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Taxi Times München - März 2015

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MÄRZ 2015 3,50 €

www.taxi-times.com

MÜNCHEN

TAXIS RAUS AUS DER ALTSTADT?

MARIENPLATZ-

DURCHFAHRT

VOR DEM AUS

MINDESTLOHN IN DER PRAXIS

Drei Unternehmer berichten

KOOPERATION DAIMLER-UBER

Taxigewerbe verärgert

TVM STELLT TARIFANTRAG

12 Prozent mehr sind nötig


Zu jedem Einsatz bereit.

Der Touran*.

INHALT

SEHR GEEHRTE TAXIFREUNDE,

PERSONALIEN

* Kraftstoffverbrauch des Touran in l/100 km: kombiniert 7,6–4,5, CO 2 -Emissionen in g/km: kombiniert 168–119.

Touran Trendline 2.0 TDI, 81 kW (110 PS), 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG

Kraftstoffverbrauch, l/100 km: innerorts 6,0/außerorts 4,6/kombiniert 5,1/CO 2

-Emissionen, g/km: kombiniert 134.

Ausstattung: hellelfenbein, Taxipaket, Klimaanlage, Multifunktionsanzeige, Zentralverriegelung u. v. m.

Das Finanzierungsbeispiel basiert auf einer

jährlichen Fahrleistung von 50.000 km.

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alles soll so bleiben, wie es immer war. Kein

Mindestlohn, kein Uber, kein Fiskal taxameter.

Das Taxi gewerbe braucht keine Veränderung. So

können sich die Taxifahrer weiter an ihrem

Stammstandplatz treffen und klönen, während

ihre in die Jahre gekommenen E-Klassen vor sich

hinrosten. Freundlichkeit wird überbewertet.

Der Kunde soll froh sein, dass wir ihn überhaupt

befördern. Und wir entscheiden, welche Strecke

gefahren wird. Schließlich sind wir die Profis.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, zu keiner

Zeit war das Taxi gewerbe solchen Veränderungen

unterworfen wie jetzt. Mindestlohn, Uber

und Fiskaltaxameter sind nur einige der wichtigen

Themen, die uns 2015 beschäftigen werden.

Was Sie als Taxifahrer oder Taxi-Unternehmer

wissen müssen, um die laufenden und anstehenden

Veränderungen meistern zu können, steht

in der Taxi Times international und hier in der

Münchner Lokal ausgabe der Taxi Times.

Nur wer sich jetzt den Herausforderungen

stellt, hat Aussicht auf Erfolg. Ein „Alles soll so

bleiben, wie es immer war“ hat ausgedient. Das

Taxi gewerbe hat Stärken: 24 Stunden Verfügbarkeit,

zuverlässige Fahrten von Tür zu Tür mit

aus gebildetem Fahrpersonal, Abrechnung mit

Kranken kassen, leichter Zugang für Senioren

und vieles mehr. Denn was das Taxi kann, kann

nur das Taxi. Wir sind den Herausforderungen

gewachsen. Schließlich sind wir Profis!

– die Redaktion –

4 Das Team

5 Hermann Waldner

TITELTHEMA

6 Taxi raus aus der Altstadt?

MINDESTLOHN

12 Erste Erfahrungen und potenzielle Lösungen

Münchner Taxiunternehmer

ISARFUNK TAXIZENTRALE

16 Daimler & Uber: Unheilige Allianz

17 Abschied vom Betriebsfunk

TAXIVERBAND MÜNCHEN

18 TVM stellt Tarifantrag

19 Erleichterung bei der Betriebspflichtbefreiung

FLUGHAFEN

20 Braucht es die dritte Startbahn?

AUTOTEST

22 Lexus GS 300h

1

Beim Kauf eines neuen Volkswagen Touran und gleichzeitiger Inzahlungnahme Ihres Gebrauchtwagens (ausgenommen

Audi, Seat, Skoda), mit mind. 6 Monaten Zulassungsdauer auf Ihren Namen zahlen wir Ihnen bis zu 2.380,– €

über dem von uns ermittelten DAT-Gebrauchtwagenwert. 2 Ein Angebot der Volkswagen Bank GmbH, Gifhorner Str. 57,

38112 Braunschweig, für die wir als ungebundener Vermittler gemeinsam mit dem Kunden die für die Finanzierung

nötigen Vertragsunterlagen zusammenstellen. Das Angebot gilt für Privatkunden und gewerbliche Einzelabnehmer

mit Ausnahme von Sonderkunden für ausgewählte Modelle. Bonität vorausgesetzt. Nähere Informationen erhalten Sie

unter www.volkswagenbank.de und bei uns. 3 Gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers für ein

vergleichbar ausgestattetes Modell. Abbildung zeigt Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

RUBRIKEN

10 Uber & Co: 50 000 Jobs in der EU?

Uber vs. Google: Im Kampf um das autonome

Fahren

11 Meldungen: DMRZ, Verkehrsgerichtstag,

Artz & Partner, DIT

www.mahag.de

taxi@mahag.de

MAHAG Automobilhandel und Service GmbH & Co. oHG

Volkswagen Zentrum München

Schleibingerstr. 12-16, 81669 München

Ihre Ansprechpartner:

Bernd Obkirchner

Tel.: 089/48001-166

Johannes Huber

Tel.: 089/48001-578

21 Service: Rettungsgasse

25 Adressen: arcona Living München

26 Taxi in den Medien: AST in Dachau,

Tariferhöhung in München, Hofstatt

26 Impressum

TAXI MÄRZ / 2015

3


PERSONALIEN

In München ein

neues Gesicht,

in Berlin ein alter

Hase: Zentralenchef

Hermann Waldner.

ROBERT BIEGERT

DER WIEDERHOLUNGSTÄTER

· Taxivergangenheit als Student (1983 bis 1990)

· Journalistenvergangenheit bei Print,

Radio und Fernsehen (1985 bis 2007)

· Taxigegenwart als Fahrer und Unternehmer

(seit 2010), Elektromobil-Tester und Autor für

die „IsarFunk News“ und die Münchner

Lokalausgabe der Taxi Times

· Außerdem: eine Gegenwart als

Roman autor, Moderator und

Coach

HELMUT HACK

DER GEISTER­

FAHRER

Der einst weithin berüchtigte Wegstreckenverlängerer

muss seinen

Lebens unterhalt derzeit als Fachjournalist

für High-End-Hi-Fi verdienen. Seit seiner letzten

Nachtschicht plagen ihn Phantom schmerzen im Gasfuß

und die Zentrale freut sich über einen Rückgang

der Fahrgastbeschwerden um 80 Prozent.

Als Gründer der „Manufaktur für Worte und Satzkonstruktionen“

strebt er ein deutschsprachiges

Monopol auf sinnfreie Inhalte an. In der Taxi Times

wird er die Aufgaben übernehmen, die sonst keiner

haben will.

DAS TEAM

FLORIAN OSRAINIK

DER EX-RENNFAHRER

Die Kern-Redaktion der

Münchner Regional ausgabe

der Taxi Times:

viermal fundierte Taxiund

Journalismus-

Erfahrung.

Fuhr Ende der 90er-Jahre Rennen in der deutschen und

österreichischen Formel Ford. Sammelte nach einer fundierten

kaufmännischen Ausbildung erste Medienerfahrung

bei Premiere. Bildete sich neben seinem

Studium der Wirtschaftswissenschaften zum Journalisten

und Fotojournalisten weiter. Er

schreibt als freier Journalist seit drei

Jahren für Print und Online. Anfang

letzten Jahres hat er ein Taxi-

Unternehmen in München

gegründet. In der Taxi Times

München wird er sich vor

allem um Wirtschaftsthemen

kümmern.

TOM BUNTROCK

DER CHEF­

REDAKTEUR

Fährt seit zwölf Jahren Taxi, meistens

während der Tagschicht. Schreibt

seit 2007 für verschiedene Taximagazine

und war von 2010 bis 2013 Chefredakteur des

Münchner Magazins „IsarFunk News“. Tom Buntrock

ging letztes Jahr mit einem eigenen Taximagazin

„Cab“ auf den Markt. Seine Erfahrungen als Redakteur,

Chefredakteur und Herausgeber fließen jetzt in

seine Arbeit als leidender Redakteur bei der Münchner

Lokalausgabe der Taxi Times ein. Wenn er nicht

fährt oder schreibt, engagiert er sich im Taxi gewerbe,

zurzeit vor allem im Kampf gegen Uber.

FOTOS: Frank Achim Schmidt, Florian Osrainik, Helmut Hack, Tom Buntrock

FOTO: taxi.eu

MIT SERVICE

GEGEN

UBER & CO

In Berlin kämpft Hermann Waldner erfolgreich dafür, dem Taxi gewerbe

ein neues Gesicht zu geben. Was bringt mehr Service?

In Zeiten, in denen zunehmend branchenfremde

Neugründer auf den europäischen

Taximarkt drängen, ist

Hermann Waldner eine erfreuliche

Abwechslung. Denn der Chef der größten

Berliner Taxi vermittlung kennt alle Seiten

des Taxi gewerbes. So hat Waldner schon

Anfang der 1980er-Jahre während seines

Lehr amtsstudiums als Aushilfs taxifahrer

gearbeitet. Mit von seinem Vater geliehenen

10 000 Mark hat er sich seinen ersten

gebrauchten Mercedes gekauft, den er

anfangs noch selber fuhr, und wurde Taxi-

Unternehmer. Innerhalb weniger Jahre

baute er ein Unternehmen mit 70 eigenen

Fahrzeugen auf.

Jetzt ist Hermann Waldner Chef der

Taxi Berlin, einer Zentrale mit 5 700 angeschlossenen

Fahrzeugen. Die Zen trale vermittelt

acht Millionen Aufträge im Jahr.

Neben Privatkunden bestellen viele Großkunden

bei Taxi Berlin. Darunter 90 Prozent

der Berliner Hotels, die meisten

Restaurants und Bars sowie der Deutsche

Bundestag. Vor einem Jahr startete

Waldner eine Qualitäts offensive in der

Bundeshauptstadt. Der Premium-Service

wurde so intensiv nachgefragt, dass die

Zentrale kaum mit der Weiterbildung der

Fahrer nachkam. Der Erfolg dieser Maßnahme

zeigt, wie das Taxi seine Stellung

im Markt behaupten kann: mit Qualität

und Service.

Ähnlich der Fahrerschulung bei IsarFunk

in München werden bei der Ausbildung zum

„VIP Quality Taxi Service“-Fahrer verschiedene

Inhalte vermittelt. Darunter Verkehrs-

recht und Betriebssicherheit, aber auch

Service und Dienstleistung, um den Fahrern

die Werte zu vermitteln, die später für

den Service am Kunden entscheidend sind.

Auf der Internetseite zur VIP-Schulung

heißt es: „Das Verständnis für den eigenen

Beruf und die Klarheit darüber, dass jeder

Taxifahrer wichtiger Bestandteil der Mobilitätsbranche

ist, können den Service nachhaltig

steigern und davon profitiert im

Endeffekt der Fahrgast.“

Trotz des offensichtlichen Erfolges gab

es zu Waldners Qualitäts konzept auch

kritische Stimmen. So wurde bezweifelt,

dass eine Aufteilung zwischen „VIP-“ und

„normalen“ Taxis der Branche wirklich hilft.

Außerdem würden in der kostenpflichtigen

Schulung Inhalte vermittelt, die jeder gute

Taxifahrer ohnehin schon beherrsche.

Hermann Waldner kontert: „Uns geht es

ausschließlich um mehr Qualität im Taxigewerbe.

Unsere Branche ist kundenorientiert,

mit einem Premium-Angebot richten

wir uns nach den Bedürfnissen und Wünschen

unserer besonderen Fahrgäste.“

Doch der Aufbau von Berlins größter

Taxizentrale ist nur eines von mehreren

Waldner-Unternehmen. Denn früh erkannte

Hermann Waldner die Zukunfts chancen

der digitalen Vermittlung. So kam es über

die Jahre zu einer intensiven Zusammenarbeit

mit fms und Austrosoft. Der Vorteil

der neuen Vermittlungs technik: Die Österreicher

mit Firmensitzen in Wien und Graz

boten erstmals auf dem europäischen

Markt Vermittlungshard- und -software

aus einer Hand an. Die von Waldner und

fms entwickelte Bestell-App taxi.eu verfügte

von Anfang an über eine offene Datenschnittstelle,

die jetzt eine Kooperation in

größerem Ausmaß erlaubt. Unter dem

Dach des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands

BZP entstand für die Applikationen

cab4me, Taxi Deutschland und taxi.eu

eine vernetzende Datenschnittstelle und

damit ein markt übergreifendes Bestellsystem.

