PS 12/2016

ps.magazin

12

DEZEMBER

2016

DUCATI

1299 Superleggera

BMW

R 1200 GS

2017Z 900

KAWASAKI

EU!

HAMMER-

KTM

790 Duke

DUCATI

UND ALLE MESSE-

NEUHEITEN

BMW

R nineT Urban GS

DUCATI

Monster 1200 S

KTM

1290 Super Duke R

YAMAHA

YZF-R6

KAWASAKI

Z 650

8 Seiten Extra

NEU PREMIERE

Kawasaki Z 1000 SX

ZONKOS ATTACKE

Aprilia Tuono V4 1100 RR

TECHNIK-CHECK 2017

SUPER-

SPORTLER

l BMW S 1000 RR

l HONDA Fireblade

l KAWASAKI ZX-10RR

l SUZUKI GSX-R 1000

l YAMAHA YZF-R1M

ÜBERSICHT

RENN-

SERIEN

Deutschland € 4,20

Österreich € 4,80; Schweiz sfr 7,20;

BeNeLux € 4,90; Dänemark DKR 47,00;

Italien € 5,60; Slowenien € 5,60;

Spanien € 5,60

PS-ONLINE.DE

2017


Marc Marquez holt sich

den 5. Weltmeistertitel!

MotoGP Weltmeister!

Wir gratulieren Marc Marquez

und dem Honda Repsol Team.

Schon bald im

Handel – die neue

CBR1000RR Fireblade.

Die nächste Dimension der totalen Kontrolle steht bereits in der

Startaufstellung. Jetzt unter www.die-neue-fireblade.de

registrieren und alles über die neue CBR1000RR Fireblade

erfahren.

www.die-neue-fireblade.de


INHALT 12/2016

86

Marc Márquez: Erst 23,

aber mit fünf WM-Titeln

schon einer der größten

Champions. Er schildert

den schwierigen Weg zum

MotoGP-Triumph 2016

Titelfotos: racepixx.de, Andreas Riedmann, Hersteller; Inhaltfotos: 2snap, Michael Praschak

SZENE

04 NEWS/PRODUKTE

Aprilia Tuono 125; BMW G 310 R; Kawasaki

H2 Carbon; Yamaha MT-09;

Rossi provoziert Geldstrafen

TEST

10 NEUHEITEN

Die Highlights der EICMA in Mailand

28 PREMIERE

Kawasaki Z 1000 SX: Charaktertest

32 SUPERSPORTLER 2017

Technik-Offensive bei Honda und Suzuki.

Was hat die Konkurrenz drauf?

40 ZONKOS ATTACKE

Aprilia Tuono V4 1100 RR

48 FAHRASSISTENZEN

Das perfekte Elektronik- und Fahrwerks-Setup

für die Aprilia RSV4 RF

SERVICE

54 TECHNIK-FRAGEN

SPORT

64 PITLANE

Alle Cups und Hobbyracing-Serien

2017; Roadracing-Reportage; News

86 WELTMEISTER MARC MÁRQUEZ

96 SPORT-NEWS

RUBRIKEN

56 MARKT

63 LESERPOST

84 DSK-NACHRICHTEN

98 VORSCHAU/IMPRESSUM

74

Zwischen Bäumen und Hausmauern:

Roadracing-Events rocken die Fans

Das komplette Heft gibt es auch als E-Paper fürs iPad.

Mehr Infos: www.ps-online.de/ps-epaper

Offizielle

Mitgliederzeitschrift

PS 12/2016 3


SZENE

NEWS

G-PUNKT

Fotos: BMW

BMW G 310 R. Nein, hier geht es nicht

um kaum auffindbare weibliche Stimulationszonen.

Es gibt eine neue BMW-Baureihe.

Die nennt sich G 310 und wurde

für den Weltmarkt konzipiert. Noch vor

der GS kommt der Roadster G 310 R aus

dem indischen (!) Werk zu uns. Die Eckdaten:

313 Kubik, 34 PS, 28 Newtonmeter,

Leergewicht 158 Kilo. Der Preis?

Festhalten: 4750 Euro. Kann die G 310 R

für so wenig Geld den Premiumanspruch

von Weiß-blau erfüllen?

Sie kann allem Anschein nach, wie

wir auf der Präsentation erfahren konnten.

Okay, ungewollte Wheelies haben

wir mit 34 PS keine produziert, aber das

Motörchen zeigt durchaus Elan. Gedrehter

Kopf (Einlass vorn, Auslass hinten),

nach hinten geneigter Nikasil-Zylinder,

DLC-Schlepphebel, gleitgelagerte Kurbelwelle

– der Antrieb ist modern gebaut,

was man an echter Drehfreude und

feinem Lauf merkt. Am Fahrwerk wurde

ebenfalls nicht gespart. Oder zumindest

nicht so, dass man davon etwas merken

würde. Die Upside-down-Gabel vorne

spricht bemerkenswert gut an und

dämpft ordentlich, genau wie das Federbein

hinten. Das ist nicht selbstverständlich

in dieser Klasse. Wuselig flink wedelt

der optisch an die S 1000 R angelehnte

Roadster auf 110 beziehungsweise

150 Millimeter schmalen Michelins

ums Eck, ohne dabei allzu nervös daherzukommen.

Zum Verzögern vertraut

BMW auf Hardware der indischen

Brembo-Tochter ByBre. Radialzange,

Stahlflex, Sintermetallbeläge – bremst

gut. Fazit? G-Punkt gefunden. Spaßiger

Qualitäts-Flitzer für wenig Kohle.

Schlicht und gut: Das Cockpit bietet sehr

viele Infos, nur die Drehzahl ist zu klein

Über Klassenstandard: 300er-Einzelscheibe,

Radialsattel, Stahlflex, top ABS

4 PS 12/2016


Foto: Aprilia

Foto: fact

Horex: im Motorbuch Verlag

WAS BEI HOREX GERADE GEHT, IST

ETWAS NEBULÖS. ABER WER WIS-

SEN WILL, WAS BIS HEUTE WAR,

FINDET IN DEM ÜBERARBEITETEN

BUCH VON JÜRGEN NÖLL ALLE

ANTWOREN. PREIS: 49,90 EURO

EINSTEIGER-TRAUM

APRILIA TUONO 125

Italienisch untypisch, nämlich ohne Tamtam,

stellte Aprilia auf der INTERMOT ein

komplett neues Motorrad auf den Stand.

Neben dem dezenten „Weltpremiere“-

Schildchen stand die Tuono 125, ein

extrem erwachsen wirkendes Naked

Bike mit kleiner Frontverkleidung, dem

aus der RS bekannten Einzylinder, einer

schön gemachten Upside-down-Gabel

am optisch insgesamt sehr gelungenen

Chassis und großem 14-Liter-Tank.

Die Verwandtschaft zur

großartigen Aprilia Tuono V4 1100

kann dieses Einsteigerbike, dessen

Preis noch nicht feststeht,

nicht verleugnen.

EDITORIAL

E WIE ERNSTHAFT

2030 wird brutal. Zumindest, wenn

man dem Bundesrat glaubt und bedingungsloser

Anhänger des Verbrennungsmotors

ist. Denn in jenem

Jahr, so wollen es die Politiker der

Ländervertretung jetzt, soll diese Antriebsart

komplett verschwinden und

durch Elektromotoren ersetzt werden

– der Umwelt zuliebe. Keiner von uns

atmet gern dreckige Luft, setzt sich

genüsslich dem Feinstaub in unseren

Städten aus oder würde aus reiner

Freude an Smog seinen Wohnsitz

nach Peking verlegen. Was aber bei

solch plakativen Parolen aus der

Politik gern unter den Tisch fällt, ist

die Tatsache, dass der Verkehr an der

Umweltbelastung hierzulande mit

maximal einem Drittel beteiligt ist –

Motorräder dabei sogar verschwindend

gering. Alles andere geht vor

allem auf das Konto der Industrie

und der Haushalte, wie etwa durch

veraltete Heizungssysteme. Und was

ebenfalls nicht auf der Haut der Sau

steht, die da für 2030 durchs Dorf

getrieben wird, ist die Energie- und

Ökobilanz der E-Mobilität. Die Stromerzeugung

ist nämlich noch immer

die größte Dreckschleuder der Nation,

von den Problemen beim Batteriebau

bis zu deren Entsorgung noch

gar nicht zu reden. Ganz klar: Wir

brauchen eine Perspektive für die Zukunft,

vor allem die unserer Kinder.

Aber bitte schön entlang der Realität

und weniger als steife Brise für die

Segel von Lobbyisten und aktionistischen

Volksvertretern.

Uwe Seitz, leitender Redakteur

MESSETERMINE 2017

NEUHEITEN ZUM ANFASSEN

Während Presse und Fachbesucher die

Neuheiten 2017 auf den großen Messen

INTERMOT und EICMA schon live gesehen

haben, bekommen die Motorradfans

auf den Regionalmessen Anfang nächsten

Jahres die beste Gelegenheit, den

neuen Bikes näher zu kommen. Die

größten Veranstaltungen: Den Auftakt

macht die „Motorradwelt Bodensee“ in

Friedrichshafen vom 27. bis 29. Januar,

gefolgt von Leipzig vom 3. bis 5. Februar

und der neuen Messe „Motorrad live“ in

Stuttgart vom 10. bis 12. Februar. Der

Evergreen „Motorräder“ in Dortmund

öffnet vier Tage lang vom 2. bis 5. März

die Pforten.

Foto: Yvonne Hertler

WWW.PS-ONLINE.DE


Foto: MV Agusta

Foto: Michelin

KURZ & KNAPP

++ KORREKTUR++

Im Elektronik-Setup-Test der

Yamaha YZF-R1 (PS 11/2016)

haben wir die Fahrwerksdaten

vertauscht. Unsere Empfehlung

für die Rennstrecke

stand im Landstraßenkasten

und umgekehrt. Wir bitten

um Entschuldigung.

++ NEUER REIFEN ++

Mit dem „Power RS“ bringt

Michelin einen neuen Sportreifen

mit Straßenzulassung.

Er wird als Premiumreifen

in das

Portfolio der Franzosen

aufgenommen,

dem sie besonders

agiles

Handling, top Grip

und hohe Stabilität

auf trockener Straße

zuschreiben. PS

kann den Reifen bereits

für die nächste Ausgabe im

Konkurrenzumfeld testen.

++ TT-TICKETS ++

Der Ticketverkauf für die Isle

of Man-TT 2017 (27.5.-9.6.)

hat begonnen. Die begehrten

Karten für den Grand Stand

am Start in Douglas und

die offiziellen TT-Tribünen

können über die Homepage

www. iomtt.com geordert

werden und kosten von fünf

Pfund während der Trainingswoche

bis zu 60 Pfund

für das Senior TT-Rennen.

++ MV-SUPERBIKE ++

Bis zu 25 Bikes täglich sollen

aktuell beim angeschlagenen

italienischen

Hersteller MV

Agusta gebaut

werden. Laut

aktueller Pressemeldung

gehört dazu

offensichtlich

die nächste RC-

Version des F4-Superbikes

mit vielen Extras und der

Lackierung des World-SBK-

Teams um Pilot Leon Camier.

250 Stück soll es davon insgesamt

geben, die für jeweils

40 090 Euro auf einen neuen

Besitzer warten.

Fotos: Yamaha

NEUE YAMAHA MT-09

AGGRESSIV, SPORTLICH

Auf der INTERMOT präsentierte Yamaha überraschend

ein sogenanntes „Facelift“ des erfolgreichen

Dreizylinder-Nakeds MT-09. Die

Japaner nutzten die Anpassung an Euro 4

gleich dazu, die MT-09 weiter zu verbessern.

Der Landstraßenfeger hat für 2017 laut

Datenblatt trotz neuem Auspuff keine Leistung

eingebüßt und drückt weiterhin 115 nominelle

PS. Dafür sind eine Anti-Hopping-Kupplung und

ein Schaltautomat dazu gekommen. Die Designer

gaben der MT-09 eine neue Lampenmaske

samt LED-Doppelscheinwerfern, zeichneten die

Kühlerverkleidung neu und kürzten das Heck.

Rücklicht und Kennzeichen sitzen jetzt an einem

Ausleger, der an der Schwinge angebracht

ist. Zwei Kilogramm wiegt die neue MT-09 jetzt

mehr (193 kg), einen Preis gibt es noch nicht.

REDAKTIONS-TIPP

STAHLWILLE-WERKSTATTWAGEN

Robuster Werkstattwagen mit 100-

mm-Rädern, arretierbar, gefüllt mit

zwei Feinzahnratschen, Nüssen, Verlängerungen,

Ring-/Maulschlüsseln,

Zangen, Schraubendreher. Insgesamt

131 Teile – damit kommt man

schon ziemlich weit

Zum aggressiveren Design

gibt es noch Goodies in

Form des Schaltautomaten

(links) und der Anti-Hopping-Kupplung

Altgediente Schrauber wissen es

natürlich: Werkzeug von Stahlwille

kauft man nur einmal – weil das

Zeug einfach nicht kaputtgeht.

Die Ratschen, Ringschlüssel

und Nüsse aus Wuppertal sind

allerdings nicht ganz billig. Made

in Germany hat eben seinen Preis.

Da trifft es sich gut, dass es noch bis

Ende des Jahres bei der Firma Heinrici

in Kleinmachnow bei Berlin ein

Sonderangebot für einen gut gefüllten

Werkstattwagen von Stahlwille

gibt: Der stabile Wagen verfügt über

sechs Schubladen, drei davon sind

mit insgesamt 131 Teilen versehen.

Mit den sehr empfehlenswerten

Feinzahnratschen kostet der Wagen

1188,80 Euro, zu bestellen unter

www.heinrici-klassik.de.

Fotos: mps-Fotostudio

6 PS 12/2016


Ticketverkauf angelaufen

FÜR DAS DEUTSCHE MOTOGP-

RENNEN 2017 AM SACHSENRING

(VORAUSSICHTLICH 16. JULI)

HAT DER VORVERKAUF BEREITS

BEGONNEN. TICKETS GIBT ES AB

40 EURO UNTER WWW.SRM-

SACHSENRING.DE ODER TELE-

FON 037 23/49 99 11.

AKRAPOVIC-JUBILÄUM

NOBLE TÖPFE AUS SLOWENIEN

Zum 25-jährigen Jubiläum des slowenischen Auspuff-Spezialisten Akrapovic

gibt es 25 exklusive Slip-on-Reihen für verschiedene Sportbikes in einem

speziellen Design mit Jubi-Plakette und mit Unterschrift von Firmengründer

Igor Akrapovic. Um das Ganze noch aufzuwerten, bot der Firmenchef

beim Superbike-WM-Rennen in Magny-Cours fünf Top-Fahrer auf, um

jeweils ein Modell von Hand zu signieren. Die Unikate mit Autogrammen

der Kawasaki-Piloten Jonathan Rea und Tom Sykes, Ducati-Fahrer Chaz

Davies, Yamaha-Racer Sylvain Guintoli und BMW-Crack Markus Reiterberger

wurden für wohltätige Zwecke versteigert.

Gründer Igor Akrapovic (Mitte) feiert mit WM-

Piloten und exklusiven Slip-on-Modellen das

25-jährige Firmenjubiläum

Foto: Akrapovic

1.39,190MIN.

BETRÄGT DER NEUE RUN-

DENREKORD FÜR SUPER-

BIKES IM SPANISCHEN JEREZ.

AUFGESTELLT WURDE DIE

MARKE VON TOM SYKES IM

QUALIFYING DES WORLD-

SBK-RENNENS IN ANDALUSI-

EN. DEN MOTOGP-REKORD

DORT HÄLT JORGE LORENZO

MIT 1.37,910 MIN, AUFGE-

STELLT AUF DER YAMAHA M1

IM QUALIFYING 2015.

Foto: 2snap Foto: Mike Schümann

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 7


NEUES KOMPRESSOR-MODELL

H2 ÜBERARBEITET

Die bisher als H2 geführte, straßenhomologierte

Kompressor-Kawasaki wird ab 2017

mit einigen Design-Änderungen als Ninja H2

Carbon angeboten. Sie und auch das limitierte

H2R-Modell besitzen eine ganz neue Elektronik,

die wie beim Superbike eine neunstufige

Traktionskontrolle beinhaltet. Auch eine

Launch-Control und das neue ABS sind an

Bord. Dazu werden die H2-Modelle mit einem

neuen TTX-Federbein von Öhlins ausgestattet

und sind mit einem neuen Auspuff und leichten

Änderungen am Motor mit gleicher Leistung

jetzt Euro 4-konform. Durch all diese

Maßnahmen sollen die H2 Carbon und das

H2R-Modell auch leichter geworden sein. Um

wie viel Kilo das Gewicht reduziert wurde und

was die Ninja H2 kosten soll, hat Kawasaki

bislang noch nicht bekannt gegeben.

Mit allen Neuteilen dürfte die Ninja

H2 Carbon deutlich über

25 000 Euro kosten

Foto: fact

ROSSI PROVOZIERT GELDSTRAFEN

FRECHER DOKTOR

Beim Grand Prix in Misano sorgte Valentino Rossi dafür, dass der

Weltverband FIM über eine neue Regel für GP-Piloten nachdenkt.

Bald müssten diese in allen Klassen mit Geldbußen rechnen, wenn

sie Kollegen gegenüber ihren Unmut in aller Öffentlichkeit per

erhobenem Mittelfinger kundtun. Hintergrund des „Stinkefinger-

Gesetzes“: Rossi hatte mit dieser Geste Suzuki-Fahrer Aleix Espargaró

abgestraft, weil der dem

Doktor im Zeittraining im

Weg herumgefahren war. Dabei

war Rossi selbst gerade

gar nicht auf eine Top-Zeit

aus. Er sagte danach aber,

dass er „Fahrer, die andere

blockieren, grundsätzlich

schlimm findet“. MotoGP-

Kollege Cal Crutchlow (im

Foto rechts neben Rossi)

hat zur neuen Regel

auch eine Meinung:

„Wenn die das

durch ziehen, bin ich

sicher bald pleite.“

Foto: 2snap

YAMAHA YZF-R1M

ONLINE RESERVIEREN

Die Yamaha YZF-R1M-Online-Reservierungsplattform

(https://r1m.yamaha-motor.eu) steht ab sofort wieder

zur Verfügung und bietet die Möglichkeit, sich als Interessent

für die 2017er-Version des nur in begrenzter

Stückzahl erhältlichen Yamaha Superbikes registrieren

zu lassen. Die 2015er- und 2016er-Versionen der YZF-

R1M mit einigen Extras wie dem elektronischen Fahrwerk

waren in kurzer Zeit ausverkauft. Käufer können

auch exklusiv an Yamaha-Renntrainings teilnehmen.

Foto: Markus Jahn

8 PS 12/2016


NEUES ZU-

BEHÖR

Rund um die Neuheiten-Messen

sind neue Motorrad-Klamotten

vorgestellt worden.

Außerdem haben wir ein paar

Teile getestet.

Foto: Rukka

Foto: Schuberth

SCHUBERTH Der

neue Allrounder-

Integralhelm SR2 ist

mit Antenne und Lautsprecher

für Bluetooth

vorbereitet und kann

zum Kommunikationssystem

erweitert

werden. Ab 419 Euro.

www.schuberth.com

RUKKA Wer den Winter

durchfährt oder an

kalten Sonnentagen

das Bike anwirft, kann

den neuen „Harros

GTX“-Handschuh mit

winddichtem Goretex

einsetzen. Größen:

6-14, 179,95 Euro.

www.rukka.com

Foto: BMW

Foto: X-Lite

BMW und Alpinestars

haben die Airbag-

Jacke Street Air Dry

vorgestellt, die ohne

direkte Verbindung

zum Bike funktioniert

und für Offroad- wie

Straßenfahrt abgestimmt

werden kann.

Preis: 1600 Euro.

www.bmwgroup.com

X-LITE Den 702 GT

gibt es ab 2017 als

Vollkarbon-Version.

Damit ist der Sporttouring-Helm

deutlich

leichter geworden.

In den Größen

XXS bis XXXL kostet

er 489,99 Euro www.

nolangroup.de

ALPINESTARS Die

Protektorenweste

Bionic Pro testeten

wir auf Großenduros.

Für den MX-Einsatz

ist der Schutz etwas

dürftig, für En duro-

Touren ausreichend.

179 Euro. www.

alpinestars.com

Foto: Alpinestars

Foto: Alpinestars

ALPINESTARS Richtig

gut gefiel uns die

Unterzieh-Protektorenhose

„Freeride“

der Bionic-Serie.

Super Sitz und guter

Schutz. Größen: S-

2XL. 89,95 Euro www.

alpinestars.com

Foto: Metisse

Metisse erweitert Angebot

METISSE HAT SCHLANKE PUIG-KENNZEICHENTRÄGER

FÜR SUPERSPORTLER. DIE NEIGUNG IST EINSTELL-

BAR, DIE BLINKERHALTER KÖNNEN IN DER BREITE

VARIIERT WERDEN, MATERIAL: PULVERBESCHICHTE-

TER STAHL. CA. 100 EURO. WWW.METISSE.DE

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 9


NEUHEITEN

YAMAHA YZF-R6

01 Hauptrahmen

und

Antrieb sind alte

Bekannte, der

Heckrahmen

aus Magnesium

komplett neu

02 Nachdem

mittlerweile fast

jedes neue Bike

ein vollständiges

TFT-Display

zur Anzeige

sämtlicher Infos

verwendet,

feiern wir den

analogen Drehzahlmesser

der

neuen Yamaha

R6 umso mehr

01

10 PS 12/2016


DER NEUE

6-APPEAL

„Der Supersport ist tot, lang lebe der Supersport“ –

das jüngste Lebenszeichen von Yamaha zum Thema

600er könnte kaum reizender ausfallen. 2017 gibt es

eine einzige scharfe Rasierklinge, und die heißt R6.

Text: Volkmar Jacob, Tobias Münchinger und Uwe Seitz; Fotos: Hersteller

02

Ein Rennfahrer wetzt auf einer

Supersportmaschine um eine

Rennstrecke. In Schräglage

schleifen Knie und Ellenbogen

gleichzeitig über die Curbs, bevor die

Maschine aus der Kurve heraus schrill

kreischend auf hohem Drehzahlniveau

das Vorderrad lupft. Das knapp zweiminütige

Promo-Video zitiert auf jeden

Fall gekonnt den modernen Supersport-Fahrstil.

Harter Rennsport à la

Yamaha-Cup oder Superbike-WM lässt

schön grüßen und die Gashand unwillkürlich

nach hinten zucken! Nicht nur

als einziger japanischer Hersteller,

sondern als einziger Hersteller über-

haupt setzt Yamaha die Tradition der

600er-Supersportler fort. „Wir sind

Rennsport, und wir lassen diese Klasse

nicht sterben“, erklärte Jörg Breitenfeld,

der Yamaha-Country-Manager Deutschland,

schon im Vorfeld der INTERMOT

gegenüber PS.

Was kann die neue Drehzahlfeile

nun? Zunächst einmal kümmerten sich

die Ingenieure um die Verbesserung

der Aerodynamik. Wie sich unschwer

erkennen lässt, wurde die neue YZF-R6

optisch an die große Schwester R1 angelehnt.

Die ganze R-Familie von Yamaha

spricht mehr oder weniger dieselbe

moderne Designsprache. Um acht Prozent

soll die charakteristische Frontverkleidung

mit dem zentralen Lufteinlass

windschnittiger sein als beim

R6-Vorgängermodell, wozu auch die

in den Spiegeln integrierten Blinker

ihren Beitrag leisten.

Auf der Rennstrecke braucht es

aber eh keine Spiegel und auch keine

Blinker. Doch genau dort gehört die

R6 nach wie vor hin. Was ihre Performance

auf den Rundkursen auf jeden

Fall anheben dürfte, ist die neue

43-mm-Gabel und die 320-mm-Bremsanlage.

Bei beiden Komponenten heißt

die Teilespenderin wieder R1. Die

Upside-down-Gabel der neuen 600er

kommt von KYB und ist um zwei Millimeter

stärker im Durchmesser als beim

Vorgängermodell. Von der neuen Gabel

verspricht man sich vor allem ein besseres

Gefühl bei harten Bremsattacken

und mehr Präzision in Kurven. Die Vor-

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 11


DATEN

Wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor,

599 cm³, 91 kW (124 PS) bei

14 500/min und 66 Nm bei 10 500/min

(Werte des Vorgängermodells),

Leichtmetall-Brückenrahmen,

43-mm-Upside-down-Gabel, Anti-

Hopping-Kupplung, 320-mm-Doppelscheibenbremse

mit Vierkolben-

Festsätteln vorn.

ABS, sechsstufige Traktionskontrolle

und Schaltautomat

an

Bord

derradachse ist im Durchmesser um

25 Millimeter vergrößert, was sich

ebenfalls günstig auf das Handling auswirken

soll. Insgesamt wurde die neue

Supersportwaffe mit 190 Kilogramm

zwar nicht leichter, allerdings gegenüber

den 189 Kilogramm der Vorgängerin

auch nicht beträchtlich schwerer.

Die Yamaha YZF-R6 trägt 2017 ein

ABS-System (die Euro 4-Norm verlangt

es) und ein neues Elektronikpaket mit

sich herum. Es besteht aus der sechsstufigen

Traktionskontrolle TCS (Entwarnung

an die Cracks, das System ist

auch abschaltbar) und einem Schaltautomaten.

Verschiedene Leistungsmodi

sind vermutlich ebenfalls dabei, worauf

die nicht weiter erklärte Auflistung eines

„D-Mode“ in den bisherigen Presseunterlagen

hindeutet. Der Quickshifter

QSS funktioniert leider nur beim Hochschalten,

eine Blipperfunktion ist ab

Werk nicht vorgesehen.

Edel und teuer geht es am Heck

weiter. Nicht nur optisch stolpert man

hier wieder über Anleihen der großen

Schwester YZF-R1, sondern auch bezüglich

des verbauten Materials: Der

Heckrahmen des neuen R6-Modells

besteht aus Magnesium. Im vorderen

Bereich fällt er um 20 Millimeter

schmaler aus, damit der Pilot besseren

Halt am Tank findet. Der Sitz ist gleich

hoch wie beim alten Modell, aber einen

Tick steiler angestellt.

Apropos Tank: Der bekam für 2017

eine aerodynamisch schnittigere Form

und besteht nun aus Aluminium anstatt

Metall (1200 Gramm Gewichtsersparnis).

Yamaha ist besonders stolz auf

das Herstellungsverfahren. Roboter

kümmern sich zunächst um das Aneinanderschweißen

der Einzelteile, bevor

der Spritbunker per Menschenhand

das edle Finish verliehen bekommt.

Zudem weist der Tank tiefere Mulden

an der Seite auf, um den Knieschluss

zu verbessern und eine schnellere

Gewichtsverlagerung auf der Rundenzeitenjagd

zu ermöglichen.

Mit Freude stellen wir bei der neuen

YZF-R6 auch fest, dass auf den Einbau

eines modernen TFT-Displays verzichtet

wurde. Nach wie vor kommt die

Feile mit einem klassischen Rundinstrument,

das optisch nur sachte verändert

wurde. Daneben gibt es ein

Multifunktionscockpit, das außer den

obligatorischen Dingen wie Kilometerstand

und Temperatur Infos über die

Traktionskontrollen-Einstellung und

den ABS-Status liefert. Dazu beherbergt

es eine Ganganzeige. Wichtig bei diesem

Bike: Der rote Bereich des analogen

Drehzahlmessers beginnt erst hinter

der Marke von 16 000 Touren – nicht

nur für Fans ein herrlicher Anblick!

Was uns unmittelbar zu der Überlegung

führt, wie viel Power die neue

R6 wohl bereitstellt. Das technische

Niveau war schon bei der Vorgängerin

nicht von schlechten Eltern: Titanventile,

variable Ansaugtrichter, doppelte

Einspritzdüsen, elektronische Drosselklappensteuerung

und obendrauf eine

sagenhafte Anti-Hopping-Kupplung.

Nominell reichte das für 124 PS, die

bei der Neuen mindestens versammelt

sein sollten. Die offiziellen Leistungsdaten

stehen allerdings noch aus.

Als sicher gilt dafür, dass die R6 ab

April in den Farben Race Blu und Tech

Black bei den Händlern stehen wird.

Über den Preis schweigt sich Yamaha

ebenfalls noch aus. Anzunehmen ist

aber, dass die Supersport-Ikone wohl

kaum zum Budget-Preis wie einige

Modelle aus der MT-Familie über den

Tresen geht.

12 PS 12/2016


Deutliche Parallelen

zur R1:

LED-Scheinwerfer

und schlitzartige

Positionsleuchten

neben

einem großen

zentralen Lufteinlass.

Das

Heck kennen

wir ebenfalls

vom großen

Superbike

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 13


NEUHEITEN

DUCATI

Traditionell ist die EICMA in

Mailand für Ducati die wichtigste

Messe, und für dieses

Jahr haben die Roten aus

Bologna ein absolutes Sahnestück unter

den Supersportlern vorgestellt. Die

1299 Superleggera ist das leichteste

und stärkste Zweizylinder-Superbike,

das jemals in Serie gebaut wurde. Leisten

soll dieses Traumbike 215 PS bei

sagenhaften 11000/min – ein Hammerwert

für einen Twin mit Straßenzulassung.

Dazu wiegt die Superleggera

auch noch knapp zehn Kilogramm weniger

als die 1299. Wer rechnen kann,

kommt so auf rund 156 Kilogramm

Trockengewicht. Dazu haben die Ingenieure

wirklich überall Vollgas gegeben.

Als erstes Serienbike hat die

Superleggera daher einen komplett aus

Karbon gefertigten Rahmen, was allein

1,7 Kilo gespart hat. Gleiches gilt für

die Schwinge (minus 0,9 kg). Die Räder

sind ebenfalls aus dem Kohlenstoff und

raspeln 1,4 Kilo vom Gesamtgewicht

einer „herkömmlichen“ 1299.

Die Power der Superleggera kommt

selbstverständlich auch nicht von ungefähr.

Vieles der 1199 Superleggera,

die vor wenigen Jahren durch den kräftig

überarbeiteten Superquadro für

Furore sorgte, findet sich nun auch im

1299er-Pendant. So etwa die Wolfram-

Ausgleichsgewichte an der leichteren

Kurbelwelle, die Titanpleuel und spezielle

116-mm-Schmiedekolben. Die Verdichtung

erreicht ein fettes Verhältnis

von 13:1. Auch der Zylinderkopf wurde

bearbeitet. Die Ein- und Auslassöffnungen

sind noch einmal größer geworden

(auslassseitig jetzt 39,5 mm), und im

Kopf wurde unter anderem Platz geschaffen

für scharfe Nockenwellen mit

höherem Ventilhub. Dazu gibt es eine

Akrapovic-Komplettanlage vollständig

aus Titan und Euro 4-konform.

14 PS 12/2016


DATEN

Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, 1285

cm³, 215 PS bei 11 000/min, Verdichtung

13:1, komplett aus Karbon gefertigter

Rahmen, Schwinge und Räder aus Karbon,

Trockengewicht 156 Kilogramm,

weiterentwickelte IMU-Trägheitssensorik

mit Slide- und Launch-Control,

Kurven-ABS von Bosch, Akrapovic-

Komplettanlage aus Titan, Kleinserie

von 500 Stück, Preis etwa 80 000 Euro

DUCATI

1299 SUPERLEGGERA

Die Elektronik der 1299 wurde für

die Superleggera nochmals verbessert.

Mit den Daten der IMU soll die Traktionskontrolle

jetzt noch feiner regeln.

Das Superbike verfügt über eine Slideund

Launch-Control. Auch das Bosch-

Kurven-ABS wurde der Hammer-Ducati

einverleibt. Mit dem Schaltautomat

kann kupplungsfrei hoch und runter

geschaltet werden.

Für Superleggera-Besitzer, die mit

dem Brecher auf die Rennstrecke wollen,

kommen eine separate Auspuffanlage

und noch einige Teile dazu. Sie

sind sogar schon im Kaufpreis mit drin,

wobei wir schon beim Haken wären:

Die 1299 Superleggera kostet wohl

heftige 80000 Euro. Doch selbst damit

dürften die 500 Stück, die davon

gebaut werden, kaum reichen, um

die Nachfrage zu befriedigen.

Wesentlich leichter tut man sich

daher mit der neuen Monster 1200.

