Jugendliche<br />

vor dem Capitol der Ruhrgebietsstadt. Sie veranstalteten<br />

die bis dato heftigsten Jugendkrawalle<br />

im Deutschland der Nachkriegszeit. Anlass und<br />

Vorbild war ihnen Bill Haley im Film „Rock<br />

around the Clock“, der auf Deutsch passenderweise<br />

„Außer Rand und Band“ hieß. Als Bill Haley<br />

zwei Jahre später in der gerade eröffneten<br />

Essener Grugahalle gastierte, pfiffen die Fans<br />

die swingende Vorband des aus Herne stammenden<br />

Kurt Edelhagen aus und rissen Stuhlreihen<br />

um. Die Folge: Ordnereinsatz und Polizei.<br />

Ereignisse wie diese dokumentiert die Schau.<br />

Sie zeigt Fotos und Filmausschnitte, Plakate<br />

und Eintrittskarten, Schallplatten und Fanartikel,<br />

Instrumente und Bühnenoutfits aus 60 Jahren.<br />

Sie präsentiert historische Abspielgeräte<br />

und eine Auswahl an Musikequipment wie Gitarren<br />

von Ruhrpott-Rockern, Bass, Schlagzeug,<br />

Mikrofon und Synthesizer, genauso wie Modeutensilien<br />

und Accessoires der Rock- und Popmusik<br />

und Fotos von den Schauplätzen der<br />

Rockmusik, den legendären Szenetreffs und<br />

Konzerthallen der Region.<br />

Von Nena bis Grönemeyer<br />

Dazu gehört natürlich auch die Zeche Bochum,<br />

in der sich seit den 80er-Jahren die großen<br />

Rockstars, die Protagonisten der Punk-Bewegung,<br />

aber auch Heavy-Metal-Gruppen oder<br />

Künstler der Neuen Deutschen Welle die Klinke<br />

in die Hand gaben: Grönemeyer, Nena, R.E.M.,<br />

Depeche Mode... Die Ausstellung erzählt die Geschichte<br />

des Rock und Pop anhand der unterschiedlichen<br />

Stilrichtungen und Bewegungen,<br />

die diese hervorgebracht haben, zunächst die<br />

„Halbstarkenmusik“ Rock’n’Roll, dann den Beat,<br />

den politisierten Untergrund, die Festivals, den<br />

Hardrock, den Punk, Heavy Metal, Neue Deutsche<br />

Welle, Techno und schließlich die Musik der<br />

Menschen mit Migrationshintergrund, die auch<br />

Hip-Hop im Ruhrgebiet stark machten.<br />

Und sie ist als wachsende Ausstellung angelegt:<br />

In ihrem Zentrum steht der Soundraum mit dem<br />

Hit-Mix der Stars aus dem Ruhrgebiet von Nena<br />

bis Grönemeyer, von Extrabreit bis Geier Sturzflug,<br />

von Tic Tac Toe bis Frida Gold. Bands und Interpreten,<br />

die nicht vertreten sind, dürfen ihre<br />

Tonträger mitbringen. Sie werden dann als Leihgabe<br />

in der Ausstellung zu sehen sein. Ein umfangreiches<br />

Rahmenprogramm mit Vorträgen,<br />

Filmen, Exkursionen und Konzerten begleitet<br />

die Ausstellung. Max Florian Kühlem<br />

Rock und Pop im Pott: bis 28.2.2017<br />

Ruhrmuseum, Essen; ruhrmuseum.de<br />

62 Wintersemester 2016/17


N E W S<br />

E S S E N<br />

B O C H U M<br />

Beim BOTY-Finale 2015<br />

Heiße Tänze<br />

Popping, Locking und B-Boying – Beine brechen, Arme schwingen, auf<br />

dem Schädel zirkulieren. Breakdance ist kein lapidares Tänzchen, sondern<br />

eines, das vollen Körpereinsatz und brennende Leidenschaft fordert.<br />

Die sieht man beimgrößten Breakdance-Event der Welt, dem Battle of the<br />

Year lichterloh lodern. Dieses Jahr am 29.10. mitten im Ruhrgebiet.<br />

