in den Medien? - Mediaculture online

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Migrationshintergrund als „Aufreger“ in den

Medien?

Nutzung von Medien durch Menschen mit Migrationshintergrund

Nutzung von Menschen mit Migrationshintergrund durch Medien

Jan Koschorreck

Elternmedienmentoren-Programm

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

www.elternmedienmentoren.de


Inhalt

1.

2.

Wahr-Nehmung von Ethnizität: Einige Gundlagen

Medien als Integrationsfaktor?

2.1. Darstellung ethnischer Minderheiten in den Medien

Beispiel: KfN-Studie

zur Jugendgewalt als „Aufreger“

2.2. Mediennutzung durch Menschen mit Migrationshintergrund:

Integrationsmotor versus

Medienghetto

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in den Medien

2.3. Medienkompetenz und das Eltern-Medienmentoren-Programm

3. Diskussion


Wahr-Nehmung kultureller Unterschiede im

internationalen Kontext





Begegnung mit unterschiedlichsten Menschen und

Kulturen

Recht auf Differenz wird zugestanden

Unterscheidung nach nationaler Zugehörigkeit ist

selbstverständlich

Ansprache von Differenz erfüllt Ordnungsfunktion und ist

eher willkommen

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Wahr-Nehmung kultureller Unterschiede im

nationalen Kontext





Wahrnehmung von Distinktion und Fremdheit verstärkt,

da:

Im Regelfall weniger erwünscht oder unerwünscht

Gesellschaftliches Zusammenleben schwächt kulturelle

Abgrenzungen

Kulturwechsel und Patchwork-Identitäten

Anforderungen

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stellen hohe


Wahrnehmung als Prozess von Selektion und

Vervollständigung

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Brille mit Nationalfarben

Wir nehmen nur Dinge wahr, von denen wir Begriffe

besitzen

Begriffe sind kulturell geprägt und aufgeladen

Wir selektieren Wahrnehmungen, die bestehende

Sichtweisen bestätigt

Einmal gefasste Meinungen, Vorurteile und Stereotypen

sind deshalb sehr korrekturresistent

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Himmel und Hölle

Der Himmel ist, wenn

die Polizei britisch ist,

die Köche Franzosen sind,

die Mechaniker Deutsche,

die Liebhaber Italiener und

alles von den Schweizern

organisiert wird.

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Die Hölle ist, wenn

die Köche Briten sind,

die Mechaniker Franzosen,

die Liebhaber aus der Schweiz,

die Polizisten Deutsche und

alles von den Italienern

organisiert wird.


Das Spontane-Assoziationen-Spiel

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Dimensionen von Kulturen*








Universalismus vs. Partikularismus

Neutralität vs. Emotionalität

Individualismus vs. Kollektivismus

Spezifisch vs. Diffus

Leistung vs. Herkunft

Serialität

vs. Parallelität

Interne Kontrolle vs. Externe Kontrolle

*nach Fons Trompenaars

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Medien als Integrationsfaktor?

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Medien als Integrationsfaktor?



Medien als Vermittler zwischen Kulturen:

Darstellung von Migranten in den Medien

� Faktor in der öffentlichen Wahrnehmung


Nutzung von Medien durch Migranten

� Faktor für das Gelingen oder Scheitern von Integration?

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Darstellung (ethnischer Minderheiten) in den

Medien




Framing

Stereotypisierung

Negativismus

• Reduktion

(wiederkehrende Themen)

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Bülent Ceylan: Zwei Monnemer unterhalten

sich

(siehe z.B. unter http://www.youtube.com/watch?v=iZPNEjdVRHY)

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Mediale Resonanz am Beispiel der KfN-Studie

„Kinder und Jugendliche in Deutschland:

Gewalterfahrungen, Integration und

Medienkonsum“

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Migrationshintergrund in den Medien

am Beispiel der KfN-Studie 2010

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Gruppenarbeit (15 Minuten)


Erarbeiten Sie in kleinen Gruppen, ob bzw. auf welche

Weise in der Berichterstattung über die KfN-Studie

die vorliegenden Artikel





Framing

Stereotypisierung

Negativismus

Reduktion

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durch

stattfindet. Zusammentragen der Ergebnisse auf Flipchart


Analyse-Beispiele





Framing: Delinquenz und Gewaltbereitschaft von

ethnischen Minderheiten

Stereotypisierung: Muslime als uniforme

Glaubensgemeinschaft

Negativismus: nur das scheinbar alarmierende Ergebnis

wird herausgegriffen (�� Religion als Resilienzfaktor…)

Reduktion: Religion als bestimmender Faktor von

Gewaltbereitschaft, Symbolik („Faust“)

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Und was ist dran?