Sowohl in der Standard- als auch in

der S-Version dürfte das neue Euro

4-Naked Bike 2017 erstens deutlich

günstiger und zweitens in größeren

Stückzahlen auf den Markt kommen.

Viel hat sich gegenüber der Vorgängerin

geändert. So hat die 2017er-Monster

1200 ein komplett neues Heck bekommen,

unter dem eine neue Einarmschwinge

die Hinterhand führt. Ein um

26 mm verkürzter Radstand (jetzt 1485

mm) zur Vorgängerin soll der neuen

Monster ein noch agileres Handling bescheren

und dürfte sie vermutlich wieder

näher an die Dynamik des vor drei

Jahren eingestellten Streetfighters bringen.

Dafür spricht außer dem schmaler

gewordenen Tank auch die Power des

Testastretta. Die ist trotz Euro 4 gegenüber

der bisherigen Monster um 15 PS

auf jetzt 150 PS bei 9250/min angewachsen.

Das maximale Drehmoment

liegt bei 126,2 Nm. Am und um den

Motor hat sich aber außer dem Auspuff,

den neuen Drosselklappen-Bodies

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 15


NEUHEITEN

DUCATI

MONSTER 1200 S

DATEN

Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, 1198 cm³, 150 PS bei 9250/min, maximales Drehmoment

126,2 Nm, kürzerer Radstand (1485 mm), neuer Auspuff, neu gestyltes Heck,

neue Drosselklappenkörper und Ride-by-Wire, IMU-Trägheitssensorik aus der

1299 Panigale, Kurven-ABS von Bosch, Preis und weitere Details noch nicht bekannt

In der kleinen Multistrada

kommt der 937 cm³ große

Testastretta aus der 959

Panigale zum Einsatz. In

der Enduro wurde er auf

Drehmoment anstatt auf

Spitzenleistung getrimmt

und leistet 113 PS bzw.

96,2 Nm bei 7750/min

und dem Ride-by-Wire sonst gar nicht

so viel Neues eingeschlichen. Vielmehr

wurde das Vorhandene Euro 4-konform

angepasst.

Richtig draufgepackt haben die

Techniker in Bologna in Sachen Elektronik.

Basierend auf der 1299 Panigale

hat die Monster 1200 jetzt auch

eine IMU und neben der Traktionskontrolle

(DTC) auch eine Wheelie-Control

(DWC). Die DTC lässt

sich in acht Stufen, die DWC in

neun Stufen regeln. Dazugekommen

ist außerdem das

Kurven-ABS von Bosch.

DUCATI

MULTISTRADA

950

Noch einmal deutlich aufgewerteter

präsentiert sich natürlich die

S-Version. Sie hat feinere Räder und

ein komplett anderes Fahrwerk. Statt

der 43-mm-Kayaba-Gabel und dem

Sachs-Federbein des Standard-Modells

besitzt die S-Monster 1200 eine

48-mm-Gabel von Öhlins und ein

Federbein aus der gleichen Schmiede.

Dazu bremst die S mit ultrasportlichen

M50-Zangen von Brembo.

Wem beide 1200er-Monster zu

teuer, zu brutal oder beides sind, für

den hat Ducati die kleine Variante

wieder zurückgeholt. Man könnte auch

sagen, den Fehler, das hauseigene

Naked Bike-Einsteiger-Segment abzuschaffen,

endlich wieder korrigiert. Der

in der Monster 797 verbaute 803 cm³

kleine Desmo-Twin ist ein echter Klassiker,

nämlich luftgekühlt, wenn auch

voll Euro 4-konform. Er liefert 75 PS bei

16 PS 12/2016


Hübsches Offroad-Imitat der 70er inklusive

19-Zoll-Vorderrad. Beim Antrieb handelt es

sich um den 75 PS starken und 803 Kubikzentimeter

großen Vau-Zwo aus der

Monster 797. Luftgekühlt natürlich

DUCATI

SCRAMBLER

DESERT SLED

Die Retro-Welle rollt auch im Hause

Ducati auf allen Kanälen weiter.

Café Racer nennt sich dieses

Exemplar, das bestimmt wieder

viele Anhänger findet

DUCATI

SCRAMBLER

CAFÉ RACER

DUCATI

MONSTER 797

8250/min ab und generiert sein maximales

Drehmoment von 69 Nm bei

5750/min. Die einfache Ausstattung am

Fahrwerk dürfte für Monster-Neulinge

und selbst mal sportlich motivierte

Freizeit-Jäger reichen. Während die

43-mm-Kayaba-Gabel mit 130 mm

Federweg ohne Druck- und Zugstufen-

Einstellung auskommen muss, offeriert

das Sachs-Federbein zur Vorspannung

eine einstellbare Zugstufen-Dämpfung.

Das LCD-Cockpit liefert alle erforderlichen

Infos. Mit dieser Monster 797

dürften auch Wiedereinsteiger den

Weg zu Ducati finden.

Die sind unter anderem auch im

Zielgruppen-Fokus der komplett neu

vorgestellten kleinen Multistrada. In

der werkelt der 937 cm³ große Testastretta,

wie wir ihn unter anderem aus

der kleinen 959 Panigale kennen. Allerdings

besitzt er in der Multistrada 950

DATEN

Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, 803 cm³, 75 PS bei 8250/min, 69 Nm bei

5750/min, 43-mm-Upside-down-Gabel von KYB mit 130 mm Federweg, nicht

einstellbar, Sachs-Zentralfederbein mit einstellbarer Federbasis und Zugstufendämpfung,

Preis und weitere Daten noch nicht bekannt

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 17


NEUHEITEN

KTM

KTM

1290 SUPER

DUKE R

DATEN

ganz andere Werte und wurde statt auf

Spitzenleistung mehr auf Drehmoment

getrimmt. 113 PS leistet der Twin hier.

Das Drehmoment beträgt 96,2 Nm bei

7750/min. Satte 20 Liter fasst der Tank

und dürfte Touren-Freunde ebenso

erfreuen wie die vier Fahrmodi und

das Safety-Pack mit Bosch-ABS und

achtstufiger Traktionskontrolle.

Abgerundet hat Ducati den EICMA-

Neuheitenreigen mit zwei weiteren

Zweizylinder-75-Grad-V-Motor, 1301 cm³, 130 kW (177 PS) bei 9750/min,

141 Nm bei 7000/min, Stahl-Gitterrohrrahmen, Upside-down-Gabel, Sitzhöhe

800 mm, Gewicht vollgetankt ca. 218 kg, Tankinhalt 18 Liter, Preis 16 395 Euro

Retro-Modellen aus dem Scrambler-

Lager. Zum einen ist da ein hübsches

Offroad-Imitat der 70er-Jahre mit 19-

Zoll-Vorderrad und demselben Twin,

wie ihn die Monster 797 besitzt. Zum

anderen hat man diesen luftgekühlten

803-cm³-Motor in einen Café Racer gebaut.

Ersteres Scrambler-Modell heißt

Desert Sled, das gebücktere nennt

sich plakativ Café Racer. Sicher wird

KTM

125 DUKE

Einzylindermotor, 125 cm³,

11 kW (15 PS) bei 10000/

min, 12 Nm bei 7500/min,

Stahl-Gitterrohrrahmen,

Upside-down-Gabel, Sitzhöhe

830 mm, Gewicht vollgetankt

ca. 150 kg, Tankinhalt

13,4 Liter, Preis 4695 Euro

KTM

390 DUKE

Einzylindermotor, 373 cm³,

32 kW (44 PS) bei 9000/min,

37 Nm bei 7000/min, Stahl-

Gitterrohrrahmen, Upsidedown-Gabel,

Sitzhöhe 830

mm, Gewicht vollgetankt

ca. 160 kg, Tankinhalt 13,4

Liter, Preis 5395 Euro

18 PS 12/2016


die Erfolgsgeschichte der

Scrambler-Marke unter

dem Dach von Ducati

auch mit diesen beiden

Modellen weitergehen.

Wir freuen uns aber

schon barbarisch darauf,

die 1299 Superleggera

bald mal fahren zu dürfen.

Sicher ist schon der Testtermin für

die neue Monster 1200. In PS 1/2017

werden wir darüber dann bereits

berichten.

KTM

Wer fest mit der serienreifen 800er-

Duke auf der EICMA gerechnet hat,

wurde von KTM enttäuscht. Aber nur

ein wenig, denn der vorgestellte Prototyp

des Reihentwin-Räubers machte

derart an und stellte klar, dass es nicht

mehr weit sein kann und dass wir

noch ungeduldiger sind, dieses neue

Bike in der Duke-Reihe endlich fahren

zu können. Der Motor, der das Kürzel

LC8c trägt, dürfte knapp unter 800 cm³

Hubraum haben, weshalb der Prototyp

schon mal als 790 Duke von den KTM-

Bossen angekündigt wurde. LC8 steht

für die Ventile, das kleine c für „compact“

und signalisiert damit gleich, welche

Bestimmung das ganze

Motorrad haben wird.

Leicht, schmal, agil – diese

Duke soll ein Wirbelwind

auf den Straßen werden.

Dazu bekommt es außer

feinen WP-Federelementen

auch einen entsprechenden

Stahlrohrrahmen mit

Aluheck. Ob es beim Mono-Seater bleiben

wird, der einen Endschalldämpfer

unter dem Heck trägt, ist spekulativ.

Erlkönig-Bilder zeigten auch 790er mit

Sozius-Sitz und einem seitlich geführten

Schalldämpfer. Aber vielleicht gibt

es ja eine Standard- und eine R-Version.

Auf jeden Fall wird die 790er-Duke

ein umfangreiches Elektronikpaket

haben, das von Fahrassistenzen wie

Kurven-ABS und Traktionskontrolle

über Ride-by-Wire, diverse Fahrmodi

und Quickshifter bis zu Internet-basierenden

Daten reichen soll.

Ganz so weit ist die 1290 Super

Duke R noch nicht, aber das Flaggschiff

der Duke-Reihe hat für 2017

dennoch sehr sportliche Updates bekommen.

Zunächst ist das von uns bei

der bisherigen Super Duke als etwas

konservativ gebrandmarkte Fahrwerk

überarbeitet worden. Die WP-Gabel

bekam härtere Federn und ein sportlicheres

neues Setup spendiert. Auch

das Federbein ist jetzt wohl deutlich

straffer und soll gerade im Highspeed-

Bereich effektiver sein.

Für den 1301-cm³-Twin gab es für

2017 neue, aus Titan gefertigte Einlassventile

und neue Brennräume. Das

Verdichtungsverhältnis wurde entsprechend

erhöht. Der Zylinderkopf wurde

ebenfalls rangenommen, wodurch vor

allem im Bereich unter 5000/min die

Laufruhe verbessert worden sein soll.

Trotz Euro 4 will KTM dem dicken

Zweizylinder noch einmal vier PS mehr

entlocken – wir sind gespannt. Schon

Anfang Dezember dürfen wir die neue

Super Duke testen. Dann fühlen wir

auch dem Kurven-ABS auf den Zahn

und den neuen, supersportlichen M50-

Brembo-Stoppern. Ebenfalls neu an

der Super Duke ist ein breiterer und

flacherer Lenker. Das ausgereifte Elektronik-Paket

für den tollen Herzog ist

allerdings optional. Wer etwas mehr

berappen kann, bekommt dafür eine

neunstufige Traktionskontrolle, eine

ab schaltbare Wheelie- und Launch-

Control, einen extra Track-Modus sowie

einen Quickshifter zum kupplungsfreien

Hoch- und Runterschalten.

KTM

790 DUKE

PROTOTYP

Leider war die 790 Duke nicht als fertiges 2017er-Modell auf der Messe zu bestaunen.

Sehr weit weg von der Serienproduktion kann der Straßenräuber allerdings

nicht mehr sein. Ob das Bike später tatsächlich so radikal kommt, wie es

der Prototyp nahelegt, ist zwar fraglich, aber aus PS-Sicht wünschenswert

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 19


NEUHEITEN

KAWASAKI

Für alle Super Duke-Piloten gibt

es ab 2017 dagegen die Cruise-Control

(„Tempomat“). Sie funktioniert im

zweiten bis sechsten Gang von 60 bis

200 km/h. Die Menüführung soll im

Vergleich zur Vorgängerin etwas vereinfacht

worden sein, und die Bedieneinheit

am Lenker ist sogar beleuchtet.

Über dem neu gestalteten LED-Licht

im Alugehäuse sitzt das neue TFT-

Display. In der Basisversion wird der

Twin-Hammer 16 395 Euro kosten.

Deutlich günstiger, dafür aber auch

zahmer, sind die ebenfalls überarbeiteten

Duke-Schwestern 125 und 390. Die

kleinste KTM hat als Naked Bike mit

Euro 4 jetzt 15 PS. Außerdem bekam

sie einen angeschraubten Heckrahmen

und eine neue Leichtmetall-Schwinge.

Neu sind auch die WP-Gabel, das TFT-

Dashboard und der Scheinwerfer.

Der Stahltank legte auf 13,4 Liter

zu. Die Sitzbank wurde für Pilot und

Sozius verbessert und der Auspuff

ist ebenfalls neu. Kosten wird die

kleine Duke 4695 Euro.

Etwas teurer, nämlich 5395 Euro, ist

die Duke 390. Auch sie bekam einige

Updates wie den um knapp 2,5 Liter

größeren Tank. Der Reihentwin steckt

jetzt in einem neuen Rahmen, an den

der ebenfalls neu gestaltete Heckrahmen

angeschraubt ist. Die Einzelsitze

wurden ebenfalls

überarbeitet, und

insgesamt wirkt

die 390 wesentlich

aggressiver als die

Vorgängerin. Das

liegt auch am neuen Scheinwerfer

und dem gesamten Bodywork, aber

auch an der 43-mm-Gabel, die neu

dazu kam. Die Bremsscheiben wuchsen

vorn von 300 auf 320 Millimeter.

Dank neuem Ride-by-Wire soll die

Leistungsentfaltung der 390er ab 2017

wesentlich geschmeidiger sein.

Kawasaki

Die Supersportler hat Kawasaki besonders

in Form der ZX-10RR ja schon

in Köln vorgestellt, aber in Mailand

kamen aus PS-Sicht vor allem drei

Naked Bikes dazu,

von denen die

völlig neue

Z 900 sehr interessant

sein

dürfte. Obwohl der

Name schon einmal vor

KAWASAKI

Z 900

20 PS 12/2016


KAWASAKI

Z 650

DATEN

Zweizylinder-Reihenmotor, 649 cm³, Leistung und

Drehmoment noch nicht bekannt, neuer Gitterrohrrahmen

aus Stahl, Teleskopgabel, fahrfertiges

Gesamtgewicht mit ABS 185 kg, Preis k. A.

DATEN

Vierzylinder-Reihenmotor, 1043 cm³, 105 kW (142 PS)

bei 10 000/min, 111 Nm bei 7300/min, Anti-Hopping-

Kupplung, Showa BPF-Gabel und Öhlins-Federbein

S46DR1S mit neuer Anlenkung, Brembo M50-Monoblocks,

neues Mapping, Preis noch nicht bekannt

DATEN

KAWASAKI

Z 1000 R

Jahrzehnten die berühmte Z-Reihe zierte,

handelt es sich Gott sei Dank nicht

schon wieder um ein weiteres Retro-

Modell. Stattdessen baute Kawasaki für

einen wassergekühlten 948 cm³ großen

Reihenvierzylinder eigens einen

neuen Gitterrohrrahmen aus Stahl, der

nur 13,5 Kilo wiegen soll. Darin ist der

Motor fünffach verschraubt. Dahinter

führt eine leichte Aluschwinge das

Hinterrad. Das Federbein besitzt eine

Zugstufen-Einstellung und kann auch

nach Gusto vorgespannt werden. Die

Gabel hat einen Durchmesser von

41 Millimetern und ist ebenfalls in der

Vorspannung und Zugstufe einstellbar.

Gerüttelte Sportlichkeit suggeriert

der Motor mit 73 mm Bohrung und

56 mm Hub. Leisten soll er nämlich

knapp 126 PS. Dazu soll die Z 900

besonders in den unteren Gängen

recht kurz übersetzt sein. Damit

die Vierzylindermaschine über das gesamte

Drehzahlband, also sowohl bei

niedrigen als auch hohen Drehzahlen,

ordentlich drückt, sind die äußeren

Ansaugtrichter kürzer als die inneren.

Viel Arbeit haben sich die Kawasaki-Ingenieure

angeblich mit dem Ansauggeräusch

gemacht, das wie bei

der größeren Z 1000 regelrecht designt

worden sein soll. Offensichtlich darf

sich der Pilot über ein kräftig-sportliches

Röcheln aus der Airbox freuen.

Wie genau es klingt, finden wir beim

ersten Test bereits vor Weihnachten

Vierzylinder-Reihenmotor, 948 cm³, 92 kW (125 PS), weitere Daten

noch nicht bekannt, neuer Gitterrohrrahmen aus Stahl, 41-mm-

Upside-down-Gabel mit einstellbarer Vorspannung und Zugstufe,

Zentralfederbein mit einstellbarer Vorspannung und Zugstufe,

Sitzhöhe 749 mm, Gewicht und Preis bislang keine Angaben

heraus, alle Z 900-Interessenten sollten

also am Ball bleiben.

Unter der Z 900 hat sich ein weiteres

neues Z-Modell dazugesellt. Die

Z 650 ist eigentlich der Nachfolger des

Kawasaki-Megasellers ER-6n, dem bisher

etwas brav gestylten Reihentwin-

Naked. Damit ist es jetzt vorbei, denn

was eine echte Z sein will, muss schon

etwas aggressiver daherkommen. Wie

schon beim auf der INTERMOT vorgestellten

verkleideten Pendant, der Ninja

650, hat die Z um den 650er-Zweizylinder

einen neuen Rahmen bekommen.

Der Motor selbst ist in dem 15 Kilo

leichten Stahlkonstrukt als tragendes

Element verschraubt. Die neue Bananenschwinge

ist nicht nur leicht, sie

trägt auch zum kürzeren Radstand verglichen

mit der ER-Vorgängerin bei.

Das dürfte die kleine Z zusammen mit

dem steileren Lenkkopfwinkel deutlich

agiler machen. Die 650er wiegt 185 Kilo

– kein schlechter Wert für diese Klasse.

Leider auch klassenüblich, bietet das

Fahrwerk keine Einstellmöglichkeiten.

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 21


NEUHEITEN

DATEN

Vierzylinder-65-Grad-V-Motor, 148 kW (201 PS) bei 13 000/min, 115 Nm

bei 10 500/min, Brückenrahmen aus Aluminium, 43-mm-Upside-down-Gabel,

Anti-Hopping-Kupplung, 330-mm-Doppelscheibenbremse mit Brembo M50-

Monoblocks vorn, Kurven-ABS und neues APRC-Elektronikpaket, Preis k. A.

APRILIA

RSV4 RF

APRILIA

Das sieht bei der Z 1000 schon anders

aus. Das große Naked Bike von

Kawasaki bekam ein leichtes Update

für die Euro 4-Erfüllung. Der 1043-cm³-

Reihenvierzylinder erfüllt jetzt die Norm

ohne Leistungseinbußen. 142 PS bei

10 000/min sind in der Klasse zwar nicht

mehr die ganz große Nummer, aber für

einen Landstraßenbrenner geht es noch

brutal genug zur Sache. Wer es exklusiver

und sportlicher mag, dem offeriert

Kawasaki nun die R-Version der Z 1000.

Die hat die Top-Stopper M50 von Brembo,

wie sie auch an der ZX-10R montiert

sind. Dazu kommen Stahlflex-Bremsleitungen.

Das Fahrwerk wurde ebenfalls

verbessert. Neben einer neuen Anlenkung

wurde das Federbein getauscht.

Nun steckt ein S46DR1S-Monoshock

von Öhlins mit externem Einstellrad für

die Vorspannung im Heck. Das Setup

der Big Piston-Forke wurde entsprechend

angepasst. Außerdem wurde ein

neues Mapping auf die ECU aufgespielt.

Aprilia

Die Rennabteilung von Aprilia hat

schon in der Vergangenheit keine halben

Sachen gemacht. In Noale weiß

man, was es braucht, um ein Superbike

zu bauen, das aus der Kiste heraus

richtig scharf ist. Für das Modelljahr

2017 wünschen sich viele Fans

nur eines: Die Euro 4-Norm soll beim

Modell-Update bloß kein Wasser auf

die glühenden V4-Kohlen gießen. Zum

Glück scheinen diese Sorgen unbegründet.

Das 2017er-Modell des Supersportlers

soll laut Vorabinformationen

auf der Rennstrecke durchschnittlich

eine Sekunde schneller sein als

ihre unmittelbare Vorgängerin. Mit no-

minell 201 PS Spitzenleistung versammelt

die Neue zwar nicht mehr Ponys.

Doch Aprilia scheint die Stellschräubchen

hier und da geschickt verstellt

zu haben. So dreht die RSV4 dank der

neuen ECU jetzt 300 Umdrehungen,

die Tuono gar 500 Umdrehungen höher.

Alle V4-Modelle kommen mit weiterentwickeltem

Elektronikpaket inklusive

großflächigem TFT-Display im

Cockpit. Superbike und Supernaked

sind nun mit den neuesten Brembo

M50-Monoblock-Stoppern plus Radialbremspumpe

und 330er-Bremsscheiben

mit fünf Millimetern Dicke ausgerüstet.

Besonders den sehr sportlich

orientierten Tuono-Fans dürfte dieses

Update höchst willkommen sein. Wir

erinnern uns: Die Anker der Vorgängerinnen

litten an Zahnlosigkeit. Die edle

RF-Version der RSV4 sowie das nackte

Pendant Tuono Factory erhielten das

neueste Öhlins-Fahrwerk, bestehend

aus NIX-Gabel und TTX-Federbein.

Hier nun sämtliche Änderungen im

Detail: Der RSV4-Motor kommt jetzt

ohne variable Ansaugtrichter aus, wodurch

das Ansaugsystem 500 Gramm

22 PS 12/2016


leichter gerät. Weiterhin besitzt der

Motor leichtere Kolben, die dazu beitragen

sollen, den sogenannten Blowby-

Effekt zu minimieren. Ferner sind die

Pleuelaugen zusätzlich gehont, um die

innere Reibung weiter zu reduzieren.

Obendrein stecken nun belastungsfähigere

Ventilfedern im Zylinderkopf, und

die Steuerzeiten wurden optimiert.

Ein neuer Gangsensor soll bei beiden

Modellen für ein verbessertes Schaltverhalten

sorgen.

Neu für die vierte Generation des

Elektronikpakets APRC sind der Tempomat

ACC (Aprilia Cruise Control) und

der Boxengassen-Limiter APL (Aprilia

Pit Limiter). Alle übrigen Helfer (Traktionskontrolle,

Wheeliekontrolle, Launch-

Control) sollen dank der im 45-Grad-

Winkel neu ausgerichteten Sensorbox

noch feinfühliger agieren können. Das

Ride-by-Wire wurde ebenfalls verbessert.

Ein neuer Drosselklappenkörper

spart 590 Gramm Gewicht. Alle elektronischen

Einstellungen können während

der Fahrt über den bekannten Bedienschalter

am linken Lenkerende verändert

werden, wozu der Gasgriff nicht

mehr wie sonst ganz geschlossen sein

muss. Neu an Bord ist auch der Schaltautomat

mit Blipperfunktion für kupplungsfreies

Herunterschalten. Die beschriebenen

elektronischen Neuheiten

und Verbesserungen beziehen sich

auf alle RSV4- und Tuono-Modelle des

Jahrgangs 2017.

Bereits erwähnt haben wir die neue

Bremsanlage der V4-Brenner. Auch

hier hat sich in Sachen Elektronik etwas

getan. Das ABS-System 9.1 MP von

Bosch bietet nun eine Kurvenfunktion,

die in allen drei wählbaren Stufen aktiv

ist. Das Abstimmen des Systems übernahmen

Bosch und Aprilia gemeinsam.

Wie bisher ist das APRC mit den

drei Riding-Modes „Sport“, „Track“

und „Race“ ausgestattet, und nach wie

vor wirken sich diese lediglich aufs

Ansprechverhalten und die Leistungsentfaltung

aus. Die Top-End-Power

bleibt auf allen drei Stufen identisch.

Was den seit dem Modelljahr 2015

auf 1077 cm³ aufgebohrten Motor der

Tuono betrifft, blieb es auch hier bei

01 02

APRILIA

TUONO V4 1100

FACTORY

01 Neuer Gangsensor

plus Blipperfunktion.

Ab jetzt funktioniert

auch das Runterschalten

kupplungsfrei

02 M50-Monoblocks

plus Radialbremspumpe

(Foto) für die Tuono

DATEN

Vierzylinder-65-Grad-V-Motor, 129 kW (175 PS) bei 11 000/min, 121 Nm bei

9000/min, Brückenrahmen aus Aluminium, 43-mm-Upside-down-Gabel,

Anti-Hopping-Kupplung, 330-mm-Doppelscheibenbremse mit Brembo M50-

Monoblocks vorn, Kurven-ABS und neues APRC-Elektronikpaket, Preis k. A.

APRILIA

TUONO V4 1100 RR

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 23


NEUHEITEN

Konventionelle Showa-Federelemente statt semiaktivem Öhlins-Fahrwerk, Tociko

statt Brembo, kein Schaltautomat: Die technischen Unterschiede zwischen

der Standard-Fireblade und den wesentlich teureren SP-Modellen sind erfreulich

klein. Die Lackierung indes geriet bei der Basis-Blade etwas schlichter

HONDA

FIREBLADE

HONDA

der Spitzenleistung des Vorgängermodells

(175 PS). Allerdings sind die Pleuelaugen

wie beim Superbike zusätzlich

gehont und die Kolbenbolzen für geringere

innere Reibung DLC-beschichtet.

Sowohl RSV4 als auch Tuono kommen

wegen der neuen Abgasnorm mit einem

neuen, wuchtigeren und klappengesteuerten

Auspuff. Laut Aprilia soll

sich der typische V4-Sound nicht verändert

haben. Der Blick in die umfangreiche

Zubehörliste fällt als Erstes auf

den Akrapovic-Endschalldämpfer, den

einige Fans allein schon aus optischen

Gründen ordern werden. Zum Fahrzeuggesamtgewicht,

Preisen und Verfügbarkeit

gab es bis zum Redaktionsschluss

noch keine genauen Infos. Die

RSV4 RR wird es in den Farben „Grigio

Bucine“ (grau) und „Nero Ascari“

(schwarz) geben, die RF-Version weiterhin

im Superpole-Design. Bei der

Tuono heißen die Standardfarben

„Grigio Portimao“ und „Nero Assen“.

Honda

Nachdem Honda für unsere letzte Ausgabe

(PS 11/2016) nur die Infos über

die beiden SP-Varianten der Fireblade

herausrückte, sind nun auch die Details

fürs Standardbike klar. Die gute

Nachricht: Bis auf wenige Ausnahmen

bietet der rund 18 000 Euro teure Supersportler

sämtliche technischen Features

wie seine teureren Schwestern.

Diese schlagen mit zirka 20 500 Euro

(SP) und 25 000 Euro (SP2) zu Buche.

Auch die Basic-Blade ist demnach mit

modernster Trägheits-Sensorik zum

Ermitteln des Fahrzustands sowie der

vollständigen Palette an elektronischen

Fahrassistenzen ausgestattet. Auch der

feine Titantank, der ebenfalls aus diesem

Material gefertigte Auspufftopf

und das edle TFT-Display sind mit an

Bord. Einzige Unterschiede: Tocikostatt

Brembo-Stopper, konventionelles

Showa-Fahrwerk statt des semiaktiven

Pendants von Öhlins. Außerdem ist

der Schaltautomat mit Blipperfunktion

nur gegen Aufpreis erhältlich. Die Japaner

geben für die Basis-Variante ein

Gewicht von vollgetankt 196 Kilo bei

193 PS an. Fahrtermin im Januar – noch

ewige zwei Monate!

Yamaha

Die XSR 900 Abarth ist Yamahas

jüngste Schöpfung nach Faster Sons-

Philosophie, die klassisches Design

und moderne Technik vereint. Wie der

Name andeutet, entstand der Café Racer

in Zusammenarbeit mit dem italienischen

Tuner Abarth. Insofern erinnert

die auf 695 Stück limitierte Auflage

an den vierrädrigen Flitzer „695

Biposto“, der 2014 auf dem Genfer

24 PS 12/2016


Automobilsalon vorgestellt wurde.

Technisch basiert die XSR auf Yamahas

MT-09, beherbergt also auch

deren Dreizylinder mit 115 PS. Technische

Features: Anti-Hopping-Kupplung,

Titan-Doppelauspuff von Akrapovic,

Einzelsitz mit Veloursleder, Heckabdeckung

und vorderer Kotflügel aus

Karbon. Ganz Eilige können die XSR

ab dem 17. Januar 2017, 14 Uhr, unter

www.xsr900-abarth.eu bestellen. Der

Preis stand bis Redaktionsschluss

leider noch nicht fest.

YAMAHA

Bei der ersten Zusammenarbeit zwischen dem

italienischen Tuner Abarth und Yamaha entstand

die XSR 900 Abarth. Technisch basiert

der Café Racer auf der MT-09. Folgerichtig

werkelt in ihm der kultige 115-PS-Triple

Husqvarna

Die mit dem 375-cm³-Einzylinder der

KTM 390 Duke schon länger angekündigte

401 Vitpilen nimmt konkretere

Formen an. Das war in Mailand schon

zu sehen, auch wenn die Presseerklärung

im Vorfeld der Premiere am

Pressetag der EICMA (nach Redaktionsschluss)

mehr als kryptisch war.

Tatsächlich sollen verschiedene Versionen

wie die Vitpilen 401 Aero als

„Urban Roadbike“ mit 44-PS-Single und

YAMAHA

XSR 900

ABARTH

WP-Fahrwerk kommen. Sollte sich tatsächlich

dazu mehr ergeben, werden

wir das in PS 1/2017 nachreichen.

BMW

Die wirklich wichtigen BMW-Modelle für

PS-Leser standen schon auf der INTER-

MOT, wobei die S-Baureihe vor allem

durch das Naked Bike S 1000 R mit

einem etwas kräftigeren Motor auffiel.

In Mailand war dagegen nur ein Update

des kleineren F 800 R-Roadsters zu

sehen, das vor allem wegen der Euro

4-Norm gemacht wurde. An den Leistungsdaten

änderte sich freilich nichts.

Die F hat jetzt ein Ride-by-Wire und

zwei serienmäßige Modi „Rain“ und

„Road“. Wer etwas sportlicher mit der

F 800 R umgehen möchte, kann den

Modus „Dynamic“ optional dazu ordern.

Ansonsten ist das Dashboard etwas

modifiziert worden, und am Schalldämpfer

gab es eine kleine Retusche.

Preis: 8900 Euro.

Retro beherrscht auch das BMW-

Programm gerade mächtig. Nach der

R nineT Pure und der Racer stellten die

Bayern in Mailand schon wieder einen

Boxer mit Anno-Dunnemal-Design vor.

Diesmal im Stil der ersten GS. Prompt

heißt das Ding dann auch R nineT GS,

und damit keiner der Hipster auf die

Idee kommt, damit durch die Botanik

zu streifen, mahnt der Namenszusatz

„Urban“ die Jungs, den Großstadtdschungel

besser nicht zu verlassen.

HUSQVARNA

HUSQVARNA

VITPILEN 401

In der Vitpilen 401 stampft der 44 PS starke

Einzylinder der KTM 390 Duke. Mit ihrem

eigenwilligen Design hebt sie sich deutlich

von der Masse ab. Weitere Varianten sollen

folgen. In welcher Form, bleibt jedoch unklar

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 25


NEUHEITEN

13 000 Euro wird diese luftgekühlte

Boxer-Variante kosten und soll ab

Sommer 2017 beim Händler stehen.

So auch die echte, neue GS. Der

Megaseller weltweit wird auch 2017

weiterhin mit dem Wasserboxer antreten,

der mit Euro 4-Mappings weiterhin

125 PS leistet. Lediglich ein neuer

Katalysator kam noch dazu. Außerdem

bekamen für die schon verfügbaren

2017er-GS einen Ruckdämpfer auf der

Getriebeausgangswelle sowie eine

Überarbeitung der Schaltwalzenbetätigung

und der Getriebewellen.

