Verbrühungen und Verbrennungen aus ... - Hauner Journal

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Verbrühungen und Verbrennungen aus ... - Hauner Journal

dieser Schädigungen treten bei Kleinkindern auf und

sind auf heiße Flüssigkeiten zurückzuführen. Noch

gravierender sind Verletzungen durch heißes Fett, sowie

Brand- und Explosionsverletzungen. Die geringe Hautdicke

bei Kindern führt schnell zu tiefen Schädigungen

der gesamten Haut.

eRSTmASSNAHmeN

Die richtigen Erstmaßnahmen sind von großer Bedeutung.

Eine eventuell weiter bestehende Hitzeeinwirkung

gerade bei Verbrühungen muss rasch beseitigt werden,

da die Einwirkzeit der heißen Flüssigkeit wesentlich

reduziert werden kann. Die heiße Flüssigkeit kann sich

unerkannt z. B. in Strümpfen oder Windeln ansammeln

und hier tiefere Verletzungen hinterlassen als in der

Umgebung. Dagegen sollten fest anhaftende Kleidungsstücke

auf der Wunde belassen werden. Eine lokale

Kühlung der betroffenen Hautstellen mit fließendem

Leitungswasser (15- 20 °C) für ca. 10 -20 Minuten ist die

zweite wichtige Maßnahme und wirkt zudem schmerzstillend.

Die Wirkung besteht in einer Abkühlung des noch

überhitzten Hautanteils und Verhinderung der weiteren

Schädigung des angrenzenden Gewebes. Eine länger

dauernde Kühlung (> 20 Minuten) oder gar die Verwendung

von Eiswasser ist dagegen schädlich, da es hier zu

zusätzlichen Kälteschäden und einer Minderperfusion

der Haut kommen kann. Bei größeren Verbrennungen

ist von einer Kühlungstherapie dringend abzuraten,

da die resultierende Unterkühlung des Patienten mit

einem deutlich schlechteren Outcome bei Kindern mit

Verbrennungen vergesellschaftet ist. Hier sollten nicht

betroffene Hautflächen abgetrocknet und der Patient in

saubere trockene Tücher gewickelt werden, um einen

weiteren Temperaturverlust zu vermeiden.

Dr. von Hau nersches Kinderspita l |

1

Verbrennungsausdehnung

in % KOF

eINTeIluNg DeR VeRBReNNuNgeN

Das Ausmaß der Verletzung ist abhängig von der Art

des heißen Stoffes, seiner Temperatur und Einwirkungsdauer.

Siedendes Wasser hat z. B. eine Temperatur von

ca. 100°C, Öl in einer Friteuse ca. 200°C und eine offene

Flamme ca. 1200°C. Schon 52°C heißes Wasser für nur

10 Sekunden schädigt die Haut.

Für das weitere Vorgehen ist gerade bei Kindern

die Fläche der verbrannten oder verbrühten Haut entscheidend,

da schon 2.gradige Verbrennungen von 10 %

Körperoberfläche bei Säuglingen dramatische Verläufe

nehmen können. Die Einteilung der Verbrennung und

Verbrühungen erfolgt also einerseits nach der Ausdehnung

in % der Körperoberfläche (% KOF). Bewährt hat

sich hier die so genannte Handflächenregel (Handfläche

des Kindes einschließlich ausgestreckter Finger = 1 %

KOF) oder das Eintragen in Körperschemazeichnungen

(Abb.1). Die bei Erwachsenen gültige 'Neunerregel' ist

bei Kindern nicht so ohne weiteres übertragbar, da bei

ihnen der Kopf noch überproportional größer ist.

2-gradige oberflächlicheVerbrennung

nach

Fassen an die

heiße Ofentür

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