06.12.2016 Aufrufe

Vorschau Scheidegger & Spiess Frühjahr 2017

Die aktuellen Titel im Frühjahrs-Programm 2017 vom Verlag Scheidegger & Spiess.

Die aktuellen Titel im Frühjahrs-Programm 2017 vom Verlag Scheidegger & Spiess.

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

Scheidegger & Spiess

Kunst I Fotografie I Architektur

Frühjahr 2017


Wichtige Neuerscheinungen Herbst 2016

Hans Arp

Das Lob der Unvernunft

Rudolf Suter

Gebunden

336 Seiten, 69 farbige und

52 sw Abbildungen

17 × 24 cm

978-3-85881-502-6 Deutsch

sFr. 49.– | € 48.–

Hans Arp (1886–1966) war nicht nur

eine zentrale Figur der Dada-Bewegung,

sondern der gesamten europäischen

Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Sein

vielgestaltiges Œuvre umfasst deutschund

französischsprachige Gedichte und

Aufsätze, Plastiken, Reliefs, Collagen,

Gemälde, Radierungen, Zeichnungen

und Textilentwürfe. Erstmals wird in

dieser neuen Biografie sowohl Arps

künstlerisches wie auch sein dichterisches

Schaffen aufgearbeitet und interpretiert.

Mit zahlreichen Werkabbildungen und

Fotografien sowie einer stimmungsvollen,

bislang unpublizierten Reportage

des Fotografen Ernst Scheidegger

(1923–2016), der Hans Arp bei der

Arbeit im Atelier beobachten konnte.

Alberto Giacometti –

Material und Vision

Die Meisterwerke

in Gips, Stein, Ton und Bronze

Herausgegeben vom Kunsthaus Zürich

Mit Beiträgen von Philippe Büttner, Casimiro

Di Crescenzo, Catherine Grenier, Tobias Haupt,

Christian Klemm, Kerstin Mürer und

Stefan Zweifel

Gebunden

240 Seiten, 224 farbige und

36 sw Abbildungen

22 × 27 cm

978-3-85881-525-5 Deutsch

978-3-85881-785-3 Englisch

978-3-85881-786-0 Französisch

sFr. 59.– | € 58.–

50 Jahre nach dem Tod Alberto Giacomettis

(1901–1966) wirft diese neue

Monografie neues Licht auf grundlegende

Aspekte des Werks und auf die Arbeitsweise

des weltbekannten Schweizers.

Anhand zahlreicher Meisterwerke aus

allen Schaffensphasen stellt das Buch

den künstlerischen Umgang Giacomettis

mit der Materialität seiner Werkstoffe in

den Mittelpunkt und macht den schöpferischen

Prozess eines Jahrhundertkünstlers

erfahrbar.

Giovanni Segantini

Beat Stutzer

Herausgegeben von der Giovanni Segantini

Stiftung, St. Moritz

Gebunden

208 Seiten, 141 farbige Abbildungen

25 × 30 cm

978-3-85881-522-4 Deutsch

978-3-85881-783-9 Englisch

978-3-85881-784-6 Italienisch

sFr. 49.– | € 48.–

Der ausgewiesene Segantini-Spezialist

Beat Stutzer stellt das Werk dieses grossen

Erneuerers der Alpenmalerei erstmals

in seiner ganzen Breite umfassend

dar. Unter den dafür ausgewählten

und kommentierten 60 Bildern sind

Schlüsselwerke, die seit Langem nicht

mehr öffentlich zu sehen waren. Mit

einer Einführung zur Rolle Segantinis

als Vorbild etwa für die Futuristen oder

für Joseph Beuys und die wechselvolle

Rezeptionsgeschichte seines Schaffens

mit allgemein verständlichen Bildanalysen

schliesst diese neue Monografie eine

seit Langem bestehende Lücke.

ISBN 978-3-85881-502-6

ISBN 978-3-85881-525-5

Deutsch

ISBN 978-3-85881-522-4

Deutsch

9 783858 815026

9 783858 815255

9 783858 815224


Für die Kunstbiennale Venedig 2017 kuratiert Philipp Kaiser die thematische Ausstellung

Women of Venice im Schweizer Pavillon. Die Schau und dieses Buch nehmen Bezug auf

Alberto Giacomettis kaum beachtete Absenz an der Biennale. Im 1952 von seinem Bruder,

dem namhaften Architekten Bruno Giacometti, errichteten Pavillon werden 2017

speziell für die Biennale geschaffene Werke von Carol Bove und dem Künstlerpaar Teresa

Hubbard / Alexander Birchler gezeigt, die sich mit dem Erbe und Kosmos Giacomettis

auseinandersetzen. In installativen und skulpturalen Anordnungen inszeniert Bove diskursive,

verborgene Zusammenhänge und erkundet mit grosser Leichtigkeit das Vokabular

der Skulptur. Teresa Hubbard / Alexander Birchler wenden sich in dokumentarischer

Weise der Archäologie des Films zu und präsentieren die visuelle Installation Flora. Sie

basiert auf Recherchen des Duos zur amerikanischen Künstlerin Flora Mayo, die in den

1920er-Jahren mit Alberto Giacometti in Paris studierte und dessen Geliebte war.

Women of Venice reflektiert die Geschichte des Schweizer Beitrags und Biennale-Pavillons

aus zeitgenössischer Sicht und initiiert gleichzeitig neue, spezifische Kunstwerke.

3 Scheidegger & Spiess

«‹Women of Venice› will aus zeitgenössischer

Perspektive die Geschichte des Schweizer Beitrags

und Pavillons reflektieren und gleichzeitig neue,

spezifische Kunstwerke initiieren.» Philipp Kaiser

Women of Venice

Carol Bove

Teresa Hubbard / Alexander Birchler

Die Publikation zur Ausstellung

im Schweizer Pavillon auf der

Kunstbiennale Venedig 2017

(13. Mai bis 27. November 2017)

Zeigt neue Arbeiten von

Carol Bove und Teresa Hubbard /

Alexander Birchler

Reflektiert die Geschichte des

Schweizer Beitrags und Pavillons

an der Biennale Venedig

Herausgegeben von Philipp Kaiser

Mit Beiträgen und Interviews von Carol

Bove, Sabeth Buchmann, Teresa Hubbard

/ Alexander Birchler und Philipp Kaiser

Gestaltet von NORM

Broschur

ca. 128 Seiten, ca. 60 farbige

Abbildungen

ca. 18 × 25,5 cm

978-3-85881-549-1 Deutsch

978-3-85881-795-2 Englisch

ca. sFr. 19.– | € 19.–

Erscheint im Mai 2017

Carol Bove, geboren 1971, ist

Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in

Brooklyn.

Sabeth Buchmann, geboren 1962,

ist Kunsthistorikerin und -kritikerin.

Sie lebt und arbeitet in Wien.

Teresa Hubbard, geboren 1965,

und Alexander Birchler, geboren

1962, sind seit 1990 ein Künstlerduo.

Sie leben und arbeiten in Austin,

Texas.

Philipp Kaiser, geboren 1972, ist

freier Kurator. Er lebt und arbeitet

in Los Angeles.

ISBN 978-3-85881-549-1

Deutsch

ISBN 978-3-85881-795-2

Englisch

9 783858 815491

9 783858 817952


11 Cameon IX

7 Cameon IX

12

Cameon IX

Fernando Bordoni

Acryl auf Leinwand /

Acrylic on canvas /

Acrylique sur toile,

140 ×120 cm

© Cantone Ticino

13

Cameon IX

Fernando Bordoni

Acryl auf Leinwand /

Acrylic on canvas /

Acrylique sur toile,

140 ×120 cm

© Cantone Ticino

L Ueli Berger, Pausenplatzskulptur, 1970, Schulhaus Melchenbühl, Muri bei

Bern (Gümligen) / Schoolhouse Melchenbühl, Muri near Berne (Gümligen) / École

Melchenbühl, Muri à Berne (Gümligen).

8 Cameon IX

1

Cameon IX

Fernando Bordoni

Acryl auf Leinwand /

Acrylic on canvas /

Acrylique sur toile,

140 ×120 cm

© Cantone Ticino

B Ueli Berger, Pausenplatzskulptur, 1970, Schulhaus Melchenbühl, Muri bei

Bern (Gümligen) / Schoolhouse Melchenbühl, Muri near Berne (Gümligen) / École

Melchenbühl, Muri à Berne (Gümligen). C Michael Grossert & Theo Gerber,

1967, Spielplastik, Schulhaus Aumatten, Reinach / Game Plastic, Schoolhouse

Aumatten, Reinach / Plastic à jouer, École Aumatten, Reinach. D Peter Travaglini,

Zahlenmauer / Number Wall / Numbre mur, 1967, Schulhausplatz / School

space / Espace école , Bellach.

1 Cameon IX

1965

Busboykott von Montgomery von 1955/56

(amerikanische Bürgerrechtsbewegung, „Civil

Rights Movement“ => seit Beginn des 20.

Jahrhunderts).

1967

130

131

Busboykott von Montgomery von 1955/56

(amerikanische Bürgerrechtsbewegung, „Civil

Rights Movement“ => seit Beginn des 20.

Jahrhunderts).

Busboykott von Montgomery von 1955/56

(amerikanische Bürgerrechtsbewegung, „Civil

Rights Movement“ => seit Beginn des 20.

Jahrhunderts).

1966

Vietnamkrieg von 1955 bis 1975 =>

antiamerikanische Proteste

Vietnamkrieg von 1955 bis 1975 =>

antiamerikanische Proteste

Vietnamkrieg von 1955 bis 1975 =>

antiamerikanische Proteste

Raumflüge der Amerikaner und Russen

(1957 unbemannter Erdsatellit „Sputnik 1“

der Russen).

B

Raumflüge der Amerikaner und Russen

(1957 unbemannter Erdsatellit „Sputnik 1“

der Russen).

Raumflüge der Amerikaner und Russen

(1957 unbemannter Erdsatellit „Sputnik 1“

der Russen).

C

1967

Aufstand in Ungarn / Hungarian Uprising /

Insurrection hongroise

1968

Kulturrevolution in

China / Cultural

revolution in China /

Révolution culturelle

en Chine

D

Fernando Bordoni (Mendrisio 1937) Absolventen der Akademie Brera in 1962 mit einer

Arbeit über Giovanni da Milano. Obwohl numerisch beschränkt, die in diesen Jahren

entwickelt Freundschaften sind von größter Bedeutung. Er regelmäßig Studios von

mehreren Künstlern aus dem Tessin, wie Carlo Cotti, Filippo Boldini und Remo Rossi in

Locarno besucht, während Jean Arp, Fritz Glarner und Hans Richter in angrenzenden

Studios arbeiteten. Er wird zu einem ergebenen frequenter der Gruppe und auf deren

Drängen, insbesondere von Glarner, löst er in ganz Europa zu reisen. Sein Ziel ist eine

systematische Untersuchung dessen, was auf dem Gebiet der bildenden Kunst geschieht.

Fernando Bordoni (Mendrisio 1937) graduates from the Brera Academy in 1962

with a thesis on Giovanni da Milano. Although numerically limited, the friendships

developed in those years are of paramount importance. He regularly visited studios

of several artists from the Ticino such as Carlo Cotti, Filippo Boldini and Remo Rossi

in Locarno, while Jean Arp, Fritz Glarner and Hans Richter were working in adjoining

studios. He becomes a devoted frequenter of the group and, at their urging, particularly

of Glarner, he resolves to travel throughout Europe. His purpose is a systematic study

of what is happening in the field of visual art.

Fernando Bordoni (Mendrisio 1937) est diplômé de l‘Académie de Brera en 1962

avec une thèse sur Giovanni da Milano. Bien que numériquement limité, les amitiés

développées dans ces années sont d‘une importance primordiale. Il a visité régulièrement

les studios de plusieurs artistes du Tessin tels que Carlo Cotti, Filippo Boldini et

Remo Rossi à Locarno, tandis que Jean Arp, Fritz Glarner et Hans Richter travaillaient

dans des studios adjacents. Il devient un habitué dévoué du groupe et, à leur demande

pressante, en particulier de Glarner, il décide de voyager dans toute l‘Europe. Son but

est une étude systématique de ce qui se passe dans le domaine de l‘art visuel.

Zeigt Werke von Livio Bernasconi, Fernando

Bordoni, Carl Bucher, Samuel Buri, Marc Egger,

Emilienne Farny, Franz Gertsch, Margrit Jäggli,

Urs Lüthi, Max Matter, Markus Müller, Markus

Raetz, Peter Stämpfli u.a.

316 Carl Bucher

317 Fernando Bordoni

148 149

275

276

L

Urs Bänniger (Mendrisio 1937) Absolventen der Akademie Brera in 1962 mit einer Arbeit

über Giovanni da Milano. Obwohl numerisch beschränkt, die in diesen Jahren entwickelt

Freundschaften sind von größter Bedeutung. Er regelmäßig Studios von mehreren

Künstlern aus dem Tessin, wie Carlo Cotti, Filippo Boldini und Remo Rossi in Locarno

besucht, während Jean Arp, Fritz Glarner und Hans Richter in angrenzenden Studios

arbeiteten. Er wird zu einem ergebenen frequenter der Gruppe und auf deren Drängen,

insbesondere von Glarner, löst er in ganz Europa zu reisen. Sein Ziel ist eine systematische

Untersuchung dessen, was auf dem Gebiet der bildenden Kunst geschieht.

Urs Bänniger (Mendrisio 1937) graduates from the Brera Academy in 1962 with a

thesis on Giovanni da Milano. Although numerically limited, the friendships developed

in those years are of paramount importance. He regularly visited studios of several

artists from the Ticino such as Carlo Cotti, Filippo Boldini and Remo Rossi in Locarno,

while Jean Arp, Fritz Glarner and Hans Richter were working in adjoining studios. He

becomes a devoted frequenter of the group and, at their urging, particularly of Glarner,

he resolves to travel throughout Europe. His purpose is a systematic study of what is

happening in the field of visual art.

Urs Bänniger (Mendrisio 1937) est diplômé de l‘Académie de Brera en 1962

avec une thèse sur Giovanni da Milano. Bien que numériquement limité, les amitiés

développées dans ces années sont d‘une importance primordiale. Il a visité régulièrement

les studios de plusieurs artistes du Tessin tels que Carlo Cotti, Filippo Boldini et

Remo Rossi à Locarno, tandis que Jean Arp, Fritz Glarner et Hans Richter travaillaient

dans des studios adjacents. Il devient un habitué dévoué du groupe et, à leur demande

pressante, en particulier de Glarner, il décide de voyager dans toute l‘Europe. Son but

est une étude systématique de ce qui se passe dans le domaine de l‘art visuel.

312 Samuel Buri

313 Samuel Buri

302 Urs Bänniger

303 Urs Bänniger


Die Pop-Art war als eine der wichtigsten internationalen Strömungen der Nachkriegskunst

auch für das Schweizer Kunstschaffen der 1960er- und der frühen 1970er-Jahre

von zentraler Bedeutung. Die spezifisch helvetischen Ausformungen der Pop-Art bilden

ein wichtiges, aber bisher kaum erforschtes Kapitel der Schweizer Kunstgeschichte des

20. Jahrhunderts.

Die vorliegende Publikation wird diese Lücke schliessen. Wissenschaftlich fundierte

Texte untersuchen die Pop-Art aus Schweizer Perspektive und sind mit umfassendem

Bildmaterial illustriert. Beleuchtet werden auch Themen wie «Swissness» oder die einzelnen

Pop-Art-Phasen von Kunstschaffenden. Beiträge zu den Einflüssen der Kunstrichtung

auf die Bereiche Design, Kunst im öffentlichen Raum, Grafik und Musik

verorten die Thematik disziplinübergreifend im grösseren Kontext. Eine Text-Bild-

Chronologie mit Zeugnissen einzelner Protagonisten bietet einen Überblick über die in

politischer, gesellschaftlicher und künstlerischer Hinsicht ereignisreiche Periode und

lässt den Zeitgeist aufleben.

