Geschäftsbericht Entsorgung St.Gallen 2011 (1287 kb, PDF

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Geschäftsbericht Entsorgung St.Gallen 2011 (1287 kb, PDF

Zyklus

Geschäftsbericht 2011

Entsorgung St.Gallen


28

In Kürze

Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen 4

Abwasserreinigungsanlage 4

Werterhalt ARA Hofen 4

Abfallbereitstellung in Unterflurbehältern 5

Deponie Tüfentobel 5

Mehrweggebinde bei Publikumsanlässen 5

Abfallentsorgung

Ein Besuch im KHK St.Gallen

von Max Küng 7

Finanzierung der Abfallentsorgung 11

Entsorgung und Recycling 11

Kehrichtheizkraftwerk 12

Deponie Tüfentobel 14

Finanzen Abfallentsorgung 15

Gewässerschutz

Wasser ist zum Waschen da? –

von Jeanette Herzog 19

Mikroverunreinigungen 23

Sanierung und Erweiterung ARA Au 23

Instandstellung der Druckleitung 23

ARA Au: Energetische Sanierungen 23

Ersatz der Schlammentwässerung 24

Ableitung ARA Hofen-Bodensee 24

Weitere Etappe zur Werterhaltung 24

Klärschlammentsorgung 25

Wanderfluss 25

Fernwirksystem 25

Finanzen des Gewässerschutzes 26

– 2 –

18

Umwelt und Energiebericht

In einer Stunde voller Leichtigkeit –

von Adrian Riklin 29

Entsorgung St.Gallen – Nachhaltigkeit 33

Abfall ist Rohstoff 33

Verbesserte CO2-Bilanz 34

CO2-Reduktion durch Recycling 34

Umweltfreundliche Sammelfahrzeuge 35

Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen 35

Deponie Tüfentobel 35

Gewässerschutz 36

Abwasserbetriebe – ARA Au 36

Jahresrechnung

Abwasserreinigungsanlage

Au-St.Gallen 37

Abwasserreinigungsanlage

Hofen-St.Gallen 40

Aufteilung nach Vertragsgemeinden 43

Adressen 45

Zu den Geschichten

Drei Geschichten aus drei unterschiedlichen Perspektiven.

Die Autoren Jeanette Herzog, Adrian

Riklin und Max Küng erzählen, schildern und

assoziieren ihre eigenen Gedanken zum Thema

Entsorgung. Lassen Sie sich entführen und überraschen

und gönnen Sie sich etwas leichte Kost nebst

harten Fakten.

6


Editorial

Die Erfahrung lehrt, dass gemeinsam vieles leichter geht. Miteinander zu arbeiten

bedeutet, Synergien zu nutzen, sich gegenseitig zu helfen und gemeinsam auf

Ressourcen zurückzugreifen. Diese grundsätzlichen Ideen werden immer mehr

in der guten Zusammenarbeit zwischen Privaten und der öffentlichen Hand verwirklicht.

Für jede Gemeinde stellen die Anforderungen der Abfall- und Abwasserbewirtschaftung

einen nicht unwesentlichen Kostenfaktor dar, der insbesondere in

Zeiten knapper werdender Haushaltsbudgets an Bedeutung gewinnt. Der Bürger

erwartet eine qualitativ hochwertige Abfall- und Abwasserentsorgung zu sozial

verträglichen Gebühren unter Beachtung der Umweltaspekte. Um ein Auseinanderklaffen

dieser Schere der Ansprüche und der Finanzierbarkeit zu verhindern,

gilt es vermehrt, die Potenziale zu nutzen, die sich durch Zusammenarbeit und

die Nutzung von Synergieeffekten ergeben.

Entsorgung St.Gallen arbeitet in sehr unterschiedlichen Bereichen mit Partnern

der Öffentlichen Hand und privaten Betrieben zusammen. Im Bereich der festen

Abfälle ist auf die Zusammenarbeit mit privat betriebenen Entsorgungsfachmärkten

und die durch die Privatwirtschaft durchgeführte Sammlung und Verwertung

von Altpapier und Karton hinzuweisen. Auch die Verwertung des, aus

Kostenüberlegungen farbengetrennt gesammelten, Altglases und des anfallenden

Grüngutes erfolgt durch private Partner. Eine weitgehende stoffliche Verwertung

gewerblicher Abfälle erfolgt in Zusammenarbeit mit privaten Sortierbetrieben.

Im Weiteren bestehen vollständig privat organisierte Sammlungen für Elektronikartikel,

Haushaltgeräte, PET-Gebinde sowie für Alttextilien und Schuhe. Es ist

wesentlich, dass die öffentliche und private Entsorgung, die sich in langen Jahren

entwickelt hat, auf einem stabilen Vertrauensverhältnis basiert.

Nicht immer ist die vom Gesetzgeber geregelte Entsorgung auch konsumentenfreundlich.

So ist der Detailhandel verpflichtet, das PET-Recycling aufzubauen

und zu betreiben, während für die Glasentsorgung die öffentliche Hand die entsprechende

Infrastruktur vorzuhalten hat. Konsumentinnen und Konsumenten

möchten alle Hohlgebinde – ob Glas oder PET – an einer Stelle entsorgen können.

Hier ist weiterhin Handlungsbedarf aus Sicht des Verbrauchers geboten.

Bei dieser Gelegenheit bedanken wir uns bei allen Partnern aus der

Privatwirtschaft und der Öffentlichen Hand für die langjährige und gute

Zusammenarbeit.

Fredy Brunner

Dipl. Arch. ETH/SIA, Stadtrat

– 3 –

Dr. Hans Peter Tobler

Unternehmensleiter Entsorgung St.Gallen


Das vergangene Jahr stand vor allem im Zeichen der Werterhaltung

und der Leistungssteigerung der Anlagen von Entsorgung St.Gallen.

Daneben wurden aber auch Abläufe und die Servicequalität an die Kunden

optimiert sowie mit neuen Projekten die Ressourcen geschont und

Emissionen reduziert.

Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen (KHK)

Im Jahr 2004 beschloss der Stadtrat, das teilweise

über 40 Jahre alte KHK rollend zu erneuern.

Eine rollende Erneuerung ist im Gegensatz

zu einer Neuanlage kostengünstig und

erlaubt die Nutzung der betrieblichen Anlageteile

bis zum Ende ihrer technischen Lebensdauer.

Für eine rollende Erneuerung des KHK

im Betriebszustand sind Planungen in einem

Gesamtkontext erforderlich, die in verschiedenen

Etappen umgesetzt werden müssen.

Prioritär sind Anpassungen bei der Logistik.

Für die Planung entsprechender Bauten und

Infrastrukturen stellte das Stadtparlament

2011 den notwendigen Verpflichtungskredit

zur Verfügung. Die laufenden Planungsarbeiten

beinhalten Massnahmen insbesondere bei

der Abfallannahme, dem Umschlag der Abfälle

sowie bei deren Konfektionierung und

Bunkerung. Gegenstand ist eine Erneuerung

und Vergrösserung des bestehenden Abfallbunkers,

dessen Unterteilung in zwei Annahme-

und einen Brennstoffbunker, ein Ersatz

und eine Neupositionierung des 40-jährigen

Kamins, die Erneuerung und Ergänzung der

technischen Zusatzanlagen sowie die Neukonzeption

der elektrischen Anlagen am Standort

Au. Zusätzlich bietet sich an, die vorgesehene

Bunkerverlängerung mit einer Entladehalle

zu ergänzen, in welcher das Entladen der

Fahrzeuge und der Abfallumschlag in einem

geschlossenen und wettergeschützten Bereich

erfolgen kann.

Nach der Bereitstellung der neuen Logistikbauten

des KHK wird es möglich, weitere Erneuerungsarbeiten,

wie eine thermische und

In Kürze

luftseitige Ertüchtigung der betrieblichen Infrastrukturen

(Kessel, Energiekreislauf, Emissionen),

zu planen und umzusetzen.

Abwasserreinigungsanlage (ARA)

Hofen-Bodensee mit Kleinwasserkraftwerk

Morgental

Mit einer neuen Ableitung ab der ARA Hofen

über ein Kleinwasserkraftwerk auf dem Gelände

der ARA Morgental wird die Steinach

und deren Mündungsgebiet nachhaltig von

gereinigtem Abwasser entlastet. Die Stimmbürgerinnen

und Stimmbürger der Stadt, der

Gemeinde Wittenbach und die Delegierten

des Abwasserverbandes Morgental haben das

entsprechende Projekt 2010 genehmigt.

Die notwendige Druckleitung ab der ARA

Hofen zum Kleinwasserkraftwerk Morgental

erstreckt sich über knapp fünf Kilometer mit

einem Gefälle von rund 190 Metern. Gegen

die Vergabe der für die Projektrealisierung

erforderlichen Druckleitungsrohre an eine

kantonsansässige Firma resultierte eine Einsprache

eines Mitbewerbers an das Verwaltungsgericht.

2011 hat das Verwaltungsgericht

die Einsprache abgewiesen und die Vergabe

des Stadtrates geschützt. Damit wird der Weg

frei, das Projekt mit einer Verzögerung von

gut einem Jahr ab 2012 in die Realisierung zu

überführen.

Das auf dem Gelände der ARA Morgental

vorgesehene Kleinwasserkraftwerk wird die

jährliche Produktion von rund 4 Mio. kWh

Ökostrom ermöglichen und einen namhaften

– 4 –

Erlös zur teilweisen Abdeckung der Investitionskosten

generieren. Zusätzlich wird es

möglich, weitergehende Massnahmen im Bereich

der Abwasserreinigung, wie z. B. solche

zur Elimination von Mikroverunreinigungen,

gemeinsam mit dem Abwasserverband Morgental

weiterzuplanen.

Werterhalt ARA Hofen

Das 2007 durch das Stadtparlament beschlossene

Projekt einer ersten Sanierungsetappe

der ARA Hofen ist weitestgehend abgeschlossen.

Hängig sind noch Massnahmen zur Verbesserung

der biologischen Abwasserreinigung.

Versuche mit dem Einsatz von Dolomit

und der Unterteilung der Biologiebecken zur

Verbesserung der Reinigungsleistung benötigen

mehr Zeit als seinerzeit angenommen.

Im Rahmen der rollenden Erneuerung der

Anlage geht es in einer weiteren Etappe um

die Sanierung und weitgehende Erneuerung

der gesamten Schlammbehandlungsanlagen.

Eingebunden sind die Energieproduktion

über die Blockheizkraftwerke sowie Teile des

Betriebsgebäudes und des Betriebsareals. Die

weitere Sanierungsetappe der ARA Hofen

wurde 2011 so vorbereitet, dass das Stadtparlament

Anfang 2012 darüber befinden

kann. Die bewährte Struktur der Anlage im

Bereich der Klärschlammbehandlung wird

so beibehalten, dass die Entsorgung des anfallenden

Klärschlamms weiterhin teilweise

über die ARA Au und den Abwasserverband

Altenrhein erfolgt. Ein solcher zweiter Entsorgungsweg

zusätzlich zur Behandlung im

KHK ist für Fälle beizubehalten, in denen das


KHK den anfallenden Klärschlamm aus technischen

Gründen (Revisionen, Störfälle) nicht

verarbeiten kann.

Unterflur behälter (UFB)

Per Ende Jahr 2011 stehen den Einwohnerinnen

und Einwohnern rund 200 UFB für die

jederzeitige Bereitstellung von Abfällen für

die Abfuhr zur Verfügung. Es zeigt sich auch

weiterhin eine deutliche Verbesserung der

Sauberkeit in der Stadt, da wesentlich weniger

Abfallsäcke zu Unzeiten umherstehen.

In der Altstadt ist die Standortwahl für UFB

stark eingeschränkt und die Ansprüche an die

Sauberkeit sind sehr hoch. Um auch in der

Altstadt eine jederzeitige Entsorgungsmöglichkeit

für Kehrichtsäcke anzubieten, wurde

die Erstellung eines Unterflur-Presscontainers

im Gebiet Kugelgasse realisiert. Der neue Unterflur-Presscontainer

steht der Einwohnerschaft

im entsprechenden Einzugsgebiet zur

Verfügung; für die Nutzung ist aus Sicherheitsgründen

eine Batchkarte erforderlich. Je

nach zukünftigen Erfahrungen werden weitere

solche Sammelstellen für die Abfallbereitstellung

in der Innenstadt vorgesehen.

Deponie Tüfentobel

Seit Beginn der Umsetzung des Abschlussprojektes

der Deponie Tüfentobel nahmen

die Anliefermengen von Aushub auf rund

700 000 Tonnen pro Jahr zu. Diese sehr hohen

Mengen erforderten vorgezogene Verlängerungen

der Eindolung des Tüfenbaches

sowie des Materialtransportbandes.

Ursprünglich wurde damit gerechnet, dass

mit der Umsetzung des Deponieabschlussprojektes

die Ablagerungskapazitäten für rund 30

Jahre gesichert sind. Bei weiterhin gleichbleibend

hohen Anliefermengen von Aushub ist

der entsprechende Deponieteil innerhalb von

zehn bis fünfzehn Jahren verfüllt. Für die in

den Händen der kantonalen Behörden liegende

Deponieplanung besteht weiterhin Handlungsbedarf

hinsichtlich der zeitgerechten Schaffung

von Deponieraum für Aushubmaterial.

Mehrweggebinde bei Publikumsanlässen

Gemäss dem gültigen Abfallreglement der

Stadt können bei der Erteilung von Bewilligungen

zur Benutzung öffentlichen Grundes aus

Gründen der Sauberhaltung Auflagen zur Verminderung,

Verwertung und umweltgerechten

Beseitigung von Abfällen gemacht werden. Das

Stadtparlament ergänzte diese Bestimmung

seinerzeit mit dem Passus, dass bei Publikumsanlässen

in der Regel depotpflichtige Mehrwegbehältnisse

zu verwenden sind.

Erste Erfahrungen bei einem grösseren Anlass

resultierten aus dem Einsatz depotpflichtiger

Mehrweggebinde anlässlich des Eidgenössischen

Musikfestes in der Stadt St.Gallen im

Juni 2011. Aufgrund positiver Erfahrungen

ins besondere mit der Sauberkeit wird der Einsatz

von Mehrweggebinden für Anlässe wie

z. B. Kinderfest, Jahrmarkt und bei Veranstaltungen

zum Gallusjubiläum vorbereitet.

– 5 –

St.Gallen ist Spitze – der neue Mehrwegbecher

im Einsatz ab Frühsommer 2012.


Die Hauskehrichtmenge nahm 2011 erstmals seit 3 Jahren wieder zu: um 170 Tonnen bzw. 1,0 %. Grund

dafür ist die leichte Bevölkerungszunahme in der Stadt St.Gallen.

– 6 –


Das Feuer, das

alles frisst

Es war nicht der letzte Tag des Winters 2011/2012, aber er

sollte sich als der letzte Tag herausstellen, an dem es noch

schneite, wenn auch nur leicht, so leicht, dass wir erst nicht

sicher waren, ob es tatsächlich Schneeflocken waren, die

herunterkamen, oder nicht doch Staub oder Asche. Die Sonne

drückte bleich durch den bewölkten Himmel, der die Farbe

von Blei hatte. Bald würde der Frühling kommen und mit ihm

die Spaziergänger an der Sitter, die Vögel würden mit ihrem

Gezwitscher das Kommando im Wald übernehmen und alles

würde wieder so werden, wie es jeden Frühling war: Anders,

ganz, ganz anders.

Als wir auf der schlängelnden Strasse aus dem Tobel fuhren,

stellte ich meinem Sohn die unvermeidliche Frage. Ich fragte:

«Und, wie war der Besuch?» Er schien nicht lange überlegen

zu müssen, um zu antworten. «Gut.» Und dann, nach einer Sekunde

schob er hintendrein: «Sehr gut sogar.» – «Und was hat

dir am besten gefallen?» – «Drei Dinge.» – «Nämlich?» – «Das

Feuer, der Kran und das Ding, das den Stuhl gefressen hat.»

– «Du meinst den Schredder?» Ich blickte in den Rückspiegel

und sah meinen Sohn nicken und sehr zufrieden blickte er

dann aus dem Fenster. Eine Weile schwiegen wir, und als wir

die grosse Kurve fuhren, die uns auf die Autobahn brachte,

sagte ich: «Gut, und jetzt erklärst du mir, wie das Kehrichtheizkraftwerk

funktioniert?»

Text: Max Küng

Fotos: Georg Gatsas

– 7 –

Es gibt Dinge, die sind ganz einfach. Zum Beispiel ein Kehrichtheizkraftwerk.

Man sammelt Müll. Man verbrennt ihn.

Aus der Verbrennung gewinnt man Energie. Die Energie nutzt

man. Der Müll verschwindet. Fertig. Aber auch die einfachsten

Dinge sind kompliziert, das weiss man spätestens, wenn

man einmal versucht hat, ernsthaft auf die Frage eines Kindes

einzugehen, wenn es zum Beispiel fragt, warum die Erde eine

Kugel ist und nicht flach und warum wir nicht herunterfallen.

Meinem Sohn habe ich viel zu erklären versucht. Wie

funktioniert ein Föhn? Wie ein Staubsauger? Ein Rasensprenger?

Ein Differenzialgetriebe? Nicht immer waren meine Erklärungsversuche

von Erfolg gekrönt, denn auf jede Antwort

lässt sich noch eine Frage legen. Und nun, so dachte ich, drehe

ich den Spiess um: Zusammen würden wir einen seiner heissesten

Wünsche erfüllen, eine Kehrichtverbrennungsanlage

zu besichtigen, sie von innen zu sehen – und dann würde er

mir erklären, wie sie funktioniert.

Ich hörte, wie er in einen Apfel biss. Kauend sagte er: «Ich

stelle dir nun eine Frage.» Eine Weile wartete ich. Es kam keine

Frage. «Und?», fragte ich nach. «Vergessen.» – «Erzähl mir

vom Kran», sagte ich, und er antwortete: «Es ist ein Greifkran.

Er hat spitze Krallen, so wie ein Dinosaurier, ein T-Rex.» Nun

war mein Sohn in Fahrt gekommen, und er fuhr fort: «Der

Kran greift sich den Müll aus einem grossen Loch. Es sah aus


wie ein grosses Schwimmbad. Ein Schwimmbad für Olchis.»

Die Olchis sind Oscars Helden aus einem Kinderbuch, grüne

Wesen mit Knollennasen, die nichts lieber tun als Müll

zu fressen. Sie leben auf einer Müllhalde eines Ortes namens

Schmuddelfing. Sie essen alte Schuhe und rostige Nägel und

baden vorzugsweise im Schlamm.

Mein Sohn fängt an zu singen, das Olchi-Lied, ich hatte es

schon oft gehört in den letzten Monaten: «Fliegen-Schiss

und Olchi-Furz, das Leben ist doch viel zu kurz! Wir lieben

Schlick und Schlamm und Schleim, das Leben kann nicht

schöner sein!» – «Und was weisst du noch?» – «Man muss

den Müll mischen. Sonst wird das Feuer zu heiss.» – «Genau.

Wenn zuviel Papier in den Ofen kommt, dann wird das

Feuer zu heiss. Hast du gewusst, dass das Feuer immer brennt,

Tag und Nacht, egal ob Sommer oder Winter?» – «Ja, hat der

Mann am Kran ja gesagt. Ausser man muss den Ofen renodingsbums.»

– «Revidieren, genau, man muss den Ofen jedes

Jahr revidieren, weil das Feuer so heiss brennt, das hält natürlich

auf Dauer auch der stärkste Ofen nicht aus.» – «Komisches

Wort.» – «Revidieren? Ja, aber viele komische Wörter

sind auch wichtige Wörter. Sag, wäre das ein Beruf für dich?

Kranführer?».

– «Ja. Er hatte einen bequemen Stuhl, der sich drehen lässt.»

– «Erzähl mir vom Feuer, das du durch die kleine Luke sehen

konntest.» – «Das Feuer», sagte mein Sohn, «sah sehr heiss

aus. Es hatte einen Riesenhunger. Es hatte einen Hunger wie

ich jetzt.» Ich antwortete: «Aber du hast doch gerade einen

Apfel gegessen?» «Hunger! Ich bin ein Verbrennungsofen.

– 8 –

Hunger!» – «Ja, es gibt gleich was. Das Feuer übrigens ist 850

Grad heiss, hat der Mann gesagt.» – «Das klingt heiss.» – «Das

ist auch heiss! Unvorstellbar heiss.» Ich dachte zurück an die

Klappe, durch die man in den Ofen blicken konnte. Es war

wie der Blick in das Innere der Erde: Glut. Ich fragte meinen

Sohn: «Und warum verbrennt man den Müll überhaupt?»

Mein Sohn sagte: «Das solltest du ja eigentlich wissen: Weil

man nicht weiss, wohin sonst damit; und weil man damit heizen

kann, und wenn man den Müll einfach auf eine Müllhalde

kippen würde, dann würde es stinken, das würde den Olchis

aber sehr gefallen.» «Bist du traurig, dass man den Müll verbrennt?»

Mein Sohn fragte irritiert: «Warum?» – «Nun, weil

ihn die Olchis dann nicht fressen können!» Mein Sohn lachte

glucksend. «Aber das ist doch nur ein Buch, es gibt die Olchis

nicht wirklich! Es ist sehr gut, dass jemand den Müll holt und

ihn verbrennt.» – «Erzähl mir vom Schredder.» – «Er hat alles

gefressen. Einen Stuhl. Ein Bett hat er auch gefressen, oder

ein Sofa war es, und einfach alles. Ich glaube, er kann alles

fressen, was es auf der Welt gibt.» Mein Sohn imitierte einen

Schredder, so laut er konnte. «Könnte er die Welt selbst fressen?»

Mein Sohn schüttelte den Kopf. «Nein, dafür wäre er

doch zu klein, oder die Welt zu gross.»

Als wir zuhause ankamen, hatte ich das Kehrichtheizkraftwerk

zweimal gesehen. Einmal mit meinen Augen. Und einmal mit

den Augen meines Sohnes. Und tatsächlich: Die Krallen des

Greifkrans, sie waren spitz wie die Klauen eines fleischfressenden

Dinosauriers – und das Feuer verschlang alles, einfach

alles.


Die Anliefermenge an das KHK nahm gegenüber dem Vorjahr um 1 804 Tonnen bzw. 2,3 % ab. Bei den

über die Sammeldienste angelieferten Abfällen ergibt sich eine Zunahme von 289 Tonnen bzw. 0,7 %.

– 9 –


Das Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen erzielt eine gute Energieeffizienz. Der aktuelle Energienutzungsgrad

beträgt bei der Stromproduktion 16,5 % und bei der Wärmeproduktion 25,1 %.

Die Stromproduktion konnte im 2011 weiter gesteigert werden.

– 10 –


Finanzierung der Abfallentsorgung

Die Finanzierungen der Abfallentsorgung, des

Kehrichtheizkraftwerks (KHK) sowie der Deponie

Tüfentobel schlossen das Geschäftsjahr

2011 positiv ab. Teilweise sind namhafte Reserven

vorhanden. Dabei ist zu beachten, dass

insbesondere beim KHK grössere Investitionen

anstehen, die aufgrund nicht mehr ausgerichteter

Beiträge von Bund und Kantonen

mindestens teilweise vorfinanziert werden

müssen, um zukünftige Gebührenanpassungen

möglichst zu vermeiden oder zumindest

zu dämpfen. Bei der Deponie Tüfentobel ist

im Hinblick auf die umfangreichen Investitionen

und Arbeiten für den zukünftigen Deponieabschluss,

die bis dahin noch anstehenden

Investitionen und die Nachsorge darauf zu

achten, dass die notwendigen Mittel für die

Zeit, in der keine Gebühren mehr verrechnet

werden können, durch Rückstellungen ausreichend

abgedeckt sind.

Entsorgung und Recycling

Erneuerungen der Wertstoffsammelstellen

In der Stadt St.Gallen bestehen 29 Sammelstellen

für die farbengetrennte Entsorgung

von Altglas und die gemischte Sammlung von

Verpackungsaluminium und Weissblech. Im

Weiteren ist an drei Sammelstellen die Abgabe

von Alteisen, Altöl und Styropor möglich.

Die in einzelne Sammelstellen integrierten

Behältnisse für Altkleider und Schuhe werden

durch den «Verein regionale Solidarität» gestellt

und gewartet.

Die durch das Stadtparlament genehmigte rollende

Erneuerung der Sammelstellen erfolgt je

nach Standort der einzelnen Sammelstellen in

einer Kombination aus herkömmlichen oberirdischen

oder ganz versenkten Unterflursammelstellen.

Bei den derzeit geplanten ganz

versenkten Sammelstellen handelt es sich um

diejenigen im Heiligkreuz, beim Neumarkt,

Abfallentsorgung

an der Burgstrasse sowie vier noch nicht verbindlich

definierte Standorte. Die weiteren

Sammelstellen werden in der bisherigen Art

erneuert.

Geplant wird, die herkömmlichen Sammelstellen

so zu gestalten, dass Verunreinigungen

soweit wie möglich durch eine offene Anordnung

der Behältnisse und damit eine bessere

soziale Kontrolle vermieden werden. Erste

Erfahrungen z. B. mit den Sammelstellen bei

der Migros Bach und beim Grabenpärkli zeigen,

dass die Einsehbarkeit der Sammelstellen

deutliche Verbesserungen hinsichtlich Sauberkeit

und der Vermeidung wilder Ablagerungen

bewirkt. Geplant ist die Beschaffung

neuer Behälter mit verbessertem Lärmschutz

und Nanobeschichtung gegen Graffiti. An den

Sammelstellen werden Informationstafeln

(Stelen) angebracht, die in mehreren Sprachen

auf die Nutzung der Sammelstellen hinweisen.

Für Unterflursammelstellen sind in der Regel

jeweils vier 5-m3-Behälter für Glas, Aluminium

und Weissblech sowie ein Behälter für

Leergebinde (verschmutzte Tragtaschen) vorgesehen.

Unterflursammelstellen haben per

se einen sehr guten Lärmschutz. Sie sind allerdings

für die Sammlung von Textilien aufgrund

der Feuchtigkeit nicht geeignet.

Unterflur-Presscontainer

Im März 2011 wurde über den Einbau eines

Unterflur-Presscontainers an der Kugelgasse 19

(Gewerbliche Berufsschule) informiert und

den Anstössern einen aus Sicherheitsgründen

erforderlichen Batch zur Nutzung des

Presscontainers zugestellt. Mit der neuen Infrastruktur

soll auch dem Gewerbe und den

Einwohnerinnen und Einwohnern des Stadtzentrums

die Bereitstellung von Abfällen zur

Abfuhr erleichtert werden. Es besteht die

Möglichkeit, Abfälle jederzeit unabhängig von

den Abfuhrdaten zu entsorgen. Eine weitere

Unterflurpressmulde wird beim Gallusplatz

erstellt. In Anlehnung an die Bedürfnisse der

– 11 –

Einwohnerinnen und Einwohner im Innenstadtbereich

werden zu gegebener Zeit weitere

Unterflurpressmulden gestellt.

Förderung des Einsatzes von Mehrwegbechern

bei Publikumsanlässen

Im Rahmen der letzten Überarbeitung des

Abfallreglements ergänzte das Stadtparlament

die Vorgaben zur Sauberhaltung des öffentlichen

Grundes mit dem Passus, dass bei der

Erteilung von Bewilligungen zur Benutzung

öffentlichen Grundes Auflagen zur Verminderung,

Verwertung und umweltgerechten

Beseitigung von Abfällen gemacht werden

können und in der Regel depotpflichtige

Mehrwegbehältnisse zu verwenden sind.

Zur Umsetzung der Vorgaben

werden für spezifische An lässe

sowie auch als Werbeträger

30 000 entsprechend gestaltete

«Stadtbecher» ausgefertigt.

Die Konkretisierung dieser Vorgabe erfordert

Regelungen bei der Erteilung von Bewilligungen

sowie die Bereitstellung der für den

Einsatz von Mehrweggebinden notwendigen

Infrastruktur und Logistik. Zudem sind Fördermassnahmen

der Stadt im Sinn einer Hilfe

an Veranstalter sowie eine logistische Unterstützung

erforderlich.

Zur Umsetzung der Vorgaben werden für spezifische

Anlässe sowie auch als Werbeträger

30 000 entsprechend gestaltete «Stadtbecher»

ausgefertigt. Diese werden den Organisatoren

von Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.

Grünabfälle

Derzeit besteht in der Stadt St.Gallen kein

öffentliches Angebot für eine Separatsammlung

von Grüngut. Unter den Begriff Grüngut

fallen Gartenabfälle, wie Baum- und


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Strauchschnitt, Stauden, Rasenschnitt, Laub

und weitere pflanzliche Gartenabfälle. Mit

Grüngut nicht gemeint sind Speisereste und

Küchenabfälle, die schnell gären und zu Geruchbelästigungen

führen können. Für Private

bestehen unterstützende Angebote wie

z. B. eine kostenlose Kompostberatung, die

Förderung der Quartierkompostierung oder

ein vergünstigter Häckseldienst. Gewerbe und

Private können Grüngut beim Entsorgungs-

Center Ost, beim Entsorgungsfachmarkt und

bei der Schnider AG, Engelburg, abgeben. Das

Material wird in privaten Kompostierwerken

aufbereitet und verarbeitet. Ein Teil des in der

Stadt anfallenden Grüngutes gelangt zudem

über die ordentliche Kehrichtsammlung ins

Kehrichtheizkraftwerk (KHK) und wird dort

thermisch verwertet.

Trotz umfangreichen Möglichkeiten zur Verwertung

von Grüngut aus Gärten ist es sinnvoll,

den Komfort bei der Grüngutentsorgung

zugunsten der Einwohnerinnen und Einwohner

zu verbessern. Grundsätzlich geht es jedoch

auch darum, kostenintensive Strukturen

ohne wesentliche Verbesserungen bei der

stofflichen oder energetischen Verwertung

von Grüngut zu vermeiden. So hat der Stadtrat

beschlossen, auf die vorgeschlagene, punktuelle

Sammlung von Grüngut in Mulden in

den Quartieren während der vegetativen Jahreszeit

zu verzichten und ESG beauftragt, weitere

alternative Sammelstrukturen hinsichtlich

Akzeptanz, Kosten u. a. zu prüfen.

Kompostierung

Im Berichtsjahr konnten acht private Kompostplätze

auf dem Stadtgebiet reorganisiert

oder neu erstellt werden. Die Anlage in der

Alterssiedlung Flurhofstrasse 7 sowie diejenige

für den Mittagstisch und Hort Riethüsli

mussten aufgrund reger Nachfrage erweitert

werden. Im Bereich Schulen wurden ebenfalls

zwei Anlagen neu ausgestattet und vergrössert.

Sowohl an der OFFA als auch an der OLMA

wurde wiederum mit der Kompostberatung

KVA Thurgau zusammengearbeitet. Im Rahmen

des Ökomarktes nahmen abermals verschiedene

Schulklassen an einem Kurs im

Kompostieren teil.

