Wissens- & Sehenswertes der Gemeinde Wöhrden

Hansenwoe

Wissens- & Sehenswertes der Gemeinde Wöhrden

Geschichtliches

Wöhrden, erstmals 1281 urkundlich erwähnt, ist eines der ältesten

in der Marsch gelegenen Wurthdörfer Dithmarschens.

Der Name Wöhrden, früher Oldenwurden (die alten Wurthen),

dann Oldenwohrden, Worden und schließlich Wöhrden, leitet

sich von dem Begriff Wurth (aufgeschütteter Erdhügel) ab. Die

Besiedelung dieser einst im Wattenmeer befindlichen halligartigen

Erhebung dürfte um 100 n. Chr. geschehen sein. Die Wurth

ist mit 6,24 Meter über Normalnull das höchste Wurthdorf in

der Marsch. Rund um die Wurth bildeten sich größere Wattflächen,

die sich mit der Zeit begrünten und nach und nach als

Weide- und Ackerland nutzbar gemacht werden konnten. Der

erste Seedeich, etwa 1000 n. Chr. errichtet, schützte es gegen

Überflutungen und bildete die Voraussetzungen zu einer sehr

ertragreichen Landwirtschaft.

Heute liegt die Gemeinde im Herzen der Marsch. Sie ist 2.158 Hektar

groß und setzt sich aus den Ortsteilen Wöhrden, Wacken husen,

Ketelsbüttel, Großbüttel, Büttlerdeich, Böddinghusen, Hochwöhrden,

Neuenkrug, Neuenwisch, Brunsdorf, Nixdorf, Wöhrdener

Deich, Wöhrdener Hafen und Walle zusammen.

Die zentrale Lage zwischen Heide, Meldorf, Wesselburen und

Büsum macht Wöhrden zu einem attraktiven Wohnort.

Auf der Wurth steht die St. Nicolai-Kirche. Sie ist eine der schönsten

Barockkirchen Schleswig-Holsteins. Die St. Nicolai-Kirche

ist die Nachfolgerin der berühmten Dithmarscher Siegeskirche

in Wöhrden, die dem Schutzpatron der Kaufleute und Schiffer,

dem Heiligen Nikolaus, geweiht wurde. Nach ihrem Sieg über

den Holsteiner Grafen, Gerhard den Großen, im Jahre 1319, hatte

das Kirchspiel Wöhrden diese riesige Kirche errichtet. Als sie

schließlich baufällig geworden war, entstand 1785-88 am selben

Ort die St. Nicolai-Kirche. Sie birgt eine der wertvollsten historischen

Orgeln Europas. Diese Antonius-Wilde-Orgel von 1593 ist

für ihren einzigartigen Klang weithin bekannt. Der Backsteinbau

ist innen mit Emporen und Logen ausgestattet sowie mit Stuckrosetten

im Stil des Rokoko verziert. Hinzuweisen ist auch auf

das Relief am Altar von 1613, den Kronleuchter von 1643 und den

schwebenden Taufengel aus Holz von 1788.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Ortskern sind das Materialienhaus

aus dem Jahre 1519 mit der Inschrift „Wöhrdener Waterbörs“,

das älteste bewohnte Haus Dithmarschens und das

Sandsteinportal am Gasthof Oldenwöhrden aus dem Jahr 1634.

Nördlich der Kirche findet der kundige Beobachter an der alten

Mauer des Pastoratsgartens die seltene Mauerraute (Asplenium

ruta-muraria). Am östlichen Dorfrand steht die Windmühle

„Germania“ von 1847.

10

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine