Taxi Times International - Oktober 2015 - Deutsch

taxitimes

OKTOBER 2015 4,80 €

www.taxi-times.com

INTERNATIONAL MAGAZINE

EUROPÄISCHES

AUSBILDUNGSPROGRAMM

TAXI­STERNE

IN ATHEN

Interview mit Gewerkschafts-Manager

KONZENTRATION

AUF DIE TAXIBRANCHE

Rückblick auf die IAA

KONZENTRATION AUF

DAS GETEILTE TAXI

Bericht von russischer Taxikonferenz

KONZENTRATION

AUF DIE LEGALITÄT


MULTI-TALENT.

Der SEAT Alhambra. Taxi des Jahres 2015. 1

SEHR GEEHRTE TAXIFREUNDE,

einer der wesentlichen Bestandteile des Wettbewerbs mit

Technologie-Apps besteht darin, dass Taxis im Vergleich

zu diesen appbasierten Diensten eine schlechtere Dienstleistung

erbringen oder – genauer gesagt, bevor Sie uns

mit E-Mails bombardieren und sagen, dass wir falschliegen

– dass die Wahrnehmung der Taxidienstleistung bei den

Fahrgästen zumindest negativ ist. Selbst wenn es keine

Beanstandungen bei der Dienstleistung gibt, so haben Fahrgäste

den Eindruck, dass Taxis in bestimmten Qualitätsbereichen

hinterherhinken.

Apps werden oftmals auch als ein Trend angesehen. Die

Dienstleistungen von Taxiunternehmern hingegen werden

überhaupt nicht als Trend wahrgenommen, wobei die Qualität

des Taxis hier überhaupt nicht berücksichtigt wird.

Jeder Dienstleister muss seine eigenen Dienstleistungen

kritisch hinterfragen und sich der Veränderungen in diesem

Bereich bewusst sein. Aus diesem Grund ist ein europaweites

E-Learning-Programm wie Taxistars, mit dem die

Dienstleistungen von Taxifahrern verbessert werden können,

eine großartige Idee.

Das passt hervorragend zu der Forderung von Mac Urata

(siehe Seite 14) nach einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen

für die Taxifahrer. Auch die Fahrer haben neben

zahlreichen weiteren Faktoren Einfluss auf die Qualität, die

der Fahrgast erlebt.

– die Redaktion –

TERMINE

INHALT

VERANSTALTUNG

8–9 Branchentreff oder Ballermann?

Diskussion um einen Taxitreff auf Mallorca

30–31 Taxi-Highlights auf der IAA

AUSBILDUNG

10–12 Taxi-Sterne in Athen:

Erstmals wurde ein europäisches

Taxi-Lernprogramm entwickelt

INTERVIEW

14–16 Gewerkschaftsboss Mac Urata über

die „neue“ Zielgruppe Taxifahrer

POLITIK UND WETTBEWERB

18 Nur fünf Politiker bei den

Spreegesprächen des BZP

19 Die Achterbahnfahrt von MyTaxi

KONFERENZEN

20–21 Bericht von der niederländischen Taxi-Expo

22–24 Bericht von der russischen Taxi-Konferenz

in Sankt Petersburg

GLOBAL TAXI NETWORK

26–27 Griechisch-europäische Integration:

1

Firmenauto

des Jahres

2015

2

DER SEAT ALHAMBRA

REFERENCE 2.0 TDI ECOMOTIVE

SCHON AB

21.574,96 € 3

INKLUSIVE:

/ TAXI-PAKET 4

/ DACHRELING

Eurocab Anwendertreffen der FMS-/

Austrosoft-Zentralen

14.–16.10.2015 – Ramada Plaza,

Antwerpen, Belgien

www.eurocab.info

2015 Annual Convention & Trade Show

26.–30.10.2015 – Caesars Palace,

Las Vegas, USA; www.tlpa.org

Welche Rolle taxi.eu beim Strukturwandel

in Athen spielt

ÖSTERREICH

28–29 Interview, Teil 2: Taxi-Obmann Leitner über

Kassenrichtlinie, E-Taxis und Krankenfahrten

KOMMENTAR & KOLUMNEN

Es ist schon erstaunlich, was den SEAT Alhambra als Taxi alles auszeichnet. Ist es das bis zu 2.430 Liter große Gepäckraumvolumen? Oder die Möglichkeit,

sechs von sieben Sitzen 5 flexibel anzuordnen? Vielleicht sind es auch die beiden Schiebetüren, die optional auch elektrisch öffnen und schließen. Sicher ist:

Wer sich so gut auf seine Fahrgäste einstellen kann, schafft jede Menge Raum für mehr Geschäft. Da wundert es nicht, dass der SEAT Alhambra nach fünf

auf einander folgenden Auszeichnungen als „Firmenauto des Jahres“ nun auch den Titel „Taxi des Jahres 2015“ trägt. Aber das zeichnet ein Multitalent eben aus.

DIE SEAT FLOTTE. FUHRPARKLÖSUNGEN NACH MASS.

Kraftstoffverbrauch SEAT Alhambra Reference 2.0 TDI ECOMOTIVE, 110 kW (150 PS): innerorts 6,1, außerorts 4,6, kombiniert 5,1 l/100 km;

CO 2-Emissionen: kombiniert 132 g/km.

Kraftstoffverbrauch SEAT Alhambra: kombiniert 7,3–5,0 l/100 km; CO 2-Emissionen: kombiniert 168–130 g/km.

SEAT.DE/FIRMENKUNDEN

TITELFOTO: Fotolia / Carsten Bachmeyer

7. Taxitreff 2015

inklusive Taxi Times-Seminar

„Der große Umbruch“ (deutschsprachig)

29.–31.10.2015 – Mallorca, Spanien

www.taxitreff.de

Forum Taxizukunft

18.11.2015, Berlin, Hotel Maritim proArte

www.bzp.org

Taxiworld Turkey

4.–6.2.2016, Istanbul, Türkei

www.taxiworldturkey.com

6 Mehr Qualität muss zur Pflicht werden

12 Taxi Times-Kolumnistenkreis:

Axel Ulmer und Harry F. Jutzas

STÄNDIGE RUBRIKEN

4, 7, 25 News in Kürze

32 Zahlen und Statistiken zu Griechenland

34 Impressum

1

Taxi des Jahres 2015, taxi heute 07/2015, SEAT Alhambra in der Kategorie Kompakt-/Großraum-Van, Bewertung: Funktionalität. 2 Firmenauto des Jahres 2015, Firmenauto 05/2015, SEAT Alhambra in der Kategorie

„Maxivans“. 3 Netto-Angebotspreis (zzgl. Überführung und MwSt.) gültig für Sonderabnehmergruppe Taxi. Angebot nur gültig bis 15.12.2015 und nur bei teilnehmenden Händlern. 4 Beinhaltet Folierung, Taxameter-/

Wegstreckenzähler- und Funk-Vorrüstung inkl. Konsole, Dachzeichen-Vorrüstung mit Halterung u.v.m. Detaillierte Informationen finden Sie unter www.intax.de/seat. 5 Bis zu sieben Sitze optional. In Verbindung mit

der optionalen elektrischen Sitzverstellung für die Vordersitze sind drei bzw. fünf Sitze flexibel in der Anordnung.

TAXI OKTOBER / 2015

3


PERSONEN

CLAUDIO SKUBLA WIRD

NACHFOLGER VON

PER JUTH BEIM SCHWE­

DISCHEN TAXIVERBAND

Am 1. September übernahm der Leiter

der Kommunikationsabteilung Claudio

Skubla (53) den Posten des Bundesdirektors

des schwedischen Taxiverbands

von Per Juth, der sich aus diesem

Amt zurückzog. Juth verließ den Verband,

„um noch ins Ausland zu ziehen,

bevor ich in Rente gehe. Aus meiner Zeit

beim Taxiverband nehme ich nur positive

Erfahrungen und Erinnerungen mit.“

Claudio Skubla ist Marketingwirt

und war seit 2011 als Leiter der Kommunikationsabteilung

des Verbands

tätig. „Claudio weiß, wie die Branchenangelegenheiten

zu laufen haben und

hat ein gutes Netzwerk an Kontakten

in verschiedenen Organisationen und

Behörden. Ich freue mich darauf, mit

ihm zusammenzuarbeiten und die Entwicklung

der Taxibranche weiter voranzutreiben,“

freut sich Bo Bylund,

Vorsitzender des Verbands. wf

Claudio Skubla übernimmt von Per Judth.

NEUER CEO FÜR RMC

IN ROTTERDAM

Cees Tommel (49) vom Bahnbetreiber

Keyrail ist der neue Direktor der Rotterdamse

Mobiliteit Centrale (RMC) – ein

2003 zwischen RET, einem Unternehmen

für den öffentlichen Personennahverkehr,

und der Taxizentrale RTC gegründetes

Joint Venture. RMC ist eine der

größten Taxizentralen in den Niederlanden,

die Aufträge für RTC, aber auch für

Bei RMC

übergibt

Henk van

Beek (r.)

die Leitung

an Cees

Tommel.

viele externe Kunden im ganzen Land

vermittelt.

Henk van Beek (65) ist gegenwärtig der

CEO und wird das Unternehmen in ein

paar Monaten verlassen. Durch seinen Hintergrund

bei der Bahn konnte Tommel ein

großes Netzwerk an Kontakten zum Hafen

von Rotterdam und verschiedenen Logistikunternehmen

aufbauen.

wf

IM ANFLUG

AUF MALLORCA

Ende Oktober werden bis zu 500 Taxiunternehmer und Vertreter

der Taxiindustrie ihre Heimat verlassen und in den

Flieger nach Mallorca steigen, um dort eine doppelte

Premiere zu feiern: Zum einen findet eine deutschsprachige

Taximesse erstmals im Ausland statt. Und zum anderen

veranstaltet Taxi Times im Rahmen dieses Branchentreffs

sein allererstes Seminar. Für Spontanentschlossene sind

bestimmt noch Plätze im Flieger frei.

SCHWEIZER

FERNSEH­

MODERATOR

WIRD ZUM

TAXIFAHRER

Röbi Koller ist Journalist, Fernsehmoderator

und Buchautor. Nächstes Jahr im

Herbst will der Züricher ein neues Buch

herausbringen, bei dem es um das Taxi

gehen soll. Es soll ein authentisches Buch

werden, weshalb Koller vor Kurzem die

Personenbeförderungserlaubnis für die

Stadt Zürich erworben hat, sich beim

Taxibetrieb Zitrans hat anstellen lassen

und nun für einige Monate als „normaler“

Taxifahrer in Zürich unterwegs sein wird.

„Mein Plan ist, im Herbst 2016 ein Buch

herauszugeben, das meine Erfahrungen

zusammenfasst: Geschichten von Fahrgästen,

von anderen Chauffeuren und

auch die politischen, wirtschaftlichen und

gesellschaftlichen Entwicklungen, von

denen das Gewerbe betroffen ist“, schreibt

Röbi Koller in einer E-Mail an Taxi Times.

Über seinen Taxibetrieb ist der in der

Schweiz sehr bekannte Moderator auf

unsere Zeitschrift aufmerksam geworden

und bittet uns nun, ihm ältere und

zukünftige Exemplare zu schicken. Das

machen wir natürlich gerne und sind

schon heute sehr gespannt, welche

Geschichten und Eindrücke Herr Koller

während seines Lebensabschnitts als

Taxifahrer vom Taxigewerbe sammelt.

Gute Fahrt z’Züri, Herr Koller! jh

IRU ERNENNT NEUEN

TEAMLEITER IN ISTANBUL

Die IRU ernannte Kadri Özen zum neuen

Generaldelegierten in ihrer Istanbuler Niederlassung.

Özen ist der Nachfolger von

Haydar Özkan, der seit Mai 2005 den Posten

des Generaldelegierten der IRU für Nahost

innehatte und nun seine Karriere in der

Privatwirtschaft weiter ausbauen möchte.

Kadri Özen hat sich in der Vergangenheit

aufgrund seiner Erfahrungen im Nachhaltigkeits-,

Interessens- und Stake hol dermanagement

bei der Begründung von

Partnerschaften, beim Aufbau von Beziehungen

zu den Medien sowie durch seine

Finanz- und Führungskommunikation

bewährt. Da die Türkei eine Hauptrolle bei

der Expansion der IRU als Drehkreuz zwischen

Europa, Asien, den GUS-Staaten und

dem Nahen Osten spielt, ist sich die IRU

sicher, dass unter der Leitung von Herrn

Özen die Umsetzung der strategischen

Ziele der IRU schneller voranschreiten

wird.

wf

FOTOS: Philippe Rossier, Swedish Taxi Association, Awe Krijger/RMC

FOTO: 79 MEDIA

4


UNSERE MEINUNG

NEWS

Jürgen Hartmann

und Wim Faber.

HILTON UND

LUFTHANSA

ERWEITERN IHRE

REISEKETTEN

OHNE DAS

TAXIGEWERBE

Auf der App einer

großen Hotelkette

findet sich eine

Übersicht über die

von Uber-Fahrern

am häufigsten angefahrenen

Lokalitäten

einer Stadt.

MEHR QUALITÄT MUSS

ZUR PFLICHT WERDEN

Erstmals gibt es eine europäische Lernsoftware für Taxifahrer.

Damit kann der Ausbildungsstandard erhöht werden. Jetzt muss das

Taxigewerbe schnell Antworten auf die nächste Frage finden:

Sollen Qualitätsmaßnahmen Pflicht werden? Und wenn ja, welche?

In einer bemerkenswerten internationalen

Zusammenarbeit hat das europäische

Taxigewerbe eine modular aufgebaute

E-Learning-Software (Taxistars) entwickelt,

mit der Taxineulingen die Grundelemente

einer professionellen Berufsausübung vermittelt

werden, die aber auch erfahrenen

Kollegen neue Blickwinkel aufzeigt – oder

STARKE VERBÜNDETE

Gut ausgebildete Taxifahrer erhöhen

nicht nur die Qualität der Dienstleistung

Taxi, sie sorgen auch für

ein neues Selbstbewusstsein der

Branche. Der Fahrer ist derjenige, der

im direkten Kontakt mit dem Kunden

steht. Je selbstbewusster er auftritt,

desto sicherer fühlt sich der Fahrgast,

desto leichter fällt die Entscheidung,

beim nächsten Mal wieder auf

den Taxi-Button zu drücken (anstatt

auf Uber). Deshalb ist es positiv,

wenn das Taxigewerbe wieder

verstärkt in den Fokus der Gewerkschaften

rückt. Lesen Sie dazu unser

großes Interview mit Mac Urata, dem

Geschäftsführer der International

Transport Workers’ Federation (ITF).

zumindest Selbstverständlichkeiten wieder

ins Bewusstsein rufen soll.

