60 Jahre Lutherkirche

wihochfeld

DAMALS WAR‘S

Pastor Uwe Kreller

(Pastor von Mai 1974 – August 2000)

Komm, Bau ein

Haus .....

das uns beschützt, pflanze einen Baum, der

Schatten wirft, und beschreibe den Himmel,

der uns blüht.

Sand, Heide, lichte Laubwälder und angrenzend

riesige Moorflächen – so sah das Land

aus am Rande des Elbe-Urstromtals, das

Land, auf dem einmal Neu –Wulmstorf errichtet

werden sollte – und auf einem Hügel

dieses Ortes die Lutherkirche. Der erste,

der 1835 am „Voßbarg“ ein bescheidenes

Haus baute, war Peter Lohmann, Viehhirte

und von nun an Torfgräber. Er kann aus

Daerstorf, also aus dem Kirchspiel Elstorf.

Unser erstes Gemeindemitglied!

Alteingesessene Familien folgten ihm im

19. Jahrhundert aus Neugraben und Fischbek.

So wurde das Ganze langsam eine kleine

Ansiedlung von ein paar hundert Menschen;

1939 waren es 565 Einwohner. Nach

dem 2. Weltkrieg folgte dann ein plötzlicher

Zustrom neuer Bürger nach Neu Wulmstorf,

genannt „Voßhusen“. Heimatvertriebene

kamen in großer Zahl aus den deutschen

Ostgebieten und aus Bessarabien.

Aus der Heidefläche sah man in Abständen

rauchende Schornsteine wachsen. Bald

nannte man die neue Siedlung

„Maulwurfshausen“, denn viele Familien

hatten sich zunächst Kellerwohnungen in

den Laufgräben des ehemaligen Wehrmachtsgeländes

eingerichtet. Erst später

konnten sie, auch in Eigenarbeit, ihre Häuser

darüber bauen.

Diakon Plate und Teile seines Chores bei der Grundsteinlegung

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DAMALS WAR‘S

iele Menschen brachten aus dem

V Osten ihre christlichen Glaubenstraditionen

mit. Hier mussten sie

sich in allen Lebensbezügen nun neu

zurechtfinden. Der entstehende Ort "

Neu Wulmstorf" geriet in diesen Jahren

nach dem Krieg unter den Einfluss verschiedener

Prediger und Sekten. Ein

reiches religiöses Leben blühte auf, das

die Grenzen kirchlicher Traditionen

sprengte und manche sektiererischen

Elemente in sich barg.

Unter diesen Umständen erwies sich die

kirchliche Versorgung von der Nicolaikirche

in Elstorf aus als völlig unzureichend.

Im Januar 1953 trat deshalb der Diakon

Heinrich Plate seinen landeskirchlichen

Dienst in Neu Wulmstorf an. Unermüdlich

betreute er zu Fuß oder mit dem

Fahrrad die damals 1500 Gemeindemitglieder

der Ev. luth. Landeskirche Hannovers

in Neu Wulmstorf.

Auch den Posaunenchor und den Kirchenchor

rief er ins Leben. Diakon Plate

hielt Kindergottesdienste, Jugendstunden

und Vorkonfirmandenunterricht ab.

Bald zeigte sich, dass der Kirchsaal in der

Königsberger Str. zu klein war. So wurde

der Bau einer eigenen Kirche direkt in

Neu Wulmstorf geplant und in Angriff

genommen. Der Bau der „Lutherkirche"

entstand unter großer Beteiligung der

Gemeindemitglieder. Vieles wurde in

Eigenarbeit bewältigt; an Sonnabenden,

so berichtet heute noch ein Mitglied des

Heide-Siedler-Kreises, hieß es :"Alle sind

zur Stelle auf dem Kirchberg mit Schaufel,

Spaten und Schubkarren- das Gelände

muss für den Bau eingeebnet werden!"

Feierlich konnten die fertiggestellten

Glocken aus Bochum eingeholt werden.

1956 wurde die Lutherkirche fertig gestellt

und in einem Festgottesdienst am

3. Advent von Landesbischof Hans Lilje

eingeweiht.

„Gott möchte dieses Gotteshaus, das wir zu seiner Ehre erbaut haben und das wirklich

so schön auf dem Hügel liegt, zu einer Stätte des Segens werden lassen. Er

möchte von dieser Kanzel Trost und Frieden und Rechtfertigung des Sünders und

Kraft gegen die Todesfurcht und gegen die Lebensangst verkündigen lassen. Ich

wünsche euch, liebe Brüder und Schwestern unserer Lutherkirche, dass ihr durch

unsern reichen Herrn reich gesegnet wer-

Landesbischof Dr.Lilje am 23.12.1956

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RÜCKBLICK

Eine neue Kirche – oder: Zwischen Ernst und Freude

ZeitzeugInnen kommen zu Wort und stellen ihre individuell gefärbten Erinnerungen vor. Wir

starten mit der ersten Dekade (1956-1966). Ich spreche dafür mit Lisa Richter, die zum ersten

Jahrgang derer gehörte, die in der nagelneuen Lutherkirche konfirmiert wurden.

„Dieses Jahrzehnt hat mein Leben geprägt“,

sagt Lisa Richter in der Rückschau. Im Interview

will ich verstehen, was sie damit meint

und welche Bedeutung die Lutherkirchengemeinde

dafür hat.

Wenn Sie sich an die ersten Jahre der Lutherkirche

erinnern, was kommt Ihnen in

den Sinn?

„Den Bau der Kirche habe ich hautnah mitbekommen.

Wir wohnten damals in der

Bromberger Straße und hatten eine Tischlerei.