Geboren wurde Breakdance auf der Straße, verwurzelt ist der Tanzstil im<br />

Hip-Hop, Athletik und Akrobatik sind elementare Bestandteile. Beim Essener<br />

Event treten die Finalisten aus über zwanzig Qualifikationsrunden aus<br />

allen Ecken des Erballs an. Dazu steigt schon am 28.10. im Einkaufscenter<br />

Limbecker Platz ein 1vs1-Battle, ein B-Girl 2vs2-Battle und ein Kids-<br />

Battle, bei dem der Nachwuchs unter 15 Jahren seine Skills beweisen darf.<br />

Battle of the Year: 29.10. Grugahalle, Essen, battleoftheyear.de<br />

Foto: Little Shao, Photo by Instagram @littleshao X @botyofficial<br />

Mike Huckaby<br />

Elektronische Praxis<br />

Das weite Feld der zeitgenössischen elektronischen Musik will das Prinzregenttheater<br />

mit einem neuen Projekt sowohl theoretisch, als auch praktisch<br />

erschließen. Dazu werden Workshops und Gespräche angeboten, zudem<br />

Auftritte lokaler und internationaler Künstler und Künstlerinnen organisiert.<br />

Zum ersten Termin wurde Produzent und DJ Mike Huckaby aus Detroit<br />

geladen, der am 18.11. über das Musikmachen in seiner stark gebeutelten<br />

Heimatstadt redet, über die Kraft der Kunst im wirtschaftlichen Vakuum.<br />

Dem öffentlichen Gespräch geht ein Workshop für acht Teilnehmer<br />

im Institut für populäre Musik voran (Anmeldung über kalakutasoul@gmail.com).<br />

Wer hier keinen Platz ergattern konnte, kann immerhin<br />

bei der Funkloch-Party noch die Praxis des Elektros austesten. Workshop:<br />

17.11., Gespräch+Party: 18.11. (21h), Prinzregenttheater, Bochum<br />

Foto: Veranstalter<br />

N R W<br />

B O C H U M<br />

Teddy Teclebrhan<br />

Foto: Alexander Draschoff<br />

Testtour mit Schülern<br />

Foto: RUB Stepec<br />

Geschenkte Lacher<br />

Die Welt ist verrückt geworden, sie geht am Stock, hat einfach voll einen<br />

an der Birne. Da hilft nur noch kollektives Schlapplachen. Und weil uns eure<br />

Geistesgesundheit am Herzen liegt, verlosen wir gleich drei Mal Tickets<br />

für Comedyabende, die nicht nur eure Lachmuskeln trainieren, sondern<br />

auch für Weltversöhnung sorgen. Mit dabei: Paul Panzer, der einiges von<br />

der „Invasion der Verrückten“ zu erzählen weiß. Bülent Ceylan, dessen<br />

Programm passenderweise „KRONK“ heißt, kümmert sich um die Wehwehchen<br />

unserer Zeit. Und dann schicken wir euch noch zur Teddy Show<br />

mit dem neuen Motto „Ds passiert alles in dein Birne!“<br />

<strong>coolibri</strong> verlost je 3x2 Tickets für Bülent Ceylan (10.11. Grugahalle, Essen),<br />

Die Teddy Show (2.12. RuhrCongress, Bochum) & Paul<br />

Panzer (11.12. Uni Halle, Wuppertal) auf <strong>coolibri</strong>.de<br />

Wintersemester 2016/17<br />

Entdeckte Stadt<br />

Was Bochum zu bieten hat, weiß manch ein Student gar nicht – viele pendeln<br />

nur zur Universität, sehen höchstens den Hinterausgang des Hauptbahnhofs<br />

und das Parkhaus am Unikomplex. Dabei steckt die kleine Stadt<br />

voller spannender Orte, Möglichkeiten und Personen. Um diese neuen<br />

oder unwissenden Studis näher zu bringen, veranstaltet das Netzwerk Bochumer<br />