Das Programm ist in sieben Sprachen

übersetzt und kann per PC oder per App

abgerufen werden. Jetzt stehen die nationalen

Verbände vor der großen Aufgabe,

für eine rasche und hohe Verbreitung zu

sorgen und die Betriebe, Taxizentralen,

Verbände und Ausbildungsinstitute zu

überzeugen, diese Lerninhalte in ihre (bisher

existierenden) Qualitätsmaßnahmen

zu integrieren. Die Tatsache, dass die Software

dank breiter finanzieller Unterstützung

der Europäischen Union kostenlos

ist, dürfte die Aufgabe erleichtern.

Initiator und Taktgeber dieses Projekts

war ein griechisches Unternehmen, weshalb

der symbolische Startknopf für Taxistars

in Athen gedrückt wurde – in der

Stadt, in der knapp 14 000 Taxis nur noch

60 bis 80 Euro in 14-Stunden-Schichten

verdienen können und in der jeder

einzelne Fahrer täglich um die persönliche

Existenzsicherung kämpft. Da manche

dabei den Pfad der Ehrlichkeit verlassen,

wusste nahezu jeder Teilnehmer der Taxistars-Veranstaltung

von überhöhten Fahrpreisen

oder mangelnder Ortskenntnis zu

berichten – gepaart mit Kommunikationsproblemen,

da kaum ein Fahrer in Athen

Englisch spricht.

Schnell kam während der Diskussionsrunde

deshalb die Frage auf, ob Lernprogramme

und sonstige Qualitätsmaßnahmen auf

freiwilliger Basis angeboten oder verpflichtend

eingeführt werden sollten.

Diese Debatte muss trotz aller Kontroversen

zu einem Ergebnis kommen.

Es ist sicherlich richtig: Höhere Einstiegshürden

machen die Personalsuche

noch schwieriger. Doch wenn eine Taxibranche

regional, national und international

bei den sich rasant ändernden

digitalen Voraussetzungen weiterhin eine

ernsthafte Alternative innerhalb der Personenbeförderung

bleiben will, muss sie

einen deutlich höheren Qualitätsmaßstab

kurzfristig definieren und mittelfristig

durchsetzen.

BEI DEN NEULINGEN ANFANGEN

Dabei sollte der Anfang bei denjenigen

gemacht werden, die neu in die Taxibranche

einsteigen. Wer jetzt neu dazukommt, muss

die Fähigkeit und den Willen mitbringen,

den Beruf des Taxifahrers mit einer Professionalität

auszuführen, die weit über die

Ortskenntnis hinausgeht. Taxiverbände

und Taxizentralen müssen den Mut aufbringen,

dies verpflichtend einzufordern.

Sei es nun auf gesetzlichem Weg oder aufgrund

von Privatinitiative. jh

FOTO: Gudrun Hartmann

FOTO: Business Wire, Wim Faber

Die international agierende Hotelkette Hilton und die große

deutsche Fluglinie Lufthansa haben vor Kurzem zwei

bemerkenswerte Kooperationen bekannt gegeben: Lufthansa

bietet seinen Passagieren bei der An- und Abreise

vom Flughafen Düsseldorf einen Limousinen-Shuttle zum

Festpreis an. Gebucht und durchgeführt werden die Fahrten

über die Applikation myDriver, eine Firmentochter des international

agierenden Autovermieters Sixt. Zum Service, der laut Lufthansa

zu „taxiähnlichen Preisen“ angeboten wird, zählen

ausgebildete Fahrer, direkte Abholung an der Wohnungstür bzw.

im Ankunftsbereich sowie ein Gepäckservice. Sollten Verspätungen

im Flugbetrieb auftreten, berücksichtigt myDriver das automatisch

und erwartet den Gast ohne Extrakosten. Wenn der

Düsseldorfer Testversuch positiv verläuft, wollen Lufthansa und

myDriver diesen Service auch in anderen europäischen Städten

anbieten.

Diese wirklich schlechte Nachricht für das Taxigewerbe wurde

vor wenigen Tage noch durch eine andere Meldung getoppt: Der

MEHR BAHNHÖFE

UND MEHR VOLUMEN

Das von der niederländischen Bahn NS und dem Taxiverband

KNV Taxi entwickelte System NS Zonetaxi ist in den Niederlanden

nicht so beliebt wie sein Vorgänger Traintaxi.

„Wir verzeichnen zwar ein Wachstum, aber wir benötigen mehr

Volumen“, räumt Kees Miedema, Manager von NS Zonetaxi bei

NS Stations, ein. „Im Vergleich zur Anfangsphase konnten wir

einiges an Wachstum verzeichnen. Wir gewinnen jede Woche

Hunderte Nutzer dazu. Unsere Richtung stimmt, es dauert aber,

bis sich ein Produkt wie dieses etabliert.“ Das System soll 2017/18

bewertet werden.

Vor drei Jahren fing NS Zonetaxi mit 24 Bahnhöfen an, schnell

kamen weitere 24 dazu und dann stieg die Zahl auf 138 an. Diese

Zahl wurde bei Traintaxi nie erreicht und NS möchte dieses Jahr

sogar weitere 31 Standorte hinzufügen. „Wir sind der Ansicht,

dass NS Zonetaxi ein sehr gut funktionierendes und hochwertiges

Taxiprodukt ist, das einwandfrei funktioniert. Die Stammkunden

sind sehr zufrieden.“

umstrittene Fahrtenvermittler

Uber hat eine Zusammenarbeit

mit der Hilton-Hotelkette

bekannt gegeben. „Hilton

Worldwide und Uber sind nun

Partner und wollen Gästen ein

neues Reiseerlebnis ermöglichen“,

heißt es einer Pressemeldung. Dazu wurde in die „Hilton

HHonors“-App – über die Hotelgäste bisher schon Zimmer

buchen und einchecken oder ihr Zimmer per digitalem Schlüssel

öffnen konnten – nun auch die Bestellfunktion eines Uber-Fahrzeugs

integriert. Interessant dabei: Das angekündigte Reiseerlebnis

soll in einigen amerikanischen Städten durch zusätzliche

Features ermöglicht werden. Dazu zählen neben einer Erinnerungsfunktion

für die rechtzeitige Fahrzeugbestellung auch ein

Insidertipp der trendigsten Lokalitäten. Angezeigt werden diejenigen

Lokale, die von Uber-Fahrern in der letzten Zeit am häufigsten

angesteuert wurden.

jh

Der nächste Schritt ist eine spezielle NS-Zonetaxi-App,

die im letzten Quartal dieses Jahres

auf den Markt kommen soll. Aktuell müssen

die Nutzer sich auf der Website des Systems

registrieren und dort ihre Bestellung aufgeben.

Die Mindestgebühr für die erste Zone von zwei

Kilometern beträgt sechs Euro, und für jede weitere

der nächsten Zonen bis zu höchstens

30 Kilometern kommen weitere drei Euro hinzu.

„Damit sind sie geringfügig günstiger als die

gewöhnlichen Taxis,“ fügt Miedema hinzu.

Da viele Taxiunternehmen von NS nicht

gerade begeistert sind und es höchstens als

„Lückenfüller“ für die gewöhnliche Taxiarbeit

sehen, musste die Finanzierung des Systems

angepasst werden: Der jährliche Festbetrag

Miedema: „NS

Zonetaxibenötigt

mehr Zeit und

mehr Volumen.“

wurde durch eine Eintrittsgebühr von 750 Euro und durch einen

Prozentsatz pro Fahrt ersetzt. Jedes Taxiunternehmen, das die

nationalen Qualitätsstandards einhält, ist zur Teilnahme berechtigt.

Also bleibt die Eingangsqualitätskontrolle bestehen. Es gibt

für das NS-Zonetaxi-System keinen „Look“: Taxiunternehmen

ziehen es vor, ihre Taxis neutral zu halten und keine Systemsticker

zu verwenden.

wf

6 TAXI OKTOBER / 2015

7


VERANSTALTUNG

BRANCHENTREFF ODER

BALLERMANN?

Darf eine deutschsprachige Taxiausstellung auf einer Ferieninsel

stattfinden? Schon vor der Veranstaltung wird darüber heftig diskutiert.

Die Rede ist vom 7. Taxitreff, den der Veranstalter Michael

Much auf die spanische Insel Mallorca verlegt hat.

Bisher traf sich die Taxibranche alle zwei Jahre immer

in Bad Tölz, am Fuße der bayerischen Alpen. Dort zeigten Fahrzeughersteller

ihre Taximodelle und präsentierten Taxidienstleister

ihre spezifischen Produkte. Der zunächst als bayerische

Veranstaltung gestartete Taxitreff entwickelte sich mehr und mehr

zu einer kleinen Fachmesse, bei der sowohl die Aussteller als auch

die Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet und den benachbarten

Alpenrepubliken erschienen. Alles gut also, wären da nur

nicht die unkalkulierbaren Wetterkapriolen gewesen. Sowohl beim

5. als auch beim 6. Taxitreff fiel zeitgleich der erste Schnee, was

viele Taxiunternehmer von einem Besuch abschreckte.

Michael Much drückte deshalb die Reset-Taste und verlegte den

Veranstaltungsort für 2015 in eine Region, die garantiert schneefrei

ist – Mallorca. Er suchte und fand auf der Insel ein Ferienhotel, das

am 29. und 30. Oktober ausschließlich den Ausstellern und Besuchern

des Taxitreffs zur Verfügung stehen wird. Er verhandelte günstige

Zimmerpreise, in denen Getränke und Verpflegung enthalten

sind. Er überzeugte rund 20 Aussteller, ihre neuen Taxiprodukte

anstatt in Süddeutschland in Südspanien zu präsentieren. „Somit

hat sich an der Grund konzeption nichts verändert“, erzählt Much.

„Der Taxitreff ist weiterhin ein Branchentreff, bei dem sich Taxiunternehmer

aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über die

aktuellen Trends und Entwicklungen informieren können.“

Im Vergleich zur bisherigen bayerischen Variante gibt es allerdings

ein umfangreicheres Rahmenprogramm. Ein „spanischer

Abend“ sorgt für tänzerische Unterhaltung, bei einem Gokartrennen

am Vortag wird der schnellste Taxiunternehmer ermittelt

(1. Platz: 1 000 Euro) und während eines von Taxi Times durchgeführten

dreistündigen Fachseminars stehen aktuelle gewerbepolitische

Themen im Vordergrund.

FOTO: Taxi TImes

„Der Taxitreff ist keine Ballermann-Vergnügungsreise“, stellt

Michael Much klar. „Es ist eine Informationsreise, bei der Taxiunternehmer

neue Produkte kennenlernen können und im Austausch

mit zahlreichen Kollegen über den Tellerrand ihres eigenen

Betriebs hinausschauen können.“

Damit kontert Much den Kritikern der Veranstaltung. Der Leiter

einer Taxizentrale beispielsweise befürchtet, man würde mit solch

einer Veranstaltung ein falsches Signal setzen. „Eine Branche, die

aufgrund von Mindestlohnzwängen ums Überleben kämpft und

Tariferhöhungen beantragt, sollte nicht gleichzeitig einen Branchentreff

auf Mallorca abhalten.“

„Ich würde es meinen Mitgliedern nie plausibel erklären können,

auf deren Beitragskosten zu einer Taximesse nach Mallorca geflogen

zu sein“, ist sich der Geschäftsführer eines Landesverbands

sicher. „Selbst wenn die Kosten nicht höher sind, als wenn ich nach

Südbayern angereist wäre.“ „Ich kann meinen Betrieb nicht drei

Tage alleine lassen und nach Mallorca fliegen. Wenn in der Zeit

irgendetwas passiert, bin ich Tausende Kilometer entfernt“, befürchtet

ein Taxiunternehmer.

Much zeigt Verständnis für diese Argumente und freut sich

umso mehr über diejenigen, die sich bisher bereits angemeldet

haben. „Es ist das Merkmal eines erfolgreichen Taxibetriebs, dass

er auch in Abwesenheit des Chefs funktioniert“, sagt er. Glauben

muss man ihm das, hat er doch selber einen Taxibetrieb in seiner

Heimatstadt und betreibt darüber hinaus ein Autohaus für

gebrauchte Taxis. „Ende Oktober, wenn ich in Mallorca bin, werden

meine Kunden in Bad Tölz trotzdem zuverlässig ihr Taxi

bekommen.“

jh

In diesem Hotel auf Mallorca findet am

29./30. Oktober erstmals der Taxitreff statt.

7. TAXITREFF IM HOTEL LIDO PARK,

PEGUERA AUF MALLORCA

Fachmesse für das (deutschsprachige) Taxigewerbe

Hotelpreis für drei Tage inkl. Halbpension und Getränke:

198 Euro pro Person

Flüge: Mallorca wird von allen wichtigen Flughäfen angeflogen;

kostenloser Shuttle vom Flughafen zum Hotel und zurück (22 km)

Rahmenprogramm: dreistündiges Taxi Times-Seminar zu gewerbepolitischen

Themen (98 Euro pro Person);

Gokartrennen; „spanischer Abend“

Anmeldung: www.taxitreff.de

Sechs Sterne für Deutschland.

Die unschlagbar vielseitige Auswahl mit einzigartiger Technik,

Effizienz und Ausdauer. Mercedes-Benz. Das Taxi.

Eine Marke der Daimler AG

Anbieter: Daimler AG, Mercedesstraße 137, 70327 Stuttgart


AUSBILDUNG

AUSBILDUNG

TAXIFAHREN

IST KOPFSACHE

Verschiedene europäische Taxiverbände

und Firmen haben ein gemeinsames

Taxi-E-Learning-Programm erarbeitet. Es ist

modular aufgebaut und kann kostenlos

online oder per App abgerufen werden.

Wer sagt, dass Sterne nur im Himmel sind?“ Mit diesem

Slogan startete vor drei Jahren ein Projekt unter Federführung

der griechischen Beraterfirma Militos, das

ein einheitliches Schulungskonzept für Taxifahrer erarbeiten sollte.

75 Prozent der Projekt kosten übernahm die Europäische Union,

den Rest finanzierten die Partner. Das Ziel war, durch eine Verbesserung

der Aus- und Weiterbildung im Taxisektor einen Beitrag zu

leisten, um das EU-weite Verkehrssystem sicherer, effektiver, wettbewerbsfähiger

und qualitätsvoller zu machen und dabei die sich

ständig ändernden Arbeits- und Anforderungs charakteristika des

24-Stunden-Berufs Taxifahrer zu berücksichtigen.

Der neue Stern am Taxi himmel ist die sympathisch lächelnde

Comicfigur Mike, die ein blau-weiß kariertes Hemd trägt, dazu

eine blaue Krawatte und eine ebenfalls blaue Hose mit schickem

dunklen Gürtel. Die Augen sind wachsam, der Scheitel ordentlich

zur Seite gekämmt. Die Relationen sind bewusst verfremdet, der

Kopf ist etwa doppelt so groß wie die dünnen Beine, die Hand

hat keine Finger. Als wollte man darauf hinweisen, dass der Beruf

des Taxifahrers im heutigen Verständnis viel mehr ist als nur die

korrekte Bedienung der Pedale und des Lenkrads. Professio nelles

Taxifahren ist Kopfsache, ist eine Sache des Wissens. Das profunde

Wissen schafft die nötige Professionalität.

