Geschäftsbericht Entsorgung St.Gallen 2011 (1287 kb, PDF
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Zyklus<br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong><br />
<strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>
28<br />
In Kürze<br />
Kehrichtheizkraftwerk <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 4<br />
Abwasserreinigungsanlage 4<br />
Werterhalt ARA Hofen 4<br />
Abfallbereitstellung in Unterflurbehältern 5<br />
Deponie Tüfentobel 5<br />
Mehrweggebinde bei Publikumsanlässen 5<br />
Abfallentsorgung<br />
Ein Besuch im KHK <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> –<br />
von Max Küng 7<br />
Finanzierung der Abfallentsorgung 11<br />
<strong>Entsorgung</strong> und Recycling 11<br />
Kehrichtheizkraftwerk 12<br />
Deponie Tüfentobel 14<br />
Finanzen Abfallentsorgung 15<br />
Gewässerschutz<br />
Wasser ist zum Waschen da? –<br />
von Jeanette Herzog 19<br />
Mikroverunreinigungen 23<br />
Sanierung und Erweiterung ARA Au 23<br />
Instandstellung der Druckleitung 23<br />
ARA Au: Energetische Sanierungen 23<br />
Ersatz der Schlammentwässerung 24<br />
Ableitung ARA Hofen-Bodensee 24<br />
Weitere Etappe zur Werterhaltung 24<br />
Klärschlammentsorgung 25<br />
Wanderfluss 25<br />
Fernwirksystem 25<br />
Finanzen des Gewässerschutzes 26<br />
– 2 –<br />
18<br />
Umwelt und Energiebericht<br />
In einer <strong>St</strong>unde voller Leichtigkeit –<br />
von Adrian Riklin 29<br />
<strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> – Nachhaltigkeit 33<br />
Abfall ist Rohstoff 33<br />
Verbesserte CO2-Bilanz 34<br />
CO2-Reduktion durch Recycling 34<br />
Umweltfreundliche Sammelfahrzeuge 35<br />
Kehrichtheizkraftwerk <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 35<br />
Deponie Tüfentobel 35<br />
Gewässerschutz 36<br />
Abwasserbetriebe – ARA Au 36<br />
Jahresrechnung<br />
Abwasserreinigungsanlage<br />
Au-<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 37<br />
Abwasserreinigungsanlage<br />
Hofen-<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 40<br />
Aufteilung nach Vertragsgemeinden 43<br />
Adressen 45<br />
Zu den Geschichten<br />
Drei Geschichten aus drei unterschiedlichen Perspektiven.<br />
Die Autoren Jeanette Herzog, Adrian<br />
Riklin und Max Küng erzählen, schildern und<br />
assoziieren ihre eigenen Gedanken zum Thema<br />
<strong>Entsorgung</strong>. Lassen Sie sich entführen und überraschen<br />
und gönnen Sie sich etwas leichte Kost nebst<br />
harten Fakten.<br />
6
Editorial<br />
Die Erfahrung lehrt, dass gemeinsam vieles leichter geht. Miteinander zu arbeiten<br />
bedeutet, Synergien zu nutzen, sich gegenseitig zu helfen und gemeinsam auf<br />
Ressourcen zurückzugreifen. Diese grundsätzlichen Ideen werden immer mehr<br />
in der guten Zusammenarbeit zwischen Privaten und der öffentlichen Hand verwirklicht.<br />
Für jede Gemeinde stellen die Anforderungen der Abfall- und Abwasserbewirtschaftung<br />
einen nicht unwesentlichen Kostenfaktor dar, der insbesondere in<br />
Zeiten knapper werdender Haushaltsbudgets an Bedeutung gewinnt. Der Bürger<br />
erwartet eine qualitativ hochwertige Abfall- und Abwasserentsorgung zu sozial<br />
verträglichen Gebühren unter Beachtung der Umweltaspekte. Um ein Auseinanderklaffen<br />
dieser Schere der Ansprüche und der Finanzierbarkeit zu verhindern,<br />
gilt es vermehrt, die Potenziale zu nutzen, die sich durch Zusammenarbeit und<br />
die Nutzung von Synergieeffekten ergeben.<br />
<strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> arbeitet in sehr unterschiedlichen Bereichen mit Partnern<br />
der Öffentlichen Hand und privaten Betrieben zusammen. Im Bereich der festen<br />
Abfälle ist auf die Zusammenarbeit mit privat betriebenen <strong>Entsorgung</strong>sfachmärkten<br />
und die durch die Privatwirtschaft durchgeführte Sammlung und Verwertung<br />
von Altpapier und Karton hinzuweisen. Auch die Verwertung des, aus<br />
Kostenüberlegungen farbengetrennt gesammelten, Altglases und des anfallenden<br />
Grüngutes erfolgt durch private Partner. Eine weitgehende stoffliche Verwertung<br />
gewerblicher Abfälle erfolgt in Zusammenarbeit mit privaten Sortierbetrieben.<br />
Im Weiteren bestehen vollständig privat organisierte Sammlungen für Elektronikartikel,<br />
Haushaltgeräte, PET-Gebinde sowie für Alttextilien und Schuhe. Es ist<br />
wesentlich, dass die öffentliche und private <strong>Entsorgung</strong>, die sich in langen Jahren<br />
entwickelt hat, auf einem stabilen Vertrauensverhältnis basiert.<br />
Nicht immer ist die vom Gesetzgeber geregelte <strong>Entsorgung</strong> auch konsumentenfreundlich.<br />
So ist der Detailhandel verpflichtet, das PET-Recycling aufzubauen<br />
und zu betreiben, während für die Glasentsorgung die öffentliche Hand die entsprechende<br />
Infrastruktur vorzuhalten hat. Konsumentinnen und Konsumenten<br />
möchten alle Hohlgebinde – ob Glas oder PET – an einer <strong>St</strong>elle entsorgen können.<br />
Hier ist weiterhin Handlungsbedarf aus Sicht des Verbrauchers geboten.<br />
Bei dieser Gelegenheit bedanken wir uns bei allen Partnern aus der<br />
Privatwirtschaft und der Öffentlichen Hand für die langjährige und gute<br />
Zusammenarbeit.<br />
Fredy Brunner<br />
Dipl. Arch. ETH/SIA, <strong>St</strong>adtrat<br />
– 3 –<br />
Dr. Hans Peter Tobler<br />
Unternehmensleiter <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>
Das vergangene Jahr stand vor allem im Zeichen der Werterhaltung<br />
und der Leistungssteigerung der Anlagen von <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>.<br />
Daneben wurden aber auch Abläufe und die Servicequalität an die Kunden<br />
optimiert sowie mit neuen Projekten die Ressourcen geschont und<br />
Emissionen reduziert.<br />
Kehrichtheizkraftwerk <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> (KHK)<br />
Im Jahr 2004 beschloss der <strong>St</strong>adtrat, das teilweise<br />
über 40 Jahre alte KHK rollend zu erneuern.<br />
Eine rollende Erneuerung ist im Gegensatz<br />
zu einer Neuanlage kostengünstig und<br />
erlaubt die Nutzung der betrieblichen Anlageteile<br />
bis zum Ende ihrer technischen Lebensdauer.<br />
Für eine rollende Erneuerung des KHK<br />
im Betriebszustand sind Planungen in einem<br />
Gesamtkontext erforderlich, die in verschiedenen<br />
Etappen umgesetzt werden müssen.<br />
Prioritär sind Anpassungen bei der Logistik.<br />
Für die Planung entsprechender Bauten und<br />
Infrastrukturen stellte das <strong>St</strong>adtparlament<br />
<strong>2011</strong> den notwendigen Verpflichtungskredit<br />
zur Verfügung. Die laufenden Planungsarbeiten<br />
beinhalten Massnahmen insbesondere bei<br />
der Abfallannahme, dem Umschlag der Abfälle<br />
sowie bei deren Konfektionierung und<br />
Bunkerung. Gegenstand ist eine Erneuerung<br />
und Vergrösserung des bestehenden Abfallbunkers,<br />
dessen Unterteilung in zwei Annahme-<br />
und einen Brennstoffbunker, ein Ersatz<br />
und eine Neupositionierung des 40-jährigen<br />
Kamins, die Erneuerung und Ergänzung der<br />
technischen Zusatzanlagen sowie die Neukonzeption<br />
der elektrischen Anlagen am <strong>St</strong>andort<br />
Au. Zusätzlich bietet sich an, die vorgesehene<br />
Bunkerverlängerung mit einer Entladehalle<br />
zu ergänzen, in welcher das Entladen der<br />
Fahrzeuge und der Abfallumschlag in einem<br />
geschlossenen und wettergeschützten Bereich<br />
erfolgen kann.<br />
Nach der Bereitstellung der neuen Logisti<strong>kb</strong>auten<br />
des KHK wird es möglich, weitere Erneuerungsarbeiten,<br />
wie eine thermische und<br />
In Kürze<br />
luftseitige Ertüchtigung der betrieblichen Infrastrukturen<br />
(Kessel, Energiekreislauf, Emissionen),<br />
zu planen und umzusetzen.<br />
Abwasserreinigungsanlage (ARA)<br />
Hofen-Bodensee mit Kleinwasserkraftwerk<br />
Morgental<br />
Mit einer neuen Ableitung ab der ARA Hofen<br />
über ein Kleinwasserkraftwerk auf dem Gelände<br />
der ARA Morgental wird die <strong>St</strong>einach<br />
und deren Mündungsgebiet nachhaltig von<br />
gereinigtem Abwasser entlastet. Die <strong>St</strong>immbürgerinnen<br />
und <strong>St</strong>immbürger der <strong>St</strong>adt, der<br />
Gemeinde Wittenbach und die Delegierten<br />
des Abwasserverbandes Morgental haben das<br />
entsprechende Projekt 2010 genehmigt.<br />
Die notwendige Druckleitung ab der ARA<br />
Hofen zum Kleinwasserkraftwerk Morgental<br />
erstreckt sich über knapp fünf Kilometer mit<br />
einem Gefälle von rund 190 Metern. Gegen<br />
die Vergabe der für die Projektrealisierung<br />
erforderlichen Druckleitungsrohre an eine<br />
kantonsansässige Firma resultierte eine Einsprache<br />
eines Mitbewerbers an das Verwaltungsgericht.<br />
<strong>2011</strong> hat das Verwaltungsgericht<br />
die Einsprache abgewiesen und die Vergabe<br />
des <strong>St</strong>adtrates geschützt. Damit wird der Weg<br />
frei, das Projekt mit einer Verzögerung von<br />
gut einem Jahr ab 2012 in die Realisierung zu<br />
überführen.<br />
Das auf dem Gelände der ARA Morgental<br />
vorgesehene Kleinwasserkraftwerk wird die<br />
jährliche Produktion von rund 4 Mio. kWh<br />
Ökostrom ermöglichen und einen namhaften<br />
– 4 –<br />
Erlös zur teilweisen Abdeckung der Investitionskosten<br />
generieren. Zusätzlich wird es<br />
möglich, weitergehende Massnahmen im Bereich<br />
der Abwasserreinigung, wie z. B. solche<br />
zur Elimination von Mikroverunreinigungen,<br />
gemeinsam mit dem Abwasserverband Morgental<br />
weiterzuplanen.<br />
Werterhalt ARA Hofen<br />
Das 2007 durch das <strong>St</strong>adtparlament beschlossene<br />
Projekt einer ersten Sanierungsetappe<br />
der ARA Hofen ist weitestgehend abgeschlossen.<br />
Hängig sind noch Massnahmen zur Verbesserung<br />
der biologischen Abwasserreinigung.<br />
Versuche mit dem Einsatz von Dolomit<br />
und der Unterteilung der Biologiebecken zur<br />
Verbesserung der Reinigungsleistung benötigen<br />
mehr Zeit als seinerzeit angenommen.<br />
Im Rahmen der rollenden Erneuerung der<br />
Anlage geht es in einer weiteren Etappe um<br />
die Sanierung und weitgehende Erneuerung<br />
der gesamten Schlammbehandlungsanlagen.<br />
Eingebunden sind die Energieproduktion<br />
über die Blockheizkraftwerke sowie Teile des<br />
Betriebsgebäudes und des Betriebsareals. Die<br />
weitere Sanierungsetappe der ARA Hofen<br />
wurde <strong>2011</strong> so vorbereitet, dass das <strong>St</strong>adtparlament<br />
Anfang 2012 darüber befinden<br />
kann. Die bewährte <strong>St</strong>ruktur der Anlage im<br />
Bereich der Klärschlammbehandlung wird<br />
so beibehalten, dass die <strong>Entsorgung</strong> des anfallenden<br />
Klärschlamms weiterhin teilweise<br />
über die ARA Au und den Abwasserverband<br />
Altenrhein erfolgt. Ein solcher zweiter <strong>Entsorgung</strong>sweg<br />
zusätzlich zur Behandlung im<br />
KHK ist für Fälle beizubehalten, in denen das
KHK den anfallenden Klärschlamm aus technischen<br />
Gründen (Revisionen, <strong>St</strong>örfälle) nicht<br />
verarbeiten kann.<br />
Unterflur behälter (UFB)<br />
Per Ende Jahr <strong>2011</strong> stehen den Einwohnerinnen<br />
und Einwohnern rund 200 UFB für die<br />
jederzeitige Bereitstellung von Abfällen für<br />
die Abfuhr zur Verfügung. Es zeigt sich auch<br />
weiterhin eine deutliche Verbesserung der<br />
Sauberkeit in der <strong>St</strong>adt, da wesentlich weniger<br />
Abfallsäcke zu Unzeiten umherstehen.<br />
In der Altstadt ist die <strong>St</strong>andortwahl für UFB<br />
stark eingeschränkt und die Ansprüche an die<br />
Sauberkeit sind sehr hoch. Um auch in der<br />
Altstadt eine jederzeitige <strong>Entsorgung</strong>smöglichkeit<br />
für Kehrichtsäcke anzubieten, wurde<br />
die Erstellung eines Unterflur-Presscontainers<br />
im Gebiet Kugelgasse realisiert. Der neue Unterflur-Presscontainer<br />
steht der Einwohnerschaft<br />
im entsprechenden Einzugsgebiet zur<br />
Verfügung; für die Nutzung ist aus Sicherheitsgründen<br />
eine Batchkarte erforderlich. Je<br />
nach zukünftigen Erfahrungen werden weitere<br />
solche Sammelstellen für die Abfallbereitstellung<br />
in der Innenstadt vorgesehen.<br />
Deponie Tüfentobel<br />
Seit Beginn der Umsetzung des Abschlussprojektes<br />
der Deponie Tüfentobel nahmen<br />
die Anliefermengen von Aushub auf rund<br />
700 000 Tonnen pro Jahr zu. Diese sehr hohen<br />
Mengen erforderten vorgezogene Verlängerungen<br />
der Eindolung des Tüfenbaches<br />
sowie des Materialtransportbandes.<br />
Ursprünglich wurde damit gerechnet, dass<br />
mit der Umsetzung des Deponieabschlussprojektes<br />
die Ablagerungskapazitäten für rund 30<br />
Jahre gesichert sind. Bei weiterhin gleichbleibend<br />
hohen Anliefermengen von Aushub ist<br />
der entsprechende Deponieteil innerhalb von<br />
zehn bis fünfzehn Jahren verfüllt. Für die in<br />
den Händen der kantonalen Behörden liegende<br />
Deponieplanung besteht weiterhin Handlungsbedarf<br />
hinsichtlich der zeitgerechten Schaffung<br />
von Deponieraum für Aushubmaterial.<br />
Mehrweggebinde bei Publikumsanlässen<br />
Gemäss dem gültigen Abfallreglement der<br />
<strong>St</strong>adt können bei der Erteilung von Bewilligungen<br />
zur Benutzung öffentlichen Grundes aus<br />
Gründen der Sauberhaltung Auflagen zur Verminderung,<br />
Verwertung und umweltgerechten<br />
Beseitigung von Abfällen gemacht werden. Das<br />
<strong>St</strong>adtparlament ergänzte diese Bestimmung<br />
seinerzeit mit dem Passus, dass bei Publikumsanlässen<br />
in der Regel depotpflichtige Mehrwegbehältnisse<br />
zu verwenden sind.<br />
Erste Erfahrungen bei einem grösseren Anlass<br />
resultierten aus dem Einsatz depotpflichtiger<br />
Mehrweggebinde anlässlich des Eidgenössischen<br />
Musikfestes in der <strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> im<br />
Juni <strong>2011</strong>. Aufgrund positiver Erfahrungen<br />
ins besondere mit der Sauberkeit wird der Einsatz<br />
von Mehrweggebinden für Anlässe wie<br />
z. B. Kinderfest, Jahrmarkt und bei Veranstaltungen<br />
zum Gallusjubiläum vorbereitet.<br />
– 5 –<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> ist Spitze – der neue Mehrwegbecher<br />
im Einsatz ab Frühsommer 2012.
