Patientenzeitschrift Katholisches Klinikum Essen | Ausgabe 6

Visioness

Heft 6 Herbst-Winter 2016/17

Gesund in Essen

Erstes Nierensteinzentrum

im Ruhrgebiet

Seite 6

Gute Prognose:

Prof. Dr. Robert Wammack und

Dr. Abdullah Ebrahimkhil studieren

eine Patientenakte.

Mit TV-Programm

für unseren Klinik-Sender „KiK-TV“

Alle Termine der geburtshilflichen

Klinik des KK Essen 2016/17

Dr. Peter Kaivers: „Handchirurgie

ist wie Uhrmacherei“

Seite 4

Kardiologen bringen stolpernde

Herzen in den richtigen Rhythmus

Seite 28

Gesund in Essen


Editorial

Liebe Patientinnen und Patienten,

liebe Leserinnen und Leser,

die Medizin befindet sich in rasantem Wandel: Mit medizinischer und therapeutischer

Betreuung, guter Ernährung und den richtigen Erbanlagen

können Menschen immer älter werden – und sich trotzdem selbst versorgen.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Lebenserwartung Neugeborener

innerhalb von 50 Jahren um zehn Jahre gestiegen. 1960 lag sie bei rund 70,

2010 bereits bei 80 Jahren. Der medizinische Wandel zieht sich nahtlos durch

alle Bereiche, angefangen in der Kardiologie bis hin zur Chirurgie.

4

6

Nicht nur in meinem Fachgebiet, der Kardiologie, rettet der Fortschritt der

Medizin täglich Menschenleben. Neue Verfahren werden schonender, mit

komplikationsärmeren Zugangswegen, aber gleichbleibend guter, wenn

nicht sogar höherer Effizienz. Dies zeigt sich besonders in den neuen Behandlungsmethoden,

die bei Herzrhythmusstörungen im Katheterlabor zum

Einsatz kommen. So nutzt das Katholische Klinikum Essen zur Therapie von

Vorhofflimmern – statt wie bisher nur Hitze – seit kurzem auch Kälte, um impulsgebende

Lungenvenen elektrisch zu isolieren. Wie das funktioniert und

mit welchem Erfolg, lesen Sie im Beitrag „Kardiologen bringen stolpernde

Herzen in den richtigen Rhythmus“.

Ständiger Wandel gilt auch für die Chirurgie: Mit Geschick und Fachwissen

schaffen es Dr. Christoph Eicker und Dr. Peter Kaivers, die gemeinsam mit

Dr. Peter Feldmann die Chirurgische Klinik II leiten, beispielsweise ganze

Hände und Finger zu rekonstruieren, Brüche mit Hilfe von winkelstabilen

Implantaten zu heilen oder Finger, die sich wegen einer Verletzung der Sehne

nicht mehr beugen lassen, wieder zu mobilisieren.

„Als ich junger Arzt war, hat sich das medizinische Wissen noch alle sieben

Jahre verdoppelt. Heute verdoppelt es sich nahezu alle fünf Tage“, legt

mein Kollege Prof. Dr. Hans-Georg Krengel, Leitender Arzt der Geriatrie am

Katholischen Klinikum Essen, in Bezug auf Neuerungen in der Forschung

Fakten auf den Tisch. Wir leben in ständigem Fortschritt – und profitieren von

besserer Lebensqualität auch bei zunehmendem Alter.

Beste Gesundheit in diesem Sinne wünscht Ihnen

Ihre

Prof. Dr. Birgit Hailer

Leitende Ärztin der Medizinischen Klinik II – Innere Medizin, Kardiologie,

Angiologie, Rhythmologie und Gastroenterologie am Katholischen Klinikum Essen

Impressum

Gesund in Essen Nr. 6 Herbst-Winter 2016/17

Herausgeber: Katholisches Klinikum Essen

Postanschrift: Katholisches Klinikum Essen

Marketing und Kommunikation

Hospitalstraße 24, 45329 Essen

Fon: 0201 6400 1020

Fax: 0201 6400 1029

Mail: marketing@kk-essen.de

www.kk-essen.de

www.gesundinessen.de

Redaktionsleitung: Stefan Mattes

Leiter Marketing und Kommunikation

Inhaltliches und grafisches Konzept,

Redaktion und Realisation: Visioness GmbH

Druck: Löcke-Druck

Auflage: 106.000

Quellen in dieser Ausgabe:

· AOK-Regionaldirektion Essen-Mülheim

· Qualitätsverbund Geriatrie

Nord-West-Deutschland

· Deutsche Kontinenz Gesellschaft

· Forschungsinstitut Geragogik e. V.

· Stiftung Gesundheit


Gesund in Essen


10

Inhalt

Dr. Peter Kaivers:

„Handchirurgie ist wie Uhrmacherei“ 4

Katholisches Klinikum Essen nimmt erstes

Nierensteinzentrum im Ruhrgebiet in Betrieb 6

18

AOK Regionaldirektor Rainer Voss: „Der Patient ist

ein entscheidendes Glied in der Behandlungskette“ 9

Förderverein bringt Steine ins Rollen 10

Mit Lebenswille und Motivation zu alter Fitness 12

Dr. Daisy Hünefeld:

„Schnittstellen zu Verbindungslinien machen“ 14

Geriatrie-Patientin Christa Sautter:

„Endlich ist mal jemand richtig auf meine

Krankheit eingegangen“ 15

TV-Programm 16

Dr. Winfried Berger: „Von Patienten wie

Herrn Zaremba kann ich viel lernen“ 18

Klinikseelsorge: Wertschätzend, empathisch,

aber auch abgrenzend 21

Beckenbodenerkrankungen –

Wenn die innere Mitte leidet 22

26

28

Mehr Zeit für die Pflege 24

News 25

Heben, Wickeln, Baden, Füttern:

Kurs im Marienhospital Essen bereitet

die Großen auf ihr Geschwisterchen vor 26

Kreißsaalführungen 27

Kardiologen bringen stolpernde Herzen

in den richtigen Rhythmus 28

Patientenhochschule: Absolventen

sind ideale Patientenbegleiter 29

Veranstaltungskalender 30

Fachkliniken/Leitende Ärzte 31

Gesund in Essen


Dr. Peter Kaivers:

„Handchirurgie ist

wie Uhrmacherei“

Ob Beugesehnen-Transplantation oder Knochenbrüche:

Die Ärzte der Hand- und Fußchirurgie am Katholischen

Klinikum Essen beherrschen komplizierteste Operationen,

die nur die wenigsten durchführen dürfen, ebenso

wie einfachere chirurgische Eingriffe bei Mittelhandoder

Mittelfußfrakturen. Mit ihrer Expertise und ihrem

Geschick hat sich die Klinik weit über Essen hinaus

einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet.

Mit einer hoch komplizierten Beugesehnen-Verletzung

und großer Hoffnung

in den erfahrenen Chirurgen sucht ein

Kunsthandwerker aus Südamerika den

Leitenden Arzt der Klinik für Hand- und

Fußchirurgie am Katholischen Klinikum

Essen, Dr. Peter Kaivers, auf. Der Mann

aus Übersee kann seinen Zeigefinger

kaum noch beugen und hat damit arge

Probleme bei seiner täglichen Arbeit.


Gesund in Essen

Wobei er sich die schwerwiegende Verletzung

zugezogen hat, weiß er nicht

mehr.

Üblicherweise entstehen Beugesehnenverletzungen

durch einen Schnitt mit

einem scharfen Gegenstand. Seltener

ist ein Riss der Sehne, hervorgerufen

durch eine entzündliche Krankheit wie

zum Beispiel Rheuma, die Ursache. Sind

An einem Schaubild erklärt

Dr. Peter Kaivers die Anatomie

der Hand und zeigt dabei

auf eine Beugesehne.

beide Beugesehnen durchtrennt, kann

der entsprechende Finger nicht mehr

aktiv gebeugt werden. Sind sie teilweise

durchtrennt, ist die Bewegung zumindest

stark beeinträchtigt.

Beugesehnenverletzungen sind Notfälle

Verletzungen der Beugesehnen müssen

umgehend von Spezialisten operiert

werden. Andernfalls, wenn bereits Verklebungen

des Gewebes stattgefunden

haben, drohen dem Patienten dauerhafte

Bewegungseinschränkungen. Dann hilft

nur noch eine Beugesehnen-Transplantation,

die am Katholischen Klinikum Essen

möglich ist, aber nur die wenigsten

Ärzte beherrschen.

„Beugesehnen-Transplantationen sind

eine anspruchsvolle und langwierige

Sache“, berichtet Dr. Kaivers von einer

mehrstündigen Operation. Über einen

neuen Sehnenkanal, gebildet durch einen

Tunnel aus Silikonstäben, wird die

Sehne in kleinster Detailarbeit wieder an

den Muskel angeschlossen. Dr. Kaivers

verweist auf den Fortschritt der Wissenschaft

und der mikrochirurgischen

Technik und lobt posthum den US-amerikanischen

Handchirurgen Harold Earl

Kleinert. Dieser entwickelte eine Methode,

mit der Sehnennähte nach der

Operation durch einen Gips mit Gum-


Dr. Peter Kaivers demonstriert, wo er

bei einer Speichenfraktur das Titan-

Implantat einbringen würde.

Die Beugesehne

Beugesehne

Bei einer sogenannten

Diskussionsfraktur kommen

Mittelhandimplantate zum Einsatz.

Fingerknochen

Ringbänder

miband regelmäßig hin und her bewegt

werden können. Durch die dynamischen

Bewegungen werden Verwachsungen

verhindert und eine gute Funktion wiederhergestellt.

„Für diese Entdeckung

hätte Kleinert eigentlich den Nobelpreis

verdient“, findet Kaivers.

Spezialisten für Handverletzungen

Der Leitende Chirurg und sein Team sind

neben Beugesehnen-Transplantationen

auch auf Erkrankungen der Handgelenke

sowie auf hand- und fußchirurgische

Verletzungen in fortgeschrittenen Stadien

spezialisiert. Der Großteil der 800 bis

1.000 Operationen der Klinik entfällt auf

die Versorgung von Frakturen der Hände

und Füße.

Mittelhand- wie Mittelfußfrakturen

werden in der Regel mithilfe von kleinen,

etwa 2 mm dicken Titanplättchen

und passenden, 1,5 bis 2 mm starken

Schrauben gerichtet. Plättchen aus Titan

haben den Vorteil, dass der Patient

vom ersten Tag nach der Operation an

mit einer Bewegungstherapie beginnen

kann. Bei Kindern und Jugendlichen

werden Drähte eingesetzt, weil Platten

das Wachstum der betroffenen Körperteile

beeinträchtigen könnten. Werden

sie in den Knochen eingebracht, müssen

die Hände einige Wochen ruhiggestellt

werden. Die Drähte werden hinterher

wieder entfernt, was bei Platten nicht

notwendigerweise der Fall ist.

„Handchirurgie ist wie Uhrmacherei“

Wie wichtig die Hände sind, wird vielen

Patienten erst durch eine Verletzung so

richtig bewusst. Der erfahrene Handchirurg

verweist auf den Homunkulus,

der die Repräsentation einzelner Körperteile

auf die Großhirnrinde darstellt.

„Die Repräsentanz der Hände auf der

Großhirnrinde nimmt sehr viel Raum

ein“, referiert der Handchirurg. „Jeder

braucht seine Hände. Deshalb ist es

wichtig, sie nach einer Verletzung bestmöglich

wiederherzustellen.“

Seine Aufgabe sieht Kaivers darin, feinste

Strukturen unter mehrfacher Vergrößerung

sauber darzustellen und zu

reparieren – und das mit Perfektion.

„Handchirurgie ist wie Uhrmacherei“,

meint der Essener Mediziner, der „die

Frickelarbeit“ an seinem Job und das

gute Gefühl, einem Menschen geholfen

zu haben, liebt. Er freut sich, dass Patienten,

die mit nicht funktionierenden

Fingern zu ihm kamen, ihre Verletzungen

hinterher kaum noch wahrnehmen. So

wie der südamerikanische Kunsthandwerker,

dessen Hand nach der OP wieder

fast wie neu war. „Ein kleines Defizit

bleibt immer. Wie vorher wird es nicht

wieder“, räumt Kaivers zwar ein. „Die

Einschränkung wird im Alltag aber kaum

bemerkt“, ist er sich sicher.

Ihre Fachklinik vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Chirurgische Klinik II - Orthopädie

und Unfallchirurgie, Hand- und

Fußchirurgie

Dr. Peter Kaivers

Leitender Arzt

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 3100

Mail: p.kaivers@kk-essen.de

Philippusstift

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3201

Mail: c.eicker@kk-essen.de

Gesund in Essen


Vorbereitung auf die Visite:

Prof. Dr. Robert Wammack macht sich

mit einer Patientenakte vertraut.

Katholisches Klinikum Essen

nimmt erstes Nierensteinzentrum

im Ruhrgebiet in Betrieb

Seit Oktober verfügt das Katholische

Klinikum Essen über ein neues Nierensteinzentrum

– das erste seiner Art

im Ruhrgebiet. Angeboten wird 24 Stunden

pro Tag an 365 Tagen im Jahr das

gesamte Spektrum der Nierenstein-

Therapie. Auch für Notfall-Patienten,

die mit einer Nierenkolik kommen und

innerhalb kürzester Zeit behandelt werden

müssen, ist das Zentrum bestens

gerüstet.

Ein krampfartiger Schmerz, der wellenförmig

von der Flanke durch die Leistengegend

zieht: Nierenkoliken sind Betroffenen

zufolge noch deutlich heftiger als

Geburtswehen. „Eine Nierenkolik verursacht

mit die schlimmsten Schmerzen,

die ein Mensch erleiden kann“, bestätigt

Prof. Dr. Wammack, Leitender Arzt der

Klinik für Urologie und Neurourologie

am Katholischen Klinikum Essen.


Gesund in Essen

Nierensteine sind dem Professor zufolge

bundesweit eine der häufigsten urologischen

Erkrankungen. Insgesamt wurden

am Katholischen Klinikum Essen

im vergangenen Jahr 800 Nierenstein-

Patienten stationär und 1.200 ambulant

behandelt – Tendenz steigend. Eine Altersgrenze

gibt es nicht. Jugendliche

können genauso betroffen sein wie Senioren

und Kinder. Einzig die Ursachen

unterscheiden sich: Liegen bei Kindern

überwiegend Stoffwechselerkrankungen

zugrunde, sind es bei älteren Menschen

Bettlägerigkeit und Immobilität.

Wohlstandskrankheit

mit fatalen Folgen

„Seit Jahren beobachten wir am Katholischen

Klinikum Essen eine stetige Zunahme

der Patientenzahlen“, sagt der

Professor. Gründe dafür sieht er zum einen

in der hohen Expertise seiner Abteilung

und zum anderen in immer weiter

steigenden Krankenzahlen. Er spricht

von einer Wohlstandskrankheit, die häufig

auf Ernährung, zum Beispiel zu viel

Fleisch oder salzhaltiges Essen und

schlechte Trinkgewohnheiten, zurückzuführen

ist. „Viele müssen sich zwingen zu

trinken und bewusst daran denken, weil

sie keinen Durst empfinden“, erklärt der

erfahrene Urologe. Bei mehr als 80 Prozent

der Patienten seien Nierensteine

darüber hinaus anlagebedingt. Zuweilen

würden Stoffwechselerkrankungen, zum

Beispiel eine Überfunktion der Nebenschilddrüse,

zugrunde liegen.