Suzuki

Auch Suzuki hat sein Pulver aus PS-

Sicht bereits auf der INTERMOT abgefeuert.

Nach GSX-R 1000 R und GSX-S

750 stach uns in Köln besonders die

125er-GSX-R ins Auge. In Mailand

schoben die Japaner dem kleinen

Supersportler gleich ein Naked Bike-

Schwesterlein nach, die GSX-S 125

(Foto). Auch in ihr werkelt der neue

Einzylinder, über dessen Leistungsdaten

sich Suzuki noch ausschweigt.

Einziger neuer Sportler von Suzuki

war die GSX-R 250, die allerdings auf

dem deutschen Markt wohl keine große

Rolle einnehmen soll. Eventuell als echtes

Racebike könnte die 250er in der

wohl neu geschaffenen

IDM-Nachwuchsklasse

mit

den 300-Kubik-

Bikes à la Yamaha

R3 oder Kawasaki

Ninja 300 mitmischen.

Das bleibt

noch abzuwarten.

SUZUKI

BMW

8900 Euro ruft BMW

für die 2017er-

F 800 R auf. Wichtigste

Änderungen:

Ride-by-Wire und

die beiden Fahrmodi

„Rain“ und

„Road“

Die neueste Schöpfung

der R nineT-Serie trägt

den Zusatz „Urban GS“

im Namen und sieht

ihrer Urahnin

aus den

Achtzigern

verdammt

ähnlich

BMW

F 800 R

An ihrem Topseller überarbeiteten

die Bayern

vor allem den Antriebsstrang.

Neuer Kat und

geändertes Mapping dank

Euro 4-Norm

BMW

R 1200 GS

BMW

R nineT

Urban GS

SUZUKI

GSX-S 125

Für den Nachwuchs, Wiedereinsteiger

und Leistungs-Asketen schickt Suzuki

das Naked Bike GSX-S 125 ins Rennen.

Der Preis der Nackten und die Leistung

des neuen Antriebs sind noch unklar

26 PS 12/2016


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PREMIERE

KAWASAKI Z 1000 SX

28 PS 12/2016


TREUE

TEST

Die Frage nach der Verbundenheit des Partners ist so alt

wie die Menschheit selbst. Sie stellt sich aber auch bei

unserem Lieblingshobby, besonders nach einer Modellpflege.

Ist sich die sportliche Kawasaki Z 1000 SX treu geblieben?

Text: Volkmar Jacob; Fotos: Kawasaki

WWW.PS-ONLINE.DE

PS 12/2016 29


Freundlich blinzelt die morgendliche

Sonne über die felsige

Küste der Côte d’Azur und

hüllt die Landschaft in warmes

Licht. Dazu leuchtet der Himmel in malerischem

Blau, es verspricht ein herrlicher

Tag zu werden. Dabei haben wir

als letzte Gruppe dieser Präsentation

Glück, denn in den Tagen zuvor schickte

Petrus ausgiebigen Regen in die Provence.

Heute aber herrschen perfekte

Bedingungen, ab ins bergige Hinterland

für einen ausgiebigen Proberitt

mit der neuen Kawasaki Z 1000 SX.

Schon im Vorfeld verkündeten die

Grünen für ihren Sporttourer zahlreiche

Änderungen. Verkleidung mit besserem

Windschutz, bequemere Sitze,

komfortablere Fahrwerksabstimmung,

01

02

längere Spiegelausleger, neues Cockpit

mit zusätzlichen Funktionen: Die SX

soll alltagstauglicher werden, ohne die

wichtigen sportlichen Attribute aufzuweichen.

Klingt nach Quadratur des

Kreises. Optisch zumindest ist den

Designern der Spagat hervorragend

gelungen. Die Tausender sieht schärfer

aus denn je, mit Linien à la Superbike

ZX-10R. Dass sich Form und Funktion

nicht zwangsläufig ausschließen, zeigen

auch die schmalen Scheinwerfer.

In ihnen arbeiten leistungsfähige LED-

Leuchten, die 1,4-mal heller strahlen

sollen als das bisherige Licht.

Schon bald gerät der Pilot in

einen magischen Kurven-Flow

Die Tour führt über die A8 vorbei an

Cannes durch die Parfümstadt Grasse

und weiter Richtung Nordwesten auf

der Route Napoléon. Endlich die versprochenen

Kurven und wenig Verkehr,

ballern, yes! Anfangs lenkt die Kawa etwas

sperrig ein, was sich aber im Laufe

des Tages seltsamerweise von selbst

korrigiert. Entweder haben sich die

Tester an diese Eigenart gewöhnt. Oder

aber, und das ist wahrscheinlicher,

haben sich gestiegene Straßen- und

damit auch Reifentemperaturen positiv

aufs Fahrverhalten ausgewirkt. Denn

vormittags auf knapp 1200 Metern Höhe

war es Ende Oktober mit drei bis maxi-

DATEN

KAWASAKI

Z 1000 SX

ANTRIEB

Vierzylinder-Reihenmotor, vier Ventile/

Zylinder, 104,5 kW (142 PS) bei 10 000/

min, 111 Nm bei 7300/min, Bohrung/Hub:

77,0/56,0 mm, 1043 cm 3 , Verdichtungsverhältnis:

11,8:1, Zünd-/Einspritzanlage,

38-mm-Drosselklappen, mechanisch

betätigte Mehrscheiben-Ölbad-Anti-

Hopping-Kupplung, Sechsganggetriebe,

Kette

FAHRWERK

Leichtmetall-Zentralrohrrahmen, Lenkkopfwinkel:

65,5 Grad, Nachlauf: 102 mm,

Radstand: 1445 mm, Ø Gabel innenrohr:

41 mm, Federweg v./h.: 120/138 mm

RÄDER UND BREMSEN

Leichtmetall-Gussräder, 3.50 x 17/6.00 x

17, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten:

190/50 ZR 17, 300-mm-Doppelscheibenbremse

mit Vierkolben-Festsätteln vorn,

250-mm-Einzelscheibe mit Einkolben-

Schwimmsattel hinten, ABS

GEWICHT

(vollgetankt) 235 kg

Tankinhalt: 19,0 Liter Super

GRUNDPREIS

k.A.

Herstellerangaben

01 Das komplett neue Cockpit

sieht super aus, ist übersichtlich

und bietet endlich auch

eine Ganganzeige

02 Neue Vollverkleidung

inklusive LED-Beleuchtung.

Sie soll 1,4-mal heller

strahlen als das

bisherige Licht

Rechts: Mit dem

neuen Outfit kommt

die Z 1000 SX deutlich

sportlicher rüber.

Doch auch die Langstreckenqualitäten

haben

sich klar verbessert

30 PS 12/2016


Das bergige Hinterland der Provence

bietet Kurvenaction vom Feinsten

WICHTIGE ÄNDERUNGEN

MOTOR & PERIPHERIE

– neues Mapping der Motorsteuerung

– größere Katalysatoren

– Anti-Hopping-Kupplung mit Servo-

Unterstützung

– Aktivkohlefilter zur Tankentlüftung

ELEKTRONIK

– Inertial Measurement Unit (IMU) zur

Erkennung des Fahrzustands und Steuerung

der elektronischen Fahrassistenzen

FAHRWERK

– komfortablere Abstimmung der Federelemente

mal sieben Grad schon recht frisch.

Doch selbst später mit durchgewärmtem

Gummi bleibt der S 1000 SX eine ungeliebte

Eigenart: ausgeprägtes Aufstellmoment

beim Bremsen in Schräglage.

Das liegt maßgeblich an der Serienbereifung

Bridgestone S 20 in Sonderspezifikation

„N“. Die in die Jahre gekommene

Pelle konnte schon auf der Vorgänger-SX

nicht überzeugen. Hier hat Kawasaki

die Chance vertan, dem Sporttourer

modernere Sohlen zu spendieren.

Trotzdem macht es riesig Laune, den

Powerbolzen durch die Bergwelt zu

scheuchen. Etwas Körpereinsatz genügt,

schon gerät der Pilot in diesen magischen

Kurven-Flow, der ihn alle Unzulänglichkeiten

vergessen lässt. Auch die

vier zusätzlichen Kilo sind egal, mit denen

die Kawa jetzt an der 240-Kilo-Marke

kratzen dürfte. Mit steigendem Speed

schwingt sich die SX allerdings etwas

auf, vor allem achtern wirkt sie leicht

instabil. Absteigen, Dämpfung checken.

Das obligatorische Drücken aufs Heck

entlarvt eine zu lasche Abstimmung.

Also etwas am Einstellschräubchen

gedreht, auch an der Gabel, und schon

pfeffert die Fuhre spürbar satter durchs

– andere Umlenkung des Federbeins

– neu abgestimmtes ABS mit Kurvenfunktion

VERKLEIDUNG/SONSTIGES

– größere Verkleidung und Windschild

– LED-Beleuchtung

– größere, komfortablere Sitze

– um fünf Millimeter abgesenkte

Sitzposition

– neue Spiegel mit längeren Auslegern

– neues Cockpit mit Ganganzeige und

zusätzlichen Funktionen

Geläuf. Bodenunebenheiten dringen

nun allerdings deutlicher zum Fahrer

durch, die Fuhre wirkt unkomfortabler.

Was ist besser? Geschmackssache.

Der weite Einstellbereich, vor allem

am Federbein, ermöglicht für jeden

Popometer ein passendes Setup. Eine

Feinabstimmung inklusive Tipp folgt

bei einem ausführlichen späteren Test.

Modernste Elektronik steuert

nun die Fahrassistenzen

Hier und heute können wir aber schon

viel über das neu abgestimmte ABS

berichten. Dank moderner Trägheits-

Sensorik, die den Fahrzustand genau

erfasst (Stichwort IMU), regelt das System

erfreulich spät und verhindert zudem

verlässlich den Abflug über den

Lenker durch eine steigende Maschine.

Die neue, vom Volksmund üblicherweise

als Kurven-ABS bezeichnete Fahrassistenz

erlaubt zudem Vollbremsungen

selbst in kühner Schräglage. Ein Pulsieren

am Hebel zeugt von den Regelintervallen.

Dazu beißen die Stopper

nach wie vor kräftig zu, lassen sich

bestens dosieren und liefern einen

knackigen Druckpunkt – Hammer!

Die zeitgemäße Elektronik steuert

auch die dreistufige Traktionskontrolle.

Je nach Position greift sie früher oder

später ein. Fürs Landstraßenglühen

taugt Einstellung zwei hervorragend, da

sie zwar spät, aber selbst für ambitionierte

Streifzüge nicht zu spät eingreift.

Wer Wheelies ziehen möchte, muss die

TC allerdings deaktivieren. Jede der

drei Stufen stoppt den Einradtanz

spätestens nach einem kurzen Hüpfer.

Schade, denn die jetzige Hardware

hätte es sicher erlaubt, Traktions- und

Wheeliekontrolle getrennt zu regeln.

Was fehlt zu guter Letzt? Richtig, der

Motor. Dessen Innereien blieben komplett

unangetastet, lediglich die Motorsteuerung

(Mapping) stimmten die

Ingenieure neu ab. Das genügte offenbar,

um Leistung und Drehmoment auf

bisherigem Niveau (142 PS, 111 Nm) zu

halten – Chapeau! Euro 4 forderte lediglich

den Einsatz größerer Katalysatoren

und einen Aktivkohlefilter zur Tankentlüftung.

An der Peripherie spendierte

Kawasaki der SX eine feine Anti-Hopping-Kupplung,

federleichte Bedienung

dank Servo-Unterstützung inklusive.

Ihr rauer Charme ist der Kawa

dennoch geblieben. Powervoller Antritt,

aggressives Auspuffbellen, kerniger

Motorlauf: ein wohlbekanntes Gefühl.

Das beantwortet auch die eingangs

gestellte Frage: Ja, die S 1000 SX ist

sich treu geblieben. Fans wird’s freuen,

und auch Kritiker müssen anerkennen,

dass die gezielten Änderungen den

Sporttourer deutlich aufgewertet

haben. Dass Kawasaki zudem den Preis

der noch in diesem Jahr erhältlichen

Maschine unter 13000 Euro halten

möchte (endgültiger Preis bis Redaktionsschluss

nicht klar), ist ebenfalls

erfreulich. Treuetest bestanden.

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 31


NEU GEMISCH

TECHNIK

SUPERSPORTLER

SUZUKI GSX-R 1000

HONDA CBR 1000 FIREB

KAWASAKI ZX-10RR

32 PS 12/2016


LADE

YAMAHA YZF-R1M

BMW S 1000 RR

T

Honda

und Suzuki bringen komplett neue Superbikes, BMW und

Kawasaki haben ihre Maschinen überarbeitet. Wo steht die Yamaha R1?

Die Karten im 1000er-Spiel sind neu gemischt. PS erklärt die Technik.

Text: Michael Pfeiffer; Fotos: Hersteller

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 33


Wahnsinn! Da schreiben

die Kollegen das Supersportler-Segment

seit

Jahren tot und nun das:

Honda und Suzuki bringen komplett

neue 1000er. Und BMW, Kawasaki und

Yamaha, die anderen drei Marken mit

Vierzylinder-Reihenmotoren, lassen

sich ebenfalls nicht von den neuen

Abgas- und Geräuschvorschriften

schocken, sondern bleiben voll aktiv

in der Competition. PS hat immer daran

geglaubt. Und nun wird es wahr. Es

geht voran. Mit Hightech vom Allerfeinsten,

mit nie gekanntem Entwicklungsaufwand

und mit Leistungsdaten,

die selbst die Allerverwöhntesten unter

uns zufriedenstellen werden. Außerdem

beschäftigen die Hersteller inzwischen

eine ganze Armada von elektronischen

Helferlein, um uns nicht vorschnell

auf die Klappe fallen zu lassen.

Den größten Aufwand betrieb Suzuki.

Die komplett neu entwickelte GSX-R

1000 vereint alles in sich, was gut und

teuer ist. Und was wirklich schnell

macht. Satte 202 PS gibt Suzuki für

den neuen Reihenvierzylinder an, der

wie in den letzten 30 Jahren GSX-R-Geschichte

ein klassischer Screamer ist.

Man hatte in Japan wohl ausgiebig die

MotoGP-Konfiguration mit unregelmäßiger

Zündfolge betrachtet. Aber sich

dann für das Straßenmotorrad für den

normalen Weg entschieden, um Nachteile

in Sachen Leistungsentfaltung im

unteren und mittleren Drehzahlbereich

und Gewicht durch die zusätzlich benötigte

Ausgleichswelle zu vermeiden.

Die GSX-R verbindet Hightech

mit cleverem Engineering

Dennoch erbt die neue GSX-R im Zylinderkopf

viel vom inzwischen erfolgreichen

MotoGP-Bike. Variable Steuerzeiten,

Schlepphebel, variable Ansauglängen

und eine zusätzliche zentrale Einspritzdüse

über den Drosselklappen

sollen ein breites Leistungsband erzeugen.

Unterstützt werden diese Bemühungen

noch von einer aufwendigen

Auspuffklappensteuerung zwischen

den vier Krümmern. Mega? Mega!

Aber: Suzuki schafft es durch cleveres

Engineering, die Lösungen simpel zu

halten. Die variablen Steuerzeiten erzeugt

eine Fliehkraftmimik durch zwölf

Kugeln. Diese drücken auf festgelegten

Bahnen nach außen, je schneller

sich die Einlassnockenwelle

dreht. Der Gag: Der

mit der Nockenwelle verbundene

Schild besitzt zentrische

Kugelbahnen, der mit

der Steuerkette verbundene

Schild leicht tangentiale.

Bewegen sich die Kugeln

nach außen, öffnet die Einlassnockenwelle

früher, die

Steuerzeiten werden schärfer.

Eine geniale Lösung, mechanisch

simpel, braucht kaum

Bauraum und funktioniert

nahezu verschleißfrei.

Noch simpler gelangen

den Suzuki-Ingenieuren die

variablen Ansauglängen. Die

beiden äußeren Ansaugtrich-

01

03

02

01 Auf der Einlassnockenwelle

verstellt

diese Fliehkraftmimik

die Steuerzeiten,

einfach und effizient

02 Beschichtete

Schlepphebel für die

Ventilbetätigung

erhöhen die Drehzahlfestigkeit

Bei niederen

Drehzahlen

Bei hohen

Drehzahlen

03 Die äußeren Zylinder der GSX-R

saugen bei hohen Drehzahlen

durch kurze Trichter an

04 Hier steht die Fliehkraftmimik

auf maximale Überschneidung

der Steuerzeiten, also höchste

Leistung und Drehzahl

05 Die äußeren und inneren Krümmer

sind durch klappengesteuerte

Interferenzrohre verbunden. Diese

öffnen bei hohen Drehzahlen

04 05

34 PS 12/2016


SUZUKI GSX-R 1000

ter werden kaskadenförmig ausgeführt.

Bei höheren Drehzahlen saugt

der Motor über die kurzen Trichter an

und erzeugt so etwas mehr Leistung.

Um genügend Drehzahlreserven im

Zylinderkopf zu besitzen, setzt Suzuki

wie Yamaha und BMW nun auch auf

Schlepphebel. Diese speziell beschichteten

Hebel verringern die bewegten

Massen und erlauben bei der GSX-R

1000 ein Drehzahllimit von erstaunlichen

14 500/min. Seine 202 PS erreicht

der nicht zu kurzhubige Motor bei

13 200/min.

Auch in Sachen Fahrwerk

und Elektronik legt sich Suzuki

voll ins Zeug

Der neue GSX-R-Motor gelang nicht

nur kürzer und schmaler, seine Zylinderbank

steht auch etwas weniger

nach vorne geneigt als bisher. So kann

der Schwingendrehpunkt leicht nach

vorne wandern und eine längere

Schwinge eingebaut werden. Der GSX-

R-Treiber wird nun etwas weiter vorne

positioniert und kann so das Vorderrad

besser kontrollieren. Natürlich verfügt

die neue Suzuki über beste Federelemente

von Showa, tolle Brembo-Bremsen

und ein ansehnliches Elektronikpaket

mit allem, was man braucht. Die

GSX-R 1000 R-Version bekommt dabei

von allem etwas mehr, sogar noch

einen Blipper und eine Launch-Control

für den perfekten Ampelstart. Dank

aufwendiger Sensorbox und Drive-by-

Wire wartet die GSX-R mit Traktionskontrolle,

kurventauglichem

ABS-System und

Wheelie-Control auf. Vieles wurde

dabei auch schon in der MotoGP-Rennmaschine

erprobt. Es gibt also kein

Pardon. Schlechte Rundenzeiten auf

der GSX-R 1000 bedeuten schlechter

Fahrer. Am Material kann es definitiv

nicht mehr liegen.

Das nimmt die neue Honda Fireblade

natürlich auch für sich in

Das neue Suzuki GSX-R-

1000-Triebwerk setzt

Maßstäbe. Kompakt, genial

und mit allen Tricks

auf Höchstleistung in allen

Lagen getrimmt. Eine aufwendige

Entwicklung, die die

Konkurrenz unter Druck setzt

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 35


Sieht nur auf den

ersten Blick so

aus wie früher:

Honda Fireblade

mit viel leichteren

Komponenten

und einem

auf nun 193 PS

leistungsgesteigerten

Motor.

Dank Titaneinsatz

und einer

Schlankheitskur

am Fahrwerk

wiegt die Einsitzer-Blade

nur

noch 196 Kilo

Anspruch. Auch wenn auf den ersten

Blick vieles an der Blade 2017 nach

der Blade 2016 aussieht, hat Honda

mehr als nur eine leichte Modellüberarbeitung

durchgeführt. 14 Kilogramm

Gewicht spart man nicht mal eben so,

und 11 PS mehr Leistung erzeugen

sich nicht von alleine. Das in der Geometrie

nur wenig geänderte Fahrwerk

wurde erleichtert, ebenso der Motor,

der einen neuen Zylinderkopf mit größeren

Ventilen und schärferen Steuerzeiten

für nun 193 PS erhielt.

Bohrung und Hub bleiben wie bisher,

sodass leistungsförderne Drehzahlgier

begrenzt bleibt. Bei 13 000/min

ist Schluss, die Höchstleistung steht

bei 12 500/min an. Den Kick holt sich

die Honda aus ihrem geringen Gewicht,

das auch dank einer Lipo-Batterie auf

196 Kilogramm gedrückt wurde.

Mit 196 Kilogramm vollgetankt

soll die Blade die Leichteste

ihrer Klasse sein

Drei Versionen bietet Honda an: die

Standard-Blade für Fahrten auch zu

zweit, die SP mit Einzelsitzbank und die

SP2 mit nochmals leistungsgesteigertem

Motor dank speziellem Zylinderkopf

und mit leichteren Rädern. Auffallend

bei allen dreien: das neue, viel

schlankere und aggressivere Design.

Dazu glänzt die Blade nun mit einer

tollen Verarbeitung und der reichlichen

Verwendung von Titanteilen zur

Gewichtsreduktion. So wird erstmals

ein Titantank verwendet, und die

durch satzfreudigere Auspuffanlage

besteht ebenfalls teilweise aus dem

Flugzeugbaumetall.

Natürlich wird auch die Honda

von einem aufwendigen Elektronikpaket

im Zaum gehalten, das

ähnlich wie bei Suzuki von Kurven-ABS,

Traktions- und Wheeliekontrolle

bis hin zur Schleppmomentregelung

alles beinhaltet. Ab der SP-Version

kommt auch noch das semiaktive

Öhlins-Fahrwerk zum Einsatz. Da

werden die Herren PS-Tester einiges

zu prüfen haben, Rennstrecken der

Welt, wir kommen!

Kawasaki ist da bereits angelangt.

Mit der ZX-10R gewannen die Grünen

erneut die Superbike-Weltmeisterschaft.

Und damit das so bleibt, schieben

sie die speziell für die Rennstrecke

verbesserte ZX-10RR nach.

Wie die Fireblade SP2 und die Suzuki

GSX-R 1000 R wird auch die Doppel-R

von Kawasaki nur 500 Mal gebaut

werden. Dafür erhält sie alles, was

schnell macht. So ist sie beispielsweise

schon für schärfere Kit-Nockenwellen

vorbereitet, welche die Leistung noch-

HONDA FIREBLADE SP

36 PS 12/2016


KAWASAKI ZX-10RR

mals anheben und die 200-PS-Grenze

überschreiten lassen sollen. Wegen

der möglichen Mehrleistung wurde das

Kurbelgehäuse verstärkt. Spezielle

Öffnungen sollen die Pumpverluste im

Gehäuse vermindern.

Um die innere Reibung zu minimieren,

werden in der RR beschichtete

Tassenstößel verwendet. Dennoch wird

eine weitere Leistungssteigerung wohl

nur noch durch eine radikale Neukonstruktion

möglich sein.

Dank ebenfalls vollständigem

Elektronikpaket mit intelligentem ABS,

Blipper, Traktions- und Wheeliekontrolle,

Launch-Control und Motorbremsmomentkontrolle

fehlt es an nichts.

Leichtere Marchesini-Schmiederäder

und Brembo M50-Monoblocksättel

wirken zusammen mit den hochwertigen

Federelementen ohne elektronische

Regelung. Zusätzlich gibt es noch

in einem Rennkit einstellbare Lenkkopf-

und Schwingenlagerungen, so-

01

02

04 Den Kit-Nockenwellen

sieht man ihren heftigen Ventilhub

direkt an. Mit ihnen soll

die 200-PS-Grenze fallen

05 Nur 500 Stück sollen von

der RR-Version gebaut werden.

Genau das Richtige für aktive

Rennfahrer

05

04

WWW.PS-ONLINE.DE

03

01 Das Kurbelgehäuse wurde verstärkt,

die grün markierten Bohrungen dienen

dem Druckausgleich

02 Um die scharfen Kit-Nockenwellen

aufnehmen zu können, musste im

Zylinderkopf Material abgetragen

werden. Die Tassenstößel sind zur

Reibungsminimierung beschichtet

03 Schärfere Nockenprofile mit mehr

Ventilhub verlangen auch härtere Ventilfedern.

Hier die Kit-Versionen


BMW S 1000 RR

01 Trickreiche Verbindungsrohre

zwischen Sammler und Endtopf in

der Euro 4-Version ermöglichen

eine Auspuffklappensteuerung

02 Blaupause für

die Konkurrenz? Der

S 1000 RR-Motor

bleibt ein wichtiger

Spieler im Match.

Inzwischen zieht vor

allem die Suzuki

nach. Auf die Tests

darf man gespannt

sein

01 02

dass es dem ambitionierten Hobby-

Rennfahrer, aber auch dem Profi an

nichts fehlen dürfte.

Seit Jahren setzt BMW mit der S

1000 RR den Standard. Die bis zu 212

PS starken bisherigen Testmaschinen

waren in allen Tests nahezu unschlagbar.

Hinzu kam das beispiellose Elektronikpaket

– und: Die S 1000 RR ist der

einzige Supersportler mit Heizgriffen!

Für 2017 musste der bahnbrechende

Schlepphebel-Reihenvierzylinder

auf die Euro 4-Regularien umgestellt

werden. Was der BMW-Pressetext verschweigt:

Dazu wurde nicht nur die

Elektronik angepasst, sondern auch

eine trickreiche Auspuffsteuerung entwickelt,

die einen Bypass

zwischen Vorschalldämpfer

und Endtopf nutzt. So kann

BMW eine unveränderte Spitzenleistung

von 199 PS angeben

und ein weites Drehmomentfenster mit

über 110 Nm.

Technisch ist der S 1000 RR-Motor

dem Suzuki-Triebwerk nicht unähnlich.

Bis auf die verstellbare Einlassnockenwelle,

die der GSX-R-1000er nun voraus

hat, besitzt auch die inzwischen

acht Jahre alte bayerische Konstruktion

alle modernen Elemente eines

Top-Supersportlers.

Für 2017 neu: ein zusätzlich kaufbares

Elektronikpaket mit nochmaligen

Verbesserungen an ABS und Traktionskontrolle.

Dazu kommen noch zahlreiche

HP-Parts bis hin zu schönen

Schmiederädern oder Karbonteilen.

BMW und Yamaha setzen auf

ihre bewährten Maschinen.

Soll die Konkurrenz doch erst

einmal aufholen

Auch Yamaha setzt für 2017 auf Bewährtes.

Die einzigartige R1 mit ihrem

38 PS 12/2016


AUSSTATTUNG IM DETAIL

BMW

S 1000 RR

HONDA

FIREBLADE SP

KAWASAKI

ZX-10RR

SUZUKI

GSX-R 1000

YAMAHA

YZF-R1

GEWICHT

LEISTUNG

PREIS

VERSIONEN

ELEKTRONIK

FAHRWERK

203 kg 196 kg 206 kg 202 kg 199 kg

199 PS bei 193 PS bei 200 PS bei 202 PS bei 200 PS bei

13 500/min 12 500/min 13 000/min 13 200/min 13 500/min

ab ca. 17 000 Euro ab ca. 16 900 Euro k. A. ab ca. 17 900 Euro ab ca. 18 500 Euro

S 1000 RR Fireblade ZX-10R GSX-R 1000 YZF-R1

Fireblade SP ZX-10RR GSX-R 1000 R YZF-R1M

Fireblade SP2

Kurven-ABS Kurven-ABS ABS Kurven-ABS ABS

TC TC TC TC TC

Blipper (Sond.) Blipper Blipper Blipper (R) Blipper (R1M)

Power-Modes Power-Modes Power-Modes Power-Modes Power-Modes

Motorbremse Motorbremse Motorbremse Motorbremse Motorbremse

Launch (Sond.) Launch (SP2) Launch Launch (R) Launch (R1M)

Semiaktiv (Sond.) Semiaktiv (ab SP) Standard Standard Semiaktiv (R1M)

Sond. = Sonderausstattung

messerscharfen Handling und ihrer

radikalen Sitzposition ist eh etwas für

absolute Sportfahrer. Kompromisslose

Renntechnik, gepaart mit einem elektronischen

Sicherheitspaket – die R1

ist auf der Höhe der Konkurrenz.

Was sie von allen abhebt: Der Reihenvierzylinder

zündet unregelmäßig.

Die Crossplane-Bauweise, bei der die

Hubzapfen nicht um 180 Grad, sondern

um 90 Grad versetzt sind, simuliert

einen 90-Grad-V4-Motor. Und liefert so

einen kernigen Motorklang, der einem

immer eine niedrigere Drehzahl vorgaukelt

als die, die in Wirklichkeit anliegt.

Diese direkt aus der Weltmeistermaschine

M1 stammende Technik ist

für ein Straßenmotorrad aufwendig,

aber inzwischen eine Yamaha-Spezialität.

Um den anfallenden Vibrationen

entgegenzuwirken, dreht sich im Kurbelgehäuse

noch eine Ausgleichswelle.

Auch der Yamaha-Zylinderkopf beherbergt

eine drehzahlfeste Schlepphebel-Ventilsteuerung

und reiht sich so

zu den Drehzahlmeistern Suzuki und

BMW. Die drei Motoren dürften auch im

Euro 4-Trimm keine großen Probleme

mit der Spitzenleistung haben. Wie sich

da die Tassenstößel-Motoren von Honda

und Kawasaki schlagen? Die Wahrheit

wird, wie immer, der Prüfstand

sprechen. Ausreichen sollte die Power

bei allen fünf Superbikes, die sich

auch in Sachen Elektronik nichts mehr

schenken – 2017 wird spannend!

YAMAHA YZF-R1M

Die radikal ausgelegte

Yamaha R1 wurde konsequent

für den Rennstreckeneinsatz

entwickelt.

Ihr einzigartiger

Crossplane-Motor

liefert nicht die allermeiste

Leistung, ist

aber kernig und sehr

kompakt gebaut. Im

Euro 4-Feld wird er

sich neu positionieren

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 39


ZONKOS ATTACKE

APRILIA TUONO V4 1100 RR


EVERYBODY’S

DARLING

Der 11er-Thunfisch mit dem Knaller-V4 ist in die PS-Redaktion gefahren wie

seinerzeit Marilyn ins Weiße Haus. Wir lagen alle flach und hatten Schnappatmung.

2017 schiebt Aprilia eine Euro 4-Version der nackten Bombe an den

Start. Wir werden also weiter mit hämmerndem Puls nach Sauerstoff ringen.

Text: Zonko; Fotos: Andreas Riedmann

PS 12/2016 41


Der charismatisch röhrende

V4 machte so unerhört

viel Druck im Pannonischen

Meer, dass die Front auf der

kleinen, in Richtung Hauskurve abfallenden

Kuppe in den Himmel drängte.

Nicht hysterisch, panisch oder hektisch

abrupt, sondern einfach wie

durch einen gewaltigen, scheinbar unbremsbaren

Sog. Göttlich! Es war wie

damals, als die vollgepackte 1200er-

XJR mit Remus-Auspuff und Jet-Kit

samt Blume hintendrauf in die Galerie

stieg, als ich am Weg in den Süden auf

dem Beschleunigungsstreifen den Einser

ausdrehte. Ich wollte mich noch vor

dem forsch heranbrausenden Lkw einordnen.

Bei 7000/min trafen sich dann

Drehmoment und Leistung des gewaltigen

Reihenviererblocks, und die Fuhre

hob den physikalischen Gesetzen folgend

kraftvoll ab. War schon sehr beeindruckend.

Werde ich nicht vergessen.

Und den von Entsetzen und Empörung

geführten, dumpfen Schlag der

blumschen Faust am Hinterkopf auch

nicht. Herrlich, diese Anteilnahme!

Nun, die locker lässige, vollkommen

unaufgeregte Art des Aufstiegs war der

des Thunfischs (ja, ja, ich weiß schon:

Tuono heißt Donner) auf der Kuppe

sehr ähnlich, aber das war’s dann auch

schon mit den Parallelen. Denn während

die XJR im Solobetrieb ohne

Heckbeladung von sich aus nur mit

großer Mühe und heftigem Kupplungseinsatz

in die Galerie zu heben war, hat

die nackte 11er- Abrülla eine unfassbare

Wheelie-Gier. Der laut PS-Prüfstand

172 PS starke V4 reißt den vollgetankt

214 Kilo leichten Thunfisch mit dem

Superbike-Radstand (1445 mm) und

der geraden Lenkstange mehr oder

weniger immer und überall in Richtung

Himmel – wenn man die Elektronik deaktiviert.