Die Hauskehrichtmenge nahm <strong>2011</strong> erstmals seit 3 Jahren wieder zu: um 170 Tonnen bzw. 1,0 %. Grund<br />
dafür ist die leichte Bevölkerungszunahme in der <strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>.<br />
– 6 –
Das Feuer, das<br />
alles frisst<br />
Es war nicht der letzte Tag des Winters <strong>2011</strong>/2012, aber er<br />
sollte sich als der letzte Tag herausstellen, an dem es noch<br />
schneite, wenn auch nur leicht, so leicht, dass wir erst nicht<br />
sicher waren, ob es tatsächlich Schneeflocken waren, die<br />
herunterkamen, oder nicht doch <strong>St</strong>aub oder Asche. Die Sonne<br />
drückte bleich durch den bewölkten Himmel, der die Farbe<br />
von Blei hatte. Bald würde der Frühling kommen und mit ihm<br />
die Spaziergänger an der Sitter, die Vögel würden mit ihrem<br />
Gezwitscher das Kommando im Wald übernehmen und alles<br />
würde wieder so werden, wie es jeden Frühling war: Anders,<br />
ganz, ganz anders.<br />
Als wir auf der schlängelnden <strong>St</strong>rasse aus dem Tobel fuhren,<br />
stellte ich meinem Sohn die unvermeidliche Frage. Ich fragte:<br />
«Und, wie war der Besuch?» Er schien nicht lange überlegen<br />
zu müssen, um zu antworten. «Gut.» Und dann, nach einer Sekunde<br />
schob er hintendrein: «Sehr gut sogar.» – «Und was hat<br />
dir am besten gefallen?» – «Drei Dinge.» – «Nämlich?» – «Das<br />
Feuer, der Kran und das Ding, das den <strong>St</strong>uhl gefressen hat.»<br />
– «Du meinst den Schredder?» Ich blickte in den Rückspiegel<br />
und sah meinen Sohn nicken und sehr zufrieden blickte er<br />
dann aus dem Fenster. Eine Weile schwiegen wir, und als wir<br />
die grosse Kurve fuhren, die uns auf die Autobahn brachte,<br />
sagte ich: «Gut, und jetzt erklärst du mir, wie das Kehrichtheizkraftwerk<br />
funktioniert?»<br />
Text: Max Küng<br />
Fotos: Georg Gatsas<br />
– 7 –<br />
Es gibt Dinge, die sind ganz einfach. Zum Beispiel ein Kehrichtheizkraftwerk.<br />
Man sammelt Müll. Man verbrennt ihn.<br />
Aus der Verbrennung gewinnt man Energie. Die Energie nutzt<br />
man. Der Müll verschwindet. Fertig. Aber auch die einfachsten<br />
Dinge sind kompliziert, das weiss man spätestens, wenn<br />
man einmal versucht hat, ernsthaft auf die Frage eines Kindes<br />
einzugehen, wenn es zum Beispiel fragt, warum die Erde eine<br />
Kugel ist und nicht flach und warum wir nicht herunterfallen.<br />
Meinem Sohn habe ich viel zu erklären versucht. Wie<br />
funktioniert ein Föhn? Wie ein <strong>St</strong>aubsauger? Ein Rasensprenger?<br />
Ein Differenzialgetriebe? Nicht immer waren meine Erklärungsversuche<br />
von Erfolg gekrönt, denn auf jede Antwort<br />
lässt sich noch eine Frage legen. Und nun, so dachte ich, drehe<br />
ich den Spiess um: Zusammen würden wir einen seiner heissesten<br />
Wünsche erfüllen, eine Kehrichtverbrennungsanlage<br />
zu besichtigen, sie von innen zu sehen – und dann würde er<br />
mir erklären, wie sie funktioniert.<br />
Ich hörte, wie er in einen Apfel biss. Kauend sagte er: «Ich<br />
stelle dir nun eine Frage.» Eine Weile wartete ich. Es kam keine<br />
Frage. «Und?», fragte ich nach. «Vergessen.» – «Erzähl mir<br />
vom Kran», sagte ich, und er antwortete: «Es ist ein Greifkran.<br />
Er hat spitze Krallen, so wie ein Dinosaurier, ein T-Rex.» Nun<br />
war mein Sohn in Fahrt gekommen, und er fuhr fort: «Der<br />
Kran greift sich den Müll aus einem grossen Loch. Es sah aus
wie ein grosses Schwimmbad. Ein Schwimmbad für Olchis.»<br />
Die Olchis sind Oscars Helden aus einem Kinderbuch, grüne<br />
Wesen mit Knollennasen, die nichts lieber tun als Müll<br />
zu fressen. Sie leben auf einer Müllhalde eines Ortes namens<br />
Schmuddelfing. Sie essen alte Schuhe und rostige Nägel und<br />
baden vorzugsweise im Schlamm.<br />
Mein Sohn fängt an zu singen, das Olchi-Lied, ich hatte es<br />
schon oft gehört in den letzten Monaten: «Fliegen-Schiss<br />
und Olchi-Furz, das Leben ist doch viel zu kurz! Wir lieben<br />
Schlick und Schlamm und Schleim, das Leben kann nicht<br />
schöner sein!» – «Und was weisst du noch?» – «Man muss<br />
den Müll mischen. Sonst wird das Feuer zu heiss.» – «Genau.<br />
Wenn zuviel Papier in den Ofen kommt, dann wird das<br />
Feuer zu heiss. Hast du gewusst, dass das Feuer immer brennt,<br />
Tag und Nacht, egal ob Sommer oder Winter?» – «Ja, hat der<br />
Mann am Kran ja gesagt. Ausser man muss den Ofen renodingsbums.»<br />
– «Revidieren, genau, man muss den Ofen jedes<br />
Jahr revidieren, weil das Feuer so heiss brennt, das hält natürlich<br />
auf Dauer auch der stärkste Ofen nicht aus.» – «Komisches<br />
Wort.» – «Revidieren? Ja, aber viele komische Wörter<br />
sind auch wichtige Wörter. Sag, wäre das ein Beruf für dich?<br />
Kranführer?».<br />
– «Ja. Er hatte einen bequemen <strong>St</strong>uhl, der sich drehen lässt.»<br />
– «Erzähl mir vom Feuer, das du durch die kleine Luke sehen<br />
konntest.» – «Das Feuer», sagte mein Sohn, «sah sehr heiss<br />
aus. Es hatte einen Riesenhunger. Es hatte einen Hunger wie<br />
ich jetzt.» Ich antwortete: «Aber du hast doch gerade einen<br />
Apfel gegessen?» «Hunger! Ich bin ein Verbrennungsofen.<br />
– 8 –<br />
Hunger!» – «Ja, es gibt gleich was. Das Feuer übrigens ist 850<br />
Grad heiss, hat der Mann gesagt.» – «Das klingt heiss.» – «Das<br />
ist auch heiss! Unvorstellbar heiss.» Ich dachte zurück an die<br />
Klappe, durch die man in den Ofen blicken konnte. Es war<br />
wie der Blick in das Innere der Erde: Glut. Ich fragte meinen<br />
Sohn: «Und warum verbrennt man den Müll überhaupt?»<br />
Mein Sohn sagte: «Das solltest du ja eigentlich wissen: Weil<br />
man nicht weiss, wohin sonst damit; und weil man damit heizen<br />
kann, und wenn man den Müll einfach auf eine Müllhalde<br />
kippen würde, dann würde es stinken, das würde den Olchis<br />
aber sehr gefallen.» «Bist du traurig, dass man den Müll verbrennt?»<br />
Mein Sohn fragte irritiert: «Warum?» – «Nun, weil<br />
ihn die Olchis dann nicht fressen können!» Mein Sohn lachte<br />
glucksend. «Aber das ist doch nur ein Buch, es gibt die Olchis<br />
nicht wirklich! Es ist sehr gut, dass jemand den Müll holt und<br />
ihn verbrennt.» – «Erzähl mir vom Schredder.» – «Er hat alles<br />
gefressen. Einen <strong>St</strong>uhl. Ein Bett hat er auch gefressen, oder<br />
ein Sofa war es, und einfach alles. Ich glaube, er kann alles<br />
fressen, was es auf der Welt gibt.» Mein Sohn imitierte einen<br />
Schredder, so laut er konnte. «Könnte er die Welt selbst fressen?»<br />
Mein Sohn schüttelte den Kopf. «Nein, dafür wäre er<br />
doch zu klein, oder die Welt zu gross.»<br />
Als wir zuhause ankamen, hatte ich das Kehrichtheizkraftwerk<br />
zweimal gesehen. Einmal mit meinen Augen. Und einmal mit<br />
den Augen meines Sohnes. Und tatsächlich: Die Krallen des<br />
Greifkrans, sie waren spitz wie die Klauen eines fleischfressenden<br />
Dinosauriers – und das Feuer verschlang alles, einfach<br />
alles.
Die Anliefermenge an das KHK nahm gegenüber dem Vorjahr um 1 804 Tonnen bzw. 2,3 % ab. Bei den<br />
über die Sammeldienste angelieferten Abfällen ergibt sich eine Zunahme von 289 Tonnen bzw. 0,7 %.<br />
– 9 –
Das Kehrichtheizkraftwerk <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> erzielt eine gute Energieeffizienz. Der aktuelle Energienutzungsgrad<br />
beträgt bei der <strong>St</strong>romproduktion 16,5 % und bei der Wärmeproduktion 25,1 %.<br />
Die <strong>St</strong>romproduktion konnte im <strong>2011</strong> weiter gesteigert werden.<br />
– 10 –
Finanzierung der Abfallentsorgung<br />
Die Finanzierungen der Abfallentsorgung, des<br />
Kehrichtheizkraftwerks (KHK) sowie der Deponie<br />
Tüfentobel schlossen das Geschäftsjahr<br />
<strong>2011</strong> positiv ab. Teilweise sind namhafte Reserven<br />
vorhanden. Dabei ist zu beachten, dass<br />
insbesondere beim KHK grössere Investitionen<br />
anstehen, die aufgrund nicht mehr ausgerichteter<br />
Beiträge von Bund und Kantonen<br />
mindestens teilweise vorfinanziert werden<br />
müssen, um zukünftige Gebührenanpassungen<br />
möglichst zu vermeiden oder zumindest<br />
zu dämpfen. Bei der Deponie Tüfentobel ist<br />
im Hinblick auf die umfangreichen Investitionen<br />
und Arbeiten für den zukünftigen Deponieabschluss,<br />
die bis dahin noch anstehenden<br />
Investitionen und die Nachsorge darauf zu<br />
achten, dass die notwendigen Mittel für die<br />
Zeit, in der keine Gebühren mehr verrechnet<br />
werden können, durch Rückstellungen ausreichend<br />
abgedeckt sind.<br />
<strong>Entsorgung</strong> und Recycling<br />
Erneuerungen der Wertstoffsammelstellen<br />
In der <strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> bestehen 29 Sammelstellen<br />
für die farbengetrennte <strong>Entsorgung</strong><br />
von Altglas und die gemischte Sammlung von<br />
Verpackungsaluminium und Weissblech. Im<br />
Weiteren ist an drei Sammelstellen die Abgabe<br />
von Alteisen, Altöl und <strong>St</strong>yropor möglich.<br />
Die in einzelne Sammelstellen integrierten<br />
Behältnisse für Altkleider und Schuhe werden<br />
durch den «Verein regionale Solidarität» gestellt<br />
und gewartet.<br />
Die durch das <strong>St</strong>adtparlament genehmigte rollende<br />
Erneuerung der Sammelstellen erfolgt je<br />
nach <strong>St</strong>andort der einzelnen Sammelstellen in<br />
einer Kombination aus herkömmlichen oberirdischen<br />
oder ganz versenkten Unterflursammelstellen.<br />
Bei den derzeit geplanten ganz<br />
versenkten Sammelstellen handelt es sich um<br />
diejenigen im Heiligkreuz, beim Neumarkt,<br />
Abfallentsorgung<br />
an der Burgstrasse sowie vier noch nicht verbindlich<br />
definierte <strong>St</strong>andorte. Die weiteren<br />
Sammelstellen werden in der bisherigen Art<br />
erneuert.<br />
Geplant wird, die herkömmlichen Sammelstellen<br />
so zu gestalten, dass Verunreinigungen<br />
soweit wie möglich durch eine offene Anordnung<br />
der Behältnisse und damit eine bessere<br />
soziale Kontrolle vermieden werden. Erste<br />
Erfahrungen z. B. mit den Sammelstellen bei<br />
der Migros Bach und beim Grabenpärkli zeigen,<br />
dass die Einsehbarkeit der Sammelstellen<br />
deutliche Verbesserungen hinsichtlich Sauberkeit<br />
und der Vermeidung wilder Ablagerungen<br />
bewirkt. Geplant ist die Beschaffung<br />
neuer Behälter mit verbessertem Lärmschutz<br />
und Nanobeschichtung gegen Graffiti. An den<br />
Sammelstellen werden Informationstafeln<br />
(<strong>St</strong>elen) angebracht, die in mehreren Sprachen<br />
auf die Nutzung der Sammelstellen hinweisen.<br />
Für Unterflursammelstellen sind in der Regel<br />
jeweils vier 5-m3-Behälter für Glas, Aluminium<br />
und Weissblech sowie ein Behälter für<br />
Leergebinde (verschmutzte Tragtaschen) vorgesehen.<br />
Unterflursammelstellen haben per<br />
se einen sehr guten Lärmschutz. Sie sind allerdings<br />
für die Sammlung von Textilien aufgrund<br />
der Feuchtigkeit nicht geeignet.<br />
Unterflur-Presscontainer<br />
Im März <strong>2011</strong> wurde über den Einbau eines<br />
Unterflur-Presscontainers an der Kugelgasse 19<br />
(Gewerbliche Berufsschule) informiert und<br />
den Anstössern einen aus Sicherheitsgründen<br />
erforderlichen Batch zur Nutzung des<br />
Presscontainers zugestellt. Mit der neuen Infrastruktur<br />
soll auch dem Gewerbe und den<br />
Einwohnerinnen und Einwohnern des <strong>St</strong>adtzentrums<br />
die Bereitstellung von Abfällen zur<br />
Abfuhr erleichtert werden. Es besteht die<br />
Möglichkeit, Abfälle jederzeit unabhängig von<br />
den Abfuhrdaten zu entsorgen. Eine weitere<br />
Unterflurpressmulde wird beim Gallusplatz<br />
erstellt. In Anlehnung an die Bedürfnisse der<br />
– 11 –<br />
Einwohnerinnen und Einwohner im Innenstadtbereich<br />
werden zu gegebener Zeit weitere<br />
Unterflurpressmulden gestellt.<br />
Förderung des Einsatzes von Mehrwegbechern<br />
bei Publikumsanlässen<br />
Im Rahmen der letzten Überarbeitung des<br />
Abfallreglements ergänzte das <strong>St</strong>adtparlament<br />
die Vorgaben zur Sauberhaltung des öffentlichen<br />
Grundes mit dem Passus, dass bei der<br />
Erteilung von Bewilligungen zur Benutzung<br />
öffentlichen Grundes Auflagen zur Verminderung,<br />
Verwertung und umweltgerechten<br />
Beseitigung von Abfällen gemacht werden<br />
können und in der Regel depotpflichtige<br />
Mehrwegbehältnisse zu verwenden sind.<br />
Zur Umsetzung der Vorgaben<br />
werden für spezifische An lässe<br />
sowie auch als Werbeträger<br />
30 000 entsprechend gestaltete<br />
«<strong>St</strong>adtbecher» ausgefertigt.<br />
Die Konkretisierung dieser Vorgabe erfordert<br />
Regelungen bei der Erteilung von Bewilligungen<br />
sowie die Bereitstellung der für den<br />
Einsatz von Mehrweggebinden notwendigen<br />
Infrastruktur und Logistik. Zudem sind Fördermassnahmen<br />
der <strong>St</strong>adt im Sinn einer Hilfe<br />
an Veranstalter sowie eine logistische Unterstützung<br />
erforderlich.<br />
Zur Umsetzung der Vorgaben werden für spezifische<br />
Anlässe sowie auch als Werbeträger<br />
30 000 entsprechend gestaltete «<strong>St</strong>adtbecher»<br />
ausgefertigt. Diese werden den Organisatoren<br />
von Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.<br />
Grünabfälle<br />
Derzeit besteht in der <strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> kein<br />
öffentliches Angebot für eine Separatsammlung<br />
von Grüngut. Unter den Begriff Grüngut<br />
fallen Gartenabfälle, wie Baum- und
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
<strong>St</strong>rauchschnitt, <strong>St</strong>auden, Rasenschnitt, Laub<br />
und weitere pflanzliche Gartenabfälle. Mit<br />
Grüngut nicht gemeint sind Speisereste und<br />
Küchenabfälle, die schnell gären und zu Geruchbelästigungen<br />
führen können. Für Private<br />
bestehen unterstützende Angebote wie<br />
z. B. eine kostenlose Kompostberatung, die<br />
Förderung der Quartierkompostierung oder<br />
ein vergünstigter Häckseldienst. Gewerbe und<br />
Private können Grüngut beim <strong>Entsorgung</strong>s-<br />
Center Ost, beim <strong>Entsorgung</strong>sfachmarkt und<br />
bei der Schnider AG, Engelburg, abgeben. Das<br />
Material wird in privaten Kompostierwerken<br />
aufbereitet und verarbeitet. Ein Teil des in der<br />
<strong>St</strong>adt anfallenden Grüngutes gelangt zudem<br />
über die ordentliche Kehrichtsammlung ins<br />
Kehrichtheizkraftwerk (KHK) und wird dort<br />
thermisch verwertet.<br />
Trotz umfangreichen Möglichkeiten zur Verwertung<br />
von Grüngut aus Gärten ist es sinnvoll,<br />
den Komfort bei der Grüngutentsorgung<br />
zugunsten der Einwohnerinnen und Einwohner<br />
zu verbessern. Grundsätzlich geht es jedoch<br />
auch darum, kostenintensive <strong>St</strong>rukturen<br />
ohne wesentliche Verbesserungen bei der<br />
stofflichen oder energetischen Verwertung<br />
von Grüngut zu vermeiden. So hat der <strong>St</strong>adtrat<br />
beschlossen, auf die vorgeschlagene, punktuelle<br />
Sammlung von Grüngut in Mulden in<br />
den Quartieren während der vegetativen Jahreszeit<br />
zu verzichten und ESG beauftragt, weitere<br />
alternative Sammelstrukturen hinsichtlich<br />
Akzeptanz, Kosten u. a. zu prüfen.<br />
Kompostierung<br />
Im Berichtsjahr konnten acht private Kompostplätze<br />
auf dem <strong>St</strong>adtgebiet reorganisiert<br />
oder neu erstellt werden. Die Anlage in der<br />
Alterssiedlung Flurhofstrasse 7 sowie diejenige<br />
für den Mittagstisch und Hort Riethüsli<br />
mussten aufgrund reger Nachfrage erweitert<br />
werden. Im Bereich Schulen wurden ebenfalls<br />
zwei Anlagen neu ausgestattet und vergrössert.<br />
Sowohl an der OFFA als auch an der OLMA<br />
wurde wiederum mit der Kompostberatung<br />
KVA Thurgau zusammengearbeitet. Im Rahmen<br />
des Ökomarktes nahmen abermals verschiedene<br />
Schulklassen an einem Kurs im<br />
Kompostieren teil.<br />
Kehrichtheizkraftwerk (KHK)<br />
Logisti<strong>kb</strong>auten<br />
Das Kehrichtheizkraftwerk KHK <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
ist seit 1972 in Betrieb. Es wurde in den Jahren<br />
1987–1989 umfassend erneuert, 1996 mit<br />
einer Entstickungsanlage nachgerüstet und<br />
anschliessend punktuell technisch ergänzt.<br />
Die Anlagetechnik ist bewährt und effizient.<br />
Die heutigen zwei Verbrennungslinien wurden<br />
seit der Inbetriebnahme in den Jahren<br />
1987–1989 ständig verbessert und neuen Umweltstandards<br />
angepasst.<br />
Der Kehrichtbunker, der Kamin sowie weitere<br />
Bauteile stammen noch aus der Zeit des Betriebsbeginns<br />
1972, sind also rund 40 Jahre alt<br />
und müssen grundlegend saniert werden. Wesentliche<br />
betriebliche Bauteile wie Verbrennungsroste,<br />
Kessel oder Turbogruppe sind<br />
