Cruiser im Novemer 2016

cruisermagazin

30 Jahre Cruiser! Wir legen der aktuellen Ausgabe den Nachdruck der allerersten Ausgabe von 1986 bei. Ausserdem: Das grosse Interview mit Kathy Bates und...was macht eigentlich Rupert Everett?

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3

Editorial

Liebe Leser

Im Dezember 1986 wurde im Zürcher Niederdorf in den Gay-Lokalen eine Broschüre verteilt, ihr Name:

CRUISER. Es war die sogenannte Null-Nummer. Kleinformatig mit ein paar wenigen Seiten trat man

gegen die etablierte Konkurrenz «Kontakt» an. Die Macher, mit dabei Markus Christen (Macho Men’s

Shop) und Thomy Schallenberger, wollten einerseits für Szenelokale und -shops eine weitere Werbeplattform

schaffen und andererseits die Szene mit Infos, Klatsch und Tratsch bedienen. 30 Jahre Cruiser! Wir freuen uns und sind

stolz darauf, wie sich der Cruiser über die Jahre entwickelt hat. Unser Jubiläum nimmt in dieser Ausgabe einen wichtigen Platz

ein – daher haben wir auch gleich die allererste Ausgabe als Nachdruck beigelegt. Bestimmt erinnert sich der eine oder andere

noch an die (suhuhupertollen) 1980er Jahre … Schon alleine die Inserate im Cruiser von damals sind wohl mittlerweile ein Stück

Zeitgeschichte. Wir wünschen dir viel Spass damit.

Herzlich; Haymo Empl

Chefredaktor

inhalt

5 30 Jahre Cruiser Das Jubiläum

12 Kolumne Bötschi klatscht

13 Portrait Markus Christen

14 Kultur Theater-Tipp

18 Kolumne Mirko!

19 News Update

20 Cruiser Zu Besuch Bodyesthetic

22 Reportage Zu Besuch bei Sahak

23 Kultur Buchtipp

24 Interview Kathy Bates

27 Reportage Zu Besuch bei

Leonhards-apotheke

28 FINGERFERTIG CRUISER KOCHT!

30 Kolumne MICHI RÜEGG

31 Serie Ikonen von Damals

34 Ratgeber Dr. Gay

36 Kolumne Peter Thommen

37 news Update

38 Wettbewerb

impressum

CRUISER MAGAZIN PRINT

ISSN 1420-214x (1986 – 1998) | ISSN 1422-9269 (1998 – 2000) | ISSN 2235-7203 (Ab 2000)

Herausgeber & Verleger Haymo Empl, empl.media

Infos an die Redaktion redaktion@cruisermagazin.ch

Chefredaktor Haymo Empl | Stv. Chefredaktorin Birgit Kawohl

Bildredaktion Haymo Empl, Nicole Senn

Bilder Bilddatenbank. Alle Bilder, soweit nicht anders vermerkt, mit Genehmigung der Urheber.

Art Direktion Nicole Senn | www.nicolesenn.ch

Redaktion Print Vinicio Albani, Anne Andresen, Thomas Borgmann, Bruno Bötschi,

Andreas Faessler, Mirko, Moel Maphy, Michi Rüegg, Alain Sorel, Peter Thommen,

Nihat Yasartürk.

Korrektorat | Lektorat Birgit Kawohl

Anzeigen anzeigen@cruisermagazin.ch

Christina Kipshoven | Telefon +41 (0) 31 534 18 30

WEMF beglaubigte Auflage 11 539 Exemplare

Druck Druckerei Konstanz GmbH

Wasserloses Druckverfahren

REDAKTION UND VERLAGSADRESSE

empl.media, Haymo Empl

Winterthurerstrasse 76, 8006 Zürich

redaktion@cruisermagazin.ch

Telefon 044 586 00 44 (vormittags)

CRUISER MAGAZIN ONLINE

Herausgeber & Verleger Haymo Empl, empl.media

Haftungsausschluss, Gerichtsstand und weiterführende

Angaben auf www.cruisermagazin.ch

Der nächste Cruiser erscheint am 2. Dezember

CRUISER november 2016


4

30 Jahre Macho Shop und 30 Jahre Cruiser:

Zusammen sind wir

CRUISER Oktober 2016


30

Jahre

Cruiser

5

30 Jahre

JUBILÄUM

Der Cruiser hat eine bewegte Geschichte hinter

sich. Vor 30 Jahren wurden die ersten Exemplare

im Niederdorf verteilt.

Von Haymo Empl, mit Material von Martin Ender und Dani Diriwächter

E

in Brief aus dem Jahre 1987 – auf «Die Nullnummer des Cruiser, erschienen

im November 86, war ein Erfolg – im

Schreibmaschine getippt – belegt den

offiziellen Start des Cruiser: «Am 11. Handumdrehen hat Mann sich ein Exemplar

Januar 1987 haben wir – das sind Markus gegriffen. Daraus schliessen wir, dass wir

Christen, Thomy Schallenberger, Tony Vogt eine ‹Marktlücke› gefunden haben, mit einem

Szene-Blatt aus Informationen, ein we-

und Roger Staub – den Verein Cruiser gegründet.

Wir wollen mit dem Cruiser eine nig Klatsch und Inseraten, die weiterhelfen,

regelmässige Publikation für Zürich und wohin und oder wozu auch immer. Wir machen

also weiter. Und weil wir meinen, es

Umgebung schaffen.»

Zuvor, im November und Dezember müsste den Cruiser auch in einer etwas ferneren

Zukunft noch geben, haben wir einen

1986, wurde der Markt mit einer so genannten

Nullnummer getestet. (Wir haben diese Verein gegründet. Die Aktivmitglieder machen

das Heft, und die Gönnermitglieder hel-

als Nachdruck beigelegt.)

Im Frühjahr kam dann also die Ausgabe

1/87 heraus. Roger Staub gab im Editorial ermöglicht werden. – Eintagsfliegen hat’s ja

fen. So soll dem Cruiser ein besseres Dasein

bekannt:

schon genug gegeben.»

Die erste «reguläre» Ausgabe, die sich

im Layout nicht von der «Nullnummer»

unterschied, erschien im Februar 1987. Das

war die eigentliche Geburtsstunde des

Cruiser. Er leistete sich von Anfang an eine

Redaktion und bewies, dass ein Szeneblatt

mehr sein kann als nur Kontaktanzeiger.

Das war nicht immer einfach. Die Finanzierung

hing von einer Handvoll Inserenten

ab; in den Anfängen wurde in der Redaktion

viel Freiwilligenarbeit geleistet – das ist

auch heute noch so. Der Cruiser erschien

vorerst unregelmässig alle paar Monate,

scheinbar je nachdem, ob sich zahlende Inserenten

fanden und die neben- und ehrenamtlichen

Redaktoren Zeit fanden. ➔

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CRUISER november 2016


30

Jahre

Cruiser

7

Der Cruiser hat sich aber schnell etabliert.

Er steigerte seine Auflage, wuchs über

den Raum Zürich hinaus, erschien in monatlicher

Frequenz und war damit bald der

Konkurrenz voraus. Er kam dank fundierter

und oft auch angriffiger, aufdeckender Berichte

über die Szene oder Szenebetriebe bei

den Lesern gut an. Das polarisierte aber und

kostete ab und zu auch die Gunst der Inserenten.

Die 30 Jahre Cruiser sind eine

bewegte Geschichte: Die Formate und die

Schriftzüge wechselten – wie man auf der

Titelseite sehen kann – und auch die Personen,

die daran gearbeitet haben. So ist dem

Protokoll der ersten Generalversammlung

des Vereins Cruiser zu entnehmen, dass

Tony Vogt bereits nach einem Jahr seinen

Austritt gab.

Der Cruiser wurde über Jahre unter

dem Dach eines nicht gewinnorientierten

Vereins geführt – was für den Kassier nicht

immer einfach war. So findet sich denn im

In seiner 30 Jährigen Geschichte hatte der Cruiser zahlreiche Formate; besonders verwirrend

waren die «Zwischenausgaben» mit dem Namen «Contaction».

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8

30

Jahre

Cruiser

Die ersten Cruiser kamen im Format A5

daher und richteten sich ausschliesslich an

die Stadtzürcher Gay-Szene. Entsprechend

auch die Cover-Gestaltung

Mahnwesen auch eine Formulierung wie:

«Da wir am Cruiser nichts verdienen wollen,

haben wir auch kein Geldpolster. Wir sind

«Da wir am Cruiser nichts

verdienen wollen, haben wir

auch kein Geldpolster.»

auf die speditive Zahlung unserer Inserenten

angewiesen. Darf ich Sie bitten, Ihre Zahlung

baldmöglichst zu begleichen.» Die Vereinsform

verlangte natürlich von allen aktiv

Mitarbeitenden viel Einsatz und Freiwilli-

CRUISER november 2016

genarbeit. Nach Jahren erst wurde der Verein

aufgelöst und der Cruiser stufenweise in

andere Geschäftsformen und Besitzverhältnisse

überführt.

Der Cruiser erfuhr vor allem in der

zweiten Hälfte der 90er-Jahre Berg- und

Talfahrten. Wechsel an der Redaktionsspitze

und in der Administration brachten

eine gewisse Unruhe mit sich. Auch der

erneute Formatwechsel sorgte für Verwirrung.Richtig

professionell wurde der Cruiser

dann mit der Übernahme von Martin

Ender, der den Cruiser bis kurz vor seinem

Tod in diesem Jahr massgeblich prägte.

Zusammen mit Dani Diriwächter brachte

er den Cruiser bis ganz an die Spitze. Mehr

davon später.

Roger Staub in sehr jungen Jahren. C)

Schwulengeschichte.ch


30

Jahre

Cruiser

9

Ein besonders hübsches Exemplar der damaligen Zeit

als «Cruiser Boy des Monats».

Die Leser wurden mit Nachdruck aufgefordert aktiv zu werden.

2000 Exemplare und viel Herzblut

Der Cruiser startete mit einer Auflage von

2000 Exemplaren im A5-Format (siehe unseren

beigelegten Nachdruck). Der Druck war

auf den Innenseiten schwarz-weiss gehalten

und das Heft hatte einen einfarbigen Umschlag.

Diese Bescheidenheit erlaubte auch

moderate Anzeigenpreise, wie eine Rechnung

vom Februar 1987 belegt: «Sehr geehrte Frau

Zimmermann, bereits sind schon fast alle

2000 Cruiser-Exemplare mit einem Inserat

vom Barfüsser verteilt. Bis jetzt ist das Echo

sehr gut. Darf ich Sie bitten, mir die Inseratkosten

mit beiliegendem Einzahlungsschein

zu überweisen. Inserat ¼ Seite CHF 90.–.»

Der Erfolg des Cruiser rief natürlich

auch schnell Neider auf den Plan: Cruiser sei

zu kommerziell, hiess es bereits ab der dritten

Ausgabe. Roger Staub dazu im Editorial

von 1987: «Wir wollen uns nicht bereichern,

der Cruiser ist ein unkommerzielles Blatt,

allfällige Gewinne werden wir für die Verbesserung

der Gestaltung und des Umfangs

reinvestieren. Wir wollen vielmehr einen

Beitrag leisten, dass unsere Szene ein eigenes

Forum erhält (…).»

«Wir wollen uns nicht

bereichern, der Cruiser ist

ein unkommerzielles Blatt.»

Roger Staub war (und ist) eine zentrale

Figur in der Szene: 1985 war er Initiant

und Mitbegründer der Aidshilfe

Schweiz und erkannte schnell, dass der

Cruiser das ideale Publikationsorgan in

Sachen Prävention rund um HIV und ➔

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CRUISER november 2016


10

30

Jahre

Cruiser

Die Kolumnen von Thomy Schallenberger

sind mittlerweile legendär …

AIDS sein konnte. Im Gespräch mit dem

Cruiser erinnert sich Roger Staub: «Ich

selbst war nicht wirklich auf der damaligen

Cruiser-Redaktion anwesend. Vielmehr

trug ich relevante Informationen

zusammen und schrieb meine Artikel –

«Dann mussten die armen

Jungs von der Redaktion

quasi zum Fotoshooting

genötigt werden.»

damals noch auf Schreibmaschine. Die

Artikel habe ich dann abgeliefert und diese

wurden entsprechend abgedruckt. Es

war ja noch die Zeit vor Internet und daher

war die Szene um sämtliche News rund

um die Krankheit dankbar – die meisten

Infos kamen direkt von Konferenzen und

Kongressen aus den USA und wir sorgten

dafür, dass die neuen Erkenntnisse zeitnah

auch bei uns publiziert wurden. Dafür

war der Cruiser natürlich ideal.»

…genauso wie die damaligen Kampagnen für «The Hot Rubber» Kondome.