Was ich aber bei meiner ersten,

eingangs erwähnten Flugstunde

in Pannonien natürlich nicht gemacht

hatte. Keine Frage, ein Meister der Lüfte

wie der scheinbar gravitationslose

Kollege Jacko, der in der Galerie dermaßen

beheimatet ist, dass er auf die

Sitzbank steigt, sich auf den Tank setzt

und sich überhaupt aufführt, als wäre

das Hinterradfahren nicht schwieriger

als Speckschneiden, wird die präzise

und perfekt einstellbare Wheelie-Control

ganz normal ausschalten – ich

aber nicht. Überschläge brauche ich

wie einen Kropf, wie man so sagt. Und

jenseits der 150 km/h sowieso. Will mir

gar nicht vorstellen, wie weit das edle

Zeug dann fliegt und wie wenig davon

übrig bleibt. Du humpelst voll desolat

wie Quasimodo nach einem Brand im

Glockenturm zurück in die Box, legst

den verbogenen Lenker auf die Werkzeugkiste

und sagst dem Mechaniker

lapidar: „Der Rest liegt irgendwo draußen.

Den Motor müsstest du eigentlich

noch finden.“

Aprilias Elektronik

ist „extremely advanced“

Als konservativer und gesundheitsorientierter

Bursche hatte ich

die Wheelie-Control auf Stufe eins

gestellt. Eigentlich hätte ich auch

ohne das Lesen der mörderdicken

Bedienungsanleitung wissen müssen,

dass analog zur Traktionskont-

42 PS 12/2016


DATEN

135

120

105

90

75

60

45

30

15

140

125

110

95

80

65

50

35

20

5

145

130

115

100

85

70

55

40

25

10

rolle die Stufe eins der Maschine am

meisten Freiheiten gewährt und also

sehr spät eingreift. Aber ich ging

irrigerweise davon aus, dass eins am

meisten regelt und drei am wenigsten.

Ja, und ergo hob der Thunfisch auf der

Kuppe 1,3596 brachial PS = 1 ab. kW Zur Hölle, was für

ein Raubtier! 0,7355 kW Als = 1 PS ich den Ausgang der

vorhergehenden Linkskurve einigermaßen

205 hinter mir hatte, legte ich mittels

Schaltautomat 195 bei vollem Zug den

200

200

190

190

Vierer 185 nach, achtete noch darauf, dass

180

180

ich ohne 175 Schräglage zur Kuppe kam,

170

170

und dann 165 stieg das Viech einfach auf.

160

160

Wow, was 155 für eine unbändige Kraft,

150

150

was für 145ein göttlicher Motor! Ich war so

140

140

beeindruckt 135 und überrascht, dass ich

130

130

intuitiv 125 in den Modus der Passivität

120

120

wechselte. 115 Ich veränderte weder

110 110

Körperhaltung 105 noch Gasgriffstellung,

100

100

nahm 95 also die Passagierhaltung

140

ein

90

90

und 85 ließ der Maschine freien Lauf. 180

80

80

Nur 75 nicht eingreifen, keinesfalls 160den

70

70

Thunfisch 65 in seinem natürlichen 140

60

60

Bestreben, 55 innerhalb der physikalischen

Grenzen zu bleiben, behin-

120

50

50

45

100

40

40

80

dern! 35 Na bumm, die Elektronik

30

30

60

ließ 25aber schon einen erheblichen

20

20

40

Hochstand 15 zu. Doch der Thunfisch

10

10

20

wand 5sich nicht. Weder seitlich, noch

0

0

vertikal. Da gab es kein Zucken auf

der Suche nach Sauerstoff. Alles voll

geschmeidig. Und nach geschätzten

50130

Metern setzte das Vorderrad wieder

auf. Ganz sanft. Ein Wahnsinn! Eine

110

0

0

WWW.PS-ONLINE.DE

90

70

Die Auspuffanlage

an der kommenden

Tuono wird

sich für Euro 4

etwas voluminöser

darbieten. Nach

diesem hübschen

Detail mit den

Federn suchen

wir dann bei der

Kontaktaufnahme

ANTRIEB

Vierzylinder-65-Grad-V-Motor, vier Ventile/

Zylinder, 129 kW (175 PS) bei 11000/min*, 121

Nm bei 9000/min*, Bohrung/Hub: 81,0/52,3

mm, 1077 cm³, Verdichtungsverhältnis: 13:1,

Zünd-/Einspritzanlage, 48-mm-Drosselklappen,

mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbad-Anti-Hopping-Kupplung,

Sechsganggetriebe,

G-Kat, Kette, Traktionskontrolle

CHASSIS UND BREMSEN

Leichtmetall-Brückenrahmen, Lenkkopfwinkel:

63,0 Grad, Nachlauf: 107 mm, Radstand:

1445 mm, Upside-down-Gabel, Ø Gabelinnenrohr:

43 mm, einstellbar in Federbasis, Zugund

Druckstufe. Zentralfederbein mit Umlenkung,

einstellbar in Federbasis, Zug- und

Druckstufe. Federweg vorn/hinten: 111/132

mm, Leichtmetall-Gussräder, 3.50 x 17/6.00 x

17, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 190/55

ZR 17, Erstbereifung: Pirelli Diablo Rosso

Corsa, 320-mm-Doppelscheibenbremse mit

radial angeschlagenen Vierkolben-Festsätteln

vorn, 220-mm-Einzelscheibe mit

Zweikolben-Schwimmsattel hinten, ABS

MAX. HINTERRADLEISTUNG**

120,6 kW (164 PS) bei 227 km/h

BESCHLEUNIGUNG**

0 –100 km/h: 3,2 s; 0 –150 km/h: 5,3 s; 0 –200

km/h: 8,3 s

DURCHZUG**

50 –100 km/h: 4,1 s; 100 –150 km/h: 3,6 s

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT*

255 km/h

GEWICHT

214 kg vollgetankt, v./h.: 49,1/50,9 %,

Tankinhalt 18,5 Liter

SETUP GABEL

stat. neg. Federweg: 23 mm, Druckstufe: 1 K

offen, Zugstufe: 6 K offen, Niveau: 5 Umdrehungen

SETUP FEDERBEIN

stat. neg. Federweg: 5 mm,

Druckstufe: 0,25 U offen, Zugstufe: 1 K offen,

Niveau: 143 mm Federlänge

PREIS 16 490 Euro (inkl. Nebenkosten)

MESSWERTE

Motorleistung

140

180

Aprilia Tuono V4 1100 RR

120 160 126,2 kW (172 PS)

bei 11300/min

100 140 117 Nm bei

120

9300/min

80

100

60 80

40

60

120

40

100

20

80

20

60

kW PS

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

Motordrehzahl in 1/min x 1000

Drehmoment in Nm

Der V4 steht einfach gut im Saft, und das auch

sehr harmonisch über die Drehzahlen. Hoffentlich

tut dem Euro 4 keinen Abbruch!

alle Dämpfungseinstellungen von komplett geschlossen gezählt;

statischer negativer Federweg senkrecht stehend ohne 110 Fahrer;

U=Umdrehungen; K=Klicks * Herstellerangabe ** PS-Messung 90

0100020003000400050006000700080009000 10000 11000 70 12000 13000

14000

Leistung an der Kurbelwelle, Messungen auf

Dynojet-Rollenprüfstand 250


EIGENEN L

BRE

IN D

44 PS 12/2016


Das Sachs-Federbein

passt in den

meisten Fällen und

kann entsprechend

weiter angepasst

werden. Auf letzter

Rille auf der Piste

allerdings agiert

die Factory-Version

mit Öhlins-

Material besser

Im Cockpit übersichtlich

angezeigt

verfügt die Tuono

RR über Traktionskontrolle

und

Fahrmodi. Je nach

Nervenkostüm und

Fahrzeugbeherrschung

stellt man

die Wheelie-

Kontrolle ein

NNT

ER

IGA

derart ruckfreie und im Sinne der Dynamik

übergangslose Landung hätte

ich selbst niemals zustande gebracht.

Graf Seitzmo machte via

Satellit gewaltig Druck

In der Box sinnierte ich gerade über

die irre Aprilia-Elektronik (Tractionund

Wheelie-Control sind unabhängig

voneinander konfigurierbar, neue Reifen

können einfach kalibriert werden,

Launch-Control, ABS mehrstufig …), als

sich Graf Seitzmo via Satellit zuschaltete:

„Zonko, wir brauchen dringend den

Text für die Attacke. Im Layout kocht

es schon gewaltig. Die sind kurz davor,

auszurasten.“ Hmm. Freddie Spencers

RC 30. Spät dran. Eh klar. Nachtschicht.

„Morgen früh, ehe die Werkssirene

dröhnt“, posaunte ich, „ist der Text in

Stuttgart. Aber jetzt muss ich noch mit

der Abrülla kämpfen. Habe die Ehre,

Graf, der Thunfisch richtet mich

mörder her. Was für ein Räuber. Trotz

Wheelie-Control war nach der Kuppe

Flugrevue de luxe angesagt. Bin noch

sehr aufgeregt, es reißt mich fast. Also,

die Finger würden im Moment hundertpro

nicht auf den richtigen Buchstaben

landen. Aber dafür kann ich ganz klar

sagen, dass die 1100er-Tuono das beste

Serienmotorrad ist, das ich je hatte.“

Graf Seitzmo stutzte: „Bis morgen

früh kann ich die Grafik wohl noch

irgendwie hinhalten, aber bei allem

Verständnis für deinen euphorischen

Zustand – ich würde jetzt auch lieber

auf der Renne im Sonnenlicht Feuer

geben als mich im Untertagbau durch

die Schlussproduktion zu graben –, warum

ist die Tuono für dich das Beste?

Sicher, das Ding ist ein Knaller, ein

wirklich fantastisches Naked, das wir

dieses Jahr zum Landstraßenfeger

Nummer eins erkoren haben, aber was

ist mit der Rennstrecke? Allein schon

wegen der etwas fraglichen Bremse.

Und das Sachs-Fahrwerk geht da auch

bald in die Knie, hättest lieber die

Factory nehmen sollen.“

Ich musste relativieren: „Keine Frage,

zum Rennfahren ist ein moderner

1000er-Supersportler natürlich effektiver,

aber im Sinne des Universaleinsatzes

ist der Thunfisch so doch unschlagbar.

Ich bin damit nicht nur

bei Trackdays, sondern auch auf der

Landstraße und mit kleineren Abstrichen

sogar in der Stadt bestens bestückt.

Die Tuono RR kann das alles

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 45


BREMSEN

DARF’S BALD

FEISTER

auf sehr hohem Niveau. Für echt sportlich

ambitionierte Typen spielt sie fast

in einer eigenen Liga. Ich kenne keine

Serienmaschine, die mein gesamtes

Einsatzspektrum besser abdeckt. Ein

göttlicher Allesfresser. Nur Dreck mag

sie nicht. Das passt perfekt. Denn

Offroad steht bei mir genauso hoch im

Kurs wie Migräne oder Männergrippe.

Brauche ich nicht, danke. Und, weil du

die Bremse und die Sachs-Komponenten

ansprichst, schneller Seitzmo, für

meine Bedürfnisse ist beides absolut

ausreichend. Nachdem ich dann doch

einen Blick in die Bedienungsanleitung

geworfen habe, fand ich ein eigenes

Setup für die Renne. Also eine voll detaillierte

Werksangabe, wie die Sachs-

Komponenten ideal abzustimmen sind.

Passt! Und die Bremse ist zwar nicht

die schärfste, aber schön zu dosieren

und sehr berechenbar. Damit komme

ich auch am Track sehr gut zurecht.

Du weißt ja, ich bin nicht wahn sinnig

schnell, aber dafür wahnsinnig fesch.“

Euro 4 ist nicht das Ende

der Tuono

Irgendwie fürchtete ich, dass der 11er-

Thunfisch die harsche Euro 4-Hürde

nicht nehmen könnte. Der Sound des

2016er-V4 aus dem Serienpuffer ist so

unfassbar schön, voluminös und begeisternd

derb, dass ich keine Sekunde

lang darüber nachdachte, einen anderen

Endtopf zu montieren. Es ist der

verheißungsvolle Klang einer Sportmaschine,

die voll im Futter steht. Unpackbar

großartig. Kollege Jacko mit den

feinen Ohren eines Kapellmeisters

kritisierte beim letzten Test die Klangwolke

der nackten Abrülla als etwas zu

wuchtig, für mich aber ist dieser volle,

heiser brodelnde Sound das Beste vom

Besten, das es legal zu kaufen gibt.

Auf der INTERMOT wurde jetzt aber

klar, dass sich auch die Italiener der

strengeren Euro 4-Norm beugen und

46 PS 12/2016


letzten Rille abfeuert (und mitunter

auch darüber hinaus), doch schwer

ins Grübeln kommen und im Ringen

mit der Sehnsucht und dem Kontostand

laut „Casalla!“ brüllen. 2017 bekommt

die 11er-Tuono nämlich nicht

nur die 330-mm-Doppelscheiben von

der RSV4 RR, sondern auch ein dreistufiges

Bosch-Kurven-ABS, also die

Crème-de-la-Crème des Ankerwurfs.

Und was uns alle vor Gier in die

Tischplatte beißen lässt, ist der neue

Schaltautomat mit Blipperfunktion.

Schon bisher waren die butterweichen,

nahezu unterbrechungslosen

Schaltvorgänge mit dem bärenstarken

Thunfisch einfach der Wahnsinn

– und jetzt kommt auch noch das

vollautomatische Runterkicken dazu.

Himmel, lass es Frühjahr werden!

Pit-Lane-Limiter, Cruise-Control

und die Option, die Wheelie-Control

in voller Fahrt zu verstellen (wie

schon bisher die Traction-Control),

sind weitere Goodies, die den Thunfisch

auf eine neue Stufe stellen werden.

Das ist auch notwendig, denn

BMW und KTM werden geschärfte

Nackt-Raketen in die Euro 4-Zone

schieben und Yamahas MT-10 SP

wird sicher nicht freiwillig klein beigeben.

Wow, das wird ein Vergleichstest

der Extraklasse! 2017 wird es

Granada spielen. Aber so richtig.

Ich habe mir schon überlegt,

etwas für meine Fitness zu tun, um

den Granaten die Stirn bieten zu

können, aber nachdem ich Sir Tobis

letzten Bericht über seinen Einsatz

beim R6-Cup gelesen habe, lasse

ich das. Die Fitness wird überwertet.

Die Geräte haben dermaßen viel

Leistung, dass sie mich locker in die

Umlaufbahn schießen, auch wenn ich

nach dem nahrungsreichen Winter

zehn Kilo zu viel auf den Rippen haben

werde. Was für ein großartiger

Ausblick auf die nahe Zunkunft!

FAZIT

WENN ICH ÜBER DIE APRILIA V4 1100

TUONO RR NACHDENKE …

… kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass sie für mich die beste Serienmaschine

ist, die ich je hatte. Bärenstark, top Fahrwerk, gute Bremse, mörder Klang und in

allen Revieren, in denen ich gerne wildere, absolut zu Hause. Der Thunfisch kann

Landstraße extrem gut, Rennstrecke mehr als gut genug für mich und Stadt in absolut

erträglichem Rahmen. Einfach eine gottvolle Maschine, die mir all meine Wünsche

erfüllt. Gespannt bin ich auf 2017. Ich fürchte, der Klang könnte wegen des dickeren

Puffers etwas leiden, aber das neue Kurven-ABS, die 330er-Bremsscheiben und vor

allem die Blipperfunktion des gut funktionierenden Schaltautomaten sind Goodies,

die mir sehr taugen. Ob der Thunfisch auch 2017 die Krone meines Herzens trägt,

wird sich in den ersten Vergleichstests zeigen. Denn BMW, KTM, Ducati und Yamaha

schieben verschärfte Gegner an den Start. Es wird spannend!

der Tuono einen größeren Schalldämpfer

verpassen. Wird also leiser sein.

Wobei es schon auch eine leichte Hoffnung

gibt, dass der dickere Puffer nur

ein Fake ist. Es gab genügend Experten,

die auch den 2016er-Thunfisch als

Meisterleistung der Nichteinhaltung

gesetzlich vorgeschriebener Geräuschlimits

beurteilten.

Jedenfalls bleiben die vollen 175 PS

(Werksangabe), 2017 greift der Limiter

500/min später ein. Die dramatischste

Änderung betrifft die Bremse. Da wird

der tobende Sir Tobi, der seinen privaten

1000er-V4-Thunfisch nicht nur

beim Fischereihafenrennen auf der

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 47


TEST

FAHRASSISTENZEN UND FAHRWERK DER

APRILIA RSV4 RF PERFEKT ABSTIMMEN

48 PS 12/2016


HÖLLEN

GROLLEN

Ihr bedrohliches V4-Knurren geht durch

Mark und Bein und macht die Aprilia

RSV4 in der Superbike-Welt einzigartig.

Erhält sie dieses hohe Prädikat auch für

ihre elektronischen Fahrassistenzen

und ihr Fahrwerk?

Text: Volkmar Jacob; Fotos: Roberto Selmin, Yvonne Hertler

Es herrscht Totenstille. In

diesem Augenblick würde

man die sprichwörtliche

Stecknadel fallen hören.

Dann endlich hebt sich die Flagge,

das Startzeichen. Begleitet von den

anfeuernden Rufen ihrer Teams

sprinten rund zwei Dutzend entschlossene

Hobbyracer in Le-

Mans-Start-Manier quer über die Zielgerade zu den Bikes.

Nahezu zeitgleich erwachen die Motoren zum Leben und

brüllen ihren Sound in die Weite der kroatischen Berge. Das

Über das Cockpit lassen sich drei der

insgesamt sechs elektronischen

Fahr assistenzen der Aprilia einstellen

hektische Gedränge auf der Suche

nach einer freien Linie beginnt.

Beim ersten Versuch verhaken sich

noch zwei Piloten mit ihren Bikes –

Rennabbruch. Doch der zweite

Anlauf klappt reibungslos, und mit

der besonderen Erlaubnis des

Renntraining-Veranstalters Actionbike

(fettes Merci!) dürfen wir uns

nun unters kreiselnde Volk des zweistündigen Endurance-

Rennens mischen. Zum Ende eines aufschlussreichen Testtages

auf dem Automotodrom Grobnik nahe Rijeka checken

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 49


wir unter echten Racing-Bedingungen

die Abstimmungen für

die 2016er-Aprilia RSV4 RF.

Mit ABS, Traktions- und Wheeliekontrolle,

unterschiedlichen

Fahrmodi, Launch-Control und

voll einstellbaren Federelementen

bietet die attraktive Italienerin

zahlreiche Einstellmöglichkeiten.

Zum aktuell Machbaren fehlen

allerdings ein paar Features: semiaktives

Fahrwerk, Blipperfunktion

des Schaltautomaten, Slide-Control,

variable Motorbremse, Kurven-

ABS. Doch die RSV4 kommt auch

ohne diese Extras bestens zurecht

und ist ein absolut begeisterndes

und äußerst flinkes Wetzeisen.

Fix sollen auch die Starts mit

der Launch-Control funktionieren.

Zumindest verspricht das der

Hersteller. Unterstützt von Data

Recording checken wir erstmals

die Beschleunigung mit und ohne

Starthilfe: Was ist schneller? Außerdem

überprüfen wir natürlich

auch wieder sämtliche Stufen der

übrigen Fahrassistenzen. Los geht’s!

ABS

Welch ein Unterschied zu den

meist konservativ abgestimmten

ABS-Systemen japanischer Marken:

Auf jeder der drei Stufen lässt die Aprilia den Vorwärtssalto

zu! Ein Grund zur Sorge? Ja und nein. Ja, weil die RSV4

keine Position bietet, die den Überschlag in allen Lagen

verhindert. Und nein, weil für den Abflug zwei Bedingungen

gleichzeitig gegeben sein müssen: viel Grip und abruptes,

kräftiges Zupacken am Bremshebel. Auf der zahmsten Stufe

(drei) muss der Pilot ein steigendes Heck mit dieser Methode

aber bewusst provozieren. Bei gängigen Verzögerungen –

selbst im sportlichen Alltag – bleibt das Hinterrad brav am

Boden und das System beginnt schon zu regeln, lang bevor

das Heck in die Lüfte steigt. Der Fahrer spürt die Intervalle

über ein Pulsieren am Hebel. Diese Position ist ideal, um zu

erfahren, wie sich ein arbeitendes ABS anfühlt.

Auf Stufe zwei regelt das System deutlich später, aber

immer noch weit bevor das Vorderrad blockiert. Sie ist

unsere Empfehlung für sportliche Auftritte auf Landstraße

und Rennstrecke, da die einsetzenden Regelintervalle ein

steigendes Heck ankündigen. Auf der ersten Stufe bringen

wir das ABS nicht zum Arbeiten. Es regelt offenkundig erst

bei blockierenden Rädern und ist daher vor allem für sehr

erfahrene Piloten empfehlenswert. Das System über die

Off-Funktion zu deaktivieren, ist aus unserer Sicht damit gar

nicht nötig.

Aprilia Traction-Control (ATC)

Kurzer Ortswechsel von der Piste auf eine einsame Landstraße.

Letztes Drittel einer Ersten-Gang-Kurve, Tempo rund 70

Sachen, ATC Stufe vier: Früh und weit öffnet der Pilot die

Brause. Die Aprilia feuert brachial und mit leicht erhobenem

Vorderrad in Schräglage aus dem Eck. Traktions- und Wheeliekontrolle

glühen um die Wette, bieten maximalen Vortrieb.

Racing-Spirit pur! Der Wheelie-Control widmen wir weiter

01

02

01 Für die Landstraße einen Tick zu straff,

bietet der für 2016 frisch abgestimmte Öhlins-

Dämpfer auf der Rennstrecke viel Reserven

02 Oben der schwarze Wählschalter fürs

Durchzappen im Menü. Gleichzeitiges Drücken

der Traktionskontrollen-Einstelltasten (plus

und minus) aktiviert die Launch-Control

unten noch ein extra Kapitel, hier

zunächst die ATC.

Um unsere erwähnte Lieblings-

Landstraßenstufe zu ermitteln,

arbeiten wir uns Schritt für Schritt

an sie heran. Auf der softesten

Position (acht) genügen mittlere

Schräglagen, schon flimmert die

Kontrolllampe im Cockpit – selbst

bei geschlossenem Gasgriff. Die

sich in Kurven unterschiedlich

stark ändernden Radumfänge vorn

und hinten begreift das System

als Schlupf und beginnt zu regeln.

Daher taugt diese Stufe allenfalls

für einen Funktionstest. Auf sieben

ein ähnliches Bild, möglicherweise

die richtige Einstellung bei Nässe.

Auf den Positionen sechs und fünf

greift die Traktionskontrolle schon

deutlich später ein. Sie sind ideal,

um sich an noch schärfere Stufen

heranzutasten, falls das System

den Vorwärtsdrang zu sehr

einbremst.

Zurück auf die Piste. Die Positionen

zwei, eins und off haben wir

nicht ausprobiert. Warum? Gerade

auf dem Rijeka-Kurs mit seinem

unglaublich hohen Griplevel greift

das System furchterregend spät

respektive gar nicht ein. Weil wir

die edle Italienerin nicht im Kies

versenken wollten, müssen wir diese Positionen schuldig

bleiben. Perfekt funktioniert hier die Stufe drei. Sie gestattet

mächtigen Schub aus den Ecken und verhindert gleichzeitig

ein durch zu viel Schlupf ausbrechendes Hinterrad.

Aprilia Wheelie-Control (AWC)

Die Geschichte der AWC ist schnell erzählt. Das System

arbeitet über den Abgleich von Vorder- und Hinterradgeschwindigkeit.

Das bedeutet, dass die Wheelie-Control eine

abrupt steigende Front erst sehr spät erkennt – Abgang per

Rückwärtssalto nicht ausgeschlossen. Wer im idealen Dreh-

GOLDENE ZEITEN

Die Firma Actionbike bietet nach eigenen Aussagen von allen

Renntrainings-Veranstaltern die meisten Rennen innerhalb der

mehrtägigen Track-Days. Das Niveau reicht von tapferen Einsteigern

bis zu richtig schnellen Piloten. Dieses Jahr erstmals

ausgetragen, setzt Actionbike den lizenzfreien „Gold Cup“ 2017

fort. Bei zehn bis zwölf Veranstaltungen (Kalender noch nicht

komplett fertiggestellt) laufen sechs Events nach Wahl in die

Wertung. Gestartet wird in vier Klassen, sie decken ein breites

Feld an Bikes ab. Zu gewinnen gibt’s außer Ruhm und Ehre auch

Geld- und Sachpreise. Originell: Einer der Sponsoren stiftet den

Siegern jeweils einen kleinen Goldbarren. Interessant sind auch

die Strecken. Die Action findet auf europäischen Pisten statt wie

beispielsweise Misano, Slovakiaring, Hungaroring, Most, Brünn

oder Rijeka. Wer keine Lust auf Rennen hat, bekommt laut Veranstalter

auch während der regulären Turns genügend Fahrzeit.

Nähere Infos unter www.actionbike.de

50 PS 12/2016


momentbereich vom Schiebebetrieb auf Volllast umstellt,

steigt mit Sicherheit ab, wenn er das Gas nicht rechtzeitig

schließt. Gleiches gilt für den Einradtanz unter Zuhilfenahme

der Kupplung. Viel besser sieht die Sache bei Beschleunigungs-Wheelies

aus, die beim normalen Fahren entstehen.

Da hier das Vorderrad langsam steigt, kann die Elektronik

rechtzeitig eingreifen. Am besten gefällt uns die erste von

drei Stufen. Sie regelt sanft, mit kurzen Intervallen und

ermöglicht dadurch knackiges und sicheres Angasen.

Fahrmodi

Mit den Einstellungen „T“, „S“ und „R“ bietet die RSV4 drei

Fahrmodi. Sie regulieren lediglich Gasannahme und Leistungsentfaltung,

auf die sonstigen Fahrassistenzen nehmen

sie keinen Einfluss. Auch der maximale Output bleibt gleich.

Die Kürzel stehen laut Hersteller für Track, Sport und Race.

Bei der Einstellung „Sport“ lastwechselt die Aprilia ausgeprägt,

und auf „Race“ kommt sie vor lauter Sanftmut kaum

aus dem Quark. Merkwürdig, eigentlich sollte diese Einstellung

deutlich aggressiver zu Werke gehen. Vielleicht hat das

damit zu tun, dass „R“ früher einmal für Rain stand? Haben

die Italiener beim Abstimmen womöglich etwas verwechselt?

Egal, unser Tipp sowohl für die Renne als auch für die

Landstraße lautet eindeutig „T“.

NEUE SLICK-MISCHUNG VON PIRELLI

Seit einigen Monaten rollt Pirellis Profi-Slick „Diablo Superbike“

mit einer neuen, härteren Mischung (SC 3) an den Start. Die anderen

Mischungen bleiben bestehen, die jüngste ist eine zusätzliche

Variante. Ursprünglich für die großen Distanzen der Langstrecken-WM

sowie sehr aggressiven Asphalt entwickelt, hat sich

die im Aufbau identische Pelle laut Hersteller auch bestens bei

Sprint rennen in der Superbike-IDM bewährt – zumindest am

Vorderrad. Auch bei kühleren Temperaturen soll der Gummi hervorragend

funktionieren. Im Rahmen dieses Tests hatten wir die

Gelegenheit, die neue Mischung auszuprobieren. Vorn bestückten

wir die Aprilia mit dem SC 3, hinten mit SC 2. Tatsächlich funktionierte

die neue Pelle einwandfrei. Grip, Feedback, Zielgenauigkeit,

Stabilität,

Langlebigkeit:

alles top.

Der SC 3 ist

die jüngste

Mischung für

den Diablo

Superbike

Kurvenbolzen

ohne Ende. Auf

der Piste ist die

Aprilia in ihrem

Element

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 51


NUR SPIELEREI? V4-MP-APP

Die kostenlose Aprilia-App „V4-MP“ loggt

sich über Bluetooth in die Bordelektronik

der V4-Modelle ab Modelljahr 2015 ein (Superbike

und Tuono) und bietet eine Vielzahl

an interessanten Informationen: g-Kräfte

(Quer- und Längsbeschleunigung), Schräglagenwinkel,

aktuell abgerufene Leistung

und Drehmoment, Drosselklappenöffnung.

Darüber hinaus liefert die App auch

die üblichen Infos wie aktuelle Geschwindigkeit,

Durchschnittsgeschwindigkeit,

Drehzahl, aktueller

Verbrauch, Durchschnittsverbrauch,

Ganganzeige, Batteriespannung

und Wassertemperatur.

Vier frei wählbare Informationen

zeigt das Smartphone (Android oder

iOS) gleichzeitig an. Außerdem sind

15 Rennstrecken hinterlegt, die ein

voreingestelltes Corner-by-corner-

Setup für die Traktions- und Wheeliekontrolle

bereithalten. Heißt: Je nach

Kurve regeln die Fahrassistenzen unterschiedlich.

Individuelle Anpassungen sind

jedoch auch möglich. Das System speichert

sämtliche Daten, sie können ausgelesen

und als Textdatei auf Computer oder Laptop

überspielt werden. Unter den 15 Pisten sind

viele GP-Strecken wie beispielsweise Assen,

Donington, Imola oder Jerez. Liegen

diese Kurse für den geneigten Mitteleuropäer

noch in erreichbarer Nähe, wird es bei

den Übersee-Anlagen schon schwieriger:

Laguna Seca, Phillip Island, Sepang. Laut

Beschreibung ist es Usern auch möglich,

andere Strecken zu tracken und an die

Piaggio-Gruppe zu mailen. Offenbar wird

dieser Service aber nicht genutzt oder

gepflegt, denn auf unserer frisch heruntergeladenen

App stehen keine neue Pisten.

Wer V4-MP dennoch intensiv nutzen möchte,

braucht eine Smartphone-Halterung

inklusive Stromversorgung. Unterm Strich

ist die App eine nette Spielerei mit zusätzlichem

Nutzen. Denn sie bietet Infos, an

die der Normalo sonst nicht ohne Weiteres

kommt. Außerdem nützen die hinterlegten

Corner-by-corner Einstellungen dem

einen oder anderen Hobbyisten unter

Umständen für eine bessere Performance.

Die RSV4 RF hat

fantastische

Racing-Gene.

Mit dem perfekten

Setup

ein echtes

Hammerbike

Schaltautomat

Der Quickshifter bietet zwar keine Einstellmöglichkeiten, abschalten

ist ebenfalls nicht möglich und eine Blipperfunktion

fehlt zudem. Doch das Hochschalten ohne Kupplung funktioniert

ausgesprochen fein und zuverlässig, daher gibt es von

uns ein fettes Extra-Lob.

Aprilia Launch-Control (ALC)

Beide Traktionskontrollen-Tasten (plus und minus) bei stehendem

Bike gleichzeitig zirka drei Sekunden lang drücken,

die Launch-Control ist scharf. Kupplung ziehen, ersten Gang

einlegen, Vollgas! Das Superbike dreht im Stand nun um

12 000/min. Jetzt weder zu schnell einkuppeln (Drehzahl fällt

in den Keller), noch die Kupplung zu lange schleifen lassen

(Reibscheiben verrauchen). Selbst mit elektronischer Unterstützung

verlangt ein Start viel Übung. Denn das System

regelt zwar Schlupf und Wheelieneigung, doch die entscheidenden

Meter gewinnt – oder verliert – man mit der Kupplung.

Auch die MotoGP-Piloten nützen unisono eine Launch-

Control. Wie die Fernsehbilder zeigen, misslingen aber gelegentlich

selbst den weltbesten Fahrern die Starts.

Daher haben auch wir auf jeder der drei Stufen mehrmals

geübt und auch ohne ALC einige Male beschleunigt.

Ergebnis: Beim entscheidenden Sprint auf 150 km/h –

danach kann man nicht mehr viel falsch machen – liegen

zwischen bester und schlechtester Beschleunigung eine

halbe Sekunde oder gut zehn Meter. Gewinner ist mit 5,1 Sekunden

die schärfste Stufe eins (Achtung, Wheelie-Kontrolle

deaktiviert!) knapp vor dem Spurt ohne ALC (5,2 Sekunden).

Es folgt mit 5,5 Sekunden die mittlere Stufe zwei vor der

dritten mit 5,6 Sekunden. Subjektiv hat man bei dieser

Einstellung das Gefühl, vor lauter Regelvorgängen nicht

vorwärtszukommen. Doch wie der Blick aufs Data Recording

beweist, kann dieser Eindruck ziemlich täuschen.