Zusammenhang ≠

Ursache -

Wirkung

Der Zusammenhang ist da, aber nicht signifikant

Die anderen berücksichtigten Faktoren lassen die

Glaubenszugehörigkeit unbedeutend werden

Wichtige Faktoren bleiben unberücksichtigt

(Ausgrenzung, Deprivation, Perspektivlosigkeit)

Defizitorientierte Forschungsperspektive, keine

Resilienzforschung

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Mediennutzung von Menschen mit

Migrationshintergrund:

Integrationsmotor oder Medienghetto?

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Medienausstattung


Medienausstattung auf Majoritätsniveau

• Etwas geringere Verfügbarkeit von Internet und PC

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Medienpräferenz





Fernsehen ist das wichtigste Medium für Menschen mit

Migrationshintergrund

Oft als Hintergrundmedium

Oft als gemeinsame Aktivität

Radio weniger bedeutsam

• Wachsende Bedeutung von PC und Internet

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Inhaltliche Präferenz





Komplementäre Nutzung heimatsprachlicher

des Aufnahmelandes

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und Inhalte

Höherer sozioökonomischer Status �� Präferenz für

Inhalte des Aufnahmelandes

Je jünger, desto mehr Inhalte des Aufnahmelandes

Nutzung heimatsprachlicher

Grad der Integration

Inhalte ist unabhängig vom


Beispiel: Nutzertypen unter Türken in

Deutschland (Hafez 2002)


Kulturexilnutzer

– Bekämpfung von Heimweh

– Geistige und emotionale Stabilisierung durch

Verbindung zur Herkunftskultur

– Eskapistische Motive

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Nutzertypen nach Hafez


Diasporanutzer



Geringe Sprachfertigkeit in der Sprache des

Ankunftslandes

Deutsche Medien werden eher vermieden

Bikulturnutzer



Kombiniert deutsche und türkische Medien

Trennung nach Nutzungsmotivation:

D=Information, TUR=Unterhaltung, emotionale

Bedürfnisse

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Nutzertypen nach Hafez


Assimilationsnutzer




Konsumiert ausschließlich deutsche

Medienangebote

Migrationserfahrung

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liegt lange zurück

Schwache bis keine kulturelle Verbindung zum

Herkunftsland Türkei


Herkunftsmedien vs. deutschsprachige Medien



Vorwurf an HM: Nutzung durch Menschen mit

Migrationshintergrund fördert Segregation

Zuschreibung an deutschsprachige Medien: Nutzung

unterstützt Integration

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Medienkompetenz





Unabdingbar für gesellschaftliche Teilhabe

Berufliche Schlüsselqualifikation

Befähigung zur medialen Auseinandersetzung mit

Herkunfts-

und Ankunftskultur

Unterstützung der Ausbildung einer eigenen Identität

• Ausdrucksmöglichkeit der eigenen Identität

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Medienkompetenz


Erlaubt kritische Reflexion und Erkennen von

– Framings

– Reduktionen

– Stereotypen

– Negativismen

in allen Medien, unabhängig von ihrem kulturellen

Hintergrund, ob Hürriyet oder BILD!

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Medienkompetenz – woher?

Die eigene Familie ist die wichtigste

Instanz für die Entwicklung von

Medienkompetenz!

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Das Programm

Medien! Eltern-Mentoren“

des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg

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Das Programm „Medien! Eltern-Mentoren“

Struktur

Landesmedienzentrum

Baden-

Württemberg

Medienmentoren-

Trainer/-innen

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Eltern-

Mentoren/-innen


Das Programm „Medien! Eltern-Mentoren“

Ziele






Medienkompetenz fördern

Beitrag zum Jugendmedienschutz leisten

Eltern in Medienerziehungsfragen unterstützen

Kommunikation in der Familie fördern

Familie stärken

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www.kindermedienland-bw.de


Das Programm „Medien! Eltern-Mentoren“

Aufgaben Eltern-Mentoren

Ehrenamtliches Engagement





Ansprechpartner für Eltern in Fragen von

Medienerziehung und Jugendmedienschutz

Angebote an interessierte Eltern z.B. Gesprächsrunden,

Diskussionen, runde Tische (z.B. „Tupper“-Prinzip)

Eltern-Mentor/inn/en sprechen Eltern aus verschiedenen

Kulturen an

EM bringen Eltern verschiedene Medienwelten von

Kindern und Jugendlichen nahe

www.elternmedienmentoren.de

www.kindermedienland-bw.de


Das Programm „Medien! Eltern-Mentoren“

Schulung








mehrtägig

alltagsnah

medienpraktisch

Selbstreflexion

Auseinandersetzung

Wertediskurs

kostenfrei

www.elternmedienmentoren.de


Das Programm „Medien! Eltern-Mentoren“

Kontakt

Jan Koschorreck

Projektkoordination

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

T: 0711 – 2850 772

koschorreck@lmz-bw.de

www.elternmedienmentoren.de


Diskussion


Welche Faktoren fördern die Defizite in der medialen

Berichterstattung über Menschen mit

Migrationshintergrund, und wie kann man Ihnen

begegnen?

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