Kehrichtheizkraftwerk (KHK)

Logistikbauten

Das Kehrichtheizkraftwerk KHK St.Gallen

ist seit 1972 in Betrieb. Es wurde in den Jahren

1987–1989 umfassend erneuert, 1996 mit

einer Entstickungsanlage nachgerüstet und

anschliessend punktuell technisch ergänzt.

Die Anlagetechnik ist bewährt und effizient.

Die heutigen zwei Verbrennungslinien wurden

seit der Inbetriebnahme in den Jahren

1987–1989 ständig verbessert und neuen Umweltstandards

angepasst.

Der Kehrichtbunker, der Kamin sowie weitere

Bauteile stammen noch aus der Zeit des Betriebsbeginns

1972, sind also rund 40 Jahre alt

und müssen grundlegend saniert werden. Wesentliche

betriebliche Bauteile wie Verbrennungsroste,

Kessel oder Turbogruppe sind

in einem verhältnismässig guten technischen

Zustand. Die langjährige Betriebszeit der alten

und auch erneuerten Anlageteile bringt

jedoch mit sich, dass der Unterhaltsbedarf

ansteigt, obwohl das KHK hinsichtlich Technologie

nach wie vor dem aktuellen Stand der

Technik entspricht.

2004 beschloss der Stadtrat, das KHK rollend

zu erneuern. Gegenüber einem Neubau hat die

rollende Erneuerung wesentliche Vorteile. Sie

ist kostengünstig und erlaubt, die einzelnen

Anlageteile bis zum Ende ihrer technischen

Lebensdauer zu betreiben. Bei allen grösseren

Investitionsentscheiden kann das technische

und marktwirtschaftliche Umfeld berücksichtigt

werden. Das KHK bleibt während den

verschiedenen Bauphasen in Betrieb. Nachteil

der rollenden Erneuerung ist, dass für den

Weiterbetrieb umfangreiche Massnahmen zur

Betriebsaufrechterhaltung erforderlich sind.

Primär geht es darum, dass die

Anlage nach erfolgter Erneuerung

auf einen weiteren Betrieb

von mindestens 20 Jahren

(bis ungefähr ins Jahr 2040)

ausgerichtet ist.

Die Planung der zukünftigen rollenden Erneuerung

des KHK muss breit abgestützt erfolgen

und in mehrere Phasen aufgeteilt werden.

– 12 –

Voraussetzung ist bei allen Planungsarbeiten,

dass sich diese mit allen Erneuerungsschritten

in ein Gesamtkonzept einfügen. Primär

geht es darum, dass die Anlage nach erfolgter

Erneuerung auf einen weiteren Betrieb von

mindestens 20 Jahren (bis ungefähr ins Jahr

2040) ausgerichtet ist. In einer ersten Phase ist

die Projektierung von Logistikbauten vorgesehen.

Solche sind zwingend erforderlich, um in

späteren Phasen die betrieblichen Infrastrukturen,

wie Ofenlinien, energetische Anlagen,

Steuerungen und Gebäude, erneuern und ergänzen

zu können. Es wird Gegenstand eines

Vorlageprojektes sein, unter Berücksichtigung

von Kosten-Nutzen-Aspekten festzulegen,

welche Anlageteile in welchem Umfang und

Zeitrahmen ergänzt und erneuert werden.

Massgebend ist jedoch, dass alle Planungsarbeiten

die gesamthafte zukünftige Entwicklung

und die Realisierung der betrieblichen

Optimierungen sowie die möglichst langfristige

Nutzung bestehender Infrastrukturen berücksichtigen.

Die Logistikbauten beinhalten die Optimierung

und Ergänzung der betrieblichen Logistik

im Bereich der Annahme und Konfektionierung

der Abfälle. Spätere grössere

Projektteile sind die energetische Ausrichtung

mit Abstimmung auf die Geothermie und die

gesamthafte thermische und luftseitige Ertüchtigung

der betrieblichen Infrastrukturen

(Kessel, Energiekreislauf, Emissionen). Vorgesehen

ist zudem eine Steigerung der Effizienz

der bestehenden Anlage unter Berücksichtigung

der Situation, dass mit betrieblichen

Optimierungen ohne zusätzliche Abfälle eine

deutliche Steigerung der Energieproduktion

erreicht werden kann.

Die vorgesehene Bunkererweiterung des KHK

und dessen Aufteilung erfordert verschiedene

bauliche Massnahmen und Anpassungen.

Dazu gehören eine Entladehalle, die Erneuerung

maschineller und elektrischer Einrichtungen,

der Ersatz des Kamins und Anpassungen

an der Rechenwaldstrasse. Die laufenden

Planungsarbeiten sind auf folgende Aspekte

ausgerichtet:

– die bestehende Annahmelogistik wird kundenorientiert

verbessert und den heutigen

und zukünftigen Anforderungen hinsichtlich

Abfertigung, Fahrzeuggrössen, Personenschutz

und Emissionsschutz angepasst;

– die Infrastruktur zur Überbrückung von

Anlagestillständen infolge von Erneue-


ungsarbeiten an der technischen Infrastruktur

wird bereitgestellt;

– unterschiedliche Abfälle werden getrennt

angenommen und verarbeitet, um sie

schliesslich in Fraktionen, verschiedenen

Bedürfnissen entsprechend, aufzubereiten;

– die Brennstoffbewirtschaftung wird für die

Nutzung der Wärme in den Wintermonaten

optimiert;

– auf die Zwischenlagerung von Abfällen auf

der Deponie wird soweit wie möglich verzichtet.

Die geplante Erneuerung der Logistik hat folgende

Ziele:

– Ausrichtung der Anlage auf das Energiekonzept

2050 und den Betrieb einer zukünftigen

Geothermie;

– Verbesserung der Positionierung der Anlage

im Abfallmarkt über die vertraglich

gesicherte Zusammenarbeit mit anderen

Anlagen;

– Anpassung der Anlage an das marktwirtschaftliche

Umfeld (Anlieferungen, Grosskunden,

Transporteure, Verarbeitung von

Abfällen abgestimmt auf energetische Bedürfnisse);

– Erhöhung und Verbesserung der Flexibilität

der Annahmelogistik, beim Betrieb

und Unterhalt (inkl. Personaleinsatz) sowie

bei der Energieproduktion durch den

Unterbruch von Abhängigkeitsketten im

technischen Bereich (Zwischenlagerung,

Schredder, Förderanlagen, Ballenpresse,

Lagerflächen);

– Nutzung der Brennstoffenergie ausgerichtet

auf eine maximale Wärme- bzw. Stromproduktion;

Steigerung der Effizienz durch optimale

Betriebsabläufe (Automatisierung);

– Verbesserung der Kundenfreundlichkeit

(z. B. Annahme von Abfällen rund um die

Uhr);

– laufende Erhöhung der Sicherheit für Kunden,

Personal und die Anlage selbst.

Rollende Erneuerung des KHK bis ins Jahr 2040. Die Hauskehrichtmenge 2011 nahm gegenüber letztem

Jahr um rund 170 t zu.

Ersatz der Speisewasserversorgung

Bei der Speisewasserversorgung handelt es

sich um eine der wichtigsten Komponenten

für den Betrieb des KHK. Die vier dazu

eingesetzten Pumpen, von denen je zwei mit

Elektromotoren und Dampfturbinen betrieben

werden, dienen im Wesentlichen der Aufrechterhaltung

des Wasser-/Dampfkreislaufes

im Hinblick auf die Produktion elektrischer

und thermischer Energie. Sie müssen so in

den Wasser-/Dampfkreislauf des KHK eingebunden

sein, dass einerseits ein möglichst

optimaler energetischer Wirkungsgrad und

anderseits eine maximale Betriebssicherheit

des KHK erreicht werden kann.

Die bestehenden Speisewasserpumpen sind

seit 1987 in Betrieb und müssen aus Alters-

und Sicherheitsgründen ersetzt werden. Heute

ist die Betriebssicherheit der Speisewasserversorgung

zunehmend gefährdet, da die

Pumpen nicht mehr ihre ursprüngliche Leistungsfähigkeit

aufweisen und Ausfälle von

einzelnen Pumpen nicht mehr so aufgefangen

werden können, dass ein Regelbetrieb der Anlage

in jedem Fall sichergestellt ist. Ein alters-

oder schadenbedingter Ausfall des Systems

sowie die erforderliche Ersatzbeschaffung

hätte eine länger dauernde Leistungseinbusse

oder einen Anlagestillstand zur Folge.

Der Austausch der Speisewasserpumpen erfolgt

im Rahmen eines Gesamtstillstands des

KHK. Die Baueinheiten müssen vorgängig

eines Einbaus auf einem grossen Rahmen

montiert, verrohrt, elektrisch verkabelt und

auf ihre Funktion geprüft werden. Dadurch

wird es möglich, den geplanten Umbau in sehr

kurzer Zeit durchzuführen.

Revision der Turbogruppe

Zur Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit

der Turbogruppe sind periodische Revisionen

erforderlich. 2011 wurde zur Ausführung im

Jahr 2012 eine Revision vorbereitet. In diesem

Rahmen werden Dampfturbine, Getriebe und

– 13 –

Generator zerlegt, kontrolliert und instandgestellt.

Die Arbeiten werden koordiniert mit weiteren

Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten so

durchgeführt, dass es zu möglichst geringen

Stillständen der Anlage kommt. Zudem wird

eine unabhängige Drittfirma die Revisionsarbeiten

so begleiten, dass eine möglichst hohe

Qualität der Revisions- und Sanierungsarbeiten

erreicht wird.

Erweiterung der Dioxinabscheideanlage

(ADIOX)

2010 beschloss das Stadtparlament die Nachrüstung

des Kehrichtheizkraftwerks mit einer

ergänzenden Dioxinabscheideanlage (Adiox-

Anlage). Die Anlage wurde im Rahmen des

genehmigten Kostenbetrages erstellt; die gesetzlich

vorgegebenen Grenzwerte für den

Ausstoss von Dioxin und Furan können um

rund das 10-fache unterschritten werden. Die

Abscheidung erfolgt bei Rauchgastemperaturen

von rund 80 °C in Polypropylen-Füllkörpern;

und darin enthaltene Aktivkohle kann

in die Dioxine und Furane eingebunden werden.

Damit die zu behandelnden Rauchgase

die Füllkörper thermisch nicht beschädigen

oder zerstören, werden sie durch Wärmeauskopplung

zugunsten der Fernwärme von rund

180 °C auf 80 °C abgekühlt.

Da der Wärmebedarf der Fernwärme mit zunehmendem

Netzausbau auch im Sommer

steigt, wurde auf eine zusätzliche Rauchgaskühlung

vorerst bewusst verzichtet. Der erste

Sommerbetrieb im Jahre 2011 zeigte jedoch,

dass die Rauchgase bei höheren Aussentemperaturen

nicht genügend und gesichert abgekühlt

werden konnten.

Um die für den Betrieb der Adiox-Anlage

erforderliche maximale Rauchgastemperatur

ganzjährig gesichert einhalten zu können,

wird im Fernwärmenetz ein zusätzlicher Wärmetauscher

in Form eines Rückkühlers integriert.

Dadurch wird gewährleistet, dass auch

bei höheren Aussentemperaturen genügend

Wärmeabnahmekapazität verfügbar ist, um


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

die maximale Rauchgastemperatur für den Betrieb

der Adiox-Anlage einhalten zu können.

Kehrichtschlacke

Die Entsorgung der Kehrichtschlacke erfolgte

bisher über die Deponie Tüfentobel, wo

sie entschrottet und die dabei gewonnenen

Metalle der Wiederverwertung zugeführt

wurden. Zukünftig ist die Entschrottung der

Schlacke aus dem KHK auf der Deponie nicht

mehr möglich. Gründe dafür sind die entstehenden

Emissionen, wie Gerüche, Staub und

Lärm.

Um das an sich sinnvolle Metallrecycling weiter

zu betreiben, wird die Schlacke neu auf

Zusehen hin in Zusammenarbeit mit dem

VfA, Verein für Abfallentsorgung, Buchs,

aufbereitet. Anschliessend wird eine analoge

Menge Schlacke auf der Deponie Tüfentobel

abgelagert.

KHK-Gebühren

Die Anliefermengen an das KHK setzen sich

zu rund 60% aus kommunalen und zu rund

40% aus Anlieferungen Dritter (Industrie,

Gewerbe, Sortierbetriebe) zusammen. Die

Gebühren für Anlieferungen Dritter werden

über einen nach Mengen gestaffelten Tarif erhoben.

Im Hinblick auf die Förderung der Wiederverwertung

von Abfällen ist grundsätzlich

erwünscht, dass eine möglichst grosse Menge

Wertstoffe aus dem Abfall aussortiert wird.

Entsprechend wurde die Zusammenarbeit mit

professionellen Sortierwerken durch ergänzende

Rabatte im Rahmen der flexiblen Anwendung

des Gebührentarifs verbessert.

Deponie Tüfentobel

Die Deponie Tüfentobel ist eine der grössten

Entsorgungsanlagen im Kanton und umfasst

ein Einzugsgebiet von über 70 Gemeinden

von Aadorf bis ins Appenzeller Vorderland

und vom Bodensee bis ins Toggenburg. Das

Einzugsgebiet beinhaltet Anlieferungen von

Reaktormaterial aus dem Gebiet des Zweckverbandes

Abfallverwertung Bazenheid und

Teilen des Kantons St.Gallen sowie der Kantone

Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden.

Das Einzugsgebiet für Inertstoffe und Aushub

beschränkt sich auf die Stadt St.Gallen und die

umliegenden Gemeinden bis an den Bodensee.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der

Stadt haben 2003 dem Abschlussprojekt der

Deponie Tüfentobel mit Kosten von CHF 35,5

Mio. zugestimmt. In der Abstimmungsvorlage

wurde darauf hingewiesen, dass mit dem

Abschlussprojekt die Ablagerungskapazitäten

für die nächsten rund 30 bis 35 Jahre gesichert

würden. Die Infrastruktur der Deponie ist auf

jährliche Anlieferungen von 450 000 Tonnen

ausgerichtet. Bei aktuellen Anliefermengen

von 700 000 Tonnen pro Jahr wäre die Deponie

Tüfentobel wesentlich früher als vorgesehen

in rund 10 bis 15 Jahren verfüllt.

Als kurzfristige Massnahme zu einer möglichen

Entlastung der städtischen Anlage hat

der Stadtrat beschlossen, die Gebührenansätze

der Deponie für Aushub und Inertmaterial auf

Mitte Jahr 2011 anzuheben. Eine anderweitige

Verwertung von Aushub, wie der Wiedereinbau

auf Baustellen oder die weitergehende

Nutzung anderer Deponien, soll so begünstigt

werden. Sollte sich die Anliefermenge auf die

Deponie Tüfentobel nicht deutlich reduzieren,

müssten weitergehende restriktive Massnahmen

geprüft werden.

Bei aktuellen Anliefermengen

von 700 000 Tonnen pro Jahr

wäre die Deponie Tüfentobel

wesentlich früher als vorgesehen

in rund 10 bis 15 Jahren

verfüllt.

In Anlehnung an obige Ausgangslage hat die

Stadt das zuständige Departement des Kantons

St.Gallen ersucht, so bald als möglich für

die Schaffung weiterer Standorte für die Ablagerung

von Aushubmaterial unter Beachtung

einer entsprechenden Dringlichkeit besorgt

zu sein.

Anlieferungen von nassem Material

Seit längerer Zeit werden in der Deponie

Tüfentobel täglich sehr grosse Mengen von

Inertstoffen und Aushubmaterial angeliefert.