Eine spannende Zeitreise

Der Cruiser war von Anfang an eine Gratis-

Publikation für die Leser und musste somit

einzig über Inserat-Einnahmen finanziert

werden. Auf der Inserenten-Liste von damals

stehen Namen, die man heute noch

kennt, aber auch Betriebe, die verschwunden

sind. Es waren vorwiegend Bars, Clubs und

Shops aus Zürich: Restaurant Barfüsser,

Babalu, Bagpiper, Grotto-Bar, Trübli, Club

Hey, Les mains bleues, Macho men’s shop,

Relaxclub, Moustache, Pussy cat, Predigerhof,

Tip Top, Sauna Alexander, Spot25,

T&M, Wy Not.

Effektiv eine Zeitreise macht man mit

dem Cruiser, wenn man die verschiedenen

Rubriken etwas genauer anschaut: Sehr beliebt

(und nie wirklich erfolgreich) war über

die Dekaden immer wieder der «Cruiser-

Boy des Monats». Entweder haben sich

Stricher beworben oder es hat sich gar niemand

beworben.

Dann mussten die armen Jungs von der

Redaktion quasi zum Fotoshooting genötigt

werden. Siehe der mässig fröhlich dreinschauende

«Cruiser-Boy» auf dem Bild von

1991. Kocherei war auch immer beliebt –

meistens blieb es bei einem Versuch, eine

Kochseite auf die Beine zu stellen: Es wurden

wohl Rezepte eingesandt, aber irgendwie

hatte niemand von der Redaktion dann Zeit &

Musse, die Kochtipps auch umzusetzen. Wir

CRUISER november 2016


30

Jahre

Cruiser

11

hoffen, dass wir diesbezüglich mit unserer

neuen Kochseite erfolgreicher sein werden.

Was aber über alle Ausgaben auffällt: Die

Cruiser-Macher haben in jeder Ausgabe –

wirklich in jeder – alles gegeben und sich

enorm bemüht. Auch um aktive Inputs der

Leserschaft. Teilweise mit Nachdruck:

Angriffig und unerschrocken

Der Cruiser machte immer wieder

von sich reden. So brachte er einst all jene

Nationalräte auf die Titelseite, die damals

gegen das Partnerschaftsgesetz kämpften.

Als Szeneblatt schützte er aber auch die

eigene Szene nicht vorbehaltlos. So pragerte

er Partyveranstalter an, die Bareback-

Parties durchführen wollten. Auch

Thomys (Thomas Schallenberger) teilweise

sehr bissigen Kolumnen gefielen nicht

immer allen. Lange noch im Gespräch war

auch der «Cruiser-Sauna-Test», der durch

seine Einstufung von gut bis schlecht Inserenten,

die im unteren Bereich der Bewertungsskala

lagen, vergraulte.

HIV und Aids waren immer wieder

Thema, auch wenn diese Thematik nicht gerade

positiv konnotiert ist. Unvergesslich,

wie der Cruiser vor gut fünf Jahren die Honorarforderung

von Doris Fiala als Präsidentin

der Aids-Hilfe Schweiz angeprangert

hat und damit eine mediale Lawine auslöste.

Fiala kassierte für ein Pensum von 20 Prozent

50 000 Franken pro Jahr und gefährdete

mit dieser überrissenen Lohnforderung das

ZEWO Gütesiegel für Spendenorganisationen.

Fiala reduzierte aufgrund des Druckes

dann ihre Forderungen um 20 000 Franken

und Cruiser kassierte eine Beschwerde beim

Presserat, die abgewiesen wurde. Die Wucht

der sozialen Medien spürte dann Cruiser, als

im letzten Jahr ein ganzseitiges Inserat des

SVP-Politikers Hans-Ueli Vogt abgedruckt

wurde: Der Cruiser-Webserver war für kurze

Zeit sogar lahmgelegt; viele (vor allem

Heteros!) fanden, es würde gar nicht gehen,

wenn eine «linke» Zeitung ein solches Inserat

drucken würde – zumal dann auch noch

auf der äusseren Umschlagseite. Cruiser sah

die Sache etwas differenzierter: Wenn schon

SVP, dann bitteschön schwul.

Die Gründer-Kombi vor 30 Jahren war

ein Glücksfall: Staub von der Prävention,

Christen mit seinen Läden direkt in der Szene

verankert, Schallenberger (mehr oder weniger

ruhig) im Hintergrund … Allen war

die Leidenschaft gegeben, etwas zu bewegen,

etwas zu verändern und natürlich auch der

Szene eine Stimme zu geben. Dieser Spirit

wurde dann von Ender/Diriwächter aufgenommen

und mehr als 15 Jahre mit Herzblut,

Mut und journalistischem Können weitergeführt

– der Ender/Diriwächter Geist

wabert gottseidank noch immer in der Redaktion

umher und daher (aber nicht nur!)

sind wir überzeugt, dass wir dieses Erbe im

besten Sinne weiterführen werden.

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CRUISER november 2016


12

KOLUMNE

Bötschi klatscht

Toilettengeschichten

Kürzlich war ich in Spanien in einem WC

eingeschlossen. Und weil in Zürich fast

gleichzeitig eine noch viel spannendere

Toilettengeschichte passierte, dreht sich

heute alles um das stille Örtchen.

VON BRUNO BÖTSCHI

«

Scheisse», dachte ich, aber da war es

schon zu spät: Die Türe liess sich nicht

öffnen. Der Drehknopf machte zwar

hübsch seine Runde, aber das Schloss ging

nicht auf. Ich stand in der Toilette und rüttelte

an der Türe und rüttelte und rüttelte,

aber diese Türe, diese verdammte Türe …

diese Scheisstüre, diese … gopferdorri nochmals

… tat KEINEN Wank. KEINEN!

Eigentlich wäre mein klaustrophobischer

Anfall auf der Toilette – es fing mit einem

sanften Krüsele in den Füssen an - in

einem Restaurant in Denia, Spanien, keiner

Erwähnung wert, wenn ich nicht einen Tag

später eine andere, durchaus bemerkenswerte

WC-Geschichte gelesen hätte.

Ja, ich bin nämlich irgendwann wieder

aus der Restaurant-Toilette rausgekommen.

Dazu später. Zuerst die andere, die WC-Geschichte

vom Restaurant Coming soon. Das

vietnamesische Lokal im Zürcher Langstrassen-Quartier

setzte ein Zeichen für Offenheit

und Rücksichtsnahme und hat seine geschlechterspezifischen

Toiletten aufgehoben.

Momoll, Mädchen, Buben und viele

andere können im «Coming soon» selber

entscheiden, in welchem WC sie ihr Geschäft

erledigen wollen. Vielleicht können

wir Männer jetzt endlich herausfinden,

warum Frauen meistens zu zweit auf die

CRUISER november 2016

Toilette gehen. Stopp, das wäre ein anderes

Thema.

In der Schweiz finden sich praktisch

nur öffentliche Toiletten, welche geschlechtergetrennt

und entweder nur für Männer

oder nur für Frauen sind. Grund: Das Gesetz

«Es stehen immer wieder

Gäste vor den Türen.»

schreibt es so vor. Im «Coming soon» ist das

jetzt also anders: Eigens kreierte Schilder an

den Klo-Türen erklären die Neuerung.

«Es stehen immer wieder Gäste vor den

Türen», sagt Gastgeber Rico Fanchini, «weil

sie nicht wissen, wo sie rein sollen.» Diese

Ratlosigkeit ist gewollt. Die «Coming soon»-

Verantwortlichen möchten eine Diskussion

anregen.

Denn für Personen, welche sich nicht

ins binäre Geschlechtermodell einordnen

können oder wollen, sind geschlechtergetrennte

WCs mitunter problematisch. Stimmt

etwa das äusserliche nicht mit dem empfundenen

Geschlecht überein, fühlen sich diese

Menschen ausgeschlossen und diskriminiert.

Während das «Coming soon» für die

Schweiz eine Vorreiterrolle einnimmt, gehört

dies in anderen Ländern – etwa in den

USA – bereits zum Alltag. In über 150

US-amerikanischen Colleges existieren seit

Jahren genderneutrale Toiletten. Und vergangenen

Juni entschied der New Yorker

Stadtrat, dass es ab Januar 2017 nur noch

Unisex-Toiletten in der Stadt geben darf.

Bin ja mal gespannt, wie der Zürcher

Stadtrat auf den Vorstoss der «Coming soon»-

Macher reagieren wird: Mit einer saftigen

Geldbusse oder tun die Politiker Busse und

ändern demnächst das WC-Gesetz? Bisher

habe sich noch niemand gemeldet, so Fanchini.

Ich bleibe dran.

Drin bin ich ja zum Glück nicht mehr,

im WC von diesem Restaurant in Spanien.

Glücklicherweise bemerkte ein anderer

Gast, dass ich nicht mehr rauskam und holte

Hilfe. Eine Kellnerin und ein Koch wurden

zu meinen Rettern. Die beiden bauten das

kaputte Schloss aus, so dass ich nach zehn

ewig langen Minuten wieder Tageslicht sah.

Wahrscheinlich werde ich den beiden

ewig dankbar sein. Hätte meine WC-Haft

nur noch drei Sekunde länger gedauert, ich

hätte die Toilette kurz und klein geschlagen.

Ohne Scheiss.

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Portrait

Markus Christen

13

Portrait

Markus Christen

Vor 30 Jahren erschien der erste Cruiser, wenige Monate zuvor

eröffnete Markus Christen seinen ersten Shop. Warum Cruiser und

Markus untrennbar miteinander verbunden waren und sind.

Von Haymo Empl

I

n seinem angestammten Beruf als Kunststofftechnologe

hat Markus Christen nie

wirklich gearbeitet. Vielmehr hat ihn

schon immer das Besondere, die spezielle Herausforderung

interessiert. Nicht, dass das im

Bereich der Kunststofftechnologie nicht möglich

gewesen wäre, aber das Schicksal hatte

andere Pläne. Markus war Mitbegründer und

treibende Kraft des «Cruiser». Markus, der

eben zusammen mit Thommy Schallenberger

seinen ersten Gay-Shop «Macho» eröffnet

hatte, war auf der Suche nach einem Medium,

welches die Gay-Szene direkt ansprach (und

er notabene darin inserieren konnte). Zur

damaligen Zeit existierte das «Kontakt»,

welches primär – wie der Name sagt – von

Kontaktanzeigen lebte, ohne grossen redaktionellen

Teil. «Die Zeit war damals einfach

genau richtig für den ‹Cruiser›», erinnert sich

Markus. Wir treffen ihn im Spätherbst auf

seiner grossen Dachterrasse mitten im Zürcher

Niederdorf. Er wirkt entspannt und irgendwie

alterslos. «Es war generell eine spannende

Zeit, eine Zeit des Auf- und Umbruchs»,

so Markus weiter. «Bevor ich mit dem

«Macho-Men’s Shop» selbständig machte,

hatte ich mit einer Kollegin ein Partnervermittlungsinstitut»,

so Markus weiter. Das ‹Institut›

hat gut funktioniert, dummerweise

schlawinerte sich seine Partnerin mit dem

Geld über alle Berge, Markus stand wieder

am Anfang.

«Cruiser» entstand aus einer Notlage

«Die Idee zu einem Shop geisterte schon

länger herum … Und mit Thomy Schallenberger

– als gelernter Herrenmodeverkäufer

– hatte ich jemanden an meiner Seite,

der sich mit der Materie bestens auskannte.

Das war auch von Anfang an eine unserer

Stärken: Die Beratung im Laden.» In der

Vor-Internet-Zeit musste das Sortiment des

«Macho Men’s Shop» einem interessierten

Publikum nähergebracht werden, Inserate

im «Kontakt» (heute ist das das «Display»)

des Scherrer-Verlags waren nicht möglich,

Christen und der Inhaber des «Kontakt»

gerieten aneinander, was in einem Inserate-Boykott

seitens des Scherrer-Verlags gipfelte.

Also gründete Markus zusammen mit

Roger Staub und Tony Vogt den «Cruiser».

«Die Namensfindung dauerte lange. Sehr

lange», erinnert sich Markus. «‹Cruiser

entstand schliesslich, weil wir einerseits das

englische ‹to Cruise› im Sinne des Gay-

Slangs ‹cruising› passend fanden – immerhin

listeten wir in jeder Ausgabe sämtliche

Bars und Clubs auf – andererseits aber

auch, weil bei einem Schiff der Suchscheinwerfer,

der gezielt etwas anstrahlt ebenso

heisst. Also ‹cruiser›»

Der Macho Shop ist eine Erfolgsgeschichte

Das Trio Christen/Staub/Vogt gründete also

1987 – nach erfolgreicher Verteilung der ersten

Cruiser-Nullnummer im November/Dezember

1986 – den Verein «Cruiser». Markus

war in der Szene verankert, hatte durch sein

Laden den direkten Draht zu dieser, Roger

Staub engagierte sich in der HIV-Prävention

und Vogt sorgte für Ruhe und Ordnung in

den damaligen hektischen Gründerzeiten.