Fahrwerk

Wie uns Aprilia kurz vor Redaktionsschluss mitteilte, hat

man dem Monoshock für 2016 eine stärkere Feder und

etwas mehr Zugstufendämpfung verpasst. Daher ist dieser

Setup-Tipp (Übersicht rechts auf Seite 53) nicht auf das im

52 PS 12/2016


Output needs Input: Den gesteigerten Spritbedarf auf

der Rennstrecke begegnen wir mit großem Gebinde

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Prinzip baugleiche Modell „RR Race Pack“ vom Vorjahr

übertragbar. Für die Landstraße geriet das Grund-Setup

der Druckstufe etwas zu straff, weshalb wir sie komplett

öffneten. Solange keine fiesen Kanten oder üble Runzeln

das Asphaltband verunstalten, lässt es sich damit gut

leben. Doch erst auf der Piste ist das Teil in seinem

Element und bietet Wahnsinns-Reserven. Etwas weniger

straff, aber ebenfalls mit reichlich Dämpfungsreserven

gesegnet arbeitet die Gabel. Das fein ansprechende Teil

überzeugt auf der ganzen Linie und liefert viel Feedback.

Im Verbund mit dem handlichen Fahrwerk ist auch das

einzigartig. Wie das charakteristische Knurren des V4 –

echtes Höllengrollen.

SETUP (TROCKENE BEDINGUNGEN)

FAHRASSISTENZ

RENNSTRECKE

ABS 2 2

Traktionskontrolle (ATC) 3 4

Wheeliekontrolle (AWC) 1 1

Launch-Control (ALC) 1 –

Fahrmodus T T

FAHRWERK *

LANDSTRASSE

Gabel

Zugstufe 12 K 12 K

Druckstufe 9 K 12 K

stat. Negativfederweg 30 mm 30 mm

Federbein

Zugstufe 18 K 18 K

Druckstufe 7 K kompl. offen

stat. Negativfederweg 18 mm 18 mm

Lenkungsdämpfer 11 K 15 K

*alle Dämpfungseinstellungen von komplett geschlossen gezählt; statischer negativer

Federweg senkrecht stehend ohne Fahrer; U = Umdrehungen; K = Klicks

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Dieses Einverständnis kann ich jederzeit per E-Mail an widerruf@dpv.de widerrufen.

Ich bezahle per Bankeinzug und erhalte zusätzlich eine GRATIS-Ausgabe.

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DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich

mein Kreditinstitut an, die von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Die Mandatsreferenz

wird mir separat mitgeteilt. – Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungs datum, die Erstattung

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246a § 1 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB. Zur Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses, die

Bestellung zu widerrufen. Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a EGBGB nutzen. Der Widerruf ist zu richten

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TECHNIK

LESERFRAGEN

WERNER KOCH

PS-Technik-Versteher und

Motorrad-Flüsterer Werner

„Mini“ Koch tüftelt und bastelt

ständig selbst in seiner eigenen

Werkstatt, und kein Technik-

Thema ist ihm zu verworren.

Und weiß er tatsächlich mal

selbst nicht weiter, weiß er

genau, wo man fragen muss.

Sie haben eine

Technik-Frage, die

Sie schon lange

umtreibt? Im Forum

behauptet jeder

etwas anderes?

Sie sind mit Ihrem

Latein am Ende?

Dann stellen Sie uns

Ihre Frage. PS geht

der Sache hier auf

den Grund, erklärt

die Zusammenhänge

oder fragt die

Experten der Industrie

oder Rennteams.

Fragen an:

PS@motorpresse.

de, bitte „Technik“

im Betreff angeben.

Text: Werner Koch

Fotos: Archiv, Koch

COOLE

SACHE

? Hallo PS-Team, meine Technik-

Frage betrifft die Reinigung von Kühlern,

die über die Jahre an Kühlleistung

verloren haben. Wie kann man

Schmutz, Gummiabrieb und Insektenleichen

am besten entfernen? Zudem:

Helfen die vielfach beworbenen

Kühlerschutzgitter effektiv vor erneuter

Verschmutzung?

Schöne Grüße, Daniel Schramm

PS-Antwort Für die äußerliche Reinigung

von Kühlern empfiehlt der Tuner-

Guru Kurt Stückle (www.kurt-stueckle.

de) einen Dampfreiniger, bei dem der

über 100 Grad heiße Dampfstrahl nicht

nur den festgebackenen Staub, sondern

auch die Gummireste aus den

Lamellen löst. Natürlich kann man sich

auch mit heißem Wasser, versetzt mit

Spülmittel und einer weichen Bürste

ans Werk machen. Dabei ist aber unbedingt

darauf zu achten, dass man die

filigranen und weichen Alulamellen

nicht beschädigt.

Dasselbe gilt bei Arbeiten am Motor

oder den Auspuffkrümmern, weshalb

man die Kühlerlamellen dann mit

einem aus Pappe zurechtgeschnittenen

„Protektor“ schützt. Die Lamellen sind

für eine effiziente Kühlung sehr wichtig

und müssen bei Beschädigung mit ei-

54 PS 12/2016


ner Spitzzange oder einem kleinen

Schraubdreher ausgerichtet werden,

damit die Luftdurchströmung um die

wasserführenden Kanäle funktioniert.

Ein Schutzgitter kann mechanische

Beschädigungen sicherlich abschwächen,

doch je enger das Schutzgitter

ist, desto schlechter wird auch die

Anströmung des Kühlernetzes.

Eine schlechte Kühlung und die

damit verminderte Motorleistung rührt

oftmals auch daher, dass nicht nur der

Kühler, sondern auch der Motor, speziell

an den thermisch hochbelasteten

Stellen (im Bereich der Auslassventile

und rund um den Brennraum), mit

Kalkablagerungen überzogen ist.

Diese Schicht verschlechtert die

Wärmeableitung und sollte entfernt

werden. Dazu muss der komplette

Kühlkreislauf mit einer kalklösenden

Mixtur ausgespült werden. So

geht‘s: Spezielle Kalklöser aus dem Autohandel,

Zitronen- oder Essig-Essenz

nach Vorgabe mit normalem Leitungswasser

verdünnen und einen Tag im

Motor belassen. Danach den Motor

kurz starten, die Mixtur ablassen und

gründlich mit klarem Wasser nachspülen.

Dabei ist es zu empfehlen,

das Thermostat-Gehäuse zu öffnen, da

sich hier größere Kalkpartikel ablagern,

die erst bei betriebswarmem Motor

ausgespült werden.

Als Kühlmittel für die Straße empfiehlt

sich in jedem Fall eine Mischung

aus destilliertem Wasser und Frostschutzmittel,

denn damit ist auch der

Korrosionsschutz und eine gewisse

Schmierung (Wasserpumpen-Simmerringe)

gewährleistet. Im Rennbetrieb

aus Sicherheitsgründen (Rutschgefahr)

verboten, muss dort mit reinem Wasser

gefahren werden. Was natürlich die

Korrosion von unbeschichteten

Alu- und Stahlbauteilen massiv fördert.

Bei längerer Standzeit sollte deshalb

das Wasser durch Kühlmittel ersetzt

werden. Denn generell sind die Aluminiumbauteile

im Motor und Kühlsystem

sehr korrosionsanfällig. Wobei dem

destillierten Wasser eine Verstärkung

der Korrosion nachgesagt wird. Wer

auf Nummer sicher gehen will, kann

deshalb eine 50/50-Prozentmischung

aus Leitungswasser und destilliertem

Wasser einfüllen, die den Kalkanteil

dann halbiert.

Doch Tuner Kurt Stückle kennt

noch einen Grund für eine übermäßig

starke Korrosion im Kühlkreislauf: Dies

kann auch Zeichen für eine undichte

Zylinderkopfdichtung sein, durch die

aggressive Gase in das Kühlwasser

gelangen und dort regelrecht empfindliche

Alubauteile zerfressen.

Für den Rennstreckenbetrieb sollte

auch ein Kühlerdeckel mit dem Aufdruck

1,6 oder 1,8 anstatt des serienmäßigen

1,0-Deckels montiert werden.

Durch den höheren Abblasdruck kocht

das Kühlwasser später und drückt bei

Überhitzung, etwa bei Verzögerungen

am Start, weniger Kühlwasser in den

Ausgleichsbehälter.

01

02

03

04

01 Wenn die feingliedrigen Lamellen so verbogen und verschmutzt

sind, ist es mit der Kühlung nicht mehr weit her

02 Nach längerer Standzeit und bei nicht vollständig abgelassenem

destillierten Wasser war dieser Wasserkasten

an einem Supersportler komplett zerfressen und somit reif

fürs Altmetall

03 Der Wert 1,0 gibt an, bei welchem Überdruck im Kühlsystem

das Wasser in den Ausgleichsbehälter abgeblasen

wird. Von dort wird die Flüssigkeit bei abkühlendem Motor

durch den entstehenden Unterdruck wieder abgesaugt

04 Bei Arbeiten im Kühlerbereich oder vor dem Einlagern

wird das empfindliche Kühlernetz mit Pappe abgedeckt

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PS 12/16

dIe nächste AusgABe von Ps

erscheInt Am 7.12.2016

Anzeigenschluss ist der 15.11.2016, 16 Uhr

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LESERPOST

KEINE BRAUNE SOSSE

MotoGP-Elektronik, PS 10/2016

Die Einleitung zum Thema MotoGP-

Elektronik ist meiner Meinung nach etwas

unglücklich gewählt. Der Artikel

beginnt mit den Worten „Jedem das

Seine“. Viele Menschen sind sich der

negativen Herkunft dieses Ausdrucks

leider nicht bewusst, aber ich störe

mich etwas am Gebrauch. Der Spruch

„Jedem das Seine“ (in der Bedeutung

von „Jedem, was er verdient“) steht von

innen lesbar über dem Haupttor des

Konzentrationslagers Buchenwald.

Er richtete sich somit direkt an die Lagerinsassen.

Dies stellt eine Besonderheit

gegenüber den anderen Konzentrationslagern

dar, deren Torsprüche

mit ihren nach außen gerichteten

Schauseiten sich vornehmlich an die

Bevölkerung außerhalb der Lager

wandten, wie beispielsweise „Arbeit

macht frei“. Gerade zur Zeit sollte man

mit bestimmten Dingen etwas sensibler

umgehen. Also bitte nicht falsch verstehen,

ich urteile nicht und will auch

nicht groß rummeckern, sondern ich

wollte Euch einfach darauf hinweisen.

Sonst bin ich ein großer Fan von Euch

und Eurer Zeitschrift.

Alex Tränkner per E-Mail

„Jedem das Seine“ ist tatsächlich

auf infame und äußerst zynische

Art und Weise von den Nazis in

Buchenwald angeschlagen worden.

Allerdings muss man auch

wissen, dass dieser Begriff schon

seit der Antike ein häufig benutztes

Idiom in der Philosophie, vor

allem der Sozialethik ist. Dass der

ursprünglich so positiv besetzte

Begriff von einem verbrecherischen

System später so verunglimpft

wurde, dass er deshalb aus

dem Sprachgebrauch verschwinden

müsste, mag uns jedoch nicht

so recht einleuchten. Ganz im Gegenteil:

Es ist wichtig, dass man

sich der Geschichte insgesamt bewusst

ist, voranschreitet und damit

zeigt, dass die braune Soße zu keinem

Zeitpunkt die Macht haben

wird, die menschlichen Errungenschaften

– geistige wie greifbare –

durch ihre krude, menschenfeindliche

Ideologie zu beschädigen oder

gar auszulöschen.

Die Red.

KEINE PROBLEME

Elektronik Yamaha R1, PS 11/2016

Ich fahre die Yamaha R1 selbst auf der

Rennstrecke und verstehe nicht, was

da schiefgelaufen ist, dass ihr den

Bremshebel komplett an den Lenker

ziehen konntet. Der Quickshifter funktioniert

bei mir tadellos. Die Gasannahme

ist hart, eine Nachbesserung von

Yamaha wäre zu wünschen. Der Rest

der Elektronik funktioniert einwandfrei.


Stefan Dressel per E-Mail

Mit Serienbelägen haben wir in

zahlreichen Tests bisher auch

noch kein Bremsversagen bei der

R1 festgestellt. Doch die aggressiveren

Zubehörbeläge von Lucas

brachten zwar deutlich mehr

Bremsleistung, leiteten aber auch

mehr Wärme ins System, wodurch

die Bremsflüssigkeit mit der

bekannten Folge überhitzte. Wir

gehen aber davon aus, dass dieses

Phänomen nur bei sehr starker

Belastung auf bremsintensiven

Rennstrecken vorkommt. Beim

Quick shifter wunderten wir uns

selbst, dass die Gangwechsel auf

Stufe eins bisweilen nicht reibungslos

funktionierten. Auf der

zweiten Position lief dann alles

perfekt. Bis auf die harte Gasannahme

auf Position eins und zwei

funktionierte die restliche Elektronik

auch bei unserem Test einwandfrei.

Die Red.

FAST NUR LOB

Zu PS allgemein

Als langjähriger Leser spende ich

Euch heute mal (fast) nur Lob. Richtig

gut finde ich das PS-TuneUp. Gerne

mehr davon. Zubehör-Testberichte sind

Das aktuellste

Bild der Redaktion

während der

Testplanung 2017

gibt wenig Anlass

zur Hoffnung von

Herrn Saiger, PS

könnte sich bald

mal ändern

immer wieder spannend. Tobis R6-

Cup-Storys machen Laune. Gut, Einsteiger-Mopeds

sind nicht so mein Ding,

ebenso Enduros. Macht also einfach

weiter so, und ich bestehe wieder auf

einen Motorradkalender 2017, auch

wenn Feministinnen und Spielverderber

wieder mal meckern werden.

André Dulian per E-Mail

KEIN VORBILD

Zu PS allgemein

Von Medien wird eine Vorbildfunktion

erwartet. PS kehrt das ins Gegenteil

um: Zum einen wird in der Bebilderung

das Motorradfahren in aggressivster

Weise dargestellt – mit Wheelies oder

Knie am Boden, zum Teil in urbanem

Umfeld. Zum anderen gilt: Je lauter,

desto besser, was im Grunde nichts

weiter als ein absolut asoziales Verhalten

seinen Mitmenschen gegenüber

bedeutet. Psychologen und Verhaltensforscher

setzen dies mit dem Imponiergehabe

bestimmter Primaten im Zoo

gleich. Ob Ihr den Sprung vom Primaten

zum Homo sapiens jemals schaffen

werdet?

Rolf Saiger per E-Mail

Fotos: fact, Fremdenverkehrsamt Japan

LESERBRIEFE AN DIE REDAKTION: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, Redaktion PS, 70162 Stuttgart,

E-Mail: ps@motorpresse.de Leserbriefe bitte mit vollständigem Namen und Wohnort unterzeichnen

Facebook: PS Das Sport-Motorrad Magazin


PITLANE

CUP-ÜBERSICHT 2017

AUFGEZÜNDET

Nach der Saison ist vor der Saison. Damit rechtzeitig geplant und gut

vorbereitet losgelegt werden kann, stellen wir die wichtigsten Cups

und Rennveranstaltungen für 2017 in einer großen Übersicht vor.

Text: Tobias Münchinger

Einmal ist immer das erste Mal.

Und bei manchen Dingen weiß

man nach dem ersten Mal

genau, dass es nicht das letzte

Mal gewesen sein dürfte. So verhält es

sich oft mit dem Fahren auf der Rennstrecke.

Oder haben Sie schon mal

jemanden sagen hören: „Ich war beim

Renntraining. Es war total blöd, da

gehe ich nie wieder hin.“ Wir jedenfalls

nicht. Bei den meisten Infizierten

erweist sich das Rennstreckenvirus als

ein äußerst hartnäckiges. Besondere

Kennzeichen: Es springt ganz leicht

über und Patienten können und möchten

sich meist nicht kurieren lassen.

Teilweise kommt es sogar noch

doller. Die nächste Stufe heißt nämlich

Rennfahren, und die kann unter

Umständen noch packender ausfallen

als ein gewöhnliches Training. Es muss

ja nicht gleich die MotoGP oder die

Superbike-WM sein. Unterhalb des absoluten

Profi-Levels wartet die Hobbyracing-Szene

mit Veranstaltungen für

nahezu jeden Typ von Motorrad, Fahrer

und Geldbeutel auf. Egal, ob es sich bei

der Maschine um einen hochmodernen

Supersportler, ein rennfertiges Naked

Bike, einen Youngtimer oder eine Zweitaktwaffe

handelt – da ist für jeden was

dabei, garantiert. Unsere Eventübersicht

gliedert sich in Markencups, markenoffene

Cups, Langstreckenveranstaltungen,

Klassikveranstaltungen und

größere Einzelevents. Teilweise werden

in den aufwendig und professionell

organisierten Cups Rundum-Sorglos-

Pakete angeboten. Die enthalten gleich

alles, was man so zum Rennfahren benötigt.

Vom entsprechenden Motorrad

über ein Technik- und Bekleidungs-

paket bis hin zu allen Start- und Nenngeldern.

Wer bereits ein geeignetes

Einsatzgerät in der Garage stehen hat,

findet vielleicht in einem der markenoffenen

Cups oder Events die richtige

Spielwiese. Nicht selten werden Rennen

mit zwei Läufen pro Wochenende

in ein Renntraining integriert, in das

man sich als Einzelveranstaltung einbuchen

kann, ohne gleich die komplette

Meisterschaft bestreiten zu müssen.

Vereinzelt wird noch nicht einmal eine

Lizenz verlangt. Wenn doch, reicht

oft eine Veranstaltungslizenz aus, die

direkt vor Ort ausgestellt werden kann.

Zu diesem frühen Zeitpunkt sind die

Terminkalender bisweilen noch nicht

bestätigt bzw. offiziell, was sich in den

nächsten Wochen ändern wird. Ausreden

gibt es dann viele, Antworten aber

nur eine: anmelden und mitmachen!

64 PS 12/2016


SUZUKI GSX-R CUP

Die GSX-R 750 Challenge wird

es in ihrer bisherigen Form

nicht mehr geben. Stattdessen

betritt der GSX-R Cup die

Bühne, der auf der neuen

Tausender im Rahmen der

IDM ausgetragen wird

Fotos: Hersteller, Ronny Lekl

Anfängertauglich

Fortgeschrittenes Niveau

Hoher Speed, nichts für Anfänger

Hier geht’s richtig zur Sache

MARKENCUPS

Easy

Foto: Andreas Weinand

YAMAHA-R6-DUNLOP-

CUP

VERANSTALTER/KONTAKT Yamaha

Motor Deutschland/www.yamaha-cup.de/

thomas.kohler@textunddesign.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Yamaha

YZF-R6, Baujahr 2017

LÄUFE Acht Rennen plus Auftakttraining

gemäß IDM-Kalender

KOSTEN Cup-Paket eins inklusive Motorrad,

Umbauteilen, Fahrerausstattung,

allen Start- und Nenngeldern usw.

voraussichtlich um 18000 Euro

BESCHREIBUNG Der älteste Markencup

der Welt geht 2017 in seine 40. Saison.

Aufgrund des hohen fahrerischen Niveaus

(Hockenheim IDM-Kurs, tiefe 1.32er-Rundenzeiten

an der Spitze) starten fast nur

Racer mit Erfahrung neben ambitionierten

Nachwuchstalenten, die es wissen

wollen. Der R6-Cup gilt als harte und

hochprofessionelle Schule. Für Anfänger

und zum Reinschnuppern ins Hobbyracing

eignet sich diese Rennserie daher

nicht. Cup-Piloten benötigen die Betreuung

eines kompetenten Händlers und ein

verlässliches Schrauberteam. An genügend

Budget für Sturz-, Verschleißteile

und Reifen (Einheitsreifen Dunlop D212

GP-Racer) sollte es nicht mangeln. Verlangt

wird eine B-Lizenz. Die R6, Baujahr

2017, darf zwei Jahre lang im Cup eingesetzt

werden. Maximal 50 Startplätze

werden vergeben, die Möglichkeit zur

Anmeldung besteht ab sofort.

LEVEL

SUZUKI GSX-R CUP

VERANSTALTER/KONTAKT PS Track

Events GmbH (Roger Plath und Sascha

Schoder)/www.ps-track-events.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Suzuki

GSX-R 1000/GSX-R 1000 R, Baujahr 2017

LÄUFE Ein Auftakttraining plus sechs

Rennwochenenden mit jeweils zwei

Rennen gemäß IDM-Kalender

KOSTEN Nenngebühr 2890 Euro. Es wird

ein Komplettset mit Motorrad, Technikpaket

(Yoshimura-Komplettanlage,

Motorschutzdeckel), Fahrerausstattung

(X-Lite-Helm), Schmiermittel von Motul

sowie Teambekleidung plus allen Startund

Nenngeldern für 18890 Euro (mit

Finanzierungsangebot) geben.

BESCHREIBUNG Mit Erscheinen der neuen

„Kilogixxer“ erblickt der GSX-R Cup

das Licht der Welt. Er löst die bisherige

GSX-R 750 Challenge ab und richtet sich

an ambitionierte Hobbyracer. Ziel ist es,

vergleichbaren und bezahlbaren Rennsport

in einem professionellen Umfeld

zu bieten. Anmeldungen sind ab dem

14.11.2016 unter www.anmeldung.pstrack-events.de

möglich. Insgesamt

können 40 Startplätze vergeben werden.

Verlangt wird eine B-Lizenz. Genauere

Infos zum Reglement erfolgen in den

nächsten Wochen. Im GSX-R Cup werden

Einheitsreifen (genaues Fabrikat noch

nicht bekannt) verwendet.

LEVEL

SUZUKI SV 650 CUP

VERANSTALTER/KONTAKT PS Track

Events GmbH (Roger Plath und Sascha

Schoder)/www.ps-track-events.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Eine Wertungsklasse

für Suzuki SV 650, Baujahr

2017, und Suzuki Gladius ab Baujahr 2009

(Modell K9)

LÄUFE Ein Auftakttraining plus sechs

Rennwochenenden mit jeweils zwei

Läufen, vorrangig im Rahmen der IDM

ausgetragen

KOSTEN Nenngebühr 2890 Euro. Es wird

ein Komplettset mit neuer SV 650, Technikpaket

(Rennverkleidung, Umbaukit für

die Gabel, Zubehörfederbein, Fußrastenanlage,

Motorschutzdeckel), Schmiermittelpaket

von Motul, Teambekleidung inkl.

X-Lite-Helm, allen Start- und Nenngeldern

für 9890 Euro geben. Das Technikpaket

gibt es auch separat für 980 Euro.

BESCHREIBUNG Geeignet für Einsteiger,

Aufsteiger und Wiedereinsteiger. Seitens

der Veranstalter gilt der Anspruch auf

fairen, vergleichbaren und bezahlbaren

Rennsport in einem professionellen

Umfeld. Hier winkt viel Racing bei überschaubarem

finanziellem Aufwand.

SV 650 und Gladius bestechen durch

robuste Technik und günstige Ersatzteilversorgung.

Für die Anmeldung gelten

dieselben Voraussetzungen wie beim

GSX-R Cup.

LEVEL

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 65


BMW S 1000 RR CUP

von Bike Promotion. Für den

Hobbybereich werden hier

sehr ernsthafte Rundenzeiten

gefahren

BMW S 1000 RR CUP T-CHALLENGE STREET TRIPLE-CUP

VERANSTALTER/KONTAKT Bike Promotion/www.bike-promotion.com/info@bikepromotion.com

KLASSEN/EINSATZGERÄT Pro- und

Advanced-Wertung. Zulässig sind BMW

S 1000 RR und BMW HP4 aller Baujahre.

LÄUFE Voraussichtlich acht mit jeweils

zwei Rennen in Most, Brünn, Oschersleben,

Hockenheim und am Slovakiaring

KOSTEN Angeboten werden vier verschiedene

Pakete von etwa 400 Euro (Einschreibegebühr,

Helm, Motorenöl-Paket)

bis zirka 18000 Euro (Komplettpaket

inklusive Motorrad). Hinzu kommen die

Nenngebühren pro Event von zirka 450

Euro für eine Dreitagesveranstaltung

BESCHREIBUNG Der BMW S 1000 RR

Cup 2017 wird von Bike Promotion als Teil

der IBPM-Rennserie veranstaltet. Pirelli-

Einheitsreifen gibt es zu Cup-Sonderkonditionen.

Das Reglement erlaubt Tuning.

Es werden maximal 55 Startplätze

vergeben, für die man sich ab sofort

einschreiben kann. In Oschersleben fährt

das breite Mittelfeld des Cups tiefe

1.33er-Rundenzeiten. Eine Lizenzforderung

existiert nicht.

LEVEL

VERANSTALTER/KONTAKT MOTORRAD

action team/www.triumph-cup.de/nbroy@

motorpresse.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Zulässig sind

alle sportlichen Triumph-Modelle (Street

Triple/R, Speed Triple/R, Daytona/R) in

einer Wertung. Zum Einsatz kommt aber

fast ausschließlich die Daytona 675/R.

LÄUFE Fünf Veranstaltungen mit jeweils

zwei Rennen. Geplante Strecken: Most,

Hockenheimring, Lausitzring, Oschersleben,

Finale am Sachsenring

KOSTEN Die Start- und Nenngelder

betragen etwa 2600 Euro inklusive technischer

Betreuung vor Ort sowie Pokalen,

Sachpreisen, Jahresabschlussparty etc.

BESCHREIBUNG Reglement und Reifenwahl

sind sehr frei gehalten. Motortuning

ist erlaubt. Die Challenge eignet sich

für Anfänger, an der Spitze tummeln sich

aber sehr schnelle Fahrer auf R6-Cup-

Niveau. Wie der T-Cup konnte sich die

Challenge mittlerweile zu einer festen

Größe in der Hobbyracing-Szene etablieren.

Anmeldungen sind ab Mitte Dezember

möglich. Keine Lizenzforderung. Die

Mindeststarterzahl beträgt 28 Teilnehmer.

LEVEL

VERANSTALTER/KONTAKT MOTORRAD

action team/www.triumph-cup.de/nbroy@

motorpresse.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Triumph

Street Triple/R jeglicher Baujahre in einer

Wertung

LÄUFE Fünf Veranstaltungen mit jeweils

zwei Rennen. Geplante Strecken: Most,

Hockenheimring, Lausitzring, Oschersleben,

Finale am Sachsenring

KOSTEN Die Start- und Nenngelder belaufen

sich auf etwa 2600 Euro inklusive

technischer Betreuung vor Ort sowie

Pokalen, Sachpreisen, Jahresabschlussparty

etc. T-Cup-Partner SBF wird ein

Komplettpaket mit neuer Street Triple R

plus Zubehör, Nenngeld und X-Lite-Helm

zum attraktiven Preis auf Vorjahresniveau

(etwa 11000 Euro) anbieten.

BESCHREIBUNG Das Fahrerfeld reicht

von absoluten Einsteigern bis zu ganz

schnellen Cracks und erfahrenen Routiniers,

die in Oschersleben schon einmal

die 1.34er-Marke unterbieten. T-Cup bedeutet

ambitioniertes und dabei günstiges

Hobbyracing mit Kultstatus. Sogar

2008er- Streetys sind noch eingeschränkt

siegfähig. Motortuning ist verboten. Der

T-Cup verwendet Bridgestone-Slicks

(V01/V02) und entsprechende Regenpneus

als Einheitsreifen. Sollte in Kürze eine

neue 800er-Street Triple die Bühne betreten,

wird der Veranstalter die Maschine in

getrennter Wertung in die Serie integrieren.

Anmeldungen zum T-Cup sind ab

Mitte Dezember möglich. Keine Lizenzforderung.

Die Mindeststarterzahl beträgt

26 Teilnehmer.

LEVEL

66 PS 12/2016


T-CHALLENGE Erlaubt sind alle sportlichen

Triumph, aber zum Einsatz kommt

hauptsächlich die Daytona. Eine Baujahresbeschränkung

oder großartige Regularien

gibt es nicht

T-CUP Kultserie mit

großem Charme und

weitreichendem Ruf.

Die Streety kann

man auch auf der

Rennstrecke richtig

fliegen lassen

Fotos: racepixx.de, Trackriders.eu

BMW R NINET-SPORT-CUP

ADAC JUNIOR-CUP

MARKENOFFENE CUPS

TROFEO ITALIANO

VERANSTALTER/KONTAKT BMW Motorrad

Deutschland

KLASSEN/EINSATZGERÄT Luftgekühlte

Zweizylinder-BMW wie die aktuelle

R nineT/Racer

LÄUFE Acht Rennen plus Auftakttraining

gemäß IDM-Kalender

KOSTEN Noch keine Details bekannt

BESCHREIBUNG Zum Redaktionsschluss

gab es weder eine offizielle Bestätigung

für diesen Cup noch sonstige Neuigkeiten

zur Sachlage. Fakt ist aber, dass es diese

Veranstaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit

geben wird. Eine bierernste Sache

wird die Angelegenheit wohl nicht. Dennoch

sind wir höchst gespannt, welche

Rundenzeiten beispielsweise mit einer

R nineT in Hockenheim drin sind. Freuen

wir uns auf einen lockeren Markencup mit

dem gewissen Extra und einem besonderen

Flair, der die Szene bereichern wird.

LEVEL

VERANSTALTER/KONTAKT Allgemeiner

Deutscher Automobilclub (ADAC)/www.

adac-motorsport.de/ernst.bernecker@

adac.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT KTM RC 390

LÄUFE Sechs Veranstaltungen mit insgesamt

acht Rennen. Geplant: Starts im Rahmenprogramm

der MotoGP (Sachsenring

und Red Bull Ring), der Langstrecken-WM

in Oschersleben, bei der Superbike-WM

sowie zum Lauf der BSB in Assen. Der

finale Terminkalender folgt in Kürze.

KOSTEN Die Einschreibegebühr beträgt

2600 Euro und beinhaltet alle Nenngelder,

ein 3,5-tägiges Auftakttraining in Misano,

einen Helm von X-Lite, Teambekleidung

sowie eine Rennunfallversicherung. Für

das einsatzbereite Cup-Motorrad werden

ungefähr 7200 Euro fällig.

BESCHREIBUNG Der ADAC Junior-Cup

powered bei KTM bietet jungen Talenten

einen kostengünstigen Einstieg in die Welt

des Motorsports. Nicht selten ebnet der

Junior-Cup den Weg in höhere Klassen. Es

werden Preisgelder von annähernd 20000

Euro und weitere finanzielle Hilfen seitens

des Veranstalters und KTM ausgelobt.

Startberechtigt sind Fahrer mit Geburtsdatum

zwischen 1996 und 2004. Um die Kosten

gering zu halten und Manipulationssicherheit

zu gewährleisten, wird die Leistung

der KTM RC 390 auf 38 PS reduziert.

Motoren und Steuergeräte sind verplombt.

Im Schadensfall kümmert sich der Renndienst

um Reparatur beziehungsweise

Ersatz. Die Gesamtkosten pro Fahrer und

Saison beziffert der Veranstalter mit etwa

12000 Euro. Benötigt wird eine B-Lizenz

und eine ADAC Plus-Mitgliedschaft. Die

Einschreibung ist ab dem 21.11.2016 möglich.

Es werden maximal 36 Startplätze

vergeben.

LEVEL

VERANSTALTER/KONTAKT MOTORRAD

action team/www.triumph-cup.de/nbroy@

motorpresse.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Erlaubt sind

alle sportlichen Italo-Motorräder plus

KTMs in eigener Wertung. Unterschieden

wird in Superbike- und Supersportklasse.

LÄUFE Fünf Veranstaltungen mit jeweils

zwei Rennen. Geplante Strecken: Most,

Hockenheimring, Lausitzring, Oschersleben,

Finale am Sachsenring

KOSTEN Die Start- und Nenngelder betragen

etwa 2600 Euro inklusive technischer

Betreuung vor Ort sowie Pokalen,

Sachpreisen, Jahresabschlussparty etc.