Als die Lutherkirche stand, war sie immer

gut besucht. Ich war Konfirmandin und erlebte

aus dieser Sicht die ersten Jahre.“

Lisa Richter

Erzählen Sie bitte, von Ihrem Konfirmandenunterricht

und Ihrer Konfirmation.

„Unterrichtet hat uns Diakon Plate. Der war

ein sehr ernster und frommer Mann, der uns

einen strengen Glauben und ein sehr ernstes

Gottesbild weitergab. Wir gingen nicht gerne

zum Unterricht, und die Strenge forderte oft

den Übermut unserer Jungen heraus, wovon

sie noch heute erzählen können. Unsere

Gruppe bestand fast ganz aus Flüchtlingskindern.

Sie stammten aus Bessarabien, aus

Ostpreußen, aus Pommern, aber das war für

mich als Plattdeutsche nie ein Problem.

Die Prüfung fand am Sonntag vor der Konfirmation

in der Kirche statt. Auch dafür gab es

ein neues Kleid. Und einen

Sonntag später trug ich dann

ein schwarzes Taftkleid mit

ganz weitem Rock, einer Riesensamtschleife

auf dem Rücken

und einem Bolerojäckchen.

Dazu gehörte ein neues

Gesangbuch mit Goldschnitt

und ein umhäkeltes Taschentuch.

Für Maiglöckchen lag der

Konfirmationstag im März zu

früh. Konfirmiert wurden wir

von Pastor Schönberg aus Elstorf.“

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RÜCKBLICK

Wie ging es weiter nach der Konfirmation?

„Ich war recht oft in der Kirche, allein schon

deshalb, weil meine Eltern und ich im Kirchenchor

mitsangen. Wir freuten uns, dass

wir nun nicht mehr nach Elstorf zur Kirche

mussten. Die schlichte Kirche gefiel mir gut,

wenn das bunte Christusfenster mir auch

etwas zu modern vorkam.“

Gab es damals etwas, was Sie aus heutiger

Sicht beeindruckt?

„Das war die gelebte Ökumene in Neu Wulmstorf.

Die verschieden geprägten Christen

kamen zusammen und feierten gemeinsame

Gottesdienste und hatten eine gute Gemeinschaft.

Das hat sich bis zum heutigen

Tag in wohl einmaliger Weise durchgehalten,

obwohl alle Konfessionen ihre eigene

Kirche haben.“

Was hat Sie noch beeindruckt und geprägt?

Am wichtigsten war für mich der Kreis um

Dieter Tobaben im Jugendraum des Pfarrhauses.

Nach mehrmaligen Einladungen

besuchte ich den Jugendkreis und war sehr

erstaunt: Ich hatte Spielereien erwartet,

aber wir lasen in der Bibel und fragten uns,

was unser Leben mit Gott zu tun hat, wir

tauschten uns über unsere Probleme aus,

brachten sie im Gebet vor Gott und sangen

zum Abschluss ein schönes Lied.

Ich fühlte mich als junges Mädchen mit meinen

Fragen und meinem Suchen angesprochen.

Die Jugendsonntage in Moisburg

schafften neue Kontakte mit jungen Christen,

und dort hatte ich auch mein religiöses

‚Aha-Erlebnis‘ und konnte Gott mein Leben

anvertrauen. Die Ernsthaftigkeit, die auch

zum Glauben gehört, hatte ich im Konfirmanden-Unterricht

kennengelernt. Aber

nun kam die Freude am Glauben dazu.

Durch den Jugendkreis bin ich auf die Spur

des Glaubens gekommen, der mein ganzes

Leben geprägt hat, beruflich und privat.

Ohne den Jugendkreis im Pfarrhauskeller

wäre mein Leben anders verlaufen. Darum

hat dieses Jahrzehnt in der Lutherkirchengemeinde

die Weichen für mein Leben gestellt.“

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RÜCKBLICK

Die Gesellschaft wandelt sich – die Lutherkirche geht ihren eigenen Weg

Wir stehen in der zweiten Dekade (1967-1976). Ich spreche mit Waltraud Scheurer, die

unsere Kirchengemeinde in allen Jahrzehnten ihres Bestehens begleitet hat. Sie lebt seit

1954 in Neu Wulmstorf.

Wir sind Bessaraber“, sagt Waltraut Scheurer

zu Beginn unseres Gespräches. Im Interview

verstehe ich nach und nach, inwiefern

diese Herkunftsbezeichnung bedeutsam für

unsere Kirchengemeinde ist.

Wie haben Sie unsere Kirchengemeinde in

diesem Jahrzehnt

erlebt?

„Wir sind

Bessaraber.

Meine Familie

und die meines

Mannes

stammen aus

Bessarabien.

Wir waren

durch unsere

Herkunft und

durch unsere

Herkunftsfamilien

kirchlich

geprägt. Ich

erinnere mich:

Bei der Hausarbeit sang meine Mutter immer

Kirchenlieder. Von klein auf habe ich sie

gehört und kann sie bis heute alle singen.

Die Kirche gehörte wie selbstverständlich

zum Leben dazu: Mein Mann und ich gingen

wie sehr viele Bessaraber jeden Sonntag in

die Lutherkirche. Unsere drei Kinder besuchten

den Kindergottesdienst, der von Ehrenamtlichen

angeboten wurde. Als im Immenweg

noch keine Häuser standen, konnten

wir von unserem Haus die Kirche sehen.“

Sie lebten in Sichtweite zur Kirche, in enger

Anbindung an die Kirche.

„Ja. Das war für alle, die aus Bessarabien

stammten, typisch. Wir brachten unsere

Frömmigkeit mit nach Neu Wulmstorf. Wir

fühlten es so und auch die anderen nahmen

es so wahr: die Bessaraber haben eine besondere

Frömmigkeit, sind der Kirche hoch

verbunden. Familien aus Bessarabien prägten

das Gemeindeleben. Als wir in Neu Wulmstorf

waren, lebte diese Frömmigkeit weiter.“

Das Jahr 1968 markiert einen gesellschaftlichen

Aufbruch. Der Muff von 1000 Jahren

sollte weg unter den Talaren; so war eine

Forderung der Studentenbewegung. In der

Folge dieses Umbruches wurde Neues ausprobiert

– auch in den Kirchen. Waren diese

gesellschaftlichen und kirchlichen Umbrüche

auch in der Lutherkirchengemeinde zu

spüren?

„Nein. Die Gottesdienste blieben so wie zuvor.

Auch unter den Pastoren, die in den

70er Jahren nach Neu Wulmstorf kamen und

Kollegen von Pastor Wollermann wurden,

änderten sich die Gottesdienste nicht grundlegend.

Es blieb, wie es war. Wir haben oft

Abendmahl gefeiert, das kannten wir auch

so aus Bessarabien.“

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RÜCKBLICK

Welche schönen Erinnerungen verbinden

Sie mit diesem Jahrzehnt?

„Am schönsten fand ich immer die Feste. Für

den Erntedankgottesdienst wurde eine

prächtige Erntekrone hergestellt und für

Weihnachten reichlich Tannenbaumschmuck

gebastelt. Ich bin seit damals im Mütterkreis

aktiv. Wir Mütter haben viel gebastelt und

Handarbeiten gemacht.“

Neu Wulmstorf war ein Siedlungsschwerpunkt

der Bessaraber in Norddeutschland.

Mir scheint, die Kirche und das kirchliche

Leben boten den Bessarabern „ein Stück

Heimat in der Fremde“.

„Die Kirche und die Bibel beeinflussten in

hohem Maße das Leben von uns Bessarabiendeutschen,

denn viele unserer Vorfahren

hatten einst ihre deutsche Heimat aus religiösen

Gründen verlassen. Diese Herkunft

prägte uns und damit die Lutherkirchengemeinde:

Wir gingen zum Gottesdienst, lasen

in kleinen Runden die Bibel, sangen und beteten.

Wir lebten in der neuen Heimat, aber

unsere Frömmigkeit stammte aus Bessarabien.

Ja, das erleichterte uns das Ankommen

in Neu Wulmstorf.

Offensichtlich ist die Lutherkirchengemeinde

in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche

ihren eigenen Weg gegangen – einen Weg,

der entscheidend durch die Kirchlichkeit

und Frömmigkeit der bessarabischen Familien

geprägt wurde.

„Ja, so war es. Wir gehörten ja zusammen

mit anderen Familien auch zur Landeskirchlichen

Gemeinschaft. So kannten wir es von

früher: Am Sonntag ging es in die Kirche,

unter der Woche gehörten Bibelstunden

unbedingt dazu. Wir lebten ganz selbstverständlich

mit der Bibel. Ohne die Bessaraber

und ihre Frömmigkeit wäre die Lutherkirchengemeinde

nicht die Gemeinde, die sie

war und ist.“

Die Bessarabiendeutschen sind eine deutsche Volksgruppe, die z. T. aus religiösen Gründen

und aufgrund eines Vertrages mit dem russischen Zaren am Anfang des 19. Jahrhunderts

nach Bessarabien (jetzt unter Moldawien und Ukraine aufgeteilt) auswanderten und dort

überwiegend ein Leben als Bauern führten. Infolge des Hitler-Stalin-Paktes fiel Bessarabien

1940 an die Sowjetunion. Ende 1940 folgten die Bessarabiendeutschen mit rund 93.000

Personen nahezu vollständig dem Aufruf zur Umsiedlung ins Deutsche Reich; die deutsche

Besiedlung Bessarabiens endete. Nach dem Krieg wurde Neu Wulmstorf zu einem Siedlungsschwerpunkt

der Bessaraber in Norddeutschland.

www.lutherkirche-neu-wulmstorf.de

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RÜCKBLICK

Eine schöne Kirche gestalten – oder: „Frust“ und Segen des Ehrenamtes

Wir stehen in der dritten Dekade (1977-1986). Ich spreche mit Dieter Schöllknecht, der

von 1976 bis 2006 Kirchenvorsteher unserer Kirchengemeinde war. Er lebt seit 1971 in Neu

Wulmstorf und pflegt mit seinem Team, den „Schatzpflegern“, die Außenanlagen rund um

die Kirche.

In unserem Gespräch erschließt sich, welcher

Segen engagierte Ehrenamtliche für eine

Kirchengemeinde sind, wenn auch mancher

Frust zum Ehrenamt gehören mag. Für diesen

ehrenamtlichen und zwangsläufig auch belastbaren

Gestaltungswillen steht der Name

Dieter Schöllknecht, früher Inhaber einer Neu

Wulmstorfer Drogerie- und Reformhauses,

jetzt Rentner.

1977 bis 1986 – das Jahrzehnt, in dem die

Krawatten erst breit und bunt waren und

dann dünner wurden und oft aus Leder waren.

Welche Erinnerungen an die Lutherkirchengemeinde

verbinden Sie mit diesen

Jahren?

„Prägend war für mich die Erfahrung, wie

Kirche ihr eigenes Süppchen kochte und

nicht Salz in der Bevölkerung war: Ich hatte

meine Probleme mit der Kirche, den kirchlichen

Entscheidungswegen – angefangen

beim Kirchenvorstand bis hin zum Landeskirchenamt.

Als ich Kirchenvorsteher war, habe

ich mich dagegen aufgelehnt. Den Satz: ‚Das

haben wir immer so gemacht‘ mochte ich gar

nicht, vielmehr habe ich ständig alles hinterfragt.