Bald stiess dann auch Thomy Schallenberger

redaktionell dazu. Was auffällt: «Cruiser» polarisierte

damals wesentlich mehr, als das

heute die Gay-Magazine tun. «Es gab schon

Ausgaben, welche für rote Köpfe sorgten», erinnert

sich Markus. Vor allem die Kolumnen

waren manchmal zu viel für gewisse Betriebe.

«Es kam vor, dass wir den ‹Cruiser› manchmal

mehrere Monate lang nicht mehr auflegen

durften, weil irgendwer über irgendwen

darin gelästert hat.» Damals sei die Gay-

Szene wesentlich homogener als heute gewesen,

zudem habe so etwas wie «die Szene»

gar nicht existiert, denn diese unterteile sich

in weitere Subgruppen: Es habe die «Lederszene»

gegeben, die «Dragszene» usw. All

diese verschiedenen Splittergruppen versuchte

der «Cruiser» anzusprechen und

Markus mit seinem «Macho» ebenfalls. Keine

leichte Aufgabe, zumal Markus als Person

ebenfalls stark polarisierte (und es vielleicht

auch heute noch tut). Damals wie heute

nahm und nimmt der gebürtiger Urner (so

zeichnete Markus manchmal auch seine Artikel:

(«ein Urner in Zürich») kein Blatt vor

den Mund und sagt, was er denkt. Bei Markus

weiss man schnell, woran man ist. Genau

das schätzen aber auch heute noch seine

Kunden. Denn – im Gegensatz zum onlineshopping-

weiss man bei Markus in seinem

Laden, woran man ist und was man kaufen

sollte oder eben besser nicht.

CRUISER november 2016


14

KULTUR

Theater-Tipp

KULTUR

Liebe den, der dich hasst. Mit Begeisterung gegen Gewalt

fleischlin/meser: «I just wanna fucking dance oder Begeisterung und Protest»

Es sind die kleinen Gesten, die auf der politischen

Bühne grösste Wirkung entfalten

und es sind die kleinen Gesten, die auf der

Theaterbühne zu einer mitreissend orchestrierten

Performance wachsen: Ein Mann

stellt sich im Staub einem Panzertrupp in

den Weg, so dass dieser anhalten muss. Ein

Polizist reckt einer aufgebrachten Meute

seinen tanzenden Popo entgegen: Ihr könnt

mich mal. Eine demonstrierende Menge

entfaltet ihre eigene Dynamik im Synchronhüpfen:

Wir sind viele, und wir sind

da. Widerstand zelebrieren – und das auf

lustvolle Weise. Für ihre Produktion «I just

wanna fucking dance oder Begeisterung

und Protest» setzten sich die beiden Performerinnen

Beatrice Fleischlin und Anja

Meser mit Dokumaterial von Aktionen des

gewaltfreien Widerstands auseinander und

extrahierten daraus Bewegungsabläufe,

Bilder und Tonmaterial. Alle Genregrenzen

CRUISER november 2016

über Bord werfend, kombiniert das Duo

fleischlin/meser Tanztheater mit Popkultur,

Performance mit Soundinstallation

und Video.

Wie die Gratwanderung zwischen Gewalt

und einer humorvollen Antwort auf

dieselbe gelingen kann, explorieren die

beiden Performerinnen im nonchalanten

Nebeneinander dieser Versatzstücke. Hier

wechselt sich Audiomaterial, bestehend aus

bewegenden Reden gegen die Gewalt, ab

mit einem kitschigen Auftritt im Eurovision-Stil

samt Galakleid und Nebelmaschine.

Begeisterung für eine Sache ist ihr Schlüssel

zu erfolgreichem Protest, «I just wanna

fucking dance» das Leitmotto, unter dem

sich Krieg und Schrecken selbst dem Einzelnen

beugen: Wenn dich jemand hasst,

bringe ihm Liebe entgegen. Er wird dich

noch mehr hassen, und er wird das Arschloch

sein. Warum sonst tanzt man im Chat-

roulette mit bunten Kampfmasken wildfremden

Menschen etwas Albernes vor und

zeigt das Ganze dann auf der Bühne? Weil

es beim Machen und Zuschauen gleichermassen

Spass macht. Das Phänomen

Digitalkultur als Katalysator für Massenbewegungen

wird sinnfällig in solchen ansteckenden

Blödeleien:

Spätestens, als die Holzbox auf der

Bühne das Publikum auffordert einzutreten,

zeigt sich, dass ein solches Wagnis gelingen

kann. Alle wollen plötzlich mitmachen.

Aus dem stillen Synchronhüpfen des

Pärchens auf der Bühne wird eine Massenbewegung.

fleischlin/meser: «I just wanna fucking dance

oder Begeisterung und Protest» ist noch am

18./19. November 2016 in der Gessnerallee

Zürich sowie am 14./15. Februar 2017 in der

Kaserne Basel zu sehen.


KULTUR

Theater-Tipp

15

Das Musical «Chicago» kommt nach Zürich

«Chicago» ist eines der erfolgreichsten und heissesten

Broadway-Musicals aller Zeiten und

kommt jetzt erstmals nach Zürich. Das furiose,

sarkastische Meisterwerk spielt in den wilden

20er Jahren in Chicago, der «Gangsterstadt».

Nachtklubsängerin Roxie Hart erschiesst ihren

Geliebten und trifft im Gefängnis auf die berühmt-berüchtigte

Doppelmörderin Velma Kelly.

Um dem Tod durch den Strang zu entgehen, engagieren

die beiden Killer-Ladies den Anwalt Billy

Flynn. Eine Nachtklubsängerin, eine Doppelmörderin,

ein eitler Anwalt und ein Gefängnis

voller Sünde. Chicago läuft seit 20 Jahren ohne

Unterbrechung in New York, zählt weltweit über

27 500 Vorstellungen, spielte in über 35 Ländern

in mehr als 470 Städten und wurde in zwölf

Sprachen übersetzt. Chicago ist ein Musical mit

der Musik von John Kander und den Gesangstexten

von Fred Ebb, die beiden haben auch das

Musical «Cabaret» komponiert.

Chicago fasziniert durch sinnliche Ästhetik,

begnadete Choreographien, mitreissende

Songs und natürlich mit dem weltberühmten

Track «All That Jazz …».

CHICAGO THE MUSICAL 8. – 20.11.2016

Theater 11 Zürich

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16

KULTUR

Theater-Tipp

Transgender-Groteske am Schauspielhaus Zürich: Frau Schmitz

Als der Firma ein wichtiger Kunde wegen

Lieferschwierigkeiten in Pakistan abzuspringen

droht, kann nur ein echter Kerl

helfen. Es braucht jemanden, der den Pakistani

«bei den Eiern» packt. Kurzerhand

wird der bisherige Projektleiter, von nun an

voller Zweifel ob seiner eigenen Männlichkeit

und was diese ausmacht, ersetzt – durch

Frau Schmitz. Denn Frau Schmitz, ursprünglich

angestellt, weil ein gesundes

«Reizklima» in der Firma laut Personalchefin

für die Produktivität von Vorteil ist, ist

biologisch ein Mann. Und momentan die

einzig verfügbare Person für diese Dienstreise.

Dass Frau Schmitz seit 18 Jahren als

Frau lebt und im Dienste der Firma nun in

Anzug und Krawatte springt, stösst nicht

nur ihrer Familie sauer auf, sondern wirbelt

auch ihr ganzes Arbeitsumfeld gehörig

durcheinander. Als Frau noch den schmierigen

Annäherungsversuchen eines Kollegen

ausgesetzt, wird sie als Mann für ihre

Durchsetzungskraft bewundert und weckt

zudem ungeahntes Begehren in der Personalchefin.

Derweil bemüht sich der aus dem

Amt enthobene Projektleiter Sven als Hobbypsychologe,

der seinen beiden Kollegen

attestiert, «andersherum» zu sein, weil sie

Frau Schmitz lieben, und lässt sich selbst

vom Chirurgen seine infragegestellte Virilität

operieren.

Mann oder Frau?

Allein Frau Schmitz selbst, von Bärfuss nur

mit den notwendigsten Repliken ausgestattet,

scheint nicht viel Aufhebens darum zu

machen, ob oder ob nicht ihr da etwas zwischen

den Beinen hängt, «noch alles intakt

ist», wie es der Chef formuliert. Sowieso tut

sie nicht viel dazu, steht nur da und schaukelt

ihre Aktentasche, dient als Projektionsfläche

und entlarvt dadurch ganz beiläufig

die Abgründe ihrer Mitmenschen. Es sind

die anderen, die Pseudotoleranten, die damit

nicht klarkommen, dass Schmitz die Schubladen

wechselt, wie es ihr passt. Die Toleranz

gegenüber der Transfrau Schmitz, so merkt

man schnell, ist eine Geste des Wohlwollens

ihrer Cis-Kollegen, die sich auf den Schlips

getreten fühlen, wenn jemand sich dafür

nicht dankbar zeigt.

Wie eine Hühnerschar beim Therapeuten

sitzen die Schauspieler in Freys Inszenierung

auf der Stange und lassen sich vom Publikum

anglotzen, bis sie, aufgescheucht

durch das Scheinwerferlicht, ihre Szenen

spielen. Die Besetzung der Schmitz ist ohne

Frage ein Knackpunkt, dem Frey durch eine

weibliche Besetzung beizukommen sucht:

Ganz klare Sache, Schmitz ist ja auch eine

Frau, trans hin oder her, und so soll sie auch

das Publikum sehen. Warum in aller Welt

sie aber am Ende durch die Zweitbesetzung

mit einem eindeutig älteren und korpulenteren,

männlichen Kollegen zur Witzfigur entstellt

wird, bleibt in der Luft hängen. Sehen

wir jetzt erst die wirkliche Frau Schmitz?

Plötzliche Lacher im Publikum bei ihrem

Auftritt als Mann in Frauenkleidern geben

der Groteske zweifelsohne eine schauerliche

Wendung, entlarven diese doch auch im

Premierenpublikum eine gewisse Toleranz-Schizophrenie

gegenüber der Hauptfigur.

Vielleicht war das die Absicht. Sicher

diskussionswürdig, unbedingt hingehen,

um sich eine eigene Meinung zu bilden.

FRAU SCHMITZ

von Lukas Bärfuss

Regie Barbara Frey | Bühne Bettina Meyer |

Kostüme Bettina Walter | Video Bert Zander |

Licht Rainer Küng | Dramaturgie Andreas

Karlaganis

Spielplan auf www.schauspielhaus.ch

Bilder: Matthias Horn

CRUISER november 2016


KULTUR

Theater-Tipp

17

Pink Panorama in Luzern

Zu seiner 15. Ausgabe wird das lesbischschwule

Filmfestival «PinkPanorama» in Luzern

mit einer Ausstellung ergänzt. In der

Kunsthalle zeigen Kunstschaffende vom 10.

bis 20. November zum Thema «vis-à-vis –

dem Gegenüber einen Rahmen geben» Bilder,

Installationen und Filme. Eröffnet wird das

Filmfestival, das vom 10. bis am 16. November

im Luzerner stattkino stattfindet, mit der

Schweizer Premiere des Bollywood-Melodrama

«Life is a Moment». Cruiser hat in der letzten

Ausgabe bereits ausführlich darüber berichtet,

nun sind weitere Highlights bekannt:

Fünf Filme stammen dieses Jahr aus

den USA: Sie zeigen das queere Leben von der

freundlichen, ja fröhlichen Seite. Und dies

selbst, wenn es um etwas so Schwieriges geht

wie eine Geschlechtsanpassung («Three Generations»).

Lachen kann man auch bei der

Geschichte mit der lesbischen «Grandma», in

der die lesbische Schauspielerin Lily Tomlin

mit weit über 70 Jahren ihre erste lesbische

Rolle spielt. Bei den schwulen US-Filmen

geht’s um Künstler und ihre Musen, die sich

nach Schönheit sehnen, aber auch nach

fleischlichen Lüsten («Beautiful Something»).

Einem echten und grossen US-Künstler

begegnet man im hervorragenden Dokfilm

über den Fotografen: «Mapplethorpe».

Frankreich liefert endlich wieder einmal zwei

eindrückliche Schwulenfilme: den erotischen

Spaziergang durchs nächtliche Paris von

«Théo et Hugo», die «Dans le même bateau»

gelandet sind und «Quand on a 17 ans» – die

wechselvolle Beziehung zweier junger Männer

aus unterschiedlichen Milieus.