Tückisch: Die meisten Betroffenen merken

nicht, dass sie unter Nierensteinen

leiden. „Die Krankheit verläuft in der Regel

ohne Symptome, solange die Steine

in der Niere bleiben“, erklärt der Mediziner.

Das kann fatale Folgen haben: Wenn

Nierensteine in den Harnleiter wandern,

sei bereits nach Stunden die Funktionsfähigkeit

der Niere eingeschränkt. „Nach

einigen Tagen kann der Funktionsverlust

eintreten“, so Wammack, der von einer

Kolik spricht, wenn Nierensteine in den

Harnleiter wandern.


Röntgen mit geringster

Strahlenbelastung

Damit es nicht so weit kommt, bieten

Prof. Wammack und sein Team am Katholischen

Klinikum Essen ausnahmslos

alle Verfahren an, um Nierensteine zu

behandeln – sowohl akut im Notfall als

auch für Patienten, die chronisch darunter

leiden und planmäßig eine Operation

durchführen lassen. „Die Behandlungsabläufe

am neuen Nierensteinzentrum

sind so strukturiert, dass Patienten

schnell behandelt werden und – im

besten Fall – das Krankenhaus ebenso

schnell wieder verlassen können“, sagt

der Leitende Arzt. Operationen finden

dank modernster Verfahren ohne Einschnitte

in die Haut statt, sodass die

meisten Patienten bereits ein bis zwei

Tage nach dem Eingriff beruflich wieder

einsatzfähig sind.

Je kleiner die Steine, desto leichter sei

die Therapie, meint der Professor. Ein

Schema X gebe es allerdings nicht. Für

jeden müsse individuell abgestimmt

werden, was der erfolgversprechendste

Weg sei. In der Regel erfahren Patienten

durch eine Routineuntersuchung

per Ultraschall beim Hausarzt, dass sie

möglicherweise unter Nierensteinen leiden.

Im Nierensteinzentrum wird dieser

erste Verdacht mithilfe eines hochmodernen,

digitalen Röntgengerätes, das

speziell für die Steintherapie entwickelt

wurde, überprüft. „Das Gerät produziert

so wenig Strahlung, dass auch Kinder

damit diagnostiziert werden dürfen“,

betont Prof. Wammack. Das sei, besonders

nach den kürzlich überarbeiteten

und gesetzlich begrenzten Referenzwerten

für Röntgenanwendungen, nicht

in allen Krankenhäusern der Fall. Viele,

vor allem ältere Geräte, dürften seither

nicht mehr benutzt werden.

Nach zwei Tagen wieder

am Arbeitsplatz

Neben dieser hochmodernen Anlage zur

Diagnostik verfügt das Nierensteinzentrum

über drei verschiedene Laser, mit denen

kleine bis große Steine zertrümmert

und anschließend ausgespült werden.

Für Eilige empfiehlt Prof. Wammack eine

Harnleiter-Nierenspiegelung, die minimalinvasiv,

aber unter Narkose durchgeführt

wird. Steine könne auf diese Weise

problemlos in der Niere zertrümmert

werden. Patienten sitzen im Idealfall zwei

Tage später wieder am Arbeitsplatz.

Spiele Zeit keine Rolle, sei eine äußere

Stoßwellentherapie sinnvoll, so Prof.

Wammack. Innerhalb von mehreren Sitzungen

werden die Steine über die Haut

von außen mit Schallwellen zerstoßen.

Dafür sind zwar mehrere Tage notwendig,

der Patient kann allerdings auf eine

Narkose verzichten.

In einem dritten Verfahren, das dem

Mediziner zufolge nicht so häufig wie

die Harnleiter-Nierenspiegelung zur

Anwendung kommen muss, werde die

Steinmasse per Schlüsselloch-Chirurgie

operativ zertrümmert und dann

abgesaugt. Das ist notwendig, wenn die

Steinmenge bereits so groß ist, dass sie

sich nicht mehr über den Harnleiter ausspülen

lassen würde. Offene Operationen

zur Entfernung von Harnleiter- oder Nierensteinen

sind durch den Einsatz der

genannten minimal-invasiven Verfahren

an spezialisierten Zentren eine absolute

Seltenheit geworden.

Nierensteine

Nierensteine sind in unserer Wohlstandsgesellschaft

eine weit verbreitete

urologische Erkrankung. Durch

ein Ungleichgewicht der verschiedenen

Salze im Harn entsteht eine

Kristallisation. Die daraus resultierenden

Steine werden nicht immer

von allein aus dem Körper gespült.

Wandern sie in den Harnleiter, kann

Nierenrinde

Nierenmark

Nierenpyramide

Nierenbecken

Nierenbeckenstein

Patienten mit Nierensteinen rät Prof.

Wammack, eine Therapie nicht allzu lange

vor sich herzuschieben. Zwar müsste

der Betroffene nach einem verdächtigen

Ultraschall beim Hausarzt nicht zwingend

sofort in ein Krankenhaus – aber

doch zeitnah. „Jeder Nierenstein sollte

behandelt werden“, sagt Prof. Wammack

und begründet: „Irgendwann begibt

er sich auf Wanderschaft, und meist

in einem sehr ungünstigen Moment, wie

zum Beispiel im Urlaub.“ Wer einmal

unter Nierensteinen gelitten hat, sollte

in regelmäßigen Intervallen von drei bis

vier Monaten einen Ultraschall seiner

Niere machen lassen. Nierensteine hätten

die unangenehme Eigenschaft, treu

immer wieder aufzutreten, wenn sie sich

einmal wohl gefühlt hätten.

Lesen Sie auch das Interview

mit Prof. Wammack auf Seite 8

das starke Schmerzen verursachen.

Sind die Steine zu groß, bleiben sie

im Harnleiter stecken. Urin fließt

nicht mehr ab und staut sich bis in

die Niere. Das wiederum kann innerhalb

weniger Tage die Niere außer

Gefecht setzen oder gar eine lebensbedrohliche

Blutvergiftung zur Folge

haben.

Kelchstein

Kelchhalsstein

Nierenarterie

Nierenvene

Harnleiterstein

Harnleiter

Gesund in Essen


Prof. Dr. Robert Wammack

mit Pflegerin Astrid Richter.

„Von jetzt auf gleich auf Notfälle reagieren“

Prof. Dr. Robert Wammack über steigende Patientenzahlen und Not-Operationen

Ihre Fachklinik vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Nierensteinzentrum Essen

Klinik für Urologie und Neurourologie

Prof. Dr. Robert Wammack

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 4028

Mail: info@nierensteinzentrum-essen.de

Warum war es nötig, ein Nierensteinzentrum

zu gründen?

Prof. Wammack: Jährlich kommen

immer mehr Patienten mit Nierensteinen

zu uns. Darunter sowohl Patienten

mit chronischen Leiden als

auch akute Fälle mit Koliken. Um

alle Patienten in der notwendigen

Qualität und mit möglichst geringer

Verzögerung behandeln zu können,

sind gewisse Standards notwendig.

Die haben wir bereits in unseren Alltag

integriert und wollen sie jetzt noch

weiter ausbauen und fokussieren, damit

wir auch in Zukunft der steigenden Zahl

der Fälle gerecht werden und trotzdem

von jetzt auf gleich auf Notfälle reagieren

können.

Warum kommen jährlich immer mehr

Patienten zu Ihnen?

Prof. Wammack: Wir sind ein Team, das

sich seit Jahren auf Nierensteine spezialisiert

und können mit viel Erfahrung

und dem höchsten Grad an Expertise

punkten. Die ist schon allein für die

Handhabung der Geräte und Instrumente

notwendig. Der Harntrakt ist

ein äußerst empfindlicher Bereich.

Wir können auch kurzfristig eine

Not-OP einplanen. Das fällt vielen

Häusern schwer. Außerdem führen

wir selbst Steinanalysen durch. Das

Nierensteinzentrum verfügt über ein

Labor, über ein eigenes Röntgengerät

und über Laser, die immer besser und

effektiver werden, ohne Kollateralschäden

im Körper anzurichten. Auch

unsere Mitarbeiter sind dank regelmäßiger

Fortbildungen und Schulungen

stets auf dem aktuellsten Stand eines

sich rasant wandelnden Fachgebiets.

Das alles ist für den Patienten sehr

wertvoll.

© Richard Wolf

Foto links:

Modernste Geräte für die Stoßwellentherapie:

Im Nieresteinzentrum des

Katholischen Klinikums Essen können

Nierensteine ohne operativen Eingriff

zertrümmert werden, um deren Ausscheidung

auf natürlichem Wege zu

ermöglichen.


Gesund in Essen


„Der Patient ist ein entscheidendes

Glied in der Behandlungskette“

Seit 1. September ist Rainer Voss AOK-Regionaldirektor für Essen-Mülheim. Der 57-jährige Familienvater und begeisterte Anhänger

des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen steht seit 40 Jahren im Dienst der AOK und war unter anderem bereits Regionaldirektor

für Duisburg. Im Interview mit dem neuen Marketingleiter des Katholischen Klinikums Essen, Stefan Mattes, spricht er

über seine Ziele, den Gesundheitsstandort Essen und mündige Patienten.

Herr Voss, wo sehen Sie die Stärken

des Gesundheitsstandortes Essen?

Und worin liegt Ihrer Meinung nach die

(größte) Herausforderung?

Rainer Voss: Es ist wirklich selten und

eine Besonderheit, dass hier in Essen

so ein lebendiges Netzwerk

besteht, über das viel Gemeinsames

realisiert wird. Und das

trotz der wachsenden Wettbewerbssituation

untereinander,

in der auch hier die Krankenhäuser

stehen. Bei uns sprechen

die Ärzte noch miteinander

und tauschen sich fachlich

aus. Man findet überall offene

Türen. Insofern besteht die

eigentliche Herausforderung

vor allem darin, dieses Angebot

an die Frau und an den

Mann zu bringen. Überlegen

Sie beispielsweise, welche Versorgungsdichte

mit welchen

medizinischen Angeboten wir

hier vorhalten. Das ist ziemlich

einzigartig, aber bisher kaum

einem wirklich klar geworden.

Welche Themen möchten Sie

als neuer Regionaldirektor anpacken?

Gibt es ein Ziel oder

Thema, das Ihnen ganz persönlich

am Herzen liegt?

Rainer Voss: Da möchte ich

drei Punkte nennen: Kundenservice,

Standortstärkung und

Konzentration auf neue Medien

wie Facebook, Twitter, aber auch E-Mail-

Kommunikation. Für unseren Facebook-

Auftritt haben wir erst ein Redaktionsteam

aufgestellt. Weiter möchten wir

eine Online-Geschäftsstelle einrichten.

Wir haben in Essen ein Telefon-Zentrum.

Aber wir brauchen auch ein E-Mail-Zentrum.

Der Kunde muss den Effekt spüren,

dass er schreibt und zeitnah eine

Antwort bekommt.

Wie verändert sich die Rolle des Patienten

in der Gesundheitsvorsorge und

-versorgung? Trägt der Patient zukünftig

eine größere Mitverantwortung beim

Erhalt seiner Gesundheit?

Rainer Voss: Was die Rolle des Patienten

betrifft, unterscheidet dieser immer mehr

zwischen dem ärztlichen Bereich und dem

nicht-medizinischen Bereich und stellt hier

wie da Ansprüche. Die Belegung der Zimmer

entwickelt sich zu immer kleineren

Einheiten. Faktoren wie Service und Essen

bekommen eine wachsende Bedeutung.

Was ihren Part in der Gesundheitsversorgung

betrifft, müssen die Patienten

erkennen, dass es ausreichende und gute

Vorsorgeangebote gibt. Sie müssen diese

in Anspruch nehmen, weil es die notgedrungene

Konsequenz ist, dass das, was

früh erkannt wird, erfolgreicher behandelt

werden kann: Zum Beispiel das Thema

Prostatakrebs-Vorsorge. Hier ist Früherkennung

so entscheidend, aber Männer

sind Vorsorgemuffel. Darum will ich damit

ins Stadion zu Rot-Weiß Essen, wir müssen

einfach ein Bewusstsein dafür schaffen.

Vorsorge kann sehr viel leisten, aber

nur, wenn die entsprechenden

Angebote angenommen werden.

Stichwort „Mündiger Patient“:

Wie bewerten Sie in diesem

Zusammenhang die Patientenhochschule

des KKE sowie die

von beiden organisierten Informationsveranstaltungen?

Rainer Voss: Solche Veranstaltungen

sind neben ihrem Informationsgehalt

vor allem als

vertrauensbildende Maßnahmen

ungeheuer wichtig. Der Patient

ist ein entscheidendes Glied in

der Behandlungskette, in der

ihm eine aktive Rolle beim Heilungsprozess

zukommt. Voraussetzung

dafür ist eine Kommunikation

auf Augenhöhe zwischen

Arzt und Patient. Dazu trägt die

Patientenhochschule in wesentlichem

Maße und auf vorbildliche

Weise bei. Ich selbst halte dort

– wie bereits mein Vorgänger als

Stellvertreter der AOK – regelmäßig

Vorträge, zum Beispiel über

die Unterschiede gesetzlicher

und privater Krankenkassen bzw.

Krankenversicherungen.

Herr Voss, vielen Dank

für das Gespräch.

Das Interview führte: Stefan Mattes,

Marketingleiter des Katholischen

Klinikums Essen

Gesund in Essen


Förderverein bringt Steine ins Rollen

Spray-Aktion am Parkhaus, neue Bücher für die Bibliothek oder die Gewinnung von Vorlesepaten: Der Förderverein des Katholischen

Klinikums Essen setzt sich für alles ein, was Gesundheit und Wohlbefinden der Patienten und Klinikverbundenen jenseits

der medizinischen Betreuung verbessert – und macht das Klinikum damit zu weit mehr als einer medizinischen Versorgungsstätte.

Mit Sprühdosen bewaffnet verwandeln

Schüler einen Schandfleck im Borbecker

Parkhaus in der Kraftstraße in ein ansehnliches

Kunstwerk. Statt Schmierereien

schmücken jetzt bunte Unterwasserlandschaften

die Parkhaus-Fassade.

„Wir wollen damit etwas für Borbeck und

die Klinikmitarbeiter tun, die diese Wand

jeden Tag anschauen müssen“, begründet

Susanne Asche, kommissarische

Vorsitzende des Vereins, die Spray-Aktion.

Nicht nur dort ist der Förderverein

aktiv. „Wir wollen nach Kräften dazu beitragen,

die Liegenschaften des Katholischen

Klinikums Essen ansehnlich zu

gestalten“, so die ehemalige Ratsfrau

der CDU in der Stadt Essen weiter, „damit

Mitarbeiter wie Patienten sich dort

auch wohlfühlen.“

Den Heilungsprozess fördern

10 Gesund in Essen

nik-Standorten Marienhospital Altenessen,

Philippusstift und St. Vincenz Krankenhaus.