Jetzt tritt Waldner als einer von zwei

IsarFunk Geschäftsführern auch in München

an. Da die Münchner Taxi zentrale auf

Service und Ausbildung setzt, wird die

Umstellung zu Berlin kaum groß sein. Auf

die Neuerungen, die auf IsarFunk zukommen,

darf man gespannt sein. Auf jeden

Fall wird München vom Know-how aus

Berlin profitieren können. • tb

TAXI MÄRZ / 2015

5


TITELTHEMA

TAXIS RAUS AUS

DER ALTSTADT ?

Das Münchner Rathaus, so wie es

täglich von Tausenden Bürgern

und Touristen gesehen wird – und

von vielen Münchner Taxifahrern,

wenn sie die Durchfahrt am

Marienplatz passieren. Das könnte

aber sehr schnell ein Ende haben.

Die Durchfahrt am Marienplatz dürfte bald für Taxis

tabu sein. Wie reagieren betroffene Firmen darauf?

Paukenschlag in Sachen Marienplatz: SPD und CSU haben

einen gemeinsamen Antrag in den Stadtrat eingebracht,

nach dem die Fußgängerzone bis zum Alten Rathaus und

zur Landschaftstraße hin ausgeweitet werden soll. Der Verkehr –

ob Fahrrad, Taxi oder Bus – soll über die Sparkassenstraße und

den Viktualienmarkt umgeleitet werden. Die Taxifahrer sollen in

der Dienerstraße einen geeigneten Standort erhalten.

Stadtrat Hans Podiuk, Vorsitzender der CSU-Fraktion, begründet

den Antrag so: „Der Marienplatz ist das Herz Münchens. Derzeit

wird der östliche Teil zum Alten Rathaus hin leider vom

eigentlichen Platz abgeschnitten. Wir wollen mit der Erweiterung

der Fußgängerzone und einer städtebaulich ansprechenden

Um gestaltung die Attraktivität des Platzes deutlich erhöhen. Die

Menschen sollen sich gerne auf dem Marienplatz aufhalten und

dort verweilen können. Mit dieser Maßnahme sorgen wir auch

dafür, dass die Gefahrenstelle durch den Durchgangsverkehr

endlich entschärft wird.“ Und SPD-Fraktions chef Alexander Reissl

ergänzt: „Mit einer Ausweitung der Fußgängerzone kann auch

der Dauerkonflikt zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern am

Marienplatz gelöst werden. Die jahrelange Debatte über eine Verlegung

der Nord-Süd-Verbindung für Radler in die Sparkassenstraße

findet endlich ein Ende. Für Fußgänger ist diese

Veränderung ein echter Gewinn: Sie werden in Zukunft gemütlich

schlendern können, ohne von Autos, Bussen oder Fahrradfahrern

zur Seite gedrängt zu werden.“ Laut dem Antrag sollen diese

Maßnahmen schnellstens geplant und umgesetzt werden.

GEWINN ODER VERLUST?

Was für die Fußgänger ein echter Gewinn sein kann, ist für das

Taxi gewerbe ein echter Verlust. Die Durchfahrt vom Rindermarkt

ins Tal ließe sich noch verschmerzen. Hier kann – wie vom Stadtrat

geplant – durchaus über den Viktualienmarkt ausgewichen

werden. Schwieriger wird es, wenn Touristen wünschen, direkt

zum Marienplatz gebracht zu werden, oder Seniorinnen und

Senioren zum Seiteneingang des Ratskellers. Bis heute war beides

noch möglich. Ist hier Fußgängerzone, kann das Taxi diese Wünsche

nicht mehr erfüllen. Außerdem entfällt der Traditionsstand

am Kaufhaus Beck, einer der am besten frequentierten Einsteigerstände

der Stadt. Hat das Taxi seine Bedeutung als Personenbeförderer

in der Innenstadt verloren?

Vor den Stadtratswahlen 2014 hieß das beim damaligen OB-

Kandidaten und heutigen zweiten Bürgermeister Josef Schmid

noch so: „Das Taxi ist und bleibt, entgegen allen Versuchen,

es eher dem Motorisierten Individualverkehr

zuzuordnen, aus Sicht der CSU ein Verkehrsmittel

im Verbund des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Daher ist es nicht anders, vor allem nicht schlechter

zu behandeln als U-Bahn, Bus und Tram. Denn gerade

das Alleinstellungsmerkmal, Personen zielgenau

befördern zu können, zeichnet es aus.“ Und auf den

Beck-Stand bezogen: „Die CSU-Stadtratsfraktion

spricht sich für den Erhalt des Taxistandes vor dem

Kaufhaus Beck am Marienplatz aus. Aber auch die

Standplätze an der Dienerstraße, im Tal und am Rindermarkt

müssen in Zukunft erhalten bleiben. Dennoch

muss darauf geachtet werden, dass die

Durchfahrt vom Rindermarkt nicht als Wartezone

genutzt wird.“

Denn ganz unschuldig dürfte das Taxi gewerbe an

der so gut wie beschlossenen Durchfahrts sperre über

FOTOS: Landeshauptstadt München/muenchen.de, Stadtgemeinde Salzburg /J. Killer (2), pixelio/G. Schoenemann (1)

den Marienplatz tatsächlich nicht sein. Die Beschwerden über den

Taxi-Wildwuchs an der Fußgängerfurt sind schließlich nichts wirklich

Neues. Schließlich hatten die Münchner Stadträte einen exklusiven

Blick auf das Drama, das sich tags wie nachts zu ihren Füßen

abspielte, denn dass die Taxis unerlaubt bis zum Hugendubel

anstehen, war schon lange einigen Stadträten ein Dorn im Auge.

Ganz links: In Salzburg ist die Linke

Altstadt durch Poller für den

Durchgangsverkehr gesperrt.

Links: Salzburger Altstadt, Kaigasse:

Hier ist die Einfahrt werktags während

der Ladezeiten auch ohne

Sondergenehmigung möglich.

BECK-STAND ALS ERSTES OPFER

Vorbei! Chance vertan. In einem Stadtteil, in dem internationale

Firmen mit hohem finanziellen Aufwand sogenannte Flagship-

Stores einrichten, nur um in diesem noblen Ambiente gesehen

zu werden, wird das Taxi gewerbe seinen „Flagschiff-Stand“ am

Rathaus platz räumen müssen. Außerdem steht zu befürchten,

dass der Beck-Stand nur das erste Opfer von vielen sein wird.

Denn ginge es nach den Grünen im Stadtrat, dann sollte alles

innerhalb des Altstadtrings zur autofreien Zone werden. Die Partei

möchte dafür die Münchner mit ins Boot holen und plant einen

Bürger entscheid. In diesem Worst-Case-Szenario für das Münchner

Taxi gewerbe ist von Taxiständen innerhalb der verkehrsberuhigten

Altstadt nämlich keine Rede. Dann könnten

Taxistände wie Tal, Rindermarkt oder Max-Joseph bald der Vergangenheit

angehören.

Auch wenn es nicht so weit kommen sollte: Verschlechtern

werden sich die Bedingungen für das Taxi geschäft in der Altstadt

allemal. Es ist doch jetzt schon anspruchsvoll genug, bestimmte

Adressen im verkehrsberuhigten Bereich zu bedienen. Darunter

Gaststätten wie der Andechser am Dom oder der Nürnberger Bratwurst

Glöckl. Darunter aber auch zahlreiche Arztpraxen, deren

Patienten oft darauf angewiesen sind, direkt bis zur Tür gebracht

zu werden – und dort später auch wieder abgeholt werden müssen,

mitunter sogar oben in der Praxis. Nicht nur die Patienten

wünschen das so, weil sie oft schlecht zu Fuß sind, oft bestehen

Versicherungen darauf. Taxifahrer, die vorhaben, diese Fahrtaufträge

zu erfüllen, kommen heute schon unweigerlich mit der

Straßenverkehrsordnung in Konflikt. Wächst die Fußgängerzone

weiter, dann wachsen damit auch die Zufahrtsschwierig keiten für

6

TAXI MÄRZ / 2015

7


TITELTHEMA

»Unterm Strich

gewinnen wir alle,

wenn die Altstadt

attraktiver wird.«

Christian Greiner,

Kaufhaus Ludwig Beck

nen. Momentan existieren circa 1 500 Ausnahmegenehmigungen

für Bewohner, Hofzufahrten, Ladetätigkeiten oder Pflege- und ärztliche

Notdienste. Dazu kommen noch Berechtigungen für 600 Taxis

und 400 Einsatzfahr zeuge.

Mit den Pollern hat sich die Situation in der Salzburger Innenstadt

deutlich beruhigt. Zählungen haben ergeben, dass durch sie

täglich schätzungsweise 900 unberechtigte Einfahrten verhindert

werden. Das entspricht einer Reduzierung des Autoverkehrs um

circa 35 Prozent. Die Vorteile zeigten sich schnell: Die Plätze

erstrahlen in ihrer ursprünglichen Würde, die Anwohner finden

Stein des Anstoßes: Die Passage

über den Marienplatz und der

Taxistand vor dem Kaufhaus

Ludwig Beck sollen der

Fußgängerzone weichen.

den Personentransport. Die Kunden werden dem Taxi kaum bis

zum Stachus oder zum Isartor nachlaufen, sondern – soweit sie

dazu in der Lage sind – auf andere Verkehrsmittel umstei -

gen. Der größte Vorteil des Taxis, die Beförderung von Tür zu

Tür, entfällt.

Die Reaktion des Handels vor Ort ist geteilt. Während der

Grünen-Vorschlag, alles innerhalb des Altstadtrings zur Fußgängerzone

und Radler rennstrecke zu machen, von den meisten

Betroffenen heftig abgelehnt wird, findet die von Schwarz-Rot

beantragte Sperrung des Marienplatzes für jeden Autoverkehr

überraschend prominente Befürworter. Georg Randlkofer, Seniorchef

des Hauses Dallmayr, fragt sich, warum die Stadt das Thema

nicht schon eher angegangen ist. Er wird den Taxistand vor dem

Haus der Planung nach wohl behalten dürfen.

Anders als Ludwig-Beck-Geschäftsführer Christian

Greiner, der den Standortvorteil einbüßt,

direkt vor der Tür einen Taxistandplatz zu haben.

„Aber zum Tal ist es nicht weit, und unterm Strich

gewinnen wir alle, wenn die Altstadt attraktiver

wird“, sagt Greiner in der „Süddeutschen Zeitung“.

„Allein ich werde schon mindestens zwei

Mal am Tag von Radlern oder Taxlern überfahren.

Es ist ein Wunder, dass bei diesem Gedränge nicht

längst schon etwas passiert ist“, fügt er an.

Kritik dagegen kommt vom Fahrgastverband

Pro Bahn. „Der Marienplatz ist zentraler Umsteigeknoten

zur U- und S-Bahn, mit einer Endstation

woanders sind die Bürger zu langen Umsteigewegen gezwungen“,

sagt Andreas Barth, Münchner Sprecher von Pro Bahn. Durch

Verlagerung aller Verkehre in Richtung Viktualienmarkt seien

dort neue Konflikte programmiert. Es reiche für eine Reduzierung

der Feinstaub emissionen nicht aus, lautstark den Umstieg auf

öffentliche Verkehrsmittel zu fordern, aber bestehende Angebote

unnötig zu verschlechtern, so Barth weiter.

Dass es anders gehen kann, zeigt das Beispiel Salzburg. 2010

wurde damit begonnen, die Altstadt links der Salzach für den

Autoverkehr abzusperren. Dafür wurden rund um die Linke Altstadt

und das Kaiviertel – beide Viertel liegen zwischen Salzach

und Festungsberg – insgesamt 22 versenkbare Poller installiert,

vier Ampel anlagen und Kontrollkameras. Während der sogenannten

Ladezeit ist für Fahrzeuge ohne Sondergenehmigung an Werktagen

von 6 bis 11 Uhr die Zufahrt über die vier Zufahrten mit

Ampel anlage möglich. Zu- und abfahren können ab 11 Uhr nur

noch die Inhaber einer Ausnahme genehmigung, die mit Hilfe einer

Fernsteuerung die Poller außerhalb der Ladezeit versenken könleichter

einen Parkplatz und die Gastronomen profitieren von der

Ruhe, da in den Sommermonaten ihre Außenplätze deutlich

begehrter sind. Außerdem war die gesamte Maßnahme erstaunlich

kostengünstig: Die Stadt hat insgesamt 1,125 Millionen Euro in

das gesamte Pollerprojekt investiert.