Wie ein Apérol-Spritz für die Seele ist

die Geschichte aus Italien: «Io e Lei», auf den

ersten Blick ein Traumpaar. Doch die Fassade

zeigt Risse. Wahrscheinlich die erste romantische

Komödie in Italien, in der zwei

Lesben im Mittelpunkt stehen. Zum 15. Geburtstag

hat sich das Team rund um «Pink

Panorama» einiges einfallen lassen: Kunstschaffende

aus der Region Luzern, aber auch

national und international bekannte Persönlichkeiten

präsentieren in der Kunsthalle im

Bourbaki Bilder, Videos und Installationen,

die ihnen zum Jubiläumsthema «vis-à-vis»

eingefallen sind. In einem Podiumsgespräch

unter der Leitung von Sonja Hasler (SRF)

diskutieren eine Autorin/Filmemacherin,

eine Dirigentin und ein bildender Künstler

über ihren Umgang mit dem Gegenüber.

Und selbstverständlich fehlt auch das

Thema Menschenrechte nicht, diesmal mit

einem ausserordentlichen Dokumentarfilm,

der eine lesbische Mutter und einen Menschenrechtsanwalt

in ihrem schwierigen

Kampf gegen die Homophobie in Jamaika

begleitet, gefolgt von einer Diskussionrunde

mit kompetenten Gästen.

Alle weiteren Infos gibt’s auf:

www.pinkpanorama.ch

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CRUISER november 2016


18

KOLUMNE

Mirko!

Einmal ungestraft an Männern

rumhängen

Hochnebel ist für Mirko kein Wetterphänomen,

sondern ein Spiegel der Zürcher Volksseele.

VON Mirko

J

etzt jammern wieder alle über den

Hochnebel. Alle waren in den Ferien

diesen Sommer und alle erzählen

tolle Geschichten. Aber äbe, jetzt jammern

sie wieder über den Hochnebel. Ich war

auch in den Ferien in Kroatien. Familie

halt. Aber es kommt nicht so drauf an, wo

ihr alle wart. Es tönt doch immer ähnlich.

Die Menschen da sind so toll und fröhlich

und wissen zu leben. Jedes Jahr dasselbe.

Und zuhause kommt wieder das Gejammer

über den Hochnebel.

E chli öppis mitnäh us de Ferie, statt

jammere. Villicht kroatisch lerne für nöchscht

Sommer? Na ja, ob dein Leben hier

deswegen fröhlicher wird? Wahrschinli nöd.

Obwohl, z Züri eme Kroat «Imate lijepo

dupe» nachzurufen, würds Läbe sicher

churzfristig spannender mache. LOL.

Aber villicht ist’s i de Ferie so toll, weil

die Leute dort ihr eigenes Ding tun und nöd

eifach mached, was man muss. Mit dem

Strom schwimmen ist einfach, aber äbe nöd

luschtig. Gemeinsam jammere über de

Hochnebel isch ou nöd luschtig!

Z Züri gits Partys direkt aus weissichwo:

Tel Aviv, Madrid, Amsterdam. Da

kommt alles aus Ibiza und die DJs hat man

da am Strand de Hammer gfunde, aber im

Chilesaal vom Kreis 5 ist’s dann doch nicht

so der Burner. Copypaste isch nöd luschtig.

E chli wie Fondue ässe in Griechenland.

CRUISER november 2016

Wer’s gärn het, kei Problem, aber es lohnt

sich nicht, dafür dahin zu reisen.

A propos geschmolzener Käse am falschen

Ort. Oktoberfest! Pink Monday!

Originell, eine hätt es orange-karierts

Hämd und de anderi isch so fräch und het

es grüens Hämd! Meine Sch*****. Alles

schön gliich wie alli andere. Wenig Dirndl.

Wenig Holz vor der Hütten, aber wenigstens

ab und zu schöne Waden – in

Tchibo-Pseudoläderhösli. Es ist ja gut,

wenn wir wenigstens zwüschedure dazugehören.

Allei simmer gnue. Schwule sowieso.

Pink Monday ist big success. I don’t

complain. Immerhin ist es der einzige

Abend in Zürich, an dem jeder an einem

anderen Mann rumhängen darf, ohne dass

grad e Krise usbricht. Es sind ja nicht nur

die Heteros, die sich schnell agmacht fühled.

Schwule sind nicht besser. Lueg mol e

Sekunde zlang und sie fangen an rumzubitchen.

Eigentlich sind sie spitz wie Sau

und eigentlich finden sie dich affenscharf,

aber zugeben geht gar nicht. Nei. Lieber

dumm amache. Schnell chunnt es abschätzigs

«Wa willsch, du Jugo?», hindefüre oder

weiss ich was. Megaverchrampft alles. Genau

darum ist es in den Ferien so schön

und zrugg in Züri äbe nöd.

Am Pink Monday nach den im Eintritt

inbegriffenen Massen Bier in schlecht sitzenden

Fake-Läderhösli uf em Bank, dann

ist der Hochnebel weg und man greift dem

Nebenmann an den Arsch. «Imate lijepo

dupe». Weil man das da halt so macht. Uniformiert

betrinken. Aber wie gseit: ist das

nicht es bitzli wie Fondue am Strand vo Mykonos?

Macht kä Sinn irgendwie. Und was

sagen diese Männer am Massenbesäufnis

auf dem Bauschänzli sonst so zu Folklore,

Trachten und so? Ganz schlimm, würdet sie

säge. Aber die billigi Schuelbuebeuniform us

Wildläder, made in Bangladesh, das ist nicht

schlimm. Weil man das so macht.

«Es sind ja nicht nur die

Heteros, die sich schnell

agmacht fühled.»

Lueg doch mol, was in eurem Land

abgeht. Was wäre schweizerisch für Oktoberfest

oder Balkan Beats? Olma? Ja,

warum gibt es keinen schwulen Tag an der

Olma? Dicke Würste hat’s, Bier hat’s. Aber

eine Uniform vom Tchibo gibt’s nicht. Da

müsste man sich selber etwas einfallen

lassen. Vielleicht rosa T-Shirts zu den rosa

Säuli? Oder lieber über den Hochnebel

jammern?


News

Update

19

NEWS

Brankos neuer Fashion-Shop im Viadukt

Vor Kurzem eröffnete unter den angesagten

Viaduktbögen in Zürich die Herrenboutique

BRANKO B. Hinter dem Modeunternehmen

steht ein bekanntes Gesicht:

Stylist, ehemaliger Cruiser-Autor und

PR-Profi Branko B. Gabriel. Auf über

160 qm Fläche gibt es viel zu entdecken: bekannte

Designer – national sowie international

–, aber auch Newcomer und Gast-

Designer, im Moment zum Beispiel der

Schweizer Shootingstar Adrian Reber. Der

urbane Standort widerspiegelt das ausgesuchte

Warensortiment; hier findet man(n)

alles rund um schöne Bekleidung, funktio-

nale und hochwertige Accessoires sowie ausgesuchte

Schmuckstücke, wo das Zürcher

Juwelier-Label Lesunja mit seiner Chreis

Cheib-Kollektion überzeugt. «Viele Marken

sind nur bei mir exklusiv erhältlich», so

Branko gegenüber dem Cruiser. Damit will

Branko ein individuelles und urbanes Zielpublikum

ansprechen, das auf qualitativ

hochstehende Mode und persönliche Beratung

steht. Das geht so weit, dass man sich

auf einen Lieferservice sowie auf Personalund

Homeshopping freuen kann. An Samstagen

gibt es jeweils Neues aus der Schweizer

DJ-Szene zu hören und der offizielle Store-

Partner «Peroni Bier» sorgt für eine Erfrischung.

Monatlich gibt Branko B. Gabriel

am Modeapéro ausserdem Tipps rund um

ein typgerechtes Styling, Neuheiten und einen

Fashionknigge.

Branko B, Viadukt 23, 8005 Zürich

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CRUISER november 2016


20

Cruiser zu Besuch bei …

Bodyesthetic

«Ich probiere erst immer alles

selbst an mir aus»

Cruiser ist auch im Bereich Beauty immer up to date, vor allem wenn es darum

geht, schnell schön zu werden – und möglichst ohne Blutvergiessen.

Robinson Morett ist Inhaber der Bodyesthetic Zürich und probiert erst alles an sich aus. Hier die Fettwegspritze.

Von Team Cruiser in Zusammenarbeit mit Bodyesthetic

B

odyesthetic

im Zürcher Seefeld ist

seit Jahren die Adresse für Innovationen

im Bereich Schönheit. Der

Männeranteil bei Bodyesthetic ist hoch – es

scheint also ganz so, als ob auch wir uns

dem Diktat der Schönheit beugen dürfen

oder müssen. «Wichtig ist für viele – vor allem

auch für Männer –, dass die so genannte

Ausfallzeit möglichst kurz ist», erklärt Thomas

Freimann, Geschäftsführer von Bodyesthetic.

Er ist seit Jahren an der Front und

daher in Sachen Beauty-Trends in diesem

Bereich bestens informiert.

Rasanter Aufstieg

Was vor über 15 Jahren relativ bescheiden

mit Laser-Haarentfernung begann, ist heute

eines der grössten Behandlungszentren für

nichtinvasive Methoden. Damit man sich im

hart umkämpften Markt über eine solch lange

Zeit behaupten kann, braucht es ein

Händchen für Trends und Innovationen.

«Da wir uns selbst für die Materie interessiert

haben, wurden wir schnell erfolgreich»,

bilanziert Thomas Freimann die vergangenen

Jahre. Aber: Gerade bei den so genannten

Neuheiten ist man bei Bodyesthetic vorsichtig:

«Wir prüfen jeweils lange und

intensiv, ob wir eine neue Behandlungsmethode

auch wirklich anbieten wollen. Dabei

steht nie der finanzielle Aspekt im Vordergrund,

sondern die Qualität des Produktes

und der Effekt, somit auch die Zufriedenheit

CRUISER november 2016


Cruiser zu Besuch bei …

Bodyesthetic

21

des Kunden. Oft werden vollmundig irgendwelche

Versprechen der Hersteller verkündet

und die Resultate in der Praxis lassen zu

wünschen übrig», erklärt Inhaber Robinson

Morett. «Bei der Kryolipolyse – also der

Fettwegmethode mittels Kälte – waren wir

beispielsweise lange skeptisch», so Morett

weiter. Er habe das Gerät erst selbst lange getestet.

«In Kombination mit anderen Methoden

ist es aber eine effektive und relativ schonende

Methode, um unliebsame Fettpolster

loszuwerden», ergänzt Thomas Freimann.

Robinson Morett und Thomas Freimann

sind quasi unfreiwillig auch die Vorzeigegesichter

für die Möglichkeiten, die sich heute

anbieten. Beide haben aus (beruflichen?)

Gründen selbst einiges ausprobiert, sehen

aber dennoch nicht «gemacht» aus. Lediglich

die Altersschätzung fällt etwas schwer …

Weg mit den Falten!

«Fett weg» ist eines der grossen Themen im

Schönheitszirkus, entsprechend bietet Bodyesthetic

zahlreiche Methoden in diesem Bereich

an. Passenderweise gibt es seit einiger

Zeit die «Fettwegspritze». Bei der so genannten

Lipolyse wird ein spezieller Wirkstoff

direkt in das Fettpölsterchen gespritzt.

Aqualyx nennt sich das und hat im Kanton

Zürich als einzige «Fettwegspritze» eine entsprechende

Zulassung. Bei der Anwendung

lösen sich die Wände der Fettzellen auf, das

Fett tritt aus und verursacht eine entzündliche

Reaktion, die die Haut strafft. Gleichzeitig

wird das Fett durch Lymphe und Leber

abgebaut. Das klingt sensationell … Aber:

Wenn man danach nicht auf die Ernährung

schaut, ist das Fett wieder da, bevor der

Sommer überhaupt kommt. Die Behandlung

dauert keine zehn Minuten, ein Erfolg ist mit

Vorbehalt nach wenigen Tagen – sobald die

Schwellung abgeklungen ist – sichtbar. Nach

wie vor ist die relativ neue Penisverdickung

bei Männern gefragt. Dies geschieht mit

«Die Ergebnisse waren

absolut überzeugend und

daher haben wir auch diese

Methode in unser Angebot

aufgenommen.»

Hyaluronsäure. Durch das Einspritzen von

Hyaluronsäure in Gelform gewinnt der Penis

an Umfang, also nicht in erster Linie an

Länge. Die selbe Substanz kommt auch bei

der Aufspritzung der Lippen zum Einsatz.

Wir haben diese Methode im Mai in diesem

Jahr getestet (siehe Cruiser Ausgabe vom

Mai 2016, auch online in unserem Archiv).