„Der Förderverein unterstützt

begleitend die Arbeit im Krankenhaus

und sorgt dafür, dass Patienten ein Umfeld

vorfinden, das den Heilungsprozess

fördert“, erklärt Asche und bezieht sich

damit in materieller Hinsicht auf alles,

was durch die staatliche Krankenhausfinanzierung

nicht ausreichend abgedeckt

ist. Gesetzliche Vorgaben allein reichten

nicht aus, um den Bedürfnissen rundum

gerecht zu werden. „Medizinisch vielleicht“,

meint die ehemalige Ratsfrau,

„aber menschlich an manchen Stellen

leider nicht. Der Mensch ist keine Maschine

und Gesundheit ein ganzheitlicher

Prozess.“

Gerade für ältere Menschen sei es ihr

„ganz wichtig, dass die medizinische

Versorgung durch Kliniken auch in den

Stadtteilen erhalten bleibt“, spielt die

Vorsitzende auf bundesweit drohende

Schließungen kleinerer Krankenhäuser

an. „Ich bin Borbeckerin und aus per-

Seit seiner Gründung im Jahr 1988 unterstützt

der Verein „Freunde und Förderer

des Katholischen Klinikums Essen

verschiedene Projekte an den drei Klisönlichen

Gründen auch dem Marienhospital

in Altenessen sehr verbunden.“

Als Einheimische habe sie schon immer

für das Krankenhausangebot vor Ort gekämpft

– und stellt dem Katholischen

Klinikum Essen mit dem Verbund der

drei Einrichtungen eine „sehr, sehr gute

Zukunftsperspektive“ aus.

Mit Herzblut

Mit Herzblut plant der Förderverein

schon die nächsten Projekte. So sollen

die Mikrofonanlagen in den Vortragsräumen

verbessert, der Einsatz der

Vorlese-AG durch einheitliche T-Shirts

gestärkt und die Angebote der Patientenbibliothek

und Patientenhochschule

erweitert werden, damit dort aktuelle

Medien zur Verfügung stehen. Neben

dem Parkhaus in der Kraftstraße müssten

Asche zufolge auch der Hofbereich

in Altenessen und die Sitzecke für die

geriatrische Station erneuert sowie

mittelfristig die Patientengärten neu

gestaltet werden.


Rechts: Vereins-Vorsitzende Susanne

Asche in der hauseigenen Bibliothek, die

der Förderverein regelmäßig aufstockt.

Links: Kaffeepause in der Lounge.

Auch auf der Wahlleistungsstation hat

sich der Förderverein für das Wohlbefinden

der Patienten stark gemacht.

Mit Ehrenamt, Engagement

oder Mitgliedschaft helfen

Für die Zukunft wünscht sich die Borbeckerin,

dass der Förderverein weiter

wächst und noch mehr Unterstützung

erhält. Ein wichtiges Fundament

könnten potenzielle Helfer schon durch

eine reine Mitgliedschaft legen, die für

Privatpersonen 50 Euro und für Organisationen

und Unternehmen 125 Euro

pro Jahr beträgt. „Wer möchte, kann den

Jahresbeitrag natürlich gern freiwillig

erhöhen oder uns mit Spenden unterstützen,

die steuerlich absetzbar sind“,

sagt Asche. Darüber hinaus könne sich

jeder, der möchte, auch ehrenamtlich

engagieren, wo Arbeit notwendig sei.

Mitglieder des Fördervereins profitieren

von zahlreichen Angeboten, wie beispielsweise

Vorträgen, Informationen

über Prävention und Präventionsangebote

sowie Ausflügen mit anderen

Mitgliedern. Nächstes Highlight ist beispielsweise

ein Besuch in der Steinbeis-

Hochschule Essen-Kupferdreh, wo die

Teilnehmer sich über neueste Entwicklungen

und medizinische Standards informieren

können.

Werden Sie Mitglied!

Wenn Sie das Katholische Klinikum unterstützen

und auch Mitglied im Förderverein

werden möchten, schneiden Sie

die ausgefüllte Beitrittserklärung aus

und schicken sie an die nachfolgend angegebene

Adresse.

Ihr Förderverein

vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Verein der Freunde und Förderer

des Katholischen Klinikums

Essen e. V.

Susanne Asche

kommissarische Vorsitzende

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 607 428

Mail: aschesusanne@googlemail.com

Verein der Freunde und Förderer des Katholischen Klinikums Essen e. V.

Susanne Asche, Hospitalstraße 24, 45329 Essen, Fon: 0201 607 428, Mail: aschesusanne@googlemail.com

Beitrittserklärung

Ich/Wir erkläre(n) meinen/unseren Beitritt zum Verein der

Freunde und Förderer des Katholischen Klinikums Essen e. V.

mit sofortiger Wirkung.

Den Jahresbeitrag* von € ……………………………………

überweise(n) ich/wir auf das Konto Nr. 47 390 010 des Vereins

der Freunde und Förderer des Katholischen Klinikums Essen e. V.

bei der Bank im Bistum Essen eG (BLZ 360 602 95).

bitte(n) ich/wir widerruflich zu Lasten meines/unseres

nebenstehend angegebenen Kontos einzuziehen.

* Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt zur Zeit mindestens

50 € (für natürliche Personen) bzw. 125 € (für juristische Personen)

Bitte in Druckbuchstaben ausfüllen:

………………………………………………………………..................................................

Vorname, Name, Firma

………………………………………………………………..................................................

Straße, PLZ, Ort

………………………………………………………………..................................................

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Gesund in Essen

11


Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

bespricht sich mit Pflege-Stationsleiter

Gerhard Kellermanns.

Mit Lebenswille und

Motivation zu

alter Fitness

Eine falsche Bewegung, ein unglücklicher Sturz – und die Selbstständigkeit

im Alter ist dahin. Damit betagte Menschen nach einer Verletzung nicht

ins Heim müssen, bietet das Katholische Klinikum Essen eine geriatrische

frührehabilitative Komplexbehandlung an, die Patienten körperlich und

geistig wieder in ihren Urzustand versetzt.

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

kümmert sich gerne persönlich

um seine Patienten.

Es schellt an der Haustür, Hildegard

Schwarz* eilt zur Tür, stolpert und fällt

auf halber Strecke zu Boden. Glücklicherweise

trägt sie ihr Telefon um den

Hals und kann den Notarzt verständigen.

Der bringt sie ins Marienhospital

Altenessen, wo sie zunächst operiert

und dann in die Geriatrie verlegt wird.

Diagnose: Oberschenkelhalsbruch. Für

die 80-jährige, alleinlebende Frau eine

Katastrophe.

„Zu uns kommen Patienten mit Knochenbrüchen,

Herz-/Kreislauferkrankungen,

Gefäß- oder neurologischen

Erkrankungen“, berichtet Prof. Hans-

Georg Krengel, Leitender Arzt der Medizinischen

Klinik IV – Innere Medizin, Geriatrie

und Pulmologie am Katholischen

Klinikum Essen. „Wir wollen sie wieder

mobil machen und dafür sorgen, dass

das nächste Ereignis nicht gleich hinterherkommt.“

Im Jahr bundesweit rund

61,3 Milliarden Euro für Pflege

Die Zahl der Pflegebedürftigen in

Deutschland ist in den vergangenen Jahren

kontinuierlich gestiegen. Waren 1999

noch rund 2 Millionen Menschen pflegebedürftig,

verzeichnete das Statistische

12 Gesund in Essen

* Name von der Redaktion geändert


Bundesamt im Jahr 2013 bereits mehr

als 2,6 Millionen Pflegebedürftige. Am

meisten betroffen sind demnach Männer

und Frauen ab 70 Jahren. Die Ausgaben

für pflegerische Leistungen beliefen

sich 2014 auf rund 61,3 Milliarden Euro

– Tendenz steigend.

„Menschen werden immer älter, Pflege

und Betreuung sind kostspielig. Deshalb

ist die Altersmedizin ins Zentrum gerückt“,

sagt der auf dieses Gebiet spezialisierte

Professor. Mit aktivierender

Pflege, Ergo- und Physiotherapie sowie

ärztlicher Behandlung bereitet ein umfassendes

Team Patienten jenseits der

70 wieder auf ihren Alltag zu Hause vor.

Lang- oder auch Kurzzeitpflege wird damit

überflüssig.

„Wir sind für Rehabilitation statt Pflege“,

so Prof. Krengel. Statt Patienten durch

Freundlichkeit und Liebe ins Siechtum

zu befördern, hole er sie lieber in einen

geregelten Lebensalltag herein. „Unsere

Aufgabe sehe ich dabei darin, zu motivieren,

Multimorbidität zu erkennen,

zu behandeln und zu verhindern, dass

Patienten mehr Medikamente als nötig

einnehmen – Schlafmittel und Betablocker

können beispielsweise Ursache für

Stürze sein.“

Therapeutische Maßnahmen

und aktivierende Pflege

Vor allem auf das Motivieren legt der

Mediziner großen Wert und rückt therapeutische

Maßnahmen und aktivierende

Pflege in den Vordergrund. Jeder Patient

erhält zweimal pro Tag jeweils eine halbe

Stunde Physio- und Ergotherapie. Die

Pflege zielt darauf ab, mit Patienten zu

kommunizieren und selbstständiges Waschen,

An- und Ausziehen sowie regelmäßige

Bewegung zu unterstützen.

„Patienten, die zu uns kommen, waren

vor ihrer Erkrankung oder ihrem Unfall

überwiegend selbstständig“, sagt Pflege-Stationsleiter

Gerhard Kellermanns.

„Diesen Zustand von vorher wollen wir

mit unserem Konzept wieder erreichen.“

Als Beispiel nennt Kellermanns einen

Patienten mit Armverletzung. Mit gezielten

Übungen und Abläufen würden

Pflegekräfte und Therapeuten dem Verletzten

beibringen, wie er Bewegungen

so abstimmen könne, dass er im Alltag

nur wenig eingeschränkt sei.

Um das zu erreichen, sei die Verweildauer

deutlich länger als auf anderen Stationen.

„Normalerweise liegen Patienten

im Schnitt fünf Tage im Krankenhaus. Bei

uns sind es durchschnittlich 18“, berichtet

der Stationsleiter und erklärt: „Es macht

keinen Sinn, jemanden innerhalb von fünf

Tagen für den Alltag zu trainieren.“

Mit 104 Jahren noch Alleinversorger

Besonders imponiert hat Kellermanns

ein 104-jähriger Patient, der Anfang des

Jahres nach einer Kollision mit einer

Straßenbahn im Marienhospital verweilte.

Er war gerade auf seinem täglichen

Weg zum Mittagessen bei seiner Tochter,

als der Unfall geschah. „Ich finde es beeindruckend,

dass er sich in seinem Alter

noch selbst zu Hause versorgt hat“,

staunt der an der Zeche Zollverein ausgebildete

Schlosser, der 1993 zur Pflegekraft

umsattelte. Mit viel Lebenswille

und Motivation habe der Greis es geschafft,

wieder dort hinzukommen, wo

er vorher war: nach Hause.

Erfolg zeigt auch die Therapie von

Hildegard Schwarz. Nur wenige Tage

nach der Operation kann sie schon wieder

aufstehen und herumlaufen, wenn

auch noch etwas wackelig. Langsam

aber bestimmt setzt die alte Dame sich

in ihrem Bett auf, greift nach ihrem neben

dem Bett geparkten Rollator und

bewegt sich damit eigenständig ins Bad.

Bald wird auch sie wieder sicher Treppen

laufen und überschaubare Wegstrecken

zurücklegen können.

Ihre Fachklinik vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Medizinische Klinik IV – Innere Medizin,

Geriatrie und Pulmonologie

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Leitender Arzt

Marienhospital

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1900

Mail: h.krengel@kk-essen.de

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 1900

Mail: h.krengel@kk-essen.de

Gottes Gnade und

Cricket im Garten

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel hat

als Leitender Arzt der geriatrischen

frührehabilitativen Komplexbehandlung

fortlaufend mit alten Menschen

zu tun. Im Interview spricht er über

beeindruckende Patienten, seine

Auffassung von Luxus und darüber,

ob er hohes Alter für erstrebenswert

hält.

Gibt es Patienten, die Sie

beeindrucken?

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel: Ja.

Patienten, die durch ihre Krankheit

desolat zu uns kommen, in zwei bis

drei Wochen aber wieder in einen

Zustand kommen, wie sie ihn vor 20

Jahren hatten. Das macht uns allen

Mut. Oft sind die Patienten hinterher

sehr dankbar gegenüber Pflegern,

Ärzten, Gott und sich selbst.

Sie hatten kürzlich einen 104-Jährigen

in Behandlung. Ist es erstrebenswert,

so alt zu werden?

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel: Wenn

die Lebensqualität stimmt, ist hohes

Alter ein Segen. Dann können wir

auch 120 Jahre alt werden. Früher

wurde das als Gnade Gottes bezeichnet.

Kennen Sie das Lied „Haus am

See“ von Peter Fox? Er sehnt sich

danach, alt zu werden, im Garten zu

sitzen und seinen 100 Enkeln beim

Cricket spielen zuzusehen. Für mich

ist das Luxus: dass jeder mit guter

Gesundheit individuell sein Lebensziel

erreichen und Enkel und Urenkel

aufwachsen sehen kann. Die

Medizin macht es möglich und wir

werden sie weiter optimieren. Als

ich junger Arzt war, hat sich das medizinische

Wissen noch alle sieben

Jahre verdoppelt. Heute verdoppelt

es sich alle fünf Tage.

Lesen Sie auch das Interview

mit Dr. Hünefeld auf Seite 14

Gesund in Essen

13


„Schnittstellen zu

Verbindungslinien

machen“

© highwaystarz – fotolia.com

Welche Ziele der Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland (QVG NWD) verfolgt und wie

Patienten von der Mitgliedschaft des Katholischen Klinikums Essen im Qualitätsverbund profitieren –

darüber spricht die Vorstandsvorsitzende des QVG NWD, Dr. Daisy Hünefeld.

Was sind die Ziele des Qualitätsverbundes

Geriatrie Nord-West-

Deutschland?

Dr. Daisy Hünefeld: Ältere Patientinnen

und Patienten leiden oftmals

an mehreren Krankheiten gleichzeitig.

Bei der Versorgung kommt es daher

auf ein gelungenes Zusammenspiel

der beteiligten Partner aus dem ärztlichen,

pflegerischen und sozialen

Bereich an – also der Hausärzte,

Krankenhäuser, Therapeuten, Pflegedienste

sowie Seniorenheime. Die Beteiligten

müssen sich untereinander

abstimmen und qualitativ hochwertige,

umfassende Behandlungs- und

Versorgungsketten „aus einem Guss“

gewährleisten und weiterentwickeln.

An diesem Ziel arbeiten die mehr als

50 Mitglieder des Qualitätsverbunds

Geriatrie Nord-West-Deutschland. Auf

den Punkt gebracht: Wir wollen die

Schnittstellen, die es in der Versorgung

alter Menschen gibt, zu Verbindungslinien

machen.

Das Katholische Klinikum Essen

ist seit 2015 Mitglied im QVG –

welche Vorteile ergeben sich hieraus

für Patienten und deren Angehörige?

Dr. Daisy Hünefeld: Die enge Kooperation

zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen

Haus- und Fachärzten

sowie Senioreneinrichtungen im QVG

NWD bietet große Chancen zu einer Verbesserung

des Übergangs geriatrischer

Patienten von der ambulanten zur stationären

Versorgung und umgekehrt. Zudem

verpflichten sich alle Mitglieder, in

Medizin, Therapie und Pflege nach den

hohen Qualitätsvereinbarungen des Verbundes

zu arbeiten. Das wird auch überprüft.