Mir ging es nicht um breite, bunte oder dünne

Krawatten in dieser Zeit. Mir ging es darum,

dass wir in unserer Kirchengemeinde

etwas ändern. Es ging immer sehr praktisch

zu – und sparsam. Ich wollte – und will es bis

heute – gestalten; es geht nicht nur darum,

ob etwas praktisch ist, es geht in der Kirche

und in einer Kirchengemeinde auch darum,

ob etwas schön und ansprechend ist, ob etwas

ästhetisch ist – im vollen Sinn des Wortes.“

Ihr Einsatz in diesen Jahren hatte das Motto:

Weg von der Zweckmäßigkeit hin zur Schönheit.

„Genau. Mir ging es um die ästhetische Qualität

unserer Kirche und später auch des Außengeländes.

Mein Motto lautet: ‚Wo Schönheit

ist, ist auch Gott.‘ Oder: ‚Chaos ist Leben,

Ordnung ist Tod.‘ Das war natürlich immer

ein Spagat. Ich musste Leute überzeugen.

Gestaltungswille und Überzeugungsarbeit

waren für mich in diesen Jahren also

meine Themen.“

Friedensbewegung und Ökologiebewegung

fallen in dieses Jahrzehnt. Waren diese gesamtgesellschaftlichen

Bewegungen auch in

unserer Kirchengemeinde wahrzunehmen?

„Nein. Das spielte hier keine Rolle. Eine Anti-

Atom-Bewegung gab es hier auch nicht. Friedensgebete

kamen erst viel, viel später.“

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RÜCKBLICK

Sie sind seit vielen Jahren ehrenamtlich

aktiv. Was hat Sie zum Ehrenamt motiviert?

„‘Nicht meckern, selber machen.‘ So habe ich

es immer gehalten. Als ich nach Neu Wulmstorf

kam, hatte ich bereits zuvor im Posaunenchor

der Christuskirche in Wandsbek

mitgewirkt. Über den Posaunenchor der Lutherkirche

dockte ich dann in der Kirchengemeinde

insgesamt an. Wegen meines Gestaltungswillens

war der Schritt in den Kirchenvorstand

und in den Bauausschuss folgerichtig.

Im Kirchenvorstand knallte es auch bisweilen;

wir haben diskutiert, wir haben gestritten

und – vor allem – wir haben uns geeinigt.

Alle Diskussionen waren doch getragen

von gegenseitiger Anerkennung. So kam es

immer auch zu Einigungen. Zum Glück sind

nicht alle so stur wie ich.“

Sie kennen die Lutherkirchengemeinde seit

Jahrzehnten. Was empfinden sie als charakteristisch?

„Da passt vor allem ein Wort: Vielfalt. Sie

muss gestaltet und zusammen geführt werden.

Wo begegnen sich denn heute unterschiedliche

Milieus und Generationen, wenn

nicht in einer Kirchengemeinde? Und wo

haben Ehrenamtliche einen solchen Gestaltungsspielraum

wie in der Kirche?“

Sie sind zwar im Posaunenchor, aber gerade

singen Sie ein Loblied auf das Ehrenamt.

Manche sagen, das Ehrenamt, nicht nur das

kirchliche Ehrenamt, stecke in einer Krise.

„Das mag sein. Für mich aber gehörte und

gehört zur Lutherkirchengemeinde eine vielfältige

Schar von Ehrenamtlichen, die selbstbewusst

und voller Energie signalisieren:

‚Wir sind Kirche‘.

Ein Ehrenamtlicher, der in Ausnahmefällen

auch den Pastor rasiert: dieses Bild ist also

ganz typisch für Sie, für Ihren Rückblick und

Ihr Kirchenverständnis?

„Das Foto muss

bei einem Gemeindefest

aufgenommen

worden sein. Es

handelte sich

um eine Aktion,

in deren Rahmen

ich Pastor

Wollermann

rasiert habe.

Das Bild hat

schon etwas

Typisches: Pastor

Wollermann und ich haben im Kirchenvorstand

viel diskutiert, da gab es manchmal

auch Säbelrasseln‘. Aber die Gewissheit, dass

wir gemeinsam Veränderungen auf den Weg

bringen, uns vertrauen und in die Augen

schauen können, war viel wichtiger.“

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RÜCKBLICK

Die Lutherkirchengemeinde – ein Zuhause für Kinder

Wir stehen in der vierten Dekade (1987-1996). Ich spreche mit Gisela Schneekloth und

Christiane Hochfeld. Beide Namen stehen für das Thema „Kirche mit Kindern“.

In unserem lebhaften Gespräch, in dem ich

kaum zum Fragenstellen komme, erschließt

sich mir, welche vielfältigen Möglichkeiten

eine Kirchengemeinde jungen Eltern eröffnen

kann, um für sich und die Familie ein

Gefühl von Beheimatung zu erleben.

1987 bis 1996: Welche Erinnerungen an die

Lutherkirchengemeinde verbindet ihr mit

diesen Jahren?

G. Schneekloth: „Das waren unsere

‚Gründerjahre‘. Wir hatten unentwegt Projekte,

von denen einige feste Formen angenommen

und überdauert haben.“

C. Hochfeld: „Genau. Aus einem Seminar

zum Thema Taufe erwuchs die Taufkerzengruppe,

die bis heute für jeden Täufling eine

Taufkerze in Handarbeit anfertigt. Wir haben

Kinderbibelwochen vorbereitet und durchgeführt

und angefangen, einen Kindergottesdienst

anzubieten, der parallel zum Hauptgottesdienst

gefeiert wurde.“

Es ist deutlich: Kirche mit Kindern – das war

euer Schwerpunkt. Wie begann das?