5 Scheidegger & Spiess

Das Standardwerk

zur Schweizer Pop-Art

Swiss Pop Art

Formen und Tendenzen 1962–1972

Die Pop-Art ist eine der wichtigsten

Kunstströmungen des

20. Jahrhunderts

Das Buch dokumentiert die

Pop-Art in der Schweiz erstmals

umfassend und schliesst eine

wesentliche Lücke in der

Forschungsliteratur zur zeitgenössischen

Schweizer Kunst

Erscheint zur gleichnamigen Ausstellung

vom 7. Mai bis 1. Oktober

2017 im Aargauer Kunsthaus,

Aarau

Herausgegeben von

Madeleine Schuppli und dem

Aargauer Kunsthaus, Aarau

Mit Beiträgen von Yasmin Afschar,

Karoliina Elmer, Bernadette Fülscher,

Kornelia Imesch, Dora Imhof,

Renate Menzi, Franz Müller,

Samuel Mumenthaler, Astrid Näff,

Philipp Stamm, Madeleine Schuppli

und Katrin Weilenmann

Madeleine Schuppli ist Kunsthistorikerin

und seit 2007 Direktorin

des Aargauer Kunsthauses, Aarau.

2000–2007 war sie Direktorin des

Kunstmuseums Thun.

Gestaltet von Raffinerie

Broschur

ca. 496 Seiten, ca. 340 farbige

Abbildungen

ca. 20 × 29 cm

978-3-85881-536-1

Deutsch / Englisch / Französisch

ca. sFr. 69.– | € 68.–

Erscheint im Mai 2017

ISBN 978-3-85881-536-1

9 783858 815361


A

A Skiläufer, Schlittler an der Rigi,

Plakatoriginal-Entwurf in

Gouache WVR Nr. 62, 1906.

B Dampfbetriebene Zahnradbahn

auf die Rigi ab Vitznau LU,

Wintersportler, Rigi-Massiv,

Plakat WVR Nr. 61, 1906.

B

Anton Reckziegel – aus dem Leben eines Kunstmalers und Wegbereiters der Werbegrafik 19 Kursbesuch u. a. zusammen mit

seinen Berufskollegen Arthur

Gugger, Hans Steiner und Eduard

Grüneisen, mit «Viktor Surbeck,

stud.» und dem Münsterarchitekten

Karl Indermühle.

20 Insbesondere von Eduard Grüneisen,

den späteren St. Galler

Zeichenlehrer und Vorsteher der

dortigen Buchdrucker-Fachschule.

J Barken auf dem Genfersee bei

Montreux VD, mit Dent de Morcles

und Dents du Midi, Umschlagtitelbild

nach einem gouachierten

Aquarell, Edition Illustrato

Gebr. Wehrli, Kilchberg, um 1905.

K Anton Reckziegel vor seinem

Gemälde der Habsburg, Fotografie

von Jean Kölla, Bern, um 1903.

L Habsburg bei Brugg AG, Tempera,

um 1898.

M Schneeschmelze am Moossee,

Pastell, 1907.

N Mitternachtssonne in Nordnorwegen,

Plakat WVR Nr. 86, sig.

A. Reckziegel, von C.T. Wiskott,

Breslau-Berlin, 1908.

O Molde und Romsdalfjord (N),

Aquarell, 1908.

J

K

N

G

Anton Reckziegel – aus dem Leben eines Kunstmalers und Wegbereiters der Werbegrafik 12 Paul Schirmer gehört zu den

aktivsten Tourengängern

der Sektion Aargau. 1899 wird er

Vizepräsident der Sektion.

13 Vgl. Jahrbuch des Schweizer

Alpenclub 1896, S. 460.

14 Der Name Fanny weist auf einen

Zusammenhang mit der

Taufpatin Fanny Gränicher hin.

12, 13

H

L

O

M

15 Siehe Liste im Anhang.

16 Nachtlager in Granada (1834) von

Konrad Kreutzer; die

Fotografien erstellte Otto Gysi.

17 Ab April 1898 wohnt die Familie

Reckziegel am Scheuerrain 5

in Bern, später (1903 nachgewiesen)

an der Weissensteinstrasse

122 und (1905 nachgewiesen)

am Morellweg 6. Alle

drei Adressen befinden sich in

der Nähe der Seftigenstrasse 14

(Druckerei Hubacher).

18 Diese Bezeichnung geht auf

die seit 1894 in Paris erschienene

Zeitschrift dieses Namens

zurück.

G Gurten bei Bern mit Aussicht,

6-teiliges Faltpanorama in Umschlag,

H&B, sig. A. Reckziegel,

1899. Der Aussichtsturm

auf dem kleinen Bild wird erst

101 Jahre später erbaut.

H Sennen beim Käsen und Heuen

auf der Alp, 9-farbiger Postkartenandruck,

M & T, Aarau, Vorlage

A. Reckziegel zugeschrieben,

Verlag Gebr. Künzli Nr. 1173,

um 1900.

I Luzern mit Rigi und Talstation der

Bahn in Vitznau, Plakat WVR Nr. 3,

sig. Anton Reckziegel, um 1894.

I

Prospekte, Panoramen,

Postkarten, Illustrationen

Werbung mit Prospekten, Panoramen

und Broschüren

104

Die wichtigsten Elemente der frühen touristischen

Plakate sind Panoramaansichten, Vogelschaubilder

und Fahrpläne. Ab 1898 verschwinden diese immer

mehr aus den Plakaten und werden in Faltprospekten

präsentiert, beispielsweise für die Bahn Vevey-Pèlerin

oder für die Jungfraubahn, die das dreiteilige

Imprimat 1898 herausgibt und 1902 mit 60’000 Exemplaren

neu auflegt.

Seit den späten 1890er-Jahren bündeln Verkehrsvereine

und Bahnen ihre Informationen auch in

kleinen, handlichen, mit einfarbigen Strichzeichnungen

versehenen Führern. Reckziegel illustriert die

Führer Adelboden C und Visp-Zermatt, S. 26 Letzteren

schon mit einem mehrfarbig lithografierten Titelbild.

Innovativ ist ein Werbemittel des Verkehrsvereins

Genf I von 1899, das aus drei zusammengebundenen,

länglichen Bildwerbekarten und einer Antwort-Postkarte

besteht.

Besonders gerne scheint Anton Reckziegel touristische

Prospekte zu malen, vor allem die Faltprospekte

der Jahre 1907 bis 1909 sind sowohl malerisch

als auch lithografisch hervorragende Werke. Sie

zeigen Ortsansichten aus den Regionen Kandersteg,

Martigny-Châtelard H und St. Moritz-Poschiavo. J

Von Reckziegel sind bisher rund 30 lithografierte

Prospekte bekannt; 16 enthalten grosse Panoramen.

Überdies werden vom Gurten S.12 und vom Gütsch

Faltpanoramen im Umschlag publiziert. Besonders

eindrucksvoll sind seine panoramatischen Ansichten

Lac Léman, Grindelwald-Hotel Baer, Niesen, O Interla-

1 Vgl. dazu: Schweizerisches

Alpines Museum und Schweizer

Alpen-Club 2001.

2 Die späteren Auflagen weisen

kein gezeichnetes Titelbild mehr

auf.

3 Bundesministerium für Handel

und Verkehr Wien 1927 bis 1931.

ken-Wengernalp S. 67 und Lausanne. P Im Gegensatz zu A, Bern, Umschlag Berner Fremden-

B blatt. Titelblatt Sommernachtstraum,

Syrinx spielender Pan, tan-

den schon seit rund hundert Jahren hergestellten,

beliebten und mit grosser topografischer Genauigkeit zende Jungfrauen, Eiger, Mönch,

Jungfrau, Altstadt, 1909.

ausgestatteten Panoramen von touristischen Regionen

1 sind Reckziegels Werke weniger detailreich und C, Adelboden BE, Titelblatt und

D Illustration sig. AR, 1898.

nicht durchwegs genau, sondern mit künstlerischer

Freiheit gestaltet. Absicht ist es, das Wichtige für E Fernpass im Tirol, Blindsee, Ehrwalder

Sonnenspitze, Buch-Titelblatt,

Offsetdruck nach einem

den Touristen prägnant und eindrücklich darzustellen.

Dabei können besonders bei den frühen Prospekten Aquarell, sig. Anton Reckziegel,

1930.

Teile der Landschaft gerafft oder gestreckt sein. Meist

sind auf ihnen auch Touristen und Einheimische zu F Silsersee GR, Piz de la Margna,

Titelbild, Offsetdruck nach einem

sehen, entferntere und unwichtige Siedlungen sind

Aquarell, um 1906.

generalisiert. Eine Besonderheit ist das um 1900 entstandene

Panorama Vitznau-Rigi mit Text und Orts-

G Oria am Lago di Lugano (I),

namen in tschechischer N San Salvatore, Titelbild, Offsetdruck

nach einem Aquarell, um

Sprache.

1906.

15 Prospekte werden flankierend zu mehr oder

weniger gleichzeitig gedruckten Plakaten von Reckziegel

erstellt. Die Phase der lithografierten Prospekte

nach gemalten Vorlagen ist aber kurz und

schon nach 1914 verschwindet dieses kostenintensive

Imprimat.

Souvenir-Broschüren mit Fotografien kommen

nach 1900 in Mode. Reckziegel kann bei den Erstausgaben

der Edition Illustrato F, G der Firma Gebr. Wehrli,

Kilchberg um 1905 über 20 Titelbilder entwerfen, da

das gemalte Bild mit seiner Farbigkeit damals beim

Publikum noch attraktiver wirkt als Fotografien. 2 Auch

in Österreich kann Reckziegel in ähnlicher Weise zu

touristischen Werbemitteln beitragen. So malt er von

1927 bis 1931 Vorlagen für die Umschlagtitel der über

200-seitigen saisonalen Fahrplanbücher für die Kraftwagenfahrten

der österreichischen Post, die grosse

Verbreitung finden. 3, E

C

D

105

F

G

A

B

E

Eine Zeitreise zu beliebten Destinationen der Belle Époque –

und in die Vergangenheit der Tourismuswerbung

Entwicklung und Techniken

40

der Lithografie

1796 erfindet Alois Senefelder in München ein völlig Werdegang einer Chromolithografie

neues Verfahren, den Flachdruck – die Lithografie,

auch Steindruck genannt. Im Gegensatz zum damals

vorherrschenden Hochdruck (Holzschnitt, den Zeichner. Schon in der frühen Werbegrafik ent-

Es beginnt mit der Erstellung einer Vorlage durch

Schriftsatz) und Tiefdruck (Kupfer- und Stahlstich, stehen gemalte und gezeichnete Originale als Vorlagen

für die Lithografie in enger Zusammenarbeit mit

Radierung, Aquatinta) liegen beim Flachdruck die

druckenden und nichtdruckenden Bereiche in einer den Auftraggebern. Zeichner wie Anton Reckziegel

Ebene.

malen Ortschaften, Panoramen, Gebäude und andere

Die Kunst auf Stein zu zeichnen und davon Drucke

herzustellen wird vorerst namentlich für Musik-

seltener nach fotografischen Unterlagen. Als ausge-

Sujets für Werbezwecke vor Ort oder nach Skizzen,

noten- und Landkartendrucke verwendet. Die grosse bildeter Lithograf beherrscht Reckziegel die lithografischen

Techniken souverän, wodurch er seine Ent-

Zeit der Chromolithografie, des Mehrfarben-Steindrucks,

nimmt ihren Anfang um 1818 in Paris, bei würfe den Gegebenheiten des Steindruckes bestens

Engelmann & Lasteyrie.

anpassen kann.

In der Schweiz beginnt die neue Drucktechnik Dann werden die Lithosteine vorbereitet. Die

zögernd ihre Ausbreitung mit einfarbigen Drucken Steinplatten stammen aus dem fränkischen Jura,

im Jahr 1807 in Zürich. Aus Breslau angereist, demonstriert

Karl Theodor Müller gegen Entgelt vor nach Format eine Dicke von 4 bis 15 Zentimetern.

aus Solnhofen und Kelheim. Die Platten haben je

Künstlern und Kunstfreunden das Lithografieren Fehlerfreie Platten werden absolut plan geschliffen

und Drucken. Ab 1815 begünstigen Kontakte mit und deren Oberfläche gekörnt oder glatt geschliffen.

Deutschland, Frankreich und England die Gründung Diese Arbeit besorgen in der Regel geschulte Hilfskräfte

in der betriebsinternen Schleiferei. Die mit

lithografischer Betriebe in der Schweiz. Mit der Zeit

gewinnt der mehrfarbige Druck für Bilder, Etiketten, Fluss-Sand erzielte Körnung findet sich zum Teil als

Geschäftsdrucksachen, Wertpapiere, Schulwandbilder,

Plakate und anderes an Bedeutung. Ende der

1880er-Jahre zählt man in der Schweiz etwa 150 Lithografische

Anstalten mit rund 400 Lithografen und

Steindruckern.

12

60 Mitglieder zählt. Da es seinerzeit für einen Beitritt

zwei Empfehlungen von «Clubisten» braucht, ist anzunehmen,

dass sein Patron August Trüb und sein

Zeichner-Arbeitskollege Paul Schirmer seine «Göttis»

sind und dass Schirmer seinen Kollegen Anton

auch auf Bergtouren mitgenommen hat.

Am 19. Oktober 1896 freut sich das Ehepaar

Reckziegel über die Geburt ihrer Tochter Martha

Fanny. 14 Auf ihrer Taufurkunde und auch im Mitgliederverzeichnis

des SAC bezeichnet sich Anton als

«Kunstmaler» und nicht als «Zeichner», wie er in den

Akten seines Arbeitgebers aufgeführt wird. Er wird

bei Müller & Trüb als «ausgezeichneter Zeichner» und

Entwerfer geschätzt und trägt wesentlich dazu bei,

dass die Firma einen Ruf für hervorragend lithografierte

Postkarten und Plakate erwirbt. Aus der Aarauer

Zeit sind von Reckziegel 14 signierte Plakate I

und etwa 240 ihm zugeschriebene Postkarten H bekannt;

dazu kommen etliche weitere Plakate, die ihm

zugeschrieben werden können oder die seinen Einfluss

erkennen lassen. 15

1897 scheint sich Reckziegel in Aarau gut eingelebt

zu haben, denn für eine Opernaufführung 16

des Cäcilienvereins schafft er ein exklusives Monumentalbild,

indem er Gruppenfotos der Schauspieler

mit Landschaft und Figuren übermalt, die fotografierten

Gesichter jedoch frei lässt. In seiner Firma

scheint es ihm aber immer weniger zu behagen. Die

Zeichenabteilung wird von zwei auf fünf Werbezeichner

aufgestockt und zahlreiche Lithografen und andere

Mitarbeiter streiken während zwei Monaten.

Reckziegel hat sich derweil mit seinem Lithografen-

Berufskollegen Gustav Hubacher angefreundet. Dieser

gründet Anfang März 1898 in Bern seine eigene

«Lithographie», wie Steindruckereien damals bezeichnet

werden, und bietet dem Freund die Stelle als

erster Plakatmaler an.

Bereits im April zieht die Familie Reckziegel in

die Stadt Bern (60’000 Einwohner) und Anton tritt in

die neugegründete Lithografische Anstalt Hubacher

& Biedermann ein. 17 Vorerst ist Reckziegel vor allem

mit Entwürfen für Postkarten beschäftigt. Aus der

Phase von 1898 bis 1901 kennen wir heute rund 200

Postkarten, 17 Plakate und einen nicht realisierten

Entwurf von ihm. Er setzt sich dabei auch mit den

neuen Kunstströmungen – genannt «Art Nouveau»

– auseinander. Seine Plakate werden schweizweit

sehr beachtet, und er erwirbt sich rasch Bekanntheit

und einen guten Ruf als «maître d’affiche». 18 1899

zeichnet er erstmals, ergänzend zu den Plakaten,

auch lithografierte Faltpanoramen G (Aussicht vom

Gurten und von Magglingen). Seine Panoramen der

folgenden Jahre werden in Faltprospekte integriert

herausgegeben. Mit dem Beitritt zur Berner Sektion

des SAC (rund 400 Mitglieder) im Jahr 1900 wächst

Reckziegels Netzwerk auch in seiner neuen Region

zügig an. Von Ende 1899 bis 1902 sowie von 1906 bis

1908 lebt auch seine Nichte Margaretha Franziska,

die 1885 geborene Tochter von Antons Schwester

Franziska, mit in seiner Familie.