in einem verhältnismässig guten technischen<br />
Zustand. Die langjährige Betriebszeit der alten<br />
und auch erneuerten Anlageteile bringt<br />
jedoch mit sich, dass der Unterhaltsbedarf<br />
ansteigt, obwohl das KHK hinsichtlich Technologie<br />
nach wie vor dem aktuellen <strong>St</strong>and der<br />
Technik entspricht.<br />
2004 beschloss der <strong>St</strong>adtrat, das KHK rollend<br />
zu erneuern. Gegenüber einem Neubau hat die<br />
rollende Erneuerung wesentliche Vorteile. Sie<br />
ist kostengünstig und erlaubt, die einzelnen<br />
Anlageteile bis zum Ende ihrer technischen<br />
Lebensdauer zu betreiben. Bei allen grösseren<br />
Investitionsentscheiden kann das technische<br />
und marktwirtschaftliche Umfeld berücksichtigt<br />
werden. Das KHK bleibt während den<br />
verschiedenen Bauphasen in Betrieb. Nachteil<br />
der rollenden Erneuerung ist, dass für den<br />
Weiterbetrieb umfangreiche Massnahmen zur<br />
Betriebsaufrechterhaltung erforderlich sind.<br />
Primär geht es darum, dass die<br />
Anlage nach erfolgter Erneuerung<br />
auf einen weiteren Betrieb<br />
von mindestens 20 Jahren<br />
(bis ungefähr ins Jahr 2040)<br />
ausgerichtet ist.<br />
Die Planung der zukünftigen rollenden Erneuerung<br />
des KHK muss breit abgestützt erfolgen<br />
und in mehrere Phasen aufgeteilt werden.<br />
– 12 –<br />
Voraussetzung ist bei allen Planungsarbeiten,<br />
dass sich diese mit allen Erneuerungsschritten<br />
in ein Gesamtkonzept einfügen. Primär<br />
geht es darum, dass die Anlage nach erfolgter<br />
Erneuerung auf einen weiteren Betrieb von<br />
mindestens 20 Jahren (bis ungefähr ins Jahr<br />
2040) ausgerichtet ist. In einer ersten Phase ist<br />
die Projektierung von Logisti<strong>kb</strong>auten vorgesehen.<br />
Solche sind zwingend erforderlich, um in<br />
späteren Phasen die betrieblichen Infrastrukturen,<br />
wie Ofenlinien, energetische Anlagen,<br />
<strong>St</strong>euerungen und Gebäude, erneuern und ergänzen<br />
zu können. Es wird Gegenstand eines<br />
Vorlageprojektes sein, unter Berücksichtigung<br />
von Kosten-Nutzen-Aspekten festzulegen,<br />
welche Anlageteile in welchem Umfang und<br />
Zeitrahmen ergänzt und erneuert werden.<br />
Massgebend ist jedoch, dass alle Planungsarbeiten<br />
die gesamthafte zukünftige Entwicklung<br />
und die Realisierung der betrieblichen<br />
Optimierungen sowie die möglichst langfristige<br />
Nutzung bestehender Infrastrukturen berücksichtigen.<br />
Die Logisti<strong>kb</strong>auten beinhalten die Optimierung<br />
und Ergänzung der betrieblichen Logistik<br />
im Bereich der Annahme und Konfektionierung<br />
der Abfälle. Spätere grössere<br />
Projektteile sind die energetische Ausrichtung<br />
mit Abstimmung auf die Geothermie und die<br />
gesamthafte thermische und luftseitige Ertüchtigung<br />
der betrieblichen Infrastrukturen<br />
(Kessel, Energiekreislauf, Emissionen). Vorgesehen<br />
ist zudem eine <strong>St</strong>eigerung der Effizienz<br />
der bestehenden Anlage unter Berücksichtigung<br />
der Situation, dass mit betrieblichen<br />
Optimierungen ohne zusätzliche Abfälle eine<br />
deutliche <strong>St</strong>eigerung der Energieproduktion<br />
erreicht werden kann.<br />
Die vorgesehene Bunkererweiterung des KHK<br />
und dessen Aufteilung erfordert verschiedene<br />
bauliche Massnahmen und Anpassungen.<br />
Dazu gehören eine Entladehalle, die Erneuerung<br />
maschineller und elektrischer Einrichtungen,<br />
der Ersatz des Kamins und Anpassungen<br />
an der Rechenwaldstrasse. Die laufenden<br />
Planungsarbeiten sind auf folgende Aspekte<br />
ausgerichtet:<br />
– die bestehende Annahmelogistik wird kundenorientiert<br />
verbessert und den heutigen<br />
und zukünftigen Anforderungen hinsichtlich<br />
Abfertigung, Fahrzeuggrössen, Personenschutz<br />
und Emissionsschutz angepasst;<br />
– die Infrastruktur zur Überbrückung von<br />
Anlagestillständen infolge von Erneue-
ungsarbeiten an der technischen Infrastruktur<br />
wird bereitgestellt;<br />
– unterschiedliche Abfälle werden getrennt<br />
angenommen und verarbeitet, um sie<br />
schliesslich in Fraktionen, verschiedenen<br />
Bedürfnissen entsprechend, aufzubereiten;<br />
– die Brennstoffbewirtschaftung wird für die<br />
Nutzung der Wärme in den Wintermonaten<br />
optimiert;<br />
– auf die Zwischenlagerung von Abfällen auf<br />
der Deponie wird soweit wie möglich verzichtet.<br />
Die geplante Erneuerung der Logistik hat folgende<br />
Ziele:<br />
– Ausrichtung der Anlage auf das Energiekonzept<br />
2050 und den Betrieb einer zukünftigen<br />
Geothermie;<br />
– Verbesserung der Positionierung der Anlage<br />
im Abfallmarkt über die vertraglich<br />
gesicherte Zusammenarbeit mit anderen<br />
Anlagen;<br />
– Anpassung der Anlage an das marktwirtschaftliche<br />
Umfeld (Anlieferungen, Grosskunden,<br />
Transporteure, Verarbeitung von<br />
Abfällen abgestimmt auf energetische Bedürfnisse);<br />
– Erhöhung und Verbesserung der Flexibilität<br />
der Annahmelogistik, beim Betrieb<br />
und Unterhalt (inkl. Personaleinsatz) sowie<br />
bei der Energieproduktion durch den<br />
Unterbruch von Abhängigkeitsketten im<br />
technischen Bereich (Zwischenlagerung,<br />
Schredder, Förderanlagen, Ballenpresse,<br />
Lagerflächen);<br />
– Nutzung der Brennstoffenergie ausgerichtet<br />
auf eine maximale Wärme- bzw. <strong>St</strong>romproduktion;<br />
– <strong>St</strong>eigerung der Effizienz durch optimale<br />
Betriebsabläufe (Automatisierung);<br />
– Verbesserung der Kundenfreundlichkeit<br />
(z. B. Annahme von Abfällen rund um die<br />
Uhr);<br />
– laufende Erhöhung der Sicherheit für Kunden,<br />
Personal und die Anlage selbst.<br />
Rollende Erneuerung des KHK bis ins Jahr 2040. Die Hauskehrichtmenge <strong>2011</strong> nahm gegenüber letztem<br />
Jahr um rund 170 t zu.<br />
Ersatz der Speisewasserversorgung<br />
Bei der Speisewasserversorgung handelt es<br />
sich um eine der wichtigsten Komponenten<br />
für den Betrieb des KHK. Die vier dazu<br />
eingesetzten Pumpen, von denen je zwei mit<br />
Elektromotoren und Dampfturbinen betrieben<br />
werden, dienen im Wesentlichen der Aufrechterhaltung<br />
des Wasser-/Dampfkreislaufes<br />
im Hinblick auf die Produktion elektrischer<br />
und thermischer Energie. Sie müssen so in<br />
den Wasser-/Dampfkreislauf des KHK eingebunden<br />
sein, dass einerseits ein möglichst<br />
optimaler energetischer Wirkungsgrad und<br />
anderseits eine maximale Betriebssicherheit<br />
des KHK erreicht werden kann.<br />
Die bestehenden Speisewasserpumpen sind<br />
seit 1987 in Betrieb und müssen aus Alters-<br />
und Sicherheitsgründen ersetzt werden. Heute<br />
ist die Betriebssicherheit der Speisewasserversorgung<br />
zunehmend gefährdet, da die<br />
Pumpen nicht mehr ihre ursprüngliche Leistungsfähigkeit<br />
aufweisen und Ausfälle von<br />
einzelnen Pumpen nicht mehr so aufgefangen<br />
werden können, dass ein Regelbetrieb der Anlage<br />
in jedem Fall sichergestellt ist. Ein alters-<br />
oder schadenbedingter Ausfall des Systems<br />
sowie die erforderliche Ersatzbeschaffung<br />
hätte eine länger dauernde Leistungseinbusse<br />
oder einen Anlagestillstand zur Folge.<br />
Der Austausch der Speisewasserpumpen erfolgt<br />
im Rahmen eines Gesamtstillstands des<br />
KHK. Die Baueinheiten müssen vorgängig<br />
eines Einbaus auf einem grossen Rahmen<br />
montiert, verrohrt, elektrisch verkabelt und<br />
auf ihre Funktion geprüft werden. Dadurch<br />
wird es möglich, den geplanten Umbau in sehr<br />
kurzer Zeit durchzuführen.<br />
Revision der Turbogruppe<br />
Zur Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit<br />
der Turbogruppe sind periodische Revisionen<br />
erforderlich. <strong>2011</strong> wurde zur Ausführung im<br />
Jahr 2012 eine Revision vorbereitet. In diesem<br />
Rahmen werden Dampfturbine, Getriebe und<br />
– 13 –<br />
Generator zerlegt, kontrolliert und instandgestellt.<br />
Die Arbeiten werden koordiniert mit weiteren<br />
Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten so<br />
durchgeführt, dass es zu möglichst geringen<br />
<strong>St</strong>illständen der Anlage kommt. Zudem wird<br />
eine unabhängige Drittfirma die Revisionsarbeiten<br />
so begleiten, dass eine möglichst hohe<br />
Qualität der Revisions- und Sanierungsarbeiten<br />
erreicht wird.<br />
Erweiterung der Dioxinabscheideanlage<br />
(ADIOX)<br />
2010 beschloss das <strong>St</strong>adtparlament die Nachrüstung<br />
des Kehrichtheizkraftwerks mit einer<br />
ergänzenden Dioxinabscheideanlage (Adiox-<br />
Anlage). Die Anlage wurde im Rahmen des<br />
genehmigten Kostenbetrages erstellt; die gesetzlich<br />
vorgegebenen Grenzwerte für den<br />
Ausstoss von Dioxin und Furan können um<br />
rund das 10-fache unterschritten werden. Die<br />
Abscheidung erfolgt bei Rauchgastemperaturen<br />
von rund 80 °C in Polypropylen-Füllkörpern;<br />
und darin enthaltene Aktivkohle kann<br />
in die Dioxine und Furane eingebunden werden.<br />
Damit die zu behandelnden Rauchgase<br />
die Füllkörper thermisch nicht beschädigen<br />
oder zerstören, werden sie durch Wärmeauskopplung<br />
zugunsten der Fernwärme von rund<br />
180 °C auf 80 °C abgekühlt.<br />
Da der Wärmebedarf der Fernwärme mit zunehmendem<br />
Netzausbau auch im Sommer<br />
steigt, wurde auf eine zusätzliche Rauchgaskühlung<br />
vorerst bewusst verzichtet. Der erste<br />
Sommerbetrieb im Jahre <strong>2011</strong> zeigte jedoch,<br />
dass die Rauchgase bei höheren Aussentemperaturen<br />
nicht genügend und gesichert abgekühlt<br />
werden konnten.<br />
Um die für den Betrieb der Adiox-Anlage<br />
erforderliche maximale Rauchgastemperatur<br />
ganzjährig gesichert einhalten zu können,<br />
wird im Fernwärmenetz ein zusätzlicher Wärmetauscher<br />
in Form eines Rückkühlers integriert.<br />
Dadurch wird gewährleistet, dass auch<br />
bei höheren Aussentemperaturen genügend<br />
Wärmeabnahmekapazität verfügbar ist, um
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
die maximale Rauchgastemperatur für den Betrieb<br />
der Adiox-Anlage einhalten zu können.<br />
Kehrichtschlacke<br />
Die <strong>Entsorgung</strong> der Kehrichtschlacke erfolgte<br />
bisher über die Deponie Tüfentobel, wo<br />
sie entschrottet und die dabei gewonnenen<br />
Metalle der Wiederverwertung zugeführt<br />
wurden. Zukünftig ist die Entschrottung der<br />
Schlacke aus dem KHK auf der Deponie nicht<br />
mehr möglich. Gründe dafür sind die entstehenden<br />
Emissionen, wie Gerüche, <strong>St</strong>aub und<br />
Lärm.<br />
Um das an sich sinnvolle Metallrecycling weiter<br />
zu betreiben, wird die Schlacke neu auf<br />
Zusehen hin in Zusammenarbeit mit dem<br />
VfA, Verein für Abfallentsorgung, Buchs,<br />
aufbereitet. Anschliessend wird eine analoge<br />
Menge Schlacke auf der Deponie Tüfentobel<br />
abgelagert.<br />
KHK-Gebühren<br />
Die Anliefermengen an das KHK setzen sich<br />
zu rund 60% aus kommunalen und zu rund<br />
40% aus Anlieferungen Dritter (Industrie,<br />
Gewerbe, Sortierbetriebe) zusammen. Die<br />
Gebühren für Anlieferungen Dritter werden<br />
über einen nach Mengen gestaffelten Tarif erhoben.<br />
Im Hinblick auf die Förderung der Wiederverwertung<br />
von Abfällen ist grundsätzlich<br />
erwünscht, dass eine möglichst grosse Menge<br />
Wertstoffe aus dem Abfall aussortiert wird.<br />
Entsprechend wurde die Zusammenarbeit mit<br />
professionellen Sortierwerken durch ergänzende<br />
Rabatte im Rahmen der flexiblen Anwendung<br />
des Gebührentarifs verbessert.<br />
Deponie Tüfentobel<br />
Die Deponie Tüfentobel ist eine der grössten<br />
<strong>Entsorgung</strong>sanlagen im Kanton und umfasst<br />
ein Einzugsgebiet von über 70 Gemeinden<br />
von Aadorf bis ins Appenzeller Vorderland<br />
und vom Bodensee bis ins Toggenburg. Das<br />
Einzugsgebiet beinhaltet Anlieferungen von<br />
Reaktormaterial aus dem Gebiet des Zweckverbandes<br />
Abfallverwertung Bazenheid und<br />
Teilen des Kantons <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> sowie der Kantone<br />
Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden.<br />
Das Einzugsgebiet für Inertstoffe und Aushub<br />
beschränkt sich auf die <strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> und die<br />
umliegenden Gemeinden bis an den Bodensee.<br />
Die <strong>St</strong>immbürgerinnen und <strong>St</strong>immbürger der<br />
<strong>St</strong>adt haben 2003 dem Abschlussprojekt der<br />
Deponie Tüfentobel mit Kosten von CHF 35,5<br />
Mio. zugestimmt. In der Abstimmungsvorlage<br />
wurde darauf hingewiesen, dass mit dem<br />
Abschlussprojekt die Ablagerungskapazitäten<br />
für die nächsten rund 30 bis 35 Jahre gesichert<br />
würden. Die Infrastruktur der Deponie ist auf<br />
jährliche Anlieferungen von 450 000 Tonnen<br />
ausgerichtet. Bei aktuellen Anliefermengen<br />
von 700 000 Tonnen pro Jahr wäre die Deponie<br />
Tüfentobel wesentlich früher als vorgesehen<br />
in rund 10 bis 15 Jahren verfüllt.<br />
Als kurzfristige Massnahme zu einer möglichen<br />
Entlastung der städtischen Anlage hat<br />
der <strong>St</strong>adtrat beschlossen, die Gebührenansätze<br />
der Deponie für Aushub und Inertmaterial auf<br />
Mitte Jahr <strong>2011</strong> anzuheben. Eine anderweitige<br />
Verwertung von Aushub, wie der Wiedereinbau<br />
auf Baustellen oder die weitergehende<br />
Nutzung anderer Deponien, soll so begünstigt<br />
werden. Sollte sich die Anliefermenge auf die<br />
Deponie Tüfentobel nicht deutlich reduzieren,<br />
müssten weitergehende restriktive Massnahmen<br />
geprüft werden.<br />
Bei aktuellen Anliefermengen<br />
von 700 000 Tonnen pro Jahr<br />
wäre die Deponie Tüfentobel<br />
wesentlich früher als vorgesehen<br />
in rund 10 bis 15 Jahren<br />
verfüllt.<br />
In Anlehnung an obige Ausgangslage hat die<br />
<strong>St</strong>adt das zuständige Departement des Kantons<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> ersucht, so bald als möglich für<br />
die Schaffung weiterer <strong>St</strong>andorte für die Ablagerung<br />
von Aushubmaterial unter Beachtung<br />
einer entsprechenden Dringlichkeit besorgt<br />
zu sein.<br />
Anlieferungen von nassem Material<br />
Seit längerer Zeit werden in der Deponie<br />
Tüfentobel täglich sehr grosse Mengen von<br />
Inertstoffen und Aushubmaterial angeliefert.<br />
Festzustellen ist, dass es sich dabei öfters auch<br />
um sehr nasses Material (flüssig, nicht befahrbar<br />
und verdichtbar) handelt. Die grossen<br />
Liefermengen und das nasse Material führen<br />
dazu, dass die Verdichtung des Deponiekörpers<br />
stark erschwert und die <strong>St</strong>abilität des De-<br />
– 14 –<br />
poniekörpers eingeschränkt wird. Eine fachgerechte<br />
Verdichtung ist Voraussetzung, um<br />
die im Abschlussprojekt geplante Endgestaltung<br />
der Landschaft umzusetzen.<br />
Aus diesen Gründen sieht ESG vor, die<br />
Anlieferungsmöglichkeit für sehr nasses<br />
Material – je nach Situation – auf Voranzeige<br />
ein zuschränken bzw. die Annahme von sehr<br />
nassem Material gegebenenfalls einzustellen.<br />
Nur so ist es möglich, die Deponie auch in<br />
Zukunft nachhaltig zu bewirtschaften und für<br />
unsere Kunden eine hohe Betriebs- und <strong>Entsorgung</strong>ssicherheit<br />
sicherzustellen.<br />
Technische Infrastruktur<br />
Der Einsatz möglichst umweltschonender<br />
Deponiegeräte ist Verpflichtung. Zum Abbau<br />
von Fremdmieten wurden gegen Ende <strong>2011</strong><br />
ein neuer Kettendozer sowie ein neuer Radlader<br />
beschafft. Im Rahmen der Ausschreibungen<br />
wurden die Umweltkriterien sowie die Bereiche<br />
Qualität, Eignung und Sicherheit höher<br />
als die Angebotspreise gewichtet. Die neuen<br />
Geräte werden ab 2012 eingesetzt und die<br />
Emissionen der Deponie weiter reduzieren.<br />
Deponie Tüfentobel, Fonds für ökologische<br />
Ausgleichsmassnahmen<br />
Der Fonds der Deponie Tüfentobel bezweckt<br />
die finanzielle Förderung von ökologischen<br />
Ausgleichsmassnahmen in Folge der Beeinträchtigung<br />
schutzwürdiger Lebensräume im<br />
Gebiet der Deponie Tüfentobel durch technische<br />
Eingriffe. Aufgrund der Anlieferungen<br />
<strong>2011</strong> wurde ein Betrag von CHF 95 860<br />
in den Fonds eingelegt. Nach dieser Einzahlung<br />
verfügt der Fonds über ein Vermögen<br />
von CHF 328 183. Von diesem Betrag sind<br />
CHF 75 000 für Sanierungsmassnahmen im<br />
Naturschutzgebiet Ochsenweid, CHF 18 100<br />
für Pflegeeingriffe im Gebiet <strong>St</strong>rebelwald-<br />
<strong>St</strong>eilhang Grueben und CHF 7485 für Pflegeeingriffe<br />
im Wattbachtobel verpflichtet. Die<br />
freien Fondsmittel per Ende <strong>2011</strong> betragen<br />
CHF 227 598.