Daher wundert es nicht, dass die Lerninhalte, durch die unser

Comicmännchen in acht unterschiedlichen Modulen führt, ein

breites Themenspektrum abdecken. Zu den für einen Berufs-

Spielerisch leicht werden die

Informationen präsentiert …

kraftfahrer typischen Inhalten wie ergonomische Sitzposition,

Stressmanagement oder vorausschauendes Fahren kommen fahrgastspezifische

Komponenten wie serviceorientiertes Verhalten,

Konfliktbewältigung oder der Umgang mit behinderten Fahrgästen.

Durch den modularen Aufbau können die Lerninhalte

häppchenweise bearbeitet werden.

MULTIPLE­CHOICE­FRAGEN

Spielerisch leicht sollen die Informationen präsentiert werden.

Lange Erklärungen sucht man vergebens, kurz und knackig wird

das Wissen vermittelt, oft mit Multiple-Choice-Fragen, sodass der

Lernende proaktiv eingebunden wird. Natürlich sind viele

Allgemein plätze darunter und auch Elemente, die man erst auf

den zweiten Blick einem Berufskraftfahrer zuordnet (zum Beispiel,

wie Koffein die Konzentration beeinflusst), doch aufgrund der

Internationalität des Projekts war von Anfang an allen Beteiligten

klar, dass man nationale Besonderheiten und Regelungen außen

vor lassen musste.

DER WEG ZUM TAXISTARS­

LERNPROGRAMM:

• Computer/Laptop: www.taxistars.

eu, dort auf den Button E­learning

platform, danach die Wunschsprache

einstellen

• Smartphone/Tablet: Im Apple App

Store oder im Google Play Store nach

TaxiTraining suchen, App TAXI stars

von Militos Consulting S. A. in der

Wunschsprache herunterladen,

Datenvolumen etwa 120 MB

• In Papierform: Ab Ende Oktober

werden die Lerninhalte als PDF

(ca. 130 Seiten) zur Verfügung stehen.

FOTOS + ABBILDUNGEN: Militos, Wim Faber

Stattdessen richtete sich das Augenmerk auf die Entwicklung

einer modernen Kommunikationsbasis. Die neun Projektpartner

aus acht Ländern (aus Deutschland: BZP) waren nicht nur territorial

bunt verstreut, sondern auch fachspezifisch. Das „Taxistars“-

Konsortium setzte sich aus einer komplementären Mischung aus

professionellen und institutionellen Partnern zusammen, deren

gemeinsame Nenner in der professionellen Aus- und Weiterbildung,

im Verkehrsbereich und/oder im IT-Bereich lagen und die

darüber hinaus allesamt profunde Erfahrungen in der Abwicklung

von EU-Projekten hatten.

Das Lernprogramm kann online über jeden Computer oder

Laptop abgerufen werden. Zusätzlich wurde eine App-Version

entwickelt, die kostenlos sowohl für iPhones als auch für

Android-Smartphones heruntergeladen werden kann. Erste Testversuche

zeigten, dass dies bei den angehenden Taxifahrern sehr

gut ankam. „Dadurch kann ich frei wählen, wann und an welchem

Ort ich die Lernsoftware nutze“, sagte ein Hamburger Taxi neuling.

„Müsste ich das Programm mit Sternen bewerten, würde ich fünf

von fünf Sternen vergeben.“ Es gibt also tatsächlich nicht nur im

Himmel Sterne.

jh

Thymios

Lymperopoulos

GRIECHISCHER TAXIVERBAND

TRITT DER IRU BEI

Zur Präsentation des „Taxistars“-Projekts

hatte das Konsortium nach Athen

eingeladen. Dort präsentierten Vertreter

der einzelnen Projektpartner die

Hintergründe des Projekts und standen

anschließend in einer Diskussionsrunde

für Fragen zur Verfügung. Am Nachmittag

stellten Redner aus den USA und

… auch auf dem

Smartphone.

den Niederlanden weitere E-Learning-

Projekte vor, mit denen in Amerika und

Holland Taxifahrer geschult werden.

Während seiner Begrüßungsrede

kündigte Thymios Lymperopoulos, Präsident

des griechischen Taxi verbands,

an, in Kürze der IRU-Taxisektion beizutreten.

Man erhofft sich dadurch in

erster Linie Unterstützung im Kampf

gegen Uber.

10


KOLUMNE

WER ZU SPÄT KOMMT, …

… den straft das Kölner Verwaltungs gericht! Kein Anspruch auf

Verlängerung einer bereits erloschenen Taxikonzession.

Aber war dieses Ergebnis eines Eil ver fahrens wirklich zwingend?

DAS TAXI DES

JAHRES 2015

DAS LEXUS GS 300h VOLLHYBRID-TAXI

Stilvoll, dynamisch, hochwertig: Der GS 300h Vollhybrid ist

das „Taxi des Jahres 2015“ in der Kategorie „Emotion“.

Der Fall machte deshalb Schlagzeilen,

weil es einem erfahrenen

Taxiunternehmer in Köln geschehen

ist, der krank war und sich noch dazu

eines unfähigen Verwandten als Vertreter

bedient hatte. Da ging offensichtlich alles

schief, was schief gehen kann, und auch

der Protest der Kollegen verhallte ungehört.

Aber war dieses Ergebnis tatsächlich

zwingend? Wie immer kann man auch hier

in der juristischen Diskussion anderer Meinung

sein. Denn sicher hätte der Unternehmer

noch seine Konzession, wenn er

am letzten Tag der Geltungsdauer seinen

Antrag eingeliefert hätte. Denn dann wäre

ihm der Bestandsschutz des Altunternehmers

aus § 13 Abs. 3 PBefG zu Hilfe geeilt,

und er hätte bei der Erteilung der beantragten

Konzession nicht auf die Warteliste

mit 470 (!) Unternehmern gesetzt werden

können.

Und da kommen wir wieder zu der Diskussion

um „dringenden Deregulierungsbedarf“

am PBefG. Ob der vonnöten ist, ist

ja bekanntlich auch streitig, allerdings sollten

sprachliche Ungenauigkeiten vielleicht

mal vorab überarbeitet werden.

Denn eigentlich gibt es keine Verlängerung

der Genehmigung, sondern nach

deren Ablauf eine „neue“, auf fünf Jahre

befristete, Genehmigung – und zwar

gleich, ob jemand das Gewerbe 25 oder

2 Jahre ausübt. Und der Besitzstandschutz

des § 13 Abs. 3 PBefG stellt darauf ab, dass

der Unternehmer den ihm genehmigten

Verkehr in beanstandungsfreier Weise ausgeübt

hat, was man dem Kölner Kollegen

wohl unterstellen kann.

Da liegt doch auch der Schluss nahe,

dass man ihn nicht einem Neubewerber

gleichstellen kann und seinen verspäteten

Antrag gleichwohl positiv bescheidet,

zumal – und da kommen wir wieder zu

den Ungenauigkeiten – der Erlöschenstatbestand

des § 26 PBefG eben den Fristablauf

nicht einmal erwähnt. Wurde das

vergessen?

Dass also wegen einer um sieben Tage

verspäteten Antragstellung ein Unternehmer

seine Berufszulassung und seine wirtschaftliche

Existenz verliert, ist so vom

Gesetzgeber sicher nicht gewollt, zumal im

hier zu entscheidenden Fall die Konzession

des Unternehmers bei allen gutachterlichen

Betrachtungen zur Frage der Funktionsfähigkeit

des Taxigewerbes der

Domstadt ja Gegenstand der gutachterlichen

Untersuchung war und daher eine

Funktionsbeeinträchtigung des Gewerbes

in Köln nicht durch die erneute (Wieder-)

Erteilung verursacht sein kann.

Es liegt daher im Interesse aller Beteiligten,

dass hier noch mal nachgedacht wird.


Axel Ulmer

Axel Ulmer zählt zum Taxi Times-Kolumnistenkreis.

Der ausgebildete Volljurist mit

Schwerpunkt Verwaltungsrecht – insbesondere

PBefG – fungiert als Unternehmensberater

für die Ulmer Consulting UG in Kaiserslautern.

Den Schwerpunkt seiner Kunden bilden

Taxiunternehmer und -zentralen. Herr Ulmer

wird beim Taxi Times-Seminar am 30. Oktober

unter anderem über die rechtliche Bewertung

der mytaxi-Rabattaktion einen Vortrag halten.

Mehr Informationen unter lexus.de/taxi

LOHNEXPERTENTIPP VON

HARRY W. F. JUTZAS

EINE FRAGE ZUR BESCHÄF­

TIGUNG VON RENTNERN

TAXI TIMES: Wenn Taxibetriebe Rentner

als Fahrer beschäftigen, dürfen

diese unbegrenzt hinzuverdienen. Gilt

das auch für Rentner, die ihre Regelaltersgrenze

noch nicht erreicht haben?

HARRY W. F. JUTZAS: „Nein, Rentner,

die ihre Regelaltersgrenze noch nicht

erreicht haben, dürfen nur begrenzt hinzuverdienen.

Sie sind allerdings voll

beitragspflichtig. Die generelle Hinzuverdienstgrenze

beträgt 450,00 Euro als

Minijob. Die individuelle Hinzuverdienstgrenze

ist von der Rentenhöhe abhängig

und wird im Rentenbescheid auf der letzten

Seite ausgewiesen. Wenn diese Grenze

überschritten wird, kommt es zur Kürzung

oder unter Umständen zur Versagung der

Rente. In solchen Fällen muss die Rente,

wenn der Nebenjob aufgegeben wird, neu

beantragt werden. Grundsätzlich unterliegen

Nebenbeschäftigungen von Rentnern

der Steuerpflicht – mit Ausnahme

der Minijobs, die vom Arbeitgeber mit

zwei Prozent pauschal versteuert werden

können.“

12

Harry W. F. Jutzas ist Trainer und

Experte für die laufende Lohn- und

Gehaltsabrechnung beim Spezialdienstleister

PAYCHEX und zählt

zum Taxi Times-Kolumnistenkreis.

FOTOS: Taxi TImes, Paychex

TESTSIEGER

Bewertung: Emotion

Lexus GS 300h Hybrid

Fahrzeugkategorie: Limousine/Kombi

Testsieger bei

Europas größtem

Taxi-Vergleichstest.

Mehr dazu auf

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Benzintriebwerk, 133 kW (181 PS), und Elektromotor, 105 kW (143 PS), Systemleistung 164 kW (223 PS). Kraftstoffverbrauch innerorts/

außerorts/kombiniert 5,0/4,8/4,9 l/100 km, CO 2

-Emissionen kombiniert 113 g/km. Abb. zeigt GS 300h Luxury Line mit Taxi-Paket.


INTERVIEW

INTERVIEW

MAC URATA (ITF)

„WIR MÖCHTEN DIE

BEDINGUNGEN DER

FAHRER QUALITATIV

VERBESSERN“

Seit Uber ist Mac Urata, Geschäftsführer

der Transportsektion im Bereich Binnenverkehrssektionen

der Internationalen

Transportarbeiter-Föderation (ITF), ein

viel beschäftigter Mann. Plötzlich steht

das Taxigewerbe wieder im Rampenlicht

der Gewerkschaft. Uratas Auftrag ist

nicht nur ziemlich umfassend, sondern

auch sehr vielfältig: Am Londoner Hauptsitz

der ITF ist er für die beiden Sektionen

Eisenbahn- und Straßentransport zuständig.

Letztere betrifft Lkw-, Bus- und

Taxifahrer. Obwohl er der Frage nach

seiner bevorzugten Gruppe geschickt

ausweicht, ist klar zu erkennen, dass die

Taxibranche im Moment doch einiges an

Zeit in Anspruch nimmt.

„Die Taxibranche ist nicht einmal eine nationale

Branche. Im Gegensatz zu Seetransporten

und der zivilen Luftfahrt ist

sie häufig stadtbasiert. Ironischerweise

hat Uber plötzlich für die Globalisierung

der Taxibranche gesorgt. Und Uber hat

auch bewirkt, dass wir uns bei der ITF

mehr auf die Taxibranche konzentrieren.“

TAXI TIMES: Aber Ihre Präsenz in der

Taxibranche ist nicht überall flächendeckend.

MAC URATA: „Sie haben recht. Bei

einer weltweiten Betrachtung können

wir sehen, dass die Taxigewerkschaften

in Japan und Südkorea ziemlich erfolgreich

waren. Auf den Philippinen und in

Indonesien konnten wir einige Erfolge

verzeichnen. In Indien mit seiner sehr

fragmentierten nationalen Branche und

vielen verschiedenen Modellen war es

komplexer. Dort unterstützten wir die

Taxifahrer bei der Förderung ihrer eigenen

Verbände zum gegenseitigen Vorteil.

In Nepal konnten wir vor 15 Jahren eine

neue Gewerkschaft für Taxifahrer gründen.

In Australien und Neuseeland sind

wir nicht so gut vertreten wie in Japan.“

Bis dort die Deregulierung im Taxigewerbe

eingeführt wurde.

„Man versuchte daraufhin, die Taxifahrer

auf Unternehmensebene zu organisieren,

um sicherzustellen, dass sie zumindest

den Mindestlohn erhalten. Leider ohne

Erfolg. In Ländern wie den USA und in

einigen europäischen Ländern hat es uns

»Ironischerweise

hat Uber

plötzlich für die

Globalisierung

der Taxibranche

gesorgt.«

nach Wellen der Deregulierung ebenfalls

hart getroffen. In den USA und Schweden

zum Beispiel war die Organisation und

Neuorganisation der Taxifahrer ziemlich

schwierig – insbesondere, weil deren Status

zu ‚scheinselbstständig‘ gewechselt

hat. Diese Entwicklungen geschahen auch

in verschiedenen

Zeiträumen.

Ab 1998 gab es

in den USA einige

Aktivisten, die die Taxigewerkschaften

neu entwickelten,

insbesondere in New

York. Bis 2003/2004 hatten sie stark

an Einfluss gewonnen.“

Also kam Uber zur rechten Zeit, um

Ihre Gewerkschaften wieder zum Handeln

zu bewegen?

„In der jüngsten Vergangenheit hat sich

die New Yorker Taxigewerkschaft, die

New York Taxi Workers Alliance, unter

der Führung von Bhairavi Desai zu einer

nationalen Gewerkschaft entwickelt und

ist jetzt in San Francisco, Philadelphia,

Austin und Montgomery, Maryland, tätig.

Es sollte eine landesweite Taxigewerkschaft

gegründet werden, die als Mitglied

der nationalen Bewegung AFL-CIO

akzeptiert wurde. Die erste Gewerkschaft

in New York vertrat größtenteils selbstständige

Auftragnehmer. In Kanada gibt

es einige landesweite Gewerkschaften,

die einige der Taxifahrer in den Provinzen

vertreten.“

FOTO: Wim Faber

Und in Europa?

„Im Vereinigten Königreich gibt es sehr

starke Transportgewerkschaften wie

Unite und GMB, die auch in London im

Taxi- und Mietwagengeschäft aktiv sind.

