hallertau magazin 2016-2

Hallertau

Lust auf Heimat. Entspannen und Geniessen: Entdecken Sie das bayerische Hopfenland! Reportagen über Menschen, Landschaft, Feste, Freizeitangebote, Spezialitäten, Geschichte, Hopfen und Bier...

hallertau

Ausgabe 2 / 2016

Leben und Erleben in einer einzigartigen europäischen Kulturlandschaft magazin

Pfaffenhofen

Freising:

Bayerns

schönste

Rokoko-

Kirche

Gartenschau

2017 » Wenn es überall

summt, schwirrt,

tanzt und lacht ... «

Entdeckung:

700-Jahre alte

Ur-Eiche!

Hundertwasser

Faszinierendes

Abensberg!

Beer Stars

Made in Hallertau!


IMAGO87

Wir bringen Botschaften auf den Weg!

Unternehmenspublikationen · Kundenmagazine · Umweltberichte · Pressekonferenzen

Pressemitteilungen und Newsletter · Ausstellungen · Veranstaltungen

IMAGO87 GmbH, Agentur für Öffentlichkeitsarbeit und Mediengestaltung

Hauptstraße 22, D-85395 Attenkirchen/Hopfenland Hallertau · Tel. +49 8168 42999-50 · www.imago87.de

Bezaubernder Advent

Florale Weihnachtswelten, Inspirationen und Ideen für die Weihnachtszeit in unserer Adventsausstellung.


Unser Titelbild:

Die Braumeister Thomas Hämmerl (li.) und Sebastian Felsl

der Schlossbrauerei Hohenthann brauen mit frischen Hopfendolden.

Fotografiert von Mauricio Dreher in Hohenthann

Freizeitangebot

6 Abensberg: Sehnsuchtsort für

Hundertwasser-Fans

34 Schmetterlinge und Blumen an der Ilm:

Gartenschau Natur 2017 in Pfaffenhofen

22

Eine der schönsten

Rokoko-Kirchen Bayerns

erstrahlt in neuem

Glanz: St. Peter und Paul

in Freising

Portrait

21 Hotels der 100 Biere – Hotelierfamilie Röhrich

setzt im Hotel Hallertau und im Green Deer

Bavarian Hotel voll auf den Biertrend

28 Die weltbesten Biere! Auszeichnungen für

Brauereien der Region beim European Beer

Star, einem der bedeutendsten Bier-Wett -

bewerbe der Welt

29 Interview mit Oliver Dawid, Geschäftsführer

der Privaten Brauereien Bayern e. V., Ausrichter

des European Beer Star-Wettbewerbs

32 Frisch gehopft – das Grünhopfen-Bier der Schlossbrauerei

Hohenthann

42 Hallertauer Biere im Test

Kulinarik

Bierland Hallertau

10 Familie Amper macht großes Kino in Wolnzach!

12 Geheimnis von Osterwind: ein ungewöhnliches Museum

18 Begeisterung für Design – die Firma Artis in Au

24 Baumsucher – Unterwegs in den

Wäldern der Hallertau ...

37 Landpartie zum Gasthof Siebler

40 Gebratene Rehschnitzel mit

Haselnusskruste à la Siebler

24

Auf ungefähr 700 Jahre

wird dieser Baumriese

südlich von Schweitenkirchen

geschätzt.

Ein Hallertauer Urwaldrelikt.

6

Sehenswert:

Hundertwasser in

Abensberg

Touristik

16 Neuerscheinung:

Die Farben der Hallertau

20 Hopfenland Hallertau!

Informationen vom Hopfenland

Hallertau Tourismus e. V.

22 Ausflugstipp: St. Peter und Paul in Freising

36 Der Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm als Aussteller

auf der regionalen bayerischen Gartenschau

16

Michael Mießlinger

und „Die Farben

der Hallertau“

Rubriken

05 Editorial

21 Tipps & Service

43 Fotorätsel & Gewinnspiel

12

Bauernhofmuseum

Osterwind

34

Pfaffenhofen erwartet

den schönsten Frühling

aller Zeiten! Die

Vorbereitungen für

die Gartenschau

Natur 2017 laufen auf

Hochtouren.

IMPRESSUM:

Herausgeber, Konzept, Design: IMAGO87 GmbH, Agentur für Öffentlichkeitsarbeit und Mediengestaltung, Hauptstr. 22, 85395 Attenkirchen/Hallertau · Tel.: 08168-42999-50 · www.imago87.de

Redaktionsleitung: Alexander Herzog · Druck: Druckhaus Kastner, Wolnzach · www.hallertau-magazin.de · redaktion@hallertau-magazin.de


EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Alexander Herzog

Herausgeber

Geht es Ihnen auch so? Das Jahr 2016 ist fast schon vorüber

und man reibt sich verwundert die Augen, wie vermeintlich

schnell das wieder gegangen ist.

Man gewinnt gerade den Eindruck, die Zeit verrinne immer

schneller ... Oder liegt es einfach daran, dass unser Tagesablauf

zunehmend ausgefüllter ist und wir das subjektive Gefühl

haben, immer weniger Zeit zu haben?

Gut, dass jetzt die sogenannte „stille“ Zeit kommt. Angeblich

die Zeit der Einkehr, der Ruhe und Besinnung. Aber „stille

Zeit“? Seit Ende September stimmt uns der Lebensmittel -

einzelhandel mit Lebkuchen und anderem Weihnachtsgebäck

auf das Jahresfinale ein. Auf jedem Dorfplatz wird an Weihnachtsbuden

gezimmert. Die festlich dekorierten Schaufenster

gemahnen uns rechtzeitig an die Bescherung zu denken. Für

viele werden das nochmals turbulente Tage und Wochen.

Zur Ruhe gekommen ist die Landschaft der Hallertau. Die

mächtigen Hopfengerüste lassen nur noch ahnen, welch

prächtige Hopfenreben sie noch vor wenigen Monaten getragen

haben. Die Getreidefelder und zuletzt der Mais sind auch

längst abgeerntet und erwarten den Winter.

Ich hoffe, Sie finden zum Jahresende bzw. Jahreswechsel Zeit

für sich und Ihre Liebsten. Zeit, endlich das zu unternehmen,

wofür das ganz Jahr keine Zeit war.

In der Hallertau gibt es auch in der „stillen“ Zeit viel zu entdecken.

Das Kunsthaus, der Hundertwasserturm und der

große Weihnachtsmarkt beim „Kuchlbauer" in Abensberg

lohnen einen Ausflug. Wer es etwas ruhiger bevorzugt, dem sei

das Mießlingersche „Bauernmuseum“ in Osterwind empfohlen.

Cineasten mögen sich zu den Amper-Lichtspielen nach Wolnzach

gezogen fühlen. Freunden authentischer bayerischer Lebensart

sei der „Siebler z’Egg“ ans Herz gelegt.

Dies sind nur einige der Tipps, die Sie in der vorliegenden

Ausgabe des hallertau-Magazins finden.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Anregungen. Und Zeit für

die Hallertau!

Alexander Herzog

und Ihre Redaktion hallertau-Magazin

hallertau-Magazin 5


„Kunst kann die Welt retten!“

Interview mit Brauereichef

Leonhard Salleck

6 hallertau-Magazin

Ihr Großvater hat den Spargelanbau in Abensberg

begründet. Sie den Tourismus. Macht Sie

das stolz?

Leitlinie meines Lebens war immer: Der Mensch redet

nicht mit Worten über sich, sondern nur mit seinen

Taten. Stolz ist der falsche Ausdruck, doch ich denke,

einiges in und für Abensberg bewegt zu haben. Den Aufbau

der florierenden Brauerei, die Bierwelt mit dem

Hundertwasserturm und dem Kunsthaus. Dazu der

Weihnachtsmarkt mit Hunderttausenden Besuchern.

Die Marke „Kuchlbauer“ und Abensberg haben inzwischen

einen Bekanntheitsgrad von über 30% – in ganz

Deutschland! Der Tourismus setzt wichtige Impulse für

Abensberg und die Region.

Wenn Sie auf die Entwicklung der Bierwelt bei

der Weißbierbrauerei Kuchlbauer zurückblicken:

Würden Sie alles wieder so machen?

Ein klares Ja. Wir hatten jedoch auch ein wenig Glück mit

Entscheidungen bzw. Entwicklungen. Ich war lange auf die

Planung mit dem 70-Meter-Turm fixiert und wollte den auch

gegen den Widerstand des Denkmalschutzes durchsetzen.


Abensberg:

Das Kunsthaus in Abensberg

präsentiert eine der größten

Sammlungen von Grafiken

des Künstlers Friedensreich

Hundertwasser. Darunter auch

sein Plakat zu den Olympischen

Spielen 1972 in München.

SEHNSUCHTSORT

für Hundertwasser-Fans

„Bauwerke von Hundertwasser erfüllten

die Sehnsucht der Menschen

nach einem wärmenden Kaminfeuer

im Wohnzimmer“, textete einmal der

Feuilleton-Chef der Süddeutschen

Zeitung.

Als um die Jahrtausendwende die Pläne

von Leonhard Salleck, Inhaber der

Abensberger Weißbierbrauerei Kuchl -

bauer, bekannt wurden, einen „Hundertwasserturm“

in seiner Heimatstadt zu

errichten, überwog die Skepsis. Insbesondere

die Denkmalschützer liefen Sturm

gegen das geplante außergewöhnliche

Bauvorhaben, das in der ursprünglichen

Planung mit rund 70 Meter Höhe den

örtlichen Kirchturm bei Weitem überragt

hätte. Auch in der Brauwirtschaft wurde

Sallecks Turmbau wenigstens mit ungläubigem

Staunen verfolgt.

Doch dank ausgeprägter Entschlossenheit

und Beharrlichkeit des „Kuchlbauers“

wurde der knapp 35 Meter hohe Weißbierturm

nach den Entwürfen von Friedensreich

Hundertwasser ab 2007 gebaut

und im Frühsommer 2010 eröffnet. Alle

Skeptiker und Spötter wurden schnell

eines Besseren belehrt: Schon im ersten

Jahr wurde der Abensberger Hundertwasserturm

mit rund 180.000 Besuchern zu

einer der herausragenden Touristenattraktion

der Hallertau.

Bis heute hält der Zustrom an. Inzwischen

reisen etwa 40 % der Besucher

von außerhalb der bayerischen Grenzen

an; der Anteil ausländischer Gäste

machte 2016 bereits mehr als 12 % aus.

Neben der unmittelbaren Wertschöpfung

durch die Eintritte (Erwachsene

12,00/ Kinder 5,00 Euro), verzeichnet

der Brauer Leonhard Salleck seitdem

bis zu zweistellige Zuwachsraten beim

Ausstoß seiner Weißbier-Spezialitäten

(darunter die „Turm-Weisse“) und das

pittoreske Abensberg einen regelrechten

Gründer-Boom in Sachen Gastronomie

und Einzelhandel. „Wir hatten

ursprünglich mit 40.000 Besuchern im

ersten Jahr gerechnet“, erinnert sich

Leonhard Salleck, „und waren natürlich

überglücklich mit dem gewaltigen

Zuspruch.“ Erfolg macht mutig. Deshalb

blieb es beim Kuchlbauer nicht

nur bei diesem Leuchtturm-Projekt.

Seit 2012 gibt es im November/

Dezember einen hochwertigen Weihnachtsmarkt

rund um den Hundertwasserturm,

der jedes Jahr rund

300.000 Besucher verzeichnet. Jüngstes

Highlight auf dem Areal der Weißbierbrauerei

ist das Kunsthaus, das nach

den Plänen von Hundertwasser-Architekt

Peter Pelikan errichtet wurde und

2014 eröffnete. Es besticht durch

die typische Pelikan-Hundertwasser-

Heute bin ich sehr, sehr glücklich, dass der Turm „nur“ 35 Meter

hoch geworden ist. Die ursprüngliche Variante wäre wohl kaum

bezahlbar gewesen. Oder nehmen Sie die Gastronomie. Anfangs

dachten wir daran, die im Brauereigebäude zu integrieren. Das

hätte nicht funktioniert. Die Lösung mit dem Festzelt am Turm

ist perfekt und wird sehr gut angenommen.

Hundertwasserturm. Weihnnachtsmarkt. Kunsthaus.

500.000 Besucher kommen deshalb jährlich nach Abensberg.

Gibt es Überlegungen für neue Attraktionen?

Mehr als Überlegungen. Rechtzeitig zu unserem Weihnachtsmarkt

ab Ende November wird das Kunsthaus

vom Baugerüst befreit sein und seinen vergoldeten

Turm präsentieren. Sehr weit fortgeschritten sind auch

unsere Vorbereitungen, im Frühjahr 2017 erstmals einen

Ostermarkt auszurichten. Da gibt es kaum Vergleichbares

in Bayern. Wir werden noch mehr Kunst-Handwerker

nach Abensberg holen als beim Weihnachtsmarkt. Die

Ver anstalter von Busreisen haben den Ostermarkt bereits

begeistert aufgenommen. Die Einheit von Brauerei,

Hundertwasserturm und Kunsthaus wird von den vielen

Besuchern als einer der herausragenden Kunst-Schauplätze

in Bayern wahrgenommen! Eine Säule am

Eckstein unserer Brauerei bekommt gerade die Inschrift:

„Kunst kann die Welt retten."

Leonhard Salleck,

Brauereibesitzer und

Hundertwasser-Fan

hallertau-Magazin 7


Der 34,19 Meter hohe Turm wurde ursprünglich erdacht und geplant von

Friedensreich Hundertwasser, der im Jahr 2000 noch während der Planungsphase

starb. Errichtet wurde der Bau nach dem Tod Hundertwassers von

dem Wiener Architeken und Weggefährten des Künstlers, Peter Pelikan.