Entscheidend ist, dass das Taxi gewerbe bei diesem Projekt nicht

ausgeschlossen, sondern ausdrücklich mit eingeplant wurde. Jedes

der 600 Salzburger Taxis besitzt eine Fernbedienung, mit der sich

die Poller zu jeder Tages- und Nachtzeit versenken lassen. Die

Versorgung der Restaurants, Hotels und Arztpraxen ist gewährleistet

und auch Privatpersonen, die innerhalb der Absperrung

wohnen oder zu Gast sind, können sich jederzeit ein Taxi bestellen.

und Patienten werden von der Altstadt ausgesperrt. Selbst wenn

sich die Taxifahrer durch die schon fast traditionelle überzählige

Bereitstellung am Marienplatz die drohende Aufhebung des Beck-

Stands auch selbst zuzuschreiben haben, trifft gerade diese Entscheidung

das Taxi gewerbe hart. In Zeiten immer stärker auf den

Markt drängender Konkurrenz gehören der Tür-zu-Tür-Transport

und die festen Standplätze zu den wichtigsten Vorzügen des Taxis.

Wenn das Taxi aus der Altstadt vertrieben wird, dann wird es sich

schwertun, sich auf dem Markt zu behaupten. Denn wie heißt es

so schön: Aus den Augen, aus dem Sinn.

tb

Seit 27 Jahren unter der Leitung von Sebastiano Fiorito ist das Tassilo da Sebastiano aus Haidhausen nicht mehr wegzudenken.

Die Familie Fiorito bedankt sich bei ihren Stammgästen für die langjährige Treue und freut sich auf bekannte wie neue Gäste.

Das Tassilo da Sebastiano Team.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag und Sonntag

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warme Küche bis 14:30 Uhr

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FOTO: Landeshauptstadt München/muenchen.de

GERECHTER INTERESSENAUSGLEICH

Zugegeben: Im Verhältnis zu München kommt Salzburg mit einem

deutlich kleineren Kreis von Zufahrtsberechtigten mit einer Poller-Fernbedienung

aus. In der Mozartstadt wurden gerade einmal

3 000 Fernbedienungen an Berechtigte ausgegeben. Dazu zählen

1 500 Anwohner, 400 Einsatzkräfte wie Feuerwehren, Rotes Kreuz

und Polizei und die 600 Salzburger Taxis. In München gingen

schon mehr Fernbedienungen alleine an die Taxis. Trotzdem:

Unmöglich wäre so ein System in München nicht.

Das Beispiel soll zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, bei Maßnahmen,

die zu einer Verkehrsberuhigung in der Altstadt führen

sollen, auch die Interessen von Anwohnern, Gastronomen, Arztpraxen

und Taxifahrern zu berücksichtigen. Die Altstadt sukzessive

zuzupflastern und einfach zur Fußgängerzone umzuwidmen,

berücksichtigt diese Interessen in keiner Weise. Im Gegenteil:

Ausgerechnet Bürger mit Mobilitätsschwierigkeiten, Senioren

Tassil-ch.indd 1 28.01.15 10:34

8 TAXI MÄRZ / 2015

9


UBER & CO

MELDUNGEN

Vom fest angestellten Taxifahrer

zum „Eventpartner“ bei Uber: So

wird reguläre Arbeit in 50 000

unsichere Jobs umgewandelt.

NEWSTICKER

AUS BIERSTAEDT WIRD

ARTZ & PARTNER

AUS PARTNERN

WURDEN FEINDE

Ursprünglich half Google als Investor bei Uber mit, den US-Fahrdienst

aufzubauen. Jetzt entsteht aber der Eindruck, als hätte Uber

seine Schuldigkeit getan. Dabei dürfte es auch das schlechte Image

des App-Anbieters sein, das Google darin bestärkt, künftig eigene

Wege zu gehen. Schließlich geriet Uber immer mehr in die Kritik.

Vor allem, seitdem sich der Fahrdienst immer häufiger über nationale

Gesetze hinwegsetzte und in Staaten wie Spanien oder

Frankreich landesweite Verbote sogar ignorierte. Trotzdem hat

Uber für einen von Google angekündigten eigenen Fahrdienst die

Wege ge ebnet.

Uber seinerseits hat angekündigt, jetzt sein eigenes fahrer loses

Auto zu entwickeln. Dieses Auto soll dann den Taxidienst übernehmen.

Die Zeit bis zur Serienreife ist dann also nur eine lästige

Zwischenphase, in der man noch auf menschliche Fahrer

Auf der Digital-Life-Design-Konferenz in

München trat Uber-Chef Travis Kalanick

auf, als hätte er gerade neben dem Taxi auch

den Öffentlichen Personennahverkehr

erfunden. Es gäbe eine Milliarde Autos weltweit

auf den Straßen, die 96 Prozent der

Zeit nur unnütz herumstünden. 15 Prozent

der Fläche in Städten würde für Parkplätze

verschwendet. Die Lösung: die Autos gemeinsam

effizienter nutzen. Über Uber.

Alleine in Europa ließen sich so 50 000

neue Arbeitsplätze schaffen. Wenn, ja wenn

die Gesetzgeber endlich mehr Einsicht zeigten

und die überholten Gesetze zur Personenbeförderung

im Sinne Ubers änderten.

Dabei gibt sich Uber-Gründer Kalanick

bescheiden. Das ganz große Geschäft hätte

er gar nicht im Sinn gehabt, als er 2009 in

San Francisco mit seinem Fahrdienst an den

Start ging. „Es sollte kein großes Business

werden, es sollte uns nur helfen, durch die

Stadt zu kommen.“

Von den größtenteils Gleichgesinnten auf

der DLD-Konferenz gab es für die Uber-

Visio nen reichlich Applaus. Uber mache das

Autofahren umweltfreundlicher, entlaste die

Städte und spare den Kunden nebenbei noch

Geld. Vom „Flexible Pricing“ – also von

UBER:

50 000 JOBS

IN EUROPA?

Tariferhöhungen zu Spitzenzeiten bis zum

achtfachen Uber-Satz – war bei so viel Verbraucherfreundlichkeit

wohl weniger die

Rede. Auch wurde nicht ausgeführt, dass

den für Europa von Kalanick prognostizierten

50000 neuen Jobs für Selbstständige

mindestens in gleicher Zahl steuer- und

sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze

geopfert werden müssten. Richtig ist, dass

an so einer Entwick lung nur Uber gewinnt.

Die Zeche zahlen die Fahrer – und letztendlich

alle, die Steuern und Sozial abgaben

zahlen. Denn damit hat Uber wenig zu tun.


tb

Seit Jahren bastelt Google am „Driverless Car“. Jetzt will Uber

dem Partner Konkurrenz machen.

angewiesen ist. Doch selbst wenn Google Uber den Rang ablaufen

sollte, ist das kein Vorteil für das Taxi gewerbe, schließlich hegt

der Internetriese genau den gleichen Plan. Es bleibt nur zu hoffen,

dass die Kunden das fahrerlose Taxi verweigern. Schließlich kann

ein Taxifahrer mehr, als von A nach B fahren. Er kennt zum Beispiel

das nette kleine Café um die Ecke.

tb

FOTOS: Google, pixelio/Beate Klinger

FOTO: DMRZ

0,5 Prozent – die Abrechnungssumme beim Deutschen Medizinrechenzentrum

(DMRZ).

GÜNSTIGE ABRECHNUNG

Oft stellt die Abrechnung von Krankenfahrten ein Problem für Taxi-Unternehmen

dar. Einige Taxifirmen haben ihre Fahrer sogar angewiesen, keine

Fahrten mit Abrechnung durch die Krankenkasse zu übernehmen, wenn

nicht eine Zen trale für die Abwicklung einsteht. Eine Lösung dafür bietet

das Deutsche Medizinrechenzentrum DMRZ. Hier haben Taxi-Unternehmer

die Möglichkeit, mit allen gesetzlichen Kostenträgern per DTA abzurechnen.

Und das für nur 0,5 Prozent der Bruttorechnungs summe zuzüglich Mehrwertsteuer.

Für registrierte Kunden übernimmt das DMRZ die Anmeldung

zur Abrechnung bei den gesetzlichen Kostenträgern unentgeltlich. Unternehmer

brauchen sich also nicht schriftlich für den Datenaustausch mit den

Kostenträgern anzumelden. Infos unter www.dmrz.de, dort kann auch die

aktuelle Taxi-Studie zu Taxitarifen im Bereich Krankentransport heruntergeladen

werden.

WARNUNG VOR

ABLENKUNG

Der Deutsche Verkehrsgerichts tag in Goslar warnt vor den Gefahren,

die durch Ablenkung durch moderne Kommunikations techniken im

Straßenverkehr entstehen. Gerade das Lesen oder Schreiben von Kurznachrichten

während der Fahrt ist gefährlich. So legt ein Auto mit

100 km/h in zehn Sekunden knappe 300 Meter zurück. Wird währenddessen

eine SMS gelesen oder geschrieben, ist das Fahrzeug in dieser

Zeit praktisch führerlos. Auch, wenn belastbare Daten über die Häufigkeit

auf diesem Wege verschuldeter Unfälle fehlen, sieht der Verkehrsgerichtstag

im Umgang mit dem Handy am Steuer ein großes Risiko.

Der damit betraute Arbeitskreis empfiehlt, das Problem schon bei

der Verkehrs erziehung und in den Fahrschulen zu behandeln. Außerdem

werden Autobauer sowie Hersteller und Provider von Kommunikations-

und Unterhaltungs mitteln aufgefordert, Techniken zu

entwickeln, die den Einsatz der Geräte im Straßenverkehr unterbinden.

Dazu gehört die situative Funktions unterbrechung, wie eine

Sperre der SMS-Funktion während der Fahrt. Außerdem fordert der

Deutsche Verkehrsgerichtstag, den Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung

den modernen Kommunikations techniken anzupassen. Zeit

wird es, denn inzwischen beklagt sich die Polizei schon darüber, dass

vermehrt Fußgänger, die sich mehr auf ihr Smartphone als auf die

Umgebung konzentrieren, verunfallen.

Vielen Taxifahrern ist Jörg-Friedrich Bierstaedt

ein Begriff. Als Rechtsanwalt und Fachanwalt

für Verkehrsrecht war und ist Bierstaedt stets

bestrebt, seine Mandanten sachgerecht und

vertrauensvoll zu beraten und ihnen auf wirtschaftlich

vernünftigem Wege zielführend zu

ihrem Recht zu verhelfen. Jetzt ist er in die

Sozietät Artz & Partner eingetreten. Die Kanzlei

mit Niederlassungen in Mannheim und

Bürstadt firmiert in München in der Leopoldstraße

30. Neben Baurecht, Familienrecht und

Arbeitsrecht hat sich die Kanzlei Artz & Partner

auf Verkehrsrecht spezialisiert. Somit

bleibt Rechtsanwalt Jörg-Friedrich Bierstaedt

auch den Taxifahrern unter seinen Mandanten

erhalten.

Kontakt: www.artz-partner.de

TAXIFRÜHSTÜCK BEI DIT

LANDSBERGER STRASSE

DIT München – ehemals Toyota Wieser – veranstaltete

vom 21. bis 24. Januar im Taxi-

Kompetenz-Center in der Lands berger

Straße 222 ein „Taxifrühstück“. Vorgestellt

wurden dabei der neue Lexus GS 300h Hybrid

als Taxi-Edition und andere Toyota-Taxi-

Modelle. Alle Taxler waren herzlich willkommen.

Die Taxi Times Regional ausgabe München

hat das zum Anlass genommen, den GS 300h

Hybrid genauer unter die Lupe zu nehmen – zu

lesen ab Seite 22. Dem DIT-Team im Taxi-Kompetenz-Center

mit Ansprechpartner Peter Szitar

gilt für so viel Taxi-Engagement der Dank der

Fahrerinnen und Fahrer.

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10 TAXI MÄRZ / 2015

11


MINDESTLOHN

MINDESTLOHN

MÜNCHNER LÖSUNGEN ZUM MINDESTLOHN

„FAHRER MÜSSEN

EFFIZIENTER

ARBEITEN“

„Arbeit hat ihren

Preis.“ So steht es

auf dem Verdi-

Gewerkschaftshaus

in Hamburg.