Festzustellen ist, dass es sich dabei öfters auch

um sehr nasses Material (flüssig, nicht befahrbar

und verdichtbar) handelt. Die grossen

Liefermengen und das nasse Material führen

dazu, dass die Verdichtung des Deponiekörpers

stark erschwert und die Stabilität des De-

– 14 –

poniekörpers eingeschränkt wird. Eine fachgerechte

Verdichtung ist Voraussetzung, um

die im Abschlussprojekt geplante Endgestaltung

der Landschaft umzusetzen.

Aus diesen Gründen sieht ESG vor, die

Anlieferungsmöglichkeit für sehr nasses

Material – je nach Situation – auf Voranzeige

ein zuschränken bzw. die Annahme von sehr

nassem Material gegebenenfalls einzustellen.

Nur so ist es möglich, die Deponie auch in

Zukunft nachhaltig zu bewirtschaften und für

unsere Kunden eine hohe Betriebs- und Entsorgungssicherheit

sicherzustellen.

Technische Infrastruktur

Der Einsatz möglichst umweltschonender

Deponiegeräte ist Verpflichtung. Zum Abbau

von Fremdmieten wurden gegen Ende 2011

ein neuer Kettendozer sowie ein neuer Radlader

beschafft. Im Rahmen der Ausschreibungen

wurden die Umweltkriterien sowie die Bereiche

Qualität, Eignung und Sicherheit höher

als die Angebotspreise gewichtet. Die neuen

Geräte werden ab 2012 eingesetzt und die

Emissionen der Deponie weiter reduzieren.

Deponie Tüfentobel, Fonds für ökologische

Ausgleichsmassnahmen

Der Fonds der Deponie Tüfentobel bezweckt

die finanzielle Förderung von ökologischen

Ausgleichsmassnahmen in Folge der Beeinträchtigung

schutzwürdiger Lebensräume im

Gebiet der Deponie Tüfentobel durch technische

Eingriffe. Aufgrund der Anlieferungen

2011 wurde ein Betrag von CHF 95 860

in den Fonds eingelegt. Nach dieser Einzahlung

verfügt der Fonds über ein Vermögen

von CHF 328 183. Von diesem Betrag sind

CHF 75 000 für Sanierungsmassnahmen im

Naturschutzgebiet Ochsenweid, CHF 18 100

für Pflegeeingriffe im Gebiet Strebelwald-

Steilhang Grueben und CHF 7485 für Pflegeeingriffe

im Wattbachtobel verpflichtet. Die

freien Fondsmittel per Ende 2011 betragen

CHF 227 598.


Entsorgung und Recycling

Finanzen in CHF 1 000/Personal

Beim dem um 0,4% höheren Ertrag stehen

leicht höheren Gebühreneinnahmen tiefere

Erträge aus der Wiederverwertung von Wertstoffen

gegenüber. Der Aufwand erhöhte sich

um 5,4% und begründet sich im Wesentlichen

aus Kosten für die Erneuerung von Wert-

Die Hauskehrichtmenge nahm um 170 Tonnen

bzw. 1,0% zu und die Menge gesammelter

Wertstoffe um 172 Tonnen bzw. 2,2% gegenüber

dem Vorjahr ab. Die Menge des gesammelten

Altpapiers und Kartons reduzierte sich

um 116 auf 5143 Tonnen. Die Altglasmenge

2007 2008 2009 2010 2011

Einnahmen 7 774 7 803 7 303 7 495 7 524

Aufwand 6 547 6 326 6 420 6 278 6 618

Abschreibungen 96 709 655 581 530

Stand Ausgleichskonto 4 157 4 925 5 153 5 789 6 165

Personalbestand* 5.0 15.0 15.0 15.0 15.0

* ab 2008 inkl. Sammeldienst

Mengenentwicklung

stoff- und Unterflursammelstellen sowie

trotz tieferen Gebührenansätzen des KHK

aus mengenbezogen leicht höheren Kosten

für die Abfallverbrennung. Der Rechnungsüberschuss

nahm von CHF 636 000 auf

CHF 376 000 ab.

in t 2007 2008 2009 2010 2011

Hauskehricht St.Gallen 17 127 17 275 17 198 17 055 17 225

Separatsammlungen 8 398 8 711 8 065 7 980 7 808

Total Sammelmenge 25 525 25 986 25 263 25 035 25 033

liegt mit 2365 Tonnen um 32 Tonnen unter

dem Vorjahreswert. Im Bereich Altmetall

(inkl. Aluminium und Weissblech) ergab sich

eine um 24 Tonnen tiefere Sammelmenge von

300 Tonnen.

– 15 –

Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Thermische Abfallbehandlung im KHK

Finanzen in CHF 1 000/Personal

2007 2008 2009 2010 2011

Einnahmen 15 748 15 695 15 219 14 943 14 866

Aufwand* 10 879 11 988 12 151 11 018 10 740

Abschreibungen 1 160 1 598 1 572 1 568 1 465

Stand Ausgleichskonto 4 000 4 000 4 000 4 000 4 000

Baureserve 30 249 32 358 33 854 36 211 38 872

Personalbestand 27.2 28.7 28.7 28.7 29.2

* exkl. Einlage in die Baureserve und Abschreibungen

Der Ertrag des KHK hat sich kaum verändert

und liegt um CHF 77 000 bzw. 0,5 % unter

demjenigen des Vorjahres. Der Betriebsaufwand

nahm um CHF 278 000 bzw. 2,5 % ab.

Höheren Unterhaltkosten stehen geringere

Aufwendungen für die auswärtige Abfallbehandlung

und die Schlackeentsorgung gegen-

Mengenentwicklung

in t 2007 2008 2009 2010 2011

Sammeldienst Region 25 585 25 890 26 272 26 148 26 267

Sammeldienst Stadt 17 127 17 275 17 198 17 055 17 225

Klärschlamm 5 762 5 474 5 495 5 500 4 972

Direktanlieferung Dritter 30 070 32 260 31 505 28 133 26 568

Gesamtmenge 78 544 80 899 80 470 76 836 75 032

Die Anliefermenge an das KHK nahm gegenüber

dem Vorjahr um 1804 Tonnen bzw. 2,3 %

ab. Bei den über die Sammeldienste angelieferten

Abfällen ergibt sich eine Zunahme von

über. Die Abschreibungen reduzierten sich

um CHF 103 000. Mit einer Einlage von

CHF 2 660 821 (Vorjahr CHF 2 356 423) in

die Baureserve erhöht sich deren Bestand auf

CHF 38 872 000. Das Ausgleichskonto weist

weiterhin einen Saldo von CHF 4 Millionen

aus.

289 Tonnen bzw. 0,7 %. Die Anlieferungen

Dritter nahmen um 1565 Tonnen bzw. 5,6 %

und die Klärschlammanlieferungen um 528

Tonnen bzw. 9,6 % ab.

– 16 –


Ablagerungsplatz Tüfentobel

Finanzen in CHF 1 000/Personal

– 17 –

2007 2008 2009 2010 2011

Einnahmen 7 618 8 379 8 710 10 143 10 726

Einnahme Deponie Meggenmüli (Gegenrecht) (1 310) (1 732) (1 338) (0) (0)

Betriebsaufwand 3 883 4 291 4 849 4 693 4 831

Abgeltung an den allgemeinen Haushalt 1 000 1 500 1 500 1 500 1 500

Einlage in den Fonds für ökologische Ausgleichsmassnahmen 65 74 78 38 96

Überschuss Laufende Rechnung 2 402 2 242 2 267 3 759 3 971

VASA-Abgabe (Sanierung von Altlasten) (599) (834) (801) (842) (870)

Rückstellungen für Nachsorge/Risiko 8 249 8 249 8 249 8 249 8 249

Rückstellung Betriebsphase/Abschluss 18 987 19 011 21 280 15 163 17 882

Ausgleichskonto 4 000 4 000 4 000 4 000 4 000

Total Rückstellungen/Ausgleichskonto 31 236 31 260 31 377 27 412 30 131

Personalbestand 6.0 7.0 7.0 6.5 6.5

Die höheren Einnahmen sind auf höhere

Reaktormaterialanlieferungen sowie Mehrerträge

bei der Anlieferung von Aushubmaterial

zurückzuführen. Der höhere Betriebsaufwand

resultiert aus der zusätzlichen Einmietung

von Fahrzeugen und Personal. Die Ablieferung

an den Allgemeinen Haushalt liegt mit

Mengenentwicklung

in t 2007 2008 2009 2010 2011

Inertes Material 419 357 617 435 720 530 666 949 638 671

Reaktormaterial 29 954 27 763 22 622 27 661 28 053

Schlacke KHK, inkl. Schrottanteil 0 15 437 15 066 15 445 14 996

Kompostierbare Abfälle* 3 692 3 281 0 0 0

Total Anlieferungen 453 003 663 916 758 218 710 055 681 720

* Annahme Ende 2008 eingestellt

Die Anliefermengen auf die Deponie Tüfentobel

liegen im Bereich der inerten Abfälle

(insbesondere Aushubmaterial) um 28 278

Tonnen unter denjenigen des Vorjahres, aber

CHF 1,5 Mio. auf Vorjahresniveau und auf

eine Verzinsung der Rückstellungen durch die

Stadt wurde wie im Vorjahr verzichtet. Die

Abschreibungen von Investitionen aus dem

Deponieabschlussprojekt erfolgten mit CHF

1,252 Mio. direkt über die Rückstellungen.

immer noch auf einem ausserordentlich hohen

Niveau. Die Anlieferungen von Reaktormaterial

und Schlacke lagen zusammen um

57 Tonnen unter der Vorjahresmenge.

Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen


– 18 –


Wasser ist zum

Waschen da?

Wasser ist mir zuwider – zumindest morgens unter der Dusche.

Kennen Sie das? Sie schleppen sich gleich nach dem Aufwachen

ins Badezimmer, entkleiden sich noch unterwegs und

steigen schlaftrunken unter die Brause. Gibt es Brutaleres?

Für einen Morgenmuffel wie mich jedenfalls nicht. Unerbittlich

spült der Wasserstrahl meine wohlige Trägheit des Schlafs

den Abfluss hinunter. Das kühle Nass piesackt mich, bis auch

der letzte Gedanke das Schlummerland verlassen hat. Ich werde

mir gewahr, dass die schönen Dinge, die ich gerade erlebt

habe, nur Träume waren. Nie fühle ich mich nackter.

Aber warum tut man sich die Duscherei eigentlich an? Naja,

man will nicht diejenige sein, nach der sich die Leute die Nase

rümpfen. Im Bus erkennt man die Nicht-Duscher daran, dass

sich eine Sperrzone um sie bildet; der Platz neben, vor und

hinter ihnen bleibt frei. Setzt man sich aus Versehen doch einmal

neben einen Stinker, gerät man in einen Gewissenskonflikt.

Was nun? Aufstehen und einen anderen Platz suchen?

Das würde den dünstenden Menschen vor den Kopf stossen,

das will man auch wieder nicht. Vielleicht kann er ja gar nichts

dafür wegen seines süsslich-säuerlichen Geruchs. Die Leute

rundherum schauen einen mitleidig und verständnisvoll an.

Es entsteht eine Duscher-Solidarität. Und weil man in solchen

Situationen niemals selber der Stinker sein will, duschen wir

heutzutage nach dem Aufstehen, nach dem Sport, nach dem

Sex und am liebsten auch noch zwischendurch.

Text: Jeanette Herzog

Fotos: Fabian Unternährer

– 19 –

In dieser Beziehung hatten es die Leute früher wahrlich besser,

denke ich mir, während ich die Regler drehe, bis das Wasser

gerade so warm ist, wie vorher mein Bett. Zur Zeit des 14.

Ludwigs stanken alle, und niemand störte sich daran. Von Duschen

und Baden hielten die Menschen nichts. Sie glaubten,

Wasser weiche den Körper auf und mache ihn empfänglich

für allerlei Krankheiten. Es war das Zeitalter des Puderns und

Parfümierens. Oder: das Zeitalter des Kratzens und Lausens.

Die prächtigen Perücken waren ein Paradies für Käferchen.

Aber der Sonnenkönig war geradezu vernarrt in die haarigen

Kopfbedeckungen, denn das kaiserliche Haupt war kahl. Hofdamen

und Edelmannen blieb also nichts anderes übrig, als

sich der drolligen Mode anzupassen. Doch man war erfinderisch:

Damit es tagsüber nicht allzu sehr juckte, lagerten die

Perücken nachts in Volieren. Eine geniale Idee; die Perücke

war gesäubert, die Vögel gefüttert. Stank es einmal gar arg, so

tunkte man die Flügel der Vögelchen in Parfum und liess sie

durch den Raum flattern. Das wäre doch eine Lösung für das

Busproblem! Doch solange ich keinen Vogel habe, muss ich

mich selber um mein Haar kümmern. Da genehmige ich mir

eine Extraportion Shampoo.

Dabei hatten die Leute von damals durchaus Sinn für Hygiene.

Wer sich nämlich das Entgelt leisten konnte, durfte gar der

Morgentoilette des Kaisers beiwohnen. Diese Termine waren

so begehrt, dass der Herrscher selbst auf dem sogenannten

Kackstuhl Audienzen hielt – während ihm Vögelchen um den


Kopf flatterten. Ein wunderbares Bild. Ich wünsche mir zwar

nicht die Renaissance zurück, es ist schon richtig, dass heute

jede WC-Türe ein Schloss hat. Aber vielleicht könnten ja Vögel

durch die öffentlichen Klos fliegen, das wäre doch charmanter

als die öden Zerstäuber, die einem beim Betreten des

Raums eine Parfumwolke in den Nacken pusten. Und wenn es

auf dem Thron mal nicht so richtig klappen will, kann man

mit den Vögelchen um die Wette pfeifen.

Die Hygiene-Gewohnheiten haben sich im Laufe der Jahrhunderte

immer wieder verändert. Julius und seine Römer pflegten

eine ausschweifende Badekultur, die sich bis in den Orient

verbreitete. Türkische Bäder und Hamams zeugen davon.

Aber im alten Rom badete man nicht nur, um der Schutzgöttin

Hygiéia Respekt zu zollen. Badehäuser waren auch Geschäftshäuser

– und Freudenhäuser. Freudenhäuser nicht gerade im

heutigen Sinne eines Bordells, aber man war durchaus ungezwungen.

Das ging lange gut, bis immer mehr Leute krank

wurden. Die Badehäuser wurden zu Brutstätten für Syphilis

und allerhand Geschlechtskrankheiten. Es setzte sich langsam

die Meinung durch, Wasser sei schädlich. Welch ein Gesinnungswandel!

Die Leute entdeckten das Wasser erst im 17. und 18. Jahrhundert

wieder für sich. Wissenschaftler belegten, dass die

regelmässige Reinigung mit Wasser Krankheiten vorbeugen

könne. In Anbetracht der grassierenden Pest eine hilfreiche

Erkenntnis. Aber es dauerte Generationen, bis die Menschen

ihre Wasserscheu abgelegt hatten. Vorreiter der neuen Hygienewelle

am Bodensee war Napoleon III., der einen Teil seiner

Jugend auf Schloss Arenenberg in Salenstein verbrachte. Der

blonde Prinz schwamm auf die Insel Reichenau – und ertrank

dabei wider Erwarten nicht. Die Leute lebten zwar seit jeher

am See und wuschen sich mittlerweile wohl auch gelegentlich

darin, es wäre ihnen aber nie in den Sinn gekommen, in diesem

auch zu schwimmen.

Die Zeiten änderten sich. Napoleon zog aus, um Frankreich zu

erobern, was ihm beim zweiten Anlauf auch gelang. Als Kaiser

kehrte er Mitte des 19. Jahrhunderts an den Bodensee zurück

und liess das Schloss umbauen. Wie viel Wert er dabei auf

das Baden legte, erkannten Archäologen gerade erst vor zwei

Jahren, als man sein Badezimmer entdeckte. Die Archäologen

waren begeistert: ein europaweit einmaliger Fund. Es handelte

sich bei diesem Zimmer nicht einfach um eine Waschkammer.