Am 23. April 2007, dem Tag des Bieres, wurde der Grundstein gelegt. Im

August 2008 wurde die vergoldete Dach kugel auf den Turm gesetzt. Sie

hat einen Durchmesser von zehn Metern und ist zwölf Tonnen schwer.

Im Januar 2010 wurde der Turm erstmals für Besucher geöffnet. Eine 25 m

hoch liegende Aussichtsterrasse ist über Treppen oder Fahrstuhl erreichbar.

Längst gilt, was die Mittelbayerische Zeitung 2015 geschrieben hat: „Der

Hundertwasserturm ist für Abensberg sowas wie der Eiffelturm für Paris.“

In jedem Fall ist der Turm eine Allegorie auf das Bierbrauen:

Im Keller erzählen die von Leonhard Salleck erdachten sieben „Bierzwerge“

die Geheimnisse des Bierbrauens. Beim spiralförmigen Aufstieg im Turm

ist jede Ebene einem der Grundelemente des Bieres gewidmet: Wasser,

Weizen, Braugerste, Hopfen. Angekommen auf der Plattform in fast 30

Meter Höhe hat der Besucher einen spektakulären Blick auf das Zentrum

des mittelalterlichen Abensbergs.

» Die gerade Linie

ist gottlos und

unmoralisch «

Bierwelt-Manager

Hans-Peter Rickinger

Friedensreich Hundertwasser

8 hallertau-Magazin


Architektur („Die gerade Linie ist gottlos und unmoralisch“)

und beherbergt eine der größten Sammlungen von Original-

Grafiken und Drucken des Wiener Künstlers. „Wir hatten festgestellt,

dass viele Besucher unseres Turms vor allem wegen

des Künstlers Hundertwasser kommen“, erläutert Projektleiter

Hans-Peter Rickinger die ersten Überlegungen zum Bau des

Kunsthauses. Initialzündung war schließlich die unerwartete

Möglichkeit, eine umfangreiche Sammlung von Werken Friedensreich

Hundertwassers zu erwerben, die Brauerei-Chef

Salleck sofort ergriff. Danach war klar: Die Kunstwerke brauchen

eine angemessene Lokation.

Die frühere Familien-Villa auf dem Brauereigelände bot sich

an. Entstanden ist ein einzigartiges, begebhares Kunstwerk im

Stile von Pelikan/Hundertwasser mit einem schiefen Türmchen,

mit opulenter Farben- und Formensprache. Im Inneren

beeindruckt eine Ausgestaltung auf mehreren Ebenen, die den

Besucher einfängt und neugierig macht, auch den letzten

Winkel zu erkunden. Hundertwasser-Fans haben in Abensberg

ein neues Sehnsuchtsziel: Mehr als 100.000 Besucher haben

seit der Eröffnung ein Billet erworben; darunter immer häufiger

Gruppen, die eine weite Anreise hinter sich haben.

Wie der Bus aus Niederösterreich, der an diesem Tag die

farbenfrohe Ausstellung angesteuert hat. „Wir lieben Hundertwasser

und fahren überall hin, wo wir seine Spuren verfolgen

können,“ verrät die die 65jährige Gerda Weber aus Linz.

Glänzende Aussichten für die Bierwelt von Kuchlbauer

und Abensberg – und die Hallertau.

ah, Fotos: Rainer Lehmann

hallertau-Magazin 9


FAMILIE AMPER MACHT

GROSSES KINO!

Wenn manche Zeitgenossen über zu viel

Beanspruchung durch ihre Arbeit klagen,

dann kann Max Amper nur den Kopf schütteln.

Denn werktags geht er jeden Morgen

sehr früh ins Medienhaus Kastner, wo er seit

genau 30 Jahren tätig ist und verlässt den

Betrieb in der Regel nicht vor 18.00 Uhr.

Kurz danach beginnt seine zweite Arbeitsschicht:

Um 19.00 sperrt Max Amper das

Kino in Wolnzach auf, das seine Familie in

der 4. Generation führt. Am Wochenende

haben die „Amper Lichtspiele“ zusätzlich

Nachmittagsvorstellungen ...

„Da muss man schon ein wenig verrückt

sein“, antwortet der 49jährige auf die

Frage nach den Beweggründen für diese

Doppelbelastung, „aber das Kino gehört

seit bald 100 Jahren zu unserer Familie.“

Und es funktioniert nur, weil die ganze

Familie dahinter steht. Für die Zukunft

der Amper-Lichtspiele hat die Familie die

10 hallertau-Magazin

Weichen gestellt: Im Juni 2012 wurde in

modernste Digital-Technik investiert und

seit diesem Sommer wurde das Kino komplett

umgebaut und um einen weiteren

Saal erweitert. Insgesamt 253 Sitze mit

höchstem Komfort stehen den Besuchern

nun zur Verfügung; eine steile Rampung

gewährt allen Besuchern einen perfekten

Blick auf die „gekurvte“ Großleinwand.

Dabei hatte 1922 in der Elsenheimerstraße

alles ganz einfach mit einer Wirtschaft

(„Stieglerkeller“) von Quirin Amper,

dem Ur-Großvater des heutigen Besitzers,

begonnen. Im Saal des Gasthauses liefen

am Wochenende Stummfilme, die mit

Klaviermusik begleitet wurden. Nach und

nach gewann das Kino an Bedeutung und

unter der Regie seiner Großeltern nahm

das Kino den regelmäßigen Spielbetrieb

auf. Nach dem 2. Weltkrieg bekamen die

Amper-Lichtspiele sogar Konkurrenz:

1950 eröffnete ein weiteres Kino in der

Marktgemeinde mit gerade mal 11.000

Einwohnern!

Stummfilme mit Klavierbegleitung

Seit seinem 11. Lebensjahr steht Max

Amper täglich hinter der Theke und


macht frisches Popcorn, die ganze Familie

hat hier ihren Lebensmittelpunkt in dem

Kino. Seine Eltern Max und Ingrid leben

bis heute in dem Kinogebäude, Ehefrau

Monika und die drei Kinder sind voll in

den Betrieb integriert. Als das Kinocenter

2013 sein Kino aufgab, tagte der Familienrat

und beschloss, sich den Herausforderungen

der Zukunft zu stellen. „Die

Leute wollen wieder kleine Kinos statt

der Mega-Kino-Center auf der grünen

Wiese“, umschreibt Max Amper den Trend,

der die Familie zu den enormen Investitionen

bewog. Der Erfolg gibt den Ampers

recht: Die Besucher kommen aus dem

ganzen Umkreis in das traditionsreiche

Wolnzacher Kino. Der zweite Kinosaal hat

nicht nur die Kapazität der Amper-Lichtspiele

erhöht, er macht das kleine Kino

auch flexibler gegenüber den Verleihern,

die Start- und Laufzeiten von Filmen festlegen.

„Wir kommen jetzt leichter an die

„Blockbuster“, also die großen, zuschauerstarken

Filme,“ stellt Max Amper fest,

„früher war das oft ein ziemlicher Kampf

mit den Filmverleihern.“ Was trotz der

umfan greichen Modernisierung geblieben

ist, sind die sehr kommoden Preise. Die

Eintrittskarte kostet gerade mal 7,50 Euro;

bei Kindernachmittagsvorstellungen am

Wochenende werde gerade mal 5,50 Euro

verlangt. 3D-Filme haben zwei Euro Aufschlag.

Ab sofort können Tickets unter

www.amperplichtspiele.de sitzplatzgenau

online reserviert oder gekauft werden.

Zweifelsohne ein Alleinstellungsmerkmal

für das traditionsreichste Kino in der

Hallertau. ah, Fotos: Gabi Hartmann

Jetzt buchen! Tel. 08453 33 888 0

Das Designhotel mit bayerischem Flair.

ZIMMER

BEREITS

AB 49,- € p.P.

{BOCK}STARK

95 moderne Zimmer










info@greendeerhotel.de, www.greendeerhotel.de

hallertau-Magazin 11


Hier geht es in eine andere Welt ..., mit diesen Worten öffnet Silvia

Mießlinger eine schwere alte Holztür und gibt den Blick frei auf eine

steile Stiege, die auf einen Dachboden führt: auf den Speicher eines

alten Bauernhauses in Osterwind im Landkreis Landshut. So beginnt eine

virtuelle Zeitreise mit einer Spanne von gut 150 Jahren.

„Osterwind“, das ist Orts- und Hofname zugleich. Im Hochmittelalter

wurde die Hofstatt bei Pfeffenhausen urkundlich bereits erwähnt. Idyllisch

liegt der Hof auf einem stillen Hügel inmitten von Wäldern, Hopfengärten,

Äckern und Wiesen. Früher führte die alte Römerstraße nach Regensburg

hier vorbei. Im nahen Wald lassen sich noch Spuren erkennen. Anno 1871

erbauten die Vorfahren der Landwirtsfamilie Mießlinger das mehrgeschossige

Wohnhaus. Das immer schon stattliche „Ökonomie Gut Mießlinger“ ist

heute ein zertifizierter Biobetrieb: Milchkühe, Mastochsen, Zucht- und

Mastschweine, 38 Hektar Ackerland, 15 Hektar Grünland als Sommer -

weide für die Kühe und 13 Hektar Wald. Seit 1987 mit Naturland-Siegel.

Viel zu tun für Landwirt Jakob Mießlinger, Ehefrau Silvia und ihre Söhne

Christian und Michael.

Jetzt geht es auf den Dachboden: Wenn ein Szenenbildner einen Speicher

für eine Filmkulisse entwerfen müsste, er könnte ihn kaum besser ausstatten.

Ein ausgestopfter Bussard mit ausgebreiteten Schwingen sorgt für einen

kleinen Wilkommens-Schreck. Zeitgleich knarzen die ausgetretenen

Eichendielen, geben nach unter dem Gewicht des Besuchers. Sobald sich

das Auge mit dem Raum vertraut gemacht hat, faszinieren alte Schriften,

Bilder und schwere in Leder gebundene Bücher. Beim näheren Betrachten

wunderlicher Werkzeuge und patinierter Pferdegeschirre legt sich die eine

oder andere zarte Spinnwebe über das Gesicht des Besuchers. Auch Staub

kitzelt in der Nase. Ein vitaler Unterschied zum Museum – Vergangenheit

mit allen Sinnen erleben. Es fühlt sich an, als ob man selbst seinen Weg

hierher auf diesen „Zeit-Speicher“ findet und nun lang verborgene Schätze

entdeckt. Bemerkenswert für Heimat forscher: Alle Gegenstände, die hier

lagern, waren im Gebrauch einer einzigen Familie, nichts wurde von außen

hinzugefügt. So erschließt sich ein authentisches Bild vom Hallertauer

Landleben im letzten Jahrhundert.

Geweihe, Wildfallen und ein präparierter Fuchs verraten einen Jäger unter

den Ahnen der Mießlingers. Pferdeschlitten, Lastschlitten und hölzerne Skier

zeugen von schneereichen Hallertauer Wintern. In einer Schublade exotisch

bunt, aber doch erkennbar deutsch, stapeln sich bündelweise Geldscheine.

Inflationsgeld aus den 1920er Jahren, damals schon wertlos, aber aufbewahrt.

Heute überdimensional anmutende Töpfe zeugen vom kulinarischen Leben

der Großfamilie. Kraft brauchte die Hausfrau schon, einen solchen Tiegel

zu stemmen und den schweren hölzernen Deckel dazu. „Für Schmalz -

ge backenes“, erklärt Silvia Mießlinger lächelnd, „Schuxn, Kirchweihnudeln,

Hasen öhrl ...“ Ausrangierte Utensilien und ein buntes Sammelsurium von

Keramik, Porzellan und Haushaltswaren stapeln sich in einem Küchenbüffet.

Daneben ein Paar weiße Damenschuhe auf einem Kanapee, sorgsam aus -

gestopft mit Zeitungspapier. „Die Brautschuhe von der Großmutter und ihr

Sofa ... und hier ...“ Silvia Mießlinger öffnet behutsam ein Büchlein, „... da

ist auch noch ihr Poesie-Album.“ Handschriftliche Einträge, fein säuberlich

mit spitzer Feder und Tinte in Sütterlinschrift, Verse, bunte Bildchen ... Vermerke

zum Schicksal der Weggefährten. Seite für Seite blättern wir uns durch das

Facebook-Äquivalent eines vergangenen Jahrhunderts ...

Später wieder auf dem Hof ein nachdenklicher Blick zurück. Das mit

moderner Solartechnik bestückte Dach behütet sein Geheimnis gut. Kein

Echo auf den Bildertaumel im Kopf. Dafür sticht eine imposante Uhr ins

Auge, auf dem angrenzenden Stallgebäude. Ungewöhnlich, eine solche Uhr

auf einem Bauernhof zu sehen. Über ihre Herkunft rätseln die Mießlingers

bisher vergeblich. „Vermutlich eine ehemalige Kirchturmuhr“, Sohn Michael

kennt sich aus in der Geschichte von Osterwind. Er hat alle Zeichnungen

und Fotografien seines Elternhauses durchgesehen und kann den Zeitraum

eingrenzen: „Es ist ein mechanisches Uhrwerk und datiert aus dem Jahr 1858.

Nach Osterwind kam die Uhr erst später, irgendwann in der ersten Hälfte des

letzten Jahrhunderts.“ Jeden Morgen wird das Werk von Hand aufgezogen

und zeigt zuverlässig die verrinnende Zeit an. Stunde um Stunde, Minute um

Minute ...