Hinzu kommen ein umfangreiches

Fortbildungsprogramm und Hospitationsangebote

für Ärzte und Pflegende.

Dazu haben wir eigens eine Bildungsinitiative

gestartet, deren Evaluation vom

Land NRW gefördert wird. Der Verbund

bietet umfangreiche Möglichkeiten,

miteinander und voneinander zu lernen

– zum Nutzen der Patienten.

Kontakt

Qualitätsverbund Geriatrie

Nord-West-Deutschland (QVG NWD)

c/o St. Franziskus-Stiftung Münster

Dr. Daisy Hünefeld

Vorstandsvorsitzende

St. Mauritz-Freiheit 46

48145 Münster

Fon: 0251 270 7913

Mail: huenefeld@

st-franziskus-stiftung.de

14 Gesund in Essen


„Endlich ist mal jemand richtig

auf meine Krankheit eingegangen“

Schnelle Versorgung ohne stationären Aufenthalt: Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) an Krankenhäusern

hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Auch am Katholischen Klinikum Essen können Patienten von diesem

ambulanten Angebot profitieren. Für die 64-jährige Christa Sautter, die nach dem Tod ihres Mannes vor eineinhalb Jahren wegen

epileptischer Anfälle und zahlreicher Rückenblockaden regelmäßig stürzte, war der Besuch der Einrichtung nach langer

Leidensphase ein großer Glücksfall.

Ihre körperliche Schiefstellung fiel

Christa Sautter lange Zeit nicht auf – bis

sie immer häufiger das Gleichgewicht

verlor und sich verletzte. „An einem Tag

bin ich 18 Mal gefallen. Einmal habe ich

dabei ein Stuhlbein ins Auge bekommen“,

erinnert sich die Essenerin, die

sich regelmäßig mindestens blaue Flecken

zuzog und nicht mehr ohne Rollator

aus dem Haus ging. „Wenn Sie dann

als Krüppel bezeichnet werden, das tut

schon weh“, schluchzt die 64-jährige

und versucht mühsam, ihre Tränen zu

unterdrücken. Zahlreiche Ärzte habe sie

aufgesucht, niemand habe sie ernst genommen.

Stattdessen hörte sie immer

wieder: „Die Organe sind in Ordnung. Da

kann man nichts machen.“

Erleichterung brachte schließlich eine

Überweisung durch ihren Hausarzt ins

Medizinische Versorgungszentrum Essen-Nord-West.

„Dr. Gerhard hat sich

sehr lange mit mir unterhalten, sich alles

aufgeschrieben und mir schließlich

geholfen“, sagt Christa Sautter dankbar.

Epileptische Anfälle und zahlreiche Blockaden

in ihrem Rücken seien für die

Stürze und die Fehlhaltung verantwortlich.

„Er hat sich wirklich Mühe gegeben,

überlegt, was man machen kann und

einen Neurologen und Psychologen mit

einbezogen.“

In der physikalischen und rehabilitativen

Medizin im Borbecker MVZ werden Patienten

ganzheitlich therapiert, nicht nur

aus der Sicht einer einzelnen Fachrichtung.

Privatdozent Dr. Horst Gerhard,

Leiter des Bereichs Physikalische und

Rehabilitative Medizin am Borbecker

MVZ, nimmt sich Zeit für lange Gespräche

und Beratung. Für den Erstkontakt

plant der erfahrene Mediziner mindestens

eine Dreiviertelstunde ein.

„Wir greifen auf schon vorgenommene

Untersuchungen zurück und entwickeln

darauf aufbauend einen Rehaplan“, sagt

Dr. Gerhard. Unter anderem mit Ergound

Physiotherapeuten, Logopäden,

Neuropsychologen und in Absprache mit

dem Patienten selbst stellt er Ziele auf,

die Stück für Stück umgesetzt und deren

Fortschritte in regelmäßigen Teambesprechungen

kontrolliert werden.

Weitere notwendige Untersuchungen

könnten bei Bedarf noch am selben Tag

durchgeführt werden.

Christa Sautter ist durch die Therapie

zwar noch nicht geheilt: „Mein behandelnder

Physiotherapeut sagt, die vielen

Blockaden könnten nicht mit einem

Schlag, sondern nur in Etappen gelöst

werden“, so die Patientin, die ständig

auf ihre Haltung achtet. „Ich fühle mich

immer noch schmerzfreier, wenn ich

schief laufe.“ Sie stürzt aber nicht mehr

und kann immerhin kurze Strecken auch

schon an Krücken statt nur mit dem Rollator

laufen.

„Ich bin Dr. Gerhard sehr dankbar. Endlich

ist mal jemand richtig auf meine

Krankheit eingegangen und hat mich

nicht einfach mit einer Überweisung

abgespeist“, so die Rentnerin. Bis Weihnachten

hofft sie, nur noch an einem

Stock laufen zu müssen. „Ich würde an

meinen Wagen noch eine schicke Schleife

binden und ihn verschenken, wenn ich

ihn dann endlich los wäre“, lacht sie.

Mit Elan und Anstand:

Dr. Gerhard hilft einer betagten

Patientin auf die Beine.

Ihr MVZ vor Ort

Medizinisches Versorgungszentrum

Essen-Nord-West

Fachbereich für Physikalische

und Rehabilitative Medizin

Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 5000/5001

Mail: info@mvz-enw.de

Gesund in Essen

15


TV

Programm

Patientenfernsehen des Katholischen Klinikums Essen

Montag Dienstag Mittwoch

20.15 Nomaden der Lüfte

20.15 Herbstgold 20.15 Unsere Erde

KiK-TV, das Patientenfernsehen

des Katholischen

Klinikums

Essen, finden Sie in

allen Patientenzimmern

auf Programmplatz 1.

Die Sendungen gehen

oft fließend ineinander

über. Die Uhrzeiten sind

Richtwerte. Programmänderungen

vorbehalten.

Finanziert wird das

Patientenfernsehen

durch regionale Unternehmen,

die sich zwischen

den Sendungen

mit kurzen Filmen

präsentieren.

6.00

7.00

8.00

9.00

10.00

11.00

12.00

13.00

14.00

15.00

16.00

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Bambus Superfaser der Natur

Akupunktur Alte Heilkunst im

Vormarsch

Die Spurensucher

Soldaten und die Kunst

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Churubamba:

Frauen am Ball

Afrika Kilimandscharo · Die

herrliche Tierwelt rund um

den höchsten Berg Afrikas

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360°

Brasilien: Büffel auf Streife

Was ist was Wale und Delfine

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Afrika

Von Lissabon bis Dakar

Albinos Gesundheitsreportage

Indischer Ozean Im Paradies der

Korallengärten

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Australien Von Saigon

bis Sulawesi

Florida Seekühe

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Das Büro der Zukunft

Reportage

Gesundheit aus der Natur

Gesundheitsreportage

Die Spurensucher

Das vertauschte Kind

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Dagestan: Land

über den Wolken · Das höchste

Dorf Europas

Aldabra Die Arche Noah

der Riesenschildkröten

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360°

Miyako: Insel des langen Lebens

Was ist was Spinnen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Afrika Neue Hoffnung

für Westafrika

Bambus Superfaser der Natur

Kroatien Die Wasser von Plitvice

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Australien Ankunft in

Terra Australis

Afrika Kilimandscharo

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Cinque Terre Bedrohtes

Ökosystem

Homöopathie Das Geheimnis

der weißen Kügelchen

Die Spurensucher

Die geheimnisvolle Geliebte

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Das Dschungel-

Orchester · Ein Dorf in Südamerika

hat ein Barock-Orchester

Belize Verborgene Schätze

im Reich des Jaguars

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° New York: Die kleinste

Oper der Welt

Was ist was Pferde

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Afrika Südafrika –

das Land der Kontraste

Das Büro der Zukunft Reportage

Lanzarote Die Feuerberge

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essenn

Abenteuer Australien Känguruhs,

Wale und deutsche Siedler

Aldabra Riesenschildkröten

17.00

18.00

19.00

Informationen zu den

Katholischen Kliniken Essen

Auf der Suche nach dem Glück

Gesundheitsreportage

Abenteuer Afrika Von Lissabon

bis nach Dakar

Bleib fit Fitnessübungen rund

um´s Bett

Europas Urwälder Bayerns Wildnis

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Der innere Schweinehund

Gesundheitsreportage

Abenteuer Afrika Neue Hoffnung

für Westafrika

Bleib fit Fitnessübungen rund

um´s Bett

Europas Urwälder Wilde Karpaten

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Gemeinsam statt einsam

Gesundheitsreportage

Abenteuer Afrika Südafrika –

das Land der Kontraste

Bleib fit Fitnessübungen rund

um´s Bett

Europas Urwälder La Gomera

20.15

21.00

22.00

23.00

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Nomaden der Lüfte

Naturdokumentation · Der Film

folgt den Zugvögeln über die

Wüste, den Amazonas und an

die Kälte der Pole

Berlin Ecke Bundesplatz

Bäckerei im Kiez · Die Familie

Dahms betreibt seit 1980 eine

Bäckerei am Bundesplatz

Nüsse Gesunder Genuss oder

fette Sünde

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Herbstgold Die lebensbejahende

Geschichte von fünf Leichtatlethen.

Die größte Herausforderung

ist das Alter: Die Sportler sind

zwischen 60 und 100 Jahre alt

Berlin Ecke Bundesplatz

Die Aussteiger · Reimar Lenz und

Hans Ingebrand sind Einsteiger in

ein vernünftigeres Leben

Sardinien Insel der

Hundertjährigen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Unsere Erde Der Film ist eine

spektakuläre Naturdokumentation

übder das Wunder des

Lebens und die atemberaubende

Schönheit unserer Erde

Berlin Ecke Bundesplatz

Feine Leute · Von der wundersamen

Wandlung des Prominenten-Anwalts

Ulo Salm

Wenn Angst krank macht

Gesundheitsreportage

16 Gesund in Essen


Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

20.15 Soweit die Flügel tragen 20.15 Unsere Ozeane 20.15 Die wunderbare Welt

der Pilze

20.15 Sonne – Zukunftsenergie

und Wirtschaftsmotor

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Baumwolle Die Herausforderung

des weißen Goldes

Kampf dem Krebs

Gesundheitsreportage

Die Spurensucher

Insel der Ahnen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Kokos-Palme Der Baum des

Lebens

Die Kardiologen

Gesundheitsreportage

Die Spurensucher

Der Traum von Afrika

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Burnout als Chance

Gesundheitsreportage

Tiere helfen heilen

Gesundheitsreportage

Die Spurensucher Missionare

und Agenten

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Albinos

Gesundheitsreportage

Patient Auge

Gesundheitsreportage

Die Spurensucher

Dichtung und Wahrheit

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Die schwimmenden

Dörfer der Ha Long Bucht

British Columbia Im Reich der

Riesenkraken

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Oman: Die Rose

der Wüste

Was ist was Katzen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Die Teebahn von

Darjeeling · seit über 100 Jahren

kämpft sich eine Dampflok die

steilen Berge des Himalaya hinauf

Die Alpen Der Steinadler

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Postbote im Himalaya ·

Postzustellung auf 4.000 m Höhe

Was ist was Haie

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Traumberuf Schäfer:

Herden an den Gipfeln der

Pyrenäen

Die Alpen Im Paradies der

Alpenseen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Russlands Zirkusschule

auf Tour

Willy will´s wissen Wer hat recht

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Vagabunden der

Wüste Gobi

Florida Die geheimnisvolle

Flusswelt der Seekühe

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Geo 360° Vom Klassenzimmer

in die Kalahari

Willy will´s wissen Wikinger

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Afrika Kruger Park

und Madagaskar

Cinque Terre Bedrohtes Ökosystem

Südaustralien Die Bucht der

vergessenen Haie

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Australien Faszination

Ayers Rock

Belize Im Reich des Jaguars

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Afrika Von Sansibar

bis zu den Seychellen

Baumwolle Die Herausforderung

des weißen Goldes

Sulawesi Regenwald und Korallen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Australien Tasmanien,

Sydney und Singapur

British Columbia Riesenkraken

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Arktis Von Island

zum Polarmeer

Kokos-Palme Der Baum des

Lebens

Tasmanien Reich der Seedrachen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Amazonas Start

Richtung Südamerika

Die Alpen Der Steinadler

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Arktis Spitzbergen,

Nordkap und die Fjordwelt

Burnout als Chance

Gesundheitsreportage

Portugal Von Fatima zur Algarve

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Abenteuer Amazonas

Das Land der 10.000 Flüsse

Die Alpen Alpenseen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Chronische Schmerzen

Gesundheitsreportage

Abenteuer Afrika Kruger Park

und Madagaskar

Bleib fit Fitnessübungen rund

um´s Bett

Europas Urwälder Lappland

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Island Insel der Naturgewalten ·

Island ist de größte Vulkaninsel

der Welt

Soweit die Flügel tragen

Naturdokumentation

Berlin Ecke Bundesplatz

Mütter und Töchter · Marina Storbeck

wollte alles anders machen

als ihre Mutter

Yoga Der Ruf der Stille ·

Gesundheitsreportage

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Kraftquelle Schlaf

Gesundheitsreportage

Abenteuer Afrika Von Sansibar

bis zu den Seychellen

Bleib fit Fitnessübungen rund

um´s Bett

Europas Urwälder Wisente

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Unsere Ozeane Eine faszinierende

Dokumentation mit atemberaubenden

Bildern über die Bewohner

der Weltmeere

Berlin Ecke Bundesplatz

Schornsteinfegerglück · Zwei

junge Männer werden Schornsteinfeger

Microfinance Kredite für

die Armen

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Volkskrankheit Rheuma

Gesundheitsreportage

Abenteuer Arktis Von Island

zum Polarmeer

Bleib fit Fitnessübungen rund

um´s Bett

Quarks & Co. Warum

sterben die Bienen?

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Die wunderbare Welt der Pilze

Überraschende Einblicke in die

erstaunliche Welt der Pilze

Als wären sie nicht von dieser

Welt Doku über Schleimpilze

Berlin Ecke Bundesplatz

Vater, Mutter, Kind · Gerhard Rehbein

ist U-Bahn-Abfertiger, seine

Frau Helga die quirlige Hausfrau

Bogenschießen Der Flug des

Pfeils

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Volkskrankheit Diabetes

Gesundheitsreportage

Abenteuer Arktis Spitzbergen,

Nordkap und die Fjordwelt

Bleib fit Fitnessübungen rund

um´s Bett

Quarks & Co. Warum werden

unsere Kinder immer dicker?

Informationen zum

Katholischen Klinikum Essen

Fledermäuse Warte, bis es

dunkel wird

Königin für einen Sommer

Dokumentation über

Hummelvölker

Berlin Ecke Bundesplatz

Die Köpcke Bande · Niels

Köpcke hat zwei Berufe:

Sänger und Begräbnisredner

Sonne Zukunftsenergie und

Wirtschaftsmotor

Gesund in Essen

17


Dr. Winfried Berger:

„Von Patienten

wie Herrn Zaremba

kann ich viel lernen“

Trotz Lungenkrebs mit Metastasen im Kopf

und in der Leber denkt Lāszāk Zaremba noch lange

nicht ans Sterben. Der Essener lässt sich von seiner

Krankheit nicht unterkriegen – und macht sich damit

selbst für den Leitenden Arzt des Onkologischen

Zentrums am Katholischen Klinikum Essen,

Dr. Winfried Berger, zum Vorbild. Der hat eine

gute Nachricht für viele Krebskranke.