BESCHREIBUNG Relativ offenes Reglement

mit Reifenpartner Bridgestone als

„Kann-Angebot“ und der Firma Öhlins

DTC als Fahrwerksspezialist. Bei allen

drei Cups des MOTORRAD action teams

steht den Piloten Fahrwerkstechniker

Lars Sänger von Motorradtke bei Bedarf

zur Seite. Die Trofeo ist für Einsteiger

geeignet, an der Tabellenspitze werden

aber Top-Zeiten gefahren. Prominente

Neuzugänge für 2017 kündigen sich mit

MOTORRAD-Comic-Zeichner Holger Aue

und T-Challenge-Meister Ole Bartschat

an. Anmeldungen sind ab Mitte Dezember

möglich. Keine Lizenzforderung. Die Mindeststarterzahl

beträgt 28 Teilnehmer.

LEVEL

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 67


Fotos: Michael Praschak, racepixx.de, Silke Bobrowski

IRRC Die Serie entstand aus dem

Drei-Länder-Cup und ist die erste Adresse,

wenn es ums Roadracing geht

GERMAN TWIN TROPHY

VERANSTALTER/KONTAKT DMC mit Bike

Promotion als Ausrichter/Ansprechpartner:

Björn Ritter und Christian Otto/www.

germantwintrophy.de/info@germantwintrophy.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Stock/Open-

Klasse. Viertakt-Zweizylindermaschinen

(V-Form oder parallel) mit bis zu 720 cm³

Hubraum. Hersteller und Baujahr sind

frei. Es gibt eine kumulierte Meisterschaftstabelle,

um den Gesamtmeister

zu ermitteln.

LÄUFE Sieben Veranstaltungen mit

jeweils zwei Rennen plus Auftaktevent in

Planung. Weitere Infos demnächst auf der

Website

KOSTEN Einschreibung GTT 149 Euro.

Pro Lauf fallen Kosten von zirka 270 Euro

an, die beim Veranstalter zusätzlich zu

entrichten sind.

BESCHREIBUNG Die German Twin Trophy

findet laut derzeitiger Planung im Rahmen

der DRC statt, die wiederum von

Bike Promotion ausgerichtet wird. Stichworte:

professionelles Umfeld, günstiger

Rennsport auf internationalen Strecken,

breit gefächertes Niveau. Von der 1.38erbis

zur 1.56er-Rundenzeit in Oschersleben

ist alles dabei. Als Reifenpartner

steht Pirelli fest. Verlangt wird eine B-

oder C-Lizenz. Die Anmeldung für 2017

ist online ab dem 01.12.2016 möglich.

LEVEL

IRRC (INT. ROADRACING

CHAMPIONSHIP)

VERANSTALTER/KONTAKT Motorsportclub

HAMOVE, Motorsportclub KV Ostend

Motor Sport, Motorsportclub MSC Frohburger

Dreieck e.V. im ADAC Sachsen/

www.irrc.eu/torsten.schmidt@t-online.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Supersport

(Vierzylinder bis 600 cm³, Dreizylinder bis

700 cm³, Zweizylinder bis 750 cm³) und

Superbike (Vierzylinder bis 1000 cm³,

Dreizylinder bis 1000 cm³, Zweizylinder

bis 1200 cm³)

LÄUFE Sechs Veranstaltungen mit jeweils

zwei Rennen, vermutlich in Hengelo, Oss,

Chimay, Horice, Imatra und Frohburg

KOSTEN Das Nenngeld wird sich am

Vorjahresniveau von 990 Euro orientieren.

Genaue Infos bald auf der Homepage.

Einschreibungen sind ab dem 01.12.2016

möglich.

BESCHREIBUNG Die IRRC fährt als Roadracing-Event

ausschließlich auf Straßenkursen.

Hier gibt es Wiesen, Bäume und

Strohballen anstatt freien Auslaufzonen

und Kiesbetten. Piloten müssen in jedem

Fall Rennerfahrung mitbringen und wissen,

was sie tun. Keine Veranstaltung für

Anfänger! Weiteres Kennzeichen der IRRC

sind die treuen Fans und Stimmungsmacher,

was die Rennen zu internationalen

Volksfesten verwandelt. Motortuning ist

erlaubt und das technische Reglement

offen gehalten. Die Wahl der Reifen ist

freigestellt. Es werden Tagespreisgelder

für die ersten zehn Plätze jedes Rennens

ausgezahlt. In der Jahresgesamtwertung

gibt es in der Supersport- und Superbikewertung

Preisgelder bis Platz 20. Gaststarts

sind in beiden Klassen möglich und

kosten etwa 250 Euro. Verlangt wird mindestens

eine B-Lizenz.

LEVEL

HAFENEGER-CUP

VERANSTALTER/KONTAKT Hafeneger-

Renntrainings e.K./www.hafeneger-renn

trainings.de/info@hafeneger-renntrai

nings.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Drei Leistungsklassen

(600 cm³, 750 cm³, 1000

cm³) mit getrennter Wertung. Hersteller,

Modell und Baujahr des Motorrads sind

freigestellt.

LÄUFE Elf Wertungsläufe an sieben Veranstaltungen

in Brünn, Most, Oschersleben,

am Lausitzring und Slovakiaring.

Bei Dreitagesveranstaltungen finden zwei

Läufe statt.

KOSTEN Die einmalige Einschreibegebühr

beträgt 200 Euro und beinhaltet die

Transpondermiete, zwei Shirts mit Startnummer

und Name, Essen und Getränke

für den Fahrer und eine Begleitperson.

Hinzu kommen die Kosten pro Einzelevent

ab zirka 450 Euro.

BESCHREIBUNG Der Hafeneger-Cup geht

2017 in seine sechste Saison und erfreut

sich großer Beliebtheit. Er wird im Rahmen

von Hafeneger-Renntrainings ausgetragen,

daher gibt es Fahrzeit ohne Ende.

Eine Lizenzforderung existiert nicht. Die

Wahl der Reifen ist zudem frei und das

technische Reglement offen. Schnelle

Jungs und Mädels sind hier genauso gut

aufgehoben wie Neulinge. Pokale gibt

es in jeder Klasse bis Platz zehn. Fest

eingeschriebene Fahrer nehmen an der

Jahresendwertung teil, in der Prämien

und Sachpreise ausgeschüttet werden.

Anmeldungen werden voraussichtlich ab

Dezember möglich sein. Meldeschluss ist

der 13. Februar 2017.

LEVEL

68 PS 12/2016


GERMAN TWIN TROPHY Großer

Fun-Faktor bei vergleichsweise geringen

Materialkosten

TROFEO ITALIANO Superbikes aus

italienischer Produktion und sportliche

KTMs sind hier beheimatet

SUPERSPORT-JUNIOR

VERANSTALTER/KONTAKT Bislang keine

Details bekannt

KLASSEN/EINSATZGERÄT Vermutlich

eine Wertungsklasse für Honda CBR

300 R, Yamaha YZF-R3, Kawasaki Ninja

300, KTM RC 390

LÄUFE Vermutlich acht Rennen plus

Auftakttraining gemäß IDM-Kalender

KOSTEN Noch keine Details bekannt

BESCHREIBUNG Bei der Supersport-

Junior soll es sich um eine neue Prädikatsklasse

der IDM handeln. Zu Redaktionsschluss

gab es noch keinerlei bestätigte

Infos, weshalb wir nur Vermutungen

anstellen können. Den Gerüchten nach

sollen die Honda CBR 300 R, Yamaha YZF-

R3, Kawasaki Ninja 300 und KTM RC 390

an den Start gehen. Hintergrundgedanke

ist die Erschaffung einer neuen Nachwuchsklasse

und die Förderung junger

Talente. Stichworte: finanzierbarer Rennsport,

attraktive Mopeds mit vergleichbarer

Leistung, professionelles Umfeld.

Weitere Details gibt es in Kürze.

LEVEL

DRC (DMV RUNDSTRE-

CKEN CHAMPIONSHIP)

VERANSTALTER/KONTAKT Bike Promotion/www.bike-promotion.com/info@bikepromotion.com

KLASSEN/EINSATZGERÄT Moto1 (Superbike

Open, offene Klasse für alle Vierzylinder),

STK 1000 ( Pirelli Superstock

1000, seriennah reglementierte Sonderwertung),

Moto2 (Supersport Open, Zweizylinder

bis 750 cm³, Dreizylinder bis 700

cm³, Vierzylinder bis 650 cm³), STK 600

(Pirelli Superstock 600, seriennah reglementierte

Sonderwertung), Pirelli Moto

Lightweight Open (Einzylinder bis 800

cm³, Zweizylinder bis 650 beziehungsweise

720 cm³, Vierzylinder bis 400 cm³),

Pirelli Lightweight Stock (seriennah

reglementierte Sonderwertung)

LÄUFE Voraussichtlich sechs Veranstaltungen

mit jeweils zwei Rennen in

Oschersleben, Dijon, Hockenheim, Most,

Schleiz und eventuell auf dem Nürburgring.

Teilweise wird gemeinsam mit dem

DLC gestartet.

KOSTEN Einschreibegebühr 100 Euro,

Nenngebühren ab zirka 400 Euro für eine

Zweitagesveranstaltung

BESCHREIBUNG Die Serie gilt als Unterbau

der Superbike-IDM und soll als

Karrieresprungbrett und kostengünstige

Breitensport-Basis fungieren. Die DRC

unterliegt den Regularien des DMSB und

DMV. Reifenbindung: Pirelli (die Gummis

gibt es zu Sonderkonditionen). Verlangt

wird mindestens eine C-Lizenz.

LEVEL

IBPM (INT. BIKE PROMO-

TION MEISTERSCHAFT)

VERANSTALTER/KONTAKT Bike Promotion/www.bike-promotion.com/info@bikepromotion.com

KLASSEN/EINSATZGERÄT Superbike

Open (Vierzylinder-Viertakter über 750

cm³, Dreizylinder-Viertakter über 950

cm³, Zweizylinder-Viertakter über 1000

cm³), Superbike 750 (Vierzylinder-Viertakter

bis 750 cm³, Dreizylinder-Viertakter

bis 950 cm³, wassergekühlte Zweizylinder-Viertakter

bis 1000 cm³, luftgekühlte

Zweizylinder-Viertakter bis 1200 cm³),

Supersport Open (Zweitakter bis 500 cm³,

Zweizylinder-Viertakter bis 750 cm³, Dreizylinder-Viertakter

bis 675 cm³, Vierzylinder-Viertakter

bis 600 cm³)

LÄUFE Voraussichtlich acht Veranstaltungen

mit jeweils zwei Rennen in Oschersleben,

Brünn, Hockenheim, Most, dem

Lausitzring und Slovakiaring

KOSTEN Einschreibegebühr 100 Euro,

Nenngebühr für eine Dreitagesveranstaltung

450 Euro

BESCHREIBUNG Die IBPM findet im Rahmen

von Renntrainings mit mindestens

vier bis sechs Turns pro Veranstaltungstag

statt, das bedeutet massig Fahrzeit.

Für die Rennen herrscht weder Reifenbindung

noch Lizenzforderung.

LEVEL

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 69


FAHRERLIZENZEN

Für die Teilnahme an Rennsport-Veranstaltungen wird oft

eine Lizenz verlangt. Diese Lizenz vergibt der Deutsche Motor

Sport Bund (DMSB) als Dachverband für den Automobil- und

Motorradsport in Deutschland. Er ist Mitglied in den internationalen

Verbänden Féderation Internationale de l‘Automobile

(FIA) und Féderation Internationale de Motocyclisme (FIM),

wo er den deutschen Motorsport vertritt.

Lizenzen werden vom DMSB immer nur für ein Jahr ausgestellt

und müssen online unter mein.dmsb.de beantragt werden.

Nach der Registrierung wird der Antrag per E-Mail innerhalb

eines Werktages zugesandt. Dieser muss mit dem vom

Arzt unterzeichneten Medizinischen Beiblatt und einem Passbild

an die Geschäftsstelle in Frankfurt/Main zurückgeschickt

werden. Im Anschluss wird die Lizenz postalisch zugesandt.

Im Motorradsport unterscheiden sich die Lizenzen in folgenden

Kategorien: Straßensport, Supermoto, Motocross, Enduro,

Trial, Bahnsport, Drag Bike und Motoball. Es gibt A-, B-, C-

und H-Lizenzen, Veranstaltungs- oder Eintageslizenzen (V)

und Juniorenlizenzen. Als Mitglied im ADAC, DMV, AvD, ADMV,

ACV oder VFV erhält man die Lizenzen teils stark vergünstigt.

A-Lizenz: Sie ist erfolgsgebunden und wird nur ausgestellt,

wenn ein Fahrer mit B-Lizenz in einer Rennserie mit DMSB-

Prädikat die Saison beispielsweise in der vorderen Hälfte

des Starterfeldes abschließt. Die A-Lizenz ermöglicht Europaoffen

die Teilnahme an FIM-Veranstaltungen. 319 Euro.

B-Lizenz: gilt für alle DMSB-Prädikate. 231 Euro.

C-Lizenz: Einsteigerlizenz im Hobbybereich, wird teilweise vor

Ort ausgestellt. 50 Euro.

H-Lizenz: wird bei Gleichmäßigkeitsfahrten mit historischen

Motorrädern verlangt: 200 Euro.

J-Lizenz: Jugend-Lizenz für 6- bis 16-Jährige. 115 Euro.

V-Lizenz: Veranstaltungs- oder Eintageslizenz. Ausstellung

vor Ort. Zirka 28 Euro.

Die Preise beziehen sich auf das Jahr 2016. Für die Saison

2017 werden sich die Beträge vermutlich leicht erhöhen, da

der Versicherungsanteil steigt. Der Rest der Lizenzgebühren

deckt den Verwaltungsaufwand und die Steuern ab . Das

Onlineportal zur Beantragung der Lizenzen für 2017 ist unter

mein.dmsb.de vermutlich ab Mitte Dezember zur Registrierung

freigeschaltet.

GERMAN SUPERBIKE 750

VERANSTALTER/KONTAKT DMC mit Bike

Promotion als Ausrichter/Ansprechpartner

Björn Ritter und Christian Otto/www.

germantwintrophy.de/info@superbiketrophy.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Eine Wertung

für wassergekühlte Vierzylinder-Viertakter

bis 750 cm³, Dreizylinder bis 800 cm³

und Zweizylinder bis 1000 cm³ Hubraum

LÄUFE Sieben Veranstaltungen mit

jeweils zwei Rennen plus Auftaktevent in

Planung. Weitere Infos demnächst auf

der Website

KOSTEN 149 Euro für die Einschreibung.

Pro Lauf fallen Kosten von zirka 270 Euro

an, die beim Veranstalter vor Ort zu entrichten

sind.

BESCHREIBUNG Das Event läuft 2017 neu

an und soll, soweit die Planungen, parallel

zur GTT im Rahmen der DRC unter

Bike Promotion stattfinden. Ehemalige

Piloten der nicht mehr existenten GSX-R

750 Challenge könnten hier zum Beispiel

eine neue Spielwiese finden. Kosten

und Reglement orientieren sich weitestgehend

an der GTT. Weitere Infos und

Anmeldung ab dem 01.12.2016 über die

Website.

LEVEL

SPORTBIKE MASTERS

VERANSTALTER/KONTAKT Art Motor/

www.artmotor.de/info@art-motor.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT ProThunder

Open (Zwei-, Dreizylinder und italienische

Vierzylinder über 1000 cm³), ProThunder

(Zwei- und Dreizylinder bis 1000 cm³),

SuperTwins (alle Zweiventil-Zweizylinder),

SuperTriples (alle Dreizylinder), Superbike

B/Superbike Open (alle Viertakter

über 750 cm³), Supersport B/Open (Vierzylinder

bis 600 cm³, Dreizylinder bis

675 cm³)

LÄUFE Geplant sind Trainings plus

Rennen mit zwei Läufen pro Event in Most

und Schleiz für den Monat Mai sowie

Hockenheim im August. Die genauen

Daten folgen.

KOSTEN Nennungen ab etwa 380 Euro

pro Event (Stand: 2016)

BESCHREIBUNG Geeignet für Hobbyracer,

Tuning je nach Klasse und Wertung

zulässig, Bridgestone-Reifenbindung,

lizenzfrei

LEVEL

LANGSTRECKEN-VERANSTALTUNGEN

GEC (GERMAN

ENDURANCE CUP)

VERANSTALTER/KONTAKT Bike Promotion/www.bike-promotion.com/info@bikepromotion.com

KLASSEN/EINSATZGERÄT Klasse 1 (Viertakter

über 950 cm³, Zwei- und Dreizylinder

über 1000 cm³, Mehrmotorradklasse

mit maximal drei Fahrern), Klasse 2 (Viertakt-Vierzylinder

über 600 cm³ bis 950

cm³, Zwei- und Dreizylinder über 750 cm³

bis 1000 cm³, Mehrmotorradklasse mit

maximal drei Fahrern), Klasse 3 (Vierzylinder-Viertakter

über 450 cm³ bis 600

cm³, Zwei- und Dreizylinder über 450 cm³

bis 750 cm³, Mehrmotorradklasse mit

maximal drei Fahrern), Klasse 4 (ein

Motorrad mit maximal drei Fahrern)

LÄUFE Voraussichtlich sechs Rennen

über meist 300 Kilometer im Rahmen

der IBPM in Oschersleben, Brünn, Most,

auf dem Lausitzring und Slovakiaring

KOSTEN Einschreibung 150 Euro pro

Team, Nenngebühren ab 150 Euro pro

Rennen

BESCHREIBUNG Der GEC ist eine nationale

Langstrecken-Meisterschaft und

ergibt zusammen mit dem Deutschen

Langstrecken Cup (DLC) den Unterbau

der FIM World Endurance Championship.

Es gibt eine Unterteilung in GEC Senior

(alle GEC-Läufe plus alle DLC-Läufe bei

Events von Bike Promotion) und GEC

Junior (lizenzfreie Rennen über Distanzen

von maximal 500 Kilometern und damit

für Neueinsteiger geeignet). Die Nenngebühren

sind vergleichsweise gering.

LEVEL

70 PS 12/2016


DLC Bei Langstreckenrennen wird der

traditionelle Le-Mans-Start praktiziert

Klassik Trophy Oldie but

Goldie! Diverse Youngtimer bis

Baujahr 2003 können hier Gas

geben

Fotos: Andreas Weinand, Klassik Trophy

DLC (DEUTSCHER LANG-

STRECKEN CUP)

VERANSTALTER/KONTAKT MSF-Sauerland

e.V. im ADAC/info@msf-Sauerland.

de/info@dlc-endurance.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Klasse 1 Moto

1000 (Viertakter über 950 cm³, Zwei- und

Dreizylinder-Viertakter über 1000 cm³),

Klasse 2 Moto 750 (Vierzylinder-Viertakter

über 600 cm³ bis 950 cm³, Zwei- und

Dreizylinder über 750 cm³ bis 1000 cm³),

Klasse 3 Moto 600 (Vierzylinder-Viertakter

über 450 cm³ bis 600 cm³, Zwei- und

Dreizylinder-Viertakter über 450 cm³ bis

750 cm³), Klasse 4 Endurance-Racing

(Einmotorradregel)

LÄUFE Sechs Termine in 2016 (1000 km

Hockenheim, 6 Stunden Oschersleben,

1000 km Most, 500 km Assen, 500 km

Sachsenring, 1000 km Oschersleben).

Der Kalender für 2017 folgt.

KOSTEN 4-Stunden-Rennen/500 km etwa

480 Euro, 8-Stunden-Rennen/1000 km

etwa 780 Euro. Eine Nenngebühr für die

Meisterschaft gibt es nicht.

BESCHREIBUNG Beim DLC können

Teams mit zwei oder maximal drei

Fahrern mit maximal drei Motorrädern

an den Start gehen. Zulässig sind nur

Maschinen aus der Großserienproduktion.

Es gibt ein Zeittraining von mindestens

45 Minuten bei jedem Event. Als DMSB-

Veranstaltung wird mindestens eine

C-Lizenz von jedem Fahrer verlangt.

LEVEL

CLASSIC

IG CLASSIC SUPERBIKES

(CSBK)

VERANSTALTER/KONTAKT IG Classic Superbikes

e.V./www.classicsuperbikes.de/

orga@classicsuperbikes.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Die CSBK

Masters Series setzt sich aus den Klassen

Vintage, AMA-Legends und Open-Extreme

zusammen. Gefahren wird auf luftgekühlten

japanischen Vier- und Sechszylindern

der 70er- und 80er-Jahre. Außerdem

veranstalten die Organisatoren das

Alteisenreiten (Training, Fahren mit Instruktor)

und mischen beim Classic Endurance

Cup mit, für den 2017 vier Läufe

geplant sind (fest stehen bereits Oschersleben

und Anneau du Rhin).

LÄUFE Fünf Veranstaltungen der CSBK-

Serie mit drei Trainings, Warm-up und

zwei Rennen. Darunter Oschersleben,

Spa-Francorchamps und Assen

KOSTEN Pro Rennveranstaltung zirka

270 Euro

BESCHREIBUNG Die IG Classic Superbikes

e.V. hat sich der Aufgabe verschrieben,

luftgekühlte Boliden, primär aus den

70er- und 80er-Jahren, zu erhalten und

bietet die Plattform zum artgerechten Betrieb

dieser Youngtimer auf permanenten

Rennstrecken. Einige wassergekühlte

Modelle der 90er sind ebenfalls mit von

der Partie. Nennungen für die Einzelveranstaltungen

sind ab Ende Januar möglich.

Verlangt wird eine C-Lizenz.

LEVEL

IG-KÖNIGSKLASSE

VERANSTALTER/KONTAKT IG Königsklasse/www.igkoenigsklasse.de/stephan.

gruen@motorrad-racing.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Drei Klassen

für 125er-, 250er- und 500er-Zweitakter

LÄUFE In 2016 gab es sieben Veranstaltungen

mit jeweils zwei Rennen in Brünn,

Nürburgring, Assen, Sachsenring,

Schleiz, Oschersleben und Hockenheim.

Der Terminkalender für 2017 folgt.

KOSTEN Abhängig vom Event

BESCHREIBUNG Wer Zweitakter liebt

und nach der passenden Rennserie sucht,

ist hier an der richtigen Adresse. Die IG

Königsklasse hat sich der Förderung

ihrer aktiven Mitglieder und Nachwuchsfahrer

aus der Zweitakt-Rennsportszene

verschrieben. Startberechtigt sind 125er-

Einzylinder, 250er-Ein- oder Zweizylinder

und 500er-Maschinen mit zwei, drei oder

vier Zylindern. IGK-Mitglieder und Permanentstarter

nehmen an der Meisterschaftswertung

teil. Gaststarts sind

möglich. Die Nennung funktioniert über

das Online-System auf der Website. Eine

Lizenz (Tageslizenz) ist nur bei Veranstaltungen

notwendig, die im Rahmen der

IDM ausgetragen werden.

LEVEL

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 71


Fotos: Ronny Lekl, Dirk Schäfer, www.teamfotograf.de

Auch beim

Hobbyracing

winken Sekt,

Trophäen,

Ruhm und

Ehre

FISCHEREIHAFENRENNEN Über Pfingsten

2017 verwandelt sich Bremerhaven bereits zum

60. Mal ins deutsche Mekka des Roadracing

SPORTBIKE CLASSIX

VERANSTALTER/KONTAKT Art Motor/

www.artmotor.de/info@art-motor.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT classicBears

(Viertakter bis Bj. 1986), vintageBEARS

(Viertakter bis 500 cm³ und bis Bj. 1986),

classicSAM (luftgekühlte Viertakter bis

750 cm³, flüssigkeitsgekühlte Viertakter

bis 500 cm³ und bis Bj. 1986), TT SuperclassiX

Open (Vierzylinder mit Vergaser

über 750 cm³), TT SuperclassiX F1 (Vierzylinder

mit Vergaser bis 750 cm³, Zweizylinder

bis 1000 cm³), TT SuperclassiX F2

(Vierzylinder mit Vergaser bis 600 cm³

und Bj. 2000, Zweizylinder bis 750 cm³)

LÄUFE Geplant sind Trainings plus

Rennen mit zwei Läufen in Most und

Schleiz für den Monat Mai. Für die SuperclassiX

ist zudem ein Termin in Hockenheim

für August angesetzt. Die genauen

Daten folgen.

KOSTEN Nennungen ab etwa 360 Euro

pro Event (Stand: 2016)

BESCHREIBUNG Offenes Reglement

mit freigestelltem Tuning, geeignet für

Hobbyracer, lizenzfrei.

LEVEL

KLASSIK TROPHY

VERANSTALTER/KONTAKT Klassik

Motorsport e.V./www.klassik-motorsport.

com/info@klassik-motorsport.org

KLASSEN/EINSATZGERÄT Die Klassik

Trophy beherbergt verschiedene Klassen,

die sich wiederum in Unterkategorien

unterteilen. Die Hauptkategorien sind

Zweitakter, Viertakter, Seitenwagen, BMW

Boxer Cup und MoMBike-Trophy (das sind

für die Rennstrecke umgebaute Motocrosser

ab Bj. 2006 mit maximal 450 cm³)

LÄUFE Zwei Rennen pro Event in Franciacorta,

Schleiz, Flugplatz Walldürn, Assen,

Sachsenring, Brünn, Circuit Goodyear

(Luxemburg), Most, Frohburg und

Oschersleben. Jedoch starten nicht

immer alle Klassen bei jedem Event.

Die genauen Termine und Daten werden

in Kürze veröffentlicht.

KOSTEN Je nach Rennstrecke zwischen

200 und 290 Euro

BESCHREIBUNG Die Klassik Trophy

schreibt sich Rennsport ohne Druck,

Stress und Hektik im Kreise von Gleichgesinnten

auf die Fahne. Und zwar nicht

mit modernem Material, sondern mit

Youngtimern bis etwa Baujahr 2003. Vom

Schaufahren bis zum ernsthaften Classic-

Racing findet sich in der Trophy für

nahezu jeden Fahrer und Maschine die

richtige Kategorie. Es gibt eine Meisterschaftswertung,

außerdem sind Gaststarts

möglich. Teilweise wird eine Tageslizenz

verlangt.

LEVEL

CLASSIC ENDURANCE

CHAMPIONSHIP

VERANSTALTER/KONTAKT Art Motor/

www.artmotor.de/info@art-motor.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT ClassiX

(Zwei- und Dreizylinder bis 750 cm³ und

bis Bj. 1984, Vierzylinder bis 550 cm³), Big

ClassiX (Zwei- und Dreizylinder bis 1000

cm³ und bis Bj. 1984, Vierzylinder bis 750

cm³), Big ClassiX Open (Zwei- und Dreizylinder

über 1000 cm³ und bis Bj. 1984,

Vierzylinder über 750 cm³), TT Open (Vierzylinder

über 750 cm³), TT F1 (Vierzylinder

bis 750 cm³, Zweizylinder bis 750 cm³), TT

F2 (Vierzylinder bis 600 cm³, Zweizylinder

bis 750 cm³, luftgekühlte Zweizylinder bis

1000 cm³)

LÄUFE Die Classic Endurance Championship

wird mit Drei- und Vierstundenrennen

in Most, Chambley, Hockenheim und

Oschersleben ausgetragen. Genaue Infos

folgen in Kürze.

KOSTEN Nennungen ab 319 Euro

(Stand: 2016)

BESCHREIBUNG Geeignet für Hobbyracer,

Tuning freigestellt, lizenzfrei

LEVEL

72 PS 12/2016


BIKETOBER-

FEST Saisonabschlussfeier

mit ein bisschen

Ulk und

viel Racing

EINZELVERANSTALTUNGEN

FISCHEREIHAFENRENNEN

BREMERHAVEN

FESTIVAL ITALIA

OSCHERSLEBEN

BIKETOBERFEST

OSCHERSLEBEN

VERANSTALTER/KONTAKT German Road

Racing GmbH/www.fischereihafenrennen.de/info@fischereihafen-rennen.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Superbike

Open, Twins & Triples, Sidecars Classic,

Sound of Classics Junior, Sound of Classics

Senior, Superbike Legends: The 80s,

Formel 2, Superbike Legends: Big Classics,

Fishtown Sidecars F2 und F3, Corsa

Speciale, SuperTwin 650

LÄUFE Ein Pflichttraining, zwei Zeittrainings

und zwei Rennen pro Klasse

KOSTEN Je nach Klasse zwischen 150

(Corsa Speciale) und 220 Euro (Superbike

Open, Twins & Triples)

BESCHREIBUNG Jedes Jahr über Pfingsten

(04./05. Juni 2017) zieht das Spektakel

über 20000 Besucher aus ganz Europa an.

In Deutschland gibt es kaum ein vergleichbares

Event, das Fischereihafenrennen genießt

Kultstatus. Auf dem Gelände gibt es

ein Festzelt, eine Händlermeile mit diversen

Ausstellern und zahlreiche Imbissbuden.

Das Fahrerlager ist frei zugänglich.

Zuschauer erleben hautnahe Rennaction,

wenn die Piloten haarscharf um die Schikanen

biegen. 2017 feiert das Traditionsrennen

sein 60. Jubiläum. Als Sonderklasse

wird diesmal ein hochkarätiges Feld

an historischen Gespannen am Start sein.

Mehrmalige Meister wie Rolf Steinhausen,

Werner Schwärzel und Ralph Bohnhorst

sind schon gemeldet. Zur Teilnahme am

Fischereihafenrennen wird eine C- bzw. V-

Lizenz sowie ein Erfahrungsnachweis für

die Klassen Superbike Open und Twins &

Triples verlangt. Bremerhaven bietet für

fast jedes Motorrad die richtige Startklasse.

Rennerfahrung ist für die Piloten aber

unbedingt empfehlenswert. Die Nennformulare

sind ab dem 01.12.2016 online.

LEVEL

VERANSTALTER/KONTAKT Art Motor/

www.artmotor.de/info@art-motor.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Siehe Sportbike

Masters und Sportbike ClassiX

LÄUFE Ein Event in Oschersleben mit vier

Tagen Training und zwei Rennen für jede

Klasse

KOSTEN Je nach Nennung

BESCHREIBUNG Großveranstaltung

im Juni mit Fahrerlagerparty und Italo-

Stammtisch

LEVEL

RENNSPORTVERSICHERUNG

VERANSTALTER/KONTAKT Art Motor/

www.artmotor.de/info@art-motor.de

KLASSEN/EINSATZGERÄT Siehe Sportbike

Masters, Sportbike ClassiX und

Classic Endurance Championship

LÄUFE Ein Event in Oschersleben mit vier

Tagen Training und zwei Rennen für jede

Klasse

KOSTEN Je nach Nennung

BESCHREIBUNG Großveranstaltung im

September oder Oktober zum Saisonabschluss

mit Fahrerlagerparty und Racing-

Jumble (Teile- und Zubehörbasar für

Sportmotorräder)

LEVEL

Die meisten Rennsportversicherungen für Hobbysportler gelten nur für lizenzfreie

Veranstaltungen. Was aber, wenn man bei einem Event teilnehmen möchte,

für das beispielsweise eine C-Lizenz verlangt wird? Einer der wenigen Versicherer,

die eine wirkliche Motorsportversicherung im Zweiradbereich anbieten und

die Lizenz nicht ausschließen, ist sportvers.de. Der Versicherer definiert Hobbysport

folgendermaßen: „Hobby-Motorsport ist gegeben bis maximal 5000 Euro

Jahresgesamteinnahmen aus dem Hobby-Motorsport in Form von z.B. Preisgeldern,

Prämien, Aufwandsentschädigungen, Einnahmen als Werbeträger usw.“

Sponsoring in Form von Sachzuwendungen (z.B. Reifen, Teile usw.) wird in diese

Summe nicht mit einberechnet. Die am häufigsten gewählte Form der Versicherung

kostet einen Jahresbeitrag von 600 Euro und umfasst eine Grundsumme

von 100 000 Euro, die sich bei Vollinvalidität um das 3,5-fache erhöht. Auf der

Website der Versicherung gibt es einen individuellen Beitragsrechner.

Kontakt: www.sportvers.de

service@sportvers.de

Horst Graef

Pfarrer-Bunz-Straße 37, 72770 Reutlingen

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 73


Text und Fotos: M.

Roadracing erlebt einen Boom.

Die Fights zwischen Baumreihen

und Hausmauern locken immer mehr

Fans an den Straßenrand. PS begleitete

den Jungracer Christian Schmitz

durch die IRRC-Saison

Praschak&

2016.