– 20 –

Nein, es war ein Wellnesstempel mit Hightech-Installationen,

Stuckdecke, Wandbemalungen und Sandsteinboden. In der

Mitte des Badesaals war ein Tauchbad eingelassen, an dessen

Stirnseite ein Adler prangte. Heisswasser wurde nicht – wie

damals üblich – aus Kesseln in die Wanne geschüttet, sondern

floss durch ein Rohr direkt aus dem Heisswasser-Ofen der Küche

in das kaiserliche Planschbecken. Kaltwasser wurde per

Druckleitung direkt aus einer Quelle zugeführt.

Dass man sich wäscht, wurde auch beim einfachen Volk Usus.

Jeweils samstags badeten die Familien sogar. Entweder einer

nach dem andern in der eigenen Wanne – oder eben in Badehäusern.

Und da schliesst sich der Reigen.

Waschen – stinken, stinken – waschen. Es war jeweils die

Wissenschaft, die den Menschen das Wasser ausredete oder

eben empfahl. Die Zeit ist reif für eine erneute Veränderung.

Heutzutage waschen wir uns wieder so exzessiv wie die Römer

– auch ich stehe mittlerweile eine kleine Ewigkeit unter

der Dusche. Nur frönen wir weniger den gemeinschaftlichen

Lüsten, als unserem persönlichen, peniblen Reinlichkeitsbedürfnis.

Schmutz wird sofort abgewaschen, die Duschen

und Waschmaschinen laufen auf Hochtouren. Aber wie lange

noch? Kinder und andere Haustiere sind mittlerweile steril,

unsere Nahrung hypoallergen – und doch werden wir immer

kränker. Heute heissen die Erreger, die Veränderung in hygienischer

Sicht vorantreiben, nicht mehr Syphilis und Pest, sondern

Vogel- und Schweinegrippe. Wahrscheinlich beginnen

wir bald damit, uns zu desinfizieren. Erste Tendenzen in diese

Richtung sind ja bereits zu beobachten. Die Leute besprühen

Hände und Türgriffe mit Sterilium, Dismofix und Co.

In ein paar Jahren stehe ich morgens – immer noch schlaftrunken

– auf und steige unter die Brause. Doch da fliesst kein

Wasser, sondern Desinfektionsmittel heraus. Eine Horrorvorstellung!

Empört steige ich unter der Dusche hervor.

Wir sollten stattdessen das Beste aus jedem Zeitalter zusammentragen

und eine neue Hygiene-Generation prägen. Jeder

könnte seine individuellen Reinigungsgewohnheiten entwickeln.

Ich persönlich wünsche mir für die Morgentoilette die

Variante mit den Vögelchen. Meines wäre gelb. Es würde mich

mit seiner lieblichen Stimme wecken, während es mir die

Haare laust. Das sparte Wasser und ermöglichte es mir, eine

halbe Stunde länger zu schlafen. Wunderbar!


– 21 –


– 22 –


Mikroverunreinigungen

In der Schweiz werden bei der Abwasserentsorgung

gute Reinigungsleistungen für

die Abwasserbehandlung erreicht. Allerdings

braucht es heute und in den kommenden Jahren

grosse Anstrengungen, um den Standard

zu halten und die Herausforderungen in der

Entsorgung von Siedlungsabwässern zu bewältigen.

Gegenwärtig werden in der Schweiz täglich

mehr als 30 000 synthetische organische Substanzen

verwendet. Eine grosse Zahl davon,

namentlich Rückstände von Medikamenten,

Kosmetika, Reinigungsmittel, Biozide und

Pestizide, gelangen direkt ins Abwasser. Diese

sogenannten Mikroverunreinigungen können

bereits in geringen Konzentrationen für die

Umwelt schädlich sein. Da mit herkömmlichen

Abwasserbehandlungsverfahren nur ein

Teil davon eliminiert werden kann, gelangen

diese Stoffe auch in Oberflächengewässer, wo

sie zu nachteiligen Einwirkungen auf die Wasserlebewesen

führen können. Obwohl nach

aktuellen Erkenntnissen keine direkte Gefahr

für die menschliche Gesundheit besteht,

macht eine Verringerung der Stoffeinträge aus

Sicht des Vorsorgeprinzips Sinn.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat grosstechnische

Pilotversuche auf den ARA in Regensdorf

und in Lausanne durchgeführt. Die

technischen Möglichkeiten zur Elimination

unerwünschter Spurenstoffe bei Abwasserreinigungsanlagen

sind bei der ARA Regensdorf

mittels Ozonisierung erfolgreich in einem

Teilstrom pilotiert worden. Aktuell laufen

noch technische Pilotversuche in Lausanne

mittels Pulver-Aktiv-Kohle (PAK).

ESG hatte sich seinerzeit beim Bund ebenfalls

für die Durchführung von Pilotversuchen bei

der ARA Hofen angemeldet. Im Zusammenhang

mit der neuen Ableitung der ARA Hofen

zum Bodensee via ARA Morgental stehen so-

Gewässerschutz

wohl der Abwasserverband Morgental (AVM)

als auch ESG einer weitergehenden Abwasserreinigung

grundsätzlich positiv gegenüber.

Bezüglich der Realisierung ergänzender Anlagen

zur Elimination von z. B. Mikroverunreinigungen

ist derzeit noch unklar, welche

verbindlichen technischen Leistungen entsprechende

Anlagen erbringen müssen. Zudem

beziehen sich die bisherigen Erprobungen

neuer Technologien nur auf Teilströme

von Abwasseranlagen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen

sowie die nötigen Finanzierungsgrundlagen

werden vom Bund zurzeit

erarbeitet.

Im Hinblick auf das Projekt der Ableitung der

ARA Hofen über den AVM in den Bodensee

zeigt sich, dass es sinnvoll ist, zu gegebener

Zeit weitergehende Massnahmen zur Abwasserreinigung

gemeinsam für die Anlagen

Hofen und Morgental zu realisieren. Zu beurteilen

sind grundsätzlich die Möglichkeiten

der weitergehenden Abwasserreinigung

(Technologien wie Ozonisierung oder der

Einsatz von PAK). Zudem ist im Interesse der

Einwohnerinnen und Einwohner der Einzugsgebiete

der Anlagen relevant, dass finanziell

erforderliche Mittel auch zukünftig in gesicherte

Technologien investiert werden.

Es ist geplant, Projekte zur Elimination von

Mikroverunreinigungen umzusetzen, sobald

gesicherte Ergebnisse der vom Bundesamt

für Umwelt (BAFU) und der eidgenössischen

Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung

und Gewässerschutz (EAWAG) eingeleiteten

Pilotversuche, die gesetzlich notwendigen

Rahmenbedingungen sowie die

übergeordnete Finanzierung vorliegen.

– 23 –

Sanierung und Erweiterung der ARA Au

Am 28. November 1999 haben die Stimmbürgerinnen

und Stimmbürger dem Projekt

der Sanierung und Erweiterung der ARA Au

sowie der Aufhebung der ARA Hätterenwald

mit Abwasserüberleitung zur ARA Au mit

Nettobaukosten von CHF 19,352 Mio. zugestimmt.

Die Baukosten für das Gesamtprojekt

betrugen netto CHF 20,016 Mio. Mit Einbezug

der Teuerung liegt der Investitionsaufwand

für den Anteil der Stadt um rund CHF

1,1 Mio. unter dem teuerungsangepassten

Kreditbetrag.

Instandstellung der Druckleitung

Pumpwerk Hätterenwald–ARA Au im

Bereich Ochsenweid

Eine Hangrutschung im Bereich Ochsenweid

beschädigte die Druckleitung von der Pumpstation

Hätterenwald zur ARA Au. Die Sanierung

der Leitung erfolgte mit einer gesteuerten

Horizontalbohrung, die den Rutschkörper

in 8 m Tiefe unterquert. Die Finanzierung der

auf die Stadt entfallenden Kosten erfolgte über

den Rahmenkredit für Kanalsanierungen.

ARA Au: energetische Sanierungen

Die ARA Au wurde in den Jahren 2000–2004

erweitert und saniert. Anlageteile, die damals

das Ende ihrer Lebensdauer noch nicht erreicht

hatten, wurden nicht saniert oder ersetzt.

Das Betriebsgebäude der ARA Au mit

den beiden Faultürmen wurde 1972 erstellt.

Die Faulanlage und das Gebäude wiesen für

diese Zeit typische Bauteile auf und bei den

Konstruktionen fehlten energetische Massnahmen.

Mitte 2009 wurde eine Ingenieurfirma

mit der Untersuchung einer energetischen

Sanierung beauftragt. Aus den entsprechenden

Analysen und Sanierungsvorschlägen


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

resultierte, dass sowohl der Faulturm als auch

das Betriebsgebäude saniert werden müssen,

um der ökologischen und wirtschaftlichen

Betrachtung gerecht zu werden.

Die Faulung des Schlammes erfolgt in den beiden

Faultürmen. Im Vorfaulraum, dem Frischschlamm

zugeführt wird, beträgt die Temperatur

konstant 38 °C, damit die Abbauprozesse

optimal erfolgen. Dabei wird Methangas gebildet,

das in den BHKWs zur Produktion von

elektrischer Energie und Wärmeerzeugung

genutzt wird. Der Nachfaulraum dient als

Stapelbehälter, der keine zusätzlichen Heizmassnahmen

erfordert. Infolge der fehlenden

Isolation beim Vorfaulraum war der Wärmeverlust

erheblich. Die Abwärmenutzung der

BHKWs reichte nicht aus, um das Temperaturniveau

im Vorfaulraum zu halten, entsprechend

musste dazu Heizöl verwendet werden.

Die energetischen Sanierungsmassnahmen

bei der ARA Au

führen zu einer weiteren Verbesserung

der Energieeffizienz

der Anlage.

Im Rahmen des energetischen Sanierungsprojektes

wurde das seit den 80er Jahren in

Betrieb stehende zweite BHKW ersetzt. Vorhergehende

Abklärungen belegten, dass die

sinnvollste und wirtschaftlichste Verwertung

von Klärgas weiterhin im Betrieb von zwei

BHKWs liegt.

Die energetischen Sanierungsmassnahmen

bei der ARA Au konnten 2011 im Rahmen der

genehmigten Investitionskredite abgeschlossen

werden und führen zu einer weiteren Verbesserung

der Energieeffizienz der Anlage.

Ersatz der Schlammentwässerung

Die ARA Au verfügt über eine Schlammentwässerung,

in der nebst dem dort anfallenden

Faulschlamm rund zwei Drittel des bei der

ARA Hofen anfallenden Schlammes entwässert

wird. Der entwässerte Faulschlamm wird

seit rund 10 Jahren dem Kehrichtheizkraftwerk

(KHK) zur thermischen Behandlung

zugeführt. 2010 beschloss das Stadtparlament,

die mit jährlich etwa 8200 Betriebsstunden

pro Jahr nahezu ununterbrochen laufende

Anlage zu ersetzen.

Geplant wurde, den Schlamm neu auf dem

Areal des KHK zu entwässern. Der dafür

vorgesehene Dekanter wurde beim Kranabstellplatz

beim Kehrichtbunker installiert.

Der Dünnschlamm wird vom Faulraum der

ARA zum KHK gepumpt und der entwässerte

Schlamm mit Förderbändern in die Einfülltrichter

des KHK geleitet. Der Speichertank

für das ausgepresste Faulwasser wurde innerhalb

des KHK installiert, von wo dieses im

freien Gefälle in das Stapelbecken der ARA

abfliessen kann.

Das Projekt der Erneuerung der Klärschlammentwässerung

konnte 2011 kosten- und zeitgerecht

abgeschlossen werden.

Ableitung ARA Hofen-Bodensee

mit Kleinwasserkraftwerk

Morgental

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der

Stadt St.Gallen haben am 28. September 2010

dem Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität

der Steinach mit einer neuen direkten

Ableitung des gereinigten Abwassers der

ARA Hofen in den Bodensee mit einem Ja-

Stimmen-Anteil von rund 88 % zugestimmt.

Bereits vorgängig der Abstimmung in der

Stadt lagen die Zustimmungen der Gemeinde

Wittenbach und der Delegierten des Abwasserverbandes

Morgental vor. Das Projekt mit

Gesamtkosten von CHF 23,554 Mio. besteht

im Wesentlichen aus einer Abwasserdruckleitung

von der ARA Hofen bis zum Areal der

ARA Morgental, einem Kleinwasserkraftwerk

auf dem Gelände der ARA Morgental sowie

einer neuen Seeleitung. Die Einleitung des gereinigten

Abwassers in den Bodensee erfolgt

weiter vom Ufer entfernt und in grösserer Tiefe

und hat eine deutliche Entlastung der Arboner

und Steinacher Bucht zur Folge.

Die Planungsarbeiten für die Projektumsetzung

sind durchgeführt. Eine Projektverzögerung

von rund einem Jahr ergibt sich durch

die Einsprache eines Mitbewerbers bezüglich

Lieferung der Druckrohre. Die Einsprache

gegen den Vergabeentscheid der Stadt wurde

zwischenzeitlich durch das Verwaltungsgericht

nach einer Gerichtsentscheidungspha-

– 24 –

se von 14 Monaten abgelehnt und somit der

Vergabe der Stadt zugestimmt. Da der Bau der

Ableitung im Landwirtschaftsgebiet nicht in

der Vegetationszeit ausgeführt werden kann,

müssen die Bauarbeiten auf das Jahr 2012 verlegt

werden.

Weitere Etappe zur Werterhaltung

der Abwasserreinigungsanlage (ARA)

Hofen-Wittenbach

Im Juni 2008 nahm das Stadtparlament vom

Konzept der zweistufigen Sanierung der ARA

Hofen und der Ableitung des gereinigten Abwassers

in den Bodensee Kenntnis und genehmigte

den für die erste Sanierungsetappe

erforderlichen Verpflichtungskredit von CHF

5 100 000 mit einem auf die Stadt St.Gallen

entfallenden Kostenanteil von CHF 4 250 000.

Die erste Sanierungsetappe der ARA Hofen

kann kosten- und zeitgerecht abgeschlossen

werden. Sie bezog sich im Wesentlichen auf

das Rechengebäude, Sandfang, Vor-, Regen-

und Nachklärbecken, Lösemittelstation für

Fällmittel, Optimierung der Reinigungsleistung,

ökologische Ausgestaltung des Geländes

nach Vorgaben der Organisation «Natur und

Wirtschaft» und verschiedene weitere kleinere

Sanierungsarbeiten. Die Arbeiten sind soweit

ausgeführt. Noch ausstehend sind Massnahmen

zur Verbesserung der Reinigungsleistung

der ARA, da dafür als Entscheidungsgrundlage

länger dauernde und zurzeit noch laufende

Versuche im Bereich der biologischen Reinigung

erforderlich sind.

Um die rund 30-jährige ARA Hofen auf einen

aktuellen technischen und betrieblichen Stand

zu bringen, ist eine weitere Sanierungsetappe

vorgesehen. Die wesentlichen noch zu sanierenden

Betriebsteile sind einerseits die

Anlagen zur Schlammbehandlung, Teile des

Betriebsgebäudes und das Betriebsareal sowie

anderseits in einer späteren Phase die

Optimierung der Leistung der biologischen

Abwasserreinigung. Vorgängige Vorversuche

zur Steigerung der Reinigungsleistung

nehmen eine längere Zeitphase als geplant

in Anspruch. An die vorgesehene dritte Sanierungsetappe

muss daher noch eine vierte

Etappe angeschlossen werden.