„In einer Stunde müssen wir fertig sein,

dann läuft Fußball“, witzelt Lāszāk Zaremba

zur Begrüßung. Der Mann mit

polnischen Wurzeln liebt es, seine Mitmenschen

zum Lachen zu bringen. Energie

und Lebensfreude lässt Zaremba

sich auch von einer niederschmetternden

Diagnose nicht nehmen. Der 56-Jährige

leidet an Lungenkrebs mit Metastasen

im Kopf und in der Leber. Die Nachricht

erhielt er im Frühling, ausgerechnet am

Geburtstag seiner Frau.

Pro Jahr erkranken 500.000 Menschen

Laut Krebsinformationsdienst erkranken

in Deutschland pro Jahr rund 500.000

Menschen neu an Krebs. Zwar seien die

Überlebenschancen und die Lebensqualität

deutlich besser als noch vor

zehn Jahren, dennoch ist die Krankheit

nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die

zweithäufigste Todesursache. 2014 starben

bundesweit rund 225.000 Menschen

daran.

Ein Allheilmittel existiert auch nach Jahrzehnten

der Forschung nicht. Die Gründe

dafür sieht Dr. Berger in der Komplexität

der Onkologie. „Wer sich vor Augen

führt, was in Bezug auf Entstehung und

Variationen der Krebserkrankungen für

ein Kosmos vor einem liegt“, so der Arzt,

„der versteht auch, warum es nicht eine

18 Gesund in Essen


Links: Dr. Winfried Berger prüft am

Computer die Ergebnisse aus dem Labor.

Rechts: Dr. Berger unterhält sich mit

seinem Patienten Lāszāk Zaremba.

Lösung geben kann, die Krankheit zu heilen.“

Störungen könnten auf allen denkbaren

und undenkbaren Ebenen auftreten.

Begünstigt werde Krebs vor allem durch

schädigende Umwelteinflüsse, genetische

Veranlagung und die Tatsache, dass Menschen

zunehmend älter werden.

Heilung vielfach möglich

Trotzdem sei eine Heilung vielfach möglich,

so die gute Nachricht des Leitenden

Arztes. Je früher der Tumor erkannt werde,

desto größer seien die Chancen auf

eine vollständige Genesung. „Im frühen

Stadium kann man den Krebs oft mit einer

Operation besiegen“, sagt Dr. Berger.

Im fortgeschrittenen Stadium werde mit

Medikamenten oder Chemotherapie der

gesamte Körper behandelt.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich Lungenkrebs

habe. Ich fühle mich nicht so“, meint

Zaremba. Seit seinem 50. Lebensjahr unterzog

sich der Kraftwerker berufsbedingt

regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Sechsmal waren die Leberwerte erhöht.

„Ich dachte, ich hätte zu viel Bier getrunken

und habe mir nichts weiter dabei

gedacht“, sagt der Mann, der bis zur Diagnose

in der Essener Müllverbrennungsanlage

gearbeitet hat. Im Frühling stellte

sein Hausarzt im Ultraschall schließlich

mehrere Lebermetastasen fest und überwies

ihn ins Krankenhaus.

Am Onkologischen Zentrum des Katholischen

Klinikums Essen beraten Ärzte

verschiedenster Fachrichtungen in wöchentlich

stattfindenden Tumorkonferenzen

darüber, was für jeden einzelnen

Patienten die beste Therapie-Form ist.

In einer bis eineinhalb Stunden wird von

Ärzten unterschiedlicher Fachbereiche,

zum Beispiel der Gastroenterologie,

der Onkologie, der Radiologie und der

Chirurgie, über jeden Patienten mit einer

neuen Krebsdiagnose oder einer

einschlägigen Veränderung des Krankheitsbildes

debattiert und gemeinsam

nach einer Lösung gesucht.

Zweitmeinung inklusive

„Am Ende steht ein Beschluss der Tumorkonferenz,

dem wir uns verpflichtet

fühlen und den wir dem Patienten als

Empfehlung ans Herz legen“, sagt PD

Dr. Olaf Guckelberger, Leitender Arzt

der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie am Katholischen Klinikum

Essen und Teilnehmer der Konferenz.

Vorteil für den Betroffenen: Seine

Krankheit wird aus verschiedenen Perspektiven

beleuchtet, Zweitmeinung

inklusive. „Das Onkologische Zentrum

ist äußerst leistungsstark“, betont Dr.

Berger und verweist auf Kooperationen,

zum Beispiel mit dem Uniklinikum Essen

oder dem Strahlentherapiezentrum

in Gelsenkirchen. „Dadurch und durch

die Zusammenarbeit mehrerer Abteilungen

steht dem Patienten die gesamte

Fülle an Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.“

Wo Dr. Berger und seine Kollegen

dennoch an Grenzen stoßen, würden

sie offen damit umgehen und Betroffene

an entsprechend spezialisierte Kliniken

weiterempfehlen.

Den Tumor in Schach halten

Lāszāk Zaremba empfahl das Ärzteteam

am Onkologischen Zentrum eine

Bestrahlung des Kopfes und eine Chemotherapie

für die im Körper verteilten

Krebszellen, um den Tumor so lange

wie möglich in Schach zu halten. Laut

Dr. Berger geht es darum, Leben zu verlängern

und dabei eine möglichst hohe

Lebensqualität zu erhalten. „Seine Erkrankung

ist palliativ“, kategorisiert

der Mediziner, der den Krebs aber mit

neusten Therapieverfahren so lange wie

möglich zurückhalten möchte.

Die Therapie schlug laut Dr. Berger erstaunlich

gut an. Der Tumor im Kopf

ist fürs Erste beseitigt. Die schädlichen

Zellen in der Lunge und der Leber sind

eingedämmt. „Sobald der Tumor wiederkommt,

müssen wir ihn erneut behandeln“,

sagt der Leitende Onkologe, der

sich aber optimistisch zeigt, dass Lāszāk

Gesund in Essen

19


Zaremba noch einige glückliche Jahre

mit seiner Krankheit leben wird. Dreimal

Chemotherapie hat der 56-Jährige hinter

sich, die vierte folgt. „Wahrscheinlich können

wir danach eine mehrwöchige Pause

einlegen“, freut sich Dr. Berger über die

schnelle und positive Wirkung. Normal

wären bis zu sechs Mal Chemotherapie

mit einem Abstand von je drei Wochen.

Nach der Chemo:

70 Kilometer mit dem Rad

Schon nach der zweiten Chemotherapie

ist Lāszāk Zaremba wieder 70 Kilometer

mit dem Rad gefahren. Dass jemand

so positiv mit seiner Krankheit umgeht,

beeindruckt auch den Mediziner. „Von

Patienten wie Herrn Zaremba kann ich

viel lernen – zum Beispiel, wie man mit

Rückschlägen gut umgeht“, sagt Dr.

Berger, der sich auf Augenhöhe mit den

Patienten sieht und besonderen Wert auf

eine individuelle Behandlung legt. „So

einzigartig wie der Mensch ist auch seine

medizinische Situation. Dem versuchen

wir gerecht zu werden und für jeden die

geeignete Therapie zu finden.“

Neben einer individuell optimalen Behandlung

liegt Dr. Berger das Wohlbefinden

seiner Patienten am Herzen. Die

Basis sei das Zwischenmenschliche.

Deshalb nimmt er sich viel Zeit für die

Gespräche mit den Patienten und ihren

Angehörigen. Er organisiert klassische

Konzerte, die vom Obergeschoss der

Klinik auf die einzelnen Fernseher der

Patienten übertragen werden, zeigt stolz

den modernen XXL-Fernseher im Wohnzimmer

der Station und verweist auf die

angenehme Atmosphäre unter Ärzten

und Pflegern.

Die Basis ist das Zwischenmenschliche.

Deshalb nimmt Dr. Winfried

Berger sich viel Zeit für Gespräche mit

Patienten und Angehörigen.

Lebenstraum: Mit dem Schiff

von Hamburg nach New York

Zaremba weiß das zu schätzen – und

denkt noch lange nicht ans Sterben. Er

und seine Frau hätten gerade angefangen,

ihr Leben zu genießen. „Unser Haus

ist abbezahlt, ich habe einen festen Job

mit Option auf Altersteilzeit, wir unternehmen

Kreuzfahrten und ich habe mir

vor kurzem mein Traumauto gekauft“,

berichtet der Mann, dessen Leidenschaft

Sport, Reisen und schnelle Autos

sind. Eine Woche lang sei das Ehepaar

nach der Diagnose am Boden zerstört

gewesen. Jetzt versuchten sie nach vorn

zu blicken. Statt vom Ende spricht Zaremba

von langen Mountainbike-Touren,

Kreuzfahrtreisen und umgestellter Ernährung:

Honig statt Industrie-Zucker,

vorerst kein Bier und Bio-Obst statt jeden

Tag Fleisch. Er hofft, die Krankheit

soweit in den Griff zu bekommen, dass

er bald wieder reisen kann. Sein großer

Wunsch ist es, noch einmal mit dem

Schiff von Hamburg nach New York zu

fahren.

Ihre Fachklinik vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Onkologisches Zentrum

Medizinische Klinik III – Hämatologie

und Internistische Onkologie

Dr. Winfried Berger

Leitender Arzt

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 4742

Mail: w.berger@kk-essen.de

Ob Gastroenterologie, Pathologie,

Bauchzentrum oder niedergelassene

Ärzte: Die Onkologie am Katholischen

Klinikum Essen bündelt die Kompetenzen

verschiedener Fachabteilungen

– zugunsten der Erkrankten.

Dr. Winfried Berger, Leitender Arzt

des Onkologischen Zentrums, berichtet

von Individualität, gutem Miteinander

und seiner Rolle als Arzt.

„So einzigartig wie der

Mensch ist auch seine

medizinische Situation“

Was macht das Onkologische

Zentrum des Katholischen

Klinikums Essen besonders?

Dr. Winfried Berger: Neben einer

grundsoliden Medizin bieten wir

individuelle Betreuung an, gehen in

den persönlichen Dialog mit Patienten

und sehen die Erkrankten in

ihrer Gesamtkomplexität inklusive

Krankheitsgeschichte und Umfeld.

So einzigartig wie der Mensch ist

auch seine medizinische Situation.

Dem versuchen wir gerecht zu

werden und für jeden die geeignete

Therapie zu finden.

Sehen Sie sich in Ihrer Rolle als

Arzt manchmal auch als Tröster?

Dr. Winfried Berger: Ich kann die

Krankheit nicht wegdiskutieren.

Es hilft also nicht, wenn ich tröste.

Dennoch müssen Herz und Hand

als Arzt zusammengehen. Ich sehe

mich nicht außen vor, sondern auf

Augenhöhe. Wenn ich dem Patienten

auf dieser Ebene begegne,

entsteht ganz automatisch ein

gutes Miteinander. Mein medizinisches

Wissen sehe ich dabei als

Werkzeugkasten. Alles, was ich zur

Verfügung habe, kann ich anbieten.

Was der Patient daraus macht, entscheidet

er selbst.

20 Gesund in Essen


Wertschätzend, empathisch,

aber auch abgrenzend

Von der kirchlichen Jugendarbeit zur Klinikseelsorge: Thomas Derksen ist seit Anfang des Jahres am Katholischen Klinikum Essen

tätig. In einer ersten Bilanz spricht er über Ökumene, besondere Herausforderungen in der Psychiatrie-Seelsorge und Prägungen

durch seine Heimatgemeinde.

Erfahrungen in der Jugendarbeit seiner

Heimatgemeinde haben Thomas Derksen

nachhaltig geprägt. Noch heute erinnert

sich der Gelsenkirchener gern an

die „beeindruckenden Ordenspriester“,

die seinerzeit „großartige Arbeit in diesem

Bereich geleistet haben“. Damals

setzte sich bei ihm das dringende Bedürfnis

fest, später selbst als Seelsorger

in der Jugendarbeit tätig zu werden. Der

Plan ging nur teilweise auf: Derksen studierte

Katholische Theologie, ließ sich

zum Pastolalreferenten ausbilden und

aufgrund unterschiedlicher Vorerfahrungen

in der Arbeit mit kranken Menschen

vom Einstieg in die Klinikseelsorge

überzeugen. „Je mehr ich in diese

Richtung hinein wuchs, desto glücklicher

war ich über die Entscheidung“,

meint der 52-jährige heute.

Herausforderung Psychiatrie-Seelsorge

Am Katholischen Klinikum Essen konzentriert

er sich auf den Bereich Psychiatrie-Seelsorge

– für den Pastoralreferenten

ein Feld mit ganz besonderen

Herausforderungen: „Manche Personengruppen

werden von der Gesellschaft

stigmatisiert. Nach meiner Wahrnehmung

zählen auch psychisch kranke

Menschen dazu.“ Umso wichtiger sei

es ihm, in Gesprächen das richtige Gespür

zu finden. Derksen achte auf einen

respektvollen Umgang: wertschätzend,

empathisch, aber auch abgrenzend, um

die notwendige professionelle Distanz zu

wahren. Gleichzeitig forciert der Seelsorger

eine gute Zusammenarbeit und

detaillierte Abstimmungen mit Ärzten,

Therapeuten und Pflegenden aus der

Psychiatrie. Weil dort – anders als in anderen

medizinischen Bereichen – viele

therapeutische Gespräche geführt würden,

müsse klar die Grenze zur Seelsorge

gezogen werden. „Wenn Patienten mich

fragen, ob sie mit mir Dinge besprechen

könnten, über die sie mit anderen nicht

reden, bin ich manchmal in einer schwierigen

Situation“, räumt der unter Schweigepflicht

stehende Klinikseelsorger ein.

„Ich bin kein Psychotherapeut“, sagt er

und versucht zu vermeiden, „dass Themen

in das Seelsorgegespräch verlagert

werden, die eigentlich in den Bereich der

Therapie gehören.“ Wesentliches Merkmal

der Seelsorge ist für ihn die Spiritualität.

So spricht er nicht nur mit Patienten,

Angehörigen und Mitarbeitern

über ihre Ängste, Sorgen und Krisen,

sondern verknüpft diese Gespräche unter

Umständen auch mit Gebet, Gottesdienst

und Ritualen.

Menschen aller Konfessionen und

Weltanschauungen

Das Klientel am Katholischen Klinikum

Essen sei - wie in jedem anderen Kran-

kenhaus auch – bunt gemischt. „Auf

den Stationen begegnen Ihnen Menschen

aller Konfessionen und Weltanschauungen:

von evangelisch über katholisch

bis hin zu atheistisch“, erzählt

der Pastoralreferent. Dabei spiele die

Konfession des jeweiligen Seelsorgers

häufig keine so große Rolle, wenn es

darum gehe, einfach mal mit jemandem

zu reden. Er habe auch schon mit evangelischen

Patienten gebetet, wenn es

sich aus der Situation heraus ergeben

habe. Die Zusammenarbeit zwischen

der evangelischen und der katholischen

Klinikseelsorge beschreibt Derksen als

unkompliziert: „Wir tauschen uns untereinander

aus und springen schon mal

füreinander ein, wenn es nötig ist.“ Zum

Teil würden auch Gottesdienste ökumenisch

gefeiert.