Ach ja, und zu einem gewissen Grad die

Eisenbahngewerkschaft RMT.“

In Belgien sind 26 Prozent der Taxifahrer

Mitglieder einer der drei

Gewerkschaften.

„In vielen Fällen sind die Fahrer Angestellte

des Unternehmens. Und die

Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften

und den Arbeitgebern ist gut. In

Deutschland schlagen sich die Gewerkschaften

nicht besonders gut – genau wie

in Frankreich, wo einige Taxifahrer Mitglieder

der CGT sind. Der Nahe Osten ist

ein riesiger blinder Fleck für die Gewerkschaften.“

Uber hat nicht nur dafür gesorgt, dass

die Gewerkschaften wieder in Aktion

traten, sondern sie auch noch dazu

gezwungen, ihre Handlungen zu koordinieren?

„Im September letzten Jahres hatten wir

ein Strategiemeeting, bei dem 13 Länder,

darunter Europa, USA, Kanada und

Indien, vertreten waren. Das war der

Beginn der Uber-Kampagne. Zwischen

den verschiedenen Gewerkschaften werden

Zeitungsausschnitte und andere

E-Mail-Informationen ausgetauscht. Und

wir unterstützen einander so gut wie

14 TAXI OKTOBER / 2015

15


INTERVIEW

möglich. Nach diesem Meeting gab es eine

Aktionswoche der ITF, diese fand in vielen

Ländern statt. Und einige Gewerkschaften

organisierten einen ‚Uber-Protesttag‘ –

z. B. in den USA, Kanada, im Vereinigten

Königreich, in Belgien, auf den Philippinen,

in Indien und Thailand. Natürlich

nutzten wir diese Veranstaltungen auch

zur Selbstpromotion. Die belgischen Kollegen

Frank Moreels und Roberto Parrillo

machten uns mit der Internationalen

Straßentransportgewerkschaft in Brüssel

bekannt. Und wir fanden heraus, dass wir

vieles gemeinsam haben.“

Gab es je Kontakte zwischen der ITF

und Uber?

„Nein, nie. Wir betrachten sie als eine Art

Antigewerkschaft. Uber ist der neue und

aggressivste Rudelführer. Manchmal nennen

wir sie ‚Walmart auf Rädern‘ – wegen

der schlechten sozialen Bedingungen für

die Fahrer. Aber Uber ist nicht allein. In

den USA ist Lyft ein starker Konkurrent

und von gleicher Bedeutung. Auf die konzentrieren

wir uns ebenfalls.“

Sollte Uber wie ein normales Taxiunternehmen

behandelt werden?

„Nein. Es handelt sich eindeutig um ein

appbasiertes Unternehmen. Kein herkömmlicher

Taxibetreiber. Aber das

bedeutet nicht, dass dafür keine Regeln

gelten. Was mich am meisten irritiert,

sind die erheblich gestiegenen Fahrpreise

bei höherer Nachfrage – z. B. an Weihnachten

und Neujahr. Dann wieder bieten

sie einen Nachlass von 50 Prozent. Es ist

nicht immer leicht, der Unternehmenslogik

von Uber zu folgen.“

Leben die Gewerkschaften nicht ein

wenig in der Vergangenheit mit ihrer

Verteidigung des Sta tus quo in der

Taxibranche?

»Uber nennen wir

manchmal „Walmart

auf Rädern“ –

wegen der

schlechten sozialen

Bedingungen

für die Fahrer.«

„Gewerkschaften haben nichts gegen

Innovationen. Wir würden die Qualität in

der Branche sehr gerne verbessern. Junge

Leute mögen Apps. Mit ihnen haben sie

sofort Kontakt. Sie können ihr Auto verfolgen.

Eine Verbesserung der Qualität kann

aber nur unter gleichen Wettbewerbsbedingungen

erreicht werden. Wir sind

Regulierungen gegenüber sehr positiv

eingestellt. Vielleicht sollte man die Größe

der Taxiflotten in größeren Städten sogar

regulieren und beschränken, sodass die

Fahrer nicht um jede Fahrt kämpfen müssen

und es immer genügend Angebote

gibt. In Japan ging die Anzahl der Fahrzeuge

nach der Deregulierung durch die

Decke. Die Einnahmen reduzierten sich

dermaßen, dass es manchmal besser war,

Sozialhilfe zu beantragen, als weiterhin

als Taxifahrer zu arbeiten.“

Warum ist die Taxibranche so einzelgängerisch?

„Weil sie nur sehr selten mit anderen

Transportformen kooperiert, obwohl

hier durchaus gegenseitige Vorteile zu

erzielen wären. Dies ist hauptsächlich

ein städtisches Problem. Dennoch gibt

es andere Transportformen, die durch

die Zusammenarbeit mit der Taxibranche

Vorteile erzielen könnten und umgekehrt

– z. B. beim Behindertentransport,

dem Transport von Menschen mit eingeschränkter

Mobilität. Die Älteren, der

Transport auf Abruf. Aber diese Dienste

gibt es nur, wenn sie subventioniert werden.“

Wie stehen Sie zu dem jüngsten

Gerichtsurteil in Kalifornien, mit dem

Uber angehalten wurde, seine Fahrer

als Angestellte zu behandeln?

„Wir begrüßen diese Entscheidung. Wir

sind der Ansicht, dass der Fahrer wählen

können soll, ob er für Lohn arbeitet

oder sich seinen Traum erfüllt und Unternehmer

wird und ein größeres Unternehmen

gründet. Es sollte immer die Wahl

zwischen der Arbeit als Angestellter mit

sicherem Einkommen und Sicherheit

und der Arbeit als Selbstständiger geben.

Aber diese Wahl soll der Fahrer treffen

können, sie darf ihm nicht vom Betreiber

aufgezwungen werden.“ Wim Faber




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DIE ITF

The International Transport

Workers’ Federation (ITF)

repräsentiert mehr als

4,5 Millionen Transportbeschäftigte

in 150 Ländern.

Sie zählt zu den Weltorganisationen,

die mit der

Internationalen Handelsvereinigung

(ITUC) verbunden

sind. Der Sitz der 1896

gegründeten ITF ist London.

In Nairobi, Neu-De lhi, Rio de

Janeiro, Amman und Brüssel

betreibt man weitere regionale

Büros.

16


POLITIK

WETTBEWERB

MATTHIAS LIETZ

DIRK FISCHER

Seit 1980 Bundestagsabgeordneter

für die CDU

Funktionen: Mitglied des

Bundes tagsausschusses für

Verkehr und digitale Infrastruktur,

bis 2014 verkehrspolitischer

Sprecher der CDU/

CSU-Bundestagsfraktion;

Wahlkreis: Hamburg-Nord/

Alstertal in Hamburg;

zu erreichen über:

www.dirkfischermdb.de

MICHAEL DONTH

Seit 2009 Bundestagsabgeordneter

für die CDU

Funktionen: Mitglied des

Bundestagsausschusses für

Verkehr und digitale Infrastruktur,

Mitglied des Bundestagsausschusses

für Tourismus;

Wahlkreis: Mecklenburgische

Seenplatte I – Vorpommern-

Greifswald II in Mecklenburg-

Vorpommern;

zu erreichen über:

www.matthias-lietz.de

NUR EINE

HANDVOLL

Am 22. September hatte der Taxiverband BZP die

Politiker des Deutschen Bundestags zu einer Spreerundfahrt

entlang des Berliner Regierungsviertels

eingeladen. Vertreter aus den Taxi(-Landes)verbänden

waren gekommen, um mit den gewählten Volksvertretern

zu sprechen. Doch leider haben nur fünf (!)

Abgeordnete den kurzen Weg vom Reichstag zum

Spreeufer auf sich genommen, alle fünf gehörten der

CDU/CSU-Fraktion an. Von der SPD, den Grünen

und den Linken ließ sich niemand blicken. Ein

Armutszeugnis. Wir stellen Ihnen die Handvoll

Politiker vor, die für unsere Branche

ein offenes Ohr haben.

Seit 2013 Bundestagsabgeordneter

für die CDU

Funktionen: Mitglied des

Bundestagsausschusses für

Verkehr und digitale Infrastruktur,

stellvertretendes Mitglied

des Bundestags ausschusses

für Tourismus;

Wahlkreis: Reutlingen in

Baden-Württemberg;

zu erreichen über:

www.michael-donth.de

DR. WOLFGANG STEFINGER

GERO STORJOHANN

Seit 2013 Bundestagsabgeordneter

für die CSU

Funktionen: Schriftführer

des Deutschen Bundestages,

Mitglied des Bundestagsausschusses

für Bildung,

Forschung und Technik folgenabschätzung,

ehemaliger

Referent im Gesundheitswesen

einer großen deutschen Krankenkasse;

Wahlkreis: München-Ost

in Bayern;

zu erreichen über:

www.wolfgangstefinger.de

Seit 2002 Bundestagsabgeordneter

für die CDU

Funktionen: stellvertretender

Vorsitzender des Petitionsausschusses,

Mitglied des

Bundestagsausschusses für

Verkehr und digitale Infrastruktur,

Sprecher der CDU/CSU-

Fraktion für Verkehrs sicherheit

und Straßenverkehr;

Wahlkreis: Segeberg –

Stormarn-Mitte in Schleswig-

Holstein;

zu erreichen über:

www.gero-storjohann.de

FOTOS: Reederei Winkler, Deutscher Bundestag, april agentur GbR, Laurence Chaperon

FOTO: Fotolia / Rostislav Glinsky

MYTAXI AUF

ACHTERBAHN­

FAHRT

Niederlage vor Gericht in Österreich,

Sieg in Hamburg und Rückzug aus

Zürich. Der Fahrtenvermittler mytaxi

hat turbulente Tage hinter sich.

Vor Gericht und auf hoher See weiß man nie, was einen

erwartet. Wie wahr diese Redewendung ist, zeigt sich

derzeit am Beispiel der höchst unterschiedlichen juristischen

Bewertung einer Rabattaktion, mit der sich der App-Vermittler

mytaxi Marktanteile von den etablierten Taxizentralen

sichern will. Als man im Juli in mehreren Städten Taxifahrten mit

50 Prozent Nachlass anbot, erwirkte die mit mytaxi konkurrierende

Stuttgarter Taxizentrale ein Verbot dieser Aktion per einstweiliger

Verfügung. Taxi Times hat darüber bereits berichtet.

Auch in Österreich sind Preisermäßigungen von 50 Prozent

mit den dort geltenden Taxitarifen nicht vereinbar. Das Handelsgericht

hatte im August eine von der Wiener Taxizentrale

Taxi 40100 eingeklagte Unterlassung bestätigt. Demnach darf

mytaxi keine Preise anbieten, bewerben oder gewähren, die „unter

dem auf Grundlage des § 14 Gelegenheitsverkehrsgesetzes

1996 idgF erlassenen Wiener Taxitarif verordnet sind“ (AZ 57

CG 23/15 f).

KONSUMENTEN- UND UNTERNEHMERSCHUTZ

In Wien hatte mytaxi Kunden, die Ihre Taxifahrt über das

mytaxi -Payment-Verfahren während eines bestimmten Aktionszeitraumes

bezahlten, die Hälfte der Kosten erstattet. Mit dem

Fahrer bzw. Unternehmer, der diese Fahrt ausführte, rechnete

man den vollen Fahrpreis laut Taxameter ab.

Trotzdem sahen sowohl die Wettbewerbszentrale Taxi 40100

als auch die Richter in dieser Rabattaktion einen Wettbewerbsverstoß.

Der Wiener Taxitarif habe neben dem Konsumentenschutz

auch eine den Wettbewerb der Taxiunternehmer schützende Funk-

Der Beste, den es je gab.

Der Touran*. Groß im Geschäft zum

kleinen Preis.

tion. Das Anbieten eines um die Hälfte geringeren Fahrpreises als

den eigentlich vorgesehenen Taxitarif bewirke, dass mytaxi dadurch

mehr Aufträge zur Vermittlung von Taxifahrten bekommt. Diese Fahrten

entgehen wiederum denjenigen Taxiunternehmen, die sich an

den Wiener Taxitarif halten. Dabei spiele es keine Rolle, dass die

ausführenden Unternehmen den vollen Fahrpreis erhalten.

Nach diesen beiden Richtersprüchen war man eigentlich davon

ausgegangen, dass auch eine vor dem Landgericht Hamburg eingegangene

einstweilige Verfügung – eingereicht vom deutschen Bundesverband

des deutschen Taxi- und Mietwagengewerbes (BZP) –vom

Gericht angenommen werden würde. Doch hier trat genau das

Gegenteil ein: Mitte September bestätigte eine Gerichtssprecherin,

dass man den Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen

habe (AZ 312 0 225/15). Eine Begründung der Entscheidung lag

zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor.

Michael Müller, Präsident des BZP, sprach in diesem Zusammenhang

von einer Fehlentscheidung. Man sei nach wie vor davon

überzeugt, dass die Rabatte rechtswidrig seien. Bei mytaxi dagegen

freute man sich über diese Entscheidung und startete sofort

eine weitere Rabattaktion. Vom 21. September an bekamen Fahrgäste

abermals die Hälfte ihres Fahrpreises zurückerstattet, sofern

die Fahrt über das Payment-System der App bezahlt wurde. jh

RÜCKZUG AUS ZÜRICH

Weil man sich in den vergangenen beiden Jahren „nicht so

rasant weiterentwickeln“ konnte, wird mytaxi seinen Servcie

in der Schweiz zum 30. Oktober einstellen. „Die Erkenntnis

ist, dass u. a. der 24-Stunden-ÖV, die Tarifstruktur und die

Anzahl der verfügbaren Taxis nur ein gebremstes Wachstum

zulassen“, heißt es in einer internen Mitteilung des Unternehmens

an die Züricher mytaxi-Fahrer.

Ihr Taxibusiness kommt auf Touren. Mit 7 Sitzplätzen,

attraktiver Ausstattung, Sonderfinanzierung und bis

zu 2.000 € Extraprämie. Der Touran 2.0 TDI 110 PS,

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KONFERENZ

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mit Sicherheit auf

höchstem Niveau!

InnoTrans war einer der Newcomer auf der

Taxi Expo und stellte dort sein neues System

vor, mit dem Rollstühle in kleinen Bussen

gesichert werden können.

Barclay Toplights hatte sich nach seiner Abspaltung von

Taxitronic Nederland bei seiner Rückkehr viel vorgenommen.

VOM HAUPTUMSATZ

ZUM NISCHENPRODUKT

Der Kongress zum Thema der fest definierten Vertragsfahrten behandelte die

Herausforderungen und die Möglichkeiten im Bereich der Personenbeförderung.

In schwierigen Zeiten für die niederländische Branche kehrte

die Messe Taxi Expo zurück zu ihren Wurzeln – Veranstaltungsort

war das Expo-Gelände in Houten.