Abgesehen vom kosmetischen Soforteffekt

ist – so bestätigte im Nachhinein auch unsere

Testperson – ein Lustgewinn spürbar. Solche

Eingriffe – auch wenn sie nahezu

schmerzfrei und unblutig sind – sollten nur

von erfahrenen Fachpersonen durchgeführt

werden. Daher hat Bodyesthetic bereits relativ

früh erkannt, dass viele Methoden unter

ärztlicher Leitung durchgeführt werden

sollten. Das gilt auch für das Fadenlifting;

im Fachjargon «Silhouette Soft» genannt.

Hier war die Testperson Robinson Moretts

Mutter: «Die Ergebnisse waren absolut überzeugend

und daher haben wir auch diese

Methode in unser Angebot aufgenommen»,

schwärmt Morett. Bei dieser Methode geht

es um die Bindegewebeneubildung und den

Wiederaufbau des Kollagenstützgerüstes

und – anders als beim herkömmlichen Lifting

– nicht darum, die Haut in eine andere

Position zu ziehen. Der eigene, natürliche

Gesichtsausdruck bleibt dadurch erhalten,

die Haut wirkt aber wieder straffer und Falten

verschwinden.

Stets neue Geräte

Im Unterschied zu anderen Instituten setzt

Bodyesthetic immer auf Geräte der neuesten

Generation; aus ganz praktischen Gründen:

Denn Robinson Morett ist auch Inhaber von

«Laserwelt Schweiz» – und damit einer der

wichtigsten und grössten Vertriebspartner

von Lasergeräten. Laser kommt bei vielen

Anwendungen zum Zug: ganz klassisch bei

der Haarentfernung, aber auch bei einer Vaginalverjüngung,

bei der Behandlung von

Narben, bei Nagelpilz (!) oder im Kampf gegen

die roten Äderchen im Gesicht und am

Körper und natürlich zur Verbesserung des

Hautbildes. Die üblichen Schönheitsoperationen

der plastischen Chirurgen haben ernstzunehmende

Konkurrenz erhalten: «Die

Kombination von Fadenlifting, Laser, Faltenunterspritzung

und mehr sind eine nichtinvasive

und kostengünstige Alternative zu

den herkömmlichen Eingriffen», bestätigt

Robinson Morett.

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22

Reportage

Zu Besuch bei Sahak

Ein Goldhändchen

für Schmuck

Wer heute beschliesst zu heiraten, tut dies ohne Zwang. Umso mehr wiegt

dieser Schritt – gleichgeschlechtliche Paare lassen sich hierfür den Schmuck

von Sahak designen.

Von Team Cruiser

S

innigerweise wählen Paare ihre

Ringe mit einem Anspruch und

einer Bestimmtheit, die noch vor

einigen Jahren undenkbar waren. Da

muss alles stimmen. Das weiss auch Sahak

Demirci, der in seinem Beruf Goldschmied

seine Berufung sieht. «Ich berate

unglaublich gerne, ich liebe es, wenn eine

Idee konkretisiert wird, und freue mich,

wenn mein Schmuckstück schliesslich

dem Kunden Freude macht.»

Beim Gespräch mit Sahak funkeln seine

Augen, die Leidenschaft für seinen Beruf

blitzt auf: «Ich wollte ursprünglich gar nicht

unbedingt Goldschmied werden – es war

aber in meiner Familie irgendwie «gesetzt»,

dass ich das machen werde. Anfänglich fügte

ich mich meinem Schicksal, merkte dann

aber schnell, dass mir der Beruf unglaublich

Spass macht.» Diese Freude ist spür- und

sichtbar, denn die Leidenschaft überträgt

sich irgendwie auch auf seine Kreationen,

selbstverständlich ist jedes Schmuckstück

einzigartig. Entsprechend auch der Slogon

«Unique pink Jewellery». Wobei «Pink» im

übertragenen Sinne zu verstehen ist. Apro-

CRUISER november 2016

pos Steine: «Oft sind es die Gays, die gerne

noch einen Stein im Ring verarbeitet haben

möchten. Bei den Lesben ist dies weniger der

Fall», erklärt Sahak.

Schmuck aus Ökogold

Sein Atelier im Zürcher Oberdorf hat er vor

einigen Monaten eröffnet, zuvor hat der

32-Jährige bereits in seinem Laden «Faktor S»

in Winterthur Ringe und anderen Schmuck

hergestellt und verkauft. Diesen Laden hat er

immer noch und auch dort kommt sein Konzept

mit den individuell auf die Zielgruppe

ausgerichteten Schmuckstücke sehr gut an. In

Zürich wird im unteren Teil des stylish eingerichteten

Lokals beraten, im oberen Teil gearbeitet.

An der Wand hängt ein «Ökogold-Siegel».

«Es ist mir wichtig, dass mein Gold nicht

aus Minen in Kriegsgebieten kommt, wo es

meist unter fragwürdigen Umständen gewonnen

wird», erklärt der Goldschmied.

«Und unter welchen Umständen diese Metalle

abgebaut werden, ist ebenfalls oftmals unklar.»

Es gäbe auf dem Markt und vor allem

auch in der Schweiz genügend Gold auf dem

Markt, welches problemlos recycelt werden

könne. Bei Sahak kann eine Beratung gut

auch mal mehr als eine Stunde dauern, denn

von der ersten Skizze bis zum fertigen Stück

möchte Demirci seine Kunden verstehen und

bindet sie stark in die Entstehung der

Schmuckstücke ein.

Der Trauring ist ein jahrtausendealtes

Symbol – stets ging er im Aussehen mit der

Zeit. Wo stehen wir heute? «Es lassen sich in

der Tat Trends beobachten», erklärt Sahak.

«Beispielsweise ist seit einiger Zeit das Material

Carbon ziemlich angesagt.» Sahak selbst

trägt ebenfalls einen Ring aus diesem Material

und gibt zu bedenken: «Ich rate aber immer

zu möglichst zeitlosen Materialien,

denn ein Trauring sollte letztendlich noch

immer ein Symbol für die lebenslange

Verbundenheit sein. Ringe sind auch nicht

einfach nur Schmuck, sondern können eine

Geschichte erzählen. Im Idealfall die Geschichte

einer Liebe.»

Sahak Unique Pink Jewellery

Weite Gasse 8

8001 Zürich

www.sahak.ch


Kultur

Buchtipp

23

Ein Sittengemälde à la

Jean Paul Gaultier?

Jeremy Reed, so ein wenig das enfant terrible

der britischen Literatur, schrieb diesen Roman

Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Nun wird er erstmals auf Deutsch beim Zürcher

Bilgerverlag aufgelegt.

Von Birgit Kawohl

«

In diesem Sommer war die Hitze ein

blonder Löwe, der unablässig faucht.»

Ein Roman, der so beginnt, weckt im

Leser die Erwartung eines Abenteuers, an

dem er teilhaben darf. Beim Lesen entwickelt

sich jedoch schnell die Erkenntnis, Löwen,

die fauchen, beissen nicht. So hat man bald

das Gefühl, dass der Roman zwar cool sein

will, Drama zeigen, jugendlichen Weltschmerz

vermitteln, dabei aber an ähnliche

Formate wie etwa Welshs «Trainspotting»

nicht herankommt.

Aber der Reihe nach: Vier Jugendliche

in den 80ern, in einem Jahr mit der Schule

fertig, geniessen den letzten Sommer in

Freiheit. Die Freiheit, noch ungebunden zu

sein. Die Freiheit, dass alles noch möglich

scheint. Diese Freiheit verleben sie – verbotenerweise

– am Strand, wo es vor allem

darum geht, in demonstrativer Androgynität

die eigene Sexualität auszuloten und

auszuleben. Anführer der vier ist Dione, er

trägt Frauenkleider, lackiert sich die Nägel,

nimmt Drogen und finanziert seine Luxuswünsche

mit bezahltem Sex. Die anderen

drei lassen sich hierhin und dorthin treiben,

schwelgen in Musik, versuchen sich

selbst als Songwriter. Die Texte erinnern an

von Rimbaud und Baudelaire geprägten

Weltschmerz. Hier allerdings wird das Setting

etwas unglaubwürdig, denn entspre-

chen Wortwahl und die Anspielungen an

Dichter und historische Figuren eher dem

Bildungshorizont eines Vierzig-, denn eines

Achtzehnjährigen. In der Handlung geschieht

lange Zeit nichts, der Ich-Erzähler

schwelgt vor allem in Beschreibungen unter

Verwendung einer Überfülle von Adjektiven,

die die Beschreibung zum Teil ebenso

manieriert wirken lassen, wie es das Verhalten

der Jugendlichen ist. Die fast heile

Welt der jungen Männer bricht jedoch

schlagartig auseinander, als einer von ihnen

beim Schwimmen verunglückt und

stirbt. Das Leben erhält eine Zäsur, alle wissen,

jetzt sind sie erwachsen. Die Metamorphose

ist abgeschlossen und zwar nicht immer

so, wie sie von den Protagonisten selbst

wohl erwartet wurde.

Der Roman enthält viele kluge Gedanken.

Überhaupt ist es ein überaus kluger Roman

für eine ebensolche Leserschaft. Leser,

die nicht davor zurückschrecken, dass die

Handlung von tiefsinnigen Gedichten und

Songtexten unterbrochen wird, dass das angeblich

aufregende, von sexuellen Eskapaden

bestimmte Leben der Protagonisten in

einem schier endlosen inneren Monolog erzählt

wird, bei dem nahezu komplett auf

wörtliche Rede verzichtet wird. Obwohl eher

ein schmaler Band, lässt der Roman viel

Raum zum Nachdenken.

Buchtipp

Jeremy Reed Beach Café

In der Übersetzung von Pociao.

144 Seiten, gebunden, mit Lesebändchen.

Mit 5 Holzschnitten von Jean Cocteau.

Preis CHF 24.–

ISBN 978-3-03762-057-1

CRUISER november 2016


24

Interview

Kathy Bates

Ich denke, das Böse ist in

jedem von uns

Kathy Bates, eine der renommiertesten Schauspielerinnen ihrer Generation,

hat einen ganzen Schrank voller Tonys, Emmys und Golden Globes.

Jetzt startet die neue Staffel von «American Horror Story» und Bates spielt

wieder so richtig «Gay …».

Von Team Cruiser

U

nvergesslich ist Karhy Bates als Psychopathin

von nebenan, die uns das

Gruseln lehrt, sei es in Stephen

Kings «Misery» oder eben in der TV-Serie

«American Horror Story», für die sie ebenfalls

mehrere Preise erhielt. Darüber hinaus

war sie in vielen sehr erfolgreichen Filmen

mit von der Partie – «Titanic», «About

Schmidt» oder «Grüne Tomaten», um nur

einige zu nennen.

Mit uns sprach Kathy Bates, 68, über

Dates, Frauen mittleren Alters, warum sie

froh ist, nie Mutter geworden zu sein und

über Film-Mutterliebe – und andere (typische?)

«Gay-Things».

CRUISER november 2016

INTERVIEW

Cruiser: Sie spielen eine Mutter, deren Liebe

für ihren Sohn unerwidert bleibt. Wie haben

Sie sich dieser Figur genähert?

Kathy Bates: Das war schwierig. Normalerweise

sind es die Kostüme, über die ich einen

Zugang zu der Figur bekomme, die ich spiele.

Aber diese Frau hier arbeitet in einem Hotel

und trägt immer eine Hoteluniform. Als

Schauspielerin verkleide ich mich gerne, ich

liebe Perücken, Akzente und all das Zeug.

Aber diese Figur hat das alles nicht, ich habe

mich richtig nackt gefühlt. Das war eine Herausforderung.

Und wie haben Sie es schliesslich geschafft?

Nach einer Weile wurde mir klar, dass sie

eine Frau ist, die wartet. Sie wartet und wartet.

Sie wartet bis zum bitteren Ende, weil sie

ihren Sohn sehen möchte – und sei es nur

einen Augenblick lang. Ich selbst habe ja keine

Kinder, deshalb war es schwierig für

mich, dieses Gefühl nachzuvollziehen. Aber

es geht ja in erster Linie um unerwiderte Liebe,

und ich denke, das ist ein Gefühl, das die

meisten von uns in der einen oder anderen

Form schon einmal erlebt haben. Wir verlieben

uns in eine Person, die uns ganz anders

sieht als wir sie. Im Laufe der Dreharbeiten

für die Staffel habe ich aber auch eine andere


Interview

Kathy Bates

25

Seite der Figur erkannt: Sie ist total frustriert,

weil sie sich fühlt wie eine Fliege, die

in Bernstein gefangen ist.

Können Sie die Frustration einer Frau

mittleren Alters nachvollziehen?

Auf jeden Fall. Ich habe eine 16-jährige

Nichte. Vor Kurzem habe ich sie gefragt, was

«on fleek» bedeutet und sie hat nur gemeint:

«Ach, das sagen wir gar nicht mehr.» Darauf

ich: «Aber du hast mir doch erst vor vier Wochen

oder so erklärt, dass ihr das sagt?»