<strong>Entsorgung</strong> und Recycling<br />
Finanzen in CHF 1 000/Personal<br />
Beim dem um 0,4% höheren Ertrag stehen<br />
leicht höheren Gebühreneinnahmen tiefere<br />
Erträge aus der Wiederverwertung von Wertstoffen<br />
gegenüber. Der Aufwand erhöhte sich<br />
um 5,4% und begründet sich im Wesentlichen<br />
aus Kosten für die Erneuerung von Wert-<br />
Die Hauskehrichtmenge nahm um 170 Tonnen<br />
bzw. 1,0% zu und die Menge gesammelter<br />
Wertstoffe um 172 Tonnen bzw. 2,2% gegenüber<br />
dem Vorjahr ab. Die Menge des gesammelten<br />
Altpapiers und Kartons reduzierte sich<br />
um 116 auf 5143 Tonnen. Die Altglasmenge<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Einnahmen 7 774 7 803 7 303 7 495 7 524<br />
Aufwand 6 547 6 326 6 420 6 278 6 618<br />
Abschreibungen 96 709 655 581 530<br />
<strong>St</strong>and Ausgleichskonto 4 157 4 925 5 153 5 789 6 165<br />
Personalbestand* 5.0 15.0 15.0 15.0 15.0<br />
* ab 2008 inkl. Sammeldienst<br />
Mengenentwicklung<br />
stoff- und Unterflursammelstellen sowie<br />
trotz tieferen Gebührenansätzen des KHK<br />
aus mengenbezogen leicht höheren Kosten<br />
für die Abfallverbrennung. Der Rechnungsüberschuss<br />
nahm von CHF 636 000 auf<br />
CHF 376 000 ab.<br />
in t 2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Hauskehricht <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 17 127 17 275 17 198 17 055 17 225<br />
Separatsammlungen 8 398 8 711 8 065 7 980 7 808<br />
Total Sammelmenge 25 525 25 986 25 263 25 035 25 033<br />
liegt mit 2365 Tonnen um 32 Tonnen unter<br />
dem Vorjahreswert. Im Bereich Altmetall<br />
(inkl. Aluminium und Weissblech) ergab sich<br />
eine um 24 Tonnen tiefere Sammelmenge von<br />
300 Tonnen.<br />
– 15 –<br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Thermische Abfallbehandlung im KHK<br />
Finanzen in CHF 1 000/Personal<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Einnahmen 15 748 15 695 15 219 14 943 14 866<br />
Aufwand* 10 879 11 988 12 151 11 018 10 740<br />
Abschreibungen 1 160 1 598 1 572 1 568 1 465<br />
<strong>St</strong>and Ausgleichskonto 4 000 4 000 4 000 4 000 4 000<br />
Baureserve 30 249 32 358 33 854 36 211 38 872<br />
Personalbestand 27.2 28.7 28.7 28.7 29.2<br />
* exkl. Einlage in die Baureserve und Abschreibungen<br />
Der Ertrag des KHK hat sich kaum verändert<br />
und liegt um CHF 77 000 bzw. 0,5 % unter<br />
demjenigen des Vorjahres. Der Betriebsaufwand<br />
nahm um CHF 278 000 bzw. 2,5 % ab.<br />
Höheren Unterhaltkosten stehen geringere<br />
Aufwendungen für die auswärtige Abfallbehandlung<br />
und die Schlackeentsorgung gegen-<br />
Mengenentwicklung<br />
in t 2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Sammeldienst Region 25 585 25 890 26 272 26 148 26 267<br />
Sammeldienst <strong>St</strong>adt 17 127 17 275 17 198 17 055 17 225<br />
Klärschlamm 5 762 5 474 5 495 5 500 4 972<br />
Direktanlieferung Dritter 30 070 32 260 31 505 28 133 26 568<br />
Gesamtmenge 78 544 80 899 80 470 76 836 75 032<br />
Die Anliefermenge an das KHK nahm gegenüber<br />
dem Vorjahr um 1804 Tonnen bzw. 2,3 %<br />
ab. Bei den über die Sammeldienste angelieferten<br />
Abfällen ergibt sich eine Zunahme von<br />
über. Die Abschreibungen reduzierten sich<br />
um CHF 103 000. Mit einer Einlage von<br />
CHF 2 660 821 (Vorjahr CHF 2 356 423) in<br />
die Baureserve erhöht sich deren Bestand auf<br />
CHF 38 872 000. Das Ausgleichskonto weist<br />
weiterhin einen Saldo von CHF 4 Millionen<br />
aus.<br />
289 Tonnen bzw. 0,7 %. Die Anlieferungen<br />
Dritter nahmen um 1565 Tonnen bzw. 5,6 %<br />
und die Klärschlammanlieferungen um 528<br />
Tonnen bzw. 9,6 % ab.<br />
– 16 –
Ablagerungsplatz Tüfentobel<br />
Finanzen in CHF 1 000/Personal<br />
– 17 –<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Einnahmen 7 618 8 379 8 710 10 143 10 726<br />
Einnahme Deponie Meggenmüli (Gegenrecht) (1 310) (1 732) (1 338) (0) (0)<br />
Betriebsaufwand 3 883 4 291 4 849 4 693 4 831<br />
Abgeltung an den allgemeinen Haushalt 1 000 1 500 1 500 1 500 1 500<br />
Einlage in den Fonds für ökologische Ausgleichsmassnahmen 65 74 78 38 96<br />
Überschuss Laufende Rechnung 2 402 2 242 2 267 3 759 3 971<br />
VASA-Abgabe (Sanierung von Altlasten) (599) (834) (801) (842) (870)<br />
Rückstellungen für Nachsorge/Risiko 8 249 8 249 8 249 8 249 8 249<br />
Rückstellung Betriebsphase/Abschluss 18 987 19 011 21 280 15 163 17 882<br />
Ausgleichskonto 4 000 4 000 4 000 4 000 4 000<br />
Total Rückstellungen/Ausgleichskonto 31 236 31 260 31 377 27 412 30 131<br />
Personalbestand 6.0 7.0 7.0 6.5 6.5<br />
Die höheren Einnahmen sind auf höhere<br />
Reaktormaterialanlieferungen sowie Mehrerträge<br />
bei der Anlieferung von Aushubmaterial<br />
zurückzuführen. Der höhere Betriebsaufwand<br />
resultiert aus der zusätzlichen Einmietung<br />
von Fahrzeugen und Personal. Die Ablieferung<br />
an den Allgemeinen Haushalt liegt mit<br />
Mengenentwicklung<br />
in t 2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Inertes Material 419 357 617 435 720 530 666 949 638 671<br />
Reaktormaterial 29 954 27 763 22 622 27 661 28 053<br />
Schlacke KHK, inkl. Schrottanteil 0 15 437 15 066 15 445 14 996<br />
Kompostierbare Abfälle* 3 692 3 281 0 0 0<br />
Total Anlieferungen 453 003 663 916 758 218 710 055 681 720<br />
* Annahme Ende 2008 eingestellt<br />
Die Anliefermengen auf die Deponie Tüfentobel<br />
liegen im Bereich der inerten Abfälle<br />
(insbesondere Aushubmaterial) um 28 278<br />
Tonnen unter denjenigen des Vorjahres, aber<br />
CHF 1,5 Mio. auf Vorjahresniveau und auf<br />
eine Verzinsung der Rückstellungen durch die<br />
<strong>St</strong>adt wurde wie im Vorjahr verzichtet. Die<br />
Abschreibungen von Investitionen aus dem<br />
Deponieabschlussprojekt erfolgten mit CHF<br />
1,252 Mio. direkt über die Rückstellungen.<br />
immer noch auf einem ausserordentlich hohen<br />
Niveau. Die Anlieferungen von Reaktormaterial<br />
und Schlacke lagen zusammen um<br />
57 Tonnen unter der Vorjahresmenge.<br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>
– 18 –
Wasser ist zum<br />
Waschen da?<br />
Wasser ist mir zuwider – zumindest morgens unter der Dusche.<br />
Kennen Sie das? Sie schleppen sich gleich nach dem Aufwachen<br />
ins Badezimmer, entkleiden sich noch unterwegs und<br />
steigen schlaftrunken unter die Brause. Gibt es Brutaleres?<br />
Für einen Morgenmuffel wie mich jedenfalls nicht. Unerbittlich<br />
spült der Wasserstrahl meine wohlige Trägheit des Schlafs<br />
den Abfluss hinunter. Das kühle Nass piesackt mich, bis auch<br />
der letzte Gedanke das Schlummerland verlassen hat. Ich werde<br />
mir gewahr, dass die schönen Dinge, die ich gerade erlebt<br />
habe, nur Träume waren. Nie fühle ich mich nackter.<br />
Aber warum tut man sich die Duscherei eigentlich an? Naja,<br />
man will nicht diejenige sein, nach der sich die Leute die Nase<br />
rümpfen. Im Bus erkennt man die Nicht-Duscher daran, dass<br />
sich eine Sperrzone um sie bildet; der Platz neben, vor und<br />
hinter ihnen bleibt frei. Setzt man sich aus Versehen doch einmal<br />
neben einen <strong>St</strong>inker, gerät man in einen Gewissenskonflikt.<br />
Was nun? Aufstehen und einen anderen Platz suchen?<br />
Das würde den dünstenden Menschen vor den Kopf stossen,<br />
das will man auch wieder nicht. Vielleicht kann er ja gar nichts<br />
dafür wegen seines süsslich-säuerlichen Geruchs. Die Leute<br />
rundherum schauen einen mitleidig und verständnisvoll an.<br />
Es entsteht eine Duscher-Solidarität. Und weil man in solchen<br />
Situationen niemals selber der <strong>St</strong>inker sein will, duschen wir<br />
heutzutage nach dem Aufstehen, nach dem Sport, nach dem<br />
Sex und am liebsten auch noch zwischendurch.<br />
Text: Jeanette Herzog<br />
Fotos: Fabian Unternährer<br />
– 19 –<br />
In dieser Beziehung hatten es die Leute früher wahrlich besser,<br />
denke ich mir, während ich die Regler drehe, bis das Wasser<br />
gerade so warm ist, wie vorher mein Bett. Zur Zeit des 14.<br />
Ludwigs stanken alle, und niemand störte sich daran. Von Duschen<br />
und Baden hielten die Menschen nichts. Sie glaubten,<br />
Wasser weiche den Körper auf und mache ihn empfänglich<br />
für allerlei Krankheiten. Es war das Zeitalter des Puderns und<br />
Parfümierens. Oder: das Zeitalter des Kratzens und Lausens.<br />
Die prächtigen Perücken waren ein Paradies für Käferchen.<br />
Aber der Sonnenkönig war geradezu vernarrt in die haarigen<br />
Kopfbedeckungen, denn das kaiserliche Haupt war kahl. Hofdamen<br />
und Edelmannen blieb also nichts anderes übrig, als<br />
sich der drolligen Mode anzupassen. Doch man war erfinderisch:<br />
Damit es tagsüber nicht allzu sehr juckte, lagerten die<br />
Perücken nachts in Volieren. Eine geniale Idee; die Perücke<br />
war gesäubert, die Vögel gefüttert. <strong>St</strong>ank es einmal gar arg, so<br />
tunkte man die Flügel der Vögelchen in Parfum und liess sie<br />
durch den Raum flattern. Das wäre doch eine Lösung für das<br />
Busproblem! Doch solange ich keinen Vogel habe, muss ich<br />
mich selber um mein Haar kümmern. Da genehmige ich mir<br />
eine Extraportion Shampoo.<br />
Dabei hatten die Leute von damals durchaus Sinn für Hygiene.<br />
Wer sich nämlich das Entgelt leisten konnte, durfte gar der<br />
Morgentoilette des Kaisers beiwohnen. Diese Termine waren<br />
so begehrt, dass der Herrscher selbst auf dem sogenannten<br />
Kackstuhl Audienzen hielt – während ihm Vögelchen um den
Kopf flatterten. Ein wunderbares Bild. Ich wünsche mir zwar<br />
nicht die Renaissance zurück, es ist schon richtig, dass heute<br />
jede WC-Türe ein Schloss hat. Aber vielleicht könnten ja Vögel<br />
durch die öffentlichen Klos fliegen, das wäre doch charmanter<br />
als die öden Zerstäuber, die einem beim Betreten des<br />
Raums eine Parfumwolke in den Nacken pusten. Und wenn es<br />
auf dem Thron mal nicht so richtig klappen will, kann man<br />
mit den Vögelchen um die Wette pfeifen.<br />
Die Hygiene-Gewohnheiten haben sich im Laufe der Jahrhunderte<br />
immer wieder verändert. Julius und seine Römer pflegten<br />
eine ausschweifende Badekultur, die sich bis in den Orient<br />
verbreitete. Türkische Bäder und Hamams zeugen davon.<br />
Aber im alten Rom badete man nicht nur, um der Schutzgöttin<br />
Hygiéia Respekt zu zollen. Badehäuser waren auch Geschäftshäuser<br />
– und Freudenhäuser. Freudenhäuser nicht gerade im<br />
heutigen Sinne eines Bordells, aber man war durchaus ungezwungen.<br />
Das ging lange gut, bis immer mehr Leute krank<br />
wurden. Die Badehäuser wurden zu Brutstätten für Syphilis<br />
und allerhand Geschlechtskrankheiten. Es setzte sich langsam<br />
die Meinung durch, Wasser sei schädlich. Welch ein Gesinnungswandel!<br />
Die Leute entdeckten das Wasser erst im 17. und 18. Jahrhundert<br />
wieder für sich. Wissenschaftler belegten, dass die<br />
regelmässige Reinigung mit Wasser Krankheiten vorbeugen<br />
könne. In Anbetracht der grassierenden Pest eine hilfreiche<br />
Erkenntnis. Aber es dauerte Generationen, bis die Menschen<br />
ihre Wasserscheu abgelegt hatten. Vorreiter der neuen Hygienewelle<br />
am Bodensee war Napoleon III., der einen Teil seiner<br />
Jugend auf Schloss Arenenberg in Salenstein verbrachte. Der<br />
blonde Prinz schwamm auf die Insel Reichenau – und ertrank<br />
dabei wider Erwarten nicht. Die Leute lebten zwar seit jeher<br />
am See und wuschen sich mittlerweile wohl auch gelegentlich<br />
darin, es wäre ihnen aber nie in den Sinn gekommen, in diesem<br />
auch zu schwimmen.<br />
Die Zeiten änderten sich. Napoleon zog aus, um Frankreich zu<br />
erobern, was ihm beim zweiten Anlauf auch gelang. Als Kaiser<br />
kehrte er Mitte des 19. Jahrhunderts an den Bodensee zurück<br />
und liess das Schloss umbauen. Wie viel Wert er dabei auf<br />
das Baden legte, erkannten Archäologen gerade erst vor zwei<br />
Jahren, als man sein Badezimmer entdeckte. Die Archäologen<br />
waren begeistert: ein europaweit einmaliger Fund. Es handelte<br />
sich bei diesem Zimmer nicht einfach um eine Waschkammer.<br />
– 20 –<br />
Nein, es war ein Wellnesstempel mit Hightech-Installationen,<br />
<strong>St</strong>uckdecke, Wandbemalungen und Sandsteinboden. In der<br />
Mitte des Badesaals war ein Tauchbad eingelassen, an dessen<br />
<strong>St</strong>irnseite ein Adler prangte. Heisswasser wurde nicht – wie<br />
damals üblich – aus Kesseln in die Wanne geschüttet, sondern<br />
floss durch ein Rohr direkt aus dem Heisswasser-Ofen der Küche<br />
in das kaiserliche Planschbecken. Kaltwasser wurde per<br />
Druckleitung direkt aus einer Quelle zugeführt.<br />
Dass man sich wäscht, wurde auch beim einfachen Volk Usus.<br />
Jeweils samstags badeten die Familien sogar. Entweder einer<br />
nach dem andern in der eigenen Wanne – oder eben in Badehäusern.<br />
Und da schliesst sich der Reigen.<br />
Waschen – stinken, stinken – waschen. Es war jeweils die<br />
Wissenschaft, die den Menschen das Wasser ausredete oder<br />
eben empfahl. Die Zeit ist reif für eine erneute Veränderung.<br />
Heutzutage waschen wir uns wieder so exzessiv wie die Römer<br />
– auch ich stehe mittlerweile eine kleine Ewigkeit unter<br />
der Dusche. Nur frönen wir weniger den gemeinschaftlichen<br />
Lüsten, als unserem persönlichen, peniblen Reinlichkeitsbedürfnis.<br />
Schmutz wird sofort abgewaschen, die Duschen<br />
und Waschmaschinen laufen auf Hochtouren. Aber wie lange<br />
noch? Kinder und andere Haustiere sind mittlerweile steril,<br />
unsere Nahrung hypoallergen – und doch werden wir immer<br />
kränker. Heute heissen die Erreger, die Veränderung in hygienischer<br />
Sicht vorantreiben, nicht mehr Syphilis und Pest, sondern<br />
Vogel- und Schweinegrippe. Wahrscheinlich beginnen<br />
wir bald damit, uns zu desinfizieren. Erste Tendenzen in diese<br />
Richtung sind ja bereits zu beobachten. Die Leute besprühen<br />
Hände und Türgriffe mit <strong>St</strong>erilium, Dismofix und Co.<br />
In ein paar Jahren stehe ich morgens – immer noch schlaftrunken<br />
– auf und steige unter die Brause. Doch da fliesst kein<br />
Wasser, sondern Desinfektionsmittel heraus. Eine Horrorvorstellung!<br />
Empört steige ich unter der Dusche hervor.<br />
Wir sollten stattdessen das Beste aus jedem Zeitalter zusammentragen<br />
und eine neue Hygiene-Generation prägen. Jeder<br />
könnte seine individuellen Reinigungsgewohnheiten entwickeln.<br />
Ich persönlich wünsche mir für die Morgentoilette die<br />
Variante mit den Vögelchen. Meines wäre gelb. Es würde mich<br />
mit seiner lieblichen <strong>St</strong>imme wecken, während es mir die<br />
Haare laust. Das sparte Wasser und ermöglichte es mir, eine<br />
halbe <strong>St</strong>unde länger zu schlafen. Wunderbar!