Ab dem 1. Januar 2015 gilt, mit wenigen Ausnahmen und

Übergangs regelungen, bundesweit der gesetzliche

Mindest lohn. Im Taxi gewerbe sind seitdem brutto

8,50 Euro in der Stunde zu zahlen. Ohne eine Tarif erhöhung

bedeutet das für Münchner Unternehmer: mehr Kosten und mehr

Aufwand. Wie gehen die Taxi unternehmer in der Praxis mit dem

Thema um? Und was halten sie vom gesetzlichen Mindestlohn?

Viel Zeit ist seit der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns

noch nicht vergangen. Mehr als ein Jahrzehnt hat man

in Deutschland über die Einführung eines gesetzlich vorgeschriebenen

untersten Brutto lohnes diskutiert. Um die 3,7 Millionen

Menschen werden laut Bundes regierung von der Gesetzesänderung

profitieren. In den meisten europäischen Staaten gibt

es ihn schon länger und nach Angaben der Internationalen

Arbeits organisation (ILO) weltweit sogar in mehr als 100 Ländern.

Auswirkungen des neuen Gesetzes lassen sich im Münchner Taxigewerbe

bisher noch nicht feststellen. Dafür ist es zu früh. Um

möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen, haben sich einige

Mehrwagen unternehmer der Branche rechtzeitig auf die Veränderung

eingestellt. „Die Vorbereitung war gar nicht so einfach“,

sagt Robert Weber von Taxi Pasing, einem Unternehmen mit

25 Fahrzeugen und, je nach Fluktuation, 90 Angestellten, „da von

den Ausführungs bestimmungen vieles offen gelassen wurde.“ Einiges

muss in der Praxis erst noch erprobt werden, wie die genaue

Aufzeichnung der Einsatz zeiten, die wohl größte Herausforderung

im Taxi gewerbe. „Erst wenn wir die Lohn abrechnung für Januar

machen, können wir die Einsatz zeiten ermitteln. Darauf muss

man jetzt viel genauer achten“, sagt Robert Weber. Bisher war das

»Ich denke,

unsere Verbände

haben viel zu

spät reagiert.«

Gerhard Willhalm,

Gerotax

mit den Arbeits zeiten kaum ein Problem, zählt

die hohe Flexibilität doch zu den großen Vorteilen

des Jobs als Taxi fahrer. Ein Grund, weshalb

einige Fahrer von sich aus auf den Mindest lohn

verzichten würden. Bezahlt wird in Groß städten

branchen üblich nach Umsatz beteiligung. Wer, außer

im Krankheits fall, nicht fährt, der verdient auch nichts.

Es kommt auf die Eigen initiative an.

MINDESTLOHN ZUR UMSATZSCHWÄCHSTEN ZEIT

Gerhard Willhalm von Gerotax hat zwölf Fahrzeuge mit

35 Fahrern . Er kann seit Jahres beginn noch kein Resümee ziehen.

Willhalm hat im Vorjahr alle Verträge frist gerecht gekündigt

und neue Verträge mit den Fahrern vereinbart. Problematisch

ist, dass der Mindest lohn zur umsatz schwächsten Zeit der Taxibranche

kommt. „Wir müssen jetzt entscheiden, ob wir Fahrer

halten. Im Herbst würde das ganz anders aussehen“, sagt Gerhard

Willhalm. Bei Taxi Pasing, auf der anderen

Seite der Stadt, gibt es zu den bestehenden

Verträgen Zusatz vereinbarungen. „Die

Fahrer müssen jetzt effektiver arbeiten.

Wir haben gesagt, dass wir uns das Ganze

drei Monate anschauen. Legen wir dauerhaft

bei Fahrern drauf, um den Mindestlohn

zahlen zu können, dann müssen wir

uns trennen“, sagt Robert Weber. Das

Taxigewerbe wurde in der Stadt bisher

nicht auf den Stunden lohn abgestellt, da

die genaue Arbeitszeit nur schwer zu

ermitteln ist. Bis Anfang 2015 gab es dafür

auch keinen Anlass.

„Wenn wir in den traditionell umsatzschwachen

ersten zwei bis drei Monaten des Jahres kein Pro blem

mit dem Mindest lohn haben, dann haben wir den Rest des Jahres

auch kein Problem damit. Ich bin optimistisch“, sagt Manfred Seeger

von SynTAXA. Er verfügt über eine Flotte von 15 Fahrzeugen,

keines älter als zwei bis drei Jahre, und hat weder Neu verträge

noch Zusätze mit den Fahrern vereinbart. Bei SynTAXA werden

die Arbeits zeiten schon seit Jahren aufgezeichnet. „Durch unsere

Auf zeichnungen wussten wir, dass es durch den Mindest lohn nur

mit wenigen Fahrern knapp werden könnte. Diese Fahrer haben

nach einer Zusatz ausbildung zum Isarfunker nun deutlich bessere

Umsätze und einen entsprechend höheren Verdienst. ‚Die meis-

FOTOS: Pixelio/Alexandra Bucurescu, Gerhard Willhalm

ten liegen mit

ihrem Um satzanteil

bei uns über

den 8,50 Euro in der

Stunde“, sagt er. Bei

SynTAXA gibt es Doppelfunk,

den Datenfunk

der Taxi-Genossenschaft (eG)

und IsarFunk. Die Autos von Taxi

Pasing und Gerotax sind am Datenfunk

angeschlossen. „Mit dem Funk kann

man sehen, ob und wo der Fahrer verfügbar ist“, erzählt Robert

Weber. Auch bei IsarFunk lässt sich das Verhalten der Fahrer

überprüfen. Dass zusätz lich das Verhalten der Fahrer genauer

überwacht wird, liegt nicht jedem. Robert Weber sagt, dass bisher

der Umgang mit dem Fahrzeug, die Umsatz höhe und der Schnitt –

aus gefahrenen Kilometern und Umsatz – wichtig waren. Jetzt

kommt der Umsatz pro Schicht länge dazu, damit die 8,50 Euro

Stundenlohn eingefahren werden. „Man muss schauen, ob der

Fahrer viele Pausen macht, was uns eigentlich nicht interessiert,

um die genaue Arbeitszeit zu ermitteln. Wir machen Stichproben“,

sagt er. Bei Taxi Pasing haben die Fahrer dafür jetzt einen Pausenzettel

auszufüllen, bei Gerotax seit letztem Jahr einen Arbeitszeitnachweis.

Gerhard Willhalm weiß aber, dass einige Fahrer

Fantasie werte angeben, um auf den passenden Stunden umsatz

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Tätigkeitsschwerpunkte

zu kommen. „Es ist ein Stück weit ein Märchenzettel“, sagt er.

Den tatsächlichen Arbeits zeiten kommt man durch die Arbeitsaufzeichnung

trotzdem etwas näher, auch wenn das Warten am

Stand platz zur Arbeitszeit zählt. Der Fahrer muss definieren,

wann – am besten zu umsatz schwachen Tageszeiten – er seine

Pausen macht.

TARIFERHÖHUNG NOTWENDIG?

Als Teil des Öffentlichen Personen nahverkehrs (ÖPNV) ist die

Taxi branche eine besondere, wenn nicht sogar einzig artige

Branche in Deutschland. Dem Unternehmer werden die Preise für

seine Leistung vorgegeben, er hat Beförderungs pflicht, kann sich

nicht aussuchen, wen er innerhalb des tarif gebundenen Pflichtfahrgebietes

wohin bringt. Jeder andere Unternehmer ist flexibler,

kann Preise, Produkte oder Standort verändern. Der Taxiunternehmer

nicht. Und auch der Kunde hat in der Regel nicht die Wahl

und Zeit, sich Fahrzeug und Fahrer auszusuchen. Eine Stunde

warten, um jemanden für vier oder fünf Euro um die Ecke zu fahren

– der Fahrgast steigt wohlbehütet aus –, kommt ab und zu

vor. Und wenn es dumm läuft, hintereinander. Da muss es in der

verbleibenden Schicht zeit deutlich besser laufen, damit der

Stunden schnitt am Ende passt. Bei unverändert vorgegebenen

Tarifen erhöht der Mindest lohn die Ausgaben der Unternehmer

für jene Fahrer, die es mit ihrem stündlichen Umsatzanteil nicht

über die 8,50 Euro schaffen. Abgesehen von der Mehr arbeit.

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12 TAXI MÄRZ / 2015

13


MINDESTLOHN

MINDESTLOHN

PREISENTWICKLUNG MVV

Die Tariferhöhungen der letzten Jahre betrugen

im Durchschnitt zum Fahrplanwechsel Ende

+ 3,8 %

+ 3,1 %

+ 3,9 % (ab April 2006)

+ 3,5 %

(ab April 2005)

(ab Juli 2008)

(ab April 2007)

+ 3,6 %

+ 2,9 %

+ 3,7 %

+ 2,3 %

+ 4,5 % + 2,8 %

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Es stellt sich die Frage nach einer Tarif erhöhung, um mögliche

Probleme durch den Mindest lohn auszuräumen. In diesem Punkt

sind sich die Mehrwagenunternehmer Robert Weber und Manfred

Seeger einig. Sie schließen sich der Forderung des Taxi verbandes

München nach einer maßvollen Tariferhöhung an. „Die Erhöhung

der Tarife ist dringend notwendig und in anderen deutschen Städten

schon längst über die Bühne“, sagt Manfred Seeger. Verwirrend

ist: Der selbstfahrende Unternehmer darf sich ausbeuten,

ohne gegen das Gesetz zu verstoßen. Ein Konflikt thema in München:

Die Mehrwagenunternehmer sind überwiegend für, die

Einzel unternehmer überwiegend gegen eine Tarif erhöhung

und hoffen, dass Unternehmer mit vielen

Fahrzeugen einige davon aus Kostengründen

still legen müssen. „Ich

denke, unsere Verbände haben viel zu

spät reagiert“, sagt Gerhard Willhalm.

Der Taxiverband München verlangt

eine Tarif erhöhung um zwölf Prozent.

Die von Einzelunternehmern dominierte

Taxi eG hält eine Tariferhöhung

für unnötig. „Ich hätte die Erhöhung

gerne zum 1. Januar gehabt. Das wäre

plakativ gewesen. In anderen Branchen

werden die Preise auch erhöht,

die begründen das ganz klar mit dem

Mindest lohn“, sagt Robert Weber.

„Wenn man den Mindest lohn will, dann muss man als Kunde auch

so fair sein und dafür zahlen. Unser Budget ist beschränkt“, sagt

er. Von beteiligten Stellen hat Robert Weber erfahren, dass es vor

August nichts mehr mit einer Tarif erhöhung wird. „Zukünftige

Tarif erhöhungen könnten von unseren Kunden sicher besser

akzeptiert werden, wenn diese zeitgleich mit denen des ÖPNV

und in der Höhe von jährlich zwei bis drei Prozent stattfinden

würden“, sagt Manfred Seeger. Aufgrund der Sonderstellung, der

behördlichen Tarif gebundenheit der Taxiunternehmer als Teil des

ÖPNV, hätte man für das Taxi gewerbe auch eine Übergangsfrist

vereinbaren können. Das wurde abgelehnt. In anderen deutschen

Städten wurden die Tarife mit Einführung des Mindest lohns um

bis zu 25 Prozent erhöht.

In München liegt der Startpreis für eine Taxifahrt aktuell bei insgesamt

3,50 Euro und setzt sich aus 3,30 Euro Grundfahr preis

plus 20 Cent für die erste Schalt einheit zusammen. Für die ersten

sechs Kilometer Taxifahren zahlt man in München 1,80 Euro pro

Kilometer, ab dem sechsten 1,60 Euro und ab dem elften Kilometer

1,50 Euro. Deutschlandweit liegt man mit diesen Preisen eher

im hinteren Mittelfeld. Seit dem Jahr 2006 ist der Grundfahrpreis

in München von damals 2,70 Euro zweimal um insgesamt 60 Cent

erhöht worden. Zum Vergleich: Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund

(MVV) hat seine Preise im selben Zeitraum durchgehend

jedes Jahr um 2,3 bis 4,5 Prozent zum Vorjahr angehoben. Anders

»Die Erhöhung

der Tarife

ist dringend

notwendig.«

Manfred Seeger,

SynTAXA

ausgedrückt hat der MVV seine Preise in den letzten acht Jahren

acht Mal erhöht. Der Preis für einen Liter Diesel hat sich nach

Angaben des Statistik-Portals Statista bundesweit zwischen 2006

und 2014 von 1,118 Euro auf 1,351 Euro verteuert. Die Nettokaltmiete

pro Quadratmeter für Erstvermietungen ist in München,

der teuersten Stadt Deutschlands, im selben Zeitraum laut Referat

für Stadtplanung und Bauordnung im Schnitt von knapp zwölf

Euro auf über 18,65 Euro und für Wieder vermietungen von etwas

über elf Euro auf 15 Euro gestiegen.