Ihre Seelsorge vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Seelsorge

Thomas Derksen

Pastoralreferent

Philippusstift

Hüslmannstraße 17

45355 Essen-Borbeck

Fon: 0201 6400 1230

Mail: t.derksen@kk-essen.de

Das Philippusstift des

Katholischen Klinikums Essen

Gesund in Essen

21


Beckenbodenerkrankungen –

wenn die innere Mitte leidet

Er hält und trägt. Er verschließt und lässt locker. Und das ein Leben lang. Trotzdem wird vielen Frauen der Beckenboden erst

während einer Schwangerschaft richtig bewusst – in einer Lebensphase, die ihn stark beansprucht. Welche Erkrankungen

nach einer Geburt auftreten können und weshalb die Beckenbodengymnastik für Frauen so wichtig ist, erklärt Dr. Martin

Schütte, Leitender Arzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Katholischen Klinikum Essen.

Das Becken befindet sich unterhalb des

Bauches und oberhalb der Beine. Nach

unten hin wird es vom Beckenboden

abgeschlossen, der aus drei Schichten

Muskulatur besteht. Stützende Bindegewebsstrukturen

und Bänder halten die

Bauchorgane wie Blase, Darm und die

Gebärmutter an Ort und Stelle. Während

der Geburt öffnet sich der Beckenboden

so weit, dass sich das Kind seinen Weg

in die Welt bahnen kann. „Bei der Geburt

kann es allerdings vorkommen, dass

die Haltestrukturen geschwächt werden.

Harn- oder Stuhlinkontinenz sowie

Blasen- und Gebärmuttersenkung sind

mögliche Folgen“, sagt Dr. Schütte.

Der Beckenboden

Schambein

Scheide

Gebärmutter

Blase

Nicht jede Gebärmuttersenkung

ist behandlungsbedürftig

Nach einer natürlichen Geburt kann

es im gesamten Beckenboden zu einer

Senkung der Gebärmutter kommen.

Auch die Harnblase oder das Rektum

rutschen manchmal nach unten und sitzen

dann tiefer im Becken als gewöhnlich.

Zwischen 30 und 50 Prozent aller

Frauen sind im Laufe ihres Lebens von

22 Gesund in Essen

Enddarm

Beckenbodenmuskulatur

Steißbein

einer Beckenbodensenkung betroffen.

Belastende Symptome müssen sich

aber nicht zwangsläufig bei jeder Frau

einstellen; viele haben bei einer leichten

Gebärmuttersenkung keine Beschwerden.

Eine Behandlung ist nur im Fall einer

stärkeren Gebärmuttersenkung mit

spürbaren Symptomen nötig wie einem

unangenehmen Druck- oder Fremdkörpergefühl

im Beckenbodenbereich sowie

Störungen beim Wasserlassen.

Funktionsstörungen

einfühlsam behandeln

Belastende Folgen wie Harn- oder Stuhlinkontinenz

sind für Patientinnen oft

sehr bedrückend, ebenso die Neigung

zum Harnverhalt, wie sie bei stärkergradiger

Senkung vorkommt. „Viele betroffene

Frauen können nicht mehr wie

gewohnt ihrem Alltag nachgehen und

ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück“,

berichtet Frau Dr. Justine Speth,

die als Leitende Oberärztin zusammen

mit Dr. Schütte und dem Team der Frauenklinik

pro Jahr etwa 300 Frauen mit

Beckenbodenerkrankungen behandelt.

Am Katholischen Klinikum Essen werden

alle erforderlichen Untersuchungen

zur genauen Erkennung der Ursachen

von Inkontinenzerkrankungen und anderen

Blasenfunktionsstörungen in der

Regel ambulant durchgeführt. Hierbei

wird besonders auf ein einfühlsames

Vorgehen geachtet. „Erkrankungen des

Beckenbodens sind gut behandelbar.

Uns steht eine ganze Reihe von konservativen

Maßnahmen bis hin zu unterschiedlichen

modernen Operationsmethoden

zur Verfügung“, beruhigt die

erfahrene Oberärztin.

Individueller Untersuchungsund

Behandlungsplan

Jede Patientin erhält einen individuellen

Untersuchungs- und Behandlungsplan,

um nicht notwendige und doppelte Untersuchungen

zu vermeiden. Im Mittelpunkt

steht eine enge Zusammenarbeit

mit den betreuenden niedergelassenen

Fachkollegen. Die Klinik für Gynäkologie

und Geburtshilfe am Katholischen Klinikum

Essen arbeitet zudem Hand in Hand

mit Fachabteilungen wie der Urologie,

Neurologie, Physiotherapie und mit dem

Westdeutschen Magen-Darm-Zentrum.

Muskeltraining für die innere Mitte

Wie jeder Muskel, kann auch der Beckenboden

trainiert werden. „Die Beckenbodengymnastik

unter fachlicher Anleitung

ist eine der wichtigsten konservativen

Maßnahmen bei einer Beckenbodenerkrankung“,

betont Dr. Schütte. Die Gymnastik

mindert Inkontinenzbeschwerden

und fördert bei vielen Frauen ein positives

Körperempfinden. „Mit dem Beckenbodentraining

bieten wir Hilfe zur Selbsthilfe

– unter fachlicher Anleitung lernen

unsere Patientinnen effektive Übungen,

die sie dann auch zu Hause durchführen

können. Wir legen damit die Verantwortung

für die Gesundheit wieder ein Stück

weit in die Hände unserer Patientinnen.

Unserer Erfahrung nach hat das vielen

Frauen sehr gut getan“, zieht Dr. Schütte

positiv Bilanz.

Ihre Fachklinik vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Dr. Martin Schütte

Leitender Arzt

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1851

Mail: m.schuette@kk-essen.de


10 Minuten täglich:

Effizientes Beckenboden-Training

Eine schlechte Haltung, Übergewicht und viel Sitzen können die Beckenboden-Muskulatur schwächen und mit der Zeit

zu Harninkontinenz führen. Bei Frauen werden die Muskeln durch Schwangerschaft und Geburt zusätzlich beansprucht.

Ein Beckenbodentraining kann auch hilfreich sein bei bereits bestehender Blasenschwäche, Darmschwäche und Übergewicht.

Schon 10 Minuten tägliches Training stärken die Beckenboden-Muskulatur spürbar und helfen, Problemen

vorzubeugen oder Beschwerden zu lindern.

Legen Sie sich auf den Rücken und stellen Sie die Beine

schulterbreit auf. Spannen Sie nun die Beckenboden-

Muskulatur an und heben Sie Ihr Becken, sodass Oberschenkel

und Oberkörper eine Linie bilden. 10 Sekunden

halten, 10 Mal wiederholen.

Legen Sie sich auf die Seite, legen Sie den unteren Arm

unter den Kopf, der obere Arm steht vor der Brust. Die

Beine liegen aufeinander. Drücken Sie nun die Fersen

aufeinander und heben Sie das obere Knie an. Dabei

atmen Sie aus, halten die Position einen Moment und

schließen die Beine beim Einatmen wieder. 15 Mal wiederholen.

Knien Sie sich hin und stützen Sie sich auf Ihre Arme.

Die Füße und Zehen werden nach hinten ausgestreckt.

Heben Sie die Knie nun langsam vom Boden ab und atmen

Sie dabei gleichmäßig aus. Der Rücken bleibt gerade.

Halten Sie die Spannung einen Moment und senken

Sie dann den Körper in die Ursprungsposition ab.

15 Mal wiederholen.

Gezieltes Beckenbodentraining gegen Inkontinenz

Inkontinenz nach Schwangerschaft

– was Frauen dagegen tun können,

erläutert Prof. Dr. Ursula Peschers,

Mitglied im Expertenrat der Deutschen

Kontinenz Gesellschaft.

Mit welchen Methoden wird die

Harn- oder Stuhlinkontinenz in der

Regel therapiert?

Prof. Ursula Peschers: Die wichtigste

Methode ist ein gezieltes Beckenbodentraining.

Dabei werden die Patientinnen

von speziell ausgebildeten

Physiotherapeutinnen behandelt.

Inkontinenz kann in manchen Fällen

mit speziellen Reizstromgeräten gelindert

werden. Auch der Einsatz so-

genannter „Biofeedbackgeräte“, zusätzlich

zur Beckenbodengymnastik, kann

sinnvoll sein. Biofeedback ist ein Verfahren,

um die Kontraktion des Beckenbodens

optisch und akustisch sichtbar zu

machen. Die Patientin erhält Kontrolle

darüber, ob die richtige Muskelgruppe

trainiert wird.

Was können Schwangere tun, um Inkontinenz

vorzubeugen?

Schon in der Schwangerschaft hilft regelmäßiges

Beckenbodentraining. Das Training

muss natürlich nach der Entbindung

fortgeführt werden. Zusätzlich gilt es,

eine starke Gewichtszunahme zu vermeiden

und das Rauchen zu unterlassen.

Kontakt

Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V.

Prof. Dr. Ursula Peschers

Mitglied im Expertenrat

Friedrichstrasse 15

60323 Frankfurt

Fon: 069 79588393

Mail: info@kontinenz-gesellschaft.de

Gesund in Essen

23


Mehr Zeit für die Pflege

Perspektiven bieten, Zufriedenheit stärken und Außenwirkung verbessern: Michaela Binnen ist seit Anfang September neue Pflegedienstdirektorin

am Katholischen Klinikum Essen. Gleich zu Beginn hat sie sich einige Veränderungen auf die persönliche Agenda

geschrieben. Im Interview spricht die Sozial- und Gesundheitsmanagerin über Fachkräftemangel, ein neues Einarbeitungskonzept

und Vorzüge ihres neuen Arbeitgebers.

Frau Binnen, warum haben Sie sich

fürs Katholische Klinikum Essen

entschieden?

Michaela Binnen: Weil es einen sehr, sehr

guten Ruf hat und mir dadurch positiv

aufgefallen ist. Innerhalb der Pflege soll

hier ein sehr gutes Klima herrschen, ein

ausgezeichnetes Miteinander mit einem

hohen Anspruch an eine optimale Patientenversorgung.

Die Stationen sind mit

ca. 35 Betten übersichtlich, die Teams

kleiner als zum Beispiel in universitären

Einrichtungen und das Arbeitsklima dadurch

angenehmer. Das hat sich vor Ort

bestätigt. Mehrere Stationsleiter lobten

die hervorragende Zusammenarbeit

auch mit anderen Berufsgruppen und

die sehr gute Patientenversorgung. Dass

man so positive Äußerungen bekommt,

ist nicht üblich und hat mich beeindruckt.

Schon beim ersten Rundgang mit Herrn

Sunderhaus dachte ich mir: „Hier Pflegedienstdirektorin

zu werden, wäre toll.“

Gibt es auch Dinge, die Sie gern

ändern würden?

Michaela Binnen: Mein Ziel ist es, die

hochwertige und umfassende Pflege weiter

auszubauen. Wie an vielen anderen

Krankenhäusern, herrschen natürlich

auch am Katholischen Klinikum Essen

ein hoher Druck und Fachkräftemangel.

Patienten werden immer älter, die

Anforderungen steigen permanent und

Pflegekräfte haben oft zu wenig Zeit für

Patienten. Diese Prozesse, die zwischen

Kostendruck und Qualitätsanspruch liegen,

möchte ich mir anschauen und zur

bestmöglichen Patienten-, aber auch

Mitarbeiterzufriedenheit optimieren.

Wie stellen Sie sich das konkret vor?

Michaela Binnen: Ich möchte eine noch

größere Außenwirkung erzielen und das

Katholische Klinikum Essen im Ansehen

als attraktiven Arbeitgeber weiter steigern.

Pflegenden möchte ich die Möglichkeit

geben, ihre originären Tätigkeiten

zugunsten unserer Patienten auszuüben.

Das kann beispielsweise durch eine Delegation

von einzelnen Aufgaben an andere

Berufsgruppen erfolgen. Gleichzeitig

möchte ich die Zusammenarbeit mit anderen

Berufsgruppen intensivieren, um

mögliche Reibungen zu vermeiden.

Welches Projekt liegt Ihnen dabei

besonders am Herzen?

Michaela Binnen: Mein Herzenswunsch

ist es, sowohl Azubis als auch Mitarbeiter

mit Berufserfahrung mit einem neuen

Konzept einzuarbeiten. Praxisanleiter

sollten neue Kollegen begleiten, damit sie

sich in der Ausbildung oder Einarbeitung

aufgehoben fühlen. Das trägt erfahrungsgemäß

zu einer größeren Zufriedenheit

bei und sorgt im Idealfall dafür, dass Auszubildende

auch nach Ihrer Ausbildung

bei uns bleiben. In Zukunft sollte keiner

unserer Schüler nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss

woanders hingehen

müssen. Wichtig ist, dass unsere Pflegekräfte

sich auch nach mehreren Jahren

im Unternehmen noch persönlich entwickeln

können. Wir müssen dazu Perspektiven

aufzeigen. Führungskräfte sind

dabei wichtige Eckpfeiler, um Mitarbeiter

zu binden und zu motivieren. Um Zeit für

Führung zu gewinnen, sollten wir sie von

pflegefremden Tätigkeiten entlasten.

Welche Erfahrungen bringen Sie für Ihre

Aufgabe als Pflegedirektorin mit?

Michaela Binnen: Ich komme vom Universitätsklinikum

Tübingen, wo ich als

Geschäftsführerin für den Zentral-OP

und stellvertretende Pflegedirektorin

gearbeitet habe. Vorher war ich an der

Uniklinik Köln und davor über elf Jahre

Pflegedienstleiterin im internistischen

Bereich an der Klinik Niederrhein. Parallel

absolvierte ich mein Bachelorstudium

in Sozial- und Gesundheitsmanagement

mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft.

Eingestiegen bin ich 1982 mit einer Ausbildung

zur Pflegekraft.

Ihre Pflege vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Pflege

Michaela Binnen

Pflegedienstdirektorin

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 3501

Mail: m.binnen@kk-essen.de

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 3501

Mail: m.binnen@kk-essen.de

Pflegedirektorin Michaela Binnen bespricht

mit Pflegedienstleiterin Dagmar Derendorf

den Dienstplan.

Philippusstift

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3511

Mail: m.binnen@kk-essen.de

24 Gesund in Essen


News · News · News · News · News · News · News · News · News

Carsten Preuß neuer kaufmännischer Leiter,

Stefan Mattes verantwortet das Marketing

Wandel in der Führungsriege und der Außendarstellung: Carsten Preuß ist seit Juli

2016 neuer Kaufmännischer Leiter des Katholischen Klinikums Essen und übernimmt

damit die Position seines Vorgängers Dr. Daniel Napieralski-Rahn. Bisher

hatte Preuß das Controlling geleitet. Die Führung der Abteilung Marketing und Kommunikation

- und damit den Staffelstab von Oliver Gondolatsch - übernahm zum 1.

August 2016 Stefan Mattes. Der studierte Geisteswissenschaftler leitete zuletzt die

Unternehmenskommunikation der ATEGRIS Regionalholding Mülheim/Ruhr.