– 21 –
– 22 –
Mikroverunreinigungen<br />
In der Schweiz werden bei der Abwasserentsorgung<br />
gute Reinigungsleistungen für<br />
die Abwasserbehandlung erreicht. Allerdings<br />
braucht es heute und in den kommenden Jahren<br />
grosse Anstrengungen, um den <strong>St</strong>andard<br />
zu halten und die Herausforderungen in der<br />
<strong>Entsorgung</strong> von Siedlungsabwässern zu bewältigen.<br />
Gegenwärtig werden in der Schweiz täglich<br />
mehr als 30 000 synthetische organische Substanzen<br />
verwendet. Eine grosse Zahl davon,<br />
namentlich Rückstände von Medikamenten,<br />
Kosmetika, Reinigungsmittel, Biozide und<br />
Pestizide, gelangen direkt ins Abwasser. Diese<br />
sogenannten Mikroverunreinigungen können<br />
bereits in geringen Konzentrationen für die<br />
Umwelt schädlich sein. Da mit herkömmlichen<br />
Abwasserbehandlungsverfahren nur ein<br />
Teil davon eliminiert werden kann, gelangen<br />
diese <strong>St</strong>offe auch in Oberflächengewässer, wo<br />
sie zu nachteiligen Einwirkungen auf die Wasserlebewesen<br />
führen können. Obwohl nach<br />
aktuellen Erkenntnissen keine direkte Gefahr<br />
für die menschliche Gesundheit besteht,<br />
macht eine Verringerung der <strong>St</strong>offeinträge aus<br />
Sicht des Vorsorgeprinzips Sinn.<br />
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat grosstechnische<br />
Pilotversuche auf den ARA in Regensdorf<br />
und in Lausanne durchgeführt. Die<br />
technischen Möglichkeiten zur Elimination<br />
unerwünschter Spurenstoffe bei Abwasserreinigungsanlagen<br />
sind bei der ARA Regensdorf<br />
mittels Ozonisierung erfolgreich in einem<br />
Teilstrom pilotiert worden. Aktuell laufen<br />
noch technische Pilotversuche in Lausanne<br />
mittels Pulver-Aktiv-Kohle (PAK).<br />
ESG hatte sich seinerzeit beim Bund ebenfalls<br />
für die Durchführung von Pilotversuchen bei<br />
der ARA Hofen angemeldet. Im Zusammenhang<br />
mit der neuen Ableitung der ARA Hofen<br />
zum Bodensee via ARA Morgental stehen so-<br />
Gewässerschutz<br />
wohl der Abwasserverband Morgental (AVM)<br />
als auch ESG einer weitergehenden Abwasserreinigung<br />
grundsätzlich positiv gegenüber.<br />
Bezüglich der Realisierung ergänzender Anlagen<br />
zur Elimination von z. B. Mikroverunreinigungen<br />
ist derzeit noch unklar, welche<br />
verbindlichen technischen Leistungen entsprechende<br />
Anlagen erbringen müssen. Zudem<br />
beziehen sich die bisherigen Erprobungen<br />
neuer Technologien nur auf Teilströme<br />
von Abwasseranlagen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen<br />
sowie die nötigen Finanzierungsgrundlagen<br />
werden vom Bund zurzeit<br />
erarbeitet.<br />
Im Hinblick auf das Projekt der Ableitung der<br />
ARA Hofen über den AVM in den Bodensee<br />
zeigt sich, dass es sinnvoll ist, zu gegebener<br />
Zeit weitergehende Massnahmen zur Abwasserreinigung<br />
gemeinsam für die Anlagen<br />
Hofen und Morgental zu realisieren. Zu beurteilen<br />
sind grundsätzlich die Möglichkeiten<br />
der weitergehenden Abwasserreinigung<br />
(Technologien wie Ozonisierung oder der<br />
Einsatz von PAK). Zudem ist im Interesse der<br />
Einwohnerinnen und Einwohner der Einzugsgebiete<br />
der Anlagen relevant, dass finanziell<br />
erforderliche Mittel auch zukünftig in gesicherte<br />
Technologien investiert werden.<br />
Es ist geplant, Projekte zur Elimination von<br />
Mikroverunreinigungen umzusetzen, sobald<br />
gesicherte Ergebnisse der vom Bundesamt<br />
für Umwelt (BAFU) und der eidgenössischen<br />
Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung<br />
und Gewässerschutz (EAWAG) eingeleiteten<br />
Pilotversuche, die gesetzlich notwendigen<br />
Rahmenbedingungen sowie die<br />
übergeordnete Finanzierung vorliegen.<br />
– 23 –<br />
Sanierung und Erweiterung der ARA Au<br />
Am 28. November 1999 haben die <strong>St</strong>immbürgerinnen<br />
und <strong>St</strong>immbürger dem Projekt<br />
der Sanierung und Erweiterung der ARA Au<br />
sowie der Aufhebung der ARA Hätterenwald<br />
mit Abwasserüberleitung zur ARA Au mit<br />
Nettobaukosten von CHF 19,352 Mio. zugestimmt.<br />
Die Baukosten für das Gesamtprojekt<br />
betrugen netto CHF 20,016 Mio. Mit Einbezug<br />
der Teuerung liegt der Investitionsaufwand<br />
für den Anteil der <strong>St</strong>adt um rund CHF<br />
1,1 Mio. unter dem teuerungsangepassten<br />
Kreditbetrag.<br />
Instandstellung der Druckleitung<br />
Pumpwerk Hätterenwald–ARA Au im<br />
Bereich Ochsenweid<br />
Eine Hangrutschung im Bereich Ochsenweid<br />
beschädigte die Druckleitung von der Pumpstation<br />
Hätterenwald zur ARA Au. Die Sanierung<br />
der Leitung erfolgte mit einer gesteuerten<br />
Horizontalbohrung, die den Rutschkörper<br />
in 8 m Tiefe unterquert. Die Finanzierung der<br />
auf die <strong>St</strong>adt entfallenden Kosten erfolgte über<br />
den Rahmenkredit für Kanalsanierungen.<br />
ARA Au: energetische Sanierungen<br />
Die ARA Au wurde in den Jahren 2000–2004<br />
erweitert und saniert. Anlageteile, die damals<br />
das Ende ihrer Lebensdauer noch nicht erreicht<br />
hatten, wurden nicht saniert oder ersetzt.<br />
Das Betriebsgebäude der ARA Au mit<br />
den beiden Faultürmen wurde 1972 erstellt.<br />
Die Faulanlage und das Gebäude wiesen für<br />
diese Zeit typische Bauteile auf und bei den<br />
Konstruktionen fehlten energetische Massnahmen.<br />
Mitte 2009 wurde eine Ingenieurfirma<br />
mit der Untersuchung einer energetischen<br />
Sanierung beauftragt. Aus den entsprechenden<br />
Analysen und Sanierungsvorschlägen
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
resultierte, dass sowohl der Faulturm als auch<br />
das Betriebsgebäude saniert werden müssen,<br />
um der ökologischen und wirtschaftlichen<br />
Betrachtung gerecht zu werden.<br />
Die Faulung des Schlammes erfolgt in den beiden<br />
Faultürmen. Im Vorfaulraum, dem Frischschlamm<br />
zugeführt wird, beträgt die Temperatur<br />
konstant 38 °C, damit die Abbauprozesse<br />
optimal erfolgen. Dabei wird Methangas gebildet,<br />
das in den BHKWs zur Produktion von<br />
elektrischer Energie und Wärmeerzeugung<br />
genutzt wird. Der Nachfaulraum dient als<br />
<strong>St</strong>apelbehälter, der keine zusätzlichen Heizmassnahmen<br />
erfordert. Infolge der fehlenden<br />
Isolation beim Vorfaulraum war der Wärmeverlust<br />
erheblich. Die Abwärmenutzung der<br />
BHKWs reichte nicht aus, um das Temperaturniveau<br />
im Vorfaulraum zu halten, entsprechend<br />
musste dazu Heizöl verwendet werden.<br />
Die energetischen Sanierungsmassnahmen<br />
bei der ARA Au<br />
führen zu einer weiteren Verbesserung<br />
der Energieeffizienz<br />
der Anlage.<br />
Im Rahmen des energetischen Sanierungsprojektes<br />
wurde das seit den 80er Jahren in<br />
Betrieb stehende zweite BHKW ersetzt. Vorhergehende<br />
Abklärungen belegten, dass die<br />
sinnvollste und wirtschaftlichste Verwertung<br />
von Klärgas weiterhin im Betrieb von zwei<br />
BHKWs liegt.<br />
Die energetischen Sanierungsmassnahmen<br />
bei der ARA Au konnten <strong>2011</strong> im Rahmen der<br />
genehmigten Investitionskredite abgeschlossen<br />
werden und führen zu einer weiteren Verbesserung<br />
der Energieeffizienz der Anlage.<br />
Ersatz der Schlammentwässerung<br />
Die ARA Au verfügt über eine Schlammentwässerung,<br />
in der nebst dem dort anfallenden<br />
Faulschlamm rund zwei Drittel des bei der<br />
ARA Hofen anfallenden Schlammes entwässert<br />
wird. Der entwässerte Faulschlamm wird<br />
seit rund 10 Jahren dem Kehrichtheizkraftwerk<br />
(KHK) zur thermischen Behandlung<br />
zugeführt. 2010 beschloss das <strong>St</strong>adtparlament,<br />
die mit jährlich etwa 8200 Betriebsstunden<br />
pro Jahr nahezu ununterbrochen laufende<br />
Anlage zu ersetzen.<br />
Geplant wurde, den Schlamm neu auf dem<br />
Areal des KHK zu entwässern. Der dafür<br />
vorgesehene Dekanter wurde beim Kranabstellplatz<br />
beim Kehrichtbunker installiert.<br />
Der Dünnschlamm wird vom Faulraum der<br />
ARA zum KHK gepumpt und der entwässerte<br />
Schlamm mit Förderbändern in die Einfülltrichter<br />
des KHK geleitet. Der Speichertank<br />
für das ausgepresste Faulwasser wurde innerhalb<br />
des KHK installiert, von wo dieses im<br />
freien Gefälle in das <strong>St</strong>apelbecken der ARA<br />
abfliessen kann.<br />
Das Projekt der Erneuerung der Klärschlammentwässerung<br />
konnte <strong>2011</strong> kosten- und zeitgerecht<br />
abgeschlossen werden.<br />
Ableitung ARA Hofen-Bodensee<br />
mit Kleinwasserkraftwerk<br />
Morgental<br />
Die <strong>St</strong>immbürgerinnen und <strong>St</strong>immbürger der<br />
<strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> haben am 28. September 2010<br />
dem Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität<br />
der <strong>St</strong>einach mit einer neuen direkten<br />
Ableitung des gereinigten Abwassers der<br />
ARA Hofen in den Bodensee mit einem Ja-<br />
<strong>St</strong>immen-Anteil von rund 88 % zugestimmt.<br />
Bereits vorgängig der Abstimmung in der<br />
<strong>St</strong>adt lagen die Zustimmungen der Gemeinde<br />
Wittenbach und der Delegierten des Abwasserverbandes<br />
Morgental vor. Das Projekt mit<br />
Gesamtkosten von CHF 23,554 Mio. besteht<br />
im Wesentlichen aus einer Abwasserdruckleitung<br />
von der ARA Hofen bis zum Areal der<br />
ARA Morgental, einem Kleinwasserkraftwerk<br />
auf dem Gelände der ARA Morgental sowie<br />
einer neuen Seeleitung. Die Einleitung des gereinigten<br />
Abwassers in den Bodensee erfolgt<br />
weiter vom Ufer entfernt und in grösserer Tiefe<br />
und hat eine deutliche Entlastung der Arboner<br />
und <strong>St</strong>einacher Bucht zur Folge.<br />
Die Planungsarbeiten für die Projektumsetzung<br />
sind durchgeführt. Eine Projektverzögerung<br />
von rund einem Jahr ergibt sich durch<br />
die Einsprache eines Mitbewerbers bezüglich<br />
Lieferung der Druckrohre. Die Einsprache<br />
gegen den Vergabeentscheid der <strong>St</strong>adt wurde<br />
zwischenzeitlich durch das Verwaltungsgericht<br />
nach einer Gerichtsentscheidungspha-<br />
– 24 –<br />
se von 14 Monaten abgelehnt und somit der<br />
Vergabe der <strong>St</strong>adt zugestimmt. Da der Bau der<br />
Ableitung im Landwirtschaftsgebiet nicht in<br />
der Vegetationszeit ausgeführt werden kann,<br />
müssen die Bauarbeiten auf das Jahr 2012 verlegt<br />
werden.<br />
Weitere Etappe zur Werterhaltung<br />
der Abwasserreinigungsanlage (ARA)<br />
Hofen-Wittenbach<br />
Im Juni 2008 nahm das <strong>St</strong>adtparlament vom<br />
Konzept der zweistufigen Sanierung der ARA<br />
Hofen und der Ableitung des gereinigten Abwassers<br />
in den Bodensee Kenntnis und genehmigte<br />
den für die erste Sanierungsetappe<br />
erforderlichen Verpflichtungskredit von CHF<br />
5 100 000 mit einem auf die <strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
entfallenden Kostenanteil von CHF 4 250 000.<br />
Die erste Sanierungsetappe der ARA Hofen<br />
kann kosten- und zeitgerecht abgeschlossen<br />
werden. Sie bezog sich im Wesentlichen auf<br />
das Rechengebäude, Sandfang, Vor-, Regen-<br />
und Nachklärbecken, Lösemittelstation für<br />
Fällmittel, Optimierung der Reinigungsleistung,<br />
ökologische Ausgestaltung des Geländes<br />
nach Vorgaben der Organisation «Natur und<br />
Wirtschaft» und verschiedene weitere kleinere<br />
Sanierungsarbeiten. Die Arbeiten sind soweit<br />
ausgeführt. Noch ausstehend sind Massnahmen<br />
zur Verbesserung der Reinigungsleistung<br />
der ARA, da dafür als Entscheidungsgrundlage<br />
länger dauernde und zurzeit noch laufende<br />
Versuche im Bereich der biologischen Reinigung<br />
erforderlich sind.<br />
Um die rund 30-jährige ARA Hofen auf einen<br />
aktuellen technischen und betrieblichen <strong>St</strong>and<br />
zu bringen, ist eine weitere Sanierungsetappe<br />
vorgesehen. Die wesentlichen noch zu sanierenden<br />
Betriebsteile sind einerseits die<br />
Anlagen zur Schlammbehandlung, Teile des<br />
Betriebsgebäudes und das Betriebsareal sowie<br />
anderseits in einer späteren Phase die<br />
Optimierung der Leistung der biologischen<br />
Abwasserreinigung. Vorgängige Vorversuche<br />
zur <strong>St</strong>eigerung der Reinigungsleistung<br />
nehmen eine längere Zeitphase als geplant<br />
in Anspruch. An die vorgesehene dritte Sanierungsetappe<br />
muss daher noch eine vierte<br />
Etappe angeschlossen werden.