Das Prinzip des Steindrucks

Der Steindruck, vom Erfinder «chemischer Druck»

genannt, beruht auf dem Prinzip, dass sich Fett und

Wasser gegenseitig abstossen. Der Lithostein samt

der mit fetthaltiger Lithografietusche oder Fettkreide

angebrachten Zeichnung wird mit einer Gummiarabikum-Salpetersäure-Lösung

geätzt. Dadurch

wird an den Stellen ohne Fett der Feuchtigkeitsträger

auf gebaut – dies sind die nichtdruckenden Stellen

des Lithosteins. Den Träger für die Druckfarben bilden

die mit Lithokreide oder -tusche versehenen

Bildstellen. Nun muss der Stein vor jedem Druckvorgang

von Neuem angefeuchtet werden, bevor die

Farbwalze über ihn hinweggeht. Für die verschiedenen

Arbeitsgänge hat jeder Drucker «seine» erprobte

Technik, seine Lederwalzen zum Einfärben

und, gut versteckt, geheimnisvolle «Büchsli» mit

Schwämmchen und Lappen. Steindruck ist heikel,

sogar Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen

das Druckergebnis.

Vermutlich wünscht sich Reckziegel schon in nenuntergang», «Aus der Alpenwelt» und «Morgenstund».

134 Kunstmaler haben Werke eingereicht.

Aarau etwas mehr Selbstständigkeit als Künstler.

Jedenfalls installiert er sich nun 1902 in Bern als Zusammen mit vielen anderen Prominenten gehört

selbstständig erwerbender Kunst- und Plakatmaler Reck ziegel zu den Nichtprämierten. Keiner seiner

und besucht im Winter 1903/04 an der Berner Kunstgewerbeschule

den Abend-Akt-Kurs bei Ernst Form.

eingereichten Entwürfe erscheint in gedruckter

Linck. 19, K, L Er bleibt aber bis 1909 auch weiterhin 1905 reist Reckziegel nach Belgien und Frankreich.

Für die Belgischen Staatsbahnen kann er zwei

als Entwerfer für seine bisherige Berner Firma tätig,

die sich nun Kunstanstalt Hubacher & Co. nennt, und Plakate aus den Ardennen ausführen. Im Jahr darauf

widmet sich auch der Ausbildung der jungen Zeichner

und Lithografen der Firma. 20 Sein Schritt in die Souvenir-Fotobroschüren Edition Illustrato der Gebr.

malt er über 20 landschaftliche Titelbilder für die

Selbstständigkeit entspricht ganz der neuen Künstlerbewegung

um Ferdinand Hodler. In die Zeit bis Aus dem Jahr 1907 ist bekannt, dass Reckziegel

Wehrli in Kilchberg. J

1906 fällt der Höhepunkt von Reckziegels Plakatschaffen.

Aus diesen fünf Jahren sind 30 Plakate schaft eingereicht hat. Die Entwürfe der Bewerber

Entwürfe für die ersten Banknoten der Eidgenossen-

und zwei nicht gedruckte Entwürfe aus seiner Hand sind noch heute bei der Nationalbank vorhanden und

bekannt. Es gelingt ihm in den nächsten Jahren auch, einige können Reckziegel zugeschrieben werden. Für

Aufträge aus zahlreichen Ländern Europas auszuführen,

die nicht in seiner Stammfirma gedruckt wertenden

Auftrag für zwölf grosse Schulwandbilder

einen Stuttgarter Verlag arbeitet er an einem bedeuden.

Der erste dieser Art wirbt 1904 für das Riesengebirge

nahe seiner ehemaligen Heimat.

Reckziegels Pläne, sich wieder vermehrt dem

über die Naturerscheinungen der Erde.

Freien Schaffen als Kunstmaler widmen zu können,

führen 1907 zum Erfolg. Er präsentiert über 50 Werke

Präsenz als Kunstmaler,

in einer Einzelausstellung im Salle Thellusson in der

Veränderung seines Plakatstils

damals grössten Schweizer Stadt Genf, organisiert

von der renommierten Société des Expositions d’art.

Erster Vorbote eines Wandels ist der Plakatwettbewerb

der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) der Durchführung des 34. Centralfestes betraut. Zu-

Im selben Jahr wird die Sektion Bern des SAC mit

von 1903. Reckziegel beteiligt sich persönlich, aber sammen mit Kunstmuseumsdirektor Horace Edouard

Davinet, Clubfotograf Franz Rohr, dem jungen

unter der Adresse der Firma Hubacher & Co., mit

fünf Werken. Diese sind heute verschollen, nur noch Plakatgrafiker Emil Cardinaux und drei weiteren Personen

wird Reckziegel ins «Dekorationscomité» ge-

die für den Wettbewerb verlangten Mottos sind bekannt:

«Milieu du Jour», «Hochgebirgssee», «Sonwählt.

Dank dem Kontakt mit Direktor Davinet folgt

14


Anton Reckziegel, geboren 1865 im böhmischen Gablonz und in Graz zum Maler

ausgebildet, war ab 1893 in der Schweiz tätig. 1909 kehrte er nach Österreich zurück,

wo er zunächst in Wien und ab 1912 in Mödling bis zu seinem Tod 1936 als Landschaftsmaler

arbeitete. Während seiner Schweizer Jahre wurde Reckziegel rasch zum

bekanntesten Plakatmaler des Landes. Er entwarf auch Werbemittel für viele andere

Länder.

Reckziegels Motive zeigen eine Welt der elegant gekleideten Paare, der schnaubenden

Dampfeisenbahnen, der prachtvollen Grandhotels. Erstmals warben damals grosse,

farbenprächtige Plakate und sorgfältig lithografierte Prospekte mit Panoramen für die

neu erschlossenen Reiseziele. Das Versenden von Ansichtskarten wurde zum Volkssport.

Reckziegel hat mit diesen Werbebildern die Vorstellungen von typisch schweizerischen

Landschaften geprägt.

Dieses Buch stellt nun zum ersten Mal überhaupt Leben und Werk dieses Künstlers im

Kontext der Belle Époque umfassend vor und zeichnet seinen Werdegang vom vielseitigen

Kunstmaler zum ersten selbstständigen Werbegrafiker der Schweiz nach. Ebenso

werden die Entwicklungen im Druckwesen, in der Kunst und im Tourismus im Vorfeld

und während Reckziegels Zeit beleuchtet. Über 300 Abbildungen entführen in die

Frühzeit des touristischen Plakats und der Werbegrafik.

Reklamekunst und Reiseträume

Anton Reckziegel und die Frühzeit des Tourismusplakates

7 Scheidegger & Spiess

Erste Monografie zu einem der

herausragendsten Plakatkünstler

der Belle Époque

Reich illustriert stellt das Buch

Reckziegels Werk in den Kontext

der Entwicklungen in Kunst,

Drucktechnik und des Tourismusmarketings

seiner Zeit

Erscheint zur Ausstellung über

Anton Reckziegel im Alpinen

Museum der Schweiz in Bern

(27. Januar bis 23. April 2017)

Herausgegeben vom Alpinen

Museum der Schweiz

Mit Beiträgen von Agathon

Aerni, Roland Flückiger-Seiler,

Hans Hirt-Tenger, Christian

Jaquet und Urs Kneubühl

Gestaltet von Hi – Visuelle

Gestaltung

Gebunden

160 Seiten, 315 farbige und

12 sw Abbildungen

24,5 × 32 cm

978-3-85881-532-3 Deutsch

sFr. 59.– | € 58.–

Lieferbar

Agathon Aerni (1929–2006) war

Dozent für Betriebswirtschaft,

Bankier, Diplomat und Verfasser

mehrerer historischer Publikationen

über die Schweiz und ihre Beziehungen

zu anderen Ländern.

Roland Flückiger-Seiler, geboren

1953, ist Architekt und Architekturhistoriker

mit Forschungsschwerpunkt

Schweizer Hotelgeschichte.

Hans Hirt-Tenger (1910–2004)

war Druckereifachmann und Dozent

an der Kunstgewerbeschule

Zürich.

Christian Jaquet, geboren 1935,

ist Werbeberater sowie Fachhochschuldozent

und Experte im

Bereich der Tourismuswerbung.

ISBN 978-3-85881-532-3

9 783858 815323

Urs Kneubühl, geboren 1948, ist

Geograf und hat zu Raumentwicklung,

Tourismus und Umwelt geforscht.

Zunächst Kurator und von

1996–2011 Direktor des Alpinen

Museums der Schweiz.


T

Im Gegensatz zu den wässrigen Techniken benötigt

T

T

T

R

man für die trockenen Zeichentechniken weder Wasser

R

R

R

O

noch Öl. Es werden Metallstifte, Naturkreiden (Rötel,

O

O

O

C

schwarze und weisse Kreiden) 19, 20, Pastellkreiden,

C

C

C

K

Kohle 21, Kunstkreiden, Grafit und Buntstifte verwen-

K

K

K

E

det. Das Material wird direkt auf die Unterlage aufge-

E

E

E

N

bracht, ohne Zuhilfenahme eines Zeichengeräts (Feder

N

N

N

E

oder Pinsel), allenfalls mithilfe eines Minenhalters•. Bei

E

E

E

den heute benutzten Stiften sind das Material (die Mine)

T

und das Gerät (der Holzstift) in der Regel nicht vonein-

T

T

T

E

ander zu trennen.

E

E

E

C

C

C

C

H

Die trockenen Zeichentechniken werden sehr häu-

H

H

H

N

fig mit wässrigen Zeichentechniken kombiniert: Eine

N

N

N

I

Zeichnung wird zum Beispiel mit schwarzer Kreide skiz-

I

I

I

K

ziert, um dann mit der Feder überarbeitet und laviert

K

K

K

E

zu werden 22. Übrigens werden zuweilen die trocke-

E

E

E

N

nen Zeichentechniken wie wässrige Zeichentechniken

N

N

N

bearbeitet, was die Unterscheidung hinfällig macht. So

kann der Rötel zu Pulver zermahlen und in Wasser gelöst

werden, um dann mit dem Pinsel aufgetragen zu

werden.

Die Technik und die Kreativität des Künstlers können

nicht getrennt voneinander gedacht werden. Die Technik

nährt die Kreativität, indem sie ihr neue Möglichkeiten

eröffnet, und die Kreativität bereichert die Technik,

wenn Künstler die den Materialien und Werkzeugen

zugeschriebenen Grenzen überschreiten und sich neue

Verwendungsweisen ausdenken.

Pirro Ligorio,

Drei Männer «all’Antica» (Detail), um 1550?

Jean-Baptiste Marie Pierre,

Junge in ganzer Figur, um 1740?

Théophile Alexandre Steinlen,

Porträt von Leo Tolstoi (Detail), um 1905

1

1

2

2

8

9

0

1

T

Der METALLSTIFT ist ein altes, seit der Antike ge-

T

M

W

WEISSE KREIDE ist ein weiches und kompaktes

T

W

R

bräuchliches Zeichenmittel. Es handelt sich um einen

R

E

E

Kalziumkarbonat, dessen Verwendung während der

R

E

O

spitz zulaufenden metallischen Griffel• (Blei, Kupfer, Sil-

O

T

I

Renaissance aufkommt. Sie ist leicht zu schneiden, aber

O

I

C

ber oder Gold), der zum Skizzieren dient. Metalle hin-

C

A

S

recht zerbrechlich, weshalb die Künstler sie oft mit ei-

C

S

K

terlassen durch Reibung auf dem Träger eine leichte

K

L

S

nem Kreidehalter• oder einem Schilfrohr schützen. Ihre

K

S

E

Ablagerung. Die Spitze ist in einen Stiel eingearbeitet.

E

L

E

Hauptfunktion ist es, genau wie bei der weissen Gou-

E

E

N

Nicht selten werden zwei in Grösse oder Material ver-

N

S

ache, auf einer mithilfe anderer Techniken angefertig-

N

E

schiedene Spitzen an die jeweiligen Enden des Stiels

E

T

K

ten Zeichnung hell beleuchtete Bereiche anzuzeigen

E

K

angebracht. Das erlaubt, die Strichstärke zu variieren,

I

R

und Lichter zu setzen, wie bei dieser Rötelzeichnung

R

T

die im Unterschied zu anderen Techniken bei Metallstif-

T

F

E

eines Widderkopfes 48. Am häufigsten wird sie folg-

T

E

E

ten nicht allein durch den Druck der Hand modifiziert

E

T

I

lich für Höhungen verwendet (s.u.), selbst wenn bis zum

E

I

C

werden kann.

C

E

D

17. Jahrhundert die Gouache für diesen Gebrauch prä-

C

D

H

H

E

feriert wird. Sie verleiht Figuren Plastizität, wie man am

H

E

N

Der Gebrauch von Metallstiften ist im Libro dell’arte

N

Männerkopf, nach oben schauend 47 sehen kann,

N

I

von Cennino Cennini dokumentiert, einem für das Ver-

I

der im 17.Jahrhundert von einem anonymen italieni-

I

K

ständnis der europäischen Kunst wesentlichen Hand-

K

schen Künstler angefertigt wird. Der Kontrast zur Kreide

K

E

buch vom Beginn der Renaissance. Der Autor trifft da-

E

ist umso deutlicher, je dunkler das Papier ist 50. Auf

E

N

rin eine Unterscheidung zwischen Bleigriffel (rein oder

N

Buntpapier sind Zeichnungen mit weisser Kreide übri-

N

in Legierungen) und Silberstift, den beiden unter Künst-

gens zumeist vorherrschend, insbesondere im 17. und

Italienische Schule (Genua?), Schlachtszene (Detail),

zweite Hälfte 16.Jh. oder Anfang 17.Jh.

lern meistverwendeten Metallstiften. Blei ist einfach in

der Handhabung und kann direkt auf die Unterlage aufgetragen

werden. Es eignet sich gut für Vorzeichnungen

und Skizzen, weil sein leichter Strich einfach wieder

entfernt werden kann. Es wird zumeist mit Zinn legiert,

was für einen klareren Strich sorgt. Silber ist härter und

muss auf einem vorbereiteten Untergrund verwendet

werden. Dabei handelt es sich um Pergament, Holz,

feine Leinwand oder grundiertes• (also mit einer kreidehaltigen

Grundierung• versehenes) Papier. Sein klarer

und eleganter, zugleich feiner und dichter Strich prägt

sich tief in die Unterlage ein. Er hinterlässt eine graue,

unauslöschliche Spur, die sich mit der Zeit verfärbt

und oxidiert. Der Silberstift erlaubt also eine genaue,

Giovanni Domenico Tiepolo,

Kopf eines toten Widders (Detail), um 1755

18.Jahrhundert. Und so tauchen zum Beispiel auch später

noch in einem Werk von Giovanni Segantini die mit

Kreide gezeichneten Formen aus der Dunkelheit des

Blattes auf 53. E.H.

detaillierte Darstellung. Deshalb wird er nicht nur für

Skizzen, sondern auch für vollendete Zeichnungen verwendet,

insbesondere für Illustrationen wissenschaft-

2

licher Werke. Insgesamt liefern Metallstifte in Bezug auf

2

4

4

2

Reinheit, Genauigkeit und Linearität schöne Ergebnisse.

3

8

9

W

W

P

Wenn auch das erste aufgeschriebene Rezept für

T

P

E

E

A

PASTELLKREIDE auf das Jahr 1574 zurückgeht,

R

A

I

I

S

wird die Technik bereits vor diesem Datum von Künst-

O

S

S

S

T

lern wie Leonardo da Vinci, Jacopo Bassano oder Fe-

C

T

S

S

E

derico Barocci verwendet. Da sie damals eine noch

K

E

E

E

L

eingeschränkte Palette aufweist, wird sie bis ins 17.Jahr-

E

L

L

hundert hinein im Wesentlichen dazu benutzt, Zeich-

N

L

K

K

K

nungen zu höhen und somit andere trockene Zeichen-

E

K

R

R

R

techniken zu ergänzen. Dieser Gebrauch dauert weit

R

E

E

E

über diese Zeit hinaus an, wie Blätter von Maurice Denis

T

E

I

I

I

aus dem 20.Jahrhundert belegen 184↓. Erst zum Ende

E

I

D

D

D

des 17.Jahrhunderts entwickelt sie sich zu einer sehr

C

D

E

E

E

geschätzten eigenständigen Technik. Zu ihren bedeu-

H

E

tendsten Repräsentanten im Jahrhundert der Aufklä-

N

rung zählen Maurice Quentin de La Tour, Jean-Siméon

I

Chardin, Jean-Étienne Liotard oder Rosalba Carriera.