Hochschulen namens UniverCity studentische Stadtführungen –<br />

von Studis für Studis. Entdeckt werden sollen dabei Viertel, Straßen und<br />

Ecken, sowie Cafés, Ateliers und Kulturstätten. Dazu will man aber nicht<br />

bloß an Häuserfassaden und Eingangstüren vorbeiführen, sondern auch<br />

mit den Menschen dahinter in Kontakt treten, mit den Künstlern, Barristas<br />

und Betreibern plaudern. Immer zu Semesterbeginn. 26.+27.+28.10.<br />

(15h), Treffpunkt: Schauspielhaus Bochum, univercity-bochum.de<br />

63


Welcher Ruhri-Typ bist du?<br />

Was machst du am Wochenende?<br />

Vegane Pizza, Goethebunker, Yoga<br />

Ich besuche ein oder zwei Ausstellungen<br />

Einen Ausflug ins Grüne<br />

Nach Hause pendeln<br />

Kaffee und Kuchen bei den Verwandten<br />

Die Porzellanfigurensammlung entstauben<br />

Was macht das Ruhrgebiet schön?<br />

Das einzigartige Kulturerbe<br />

Das Wechselspiel von Industrie und Natur<br />

Die ehrlichen Leute<br />

Die Zigarettenpause mit der Putzfrau<br />

Die schier endlose Vielfalt<br />

Irgendetwas, das ich nicht nachvollziehen kann<br />

Dein Lieblingsor t im Pott ist...<br />

Gasometer Oberhausen<br />

Mein Balkon<br />

Meine Eckkneipe<br />

Eine geheime Ecke an der Emscher<br />

Dortmunder Kreuzviertel<br />

Da fällt mir jetzt keiner ein<br />

Was steht auf deiner Fensterbank?<br />

Ein Wackeldackel<br />

Diverse Flyer und Zeitschriften - Sammelwerk halt<br />

Ein Kalender mit Motiven aus der Heimat<br />

Mein Drehtabak-Set<br />

Ein Bilderrahmen mit selbstgeschossenen Fotos<br />

Nix<br />

Wie ist deine Einstellung zur A40?<br />

Ich fahre eher Bahn oder Rad<br />

Ist das nicht ein Synonym für Stau?<br />

Ist eines meiner Lieblingsfotomotive<br />

Vom Beifahrersitz sieht sie schon ganz interessant aus<br />

Auf der A40 verbringe ich mehr Zeit als mit der Familie<br />

Als soziokulturelles Manufakt ist die A40 ein interessanter<br />

Aspekt unserer Identitätskonstruktion<br />

Was bedeutet für dich „Heimat“?<br />

Fördertürme, Kioskbier, grüne Wälder und Kanäle<br />

Heimat heißt Familie<br />

Die Menschen und Orte, die mich umgeben<br />

Das ist ein Begriff, den jeder für sich definieren muss<br />

Heimat ist dort, wo ich aufgewachsen bin<br />

Meine vier Wände<br />

Welches ist dein Lieblingsbier?<br />

Astra<br />

Stauder<br />

Das helle Fiege<br />

Kronen Export<br />

Diverse lokale Craftbeers<br />

Leicht transportierbares Dosenbier<br />

Im coolibr i liest du am liebsten...<br />

Die Kleinanzeigen<br />

Die Unterwegs-Rubrik<br />

Kunst, Kino und/oder Theater<br />

Die Umfrage<br />

Neue Alben<br />

Clubbing, längere Interviews und den Kalender<br />

64 Wintersemester 2016/17


Der Ruhrpott ist ein bunter Topf voll von verschiedensten Charakteren. Welchem davon du am<br />