G. Schneekloth: „Das stimmt zwar, aber es

ging uns nicht nur um die Kinder. Wir waren

dabei, als der Bibelkreis unserer Kirchengemeinde

und ein ökumenischer Bibelkreis

gegründet wurden. Wir waren auch gemeinsam

in einem Haus- und Familienkreis. Wir

standen auch nicht nur für Kirche mit Kindern,

es ging uns nicht um

„Kinderbespaßung“.

Diese Jahre waren für uns auch eine Zeit des

spirituellen Aufbruchs; zu diesem Aufbruch

gehörte die Arbeit mit Kindern.“

C. Hochfeld: „Die Arbeit mit Kindern stand in

dieser Zeit allerdings schon im Vordergrund.

Zwei Erfahrungen führten dazu: Einmal waren

unsere Kinder damals im Kindergottesdienst-

und Kinderbibelwochenalter. In diesem

Bereich gab es bei uns in den 80ern

kaum Angebote. Zum anderen hatten wir

das Gefühl, dass Kinder, manchmal sogar

Täuflinge, im Gottesdienst als Störung empfunden

wurden. Zum Wohle unserer Kinder

wollten wir das ändern. Wir wollten herzliche

und schöne Gottesdienste für die Kleinen.“

Bleiben wir bei den Kindern: Was habt ihr

genau mit den Kindern gemacht?

G. Schneekloth: „Jede Menge. Unsere erste

Kinderbibelwoche zum Thema Pfingsten

hieß ‚Ein Hauch von Gott‘. Wir haben alles in

Eigenregie vorbereitet, und die Kinder haben

dann voller Eifer mitgemacht. Den Garten

Eden haben wir im Schuhkarton nachgebaut,

Schafe zu Psalm 23 gebastelt.“

C. Hochfeld: „Kindergottesdienstausflüge

und den ersten Martinsumzug haben wir

organisiert, den es bis heute gibt. Und beim

Krippenspiel haben unsere Kinder auch mitgemacht.“

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RÜCKBLICK

Eure Kinder und alle anderen Kinder natürlich

auch haben ein umfängliches Programm

von euch geboten bekommen.

G. Schneekloth: „Uns war es wichtig, dass

die Lutherkirche auch ein Zuhause für die

Kinder wurde. Im Rückblick gesagt

war das unser Motto. Wir wollten,

dass unsere Kinder auch die Kirche

als Teil ihrer Heimat und ihrer

Wurzeln entdecken.“

C. Hochfeld: „Erinnerst du dich

noch an unsere Bücherei? Die Bücherei

im jetzigen Gemeindebüro

stand auch für das Heimatgefühl,

von dem du sprichst. Unsere Kinder

konnten dort stundenlang Bücher

anschauen und lesen. Wenn

sie mal laut waren, war das kein

Problem. Ich behaupte, dass diese

kirchliche Bücherei wichtig war für

ein kirchliches Heimatgefühl unserer

Kinder.“

G. Schneekloth: „Aber über die Kinder haben

wir in der Lutherkirche auch unsere kirchliche

Heimat gefunden. Bibel- und Hauskreise

haben wir schon genannt. Für mich war auch

die Flüchtlingsarbeit wichtig. Ich erinnere

mich noch, wie wir mit Weintrauben zur

damaligen Asylunterkunft in der Schifferstraße

zogen und die Familien dort willkommen

geheißen haben.

Kirche mit Kindern ist bis heute ein Motto

unserer Kirchengemeinde geblieben. Inzwischen

kommen natürlich neue Mütter mit

ihren Kindern und manchmal auch Väter.

C. Hochfeld: „Kirche mit Kindern – das soll

und darf sich jede Generation von Eltern

selber erarbeiten. In unserer Kirchengemeinde

haben wir in diesem Bereich so viele Angebote;

das finde ich gut.“

G. Schneekloth: „Der Unterschied ist, dass

unsere Arbeit damals noch nicht so professionell

war wie heute. Das ist natürlich gut;

andererseits sollten Eltern es sich auch zutrauen,

ganz unprofessionell und unbedarft

mit ihren Kindern zu erkunden, ob und wie

eine Kirchengemeinde für sie und ihre Kinder

zur Heimat werden kann.

Bei aller Professionalisierung tut es auch den

Kindern gut, wenn die Eltern dabei sind.“

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RÜCKBLICK

Eine rund erneuerte Kirche für die Lutherkirchengemeinde

Wir stehen in der fünften Dekade (1997-2006). Ich spreche mit Hans Herman Bredehöft. Er

erlebte etwas, was nicht vielen vergönnt ist: zweimal war er an einem Kirchenbau beteiligt.

Seit 1949 lebt er in Neu Wulmstorf und sah, wie die alte Lutherkirche erbaut wurde. 40 Jahre

später war er mit über 1300 ehrenamtlichen Arbeitsstunden an der Erneuerung der in die

Jahre gekommenen Kirche beteiligt.

In unserem Gespräch erzählt Hans Hermann

Bredehöft mit funkelnden Augen von Sternstunden

der Erneuerung; im Rückblick überstrahlen

diese Erfahrungen auch allen Streit,

der mit der Runderneuerung der Kirche verbunden

war.

Die Lutherkirche wird „runderneuert“. Wie

kam es dazu und wie waren Sie eingebunden

in dieses Projekt?

H. H. Bredehöft: „Die alte Lutherkirche war

baufällig und genügte nicht mehr den Ansprüchen

eines modernen Gemeindelebens.

Irgendwann sprach mich Pastor Hellmanzik

an und zeigte mir ein Modell der neuen Kirche.

Wir haben dann meinen Sohn, der Architekt

ist, in die Planung mit einbezogen. Es

wurden Pläne erstellt, der Kirchenvorstand

stimmte zu, das Landeskirchenamt genehmigte

den Umbau und dann konnte es losgehen.“

Sie haben die Zeit des Umbaus in Ihrem

Bautagebuch dokumentiert. Über zwei Jahre

waren Sie täglich auf der Baustelle. Woran

erinnern Sie sich aus dieser Fülle sofort?