K

Damals befindet sich die Kunst des mit Pastellkreiden

E

gemalten Porträts auf ihrem Höhepunkt – «gemalt»,

N

weil die Technik zu jener Zeit nicht als eine grafische

Jean-Baptiste Mauzaisse,

Ossians letzter Gesang, 19. Jh.

Jacques Courtois, genannt Le Bourguignon, zugeschrieben,

Soldatenstudie (Detail), 17. Jh.

Otto Vautier, Nackte Frau

mit blauen Strümpfen (Detail), um 1915–1917

Kunst gilt, sondern zu den Malkünsten gezählt wird. Die

von ihr sowohl in chromatischer Hinsicht als auch durch

die Wiedergabe mit Schraffur, Überlagerung und Verwischung

gebotenen Möglichkeiten geben ihr tatsächlich

eine pikturale Dimension. Pastellkreide setzt sich

aus einem zu feinem Pulver zermahlenen Pigment• und

einem mineralischen Füllstoff• zusammen, welcher zu

ihrer Konsistenz und ihrer Farbnuance beiträgt. Manchmal

werden ihr Bindemittel• (unter anderem Gummiwasser,

Kandiszucker, Feigensaft) oder auch andere Zusatzstoffe

beigegeben. Die so gebildete Paste wird zu

Stäbchen geschnitten, geformt oder gerollt und dann

getrocknet. Durch den Spielraum bei der Zubereitung

und der Quantität der Bestandteile ist es möglich, eine

sehr grosse Vielfalt an Farbtönen zu erlangen und die

Härte des Materials zu variieren. Dieses ist jedoch in der

Regel sehr zart und zerbrechlich.

5

5

6

6

0

1

4

5

B

A

C

U

B

O

N

K

L

T

L

L

S

A

A

T

T

G

I

S

E

F

C

T

H

Oskar Kokoschka,

Totes Kaninchen, 1944

Frans van Mieris,

Der Wein ist ein Spötter, 1664

Henri Chopin,

Collage Poem, 1971

2

2

9

0

0

1

4

5


Im Jahr 2015 wurde dem Musée Jenisch Vevey ein Grafikfundus von einzigartiger Qualität

vererbt, der Tausende Druckgrafiken und Zeichnungen u.a. von Eugène Delacroix,

Auguste Rodin, Ferdinand Hodler, Félix Vallotton, Max Ernst und Hermann Hesse

umfasst. Eine Ausstellung im Winter 2016/17 stellt diese Sammlung erstmals der Öffentlichkeit

vor.

Das aus diesem Anlass erschienene Buch ist weit mehr als ein gewöhnlicher Ausstellungskatalog.

Vielmehr dienen die ausgewählten Werke aus diesem ausserordentlichen

Vermächtnis als Beispiele in einem eigentlichen Handbuch der Zeichnungskunst, das

diese Disziplin in ihren unterschiedlichen Ausprägungen umfassend und anschaulich

darstellt. Es vermittelt Details zu den mannigfaltigen Zeichentechniken und erläutert

die Unterschiede zwischen den Trocken- und Nassverfahren sowie den Einsatz diverser

Papiersorten. Und es erklärt kuriose Begriffe wie etwa die «Schummelnudel» und wozu

eine solche benötigt wird.

Zudem ist das Kleine Handbuch der Zeichnungskunst eine Ode an den perfekten Einsatz

des zeichnerischen Duktus und die meisterhafte Darstellung der Bewegung – ein

Kunstbuch für visuelle Geniesser.

9 Scheidegger & Spiess

Alles, was Sie schon immer über das

künstlerische Zeichnen wissen wollten

Kleines Handbuch

der Zeichnungskunst

Ein kompaktes und zugleich umfassendes

Handbuch zur Kunst

des Zeichnens

Vermittelt anhand ausgewählter

Werke aus einer einzigartigen

Sammlung Techniken, Verfahren

und Materialien und erläutert

spezielle Begriffe

Erscheint anlässlich der Ausstellung

Rien que pour vos yeux

im Musée Jenisch Vevey (bis

19. Februar 2017)

Mit Beiträgen von Julie Enckell

Julliard, Elisa de Halleux und

Emmanuelle Neukomm

In Zusammenarbeit mit dem

Musée Jenisch Vevey

Julie Enckell Julliard ist seit 2013

Direktorin des Musée Jenisch

Vevey und Mitglied der Eidgenössischen

Kunstkommission. Zahlreiche

Publikationen, v.a. zur zeitgenössischen

Zeichenkunst.

Gestaltet von Bonbon

Gebunden

238 Seiten, 157 farbige und

1 sw Abbildungen

11,5 × 16,5 cm

978-3-85881-534-7 Deutsch

978-3-85881-790-7 Französisch

sFr. 29.– | € 29.–

Lieferbar

ISBN 978-3-85881-534-7

Deutsch

ISBN 978-3-85881-790-7

Französisch

9 783858 815347

9 783858 817907


Charlotte Perriand

Prospectus « Bibliothèques Charlotte Perriand,

éditions Steph Simon », 1958.

Bibliothèques composées de tablettes en latté

plaqué, entretoisées par des éléments

plots métalliques laqués noir ou aluminités

satiné naturel. Possibilité de placer des portes

coulissantes en verre ou en stratifié de couleur.

AChP.

Prospectus « Bibliothèque à plots

Charlotte Perriand, édition Steph Simon », 1956.

Bibliothèque composée par des éléments à plots

en tôle laquée au four entretoisant

des étagères en latté plaqué d’essences variées.

Portes coulissantes en métal laqué, verre ou

plastique. Une seule profondeur, 335 mm.

AChP.

Page de droite

Bibliothèque à plots aluminités naturel.

Édition Steph Simon à partir de 1958.

Photographie Christie’s.

42 43

Charlotte Perriand

Bloc-rangement à joues avec portes coulissantes

en polyester. Édition Steph Simon à partir de 1958.

Photographie Françoise Calmon/Galerie 54.

Prospectus « Rangements Charlotte Perriand »,

Édition Steph Simon, 1958.

Éléments de rangement constitués par assemblage

de joues et fonds métalliques laqués noir,

entretoisant des plateaux en latté plaqué frêne

ou merisier. Les blocs peuvent être juxtaposés ou

superposés pour constituer des ensembles meubles.

AChP.

Charlotte Perriand

Bloc-rangement à joues avec portes coulissantes

en polyester, tiroirs et tablettes intermédiaires.

Édition Steph Simon à partir de 1958.

Photographie Marie Clérin/

Galerie Downtown-François Laffanour.

Blocs-rangement « Éditions Steph Simon,

meubles galerie 58 ». Élévations, vers 1957.

Mine de plomb, encre de Chine,

Zip-a-tone sur calque.

Archives Steph Simon/

Galerie Downtown-François Laffanour.

Ci-contre et page de droite

Charlotte Perriand

Bureau forme libre en bois massif, petit modèle, 1953.

Édition Steph Simon à partir de 1956.

Photographies Jacques Delacroix/

Galerie Downtown-François Laffanour.

Les bibliothèques

Les bibliothèques de Charlotte Perriand éditées par la galerie Steph Simon à partir de 1956

puisent leur origine dans les modèles qu’elle avait créés pour la maison de la Tunisie et pour

la maison du Mexique à la cité universitaire de Paris en 1952 86 . Elles sont de deux types. La

première, type Tunisie, est composée de plots métalliques en U d’une seule pièce disposés

en quinconce entre les étagères. Elle se fixe au mur. Les hauteurs des plots sont de quatre

dimensions pour s’adapter à la diversité des formats des livres ou des objets. La seconde, type

Mexique, est composée de casiers ouverts à l’avant formés par deux joues métalliques latérales

réunies par un fond, entretoisant les étagères. Elle est autoportante et peut être disposée librement

dans l’espace ou contre un mur. Les joues sont de cinq hauteurs et de quatre profondeurs

différentes. Elles sont perforées pour permettre l’accrochage d’étagères intermédiaires en glace

48 49

74 75

94 95

Der dritte Band über Leben und Werk der grossartigen

Avantgarde-Designerin Charlotte Perriand

102 103

Weiterhin lieferbar:

HABITER

Charlotte Perriand:

Complete Works

Volume 1: 1903–1940

978-3-85881-746-4 Englisch

sFr. 120.– | € 120.–

Volume 2: 1940 –1955

978-3-85881-747-1 Englisch

sFr. 120.– | € 120.–

268 269


11 Scheidegger & Spiess

Der dritte Band der bisher ausführlichsten Monografie über die herausragende französische

Designerin Charlotte Perriand umfasst die Jahre 1956 bis 1968. Im Zentrum

steht zum einen ihre Kooperation mit Steph Simon, der ihr zusammen mit Jean Prouvé

die künstlerische Leitung seiner 1956 in Paris eröffneten Galerie für zeitgenössische

Einrichtung überantwortete. Den zweiten Schwerpunkt bilden das von Perriand geschaffene

Firmenimage für Air France und verschiedene von ihr gestaltete Reisebüros

und Niederlassungen weltweit. Schliesslich widmet sich das Buch ausführlich Perriands

bisher kaum bekannter Beteiligung an der Neueinrichtung des Palais des Nations in

Genf, des europäischen Hauptsitzes der UN: die Entwürfe für einzelne Möbel, die Ausstattung

ganzer Sitzungssäle und Salons, von denen viele bis heute in unveränderter

Form genutzt werden.

Weiter dokumentiert der neue Band mit wiederum reichem Bildmaterial Perriands Ferienhaus

im savoyischen Méribel sowie die ebenfalls bisher kaum publizierten Häuser

des japanischen Botschafters in Paris und des Air-France-Direktors Jacques Martin in

Rio de Janeiro sowie zahlreiche Möbelentwürfe der späten 1950er- und 1960er-Jahre.

Jacques Barsac

Charlotte Perriand

Complete Works. Volume 3: 1956 –1968

Charlotte Perriand ist eine der

massgeblichen Protagonistinnen

der Designgeschichte des

20. Jahrhunderts

Band 3 der grossen Monografie

dokumentiert bisher kaum publizierte

Werke Perriands wie die

Möbelentwürfe und Ausstattungen

von Sitzungssälen im Palais

des Nations in Genf sowie ihre

engen Verbindungen zu

Brasilien

Reich illustriert mit einer Fülle

noch nie zuvor veröffentlichter

Dokumente und Bilder

Ein wertvolles Nachschlagewerk

für Wissenschaftler, Kunsthändler

und Sammler

Mit einem Vorwort von

Barry Bergdoll

Gestaltet von Delphine Renon

Gebunden

ca. 528 Seiten, ca. 600 farbige

und 200 sw Abbildungen

23 × 30,5 cm

978-3-85881-748-8 Englisch

ca. sFr. 120.– | € 120.–

Erscheint

ISBN 978-3-85881-748-8

im März 2017

Jacques Barsac realisierte Dokumentarfilme

über Charlotte Perriand,

Le Corbusier, Jean Cocteau

und Winston Churchill. Seit 2001

beschäftigt er sich ausschliesslich

mit Perriands Werk.

Barry Bergdoll ist Professor für

Kunstgeschichte an der Columbia

University sowie Kurator für Architektur

und Design am MoMA,

New York.

9 783858 817488

Im Frühjahr 2018 erscheint:

Volume 4: 1969–1999

978-3-85881-778-5 Englisch

ca. sFr. 120.– | € 120.–

ISBN 978-3-85881-778-5

9 783858 817785


«Der verschneite Lukmanierpass mit seinen lichten Arvenwäldern

ist so wenig ein Vergnügungspark für die rasenden

Motorschlittenclubs, wie das Zürcher Grossmünster ein Ort

ist für Spielautomaten. Und die grandiose Gletscherlandschaft

Monte-Rosa-Dent-Blanche darf kein Platz sein, wo sich

betuchte Konsumenten beim Heliskiing ein schnelles Tiefschneeabenteuer

kaufen.» Helmut Scheben


Heimat, Energie, Freizeit und Transit sind die Themen von Hans Peter Josts Bildern aus

den Schweizer Alpen, die über die letzten drei Jahre entstanden sind. Eine beeindruckende

Auswahl davon präsentiert dieses Buch. Die Aufnahmen erzählen von Begegnungen

mit Bergbewohnern und Touristen, zeigen Skurriles und Nachdenkliches, Kritisches

und Liebenswertes.

Die Fotografien werden begleitet von einer Einleitung von Mario Broggi, dem vormaligen

Präsidenten der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA. Der Journalist

und Schriftsteller Erwin Koch porträtiert zwei Menschen, die bei aller Verschiedenheit

beide eine sehr enge Beziehung zu den Bergen haben. Der Autor Emil Zopfi befasst sich

mit der Energiegewinnung in den Alpen und der Fernsehjournalist Helmut Scheben

betrachtet kritisch deren stetig fortschreitende Mutation zum gigantischen Vergnügungspark.

Josts Blicke auf aktuelle Entwicklungen im Alpenraum und die Texte beleuchten die

Kontroversen zwischen ökonomischem und ökologischem Entwicklungsansatz oder

das Gegenüberstehen von Kraftwerken und Kraftorten, physischer und spiritueller

Energie und verdeutlicht so den unschätzbaren Wert des Alpenraums.

13 Scheidegger & Spiess

Eine beeindruckende fotografische

Darstellung kontroverser

Entwicklungen im Alpenraum

Alpen-Blicke.ch

Heimat, Energie, Freizeit, Transit

Die Texte bekannter Schweizer

Autoren und Journalisten

verdeutlichen die Botschaft der

Bilder

Ein vielschichtiger Beitrag zur

Diskussion um die Zukunft des

alpinen Lebensraums

Herausgegeben und mit

Fotografien von Hans Peter Jost

Mit Beiträgen von Mario Broggi,

Erwin Koch, Helmut Scheben und

Emil Zopfi

Hans Peter Jost, geboren 1953, lebt

und arbeitet in Zürich als Fotograf.

Seit 1984 ist er für zahlreiche

Medien tätig. Menschen und ihr

soziales Umfeld stehen bei ihm im

Zentrum.

Gestaltet von unfolded

Gebunden

ca. 320 Seiten, ca. 240 farbige

Abbildungen

ca. 27 × 23 cm

978-3-85881-545-3 Deutsch

ca. sFr. 59.– | € 58.–

Erscheint im April 2017

ISBN 978-3-85881-545-3

9 783858 815453


128 /129

from “Polaroid SX’70’s”, 1977/78 –› s.b.

174 /175

Klee, Kistlerweg 6, Bern, 2005

The living room of Paul Klee’s two-room apartment, used as a studio

where his late and largest works were realized, 1934 – 1940

from Lenin/Klee/Fromm, 2005 – 06 –› s.b.

32 /33

Lenin, St. Johanns Vorstadt 48, Basel, 2005

The venue of a pre-revolutionary speech delivered by Vladimir

Ilyich Ulyanov (Lenin), 1916

212 /213

from “Prison Cells”, 1989

from “Bei Sich”, 1986 –

118 /119

from “Naturräume”, 2004 – 2010 –› s.b.

58 /59

210 /211 48 /49


Seit fast 50 Jahren arbeitet der 1946 geborene Schweizer Christian Vogt mit dem Medium

der Fotografie. Schon früh bewies er, dass er Meister seines Fachs ist, ein Bilderkünstler

im wahrsten Sinne des Wortes. Vogts Schaffen kann gesamthaft als eine Erforschung

des Sehens begriffen werden. Für ihn sind Bilder immer Projektionsflächen, weil

jeder Betrachter anders auf das zu Sehende reagiert. Leere Räume und Orte, an denen

etwas geschehen ist – sozusagen «geladene» Orte –, beflügeln die Fantasie des Fotografen

und ziehen sich als roter Faden immer wieder durch sein Werk. Andere Aufnahmen

sind von der Interaktion von Text und Bild bestimmt, das eine ist ohne das andere nicht

mehr denkbar. Vogt zeigt sich so als fotografierender Philosoph.