Text/Fotos: Maité Herzog

12 hallertau-Magazin


O$terwind

Das Geheimnis von

hallertau-Magazin 13


14 hallertau-Magazin

Riesige Filzstiefel wie

diese wurden früher bei extremer

Kälte über die normalen Schuhe

gezogen. Silvia Mießlinger

begleitet beim Stöbern auf dem

imposanten Dachboden und weiß

viele Geschichten zu erzählen.


Maité Herzog

uf Anfrage kann der Dachboden des alten

Bauernhauses von Familie Jakob Mießlinger in

Osterwind besichtigt werden. Über 100

Gebrauchsgegenstände geben einen Eindruck

vom Landleben vor über 100 Jahren.

Für Ausflügler lässt sich bei rechtzeitiger Vorbestellung

auch eine Brotzeit arrangieren mit

selbstgebackenem Holzofenbrot, Butter und

frischer Milch vom Hof. Besichtigungen der

zertifizierten Biolandwirtschaft mit Tierhaltung

sind ebenfalls möglich.

hallertau-Magazin 15


Neuerscheinung:

Die Farben der Hallertau

© Michael Mießlinger (Winterbild und Fotostreifen)

Eine außergewöhnliche Hommage an seine Hallertauer

Heimat hat Michael Mießlinger verfasst: Fotografien,

Geschichten und Gedichte ordnet der passionierte

Amateurfotograf nach Farben zu einem reizvollen und

informativen Gesamtwerk. Als einen Reiseführer zu den

kleinen Dingen am Wegesrand und zu den versteckten

Schätzen seiner Heimat möchte der 33jährige gebürtige

Hallertauer das Buch verstanden wissen. Neben den klassischen

Sehenswürdigkeiten im Hopfenland führt Mießlinger

auch zu den weniger bekannten Orten der Hallertau: zu

rätselhaften Erdställen in Mitterschneidhart zum Beispiel

oder zu einem Burghügel im Wald bei Koppenwall, um den

sich viele Sagen ranken. Und er präsentiert auch Fakten:

Wer weiß schon, dass es sich beim Enghausener Kreuz um

16 hallertau-Magazin


« Das Land,

ein altes Buch mit

bronzenen Beschlägen,

traumversunken,

erdenschwer, bewacht von

der Armee aus Hopfenstangen ...»

Michael Mießlinger

Fotograf, Maler, Dichter: Michael Mießlinger

hat eine künstlerische Ader. Hauptberuflich

ist der Landwirtssohn in einer Landshuter

Reklamewerkstatt tätig, in seiner Freizeit

streift er gerne mit Kamera, Stift und Papier

durch seine Hallertauer Heimat. Auf dem

Hof in Osterwind trifft man auf seine

Skulpturen und überraschenden Installationen.

In Kürze erscheint sein erstes Buch.

„Die Farben der Hallertau“

200 Seiten, über 600 Fotografien

in Farbe · ISBN: 978-3-931351-34-2

MDV Maristen Druck & Verlag GmbH

Erhältlich ab Januar 2017 u.a. in

Buchhandlungen und Geschenkläden

in Landshut, Rottenburg a.d. Laaber,

Mainburg, Abensberg, im Deutschen

Hopfenmuseum in Wolnzach.

Voraussichtlicher Verkaufspreis € 29,90

das älteste bekannte Kruzifix handelt? Um 890 wurde die

monumentale, lebensgroße Christusdarstellung geschaffen,

die in der Kirche Hl. Kreuzauffindung in Enghausen (Landkreis

Freising) besichtigt werden kann.

Wer das Hopfenland in all seinen Farben und Facetten

entdecken will, findet in diesem „mit Herzblut“ gestalteten

Bildband reichlich Inspiration. mh

hallertau-Magazin 17


Ralf Mühlhausen

Begeisterung

fürDesign

Seit 21 Jahren ist

die Firma Artis in Au

eine der führenden

Adressen der Region

rund um Fliesen,

Bäder und Natursteine

18 hallertau-Magazin

„Schalten Sie schließlich alles aus, was

mit dem Alltag zu tun hat und Sie stören

könnte: Telefone, Handys, Computer,

Türklingel. Im Bad müssen Sie nicht erreichbar

sein, denn Sie sind mal eben

weg – weit weg.“ Der Tipp stammt von

der Zeitschrift „Architektur Digest

(AD)“, wo das Badezimmer längst zum

privaten Wellness-Spa mutiert ist. Etwas

verspätet erfährt also ein Trend Hochkonjunktur,

den die amerikanische Zukunftsforscherin

Faith Popcorn bereits

Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts

als „Cooconing“ bezeichnet hat

– den Rückzug ins Private. Neben der

Designer-Küche ist es heute vor allem

das stylische Badezimmer, das für ausgeprägtes

Wohlbehagen sorgt.

Auf dieses Segment hat Ralf Mühlhausen

gesetzt, als er sich vor 21 Jahren

für die Selbstständigkeit entschied. Mit

einem Partner an der Seite und mit

finanzieller Unterstützung des Münchner

Einzelhändlers Betten-Rid („ohne

die gäb es uns so nicht“) eröffnete er

einen Großhandel für Fliesen und Natursteine

sowie einen Einzelhandel für

Bäder: Artis.

Das Außergewöhnliche

Mehrere Bürgermeister habe er damals

angeschrieben und nach einem geeigneten

Objekt gefragt, das auch eine entsprechende


Präsentation ermögliche, erinnert sich

der 44jährige. Allein die Marktgemeinde

Au antwortete.

Zwischen dem Feuerwehrgebäude und

dem Wertstoffhof von Au liegt die ehemalige

Fabrikations-Halle, die mit viel

Eigenregie ausgebaut wurde. Deren beeindruckende

Ausstellung von Bädern und

Fliesen inspiriert Bauherrn und Renovierer

ebenso wie Architekten. Ständig aktualisieren

Mühlhausen und seine sieben Kollegen

die Präsentation in den Räumen,

die vor einigen Jahren um vier Schiffscontainer

(!) erweitert wurden. „Ich

mag Schiffscontainer, denn jeder von

ihnen hat eine individuelle Geschichte

zu erzählen“, erklärt Mühlhausen diese

überraschenden Raum-in-Raum-Installationen.

Das Außergewöhnliche, das

Spektakuläre fasziniert die „Artisten“ –

selbst im Detail. Wenn er von einigen

Bauvorhaben erzählt, die er begleiten

durfte, kommt er regelrecht ins Schwärmen:

den Umbau eines Stadtturmes in

Kelheim zu einem Hotel oder die Sanierung

einer ehemaligen Brauerei zu einem

Wohnhaus in Irnsing oder die trendige

Ausstattung der WC-Anlage des Weihenstephaner

Bräustüberls in Freising. Für

die Fußball-WM in Südafrika hat Artis

den Sanitär bereich der VIP-Chalets mit

Fliesen ausgestattet!

Wandtapeten mit individuellen Bildern

Seine Begeisterungsfähigkeit für Design

wirkt regelrecht ansteckend. Immer

wieder bringt er Fotos oder neue Muster,

um dem Gesprächspartner irgendein

außergewöhnliches Element im Show-

Room zu zeigen. Beispielsweise das

jüngste Produkt im Portfolio von Artis:

Bedruckte Wandtapeten. Frühzeitig hat

Mühlhausen diesen Trend erkannt und

sich mit einem Partner aus Mailand, den

Artis sind aber weiterhin Fliesen, Bäder

und Natursteine.

Erfolg durch Teamwork

Mit den namhaftesten Herstellern gibt es

Exklusivvereinbarungen für das Vertriebsgebiet

mit den Schwerpunkten München

und Regensburg. Für die Betreuung der

Kunden sind mehrere „Artisten“ zuständig,

allein den Kontakt zur Zielgruppe

Architekten hält der Chef selbst. Ansonsten

ist bei Artis alles Teamwork. Keine

Hierarchie. Keine Titel.

Gefragt nach den Gründen für die Erfolgsstory

seines Unternehmens kommt dann

auch sofort als Antwort: „Die tollen

er auf der weltweit führenden Möbelmesse

„Salon del Mobile“ entdeckt hat,

zusammengetan. Hunderte von Designs

bietet Artis inzwischen für Gastronomie,

Praxen, Einzelhändler aber auch

Privaträume an. Darunter gegenständ -

liche Motive sowie auch rein Dekoratives.

Jüngstes Beispiel – inspiriert von seiner

Hallertauer Heimat – sind Hopfen-

Motive: „Die sind sensationell und werden

bestimmt entsprechend gut nachgefragt.“

Die wichtigsten Segmente von

Kollegen, die z. T. seit vielen Jahren engagiert

und verantwortungsvoll zum Erfolg

von Artis beitragen. “

Zum guten Betriebsklima tragen auch

die regelmäßigen Mitarbeiterveranstaltungen

und die Einladungen zu Messen

bei. Oder der Kaffee: Der Kulinarik-Fan

Mühlhausen hat eine eigene Kaffee -

rösterei installiert, in der drei eigene

Mischungen produziert werden: „Wir

sind nämlich alle Kaffeeliebhaber!“ ah,

Fotos: Rainer Lehmann


Hopfenland

Hallertau!

Hallertau!

Informationen vom Hopfenland Hallertau Tourismus e.V.

Hopfenland Hallertau Tourismus e.V.

Hopfenland Hallertau Tourismus

bekommt LEADER-Fördergelder

Das Hopfenland Hallertau erhält für die Laufzeit von

5 Jahren vom Freistaat Bayern Fördermittel in Gesamthöhe

von knapp 200.000 Euro zum Aufbau des Tourismus

in der Region. Bei dem Projekt mit dem Titel

„Professionalisierung und Vernetzung der Tourismusstruktur

im Hopfenland Hallertau“ geht es um den

Aufbau und die Etablierung einer zentralen Koordinationsstelle.

Darüber hinaus sollen innovative Konzepte

entwickelt, neue touristische Produkte geschaffen,

Service und Qualität verbessert sowie die Informationsund

Öffentlichkeitsarbeit weiter ausgebaut werden.

Durch die Vorabzusage der Gelder konnten vom Hopfenland

Hallertau Tourismus e.V. bereits in 2016 zahlreiche

Maßnahmen umgesetzt werden, allem voran

die personelle Aufstockung sowie die Erarbeitung

eines Markenleitbildes für die Region. Als nächste Maßnahme

steht die Entwicklung eines neuen Corporate

Designs für einen professionellen Außenauftritt an.

Damit aber noch nicht genug. Geplant ist in den Folgejahren

ein Bündel weiterer Maßnahmen. Neben dem

Relaunch der Webseite und der Digitalisierung der

Radwanderwege gehören die Erstellung von weiteren

Themenbroschüren sowie die Konzeption von touristischen

Produkten und die Vernetzung der touristischen

Dienstleister zum Programm.

Neues Gastgeberverzeichnis

2017/2018

Urlaub in der Region Hallertau heißt, naturnahen,

sanften Tourismus in einer vom Hopfen geprägten

Landschaft und Kultur zu genießen. Und nicht nur Tagesgäste

interessieren sich für das Urlaubsgebiet, sondern

auch Erholungssuchende, die ein paar Tage bleiben

wollen. Dafür bietet der Tourismusverein das gedruckte

Gastgeberverzeichnis, welches für die Dauer von zwei

Familie Kaindl. www.hallertauer-christbaumhof.de

Jahren erstellt wird und in einer Auflage von 30.000

Stück erscheint. Neben den Übernachtungsmöglichkeiten

sind auch die Hallertauer Städte, Gemeinden

und Freizeitmöglichkeiten integriert. Dabei werden

die Ausflugsziele noch nutzwertiger nach den Kategorien

Natur & Familie, Museum & Wissen, Adel & Kirche

sowie Wasser & Wellness aufgeführt. Die Broschüre

erscheint Anfang 2017 im handlichen DIN A5 Quer-

Format.

Hallertauer Weihnachtszauber

Das Hopfenland hat in jeder Saison viel Schönes

zu bieten, auch in der staaden Jahreszeit. So lohnt

sich ein Ausflug nach Abensberg, denn wie jedes

Jahr im Advent erstrahlt „Kuchlbauers Turmweihnacht“

ab 23. November mit über 300.000 LED-

Lichtern. Und eine kurze Fahrt weiter gibt es

„Lichterglanz & Budenzauber“ auf dem Bad Gögginger

Adventsmarkt am Kurhaus. Selbstgefertigte

Kränze und Gestecke sowie in liebevoller Hand -

arbeit gestaltete Schneemänner, Nikoläuse und

Sterne findet man aber auch in kleineren Orten wie in

Hemhausen auf dem Hallertauer Christbaumhof.

Die vielen Adventsbasare und Weihnachtsmärkte

der verschiedenen Gemeinden sind immer einen

Besuch wert. Ein Überblick über die Weihnachtsveranstaltungen

in der Hallertau finden Sie

erstmalig unter: www.hopfenland-hallertau.de

Vorschau Termine / Veranstaltungen

Interessante Freizeit- und Ausflugsangebote, attrak -

tive Themenbroschüren, kulinarische Schmankerl aus

der Region und Aktionen zum Mitmachen bietet das

Hopfenland Hallertau den Besuchern auf Bayerns

beliebtester Freizeitmesse f.re.e. vom 22. – 26.

Februar 2017 in München. Dabei präsentiert sich

das Hopfenland Hallertau mit einem großen Messestand

unter dem Dach des Tourismusverbands Ober -

bayern. Neben dem Hopfenland Hallertau Tourismus

e.V. präsentieren das Kommunalunternehmen

Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen (KUS),

Kuchlbauer’s Bierwelt oder die Natur in Pfaffenhofen

und weitere Mitaussteller die Highlights der Region.