Gerhard Willhalm von Gerotax sieht eine Tarif erhöhung etwas

kritischer und bevorzugt ein anderes Vorgehen. „Mein Traumweg

wären weniger Konzessionen, damit wir unsere Standzeiten reduzieren“,

sagt er. Aber auch Gerhard Willhalm weiß, dass die Anzahl

FOTOS: Pixelio/Andreas Hermsdorf, Manfred Seeger

der Konzessionen in München nicht ohne Weiteres und erst recht

nicht kurzfristig reduziert werden kann. Bei Taxi Pasing geht man

davon aus, dass 300 bis 400 Fahrzeuge weniger ausreichen würden.

Dass es in München über das Jahr gesehen zu viele Autos in

Hell elfenbein gibt, fällt besonders nachts rund um den Stachus

auf. München verfügt mit 3 400 ausgegebenen Konzessionen über

die höchste Taxi dichte in ganz Deutschland, was auf die Olympiade

1972 zurückzuführen ist. Nicht in allen deutschen Städten

wird die Anzahl der Taxis reglementiert. Es gibt einige Ausnahmen.

„In Hamburg oder Berlin kann man zum Amt gehen und

sich eine Konzession holen, um ein Taxi zu betreiben. Wir können

andererseits froh um die Kontingentierung sein, sonst gäbe es

hier noch mehr Taxis“, sagt Robert Weber. In München muss man

sich in eine Warteliste eintragen, und mit ein wenig Glück

bekommt man nach 20 bis 30 Jahren eine Konzession zugeteilt.

Die Alternative: Man kauft einem anderen Unternehmer eine ab.

Der Preis für eine Taxikonzession liegt in München momentan

bei rund 25 000 bis 30 000 Euro.

TAXIFAHRER VERDIENEN WENIG

„Der Mindestlohn ist in Ordnung und war überfällig. Da wir die

Preise aber nicht selber festlegen können und Beförderungs pflicht

haben, müssen wir erklären, warum er unter diesen Umständen

in München für uns nicht gut ist. Man erlegt uns einseitig mehr

Kosten auf, obwohl wir ein spezielles Gewerbe sind“, sagt Gerhard

Willhalm. Das der Mindestlohn an sich und in der Höhe von brutto

8,50 Euro in der Stunde gerechtfertigt ist und längst fällig war,

• Verkehrsunfallabwicklung

• Verkehrsrecht

• Bußgeldsachen

• Zivilrecht

• Strafrecht

ist für die drei Münchner Taxi unternehmer keine Frage. Robert

Weber würde das Thema etwas differenzierter angehen und mehr

Ausnahmen vom Mindestlohn – im Taxi zugunsten der Flexibilität

der Fahrer – zulassen. Zum Mindestlohn sagt er: „Jemand, der

körperlich hart arbeitet, kein Trinkgeld oder andere steuerfreie

Zuschläge erhält, sollte eigentlich mehr bekommen.“ Er erzählt,

dass man in Schweden darauf hingewiesen wird, dass das Trinkgeld

im Fahrpreis enthalten ist. Das Geld nimmt den offiziellen

Weg über den Preis in den Lohn. „Taxifahrer verdienen eigentlich

zu schlecht. Verglichen mit anderen Leistungen ist das Taxifahren

zu billig, und bei niedrigem Umsatz kann man keine guten Löhne

zahlen. Wir müssen jetzt versuchen, die Qualität der Dienstleistung

Taxi zu steigern, und uns so von unseren Mitbewerbern

abheben“, sagt Manfred Seeger.

Mit dem Mindestlohn sollen Ausbeutung und der in den letzten

Jahren deutlich angestiegene Billiglohnsektor in Deutschland

bekämpft werden. Jeder vierte Deutsche musste 2010 nach einer

Studie der Bundes agentur für Arbeit für einen Niedriglohn arbeiten.

Nur in Litauen waren es zu dieser Zeit europaweit mehr.

Deutschland liegt laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen

Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung im europäischen

Vergleich nationaler Mindestlöhne pro Stunde auf dem sechsten

von 22 Plätzen. Auf den ersten beiden Plätzen liegen Luxemburg

mit 11,10 Euro und Frankreich mit 9,53 Euro. Schlusslichter sind

Rumänien mit 1,14 Euro und Bulgarien mit 1,04 Euro Stundenlohn.

Zu welchen Ergebnissen der Mindestlohn in Münchens Taxi branche

führt, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. • fo

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14 TAXI MÄRZ / 2015

15


ISARFUNK

ISARFUNK

Früher war Mercedes ein verlässlicher

Partner und stolz auf die Angebote für

bestimmte Berufs gruppen. Was das

Taxigewerbe angeht, könnte sich das

bald ändern.

Kreditkartenakzeptanz

wird von immer mehr

Kunden erwartet –

auch im Taxi.

DAIMLER

& UBER:

UNHEILIGE ALLIANZ

Über eine Tochterfirma kooperiert Daimler mit Uber. Und verärgert

damit die Taxibranche. Welche Antworten hat das Taxigewerbe?

ABSCHIED VOM


BETRIEBSFUNK

In diesen Wochen findet die Umrüstung auf

GSM und PIN-Pads ihren Abschluss.

EC-Kartenzahlung

geht nur noch

mit PIN.

Der Einstieg von Uber bei der Daimler-Tochter Mitfahrgelegenheit.de

sorgt für Kritik aus dem Taxigewerbe. „Wer

sich gemeinsam mit Uber engagiert, arbeitet gegen unsere

Branche“, kommentiert Ertan Ucar, Vorsitzender von Taxi

Deutschland e. V., die Partnerschaft. „Während wir mit den Mindestlohn-Anforderungen

ums Überleben kämpften“, sagt er, „steuert

Daimler mit diesem Konstrukt in die

direkte Zusammenarbeit mit Uber gegen

unsere Fahrer und zugleich mit kräftigen

Rabatt aktionen der Tochter myTaxi in einigen

Städten auf die Gegenspur zu unseren

Zentralen.“ Taxi Deutschland e. V. hatte

gemeinsam mit weiteren Berliner

Branchen vertretungen die Taxi-Demo in

der Haupt stadt im vergangenen Sommer

als Teil der europa weiten Bewegung gegen

Uber organisiert.

IsarFunk Geschäftsführer Hermann Waldner sieht die Partnerschaft

ebenfalls kritisch: „Einerseits unterstützen wir mit jeder

Entscheidung für ein Fahrzeug mit Stern das Image des Stuttgarter

Unternehmens und gleichzeitig positioniert sich der Konzern

ausgerechnet mit jenen, die unsere Struktur und die Branche

abschaffen wollen. Als Autobauer sollte sich Daimler klar für die

Fahrer seiner Limousinen engagieren, statt eine unheilige Allianz

gegen die Taxibranche zu knüpfen.“

Der Daimler-Konzern hatte laut Medienberichten schon im Jahr

2012 etwa 17 Prozent des Nürnberger Start-ups Carpooling erworben.

Mitfahrgelegenheit.de ist die Internet-Plattform von Carpooling

und hat nach eigener Darstellung das Uber-System schon

integriert. Gleichzeitig baut Daimler mit der Tochter myTaxi einen

Konkurrenten der Taxizentralen in Deutschland auf. Im Dezember

lieferten sich Uber und myTaxi eine Rabattschlacht in Hamburg,

bei der den Kunden bis zu 50 Prozent des Fahrpreises erstattet

»Wer sich

gemeinsam mit

Uber engagiert,

arbeitet gegen

unsere Branche.«

wurden. Dem Taxigewerbe nutzen solche Aktionen wenig. Sind

wieder die regulären Preise zu zahlen, gerät das Gewerbe aus

Sicht der Kunden sogar in einen Rechtfertigungs druck. Gerade

nach solchen Nachlässen sind reguläre Tarife kaum zu vermitteln.

IsarFunk positioniert sich zusammen mit vielen Zentralen in

Deutschland und Europa mit einer eigenen App: Taxi.eu ist speziell

für Taxi zentralen entwickelt worden. Die

Dienste werden in die bestehenden Vermittlungs-

und Flottensysteme integriert und

profitieren von der Erfahrung der Zentralen

vor Ort. Die Smartphone-Applikation arbeitet

aktuell mit über 130 Taxizentralen in

mehr als 100 Städten zusammen.

IsarFunk Geschäftsführer Christian

Hess ist sich sicher, dass seine Zentrale

damit auf dem richtigen Weg ist: „Wir von

IsarFunk arbeiten mit Nachdruck an der

Zukunft der individuellen Personenbeförderung. Wir haben das

erste Elektro-Taxi Deutschlands eingeführt. Wir nehmen derzeit

an der Nationalen Plattform Elektro mobilität teil. Wir verfügen

über eine Taxi-App, die in über 100 europäischen Städten funktioniert.

Wir haben eine App zum Taxi-Sharing getestet. Das alles

beweist, dass wir bereit sind zum Dialog mit der Politik und die

fachlich richtigen Impulse geben

können.“ Trotz aller gemeinschaftlichen

Anstrengungen ist

für den Erfolg des Taxigewerbes

vor allem eines entscheidend: die

Leistung der Taxifahrerinnen und

Taxifahrer. Nur wenn die stimmt,

dann hat das Taxi gegen Eindringlinge

wie Uber auf Dauer eine

Chance. •

tb

FOTO: Pixelio/Thomas Tobaben

FOTOS: Pixelio/Tim Reckmann, Taxi Berlin

IsarFunk macht sich fit für die Zukunft. Dazu gehört die Aufrüstung

aller noch verbliebenen Fahrzeuge mit Betriebsfunk

auf GSM. Das Gleiche gilt auch für die Umrüstung auf Touch-

Displays bei den Fahrzeugen, die zwar schon GSM haben, aber

noch mit dem alten DBGE100-Display arbeiten. Am Ende der

Umrüstung fahren alle IsarFunk Taxis mit modernen Datenfunkgeräten,

die auf dem neuesten Stand der Software-Entwicklung

sind. Außerdem kann die neue Technik bei Bedarf gut an weitere

Anforderungen angepasst werden. Damit ist gesichert, dass

das Vermittlungssystem auf lange Sicht genutzt werden kann.

Im Februar wurde der Betriebs funk bereits abgeschaltet. Alle

Fahrzeuge erhalten ihre Aufträge jetzt über die Mobilfunknetze.

Damit läuft die Vermittlung schneller und stabiler. Ein Schwachpunkt

des Betriebsfunks war, dass gerade zur „High Time“ die

Kanäle verstopfen konnten, sich also die Datenübertragung technisch

verzögerte. Mit der Vermittlung via GSM verschwindet

dieser Nachteil völlig.

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Fast zeitgleich werden alle IsarFunk Fahrzeuge mit PIN-Pads ausgestattet.

Das ist notwendig, da der bargeldlose Zahlungs verkehr

in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Für IsarFunk Kunden,

die ihre Taxifahrt mit EC-, Kredit- oder IsarFunk Kundenkarte

begleichen wollen, bedeutet das mehr Sicherheit. Außerdem ist

die Abwicklung über die GSM-Verbindung bedeutend stabiler,

schneller und zuverlässiger. Bei Nutzung der EC-Karte wird überdies

die Eingabe der PIN verlangt – das verhindert Missbrauch.

Alle Komponenten, die von IsarFunk im elektronischen Zahlungsverkehr

eingesetzt werden, entsprechen dem heutigen hohen

Sicherheitsstandard.

Ab März haben also alle IsarFunk Taxis dieselben technischen

Voraussetzungen für die Auftrags vermittlung und die Kartenakzeptanz.

Gleichzeitig wird die IsarFunk Flotte auf den neuesten

Stand gebracht. Dies entspricht nicht nur den heutigen Anforderungen

an eine moderne Auftragsvermittlung, das System ist auch

ausbau- und damit zukunftsfähig. •

tb

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16 TAXI MÄRZ / 2015

17


TVM

TVM

BETRIEBSPFLICHT-

BEFREIUNGEN

TARIFANTRAG

DES TAXIVERBANDS

Bereits im November hat der Taxiverband wegen der Einführung

des Mindestlohnes eine Tariferhöhung beantragt.

Die erste und konstituierende Sitzung

der Taxikommission nach

der letzten Stadtratswahl wird

jetzt im Februar stattfinden. Ein interessanter

Tages ordnungs punkt wird ein Beschluss

über die Weiterführung des Beobachtungszeitraumes

sein. Ein weiterer Tagesordnungs

punkt beschäftigt sich mit dem

Tarif antrag des Taxiverband München e. V.