Die Kosten der weiteren Etappe zur Sanierung<br />
und Erneuerung der ARA Hofen belaufen<br />
sich auf CHF 5 400 000. Davon entfällt<br />
ein Anteil von 5⁄6 bzw. CHF 4 500 000 auf die<br />
<strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> und von 1⁄6 entsprechend CHF<br />
900 000 auf die Gemeinde Wittenbach.<br />
Klärschlammentsorgung<br />
Die Behandlung des anfallenden Klärschlammes<br />
der ARA Hofen von rund 20 000 m3 pro<br />
Jahr erfolgt mit rund 13 000 m3 über die ARA<br />
Au und anschliessend das Kehrichtheizkraftwerk<br />
und im Sinn eines zweiten <strong>Entsorgung</strong>sweges<br />
mit rund 7000 m3 pro Jahr über den<br />
Abwasserverband Altenrhein (AVA).<br />
Ein zweiter <strong>Entsorgung</strong>sweg zusätzlich zur<br />
thermischen Klärschlammentsorgung über<br />
das KHK ist zwingend für Zeiten erforderlich,<br />
in denen das KHK aufgrund von Revisionen<br />
oder <strong>St</strong>örungen den Klärschlamm nicht verwerten<br />
kann. An der Zusammenarbeit mit<br />
dem AVA wurde festgehalten und die notwendigen<br />
Transportverträge neu ausgeschrieben<br />
und vergeben.<br />
Wanderfluss<br />
Die rege Nachfrage nach der Publikation<br />
erforderte die Bereitstellung einer zweiten<br />
Auflage. Ziel ist weiterhin, auf die Leistungen<br />
im technischen Gewässerschutz und insbesondere<br />
die Schönheit der Gewässer der<br />
<strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> aufmerksam zu machen und<br />
Interessierten vorzuschlagen, den einen oder<br />
anderen Abschnitt entlang von Sitter, <strong>St</strong>einach,<br />
Wattbach und Goldach zu Fuss zu erkunden.<br />
Der «Wanderfluss» ist erhältlich im<br />
Kundencenter der <strong>St</strong>adtwerke, bei <strong>Entsorgung</strong><br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>, der Rösslitor-Buchhandlung sowie<br />
bei <strong>St</strong>.Galler Tourismus.<br />
Ziel ist weiterhin, auf die Leistungen<br />
im technischen Gewässerschutz<br />
und insbesondere auf<br />
die Schönheit der Gewässer der<br />
<strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> aufmerksam zu<br />
machen.<br />
Fernwirksystem<br />
Der Aufbau eines stadtweiten Fernwirk- und<br />
Bewirtschaftungssystems für die Abwasserentsorgung<br />
konnte in wesentlichen Teilen<br />
ab geschlossen werden. In fünf Ausbauetappen<br />
wurden die grösseren Regenbecken<br />
und Pumpwerke mit Ausnahme des Regenbeckens<br />
Lukasmüli und der Kopfsta-<br />
tion ARA Hofen sowie einige Messstellen in<br />
den Hauptsammelkanälen hinsichtlich der<br />
Mess-, <strong>St</strong>euer- und Regeleinrichtungen auf<br />
den neusten technischen <strong>St</strong>and gebracht und<br />
an die Fernwirk- und Prozessleitsysteme der<br />
ARA angeschlossen. Betroffen sind knapp 30<br />
Abwasserbauwerke. Seit der etappenweisen<br />
Inbetriebnahme leistet das System wertvolle<br />
Dienste sowohl im täglichen Betrieb bei der<br />
Überwachung und Bedienung der über die<br />
ganze <strong>St</strong>adt verteilten Abwasseranlagen als<br />
auch bei der Auswertung und Verbesserung<br />
des Betriebsgeschehens.<br />
Die Anbindung der Aussenwerke an das<br />
Fernwirksystem erfolgt je nach Situation auf<br />
verschiedene Arten. Einige Anlagen wie das<br />
Regenbecken Lukasmüli und das Pumpwerk<br />
Hätterenwald sind über Signalkabel in Glasfaser-<br />
oder Kupferausführung angeschlossen.<br />
Bei den untergeordneten Kanalmessstellen,<br />
welche keinerlei <strong>St</strong>euer- und Regeleinrichtungen<br />
besitzen und nur Dokumentationszwecken<br />
dienen, werden die Messdaten periodisch<br />
bzw. bei Bedarf per Telefonwählleitung übermittelt.<br />
Bei allen anderen Anlagen erfolgt die<br />
Datenübertragung über das Infranet- System<br />
der Swisscom. Dieses basiert auf einem analogen<br />
Telefonanschluss, welcher permanent<br />
offen ist und zur Informationsübertragung<br />
ein Datenträgersignal auf dem Telefonnetz<br />
überlagert.<br />
Die Infranet-Technologie wurde vor über 20<br />
Jahren entwickelt. Der Betrieb führt nun zunehmend<br />
zu Konflikten bei der Einführung<br />
neuer Technologien. Die Swisscom hat deshalb<br />
beschlossen, das Infranet abzulösen und<br />
am 31. Dezember 2012 abzuschalten. Sämtliche<br />
Anlagen, welche heute über ein Infranet-<br />
System verfügen, müssen bis dann umgebaut<br />
und mit einem neuen Datenübertragungssystem<br />
ausgerüstet werden.<br />
– 25 –<br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
<strong>St</strong>einach – der Wanderfluss
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Finanzen Gewässerschutz<br />
Finanzen<br />
in CHF 1000 2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Gebühren und Beiträge 15 887 18 243 17 212 16 170 18 282<br />
Nettoaufwand der Betriebe 14 495 14 757 14 422 14 696 13 596<br />
<strong>St</strong>and Ausgleichskonto 17 526 21 012 23 802 25 276 29 962<br />
Die Gebühren und Beiträge nahmen gesamthaft<br />
um CHF 2,112 Mio. zu. Die Mehreinnahmen<br />
sind weitestgehend auf höhere<br />
Gebäude-/Anschlussbeiträge zurückzuführen.<br />
Die Einnahmen aus Schmutzwasser- und Ent-<br />
Abwasserreinigung<br />
Finanzen in CHF 1000/Personal<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Einnahmen 1 205 1 175 1 234 1 249 1 397<br />
Betriebsaufwand 4 150 4 357 4 257 4 390 4 429<br />
Zinsen und Abschreibungen 2 156 2 018 2 214 2 252 1 926<br />
Aufwandüberschuss 5 101 5 200 5 147 5 393 4 958<br />
Personalbestand 12.0 12.0 12.0 11.0 11.0<br />
Der tiefere Aufwand ist weitgehend auf tiefere<br />
Kapitalkosten zurückzuführen. Die Belastungen<br />
durch Zinsen und Abschreibungen<br />
Mengenentwicklung<br />
wässerungsgebühren liegen leicht unter<br />
denjenigen des Vorjahres. Die Kosten der<br />
Abwasserbetriebe nahmen gesamthaft um<br />
CHF 1,1 Mio. ab.<br />
be tragen aktuell 30% des Gesamtaufwandes<br />
(Vorjahr 34%).<br />
in 1000 m3 2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Zuflussmengen 17 400 17 900 17 100 19 600 16 500<br />
Klärschlamm* 41 49 41 51 47<br />
* Die Menge ist abhängig vom Absetzverhalten des Schlamms.<br />
2010 wurde sie zudem durch eine Leerung des Faulraums der ARA Hofen beeinflusst.<br />
– 26 –
Kanalnetz (Bau und Unterhalt)<br />
Finanzen in CHF 1 000/Personal<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Einnahmen 128 145 157 215 191<br />
Betriebsaufwand 1 769 2 043 1 884 2 036 1 920<br />
Zinsen und Abschreibungen 5 337 5 281 5 230 4 948 4 960<br />
Aufwandüberschuss 6 978 7 179 6 957 6 769 6 689<br />
Personalbestand 20.0 19.6 19.6 18.6 17.6<br />
Der tiefere Betriebsaufwand ist weitgehend<br />
auf Minderaufwendungen im Rahmen des<br />
baulichen Unterhaltes zurückzuführen. Der<br />
Anteil der Kapitalkosten beträgt 72% (Vor-<br />
Investitionsrechnung Kanalnetz<br />
jahr 71%) des Gesamtaufwandes. Bei den<br />
Erträgen handelt es sich um Abgeltungen für<br />
Leistungen des Kanalunterhaltes.<br />
– 27 –<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong><br />
Kanalnetzerweiterungen in Laufmetern 820 172 364 118 0<br />
Kanalnetzerweiterungen in CHF 1000 849 277 633 136 0<br />
Konventionelle Kanalisierung in Laufmetern 1 205 1 423 633 358 1 793<br />
Konventionelle Kanalisierung in CHF 1000 2 618 2 302 1 541 865 3 108<br />
Inlining (Innensanierung) in Laufmetern 1 022 685 1 159 1 361 389<br />
Inlining (Innensanierung) in CHF 1000 667 832 519 630 181<br />
Robotertechnik (punktuelle Innensanierungen) in CHF 1000 83 19 92 39 9<br />
Totale Instandstellungen in Laufmetern (ohne Robotertechnik) 3 047 2 280 2 156 1 837 2 182<br />
Totale Instandstellung in CHF 1000 4 217 3 430 2 785 1 670 3 298<br />
Im Berichtsjahr wurden keine Erweiterungen<br />
des Kanalnetzes vorgenommen. Die Gesamtausgaben<br />
für das Kanalnetz beschränken sich<br />
somit auf die Aufwendungen für Kanalnetzsa-<br />
nierungen, wobei 94% auf die konventionelle<br />
Sanierungsmethode mittels Aufgrabungen<br />
entfallen.<br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>
Der Abfall ist eine wichtige Rohstoffquelle für zukünftige Produkte. Zum Beispiel wird aus 72 Tonnen<br />
Elektronikschrott (ausgediente Computer, Fernseher, <strong>St</strong>ereoanlagen, Mobiles usw.) eine Tonne Kupfer<br />
gewonnen, gleichviel wie aus 200 Tonnen Kupfererz.<br />
– 28 –
In einer <strong>St</strong>unde<br />
voller Leichtigkeit<br />
Nun also stand er vor ihm, und sein strenger Blick zielte noch<br />
immer in seine Augen. Wobei, so dachte Leonhard: Wenn ich<br />
es mir genau überlege, richtet sich sein Blick zwischen meine<br />
Augen, dorthin, wo der Nasen- aus dem <strong>St</strong>irnknochen ragt.<br />
Als bohrte er sich von dort aus weiter, um endlich in jene Regionen<br />
zu leuchten, die sich hinter meinen Hintergedanken<br />
verbergen.<br />
Es war also eingetreten, womit er seit Jahren gerechnet hatte:<br />
jene <strong>St</strong>unde, in der er mit seinem Lebenswandel konfrontiert<br />
und ihm sein <strong>Entsorgung</strong>sverhalten vor Augen geführt werden<br />
sollte. Und das an diesem Tag, an dem er sich so erleichtert<br />
gefühlt hatte wie schon lange nicht mehr. Leonhard hatte sich<br />
an diesem so plötzlich aus einem langen Winter aufblitzenden<br />
Frühlingstag in ein <strong>St</strong>rassencafé gesetzt, erstmals in diesem<br />
Jahr. Seit Wochen hatte er kaum Tageslicht gesehen. Wenn<br />
er frühmorgens im Hotel mit seiner Arbeit als Nachtportier<br />
aufhörte, war es noch dunkel, und am Nachmittag, wenn er<br />
wieder erwachte, begann es schon wieder einzudunkeln. Doch<br />
an diesem freien schönen Tag hatte sich Leonhard ins <strong>St</strong>rassencafé<br />
gesetzt und geraucht und vor sich hingeschwärmt, es<br />
war einer jener seltenen Momente, in denen er sich schuldlos<br />
fühlte, nicht unschuldig wie ein Lamm, aber schuldlos wie ein<br />
Text: Adrian Riklin<br />
Fotos: Rubén Fructuoso<br />
– 29 –<br />
Vogel: nichts, das ihm auf dem Herzen lag, keine böse Erinnerung.<br />
Leonhard war mit sich und der Welt im Reinen.<br />
Den ganzen Winter über hatte er aufgeräumt. Zuverlässig hatte<br />
er seine <strong>St</strong>euerschulden in Raten beglichen, die er jahrelang<br />
mit sich herumgetragen und ihm so manchen Frühling verdorben<br />
hatten. Mit dem einsetzenden Winter hatte er auch<br />
seine Sammlung abzubauen begonnen.<br />
Sammlung, so nannte er das in seiner Wohnung angewachsene<br />
Konglomerat, das zunehmend sein Gemüt verdunkelt<br />
hatte. Alles Erinnerung, dachte er jeweils, wenn er die Wohnungstür<br />
öffnete, und ihm alte Schlagzeilen vom Zeitungsstapel<br />
entgegenschrieen, alles Erinnerung: die Briefe in der<br />
untersten Schublade auch, die von trauriger Liebe zeugten;<br />
verjährte Notizen, aus denen er herauslas, wie sehr er sein<br />
Leben verschlafen, verträumt und verbummelt hatte; hunderte<br />
von Einkaufstaschen, die von schwerverdaulichen Abendessen<br />
im <strong>St</strong>ehen berichteten; und in den Truhen, Kommoden<br />
und Schubladen: alte Kleider, die im Lauf der Zeit eine<br />
erbärmliche Klamottenhaftigkeit angenommen hatten. Die<br />
Schwermut, die sich ausbreitete, sie zeigte sich darüber hinaus<br />
in Form von <strong>St</strong>aub, der sich fortlaufend vermehrte, alles<br />
<strong>St</strong>aub und Erinnerung und eben diese lautlose Schwermut, die
sich heimlich in Hosen schlich und in Ärmel kroch, in Handschuhe<br />
hauchte und in Mäntel gähnte – Schwermut, die sich<br />
auf Decken legte und Kissen niederdrückte; alles Erinnerung,<br />
dachte er, Erinnerung, die sich schamlos aufblähte, sodass die<br />
Gegenwart immer kleiner wird und sich in die hinterste Ecke<br />
der untersten Schublade verdrückt: verknülltes Papier, unentfaltbar.<br />
Und nun also, an diesem Frühlingstag, nachdem er grad noch<br />
so glücklich war, als hätte sich all die schlechte Erinnerung<br />
aus dem <strong>St</strong>aub gemacht und in milder Frühlingsluft aufgelöst<br />
– Mantel für Mantel abgetragen und Kissen für Kissen ausgeträumt,<br />
Erinnerung für Erinnerung ausgelüftet und Buch<br />
für Buch abgestaubt –, nun also, wie er so ausgedacht und<br />
ausgetragen, abgestaubt und ausgewaschen im <strong>St</strong>rassencafé<br />
sass, entdeckte er diesen Mann. Einen schwarzen Hut auf dem<br />
Kopf, Hals und Kinn versteckt hinter einem herausragenden<br />
Kragen, stand er da und schaute von der anderen <strong>St</strong>rassenseite<br />
auf Leonhard, in dessen aufgerissene Augen, in denen vor<br />
Sekunden noch ein Glanz gewesen sein musste.<br />
Es war diese abgrundtiefe Ernsthaftigkeit, mit der ihn der<br />
Mann fixierte, die Leonhard augenblicklich in seine Schwermut<br />
zurückversetzte, eine <strong>St</strong>renge, die sich wie ein grosser<br />
Schatten über diese frühlingshafte Leichtigkeit geworfen hatte,<br />
sodass Leonhard auf der <strong>St</strong>elle den Ort des Geschehens<br />
verlassen wollte. <strong>St</strong>attdessen sass er wie angewurzelt da, die<br />
Tasse noch immer vorm halbgeöffneten Mund, halb vor staunendem<br />
Erschrecken, halb noch, um einen Schluck zu nehmen,<br />
derweil der schwarze Mann in unsäglicher Feierlichkeit<br />
über die <strong>St</strong>rasse auf ihn zuging, ein Immuner, dachte Leonhard,<br />
so geht nur einer über die <strong>St</strong>rasse, der durch nichts und<br />
niemanden in weltliche Angelegenheiten zu verstricken ist.<br />
Leonhard stellte die Tasse auf die Untertasse. Rundherum<br />
nahm der Tag seinen Lauf, Autos fuhren vorbei, städtische<br />
Trams und Busse, Passanten, die eilten, hinkten oder vereinzelt<br />
schlenderten, nebenan las eine ältere Dame mit Hündchen<br />
in der Handtasche in einer Modezeitschrift, und ein<br />
– 30 –<br />
Verkehrspolizist schob gerade einen Bussenzettel unter einen<br />
Scheibenwischer.<br />
Leonhard ahnte, was kommen würde. Der Immune würde<br />
sagen, dass nun Zeit sei, zu zahlen, um dann einige Schritte<br />
zu tun und vor einer Tolle stehen zu bleiben, wo er ihn<br />
auffordern würde, den Deckel zu heben und neben die Öffnung<br />
auf den Asphalt zu legen, die Leiter zu betreten und in<br />
den Untergrund zu steigen. Leonhard wusste, er würde beim<br />
Hinabsteigen noch einmal aufwärts schauen und den blauen<br />
Frühlingshimmel sehen, eingerundet von der Tollenöffnung,<br />
und das Gesicht des Immunen mitsamt dem Hut würde in<br />
dieses Blau ragen, wie ausgeschnitten, würde Leonhard denken,<br />
ausgeschnitten und auf den blauen Hintergrund geklebt,<br />
und später, wenn er nochmals hinaufschauen würde, wäre der<br />
runde Himmel mit dem aufgeklebten Kopf und dem Hut zusammengeschrumpft.<br />
Irgendwann, so ahnte Leonhard, würde<br />
er an der untersten <strong>St</strong>ufe angelangt sein und Boden betreten<br />
und sich in einer grossen Finsternis befinden, es würde Licht<br />
werden und Leonhard mitten in einem grossen Saal stehen,<br />
in dem nun also die diversen Abfälle ausgestellt wären, die<br />
er in seinem bisherigen Leben auf sträfliche Weise entsorgt<br />
hatte: 317 Raviolibüchsen, die er in städtische Kehrichtsäcke<br />
verstaut hatte; bunte Haufen mit tausenden von Bananen-,<br />
Mandarinen- und Orangenschalen, die er in Säcke abgefüllt<br />
hatte; eine Wand vollgeklebt mit glitzerndem Aluminiumpapier;<br />
und in der Mitte eine weisse Gletscherlandschaft aus 728<br />
zusammengeknüllten Papiersäcken, die sich kaum hörbar entfalten<br />
würden…<br />
So würde es sein, dachte Leonhard, als er das <strong>St</strong>rassen café verlassen<br />
hatte. Ich werde all das, was ich derart entsorgt hatte,<br />
in tausenden von <strong>St</strong>unden wiedergutmachen und der Immune<br />
wird all dies überprüfen und nicht Ruhe geben, bis nicht alles<br />
seine Richtigkeit haben würde. Und nachdem endlich alles<br />
seine Ordnung haben würde, würde ich wieder ans Tageslicht<br />
treten, es würde Frühling sein und ich könnte nochmals von<br />
vorne beginnen. Leicht wird alles sein, dachte Leonhard – und<br />
ging seines Wegs.