Die Kosten der weiteren Etappe zur Sanierung

und Erneuerung der ARA Hofen belaufen

sich auf CHF 5 400 000. Davon entfällt

ein Anteil von 5⁄6 bzw. CHF 4 500 000 auf die

Stadt St.Gallen und von 1⁄6 entsprechend CHF

900 000 auf die Gemeinde Wittenbach.

Klärschlammentsorgung

Die Behandlung des anfallenden Klärschlammes

der ARA Hofen von rund 20 000 m3 pro

Jahr erfolgt mit rund 13 000 m3 über die ARA

Au und anschliessend das Kehrichtheizkraftwerk

und im Sinn eines zweiten Entsorgungsweges

mit rund 7000 m3 pro Jahr über den

Abwasserverband Altenrhein (AVA).

Ein zweiter Entsorgungsweg zusätzlich zur

thermischen Klärschlammentsorgung über

das KHK ist zwingend für Zeiten erforderlich,

in denen das KHK aufgrund von Revisionen

oder Störungen den Klärschlamm nicht verwerten

kann. An der Zusammenarbeit mit

dem AVA wurde festgehalten und die notwendigen

Transportverträge neu ausgeschrieben

und vergeben.

Wanderfluss

Die rege Nachfrage nach der Publikation

erforderte die Bereitstellung einer zweiten

Auflage. Ziel ist weiterhin, auf die Leistungen

im technischen Gewässerschutz und insbesondere

die Schönheit der Gewässer der

Stadt St.Gallen aufmerksam zu machen und

Interessierten vorzuschlagen, den einen oder

anderen Abschnitt entlang von Sitter, Steinach,

Wattbach und Goldach zu Fuss zu erkunden.

Der «Wanderfluss» ist erhältlich im

Kundencenter der Stadtwerke, bei Entsorgung

St.Gallen, der Rösslitor-Buchhandlung sowie

bei St.Galler Tourismus.

Ziel ist weiterhin, auf die Leistungen

im technischen Gewässerschutz

und insbesondere auf

die Schönheit der Gewässer der

Stadt St.Gallen aufmerksam zu

machen.

Fernwirksystem

Der Aufbau eines stadtweiten Fernwirk- und

Bewirtschaftungssystems für die Abwasserentsorgung

konnte in wesentlichen Teilen

ab geschlossen werden. In fünf Ausbauetappen

wurden die grösseren Regenbecken

und Pumpwerke mit Ausnahme des Regenbeckens

Lukasmüli und der Kopfsta-

tion ARA Hofen sowie einige Messstellen in

den Hauptsammelkanälen hinsichtlich der

Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen auf

den neusten technischen Stand gebracht und

an die Fernwirk- und Prozessleitsysteme der

ARA angeschlossen. Betroffen sind knapp 30

Abwasserbauwerke. Seit der etappenweisen

Inbetriebnahme leistet das System wertvolle

Dienste sowohl im täglichen Betrieb bei der

Überwachung und Bedienung der über die

ganze Stadt verteilten Abwasseranlagen als

auch bei der Auswertung und Verbesserung

des Betriebsgeschehens.

Die Anbindung der Aussenwerke an das

Fernwirksystem erfolgt je nach Situation auf

verschiedene Arten. Einige Anlagen wie das

Regenbecken Lukasmüli und das Pumpwerk

Hätterenwald sind über Signalkabel in Glasfaser-

oder Kupferausführung angeschlossen.

Bei den untergeordneten Kanalmessstellen,

welche keinerlei Steuer- und Regeleinrichtungen

besitzen und nur Dokumentationszwecken

dienen, werden die Messdaten periodisch

bzw. bei Bedarf per Telefonwählleitung übermittelt.

Bei allen anderen Anlagen erfolgt die

Datenübertragung über das Infranet- System

der Swisscom. Dieses basiert auf einem analogen

Telefonanschluss, welcher permanent

offen ist und zur Informationsübertragung

ein Datenträgersignal auf dem Telefonnetz

überlagert.

Die Infranet-Technologie wurde vor über 20

Jahren entwickelt. Der Betrieb führt nun zunehmend

zu Konflikten bei der Einführung

neuer Technologien. Die Swisscom hat deshalb

beschlossen, das Infranet abzulösen und

am 31. Dezember 2012 abzuschalten. Sämtliche

Anlagen, welche heute über ein Infranet-

System verfügen, müssen bis dann umgebaut

und mit einem neuen Datenübertragungssystem

ausgerüstet werden.

– 25 –

Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Steinach – der Wanderfluss


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Finanzen Gewässerschutz

Finanzen

in CHF 1000 2007 2008 2009 2010 2011

Gebühren und Beiträge 15 887 18 243 17 212 16 170 18 282

Nettoaufwand der Betriebe 14 495 14 757 14 422 14 696 13 596

Stand Ausgleichskonto 17 526 21 012 23 802 25 276 29 962

Die Gebühren und Beiträge nahmen gesamthaft

um CHF 2,112 Mio. zu. Die Mehreinnahmen

sind weitestgehend auf höhere

Gebäude-/Anschlussbeiträge zurückzuführen.

Die Einnahmen aus Schmutzwasser- und Ent-

Abwasserreinigung

Finanzen in CHF 1000/Personal

2007 2008 2009 2010 2011

Einnahmen 1 205 1 175 1 234 1 249 1 397

Betriebsaufwand 4 150 4 357 4 257 4 390 4 429

Zinsen und Abschreibungen 2 156 2 018 2 214 2 252 1 926

Aufwandüberschuss 5 101 5 200 5 147 5 393 4 958

Personalbestand 12.0 12.0 12.0 11.0 11.0

Der tiefere Aufwand ist weitgehend auf tiefere

Kapitalkosten zurückzuführen. Die Belastungen

durch Zinsen und Abschreibungen

Mengenentwicklung

wässerungsgebühren liegen leicht unter

denjenigen des Vorjahres. Die Kosten der

Abwasserbetriebe nahmen gesamthaft um

CHF 1,1 Mio. ab.

be tragen aktuell 30% des Gesamtaufwandes

(Vorjahr 34%).

in 1000 m3 2007 2008 2009 2010 2011

Zuflussmengen 17 400 17 900 17 100 19 600 16 500

Klärschlamm* 41 49 41 51 47

* Die Menge ist abhängig vom Absetzverhalten des Schlamms.

2010 wurde sie zudem durch eine Leerung des Faulraums der ARA Hofen beeinflusst.

– 26 –


Kanalnetz (Bau und Unterhalt)

Finanzen in CHF 1 000/Personal

2007 2008 2009 2010 2011

Einnahmen 128 145 157 215 191

Betriebsaufwand 1 769 2 043 1 884 2 036 1 920

Zinsen und Abschreibungen 5 337 5 281 5 230 4 948 4 960

Aufwandüberschuss 6 978 7 179 6 957 6 769 6 689

Personalbestand 20.0 19.6 19.6 18.6 17.6

Der tiefere Betriebsaufwand ist weitgehend

auf Minderaufwendungen im Rahmen des

baulichen Unterhaltes zurückzuführen. Der

Anteil der Kapitalkosten beträgt 72% (Vor-

Investitionsrechnung Kanalnetz

jahr 71%) des Gesamtaufwandes. Bei den

Erträgen handelt es sich um Abgeltungen für

Leistungen des Kanalunterhaltes.

– 27 –

2007 2008 2009 2010 2011

Kanalnetzerweiterungen in Laufmetern 820 172 364 118 0

Kanalnetzerweiterungen in CHF 1000 849 277 633 136 0

Konventionelle Kanalisierung in Laufmetern 1 205 1 423 633 358 1 793

Konventionelle Kanalisierung in CHF 1000 2 618 2 302 1 541 865 3 108

Inlining (Innensanierung) in Laufmetern 1 022 685 1 159 1 361 389

Inlining (Innensanierung) in CHF 1000 667 832 519 630 181

Robotertechnik (punktuelle Innensanierungen) in CHF 1000 83 19 92 39 9

Totale Instandstellungen in Laufmetern (ohne Robotertechnik) 3 047 2 280 2 156 1 837 2 182

Totale Instandstellung in CHF 1000 4 217 3 430 2 785 1 670 3 298

Im Berichtsjahr wurden keine Erweiterungen

des Kanalnetzes vorgenommen. Die Gesamtausgaben

für das Kanalnetz beschränken sich

somit auf die Aufwendungen für Kanalnetzsa-

nierungen, wobei 94% auf die konventionelle

Sanierungsmethode mittels Aufgrabungen

entfallen.

Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen


Der Abfall ist eine wichtige Rohstoffquelle für zukünftige Produkte. Zum Beispiel wird aus 72 Tonnen

Elektronikschrott (ausgediente Computer, Fernseher, Stereoanlagen, Mobiles usw.) eine Tonne Kupfer

gewonnen, gleichviel wie aus 200 Tonnen Kupfererz.

– 28 –


In einer Stunde

voller Leichtigkeit

Nun also stand er vor ihm, und sein strenger Blick zielte noch

immer in seine Augen. Wobei, so dachte Leonhard: Wenn ich

es mir genau überlege, richtet sich sein Blick zwischen meine

Augen, dorthin, wo der Nasen- aus dem Stirnknochen ragt.

Als bohrte er sich von dort aus weiter, um endlich in jene Regionen

zu leuchten, die sich hinter meinen Hintergedanken

verbergen.

Es war also eingetreten, womit er seit Jahren gerechnet hatte:

jene Stunde, in der er mit seinem Lebenswandel konfrontiert

und ihm sein Entsorgungsverhalten vor Augen geführt werden

sollte. Und das an diesem Tag, an dem er sich so erleichtert

gefühlt hatte wie schon lange nicht mehr. Leonhard hatte sich

an diesem so plötzlich aus einem langen Winter aufblitzenden

Frühlingstag in ein Strassencafé gesetzt, erstmals in diesem

Jahr. Seit Wochen hatte er kaum Tageslicht gesehen. Wenn

er frühmorgens im Hotel mit seiner Arbeit als Nachtportier

aufhörte, war es noch dunkel, und am Nachmittag, wenn er

wieder erwachte, begann es schon wieder einzudunkeln. Doch

an diesem freien schönen Tag hatte sich Leonhard ins Strassencafé

gesetzt und geraucht und vor sich hingeschwärmt, es

war einer jener seltenen Momente, in denen er sich schuldlos

fühlte, nicht unschuldig wie ein Lamm, aber schuldlos wie ein

Text: Adrian Riklin

Fotos: Rubén Fructuoso

– 29 –

Vogel: nichts, das ihm auf dem Herzen lag, keine böse Erinnerung.

Leonhard war mit sich und der Welt im Reinen.

Den ganzen Winter über hatte er aufgeräumt. Zuverlässig hatte

er seine Steuerschulden in Raten beglichen, die er jahrelang

mit sich herumgetragen und ihm so manchen Frühling verdorben

hatten. Mit dem einsetzenden Winter hatte er auch

seine Sammlung abzubauen begonnen.

Sammlung, so nannte er das in seiner Wohnung angewachsene

Konglomerat, das zunehmend sein Gemüt verdunkelt

hatte. Alles Erinnerung, dachte er jeweils, wenn er die Wohnungstür

öffnete, und ihm alte Schlagzeilen vom Zeitungsstapel

entgegenschrieen, alles Erinnerung: die Briefe in der

untersten Schublade auch, die von trauriger Liebe zeugten;

verjährte Notizen, aus denen er herauslas, wie sehr er sein

Leben verschlafen, verträumt und verbummelt hatte; hunderte

von Einkaufstaschen, die von schwerverdaulichen Abendessen

im Stehen berichteten; und in den Truhen, Kommoden

und Schubladen: alte Kleider, die im Lauf der Zeit eine

erbärmliche Klamottenhaftigkeit angenommen hatten. Die

Schwermut, die sich ausbreitete, sie zeigte sich darüber hinaus

in Form von Staub, der sich fortlaufend vermehrte, alles

Staub und Erinnerung und eben diese lautlose Schwermut, die


sich heimlich in Hosen schlich und in Ärmel kroch, in Handschuhe

hauchte und in Mäntel gähnte – Schwermut, die sich

auf Decken legte und Kissen niederdrückte; alles Erinnerung,

dachte er, Erinnerung, die sich schamlos aufblähte, sodass die

Gegenwart immer kleiner wird und sich in die hinterste Ecke

der untersten Schublade verdrückt: verknülltes Papier, unentfaltbar.

Und nun also, an diesem Frühlingstag, nachdem er grad noch

so glücklich war, als hätte sich all die schlechte Erinnerung

aus dem Staub gemacht und in milder Frühlingsluft aufgelöst

– Mantel für Mantel abgetragen und Kissen für Kissen ausgeträumt,

Erinnerung für Erinnerung ausgelüftet und Buch

für Buch abgestaubt –, nun also, wie er so ausgedacht und

ausgetragen, abgestaubt und ausgewaschen im Strassencafé

sass, entdeckte er diesen Mann. Einen schwarzen Hut auf dem

Kopf, Hals und Kinn versteckt hinter einem herausragenden

Kragen, stand er da und schaute von der anderen Strassenseite

auf Leonhard, in dessen aufgerissene Augen, in denen vor

Sekunden noch ein Glanz gewesen sein musste.

Es war diese abgrundtiefe Ernsthaftigkeit, mit der ihn der

Mann fixierte, die Leonhard augenblicklich in seine Schwermut

zurückversetzte, eine Strenge, die sich wie ein grosser

Schatten über diese frühlingshafte Leichtigkeit geworfen hatte,

sodass Leonhard auf der Stelle den Ort des Geschehens

verlassen wollte. Stattdessen sass er wie angewurzelt da, die

Tasse noch immer vorm halbgeöffneten Mund, halb vor staunendem

Erschrecken, halb noch, um einen Schluck zu nehmen,

derweil der schwarze Mann in unsäglicher Feierlichkeit

über die Strasse auf ihn zuging, ein Immuner, dachte Leonhard,

so geht nur einer über die Strasse, der durch nichts und

niemanden in weltliche Angelegenheiten zu verstricken ist.

Leonhard stellte die Tasse auf die Untertasse. Rundherum

nahm der Tag seinen Lauf, Autos fuhren vorbei, städtische

Trams und Busse, Passanten, die eilten, hinkten oder vereinzelt

schlenderten, nebenan las eine ältere Dame mit Hündchen

in der Handtasche in einer Modezeitschrift, und ein

– 30 –

Verkehrspolizist schob gerade einen Bussenzettel unter einen

Scheibenwischer.

Leonhard ahnte, was kommen würde. Der Immune würde

sagen, dass nun Zeit sei, zu zahlen, um dann einige Schritte

zu tun und vor einer Tolle stehen zu bleiben, wo er ihn

auffordern würde, den Deckel zu heben und neben die Öffnung

auf den Asphalt zu legen, die Leiter zu betreten und in

den Untergrund zu steigen. Leonhard wusste, er würde beim

Hinabsteigen noch einmal aufwärts schauen und den blauen

Frühlingshimmel sehen, eingerundet von der Tollenöffnung,

und das Gesicht des Immunen mitsamt dem Hut würde in

dieses Blau ragen, wie ausgeschnitten, würde Leonhard denken,

ausgeschnitten und auf den blauen Hintergrund geklebt,

und später, wenn er nochmals hinaufschauen würde, wäre der

runde Himmel mit dem aufgeklebten Kopf und dem Hut zusammengeschrumpft.