Diese neue Monografie würdigt nun erstmals alle Phasen seines Werks umfassend. Den

Bildern zur Seite stehen ein Interview mit dem Künstler von Martin Gasser sowie eine

kurze Einleitung von Christian Vogt.

15 Scheidegger & Spiess

«Oft werde ich gefragt, was ich denn so fotografiere.

Nie fragt man nach dem Wie. Wenn man van Gogh

fragen würde, was er denn male, ohne seinen Stil

zu kennen, und er würde antworten: Sonnenblumen

– was wüsste man dann mehr?» Christian Vogt

Christian Vogt zählt zu den wichtigsten

zeitgenössischen Schweizer

Fotokünstlern

Das Buch präsentiert freie Projekte

und einige Auftragsarbeiten

Erste umfassende Monografie zu

allen Phasen seines Schaffens

Christian Vogt

The longer I look

Mit Beiträgen von Martin Gasser

und Christian Vogt

Gestaltet von Matthias Huber

Gebunden

ca. 268 Seiten, ca. 125 farbige

und 200 sw Abbildungen

ca. 20 × 27,5 cm

978-3-85881-791-4 Englisch

ca. sFr. 69.– | € 68.–

Erscheint im März 2017

Martin Gasser studierte Fotografiegeschichte

an der Princeton

University und ist seit 1998 Konservator

und Kurator bei der Fotostiftung

Schweiz in Winterthur.

Christian Vogt, geboren 1946,

realisiert seit den 1960er-Jahren

fotografisch-visuelle Konzepte für

sich selbst und im Auftrag. Zahlreiche

Bücher und internationale

Ausstellungen.

ISBN 978-3-85881-791-4

9 783858 817914


8005-016d_Neugasse 1995 /10.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8005-016b_Neugasse_155/159/163.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

108 109

8004-053_Neufrankengasse_6/14.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8004-061_Schöneggstr.28.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

72 73

50 51

8003-079_Weststr.94.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

32

8005-067_Neugasse-1335_Bronx.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8004-006_Neufrankengasse_4.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8003-066-Weststrasse46.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

33

8003-112-Birmensdorferstrasse155.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8005-062-HB&Gleisfeld.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8003-078a_Weststr.84.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8004-046a_Molkenstr.5-9.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

74

8004-070b_Werdstr.40/Stauffach25.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8004-108_Stauffacherstr.28.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

56 57

8003-169A-Birmensdorferstr80-Bhf.Wiedikon.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8003-191A_Schimmel_Seebahnstr_FlaMa_009.jpg

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8003-169C-Birmensdorferstr80-Bhf.Wiedikon.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8055-262B-Triemlihalde_02380.jpg

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

48 49

8032-129_Forchstr.150..tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

112

75

8004-075b_Köchlistr.10.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8003-102_Zweierstr 138.tif

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

8047-252-Stadtgaernerei_5068-sw.jpg

Baujahr Nein

Fotografiert Nein

113

Focus: Kreis 4

Andrea Helblings Atelier liegt nahe bei Helvetiaplatz

und Langstrasse, in einer Nebengasse, die

sich freilich recht schmuck präsentiert, dezent

renoviert. So richtig proletarisch sieht es hier

nicht mehr aus. Ihr «Langstrassen-Dörfli», meint

sie, reiche eigentlich nur bis zu den Gleisen,

wo der Kreis 5 beginnt. Sie kennt die kleinen

Läden und Handwerksbetriebe um die Ecke,

die Bars und Beizen, viele Leute aus der Kreativwirtschaft,

die hier ansässig geworden und in

allen möglichen Sparten tätig sind. Die Bilder

jedoch sucht sie in einem weiteren Radius: Wipkingen,

Zürich-West, Oerlikon, Leutschenbach,

Affoltern, Altstetten, Hardbrücke, Wiedikon,

Albisriederplatz … Das sind Gegenden, die für

viele erst seit ein paar Jahren mit Prime Tower,

Schiffbau und der Zürcher Hochschule der Künste

vertrauter geworden sind. Der Schriftsteller

Hugo Loetscher hat sie seinen Lesern allerdings

schon in den 1960er-Jahren nahegebracht. In

seinem Roman Die Kranzflechterin zieht seine

Grossmutter Anna ihren Leiterwagen mit dem

Gemüse durch ebendiese Quartiere. Sie lebte vor

über hundert Jahren. Ihr dürftiges Ladenlokal

befand sich samt Küche und Wohnstube in einer

Quergasse zur Langstrasse, wie heute Andrea

Helblings Atelier.

Nicht Vorzeigestadt,

sondern

Gebrauchsstadt

Die repräsentative Zürcher Innenstadt ist in

dieser Häuserserie nicht vertreten. Aus der Sicht

der Fotografin weist sie allzu bekannte Konturen

auf, ist gar sehr auf ihr Image bedacht, kommt

sich gediegen vor, vollendet. Fertig gebaut sei

diese Stadt, hiess es ja noch vor einigen Jahren.

Zürich sei «hoffnungslos verbaut», schreibt

Friedrich Dürrenmatt im Roman Justiz, womit

er wohl auch meint, die Stadt sei lähmend festgelegt,

definiert 4 . Nicht die Landmarks, nicht

die symbolbehafteten Zeugen der Vergangenheit

fasst Andrea Helbling also ins Auge, nicht die

Vorzeigestadt, sondern die Gebrauchsstadt. Weder

Rat- und Stadthaus, noch Gross- und Fraumünster

treten als Protagonisten auf. Am Rand

zeigt sich einmal eine Ikone der Bahnhofstrasse:

das Globus-Gebäude beispielsweise, weil dessen

«brutalistisches» Aussehen die Fotografin, wie sie

sagt, fessle, und sie überhaupt die 1960er-Jahre

ins Herz geschlossen habe; daneben auch noch

das feingliedrige Griederhaus mit dem steil

aufschiessenden Dach, das an die Hansearchitektur

nordischer Kaufmannschaften erinnert.

Auch die heute geschönte Altstadt fällt ausser

Betracht. Noch im 19. Jahrhundert war sie nichts

Besonderes. Als ärmliches, ganz gewöhnliches

Quartier hat sie der Knabe Gottfried Keller empfunden,

der da gewohnt, gespielt, gelitten hat.

Selbst die landschaftliche Schönheit, die man seit

Jahrhunderten an Zürich rühmt, darf bei Andrea

Helbling nicht mitspielen, höchstens taucht da

und dort als zarter Akzent ein Bäumchen oder

Vorgärtchen auf. See, Limmat, Zürichberg und

Üetliberg bleiben ausgespart.

Das spricht natürlich nicht gegen das

Übergangene. Gerade auch die Schreibende,

die noch die graue, oft beklemmend brave Atmosphäre

im Zürich der späten 1950er-Jahre

erlebt hat, schätzt die Lockerheit, die Farbigkeit

und – ja doch auch – Lebendigkeit der heutigen

Stadtmitte. Helblings Blick aber erweitert das

urbane Verständnis. Er macht die Stadt grösser,

differenzierter, redlicher.

Neue Blicke

Es ist auch ein Generationenblick, der hier waltet.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit dem

Schriftsteller Peter Weber. Es ging um das Buch

Bahnhofsprosa, Webers surreale Hommage an

den vielstimmigen Klangkörper des Zürcher

Hauptbahnhofs. Man spazierte durch Albisrieden,

wo der Autor wohnt. Ich bekam damals

einiges mit von der mir unbekannten Schönheit

des Vororts. Was mich aber doch verblüffte, war

Webers Aussage, nach Möglichkeit würden er

und seine Schriftsteller- und Künstlerkollegen

die Innenstadt meiden.

Oder ich lese Peter Stamm, der sich gern

architektonischen und städtebaulichen Themen

widmet; im Roman Sieben Jahre – er spielt in

München und Marseille – sind sie konstitutiv.

Auch Stamm favorisiert die Bauten der Gewöhnlichkeit.

Jahrelang sei er zwar der Altstadt in

Winterthur treu geblieben, habe sich aber stets

nach Quartieren gesehnt, die man «gemeinhin

als anonym» bezeichnet. Dort sei «nicht alles

Denkmal», nicht jedes Loch in der Erde fördere

alte Kultur zu Tage: «Es sind geschichtslose

Quartiere, gebaut ohne ästhetische Absichten

und vielleicht gerade deswegen ästhetisch, weil

zweckmässig», so Stamm im Essay Mein Winterthur

5 . In Endstation Zürich legt er eine skurril

kleinteilige Betrachtung einiger Endschlaufen

der Zürcher Tramlinien vor 6 . Zusammen mit

ihrem architektonischen Zubehör sind sie wenig

aufregend, doch gewinnt jede ihr eigenes

Gesicht.

Die Zuwendung zur Alltagsstadt und

deren Detailansichten hat schon eine längere

Tradition, sowohl in der bildenden Kunst und

in der Fotografie, als auch in der Literatur. Wenn

Adalbert Stifter vom alten Wien berichtet, dann

bezieht er eindringlich die Masse der Vorstädte

mit ein, die sich «in ungeheurem Kreise» gegen

die Innenstadt heranschieben 7 . Oder man denke

an die Spaziergänger und Feuilletonisten Robert

Walser und Franz Hessel in Berlin. Walser fasste

populäre Örtlichkeiten ins Auge, die Bierlokale

«Aschinger» und «Gebirgshallen» beispielsweise.

Franz Hessel war süchtig nach dem «heimlichen

Berlin». Wenn er dessen übersehenen Winkeln

nachspürte, nannte er das «Heimatkunde». Eine

Stadt sei nicht leicht zu entdecken, «gerade wenn

man in ihr zu Hause ist» 8 .

Vieles in der Welt muss man von den Dichtern

und Künstlern erzählt bekommen, damit

man es selber wahrnimmt.

Die Kamera

macht fremde

Dinge vertraut

Andrea Helbling – aufgewachsen in traditionell

bürgerlichen Quartieren – fotografierte zunächst

vom Fenster ihrer ersten eigenen Wohnung

aus. Diese lag nahe beim Albisriederplatz. Die

Kamera mache fremde Dinge vertraut, schreibt

auch Susan Sontag 9 . Fotografien würden einem

helfen, einen Platz zu finden auf der Welt. Später

zog Andrea Helbling in die Nachbarschaft ihres

Ateliers an der Marmorgasse, zu Fuss war sie

unterwegs, samt schwerer Sinar-Grossformatkamera

– noch nicht digital. Allmählich

schwärmte sie immer weiter aus, beschaffte sich

für ihre Geräte ein Wägelchen, packte dieses ins

Auto. So steuerte sie Altstetten an, Affoltern und

Seebach, Höngg und Wipkingen via Europa- und

Hardbrücke. Inzwischen hat sie umgestellt und

ist Besitzerin einer verstellbaren Alpa mit Digitalrückteil.

Auch hier lässt sich das Objektiv

gegenüber der Bildebene verschieben. Nicht alle,

sagt sie, könnten sich eine solche leisten, unter

den Fotografen sei eine Zweiklassengesellschaft

entstanden. Doch ob analog oder digital, die

Fotografin zielt in diesem Zyklus auf das Unspektakuläre.

Es sind Orte, wo Abertausende ihr

Leben verbringen. Da zieht man meistens ohne

Blick für die Umgebung seiner Wege. Nur selten

schaut man noch zu den Obergeschossen und

zum Himmel darüber. Gerade, wo sich unser

Alltag abspielt, sehen wir am flüchtigsten hin.

Wir achten nicht auf die Modellierung, die plastische

Form, der gewöhnlichen Häuser. Andrea

Helblings Bilder sind also auch ein Plädoyer für

eine Demokratisierung des ästhetischen Blicks.

Die anerzogenen Unterscheidungen zwischen

«trivial» und «bedeutend» werden von ihr einer

energischen Kritik unterzogen.

Dabei beschönigt sie gar nichts an ihrem

Viertel. Nach Mitternacht fahre sie mit dem

Fahrrad oft auf Umwegen nach Hause. Denn

die Langstrasse komme ihr manchmal auch

unheimlich vor. Und mit dem berühmten Multikulti-Ideal

sei es auch nicht gar so weit her. Sie

habe zwar Nachbarn aus vielen Ländern und

man grüsse sich freundlich, doch die meisten

blieben unter sich.

Rigoroser Stilwille

In dieser Arbeit herrscht ein rigoroser Stilwille.

Die Objekte werden zunächst fast obsessiv als

Einzelwesen inszeniert. Ebenso hingebungsvoll

wie zurückhaltend sind Charakteristika hervorgehoben:

Bänder, Balkone, Fensterfronten,

Brüstungen, nicht zuletzt die Baumaterialien,

ob Backstein, Beton, Stahl und Glas, Sandstein

ist auch diese Periode historisch, hatte doch der

Häuserkampf seinen Höhepunkt in den frühen

1990er-Jahren. In der letzten Zeit haben sich in

Zürich die Fronten verschoben. Wo noch besetzt

wird, geht es weniger um die Frage des Wohnens

als um kreative Freiräume: Zum Schauplatz für

einschlägige Aktionen wurden die wenigen,

noch verbliebenen Industriebrachen. Widerstand

kristallisierte sich im Fall von Binz- und

Koch-Areal an weitaus periferer gelegenen

Orten. Einen Rand wie noch vor zwanzig Jahren

verkörpert Aussersihl demnach nicht mehr

(selbst wenn im administrativen Sinn seine

Rand-Eigenschaft mit der zweiten Eingemeindung

von 1934 längst verloren gegangen war).

Die Arbeit von Andrea Helbling kann in

den Kontext einer Umkodierung von Zentrum

und Rand gestellt werden. In ihre Bildfindung

schiebt sich ein vorausgeahntes Verschwinden.

Indem viele Aufnahmen eine immanent zeitliche

Dimension besitzen, bewegt sich Häuser und

Konglomerate in der dokumentarischen Tradition

eines Charles Marville im Paris des Second

Empire, der die Stadt vor den grossen Eingriffen

unter Georges Eugène Haussmann festhielt. In

beiden Fällen sind später verschwundene Welten

akribisch festgehalten und in einer Art Unschuld

zu sehen. Bei Marville handelte es sich um die

Normalität von Strassenräumen, Ensembles

und Objekten, die Baron Haussmanns Erneuerungswalze

im Weg standen. Der Zeitraum

seiner Dokumentation ist von vergleichbarer

Länge wie bei Andrea Helbling, die im Gegensatz

zu Marville allerdings keinen offiziellen Auftrag

hatte, die bauliche Transformation ihrer Umgebung

festzuhalten.

Angesichts der schleichenden Zerstörung

dieser Substanz geht es der Fotografin weder um

Anklage, noch um das Schicksal von Bauzeugen,

die der Spekulation getrotzt haben. Eher handelt

es sich um eine Auseinandersetzung mit durchschnittlichen

Situationen, die sind, was sie sind.

Für die Fotografin, die seit langem in Aussersihl

lebt, ist der Stadtteil zugleich ein Raum persönlicher

Erinnerung. Daher ist es auch möglich,

über ihre Arbeiten im Sinne hermetischer Bilder

zu schreiben, die aus einem Prozess der kontinuierlichen

Betrachtung hervorgegangen sind und

die einer inneren Logik folgen. Die Bilder sind

hypersubjektiv und dennoch unsentimental.

Unschärfen existieren praktisch nicht, was eine

hyperreale Verfremdung, zuweilen auch den

Eindruck einer Einheit von Objekt und Umraum

entstehen lässt. Anderseits trägt die Bildfindung

zu einer Auratisierung stilisierter Alltagssituationen

bei: Ein Gebäude, ein Konglomerat,

ein Ausschnitt aus einem gebauten Ensemble

arrangiert Andrea Helbling derart, dass selbst

die zufälligsten Ensembles zu Kompositionen

sublimiert werden. Dies gilt für das Geschäftshaus

einer moderaten Moderne der 1950er- und

1960er-Jahre ebenso wie für das Mietshaus im

historischen Aussersihler Blockrandgefüge oder

für die baulichen Havarien der 1980er-Jahre.