PITLANE

IRRC-REPORTAGE


TRAUM

WIRKLICHKEIT

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 75


Jeder hat einen Traum. Doch

während die meisten Menschen

eher schicken Autos, einem

Eigenheim oder dem Familienglück

nachjagen, verzichten die Motorradverrückten

auf Komfort und Sicherheit

und leben ihren Traum vom Rennfahren

und den Tagen im Fahrerlager.

Wer’s noch eine Spur verrückter

braucht, steht auf Roadracing und

macht das zu seinem Lebensinhalt.

So wie der 22-jährige Christian

Schmitz, der 2016 erst seine zweite

Saison in der International Roadracing

Championship (IRRC) gefahren ist und

kaum an etwas anderes denkt. Dabei

hat „Schmiddel“, wie er in der eingeschworenen

IRRC-Karawane besser

bekannt ist, ganz schnell die andere

Seite der Roadracing-Medaille kennengelernt,

denn die Saison 2015 war für

ihn bereits vorzeitig beendet und 2016

fing nicht gerade verheißungsvoll an.

Wie aber kommt so ein junger Typ

überhaupt darauf, Kopf und Kragen

auf Straßenkursen zu riskieren? „Mein

Vater ist schuld“, erzählt Schmitz, wie

ihn der Racing-Virus schon ganz früh

packte. „Mit sechs Jahren nahm er mich

zum Fischereihafenrennen in Bremerhaven

mit. Ab da wollte ich das auch

machen.“

Zehn Jahre später stand er dann

tatsächlich mit der 125er am Start,

lernte auf dem Zweitakter ein paar

Jahre und tauschte diesen schließlich

2015 gegen eine Yamaha R6 und einen

Serienstartplatz in der IRRC-Supersportklasse.

Die Rennserie verzeichnet

seit Jahren einen echten Boom bei Fahrern

und Zuschauern. Was 2003 klein

als „Drei-Nationen-Cup“ auf Strecken in

Holland, Belgien und Deutschland mit

ein paar Verrückten aus diesen drei

Ländern begann, ist heute eine ernst

zu nehmende Serie von internationalem

Ruf. Die beiden Klassen Superbike

und Supersport sind mit je 30 Fahrern

schnell ausgebucht. Teilweise stehen

Nachrücker auf einer Warteliste. 2016

starteten entsprechend 60 fest eingeschriebene

Fahrer aus elf Nationen,

fanden die Rennen nicht nur in den

drei Gründungsländern, sondern auch

in Tschechien und sogar Finnland statt.

Heute ist die IRRC eine echte Durchgangsstation

für ambitionierte Roadracer,

die von so legendären Straßenrennen

wie der TT oder dem Macau GP

träumen. Einer davon ist Schmiddel.

Ein neunter Platz beim überhaupt

erst zweiten Rennen für den Nachwuchs-Racer

zeugte 2015 im holländischen

Oss vom Talent des Werkzeugmachers

aus Wuppertal. Doch im

tschechischen Horice ging es für

Schmitz dann aber schon gewaltig

schief, und das Roadracing zeigte seine

schwarze Seite. Ein unachtsamer,

02

01 Die Saison 2016 begann für Schmitz mit dem Saisonfinale 2015. Allerdings

noch auf vier statt zwei Rädern in der Startaufstellung von Frohburg

02 Scherbenhaufen – leider ein allzu häufiges Bild für eine qualvolle Roadracing-Saison

03 Glamour gibt es bei den IRRC-Straßenrennen eher selten.

Zu zerkratzten Maschinen kommt dann noch der Schlamm von aufgeweichten

Fahrerlagern auf grüner Wiese 04 Mit Improvisationsgabe, harter Arbeit

und oft mit Hilfe der Kollegen aus dem Fahrerlager wird wieder flottgemacht

03

04

01

76 PS 12/2016


Roadracing folgt eigenen Regeln

– besonders bei einer Streckenbeschaffenheit

wie hier in Horice

übermotivierter Kollege räumte

Schmitz gleich am Samstag in der

Besichtigungsrunde ab. Resultat: vier

gebrochene Wirbel, Schien- und

Wadenbein zertrümmert, Fußgelenk

gebrochen – das vorzeitige Saisonende.

Dazu kam die völlig zerstörte Yamaha.

Der Wille versetzt Berge

Mit dem unbedingten Willen weiterzufahren,

intensiver Physiotherapie und

einem enthusiastischen Hauptsponsor,

den ihm die deutschen IRRC-Haudegen

Thilo Günther und Didier Grams vermittelt

hatten, waren Knochen und

Maschine pünktlich zum Saisonauftakt

2016 in Hengelo in den Niederlanden

wieder einsatzbereit. Von fit konnte

keine Rede sein, aber Schmitz biss

auf die Zähne und kämpfte sich durch

Training und Qualifying hinein in die

Startaufstellung.

Bereits nach 300 Metern war dann

jedoch alles vorbei. Wieder gab es

einen Rempler nach dem Start und

Schmitz stürzte in eine Wiese. Ohne

TEURER SPASS

Die Nenngebühr für die IRRC ist mit 1100 Euro für zwölf Rennen zwar relativ günstig und

das Preisgeldsystem sehr fair (es gibt Prämien bis zum zehnten Platz bei den Rennen und

sogar bis zum 20. im Gesamtklassement). Will man aber konkurrenzfähig unterwegs sein,

sollte man trotzdem mindestens einen niedrigen fünfstelligen Betrag für die Saison einrechnen,

das eigene Motorrad und die komplette Ausrüstung (Schutzkleidung, Werkzeug/

Boxenequipment) vorausgesetzt. Wir haben anhand der Ausgaben von Christian einmal

einen groben Kostenplan für eine IRRC-Saison zusammengestellt.

IRRC-Nenngebühr

1100 Euro

B-Lizenz

ca. 300 Euro

Gaststart BeNe-Cup als Training (ca. 200 Euro pro Event)

600 Euro

2 Verkleidungssätze (ohne Lack und Dekor) ca. 1200 Euro

Reifen (1x vorn und 2x hinten, pro Event ca. 530 Euro)

3180 Euro

Transpondermiete (pro Event ca. 20 Euro)

120 Euro

Verschleißteile (Kette, Ritzel, Bremse etc.)

1200 Euro

Sturzteile

ca. 1000 Euro

Sprit für Motorrad (ca. 60 Liter pro Event)

500 Euro

Sprit für An- und Abreise mit Transporter

ca. 1700 Euro

ZWISCHENSUMME

10 900 EURO

Fährkosten Imatra*

2000 Euro

Ersatzmotor/Tuning

ca. 3500 Euro

Zusätzliche Rennen/Trainings

ca. 1000 Euro

TOTAL

17 400 EURO

* Da aufgrund der großen Entfernung nicht alle Fahrer nach Finnland gereist sind,

werden die Fährkosten gesondert aufgeführt

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 77


Verletzung und mit leicht reparablen

Schäden am Bike gab es im zweiten

Rennen eine neue Chance. Doch mit

überhitztem Motor fiel Schmitz auf

einem Punkterang erneut aus.

Alles andere als ein Auftakt nach

Maß! „Außer Spesen nichts gewesen“

ist da eine leichte Untertreibung für

ein so enttäuschendes Wochenende.

Schließlich steckt noch mehr dahinter,

als freitags loszufahren und sonntags

spät wieder daheim zu sein – wenn

nicht sogar eine Menge Urlaubstage

dafür genommen werden müssen.

Um überhaupt in der IRRC-Serie starten

zu können und das Motorrad für

die Roadraces in Schuss zu halten

oder noch zu optimieren, arbeitet

Schmitz nach seinem Job oft noch drei

bis vier Stunden täglich in der Garage

an der Maschine. Das muss man nicht

nur selbst wollen, auch das Umfeld

muss mitspielen. „Welche Freundin

macht das lange mit?“, lächelt Schmitz

etwas bitter.

Doch ein unmittelbar bevorstehendes

Rennen ist für jeden Rennverrückten

Trost genug für die privaten Entbehrungen

und den finanziellen Aufwand.

Und schließlich stand jetzt Oss

an. Während in Deutschland zu Pfingsten

das Fischereihafen-Rennen die

Roadracing-Fans anlockt, zieht die

IRRC beim „Pinksterrace“ in Holland

am Kabel. Hier hatte Schmitz im Jahr

zuvor erstmals auf sich aufmerksam

gemacht. Doch bevor es richtig losgehen

konnte, streikte Schmiddels

Rennbus. Für die Reparaturkosten

musste die zweite Auspuffanlage der

Yamaha verkloppt werden.

Für Punkte reichte es im ersten

Rennen dann auch nicht, aber der

Wuppertaler war schon froh, nach

zehn niederschmetternden Monaten

voller Nackenschläge überhaupt mal

wieder in einem Rennen die Zielflagge

zu sehen. Vielleicht würde das zweite

Rennen des Wochenendes ja mehr bereithalten.

Blöd nur, dass schon jetzt in

der Auslaufrunde das Zwischengasmodul

den Dienst quittierte und die Yamaha

vor dem Absterben des Motors ihren

Reiter per Highsider in die Botanik

feuerte. An ein zweites Rennen war so

nicht mehr zu denken, und Schmiddels

Truppe zog konsterniert und ohne

einen Meisterschaftspunkt von dannen.

Horice ist ein IRRC-Highlight

Bis zum nächsten Event im belgischen

Chimay blieben acht Wochen und

damit einige Tag- und Nachtschichten

extra, um die Yamaha wieder gerade zu

biegen. Arbeit, die sich in Ergebnissen

endlich bezahlt machen sollte. Für

mehr Training buchte Schmitz noch

den parallel stattfindenden BeNe-Cup

dazu, was die Rennkasse erheblich

belastete, sich sportlich aber lohnte.

Auf dem ehemaligen Grand Prix-

Kurs ging es für Schmitz und seine

Yamaha nämlich endlich bergauf. Mit

einem elften Platz in Rennen eins sackte

Schmiddel die ersten fünf Punkte

ein. Als 13. im zweiten Lauf gab es

nochmals drei Punkte. Das sorgte bei

eigentlich höheren Erwartungen, aber

angesichts der bisherigen Ereignisse

wenigstens für neue Motivation und

Selbstvertrauen. Die klamme Kasse

füllten die Eltern nochmals per Finanzspritze,

und so konnte der Nachwuchs-

Roadracer nach Horice fahren, dem

Ort des wohl spektakulärsten IRRC-

Rennens, an dem vor genau einem Jahr

sein Leidensweg begonnen hatte.

Außer auf der TT wird auch

beim Roadracing per stehendem

Massenstart losgelegt


01 Volle Hütte hoch im

Norden: Imatra stand

2016 erstmals auf dem

IRRC-Kalender und war

ein voller Erfolg. Das

genoss auch der Deutsche

Stefan Wauter

02 Große Motorradsport-Begeisterung

herrscht auch in Frohburg,

wo die Fahrer

beim Empfang Autogramme

geben

03 Rennprominenz

gehört beim Dreieck-

Rennen zum gewohnten

Bild: TT-Helden Rutter,

Johnson und Webb

01

02 03

„DAFÜR HABEN SICH DIE SCHMERZEN,

GELDSORGEN UND EXTRASTUNDEN IN

DER GARAGE WIRKLICH GELOHNT“

Christian Schmitz

Die Strecke um und durch den Ort

im Norden der Tschechischen Republik

ist wohl am nächsten dran an der TT

auf der Isle of Man, dem größten Roadracing-Event

der Welt. Davon träumt

auch Christian Schmitz. Eines Tages

will er in Douglas an den Start gehen

und mit Jungs wie Ian Hutchinson, John

McGuinness oder Michael Dunlop über

den berühmten Mountain Course jagen.

Dafür ist die 5,5 Kilometer lange Strecke

in Horice schon einmal eine gute

Vorbereitung. Die Zuschauer stehen

dicht gedrängt in Vorgärten, für die

Fahrer geht es vorbei an Hausmauern

und Laternenpfählen, der Kurs führt

über holprige Straßen, die sonst vom

Alltagsverkehr genutzt werden. Nicht

umsonst also firmiert das Horice-

Rennen auch als „Czech-TT“.

Es herrscht eine einzigartige

Atmosphäre. Das geht schon mit dem

offiziellen Fahrerempfang durch den

Bürgermeister auf dem Marktplatz der

Stadt los und endet für die Roadracer

mit dem inzwischen schon legendären

Bier-Boxenstopp in der berüchtigten

„Vodojem“-Kurve nach dem letzten

Rennen. Auch Schmitz verdient sich

sein Freibier, überwindet alle Bedenken

wegen dem Sturz im Jahr zuvor

und erkämpft sich einen elften Startplatz.

Das Wochenende krönt er dann

mit zwei bravourösen Top Ten-Plätzen

und 18 weiteren Zählern auf seinem

Punktekonto.

Premiere in Finnland

Dann wartete Imatra. Wer sich mit

Grand Prix Racing und den glorreichen

Zeiten von Barry Sheene oder Jarno

Saarinen beschäftigt hat, bekommt

glänzende Augen, wenn er den Namen

der finnischen Stadt hört. Imatra hatte

bis in die 1980er-Jahre eine große

Renntradition, als noch viele WM-Läufe

über normale Straßen führten. Danach

lag der Rennsport in Imatra leider viele

Jahrzehnte brach. Aber 2016 sollte dort

das größte und imposanteste Event im

IRRC-Kalender Premiere feiern.

Allerdings ist die Anreise mit der

Fähre über die Ostsee für Hobby-Racer

mit chronisch klammen Geldbeuteln

so eine Sache. Das wussten die

Verantwortlichen der Stadt, schossen

Reisekosten für Teams und Fahrer

zu, stampften eine perfekt präparierte

Roadracing-Strecke hin und organisierten

sogar eine landesweite TV-

Übertragung. Man kann sich das in

Deutschland kaum vorstellen. 40 000

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 79


Nach der Saison ist vor der Saison:

Auch 2017 will Christian Schmitz sich

in der IRRC wieder voll ins Zeug legen

Zuschauer honorierten die Anstrengungen

des Veranstalters. Die Fans

sorgten bei allen Fahrern für Gänsehaut

pur, und die Roadracer bedankten

sich für diese stimmungsvolle Atmosphäre

mit astreinem Rennsport. Auch

unser Mann konnte sich dem Ganzen

nicht entziehen. „Wenn man so etwas

erleben darf, diese Begeisterung der

Leute und das Interesse an unserem

Sport, dann haben sich all die Schmerzen,

die Sorgen ums Geld und das Motorrad,

der ganze Aufwand mit Jahresurlaub

und Nachtschichten einfach

gelohnt“, blickt Schmitz auf Imatra zurück.

Entsprechend motiviert schaffte

er den siebten Startplatz, dem ein

neunter Platz im ersten Rennen folgte.

Aber ganz ohne Pech lief es auch vor

der beeindruckenden Kulisse in Imatra

nicht für den jungen Deutschen. Auf

Kurs unter die Top-Fünf verrauchte die

Kupplung der R6 und mit ihr die Hoffnung,

endlich mal ganz vorn zu landen.

IRRC-Heimrennen in Frohburg

Wie findet man nach so einem Erlebnis

wieder zurück in den IRRC-Alltag?

„EINES TAGES MÖCHTE ICH BEI DER TT AUF

DER ISLE OF MAN MITFAHREN – DAS IST

MEIN GRÖSSTER TRAUM“

Christian Schmitz

Froh burg und Dreieck-Rennen klingen

zwar weiter weg vom Traum der Isle of

Man als das spektakuläre Imatra, aber

tatsächlich lassen sich die Organisatoren

immer etwas einfallen, um genau

diese Faszination Roadracing in den

kleinen Ort nach Sachsen zu holen.

Zum Beispiel, indem sie mit Hilfe von

Rico Penzkofers BMW-Team dieses Jahr

mit den vormaligen TT-Gewinnern Michael

Rutter und Gary Johnson sowie

dem Moto3-Piloten und Lightweight-

Roadracer Danny Webb drei Weltklassefahrer

für die Superbike aufbieten

konnten.

Schmiddel war entsprechend angefixt

von der Atmosphäre. Allerdings

holte ihn seine Pechsträhne hier allzu

schnell wieder ein. Er flog im Training

per Highsider von der R6, die ab

da Probleme machte. Mehr als Startplatz

15 war unter diesen Umständen

nicht zu holen.

Ein großes Plus der Roadracing-

Szene ist der Zusammenhalt der Fahrer

untereinander, und so half IRRC-Kollege

und Landsmann Stefan Wauter mit

Laptop und neuem Mapping aus. Mit

der Wut im Bauch über den 17. Platz

im ersten Lauf und frischen Reifen

verpasste Christian dann im letzten

Saisonrennen den siebten Platz nur um

lächerliche zwei Zehntel und durfte

wenigstens zum Abschluss des Roadracing-Jahres

wieder etwas aufatmen.

2016 war für unseren Supersport-

Roadracer nicht das, was er sich

erträumt hatte. 42 Punkte und Gesamtrang

14 spiegeln sicher nicht das

eigentliche Niveau des jungen Rennfahrers

wider. Rennsport ist jedoch

be kanntlich kein Wunschkonzert. Und

80 PS 12/2016


die Ansprüche an die sportliche Performance

der Fahrer und die Qualität

des Materials sind in der IRRC nicht

zu unterschätzen. Trotzdem können

die vielen Nackenschläge Christian

Schmitz nicht von seinem großen

Traum abbringen. Der Virus ist zu

stark. Eines Tages, da ist er sich sicher,

wird er die TT fahren. Dafür ist die

IRRC für junge Fahrer vom Festland

der passende Einstieg und eine gute

Vorbereitung. Und sie bietet auch den

Zuschauern spektakuläre Strecken

und packenden Motorradsport.

2017 will auch Schmitz wieder angreifen,

hofft wie so viele in der IRRC

dann auf mehr Glück und vielleicht

den einen oder anderen Sponsor. Und

er macht seinen nächsten Karriereschritt

als Roadracer: Mit einem Start

bei der Southern 100 auf der Isle of

Man wird die Startnumer 104 dann

schon mal auf der Insel der Träume

den Hahn spannen.

IRRC-TOP 5-GESAMTSTAND

SUPERSPORT

1. Marek Červený (CZ/Kawasaki/265 Pkt.)

2. Joey den Besten (NL/Yamaha/226 Pkt.)

3. Thomas Walther (D/Kawasaki/146 Pkt.)

4. Pierre-Yves Bian (F/Kawasaki/139 Pkt.)

5. Laurent Hoffmann (B/Kawasaki/104 Pkt.)

SUPERBIKE

1. Vincent Lonbois (B/BMW/272 Pkt.)

2. Sebastien le Grelle (B/BMW/243 Pkt.)

3. Didier Grams (D/BMW/178 Pkt.)

4. Johan Fredriks (NL/Kawasaki/135 Pkt.)

5. Jochem van den Hoek (NL/Honda/124 Pkt.)

01

02

01 Didier Grams ist

der erfolgreichste

deutsche Roadracer,

gewann schon mehrfach

die IRRC und

startet unter anderem

bei den Roadracing-Klassikern

Northwest 200 und in

Macau 02 Der Champ

der Supersportklasse

2016, der Tscheche

Marek Červený 03

Hat sich für 2017

noch mehr vorgenommen:

Christian

„Schmiddel“ Schmitz

03

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 81


PITLANE

NEWS

WINTER

TERMINE

Die Zeit für schnelle Runden in Mitteleuropa ist längst vorbei.

Doch dank Spanien und ersten Frühjahrsterminen in Frankreich und

Portugal müssen Speed-Verrückte über den Winter nicht darben.

Fotos: fact, Markus Jahn, Kawasaki, 2snap

SPANIEN

Almeria

Veranstalter

24.12.2016–27.12.2016 Bike Promotion

24.12.2016–05.01.2017 Bike Promotion

02.01.2017–05.01.2017 Bike Promotion

11.01.2017–13.01.2017 HPS

19.01.2017–22.01.2017 Bike Promotion

23.01.2017–24.01.2017 Bike Promotion

04.02.2017–05.02.2017 Bike Promotion

06.02.2017–08.02.2017 Bike Promotion

09.02.2017–14.02.2017 Bike Promotion

23.02.2017–25.02.2017 PromoRacing

01.03.2017–03.03.2017 HPS

16.03.2017–19.03.2017 Bike Promotion

Cartagena

09.12.2016–11.12.2016 Bike Promotion

12.12.2016–14.12.2016 Rehm

22.12.2016–25.12.2016 Bike Promotion

27.12.2016–31.12.2016 Rehm

27.12.2016–31.12.2016 FR Performance

02.01.2017–05.01.2017 Rehm

02.01.2017–05.01.2017 FR Performance

07.01.2017–09.01.2017 Trackdays4all

14.01.2017–17.01.2017 Bike Promotion

26.01.2017–29.01.2017 Art Motor

30.01.2017–31.01.2017 PromoRacing

04.02.2017–07.02.2017 Bike Promotion

10.02.2017-12.02.2017 Gully Racing

26.02.2017–28.02.2017 HPS

26.02.2017–28.02.2017 FR Performance

24.03.2017–26.03.2017 Hafeneger

Jerez

27.12.2016–31.12.2016 Pro Speed

27.12.2016–31.12.2016 Valentinos

27.12.2016–31.12.2016 Team Motobike

07.01.2017–10.01.2017 Bike Promotion

13.01.2017–15.01.2017 PromoRacing

03.02.2017–10.02.2017 Swiss Racing

Calafat

27.12.2016–31.12.2016 DOC Scholl

24.02.2017–28.02.2017 Bike Promotion

Valencia

28.12.2016–31.12.2016 Rehm

03.01.2017-05.01.2017 Speer Racing

03.02.2017–05.02.2017 PromoRacing

20.02.2017–22.02.2017 Bike Promotion

27.02.2017–01.03.2017 Gully Racing

06.03.2017–08.03.2017 Bike Promotion

13.03.2017–15.03.2017 Art Motor

17.03.2017–19.03.2017 Speer Racing

Andalucia Circuit

01.12.2016–04.12.2016 Bike Promotion

02.01.2017–05.01.2017 Bike Promotion

06.01.2017–10.01.2017 Pro Speed

11.01.2017–13.01.2017 HPS

16.02.2017–18.02.2017 Bike Promotion

Aragón

11.03.2017–12.03.2017 Art Motor

17.03.2017–19.03.2017 Gully Racing

24.03.2017–26.03.2017 Bike Promotion

Alcarras

15.03.2017–17.03.2017 Racecracks

FRANKREICH

Ledenon

16.03.2017–17.03.2017 Ali Grässel

PORTUGAL

Portimão

11.03.2017–14.03.2017 Bike Promotion

Almeria

Aragón

Jerez

Portimão

Nach Spanien lockt nicht nur Almeria ganz im Süden

Andalusiens, sondern auch die GP-Strecke von Jerez

Noch mehr GP-Feeling bietet die anspruchsvolle Strecke in

Aragón, Portimão bedeutet dagegen Superbike pur

82 PS 12/2016


Bike Promotion: www.bike-promotion.com, info@

bike-promotion.com, Telefon 03 65/7 12 79 90

HPS: info@hps-racing.de, Telefon 0 38 31/49 41 85

Rehm: info@rehmracedays.de, Telefon 0 73 91/7 55 80 67

FR Performance: info@fr-performance.de,

Telefon 0 36 06/60 41 44

Trackdays4all: www.trackdays4all.nl/de/kontakt,

Telefon 00 31/5 92 42 00 11

Art Motor: info@art-motor.de, Telefon 0 22 46/16 91 69

PromoRacing: info@promoracing.it, Telefon

00 39/0 55 48 05 53

Gully Racing: info@gullyracing.it, Tel. 00 39/34 21 71 09 37

Hafeneger: info@hafeneger-renntrainings.de,

Telefon 02 12/2 21 50 03

Pro Speed: mail@prospeed.de, Tel. 00 41/7 19 17 23 76

Valentinos: info@valentinos.ch, Tel. 00 41/7 19 17 23 76

Team Motobike: infoteam-motobike.de,

Telefon 00 41/7 19 17 23 76

Swiss Racing: office-center.de, Tel. 00 41/3 34 39 59 50

DOC Scholl: info@doc-scholl.de, Tel. 01 73/5 31 35 05

Speer Racing: racing@speer-racing.de, Telefon

0 71 21/76 80 80

Racecracks: info@racecracks.nl, Tel. 00 31/6 14 43 74 10

Ali Grässel: info@motorrad-graessel.de,

Telefon 0 92 81/31 08

Cartagena

Art Motor: Meister gekürt

01: IN DER PRO THUNDER OPEN GEWINNT

PHILIPP MESSER AUF KTM RC8 R DIE MEIS-

TERSCHAFT. TROTZ VERLETZUNGSBEDING-

TEM AUSFALL REICHTEN SECHS SIEGE ZUM

TITEL. 02: MIT EBENFALLS SECHS SIEGEN

HOLTE STEPHAN LANGE AUF DUCATI 959 PA-

NIGALE IN DER PRO THUNDER DIE MEISTER-

SCHALE. 03: OHNE AUSFÄLLE ERRINGT

FRANK SCHUMACHER IN DER KLASSE PRO

BEARS SEINEN ERSTEN TITEL AUF DUCATI

749 R. 04: FRANK CLAUSSNER DRÜCKTE

DEN SUPERTWINS SCHON LETZTES JAHR

SEINEN STEMPEL AUF UND SIEGT ERNEUT

01

02

03

04

Calafat

Valencia

Ledenon

Andalucia Circuit

Kultstrecke Ledenon mit

heftigen Berg- und Talpassagen

Fotos: Markus Jahn (3), fact/Joachim Schahl (3), Kawasaki, 2snap, Graeme Brown, Jaime Olivares Camps PreGGPP 2012

SUPERMOTO OF NATIONS

PODIUM FÜRS DEUTSCHE TEAM

Beim Supermoto of Nations im spanischen Alcarrás errang das

deutsche Team nach heftigen Fights in den Vorrunden den dritten

Platz. Alcarrás bietet einen schnellen Asphaltteil und einen spektakulären

Geländeabschnitt am Steilhang. Die Piloten schenkten

sich bereits im Training nichts. Jan Deitenbach (Suzuki), Michael

Kartenberg (KTM) und

Marc-Reiner Schmidt (TM)

erkämpften sich in der Quali

Platz fünf, obwohl Kartenberg

schon in der ersten

Runde abgeräumt worden

war. So ging es schonungslos

bis zum Finallauf weiter.

Mit den Einzelplätzen

sieben, drei und zwei blieb

es für Deutschland hinter

Frankreich und Tschechien

schließlich bei Rang drei.

Fotos: Art Motor

Foto: Sanchez

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 83


Die europaweit größte Vereinigung von a

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Mitglied werden ist ganz einfach: Besuchen

Sie uns im Internet unter www.

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Förderpartner

Editorial: Rallyesport tut not

DSK-Präsident

Dr. Karl-Friedrich Ziegahn

Die erneuten WM-Titel für Sebastian

Ogier und Volkswagen in der WRC

unterstreichen die Spitzenstellung, die

der Volkswagenkonzern in der Elite

des Rallyesports erobert und verteidigt

hat. Mit Škoda, Seat und Porsche hat

man weitere Rallye-affi ne Marken im

Haus, wenn auch auf unterschiedlichen

Ebenen. Dazu gratulieren wir vom DSK

ganz herzlich. Glückwünsche gehen

natürlich auch an Mercedes zum wiederholten

Gewinn der Konstrukteurs-

Weltmeisterschaft in der Formel 1, an

BMW und Marco Wittmann für seine

DTM-Meisterschaft, an Porsche und

Audi für die Erfolge in der Langstreckenweltmeisterschaft. Die deutsche

Automobilindustrie mischt den internationalen und nationalen Motorsport

kräftig auf. Und das ist gut so, nicht nur für den wirtschaftlichen

Erfolg der Hersteller sondern auch für Motorsportaktive und ihre Fans.

Zurück zum Rallyesport. Warum werden wir alle mit diesen VW-Erfolgen

nicht in einen Boom der Nachwuchstalente gezogen, anders als in der

Schumi-Ära in der Kids – und vor allem ihre Eltern – in Massen auf die

Kart-Pisten pilgerten? Warum fi ndet der Rallyesport in Deutschland

zumeist vor leeren Rängen und ohne Berichterstattung in den Medien

statt? Warum scheint es für die deutschen Rallyepiloten so unendlich

schwer, in die internationale Elite aufzusteigen? Diese Fragen haben

wir im DSK wieder und wieder aufgegriffen und jetzt die nächste Stufe

gezündet. Mit Armin Schwarz und Kathrin Becker engagieren sich zwei

international profi lierte Rallye-Cracks im Präsidium. Mit Hyundai haben

wir einen Partner gewonnen, der sich offensiv zum Rallyesport bekennt.

Das DSK-Talent-Scouting, das Armin initiiert und durchgeführt hat, zeigt

erste Erfolge. TV-Berichterstattung und Interesse in der Fachöffentlichkeit

wachsen sprunghaft. Einzelheiten dazu fi ndet ihr in den Berichten

hier und auf unserer Webseite.

Aber auch der Breitensport muss weiterentwickelt werden. In den

Verbänden und beim DMSB wird er eher stiefmütterlich behandelt. Die

Lücke zwischen dem Clubsport der Trägerverbände und der nationalen

Sporthoheit ist zu groß, die mediale Aufmerksamkeit zu gering, das

Engagement einiger weniger Enthusiasten nicht wirksam genug. Leider

werden die Clubszene und die nationale Szene auch zu sehr von Einzelinteressen

geprägt. Ob eine Gruppe H mit ihren Auswüchsen berechtigt

verbannt wird, muss man sachlich und nicht emotional betrachten. Wir

treffen uns zu wichtigen Fragen rund um den Rallyesport am 12. November

in Hockenheim zum Runden Tisch des DSK. Meldet euch kurz bei der

DSK-Geschäftsstelle, damit wir besser planen können.

Rallyesport tut not, der DSK trägt mit seiner Fachkunde und seinem

Engagement entschieden dazu bei.

Herzlichst Euer

Partnerserien

®

BMW zeigt das

Motorrad der Zukunft

Das Thema Mobilität entwickelt sich rasant: Vor allem die

Automobilhersteller präsentieren immer wieder neue,

futuristische Studien, die das Automobil der Zukunft

zeigen. Mit dem BMW Motorrad VISION NEXT 10 haben

die Münchener im Rahmen ihres 100-jährigen Jubiläums

das Motorrad der Zukunft gezeigt und blickt damit gleich

einige Jahrzehnte voraus. Es ist emissionsfrei, vernetzt,

futuristisch und voller Innovationen – die Bekleidung dient

nicht mehr einzig dem Schutz des Fahrers, vielmehr ist

sie Teil des Konzepts. Über eine sichtfeldumschließende

Datenbrille projiziert sie situativ relevante Daten direkt in

das Sichtfeld des Fahrers. Die zukünftigen aktiven Assistenzsysteme

balancieren das Motorrad während der Fahrt

sowie im Stand selbstständig aus. So können die Systeme

dem Motorrad in bestimmten Fahrsituationen mehr Stabilität

und dem Fahrer Sicherheit verleihen. Einsteiger werden

durch jede Fahrsituation sicher begleitet. Die Design-Studie

hat die Wirkung eines Naked Bikes, der ‚Flexframe‘ lenkt

mit und ist nicht starr, passt sich so den individuellen Anforderungen

an. Ein spannender Ansatz!

Winterschlaf für

das Motorrad

Für viele Motorradfahrer beginnt mit dem November die

motorradfreie Zeit. Bis zum nächsten Frühling sollte das

Bike entsprechend eingemottet werden. Nachdem das

Zweirad gewaschen und gereinigt wurde, helfen einige

Tipps, beim Saisonstart im kommenden Frühling keine bösen

Überraschungen zu erleben. Zunächst sollte das Motorrad

vollgetankt werden, denn ein voller Tank verhindert ein

bei Stahltanks die Rostbildung. Bei Maschinen mit Vergaser

sollte die Schwimmerkammer geleert werden, denn die

Ablagerungen im Kraftstoff können die Vergaserdüsen verkleben

oder verstopfen. Die Batterie sollte ausgebaut und

an einem frostsicheren Ort, trocken und kühl aufbewahrt

werden. Ein elektronisch geregeltes Ladegerät könne –

permanent an eine eingebaute Batterie angeschlossen

– für Ladungserhaltung sorgen. Der Reifendruck sollte um

0,5 bar erhöht werden, noch besser ist es allerdings die

Maschine aufzubocken um die Reifen zu entlasten.

