GAB Dezember 2016

blumediengruppe

FILM

FOTOS: SONY MUSIC

Interview

FELICITY JONES

„Man muss schon ein bisschen Mumm

in den Knochen haben“

Ein sexy – und tougher – Weltstar ist

die 33-jährige Britin schon. Und ihre

Rolle in „Rogue One: A Star Wars Story“

wird ihre Bekanntheit sicherlich noch

vergrößern.

FELICITY, WAREN SIE SCHON EIN „STAR

WARS“-FAN, ALS DIE HAUPTROLLE IN

„ROGUE ONE: A STAR WARS STORY“ AUF

IHREM TISCH LANDETE?

Ich war als Kind ein ziemlicher Tomboy

und immer mit meinem großen Bruder,

meinen Cousins und anderen Jungs

draußen. Wenn wir nicht gerade Cricket

oder etwas Ähnliches gespielt haben,

liefen bei uns oft die alten „Star Wars“-

Filme auf Video, denn mein Bruder war

ein riesiger Fan. Das Erste, was sich mir

damals einbrannte – und was ich bis

heute mit diesem Klassiker verbinde –

war die unglaubliche Filmmusik.

TATSÄCHLICH?

Ja, noch heute fühle ich mich wieder, als

wäre ich sieben Jahre alt, wenn ich die

höre. Da ist bei mir Gänsehaut angesagt.

Aber natürlich hatten die Filme von

George Lucas auch noch viel mehr zu

bieten. Mir hat immer gefallen, wie echt

und authentisch die Figuren wirkten,

Science Fiction hin oder her. Alleine

wenn ich an die Liebesgeschichte von

Harrison Ford und Carrie Fisher denke.

Ich hoffe wirklich sehr, dass es uns mit

„Rogue One“ annähernd gelungen ist,

vergleichbar realistische Emotionen zu

transportieren.

HAT MAN DENN WEICHE KNIE, WENN

MAN SELBST IM ZENTRUM EINES „STAR

WARS“-FILMS STEHT?

Ich fand es ehrlich gesagt immer eher

aufregend als Furcht einflößend. Ich

war so was von bereit für diese Herausforderung.

Selten habe ich die Arbeit

an einem Film so sehr genossen wie

hier bei „Rogue One“. Nicht nur, weil ich

noch nie vorher die Hauptrolle in einem

derart großen, Action-lastigen Film

gespielt hatte wie diesem, sondern auch,

weil die ganze Dreh-Erfahrung einmalig

war. Wir haben in der endlosen jordanischen

Wüste ebenso gedreht wie auf

den Malediven, auf Booten umringt von

atemberaubenden Walhaien. Und selbst

wenn wir im Studio waren, musste ich

mich ständig selbst kneifen, denn auch

nach fünf Wochen hat man sich noch

nicht an den Anblick gewöhnt, in der

Mittagspause zwischen lauter Stormtroopern

zu sitzen, die gerade ihr Lunch

essen.

DIE GEHEIMHALTUNG UM „ROGUE

ONE: A STAR WARS STORY“ IST SO

STRENG, DASS ZUM ZEITPUNKT UNSERES

GESPRÄCHS WEDER SIE NOCH ICH DEN

FILM GESEHEN HABEN. WAS KÖNNEN SIE

UNS EIGENTLICH VERRATEN ÜBER DIE

VON IHNEN GESPIELTE HELDIN JYN?

Anders als etwa Luke Skywalker oder

letztes Jahr Rey und Finn in „Das Erwachen

der Macht“ weiß Jyn bereits ziemlich

genau, wer sie ist. Sie bringt schon

einiges an Lebenserfahrung mit und hat

eigentlich nicht das geringste Interesse

daran, zur Heldin zu werden. Auch sie

wächst dann natürlich über sich hinaus,

aber mehr als bei den anderen sind es

bloß die Umstände, die sie dazu zwingen.

Sie legt es kein bisschen darauf an.

JYN KÄMPFT ALS REBELLIN GEGEN DAS

IMPERIUM. WIE VIEL KÄMPFERIN STECKT

IN IHNEN SELBST?

Man muss schon ein bisschen Mumm

in den Knochen haben, wenn man sich

auf einen Dreh wie den zu „Rogue One“

einlässt. Sieben Monate, sechs Tage die

Woche, plus dazu noch ausgiebigstes

Training – da war von mir echt Hardcore-Kondition

gefordert. Aber insgesamt

ist mir Jyn als Kämpferin definitiv

überlegen. Und nicht nur mir, sondern

den meisten Frauen, denen man im Kino

sonst begegnet. Mir sind Rollen wie

diese jedenfalls bislang kaum untergekommen.

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