Zu Objekten herausgearbeitet, gelegentlich

in hartes Licht getaucht, erscheinen diese

Bauten wie auf einer Petrischale als Vertreter

der Gattung «Haus». Ihre bis zur Heroisierung

reichende Vereinzelung steht jedoch in Gegensatz

zu einer auf Wiederholung und Rationalität

basierenden ökonomischen Logik, die für

das Mietshaus ja massgebend war. Ihm ist die

Wirkung als singuläres Objekt im Grunde genommen

fremd, handelt es sich doch um einen

Massenartikel der eher eine Extrusion aus der

Parzelle darstellt. Zum Hofverbund gruppiert,

spiegeln die Mietshäuser die Baugesetze einer

Zeit, in der spekulative Bauproduktion die

Nachfrage nach billigem Wohnraum in der

Industriestadt befriedigte. Bis über den Ersten

Weltkrieg hinaus waren die Gewerbenutzungen

überlassenen Innenhöfe die Matrix für dieses

«steinerne» Zürich. Von ähnlicher Kompaktheit

war aber auch die anschliessende Reformarchitektur,

die sich in Zürich vorerst nicht auf der

Grünen Wiese abspielte: Die Genossenschaftssiedlungen

der Zwischenkriegszeit schreiben

sich in die Blockrandviertel ein und beteiligen

sich als ein konstituierender Faktor am Weiterbau

der Stadt des 19. Jahrhunderts.

Die Fügungsprinzipien des Blockrands,

die sich in vielen Bildern von Andrea Helbling

zeigen, geben etwas über den morphogenetischen

Code der Stadt preis. Als Unregelmässigkeiten

in dieser Struktur erscheinen etwa die

freistehenden Baumeisterhäuser des 19.Jahrhunderts

– für die späteren Erneuerungswellen

eine leichte Beute, weil hier die Baulinie nicht

vollständig ausgenutzt wird. Indem sie die

Symptome dieses Verwertungsdrucks aufzeigt,

unterscheidet sich Andrea Helbling in ihrer

Arbeitsweise von den Inventaren bei Bernd

und Hilla Becher. Zwar zeigt das fotografische

Werk in beiden Fällen ein Interesse am Seriellen

und Typisierten. Doch im Gegensatz zu den

verklärenden Phänotypen der Bechers treten

hier Massstabsprünge und unvorhergesehene

Ereignisse in Erscheinung. Andrea Helbling

beschäftigen «Häuser» in ihrer Bedingtheit –

dann, wenn sie als Objekte von Zusatznutzungen

und baulichen Eingriffe korrumpiert worden

sind. Obwohl sie die jeweilige Konstellation mit

einer eigenen Aura ausstattet, führt sie Gebäude

innerhalb eines urbanen Dispositivs vor. Dem

Universellen stehen Störungen, Unregelmässigkeiten,

Improvisationen gegenüber, was wiederum

die Gestaltungskraft dieser Ereignisse ins

Bild rückt. Aus solcher Bewährung resultieren

architektonische Metamorphosen – ein Thema,

das bereits von Kevin Lynch, Aldo Rossi und O.M

Ungers in den 1950er- und 1960er-Jahren aufgegriffen

wurde. Diese Theoretiker suchten nach

Alternativen zu Organisationsprinzipien der

Nachkriegsmoderne wie Mobilität und Wachstum,

weshalb sie die Stadt als eine gewachsene

Umwelt entwarfen. Die damit zusammenhängenden

Gestaltlogiken, für die Alltag, Repetition,

Abschleifung, Umnutzung, Erneuerung eine

Art Ökologie bilden, finden wir indirekt auch in

Häuser und Konglomerate vor.

Pluralismus,

Identität,

Geschichte

Häufig thematisiert Andrea Helbling die Präsenz

und Kommunikation eines Objekts im Strassenraum.

Sie erinnert damit an Bildsequenzen, die

Ed Ruscha sowie Denise Scott Brown und Robert

Venturi in Los Angeles beziehungsweise in Las

Vegas während der 1960er-Jahre herstellten.

Nachdem Kevin Lynch die «Ablesbarkeit» der

städtischen Umwelt gefordert hatte, ging es für

Venturi Scott Brown dort um «Kommunikationssequenzen».

Was angesichts der sprachlos

gewordenen offiziellen Idiome von International

Style und Brutalismus damals radikale Forderungen

waren, sollte später in der postmodernen

Architektur in Erfüllung gehen. Der im Manifest

The Ugly and Ordinary as Symbol and Style von

Venturi Scott Brown festgehaltene Anspruch,

alltägliche Dissonanzen zuzulassen, gehört

inzwischen zu den Allgemeinplätzen von Architektur

und Stadtplanung. In einer bildgestützten

Ökonomie kommen der Architektur strategische

Kommunikationsaufgaben zu – so etwa wenn es

um die Darstellung von «authentischen» Ortseigenschaften

geht.

Pluralismus, Identität, Geschichte sind

heute feste Bestandteile professionellen Stadtmarketings,

das Urbanität sichert und mediatisiert.

Es ist gerade möglich, die Arbeit von

Andrea Helbling hin zu Fragen der Identität

zu öffnen: Welches Bild von sich selbst entwirft

eine Stadt, die, nach einer längeren Periode

der Stagnation, nach politisch-ökonomischen

Blockaden, den eigenen Erfolg zelebriert? Lange

Zeit mit dem Cliché der Verkrampftheit behaftet,

ist es Zürich gelungen, ein «attraktives» Image

weit über die Landesgrenzen hinauszutragen.

Das damit verknüpfte Versprechen von Urbanität

kann jedoch weniger als Basel oder Genf an

alte Traditionen anknüpfen. Zusammen mit dem

Kanton figuriert die Stadt zwar unbestritten als

Schwergewicht der Schweizer Wirtschaft, aber

in der Erscheinung des Geschäftszentrums

drückt sich ihre Hegemonie kaum aus. Die Anzeichen

auf diese erfolgreiche Positionierung

bleiben weiterhin überaus diskret. Von der

Verdrängung von Traditionsgeschäften durch

Luxuslabels abgesehen, setzt sich die monokulturelle

Erstarrung von Räumen wie Paradeplatz,

Bahnhofstrasse und den angrenzenden Adressen

fort. So erzeugen weite Teile der Innenstadt

den Eindruck, Zürich folge über Tourismus,

Shopping und als Ausgehdestination dem ehrgeizigen

Fremdenverkehrs-Slogan des «World

Class – Swiss Made».

Zusammen mit dem Anstieg von Arbeitsplätzen

in der aufgeblähten Dienstleistungsbranche

deckt Zürich zunehmend entgrenzte

Konsumbedürfnisse ab, die in immer ausgedehnteren

Fussgängerzonen erfüllt werden.

Eine Veränderung zeigt allenfalls deren Bespielung,

wurde doch über Jahre die Innenstadt

von den Sommer-Aktionen der City-Vereinigung

infantilisiert: Kühe, Löwen oder übergrosse

Blumentöpfe – jeweils in Plastik ausgeführt

und mit individuell gesponsorter Bemalung –

möblierten die Fussgängerzonen. Heute lässt

sich jedoch eine Verlagerung der Bildsprache

in Richtung Hochkultur ausmachen. Von Grossbanken

gesponserte und professionell kuratierte

künstlerische Interventionen übernehmen im

öffentlichen Raum themengebende Aufgaben.

Eine versteckt pädagogische Dimension hatte

etwa die 2014 durchgeführte Aktion Zürich

Maritim. Zur Reflexion sollte ein am Limmatquai

aufgestellter alter Hafenkran aus Rostock

anstiften – ein in die musealisierte Altstadt versetztes

Ready Made aus dem real existierenden

Sozialismus der DDR. Der Vintage-Effekt weckte

nicht nur Konnotationen an die Ferne. Nach

dem Wegzug der gesamten Maschinenindustrie

aus der Schweiz hatte Zürich Maritim auch

den Stellenwert einer industriegeschichtlichen

Reminiszenz und kommentierte die gewandelte

Identität der Stadt.

Umschichtungen

Was Transformationsprozesse angeht, gehört

Zürich ganz vorn mit zu den Städten, deren

Periferie unendlich interessanter ist als seine

saturierte Innenstadt. Es ist gerade der Stadtrand,

wo die in den vergangenen Jahrzehnten

von Andrea Helbling festgehaltenen Texturen,

Atmosphären und Morphologien mit spektakulären

Investitionsdynamiken konfrontiert

worden sind. Diese Entwicklungsschübe haben

eine Nachfrage nach anderen Bildern von

Stadt erzeugt. Darin spiegelt sich ein reflexiver

Konsum von Urbanität, wie er für wohlhabende

postindustrielle Städte wie Zürich typisch ist.

Wie beim Hafenkran kann sich solcher

Konsum durch Atmosphären-Recycling auszeichnen,

kann sich im Rahmen der Gentrifizierung

aber auch ganze Stadtteile aneignen.

Inzwischen spiegelt sich die Ausdifferenzierung

touristischer Bedürfnisse darin, dass auch

Abschleifen,

Arrangieren,

Umkodieren –

Zürichs

Transformation

André Bideau

Städte verändern sich in der Regel in Zyklen.

Unterschiedliche Faktoren tragen dazu bei, dass

sie verdichtet, ausgedünnt, zerstört, neu lanciert

werden. In diesem Prozess werden Bilder des

Urbanen gesucht, formuliert und transportiert.

Vorhandenes wird dabei zu Geschichte. Was vor

zwanzig Jahren alltäglich unspektakulär war,

vor sich hin existierte, ist in der Zwischenzeit

eine Seltenheit, besteht in vielen Fällen nicht

mehr und wird gerade deshalb zum Gegenstand

einer Verklärung. Solcher Wandel ruft unterschiedliche

Interpretinnen und Interpreten auf

den Plan. Dazu gehört auch Andrea Helbling, die

während bald dreier Jahrzehnte Mietshäuser,

Gewerbebauten, Tankstellen dokumentiert hat.

Als Resultat dieser Sichtung der urbanen Landschaft

ist die inoffizielle Chronik eines Umbaus

zur postindustriellen Stadt entstanden.

Seit den 1980er-Jahren hat die Entwicklung

zur Dienstleistungsgesellschaft, das heisst, die

Tertiärisierung Zürichs Ränder einer radikalen

Verwertung ausgesetzt. Ein Entwicklungsschub

hat dort grösstenteils spekulativ entstandene

Bebauungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert

überrollt. Während Veränderungen am Zentrum

Zürichs mehrheitlich abprallten, haben Abriss,

Sanierung, Ergänzung die Semantik der noch

vorhandenen vorstädtischen Bebauungen verändert.

Im Verlauf dieser Evolution erfuhr der

urbane Raum eine Umkodierung, die sich vor

allem im Stadtteil Aussersihl beschreiben lässt.

Dort deckt die Arbeit Häuser und Konglomerate

den Zeitraum ab, in dem dieser Prozess stattfand

und an dessen Ende die Gentrifizierung steht.

Wie der Name andeutet, erwies sich im 19.

Jahrhundert die Lage ausserhalb, hinter der Sihl,

dem zweiten Zürcher Fluss, konstituierend für

den Charakter dieser Gegend. Ihre Verarmung

als Industrie- und Proletariergürtel war 1893 ein

Hauptgrund für die Eingemeindung, die Zürich

mit einem Schlag in eine Grossstadt verwandelte.

Als Andrea Helbling ihre Kamera auf Aussersihl

zu richten begann, hatte der Stadtteil seine

Vergangenheit als Arbeiterbezirk mehr oder

weniger hinter sich. In den 1980er-Jahren hatte

eine Entwicklung eingesetzt, bei der seine Liegenschaften

zum zweiten Mal zum Gegenstand

der Spekulation wurden. Unter diesem Druck

entstanden Neubauten und Hybride, Konglomerate

eben, für deren Verrenkungen Andrea

Helbling eine eigene Sensibilität entwickelt hat,

indem sie groteske Massstabsprünge, absurde

Nachbarschaften und bodenlose Hässlichkeiten

in Kompositionen überführt.

Das vorausgeahnte

Verschwinden

Eine hypertrophe Bauspekulation war die Folie,

vor der die Zürcher Hausbesetzerszene in Aussersihl

ihren Kampf gegen Wohnungsnot und

Stadtzerstörung begonnen hatte. Inzwischen


Die Zürcher Architekturfotografin Andrea Helbling fotografiert seit 1993 in ihrer Heimatstadt

ausgewählte Häuser. Es sind diejenigen Bauten, die «bar jeder Exotik» sind,

wie es die Literaturkritikerin Beatrice von Matt formuliert. Wir übersehen sie, finden

sie vielleicht hässlich – und doch bilden auch sie das Gesicht der Stadt.

Dieses Buch präsentiert erstmals Helblings Schwarz-Weiss-Fotografien in einer grossen

Auswahl. Die Bilder befragen Zürichs unauffällige Gebäude nach ihrem architektonischen

und städtebaulichen Stellenwert, nach ihrem Charakter, ihrer Emotionalität und

machen einen historischen Transformationsprozess sichtbar.

Beatrice von Matt betrachtet Helblings Häuser aus der Perspektive der Spaziergängerin

und zeigt die Verbindung zu Stadtmotiven in der Literatur auf. Der Architekturkritiker

André Bideau legt die Entwicklung von Zürichs Architektur, Infrastruktur und den

ökonomischen Druck auf die Bauten dar. Nadine Olonetzky ordnet Helblings Langzeitprojekt

in die Geschichte der Architekturfotografie ein.

17 Scheidegger & Spiess

200 auffällig unauffällige Gebäude

in der Stadt Zürich

Ein Porträt Zürichs, wie es bislang

noch keines gab

Ein weit gefasster Blick auf Zürich

abseits der Postkartenidylle

Eine fotografische Erkundung

der Stadtentwicklung

Andrea Helbling

Vertreter der Gattung Haus

Die erste Monografie zum Werk

der Fotografin Andrea Helbling

Zürich 1993 –2016

Mit Beiträgen von

André Bideau, Beatrice von Matt

und Nadine Olonetzky

Gestaltet von Bonbon

Gebunden

ca. 280 Seiten, ca. 200 sw

Abbildungen

ca. 23 × 28 cm

978-3-85881-516-3 Deutsch

ca. sFr. 69.– | € 68.–

Erscheint im März 2017

Andrea Helbling, geboren 1966,

studierte Fotografie an der Hochschule

für Gestaltung und Kunst

Zürich (heute ZHdK). Seit 1995

ist sie als freischaffende Architekturfotografin

tätig.

André Bideau ist Architekturkritiker,

-theoretiker und Dozent mit

Lehrtätigkeit an verschiedenen

Universitäten und Architekturschulen

in Europa und den USA.

Beatrice von Matt, bis 1995

Feuilletonredaktorin der Neuen

Zürcher Zeitung, ist freie Autorin

und Literaturkritikerin.

Nadine Olonetzky schreibt für

die NZZ am Sonntag über Fotografie

und ist Lektorin im Verlag

Scheidegger & Spiess.

ISBN 978-3-85881-516-3

9 783858 815163


49

7


Alfons Rohrer (1925–1998) war Wirt im Gasthaus Bahnhof in Sachseln, einer klassischen

Schweizer Dorfbeiz. Zugleich war er auch ein begabter und unermüdlicher Fotograf,

sodass sich in seinem Nachlass rund 14000 Diapositive befinden. Nicht das

künstlerische Bild war Rohrers Ziel, sondern das Festhalten von Eindrücken, Momenten

und Situationen, vom Vergänglichen quasi für immer. Die Aufnahmen bezeugen

seine Begeisterung für das Motiv, seine Freude über die jeweiligen Begegnungen und

Ereignisse. Die gezeigten Posen sind aus einer anderen, einer prädigitalen Zeit, als man

sich noch geehrt fühlte, ein Bild wert zu sein.

Die in diesem Buch zusammengetragenen Aufnahmen, Dokumente aus mehr als fünf

Jahrzehnten eines Dorflebens, lösen beim Betrachter unmittelbar ein nostalgisches Gefühl

aus und laden zur Auseinandersetzung mit der persönlichen Vergangenheit und

den eigenen Erinnerungen ein.