Auch ein Ölwechsel vor dem Winterschlaf kann nicht schaden:

Das altes Öl enthält aggressive Verbrennungsrückstände.

Ist der Motor flüssigkeitsgekühlt, verhindert zugesetzter

Frostschutz auch Korrosion im Kühlkreislauf. Kolben und

Zylinder kann ein Konservierungsspray vor Kondenswasser

schützen.

Die Bremse sollte vor dem Winter unbedingt überprüft und

mit einem Bremsenreiniger sauber gemacht werden. Der

löst Öl und Abrieb von der Scheibe und den Belägen. Einen

Lappen mit Öl in die Endrohre des Auspuffs zu stopfen,

kann vor Kondenswasser schützen.

Am besten gehen Motorräder in einem sauberen und trockenen

Raum in den Winterschlaf, etwa in einer Garage.

So vorbereitet, können schon jetzt guten Gewissens die

ersten Ausfahrten in der neuen Motorrad-Saison 2017

geplant werden.


ktiven Fahrern und Motorsport-Fans mit fast 13 000 Mitgliedern

Über den DSK

Die drei ‚Toptalente‘ neben dem PS-starken Ford Fiesta R5

DSK Rallye-Scouting:

Drei Piloten erhalten Prädikat „Toptalent“

Armin Schwarz hat die drei Talente genau beobachtet

Seit rund zwei Jahren veranstaltet der Deutsche

Sportfahrer Kreis e.V. in der Nähe des Nürburgrings

Rallye-Trainings, die von DSK-Präsidiums-Mitglied Armin

Schwarz angeboten werden. Ob Schotter-Lehrgang

oder Performance-Days – zahlreiche Teilnehmer nutzten

die Gelegenheit, sich vom letzten deutschen Rallye-

WM-Piloten hilfreiche Tipps zu holen und ihre Rallye-

Fähigkeiten zu verbessern. Ob vorhandene Erfahrung

oder nicht, spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Drei Piloten fielen Schwarz bei den zurückliegenden

Veranstaltungen besonders ins Auge: Tom Hanle,

Roman Schwedt und Andreas Thull. Alle wurden zum

ersten DSK-Rallye-Scouting eingeladen, überzeugten

und erhielten von Schwarz das Prädikat „Toptalent“.

Die drei Piloten empfahlen sich durch ihre wiederholt

starken Auftritte bei den Rallye-Trainings. „Nur wer dort

gute bis sehr gute Leistungen zeigt und diese auch bestätigt,

hat eine Einladung erhalten“, erläutert Schwarz,

der die DSK-Rallye-Scouting-Teilnehmer mit Hilfe eines

Ford Fiesta R5 auf die Probe stellte. Ein Top-Rallyefahrzeug,

dass für Hanle, Schwedt und Thull absolutes

Neuland bedeutete und in dem jeder Teilnehmer eine

30 Kilometer lange Strecke zurücklegte – mit Schwarz

als Beifahrer. „Nur mit so einem Auto kann man das

Talent eines Piloten binnen kürzester Zeit feststellen.

Das Leistungsvermögen ist um ein Vielfaches größer

als das, was die drei gewohnt waren“, so Schwarz.

Eine Erkenntnis der Scouting-Teilnehmer: eine gute

Kondition ist obligatorisch. „Das Auto quetscht einen

auch körperlich voll aus. Dementsprechend schnaufend

und glühend haben sie den R5 auch wieder verlassen.

Das ist ein guter Wegweiser für die jungen Sportler.

Die wissen nun: Wenn ich nicht topfit bin, verliere ich

richtig Zeit“, sagt Schwarz und fügt hinzu: „Wir wollten

sehen, wie die Piloten in kürzester Zeit mit dem Auto

zurechtkommen und alle haben das wirklich sehr gut

gemacht – alle drei brauchen aber auch in Zukunft viel

Anleitung und müssen auf ihrem Weg an die Hand

genommen werden.“

„Roman muss ich einen besonderen Bonus zuteilwerden

lassen. Er ist der jüngste Teilnehmer gewesen und

hat so gut wie keine Rallye-Erfahrung. Und doch hat er

sich beachtlich geschlagen, was schon ein ganz besonderes

Talent zutage fördert“, lobt Schwarz den 17-Jährigen.

„Tom hat schon Rallye-Erfahrung, hat jedoch keine

gute Saison hinter sich. Seine Fähigkeiten sind enorm,

doch braucht er noch viel Führung – ob vom Beifahrer

oder der gesamten Rallye-Organisation, um diese auch

zur Geltung kommen zu lassen“, urteilt Schwarz über

den diesjährigen Opel Rallye Cup-Piloten Hanle. „Auch

Andy muss noch Erfahrungen sammeln, dafür geht er

zu unregelmäßig bei Rallyes an den Start“, sagt Schwarz

zu Thull. Für alle drei gilt jedoch, da ist sich Schwarz

sicher: „Wenn sie ins regelmäßige Fahren kommen,

könnten sie in der Deutschen Rallye Meisterschaft

bestehen und sich relativ schnell einen Platz unter den

Top-Dreien sichern.“

Nach dem ersten Rallye-Scouting wird Schwarz auch

in den folgenden DSK Rallye-Trainings die Augen nach

Talenten offenhalten – ein weiteres Rallye-Scouting ist

im Jahr 2017 geplant.

Mit fast 13 000 Mitgliedern ist der

Deutsche Sportfahrer Kreis e. V. die

europaweit größte Vereinigung von

aktiven Fahrern und Motorsport-

Fans – und das mit langer Tradition.

1958 wurde der DSK mit dem Ziel

gegründet, den Motorsport – und

vor allem die Sicherheit in selbigem

– zu fördern und zu verbessern und

als Bindeglied zwischen Fahrern,

Organisationen und Funktionären

zu agieren. Zu den prominentesten

Gründungsmitgliedern gehört Wolfgang

Graf Berghe von Trips. Dabei

setzt sich der DSK damals wie

heute für die gleichen Ziele ein.

Heute, mehr als fünf Jahrzehnte

nach der Gründung, bestimmen die

Themengebiete Sicherheit, Fairness

und Zukunftsfähigkeit die Arbeit des

DSK. Das elfköpfige Team rund um

Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn

hat zusammen einen Erfahrungsschatz

aus mehr als 250 Jahren

Motorsport – ob als Fahrer bei

Rundstrecken- oder Bergrennen,

im Rallye-Sport oder als Funktionär

hinter den Kulissen; die Präsidiumsmitglieder

kennen sich in der Szene

aus.

Die Mitglieder profitieren in vielerlei

Hinsicht von den Stärken des DSK:

Regelmäßig führt der DSK das

beliebte Freie Fahren auf deutschen

Rennstrecken durch, und auf viele

Eintrittskarten und die Produkte der

Partner erhalten Mitglieder satte Rabatte.

Zudem ist im Mitgliedsbeitrag

ein Jahres-Abo der Fachzeitschriften

„sport auto“, „PS“, „Motor Klassik“

oder „Motorsport XL“ enthalten.

Terminkalender

+++ 04. - 06.November DSK-Rallye-Schotterlehrgang

mit Armin

Schwarz +++ 11. - 13. November

ADAC Rallye Köln Ahrweiler +++

26.November - 04. Dezember

Essen Motor Show, Halle 6

(Stand A114) +++

Impressum

Geschäftsstelle: Karl-Wirth-Str. 16,

76694 Forst, Tel. 072 51/302 84-0, Telefax

072 51/302 84-19 Internet: http://

www.dskev.de E-Mail: info@dskev.

de Präsident: Dr. Karl-Friedrich Ziegahn

Vizepräsidenten: Karl-Heinz Stümpert,

Friedhelm Kissel Schatzmeister: Reinhard

Michel Schriftführer: Hans-Walter Kling

Präsidialmitglied z. b. V.: Armin Schwarz

Beisitzer: Johannes Scheid, Peter Bonk,

Katrin Becker Redaktion: Patrik Koziolek,

Thorsten Schlottmann Fotografen: Coco

Beutelstahl, BMW


SPORT

WELTMEISTER

MARC MÁRQUEZ

Marc Márquez

gewann in der vierten

Saison bereits seinen

dritten MotoGP-Titel –

die fünfte WM-Krone

insgesamt. Doch

in der Saison 2016

brauchte es einen

neuen Marc Márquez

– wie er für PS selbst

schildert.

Text: Mat Oxley, Uwe Seitz

Fotos: 2snap

GIVE

ME

FIVE

86 PS 12/2016


WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 87


Marc Márquez ist der

jüngste Fahrer, der fünf

Weltmeistertitel im Grand

Prix gewann. Und der

jüngste, der drei Königsklassentitel einfuhr.

Das stellt ihn mit 23 Jahren bereits

auf eine Stufe mit den Größten dieses

Sports wie Giacomo Agostini, Mike

Hailwood oder Valentino Rossi. Fünf

Titel und 55 GP-Siege in dem Alter

bedeuten eine grandiose Leistung.

Besonders, weil Márquez seine drei

Titel im MotoGP im direkten Fight mit

solchen Ausnahmefahrern wie Jorge

Lorenzo und Valentino Rossi holte.

Der Spanier triumphierte 2016 nicht

nur in einer äußerst komplizierten

Saison – mit neuen Reifen, der neuen

Einheitselektronik und einer Honda RC

213 V, die oft langsamer war als die

Konkurrenz. Márquez holte bis zu seinem

vorzeitigen Titelgewinn in Motegi

nämlich auch in allen 15 Rennen

Punkte. Das hat kein anderer in den

drei GP-Klassen geschafft. So schnell

und so konstant zu sein ist einzigartig –

zumindest in der Saison 2016.

Kaum jemand wird sein fahrerisches

Genie anzweifeln, mit dem er die

Honda am absoluten Limit fahren kann,

Runde für Runde. Der Vorderreifen

rutscht auf der Bremse, das Hinterrad

schwebt dabei in der Luft, dann schleifen

Knie und Ellbogen auf dem Asphalt,

während das Bike in aberwitziger

Schräglage durch die Kurve huscht,

bevor Márquez es aufstellt und wie eine

Kanonenkugel aus der Kurve feuert.

Keiner weiß so richtig, was Márquez

eigentlich besser gemacht hat als seine

Widersacher, eingeschlossen die beiden

anderen Jungs auf dem Motegi-Podium,

Andrea Dovizioso und Maverick

Vinales: „Großes Kompliment an Marc“,

sagt Dovizioso dazu. „Jeder weiß hier,

dass die Honda nicht gerade das beste

Motorrad war. Er hat die Meisterschaft

trotzdem perfekt durchgezogen und

war unglaublich schnell unterwegs.

Aus diesem Grund ist dieser Titel viel

mehr wert als die zwei davor.“

Dem stimmt auch Suzuki-Pilot Vinales

zu: „Er fuhr eine sehr intelligente

WM-Saison. Er griff an, wenn das Motorrad

und die Reifen passten. Auf

Strecken wie in Misano blieb er ruhig

und wurde halt Vierter, statt für einen

Podiumsplatz zu viel zu riskieren. Außerdem

musste Honda am Anfang der

Saison sehr kämpfen, aber sie haben

hinten raus alle einen großartigen Job

gemacht. Der Titel ist absolut verdient.“

Márquez‘ Saison aus

seiner eigenen Sicht

Im MotoGP ist jedes Jahr

hart und immer gibst du

das Maximum. Aber dieses

Jahr spürte ich weitaus mehr Druck

auf mir lasten als jemals zuvor. Damit

umzugehen, war für mich die ganze

Saison sehr schwer. Gut, man könnte

mir entgegenhalten, dass ich den Titel

schließlich drei Rennen vor Schluss

schon gewonnen habe, aber ehrlich,

dieses Jahr war wahnsinnig schwer.

Ich habe immer an die Chance auf

die WM-Krone geglaubt, aber ich bin

trotzdem ruhig geblieben. Meine verstorbene

Großmutter hat mir immer gesagt,

sei vorsichtig, dennoch ist nichts

01

88 PS 12/2016


02

04

03

01 Bei den Vorsaison-Tests wusste das Team, dass

die Saison sehr schwierig werden würde

02 Lange sah es so aus, als bliebe Márquez nur die

Verfolger-Chance hinter Valentino Rossi

03 Crew-Chief Santi Hernandez war ein wichtiger

Ratgeber und wirkte beruhigend auf Márquez ein

04 Abgesehen von Texas und Argentinien spürte

Márquez in der ersten Saisonhälfte erstmals in seiner

Karriere echten Druck – gelächelt wurde selten

unmöglich, gib dir einfach immer Mühe.

Der Titel dieses Jahr gehört eigentlich

ihr, sie wäre sicher sehr happy darüber

gewesen.

In dieser Saison habe ich mich

eigentlich gar nicht so stark gefühlt

wie sonst. Klar haben die anderen

Titelaspiranten einige Fehler gemacht.

Aber wenn ich auf die Ergebnisse

schaue, haben wir mehr Rennen gewonnen

als irgendjemand sonst und

wir waren auf den Strecken, die ich

wirklich mag, einfach sehr, sehr stark.

Dieser Titel ist deshalb so wichtig, weil

ich 2013 und 2014 gar nicht erwartet

hätte, die WM gewinnen zu können. Damals

fühlte ich null Druck. Den Druck,

den ich dieses Jahr hatte, kann ich

nicht mal in Worte fassen, wohl weil

ich echten Druck bis zu dieser Saison

überhaupt nie verspürt habe.

Aber in diesem Jahr war das plötzlich

anders, und dann macht man gern

Fehler. Daher habe ich manchmal den

Spaß an der Sache ganz vergessen,

weil der Druck alles beherrschte.

Sogar die Leute im Team haben das

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 89


01

03

02

01 Bis auf Le Mans fuhr die Startnummer 93 fehlerlos. Trotzdem

reichte es in Frankreich noch für Punkte

02 Die kriegsentscheidenden Fehler machten 2016 andere, Lorenzo mit

null Punkten nach dem Crash mit Torpedo-Iannone in Barcelona etwa

03 Schwierigkeiten bereiteten auch die neuen Michelin-Einheitsreifen

sofort gemerkt und einige haben mir

dann immer wieder gesagt, Marc, du

bist nicht derselbe, du musst das mehr

genießen!

Das Team war dieses Jahr eine große

Hilfe. Beim Mittagessen oder abends

halfen sie mir sehr, den Druck hinter

mir zu lassen. So konnte ich, wenn es

drauf ankam, sehr konzentriert mit

dem Team arbeiten. Und ich habe vor

allem nie nach den anderen Fahrern

geschaut. Wenn man das nämlich

macht, bringt es dich komplett aus dem

Takt und man verliert seinen Fokus.

Schwieriger

Saisonauftakt

Diese Vorsaison war bis

jetzt die schwierigste

meiner Karriere, genauso

wie die ersten Rennen. Wir hatten das

Gefühl, dass wir vor einem steilen Berg

stehen und irgendwie einen Weg

finden müssen, um da hochzukommen.

Schritt für Schritt sind wir dann losgegangen

– und haben an uns geglaubt.

Ich weiß noch, wie ich zu meinen Honda-Technikern

gesagt habe: Ich glaube

an euch und ich werde auch meine

Mentalität in diesen ersten Rennen ändern,

aber in der zweiten Saisonhälfte

brauche ich dann eure Hilfe. Ich wollte

einfach geduldiger sein. Da war es

entsprechend wichtig, das zweite und

dritte Rennen gleich zu gewinnen,

denn wenn du die Meisterschaft an-

90 PS 12/2016


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01

02

03

führst, kannst du die folgenden Rennen

anders angehen. Du überblickst die

Sache besser und kannst dich auch

über einen zweiten oder dritten Platz

freuen.

In Le Mans habe ich diese Führung

aber verloren, weil ich einen Fehler gemacht

habe und gestürzt bin. Das war

der schlimmste Tag dieser Saison,

denn Valentino und Jorge waren da

sehr stark. Sie haben mich regelrecht

abgehängt, und ich habe mich in einen

01 Nachdem die Honda immer besser wurde, fand Márquez zu alter Stärke

zurück – der Leichtigkeit, mit einem MotoGP-Bike perfekt umzugehen

02 In der Sommerpause tüftelte Manager und Mentor Emilio Alzamora mit

Márquez den perfekten Plan zum Titelgewinn aus

03 Rossi galt am Saisonbeginn als ganz heißer Titelaspirant, aber den

Superstar erwischte in dieser Saison auch das Pech

04 Ohne Team geht im Titelkampf nichts, nie war es wichtiger als 2016

Fehler treiben lassen. Daraus musste

ich unbedingt lernen. Da war mir endgültig

klar, dass wir ruhig bleiben

mussten. Ich bin gestürzt, weil ich härter

pushte, als es sich noch gut auf

dem Bike anfühlte. Danach hatte ich

den Plan, nur dann so hart anzugreifen,

wenn ich mich absolut gut auf dem Motorrad

fühlte. War das nicht der Fall,

wollte ich das Beste aus der Situation

machen, ohne das Limit zu weit zu pushen.

Das war für mich eine echt

schwere Lektion, die ich lernen musste,

und ich habe damit schon 2015 ange-

92 PS 12/2016


fangen, als ich durch solche Aktionen

die Meisterschaft weggeworfen hatte.

Um zu kapieren, dass Konstanz eben

auch wichtig für einen Titel ist, musste

ich einen hohen Preis bezahlen. Ich

wollte es dieses Jahr einfach besser

machen, aber natürlich muss man

in diesem Sport trotzdem Risiken eingehen.

Deshalb bin ich in dieser Saison

häufig im Training gestürzt, einfach

um das Limit für die Rennen genau zu

kennen. Hast du es gefunden, ist es

leichter, sitzen zu bleiben.

Nach den Siegen in Argentinien

und Austin war mir dennoch klar, dass

es nicht einfacher werden würde. Valentino

und Jorge machen eigentlich

keine Fehler. Seltsamerweise haben sie

dieses Jahr plötzlich Fehler gemacht,

und wir sind schon mit einem komfortablen

Vorsprung in die Sommerpause

gegangen. In der Pause haben mein

Manager Emilio Alzamora und ich eine

Strategie ausgearbeitet: Hier sammelst

du so viele Punkte wie möglich, dort

könnte es fürs Podium reichen.

Das Flag-to-Flag-Rennen am Sachsenring

habe ich dann gewonnen und

in Brünn einen Podiumsplatz geholt.

In Silverstone wurde ich dafür Vierter,

in Misano und Österreich Fünfter. Und

ich wurde schon etwas nervös. Aber

genau da haben mich dann mein Crew-

Chief Santi Hernandez und die anderen

Jungs beruhigt und mir aufgezeigt,

dass wir immer noch einen guten Vorsprung

haben. Und dann kam Aragón

als Nächstes. Auf Aragón habe ich

regelrecht gewartet und als wir dort

waren, sagten wir uns, es wäre wieder

an der Zeit zu gewinnen. Wenn die ganze

Truppe auf einer Wellenlänge liegt,

wird alles viel einfacher.

Der Druck war

wieder da

Gegen Ende der Saison

fühlte ich dann den Druck

noch mal steigen, aber ich

war auch extra motiviert. Dadurch war

ich sehr fokussiert und hoch konzentriert.

Von Donnerstag bis Sonntag gab

es für mich nur das Motorrad und die

Arbeit im Team. Wohingegen ich letztes

Jahr immer Fehler machte, wenn mich

andere unter Druck gesetzt haben. Dieses

Jahr blieb ich auf uns konzentriert,

habe den Druck maximal erhöht und

die anderen die Fehler machen lassen.

Zwei Besonderheiten gab es dieses

Jahr zusätzlich, die neuen Einheitsreifen

von Michelin und die Elektronik. Es

war sehr schwer, die Reifen zu verstehen,

denn Michelin entwickelte pausenlos

daran. Das Problem war also,

dass es bei jedem Rennen neue Reifen

gab und sie sich immer anders anfühlten.

Erst nach dem Rennen in Barcelona,

dem siebten GP der Saison, habe

ich die Michelins verstanden. Erstmals

in diesem Jahr bin ich Valentino viele

Runden nachgefahren, denn ich wusste,

dass er die Michelins von früher

sehr gut kennt. Ich sah, was er mit

den Reifen anstellte und habe so den

Vorderreifen kapiert. Seitdem habe ich

den Vorderreifen anders genutzt, obwohl

es immer etwas unterschiedlich

ist, da kein Kurs dem anderen gleicht.

In der zweiten Saisonhälfte kam

dann die erhoffte Hilfe, weil Honda besonders

bei der Elektronik einen grandiosen

Job gemacht hat. Wir haben bei

der Beschleunigung deutlich zugelegt

und hatten gegen Saisonende ein konkurrenzfähiges

Bike. Ein weiterer großer

Schritt waren die großen Frontflügel,

die erstmals für Brünn kamen und

die ich unbedingt haben wollte. Die

Flügel behoben das Wheelie-Problem

und damit unseren Nachteil bei der Beschleunigung.

Mit den Flügeln machten

wir dann riesige Schritte vorwärts.

04

WWW.PS-ONLINE.DE PS 12/2016 93


01

01 „Es gibt nichts

Schöneres, als in die

Box zurückzukommen

und alle heulen vor

Glück“, sagt Márquez.

Der Sieg in Aragón

war der Schlüssel

zum WM-Titel

02 Márquez machte

HRC-Boss Shuhei

Nakamoto in Motegi

besonders glücklich

02 Überraschende

Titelfeier, trotzdem

gab es schon T-Shirts

03

02

Motegi war verrückt

Als ich in Motegi morgens

aufwachte, fühlte ich mich

völlig normal. Ich stand

auf, frühstückte zur üblichen

Zeit und ging wie gewohnt aufs

Klo. Alles wie sonst auch. Ein gutes

Zeichen, denn bist du nervös, rennst du

ständig aufs Klo. Aber ich blieb ganz

ruhig. Vor dem Start sagte mir Santi, ich

solle um Himmels Willen nicht alles auf

Sieg setzen und stattdessen ruhig

bleiben. Als dann Valentino raus war,

dachte ich mir aber doch, ich sollte einfach

gewinnen. Dann würde ein siebter

Platz in Australien für den Titel reichen.

Als dann auch noch Lorenzo

stürzte, drehte sich alles in meinem

Kopf. Ich verlor komplett die Konzentration,

nahm eine Kurve im vierten statt

im dritten Gang, die nächste im fünften

statt im vierten. Dovizioso kam näher,

also riss ich mich wieder zusammen

und kämpfte noch mal.

Als ich über die Linie war, dachte

ich daran, dass es wohl kein Weltmeister-T-Shirt

geben würde, denn wir

hatten sicher nicht damit gerechnet,

die WM schon in Motegi einzufahren.

Aber das Team hielt es offensichtlich

für möglich und verteilte die Shirts.

Es ist so großartig, wenn man zurück in

die Boxengasse kommt und die Leute

im Team heulen vor Glück – einfach

unglaublich! Alles passierte eigentlich

zu schnell. Aber die besten Partys

sind die, mit denen man am wenigsten

rechnet. Und mit dieser hatten wir

absolut nicht gerechnet.

94 PS 12/2016


DIGITALES

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SPORT

NEWS

MotoGP-Rennsieger Nummer neun in

diesem Jahr: Andrea Dovizioso

FEUCHTGEBIET

Valentino Rossi gegen die Ducati-Meute – auf der

nassen Piste in Sepang konnte sich der Superstar

nur kurz gegen die rote Rotte behaupten.

Johann Zarco (#5), Franco Morbidelli

(#21), Jonas Folger (#94): die Reihenfolge

auf dem Moto2-Podest, mit der

Zarco den zweiten WM-Titel gewann

MOTOGP-WELTMEISTERSCHAFT So

stark war der Regen vor dem MotoGP-

Rennen auf der Rennstrecke von Sepang

in Malaysia, dass der Start um 20 Minuten

verschoben werden musste. Und

obwohl die Strecke langsam auftrocknete,

blieb sie tückisch: Stefan Bradl, Cal

Crutchlow, Marc Márquez und Andrea

Iannone rutschten aus.

Der nach einer Verletzungspause

zurückgekehrte Ducati-Werksfahrer

Iannone hatte von der zweiten bis zur

zehnten Runde sogar geführt, war dann

von Valentino Rossi sowie seinem Teamkollegen

Andrea Dovizioso überholt

worden und kurz darauf gestürzt. Rossi

konnte sich jedoch nur vier Runden über

seine Führung freuen. „Auf der immer

trockeneren Bahn bekam ich Probleme

mit dem Vorderrad und machte Fehler“,

berichete der Yamaha-Fahrer, der Dovizioso

vorbeilassen musste, sich als

Zweiter vor Jorge Lorenzo jedoch die Vizeweltmeisterschaft

sichern konnte. Dovizioso,

der erstmals nach sieben Jahren

wieder ein MotoGP-Rennen gewann, ist

der neunte Fahrer, der in diesem Jahr

einen MotoGP-Lauf als Sieger beendete.

Mit Marc Márquez und Brad Binder

standen die neuen Weltmeister der MotoGP-

und Moto3-Klasse schon vor dem

Sepang-Termin fest – dort machte auch

Fotos: 2snap

Kahnbein gebrochen, Start beim WM-

Finale in Valencia fraglich: Philipp Öttl

Johann Zarco den Sack zu und wurde mit

einem Sieg zum zweiten Mal Moto2-

Champion. Im Moto3-Rennen wurde der

Bayer Philipp Öttl unverschuldet eines

von 16 Sturzopfern. Der KTM-Pilot brach

sich das Kahnbein der linken Hand.

MOTO2-/MOTO3-WELTMEISTERSCHAFT

DREI DEUTSCHE GP-PILOTEN

Ganz offiziell sind die Starterlisten für die beiden kleinen

GP-Klassen in der Saison 2017 noch nicht. Einige

Fakten stehen jedoch fest. KTM steigt nicht nur in die

MotoGP-, sondern auch in die Moto2-WM mit einer

Eigenkonstruktion ein, die Fahrer werden Miguel Oliveira

(POR) und Moto3-Weltmeister Brad Binder sein.

Das deutsche Dynavolt-Intact-Team wechselt von Kalex

auf Suter und wird mit den Deutschen Sandro Cortese

und Marcel Schrötter antreten. Auch das Kiefer-Team

steigt auf Suter um, fahren werden Danny Kent (GB)

und Dominique Aegerter (CH). In der Moto3-Klasse

wird Philipp Öttl im Team seines Vaters Peter der einzige

deutsche Fahrer bleiben.

2017 neu im Moto2-Feld:

die KTM mit Gitterrohr-Chassis

Foto: KTM

96 PS 12/2016


SUPERBIKE-WELTMEISTERSCHAFT

REA, DER ENTERTAINER

Ohne Chaz Davies und Ducati zu nahe treten zu wollen:

spannend geht anders. Beim Saisonfinale der Superbike-

WM in Losail/Katar holte sich Davies die Siege Nummer

fünf und sechs in Folge, insgesamt hat er 2016 elf Mal

gewonnen, zwei Mal mehr als Weltmeister Jonathan Rea

vom Kawasaki-Werksteam. Die Marken-WM gewonnen,

in der Fahrer-WM mit Rea und Tom Sykes die Plätze eins

und zwei erobert – es gab viel zu feiern bei Kawasaki. Und

zumindest offiziell keine Sorgen über die Zukunft. Dabei ist

sonnenklar: Wenn der Konkurrenz, insbesondere den japanischen

Werksteams von Honda, Kawasaki und Yamaha

nichts Entscheidendes einfällt, wird Chaz Davies sie 2017

auf der Ducati düpieren – vorausgesetzt, er kann seine

derzeitige Topform über den Winter konservieren.

Jonathan Rea ist zu verdanken, dass die Superbike-WM mit

einem kurzweiligen Rennen endete. Als Davies dem sicheren

Sieg entgegen fuhr, schien Sykes auf Platz zwei auch

WM-Rang zwei sicher zu sein. Doch nach der vierten des

wegen eines Abbruchs auf zehn Runden gekürzten Rennens

überholte Rea Sykes. Das hätte Davies den Vizetitel

gebracht – es sei den, Rea hätte ihn noch besiegt. Doch

das wollte nicht gelingen, also ließ sich Rea in der letzten

Runde so viel Zeit, dass Sykes doch noch Zweiter wurde.

Chaz Davies (#7) siegt in einer Tour.

Der alte und neue Champion Jonathan

Rea (#1, unten rechts) gratuliert

Kollege Tom Sykes zum – geschenkten

– Vizetitel

Fotos: 2snap

Foto: 2snap

BRITISH SUPERBIKES

SHANES SHOW

Einige Stunden, nachdem Marc Márquez

beim Grand Prix in Japan seinen fünften

WM-Titel gefeiert hatte, streckte in

Großbritannien auch Shane Byrne seine

Hand mit fünf abgespreizten Fingern in

die Kameras. Der 40-jährige Ducati-Pilot

gewannn in Brands Hatch nach 2003,

2008, 2012 und 2014 zum fünften Mal

die britische Superbike-Meisterschaft.

Knapp geschlagen: Leon Haslam und

James Ellison auf Kawasaki.

Gimme five: Wie Marc Márquez

feiert Shane Byrne den fünften Titel

Zukunft der Superbike-IDM: Rennmaschinen

nach Stocksport-1000-Regeln

SUPERBIKE-IDM 2017

ES GEHT VORAN

Nach dem Finale in Hockenheim war es

um die Zukunft der Superbike-IDM zunächst

still geworden. Der Industrieverband

Motorrad (IVM), der in der verfahrenen

Situation zwischen Promoter,

DMSB und ADAC als Retter in der Not

eingesprungen war, hat sich inzwischen

vom DMSB die Rechte an der Durchführung

und Vermarktung der Meisterschaft

zusichern lassen. Bis Anfang Dezember

soll klar sein, wer die Organisation der

Rennen vor Ort übernimmt. Sicher ist:

Gefahren wird in den Klassen Superbike,

Supersport 600 und Supersport 300 nach

internationalem Stocksport-Reglement.

Foto: Wießmann

Foto: 2snap

SUPERSPORT-WELTMEISTERSCHAFT

KENANS FÜNFTER

Um winzige sechs Tausendstelsekunden

verpasste Kenan Sofuoglu beim letzten

Lauf zur Supersport-WM 2016 in Losail/

Katar den Sieg, mit dem er seinen

bereits zwei Wochen zuvor gewonnenen

fünften WM-Titel perfekt machen wollte.

Mit der mutigen Schlussattacke von Kyle

Smith (GB/Honda) hatte er nicht gerechnet

– es konnte ihm auch egal sein.

Der Schweizer Randy Krummenacher,

2016 erstmals in der Supersport-WM,

hatte Kawasaki-Teamkollege Sofuoglu

zum Jahresbeginn Paroli geboten und

bis zum vorletzten Lauf WM-Rang zwei

gehalten – den er beim Finale noch an

Jules Cluzel (F/MV Agusta) verlor.

Kenan Sofuoglu:

Titel Nummer fünf

PS 12/2016 97


DUCATI MONSTER 1200 S

PS fährt das komplett überarbeitete Power-Monster im ersten Test

Foto: Kawasaki

VORSCHAU

PS 01/2017 ERSCHEINT AM MITTWOCH, 7. DEZEMBER 2016

KAWASAKI ZX-10RR

Die ersten Runden mit dem neuen

Kawa-Superbike in Aragón plus

Elektronik-Spezial zur ZX-10R

NEUE SPORTREIFEN 2017

Die neuesten Pellen von Dunlop und

Michelin im Vergleich mit der Konkurrenz

WEITERE THEMEN

ZONKOS ATTACKE:

Yamahas MT-10 spaltet die Naked Bike-

Fans mit ihrem Design. Zonko spürt den

inneren Werten der 1000er nach

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98 PS 12/2016

Foto: Jörg Künstle Foto: Ducati

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HERAUSGEBER Paul Pietsch †

REDAKTIONELLE GESAMTLEITUNG

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CHEF VOM DIENST Matthias Ackermann

LEITENDER REDAKTEUR Uwe Seitz M. A.

REDAKTION Volkmar Jacob, Tobias Münchinger

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Slide Control mit Schräglagenerfassung, Launch Control und Kontrolle der Wheelie-Neigung,

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mit 1.405 mm Radstand. Supersport in neuer Dimension. Und auch die 2017er YZF-R6 bietet

hochaktuelle Assistenzsysteme. Ihr autorisierter Yamaha-Vertragshändler berät Sie gern.

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