Studenten absolvieren dritte Prüfung

Nachweislich mündig: 17 Teilnehmer haben Ende September erfolgreich ihre Prüfung

an der Patientenhochschule abgelegt Es handelte sich dabei um den dritten

Prüfungsdurchgang der im Januar 2015 gegründeten Patientenhochschule, die in

Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule Essen-Kupferdreh in einem international

anerkannten Studiengang interessierte Bürger zu „mündigen Patienten“ ausbildet.

Das Konzept ist mehrfach zertifiziert und bereits von weiteren Einrichtungen

adaptiert worden. Am Klinikum Dortmund ging die Patientenhochschule im Januar

2016 an den Start, an den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg Ende September.

Vom Hygienebeauftragten

Arzt zum Krankenhaushygieniker

Seit Herbst dieses Jahres verfügt das

Katholische Klinikum Essen offiziell

über einen eigenen Krankenhaushygieniker.

Dr. Christoph Weyland, seit 2014

Hygienebeauftragter Arzt und seit 2016

Leiter der Krankenhaushygiene am Katholischen

Klinikum Essen, legte nach

zweijähriger Fortbildung Ende September

erfolgreich seine Prüfung zum Krankenhaushygieniker

bei der Ärztekammer

Nordrhein ab. Seinen Fokus legt

der Facharzt für Anästhesie besonders

auf die Vermeidung von im Krankenhaus

erworbenen Infektionen. Zuvor war der

Bereich Krankenhaushygiene mehrere

Jahre extern von Krankenhaushygienikern

und Hygienefachkräften betreut

worden.

Siegel für sicheren Umgang mit multiresistenten Keimen

Das Katholische Klinikum Essen erfüllt alle Anforderungen im Umgang mit multiresistenten

Keimen. Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, zeichnete

die Klinik Anfang Oktober mit dem zweiten MRE-Siegel feierlich aus. Das MRE-Siegel

steht für die Einhaltung der Hygiene-Standards im Umgang mit multiresistenten

Erregern, die Vermeidung der Ausbreitung und eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit.

Uns ist es wichtig, dass wir auf dem aktuellen Stand sind und diese Qualität

auch nachweisen können“, freut sich Dr. Christoph Weyland, Leiter der Abteilung

Krankenhaushygiene am Katholischen Klinikum Essen, über die Auszeichnung.

BPiK-Vorsitzender Detlef Schliffke spricht

auf dem 39. Deutschen Krankenhaustag

Sein Engagement für Patienten reicht weit über die Grenzen des Katholischen Klinikums

Essen hinaus: Auf dem 39. Krankenhaustag in Düsseldorf spricht Detlef

Schliffke, Vorsitzender des Bundesverbands Patientenfürsprecher in Krankenhäusem

(BPiK) e. V. und Patientenfürsprecher am Katholischen Klinikum Essen, am 16.

November 2016 über Dialog und Patientenzufriedenheit

im Krankenhausalltag.

Grußworte zum Symposium sprechen

Staatssekretär und Patientenbeauftragter

der Bundesregierung, Karl-Josef

Laumann, sowie der Hauptgeschäftsführer

der Deutschen Krankenhausgesellschaft

(DKG), Georg Baum. Weiterer

Referent zum Thema ist unter anderem

der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft

für Krankenhaushygiene, Prof. Dr.

Walter Popp.

„Gesund in Essen

kostenlos im Abonnement

Möchten Sie Ihr persönliches Exemplar

unseres Patientenmagazins „Gesund in

Essen“ ab der kommenden Ausgabe kostenlos

und unabhängig von einem Klinikbesuch

nach Hause gesendet bekommen?

Dann schicken Sie eine E-Mail (Betreff:

„Gesund in Essen im Abo“) mit Ihrem Namen

und Ihrer vollständigen Adresse an

marketing@kk-essen.de. Alternativ können

Sie uns auch eine Postkarte eine Postkarte

oder unten stehenden Abschnitt mit

Ihrer Adresse schicken: Katholisches Klinikum

Essen / Abt. Marketing - „Gesund in

Essen im Abo“ / Hospitalstraße 24 / 45329

Essen. Weitere Informationen erhalten Sie

telefonisch unter 0201 6400 1021.

..................................................................

Vorname, Name

..................................................................

Straße, Nr.

..................................................................

PLZ, Ort

Gesund in Essen

25


Heben, Wickeln, Baden, Füttern:

Kurs im Marienhospital Essen bereitet

die Großen auf ihr Geschwisterchen vor

Die kleine Marie ist ein bisschen nervös;

mit Mama Susanne wartet sie gerade im Marienhospital

Essen auf Pflegerin Vanessa Wrobel,

die der Fünfjährigen heute im „Geschwisterkurs“

erklären wird, was das Baby in Mamas Bauch macht

und warum das kleine Geschwisterchen auch die

Hilfe von Marie braucht, wenn es auf die Welt

gekommen ist.

„Wenn ein neues Geschwisterchen unterwegs

ist oder geboren wurde, löst das bei

älteren Geschwistern immer zwiespältige

Gefühle aus. Wir bereiten deshalb Kinder

im Alter von 4 bis 10 Jahren spielerisch

auf die neue Familiensituation vor“, beschreibt

Vanessa Wrobel den Kurs.

Im Geschwisterkurs lernt Marie, was mit

dem Baby in Mamas Bauch gerade passiert,

wie es zur Welt kommt und was das

Neugeborene alles braucht, wenn es auf

die Welt gekommen ist. Geübt wird der

praktische Umgang mit einem Neugeborenen

an einer Babypuppe (z. B. Tragen,

Heben, Wickeln, Baden, Füttern).

Vanessa Wrobel erklärt der Fünfjährigen

außerdem, warum das Baby schreit und

26 Gesund in Essen


Angebot für werdende

Mütter und Väter

Das Katholische Klinikum Essen bietet

ein umfassendes Angebot, um Sie auf die

Geburt Ihres Kindes und das Leben danach

vorzubereiten. Dazu gehören:

Hebammensprechstunde:

Einfühlsame Beratung, Betreuung,

Begleitung und Versorgung der Mütter

und ihrer Babys während Schwangerschaft,

Geburt, Wochenbett und Stillzeit

© M.Dörr&M.Frommherz – Fotolia.com

Kreißsaalführungen

Die Führungen sind kostenfrei und

finden jeweils um 18.30 Uhr zu den

oben genannten Terminen statt.

Treffpunkt ist der Hörsaal des Kommunikations-

und Gesundheitszentrums

im 6. OG des Marienhospitals

Altenessen. Weitere Informationen

erhalten Sie im Kreißsaal unter Fon:

0201 6400 3860

02.12.2016

06.01.2017

03.02.2017

03.03.2017

07.04.2017

05.05.2017

Kreißsaalführungen

in russischer Sprache

16.11.2016

18.01.2017

15.03.2017

17.05.2017

Geschwisterkurs

22.11.2016

Zeit:

dienstags 15.00 bis 16.30 Uhr

Gebühr:

5,00 € pro Kind

Info und Anmeldung:

Vanessa Wrobel

Station 4.1

Fon: 0171 178 98 90

0201 6400 37 50

Mail: vwrobel@arcor.de

Geburtsvorbereitung für Paare:

Gezieltes Erleben von Schwangerschaft

und Geburt

Schwanger und fit:

Leichtes Training für Bauch- und Beckenbereich,

um die Muskulatur kräftig und

dehnfähig zu halten

Müttercafé:

Erfahrungsaustausch unter Frauen

Stillberatung:

Stillen kann man lernen: Beratung

durch eine Kinderkrankenschwester

Rückbildungsgymnastik:

Gezielte Dehn- und Entspannungsübungen

zur Rückbildung

Säuglingspflege Geschwisterkurs:

Das ältere Geschwisterchen wird

auf das neue Baby vorbereitet

Baby-Massage:

Emotionale Bindung zum Kind

warum die Mama und der Papa mehr

Zeit für das Baby brauchen.

Bewegungs- und Spielanregungen

für Eltern mit Babys:

Bewegungs- und Sinneserfahrungen

„Das hat sie ganz toll gemacht“, lobt Mutter

Susanne ihre Tochter. Müde von den

vielen Eindrücken, aber stolz wie Oskar,

zeigt Marie gleich zu Hause angekommen

ihrem Papa die Urkunde – diese hat Marie

für den bestandenen Geschwisterkurs

zur Belohnung bekommen. „Die Urkunde

rahmen wir ein und hängen sie gleich in

Maries Zimmer auf“, freut sich Papa Michael.

Seine Frau Susanne ist sich sicher:

„Marie wird sich nach dem Kurs heute

noch mehr auf ihr Brüderchen freuen.“

Ein klein wenig wird sich die Familie aber

noch gedulden müssen: der Geburtstermin

ist erst in sechs Wochen.

Ihre Fachklinik vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Ursula Frigger

Kreißsaalleitung

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 3860

Mail: kreissaal@kk-essen.de

„Checkliste Geburtstasche –

was nehme ich mit in die Klinik?“

Eine ausführliche Checkliste finden

werdende Mütter auf

www.gesundinessen.de

Gesund in Essen

27


Kardiologen bringen stolpernde Herzen

in den richtigen Rhythmus

Ein stolperndes Herz, Brustenge und Luftnot bis hin zur Ohnmacht: Patienten mit Herzrhythmusstörungen sind in ihrer

Lebensqualität erheblich eingeschränkt. Nicht selten raubt das rasende Herz Betroffenen den nächtlichen Schlaf.

Unbehandelt können Herzschwäche oder ein Schlaganfall die Folge sein. Mit „fire and ice“ oder auch Hitze und Kälte

setzt das Katholische Klinikum Essen – als einziges Krankenhaus in der Region – dem Leid ein Ende.

Vorhofflimmern ist therapierbar, lautet

die gute Nachricht von Prof. Hailer, Leitende

Ärztin der Medizinischen Klinik II

– Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie,

Rhythmologie und Gastroenterologie

am Katholischen Klinikum Essen.

Die Krankheit gehört zu den häufigsten

Herzrhythmusstörungen. „Damit hat

Vorhofflimmern eine enorme Bedeutung,

auch, weil sich daraus eine Herzschwäche

entwickeln kann und die Gefahr

eines Schlaganfalls besteht“, sagt

die Professorin.

Lungenvenen lösen elektrische

Impulse aus

Der Leitenden Ärztin zufolge wird jeder

vierte Erwachsene im Laufe seines Lebens

mit Vorhofflimmern zu tun haben.

In der Europäischen Union erkranken

jährlich zwischen 120.000 und 200.000

Menschen daran. Prof. Hailer bezieht

sich auf aktuelle Hochrechnungen, nach

denen im Jahr 2030 zwischen 14 und

17 Millionen EU-Bürger davon betroffen

sein werden. Hauptverantwortlich

für Vorhofflimmern sind in den meisten

Fällen Lungenvenen, die elektrische Impulse

auslösen und damit die Störungen

verursachen. Am Katholischen Klinikum

Essen werden diese Venen mittels eines

dreidimensionalen Navigationssystems,

das auf einem Bildschirm den linken

Vorhof exakt und in Echtzeit darstellt,

aufgesucht und isoliert. Das Krankenhaus

ist das einzige in der Essener Region,

das diese Therapie anbietet. Bei der

sogenannten Kryoablation führen die

spezialisierten Kardiologen per Katheter

und mit bildlicher Unterstützung durch

das sogenannte 3D-Mapping einen mit

flüssigem Kühlmittel gefüllten Ballon in

die Lungenvenen und veröden auf diese

Weise das Gewebe. Die elektrischen Impulse

werden damit gestoppt.

Hohe Erfolgsrate schon beim

ersten Eingriff

Ein ähnliches Verfahren mit Hitze statt

Kälte wird bei Vorhofflimmern schon

länger durchgeführt. Dabei werden mit

einer Katheterspitze Punkt für Punkt

Narben um die Vene herum gesetzt. Auch

hier kommt es zu einer Verödung. Dieser

Prozess ist allerdings sehr langwierig

und wird deshalb zunehmend durch das

neue Verfahren abgelöst. „Die Kryoablation

ist schneller mit hoher Erfolgsrate“

lobt Prof. Hailer die neue Methode.

Eine Alternative zu den operativen Verfahren

sind Medikamente. Die würden

jedoch nicht an der Ursache ansetzen,

sondern lediglich Symptome unterdrücken,

so die Medizinerin, die sagt: „Patienten

mit Vorhofflimmern müssten die

Medikamente ihr Leben lang nehmen.

Setzen sie sie ab, treten die Probleme

wieder auf.“ Darüber hinaus hätten die

Tabletten teilweise „nicht unerhebliche

Nebenwirkungen“. Wollen Patienten

ihre Beschwerden loswerden, rät die

Professorin deshalb eindeutig zur Kryoablation.

Kryoablation

Rechter Vorhof

Untere Hohlvene

Katheter wird durch

eine Schleuse in der Leiste

bis ins Herz vorgeschoben

28 Gesund in Essen

Rechte Herzkammer

Pulmonalvene

(Lungenvene)

Ballonkatheter

mit Kühlmittel

Linker Vorhof

Linke Herzkammer

Ihre Fachklinik vor Ort

Katholisches Klinikum Essen

Medizinische Klinik II – Innere

Medizin, Kardiologie, Angiologie,

Rhythmologie und Gastroenterologie

Prof. Dr. Birgit Hailer

Leitende Ärztin

Philippusstift

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 3301/3302

Mail: mk2@kk-essen.de

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 3051

Mail: mk2@kk-essen.de


Patientenhochschule: Absolventen

sind ideale Patientenbegleiter

Erkrankungen besser einschätzen, mit Ärzten selbstbewusst sprechen und praktische Fähigkeiten erwerben:

Die Patientenhochschule Essen vermittelt ihren Teilnehmern ein umfassendes medizinisches Grundwissen. Mit dieser Ausbildung

sind Absolventen der Patientenhochschule ideale Patientenbegleiter, findet Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Direktorin des

Forschungsinstituts Geragogik (FoGera) in Düsseldorf.

„Vom mündigen Patienten bis zum Begleiter

für Patienten, die Unterstützung

brauchen, ist es nur noch ein kleiner

Schritt“, sagt die Professorin, die sich sicher

ist, „dass sich über das Wissen der

Studierenden auch die Motivation entwickeln

wird, anderen – vor allem älteren,

alleinstehenden Menschen – beizustehen.“

Nicht nur deshalb hält sie die Patientenhochschule

für „eine großartige

und wichtige Einrichtung“.

Vor vier Jahren rief Bubolz-Lutz gemeinsam

mit ihrer FoGera-Kollegin Doris

Wattad die Initiative „Patientenbegleitung“

in Nordrhein-Westfalen ins Leben

und entwickelte ein Fortbildungsprogramm

zur Patientenbegleitung. Ehrenamtliche

Patientenbegleiter helfen alten

und alleinstehenden Menschen bei Arztbesuchen,

Krankenhausbesuchen oder

beim Wiedereinleben nach einem langen

Krankenhausaufenthalt in die eigenen

vier Wände. Intention sei, dass Schnittstellen

zwischen Krankenhaus und dem

Lebensraum der Patienten nicht zu Hürden

würden.