Nach Angaben des Veranstalters

TaxiPro kamen ca. 1 000 Besucher

und 50 Aussteller. Trotz der

schwierigen wirtschaftlichen Lage innerhalb

der Branche war die Stimmung auf

der Messe alles andere als gedrückt. Insbesondere

der Bereich der fest definierten

Vertragsfahrten, die ca. 75 Prozent des

Branchenumsatzes ausmachen, ist durch

Einsparungen der Regierung bedroht.

Auf der Messe war auch die neue Ausrichtung

der Taxibranche erkennbar: Die

meisten Aussteller hatten keine riesigen

Stände – selbst Mercedes, der Hauptsponsor,

begnügte sich mit einem relativ kleinen

Stand. Verschwunden waren auch die

riesigen Stände der Onboard-Computer-

Hersteller. Zwei von ihnen hatten erst gar

nicht an der Taxi Expo teilgenommen. So

dominierten eher kleinere Stände mit verschiedenen

(teilweise neuen) Ausstellern

aus den Bereichen Beschäftigung und Personal,

Gewerbe und Verbände, Steuerbehörden

und einige IT- und App-Spezialisten.

VIELE FAHRZEUGHERSTELLER

Die große Zahl kleiner und großer Fahrzeughersteller

war beeindruckend – und

es waren nicht allein die für die Niederlande

klassischen Taximarken vertreten.

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FOTOS: Wim Faber

FOTO: Wim Faber

Neben Mercedes-Benz gab es auch Stände

von BYD, Audi, Ford, Volkswagen, Renault,

Skoda und Nissan. Zudem zeigten sich der

(Klein-)Bus-Spezialist VDL Bus & Coach,

der Expo-Sponsor Tribus (mit dem bemerkenswerten

neuen Civitas-Kleinbus), Flexi

-Trans und die Newcomer InnoTrans (mit

ihrem neuen Befestigungssystem für Rollstühle)

und Auto Cuby aus Belgien. BP und

der Expo-Sponsor OrangeGas vertraten die

Treibstoffbranche.

Zurück mit großen Ambitionen: Toplight-Lieferant

Barclay (nun nicht mehr

Teil von Taxitronic Nederland) und die Sanders-Familie,

zu denen auf der Messe unerwartet

auch ein belgischer Lieferant für

Taxischilder stieß: Voxdale aus Antwerpen.

Bemerkenswert war auch die große

Anzahl an kommerziellen und nicht kommerziellen

Workshops unter der herrlichen

Kuppel in der Mitte des Expo-Gebäudes und

im separaten Workshop-Bereich direkt

neben der Ausstellungsfläche. Das Niveau

der Beiträge variierte, die meisten stießen

jedoch auf reges Interesse.

SPANNENDE VORTRÄGE

Den meisten Teilnehmern der jährlichen

Konferenz zu Beförderungsverträgen wurden

neue Einblicke geboten. Fünf Redner

hatten ausreichend Zeit und Raum, ihren

Standpunkt zu erläutern und gaben einen

umfassenden Überblick über die aktuelle

Situation. Im ersten Teil wurden die

Zukunft von Taxiausschreibungen und

mögliche Innovationen beleuchtet. Der

zweite Teil behandelte die Vergabe von großen

Verträgen im Bereich der Personenbeförderung

auf innovativere Art und Weise.

Der Vorsitzende von Dutch KNV Taxi,

Bertho Eckhardt, sagte, dass sich die Taxibranche

in schwierigen Zeiten befindet

und dass Transportverträge, die im

Moment das Hauptstandbein der niederländischen

Taxibranche sind, in der

Zukunft wohl einen Nischenmarkt darstellen

werden. Laut Eckhardt muss die Taxibranche

wieder als Hauptpartner im

Transportsektor gesehen werden. Darüber

hinaus muss der ruinöse Wettbewerb bei

Vertragsausschreibungen beendet werden

und der Preis für die Dienstleistung muss

stimmen – Geiz ist nicht immer geil.

Die Stadt Rotterdam hat den Berater

Jeroen Veenendaal gebeten, den ersten

Vortrag über einen innovativen und integrativen

Rahmenvertrag für die Personenbeförderung

zu halten. Er wählt eine

andere Herangehensweise, ganz anders als

bei herkömmlichen Verträgen, die einfach

nur mit dem Sieger eines Bieterverfahrens

abgeschlossen werden. Er freut sich auf

einen Dialog mit den Marktteilnehmern

und den Transportgesellschaften. In diesem

Zusammenhang sind seiner Meinung

nach „Markttreffen“ erforderlich, bei

denen die Taxiunternehmen über

Geschäfts- und Wettbewerbsprobleme

sprechen. Seine große Frage lautet, ob die

Organisation und die Koordination der

Arbeit für diese Transportart tatsächlich

einen Mehrwert haben, denn viel zu oft

werden Dinge komplizierter gemacht, als

es notwendig wäre.

SELBSTORGANISATION

Marcel Slotema vom Beratungsunternehmen

Forseti schloss die Konferenz mit

einem Vortrag über die Mobilitätszentrale

von Flevoland. Dies war keine völlig neue

Idee des Beratungsunternehmens, sondern

man holte sich Anregungen anhand

einer Praxis, die sich in vielen skandinavischen

Ländern bereits bewährt hat. Das

Thema scheint gerade hoch im Kurs zu

stehen, allerdings konnte bis dato noch

keine dieser Zentralen nachweisen, dass

sie effizienter tätig ist und dadurch Geld

eingespart werden kann. Alles hängt

davon ab, wie Gemeinden bei diesem

Modell gewillt sind, mitzuwirken, und wie

zuverlässige Firewalls zwischen den Fahrern

und den Disponenten erstellt werden

können.

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KONFERENZ

KONFERENZ

Viele Taxiunternehmen

verwenden

sehr gut sichtbare –

manchmal sogar

grelle – Farben und

Muster sowie

Dachaufbauten

für Werbung für

ihre eigenen und

andere Produkte.

RUSSLANDS SUCHE NACH

STRENGER REGULIERUNG

Forum sehr den klassischen europäischen oder amerikanischen

Konferenzen und Messen.

Illegale Taxis? Oder Wettbewerb vonseiten neuer (illegaler)

Mitbewerber? Eine rasant wachsende Landschaft an Apps? Unzureichende

oder veraltete Gesetze? Jedes Land hat seine eigenen

Probleme und Lösungen zum Thema Taxi. Aber wie bereits

erwähnt, gleichen sich zahlreiche der Themen in vielen Ländern.

Wie überall sonst gibt es auch in Russland eine große Nachfrage

nach fairen Voraussetzungen mit den gleichen Rechten und Pflichten

für jeden, der Transport auf dem Taximarkt anbietet, unabhängig

davon, ob per App oder auf traditionellere Art und Weise.

Die große Anzahl an illegalen Taxifahrern und illegalen Anbietern

von Taxidiensten (Apps, Zentralen) sowie der Mangel an ordnungsgemäßer

Beaufsichtigung der wenigen Regeln, die es gibt, rufen

bei den russischen Kollegen Ressentiments hervor.

In Russland gibt es noch viel zu tun in Sachen ordnungsgemäße

Taxiregulierung. Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch –

und vor allem – regional und lokal. Viele Politiker und Vertreter

der Aufsichtsbehörde haben am Forum Taxi teilgenommen, um

genau darüber zu reden. Das größte Problem ist der anhaltende

Wettbewerb vonseiten der illegalen Taxifahrer. Das ist keine Überraschung

in einem Land, in dem Fahrgemeinschaften (gegen

Bezahlung) seit Jahrzehnten eher die Norm als die Ausnahme

sind, u. a. wegen der niedrigen Anzahl an verfügbaren Fahrzeugen.

Warum gibt es nach wie vor illegale Taxis? Eine offizielle

Taxilizenz kostet nichts und ist leicht zu beschaffen. Was noch

merkwürdiger ist: Sie muss den Behörden nicht überlassen werden,

wenn der Unternehmer seinen Taxibetrieb aufgibt, d. h., sogar

illegale Taxifahrer haben die erforderlichen Papiere. Es sind weit-

Oben: Viele Politiker, Unternehmer, Vertreter von Aufsichtsbehörden,

Lieferanten und Fahrer aus der ganzen

Russischen Föderation fanden sich beim Forum Taxi ein.

Unten: Für eine Konferenz mit 600 Teilnehmern war die

Messe eher klein.

Beim zweitägigen International Eurasian Forum Taxi in Sankt

Petersburg am 6. und 7. August diskutierten etwa 600 Teilnehmer

über eine große Vielfalt an Themen rund um das Taxi.

Ihre Hauptforderung: Illegalen Taxis muss ein Ende gesetzt werden.

Anfang der 90er-Jahre, als ich meinen ersten Vortrag bei

der Jahresversammlung des amerikanischen Taxiverbandes

TLPA hielt, behauptete ich, dass die Grundstrukturen

der Taxibranche überall auf der Welt gleich sind. Meine

Bemerkung rief (teilweise) Gelächter bei den ungläubigen Taxiunternehmern

im Publikum hervor. Es dauerte etwa zehn Jahre,

bis die amerikanischen Unternehmer überzeugt waren, dass es

zwischen Taxiunternehmen weltweit große Ähnlichkeiten gibt.

Natürlich können wir immer noch voneinander lernen.

Nach meinem letzten Besuch in der Russischen Föderation

kamen bei mir jedoch langsam Zweifel an meiner eigenen Behauptung.

Bei meiner Teilnahme am International Eurasian Forum

Taxi in Sankt Petersburg, Russland, am 6. und 7. August fielen

mir nur wenige Ähnlichkeiten auf. Es gibt natürlich Taxifahrer

vor der Ankunftshalle am Flughafen, die versuchen, Kunden zu

bekommen, die „offizielles Taxi, offizielles Taxi“ rufen und Ausweise

mit einer geringfügigen Abwandlung des internationalen

Taxi logos mit dem Schachbrettmuster tragen.

Als der bestellte Taxifahrer mich jedoch vor dem Hotel ab setzte,

suchte ich vergeblich nach einem Taxameter in seinem Kia-Taxi.

Es gab eine Reihe elektronischer Geräte auf seinem Armaturenbrett:

die allgegenwärtige Dashcam, die in Russland aus Versicherungsgründen

weithin verbreitet ist, einige Smartphones für die

Zentrale und die Kommunikation und natürlich ein Navigationssystem.

Aber: Es gab kein Taxameter. Stattdessen zeigte der Fahrer

auf eines der an der Windschutzscheibe angebrachten Smartphones,

das einen Betrag in Rubel anzeigte. Später erfuhr ich,

dass in Russland die Länge der Strecke und die Gebühr anhand

von GPS-Daten in der Zentrale festgestellt und dann an das Smartphone

des Fahrers geschickt werden. Ich befürchtete schon das

Schlimmste und sagte „Kreditkarte, Kreditkarte“, woraufhin der

Fahrer mit einem breiten Lächeln ein brandneues Verifone-

Zahlungs terminal unter seinem Sitz hervorzog. Also kein Problem

in diesem Fall. Aber in der Taxiwelt der Russischen Föderation

ist nicht alles so, wie es den Anschein hat.

ILLEGALE TAXIS

Das International Eurasian Forum Taxi findet jährlich im August

statt – bisher nur in Sankt Petersburg – und lockt etwa 600 Vertreter

aus ganz Russland an. Tagungsort ist ein Hotel, in dem auch

die zugehörige Messe stattfindet – 40 Aussteller zeigen Fahr zeuge

und Ausrüstung. Die Konferenz selbst dauert immer bis in die

Abendstunden. Es gab zum Teil heftige Diskussionen, die schnell

die vorgesehene Zeit überschritten, aber insgesamt herrschte

Einigkeit mit dem klaren Ziel, die Taxibranche in Russland zu

verbessern. Die meisten Konferenzteilnehmer kamen aus der

Taxibranche, aber es waren auch Lieferanten, Politiker und Vertreter

lokaler Aufsichtsbehörden dabei. Diesbezüglich ähnelte das

FOTO: Wim Faber

FOTOS: Wim Faber

SO ARBEITET DIE PETERSBURGER ZENTRALE TAXI 777

Eine Konferenz ist keine Konferenz ohne

einen Besuch eines „echten“ Taxiunternehmens

oder einer Taxizentrale. Wir

haben die vom Generaldirektor Alexei

Gusev gegründete Firma Semerochka in

Sankt Petersburg besucht.

Er und sein kaufmännischer Vorstand

Olhov Alexandr erklärten gegenüber Taxi

Times, dass die Fahrer jeden Tag einer

Gesundheitsuntersuchung unterzogen

werden. Was zudem noch untersucht

wird, ist das Benehmen der Fahrer

während der Fahrt und beim Service. Für

beides gibt es eine Bewertung, und wer

zu den Top Ten der Raser gehört, wird

mit Missbilligung gestraft.

Gusev hat eine App für Taxis entwickelt,

jedoch auch eine neue Flotte, Taxi 777,

gegründet. Er ist sich sicher, dass das

Taxigewerbe Erscheinungen wie Yandex,

Uber und GetTaxi schlagen kann. Mit der

App wird es leichter, die Fahrten unter

den 42 Partnergesellschaften aufzuteilen.

Das Entwicklungsprogramm hat sich

über zwei Jahre hingezogen und das

Unternehmen hat zehn Millionen Rubel

investiert, die sich in zwei bis drei Jahren

wieder amortisiert haben sollen.

Semerochka ist Mitglied des Global Taxi

Network des IRU und arbeitet mit eCab,

um den internationalen Taxiverkehr zu

fördern. Die App ist seit zwei Monaten

in Sankt Petersburg nutzbar und laut

Gusev hat sich die Profitabilität für Taxis

um zehn Prozent gesteigert. „Unsere

jedem an ein anderes Taxiunternehmen

vergebenen Auftrag. Die Partner können

Fahrten und Kunden auch auf andere

Taxiunternehmen übertragen, die am

Projekt Taxi 777 teilnehmen. Das Unternehmen

setzt seine eigenen Gebühren

dafür fest: „Normalerweise beträgt die

Gebühr zwischen 5 und 35 Prozent“,

Lösung ermöglicht es uns, sämtliche erklärt Gusev.

nn

Taxiunternehmen in Sankt Petersburg

zusammenzubringen, Kosten

zu reduzieren, den Service

für die Fahrgäste zu verbessern

und so einen gesunden

Wett bewerb zu fördern“,

so Gusev. Taxi 777 bietet

Apps für die Kunden und die

Fahrer sowie Online-Ressourcen

für den Austausch

von Aufträgen zwischen den

Taxiunternehmen.

Sogar die Konkurrenz

bekommt Aufträge, um

sicherzustellen, dass das

App-System ununterbrochen

im Einsatz ist. Semerochka

verdient zehn Prozent von

Dieses Unternehmen, das versucht, sich in Europa auszuweiten,

hat ein System der psychologischen Beurteilung

für die Einstellung von Mitarbeitern in den Bereichen Luftfahrt,

öffentlicher Verkehr und Taxis entwickelt.

22 TAXI OKTOBER / 2015

23


KONFERENZ

APPS

Es gibt eine große Auswahl an

Taxifahrzeugen (die meisten

davon in Sankt Petersburg

gebaut) und viele Nissans und

Kias auf den Straßen vor Ort.