Die riesige Themenvielfalt und ihr einzigartiger Erlebnischarakter

machen die f.re.e mit Abstand zur beliebtesten

und größten Freizeitmesse Bayerns. Und für

die Region Hallertau ist es eine große Chance, mit vielen

Interessenten in Kontakt zu treten.

Natur in Pfaffenhofen

Im Herzen Bayerns gelegen ist Pfaffenhofen a.d.Ilm

2017 Ausrichter der nächsten regionalen bayerischen

Gartenschau. Auf dem sich quer durch die Stadt

ziehenden Gelände sorgt das von engagierten Landschaftsarchitekten

mit viel Liebe zum Detail erstellte

Konzept vom 24. Mai – 20. August 2017 für ein

besonderes Erlebnis mit dem gewissen Flair. Dabei

steht auch der Hopfen zentral im Mittelpunkt: Neben

dem Hopfenturm gibt es viele weitere Erlebnisse rund

um das „Grüne Gold“. Das Hopfenland Hallertau

präsentiert sich in der Woche vom 31. Juli - 6. August

2017 ebenfalls vor Ort.

Weitere Infos zur Mitgliedschaft und zum

Tourismusverein unter:

Hopfenland Hallertau Tourismus e.V.

Spitalstraße 7

85276 Pfaffenhofen a. d. Ilm

Telefon 08441 4009-284

info@hopfenland-hallertau.de

www.hopfenland-hallertau.de

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung,

Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds

für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER).

20 hallertau-Magazin


Hotels der 100 Biere

Hotelierfamilie Röhrich setzt im „Hopfenhotel Hallertau“

und im Green Deer Bavarian Hotel voll auf den Biertrend

Die sogenannten Craft-Biere liegen voll im Trend. Wer etwas

auf sich hält, trinkt nicht mehr nur Helles oder Weißbier, sondern

IPA, Stout und Porter – Bierstile, die v.a. dank der kreativen

US-Bierszene (wieder) sehr populär sind.

Die Zahl einschlägiger Festivals wächst immer schneller.

Und auch in vielen Getränkemärkten finden sich zunehmend

Craft-Biere im Sortiment. Das Bierangebot in Hotels ist dagegen

Einladend: Das

stylische Foyer des Green

Deer Bavarian Hotel

zumeist sehr übersichtlich. Ganz anders bei der Wolnzacher

Hotelierfamilie Röhrich. Mit der Neugestaltung des Hotelrestaurants

„Wirtshaus zum wilden Hirsch“ vor zwei Jahren setzte

die Junior-Chefin Johanna Röhrich voll auf ein vielfältiges

Biersegment. An der Bar oder im Bier-Shop im Hotel-Foyer

kann der Gast aus mehr als 130 Sorten nationaler und internationaler

Bierspezialitäten wählen. Dazu bietet die Bier-

Sommeliere seit einiger Zeit Bierseminare für Einstreiger und

Fortgeschrittene, die sich großer Beliebtheit erfreuen: bei -

spielsweise Verkostungen von Bier und Käse oder sogar

Bier und Schokolade! Klar, dass das

Thema Bier nun auch im neuen, von

der Familie Röhrich im Frühjahr 2016

eröffneten Hotel eine wichtige Rolle

spielt. Das Green Deer Bavarian

Hotel an der A9-Ausfahrt Langenbruck

ist ein modernes Tagungshotel

mit 95 sehr stylischen, lichtdurch -

fluteten Zimmern. Das Hotel Garni

verfügt über kein Restaurant, womit

Johanna Röhrich (re.)

das Bierangebot gegenüber Wolnzach

mit Hotel-Chefin

Irmgard Röhrich etwas reduzierter ist: Derzeit gibt es

im Bier-Shop. dort „lediglich“ rund 50 verschiedene

Biersorten – allesamt von bayerischen

Brauereien – zu verkosten. Aber wer Johanna Röhrich kennt,

weiß, dass dies nicht so bleiben wird ... ah, Bildnachweis: Foto

links Norman Radon, Foto rechts Alexander Herzog

Tipps & Service Winter 2016 – Frühjahr 2017

18. Dezember: „Adventliches Barockkonzert

und Kantaten“

Mariendom Freising · 17:00 Uhr Freisinger

Dommusik 08161-181-0

31. Dezember: „Festmusik für drei

Trompeten, Pauken und Orgel"

Mariendom Freising · 19:30 Uhr Freisinger

Dommusik 08161-181-0

17. Dezember bis 12. Februar:

Ausstellung „Szenische Konstellationen

- Die Macht der Bilder“

Öffnungszeiten: Di-Sa 14-19 Uhr, So+Fei

10-19 Uhr, Ausstellungsräume und Café

barrierefrei. Die Ausstellung stellt abstrakte

zeit genössische Malerei christlichen Andachtsbildern

gegenüber. · Eine Koopera tion mit dem

Diözesanmuseum Freising · Schafhof - Europäisches

Künstlerhaus, Am Schafhof 1,

85354 Freising Tel. 08161 146231,

www.schafhof-kuenstlerhaus.de

ab 05. Januar: Brauereiführungen

„Schneider Weisse“ in Kelheim

immer dienstags und donnerstags um 14:00

Uhr · Werfen Sie bei einer Brauereiführung

einen Blick hinter die Kulissen von Schneider

Weisse: Vom Sudhaus unter der Statue des

Heiligen St. Florian, der wegen seiner Nähe

zu Feuer, Brand und Wasser gerne auch als

Patron der Bierbrauer geführt wird, geht es

weiter in das kleine Museum. Im Führungspreis

(8,50 Euro) inbegriffen ist ein Rundgang

mit Verkostung, eine Breze sowie ein

selbst abgefülltes Jungbier zum Mitnehmen.

Anmeldungen/Infotelefon: 09441 705-0,

info@schneider-weisse.de

10. Januar / 19. Januar / 24. Januar:

„junges podium – spezial“

jeweils ab 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr · In Vorbereitung

auf „Jugend musiziert“ finden

„junge podien“ an der Musikschule Freising

statt. Alljährlich heimsen Schüler der Musikschule

bei „Jugend musiziert“ die besten

Platzierungen ein. Sie erhalten beim „jungen

podium – spezial“ im Januar Gelegenheit,

ihr Wettbewerbsprogramm – bei freiem

Eintritt! – der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Musikschule der Stadt Freising,

Kölblstraße 2, 85356 Freising · Tel. 08161

54-20000 · www.musikschule. freising.de

19. Februar: Opern- und Operettenkonzert

mit Lauren Francis und Franz

Garlik

Wolnzach, Deutsches Hopfenmuseum

www.hopfenmuseum.de

25./26. Februar: 30. Internationale

Winterwandertage Kelheim

Eintritt frei Infotelefon: 09441 3474

(Wanderverein Kelheim e.V.)

ab 20. März: Tropfsteinhöhle Schulerloch

wieder geöffnet

täglich ab 10 Uhr www.schulerloch.de

05. bis 17. April:

Kuchlbauer’s Ostermarkt

Einzigartiger Kunst- und Handwerkermarkt

rund um den Kuchlbauerturm in Abensberg

Eintritt frei! · täglich 11:00 bis 19:00 Uhr,

Ostersonntag und Ostermontag 12:00

bis 19:00 Uhr, Karfreitag geschlossen

www.kuchlbauer.de

30. April: Saisonstart der Kelheimer

Ausflugs-Schifffahrt

mit großem Eröffnungs-Feuerwerk und

Musik www.schiffahrt-kelheim.de

Tel: 09441 5858

jeden 1. Sonntag im Monat:

Deutsches Hopfenmuseum,

öffentliche Führung mit Bierprobe

11:00 Uhr · Bierseminare zu verschiedenen

Themen www.hopfenmuseum.de ·

Museums-Shop auch online: www.hopfenladen.de

Aktuelle Hinweise finden Sie in

den Veranstaltungskalendern

online:

www.hopfenland-hallertau.de

(„Aktivitäten“)

www.tourismus-landkreis-kelheim.de

(„Veranstaltungen“)

www.hallertau.info („Termine")

www.freising.de („Veranstaltungskalender")

Naturfreunde: Veranstaltungen des Landschaftspflegeverbandes

Kelheim unter

www.voef.de

Adressen:

Bauernhofmuseum Mießlinger in

Osterwind

Osterwind 1· 84076 Pfeffenhausen

Tel: 08782 1073 www.naturlandhofosterwind.de

Buch „Die Farben der Hallertau“

michi.miesslinger@web.de

Links zu Empfehlungen im Artikel

„Baumsucher"

www.walderlebnispfad-freising.de

(Rundweg im Freisinger Forst)

www.weltwald.de (Bayerisches Landesarboretum

in Kranzberg bei Freising)

Gasthaus Siebler in Egg bei Wolnzach

Egg 9, 85283 Wolnzach

Tel: 08442 3695 · www.siebler-egg.de

Kunsthaus Abensberg

www.kuchlbauer.de

(unter „Bier und Kunst“)

hallertau-Magazin 21


St. Peter

und Paul

Freising


AUSFLUGSTIPP

Eine der schönsten Rokokokirchen Bayerns erstrahlt in neuem

Glanz. Sieben Jahre dauerte die Renovierung der Freisinger Pfarrkirche

St. Peter und Paul. Die ehemalige Klosterkirche im Stadtteil

Neustift entstand von 1751 bis 1765 nach einem Entwurf des

italienischen Baumeisters Giovanni Antonio Viscardi. Herausragende

Künstler des 18. Jahrhunderts waren an der Ausstattung

des spätbarocken Juwels beteiligt: Der wohl bedeutendste Bildschnitzer

des bayerischen Rokoko, Ignaz Günther, schuf den Hochaltar

mit den Aposteln Petrus und Paulus als auch das östliche

Seitenaltarpaar sowie Chorgestühl und Abtsitz. Bildprogramm

und Fresken stammen vom Maler Johann Baptist Zimmermann,

Stuckornamente von Franz Xaver Feichtmayr II. Die

Neustifter Kirche zählt zu den herausragenden Kunstdenk -

mälern Oberbayerns. Der Freisinger Fotograf Rainer Lehmann

hat den neuen Glanz der Kirche meisterhaft im Bild festgehalten.

Die Kirche ist ganztägig geöffnet. Der Sonntagsgottesdienst wird

um 10.00 Uhr gehalten.

Foto: Rainer Lehmann


24 hallertau-Magazin


Förster Hans-Helmut Holzner sucht in der Hallertau nach

alten Bäumen. Beruflich, privat und gerne auch mit Hilfe der

Bevölkerung. Vor einigen Jahren wurde so eine Eiche

entdeckt, die sich seit dem Mittelalter in der westlichen

Hallertau bei Aiterbach eingewurzelt hat. Mindestens 15 Generationen

haben diese Eiche bereits gekannt. Jetzt sucht

Holzner weiter – Linden, Buchen, Eiben, Tannen – und freut

sich über Hinweise.

Bäume suchen? Das ist eine ausgefallene Passion.

Was bewegt Sie?

Im Internationalen Jahr der Wälder – das war 2011 – führte ich

in meiner Funktion als Forstbeamter eine Eichen-Such-Aktion

durch. Die Resonanz war überwältigend. Überraschend viele

Menschen berichteten mir über „besondere Bäume“. Es war

faszinierend zu erfahren, wie viel Emotion Bäume bei Menschen

auslösen können. Welche Geschichten sie erzählen.

Es geht also auch um Menschen bei der Baumsuche?

Ja, ich glaube die Faszination kommt daher, ein Baumleben mit

der eigenen Geschichte zu messen: Nehmen wir einen 150 Jahre

alten Baum zum Beispiel. Als dieser Baum zu wachsen begann,

1866, da kam der Ur-Ur-Großvater aus Tirol hierher und hat eine

Schmiede gegründet. Jetzt steht auf dem gleichen Platz die

Autowerkstatt des Nachfahren. Und der Baum steht weitere 150

Jahre, was wird sich da alles entwickeln, verändern? Es waren

nicht nur „Durchmesser“, die uns damals gemeldet wurden. Meist

waren es kleine Geschichten. Von Bäumen, die regelmäßig

besucht werden bei Ausflügen oder in besonderen Lebenssituationen.

Oder von Bäumen, die zur Erinnerung an etwas oder

jemand gepflanzt wurden. Dann gibt es da auch noch die Tradition

der Hof- und Hausbäume. Es ist insgesamt sehr beeindruckend,

welche Bedeutung Bäume für Menschen haben können.

das Alter annähernd bekannt ist. So sind wir zu der Einschätzung

gekommen, dass dieser Baum bis zu 700 Jahre alt sein kann. Er hat

zwischen 1300 und 1400 zu wachsen begonnen. Interessant ist

ja auch der Standort. Früher war die Hallertau ein einziger großer

Wald. Südöstlich von Schweitenkirchen gibt es heute noch ein

Flurstück, das die Bezeichnung „Holledau“ trägt. Das habe ich im

Rahmen der Aktion damals erfahren. Die Eiche kann quasi als

Relikt dieses Urwalds gesehen werden.

[Anm. der Redaktion: der Name „Hallertau“ soll von Althochdeutsch

„Hardt“ (= Wald) und „hall“ von „helan“ (= verbergen, hehlen)

kommen, also „Hal hart“, ein Wald, der sein Inneres verbirgt, ein

wilder Urwald, dem noch der Flurname „Au“ angehängt wurde.