H. H. Bredehöft: „Eigentlich sollte unser

Christusfenster nicht wieder in der neuen

Kirche verbaut werden. Es war marode. Ich

baute es aus und entfernte den Holzrahmen.

Ein Glaser erneuerte die Einfassung. Dann

wurde unser Rundfenster in der neuen Kirche

über dem Altar eingebaut, ein toller

Blickfang. Pastor Loos war begeistert davon,

als er später erstmals die Kirche betrat. Und

nicht nur er: Ich weiß, dass der Blick auf das

Fenster vielen ganz wichtig ist.“

Das klingt nach einem ordentlichen Tempo.

Gab’s gar keine Komplikationen?

H. H. Bredehöft: „Natürlich. Vor allem fehlte

es immer am Geld. Aber es gab viele Ideen.

Es gründete sich ein Förderkreis zur Runderneuerung;

ebenso gab es die Servicegruppe,

die durch Beerdigungskaffeetrinken und andere

Veranstaltungen Geld einnahm. Menschen

haben ehrenamtlich an der Runderneuerung

mitgearbeitet. Zum Beispiel hat die

„Kabel AG“, zu der ich auch gehörte, kilometerlange

Kabel in der Kirche verlegt. Und weil

wir ja auch eine neue Orgel benötigten – die

alte war feucht geworden –, gründete sich

ein Förderkreis für die Orgel. So kam viel

Geld zusammen.“

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RÜCKBLICK

Darum gingen die Arbeiten gut voran, wie

man Ihrem Bautagebuch entnehmen kann.

H. H. Bredehöft: „Genau. Am 7.6.1998 haben

wir den letzten Gottesdienst in der alten

Lutherkirche gefeiert. Danach wurden

alle liturgischen Geräte

ins Gemeindehaus getragen.

Dort fanden in der

Zwischenzeit die Gottesdienste

statt. Zu Weihnachten

und den Konfirmationen

benutzten wir

die Aula der Hauptschule.

Schon fünf Monate später,

am 26.11.1998, konnten

wir Richtfest und

Grundsteinlegung feiern.

Es war für mich sehr ergreifend,

als ich per Seilwinde

den Richtkranz in

der neuen Kirche nach

oben ziehen durfte.“

War dieser Augenblick

für Sie der schönste?

H. H. Bredehöft: „Es gab noch mehr schöne

Erfahrungen. Zu Silvester 1999/2000 habe

ich alle überrascht: Die Glocken waren bereits

aufgehängt, ich hatte im Vorfeld das

Christusfenster eingebaut. Und zum Jahreswechsel

läuteten dann zum ersten Mal nach

zwei Jahren wieder die Glocken. Mit einem

20 m langen Seil haben wir die Glocken manuell

geläutet. Das war ein Ereignis für den

ganzen Ort. Aber der allerschönste Moment

war, wie das erneuerte Kugelkreuz auf den

Turm der Kirche aufgesetzt wurde. Ich erinnere

mich, wie ich mit meiner Frau und Ehepaar

Hellmanzik auf dem

Turm stehe, später habe

ich mich – wie man sieht

– auf die Kugel gesetzt.

Zum Glück bin ich

schwindelfrei. In diesem

Moment auf dem Turm

wussten wir, dass wir

den Umbau geschafft

hatten. Und als die Kirche

zu Pfingsten 2000

eingeweiht wurde, die

Glocken läuteten, die

neue Orgel zu hören war,

da war das auch ein bewegender

Moment.

Sie schildern schöne

Momente rund um den

Umbau; es gab auch

Streit und Verwerfungen.

H. H. Bredehöft: „Ja, leider. Es gab viel Streit.

Ich kann aber sagen, dass mir die vielen

Stunden auf der Baustelle gefallen haben.

Und Pastor Hellmanzik war der Motor des

Umbaus. Ohne ihn hätten wir diese neue

Kirche nicht. Und was für eine schöne Kirche

haben wir!

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RÜCKBLICK

Eine Gemeinde mit Prägekraft und jugendlichem Elan

Wir stehen in der sechsten Dekade (2007-2016) und erreichen die Gegenwart. Ich spreche

mit Jannek Thoms. Er ist 20 Jahre jung und hoch engagiert in der Jugendarbeit: Er ist neben

aller Basisarbeit zweiter Vorsitzender des Nachbarschaftsjugendkonventes und sitzt für die

Kirchengemeinde Neu Wulmstorf im Koordinierungsausschuss unserer Nachbarschaft

Neu Wulmstorf/Elstorf.

In unserem Gespräch staune ich: Oft wird

beklagt, dass die Prägekraft des christlichen

Glaubens und der evangelischen Kirche

merklich im Schwinden sei – falls es sie überhaupt

noch in nennenswertem Maße gibt

„bei den jungen Leuten“. Aber im Dialog mit

Jannek Thoms erschließt sich mir das exakte

Gegenteil: wie nachhaltig bereichernd und

biographisch prägend es für einen jungen

Menschen sein kann, in der evangelischen

Jugend mitzumachen.

Jannek, wie hast du unsere Kirchengemeinde

in den letzten zehn Jahren erlebt?

Jannek Thoms: „In ganz unterschiedlichen

Bereichen: Im KU 4, im KU 8 [Konfirmandenunterricht

im 4. bzw. im 8. Schuljahr also], in

Jugendgruppen, auf Freizeiten, bei Aktionen

und zuletzt auch in Gremien. In den letzten

zehn Jahren meines Lebens hat mich unsere

Kirchengemeinde ganz schön beschäftigt.“

Gehen wir diese Stationen der Reihe nach

durch! Am Anfang steht KU 4.