19 Scheidegger & Spiess

Ein Stück wiederentdeckte Heimat:

die Fotografien eines Dorfwirts

Alfons Rohrer – Heimat

Ein Fotoalbum

Präsentiert erstmals das Werk

des Amateurfotografen Alfons

Rohrer

Zeigt über mehrere Jahrzehnte

das ländliche Leben im Herzen

der Schweiz vom Standpunkt des

Gastwirts, einer Schlüsselfigur

des Dorflebens

Eine Einladung, sich mit persönlicher

Vergangenheit und eigener

Erinnerung auseinanderzusetzen

Herausgegeben von

Heinz Anderhalden

Mit Beiträgen von

Martina Clavadetscher und

Sylvie Henguely

Gestaltet von Heinz Anderhalden

Gebunden

ca. 240 Seiten, ca. 200 farbige

Abbildungen

ca. 16,6 × 22,8 cm

978-3-85881-539-2

Deutsch / Französisch

ca. sFr. 49.– | € 48.–

Erscheint im Januar 2017

Heinz Anderhalden, geboren 1981

in Sarnen, bildete sich an der

Hochschule der Künste in Bern

zum Grafikdesigner aus. Lebt und

arbeitet nach Aufenthalten u.a. in

Paris seit 2011 wieder als selbstständiger

Grafiker in Sarnen. Seit

2012 hat er den fotografischen

Nachlass seiner Grossvaters Alfons

Rohrer aufgearbeitet.

Martina Clavadetscher, geboren

1979, studierte Germanistik, Linguistik

und Philosophie. Lebt seit

2006 als Dramatikerin und Kolumnistin

für das Schweizer Radio

SRF in der Zentralschweiz. 2014

erschien ihr erster Roman Sammler.

ISBN 978-3-85881-539-2

Sylvie Henguely, geboren 1968,

studierte Kunstgeschichte, Romanistik

und Anglistik. Sie arbeitete

u.a. am Musée de l’Elysée in Lausanne,

am Institut suisse pour la

conservation de la photographie

(ISCP) in Neuchâtel und 2001–

2016 für die Fotostiftung Schweiz

in Winterthur.

9 783858 815392


Walter Mittelholzer (1894–1937), Flugpionier und einer der Mitbegründer der Swissair,

ist vor allem als grossartiger Luftfotograf bekannt. Insbesondere seine Aufnahmen

der Schweizer Alpen sind bis heute vielfach präsent. Weniger bekannt sind Mittelholzers

Flugexpeditionen ins Ausland, mit denen er sich auch als gewiefter Medienunternehmer

erwies. Die Bilder seiner Reisen nach Spitzbergen, ins damalige Persien oder

Abessinien vermarktete er auf allen Kanälen: in Büchern, Filmen und in der Presse.

Der Durchbruch gelang Mittelholzer mit dem Afrikaflug 1926/27 im Wasserflugzeug

Switzerland von Zürich nach Kapstadt. Mittelholzers Flüge wurden von wichtigen Industriellen

und Bankiers jener Zeit finanziell unterstützt und hatten die erklärte Absicht,

die Luftfahrt in der Schweiz populär zu machen.

Der neue Band der Reihe Bilderwelten betrachtet Mittelholzers Medienproduktionen

neu. Über 200 herausragende Bilder aus seinem Archiv werden wieder von einem

ausführlichen Einführungsessay begleitet, der nach dem Afrikabild des Flug- und

Foto pioniers fragt und erzählt, wie die Swissair vor einer weitgehend kolonialistischen

Kulisse abhob.

20 Scheidegger & Spiess

Weiterhin lieferbar:

Die Welt im Taschenformat

Die Postkartensammlung

Adolf Feller

978-3-85881-339-8

Swissair Souvenirs

Das Fotoarchiv der Swissair

978-3-85881-359-6

Forschung im Fokus

Wissenschaftsfotografie aus

dem Bildarchiv der ETH-Bibliothek

978-3-85881-395-4

Swissair Luftbilder

Das Luftbildarchiv der Swissair

978-3-85881-429-6

Fotomosaik Schweiz

Das Archiv der Pressebildagentur

Comet Photo AG

978-3-85881-465-4

Ferne Länder aus der Luft: der Flugpionier

Walter Mittelholzer als Medienunternehmer

Kaspar Surber

Walter Mittelholzer revisited

Zeigt eine grosse Auswahl herausragender

Bilder von Walter

Mittelholzers Flugexpeditionen

in ferne Länder

Der Text stellt Mittelholzers

Wirken als Fotograf und Medienunternehmer

in den Kontext

der Zeit und fragt nach dessen

Afrikabild

Aus dem Fotoarchiv von Walter Mittelholzer

Bilderwelten. Fotografien aus

dem Bildarchiv der ETH-Bibliothek,

Band 6

Herausgegeben von

Michael Gasser und Nicole Graf

Gestaltet von Hi – Visuelle

Gestaltung

Gebunden

ca. 192 Seiten, ca. 200 sw

Abbildungen

20 × 26 cm

978-3-85881-543-9

Deutsch / Englisch

ca. sFr. 59.– | € 58.–

Michael Gasser ist Leiter der

Archive der ETH-Bibliothek in

Zürich.

Nicole Graf ist Leiterin des Bildarchivs

der ETH-Bibliothek in

Zürich.

Kaspar Surber ist stellvertretender

Redaktionsleiter Kultur der

Schweizer Wochenzeitung WOZ

und Redaktor beim Ostschweizer

Kulturmagazin Saiten.

Erscheint im April 2017

ISBN 978-3-85881-543-9

9 783858 815439


Thomas Kern, geboren 1965, gehört zu den herausragenden Schweizer Reportagefotografen.

Seit 1997 fotografiert er immer wieder in Haiti – ausschliesslich analog und in

Schwarz-Weiss. Entstanden ist ein beeindruckender Fotoessay, der ein differenziertes

und emotional ergreifendes Bild des Karibikstaats entwirft. Seit seiner hoffnungsvollen

Gründung durch aufständische Sklaven 1804 wird Haiti immer wieder von politischen

und sozialen Krisen sowie von Erdbeben heimgesucht. Kern porträtiert das Land mit

all seinen Sonnen- und Schatten seiten – und zeigt ein Leben jenseits der Schreckensmeldungen,

welche die Berichterstattung dominieren.

Dieses vierteilige Buch präsentiert mit einer Auswahl aus Thomas Kerns Langzeitprojekt

die ewigen Befreiungsversuche der Haitianer aus ihrer Not – und einen lebensprallen

Alltag. Der Bildteil wird begleitet von drei Heften (jeweils in Deutsch, Englisch

und Kreolisch): sachkundige Texte des Fotografen, die Innensicht auf Kultur und

Si tuation Haitis von der angesehenen haitianischen Schriftstellerin Yanick Lahens und

die Aussensicht auf Politik und Geschichte des Landes vom Schweizer Publizisten

Georg Brunold.

21 Scheidegger & Spiess

Himmel und Hölle auf Erden

Haiti

Die endlose Befreiung

Eine einmalig umfassende

Darstellung des Lebens und der

Kultur der Menschen auf Haiti

Erste Publikation von Thomas

Kerns Haiti-Fotoprojekt

Erscheint zur gleichnamigen

Ausstellung in der Fotostiftung

Schweiz in Winterthur (bis 19. Februar

2017)

Fotografien von Thomas Kern

Mit Beiträgen von

Georg Brunold, Thomas Kern

und Yanick Lahens

Gestaltet von Hi – Visuelle

Gestaltung

Vier Teile im Schuber, Broschur

Total 628 Seiten, 1 farbige und

142 sw Abbildungen

11 × 16,5 cm

978-3-85881-515-6

Deutsch / Englisch / Kreolisch

sFr. 39.– | € 38.–

Lieferbar

Haiti · Die endlose Befreiung

Haiti · The Perpetual Liberation

Haiti

Die endlose Befreiung

Haiti

texte zu

The

den Fotografien

Perpetual Liberation

von Thomas Kern

ayiti

texts accompanying

Liberasyon

the Photographs

pou tout

by Thomas Kern

tan gen tan

ayiti · Liberasyon pou tout tan gen tan

Scheidegger & Spiess

tèks pou imaj Thomas Kern yo Haiti · The Perpetual Liberation

Scheidegger & Spiess

Scheidegger & Spiess

Thomas Kern publiziert seine

Fotografien in renommierten

Zeitungen, Zeitschriften und Fotomagazinen

und wurde u. a. mit

dem World Press Photo Award und

dem Swiss Press Photo Award ausgezeichnet.

Georg Brunold ist freier Publizist.

Er war u.a. Afrikakorrespondent

der Neuen Zürcher Zeitung und

als stellvertretender Chefredaktor

des Du verantwortlich für die Ausgabe

Nr. 680 über Haiti, die in

Zusammenarbeit mit Thomas Kern

entstand.

Yanick Lahens lebt und arbeitet als

Schriftstellerin und Radiomoderatorin

in Port-au-Prince. 2014

wurde sie mit dem französischen

Literaturpreis Prix Fémina ausgezeichnet,

2015 mit dem Prix

Joseph D. Charles.

ISBN 978-3-85881-515-6

9 783858 815156


Bushaltestellen, Toilettenhäuschen, Briefkästen, Tankstellen: Beiläufig nehmen wir sie

wahr, nutzen sie, vergessen sie sofort wieder. In der kleinen Schweiz ist die Landschaft

gespickt mit Objekten, die bestimmten Zwecken dienen, mit Bänken, Schildern, Telefonzellen

etwa. Das grosse Amerika ist unverbauter und viel weitläufiger, doch auch dort

ist die Landschaft unter Druck, von Strassen durchschnitten und voller industriell gefertigter

Gegenstände.

Der Fotograf Roland Iselin hat auf seinem Unguided Road Trip durch die Schweiz und

durch Amerika, seine zweite Heimat, viele gemeinsame Motive gefunden: Kuhgatter,

Schützenhäuser, Gedenkkreuze für Verkehrsopfer, Rastplätze. Und weil die Möblierung

einer Landschaft nicht zufällig ist, ist sie auch Zeichen für den Zustand einer Gesellschaft.

Über Iselins Bilder werden Werte und Ideale sowie der verhaltenssteuernde

Charakter aller gestalteten Orte sichtbar.

23 Scheidegger & Spiess

Robidog und Gasoline Station – die Schweiz

und die USA im Doppelporträt

Eine fotografische Feldstudie

zur Gestaltung von Landschaften

und Lebensräumen

Die USA und die Schweiz im

Doppelporträt mit spezifischer

Perspektive

Erste Monografie über Roland

Iselins Projekt zur Möblierung

der Landschaft

Roland Iselin – Unguided Road Trip

Herausgegeben und mit Texten

von Nadine Olonetzky

Gestaltet von Katarina Lang

Gebunden

ca. 196 Seiten, ca. 140 farbige

Abbildungen

ca. 25,5 × 24 cm

978-3-85881-517-0

Deutsch / Englisch

ca. sFr. 49.– | € 48.–

Erscheint im April 2017

Roland Iselin, geboren 1958 in

Kreuzlingen, studierte an der Fotoklasse

der Zürcher Hochschule der

Künste ZHdK und an der School

of Visual Arts in New York. Seine

Fotografien sind in Ausstellungen

zu sehen und in mehreren Kunstsammlungen

vertreten.

Nadine Olonetzky, geboren 1962

in Zürich, schreibt u. a. für die

NZZ am Sonntag über Fotografie

und ist Lektorin im Verlag Schei d -

egger & Spiess.

ISBN 978-3-85881-517-0

9 783858 815170


4

24

26

29

5

21

8

20

9

31

First of all, it was the name of the city, and second, the

vague notion of what it might look like, that motivated me

to travel to Bilbao for the first time in 1988. Having just

completed my photography training and hardly seen anything

of the world, I longed to travel and go on an adventure.

Since my budget was extremely modest, I had no

alternative but to seek out places that were both exotic

and practically on my own doorstep, namely in Europe.

Equipped with an old Nikon and a few black-and-white films, I set out to the Basque

region. Eventually, the train and bus journey would make me feel like I was on a trip

around the world.

My first tours of Bilbao and its industrial zones can only be described as extremely

disturbing. Never before in my young life had I seen anything like it: the smoking

and fire-spewing chimneys of the furnaces, the slowly rusting freighters in the oily

slurry of the Ria, and densely stacked, dilapidated, and soot-covered apartment

blocks, which, as I noticed with shock, were actually still inhabited. What I saw there

had nothing at all to do with my quaint little homeland, although looking at the undulating

green of the surrounding countryside, it reminded me of the Alpine foothills.

But the landscape similarities only served to confuse my senses all the more.

Naturally, to me this scenery was at least as fascinating as it was intimidating.

The industrial plants, which resembled the gates of hell, were one aspect, while the

nocturnal activities of the Basque nationalists and left-wing radicals were another.

As soon as darkness descended, when the shops closed in the Old Town, the

Casco Viejo became their domain. Basque punk and ska music boomed from the

bars, which were wallpapered in ETA propaganda posters. As soon as a few of the

boys had had enough to drink, they would set out to provoke

the policemen stationed nearby, who in turn seemed merely

to have been waiting for an opportunity to fire their rubber

bullets in the direction of the bars.

By the end of my first Bilbao trip I knew I would be coming back

as soon as I could. I had the sense of having stumbled upon a

priceless treasure perfectly suited to me: a city that interested

no one, no foreign photographers far and wide, leaving the

whole playing field to me. It was a good job, too, because I was

convinced that I could learn about real photography there.

The aim of my next visits was to gain an insider perspective of

the city and its surrounding region, which required contacts

with the locals and the odd permit. For instance, I was desperate

to visit the Altos Hornos de Viscaya, the gigantic furnaces

of Sestao. To my surprise, that posed no problem, and

in 1997 it was equally simple to get permission to photograph the Guggenheim Museum

building site. The museum’s construction marked the beginning of a new era

in Bilbao. The city’s spectacular calling card was built according to a bold design by

bilbao

Roger Wehrli

Zum einen war es der Name der Stadt, zum andern die vage Vorstellung davon, wie

es dort aussehen könnte, was mich 1988 zu meiner ersten Bilbao-Reise veranlasste.

Eben erst die Fotografenausbildung beendet, noch kaum etwas von der Welt

gesehen, dürstete es mich nach Reisen und Abenteuern. Da mein Budget äusserst

bescheiden war, blieb mir nichts anderes übrig, als die Exotik quasi vor der Haustüre

zu entdecken, also in Europa.

Ausgerüstet mit einer alten Nikon und ein paar Schwarz-Weiss-Filmen machte ich

mich auf den Weg ins spanische Baskenland. Die Anreise mit Zug und Bus gab mir

letztendlich doch das Gefühl, eine kleine Weltreise unternommen

zu haben.

Die ersten Rundgänge durch Bilbao und seine Industriezonen

waren zutiefst verstörend. Nie zuvor in meinem jungen

Leben hatte ich etwas Derartiges gesehen. Die rauchenden

und Feuer speienden Kamine der Hochöfen, die

in der öligen Kloake der Ria vor sich hin rostenden Frachtschiffe,

dicht an dicht stehende heruntergekommene,

russgeschwärzte Mietskasernen, die zu meinem Entsetzen tatsächlich noch bewohnt

waren. Was ich hier zu Gesicht bekam, hatte mit meiner putzigen Heimat so

gar nichts gemein. Wenn ich jedoch das hügelige grüne Umland betrachtete, fühlte

ich mich an eine Gegend in den Voralpen erinnert. Aber diese landschaftliche Ähnlichkeit

verwirrte meine Sinne nur noch mehr.

Natürlich faszinierte mich dieses Szenario mindestens so sehr, wie es mich einschüchterte.

Die an eine Höllenpforte gemahnende Industrie war das eine, die nächtlichen Aktionen

der baskischen Nationalisten und Autonomen das andere. Mit Einbruch der

Dunkelheit, wenn die Geschäfte in der Altstadt schlossen, wurde der Casco Viejo

zu ihrem Hoheitsgebiet. Aus den mit ETA-Propagandaplakaten tapezierten Bars

dröhnte baskischer Punk und Ska, und wenn einige der Jungs genug getrunken

hatten, zogen sie los, um die in der Nähe stationierten Polizisten zu provozieren.