Aber keine Taxameter …

NEWSTICKER

NEUE APP FÜR

7 000 NEW-YORK-TAXIS

aus mehr Lizenzen im Umlauf als Taxis. Und die Beaufsichtigung

der Taxis erfolgt regionsabhängig eher sporadisch.

Die vielen Redner und auch das Publikum forderten wiederholt

ordnungsgemäße Lizenzierungsvorgänge und regelmäßige Beaufsichtigung

von Lizenzen, vorzugsweise über eine zentrale (regionale)

Datenbank legaler Taxifahrer und gültiger, aktueller

Lizenzen. Die Überschrift „illegale Taxis“ umfasst nicht nur die

Fahrer, sondern auch die vielen Reservierungsstellen und

un seriösen Apps. Sowohl Reservierungsstellen als auch Apps

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können willkürlich eröffnet und geschlossen werden, ohne dass

eine Behörde je davon erfährt. Häufig ist in Russland ein Taxiunternehmen

nicht das, wonach es aussieht.

Eine weitere deutlich zum Ausdruck gebrachte Forderung: aus

der Best Practice lernen, da andere Regionen keine besonderen

Richtlinien haben, um die Anzahl der illegalen Taxis, Zentralen

und Apps zu reduzieren. Die Tatsache, dass die Bußgelder für eine

Verletzung lächerlich niedrig sind, hilft dabei auch nicht.

Nachdem ich den Diskussionen eine ganze Weile gefolgt bin,

fällt es mir schwer, die russische Taxibranche nicht als „Wilden

Osten“ zu bezeichnen. Beispielsweise ist der Zugang zu Taxiständen

am Flughafen häufig nicht reguliert und schlecht organisiert,

die Gebührenstruktur ist nur für erfahrene Nutzer nachvollziehbar,

das Lizenzierungssystem müsste dringend saniert werden,

die Besteuerung ist häufig unklar und der Bedarf an professionellen

Schulungen für Taxifahrer ist hoch. In diesem Bereich hat

die IRU Group ihr „Taxistars“-Programm beworben, und zwar nur

wenige Wochen bevor es am 25. September offiziell in Athen eingeführt

wurde (siehe Seite 8).

FRAUEN IN FÜHRUNGSPOSITIONEN

Die meisten Themen, die bei der Konferenz angesprochen wurden,

ähnelten den Themen bei uns: neue Zahlungsformen, Kreditkarten,

Entwicklung von Apps, IT-Probleme und Fahrzeugmodelle.

Bei vielen Themen ging es um nicht vorbestellte Taxis – Auftragsarbeit

scheint in Russland noch in den Kinderschuhen zu stecken,

der Behindertentransport durch Taxiunternehmen ist fast gar nicht

verfügbar. Ein deutlicher Unterschied zwischen unserer und der

russischen Taxibranche ist jedoch die große Anzahl von Frauen

in geschäftsleitenden und anderen führenden Positionen.

Eines wurde bei der Messe deutlich: Es gab nirgendwo einen

Taxameter, aber es gab einige IT- und App-Stände. Finanzlösungen

und Dachaufbauten (mit allerlei Videobotschaften) waren ebenfalls

sehr beliebt. Was deutlich anders ist als bei uns: ein Stand

mit medizinischer Ausrüstung (einige Taxiunternehmen führen

bei den Taxifahrern jeden Tag eine kurze Untersuchung durch)

und ein Stand mit einem System für die psychologische Beurteilung

für die Einstellung von Mitarbeitern. Merkwürdig: nur

wenige klassische Automarken aus dem Westen. Zwar gab es

Fahrzeuge im Überfluss, aber andere: vom Mercedes E 220 über

den Sprinter bis zu vielen Kia-, Nissan-, Citroën- und Lada-Modellen

neben einer chinesischen Marke.

wf

FOTO: Wim Faber

FOTOS: flickr / Alfredo Mendez, Fotolia / Blend Images

Lyft: ein lächerliches Erkennungsmerkmal, aber dank chinesischer

Unterstützung ein ernst zu nehmender Konkurrent im Markt der

Personenbeförderung.

CHINESISCH-

AMERIKANISCHE

ZUSAMMENARBEIT

Uber kennt mittlerweile jeder, doch in dessen Windschatten hat

sich in den USA mittlerweile längst ein weiterer Fahrtenvermittler

an Privatfahrer etabliert: Lyft. Das Unternehmen, das bisher auf

eine Expansion außerhalb Amerikas verzichtet hat, hat nun eine

bemerkenswerte Kooperation bekannt gegeben. Künftig soll es

möglich sein, mit der Lyft-App auch ein Fahrzeug in China zu

bekommen. Man wird dann im Reich der Mitte zum Kunden von

Didi Kuaidi – der führenden Taxi-App Chinas, die zumindest teilweise

auch an Taxis vermittelt. Umgekehrt soll es genauso laufen:

Wer aus China mit Didi ein „Taxi“ in Amerika bestellt, bekommt

einen Lyft-Fahrer.

Didi Kuaidi ist ein Zusammenschluss der bisherigen größten

Taxi- und Mietwagenfirmen Chinas. Das Unternehmen erhält ähnlich

wie Uber permanent Kapital von Investoren und ist mittlerweile

an zahlreichen Applikationen im asiatischen Raum beteiligt,

unter anderem an GrabTaxi, das seinen Dienst in 26 Städten in

sechs verschiedenen Ländern in Südostasien anbietet. Auch an

Lyft hatten sich die Chinesen im März mit 100 Millionen Dollar

beteiligt. Nicht zuletzt deshalb spekulieren Medien darüber, dass

bald auch GrabTaxi dem neu entstandenen Netzwerk angeschlossen

wird.

jh

Der neue EKO-Umbau zum

Rollstuhlbeförderungsfahrzeug

Effizient

Kostengünstig

Original

Seit Uber seine Aktivitäten auch nach New

York ausgedehnt hat, muss das dortige

Taxigewerbe erhebliche Verluste hinnehmen.

Zahlreiche Taxis stehen unbesetzt,

weil die bisherigen Fahrer mittlerweile

beim Konkurrenten angeheuert haben.

Noch schwerwiegender ist die Tatsache,

dass der Wert einer New Yorker Taxikonzession

(medallion) von einer Million auf

500 000 Dollar gesunken ist. Nun versucht

das Taxigewerbe, verlorenes Terrain

zurückzugewinnen, und hat die App „Arro“

entwickelt. Im Gegensatz zur Uber-App

muss der Fahrgast keine Bestellgebühr

bezahlen. Die App ist direkt mit dem Payment-Terminal

im Taxi verbunden. Darüber

hinaus kann der Fahrgast sicher sein, dass

der Tarif zu Stoßzeiten nicht willkürlich

angehoben wird (surge pricing). Im

Moment werden Arro-Nutzer lediglich an

etwa 7 000 Yellow und Green Cabs in New

York vermittelt (Uber hat dort bereits

20 000 Fahrzeuge im Einsatz), doch eine

Expan sion in andere US-Städte ist geplant.


jh

Taxikunden

können

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24 TAXI OKTOBER / 2015

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GLOBAL TAXI NETWORK

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Christos Anagnostopoulos

von nexTTaxi: vernünftige

Balance zwischen Anzahl

an Fahrtauf trägen und

verfüg baren Fahrzeugen.

GRIECHISCH-

EUROPÄISCHE

TAXI­INTEGRATION

Der Beitritt einer Athener Taxiflotte zu taxi.eu und damit

in das GTN-Netzwerk ist die Folge des massiven Wandels

des Athener Taxigewerbes und ein Ausrufezeichen, dass

für ein Zusammenwachsen keine Hürde zu hoch ist.

Athen selbst hat etwa 650 000 Einwohner.

Nimmt man die umliegende

Region Attika dazu, sind

es 3,5 Millionen, die von 13 772 Taxis

bedient werden. 1980 haben diese Taxis

pro Tag jeweils etwa 60 Touren durchgeführt

und waren während einer Fahrt

teilweise sogar doppelt besetzt. Taxis

waren zu diesem Zeitpunkt das Transportmittel

Nummer eins. Sie waren günstig

und andere ÖPNV-Angebote waren wenig

ausgeprägt.

Doch dann kam die große wirtschaftliche

Krise, die das gesamte Land unter

den Schutzschirm der EU zwang und das

Taxigewerbe radikal veränderte. Der Ausbau

des Angebots an Buslinien und eine

Verdoppelung der Taxitarife zwischen der

Jahrtausendwende und 2010 sorgten dafür,

dass seitdem viele Bürger stärker Bus und

Bahn und weniger das Taxi nutzen.

Diesem Wandel hatte das Taxigewerbe

zunächst nichts entgegenzusetzen – auch

deshalb, weil man die alten Strukturen

nicht veränderte. Noch heute gibt es nur

wenige Taxizentralen in Athen, rund drei

Viertel aller Taxis fahren funklos. Klassische

Taxibetriebe gibt es in Athen eigentlich

nicht, die Konzessionsbesitzer sind in

erster Linie Käufer und Verkäufer von

Fahrzeugen, die nur daran Interesse

haben, die konzessionierten Autos 24 Stunden

an Taxifahrer zu vermieten. Wie der

Fahrer dann an Aufträge kommt und wie

viel Geld er verdient, bleibt seiner Eigeninitiative

überlassen.

Erst in den letzten Jahren hat sich diese

Vorgehensweise ein wenig geändert. Die

Funkzentralen erhöhten durch gezielte

Werbemaßnahmen die Anzahl der Bestellkunden

und befinden sich dabei seit einigen

Jahren im Wettbewerb mit der App

Taxibeat“, die Fahrgäste direkt an die

Taxifahrer vermittelt.

Auch Christos Anagnostopoulos, Managing

Director von nexTTaxi in Athen, geht

bei der Auftragsvermittlung neue Wege.

Er baut seinen Kundenstamm im Zentrum

und am Hafen (Piräus) von Athen kontinuierlich

aus. Die Auftragsbestellung und

Vermittlung verläuft dabei hauptsächlich

über die App taxi.eu. Zur Partnerschaft mit

der europäischen App hatte man sich

letztes Jahr entschieden. Seitdem war viel

Entwicklungs arbeit nötig. Um die Aufträge

in der griechischen Sprache und in deren

Schriftzeichen darstellen zu können,

musste die gesamte Software auf UTF-8

umgestellt werden, einen Codierungsstandard,

in dem sich (fast) alle weltweiten

Zeichensätze darstellen lassen.

Dazu waren individuelle Anpassungen

des Vermittlungssystems an die spezifischen

Abläufe bei nexTTaxi nötig. Das

Unternehmen stellt seinen Kunden hauptsächlich

virale Kanäle zur Verfügung –

Bestellung über Internet, Autobooker oder

App. Dadurch muss eine direkte Kommunikation

zwischen Fahrer und Kunden

darstellbar sein. Auch dies geschieht mehrsprachig.

„Wenn beispielsweise ein Fahrgast

aus Deutschland mit der taxi.eu-App

in Athen ein Fahrzeug bestellt, gibt er seinen

Standort auf Basis der deutschen

Google-Maps-Version an“, beschreibt

Robert Abel von taxi.eu das Prozedere.

„Mittels Geocodierung werden diese Daten

dann ins Griechische übersetzt und

FOTO: xxxx

FOTO: xxxx

kommen so beim Fahrer in seiner Sprache

an. Will er jetzt beispielsweise dem Kunden

mitteilen, dass sich seine Ankunftszeit

um fünf Minuten verzögert, nutzt er dazu

einen definierten Textblock, der dann wieder

in deutscher Sprache vom Fahrgast

empfangen wird.“

Auf diese Weise ist der „Europaserver“,

den taxi.eu-Betreiber FMS Systems seinen

Kunden anbietet, auch über Sprachbarrieren

hinweg einsetzbar und schafft die

technischen Voraussetzungen für eine

noch engere Vernetzung der Taxibranche –

ohne hohe Investitionskosten, denn weder

die Zentrale noch die Fahrer müssen spezifische

Hardware kaufen und einbauen.

Für Christos Anagnostopoulos waren

dies die ausschlaggebenden Faktoren bei

seiner Entscheidung für taxi.eu. Seit Mai

läuft die web- und appbasierte Vermittlung

in etwa 200 Fahrzeugen seiner Flotte.

Nur 200? „Wir haben eine lange Warteliste“,

erzählt Christos im Gespräch mit

Taxi Times. Zunächst einmal wolle man

weitere Kunden gewinnen, bevor man weitere

Fahrzeuge integriert. Es geht um eine

vernünftige Balance zwischen Anzahl an

Fahrt aufträgen und verfügbaren Fahrzeugen.

Damit der Fahrer gut verdient. Im

Idealfall wie zu Zeiten vor der großen

Krise, als das Athener Taxigewerbe noch

ganz anders funktionierte.

jh

Hermann Waldner, Gründer von taxi.eu, begrüßte den neuen Partner

persönlich in Athen.

TAXI.EU VS. TAXIBEAT

nexTTaxi ist der

Premiumpartner

von taxi-eu

in Athen und

Griechenland.

Aufgrund der noch

sehr kleinen Flotte

Taxi-Aufhalter in Athen

vermittelt man

Aufträge derzeit

schwerpunktmäßig im Zentrum und am Hafen von Athen. In

einer Stadt, in der Taxis jahrzehntelang hauptsächlich in der

Straße aufgehalten wurden, muss man die Kunden erst allmählich

von den Vorteilen einer App-Bestellung überzeugen:

zuverlässige Fahrer und verlässliche Qualität.

Um das publik zu machen, betreibt nexTTaxi einen hohen

Werbe aufwand. Man verteilt Flyer, besucht viele Kunden

persönlich und wirbt sogar auf der ersten Seite einer Tageszeitung.

An den Taxis finden sich taxi.eu-Aufkleber. In einem

Land, in dem der Tourismus eine Haupteinnahmequelle ist, ist

der Hinweis auf die europäische Reichweite und den etablierten

Namen der App ein wichtiger Erfolgsfaktor und hebt den

Vorteil gegenüber dem App-Konkurrenten Taxibeat hervor.

Das mit viel Venture capital versehene Unternehmen ist zwar

schon seit 2011 auf dem Markt und deckt laut Schätzungen

etwa 80 Prozent der App-Bestellungen ab, doch Taxibestellungen

sind über diese App nur in Athen und in einigen

südamerikanischen Ländern möglich.

jh

DIE JUNGE ZIELGRUPPE ZURÜCKGEWINNEN

ECAB STATTET VANCOUVERS INNENSTADT AUS

Seit 1. September bietet die Pariser Taxizentrale

Taxis G7 seinen jungen Fahrgästen

eine 20-prozentige Ermäßigung auf

Nacht fahrten. Das Angebot gilt donnerstags

bis samstags zwischen 22 Uhr und

5 Uhr morgens für jeden unter 26 Jahren.

Mit der Kampagne will die Zentrale die

junge Zielgruppe für das Taxi gewinnen

und gleichzeitig mehr Nachtfahrer auf

die Straße bringen. Taxis G7 verstärkt

diese PR-Aktion mit der Verteilung cooler

Sonnen brillen und Kondome, passend

zum Motto: „Ce soir, vous êtes sûr de

choper au moins un taxi“, was frei übersetzt

bedeutet, dass man heute Nacht

sicher sein kann, dass man zumindest ein

Taxi erwischt.