Nachzulesen auf Wikipedia, wo in diesem Zusammenhang auch das

besagte Flurstück erwähnt ist]

Die Eichen-Suche galt dem Landkreis Freising. Dort betreuen

Sie als Förster ca. 5.000 Hektar Wald. Aktuell interessiert Sie

aber die gesamte Hallertau?

Ja, so ist es. Das Thema fasziniert mich so, dass ich mich auch

privat damit beschäftige. Bäume suchen ist quasi zu einem meiner

Hobbies geworden.

I N T E R V I E W

Jetzt wiederholen Sie die Aktion und suchen auch mächtige

Exemplare anderer Baumarten?

Mein Kollege Bernhard Söllner und ich suchten damals explizit

nach alten Eichen. Es wurde uns aber auch eine eindrucksvolle

Linde, eine riesige Tanne und ein ineinander gewachsenes Paar

von einer Fichte und einer Kiefer gemeldet. Die mussten wir

damals schweren Herzens links liegen lassen. Jetzt wollen wir die

Aktion wiederholen und auf alle Baumarten erweitern.

Die Eiche bei Aiterbach hat einen Umfang von beinahe sieben

Metern. Bei diesen Maßen ist jedem klar: Der Baum muss

uralt sein! Aber wie alt genau? Lässt sich das feststellen?

Das genaue Alter lässt sich mittels Radiokarbon-Datierung feststellen

oder durch die Entnahme von Bohrkernen. Das eine ist aufwändig

und teuer, das andere scheidet aus, sobald im Inneren eines

Stammes Holz bereits verfault ist, was ja bei Bäumen umso mehr

der Fall ist, je älter sie sind. Im Normalfall muss man also schätzen.

Da spielen dann verschiedene Faktoren eine Rolle, vor allem der

Boden, also wie gut sind Wasser- und Nährstoffversorgung, und

die klimatischen Verhältnisse, also Wärme und Dauer der Vegetationszeit.

Manche Bäume sind vielleicht erst 50 Jahre alt und

bereits 60 cm dick. Ich habe einen Pfahl aus Tannenholz gesehen,

der hatte ungefähr 180 Jahresringe, aber kaum 20 cm Durchmesser.

Das war übrigens ein Pfahl aus dem Fundament von St. Martin in

Landshut. Wenn man bedenkt, dass die Fundamente dieser Kirche

um 1400 gebaut wurden, dann bedeutet das, dass die verwendeten

Bäume um 1200 zu wachsen begonnen hatten. Wenn wir heute,

über 800 Jahre später, so ein Baumstück in der Hand halten, dann

fühlt sich das schon außergewöhnlich an. Bei der Aiterbacher Eiche

wurden Vergleiche angestellt mit ähnlichen Bäumen, von denen

Welchen Wert hat

ein alter Baum?

Unbezahlbar, meint

Hans-Helmut Holzner,

Förster im Hallertauer

Landkreis Freising

Vielleicht wechselt der eine oder andere Geo-Cacher oder

Pokémon-Fan ja die Seiten und sucht mit! Wie denken Sie

als Förster über diese Art von Zeitvertreib in der Natur?

Ich bin neugierig. Mich interessiert die Motivation dieser Menschen.

Es kann ja sein, dass in vielen Fällen ein Interesse für Wald

und Natur vorhanden ist oder geweckt wird. Sehr wahrscheinlich

ist das sogar so. Und da sehe ich die Chance, das Verständnis um

die Zusammenhänge im Wald zu fördern. Unser Verhältnis zum

Wald ist wirklich interessant. Wald hat fast ganz Europa bedeckt.

hallertau-Magazin 25


Fotolia

Über Jahrtausende mussten die Menschen sich ihren Lebensraum

hart erkämpfen. Gleichzeitig hat der Wald gefährliche Tiere beherbergt

und – weil er so unendlich groß war – konnte man sich

darin verlieren. Mit zunehmender Entwicklung wurde der Wald

zurückgedrängt. Aus Urwald wurde Wirtschaftswald. Romantiker

machten den Wald zum Sehnsuchtsort. Dichter und Maler haben

ihn eindrucksvoll beschrieben und dargestellt. Immer lässt sich

auch ein Bezug zum Zeitgeist herstellen. Viele Menschen lieben

den Wald und die Bäume und haben ein starkes Bedürfnis, dort

Natur zu erleben, Schönheit zu genießen, Ruhe zu verspüren,

abzuschalten und dem geregelten und zweckgerichteten Alltag

zu entkommen. In der Vergangenheit wurde dieses Bedürfnis

gestillt durch Spazierengehen, Wanderungen oder ein Picknick

im Grünen. Neuerdings nun eben auch durch Aktivitäten wie

Geo-Caching und Pokémon Suche.

Welchen Wert hat ein

Baum?

O Sauerstofflieferung: 6 Tonnen Sauerstoff (Jahres -

bedarf von 10 Menschen)

O Lufterneuerung / CO 2 -Speicherung: 6,3 Tonnen

Kohlendioxid/Jahr werden gebunden

O Wasserspeicherung: entspricht einem Ministausee

inklusive Wasserregulation

O Filterfunktion: 700 kg Staub pro Jahr werden gebunden,

Reinigung von Wasser

O Temperaturdämpfung: 1.000.000 Blätter verdunsten

400 l Wasser täglich

O Bodenleben: im fruchtbaren Humus: 40 kg Bakterien,

40 kg Pilze, 17 kg Regenwürmer, Käfer und zahlreiche

weitere Bodenorganismen

O Nahrungsspender für viele verschiedene Lebewesen:

Früchte/Samen (z. B. 20.000 Bucheckern, 150 kg

Eicheln, 1.000.000 Blätter, Holz)

O Bodenfestigung (in Anbetracht von Starkregen-

Ereignisse nicht zu unterschätzen)

O Windschutz: v. a. innerhalb eines Waldbestandes

O Erholungswert, ästhetischer Wert, Inspiration,

Lebensraum ...

Basierend auf Prof. Dr. Frederic Vesters berühmter Rechnung: Der Biochemiker und Systemforscher

errechnete am Beispiel einer 100jährigen Buche einen volkswirtschaftlichen Wert von jährlich

270.000 Euro (Frederic Vester, „Ein Baum ist mehr als ein Baum“, 1986)

Wir in der Redaktion sind sehr gespannt, welche besonderen

Bäume von Ihnen gefunden werden und möchten gerne

darüber berichten. Vielen Dank für das Gespräch. Könnten

Sie unseren Lesern noch einen Tipp geben für einen Ausflug

in die Hallertauer Natur: Wo zeigt sich in Ihrem Revier der

Wald von seiner schönsten Seite?

Da bieten sich natürlich die gemischten Wälder an. Ich denke an

den Wald auf dem Schlossberg von Au in der Hallertau. Oder

westlich von Freising, im Bereich der Waldwirtschaft „Plantage“.

Dort gibt es auch einen „Walderlebnispfad“, auf dem sich viel über

den Wald als Lebensraum für alle möglichen Tier- und Pflanzenarten

erfahren lässt. Nicht weit weg davon befindet sich der

Kranzberger Forst und das ehemalige Dorf Oberberghausen.

Davon ist ein Kirchlein samt Friedhof übriggeblieben, umgeben

von Wiesen. Das ist schon eine bezaubernde Umgebung. Wiss -

begierige finden gleich in der Nähe den Weltwald. Dort werden

seit über dreißig Jahren Bäume aus Asien und Nordamerika

gepflanzt, die zu unseren klimatischen Verhältnissen passen. Wer

es ursprünglicher mag findet in der Isarau, dort wo der Semptkanal

in die Isar mündet, einen richtig wilden Wald, der fast schon an

Urwald erinnert. Dort haben Biber weite Flächen unter Wasser

gesetzt und es hat sich im Laufe der Jahre eine unglaublich vielfältige

Pflanzen- und Tierwelt entwickelt. Gespräch und Fotos:

Maité Herzog

Wer kennt einen Baum, der mindestens

eine der folgenden Anforderungen erfüllt?

Der Umfang ist größer als 4,00 m bei Laubbäumen oder

2,50 m bei Nadelbäumen

Sein Wuchs ist perfekt ausgeformt oder aber ungewöhnlich,

oder sein Standort ist außergewöhnlich.

Es ist ein seltener Baum (z. B. eine Eibe).

Mit dem Baum verbindet sich eine persönliche

Geschichte, eine Sage oder ein Ereignis.

Tipp: Dünne Schnur mit Metermarkierungen versehen und

mit auf den Spaziergang nehmen. So lässt sich der Umfang

eines Baumriesen einfach messen. Das finden auch Kinder

spannend!

Die interessantesten Bäume werden fotografiert und in

einer Ausstellung gezeigt. Ende der Suchaktion: 30.9.2017.

$

Hans-Helmut Holzner freut sich auf Ihre Nachricht:

per Post: Forstrevier Freising Nord, Herrnstr.16, 85368 Moosburg

E-Mail: hans-helmut.holzner@aelf-ed.bayern.de (Betreff: besonderer Baum)

Fax: 08761 682 199

Bitte Kontaktdaten und möglichst genaue Standortangabe des Baumes beifügen.

26 hallertau-Magazin


Fotos: Maité Herzog (Eiche), Fotolia (Uhu)

Die vermutlich älteste Eiche

im Landkreis Freising.

Als sie zu wurzeln begann,

waren Martin Luther,

Christoph Kolumbus und

Jeanne d´Arc noch nicht

geboren.

Auf ungefähr 700 Jahre

wird der Baumriese

bei Aiterbach, südlich von

Schweitenkirchen, geschätzt.

hallertau-Magazin 27


Fotolia

Rainer Lehmann

Die weltbesten Biere!

Auszeichnungen für Brauereien der Region beim European Beer Star,

einem der bedeutendsten Bier-Wettbewerbe der Welt

Die Region zwischen München und Ingolstadt weist wohl auch

deshalb eine so hohe Dichte an Brauereien auf, da hier der unmittelbare

Zugriff auf beste Rohstoffe für das Bier gewährleistet

ist: hochwertige Hopfen aus der Hallertau, Braugerste aus dem

nahen Franken sowie durch die lehmigen Böden abgeschirmtes

Tiefenwasser. Es ist daher wenig verwunderlich, dass eine ganze

Reihe von Brauereien der Region auch heuer zu den

Medaillengewinnern bei Europas bedeutendstem

Bier-Wettbewerb, dem European Beer Star, zählen,

der von den Privaten Brauereien ausgerichtet

wird. Und das trotz einer neuerlichen Rekordbeteiligung:

Mit 2.103 Bieren aus 44 Ländern

war die Konkurrenz so groß wie noch nie.

Eine 124köpfige Jury hatte all diese Biere Anfang

Oktober in der Brauakademie Doemens

(Gräfelfing) in einer Blindverkostung getestet

und die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen

in 57 Kategorien vergeben. Die begehrten

Auszeichnungen, die bei den Gewinner-

Brauereien häufig bis zu zweistellige Steigerungen

beim Bierabsatz bewirken, wurden am

9. November auf der BrauBeviale in Nürnberg

verliehen.

Richtig groß war die Freude beim Müllerbräu in

Paffenhofen, als die Nachricht aus München über die

neuerlichen Medaillengewinne einging.“ Wir sind natürlich

überglücklich, dass unsere Biere auch in diesem Jahr erneut

ausgezeichnet wurden“, so Junior-Chef Manuel Müller, „das ist

doch ein sehr nachdrücklicher Beweis für die hohen Qualitätsstandards

in unserer Brauerei.“ Gleich ein ganzer Medaillensatz

ging in diesem Jahr an Müllerbräu: Gold für das leichte

Weißbier (zum dritten Mal!), Silber für das „Hopfenland Pils“

und Bronze für „Heimer leicht“ (leichtes Helles).

Ebenfalls schon mehrfach auf den Siegerlisten des Europaen Beer

Star, der seit 2003 ausgelobt wird, finden sich der Eittinger

Fischerbräu mit seinem „Kirta Bier“ (Silber), das Landshuter

Brauhaus für das „Zwick’l Bio Bier“ (Silber) und

die Eichstätter Privatbrauerei Hofmühl, die Silber

in der Kategorie Leichtes Weißbier errang. Gleich

drei Bronzemedaillen gehen an die jungen Craft-

Brauer von Crew Republic nach Unterschleißheim

für „Barley Wine“ (Starkbier), „Smoked

Porter“ (Rauchbier) und „Munich Easy“ (Summer-Ale).

Der „Altvater Weißbierbock“ der

Regensburger Brauerei Bischofshof erhielt

ebenso die Bronzemedaille wie der Dunkle

Weizenbock „Aloysius“ der Weissbierbrauerei

Kuchlbauer. Eine erneute Bestätigung durch die

Juroren erfuhren auch das „Kloster Barock

Dunkel“ (Bronze) der Klosterbrauerei Weltenburg

und der Dunkle Weizenbock Aventinus

(Silber) der Schneider Weisse Kelheim – beide

Biere zählen kontinuierlich seit vielen Jahren zu den

Medaillengewinnern beim European Beer Star. „Erfolge

aus den Vorjahren zu wiederholen wird immer schwieriger“,

resümiert Oliver Dawid, Geschäftsführer der Privaten Brauereien,

„umso mehr spricht es für diese Biere, dass sie sich in der Blindverkostung

unserer Verkoster immer wieder durchsetzen.“

28 hallertau-Magazin


(links) Die längste Verkostertafel der

Welt: 124 Bierexperten aus 30 Ländern

verkosteten die 2.103 eingereichten Biere.