Sie haben die «Unsichtbarkeit» des Alters

erwähnt. Sind Sie als berühmte Person

überhaupt je unsichtbar?

Natürlich. Ich erinnere mich an eine Situation

vor ein paar Jahren: Ich hatte ein

Date mit einem Mann und wir waren zum

Essen in einem Restaurant. Auf einmal

merkte ich, wie er in aller Ruhe einer jungen

Frau hinterherschaute, die an uns vorbeiging.

Hinterher dachte ich, ich hätte

einfach aufstehen und gehen und ihn mit

der Rechnung sitzen lassen sollen. Ich ärgere

mich heute noch, dass ich das nicht

getan habe.

In «American Horror Story» blicken Sie in

viele menschliche Abgründe. Bringt Sie das

an einen Punkt, an dem Sie eher das Böse im

Menschen sehen als das Gute?

Nein. Ich denke, das Böse ist in jedem von

uns. Jeder von uns hat eine dunkle Seite.

Vielleicht bin ich misstrauisch, aber ich

meine, dass viele von uns eine Maske tragen.

Wir zeigen nur das Gesicht, von dem

wir wollen, dass die anderen es sehen. Und

dann treffen wir jemanden in einer Bar und

nach ein paar Gläsern Wein fällt die Maske.

In vino veritas! Jeder von uns hat eine traurige

oder dunkle oder tragische Geschichte

erlebt und wir verwenden viel Energie darauf,

diese Geschichte nicht nach aussen

dringen zu lassen, sie niemandem zu erzählen,

denn wir wollen ja nicht als jemand

wahrgenommen werden, der Trübsal bläst.

Was mich immer wieder überrascht, ist die

Tatsache, dass wir denken, wir sind die einzigen

mit diesem Problem, aber in der Tat

kämpfen wir alle damit. Und dann versammeln

wir uns vor einer grossen Leinwand,

um Menschen zu sehen, die alle ähnliche

Probleme haben wie wir.

Sind Sie froh, keine Kinder zu haben?

Und wie. Aber ich nehme an, weil ich nie die

Erfahrung gemacht habe, ist es schwierig,

eine Mutter zu spielen. Ich habe gerne Kinder

um mich – aber nach ein paar Stunden

bin ich froh, sie nach Hause zu meiner Nichte

schicken zu können. ➔

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PRAXISERÖFFNUNG AN DER

KLINIK IM PARK

PROF. DR. MED. CLÉMENT M. L. WERNER

Es freut mich bekannt zu geben, dass ich per 1. September 2016 das Ärzteteam der ORTHO CLINIC ZÜRICH an der Hirslanden Klinik Im Park

ergänzt habe. Als international anerkannter Experte im Bereich der Wirbelsäule und des Beckens sowie langjähriger Leiter der Wirbelsäulen-, Becken-

und Hüftchirurgie und schlussendlich Stv. Klinikdirektor der Unfallchirurgie am Universitätsspital Zürich habe ich mich entschieden,

meine eigene Praxistätigkeit aufzunehmen.

Prof. Dr. med. Clément M. L. Werner

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, FMH

European Board of Surgery Qualification (EBSQ) Traumatology

FA Interventionelle Schmerztherapie (SSIPM)

FA Vertrauensarzt (SGV)

Executive MBA, Universität Zürich

Kernkompetenzen

• Abklärung, konservative und operative Therapie des gesamten Achsenskelettes

(Wirbelsäule, Becken, Azetabulum, Hüfte)

• Behandlung von Affektionen des Iliosakralgelenks

• Osteoporotische Frakturen der Wirbelsäule und des Beckens

• Metastasenchirurgie im Bereich Wirbelsäule und Becken

• Hüftgelenkschirurgie (gelenkerhaltend, Endoprothetik, Revisionsendoprothetik)

• Minimalinvasive Operationstechniken an Wirbelsäule und Hüfte

• Interventionelle Schmerztherapie inkl. Endoskopische Rhizotomien

der Fazettengelenke

PROF. DR. MED.

CLÉMENT M. L. WERNER

ORTHO CLINIC ZÜRICH

SEESTRASSE 315

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CRUISER november 2016


26

Interview

Kathy Bates

In der Serie werden explizit auch Gay-Charaktere gezeigt, auch solche mit

unerfülltem Kinderwunsch.

Kathy als Südstaaten-Tyrannin in Staffel 4.

F: Sie haben ein paar ziemlich dämonische

Frauen gespielt – von «Misery» bis zu Ihrer

Figur jetzt in «American Horror Story». Haben

die Menschen Angst vor Ihnen?

Nein. Sie sagen immer halb im Scherz: «Oh,

Sie sind aber nett!».

Waren Sie immer gerne Schauspielerin?

Eigentlich bin ich mein Leben lang, besonders

als ich jung war, durch Phasen gegangen, in

denen ich mir nicht sicher war, ob ich mit der

Schauspielerei weitermachen soll. Es kam mir

alles so selbstherrlich vor, und es ist auch

nichts, was der Welt hilft. Oft habe ich Abstand

gesucht, eine Weile etwas anderes gemacht

und bin dann doch zur Schauspielerei

zurückgekehrt. Einer meiner Filme, «Dolores»,

handelt von einer Frau und ihrer Tochter

in einer Beziehung, in der sie misshandelt

werden. Kurz nachdem der Film in den Kinos

war, sass ich in der kleinen Stadt, in der ich

wohne, beim Friseur. Auf einmal kommt eine

Frau auf mich zu, packt meine Hand und

sagt: «Ich kann Ihnen gar nicht genug danken.

Ich war auch in einer Beziehung, in der

ich misshandelt wurde, und erst durch Ihren

Film habe ich erkannt, dass es einen Ausweg

gibt.» Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte,

denn ich hatte ja das Drehbuch nicht geschrieben.

Das war Stephen King, ich spielte

lediglich eine Figur. Aber sie hat in der Figur

so viel von sich erkannt, dass ihr klar wurde,

sie muss ihr Leben verändern.

CRUISER november 2016

Ist es befreiend, in einem Genre zu arbeiten,

das keine Grenzen kennt?

Ja, absolut. Total. Bevor Ryan mir die Rolle

gab, war ich für einen Fernsehfilm vorgesehen

gewesen, der dann abgesagt wurde. Unmittelbar

darauf hatte ich eine beidseitige

Brustamputation. Danach war ich in dieser

«Mach dir keine Illusionen, du bist zu alt –

und Titten hast du auch keine mehr»-Stimmung

(bezieht sich auf ihre Brustamputation).

Das war eine sehr schwierige Phase. Eines

Tages traf ich meine Freundin Jessica (Lange)

zum Essen und ich war so begeistert von ihrer

Rolle in der Serie (American Horror Story),

dass ich bettelte, «bitte, bitte verschaffe mir

einen Termin mit Ryan (Murphy)». Ich habe

nicht geahnt, wie viel Spass das machen würde

und nach unserem ersten Gespräch fühlte

ich wieder ganz anders über meine Arbeit.

«Mach dir keine Illusionen,

du bist zu alt – und Titten

hast du auch keine mehr.»

Was würden Sie gerne als nächstes für Ryan

Murphy spielen?

Ich würde gerne mal eine Figur spielen, die

kein Tablett herumträgt, denn bisher war ich

in jeder Staffel am Ende die Kellnerin und

habe ein Tablett getragen.

Die Kritiker haben «American Horror Story:

Hotel» die gruseligste Serie genannt, die je im

Fernsehen lief. Was ist für Sie der dunkelste,

beängstigendste Moment der Serie?

Der Typ, der Analsex mit einem Mann hat,

der eine Blechkappe über seinem Schwanz

hat. Das war schon sehr bizarr. Manchmal

kann ich echt nur noch staunen.

Können Sie sich mit Iris, der Figur, die Sie in

«AHS: Hotel» spielen, identifizieren?

Ich erkenne viel von mir in ihr wieder. Ich

kann mich insofern mir ihr identifizieren,

denn es gibt ja Millionen von Frauen da

draussen, die wie Iris im letzten Drittel ihres

Lebens angelangt sind – und was jetzt?

Sie haben wahrscheinlich gesundheitliche

Probleme. Ich hatte zweimal Krebs, habe

Empyeme in den Armen, letzte Woche hatte

ich eine bakterielle Infektion, Zellulitis.

Daher kann ich mich sehr gut mit ihr identifizieren.

(Lacht)

Das Interview in voller Länge gibt es auf

www.cruisermagazin.ch

American Horror Story

Bei «American Horror Story» handelt es sich

um eine Horror-Fernsehserie, die auf einer Idee

von Ryan Murphy und Brad Falchuk basiert.

Den beiden war von Anfang an klar, dass jede

Staffel der Serie eine ganz eigene Geschichte

mit eigenen Charakteren und Handlungssträngen

erzählen soll, sodass jede einzelne

Staffel in sich geschlossen ist und unabhängig

gegenüber den anderen existiert. Jede neue

Staffel erhält demzufolge einen neuen Cast

und eine andere Location sowie Geschichte.

Auffallend in jeder Staffel sind die stark

gezeichneten Gay-Charaktere, welche sonst

bislang in Horror-Filmen eher selten gezeigt

wurden. Die neue Staffel ist eben auf dem

Pay TV Sender «Fox» auf Deutsch gestartet.


Reportage

Cruiser zu Besuch bei …

27

Schwule Beratung inklusive:

Leonhards-Apotheke

Die Leonhards-Apotheke beim Central ist längst eine Institution – auch für

Gays. «Cruiser» hat sich mit Dr. René Jenni getroffen. Der charismatische

Apotheker führt die Leonhards-Apotheke Richtung Zukunft.

Team Cruiser in Zusammenarbeit mit Leonhards-Apotheke

E

s brummt in der Leonhards-Apotheke:

Es ist Erkältungszeit und es scheint

ganz so, als ob die halbe Stadt Zürich

momentan lahmgelegt sei. In der Apotheke

wird geniest, gehustet – aber auch gelacht.

Die «Leonhards» ist überschaubar und wirkt

genau dadurch gemütlich und einladend. Bei

so viel guter Laune vor Ort vergisst man fast,

dass eine Apotheke eigentlich für kranke

Menschen gedacht ist. «Wobei das so auch

schon länger nicht mehr stimmt», erklärt

René Jenni – Inhaber der Leonhards Apotheke.

«Wir sehen uns mittlerweile als Gesundheitscoaches

und versuchen zu erreichen,

dass unsere Kunden erst gar nicht krank werden.»

Der attraktive Apotheker zitiert hier

nicht einfach Platitüden, sondern weiss, wovon

er spricht, schliesslich steht er hinter dem

«TopPharm» Modell: Im rasant wachsenden

Gesundheitsmarkt ist «TopPharm» die Alternative

zu Apothekenketten – eine Gruppierung,

die auf Qualität, Transparenz, Fairness

und Innovation setzt und den Berufsstand

der selbständigen Offizin-Apotheker stärkt,

ohne diese zu bevormunden.

Innovatives Traditionshaus

Ein Kunde schiebt ein Rezept über den Tresen,

wenig später wird das Medikament per

Roboter aus dem Lager in den unteren Etagen

geliefert. «Wir sind zwar ein Traditionshaus,

aber ich persönlich und damit auch

meine Apotheke stehen Innovationen sehr

offen gegenüber», sagt Jenni. Diese Mischung

aus Traditionsbewusstsein, Innovation

und Neugier macht den Erfolg der

Apotheke wohl auch aus. Tradition, weil

die Apotheke 1889 als «Apotheke zum

Stampfenbach» gegründet wurde, Innovati-

on, weil der Markt im Gesundheitswesen

ständig in Bewegung ist und man sich nur

erfolgreich darin behaupten kann, wenn

man sich stets nach neuen Möglichkeiten

und Lösungsansätzen umsieht.

Bis 1950 hiess das Central noch

«Leonhardplatz», ergo erklärt sich auch

so der Name der Apotheke. «Damals war

vieles noch ganz anders als heute», schmunzelt

Jenni. «Sämtliche Rezepturen wurden

noch selbst hergestellt, der Beruf der Apothekenhelferin

war unbekannt. Der damaligen

Rezeptur entsprechend waren mehr

Stösser gefragt – Leute, welche die nötigen

Chemikalien und Drogen in den Mörsern

zerkleinerten, damit diese vom Apotheker

zu den Rezepturen weiterverarbeitet werden

konnten.» Damals wohnte der Apotheker

auch noch direkt im Haus, zusammen mit

der Familie und den Angestellten. Heute

scheint es manchmal ganz so, als ob einfach

nur noch Pillen verkauft würden. Dem widerspricht

René Jenni: «Wir bieten seit längerer

Zeit die so genannte Netcare-Beratung

an. Mittels gezielter Fragen können so viele

Beschwerden direkt bei uns vor Ort diagnostiziert

und behandelt werden und machen

einen Arztbesuch überflüssig.» Die Kundschaft

bei René Jenni ist bunt gemischt, aber

natürlich suchen auch Gays die Apotheke

gerne auf (und sei es nur für einen kurzen

Schwatz mit René) – die Anliegen unterscheiden

sich nicht gross von den anderen

Kunden. «Mittlerweile ist auch das Thema

HIV weniger dominant, die neue Medikamente

wirken und man ‹sieht› es niemandem

mehr an».