Irgendwann, so ahnte Leonhard, würde

er an der untersten Stufe angelangt sein und Boden betreten

und sich in einer grossen Finsternis befinden, es würde Licht

werden und Leonhard mitten in einem grossen Saal stehen,

in dem nun also die diversen Abfälle ausgestellt wären, die

er in seinem bisherigen Leben auf sträfliche Weise entsorgt

hatte: 317 Raviolibüchsen, die er in städtische Kehrichtsäcke

verstaut hatte; bunte Haufen mit tausenden von Bananen-,

Mandarinen- und Orangenschalen, die er in Säcke abgefüllt

hatte; eine Wand vollgeklebt mit glitzerndem Aluminiumpapier;

und in der Mitte eine weisse Gletscherlandschaft aus 728

zusammengeknüllten Papiersäcken, die sich kaum hörbar entfalten

würden…

So würde es sein, dachte Leonhard, als er das Strassen café verlassen

hatte. Ich werde all das, was ich derart entsorgt hatte,

in tausenden von Stunden wiedergutmachen und der Immune

wird all dies überprüfen und nicht Ruhe geben, bis nicht alles

seine Richtigkeit haben würde. Und nachdem endlich alles

seine Ordnung haben würde, würde ich wieder ans Tageslicht

treten, es würde Frühling sein und ich könnte nochmals von

vorne beginnen. Leicht wird alles sein, dachte Leonhard – und

ging seines Wegs.


Im Rahmen des Masterplans Cleantech wird das Recycling von Wertstoffen wie Papier, Karton, Verpackungsglas,

Alu/Dosen, Altmetalle, Elektronikschrott usw. noch wichtiger.

– 31 –


Im Rahmen der Abfallberatung für Industrie und Gewerbe wurde im 2011 ein Eco­Rechner für spezielle

Abfälle aus Industrie und Gewerbe entwickelt.

– 32 –


Umwelt- und Energiebericht

Der Umwelt- und Energiebericht 2011 ist

eine Zusammenfassung der von Entsorgung

St.Gallen (ESG) durchgeführten Projekte und

Massnahmen im Bereich Umwelt und Energie.

Umfassende umwelt- und energierelevante

Daten sind aus den Geschäftsberichten

Abfallbewirtschaftung, Abwasserbewirtschaftung

und aus dem Kennzahlenflyer 2011 ersichtlich.

Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Entsorgung St.Gallen ist in den Bereichen

Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung

nach den Normen ISO

9001, ISO 14001 und ISO 31000 zertifiziert.

Mit dem seit über zehn Jahren bewährten

«Integrierten Management System» (IMS),

welches die Anforderungen der erwähnten

Normen erfüllt, verpflichtet sich ESG, die

Zielsetzungen der Nachhaltigkeit zu erfüllen.

Bei allen Tätigkeiten sollen die Ziele von Ökologie,

Ökonomie und sozialer Verantwortung

umgesetzt werden. Grundsätzlich sollen alle

Leistungen ressourcen- und umweltschonend

(z. B. laufende Verbesserung der Gesamt-

CO2-Bilanz von ESG) umgesetzt werden. Im

Rahmen des neuen Masterplanes «Cleantech

– Eine Strategie des Bundes für Ressourceneffizienz

und erneuerbare Energien», bevorzugt

ESG wenn immer möglich, «Cleantech-Produkte

und -Verfahren», zum Beispiel Elektromotoren

der Effizienzklasse IE3 (IE: International

Efficiency) einzusetzen.

Abfall ist Rohstoff

Im Rahmen des Masterplans Cleantech wird

das Recycling von Wertstoffen wie Papier,

Karton, Verpackungsglas, Alu/Dosen, Altmetalle,

Elektronikschrott usw. noch wichtiger.

ESG konnte das Recycling von Wertstoffen

im 2011 weiter fördern. Aufgrund der Rohstoffverknappung

wie z. B. bei den «Seltenen

Erden» Indium, Gallium, Selen (essenziel

zum Beispiel für Mobiles und Solarzellen)

gewinnt das sogenannte «Urban Mining»

künftig immer mehr an Bedeutung. Beim

Urban Mining werden die Rohstoffe (Ressourcen)

nicht aus dem Boden, sondern aus

Siedlungsabfall, Elektronikschrott, Abbruchmaterial,

Kehrichtschlacke usw. gewonnen.

Der Abfall ist eine wichtige Rohstoffquelle

für zukünftige Produkte. Zum Beispiel wird

aus 72 Tonnen Elektronikschrott (ausgediente

Computer, Fernseher, Stereoanlagen,

Mobiles usw.) eine Tonne Kupfer gewonnen,

gleichviel wie aus 200 Tonnen Kupfererz.

Die Metall-Rückgewinnung aus der Kehrichtschlacke

ist eine weitere Massnahme des

Urban Minings. Künftig werden die nutzbaren

Metalle effizienter von der Schlacke getrennt

und damit die Metallausbeute erhöht.

In den Schweizer Verbrennungsanlagen werden

durch Schlacken-Entschrottung jährlich

ca. 50 000 Tonnen Eisenmetalle und ca. 9000

Tonnen Nichteisenmetalle (Kupfer, Aluminium

usw.) zurückgewonnen.

– 33 –

Mit energieeffizienten Antriebssystemen in den Anlagen

von ESG werden die Forderungen des Masterplans

Cleantech des Bundes erfüllt.

Flexible Dünnschicht: Solarzelle bestehend aus Kupfer,

Indium, Gallium, Schwefel und Selen auf Kunststofffolie.

Künftig werden vermehrt rezyklierte Rohstoffe

(Ressourcen) eingesetzt.


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Verbesserte CO2-Bilanz

Auch bei der Problematik «Klimawandel»

leistet Entsorgung St.Gallen einen relevanten

Beitrag, nicht nur beim Kehrichtheizkraftwerk

(KHK) St.Gallen und den beiden Abwasserreinigungsanlagen

Au und Hofen, sondern

auch beim sinnvollen Recycling von stofflich

verwertbaren Abfällen (Wertstoffen). Mit der

städtischen Wertstoff-Sammlung werden, neben

der Einsparung von Rohstoffen und Energie,

klimaschädliche CO2-Emissionen reduziert.

Aufgrund der separaten Sammlung von

Papier/Karton, Altglas, Altmetall und Alu/

Dosen in der Stadt St.Gallen konnte die CO2-

Menge im 2011 um ca. 3000 Tonnen, im Vergleich

zur Primärproduktion, reduziert werden

(vgl. nachfolgende Tabelle).

Entsorgung St.Gallen: CO2-Reduktion durch Recycling von Wertstoffen im 2011

Wertstoff Primärproduktion*

(t CO2 pro t Wertstoff)

Sekundärproduktion*

(t CO2 pro t Wertstoff)

– 34 –

Reduktion

(t CO2 pro t Wertstoff)

Wertstoffmenge

(t)

CO2 Reduktion

Papier/Karton** 1,0952 0,77257 0,32263 5 143 1 659

Alu/Dosen*** 9,534 1,2983 8,2357 130 1 071

Altmetall 1,4724 0,39499 1,07741 170 183

Verpackungsglas 0,65651 0,62629 0,03022 2 365 72

Total 2 985

* Quelle: R. Hischier, EMPA St.Gallen, Mail vom 8. Juli 2011

** Basis Papier

*** Basis Alu

Produkte aus rezykliertem Alu (Sekundärproduktion),

benötigen ca. 90% weniger Energie im Vergleich zur

Primärproduktion.


Sammlung der Abfälle mit umweltfreundlichen

Fahrzeugen

Für die Sammlung von Kehricht und Wertstoffen

durch Entsorgung St.Gallen werden

vier neue Lkw (drei Fahrzeuge mit EURO-5-

Motoren, ein Fahrzeug mit EURO-4-Motor)

und zwei Reservefahrzeuge (EURO 3) im täglichen

Betrieb eingesetzt. Alle Fahrzeuge sind

mit Partikelfilter ausgerüstet. Durch einen

optimalen Routenplan wird die Umweltbelastung

minimiert.

Kehrichtheizkraftwerk (KHK) St.Gallen

Umweltqualität

Die wesentlichen Anforderungen an die Qualitätssicherung

hinsichtlich Erfüllung der

Umweltvorschriften, Legal Compliance usw.,

sind vom AFU St.Gallen im Bericht «Qualitätssicherung

der KVA im Kanton St.Gallen»

definiert.

Im 2011 konnten alle umweltrelevanten

Forderungen erfüllt werden. Mit der neuen

Adiox-Anlage wird auch der von der Luftreinhalteverordnung

geforderte Dioxingrenzwert

von 1 ng/Nm3 (1 ng = 1Nanogramm =

10-9 Gramm) durch das KHK St.Gallen um

rund 90% unterschritten.

Energieeffizientes Kehrichtheizkraftwerk

St.Gallen

Das Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen erzielt

eine gute Energieeffizienz. Der aktuelle Energienutzungsgrad

beträgt bei der Stromproduktion

16,5% und bei der Wärmeproduktion

25,1%. Die Stromproduktion konnte im 2011

weiter gesteigert werden. Mit diesen Kennwerten

übertrifft die heutige Anlage die Vorgaben

des Bundesrats (Energieverordnung EnV).

Optimierung der Energieproduktion –

Ausrichtung aufs Energiekonzept 2050 der

Stadt St.Gallen

Basierend auf den Mittelwerten der letzten Betriebsjahre

produziert das KHK St.Gallen pro

Tonne Abfall ca. 420 kWh Strom und ca. 780

kWh Wärme für die Fernwärmeversorgung.

Somit beträgt die totale Energienutzung ca.

1200 kWh pro Tonne Abfall mit der heutigen

Technologie. Bei einer Nichtverwertung der

Wärme würde die Stromproduktion um nur

ca. 90 kWh pro Tonne Abfall erhöht. Bestandteil

des städtischen Energiekonzepts 2050 ist,

das KHK auf eine möglichst gleichbleibende

Wärmeabgabe (Bandwärme) auszurichten,

womit die Wärmeabgabe um ca. 700 kWh pro

Tonne Abfall erhöht wird. Dies bedeutet eine

Reduktion der Stromproduktion um nur rund

60 kWh pro Tonne Abfall. Gesamthaft würde

eine Zunahme der verwertbaren Energie um

50% resultieren. Diese Steigerung der Energieproduktion

soll nicht durch Erhöhung der

Anliefermenge erfolgen, sondern durch eine

verbesserte energetische Ausrichtung der Anlage.

Eco-Rechner: neues Tool für Kunden mit

speziellen Abfällen aus Industrie und

Gewerbe

Im Rahmen der Abfallberatung für Industrie

und Gewerbe wurde im 2011 ein Eco-Rechner

für spezielle Abfälle aus Industrie und

Gewerbe (z. B. Tartan-Sportbeläge) entwickelt.

Anhand der vom Kunden gelieferten

Analysedaten (Glühverlust, Blei-, Cadmium-,

Quecksilber- und Zinkgehalt des Abfalls)

überprüft der Abfallberater mit dem

Eco-Rechner die Zulässigkeit dieser Abfälle

zum KHK St.Gallen. Die Vorteile dieses Tools

sind: Reproduzierbares Resultat (Annahme,

Nichtannahme) ist umgehend vorliegend, bei

Annahme der Spezialabfälle durch das KHK

St.Gallen resultieren für den Kunden reduzierte

Entsorgungskosten im Vergleich zur

Behandlung der Spezialabfälle in einer Sonderabfallverbrennungsanlage.

Deponie Tüfentobel – Optimierung der

Klimarelevanz

Verschiedene Massnahmen stellen sicher,

dass die abgelagerten Abfälle auf der Deponie

Tüfentobel Boden, Luft und Grundwasser

möglichst wenig belasten. Primär werden für

den «Personen- und Objektschutz» das Deponiegas

Methan (CH4,) abgesaugt und in einem

Biofilter behandelt. Gelangt ein Methanmolekül

in die Atmosphäre, dann bleibt dieses ca.

12 Jahre lang dort (Verweildauer von CO2 ca.

30 Jahre). Somit ist der Effekt bei einer CH⁴-

Reduktion schneller messbar als bei CO2. Methan

hat im Vergleich zu CO2 eine um den

Faktor 21 höhere Klimarelevanz, d. h. eine

Tonne Methan wirkt auf die Klimaerwärmung

21-mal stärker als eine Tonne CO2. 2009

wurde das Konzept «Aerobisierung und Ent-

– 35 –

Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

gasung der Deponie» geprüft, um den jährlichen

Methanausstoss von ca. 900 Tonnen auf

der Deponie Tüfentobel zu vermindern. Zurzeit

ist ein Kompensationsprojekt zur Validierung

der CO2-Kompensationsmassnahmen in

Arbeit. Der entsprechende Projektantrag ist

beim BAFU/BFE im 2011 eingereicht worden.


Kippstellen für Aushubmaterial der Deponie Tüfen ­

tobel.

Gewässerschutz – Reduktion

der Mikroverunreinigungen

im Abwasser

In den Gewässern der Schweiz werden organische

Spurenstoffe, sogenannte Mikroverunreinigungen,

nachgewiesen. Bei diesen

Stoffen handelt es sich um Rückstände von

synthetischen Produkten. Es handelt sich zum

Beispiel um Inhaltsstoffe von Pflanzenschutzmitteln,

Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln

oder Medikamenten. Studien weisen

darauf hin, dass einige dieser chemischen

Verbindungen zu nachteiligen Effekten in Gewässern

führen können.

Unter der Leitung des BAFU wurden erfolgreiche

Pilotversuche in der ARA Regensdorf

(Reduktion der Mikroverunreinigungen durch

Ozonisierung) und ARA Lausanne (Reduktion

der Mikroverunreinigungen durch Einsatz

von Pulver-Aktivkohle) durchgeführt.

In Zusammenhang mit der Ableitung des gereinigten

Abwassers von der ARA Hofen via

ARA Morgental in den Bodensee werden die

erwähnten Massnahmen zur Reduktion der

Mikroverunreinigungen zusammen mit dem

Abwasserverband Morgental weiterverfolgt.

Zurzeit werden vom Bund die gesetzlichen

Rahmenbedingungen sowie die nötigen Finanzierungsgrundlagen

erarbeitet.

Mit dem neuen energieeffizienten Blockheizkraftwerk

konnte die Stromproduktion um 10% gesteigert werden.

Abwasserbetriebe – ARA Au

Erhöhte Energieeffizienz mit neuem

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Mit dem neuen, energieeffizienten BHKW

inkl. Energiemanagement konnte die Stromproduktion

im 2011 um 10% (im Vergleich

zum alten BHKW) auf 1 404 590 kWh erhöht

werden. Diese Strommenge entspricht dem

«Stromverbrauch im Haushalt» von ca. 880

Personen in der Stadt St.Gallen.

Reduzierter Ölverbrauch durch

Wärmedämmung

Die Wärmedämmung der ARA Au wurde im

2010 realisiert. Aufgrund dieser energetischen

Primärmassnahme werden ca. 20 000 Liter

Heizöl jährlich eingespart. Dies entspricht

einer CO2-Reduktion von ca. 60 Tonnen pro

Jahr.

Neue Klärschlammentwässerung mit

weniger Stromverbrauch

Durch Konzeptoptimierung (neue Technik,

energieeffiziente Motoren usw.) konnte der

Stromverbrauch für die Klärschlammentwässerung

um ca. 50 000 kWh reduziert werden.

Die realisierten «Cleantech-Massnahmen»

sind wichtige Schritte für die Abwasserreinigungsanlage

auf dem Weg zur energieautarken

Anlage.