INTERVIEW

mit Oliver Dawid, Geschäftsführer der Privaten Brauereien Bayern e.V.,

Ausrichter des European Beer Star

Bei der Premiere 2003 wurden 276 Biere eingereicht.

In diesem Jahr wurden 2.103 Bieren aus

aller Welt eingeschickt. Wie erklärt sich die

Erfolgsgeschichte des European Beer Star?

Unser Verband hat frühzeitig erkannt, dass

sich wieder immer mehr Brauereien auf

handwerkliche Braukunst zurückbesinnen,

dass traditionelle, aber häufig vergessene

Bierstile wiederbelebt werden, dass Biere

abseits des Mainstream großer internationaler

Marken an Beachtung gewinnen.

Wir haben mit dem European Beer Star

den Nerv vieler Brauer getroffen, die,

(auch) angetrieben von der Craft-Bier-

Bewegung in den USA, neue Wege beschreiten,

um sich im Wettbewerb zu behaupten.

Dazu kommt das unverwechselbare Profil

unseres Wettbewerbes: Eine mit internationalen

Fachleuten besetzte Jury bewertet

die Biere in einer Blindverkostung nach

klaren, nachvollziehbaren Kriterien, wie

sie jeder Konsument kennt: Farbe,

Oliver Dawid

Schaum, Geruch, Geschmack. Es gibt

beim European Beer Star auch nur je eine

Gold-, Silber oder Bronzemedaille je

Kategorie. Wettbewerbe, die ein Füllhorn

von Auszeichnungen an die Brauereien

ausschütten, fehlt es demgegenüber an

Reputation und Glaubwürdigkeit. Unser

European Beer Star ist heute neben dem

World Beer Cup (USA, alle zwei Jahre) die

begehrteste Auszeichnung der internationalen

Brauwelt. Die jährlich steigenden

Teilnehmerzahlen belegen dies ebenso wie

der Medaillenspiegel, der heuer erstmals

von US-Brauereien angeführt wird.

Welche Ziele verfolgt Ihr Verband mit der Ausrichtung

dieses internationalen Wettbewerbes?

Der European Beer Star soll dem Konsumenten

die große Vielfalt handwerklich

gebrauter Biere aufzeigen. Wir wollen

dazu beitragen, dass neue oder wiederentdeckte

Bierstile Interesse wecken.

Offen sein für Neues – so lautet unsere Devise.

Gleichzeitig besitzen traditionelle Werte wie Qualität und

Zuverlässigkeit für uns immer Gültigkeit.

Denn wir sind unseren Pflanzern und Brauern gleichermaßen

verpflichtet – vom Hopfenanbau über die Veredelung bis zur

Logistik und Forschung.

Mit Service und Beratung wollen wir unseren Partnern

noch ein Stück näher sein.

Der richtige Nährboden für gemeinsamen Erfolg.

WIR SIND UNSEREN KUNDEN VERPFLICHTET.

WELTWEIT.

HOP SALES

EUROPA

HOPSTEINER ® – WIR BERATEN SIE GERNE

Auhofstrasse 18

D-84048 Mainburg, Germany

Tel +49 (0) 87 51-86 05-0

Fax +49 (0) 87 51-86 05-80

Email: info@hopsteiner.de

WWW.HOPSTEINER.DE

hallertau-Magazin 29


Die Gewinner des European Beer Star 2016 aus der Region

Müllerbräu Pfaffenhofen

Eittinger Fischerbräu, Eitting

Landshuter Brauhaus

Privatbrauerei Hofmühl, Eichstätt

Weisses Bräuhaus G. Schneider, Kelheim

Weißbier Leicht Hopfenland Pils Heimer Leicht

Eittinger Kirta Bier

Zwick’l Bio-Bier

Weissbier Leicht

TAP 6 Mein Aventinus

Crew Republic, Unterschleißheim

Barley Wine

Munich Easy

Smoked Porter

Brauerei Bischofshof, Regensburg

Altvater Weissbierbock

Brauerei zum Kuchlbauer, Abensberg

Kuchlbauer’s Aloysius

Klosterbrauerei Weltenburg

Kloster Barock Dunkel

Gold Silber Bronze

Es gibt so viele tolle Biersorten neben den

bei uns dominierenden Stilen Hell, Weißbier

und Pils. Wir haben deshalb inzwischen

57 Kategorien von Bieren, die ihren Ursprung

in der europäischen Brautradition

haben. Ich denke, dass wir mit diesem Wettbewerb

einen guten Anteil daran haben,

dass dieses aufwändig erzeugte Lebensmittel

Bier auch bei uns wieder einen höheren

Stellenwert beim Verbraucher genießt.

Gibt es denn Teilnahmebeschränkungen, z. B.

für Industriebrauereien?

Aber nein. Natürlich schicken auch

große internationale Brauereien ihre

Biere beim European Beer Star ein. In

diesem Jahr haben wieder einige Großbrauerein

wie beispielsweise Carlsberg

Medaillen gewonnen. Aber sicherlich

stammt das Gros der eingereichten

Biere von mittelständischen Brauereien,

die einfach individueller und experimenteller

an die Sache herangehen.

Unter den Auszeichnungen finden Sie

daher viele ganz kleine Brauereien, die

ihr Bier nur um den Schornstein vertreiben.

Wenn die eine Goldmedaille

beim European Beer Star gewinnen,

sind sie häufig nach wenigen Tagen ausverkauft

Warum gibt es gerade in unserer Region so viele

erfolgreiche Brauereien?

Im Bierland Bayern gibt es überall großartige

Biere. In Franken natürlich, das

immer noch die größte Dichte an

Brauereien aufweist. In Niederbayern

und im Oberland ist neuerdings wieder

viel Bewegung in der Brauer-Szene. Das

Hopfenland Hallertau bietet natürlich

beste Möglichkeiten. Ich weiß von ausgezeichneten

Brauereien in der Region,

die immer noch ihren eigenen Hopfen

anbauen.

Das Gespräch mit Oliver Dawid führte

Alexander Herzog

Brautradition seit 1300

kuchlbauer.de

Brauerei zum Kuchlbauer GmbH & Co KG

Römerstr. 5-9 · 93326 Abensberg

Telefon: 09443 9101-0

30 hallertau-Magazin


unser Wochenmagazin für die ganze Hallertau mit den lokalen Zusatzmedien



DER GEISENFELDER

der tägliche Erlebniskanal der Hallertau

druckhaus kastner verlagshaus kastner Internethaus software factory die agenturen

KASTNER AG – das medienhaus · Schloßhof 2 – 6 , 85283 Wolnzach · Tel. 08442 / 9253 - 0, Fax 08442 / 2289 · www.kastner.de

Wir haben eine große Auswahl an Spezialbieren

sowie alles für Ihre Feier – von der Sitzgarnitur

bis zum Durchlaufkühler!

Nandlstädterstraße 6 · 85395 Attenkirchen · Telefon 08168-96096 · www.getraenke-nieder.de

31 hallertau-Magazin

Wir freuen uns auf Sie!

Hildegard und Bernhard Nieder

hallertau-Magazin 31


Die Hohenthanner

Braumeister brauen mit

frischen Hopfendolden.

Das Ergebnis kann sich

schmecken lassen

Der von kreativen US-Brauern geprägte

„Craft-Bier-Trend“ hat die Wahrnehmung von

Bier deutlich verändert. Alte Bierstile werden

wiederentdeckt, neue Kreationen entstehen.

Weltweit. Das erfreut die Hopfenpflanzer, denn

eines haben fast all diese neuen Biere gemeinsam:

Sie sind sehr viel stärker gehopft als die

klassischen Biersorten Helles, Pils und Weißbier,

die bei uns vorwiegend nachgefragt

werden. Die Verbindung von Tradition und

Moderne funktioniert in Hohenthann scheinbar

besonders gut: Mehrfach konnten der

Junior-Chef der Brauerei, Johannes Rauchenecker,

und seine Braumeister Thomas Hämmerl

und Sebastian Felsl in den vergangenen

Jahren begehrte Auszeichnungen für ihre

Biere, u. a. beim European Beer Star, erringen.

Seit vergangenem Sommer setzt die Schlossbrauerei

Hohenthann aus der gleichnamigen Gemeinde am östlichen

Rand der Hallertau auch auf dieses junge Segment und

nennt sie „Hallertauer Craft-Biere“ – alle nur temporär verfügbar.

Den Anfang machte die „Blau Weisse“ mit fruchtbetonten Hopfensorten

und das Kellerbier „Polarsommer“. Seit kurzem gibt es

wieder das „Grünhopfen“, ein Bier Pilsener Brauart, das – Nomen

est Omen – mit frischem, grünen Hopfen eingebraut wird! Eine

absolute Rarität, denn ganz überwiegend verwenden Brauereien

heute Pellets oder zu Extrakt verarbeiteten Hopfen.

Ende August ernteten die Braumeister Hämmerl und Felsl in

einem Hopfengarten bei Hohenthann rund 170 Kilogramm der

Sorte „Hallertauer Mittelfrüher“ und brachten diesen erntefrisch

zur Brauerei, wo der Hopfen in drei Gaben der Bierwürze im Sudhaus

zugesetzt wurde: zu Kochbeginn, in der Mitte des Kochprozesses

und am Kochende. Die Hopfengabe lag bei 1,7 Kilogramm

je Hektoliter, was dem Mehrfachen der üblichen Dosis entspricht.

„Der grüne Hopfen bildet beim Brauprozess kräuterartige,

blumige, grasige Noten aus“, erläutert Johannes Rauchenecker,

„das macht den unverwechselbaren Charakter dieses Bieres aus.“

Rainer Lehmann

Mehrfach ausgezeichnet:

Thomas Hämmerl (li.) und Sebastian

Felsl, die Braumeister der

Schlossbrauerei Hohenthann.

Junior-Chef Johannes Rauchenecker (li.)

schwört auf Hopfen aus der Hallertau.

In seinem „Grünhopfen“-Bier kommen

die Sorten „Hallertauer Mittelfrüher“

und „Mandarina Bavaria“ zum Einsatz.

Nach rund eineinhalbstündiger Kochung wanderte das Bier für

rund vier Wochen in die Lagertanks, ehe dann eine Kalthopfung

mit der Hallertauer Hopfen-Aromasorte „Mandarina Bavaria“

erfolgte, die dem Bier ausgeprägte Zitrusfruchtnoten verleiht.

Das „Grünhopfen“ gibt es nur in der 0,33l-Flasche. Lediglich 100

Hektoliter wurden eingebraut. Nachdem die Nachfrage nach

diesem Bier alle Erwartungen der Schlossbrauerei übertrifft, wird

das grüngehopfte Bier wohl auch nicht allzulange in den Getränkemärkten

der Region zu finden sein. Ranhalten. Es lohnt sich!

ah, Fotos: Mauricio Dreher (2)

32 hallertau-Magazin


Schon mal

Sommerträume

zu Weihnachten verschenkt?

TOURISMUS

IM LANDKREIS PFAFFENHOFEN A.D.ILM

Schenken Sie Ihren Liebsten zu Weihnachten

mit der Dauerkarte der Gartenschau Pfaffenhofen

doch 89 Tage Blütenpracht, Sommergenuss

und Traumevents für 55 Euro/VVK.

DIE GARTENSCHAU

ZUM ANFASSEN

24. Mai - 20. August 2017

Pfaffenhofen an der Ilm

www.gartenschau-pfaffenhofen.de

Kommunalunternehmen Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm

Spitalstraße 7 · 85276 Pfaffenhofen a.d.Ilm

Tel.: 08441 40074-40 · Fax: 08441 40074-41 · info@kus-pfaffenhofen.de

www.kus-pfaffenhofen.de

BEER

SCHREINEREI

Individuelle Küchen und

Möbel aus eigener Fertigung

www.schreinerei-beer.de

Badendorf 6, 85395 Wolfersdorf

Gerne können Sie Weihnachtsganserl

(24., 25. und 26. 12. mittags) zum Mitnehmen

vorbestellen.

... Griaßdi – das ist ein Wirtshaus.

Für Denker und Schaffer,

für Geschäftemacher und Gemütliche,

für Lenker und Träumer,

für Schlemmer und Schorletrinker,

für Leise und Kracherte.

Griaßdi im WEISSBRÄU HUBER!

Herzlichst, Reinhard und Christine Wagner und Mitarbeiter

General-von-Nagel-Str. 5 · 85354 Freising

Telefon: 08161 548686 · wagner@huberweisse.de · www.huberweisse.de

hallertau-Magazin 33


N

Gartenschau Natur 2017 in Pfaffenhofen

Schmetterlinge

N

und Blumen

an der Ilm

Im kommenden Jahr findet die Gartenschau

Natur vom 24. Mai bis 20.

August in Pfaffenhofen statt. Zentrumsnah

auf einer ehemaligen Brachfläche

sowie entlang der Ilm entstehen bis zum

Frühjahr 2017 attraktive Flächen und Installationen.

Auf dem Volksfestplatz wird

der großzügige Ausstellungsbereich nicht

nur ausgewiesene Gartenfreunde an -

ziehen. Noch prägen Maschinen und

Landschaftsgärtner das Erscheinungsbild,

aber weite Teile des Bürgerparks sowie

die Flächen um die renaturierte Ilm entlang

des Sportparkes sind bereits in ihrer

Ausprägung ganz gut erkennbar. „Wenn

es überall summt, schwirrt, tanzt und

lacht“ haben die Veranstalter als Motto

der Gartenschau gewählt.