Es fällt aber auf, dass trotz des hohen

Gay-Faktors in der Apotheke ausschliesslich

weibliches Personal arbeitet. «Weiblich

heisst ja nicht, dass die Frauen nicht nichtgay

sind», lacht René und relativiert: «Bei

mir spielt die Sexualität keine Rolle, ich

schaue auf Fähigkeiten und ob jemand in

unser Team passt. Und es ist halt einfach immer

noch so, dass der Berufe rund um die

Apotheke primär von Frauen ausgeübt werden.

Natürlich würde ich sofort einen qualifizierten

Mann einstellen!»

Dr. René Jenni ist der charmante Inhaber

der Leonhards-Apotheke beim Central.

CRUISER november 2016


28

Fingerfertig

Cruiser kocht

Mit oder

ohne scharf?

Die in Fast-Food-Ketten mittlerweile standardmässig heruntergebetete

Frage ist bei diesem scharfen Suppengericht überflüssig. Denn scharf muss

sie sein, die Linsensuppe. In Kombination mit der Säure der Zitrone reizt sie

das ganze gustatorische Spektrum.

VON Nihat Yasartürk

J

e tiefer die Temperaturen, desto grösser

die Lust auf Scharfes. Jedenfalls

bei mir. Deshalb beginnt jetzt die

Hochkonjunktur der türkischen Linsensuppe,

nicht nur in meiner Küche. Sie ist meine

Lieblingssuppe. Weil sie – als Teil der türkischen

Hausmannskost – so manche Kindheitserinnerung

weckt. Es sind ihre einfache

Zubereitung und ihre geniale Mischung aus

pikant, salzig und sauer. Und dann sind die

Linsen erst noch nahrhaft und gesund – und

rüsten uns so für den Winter.

CRUISER november 2016

Zutaten

250g rote Linsen, gewaschen

2 Rüebli, geschält und fein geschnitten

1 Kartoffel, geschält und fein geschnitten

1 Zwiebel, geschält und fein geschnitten

50g Butter

1 EL getrocknete Pfefferminze

1–2 TL scharfes Pul biber

(rote, scharfe Paprikaflocken)

Salz, Pfeffer

Zubereitung

Fein geschnittenes Gemüse und Linsen im

Wasser weichkochen und anschliessend fein

pürieren. Je nach persönlichem Gusto Wasser

nachgiessen, um die gewünschte Dicke

der Suppe zu erreichen. Mit Salz und Pfeffer

abschmecken. Butter in separatem Topf

schmelzen. Pfefferminze und Pul biber dazugeben

und anrösten. Vor dem Servieren

ein bisschen von der flüssigen Gewürzbutter

über die Suppe verteilen. Am Tisch Zitronensaft

darüber geben und die Kombination von

Säure und Schärfe wirken lassen.


29

Nacht

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angehender Gymnasiallehrer seit Kurzem

wieder die Schulbank.

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30

KOLUMNE

MICHI RÜEGG

Der Büezerkönig auf dem

heiligen Kreuzzug

Michi Rüegg hat sich ein paar Interviews mit

Mundart-Rocker «Gölä» zu Gemüte geführt.

CRUISER november 2016

VON Michi Rüegg

I

ch weiss noch, es war Ende der 90er-

Jahre, als ein gewisser Gölä mit schnulzigen

Balladen die Schweizer Musikwelt

eroberte. Zumindest die Herzen einiger

Damen und gewisser Herren, die seither bei

jedem weissen Schwan an den selbsternannten

Büezerkönig aus Oppligen (Verwaltungskreis

Bern-Mittelland, in der Nähe

von Bleiken bei Oberdiessbach) denken

müssen. Ich machte damals ein Praktikum

in einer PR-Agentur. Dort arbeitete eine

Kollegin, Carole, die hatte zu Hause auch

eine Art Gölä. Doch der verliess sie eines

Tages, worauf sie noch heftiger die Lieder

des Originals hörte. Zumindest, wenn sie

nicht gerade mit dem Kollegen von der

Tochterfirma nebenan im Estrich ein Nümmerchen

schob. Man erkannte dies immer

daran, dass an ihrer Jeansjacke weisse Farbpartikel

von der Wand klebten, gegen die sie

gelehnt war.

So gesehen waren meine Erinnerungen

an diesen Gölä irgendwie schön. Es waren

die Erinnerungen an Carole, wie sie wieder

etwas zerzaust, den Schwan so weiss wie

Schnee summend, vom Dachboden kam,

mit rot leuchtenden Wangen.

Nun ist aber nicht nur Carole – sie

soll später einen Polizisten geheiratet haben

– älter geworden, auch Gölä. Und wie

leider so üblich, wird man hierzulande den

einmal aufgedrückt erhaltenen Promi-Stempel

nur noch schwer los. Dieser

Gölä hat nach langem wieder einmal ein

Album aufgenommen. Und wer einmal

Promi war und nun der Vertriebsmaschinerie

der Musikindustrie ein neues Machwerk

zu Verfügung stellt, der darf landauf,

landab Interviews geben.

Bei diesen Interviews geschehen seltsame

Dinge. Gölä zieht darin über Flüchtlinge

her, genauso wie über Randständige, Menschen

mit Studienabschlüssen, Schwule,

Lesben, und vor allem Linke. Wobei man

den Eindruck gewinnt, für ihn sei alles links,

was nicht auf «Mein Kampf» betet. Zudem

gibt er zu bedenken, dass er – der kleine

Steuerzahler – ganz allein für alles bezahlen

müsse, was in unserem Land schief laufe.

Dieser Gölä gibt nun einen jenseitigen Satz

nach dem anderen zu Protokoll, und was

machen die Journalisten, die die Interviews

führen? Nichts. Keine kritische Nachfrage,

keine Einordnung. Sie lassen ihn einfach seinen

verfluchten Mist erzählen.

«In Gölä manifestiert

sich die Sehnsucht einer

gewissen Kaste, die

glaubt, ihr sei alles

genommen worden.»

Das hat damit zu tun, dass sich Gölä

in guten Händen befindet: nämlich in

denjenigen von People-Journalisten. Das

sind Menschen, die keinerlei Meinung haben

müssen. Ihr Job ist es lediglich, jedem

dahergelaufenen Arschloch, das irgendwie

in ihrer Promi-Kartei gelandet ist, eine

Plattform zu geben. Sie bereiten lediglich

die Bühne.

Nun mag dies wie ein gar hartes Urteil

über diese Zunft klingen. Tatsächlich ist es

nicht ganz so einfach. Denn ein guter People-

Journalist verteilt auf einer solchen Bühne

ganz gezielt ein paar Bananenschalen. Auf

diesen darf dann der Promi nach Herzenslust

ausrutschen. Und dass dies geht, hat

Gölä wieder einmal eindrücklich bewiesen.

Nun, selbst in Blättern wie der

«Aargauer Zeitung» sind sich die meisten

der Online-Kommentatoren einig: Was dieser

Gölä da rauslässt, geht auf keine Kuhhaut.

Doch leider gibt es mittlerweile genügend

Nährboden für derlei Gedankengut.

Beispiel gefällig? Neulich sass ein schwules

Zürcher Paar in einer Beiz. Am Nebentisch

schimpften Leute über Juden. Als das Paar

entsetzt rüberschaute, wurde es abgekanzelt:

«Haut doch ab, ihr verdammten Schwulen.»

Gut, war Gölä nicht im Lokal. Der hätte bestimmt

ein Lied darüber geschrieben.

In Gölä manifestiert sich die Sehnsucht

einer gewissen Kaste, die glaubt, ihr sei alles

genommen worden. Sie träumt davon, dass

der Lehrer Ohrfeigen verteilt. Dass in jedem

Baucontainer ein Busenkalender hängt. Dass

man der Buchhalterin beim Vorbeigehen ungestraft

den Popo tätscheln darf. Dass im

Benzin wieder Blei drin ist. Dass Homosexuellen

in Nervenheilanstalten die Hoden abgeschnitten

werden. Dass man Kriminellen

wieder den Kopf abhackt und Hexen auf den

Scheiterhaufen führt, wenn sie sich weigern,

als Frauen am Herd zu stehen. Die gute alte

Zeit eben. Sing mir ein Lied davon, Gölä.


IKONEN

VON DAMALS

31

Ikonen von

Damals

In unserer Serie stellen wir Ikonen aus

vergangenen Dekaden vor, berichten über

gefallene Helden und hoffnungsvolle

Skandalsternchen aus längst vergangenen

(Gay-)Tagen. Rupert Everett ist «gefallen»,

«vergangen» und dann und wann doch

plötzlich wieder da.

Von Moel Maphy

D

as Internat verliess er mit 16 Jahren,

von der Schauspielschule in London

flog er wegen unzähliger Regelverstösse,

sein Geld verdiente er sich eine Zeit

lang als Callboy. Sein Ruf als Aussenseiter

verhalf dem 1959 in England geborenen Rupert

Everett zur Rolle des schwulen Internatszöglings

Guy Bennett in dem Film

«Another Country» (1984), in dem er neben

Colin Firth debütierte. Die darauf folgende

Karriere als Schauspieler, Popsänger, Romanautor

und Model gleicht einer Achterbahnfahrt.

Everett drehte viele sehr schlechte

Filme und einige sehr gute. Den grössten

Kassenerfolg hatte er 1997 als schwuler

Freund von Julia Roberts in «Die Hochzeit

meines besten Freundes». Irgendwie scheint es

ganz so, als ob Rupert beruflich und privat

«dauerschwul» ist. Mehr dazu weiter unten. ➔

CRUISER november 2016


32

IKONEN

VON DAMALS

Ein Gay-Klassiker: «Ein Freund zum

Verlieben» mit Madonna.

Rupert Everett als Camilla im Film «Die Girls von St. Trinian».

Everett ist irgendwie dauerschwul

«Hello, Darling, Are You Working?», ist der

Titel eines Romans von Rupert Everett. Darin

beschreibt Everett, von Beruf Schauspieler,

das Arbeitsleben eines Schauspielers, der

oft nicht arbeitet, weil er keine Rollen hat.

Das ist kein seltener Fall – es gibt deshalb einen

Begriff dafür, ob ein Schauspieler als

Schauspieler arbeitet oder als etwas anderes.

Der eine ist ein «Working Actor», der andere

bloss ein «Actor». Nach besagtem «My Best

Friend’s Wedding» folgte bald darauf «The

Next Best Thing» mit Madonna. Cruiser findet,

sowohl der Film als auch Madonna und

Everett sowieso wurden in diesem Film unterschätzt

– er gehört definitiv in jede

Gay-Filmsammlung – das nur so nebenbei.

«Ganz ehrlich, ich würde

keinem Schauspieler,

dem wirklich an seiner

Karriere liegt, dazu raten,

sich zu outen.»

Rupert Everett ist grosser Oscar Wilde-

Fan; 2002 kam die Wilde-Verfilmung

«The Importance of Being Earnest» in die

Kinos, es war nach «An Ideal Husband»

die zweite Oscar Wilde-Verfilmung, in

der er mitwirkte. «Oscar Wildes Leben

Everett bereut es bis heute, dass er sich geoutet hat. Als Hetero würde er mehr Rollen

bekommen, so seine Ansicht.

hat mich sehr berührt. Ich finde es traurig,

dass er wegen seiner Homosexualität

von der Gesellschaft ausgegrenzt wurde»,

sagte Everett einst in der «Süddeutschen

Zeitung». Everett versteht es bis heute

nicht, warum Homosexualität in Hollywood

noch immer ein Tabuthema ist

und sorgte mit der Aussage «Wer Karriere

machen will, sollte sich niemals outen»

für Zündstoff in der LGBT-Community.

«Es ist nicht besonders ratsam sich zu outen,

um ehrlich zu sein. Es ist nicht einfach.

Ganz ehrlich, ich würde keinem

Schauspieler, dem wirklich an seiner Karriere

liegt, dazu raten, sich zu outen.» In

dem berühmten Interview, das Everett

dem britischen «Guardian» gab, geht der

Schauspieler auch auf seine eigene Situation

ein. «Tatsache ist, du konntest und

du kannst es als 25-Jähriger Homosexueller

im britischen Filmbusiness oder im

amerikanischen Filmbusiness oder sogar

im italienischen Filmbusiness nicht

schaffen. Es funktioniert einfach nicht,

und an einem bestimmten Punkt rennst

du gegen die Wand. Für eine Weile schei-

CRUISER november 2016


IKONEN

VON DAMALS

33

nen die Dinge zu laufen, doch bei dem

ersten kleinen Fehler lassen sie dich sofort

fallen.»