Soziales Engagement als Bereicherung

Beste Voraussetzungen für diese ehrenamtliche

Tätigkeit als Patientenbegleiter

erfüllen an der Patientenhochschule Essen

qualifizierte Patienten, die ihr Wissen

und ihre erworbenen Fähigkeiten weitergeben

können. „Es zeigt sich immer wieder,

dass von diesem Angebot nicht nur

die Patienten profitieren, sondern ebenso

die ehrenamtlichen Begleiter selbst“, berichtet

Bubolz-Lutz und verweist auf gute

Gespräche und die Auseinandersetzung

mit dem eigenen Älterwerden.

Die Patientenhochschule des Katholischen

Klinikums Essen ist eine mehrfach

ausgezeichnete Einrichtung, die interessierte

Frauen und Männer in einem

international anerkannten Studium zu

mündigen Patienten ausbildet. Ziel ist es,

Patienten in die Lage zu versetzen, auf

Augenhöhe mit Ärzten über ihre Krankheit

sprechen zu können. Die Patientenhochschule

gehört bundesweit zu den

ersten ihrer Art.

„Ich hoffe sehr, dass sich die Patientenhochschulen

im Land verbreiten“, sagt

die auf die Bildung von alten Menschen

spezialisierte Professorin und ergänzt:

„Wir wissen doch alle, dass wir schneller

und leichter gesund werden, wenn wir

die vorgeschlagenen Behandlungsvorschläge

verstehen und bewusst Entscheidungen

treffen.“

Die Teilnahme an den Vorlesungen und

Prüfungen der Patientenhochschule ist

kostenlos. Kommende Vorlesungen sind

beispielsweise „Ernährungsmythen“ (24.

November, 17.30 – 19.00 Uhr), „Arthrosebehandlung“

(1. Dezember, 18.30 – 19.00

Uhr), „Abrechnungswesen im Krankenhaus“

(6. Dezember, 18.00 – 19.30 Uhr).

Weitere Informationen sowie Anmeldungen

unter http://gesundinessen.de/

patientenhochschule.

Kontakt

Forschungsinstitut Geragogik e. V.

Netzwerk Patientenbegleitung

Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz

Spichernstr. 18 a

40476 Düsseldorf

Fon: 0211 178 310 46

Mail: bubolz-lutz@fogera.de

Über Transparenz im Gesundheitswesen

und die Vorzüge der Patientenhochschule

des Katholischen

Klinikums Essen spricht Stefanie

Woerns, Vorstandsmitglied der Stiftung

Gesundheit.

Wissen ist die beste

Medizin

Die Stiftung Gesundheit möchte

unabhängig und werbefrei über die

Medizin in Deutschland informieren

– wie macht sie das?

Stefanie Woerns: Wir sorgen für

mehr Transparenz im Gesundheitswesen

und leisten praktische Orientierungshilfe,

unter anderem mit

unserer Arzt-Auskunft. Patienten

können dort einen Arzt konkret

nach ihrem Leidensdruck und persönlichen

Vorstellungen suchen.

„Wissen ist die beste Medizin“ – der

Slogan der Stiftung Gesundheit

könnte auch für die Patientenhochschule

stehen. Wie bewerten Sie

das Angebot?

Stefanie Woerns: Ich finde es wichtig

und richtig, dass es die Patientenhochschule

in Essen gibt. Das

Gesundheitswesen in Deutschland

mit seinen ständigen Veränderungen

ist schon für ausgewiesene

Spezialisten ein kaum durchdringbarer

Dschungel – umso wertvoller

sind Initiativen wie die Patientenhochschule.

Gesund in Essen

29


Sie sind herzlich willkommen!

Veranstaltungen

Geschwisterkurs

24.1., 26.7., 15.00 – 16.30 Uhr, auf der Station A4.2, Patienten-Lounge.

Weitere Informationen und Anmeldung bei der Kursleiterin Vanessa Wrobel

unter 0171 178 98 90 oder vwrobel@arcor.de.

Babymassage, Fördern und Spielen

Informationen und Anmeldung bei der Kursleiterin Vanessa Wrobel

unter 0171 178 98 90 oder vwrobel@arcor.de.

Regelmäßige Termine

Kreißsaalführung

Erster (werktäglicher) Freitag im Monat, 18.30 – 20.00 Uhr,

Treffpunkt Hörsaal Marienhospital Altenessen

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen

erhalten Sie im Kreissaal unter 0201 6400 3860

Kreißsaalführung in russischer Sprache

Mittwoch, 25.1., 18.30 – 20.00 Uhr.

Treffpunkt Kreißsaal Marienhospital Altenessen, 6. OG

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen

erhalten Sie im Kreissaal unter 0201 6400 3860

Trockengymnastik für Herz- und Kreislauferkrankte

Dienstags, 16.30 – 17.30 Uhr und 17.30 – 18.30 Uhr, Philippusstift

Lungensportgruppe

Donnerstags, 14.00 – 15.30 Uhr Uhr, Philippusstift

Patientenhochschule

Das Ethikkomitee im Krankenhaus – Unterstützung zwischen

ethischem Dilemma und kollegialer Entscheidungsfindung

Dienstag, 22. November 2016, 18.00 – 19.30 Uhr

Marienhospital Altenessen, Kommunikations- und Gesundheitszentrum (6. OG),

Raum 2-4, Hospitalstr. 24, 45329 Essen

Referent: Dr. Jörg Fischbein, Oberarzt der Chirurgischen Klinik I

Ernährungsmythen

Donnerstag, 24. November 2016, 17.30 – 19.00 Uhr, Marienhospital

Altenessen, Hörsaal (6. OG), Raum 2-4, Hospitalstr. 24, 45329 Essen

Referentin: Natascha Böhmer, Ernährungsberaterin und Mitglied RREB e.V.

Workshop Rettungsdienst

Donnerstag, 24. November 2016, 17.00 – 19.00 Uhr,

Feuerwache Essen, Eiserne Hand 45, 45139 Essen

Referent: Thomas Lembeck, Leitender Branddirektor der Berufsfeuerwehr Essen

Reanimationskurs Basis

Donnerstag, 24. November 2016, 17.00 – 19.00 Uhr, St. Vincenz Krankenhaus,

Cafeteria, Von-Bergmann-Str. 2, 45141 Essen

Referenten: Sven Mühlan & Robert Thomas Schruba

Arthrosebehandlung

Donnerstag, 1. Dezember, 18.00 – 19.30 Uhr

Philippusstift (Haus F), Hülsmannstraße 17, 45355 Essen

Referenten: Dr. Christoph Eicker, Leitender Arzt der Chirurgischen Klinik II &

Sonja Jimenez-Frohn, Fachärztin der Chirurgischen Klinik II

Abrechnungswesen im Krankenhaus

Dienstag, 6. Dezember 2016, 18.00 – 19.30 Uhr,

Marienhospital Altenessen, Kommunikations- und Gesundheitszentrum (6. OG),

Raum 2 – 4, Hospitalstr. 24, 45329 Essen

Referent: Carsten Preuß, Kaufm. Direktor am Katholischen Klinikum Essen

Reanimationskurs Fortgeschrittene

Donnerstag, 8.Dezember 2016, 17.00 – 19.00 Uhr

St. Vincenz Krankenhaus, Cafeteria, Von-Bergmann-Str. 2, 45141 Essen

Referenten: Sven Mühlan & Robert Thomas Schruba

Selbsthilfegruppen – Der Weg zum mündigen Patienten

Dienstag, 13. Dezember 2016, 18.00 – 19.30 Uhr

Marienhospital Altenessen, Kommunikations- und Gesundheitszentrum (6. OG),

Raum 2-4, Hospitalstr. 24, 45329 Essen

Referentin: Gabriele Becker, Wiese e.V (Selbsthilfeberatung)

Arthrose – für jedes Gelenk das richtige Implantat

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 18.00 – 19.30 Uhr

St. Vincenz Krankenhaus, Cafeteria, Von-Bergmann-Str. 2, 45141 Essen

Referent: Dr. Peter Feldmann, Leitender Arzt der Chirurgischen Klinik II

Informationen zu den Terminen finden Sie online

unter www.kk-essen.de, auf unserem Gesundheitsportal

sowie bei Facebook, Twitter, Google+ und YouTube.

Selbsthilfegruppen

Marienhospital Altenessen:

Selbsthilfegruppe für Frauen (Leben nach Krebs)

Erster Mittwoch im Monat, 15.00 – 16.30 Uhr, Station A 4.2, Patientenlounge

Selbsthilfegruppe für Frauen ab 40 Jahren mit Depressionen

14-tägig mittwochs, 18.00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen

Dienstags, 18.00 Uhr

Selbsthilfegruppe Lupus Erythematodes

Termine auf Anfrage, monatlich

Selbsthilfegruppe Poly Neuro Pathie (PNP)

Letzter Dienstag im Monat, 18.00 Uhr, 6. OG, Raum 1

Philippusstift:

Selbsthilfegruppe Poly Neuro Pathie (PNP)

Letzter Mittwoch im Monat, 18.00 Uhr, Haus F, Raum 1

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen

14-tägig dienstags

Angehörigengruppe für psychisch Kranke in der Tagesklinik

Fon: 0201 6400 5363

Anonyme Alkoholiker

Montags, 19.30 Uhr

Informationen zu den Selbsthilfegruppen erhalten Sie vom

Katholischen Klinikum Essen unter 0201 6400 1021.

Aphasiker-Zentrum NRW e.V. und Schlaganfallbüro Ruhr,

Laarmannstraße 21, 45359 Essen. Anmeldung unter 0201 6099 422.

Beratungsgruppe für Angehörige von neurologisch erkrankten Patienten

Jeden 1. Mittwoch im Monat von 10.00 – 11.30 Uhr im Aphasiker-Zentrum,

Anmeldung unter 0201 6099 422

Selbsthilfegruppe für Aphasiker und Angehörige

Jeden 1. und 3. Montag im Monat von 15.00 – 16.30 Uhr

Selbsthilfegruppe junger Aphasiker und Schlaganfallpatienten

Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat von 16.30 – 18.00 Uhr

Anmeldung unter 0201 6099 422

Weitere Informationen zu den Terminen finden Sie online unter www.kk-essen.de,

auf unserem Gesundheitsportal sowie bei Facebook, Twitter und Google+ und YouTube.

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30 Gesund in Essen


Fachkliniken/Leitende Ärzte

Katholisches Klinikum Essen

Philippusstift

Hülsmannstraße 17

45355 Essen

Fon: 0201 6400 1370

Fax: 0201 6400 1390

Mail: info@kk-essen.de

Katholisches Klinikum Essen

Marienhospital Altenessen

Hospitalstraße 24

45329 Essen

Fon: 0201 6400 1310

Fax: 0201 6400 1330

Mail: info@kk-essen.de

Katholisches Klinikum Essen

St. Vincenz Krankenhaus

Von-Bergmann-Straße 2

45141 Essen

Fon: 0201 6400 1340

Fax: 0201 6400 1452

Mail: info@kk-essen.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Prof. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin

und Notfallmedizin

Prof. Dr. Birgit Hailer

Medizinische Klinik II

Innere Medizin, Kardiologie,

Angiologie, Rhythmologie

und Gastroenterologie

Priv.-Doz. Dr. Oliver Kastrup

Klinik für Neurologie und

Klinische Neurophysiologie

Dr. Christoph Eicker

Dr. Peter Feldmann

Dr. Peter Kaivers

Chirurgische Klinik II

Orthopädie und Unfallchirurgie,

Hand- und Fußchirurgie

Prof. Dr. Cornelius Wurthmann

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomatische Medizin

Dr. Georg Bilitewski

Radiologische Klinik II

Klinik für Radiologie

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Chirurgische Klinik I

Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Prof. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin

und Notfallmedizin

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Medizinische Klinik I

Gastroenterologie, Hepatologie

und Ernährungsmedizin

Dr. Martin Schütte

Klinik für Gynäkologie

und Geburtshilfe

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Medizinische Klinik IV

Innere Medizin, Geriatrie

und Pulmonologie

Dr. Winfried Berger

Medizinische Klinik III

Hämatologie und Internistische

Onkologie

Dr. Tarek Azhari

Radiologische Klinik I

Klinik für Diagnostische und

Interventionelle Radiologie

Prof. Dr. Robert Wammack

Klinik für Urologie und

Neurourologie

Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger

Chirurgische Klinik I

Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Prof. Dr. Andreas Biedler

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin

und Notfallmedizin

Prof. Dr. Hans-Georg Krengel

Medizinische Klinik IV

Innere Medizin, Geriatrie

und Pulmonologie

Prof. Dr. Birgit Hailer

Medizinische Klinik II

Innere Medizin, Kardiologie,

Angiologie, Rhythmologie

und Gastroenterologie

Dr. Christoph Eicker

Dr. Peter Feldmann

Dr. Peter Kaivers

Chirurgische Klinik II

Orthopädie und Unfallchirurgie,

Hand- und Fußchirurgie

Dr. Tarek Azhari

Radiologische Klinik I

Klinik für Diagnostische und

Interventionelle Radiologie

Gesund in Essen

31


PHILIPPUSSTIFT | MARIENHOSPITAL ALTENESSEN | ST. VINCENZ KRANKENHAUS

Ein Haus mit drei Herzen

Ihr Weg zu uns

Unsere drei Krankenhäuser befinden sich im

Essener Norden und sind sowohl mit dem Auto

als auch mit Bus und Bahn sehr gut zu erreichen.

Für eine problemlose Anfahrt stehen Ihnen auf

unserer Website www.kk-essen.de Anfahrtsskizzen,

Lagepläne, Routenplaner und weitere

Beschreibungen zur Verfügung.

Zentren

Chest Pain Unit

EndoProthetikZentrum

Endoskopiezentrum

Gefäßzentrum Marienhospital Altenessen

Hernienzentrum

Krankenpflegeschule

Magen-Darm-Zentrum

Nierensteinzentrum

Onkologische Konferenz

Onkologisches Zentrum

Pflegedienst Essen

Prostata-Zentrum

Stroke Unit

Traumazentrum Philippusstift und St. Vincenz Krankenhaus

Uni-Brustzentrum

Westdeutsches Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Zertifizierungen

Angehörigenfreundliche Intensivstation Philippusstift

Chest Pain Unit Philippusstift

Chest Pain Unit St. Vincenz Krankenhaus

Deutsche Herniengesellschaft Hernienchirurgie

Endoprothetikzentrum Philippusstift

Endoprothetikzentrum St. Vincenz Krankenhaus

Europäische Gesellschaft für Onkologie ESMO Zertifikat

Gefäßzentrum

Hypertoniezentrum

Stroke Unit

Traumazentrum Philippusstift

Traumazentrum St. Vincenz Krankenhaus

Westdeutsches Magen-Darm-Zentrum

Zertifiziert nach DIN ISO 9001:2015

Notfall

In medizinischen Notfällen wenden Sie

sich bitte an die Integrierte Leitstelle des

Rettungsdienstes, die Sie telefonisch über

112 erreichen.

In weniger dringenden Fällen sowie bei

Arbeits-, Sport- und Schulunfällen stehen

Ihnen rund um die Uhr die Notfall-Ambulanzen

unserer Kliniken zur Verfügung.

Diese sind über unsere Standort-Zentralen

zu erreichen (siehe letzte Innenseite in

diesem Heft).

Bei der Meldung eines Notfalls sollten Sie

unbedingt folgende fünf W beachten:

Wo ist der Notfall passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Patienten oder Verletzte?

Welche Probleme oder Verletzungen?

Warten auf Rückfragen

32 Gesund in Essen

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