Jannek Thoms: „Genau. Bis zum KU 4, bis

2005, hatte ich keinen Kontakt zur Kirche.

Mit KU 4 ging es los. Ich erinnere mich noch

gut an den KU 4-Begrüßungsgottesdienst

und an die Unterrichtsstunden. Es hat mir

Spaß gemacht, nach der Schule mit vielen

Freunden gemeinsam

etwas

zu machen. Auch

an die Kindergottesdienste

habe ich gute

Erinnerungen. Oft

hat Diakon Michael

Henseler

unsere Gottesdienste

auf der

Gitarre begleitet.“

Wie ging es weiter?

Jannek Thoms: „Anders als heute. Heute

bieten wir die KU 4-Zwischenzeit an, also

Spiele, Kochen und Basteln für alle Kinder,

die KU 4 durchlaufen haben. Damals gab’s

das nicht oder ich habe nichts davon mitbekommen.

Für mich ging es dann erst mit KU

8 in den Jahren 2009/2010 weiter. Wir waren

mit vielen Konfis auf einer Freizeit in

Rödinghausen. Ich wurde auf dieser Freizeit

getauft; es war einerseits ungewöhnlich,

viele andere waren ja schon getauft; andererseits

war meine Taufe sehr schön.“

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RÜCKBLICK

Und dann kam die Konfirmation?

Jannek Thoms: „Ja, aber schon vorher, gleich

nach der Freizeit, kam ich in Kontakt zur damaligen

Jugendgruppe NEXT GENERATION.

Meine ältere Schwester machte dort bereits

mit; so war ich schon in der evangelischen

Jugend aktiv, bevor ich konfirmiert wurde.“

Auch nach der Konfirmation hast du NEXT

GENERATION die Treue gehalten.

Jannek Thoms: „Ja. Mittwochs, 18 Uhr, das

war eine ganz fest eingeplante Zeit in meinem

Wochenplan. Ich habe mich im Jugendkeller

zusammen mit Neele und Christian,

die die Gruppe leiteten, und allen anderen

einfach wohlgefühlt. Über Jahre haben wir

zusammen gekocht, gespielt, gebastelt. Viel

gesungen haben wir und Andachten gefeiert.

Außerdem wurde ich in dieser Phase vom

Teilnehmer zum Teamer: Cornelia Rubach,

damals unsere Diakonin, motivierte mich,

bei einer Kinderbibelwoche mitzumachen;

danach machte ich die Juleica [Jugendleitercard]

und begleitete als Teamer viele Konfirmandenfreizeiten.“

Was hat diese beiden Bereiche, die Jugendgruppe

NEXT GENERATION und die Arbeit

als Teamer, für dich attraktiv gemacht?

Jannek Thoms: „NEXT war für mich deshalb

attraktiv, weil ich hier auf andere Leute traf,

auf Leute, die ich nicht Tag für Tag in der

Schule sah. Wir hatten eine andere Beziehung

und andere Themen. Das war wichtig

für mich. Teamer wurde ich dadurch, dass

ich von Cornelia angesprochen wurde. Es tut

einfach gut, wenn du als Jugendlicher von

einem Erwachsenen ein solches Signal bekommst:

‚Ich brauche dich.‘ Und es tat mir

als Jugendlicher noch besser, die Entdeckung

zu machen: ‚Ich kann das und es macht mir

Spaß.‘“

Jannek, das klingt ja fast wie aus dem Lehrbuch:

Evangelische Jugend stiftet andere

Beziehungen und sie verhilft Jugendlichen,

ihre Potenziale zu entdecken und sich auszuprobieren.

Jetzt bist du mittlerweile einer

der Älteren in der Kinder- und Jugendarbeit.

Wie geht es weiter?

Jannek Thoms: „Die Jugendarbeit in unserer

Kirchengemeinde läuft gut. Wir haben viele

Jugendliche, die nach der Konfirmation weiter

machen. Ich freue mich, dass Niklas

Nadolny als neuer Diakon da ist. Im NJK

[Nachbarschaftsjugendkonvent] und im Koordinierungsausschuss

werden wir weiter

planen und Ideen entwickeln, wie es in der

Jugendarbeit in der Nachbarschaft Neu Wulmstorf-Elstorf

weiter geht.“

Was ist für dich am schönsten an der Jugendarbeit?

Jannek Thoms: „Es ist einfach nur schön,

wenn du neue Jugendliche für die Sache

begeistern kannst, die dir selbst wichtig ist.

Und am schönsten ist es, wenn du auf einer

Konfer-Freizeit [Konfirmandenfreizeit] bist

und am Abend mit den anderen Teamern

zusammen sitzt und einfach nur Spaß hast.

In meinem Freundeskreis haben alle anderen

nichts mit der Kirche zu tun. Aber an

einem solchen Abend einer Konfer-Freizeit,

wenn du mit anderen Teamern zusammen

sitzt, dann ist das ein echtes Gefühl von Zusammengehörigkeit

und Kirche.“

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AUSBLICK

Der Blick ins 21.Jahrhundert

Wie geht es weiter ?

Es soll gebaut werden, und zwar liegt bekanntermaßen

ein Großprojekt an, das aus drei

Teilprojekten besteht:

Das Gemeindehaus II in der Wilhelm-Busch

Str. wird verkauft. Das Gemeindehaus I (Bei

der Lutherkirche) wird zu einem modernen

Gebäude umgestaltet; es wird barrierefrei,

energetisch auf einem guten Stand und mit

einer bedarfsgerechten Küche ausgestattet

sein. Es werden gute bauliche Voraussetzungen

für unser jetziges und zukünftiges Gemeindeleben

geschaffen. Das Pfarrhaus (Bei

der Lutherkirche) wird neu gebaut; es entsteht

ein modernes Gebäude, das einer Pastorenfamilie

gute Lebens- und Arbeitsbedingungen

bietet. In den letzten Monaten haben

der Kirchenvorstand und der Bauausschuss

mit Unterstützung durch das Kirchenkreisamt

Hittfeld/ Winsen dieses Großprojekt entscheidend

vorangebracht.