Im Rahmen des Masterplans Cleantech wird das Recycling von Wertstoffen wie Papier, Karton, Verpackungsglas,<br />
Alu/Dosen, Altmetalle, Elektronikschrott usw. noch wichtiger.<br />
– 31 –
Im Rahmen der Abfallberatung für Industrie und Gewerbe wurde im <strong>2011</strong> ein EcoRechner für spezielle<br />
Abfälle aus Industrie und Gewerbe entwickelt.<br />
– 32 –
Umwelt- und Energiebericht<br />
Der Umwelt- und Energiebericht <strong>2011</strong> ist<br />
eine Zusammenfassung der von <strong>Entsorgung</strong><br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> (ESG) durchgeführten Projekte und<br />
Massnahmen im Bereich Umwelt und Energie.<br />
Umfassende umwelt- und energierelevante<br />
Daten sind aus den <strong>Geschäftsbericht</strong>en<br />
Abfallbewirtschaftung, Abwasserbewirtschaftung<br />
und aus dem Kennzahlenflyer <strong>2011</strong> ersichtlich.<br />
Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit<br />
<strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> ist in den Bereichen<br />
Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung<br />
nach den Normen ISO<br />
9001, ISO 14001 und ISO 31000 zertifiziert.<br />
Mit dem seit über zehn Jahren bewährten<br />
«Integrierten Management System» (IMS),<br />
welches die Anforderungen der erwähnten<br />
Normen erfüllt, verpflichtet sich ESG, die<br />
Zielsetzungen der Nachhaltigkeit zu erfüllen.<br />
Bei allen Tätigkeiten sollen die Ziele von Ökologie,<br />
Ökonomie und sozialer Verantwortung<br />
umgesetzt werden. Grundsätzlich sollen alle<br />
Leistungen ressourcen- und umweltschonend<br />
(z. B. laufende Verbesserung der Gesamt-<br />
CO2-Bilanz von ESG) umgesetzt werden. Im<br />
Rahmen des neuen Masterplanes «Cleantech<br />
– Eine <strong>St</strong>rategie des Bundes für Ressourceneffizienz<br />
und erneuerbare Energien», bevorzugt<br />
ESG wenn immer möglich, «Cleantech-Produkte<br />
und -Verfahren», zum Beispiel Elektromotoren<br />
der Effizienzklasse IE3 (IE: International<br />
Efficiency) einzusetzen.<br />
Abfall ist Rohstoff<br />
Im Rahmen des Masterplans Cleantech wird<br />
das Recycling von Wertstoffen wie Papier,<br />
Karton, Verpackungsglas, Alu/Dosen, Altmetalle,<br />
Elektronikschrott usw. noch wichtiger.<br />
ESG konnte das Recycling von Wertstoffen<br />
im <strong>2011</strong> weiter fördern. Aufgrund der Rohstoffverknappung<br />
wie z. B. bei den «Seltenen<br />
Erden» Indium, Gallium, Selen (essenziel<br />
zum Beispiel für Mobiles und Solarzellen)<br />
gewinnt das sogenannte «Urban Mining»<br />
künftig immer mehr an Bedeutung. Beim<br />
Urban Mining werden die Rohstoffe (Ressourcen)<br />
nicht aus dem Boden, sondern aus<br />
Siedlungsabfall, Elektronikschrott, Abbruchmaterial,<br />
Kehrichtschlacke usw. gewonnen.<br />
Der Abfall ist eine wichtige Rohstoffquelle<br />
für zukünftige Produkte. Zum Beispiel wird<br />
aus 72 Tonnen Elektronikschrott (ausgediente<br />
Computer, Fernseher, <strong>St</strong>ereoanlagen,<br />
Mobiles usw.) eine Tonne Kupfer gewonnen,<br />
gleichviel wie aus 200 Tonnen Kupfererz.<br />
Die Metall-Rückgewinnung aus der Kehrichtschlacke<br />
ist eine weitere Massnahme des<br />
Urban Minings. Künftig werden die nutzbaren<br />
Metalle effizienter von der Schlacke getrennt<br />
und damit die Metallausbeute erhöht.<br />
In den Schweizer Verbrennungsanlagen werden<br />
durch Schlacken-Entschrottung jährlich<br />
ca. 50 000 Tonnen Eisenmetalle und ca. 9000<br />
Tonnen Nichteisenmetalle (Kupfer, Aluminium<br />
usw.) zurückgewonnen.<br />
– 33 –<br />
Mit energieeffizienten Antriebssystemen in den Anlagen<br />
von ESG werden die Forderungen des Masterplans<br />
Cleantech des Bundes erfüllt.<br />
Flexible Dünnschicht: Solarzelle bestehend aus Kupfer,<br />
Indium, Gallium, Schwefel und Selen auf Kunststofffolie.<br />
Künftig werden vermehrt rezyklierte Rohstoffe<br />
(Ressourcen) eingesetzt.
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Verbesserte CO2-Bilanz<br />
Auch bei der Problematik «Klimawandel»<br />
leistet <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> einen relevanten<br />
Beitrag, nicht nur beim Kehrichtheizkraftwerk<br />
(KHK) <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> und den beiden Abwasserreinigungsanlagen<br />
Au und Hofen, sondern<br />
auch beim sinnvollen Recycling von stofflich<br />
verwertbaren Abfällen (Wertstoffen). Mit der<br />
städtischen Wertstoff-Sammlung werden, neben<br />
der Einsparung von Rohstoffen und Energie,<br />
klimaschädliche CO2-Emissionen reduziert.<br />
Aufgrund der separaten Sammlung von<br />
Papier/Karton, Altglas, Altmetall und Alu/<br />
Dosen in der <strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> konnte die CO2-<br />
Menge im <strong>2011</strong> um ca. 3000 Tonnen, im Vergleich<br />
zur Primärproduktion, reduziert werden<br />
(vgl. nachfolgende Tabelle).<br />
<strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>: CO2-Reduktion durch Recycling von Wertstoffen im <strong>2011</strong><br />
Wertstoff Primärproduktion*<br />
(t CO2 pro t Wertstoff)<br />
Sekundärproduktion*<br />
(t CO2 pro t Wertstoff)<br />
– 34 –<br />
Reduktion<br />
(t CO2 pro t Wertstoff)<br />
Wertstoffmenge<br />
(t)<br />
CO2 Reduktion<br />
Papier/Karton** 1,0952 0,77257 0,32263 5 143 1 659<br />
Alu/Dosen*** 9,534 1,2983 8,2357 130 1 071<br />
Altmetall 1,4724 0,39499 1,07741 170 183<br />
Verpackungsglas 0,65651 0,62629 0,03022 2 365 72<br />
Total 2 985<br />
* Quelle: R. Hischier, EMPA <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>, Mail vom 8. Juli <strong>2011</strong><br />
** Basis Papier<br />
*** Basis Alu<br />
Produkte aus rezykliertem Alu (Sekundärproduktion),<br />
benötigen ca. 90% weniger Energie im Vergleich zur<br />
Primärproduktion.
Sammlung der Abfälle mit umweltfreundlichen<br />
Fahrzeugen<br />
Für die Sammlung von Kehricht und Wertstoffen<br />
durch <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> werden<br />
vier neue Lkw (drei Fahrzeuge mit EURO-5-<br />
Motoren, ein Fahrzeug mit EURO-4-Motor)<br />
und zwei Reservefahrzeuge (EURO 3) im täglichen<br />
Betrieb eingesetzt. Alle Fahrzeuge sind<br />
mit Partikelfilter ausgerüstet. Durch einen<br />
optimalen Routenplan wird die Umweltbelastung<br />
minimiert.<br />
Kehrichtheizkraftwerk (KHK) <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Umweltqualität<br />
Die wesentlichen Anforderungen an die Qualitätssicherung<br />
hinsichtlich Erfüllung der<br />
Umweltvorschriften, Legal Compliance usw.,<br />
sind vom AFU <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> im Bericht «Qualitätssicherung<br />
der KVA im Kanton <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>»<br />
definiert.<br />
Im <strong>2011</strong> konnten alle umweltrelevanten<br />
Forderungen erfüllt werden. Mit der neuen<br />
Adiox-Anlage wird auch der von der Luftreinhalteverordnung<br />
geforderte Dioxingrenzwert<br />
von 1 ng/Nm3 (1 ng = 1Nanogramm =<br />
10-9 Gramm) durch das KHK <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> um<br />
rund 90% unterschritten.<br />
Energieeffizientes Kehrichtheizkraftwerk<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Das Kehrichtheizkraftwerk <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> erzielt<br />
eine gute Energieeffizienz. Der aktuelle Energienutzungsgrad<br />
beträgt bei der <strong>St</strong>romproduktion<br />
16,5% und bei der Wärmeproduktion<br />
25,1%. Die <strong>St</strong>romproduktion konnte im <strong>2011</strong><br />
weiter gesteigert werden. Mit diesen Kennwerten<br />
übertrifft die heutige Anlage die Vorgaben<br />
des Bundesrats (Energieverordnung EnV).<br />
Optimierung der Energieproduktion –<br />
Ausrichtung aufs Energiekonzept 2050 der<br />
<strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Basierend auf den Mittelwerten der letzten Betriebsjahre<br />
produziert das KHK <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> pro<br />
Tonne Abfall ca. 420 kWh <strong>St</strong>rom und ca. 780<br />
kWh Wärme für die Fernwärmeversorgung.<br />
Somit beträgt die totale Energienutzung ca.<br />
1200 kWh pro Tonne Abfall mit der heutigen<br />
Technologie. Bei einer Nichtverwertung der<br />
Wärme würde die <strong>St</strong>romproduktion um nur<br />
ca. 90 kWh pro Tonne Abfall erhöht. Bestandteil<br />
des städtischen Energiekonzepts 2050 ist,<br />
das KHK auf eine möglichst gleichbleibende<br />
Wärmeabgabe (Bandwärme) auszurichten,<br />
womit die Wärmeabgabe um ca. 700 kWh pro<br />
Tonne Abfall erhöht wird. Dies bedeutet eine<br />
Reduktion der <strong>St</strong>romproduktion um nur rund<br />
60 kWh pro Tonne Abfall. Gesamthaft würde<br />
eine Zunahme der verwertbaren Energie um<br />
50% resultieren. Diese <strong>St</strong>eigerung der Energieproduktion<br />
soll nicht durch Erhöhung der<br />
Anliefermenge erfolgen, sondern durch eine<br />
verbesserte energetische Ausrichtung der Anlage.<br />
Eco-Rechner: neues Tool für Kunden mit<br />
speziellen Abfällen aus Industrie und<br />
Gewerbe<br />
Im Rahmen der Abfallberatung für Industrie<br />
und Gewerbe wurde im <strong>2011</strong> ein Eco-Rechner<br />
für spezielle Abfälle aus Industrie und<br />
Gewerbe (z. B. Tartan-Sportbeläge) entwickelt.<br />
Anhand der vom Kunden gelieferten<br />
Analysedaten (Glühverlust, Blei-, Cadmium-,<br />
Quecksilber- und Zinkgehalt des Abfalls)<br />
überprüft der Abfallberater mit dem<br />
Eco-Rechner die Zulässigkeit dieser Abfälle<br />
zum KHK <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>. Die Vorteile dieses Tools<br />
sind: Reproduzierbares Resultat (Annahme,<br />
Nichtannahme) ist umgehend vorliegend, bei<br />
Annahme der Spezialabfälle durch das KHK<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> resultieren für den Kunden reduzierte<br />
<strong>Entsorgung</strong>skosten im Vergleich zur<br />
Behandlung der Spezialabfälle in einer Sonderabfallverbrennungsanlage.<br />
Deponie Tüfentobel – Optimierung der<br />
Klimarelevanz<br />
Verschiedene Massnahmen stellen sicher,<br />
dass die abgelagerten Abfälle auf der Deponie<br />
Tüfentobel Boden, Luft und Grundwasser<br />
möglichst wenig belasten. Primär werden für<br />
den «Personen- und Objektschutz» das Deponiegas<br />
Methan (CH4,) abgesaugt und in einem<br />
Biofilter behandelt. Gelangt ein Methanmolekül<br />
in die Atmosphäre, dann bleibt dieses ca.<br />
12 Jahre lang dort (Verweildauer von CO2 ca.<br />
30 Jahre). Somit ist der Effekt bei einer CH⁴-<br />
Reduktion schneller messbar als bei CO2. Methan<br />
hat im Vergleich zu CO2 eine um den<br />
Faktor 21 höhere Klimarelevanz, d. h. eine<br />
Tonne Methan wirkt auf die Klimaerwärmung<br />
21-mal stärker als eine Tonne CO2. 2009<br />
wurde das Konzept «Aerobisierung und Ent-<br />
– 35 –<br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
gasung der Deponie» geprüft, um den jährlichen<br />
Methanausstoss von ca. 900 Tonnen auf<br />
der Deponie Tüfentobel zu vermindern. Zurzeit<br />
ist ein Kompensationsprojekt zur Validierung<br />
der CO2-Kompensationsmassnahmen in<br />
Arbeit. Der entsprechende Projektantrag ist<br />
beim BAFU/BFE im <strong>2011</strong> eingereicht worden.
Kippstellen für Aushubmaterial der Deponie Tüfen <br />
tobel.<br />
Gewässerschutz – Reduktion<br />
der Mikroverunreinigungen<br />
im Abwasser<br />
In den Gewässern der Schweiz werden organische<br />
Spurenstoffe, sogenannte Mikroverunreinigungen,<br />
nachgewiesen. Bei diesen<br />
<strong>St</strong>offen handelt es sich um Rückstände von<br />
synthetischen Produkten. Es handelt sich zum<br />
Beispiel um Inhaltsstoffe von Pflanzenschutzmitteln,<br />
Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln<br />
oder Medikamenten. <strong>St</strong>udien weisen<br />
darauf hin, dass einige dieser chemischen<br />
Verbindungen zu nachteiligen Effekten in Gewässern<br />
führen können.<br />
Unter der Leitung des BAFU wurden erfolgreiche<br />
Pilotversuche in der ARA Regensdorf<br />
(Reduktion der Mikroverunreinigungen durch<br />
Ozonisierung) und ARA Lausanne (Reduktion<br />
der Mikroverunreinigungen durch Einsatz<br />
von Pulver-Aktivkohle) durchgeführt.<br />
In Zusammenhang mit der Ableitung des gereinigten<br />
Abwassers von der ARA Hofen via<br />
ARA Morgental in den Bodensee werden die<br />
erwähnten Massnahmen zur Reduktion der<br />
Mikroverunreinigungen zusammen mit dem<br />
Abwasserverband Morgental weiterverfolgt.<br />
Zurzeit werden vom Bund die gesetzlichen<br />
Rahmenbedingungen sowie die nötigen Finanzierungsgrundlagen<br />
erarbeitet.<br />
Mit dem neuen energieeffizienten Blockheizkraftwerk<br />
konnte die <strong>St</strong>romproduktion um 10% gesteigert werden.<br />
Abwasserbetriebe – ARA Au<br />
Erhöhte Energieeffizienz mit neuem<br />
Blockheizkraftwerk (BHKW)<br />
Mit dem neuen, energieeffizienten BHKW<br />
inkl. Energiemanagement konnte die <strong>St</strong>romproduktion<br />
im <strong>2011</strong> um 10% (im Vergleich<br />
zum alten BHKW) auf 1 404 590 kWh erhöht<br />
werden. Diese <strong>St</strong>rommenge entspricht dem<br />
«<strong>St</strong>romverbrauch im Haushalt» von ca. 880<br />
Personen in der <strong>St</strong>adt <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>.<br />
Reduzierter Ölverbrauch durch<br />
Wärmedämmung<br />
Die Wärmedämmung der ARA Au wurde im<br />
2010 realisiert. Aufgrund dieser energetischen<br />
Primärmassnahme werden ca. 20 000 Liter<br />
Heizöl jährlich eingespart. Dies entspricht<br />
einer CO2-Reduktion von ca. 60 Tonnen pro<br />
Jahr.<br />
Neue Klärschlammentwässerung mit<br />
weniger <strong>St</strong>romverbrauch<br />
Durch Konzeptoptimierung (neue Technik,<br />
energieeffiziente Motoren usw.) konnte der<br />
<strong>St</strong>romverbrauch für die Klärschlammentwässerung<br />
um ca. 50 000 kWh reduziert werden.<br />
Die realisierten «Cleantech-Massnahmen»<br />
sind wichtige Schritte für die Abwasserreinigungsanlage<br />
auf dem Weg zur energieautarken<br />
Anlage.<br />
– 36 –
Abwasserreinigungsanlage Au–<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Jahresrechnungen<br />
Voranschlag<br />
<strong>2011</strong><br />
– 37 –<br />
Rechnung<br />
<strong>2011</strong><br />
Rechnung<br />
2010<br />
Betriebsmengen<br />
Personaleinsatz 7800 7473 7658<br />
Gesamtzufluss in m3/Jahr 7 616 781 9 140 633<br />
Zufluss zur Biologie in m3/Jahr 7 510 955 8 883 668<br />
Berechnung nach Einwohnergleichwerten<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 35 000 38 388 39 677<br />
Gaiserwald 11 000 10 872 11 186<br />
Gossau 7 000 6 380 6 914<br />
Total 53 000 55 640 57 777<br />
Verrechnete Leistungen<br />
Schlammbehandlung ARA Hofen in t TS/m3 1 301 1 495<br />
Schlammbehandlung ARA Au in t TS/m3 984 1 025
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Aufw.<br />
Art<br />
Betriebskosten Voranschlag<br />
<strong>2011</strong><br />
– 38 –<br />
Rechnung<br />
<strong>2011</strong><br />
Rechnung<br />
2010<br />
1. Löhne / Sozialleistungen 530 000.00 524 743.58 535 440.54<br />
2. Werkkosten<br />
2.1 <strong>St</strong>rom 100 000.00 211 083.82 85 456.82<br />
2.2 Heizöl 0.00 0.00 0.00<br />
2.3 Trinkwasser 4 000.00 2 875.50 3 150.70<br />
2.4 Phosphatfällung 100 000.00 98 898.52 98 222.43<br />
2.5 Rücklaufbehandlung 55 000.00 32 464.46 24 782.88<br />
2.6 Schlammentsorgung 520 000.00 471 441.05 451 698.64<br />
2.7 Schlammtransporte 5 000.00 0.00 0.00<br />
2.8 Rechengut und Sandfang 35 000.00 27 485.20 26 645.10<br />
2.9 Unterhalt/Reparaturen von Maschinen durch Dritte 70 000.00 65 424.03 74 425.60<br />
2.10 Unterhalt/Reparaturen von Gebäuden durch Dritte 50 000.00 58 421.25 55 979.65<br />
2.11 Anschaffung von Maschinen, Geräten und Ersatzteilen 75 000.00 73 938.20 86 854.48<br />
2.12 Betriebs-, Unterhalts- und Reinigungsmaterial 20 000.00 17 193.75 14 830.45<br />
2.13 Untersuchungen, Expertisen 70 000.00 18 319.00 58 817.20<br />
2.14 Versicherungsprämien 40 000.00 22 559.83 33 615.00<br />
3 Sonstige Betriebsaufwendungen<br />
3.1 Dienstkleider 2 500.00 2 634.65 2 691.90<br />
3.2 Verpflegungszulagen 300.00 0.00 0.00<br />
3.3 Kurkosten 8 000.00 8 168.35 9 244.35<br />
3.4 Übriger Personalaufwand 800.00 606.48 1 290.40<br />
3.5 Unterhalt der Betriebsfahrzeuge 6 000.00 8 999.58 5 445.23<br />
3.6 Wäschebesorgung 750.00 691.45 686.80<br />
3.7 Spesenentschädigung 500.00 801.13 1 434.33<br />
3.8 Autospesenentschädigung 500.00 18.53 475.00<br />
3.9 Telefongebühren 5 000.00 3 120.18 3 960.70<br />
3.10 Übriger Sachaufwand 3 000.00 944.70 290.25<br />
3.11 Informatikaufwand (OIA und Dritte) 24 000.00 30 109.35 24 411.55<br />
Total 1–3 1 725 350.00 1 680 942.56 1 599 849.32<br />
Verwaltungskosten 16% vom Total 1–3 276 056.00 268 950.81 255 975.89<br />
Total Betriebsaufwand 2 001 406.00 1 949 893.37 1 855 825.21
Aufw.<br />
Art<br />
Betriebserträge Voranschlag<br />
<strong>2011</strong><br />
Aufteilung der Betriebskosten nach Gemeinden Einwohnergleichwerte<br />
– 39 –<br />
Rechnung<br />
<strong>2011</strong><br />
Einwohnergleichwerte<br />
Rechnung<br />
2010<br />
4. Betriebserträge<br />
4.1 Lohnrückerstattungen 0.00 0.00 0.00<br />
4.2 Rückerstattung aus Versicherungen 0.00 0.00 0.00<br />
4.3 Einnahmen aus <strong>St</strong>romverkauf 40 000.00 176 897.10 15 006.65<br />
4.4 Einnahmen für Rücklaufbehandlungsinvestitionen 35 000.00 25 020.00 30 060.00<br />
4.5 Einnahmen für Schlammverbrennungsinvestitionen 60 000.00 68 317.87 71 197.90<br />
4.6 Übrige Einnahmen 26 000.00 26 000.00 26 000.00<br />
Total Betriebserträge 161 000.00 296 234.97 142 264.55<br />
Netto Betriebskosten 1 840 406.00 1 653 658.39 1 713 560.65<br />
Einwohnergleichwerte<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 35 000 38 388 39 677<br />
in % 66.04 68.99 68.67<br />
Gaiserwald 11 000 10 872 11 186<br />
in % 20.75 19.54 19.36<br />
Gossau 7 000 6 380 6 914<br />
in % 13.21 11.47 11.97<br />
Total 53 000 55 640 57 777<br />
in % 100.00 100.00 100.00<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 1 215 362.45 1 140 917.30 1 176 747.60<br />
Gaiserwald 381 971.06 323 123.19 331 756.40<br />
Gossau 243 072.49 189 617.91 205 056.65<br />
Total 1 840 406.00 1 653 658.39 1 713 560.65<br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Abwasserreinigungsanlage Hofen-<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
– 40 –<br />
Voranschlag<br />
<strong>2011</strong><br />
Rechnung<br />
<strong>2011</strong><br />
Rechnung<br />
2010<br />
Betriebsmengen<br />
Personaleinsatz 8 300 8 133 8 335<br />
Gesamtzufluss in m3/Jahr 10 000 000 8 939 940 10 495 480<br />
Berechnungswassermengen<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 3 850 000 3 800 622 3 801 870<br />
Wittenbach 630 000 650 267 624 151<br />
Total 4 480 000 4 450 889 4 426 021<br />
Verrechnete Leistungen<br />
Schlammbehandlung in t TS/m3 1 301 1 495
Aufw.<br />
Art<br />
Betriebskosten Voranschlag<br />
<strong>2011</strong><br />
– 41 –<br />
Rechnung<br />
<strong>2011</strong><br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Rechnung<br />
2010<br />
1 Löhne / Sozialleistungen 560 000.00 571 337.85 582 146.51<br />
2 Werkkosten<br />
2.1 <strong>St</strong>rom 40 000.00 37 777.42 54 592.65<br />
2.2 Heizöl 0.00 0.00 0.00<br />
2.3 Trinkwasser 3 500.00 1 729.00 4 046.45<br />
2.4 Phosphatfällung 100 000.00 126 705.19 98 196.01<br />
2.5 Rücklaufbehandlung 45 000.00 30 261.07 35 028.48<br />
2.6 Schlammentsorgung 700 000.00 691 509.10 730 185.92<br />
2.7 Schlammtransporte 215 000.00 218 333.65 213 636.60<br />
2.8 Rechengut und Sandfang 60 000.00 33 962.10 46 008.35<br />
2.9 Unterhalt / Reparaturen von Maschinen durch Dritte 60 000.00 54 749.03 64 508.90<br />
2.10 Unterhalt / Reparaturen von Gebäuden durch Dritte 80 000.00 61 747.10 143 102.00<br />
2.11 Anschaffung von Maschinen, Geräten und Ersatzteilen 71 000.00 75 116.70 74 101.88<br />
2.12 Betriebs-, Unterhalts- und Reinigungsmaterial 20000.00 19 310.15 23 567.20<br />
2.13 Untersuchungen, Expertisen 170 000.00 188 275.10 176 722.15<br />
2.14 Versicherungsprämien 35000.00 22 032.78 32 801.40<br />
3 Sonstige Betriebsaufwendungen<br />
3.1 Dienstkleider 2 500.00 3 489.50 1 896.55<br />
3.2 Verpflegungszulagen 0.00 0.00 0.00<br />
3.3 Kurskosten 12 000.00 12 003.80 10 393.90<br />
3.4 Übriger Personalaufwand 600.00 692.63 1 901.10<br />
3.5 Unterhalt der Betriebsfahrzeuge 6 500.00 8 999.58 5 445.23<br />
3.6 Wäschebesorgung 750.00 575.45 643.70<br />
3.7 Spesenentschädigung 500.00 963.98 952.93<br />
3.8 Autospesenentschädigung 500.00 104.93 212.60<br />
3.9 Telefongebühren 3 000.00 1 728.28 998.40<br />
3.10 Übriger Sachaufwand 3 000.00 1 664.75 1 731.55<br />
3.11 Informatikaufwand (OIA und Dritte) 17 500.00 20 760.35 14 073.35<br />
Total 1–3 2 206 350.00 2 183 829.45 2 316 893.79<br />
Verwaltungskosten 16% vom Total 1–3 353 016.00 349 412.71 370 703.01<br />
Total Betriebsaufwand 2 559 366.00 2 533 242.16 2 687 596.80
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Aufw.<br />
Art<br />
Betriebserträge Voranschlag<br />
<strong>2011</strong><br />
– 42 –<br />
Rechnung <strong>2011</strong> Rechnung 2010<br />
4. Betriebserträge<br />
4.1 Lohnrückerstattungen 0.00 0.00 0.00<br />
4.2 Rückerstattung aus Versicherungen 0.00 0.00 0.00<br />
4.3 Einnahmen aus <strong>St</strong>romverkauf 110 000.00 94 244.05 75 188.35<br />
4.4 Einnahmen für Lösestationsinvestitionen 20 000.00 15 897.25 17 579.35<br />
4.5 Mietzinseinnahmen 110 000.00 122 275.80 121 075.80<br />
4.6 Übrige Einnahmen 0.00 0.00 0.00<br />
Total Betriebserträge 240 000.00 232 417.10 213 843.50<br />
Netto Betriebskosten 2 319 366.00 2 300 825.07 2 473 753.29<br />
Aufteilung der Betriebskosten nach Gemeinden Wassermengen<br />
in m³<br />
Wassermengen<br />
in m³<br />
Wassermengen<br />
in m³<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 3 850 000.00 3 800 622.00 3 801 870.00<br />
in % 85.94 85.39 85.90<br />
Wittenbach 630 000.00 650 267.00 624151.00<br />
in % 14.06 14.61 14.10<br />
Total 4 480 000.00 4 450 889.00 4 426 021.00<br />
in % 100.00 100.00 100.00<br />
Betriebs-<br />
kosten in Fr.<br />
Betriebs-<br />
kosten in Fr.<br />
Betriebs-<br />
kosten in Fr.<br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 1 993 205.16 1 964 678.60 2 124 908.23<br />
Wittenbach 326 160.84 336 146.47 348 845.07<br />
Total 2 319 366.00 2 300 825.07 2 473 753.29
Aufteilung der Betriebskosten nach Vertragsgemeinden<br />
ARA Au<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong> FP - <strong>2011</strong><br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 1 105 488.47 1 120 647.58 1 125 521.47 1 176 747.60 1 140 917.30 1 215 362.45<br />
in % 65.98 65.06 65.94 68.67 68.99 66.04<br />
Gaiserwald 350‘772.46 370 606.10 361‘142.74 331 756.40 323 123.19 381 971.06<br />
in % 20.94 21.51 21.16 19.36 19.54 20.75<br />
Gossau 219 151.14 231 320.90 220 115.94 205 056.65 189 617.91 243 072.49<br />
in % 13.08 13.43 12.90 11.97 11.47 13.21<br />
Total 1 675 412.07 1 722 574.58 1 706 780.15 1 713 560.65 1 653 658.40 1 840 406.00<br />
Hauptkanal Wiesenbach (inkl. Dücker Au)<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong> FP - <strong>2011</strong><br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 5 609.14 4 341.78 5 014.89 3 581.35 8 887.01 6 723.36<br />
in % 64.40 64.40 64.40 64.40 64.40 64.40<br />
Gaiserwald 1 994.56 1 543.90 1 783.25 1 273.49 3 160.13 2 390.76<br />
in % 22.90 22.90 22.90 22.90 22.90 22.90<br />
Gossau 1 106.15 856.22 988.96 706.26 1 752.56 1 325.88<br />
in % 12.70 12.70 12.70 12.70 12.70 12.70<br />
Total 8 709.85 6 741.90 7 787.10 5 561.10 13 799.70 10 440.00<br />
Regenbecken Au<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong> FP - <strong>2011</strong><br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 7 041.66 9 144.54 17 149.44 130 418.88 19 956.38 11 878.40<br />
in % 64.00 64.00 64.00 64.00 64.00 64.00<br />
Gaiserwald 3 960.94 5 143.81 9 646.56 73 360.62 11 225.47 6 681.60<br />
in % 36.00 36.00 36.00 36.00 36.00 36.00<br />
Total 11 002.60 14 288.35 26 796.00 203 779.50 31 181.85 18 560.00<br />
– 43 –<br />
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong>
<strong>Geschäftsbericht</strong> <strong>2011</strong> <strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
SW Pumpwerk Rechen<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong> FP - <strong>2011</strong><br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 28 505.90 24 721.10 23 852.60 37 392.66 57 502.17 59 693.60<br />
in % 83.43 82.08 82.17 83.43 84.29 83.00<br />
Gaiserwald 5 661.55 5 397.20 5 175.75 7 426.54 10 717.28 12 226.40<br />
in % 16.57 17.92 17.83 16.57 15.71 17.00<br />
Total 34 167.45 30 118.30 29 028.35 44 819.20 68 219.45 71 920.00<br />
Kanal Sittertobel (inkl. Dücker Schiltacker)<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong> FP - <strong>2011</strong><br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 1 625.88 656.97 1 929.31 1 335.55 3 109.29 2 888.40<br />
in % 83.43 82.08 82.17 83.43 84.29 83.00<br />
Gaiserwald 322.92 143.43 418.64 265.25 579.51 591.60<br />
in % 16.57 17.92 17.83 16.57 15.71 17.00<br />
Total 1 948.80 800.40 2 347.95 1 600.80 3 688.80 3 480.00<br />
Pumpwerk Hätterenwald<br />
2007 2008 2009 2010 <strong>2011</strong> FP - <strong>2011</strong><br />
<strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> 40 127.98 55 714.88 64 343.50 70 419.18 52 367.49 57 791.20<br />
in % 52.03 54.00 56.79 53.96 54.15 53.00<br />
Gaiserwald 36 996.72 47 460.82 48 957.25 60 083.37 44 340.71 51 248.80<br />
in % 47.97 46.00 43.21 46.04 45.85 47.00<br />
Total 77 124.70 103 175.70 113 300.75 130 502.55 96 708.20 109 040.00<br />
Total aller Anlagen 1 808 365.47 1 877 699.23 1 886 040.30 2 099 823.80 1 867 256.40 2 053 846.00<br />
– 44 –
<strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Vadianstrasse 6<br />
9001 <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
T 071 224 51 53<br />
F 071 224 59 01<br />
entsorgung@stadt.sg.ch<br />
www.entsorgung.stadt.sg.ch<br />
Abfallentsorgung<br />
Abfallberatung für Private sowie für Industrie<br />
und Gewerbe:<br />
T 071 224 50 50<br />
Abwasserreinigungsanlagen<br />
ARA Hofen<br />
Arboner <strong>St</strong>rasse 42<br />
9300 Wittenbach<br />
T 071 272 61 20<br />
ARA Au<br />
Rechenwaldstrasse 32<br />
9014 <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
T 071 272 60 00<br />
Labor<br />
Arboner <strong>St</strong>rasse 42<br />
9300 Wittenbach<br />
T 071 272 61 35<br />
Adressen<br />
– 45 –<br />
Kanalunterhalt<br />
Rechenwaldstrasse 36<br />
9014 <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
T 071 272 61 30<br />
Tierkörpersammelstelle<br />
Rechenwaldstrasse 32<br />
9014 <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
T 071 272 60 00<br />
KHK und Sonderabfall sammelstelle<br />
Rechenwaldstrasse 30<br />
9014 <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
T 071 274 31 11<br />
Deponie Tüfentobel<br />
9032 Engelburg<br />
T 071 224 52 12
Sie ist untrennbar mit <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong> und der Geschichte der <strong>St</strong>adt verbunden, die <strong>St</strong>einach.<br />
– 46 –
Zum Gallusjubiläum<br />
Nach einem längeren Aufenthalt in Arbor Felix beschloss<br />
Gallus 612, zusammen mit seinem Gefährten Hiltibold<br />
dem in den Lacus Brigantinus (Bodensee) mündenden<br />
Fluss <strong>St</strong>einach zu folgen. Sie zogen den Bach entlang in<br />
den Arboner Forst hinein (das ganze Gebiet vom Bodensee<br />
bis zum Appenzellerland war damals Urwald) und<br />
kamen an den Wasserfall bei der Mühleggschlucht. Hier<br />
stolperte Gallus und fiel in einen Dornbusch. Dies deu-<br />
– 47 –<br />
tete er als göttliches Zeichen, hier zu bleiben. Viele Darstellungen<br />
des Gallus sind daher mit dem lateinischen<br />
Bibelvers untertitelt:<br />
«Haec requies mea in saeculum saeculi [hic habitabo<br />
quoniam elegi eam]»<br />
«Dies ist die <strong>St</strong>ätte meiner Ruhe ewiglich; hier will ich<br />
wohnen, denn das gefällt mir.»
<strong>Entsorgung</strong> <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
Vadianstrasse 6<br />
9001 <strong>St</strong>.<strong>Gallen</strong><br />
T 071 224 51 53<br />
F 071 224 59 01<br />
entsorgung@stadt.sg.ch<br />
www.entsorgung.stadt.sg.ch