Die Einführung des Mindestlohnes hat

bisher bei einigen Unternehmen bereits zu

erheblichen Umstellungen der Betriebsstrukturen

geführt. Möglichst genaue Aufzeichnungen

der Arbeitszeiten sind dabei

nur ein Bereich. Viele Fahrer können heute

nicht mehr so frei über ihre Arbeitszeit

verfügen, wie das bisher der Fall war. Und

vielen Fahrern wird vonseiten des Unternehmers

vorgeschrieben, dass sie zu den

guten Geschäftszeiten schlichtweg im Auto

sitzen müssen, ansonsten wird die Bezahlung

nach vorgeschriebenem Mindestlohn

nicht funktionieren.

Ein anderes Mittel, um den nun vorgeschriebenen

Bruttolohn von 8,50 Euro

bezahlen zu können, ist eine Anpassung

der Taxitarife. Entsprechende Erhöhungen

wurden in vielen Städten Deutschlands

beantragt und vielerorts bereits genehmigt.

Der Taxiverband München hat bei

seinem Antrag ganz bewusst die Marktbedingungen

in unserer Stadt berücksichtigt

und mit Blick auf die Kunden eine

Erhöhung im unteren Bereich beantragt.

Mit einer Anpassung im Bereich von nicht

ganz zwölf Prozent liegen wir weit unter

dem, was von manchen Unternehmen

»Zwölf Prozent

Tariferhöhung

sind nötig, um den

Mindestlohn zahlen

zu können.«

gefordert wurde und von einigen Organisationen

aus dem Taxibereich als pressewirksames

Gerücht gestreut wurde.

Eines unserer Hauptprobleme im Taxibereich

besteht ja darin, dass wir unsere

Preise nicht einfach mal so anpassen können,

sondern die Taxitarife nach Paragraf 51

des Personen beförderungs gesetzes –

PBefG – gesetzlich festgelegt sind. Wenn

uns also der Gesetzgeber dazu zwingt,

einen entsprechenden Lohn an unser Personal

zu bezahlen, dann muss der Gesetzgeber

auch die dafür notwendigen

Möglichkeiten genehmigen beziehungsweise

zur Verfügung stellen. Wir haben

sehr wohl auch Verständnis für manche

selbst fahrende Einzel unternehmer, die

nicht viel von einer Tarif anhebung zum

jetzigen Zeitpunkt halten. Jedem, der sich

in der Münchener Taxibranche auch nur

ein bisschen auskennt, ist aber klar, dass

das Taxigeschäft insbesondere in den

Abend- und Nachtstunden nur mit angestelltem

Personal funktioniert. Und auch

dafür sieht sich der Gesetzgeber zuständig.

Nach Paragraf 39 Absatz 2 hat die Behörde

die Beförderungs entgelte auf die wirtschaftliche

Lage des Unternehmers hin zu

prüfen und entsprechend anzusetzen.

Gleichzeitig hat die Behörde nach Paragraf

13 Absatz 4 die Funktionsfähigkeit

des Taxigewerbes sicherzustellen.

Ein weiterer Schwerpunkt unseres

Tarif antrages zielt darauf ab, dass die Tarife

endlich mehr nach dem Benutzerprinzip

gestaltet werden. Wenn ein Kunde mit

Kredit karte bezahlen möchte, dann stellen

wir ganz im Sinne einer guten Dienstleistung

diese Möglichkeit zur Verfügung.

Dadurch entstehen aber Kosten, die jedes

andere Unternehmen auf die Preise aufschlägt

und allen Kunden berechnet.

Dieser Aufschlag ist im Taxibereich nie

vollzogen worden. In keiner Tarifberechnung

wurden je Kosten für bargeldlosen

Zahlungsverkehr einkalkuliert. Dies soll

nun geändert werden, entstehende Kosten

für bargeldlose Zahlungen über Kreditoder

EC-Karte sollen mit Zuschlag belegt

werden. Dies gilt jedoch ausdrücklich nicht

für Rechnungsfahrten, die über die Zentralen

abgewickelt werden.

ERSTE ENTLASSUNGEN SIND

BEREITS ERFOLGT

Deutlich geworden ist bereits nach der

ersten Lohn abrechnung unter den neuen

gesetzlichen Bedingungen, dass einem

Teil des Fahrpersonals gekündigt werden

musste. In einigen Fällen konnten die Fahrerinnen

und Fahrer nicht einmal ansatzweise

die entstehenden Kosten durch den

Umsatz erwirtschaften. Dies ist bedauerlich,

aber letztlich mit Aussicht auf einen

FOTO: Pixelio/Rainer Sturm

FOTO: Florian Bachmann

drohenden Untergang des Unternehmens

nicht zu vermeiden. Manche Unternehmer

reduzieren völlig illegal die geleisteten

Stunden des Personals einfach nach

unten und glauben, damit die Anforderungen

schon erfüllen zu können.

Erstaunlich, wie viele Halbtagskräfte

plötz lich im Taxi gewerbe unterwegs sind.

Wenn dann auch noch aus manchen

Reihen der Funktionäre zu hören ist,

dass man ja lediglich 17 Euro die Stunde

Umsatz machen müsse, um die Hälfte,

also 8,50 Euro Lohn bezahlen zu können,

dann stellen sich selbst dem „ungelerntesten“

Menschen die Haare zu Berge.

Jeder Unternehmer, der auch nur ansatzweise

seriös rechnet, weiß, dass zu den

Bruttolohnkosten für das Personal die

Arbeitgeberkosten in Höhe von ungefähr

25 Prozent dazukommen sowie kilometerabhängige

Kosten, zum Beispiel das durch

das Personal verfahrene Benzin, hinzuzurechnen

sind. Derartige Dinge lernt man

bereits in der Vorbereitung auf die Unternehmerprüfung.

In welcher Höhe die Tarif anpassung

von der Stadt München genehmigt wird,

ist bisher nicht abzusehen. Wir können

nur hoffen, dass in den Behörden und im

Stadtrat Verständnis für die Herausforderungen

entwickelt und die Anhebung wie

be antragt beschlossen wird. • fb

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Montag bis Freitag von 8:00 bis 10:00 Uhr, Mo, Di, Do von 14:00 bis 17:00 Uhr

Geschäftsführender

Vorstand des

Taxiverbandes

München

TVM: Florian

Bachmann.

Dem Antrag des Taxiverbandes München auf Verlängerung

der Betriebspflichtbefreiung von sechs

auf zwölf Monate wurde stattgegeben.

Der Taxiverband München hat im Hinblick auf

die Anforderungen des Mindestlohnes die Verlängerung

der Betriebspflichtbefreiung beantragt.

Das Kreisverwaltungsreferat hat mit einem internen

Beschluss diesen Antrag genehmigt. Es steht

zu erwarten, dass einige Unternehmen Konzessionen

mangels Personal vorübergehend stilllegen

müssen. Dies ist bislang lediglich für sechs Monate

genehmigt worden, danach musste die Konzession

wieder in Betrieb genommen werden.

Einige Unternehmer werden wegen des Mindestlohnes

ihre Fahrzeuge nun wesentlich effektiver

einsetzen müssen. Das führt aber dazu, dass

manche Fahrzeuge nicht ausgelastet werden können.

Da einer nicht unerheblichen Zahl des Fahrpersonals gleich zeitig

auch noch die Arbeitslosigkeit droht und auf dem Münchener Taximarkt

ohnehin viel zu wenig Personal verfügbar ist, bleibt für den

Unternehmer die Stilllegung einzelner Fahrzeuge oft die einzige Möglichkeit,

den Betrieb weiterhin rentabel zu führen. Nur mit der Begründung

hinsichtlich des Mindestlohnes und der Tatsache des

Personalmangels werden die verlängerten Zeiten genehmigt.

Die Betriebspflicht ist in Paragraf 21 des Personenbeförderungs gesetzes

geregelt. Demnach ist der Taxi-Unternehmer verpflichtet, den ihm genehmigten

Betrieb aufrechtzuerhalten. Kommt der Unternehmer seiner

Betriebspflicht nicht nach, so kann ihm die Betriebs erlaubnis wieder

entzogen werden. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass die

Personenbeförderung in den jeweiligen Gemeinden garantiert werden

kann und es nicht dadurch, dass einige Unternehmen zu wenige Fahrzeuge

tatsächlich in Betrieb haben, zu Versorgungs engpässen kommt.

Die Betriebspflicht fand in den Medien in den letzten Monaten

immer wieder Erwähnung. Vor allem im Zusammenhang mit dem

App-Anbieter Uber, der einen taxiähnlichen Betrieb aufbauen möchte.

Allerdings, ohne sich an die Verpflichtungen des Taxigewerbes, wie

eben die Betriebspflicht, halten zu wollen. Mit der jetzt genehmigungsfähigen

Verlängerung der Betriebspflichtbefreiung von

zwölf Monaten kann sich das Taxigewerbe trotz Mindestlohns der

US-Konkurrenz stellen.

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18 TAXI MÄRZ / 2015

19


FLUGHAFEN

SERVICE

DER MUC UND

DIE DRITTE STARTBAHN

Die im Herbst 2014 angebrachten

Transparente werben für die

Rettungsgasse.

Am Flughafenausbau scheiden sich die Geister. Braucht es die

dritte Startbahn? Und was bedeutet sie für das Taxigewerbe?

Mit Flughafenchef

Dr. Michael Kerkloh (links)

ist der Münchner Airport

weiter auf Erfolgskurs.

RETTUNGSGASSE

RETTET LEBEN

Im Alltag oft vergessen und unterschätzt:

der Paragraf 11 der Straßenverkehrsordnung.

Kann auch Ihr

Leben retten: die

Rettungsgasse.

82 000 gegen den Flughafenausbau

gesammelte Unterschriften wandern

in den Papierkorb. Nach heftiger

Diskussion im Bayerischen Landtag

lehnt die CSU-Mehrheit die Massenpetition

zur Verhinderung einer dritten Startbahn

ab. Sie wurde per Erklärung der Staatsregierung

erledigt. Die rechtliche Bindewirkung

des negativen Bürger entscheids

vom Juni 2012 ist inzwischen erloschen.

Damals stimmten 54,3 Prozent gegen das

Milliardenprojekt.

Wenn jetzt auch das Bundesverwaltungsgericht

in Leipzig über die Beschwerde

gegen die Nichtzulassung einer Revision,

die von Ausbaugegnern eingereicht wurde,

im Sinne des Flughafenbetreibers FMG entscheidet,

steht einer Erweiterung des

Münchner Flughafens nichts mehr im

Wege. Mit ihrer Klage gegen die Startbahn

vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof

waren die Startbahngegner schon

gescheitert. In München war keine Revision

zugelassen worden. Jetzt muss das Bundesverwaltungsgericht

entscheiden.

Nach Meinung der Ausbaugegner ist die

Kapazität des Flughafens mit zwei Bahnen

in den nächsten 20 bis 30 Jahren ausreichend.

Bei Start der Bauplanung sei man

für 2014 von 526 000 Flugbewegungen

ausgegangen. Tatsächlich hat es im letzten

Jahr aber nur 376 678 Flüge gegeben –

knapp 150 000 weniger als veranschlagt

und 1,4 Prozent weniger als im Jahr davor.

Währenddessen feiert die FMG, die

Flughafen München GmbH, einen weiteren

Passagierrekord: So steigerten sich die

Fluggastzahlen um zirka eine Million auf

39,7 Millionen. Grund für diese Steigerung

trotz geringerer Flugbewegungen sind größere

Maschinen, die die Airlines einsetzen,

»2015 werden

wir die 40-Millionen-

Marke bei den

Passagieren

überspringen.«

und eine höhere Auslastung. Flughafenchef

Dr. Michael Kerkloh blickt deshalb

optimistisch in die Zukunft: „2015 werden

wir nicht nur die 40-Millionen-Marke bei

den Passagierzahlen überspringen, sondern

auch wieder eine Zunahme der Starts

und Landungen verzeichnen. Das Drehkreuz

München wird also weiter wachsen,

auch wenn dieses Wachstum aufgrund der

Kapazitäts engpässe im Start- und Landebahnsystem

limitiert ist.“

Selbst ohne dritte Startbahn werden die

Passagierzahlen weiter klettern. Dazu

Kerkloh in der Münchner „Abendzeitung“:

„Die Trendwende zu mehr Starts und Landungen

merken wir schon jetzt. Im Januar

haben wir aktuell ein Prozent mehr Flugbewegungen

und vier Prozent mehr Passagiere.“

Außerdem soll noch dieses Jahr der

„Satellit“ in Betrieb genommen werden. Ein

Satellit, oder auch Satellitenterminal, ist ein

Erweiterungsbau zu einem bestehenden

Flughafenterminal, in diesem Fall zum Terminal

2. Der Satellit am Münchner Flughafen

erweitert die Abfertigungs kapazität um elf

Millionen Passagiere pro Jahr und ist mit der

Passagier abfertigung im Lufthansa-Terminal

mit einer fahrerlosen U-Bahn verbunden.