16


LUTHER

Lutherjubiläum in Neu Wulmstorf

500 Jahre Reformation

feiern lutherische

Christen weltweit in

diesem Jahr. Auch in

der Lutherkirchengemeinde

Neu Wulmstorf möchten wir

mit ihnen feiern und nachdenken,

uns an Luther und sein

Werk erinnern sowie die Gegenwartsbedeutung

seiner

Theologie erkunden. Bis zum

31. Okt. sind Sie zu diversen

Veranstaltungen eingeladen,

die geplant wurden von unserem

Jubiläumsteam.

Reformation ist Aufbruch aus menschlicher

Enge unter den weiten Himmel

Gottes, ist frischer Wind für Menschen,

die in muffigen Seelenkellern hocken –

und das ist in der Tat guter Grund zum

Feiern. Alle sind eingeladen zu unseren

Gottesdiensten und Konzerten rund um

Luther: die Glaubenden und die Zweifelnden,

die Kirchennahen und Kirchendistanzierten,

die, die schon meinen, alles zu

wissen, und die Neugierigen.

Unsere Veranstaltungen im ersten Quartal 2017 (Die vollständigen Termine

können Sie dem Reformationsflyer entnehmen - oder informieren Sie sich auf unser Homepage -

Stichwort LUTHERDEKADE 2017).

15. Januar um 10 Uhr

Gottesdienst mit

Pastor i.R. Hans Dittmar

Thema :

Luthers Leben

These: „Wir sind Bettler,

das ist wahr.“

19. Februar um 10 Uhr

Musikalischer Gottesdienst:

Reformationsmusik

und Texte der Reformatoren

im Duett.

Die Goldene Tafel

(Lüneburg),

These: „Musik ist das

beste Labsal eines betrübten

Menschen.“

10.März um 19 Uhr

Abendprogramm „Futtern

wie bei Luthern“ – Deftiger

Abend mit Essen und Trinken

aus dem 16. Jahrhundert;

dazwischen: nicht

weniger deftige Tischreden

Luthers.

These: „Für die Toten

Wein, für die Lebenden

Wasser. Das ist eine Vorschrift

für Fische.“

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KONZERT

„Alles unter einem Dach“

Großes Festkonzert

anlässlich des 60-jährigen

Jubiläums der Lutherkirche

am Samstag, 10. Dezember 2016, 18 bis 21.30 Uhr

Die Lutherkirche Neu Wulmstorf lädt ein zu

einem großen Festkonzert.

Denn es gibt etwas zu feiern:

60 Jahre wird unsere Kirche im Dezember alt

– oder jung.

Mit dem Gründungsdatum 1956 gehört sie

sicher nicht zu den ältesten Kirchen in der

Region. Aber wir finden, dass wir diesen Geburtstag

angemessen feiern müssen. Und

passend und angemessen ist es, dies mit

einem Festkonzert aller Musikgruppen unserer

Kirchengemeinde zu tun, weil wir seit 60

Jahren eine Gemeinde mit kirchenmusikalischem

Schwerpunkt sind.

Unter dem einen Dach der Lutherkirche finden

sich viele Musikgruppen zusammen, um

gemeinsam zu singen und zu musizieren, und

dies mit einer erstaunlichen Bandbreite: von

Pop bis Klassik, vom Kind bis zum Rentner.

Programmübersicht:

18:00 – 19:00 Uhr Kinderchor & Blockflötenensemble & Ökumenischer Posaunenchor

19:30 – 20:15 Uhr Kantorei & Kammerorchester Süderelbe (KAOS)

20:45 – 21:30 Uhr Beatbox & Gospelchor Joy’n‘Music

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PASTOREN

Pastoren kamen und gingen in 60 Jahren – der eine eher Denker und Prediger, ein anderer

umtriebig und Hansdampf in allen Gassen. Jeder Geistliche hat Stein um Stein an dieser

Kirche gebaut zusammen mit den Mitarbeitern und ehrenamtlich Engagierten.

In den letzten 60 Jahren taten folgende Pastoren ihren Dienst in der Lutherkirche :

Von 1958 bis Oktober 1989

Pastor Heinz Wollermann

Von Juni 1968 bis Mai 1973

Pastor Hans Ludwig Müller-Brandes

Von November 1973 bis Mai 1974

Pastor Hüfken

Von August 1974 bis November 1980

Pastor Wilhelm Meissner

Von Mai 1974 – August 2000

Pastor Uwe Kreller / Pfarramt II

Von Juli 1990 – September 2000

Pastor Hans-Peter Hellmanzik/ Pfarramt I

Von Dezember 2000 – Dezember 2009

Pastor Frank Richter / Pfarramt II

Von Juli 2001 – Juli 2005

Pastor Wolfgang Loos / Pfarramt I

Von November 2005 – Oktober 2013

Pastor Hans Dittmar / Pfarramt I

Seit Juli 2010

Pastor im Pfarramt II

Pastor Dr. Florian Schneider

Seit Juli 2013 Pastorin im Pfarramt II

Pastorin Heide Wehling– Keilhack

„Die Gegenwart, so gut und schön sie auch sein mag, verschmähen wir immer.

Wir streben nach dem, was wir nicht haben. Sobald wir das erreicht haben,

wird es sogleich wertlos“.

Martin Luther

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Lutherkirche

Neu Wulmstorf

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde

Neu Wulmstorf

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