Das hallertau-Magazin hat sich mit den

„Macherinnen“ über Programm, Erwartungen

und Zielsetzungen der „Gartenschau

zum Anfassen“ unterhalten: mit

Eva Linder (Geschäftsführerin der Durchführungsgesellschaft

Natur in Pfaffen -

hofen), Andrea Stolberg (Marketing,

Öffentlichkeitsarbeit) und Eva Berger

(Veranstaltungsprogramm).

Welche Bedeutung hat die Gartenschau

für die Stadt Pfaffenhofen?

Linder: Die anlässlich der Gartenschau angelegten

Grünflächen sind ein enormer

städtebaulicher Gewinn für Pfaffenhofen.

Dieser hohe Freizeit- und Erholungswert,

z. B. des neuen, zentrumsnahe Bürgerparks,

bleibt ja über die Gartenschau

hinaus erhalten. Ohne die Gartenschau

wäre diese erfreuliche Entwicklung für

Pfaffenhofen kaum realisierbar gewesen ...

Stolberg: ... entsprechend hoch ist die Zustimmung

in der Stadt. Die Bürger freuen

sich auf die Gartenschau und sind stolz

auf ihre Stadt. Die Gartenschau war

» Wenn es überall

summt, schwirrt, tanzt

und lacht ... «

übrigens auch Teil des Konzeptes, für das

die Stadt Pfaffenhofen mit dem Deutschen

Nachhaltigkeitspreis der Allianz

Umweltstiftung ausgezeichnet wurde.

Berger: Wir spüren das auch an der Bereitschaft

vieler Vereine und Institutionen,

sich bei unserem Veranstaltungsprogramm

mit eigenen Angeboten einzubringen.

Das freut uns sehr, denn wir wollen in

Pfaffenhofen eine Gartenschau zum Mitmachen

und Anfassen präsentieren.

Welche Erwartungen und welche Effekte

sind damit verknüpft (unmittelbar,

mittelbar)?

Stolberg: Wir erhoffen uns in den drei

Monaten natürlich viele Besucher, die

von der Gartenschau begeistert sind und

das weitererzählen. Die Kalkulation beruht

auf 300.000 Besuchern. Unsere vielfältigen

Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen

werden auch über die Gartenschau

hinaus einen Imagegewinn für

Pfaffenhofen erzielen. Dazu tragen sicherlich

auch die Kooperationen mit Galabau

(Verband der Landschaftsgärtner), dem

Bayerischen Fernsehen und der Deutschen

Bahn bei. Wir wünschen uns, dass

möglichst viele Besucher für die Anreise

die Bahn benutzen.

Linder: Spannend für uns bleibt die Erwartung,

inwieweit es uns gelingt, die „Münchner“

für die Gartenschau vor ihrer Haustür

zu interessieren. Bei unseren sehr moderaten

34 hallertau-Magazin


INTERVIEW

Eintrittspreisen und dem vielfältigen Programmangebot

ist die Gartenschau in

Pfaffenhofen ein ideales Ausflugsziel für

Familien – zumal Kinder freien Eintritt

genießen. Nimmt man die Bevölkerungszahl

als Maßstab, dann ist unser Bürgerpark

im Gartenschau gelände im Vergleich

genauso groß wie der Englische Garten in

München!

Was sind so die Highlights, auf die sich

Besucher freuen dürfen?

Berger: Wir haben eine ganze Menge an

Attraktionen zu bieten! Im Bürgerpark

etwa den Froschkönig-Spielplatz, die

Musikwiese mit kleiner Bühne, den Hopfenturm

oder das Grüne Klassenzimmer.

Im zentralen Ausstellungsbereich (Festwiese)

werden sich Blumenliebhaber an

den Themengärten und wechselnden

Blumenschauen erfreuen. Absolut einzigartig

für eine Gartenschau ist unser

Schmetterlingshaus mit zahlreichen tropischen

Schmetterlingsarten.

Dazu kommen rund 1.500 ganz unterschiedliche

Events in den drei Monaten

Laufzeit: von Live-Konzerten über das

Kinder-Kulturfestival, den Straßenkunsttagen

oder dem Tanzboden-Fest bis zum

Open-Air-Kino. Alle Veranstaltungen

sind mit dem Erwerb der Eintrittskarte

gratis!

Linder: Das Veranstaltungsangebot ist

auch ein Anreiz, sich eine Dauerkarte zu

kaufen. Bei einem Preis von 55 Euro für

eine Dauerkarte kommt man gerade mal

auf 63 Cent am Tag. Das Angebot werden

viele – nicht nur Pfaffenhofener nutzen.

Wir wissen von anderen Gartenschauen

in Bayern, dass es tatsächlich eine Gruppe

von Interessierten gibt, die jeden Tag

kommen!

Was passiert mit dem Gartenschau-

Gelände nach Ende der Schau?

Stolberg: Einen Rückbau wird es nur dort

geben, wo es unerlässlich ist. Das zentrale

Ausstellungsgelände auf der Festwiese

müssen wir komplett räumen. Wir haben

dafür gerade mal vier Wochen, ehe das

Pfaffenhofener Vollksfest dort stattfinden

wird.

Linder: Der Bürgerpark und der Park entlang

der Ilm werden bleiben. Dort werden

nur temporäre Bauten wie Zelte oder

Sonnensegel demontiert. Sogar der Biergarten

im Bürgerpark soll über die Gartenschau

hinaus Bestand haben. Erstmal

aber haben wir noch eine ganze Menge

zu tun, ehe die Gartenschau in Pfaffenhofen

Ende Mai eröffnen kann. Das

Interview führte Alexander Herzog, Fotos

Gabi Hartmann (soweit nicht anders angegeben)

Gartenschau Natur 2017

Pfaffenhofen an der Ilm

24. Mai bis 20. August 2017

• Gelände im Stadtgebiet mit

drei Kernbereichen:

Ilminsel / Bürgerpark / Sport- und

Freizeitpark

• Ausstellungsgelände Volksfestplatz

• Eintritt:

- Tageskarte Erwachsene € 13,–

- Kinder in Begleitung Erwachsener

frei!

- Dauerkarten von € 10 bis 55,-

(im Vorverkauf)

www.gartenschau-pfaffenhofen.de

Eva Berger

Eva Linder

Andrea Stolberg

hallertau-Magazin 35


Der Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm

als Aussteller auf der regionalen bayerischen Gartenschau

Das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung

Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm

(KUS) ist ein 100%iges Tochterunternehmen

des Landkreises Pfaffenhofen. Das KUS

ist Ansprechpartner für Unternehmen bei

allen standortrelevanten Themen. Außerdem

gilt der Fokus des KUS den Bereichen

Freizeit, Erholung & Tourismus.

Das hallertau-Magazin hat sich mit

Svenja Trzcinski, Bereichsleiterin beim

KUS für Freizeit, Erholung & Tourismus,

über den Stellenwert der Gartenschau

Pfaffenhofen unterhalten.

Lebenswertes

Pfaffenhofen:

der Wochenmarkt

Die Gartenschau ist eine Veranstaltung

der Stadt Pfaffenhofen. Wie ist denn der

Landkreis in die Veranstaltung mit eingebunden?

Der Landkreis Pfaffenhofen wird sich als Aussteller auf

dem Volksfestplatz präsentieren. Zusammen mit dem

Kreisverband für Gartenbau und Landespflege wird

eine gemeinsame, 520 Quadratmeter große Stand -

fläche auf dem zentralen Ausstellungsgelände bespielt

und unter dem Oberbegriff „Heimat“ gestaltet.

Die Organisation des Landkreisauftrittes und die

Koordination des Programms liegt bei uns.

Um ansprechende und abwechslungsreiche zwölf

Wochen Gartenschau zu entwickeln und den Besuchern

die Vielfalt des Landkreises aufzuzeigen, werden

sich Landkreisgemeinden, Abteilungen der Verwaltung

sowie touristische Partner wie Direktvermarkter,

Sehenswürdigkeiten oder Freizeiteinrichtungen wochenoder

tageweise im Landkreispavillon präsentieren.

Wir wollen die Besucher dort auch für weitere sehenswerte

Plätze im Landkreis interessieren.

Was erwarten Sie sich von dieser Präsentation?

Da die Gartenschau nicht nur für die Besucher gedacht

ist, sondern ebenso als langfristiger Erholungs- und

Aktivraum der Landkreisbürger dient, nutzt auch

der Landkreis Pfaffenhofen die Chance, sich den

über 300.000 erwarteten Besuchern (von nah und

fern) auf der Gartenschau vorzustellen. Regional

bedeutsame Ereignisse wie eine Gartenschau

beflügeln Tourismus, Hotellerie, Gastronomie und

Einzelhandel. Aber nicht nur während der drei

Monate im Jahr 2017: Wer im Rahmen eines

Gartenschaubesuches unseren Landkreis kennenlernt,

kommt sehr wahrscheinlich als Ausflügler

oder Urlauber wieder. Man kann folglich von

nachhaltigen positiven Effekten für den Tourismus

aus gehen.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der

selbstständigen Betreibergesellschaft

konkret aus?

Die Zusammenarbeit mit der „Natur in PAF GmbH“

ist sehr eng. Wir treten gemeinsam bei Messen auf

und führen Marketingaktionen durch. Vieles ist

schon angestoßen, z.B. im Hinblick auf die Ansprache

von Reiseveranstaltern. Wir wollen die Betreibergesellschaft

dabei unterstützen, möglichst viele

Besucher für die Gartenschau in Pfaffenhofen zu

gewinnen.

Bierwelt


Mit der Familie einen traditionellen

bayerischen Sonntagsbraten genießen?

Bei Ludwig Siebler in Egg bei Wolnzach

sind Sie richtig! Und sogar zu unkonventionellen

Zeiten, denn der Gastwirt

und Metzger bietet durchgehend warme

Küche an.

Ludwig

Siebler

hallertau-Magazin 37


Der Autofahrer, der auf der Staatsstraße von Au (im Landkreis

Freising) nach Wolnzach (im Landkreis Pfaffenhofen)

unterwegs ist, passiert nicht nur eine Landkreisgrenze,

er quert auch einen der attraktivsten Flecken der Hallertau.

Hier ist die tertiäre Hügellandschaft besonders stark ausgeprägt:

Nach meist waldbedeckten Erhebungen öffnen sich kleine Täler,

die von besonders zahlreichen Hopfengärten dominiert werden.

Kleine Orte und Weiler lassen sich hier entdecken, die Namen

tragen wie Grubwinn, Weingarten (mitten im Hopfenland!),

Wilhelm, Barthhof, Buch und Egg. Letzteres Dorf sei all jenen ans

Herz gelegt, die beim Begriff „Landgasthof“ nicht an Jodelarchitektur,

Reisebus-Einkehr oder Konvektomaten-Küche denken.

Sondern an einen gastlichen, authentischen Ort zum Wohlfühlen.

Wie an den Landgasthof Siebler eben.

Wenn man ihn findet. Er ist zwar leidlich gut ausgeschildert,

aber nicht wenige fahren versehentlich an dem Gehöft vorbei,

dessen Ursprung bis ins 14. Jahrhundert zurückgehen soll.

Durch ein Tor passiert man den Dreieckshof, wo Antonie und

Michael Siebler noch bis kurz vor der Jahrtausendwende Hopfen

anbauten und Schweine züchteten. Von den drei Söhnen verblieb

nur Ludwig (45) auf dem Hof. Der hatte Metzger gelernt

und bei verschiedenen namhaften Betrieben in Deutschland

gearbeitet, die auch hochwertiges Catering anbieten. So entstand

bei Ludwig („wollte eigentlich nicht Gastronom werden“) die

Idee, seine Fähigkeiten in der Fleisch- und Wurstverarbeitung im

eigenen Gasthof einzubringen.

Seit 1992 gibt es den Landgasthof

Siebler nun schon.

Die schmucke, unprätentiöse

Gaststube ist im ehemaligen

Kuhstall untergebracht, dessen

Kreuzgewölbe dem Raum eine

heimelige Atmosphäre verschafft

– getoppt von einem

mächtigen Bullerofen gleich

neben der Theke. Aus der

einstigen Scheune wurde ein

uriger Theatersaal (mit regelmäßigen

Aufführungen des

Theatervereins Geroldshausen),

der bei Veranstaltungen

mehr als 100 Personen Platz

bietet. Ungefähr genauso viele

Gäste bringt Ludwig Siebler

auch auf seiner geschützten

Sonnenterrasse unter.

Wurstspezialitäten mit Hopfen

Neben dem Landgasthof betreibt er eine

Hofmetzgerei, in der er neben der Produktion

von Fleisch- und Wurstwaren, die in

der Küche des Landgasthofes zubereitet

werden, noch eine besondere Hallertauer

Spezialität anbietet: Vor rund 18 Jahren hat

der pfiffige Metzgermeister damit begonnen,

das „grüne Gold“, den Hopfen, zur Herstellung

von Schinken, Bratwürsten, Leber- und

Mettwurst, Salami oder Kamin wurzen zu

verwenden. Auf 13 dieser „würzigen“ Hopfen-Produkte

hat Siebler inzwischen ein Patent.

Der Verkauf („ausschließlich ab Hof“)

läuft bestens, verlässt doch kaum ein Besucher

den Gasthof, ohne von diesem exklusiven

Angebot etwas mitzunehmen.

38 hallertau-Magazin

Ludwig Siebler verwendet

Hopfen bei der Herstellung

von Schinken- und Wurstprodukten.

Auf 13 seiner Hopfenprodukte

hält der 45-Jährige

sogar ein Patent.