Für das Taxigewerbe bedeuten steigende

Fluggastzahlen gleichzeitig steigende

Fahrgastzahlen. Immerhin nutzt jeder

achte Flugpassagier ein Taxi. In Zeiten steigenden

Konkurrenzdrucks können die

Taxifahrer und -Unternehmer so am Erfolg

des Flughafens teilhaben. Ob mit einer dritten

Startbahn oder ohne, jede Form des

Flughafenausbaus kommt dem Taxigewerbe

entgegen – solange eine weitere Steigerung

der Kapazität gewährleistet ist. Wie

in jeder Branche kann Wachstum weder

dem Flughafen noch dem Taxi schaden. •


tb

FOTOS: Flughafen München GmbH/Alex Tino Friedel (2)

FOTOS: Polizeipräsidium Oberpfalz, Polizeipräsidium Oberbayern Nord

Stockt der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen

mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, müssen

Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen

in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen

mit drei Fahrstreifen für eine Richtung zwischen dem linken und

dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden.“ Die Realität

sieht zu oft anders aus. Da quälen sich Polizei- und Rettungsfahrzeuge

jeder Art durch den stehenden oder langsam dahinschleichenden

Verkehr, um zu den Unfall- oder Einsatzstellen zu gelangen.

Schon bei stockendem Verkehr muss die Rettungsgasse gebildet

und offen gehalten werden. Denn wenn die Fahrzeuge schon

dicht auf dicht stehen, ist es oft unmöglich, den Hilfsfahrzeugen

rechtzeitig und ausreichend Platz zu verschaffen. Außerdem darf

eine einmal gebildete Rettungsgasse auf keinen Fall sofort wieder

geschlossen werden. Leider fahren viele Autofahrer nach der

Durchfahrt des ersten Rettungsfahrzeuges wieder zur Mitte

zurück. Ebenfalls wichtig ist, dass die Autofahrer in ihren Fahrzeugen

bleiben, damit sie um Platz zu schaffen rangieren können.

Sinnvoll ist es außerdem, bei Stau den Verkehrsfunk einzuschalten.

Dafür haben bestimmt auch Taxifahrgäste Verständnis.

Die Polizei in Bayern nimmt das Thema Rettungsgasse sehr

ernst. Deshalb wurden an einigen Autobahnbrücken Transparente

angebracht, die den Autofahrer an richtiges Verhalten erinnern.

Die Initiative ist ein Schwerpunkt des Verkehrs sicher heitsprogramms

2020 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“, womit ein

wichtiger Beitrag zur Reduzierung der oft schlimmen Unfallfolgen

geleistet werden soll. Viele Autofahrer unterschätzen die Risiken

verkehrswidrigen Verhaltens: Wer es unterlässt, eine Rettungsgasse

bei stockendem Verkehr zu bilden, begeht in Deutschland

eine Ordnungswidrigkeit, die mit Verwarnungsgeld geahndet werden

kann. Bei schwerwiegenden Behinderungen kann unter

Umständen auch eine Straftat vorliegen. •

tb

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20 TAXI MÄRZ / 2015

21


AUTOTEST

AUTOTEST

LEXUS GS 300H

DER LUXUS-HYBRID

Verbrennungsmotor

Hubraum

max. Leistung

Elektromotor

Typ

max. Leistung

2 494 cm³

181 PS

Drehstrom-Synchronmotor

143 PS

Die Toyota-Tochter bietet die bekannte Kombination aus Elektromotor

und Benzin-Verbrenner jetzt auch im Premium-Segment als Taxi an.

Von der Seite betrachtet ähnelt der Lexus GS 300h nicht

seinem technisch verwandten Konzernbruder Toyota

Prius Plus, sondern der E-Klasse vom Taxi-Marktführer

Mercedes. Beides klassische Stufenheck-Limousinen, 4,85 Meter

lang der Japaner, drei Zentimeter länger der Schwabe.

Wenn man auf dem Fahrersitz des Lexus Platz genommen hat,

im Ohr noch das satte Geräusch der zufallenden Tür, und das Auge

über Sitze und Armaturen streifen lässt, drängt sich der Vergleich

erneut auf. So sieht die automobile Oberliga aus. Der Eindruck

setzt sich fort, wenn man anfängt, das Innere dieses Autos zu

begreifen: ausschließlich hochwertige Materialien und makellose

Verarbeitung. Die lederbezogenen und vielfach verstellbaren Sitze

sind ein Traum. Details wie die Analog uhr mit LED-beleuchtetem

Zifferblatt oder die nostalgisch anmutenden Radio-Dreh regler aus

gebürstetem Metall bräuchte man nicht unbedingt, aber sie sind

sehr schön und erinnern daran, dass man in einer Limousine aus

dem eher gehobenen Preissegment sitzt.

Und da sind wir schon wieder beim Vergleich mit dem Mercedes:

Das Autohaus DiT in München, das mir den Testwagen zur

Verfügung gestellt hat, verlangt inklusive Mehrwertsteuer und

dem Taxi-Paket von Intax 39 757 Euro, das ist sogar etwas mehr,

als Mercedes für den E 200 BlueTEC als Taxi nimmt.

Beim Losfahren enden die Ähnlichkeiten mit dem Benz. Es gibt

keinen Anlasser, sondern nur einen „Power“-Knopf, mit dem man

das im Prinzip vom Prius bekannte Vollhybrid-System in Bereitschaft

setzt. Stellt man den Gangwählhebel auf „D“, löst sich, wenn

so vor eingestellt, automatisch die Park bremse. Ein sanfter Druck

aufs Gaspedal setzt das Auto lautlos in Bewegung. Danach beginnt

ein recht komplexes Zusammenspiel der beiden Antriebskomponenten:

Mal sorgt der Elektromotor für den Vortrieb, mal der Verbrenner,

mal beide zusammen. Man muss sich als Fahrer darum

nicht kümmern. Das System ist bewährt und funktioniert reibungslos,

ebenso wie die stufenlose Automatik. Wer sparsam

unterwegs sein will, braucht sein gewohntes Fahrverhalten nicht

zu ändern.

Maßvoll beschleunigen, vorausschauend fahren, bei der Annäherung

an eine rote Ampel frühzeitig vom Gas gehen. Im Schubbetrieb

und noch stärker beim Bremsen kommt die Rekuperation

zum Tragen, das heißt: Die Hybridbatterie lädt sich automatisch

auf. Auf diese Weise bin ich bei Temperaturen knapp über dem

Gefrierpunkt im Stadtverkehr mit 6,2 Litern Verbrauch ausgekommen.

Wenn ich meine Hybrid-Erfahrungen mit dem Toyota

Prius zugrunde lege, erreicht man im Lexus in der milden Jahreszeit

leicht einen Durchschnitts verbrauch mit einer 5 vor dem

Komma. Das ist ast rein für ein 1,8 Tonnen schweres Fahrzeug.

Der Fahrer kann mit einem Dreh- und Drückregler auswählen, ob

er im Eco-, Normal- oder Sport-Modus unterwegs sein möchte,

aber die Auswirkungen sind in der Praxis nicht welt bewegend.

Im Sport-Modus wird aus dem Lexus keine Rakete, im Eco-Modus

keine Schnecke.

Das Kombi-Instrument direkt im Blickfeld des Fahrers sieht

auf den ersten Blick konventionell aus: zwei kreisrunde Anzeigen,

rechts der Tachometer und links – wird es dann doch unkonventionell.

Ist man im Modus Eco oder Normal unterwegs, sieht man

eine Anzeige, die mit „Charge“ signalisiert, dass gerade die Batterie

aufgeladen wird , mit „Eco“ anzeigt, dass man sparsam unterwegs

ist, und mit „Power“, dass man gerade die Kraft reserven der

Motoren mobilisiert. Im Eco“-Modus leuchtet überdies ein dezent

blaues Hintergrundlicht. Im Sport-Modus wird das Licht glühend

rot und die Charge-Eco-Power-Anzeige verwandelt sich wie von

Geisterhand in einen Drehzahlmesser.

Nach den ersten Fahr eindrücken steuere ich einen Parkplatz

an und spiele ein bisschen mit dem Bordcomputer herum, der mir

seine Informationen über ein großes Farbdisplay übermittelt. Es

FOTO: PR Lexus

gibt die in dieser Klasse üblichen Ablese-, Einstell- und Programmier

möglichkeiten, wobei an manchen Stellen mit den Entwicklern

der Spieltrieb durchgegangen ist. Die Bedienung von

Audio- oder Klimaanlage etwa ist ziemlich unübersichtlich. Was

die jeweilige Funktion angeht, gibt es dafür nichts zu meckern.

Der Sound ist bemerkenswert gut, die Klima anlage spricht schnell

an und arbeitet leise.

Meine Zwischenbilanz bis hierher: ein tolles Auto, in dem man

sich wohlfühlt und souverän fährt. Aber jetzt geht’s ans Ein gemachte:

Ist der Lexus GS 300h auch ein gutes Taxi?

TAXITAUGLICHKEIT

Eine schwierige Frage, denn das perfekte Taxi ist noch nicht erfunden

worden. Irgendwas ist immer zu klein, zu teuer, zu unbequem,

zu unpraktisch, zu reparatur anfällig.

Fangen wir mit dem Schulterblick an. Unzählige Male während

jeder Schicht schaut ein Taxler beim Rechts abbiegen nach hinten,

um niemanden, der auf zwei Rädern oder zwei Beinen unterwegs

ist, über den Haufen zu fahren. Der Blick nach hinten ist im Lexus

bescheiden, so bescheiden, wie das bei Stufenheck limousinen mit

breiter C-Säule leider meistens ist. Da sind Kombi-Fahrer im Vorteil.

Wie sieht es mit den Ablagen aus? Nicht ideal, aber okay. Die

Tür fächer und das Handschuhfach sind Durchschnitt. Vor dem

Gangwählhebel findet sich standardmäßig ein Becherhalter, der im

Testfahrzeug allerdings einem Funkgerät zum Opfer gefallen ist.

Links unten neben dem Lenkrad gibt es ein Fach für Kleinigkeiten,

wie es zum Beispiel Passat-Fahrer kennen, das Fach in der Mittelkonsole

ist sehr groß, mit einer zusätzlichen verschiebbaren Schale

für den Quittungs block. Dort befinden sich außerdem eine

Zwölf-Volt-Steckdose, ein AUX- und ein USB-Anschluss. Die Aussparung

vor dem mittigen Farb display ist so groß, dass man sogar

ein Tablet hineinlegen kann.

Die Tür öffnungen sind groß und hoch, sodass der Einstieg auch

Fahrern und Fahrgästen, die es am Rücken haben, leicht fällt. Die

vorderen Sitze sind, wie erwähnt, ein Traum, auch die äußeren

beiden Sitze hinten sind sehr großzügig und bequem. Allerdings:

Das Fleckchen in der Mitte verdient die Bezeichnung Sitz nicht.

Es handelt sich vielmehr um einen schmalen, harten und hoch

angesetzten Steg, und wenn jemand über 1,80 Meter Größe darauf

Platz nimmt, stößt er sich den Kopf am Dachhimmel.

Der Kofferraum: Das Volumen von 468 Litern ist nicht üppig,

aber akzeptabel. Die Zugänglichkeit aber lässt durch die

hohe La dekante und den kleinen Öffnungsausschnitt zu wünschen

übrig.

DAS FAZIT

Der Lexus GS 300h ist ein bemerkenswertes Auto. Ausgefeilte

und gleichzeitig ausgereifte Technik, sehr gut ausgestattet, sparsam,

bequem, souverän und gut anzuschauen. Das hat allerdings

seinen Preis. Für einen alleinfahrenden Unternehmer, der Wert

auf einen hochwertigen Arbeitsplatz legt und anspruchsvolle

Stammkunden hat, ist das Auto eine echte Versuchung. Für ein

Flottenfahrzeug im alltäglichen Brot-und-Butter-Einsatz aber ist

der Lexus ganz schön teuer und hat wenige, aber deutliche Nachteile

bei taxi spezifischen Details. •

rb

Gesamtsystemleistung

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223 PS

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Höchstgeschwindigkeit 190 km/h

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22 TAXI MÄRZ / 2015

23

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ADRESSEN

Ganz großes Kino: Erinnerungen

an die Glanzzeit des Filmtheaters.