ähnlichsten bist, verrät unser Test. Einfach die passenden Antworten ankreuzen, die Farben addieren<br />

und den zugehörigen Ruhri-Typ finden. Hochwissenschaftlich und bierernst!<br />

Der Haldenhipster<br />

Du liebst die Natur und das reiche Erbe der<br />

Region. Am wohlsten fühlst du dich zwischen<br />

Zechenhäusern, Haldengipfeln und<br />

renaturierten Emscherabschnitten und vergisst<br />

bei den mannigfaltigen Ausflügen ins<br />

pöttische Graugrün auch nie die Kamera,<br />

um all die schönen Eindrücke für den<br />

nächsten Blog-Eintrag oder Instagram-Post<br />

festzuhalten. Du bist die junge Seele und<br />

das tanzende Herz dieses Reviers.<br />

Der Kulturjunkie<br />

Wenn im Gasometer eine neue Ausstellung<br />

anläuft, stehst du als erstes auf der Matte,<br />

für Zollverein könntest du als Führer arbeiten<br />

und das Wort „Industriekultur“ lässt<br />

dich total steil gehen. Dein Traum ist es, eine<br />

eigene Galerie zu eröffnen, bis dahin organisierst<br />

du das Theaterfest deiner Uni,<br />

stehst an der Kasse fürs N.A.T.U.R.-Festival<br />

und nutzt die ansässigen Schauspiel- und<br />

Konzerthäuser als Zweitwohnsitz.<br />

Der Metropolitaner<br />

Du liebst den Großstadtflair der drittgrößten<br />

Städteagglomeration Europas und<br />

wenn du könntest, würdest du deine Venen<br />

mit der A40 und dein Herz mit den pulsierenden<br />

Innenstädten des Potts ersetzen. Du<br />

lebst im Jetset zwischen Kreuzviertel, Rüttenscheid<br />

und Ehrenfeld, aber am liebsten<br />

sitzt du mit dem <strong>coolibri</strong> in der veganen<br />

Lieblingsbar und planst mit deiner Clique<br />

das nächste Wochenende.<br />

Der Malocher<br />

Du bist eine simple Frohnatur, die mit wenig<br />

sehr zufrieden ist. Du arbeitest gerne<br />

und hart und gönnst dir werktags in der<br />

Lieblingseckkneipe ein lokales Pils und<br />

sonntags geht’s für Kaffee-Kuchen zur Omma<br />

nach Wanne-Eickel. Alles was du<br />

brauchst, liegt im Pott für dich in greifbarer<br />

Nähe.<br />

Die Nippeskönigin<br />

Am schönsten ist es doch, wenn man abends in<br />

seine vier Wände kommt und die Regale zwischen<br />

Gelsenkirchener Barock und der Fanwand<br />

von René Pascal mit neuen Porzellanfiguren<br />

vollstellen kann. Sammeln tust du aber<br />

auch Gartenzwerge und lustige WhatsApp-<br />

Nachrichten mit Ruhrpottsprüchen. Du rauchst<br />

leidenschaftlich gern alles mit Menthol, trinkst<br />

deinen Kaffee pechschwarz und freust dich jeden<br />

Monat auf die Auffrischung deiner Dauerwelle<br />

bei Lieblingsfrisörin Doris.<br />

Der Verirrte<br />

Als Zugezogener bist du nie mit der Mentalität<br />

im Pott warm geworden und irrst in<br />

anhaltender Irritation über Mantaplatten,<br />

Industrieschick und enge Zechensiedlungen<br />

durch die Straßen des Reviers und wirst dabei<br />

nicht müde, den Kopf über diesen irren<br />

Pott zu schütteln. Du fragst dich immer wieder,<br />

wie du hier gelandet bist und träumst<br />

von der Heimat am Niederrhein oder im<br />

Sauerland.<br />

Wintersemester 2016/17<br />

65


MEDIEN


LÄ<br />

FT<br />

BEI UNS.<br />

Das Girokonto PSD 4[u] mit vielen Extras für junge Leute.<br />

Omas Sparbuch hat ausgesorgt. Das kostenlose Girokonto<br />

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