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Mit solchen

Plakaten wirbt

die Pariser Zentrale

Taxis G7

um junge Fahrgäste.

eCab, einer der Gründerväter des IRU Global Taxi Network

GTN, wird seinen Taxibestellservice bald in allen

vier Taxiflotten der Innenstadt von Vancouver anbieten:

Yellow Cab, Blacktop & Checker Cabs, Vancouver Taxi und

MacLure’s Cabs. Die Nutzer kommen so in den Genuss, die

beste Verfügbarkeit mit verschiedenen anderen Optionen

und Zusatznutzen kombinieren zu können. eCab ist in die

beiden Vermittlungssysteme MTData und DDS integriert

und hat ein Vorvermittlungssystem entwickelt, das immer

das nächstgelegene Taxi auswählt.

26

TAXI OKTOBER / 2015


ÖSTERREICH

ÖSTERREICH

TAXI-OBMANN ERWIN LEITNER:

KASSENRICHTLINIE:

2016 GENÜGT NOCH

EIN HANDSCHRIFT-

LICHER BELEG

Eigentlich sollte bis Ende Juli darüber

Klarheit herrschen, ob das österreichische

Taxigewerbe bei der gesetzlichen

Einführung der Kassenrichtlinie zum „Mobilen

Gewerbe“ gerechnet wird. Doch die

Politik traf diese Entscheidung nicht im

Juli (wie eigentlich versprochen), sondern

erst Ende September. Jetzt bleiben

nur noch wenige Wochen Zeit, um sich

auf umfangreiche fiskalische Vorgaben

technisch einzustellen. Im Teil 2 unseres

großen Interviews bezieht Erwin Leitner

Stellung zur kommenden Kassenrichtlinie,

zur Elektromobilität und zu den

Preisen für Krankenfahrten.

TAXI TIMES: Herr Leitner, bei der gesetzlichen

Einführung der Kassenrichtlinie wird

das Taxigewerbe nun doch dem „Mobilen

Gewerbe“ zugerechnet. Was heißt das für

Österreichs Taxi- und Mietwagenunternehmen?

ERWIN LEITNER: „Wenn die Branche

unter das ‚Mobile Gewerbe‘ fällt, können

Unternehmen die Kassenrichtlinie

auch durch einen handschriftlichen Beleg

erfüllen, der für jede Fahrt ausgestellt

ÜBRIGENS

In Österreich gibt es rund 13 000

Betriebe, die etwa 10 000 Taxis und

8 000 Mietwagen betreiben. 22 000

Taxilenker (so nennt man in Österreich

den Fahrer) arbeiten im Taxiund

Mietwagengewerbe.

werden muss. Innerhalb der darauffolgenden

Tage müssen die Umsätze dann

in lückenloser nummerischer Reihenfolge

in ein unveränderbares Buchhaltungsprogramm

nachgetragen werden. Es darf

keine Excel-Tabelle sein.“

Welche Aufbewahrungspflichten hat

der Unternehmer?

„Er muss von den handschriftlich ausgestellten

und durchnummerierten Belegen

einen Durchschlag aufheben.“

Diese Verfahrensweise ist eine

Zwischenlösung für 2016.

„Ja, ab 1.1.2017 müssen die Daten in ein

externes Rechenzentrum exportiert werden.“

Hat die Politik schon definiert, welches

Verfahren als manipulationssicher

anerkannt wird?

„Der Gesetzgeber lässt sich noch Zeit.

Zertifizier ungsmöglichkeiten gibt es erst

ab 1.7.2016. Für den Taxiunternehmer ist

das problematisch – denn er muss sich

jetzt schon Geräte anschaffen, von denen

er aber nicht weiß, ob diese dann den

gesetzlichen Anforderungen entsprechen.“

Im Falle der manipulationssicheren

Datenübertragung auf einen externen

Server ähneln sich die Anforderungen

denen, die auch in Deutschland

ab 2017 gelten sollen. Hier wurde

ein sogenanntes Insika-Verfahren zur

Manipulationssicherheit entwickelt.

Wäre es nicht sinnvoll, das auch in

Österreich

einzusetzen,

um das Rad

nicht zweimal erfinden

zu müssen?

„Ich habe mich mit dem

Insika-Verfahren sehr intensiv

beschäftigt und halte das auch in Österreich

für eine gute Lösung.“

Was raten Sie den Taxi- und Mietwagenunternehmern?

„Wir werden bis Oktober das bereits

bestehende Handbuch über die Registrierkassenpflicht

überarbeiten und außerdem

von allen Anbietern von Kassensystemen

Angebote einholen. Diese Informationen

werden dann auf der Homepage der jeweiligen

Wirtschaftskammern der Bundesländer

nachzulesen sein.“

Lassen Sie uns noch über zwei andere

Themen reden. Umweltschutz ist für

die Alpenrepublik Österreich besonders

wichtig. Wie aktiv ist Österreichs

Taxigewerbe im Bereich alternative

Antriebe/Elektromobilität?

„Es kommt langsam. Im Bereich Erdgas ist

im ländlichen Raum das Tankstellennetz

noch nicht so ausgeprägt. Viele Energieanbieter

scheuen noch immer die hohen

Investitionskosten. Eine Erdgaszapfsäule

kostet bis zu 500 000 Euro.“

Bei der Elektromobilität könnte Wien

der Vorreiter werden.

FOTO: Taxi Times

„Gott sei Dank wurden dort einige

Schnellladestationen aufgestellt, sodass

die ersten Fahrzeuge bereits angeschafft

werden konnten.“

Die Politik möchte bis zu 250 Elektro-

Taxis in Wien fahren lassen, findet

aber trotz lukrativer finanzieller Förderung

nicht genügend Teilnehmer.

Haben Sie Verständnis für die Zurückhaltung

der Unternehmer?

„Es ist eben so, dass die eben angesprochen

Schnellladestationen für 250 Taxis

noch nicht ausreichen. Dazu kommt,

dass trotz der finanziellen Förderung die

Investitionskosten immer noch enorm

sind. Und zu guter Letzt lässt sich der

Umstieg nicht zu Ende kalkulieren, weil

es keinerlei Erfahrungen über den Wiederverkaufswert

gibt. Ich bin aber guter

Dinge, dass wir diese Zahl schaffen. Die

Wirtschaftskammer unterstützt diese

Förderaktion voll und ganz.“

Wie groß ist der Anteil des österreichischen

Taxigewerbes an Fahrten im

Bereich der Kranken- und Rollstuhlbeförderung?

„Gering. In

kleineren Städten

und auf

dem Land ist das

Fahrtenaufkommen

zu gering,

da lohnt sich eine

Investition von bis

zu 8 000 Euro in ein

Spezialfahrzeug einfach

nicht. In Wien beispielsweise

gibt es wenige

Firmen, die sich auf diesen

Markt spezialisiert haben.“

Wie sieht es mit klassischen Krankenfahrten

aus?

„Die Abrechnung mit den Krankenkassen

war lange Jahre sehr schwierig und ist zwischenzeitlich

nur mehr mit einer speziellen

Software auf elektronischer Basis möglich.

Dazu ist es jedes Jahr eine große Herausforderung,

die Fahrtentgelte zu verhandeln.“

Die Krankenkassen wollen möglichst

wenig bezahlen?

„Genau. Mit dem Argument, dass solche

Fahrten ja nur ein Nebenprodukt des Taxigeschäfts

sind.“

Und deswegen muss es billiger sein?

Das klinkt nicht sehr logisch.

Taxiunternehmer sollen das über die

Mischkalkulation wieder ausgleichen.

Wie soll das in den ländlichen Bereichen

gehen, in denen Krankenfahrten

den Hauptteil des Geschäfts eines Taxibetriebs

ausmachen? Aber ich musste mir

in den Verhandlungen sogar sagen lassen,

dass die variablen Kosten bei der Kalkulation

keine Rolle spielen würden.“

Was antworten Sie darauf?

„Ganz einfach: Freunde, ihr kassiert Sozialabgaben

und habt eine Trinkgeldpauschale

eingeführt, die euch allein im Bundesland

Salzburg Mehreinnahmen von jährlich

400 000 Euro einbringen. Nur bei den

Krankenbeförderungstarifen darf es keine

Anpassung geben, weil hierfür kein Geld

vorhanden ist. Das funktioniert nicht. Ich

kann nicht immer nur Leistung fordern und

diese nicht bezahlen wollen.“

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28 TAXI OKTOBER / 2015

29


MESSE

DEUTSCHLAND: DER COUNTDOWN

FÜR DEN FISKALTAXAMETER LÄUFT

Links: Nichts ist unmöglich: FMS ermöglicht künftig eine direkte Datenübermittlung auf das Mercedes-Benz-Display.

Rechts: Die Zukunft des Automobils: kurzfristig der neue Toyota Prius+, mittelfristig der Mirai mit Brennstoffzelle.

VERLINKTE FAHRER-APP,

GETEILTES TAXI

Fast schon traditionell spielen Taxis auf der Internationalen Automobil-

Ausstellung (IAA) keine Rolle. Zu den wenigen bemerkenswerten

Ausnahmen zählten Mercedes und eine Taxi-App, die Taxizentralen

und Verbände nicht links liegen lassen sollten.

Im September jedes ungeraden Jahres richtet der Verband der

Automobilindustrie (VDA) die Internationale Automobil-

Ausstellung (IAA) für Personenkraftwagen auf dem Messegelände

in Frankfurt am Main aus. Dieses Jahr öffnete die IAA

zum 66. Mal ihre Tore. Das Motto: „Mobilität verbindet“. Waren

vor zehn Jahren Navigationsgeräte noch das Progressivste an Bord

der Fahrzeuge, so sind die Autos heute rollende Computer.

Deutlich sichtbar wurde dies bei den aktuellen Modellen von

Mercedes. Die Daimler AG war der einzige Hersteller mit einer

separaten Taxiausstellung, die man auf der Messe – genauer gesagt

vor den Toren der IAA – präsentierte. Die Idee: raus aus der Messe,

damit jeder ohne Eintrittskarte den Pavillon „Café Taxi“ besuchen

konnte. Im Außenbereich, vor dem Eingang West, gab es verschiedene

Mercedes-Benz-Modelle in der Sonderausführung „Das Taxi

zu sehen. Das Angebot für Taxi- und Mietwagen reicht bei Mercedes

vom Kompaktmodell bis zum Van – mit Modellen der B-, C-, E- und

S-Klasse sowie den Großraummodellen V-Klasse, Vito Tourer und

Citan. Mit im Sortiment: die B- und E-Klasse mit Erdgas antrieb.

Die neue E-Klasse soll im Frühjahr 2016 auf den Markt kommen

und ab Herbst 2016 auch als Taxi verfügbar sein.

Im Taxi-Pavillon war auch der Soft- und Hardwareausstatter

FMS aus Graz vertreten. Mercedes-Benz hat in Kooperation mit

den Österreichern ein voll integriertes Vermittlungssystem entwickelt.

„Wir haben mit Mercedes eine Link-Anbindung programmiert,

mit der die Fahrer-App auf den Mercedes-Bildschirm

projiziert und komplett mit dem Mercedes-System gesteuert werden

kann“, sagt Stefan Stipsits von FMS. Das System ist über den

Fahrzeugregler bedienbar, Zusatzbildschirm, Verkabelung und

Löcher sind nicht mehr nötig. Voraussetzung für die Anwendung

ist, dass die Zentrale eine FMS-Lösung für die Unternehmer hat

und die Fahrer damit ansteuert. „Es geht darum, dass man Apps

mit dem Display der Fahrzeuge bedienen kann“, so Stipsits. Das

System soll ab Januar 2016 verfügbar sein.

TOYOTA RÜSTET WEITER AUF

Mit der überarbeiteten Version des Lexus GS 300h hatte Toyota

auf der IAA Europapremiere. Die Hybrid-Limousine – der Verbrauch

liegt bei 4,7 Litern – wird von einem 164 kW (223 PS) starken

2,5-Liter-Benzintriebwerk mit Hochleistungs elektromotor angetrieben

und ist bei Toyota das Taximodell für die Oberklasse.

Neben dem GS 300h bieten die Japaner noch die Hybriden Auris

Touring Sports, Prius und Prius+ sowie die Diesel modelle Verso

und Avensis Touring Sports mit Taxipaket an. Der Fokus liegt bei

Toyota auf alternativen Antrieben, wie das Angebot der Taximodelle

zeigt. „Wir sind sehr glücklich, dass die Taxifahrer den

Prius+ mögen, so machen wir bei jeder Taxi- auch eine Probefahrt“,

sagt Olga Baumgarten von Toyota. Im Elektromodus fährt

man, ohne Kraftstoff zu verbrauchen, emissionsfrei und fast lautlos.

Olga Baumgarten freut sich, dass der „Komfort des Lexus

kombiniert mit dem Spareffekt der Hybrid-Modelle“ gerne genutzt

wird. „Wir sind überrascht und glücklich über den Erfolg“, so die

Marketing spezialistin von Toyota über die positive Resonanz in

der Branche.

„Zukunft“ benannt, schafft mit drei Minuten Ladezeit eine Strecke

von 500 Kilometern und stößt dabei nur Wasserdampf aus. Wasserstoff,

die wichtigste Komponente der vielversprechendsten

Zukunftstechnologie, ist so gut wie unbegrenzt verfügbar, lässt

sich aus Abfällen sowie einer Vielzahl natürlicher Ausgangsstoffe

herstellen und ist leicht speicher- und transportierbar. Ende 2015

werden in Deutschland 50 Wasserstoff tankstellen zur Verfügung

stehen, bis 2023 sind 400 geplant. Für Toyota-Chairman Takeshi

Uchiyamada wird Wasserstoff in Zukunft das sein, „was in den

ersten 100 Jahren der Automobil indus trie das Benzin war“.

DIE TAXI­TEILEN­APP

Die Zukunft des automobilen Antriebs könnte also Wasserstoff

sein. Doch vor welchen Veränderungen steht die Taxibranche?

Gibt es neben neuen Antriebsarten auch neue Geschäftsfelder für

die Branche? Eine Antwort auf diese Frage haben wir im ersten

Stock von Halle 3 gefunden. Dort war die „New Mobility World“

untergebracht. Mit dabei: Shäre-a-Taxi, ein Münchner Start-up.

Die App wurde im Januar in München auf den Markt gebracht,

ist seit September auch für Frankfurt verfügbar und kooperiert

mit Taxizentralen vor Ort. Bis Ende des Jahres sollen noch drei

bis vier weitere deutsche Großstädte folgen und in den nächsten

Jahren will man sich in europäischen Metropolen – London und

Paris sind am interessantesten – umsehen.