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24 TAXI MÄRZ / 2015

25

FOTOS: PR Arcona

HOLLYWOOD

IN NEUHAUSEN

Das arcona Living München am Rotkreuzplatz präsentiert

sich als Reminiszenz an die Ära des Schwarz-Weiß-Films.

Wie viele Fiaker gibt es wohl

noch, die als Berufsanfänger

Pferde striegeln mussten? Die

könnten sich an die Fern-Andra-Lichtspiele

erinnern, wo man bereits 1916 auf rund

400 Plätzen die Premieren der Na menspatronin,

des UFA-Stars Fern Andra,

stumm miterleben konnte. Während des

Dritten Reichs wurde das Kino in Filmtheater

Atrium umbenannt und existierte

bis 1966. Am Originalschauplatz, in der

Nymphenburger Straße 136, lässt seit September

vergangenen Jahres die arcor-

Hotelkette insbesondere die frühe Hochzeit

des Films, als die Bilder erst laufen und

dann sprechen lernten, wieder aufleben.

DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG

Wovon alle Filmstars träumen, das können

Gäste des arcor Living München buchen:

einen Gang über den roten Teppich, an dessen

Ende ihr eigener Oscar wartet. Na gut,

es handelt sich nur um einen Schlüssel,

aber er passt zu einer der Juniorsuiten

„Oscar“, der luxuriösesten von vier Zimmerkategorien.

Einen Schlüssel zum Erfolg

sieht Hoteldirektor Markus Buchhagen

dagegen im Standort nahe des Rotkreuzplatzes,

wo man als Gast am Alltag eines

gewachsenen Stadtviertels teilhat, anstatt

in einer Hotellerie-Trabantenstadt isoliert

zu bleiben. „Und trotzdem fährt man mit

der U-Bahn nur drei Stationen bis zum

Hauptbahnhof und ist in 30 Minuten an

der Messe“, führt der Hotelier aus, zuversichtlich,

für Geschäftsreisende oder

Messe besucher attraktiv zu sein. Zugeschnitten

ist das Konzept der Living-Hotels

aber in erster Linie auf Städtereisende,

Urlaubs- und Langzeitgäste, die auf Wohnkomfort

und individuelles Design Wert

legen. Stilvolle Schwarz-Weiß-Fotografien

schmücken alle Zimmer, nostalgische Dekorationen

wie Popcornmaschinen und Klappsessel

ergänzen die moderne, aber gemütliche

Einrichtung und Ausstattung des Hauses;

es gibt sogar zwei Tagungsräume mit Kinobestuhlung.

In allen Kategorien bieten die

Zimmer und Suiten teilweise Durchgänge,

Kochnischen oder Allergikerausstattung,

sogenannte Serviced Apartments sprechen

vor allem Dauergäste an, die Unabhängigkeit

schätzen.

SHOWKÜCHE IN DER

WEINWIRTSCHAFT

Hinter den deckenhohen Fensterfronten

der Weinwirtschaft fühlt man sich mit

Ausblick auf die lebhafte Kreuzung Nymphenburger

Straße / Landshuter Allee mittendrin

im urbanen Leben und genießt doch in

ruhiger Abgeschiedenheit regionale und

mediterrane Spezialitäten aus der offenen

Showküche. Das Restaurant mit täglich

wechselndem Businesslunch folgt einem

arcona-Gastronomiekonzept, wirkt aber

nicht austauschbar, sondern einladend.

Am Abend verbreitet Loungemusik die passende

Atmosphäre in der Bar in warmen

Brauntönen für Hotelgäste und Einheimische,

die ihren Tag bei einem Cocktail, Wein

oder frisch ge zapften Bier ausklingen lassen

wollen. Für den guten Start am nächsten

Morgen sorgt ein reichhaltiges Frühstücksbuffet,

von dessen Qualität man sich überzeugen

kann: Mit einer Taxi Times unterm

Arm erhält jeder Fahrer im März und April

(einma lig) ein „Living to go“-Frühstück mit

auf den Weg. • hh

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TAXI IN DEN MEDIEN

*

STREIT

UMS AST

Nutzt die IsarFunk Vermittlung für AST-

Aufträge in Dachau: Helmut Fricke-Radvanyi.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet am 2. Januar über Veränderungen

bei der Vergabe von Aufträgen für das Anrufsammeltaxi

in Dachau. Davor wurden die Fahrten von den Stadtwerken an die

Fahrer der Taxivereinigung Dachau vermittelt. Deren Vorsitzender

Helmut Fricke-Radvanyi trat nach Unstimmigkeiten zurück und

gründete die Taxi Team Dachau GbR, die nach dem Fahrplanwechsel

die AST-Fahrten übernommen hat. Vermittelt werden die Fahrten

über das Callcenter von IsarFunk und ausschließlich an die

Fahrer vom Taxi Team. „Jetzt fahren wir im Schichtbetrieb – fünfmal

je vier Stunden. Einer ist dann für den AST-Betrieb verantwortlich,

der in seiner Schicht immer Vorrang hat“, sagt

Fricke-Radvanyi in der „SZ“. Er hat ein Jahr Zeit zu belegen, dass

er AST mit sechs Autos besser bedienen kann als die Taxivereinigung

mit 35.

tb

FOTO: Helmut Fricke-Radvanyi

*der Bruttorechnungssumme zzgl. MwSt.

TARIFERHÖHUNG

IN MÜNCHEN

Ein wichtiges Thema in den Medien war

die Erhöhung des Taxitarifes in vielen

Gemeinden Deutschlands. Während um

den Jahreswechsel die Akzeptanz in der

Bevölkerung noch sehr hoch war – Stichwort

Mindestlohn – so war schon im Lauf

des Januars zu beobachten, dass das Verständnis

schwindet.

Hier nahm sich der Münchner Merkur

der Tariferhöhung an. In der Ausgabe vom

15. Januar schrieb Redakteur Klaus Vick:

„Wie in anderen deutschen Städten droht

den Kunden auch in München wegen des

seit 1. Januar geltenden Mindestlohns

eine Preiserhöhung. Die städtische Tarifkommission

befasst sich am 23. Januar

mit einem entsprechenden Antrag des

Taxiverbandes München. (…) Bundesweit

LETZTE MELDUNG

Münchner Taxifahrer profitieren von der

Hofstatt. Die Hofstatt – benannt nach

einer kleinen Seitenstraße des Färbergrabens

– ist ein junges und modernes Einkaufszentrum

im Herzen von München.

Sie steht überwiegend auf dem ehemaligen

Gelände des Süddeutschen Verlages,

sowie an der Sendlinger Straße auf dem

früheren Grundstück der Abendzeitung.

liegt der Durchschnitt der vorgenommenen

Erhöhungen bei etwa 20 Prozent.“

München liegt da mit zwölf Prozent deutlich

unter dem Durchschnitt.

TVM-Vorstand Florian Bachmann

be gründet sein Vorgehen: „Um alle Risiken

des Mindestlohnes abzudecken,

müsste die Erhöhung höher als zwölf

Prozent ausfallen. (…) Aus Rücksicht auf

die Kunden (…) habe man diesen Plan

jedoch verworfen. Sein Vorschlag für

die Zukunft: den Taxitarif an den MVV-

Tarif zu koppeln. Diese Idee wird nicht

von allen Interessensvertretern im Taxigewerbe

begrüßt. Frank Kuhle vom Vorstand

der Taxi-München eG kommentiert:

„Dieser Vorschlag ist völlig absurd.“


tb

Schon in den knapp zwei Jahren seit

Eröffnung zeichnet sich ab, dass der frische

Mix von Shops und Gastronomie von

Münchnern wie von Touristen angenommen

wird. Steigende Bestellzahlen

be legen diesen Trend. Vielleicht ist das

ja mal eine Empfehlung an einen Fahrgast

wert, der in der Innenstadt gepflegt einkaufen

möchte.

tb

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

Frankfurter Ring 193a

80807 München, Deutschland

Telefon: +49 (0) 89 / 215 48 30 70

Fax: + 49 (0) 89 / 215 48 30 79

E-Mail: info@taxi-times.com

Internet: www.taxi-times.com

Geschäftsführung: Jürgen Hartmann

Bankverbindung

Stadtsparkasse München

BLZ 70150000, Kontonummer 1003173828

IBAN: DE89701500001003173828

BIC: SSKMDEMM

UST-ID: DE293535109

Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Chefredaktion und V.i.S.d.P.

Tom Buntrock (tb)

tt-muenchen@taxi-times.com

Redaktion

Robert Biegert (rb), Helmut Hack (hh),

Florian Osrainik (fo)

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Florian Bachmann (fb)

Grafik & Produktion

Juliana Hesse (verantwortlich),

Lotte Buchholz, Kornelia Jaeger,

Iris Lutterjohann, Henrike Uthe

Raufeld Medien GmbH,

Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin

Telefon: +49 (0)30 695 665 0

Anzeigenleitung, Online-Verkauf

und Vertrieb

Elke Gersdorf, e.gersdorf@taxi-times.com

Telefon: +49 (0) 89 / 215 48 30 75

Fax: +49 (0) 89 / 215 48 30 79

Druck

Chroma Druckerei, Przemyslowa 5,

68-200 Zary, Polen

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €

Veröffentlichung gemäß § 8 Abs. 3 des

Gesetzes über die Presse vom 1.4.2000:

Gesellschafter der taxi-times Verlags GmbH,

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mit einer Systemleistung von 164 kW (223 PS) sichert eine kultivierte Performance

bei niedrigem Verbrauch und geringen Emissionen. So begnügt sich die Sportlimousine

mit durchschnittlich nur 4,7 Litern Kraftstoff*auf 100 Kilometer und CO2-

Emissionen von 109 g/km*.

Auszug aus der umfangreichen Ausstattung:

• TAXI-Paket „Intax“

• Hybrid Drive mit stufenlosem Automatikgetriebe (E-CVT)

• Geschwindigkeitsregelsystem „Cruise Control“

• 8-Zoll-Multifunktionsdisplay

• Heckkamera mit Einparkführung

• Klimatisierungsautomatik

• Ledersitze (mit Sitzheizung Fahrer/Beifahrer)

• Sitzeinstellung Fahrer/Beifahrer (10 Wege, elektrisch); und vieles mehr!

Hauspreis GS 300h TAXI Edition inkl. Taxi-Paket:

1

39.757 €

inkl. MwSt.

Finanzierungskonditionen 2

Hauspreis 39.757,00 €

Anzahlung 6.380,00 €

Nettodarlehensbetrag 33.377,00 €

Bearbeitungsgebühr 0,00 €

Gesamtbetrag 35.940,00 €

gebundener Sollzins 2,95%

effektiver Jahreszins 2,99%

Laufzeit

60 Monate

60 monatliche Raten á 599,00 €

1) Barpreis-Angebot für Taxiunternehmen inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Überführungskosten; gültig bis 31.03.2015.

2) Ein Angebot von Lexus Financial Services (eine Marke der Toyota Kreditbank GmbH, Toyota-Allee 5, 50858 Köln). Vertragslaufzeit 60 Monate. Nur gültig

für Geschäftskunden. Gilt bei Anfrage und Genehmigung bis zum 31.03.2015, zuzüglich Überführungskosten. Das Finanzierungsangebot entspricht dem Beispiel

nach §6a Abs. 3 PAngV. Unser Autohaus vermittelt ausschließlich Darlehensverträge der Toyota Kreditbank GmbH (Lexus Financial Services).

*Benzintriebwerk, 133 kW (181 PS), und Elektromotor, 105 kW (143 PS), Systemleistung 164 kW (223 PS), Kraftstoffverbrauch GS 300h Business Edition in l/100

km kombiniert 4,7 (innerorts 4,8/außerorts 4,5), CO 2 -Emissionen kombiniert 109 g/km nach dem vorgeschriebenen EU-Messverfahren.

Abb. zeigt GS 300h Business Edition mit Sonderausstattung.

4x in München

Taxi-Kompetenz-Center:

80687 München I Landsberger Str. 222

Taxi-Service-Stützpunkte:

80807 München I Frankfurter Ring 166

80993 München I Dachauer Str. 463

81673 München I Neumarkter Str. 80

Ihr Taxi-Ansprechpartner (Landsberger Straße):

Peter Szitar

Tel.: 089 / 547177-27

peter.szitar@toyota-dit.de

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