«Mein Sexleben war so

ausschweifend, dass ich

mir überhaupt nicht

vorstellen konnte, nicht

infiziert zu sein. »

Glaubt man Everett, stehen die Dinge

für Schwule in Hollywood zurzeit sogar noch

viel schlimmer: «Dieser Tage in Hollywood

zu sein, fühlt sich an, als wäre man bei den

christlichen Fundamentalisten gelandet. Es

ist sehr, sehr rechts, selbst wenn sie alle behaupten,

Anhänger der Demokraten zu sein.»

Er selbst wurde in den Fummel gezwungen» –

ein Bezug auf seine Rolle in «Die Girls von St.

Trinian» Everett spielt dort die abgehalfterte

Schuldirektorin Camilla Fritton. (Allerdings

sagte Everett in einem anderen Interview,

dass er grossen Spass an der Rolle gahbt habe.

Nun ja. Schauspieler halt).

Ob es wirklich an seinem Outing liegt,

dass die Rollen für Everett eher rar geworden

sind? Oder liegt es an seiner Art? Die «Süddeutsche»

nimmt in einem Interview kein

Blatt vor den Mund und bezeichnet Everett

als «schwierigen Schauspieler».

Everett gilt als schwieriger Schauspieler

Everett zeigte sich im damaligen Gespräch

reumütig: «Ich habe mich geändert. Dass ich

früher ein hysterischer Hypochonder war,

lag daran, dass gleich zu Beginn meiner Karriere

die grosse Aids-Epidemie ausbrach.

Mein Sexleben war so ausschweifend, dass

ich mir überhaupt nicht vorstellen konnte,

nicht infiziert zu sein. Fast jeder, mit dem ich

geschlafen hatte, lag im Sterben. Ich rechnete

täglich damit, die ersten Symptome der

Seuche an mir zu entdecken. Einmal wurde

ich bei Dreharbeiten von einer Mücke gestochen.

Ich dachte: Das ist es jetzt, ein Karposi-

Sarkom, der Anfang vom Ende! Man kann

im Film sehen, dass mir von dem Moment

an alles egal war. Meine Angst machte mich

unberechenbar.» Aha. Wir kennen da andere,

die mit der Aids-Krise besser umgegangen

sind. Item: Rupert hat geruhigt und das

ist sicher nicht schlecht. Vielleicht erlebt seine

Karriere ja dadurch wieder etwas Aufschwung

im eben angelaufenen Film von

Tim Burton «Die Insel der verlorenen Kinder»

spielt Everett einen Ornithologen und

das macht er sogar sehr gut.

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CRUISER november 2016


34 RATGEBER

Dr. Gay

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VON Vinicio Albani

Mein Freund fährt zweigleisig

Seit acht Jahren bin ich in einer

festen Beziehung, die bis jetzt

gut funktioniert hat. Dann das

Unerwartete: Er hat jemanden

kennengelernt und will sich trennen.

Später habe ich erfahren,

dass sie sich bereits lange vor

unserer Trennung kannten. Er fuhr

zweigleisig, erzählte mir, wie sehr

er mich liebt, und tat dann das

Gleiche bei ihm. Wie kann man

zwei Männern gleichzeitig sagen,

dass man sie liebt und innerhalb

von Stunden von einem ins andere

Bett wechseln? Ist das normal?

Alain (23)

Hallo Alain

Es ist möglich, dass dein Freund dir und

sich selber etwas vorgemacht hat und deshalb

nicht ganz ehrlich war. Es kann auch

sein, dass ihm die Entscheidung zur Trennung

nicht leicht gefallen ist und er deshalb

gezögert hat. Acht Jahre sind eine lange

Zeit, die man nicht unüberlegt wegwerfen

möchte. Vielleicht ist er diesbezüglich aber

auch abgebrüht, lügt und sagt Dinge, die

ihm einen persönlichen Vorteil verschaffen.

In mehrere Personen gleichzeitig verliebt

zu sein, ist grundsätzlich möglich. Das

nennt man Polyamorie. Dabei wird offen

kommuniziert und alle Beteiligten sind damit

einverstanden. Warum dein Partner

tatsächlich zweigleisig gefahren ist, kann

nur er beantworten. Darum: rede mit ihm!

Spekulationen bringen dich nicht weiter.

Ob es normal ist oder nicht, ist nicht so

wichtig. Es ticken eben nicht alle gleich.

Ehrlichkeit sollte dabei aber nicht zu kurz

kommen. Wenn du merkst, du wirst weiter

belogen oder das Gespräch fruchtet nicht,

ziehe einen Schlussstrich und schaue nach

vorne. Manchmal sind Menschen, die uns

nahe stehen, leider nicht die, für die wir sie

gehalten haben. Das ist schmerzhaft,

kommt aber nun mal vor. Vergiss nicht,

dass es vor allem dir dabei gut gehen soll.

Alles Gute, Dr. Gay

Ab wann treten Symptome

einer Primoinfektion auf?

Bei einem Sexkontakt hat mir

mein Partner etwas Glitschiges

auf den Anus gestrichen. Jetzt

weiss ich nicht, ob es Gleitgel,

Spucke oder Sperma war. Kurz

danach hat er abgespritzt,

was wiederum gegen Sperma

sprechen würde. Dennoch bin ich

besorgt. Zwei Tage später hatte

ich Halsweh, Schnupfen und 38

Grad Fieber. Können so bald nach

einer Risikosituation Symptome

einer HIV-Infektion auftauchen?

Kurt (52)

Hallo Kurt

Die Inkubationszeit bei HIV kann einige

Tage bis mehrere Wochen dauern. Symptome

einer Primoinfektion treten in den meisten

Fällen innerhalb der ersten vierzehn Tage

nach einer Infektion auf. In seltenen Fällen

können sie auch früher auftreten. Vermutlich

war die glitschige Flüssigkeit Gleitgel. Es ist

unwahrscheinlich, dass dein Sexpartner

gleich nach dem Abspritzen erneut einen

Ständer kriegt und gleich nochmal abspritzt.

Deine Beschwerden haben wohl andere Ursachen.

Falls du doch unsicher bist, mache einen

HIV-Test. Diesen kannst du zum Beispiel

bei einem der Checkpoints machen lassen,

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Alles Gute, Dr. Gay

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Dr. Gay ist eine Dienstleistung der Aids-Hilfe

Schweiz. Die Fragen werden online auf

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CRUISER november 2016


36

KOLUMNE

Thommen meint

Von der Schwulenbewegung zum

«Stigmafighting»

Wir haben Abschied genommen von der Schwulenbewegung, uns den

«queeren Rock» angezogen und ziehen nun in den Kampf ums Stigmafighting?

VON PETER THOMMEN

E

s gibt interessante Veränderungen

im Kontaktieren von Männern, die

mit Männern Sex haben wollen. Mir

fällt auf, dass für jede «persönliche Variante»

ein neuer Begriff gewählt wird. Anstelle

der Anonymität und der vorgeblichen heterosexuellen

Orientierung, wie es bei Normalos

mit ihren Abweichungen üblich ist,

suchen sich viele Männer einfach einen Fetisch

oder eine neue Bezeichnung.

Schon in den 90er Jahren ist mir in den

US-Gaymagazinen aufgefallen, wie Pharma-Firmen

ganzseitige Inserate geschaltet

haben, um auf ihre «heilenden» Produkte

hinzuweisen. Ich mag mich auch noch erinnern

an einen verhängnisvollen Slogan: «Jeder

Siebte in der Szene ist HIV-infiziert.»

Dabei wurde offengelassen, was und wo die

«Szene» eigentlich ist.

Interessant ist auch die in den letzten

Monaten lancierte Diskussion um Ausgrenzungen

innerhalb der «Buchstaben-Gemeinschaft».

Damit wird ein internes Schamgefühl

erzeugt, besonders gegenüber Schwulen

und Männern, die mit Männern Sex haben

(MSM). Ja, gewisse Exponenten gehen sogar

soweit, uns der Heterophobie zu zeihen.

Joachim S. Hohmann hat irgendwo geschrieben,

in seinem Feind erkenne man immer

auch ein Stück seiner selbst. Das wäre

verhängnisvoll bei einem abhanden gekommenen

Feind. Sich selbst immer auch im He-

CRUISER november 2016

tero zu erkennen, wenigstens stückweise, das

lässt darauf schliessen, dass auch er sich im

Schwulen stückweise wiedererkennen kann.

Das sollten wir politisch nicht aus den Augen

verlieren. Erreichen wir wirklich durch

Anpassung und Gehorsam die Akzeptanz

bei den Heteros/as? Und ist es die nächste

soziale Umgebung, die der Buchstaben-

Menschen, die uns auch so zum Anpassen

veranlassen wird?

«Erreichen wir wirklich

durch Anpassung und

Gehorsam die Akzeptanz

bei den Heteros/as?»

Mir ist ein kleiner Falt-Flyer in die

Hände gekommen. Direkt aus einem deutschen

Gratis-Gay-Magazin. Grün wie die

Hoffnung und deklariert als «Sonderbeilage».

Auf dem Titelbild der Stigmafighter-Mann

und im Hintergrund eine Frau,

die aber in den fünf Seiten innen nicht

mehr auftaucht. Es gibt fünf Comicseiten

über fünf Szenen im Leben eines Mannes,

der mit HIV und Hepatitis-C konfrontiert

wird: beim Pflastern einer Schramme –

beim Verliebtsein in einen HIV-Positiven –

bei einer Depression nach einer Infizierung –

bei der Konfrontation mit einem Gerücht

in der Bar, es sei einer mit Hepatitis-C infiziert

und beim Anprobieren einer stylishen

Kleidung für eine Aktion auf dem CSD.

Was wird denn als Problemlösung

empfohlen? Es fehle einfach das nötige Wissen

– Man solle einfach darüber reden – Er

brauche meine Unterstützung – Man könne

sich beim Virus prima schützen – Ein Zeichen

setzen gegen Ausgrenzung.

Aber wie? Mehr Wissen über Hepatitis-C

gibt es dann auf der Seite der Pharmafabrik.

Da braucht einer halt einfach

«den Schubs in die richtige Richtung». «Es

infizieren sich immer häufiger Schwule mit

dem Hepatitis-C. Und weil viele nicht genug

darüber wissen, grenzen sie die Betroffenen

aus. Wie das auch immer mal wieder

bei HIV der Fall ist.» So werden wir also zu

Stigmafightern unter uns selbst.

In dem Flyer ist natürlich nirgendwo

etwas über Kondome oder gar über Safer

Sex zu lesen.

Mir ist natürlich klargeworden, dass

es im Interesse der Pharmafabrikanten ist,

uns mit Medikamenten zu versorgen. Da

fragt dann noch einer im letzten Comicstrip,

was denn Stigmafighter mit dem Thema

Hepatitis-C zu tun hätten. Nun, wir

hätten doch bei HIV gelernt, dass man gemeinsam

stärker sei. Und jetzt sollten wir

doch alle Stigmafighter werden und

«Teams» bilden.

Jetzt habe ich ganz vergessen, dass

auch bei den Heteros eine Ausgrenzung

stattfindet, dass die auch sehr viel Wissen

erwerben müssten und dass es da eigentlich

gar keine Stigmafighter gibt.


NEWS

Update

37

NEWS

Wahl zum «Mr. Inside»

Der Club «Inside» feiert im Dezember das

schöne Leben und die Schönheit an sich –

mit der allerersten «Mr. Inside»-Wahl. Diese

findet am 3. Dezember zwischen 20.00

und 23.00 Uhr statt und wird von Alf

Heller moderiert: «Wahl-moderationserprobt»,

hat er doch schon mit Melanie

Winiger und Jubaira Bachmann die Mr.

Gay-Wahl und die Miss Drag Queen-Wahl

moderiert. Der Stylist, Kolumnist und

Moderator ist ein Mann des Rampenlichts,

wovon sich auch die Gäste dieser Mr. Inside

Wahl überzeugen werden können.

In der Jury sitzen Branko B. Gabriel,

Burim Shala von den Wonderworld Parties,

der Fotograf Shpend Salihu und Organisator

Johann Sollberger.

Potentielle «Mr. Inside» können sich

bis zum 25. November über die Emailadresse

johann@emottion.ch mit Photo anmelden.

Mr. Inside-Wahl im «Stairs»

3. Dezember 2016 ab 20.00 Uhr.

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CRUISER november 2016


38 Wettbewerb

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CRUISER november 2016


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