– 36 –


Abwasserreinigungsanlage Au–St.Gallen

Jahresrechnungen

Voranschlag

2011

– 37 –

Rechnung

2011

Rechnung

2010

Betriebsmengen

Personaleinsatz 7800 7473 7658

Gesamtzufluss in m3/Jahr 7 616 781 9 140 633

Zufluss zur Biologie in m3/Jahr 7 510 955 8 883 668

Berechnung nach Einwohnergleichwerten

St.Gallen 35 000 38 388 39 677

Gaiserwald 11 000 10 872 11 186

Gossau 7 000 6 380 6 914

Total 53 000 55 640 57 777

Verrechnete Leistungen

Schlammbehandlung ARA Hofen in t TS/m3 1 301 1 495

Schlammbehandlung ARA Au in t TS/m3 984 1 025


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Aufw.

Art

Betriebskosten Voranschlag

2011

– 38 –

Rechnung

2011

Rechnung

2010

1. Löhne / Sozialleistungen 530 000.00 524 743.58 535 440.54

2. Werkkosten

2.1 Strom 100 000.00 211 083.82 85 456.82

2.2 Heizöl 0.00 0.00 0.00

2.3 Trinkwasser 4 000.00 2 875.50 3 150.70

2.4 Phosphatfällung 100 000.00 98 898.52 98 222.43

2.5 Rücklaufbehandlung 55 000.00 32 464.46 24 782.88

2.6 Schlammentsorgung 520 000.00 471 441.05 451 698.64

2.7 Schlammtransporte 5 000.00 0.00 0.00

2.8 Rechengut und Sandfang 35 000.00 27 485.20 26 645.10

2.9 Unterhalt/Reparaturen von Maschinen durch Dritte 70 000.00 65 424.03 74 425.60

2.10 Unterhalt/Reparaturen von Gebäuden durch Dritte 50 000.00 58 421.25 55 979.65

2.11 Anschaffung von Maschinen, Geräten und Ersatzteilen 75 000.00 73 938.20 86 854.48

2.12 Betriebs-, Unterhalts- und Reinigungsmaterial 20 000.00 17 193.75 14 830.45

2.13 Untersuchungen, Expertisen 70 000.00 18 319.00 58 817.20

2.14 Versicherungsprämien 40 000.00 22 559.83 33 615.00

3 Sonstige Betriebsaufwendungen

3.1 Dienstkleider 2 500.00 2 634.65 2 691.90

3.2 Verpflegungszulagen 300.00 0.00 0.00

3.3 Kurkosten 8 000.00 8 168.35 9 244.35

3.4 Übriger Personalaufwand 800.00 606.48 1 290.40

3.5 Unterhalt der Betriebsfahrzeuge 6 000.00 8 999.58 5 445.23

3.6 Wäschebesorgung 750.00 691.45 686.80

3.7 Spesenentschädigung 500.00 801.13 1 434.33

3.8 Autospesenentschädigung 500.00 18.53 475.00

3.9 Telefongebühren 5 000.00 3 120.18 3 960.70

3.10 Übriger Sachaufwand 3 000.00 944.70 290.25

3.11 Informatikaufwand (OIA und Dritte) 24 000.00 30 109.35 24 411.55

Total 1–3 1 725 350.00 1 680 942.56 1 599 849.32

Verwaltungskosten 16% vom Total 1–3 276 056.00 268 950.81 255 975.89

Total Betriebsaufwand 2 001 406.00 1 949 893.37 1 855 825.21


Aufw.

Art

Betriebserträge Voranschlag

2011

Aufteilung der Betriebskosten nach Gemeinden Einwohnergleichwerte

– 39 –

Rechnung

2011

Einwohnergleichwerte

Rechnung

2010

4. Betriebserträge

4.1 Lohnrückerstattungen 0.00 0.00 0.00

4.2 Rückerstattung aus Versicherungen 0.00 0.00 0.00

4.3 Einnahmen aus Stromverkauf 40 000.00 176 897.10 15 006.65

4.4 Einnahmen für Rücklaufbehandlungsinvestitionen 35 000.00 25 020.00 30 060.00

4.5 Einnahmen für Schlammverbrennungsinvestitionen 60 000.00 68 317.87 71 197.90

4.6 Übrige Einnahmen 26 000.00 26 000.00 26 000.00

Total Betriebserträge 161 000.00 296 234.97 142 264.55

Netto Betriebskosten 1 840 406.00 1 653 658.39 1 713 560.65

Einwohnergleichwerte

St.Gallen 35 000 38 388 39 677

in % 66.04 68.99 68.67

Gaiserwald 11 000 10 872 11 186

in % 20.75 19.54 19.36

Gossau 7 000 6 380 6 914

in % 13.21 11.47 11.97

Total 53 000 55 640 57 777

in % 100.00 100.00 100.00

St.Gallen 1 215 362.45 1 140 917.30 1 176 747.60

Gaiserwald 381 971.06 323 123.19 331 756.40

Gossau 243 072.49 189 617.91 205 056.65

Total 1 840 406.00 1 653 658.39 1 713 560.65

Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Abwasserreinigungsanlage Hofen-St.Gallen

– 40 –

Voranschlag

2011

Rechnung

2011

Rechnung

2010

Betriebsmengen

Personaleinsatz 8 300 8 133 8 335

Gesamtzufluss in m3/Jahr 10 000 000 8 939 940 10 495 480

Berechnungswassermengen

St.Gallen 3 850 000 3 800 622 3 801 870

Wittenbach 630 000 650 267 624 151

Total 4 480 000 4 450 889 4 426 021

Verrechnete Leistungen

Schlammbehandlung in t TS/m3 1 301 1 495


Aufw.

Art

Betriebskosten Voranschlag

2011

– 41 –

Rechnung

2011

Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Rechnung

2010

1 Löhne / Sozialleistungen 560 000.00 571 337.85 582 146.51

2 Werkkosten

2.1 Strom 40 000.00 37 777.42 54 592.65

2.2 Heizöl 0.00 0.00 0.00

2.3 Trinkwasser 3 500.00 1 729.00 4 046.45

2.4 Phosphatfällung 100 000.00 126 705.19 98 196.01

2.5 Rücklaufbehandlung 45 000.00 30 261.07 35 028.48

2.6 Schlammentsorgung 700 000.00 691 509.10 730 185.92

2.7 Schlammtransporte 215 000.00 218 333.65 213 636.60

2.8 Rechengut und Sandfang 60 000.00 33 962.10 46 008.35

2.9 Unterhalt / Reparaturen von Maschinen durch Dritte 60 000.00 54 749.03 64 508.90

2.10 Unterhalt / Reparaturen von Gebäuden durch Dritte 80 000.00 61 747.10 143 102.00

2.11 Anschaffung von Maschinen, Geräten und Ersatzteilen 71 000.00 75 116.70 74 101.88

2.12 Betriebs-, Unterhalts- und Reinigungsmaterial 20000.00 19 310.15 23 567.20

2.13 Untersuchungen, Expertisen 170 000.00 188 275.10 176 722.15

2.14 Versicherungsprämien 35000.00 22 032.78 32 801.40

3 Sonstige Betriebsaufwendungen

3.1 Dienstkleider 2 500.00 3 489.50 1 896.55

3.2 Verpflegungszulagen 0.00 0.00 0.00

3.3 Kurskosten 12 000.00 12 003.80 10 393.90

3.4 Übriger Personalaufwand 600.00 692.63 1 901.10

3.5 Unterhalt der Betriebsfahrzeuge 6 500.00 8 999.58 5 445.23

3.6 Wäschebesorgung 750.00 575.45 643.70

3.7 Spesenentschädigung 500.00 963.98 952.93

3.8 Autospesenentschädigung 500.00 104.93 212.60

3.9 Telefongebühren 3 000.00 1 728.28 998.40

3.10 Übriger Sachaufwand 3 000.00 1 664.75 1 731.55

3.11 Informatikaufwand (OIA und Dritte) 17 500.00 20 760.35 14 073.35

Total 1–3 2 206 350.00 2 183 829.45 2 316 893.79

Verwaltungskosten 16% vom Total 1–3 353 016.00 349 412.71 370 703.01

Total Betriebsaufwand 2 559 366.00 2 533 242.16 2 687 596.80


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

Aufw.

Art

Betriebserträge Voranschlag

2011

– 42 –

Rechnung 2011 Rechnung 2010

4. Betriebserträge

4.1 Lohnrückerstattungen 0.00 0.00 0.00

4.2 Rückerstattung aus Versicherungen 0.00 0.00 0.00

4.3 Einnahmen aus Stromverkauf 110 000.00 94 244.05 75 188.35

4.4 Einnahmen für Lösestationsinvestitionen 20 000.00 15 897.25 17 579.35

4.5 Mietzinseinnahmen 110 000.00 122 275.80 121 075.80

4.6 Übrige Einnahmen 0.00 0.00 0.00

Total Betriebserträge 240 000.00 232 417.10 213 843.50

Netto Betriebskosten 2 319 366.00 2 300 825.07 2 473 753.29

Aufteilung der Betriebskosten nach Gemeinden Wassermengen

in m³

Wassermengen

in m³

Wassermengen

in m³

St.Gallen 3 850 000.00 3 800 622.00 3 801 870.00

in % 85.94 85.39 85.90

Wittenbach 630 000.00 650 267.00 624151.00

in % 14.06 14.61 14.10

Total 4 480 000.00 4 450 889.00 4 426 021.00

in % 100.00 100.00 100.00

Betriebs-

kosten in Fr.

Betriebs-

kosten in Fr.

Betriebs-

kosten in Fr.

St.Gallen 1 993 205.16 1 964 678.60 2 124 908.23

Wittenbach 326 160.84 336 146.47 348 845.07

Total 2 319 366.00 2 300 825.07 2 473 753.29


Aufteilung der Betriebskosten nach Vertragsgemeinden

ARA Au

2007 2008 2009 2010 2011 FP - 2011

St.Gallen 1 105 488.47 1 120 647.58 1 125 521.47 1 176 747.60 1 140 917.30 1 215 362.45

in % 65.98 65.06 65.94 68.67 68.99 66.04

Gaiserwald 350‘772.46 370 606.10 361‘142.74 331 756.40 323 123.19 381 971.06

in % 20.94 21.51 21.16 19.36 19.54 20.75

Gossau 219 151.14 231 320.90 220 115.94 205 056.65 189 617.91 243 072.49

in % 13.08 13.43 12.90 11.97 11.47 13.21

Total 1 675 412.07 1 722 574.58 1 706 780.15 1 713 560.65 1 653 658.40 1 840 406.00

Hauptkanal Wiesenbach (inkl. Dücker Au)

2007 2008 2009 2010 2011 FP - 2011

St.Gallen 5 609.14 4 341.78 5 014.89 3 581.35 8 887.01 6 723.36

in % 64.40 64.40 64.40 64.40 64.40 64.40

Gaiserwald 1 994.56 1 543.90 1 783.25 1 273.49 3 160.13 2 390.76

in % 22.90 22.90 22.90 22.90 22.90 22.90

Gossau 1 106.15 856.22 988.96 706.26 1 752.56 1 325.88

in % 12.70 12.70 12.70 12.70 12.70 12.70

Total 8 709.85 6 741.90 7 787.10 5 561.10 13 799.70 10 440.00

Regenbecken Au

2007 2008 2009 2010 2011 FP - 2011

St.Gallen 7 041.66 9 144.54 17 149.44 130 418.88 19 956.38 11 878.40

in % 64.00 64.00 64.00 64.00 64.00 64.00

Gaiserwald 3 960.94 5 143.81 9 646.56 73 360.62 11 225.47 6 681.60

in % 36.00 36.00 36.00 36.00 36.00 36.00

Total 11 002.60 14 288.35 26 796.00 203 779.50 31 181.85 18 560.00

– 43 –

Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen


Geschäftsbericht 2011 Entsorgung St.Gallen

SW Pumpwerk Rechen

2007 2008 2009 2010 2011 FP - 2011

St.Gallen 28 505.90 24 721.10 23 852.60 37 392.66 57 502.17 59 693.60

in % 83.43 82.08 82.17 83.43 84.29 83.00

Gaiserwald 5 661.55 5 397.20 5 175.75 7 426.54 10 717.28 12 226.40

in % 16.57 17.92 17.83 16.57 15.71 17.00

Total 34 167.45 30 118.30 29 028.35 44 819.20 68 219.45 71 920.00

Kanal Sittertobel (inkl. Dücker Schiltacker)

2007 2008 2009 2010 2011 FP - 2011

St.Gallen 1 625.88 656.97 1 929.31 1 335.55 3 109.29 2 888.40

in % 83.43 82.08 82.17 83.43 84.29 83.00

Gaiserwald 322.92 143.43 418.64 265.25 579.51 591.60

in % 16.57 17.92 17.83 16.57 15.71 17.00

Total 1 948.80 800.40 2 347.95 1 600.80 3 688.80 3 480.00

Pumpwerk Hätterenwald

2007 2008 2009 2010 2011 FP - 2011

St.Gallen 40 127.98 55 714.88 64 343.50 70 419.18 52 367.49 57 791.20

in % 52.03 54.00 56.79 53.96 54.15 53.00

Gaiserwald 36 996.72 47 460.82 48 957.25 60 083.37 44 340.71 51 248.80

in % 47.97 46.00 43.21 46.04 45.85 47.00

Total 77 124.70 103 175.70 113 300.75 130 502.55 96 708.20 109 040.00

Total aller Anlagen 1 808 365.47 1 877 699.23 1 886 040.30 2 099 823.80 1 867 256.40 2 053 846.00

– 44 –


Entsorgung St.Gallen

Vadianstrasse 6

9001 St.Gallen

T 071 224 51 53

F 071 224 59 01

entsorgung@stadt.sg.ch

www.entsorgung.stadt.sg.ch

Abfallentsorgung

Abfallberatung für Private sowie für Industrie

und Gewerbe:

T 071 224 50 50

Abwasserreinigungsanlagen

ARA Hofen

Arboner Strasse 42

9300 Wittenbach

T 071 272 61 20

ARA Au

Rechenwaldstrasse 32

9014 St.Gallen

T 071 272 60 00

Labor

Arboner Strasse 42

9300 Wittenbach

T 071 272 61 35

Adressen

– 45 –

Kanalunterhalt

Rechenwaldstrasse 36

9014 St.Gallen

T 071 272 61 30

Tierkörpersammelstelle

Rechenwaldstrasse 32

9014 St.Gallen

T 071 272 60 00

KHK und Sonderabfall sammelstelle

Rechenwaldstrasse 30

9014 St.Gallen

T 071 274 31 11

Deponie Tüfentobel

9032 Engelburg

T 071 224 52 12


Sie ist untrennbar mit St.Gallen und der Geschichte der Stadt verbunden, die Steinach.

– 46 –


Zum Gallusjubiläum

Nach einem längeren Aufenthalt in Arbor Felix beschloss

Gallus 612, zusammen mit seinem Gefährten Hiltibold

dem in den Lacus Brigantinus (Bodensee) mündenden

Fluss Steinach zu folgen. Sie zogen den Bach entlang in

den Arboner Forst hinein (das ganze Gebiet vom Bodensee

bis zum Appenzellerland war damals Urwald) und

kamen an den Wasserfall bei der Mühleggschlucht. Hier

stolperte Gallus und fiel in einen Dornbusch. Dies deu-

– 47 –

tete er als göttliches Zeichen, hier zu bleiben. Viele Darstellungen

des Gallus sind daher mit dem lateinischen

Bibelvers untertitelt:

«Haec requies mea in saeculum saeculi [hic habitabo

quoniam elegi eam]»

«Dies ist die Stätte meiner Ruhe ewiglich; hier will ich

wohnen, denn das gefällt mir.»


Entsorgung St.Gallen

Vadianstrasse 6

9001 St.Gallen

T 071 224 51 53

F 071 224 59 01

entsorgung@stadt.sg.ch

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