Wenn der Metzger gleichzeitig den Küchenchef gibt, ist die Speisekarte

wenig verwunderlich stark fleischlastig. Es gibt zwar

immer auch vegetarische Angebote, aber am meisten werden

beim „Siebler z’Egg“ Schweinsbraten, Schweinshaxn, Span -

ferkel, Enten oder Wildgerichte nachgefragt. An Sonn- und Feiertagen

gibt es eine kleine, feine Karte mit Tagesspezialitäten.

Darunter auch regelmäßig die „Hopfenspezialitäten“ in einer

Qualität und zu Preisen, die den Landgasthof längst zu einem

beliebten Ausflugsziel selbst für Münchner, Ingolstädter oder

Regensburger gemacht haben. „Viele Gäste verbinden den Besuch

bei uns mit einer Radltour“, erzählt der Gastwirt-Metzger, „die

traumhafte Umgebung ist dafür ja wie geschaffen.“

Durchgehend warme Küche

Aus der Region kommen die Rohstoffe, die verarbeitet auf dem

Teller der Gäste landen. Wild bezieht Siebler aus der Jagd von Egg,

das Fleisch von landwirtschaftlichen Betrieben der Nachbarschaft

und von seinem Bruder, der bei Freising einen Hof bewirtschaftet.

„Für unser Konzept ist das entscheidend“, versichert Siebler, „wir

setzen auf Ehrlichkeit und auf Glaubwürdigkeit, das wissen

unsere Gäste zu schätzen.“

Neben dem „normalen“ Geschäftsbetrieb in Metzgerei und

Gasthaus mit ganztägiger (!) warmer Küche wird der Landgasthof

gerne für Firmen- und Familienfeiern gebucht. Darunter renommierte

Unternehmen und bekannte Persönlichkeiten. Die Sieblers

erinnern sich z. B. gerne an den Besuch des damaligen

bayerischen Ministerpräsidenten

Günter Beckstein,

der zur Hochzeitsfeier seiner

Sekretärin in Egg weilte.

Ganz besonders beliebt bei

den vielen Stammgästen sind

die saisonalen Schmankerl

oder traditionelle Angebote:

ab Kirchweih gibt es frisch

zubereitete Gänse und Enten;

immer samstags auf Vorbestellung

(ab 10 Personen)

ein Kessel fleischessen. Eine

Institution sind die Weißwurstessen

am 24. Dezember

und an Sylvester, wenn der

Saal ab 8.00 Uhr morgens bis

auf den letzten Platz gefüllt

ist. Danach gönnt sich Ludwig

bis zum Dreikönigstag die

einzige Auszeit des Jahres. Eine arg kurze Zeit

zum Verschnaufen – auch für seine Eltern,

die ihn im Ausschank und Service unterstützen.

Senior Michael Siebler, der sich schon

mal zu Gästen auf ein Gespräch an den

Tisch setzt, hat die Idee seines Sohnes,

einen Landgasthof einzurichten, von Anfang

an mitgetragen. Die schwere Arbeit

auf dem landwirtschaftlichen Betrieb wollten

er und seine Frau Antonie nicht mehr

leisten, aber im Landgasthof packen sie tatkräftig

mit an. Dem Hopfen weine er keine

Träne nach, betont der Senior, „Auch

wenn’s heuer wieder alle jubeln, kann es

nächstes Jahr schon ganz anders sein. Der

Hopfen ist ein Tropf!“

Lehmann

ah, Fotos: Rainer


Zwischenlandung in Egg:

Wenn Pferdeflüsterer Bill aus

den USA einfliegt, um

deutschen Pferdefreunden

das „Western Riding“ zu lehren,

stärkt er sich vor der Weiterfahrt

erst einmal bei seinen

Freunden, den Sieblers in Egg.

Privat

Antonie und Michael Siebler

unterstützen ihren Sohn

Ludwig in der Gastronomie.

Nicht zuletzt deshalb sind

durchgehende Öffnungszeiten

möglich. Früher haben

die Sieblers den Hof als Landwirtschaft

geführt.

hallertau-Magazin 39


Rezept

Gebratene Rehschnitzel

mit Haselnusskruste á la Siebler

Zubereitung:

Zutaten für 4 Personen:









4 Rehschnitzel

100 g Paniermehl

50 g grob gemahlene Haselnüsse

2 Eier

50 g Mehl

Pfeffer

Salz

Butterschmalz

Die Rehschnitzel zwischen Küchenfolie legen und

leicht plattieren. Paniermehl und Eier in separate

Schalen geben. Die Eier verquirlen, das Paniermehl

mit gemahlenen Haselnüssen vermengen.

Die Schnitzel etwas salzen und pfeffern. Erst in

Mehl wenden, dann durch die Eiermasse ziehen

und zum Schluss im Paniermehl wälzen. Panade

etwas andrücken.

Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die

Schnitzel darin einige Minuten goldbraun braten.

Die Schnitzel mit Bratkartoffeln und Preiselbeeren

servieren.

Gutes Gelingen wünscht Ihnen Familie Siebler!

Tipp für Ausflügler:

Jeden Freitag frische hausgemachte Weißwürste ab 9.00 Uhr

(2 Stück mit Breze 3,00 €)

Auf Vorbestellung ab 4 Personen kocht Ludwig Siebler ein

urbayerisches Bierbratl (8,90 € je Person): das ist ein knusprig

gegrilltes, mageres Wammerl in einer Dunkelbiersoße.

Dazu gibt es einen Hopfenzupfersalat (Kartoffel-Endivien-Salat)

und eine ofenfrische Breze.

Auf Vorbestellung gibt es des Weiteren:

Flugente aus bayerischer Freilandhaltung mit Knödel, Kraut und

Salat (13,90 € je Pers.)

Kalbshaxe mit Kartoffelsalat, Krautsalat und Semmelknödel

(11,90 € je Pers.)

Spanferkelbraten oder eine Portion Schweinshaxn in Dunkelbiersoße

mit Knödel und Kraut (9,90 € je Pers.)

Als Vegetarier unterwegs in der Hallertau?

Gastwirt Ludwig Siebler ist als Metzger natürlich auf Fleischgerichte spezialisiert.

Vegetarier melden sich besser an. Beim Testen (anonym und

unangemeldet) wurde trotz vollbesetztem Biergarten vegetarisch

bereitet: frisches Gartengemüse mit Bandnudeln und Pfifferling-

Sahnesoße.


Der ideale Ort für den

schönsten Tag in Ihrem Leben!

pixelio.de/Ekaterina Benthin

Großer Festsaal · mehrere getrennte

Gastzimmer · ausreichend Parkplätze

Huberhof Airischwand

Der besondere Gasthof in idyllischer Umgebung!

Fam. Selmayer · Airischwand 5 · 85405 Nandlstadt

Telefon: 08756 1276 · Telefax: 08756 1260

huberhof@airischwand.de · www.airischwand.de

Termin vormerken:

26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag): Mittagsbuffet (ab 12 Uhr)

Wir wünschen ein gutes neues Jahr 2017!

Hier könnte Ihre Anzeige stehen ...

Interessiert? Wir beraten Sie gerne!

Tel. 08168 42999-50 oder

redaktion@hallertau-magazin.de

Wirtshaus Catering Kochschule

WIR FREUEN UNS AUF IHREN BESUCH

Lust Teil des

Teams zu werden?

Wir suchen aktuell

Kellner/in in Teil oder Vollzeit

einfach anrufen.

hallertau-Magazin – alle Ausgaben auch online lesbar:

www.hallertau-magazin.de

Wir verführen Sie!

Auf unseren Stadtführungen erfahren Sie die

Geschichte hinter der Geschichte und alles über

Ihre Lieblingsorte der ältesten Stadt an der Isar:

Altstadtrundgang jeden Samstag um 11 Uhr

Treffpunkt: Touristinformation

Kurze Domführung jeden Sonntag um 12 Uhr

nach der Hl. Messe, Treffpunkt: Vorhalle Dom

Öffentliche Führungen ohne Anmeldung.

Änderungen vorbehalten.

Das Programm zu den Stadtführungen senden wir

Ihnen gerne zu und steht als Download bereit.

Familie Christodoulou

Untere Hauptstraße 1 · 84072 Au i. d. Hallertau

Telefon 0 87 52 / 86 90 392 · www.onassis-au.de

Schöne Gartenterrasse!

Täglich geöffnet: 11:30–14:00 / 17:30–23:00 (warme Küche)

41

hallertau-Magazin

Touristinformation Freising • 85354 Freising

Tel. 08161/54-44111 • www.tourismus.freising.de

hallertau-Magazin 41


HALLERTAUER

BIERE

Christian Hermann, Bernhard

Nieder, Thilo Steindorf und

Alexander Herzog (v.l.n.r.) verkosten

besondere Hallertauer Biere

In dieser Rubrik stellt das hallertau-Magazin

jeweils drei Bier-Besonderheiten vor:

z. B. besonders gehopfte, temporär

erhältliche, prämierte oder erstmals

gebraute Biere.

„Schyrengold“

Klosterbrauerei Scheyern

Alkohol: 4,8 Vol. · Stammwürze: 11,1

Besonderheit: naturtrübes Landbier

Farbe/Optik: naturtrüb, goldbraun, wenig stabiler

Schaum

Geruch: leicht schwefelig, starker Kellergeruch

Hopfenaroma: kaum vernehmbar

Vollmundigkeit: malzig, leichte Bittere

Rezenz: angenehm

Gesamteindruck:

nicht sehr überzeugend; eigentlich unerklärlich,

kommen doch sonst vorzügliche Biere aus der

Klosterbrauerei Scheyern.

BEWERTUNG

„Grünhopfen Hallertauer Craftbier“

Schlossbrauerei Hohenthann

Alkohol: 5,0 Vol. · Stammwürze: 11,9

Besonderheit: naturtrübes Kellerpils mit Grünhopfung

(zusätzlich kalt gehopft), nur saisonal verfügbar

Farbe/Optik: goldgelb, schöner, feiner Schaum

Geruch: Im ersten Moment dringt eine Hopfenaroma-

Bombe in die Nase, die sich dann aber verflüchtigt;

die Zitrusnoten des Hopfens „Mandarina Bavaria“

sind sehr deutlich wahrnehmbar

Hopfenaroma: ausgeprägte Hopfennoten mit

Zitrus-, Grapefruitaromen

Vollmundigkeit: gut ausbalancierte Hopfen- und

Malzaromen, sehr angenehm zu trinken

Rezenz: frisch-lebendig, leicht prickelnd

Gesamteindruck:

sehr gelungenes Bier für Freunde stark gehopfter

Biere; eine echte Alternative zum IPA

BEWERTUNG

„Zwicklbier “

Stanglbräu, Herrnwahlthann

Alkohol: 5,2 Vol. · Stammwürze: 11,9 · 22 BE

Besonderheit: naturtrübes, unfiltriertes Helles

Farbe/Optik: schöne Trübung, hellgelb-opalisierend,

schöner feinporiger Schaum

Geruch: frisch, dezente Hefearomen

Hopfenaroma: leichte Hopfennoten vernehmbar

Vollmundigkeit: feinherb, süffiger Antrunk

Rezenz: moussierend, spritzig, harmonisch ausklingend

mit angenehmer Hopfenbittere, sehr

gute Drinkability

Gesamteindruck:

ein rundum gelungenes, süffiges Kellerbier

BEWERTUNG

SKALA

Der Braumeister sollte sich Rat holen

Akzeptabel, hinterlässt wenig Eindruck

Ein gut trinkbares „Tafel-Bier“

Ein feines Bier, lohnt auch einen Umweg!

Ein herausragendes Bier, unbedingt probieren!

Sensation, ein Bier zum Niederknien!

42 hallertau-Magazin


Gewinnen Sie

einen bayerischen Abend

für zwei Personen im Gasthof Siebler z’Egg!


Welche Brücke zeigt unser Suchbild?

Unter allen Einsendern, die bis zum 30.04.2017 die richtige Lösung einsenden, verlosen wir einen

bayerischen Abend für zwei Personen im Gasthof Siebler z’Egg.

Einsendungen an: redaktion@hallertau-magazin.de

(Bitte Name und Telefonnummer angeben!)

Die Auflösung gibt es dann in der nächsten Ausgabe des

hallertau-Magazins (Frühjahr 2017).

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter des hallertau-Magazins sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Fotorätsel der letzten Ausgabe:

Unser Suchbild zeigte das Wasserschloß Train. Unter den Einsendungen, die das Rätsel

korrekt gelöst haben, wurde per Los eine Gewinnerin ermittelt: Christine Mirlach

aus Mainburg hatte das Glück und darf einen bayerischen Abend für zwei Personen

im „Weißbräu Huber“ in Freising genießen. Die Redaktion gratuliert der Gewinnerin und

bedankt sich ganz herzlich beim Weißbräu Huber für die Auslobung des attraktiven Preises

und den freundlichen Empfang (www.weissbraeu-huber.de).

hallertau-Magazin 43


IHRE TRAUMIMMOBILIE

modernes wohnen

das leben, ein gedicht

GOETHESTRASSE

BAD ABBACH

REGENSBURG

Steuern sparen*

mit einer

einzigartigen

Denkmalschutz-

Immobilie in

Regensburg!

marina

atelier & loft

Unsere aktuellen Projekte für Kapitalanleger oder Eigennutzer!

Neue Einfamilien-, Doppel-, Reihenhäuser und Wohnungen in und um Regensburg!

Weitere Infos unter 0941 60407-15

*Nach § 7i oder 10f EStG. Erhöhte Abschreibung für Kapitalanleger oder Eigennutzer.

BESUCHEN SIE UNS AUF WWW.IMMOBILIENZENTRUM.DE

WIR MACHEN IMMOBILIEN.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine