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Okkultismus und Satanismus

Okkultismus und Satanismus

Okkultismus – Wissenschaft – Religion 15 schamlos ausgenutzt werden. Verzweifelte und Verwirrte gibt es aber nicht nur unter den leidenden Patienten, sondern auch unter den approbierten Ärzten, von denen es immerhin 40 in Deutschland geben soll, die Geistheilung in ihrer Praxis einsetzen und von ihr sich etwas erhoffen. Es ist hier nicht beabsichtigt und auch gar nicht möglich, alle sachlich falschen Behauptungen, Theoriegebäude und Vorstellungen des modernen, sich als Wissen verstehenden Okkultismus zu widerlegen. Dies ist auch eher eine Aufgabe der jeweiligen Fachdisziplinen. Die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ hat seit über einem Jahrzehnt Untersuchungen zu Behauptungen und Ergebnissen der Pseudowissenschaften und Parawissenschaften unternommen und regelmäßig nachweisen können, daß der Anspruch okkulter Behauptungen einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht haben standhalten können. 8 Hier können nur einzelne Beispiele gegeben werden, um den Anspruch des Okkultismus, Wissen oder gar „höheres“ Wissen zu sein, zurückzuweisen. Es sei nur noch auf das für alle Wissenschaften grundlegende Prinzip der Kritik hingewiesen. Gerade weil die Unterscheidung von Wahrnehmung und Deutung in vielen Fällen schwierig ist, da in die Wahrnehmung projektiv immer auch die unser Denken bestimmenden Muster eingehen, haben die Wissenschaften Methoden der systematischen Kritik und Selbstkritik ausgebildet. Eine methodische Kritik und Selbstkritik aber gibt es im Okkultismus nicht, im Gegenteil werden okkulte Vorstellungen durch Hilfskonstruktionen gegen eine Kritik immunisiert. Charles Darwin hat einmal gelehrt, daß es für einen Wissenschaftler darauf ankomme, nicht so sehr die Beispiele und Materialien zusammenzutragen, die seinen Auffassungen entsprechen, als vielmehr diejenigen, die ihr widersprechen. An diesen Widersprüchen hat sich eine Theorie zu bewähren. Der Wissenschaftstheoretiker K. R. Popper 9 hat daraus ein wissenschaftliches Prinzip gemacht. Wenn man den Grundsatz der Frage nach den den okkulten Lehren widersprechenden Tatsachen einbringt, stößt man bei Esoterikern und Okkultisten regelmäßig auf Unverständnis. Die Frage nach den den eigenen Überzeugungen widersprechenden Erfahrungen und Erscheinungen wird als Zumutung – meist sogar aggressiv – abgelehnt. 10 2.2 Okkultismus als Glaubensgebilde Nun muß man sich klar machen, daß okkulte Vorstellungen für viele Menschen nicht dadurch abgetan sind, daß den okkulten Lehren wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, daß sie von falschen Voraussetzungen ausgehen, daß sie die methodi- 8 Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in der Zeitschrift „Skeptiker“ (2001 im 14. Jg., E-Mail-Anschrift: skeptiker@gwup.org) regelmäßig publiziert. Ferner gibt sie eine Schriftenreihe und das Skeptische Jahrbuch heraus und publiziert viele Einzeluntersuchungen. 9 Vgl. K. R. Popper: Die Logik der Sozialwissenschaften, 1961. 10 Popper mußte dies auf einem solchen Kongreß des modernen Bildungsaberglaubens (Hannover, 1988: „Geist und Natur“) erfahren, als er seine Methoden darlegte, „regneten ... lautstarke Mißfallensbekundungen auf Popper herab“. FAZ Nr. 127 vom 3. Juni 1988, S. 31.

16 Okkultismus schen Regeln der modernen Wissenschaften nicht beachten und einer kontrollierten Prüfung nicht standhalten. Wünsche, Ängste, Erwartungen, Hoffnungen und andere Bedürfnisse werden durch den Okkultismus angesprochen und bedient. Die Wünsche, Ängste und Hoffnungen aber sind nicht durch eine wissenschaftliche Kritik der irrtümlichen und falschen Mittel zu ihrer Befriedigung erledigt. Im Gegenteil, eine wirksame Kritik am Okkultismus muß sich mit diesen Wünschen und Ängsten verbünden, beides anerkennen und den Wünschen einen Weg der Befriedigung weisen, den Ängsten eine Auflösung verschaffen und den Größen- und Allmachtsphantasien einen humorvollen Abschied bereiten, damit die Menschen in ihrem Leben das verwirklichen können, was verwirklichbar ist, und nicht von nie erfüllbaren Illusionen in die Irre geführt werden. Unabhängig davon, daß den okkulten Vorstellungen und Behauptungen außerhalb der wahrnehmenden und daran anhängenden Personen keine Wahrheit und Wirklichkeit zukommt, bleibt, daß viele Menschen von esoterischen und okkulten Vorstellungen überzeugt sind und für sich und andere wichtige Lebensentscheidungen von der Auskunft z.B. des Pendels abhängig machen. Man kann sogar sagen, daß okkulte Vorstellungen für sie eine „psychische Realität“ oder eine Glaubenswirklichkeit darstellen, die im Falle von wie lose auch immer organisierten okkulten und esoterischen Gemeinschaften sogar eine soziale Bestätigung erhalten und innerhalb esoterischer Gemeinschaften, sei es als Publikums- oder Klientengemeinschaft sogar eine soziale Wirklichkeit werden können. Okkultismus wird wie andere Glaubenssysteme zu einer Rahmenbedingung des sozialen Handelns, der Orientierung und der Selbstverständigung. Diese Glaubenvorstellungen setzt viele Menschen in die Lage, sich wenigstens in ihrem privaten Kreis außerhalb der beruflichen Arbeitssphäre mittels esoterischer Vorstellungen über sich und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen zu verständigen und sich als psychisch und sozial „kompetent“ zu erfahren bzw. wahrzunehmen. 11 Es war (und ist) eine der wichtigen kulturellen Leistungen der Religionen, solche Orientierungen und, wie es modern lautet, Sinnstiftungen zustande zu bringen und aufrechtzuerhalten. Es stellt sich mithin die Frage, ob die Vorstellungen des Okkultismus als Glaubensgebilde und als Religion zu betrachten sind. Ein Glaubensgebilde stellen die Aussagen und Behauptungen des modernen Okkultismus ohne Zweifel dar, denn man muß diese Lehren für wahr halten, also glauben, um ihre Wirksamkeit erleben zu können. Auch kann man seit einigen Jahren beobachten, daß sich die „Erklärungen“ zur Wirksamkeit nicht mehr vornehmlich an naturwissenschaftlichen Modellen anlehnen, indem z.B. ein Sensitiver bei einer esoterischen Therapie „feinstoffliche Ausstrahlungen des Körpers“ (also Materielles) wahrnimmt, damit Krankheiten diagnostiziert und mit seiner „subtilen Energie“ (wiederum ein Begriff, der sich an die Physik anlehnt) kuriert, sondern es werden an 11 Vgl. H. Zinser, G. Schmidt, B. Remus: Psychologische Aspekte neuer Formen der Religiosität. Empirische Untersuchung zu persönlichkeitspsychologischen Dimensionen der Mitgliedschaft in religiösen Bewegungen und der Esoterik, Tübingen: Medien Verlag Köhler 1977.

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