Im Unterschied zu Apps wie MyTaxi oder GetTaxi benötigt der

Fahrer bei Shäre-a-Taxi keine Anwendung auf seinem Gerät. Der

Vorteil für die Branche liegt darin, dass Taxifahren für den Kunden

dadurch günstiger wird, dass sich die Fahrgäste den Preis

teilen, Unternehmer und Fahrer aber den vollen Fahrpreis

erhalten. Die Berechnung des Preises und der Route erledigt die

App, es entsteht also kein Rechen- oder Diskussionsaufwand zwischen

Fahrer und Gast oder unter den Gästen.

Voraussetzung ist, dass die Kunden ihr Fahrtziel eingeben und

zum selben Zeitpunkt ein Taxi benötigen. Nach Bestellung und

Fahrtantritt mit dem Taxi durch den Kunden („Captain“) berechnet

die App, ob es sich lohnt, die Strecke mit anderen angefragten

Fahrtrouten zu teilen. Die App schlägt dem Kunden zum Beispiel

vor: Ein Umweg von drei Minuten bringt 15 Euro Ersparnis. Teilt

der Kunde mit einem Mitfahrer („Passenger“) das Taxi, muss der

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Spätestens zum 1. Januar 2017 müssen Taxameter so

ausgerüstet sein, dass eine manipulationssichere Auslese

der Umsätze durchgeführt werden kann. Doch knapp

zwölf Monate vor dem Stichtag ist noch immer unklar,

welches technische Verfahren dabei zum Einsatz kommen

soll. Das unter Mitwirkung des Taxigewerbes entwickelte

Insika-Verfahren findet innerhalb der Politik derzeit keine

Freunde. War die ganze Entwicklungs arbeit umsonst?

Und welche Lösung gibt es für den Mietwagen?

Beim Seminar der Taxi Times Ende Oktober auf Mallorca

werden diese Fragen von unserem Experten und Kolumnisten

Axel Ulmer aufgegriffen. Der Unternehmensberater

wird dabei auf den aktuellen Status quo eingehen und

einen Ausblick wagen.

Sollte die Bundesregierung doch noch einem Einsatz

des Insika-Verschlüsselungsverfahrens zustimmen, wären

diverse Hersteller von Taxametern technisch vorbereitet.

Die neuesten Geräte von Kienzle, Semitron und Hale

sind schon heute Insika-tauglich. Hale hat in diesem

Zusammenhang erst kürzlich seine „Datendienste 2.0“

vorgestellt, bei denen Taxiunternehmen aus drei Softwarelösungen

auswählen können. Neben „Cey online“,

bei dem Hale-Kunden weiterhin auf das weitverbreitete

Cey-System zur Datenauslese zurückgreifen, und der

Software „Operations“, mit der bereits Fahrtenspeicher

und Pausenzeiten aufgezeichnet werden, ermöglicht die

„Hale Insika“-Lösung eine zu 100 Prozent revisionssichere

Einzelfahrtaufzeichnung. Die Softwaremodule Operations

und Hale Insika lassen sich auch miteinander kombinieren.

Gespeichert werden die Umsätze im Datencenter des

Taxameterherstellers, auf das die Unternehmer jederzeit

und von überall Zugriff haben.

jh

Mitfahrer am vereinbarten Ort abgeholt werden. Wird der Mitfahrer

unterwegs abgesetzt oder haben beide dasselbe Ziel, berechnet

die App jeweils den anteiligen Fahrpreis. Die Bezahlung erfolgt

bargeldlos per Verrechnung über die Zentrale. Ein gelungenes

Beispiel dafür, dass Taxifahren auch ohne rechtlich umstrittene

Rabatt aktionen günstiger wird.

fo

Verpflegung

im Trockenen:

Das „Café

Taxi“ war auch

ohne IAA-

Eintrittskarte

zugänglich.

HEUTE BENZIN, MORGEN WASSERSTOFF

Mit dem Modell Mirai geht Toyota auf der IAA einen weiteren

Schritt in Richtung Zukunft. Die japanischen Autobauer bieten mit

dem Mirai die erste serienmäßige Brennstoffzellenlimousine an

und überspringen die Problematik der Begrenztheit batteriebetriebener

Elektroautos. Der Mirai, nach dem japanischen Wort für

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TAXI OKTOBER / 2015

31


ZAHLEN

DEMONSTRATION

GRIECHISCHE

STATISTIKEN

2

SCHICHT­

BETRIEB

Inter n a tionale Taxisolidarität

auf Brüssels Straßen

(unten links).

Der ungeliebte

Kon kurrent

(unten Mitte).

Die große Wirtschaftskrise in

Griechenland trifft auch das

Taxigewerbe – besonders in Athen.

DOPPEL­BESETZUNG

50 % der Taxis fahren im 2-Schichtbetrieb.

Taktische

Besprechung:

die Kollegen

aus Paris.

Die EU-Kommission war

das Ziel der Proteste

der Taxibranche

(unten rechts).

60–80 EURO PRO TAG

Durchschnittswert einer Taxifahrt in Athen: 5 Euro

Durchschnittsumsatz pro Tag: 60–80 Euro

Rückgang des Durchschnittsverdienstes eines Taxifahrers

von 2010–2015: 70 %

ARMUTSGRENZE

Jahreseinkommen in Euro, das man in

Griechenland als allein Lebender mindestens

erzielen muss, um nicht als

armutsgefährdet zu gelten: 5 910 Euro

5.910 €

ARBEITSLOSENQUOTE

IN GRIECHENLAND:

25,6 %

(Stand März 2015)

EIN EUROPÄISCHES

TAXISIGNAL

60

TAXI

KONZENTRATION

AUF DIE HAUPTSTADT

Anzahl Taxikonzessionen in Griechenland: 30 000

Anzahl Taxikonzessionen im Großraum Athen: 13 772

50

LANGE WARTEZEIT

Bis zu 5 000 Athener Taxis stellen sich schon

nachts am Flughafen bereit, um am Tag eine

Tour (ca. 40 Euro) in die Stadt zu bekommen.

37

1980 1990 2000 2015

600 % WENIGER

Durchschnittliche Touren eines Athener

Taxis in 24 Stunden (T/24 Std.)

STAAT AUF PUMP

Staatsverschuldung (geschätzt) im

Jahr 2014: 317,3 Milliarden Euro

STAATSVER­

SCHULDUNG

10

FOTO: Sven Hoppe / dpa

FOTOS: Wim Faber

Am 16. September demonstrierten ca. 500 Taxis

aus Brüssel und anderen belgischen Städten

sowie Delegationen aus Frankreich, Spanien,

Portugal und sogar London in der europäischen

Hauptstadt gegen Uber.

Mehrere Stunden lang sperrten sie

den inneren Ring in Brüssel

sowie den Schuman-Platz vor der

Europäischen Kommission. Nebenbei

waren auch noch der Südbahnhof und die

Zufahrtsstraße zum Flughafen betroffen.

Im Vergleich zur Demonstration der europäischen

Bauern vor ein paar Tagen verlief

die Demonstration der Taxibranche allerdings

sehr friedlich. Am Sonntag davor hatten

Brüsseler Taxis ihre Dienste für

50 Prozent der auf dem Taxameter angezeigten

Gebühr angeboten – genau jenen

Anteil, den Uber nicht an Sozialabgaben,

Versicherungen und Steuern zahlt.

STRENGERE KONTROLLEN

Auffällig war, dass der belgische Minister

Tommelein nach der Demonstration und

einem Treffen mit der örtlichen Front der

Taxiverbände und Gewerkschaften verkündete,

dass man die Zahlung von Sozialbeiträgen

und Steuern durch Uber künftig

strenger kontrollieren würde. Eine von

Tommelein in Auftrag gegebene Studie zeigt,

dass Uber-Fahrer unabhängige Unternehmer

und keine Arbeitnehmer sind. Nach dem

jüngsten Urteil, das über Uber in Kalifornien

gefällt wurde, sehen die belgischen Gewerkschaften

Uber-Fahrer als Arbeitnehmer an.

Zwei Tage später verkündete Uber plötzlich,

die USt-ID-Nummern seiner belgischen

Fahrer würden überprüft und man

werde mit den Finanzbehörden bei der

Bekämpfung von Steuerhinterziehung

zusammenarbeiten. Alle, welche die Regeln

nicht befolgten, würden in der App „deaktiviert“.

Die „Technologiefirma“ hat vielleicht

mehr Interesse daran, mit den

Behörden zusammenzuarbeiten, weil der

Die ganze Strecke von

London gefahren –

ein Mitglied der Gewerkschaft

Unite.

Brüsseler Mobilitätsminister Smet Methoden

zur Legalisierung der Uber-Dienste

untersucht und die EU gerade ein Forschungsprojekt

über Plattformen wie Uber

und Airbnb initiiert hat, das eine EU-weite

Regulierung nach sich ziehen kann. Kurz

vor der Demonstration hatte sich Smet mit

David Plouffe, einem „hohen Tier“ bei Uber,

zum Mittagessen getroffen. Aus diesem

Grund lieferten die Demonstranten frische

Brötchen an Smets Büro.

Für die belgischen Taxiunternehmer fiel

das Ergebnis dieses Tages ziemlich dürftig

aus. Nachdem sie mehr als ein Jahr auf Maßnahmen

seitens der Regierung gehofft

haben, hätten sie gerne ein entschlosseneres

Vorgehen von Seiten der Behörden gesehen

– und zwar mit Maßnahmen, die zu

einem Verbot von UberPOP in Deutschland

und den Niederlanden führen.

wf

32 TAXI OKTOBER / 2015

33


DAS LETZTE

DER WINZIGE ORT,

IN DEM JEDER TAXI FÄHRT

Während es für

die Taxis in Bethel,

Alaska, viel zu tun

gibt, haben die

größten örtlichen

Taxiunternehmen

hier in Boston und

in anderen Städten

der USA Schwierigkeiten,

Fahrer zu

finden. Dieses Bild

wurde um 11.00 Uhr

am Vormittag

gemacht!

FOTO: Peter Schenkman

On the road for you

taxi.eu – Die Taxi-App

In dem kleinen Städtchen Bethel in

Alaska sind Privatfahrzeuge geradezu

verboten teuer, genauso wie Benzin. Es

gibt keinen öffentlichen Personenverkehr,

also nehmen die meisten der 6 000 Bewohner

immer ein Taxi.

Ja, Taxis! Bethel hat die höchste Anzahl

an Taxis pro Kopf. The Atlantic erzählt die

sonderbare Geschichte einer kleinen Stadt

mit nur zwei Shuttlebussen. Wenn Sie

irgendjemanden in der Stadt fragen, ob er

jemals mit dem Bus gefahren sei, wird er

Ihnen laut ins Gesicht lachen.

Es gibt keine größeren Straßen, die

nach Bethel herein- oder aus Bethel herausführen.

Daher ist es doppelt so teuer

wie woanders, wenn man versucht, Autos

in die Stadt zu bringen. Selbst gebrauchte

Fahrzeuge sind teuer. Benzin ist etwa so

teuer wie in Europa. Und das ist sehr teuer.

Aber glücklicherweise gibt es ca. 70 Taxifahrer

in Bethel, einen für 85 Einwohner.

Und und somit ist Bethel die Stadt in Amerika

mit den meisten Taxis pro Kopf.

„Gewissermaßen sind unsere Taxis unser

öffentlicher Personennahverkehr“, sagte

Vizebürgermeister Leif Albertson gegenüber

„The Atlantic“.

Aber ein Übermaß an Taxis bedeutet

nicht, dass der Transport auch bezahlbar

ist. Eine Fahrt in der Stadt kostet fünf Dollar

pro Person, egal wie kurz sie ist. Eine

Fahrt zum Flughafen oder in die Vororte

kostet sieben Dollar – in einer Stadt, in der

23 Prozent der Bevölkerung unter der

Armutsgrenze leben. Deshalb gehen viele

Menschen zu Fuß.

Taxis kamen 1975 nach Bethel, als zwei

Brüder gemeinsam mit vielen Arbeitsplätzen

der Regierung in die Stadt kamen.

Sie gründeten das Taxiunternehmen

Kusko Cab. Damit hielt auch die Vielfalt

Einzug in der Stadt. Die Taxiunternehmen

suchten nach Mitarbeitern, die auch das

Kapital hatten, um ein Taxi zu mieten. Sie

rekrutierten Familienmitglieder und

Freunde aus Übersee. Kusko ist heute in

der Stadt als „das albanische Taxiunternehmen“

bekannt, weil es hauptsächlich

Fahrer aus Albanien und Mazedonien

beschäftigt. Für die anderen drei Taxiunternehmen

fahren hauptsächlich Koreaner.

Früher war Taxifahren in Bethel lukrativ.

Das hat sich inzwischen allerdings geändert.

Es geht das Gerücht, dass Taxifahrer

100 000 Dollar oder mehr verdienen. Darüber

befragt rümpfte Joe Yoon, ein koreanischer

Taxifahrer, verächtlich die Nase.

„Nicht mal ansatzweise“, sagte er. Yoon

schätzt, dass er am Tag etwa 80 Menschen

durch Bethel fährt. Die Versicherung kostet

7 000 Dollar pro Jahr, er muss dem Taxiunternehmen

250 Dollar pro Woche

bezahlen, und dann sind da noch Benzin

und Wartungskosten für das Fahrzeug. Die

Straßen in Bethel, mit einer Ausnahme

sämtlich unbefestigt, machen den Autos

ziemlich zu schaffen.

TAXI WIRD ZUR ERSATZKNEIPE

Für ein wenig Extrageld beteiligen sich

einige der Taxifahrer in Bethel am

Schleichhandel, eine Entwicklung, die die

örtliche Regierung zu unterdrücken versucht.

In vielen Taxis in Bethel können Sie

nach Alkohol fragen und der Fahrer bringt

sie zu einem Schwarzhändler. Andere Fahrer

berechnen einen bestimmten Betrag

dafür, dass sie ihre Fahrgäste herumfahren,

während diese sich betrinken, sagt

Mark Springer, Mitglied des Stadtrats.

Springer hat kürzlich einen Gesetzesvorschlag

unterbreitet, dass Fahrern, die beim

Verkauf von Alkohol in ihren Taxis

erwischt werden, die Lizenz entzogen

würde. wf

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

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Handelsregister: Amtsgericht München

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Redaktion

Jürgen Hartmann (Chefredaktion, jh),

j.hartmann@taxi-times.com,

Managing Editor (International)

Wim Faber, w.faber@taxi-times.com

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Harry W. F. Jutzas (hf); Florian Osrainik (fo);

Axel Ulmer (au)

Übersetzung

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Grafik & Produktion

Lotte Buchholz (verantwortlich),

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Druck

Chroma Druckerei, Przemyslowa 5,

68-200 Zary, Polen

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 4,80 €

ISSN-Nr.: 2199-4048

Veröffentlichung gemäß § 8 Abs. 3 des

Gesetzes über die Presse vom 1.4.2000:

Gesellschafter der taxi-times Verlags GmbH,

München ist Jürgen Hartmann 100 %

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