Die schienen nur darauf zu warten, ihre Gummigeschosse in Richtung der Bars abfeuern

zu können.

Am Ende meiner ersten Bilbao-Reise wusste ich, dass ich so schnell wie möglich

zurückkehren würde. Ich hatte das Gefühl, auf einen kostbaren Schatz gestossen

zu sein, wie gemacht für mich. Eine Stadt, für die sich niemand

interessierte, kein ausländischer Fotograf weit breit, ich hatte

die ganze Spielwiese für mich alleine. Das war auch gut so,

denn ich war überzeugt, dass ich hier das wirkliche Fotografieren

erlernen konnte.

Ziel meiner nächsten Besuche war, eine Innenansicht der

Stadt und ihres Umlands zu erlangen. Das erforderte Kontakte

zur Bevölkerung und die eine oder andere Genehmigung.

So wollte ich unbedingt die „Altos Hornos de Viscaya“

besuchen, die gigantischen Hochöfen von Sestao. Zu meiner

Überraschung war das kein Problem. Ebenso verhielt es sich

mit der Bewilligung für das „Guggenheim-Museum“, dessen

Baustelle ich 1997 fotografieren durfte. Der Bau des Museums

markierte den Beginn einer neuen Epoche in Bilbao. Auf

dem seit Jahren brachliegenden Grundstück der „Euskalduna-Werft“

entstand nach den kühnen Plänen Frank Gehrys das spektakuläre Aushängeschild

der Stadt. Eine rege Bautätigkeit erfasste das Stadtzentrum. Moderne

Glaspaläste reckten sich immer höher in den Himmel, eine Untergrundbahn ersetzte

Bilbao 1994

Bilbao 1988 Die Eröffnung der Eisenbahnlinie, welche Bilbao mit den Hochöfen in Sestao

und den Eisenerzminen in Gallarta verband, markiert im Jahre 1857 den Beginn des industriellen

Zeitalters. / In 1857, the opening of the railway line connecting Bilbao to the furnaces

in Sestao and the iron ore mines in Gallarta marked the beginning of the industrial age.

Zwischen 1880 und 1890 wuchs die Bevölkerung Bilbaos von 10 000 auf

80 000 Einwohner. / Between 1880 and 1890, the population of Bilbao

grew from 10,000 to 80,000 inhabitants.

28

30

24

25

26

27

20

22

23

Bilbao 1993

Bilbao 1997

Bilbao 1999 Ein regnerischer Nachmittag im Geschäftsviertel.

/ A rainy afternoon in the business quarter.

29


Bilbao, die baskische Metropole, galt in den 1980er-Jahren noch als die wohl schmutzigste

Stadt Spaniens. 1993 begann eine radikale Neuorientierung weg von der Industrie-

und hin zur Dienstleistungs- und Kulturstadt. Architekten von Weltruf wie Santiago

Calatrava, Norman Foster oder Frank O. Gehry wurden beauftragt, ikonische

Bauwerke zu schaffen. Besonders Gehrys Guggenheim-Museum war als Aushängeschild

des modernen Bilbao gedacht. Und tatsächlich gelang es, die Stadt zu einem neuen

kulturellen Zentrum Spaniens aufblühen zu lassen – Bilbao hat die Chance seiner Krise

genutzt. Die industrielle Vergangenheit ist jedoch nach wie vor sicht- und spürbar und

verleiht dem Ort seinen eigentümlichen Charme.

Der Schweizer Fotograf Roger Wehrli hat zwischen 1988 und 2014 den Wandel und die

Neuerfindung Bilbaos in einem Langzeitprojekt fotografisch dokumentiert. Seine

Schwarz-Weiss-Bilder erzählen diese spannende und besondere Geschichte, die als Beispiel

für viele andere Industriestädte Europas gelten kann.

25 Scheidegger & Spiess

Vom Industriemoloch zur Kulturhauptstadt –

die Geschichte eines urbanen Wandels

Roger Wehrli – Bilbao

Bilbao gehört heute zu den

meistbesuchten Städten Europas

Eine Langzeitdokumentation von

Bilbaos beispielhaftem Wandel

von einer Industrie- zu einer

Dienstleistungs- und Kulturstadt

Präsentiert erstmals umfassend

Roger Wehrlis Bilbao-Projekt

Fotografien seit 1988

Mit Beiträgen von Roger Wehrli

und Ibon Zubiaur

Gestaltet von 2xGoldstein

Gebunden

160 Seiten, 80 sw Abbildungen

17 × 24 cm

978-3-85881-535-4

Deutsch / Englisch

sFr. 39.– | € 38.–

Erscheint im April 2017

Roger Wehrli, geboren 1965, lebt

und arbeitet als freischaffender

Fotograf im schweizerischen Baden.

Sein Arbeitsschwerpunkt sind

Reportagen und Dokumentationen

sowie Porträts. Seine Fotografien

erscheinen in verschiedenen Zeitungen

und Zeitschriften, u.a. in

Neue Zürcher Zeitung, Sonntagszeitung,

Der Bund, Die Weltwoche,

Chrismon.

Ibon Zubiaur, geboren 1971 in

Getxo bei Bilbao, lebt als Autor

und Übersetzer in Berlin. 2008–

2013 war er Leiter des Instituto

Cervantes in München. Er übersetzte

zahlreiche klassische und

neuere deutsche Autoren ins Spanische.

2015 erschien sein Buch Wie

man Baske wird. Über die Erfindung

einer exotischen Nation.

ISBN 978-3-85881-535-4

9 783858 815354


Dhaka, die Hauptstadt von Bangladesch, ist eine der grössten Metropolen der Welt –

und ein Theater des Absurden. Die einstige, gelegentlich als «Venedig des Ostens» bezeichnete

Gartenstadt verabschiedete sich durch das rapide Bevölkerungswachstum von

rund 400 000 im Jahr 1950 auf geschätzte 16,8 Mio. Einwohner 2015 von jeglicher

Ordnung oder Nachhaltigkeit. Gläserne Wolkenkratzer und Luxusautos wecken ein

Trugbild, hinter dem sich faszinierende Schicksale und unentdeckte Realitäten verbergen.

Die Fotografien des Architekten Kashef Chowdhury sind Skizzen des Lebens in den

dunklen Gassen und an unzugänglichen Flussufern, aufgenommen aus der Rikscha oder

von Hausdächern herab, mitten in der Nacht oder im stärksten Monsunregen. Das

Streiflicht eines Transporters, derart getarnt vor Dieben, dass er kaum sichtbar ist. Eine

Frau wäscht und trocknet Plastikplanen zum Wiederverkauf. Arbeiter liegen spätmorgens

wie leblos in den Strassen. Ein blinder Sänger singt geheimnisvolle Liebeslieder.

Die 35 ausdrucksstarken Fotografien Chowdhurys ergeben eine bedrückende Spurensuche

nach existenzialistischen Manifestationen des Lebens.

27 Scheidegger & Spiess

Die Stadt Dhaka in Fotografien

des Architekten Kashef Chowdhury

Dhaka

Ein sehr persönlicher Blick auf

eine der grössten Metropolen

der Welt in bisher unveröffentlichten

Fotografien

Kashef Chowdhury ist einer der

bekanntesten Architekten Südasiens

Memories or Lost

Fotografien und Text von

Kashef Chowdhury. Mit einem

Interview von Philip Ursprung

Gestaltet von Bruno Margreth

Gebunden

ca. 72 Seiten, ca. 35 sw

Abbildungen

ca. 24 × 32 cm

978-3-85881-787-7 Englisch

ca. sFr. 39.– | € 38.–

Kashef Chowdhury führt in Dhaka

sein Architekturbüro URBANA,

das seit 1995 ein international viel

beachtetes und preisgekröntes

Werk geschaffen hat. Sein Friendship

Centre in Gaibandha, Bangladesch,

wurde auf der Architekturbiennale

von Venedig 2016

ausgestellt und mit dem Aga Khan

Architecture Award 2016 ausgezeichnet.

Erscheint im Februar 2017

ISBN 978-3-85881-787-7

9 783858 817877


Day after Reading beschäftigt sich mit unserem heutigen Medienkonsum, mit der Art,

wie wir Informationen aufnehmen und verarbeiten. Von September bis Dezember 2016,

während der heissen Endphase des Wahlkampfs bis unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen

in den USA, bereiste der Schweizer Buchgestalter Ludovic Balland die

Vereinigten Staaten. Zusammen mit der US-Journalistin Dasha Lisitsina hält er Hoffnungen

und Erwartungen, aber auch Auswirkungen dieses politischen Grossereignisses

fest und zeichnet ein detailreiches Porträt der amerikanischen Wählerinnen und Wähler.

Interviews und Fotoporträts beziehen amerikanische Bürger verschiedenster sozialer

und geografischer Herkunft mit ein, von gewöhnlichen Amerikanern über Personen des

öffentlichen Lebens bis zu Prominenten aller Art. Day after Reading entwirft eine neue

personalisierte Art, das Tagesgeschehen zu dokumentieren und zu konsumieren, in

Zeiten des Überlebenskampfs der traditionellen Medien. Die Nachrichten werden in

ein Verhältnis zum persönlichen Erleben gesetzt und im Alltag des Konsumierenden

verankert. Das Projekt bedient sich verschiedener Kanäle: Zeitungsberichterstattung,

Online-Präsenz, Video- und Audioaufnahmen. Das Buch sowie eine Ausstellung präsentieren

das gesammelte Material.

28 Scheidegger & Spiess

Wie erleben wir das aktuelle Geschehen

und formen daraus persönliche Erinnerungen?

Day after Reading

Eine völlig neuartige Perspektive

auf die heutige Medienlandschaft

und unsere Medienrezeption

Eine einzigartige Dokumentation

der kontroversen US-Präsidentschaftswahlen

Ein Archiv amerikanischer Alltagsund

Medienkultur

A Road Trip across the United States during the 2016 Election

Herausgegeben von

Ludovic Balland

Mit einem Beitrag von

Dasha Lisitsina. Fotografien

von Ludovic Balland

Gestaltet von Ludovic Balland

Typography Cabinet

Ludovic Balland, geboren 1973 in

Genf, ist ein vielfach ausgezeichneter

Grafikdesigner mit einem Fokus

auf Typografie und Schriftsatz.

Er erarbeitet Gesamtkonzepte für

Publikationen und unterrichtet an

verschiedenen Kunstschulen und

Universitäten.

Gebunden

ca. 256 Seiten, ca. 300 farbige

und 150 sw Abbildungen

ca. 22 × 28 cm

978-3-85881-788-4 Englisch

ca. sFr. 39.– | € 38.–

Erscheint im März 2017

ISBN 978-3-85881-788-4

9 783858 817884


Das Medium Film spielt im Schaffen vieler zeitgenössischer Künstler eine wichtige

Rolle. Sie gestalten damit nicht nur ihre Werke, sondern lassen sich auch vom Prozess

und den Produktionsbedingungen von Filmen inspirieren. Umgekehrt hegen Filmschaffende

ein besonderes Interesse für die bildende Kunst und ihre Schöpfer. Künstlerporträts,

Biopics sowie Werkdokumentationen finden immer wieder ein grosses Publikum,

und die Filme prägen auch die öffentliche Wahrnehmung von bildenden Künstlern.

Cinéma mon amour handelt von dieser wechselseitigen Faszination von Kunst und

Film und knüpft damit an die gleichnamige Ausstellung im Aargauer Kunsthaus sowie

das Filmprogramm Art mon amour an den Solothurner Filmtagen 2017 an. Das Buch

präsentiert Werke internationaler Künstler, die sich mit unterschiedlichen Aspekten von

Kino und Filmschaffen auseinandersetzen. Die Vielfalt der Medien, auf welche die

Künstler zurückgreifen, zeigt, dass die Beschäftigung mit dem Thema weit über das eigentliche

Genre hinausreicht: Zeichnung, Malerei, Fotografie und Skulptur sind ebenso

vertreten wie Video- und Filmarbeiten. Dieses grosszügig bebilderte Buch spürt in sechs

thematischen Schwerpunkten der Anziehung nach, die Film und Kino auf uns ausüben.

29 Scheidegger & Spiess

Die Liebesgeschichte

zwischen Kunst und Kino

Cinéma mon amour

Kino in der Kunst

Eine reich illustrierte Betrachtung

der Wechselbeziehung zwischen

zeitgenössischer bildender Kunst

und Filmschaffen

Präsentiert eine grosse Auswahl

von Werken schweizerischer und

internationaler Künstlerinnen

und Künstler

Begleitet die Ausstellung

Cinéma mon amour im Aargauer

Kunsthaus, Aarau (22. Januar bis

17. April 2017) und das Spezialprogramm

Art mon amour im

Rahmen der 52. Solothurner Filmtage

(19. bis 26. Januar 2017)

Herausgegeben von

Madeleine Schuppli und dem

Aargauer Kunsthaus, Aarau

Mit Beiträgen von Yasmin Afschar,

Erika Balsom, Jenny Billeter,

Steven Cairns, Vinzenz Hediger,

Simon Koenig und Madeleine

Schuppli

Madeleine Schuppli, geboren 1965,

ist Kunsthistorikerin und seit 2007

Direktorin des Aargauer Kunsthauses,

Aarau. Davor war sie

1996–2000 Kuratorin an der

Kunsthalle Basel und 2000–2007

Direktorin des Kunstmuseums

Thun.

Gestaltet von NORM

Broschur

224 Seiten, 140 farbige

Abbildungen

26,4 × 19,8 cm

978-3-85881-541-5

Deutsch / Englisch

sFr. 49.– | € 48.–

Erscheint im Januar 2017

Zeigt Werke von Martin Arnold, Fiona Banner, Marc Bauer, Pierre Bismuth,

Candice Breitz, Janet Cardiff & George Bures Miller, collectif_fact,

ISBN 978-3-85881-541-5

Stan Douglas, Thomas Galler, Christoph Girardet & Matthias Müller,

Teresa Hubbard / Alexander Birchler, Samson Kambalu, Daniela Keiser,

9 783858 815415

Julian Rosefeldt, Sam Taylor-Johnson, Mark Wallinger u.a.


höchsten Bergspitzen der Alpen wurden just zum ersten Mal bestiegen.

1852 war selbst der höchste Berg der Erde bereits wissenschaftlich

vermessen und nach dem ehem. Leiter des Vermessungsamtes,

Sir George Everest, benannt. Kurz danach wurden die Alpenvereine

in Österreich (1862), der Schweiz (1863) und in Deutschland (1869)

gegründet und die durchgreifende touristische Erschließung der

Berge begann. So vermessen, bestiegen und erschlossen waren die

schroffen Alpen nicht mehr „schlechthin groß“. Diese Eigenschaft

aber war es, die Immanuel Kant 1764 mit dem Gefühl des Erhabenen

verknüpft hatte: „Erhaben nennen wir das, was schlechthin groß

ist.“

Es ist insofern signifikant, dass sich die Berge auf den von Loidl

verwendeten Grafiken manchmal fast in den Hintergrund auflösen.

Ihre einstige Erhabenheit scheint dadurch

auch materiell zu schwinden. Die Grafiken

öffnen damit eine Fehlstelle, in die Katharina

Anna Loidl mit ihrer Nachbearbeitung

kunstvoll eingreifen konnte. Ergänzt hat

sie die vorgefundenen Landschaften mit

geometrischen Fremdkörpern, die wie weiße

Riesenkristalle in die Szenen eingebettet

wurden. Zur Herstellung dieser Ergänzungen

verwendete sie die gleichen Werkzeuge, die Friedrich Schiller, 1801

bereits bei der Herstellung der originalen

Druckplatten zum Einsatz kamen: Stichel

und Radiernadel. Behutsam hat Loidl damit

von Teilen des Papiers die Druckerschwärze

abgehoben, bis schließlich ihre abstrakten

weißen Kristallkörper erschienen. Handwerklich

und im Wortsinn sind es damit „Radierungen“ (von lat. radere

„kratzen, wegnehmen, entfernen“). Ideengeschichtlich ist es ein

Weitererzählen des Erhabenen.

Den Topos des Kristallin-Erhabenen kennt die Kunst seit der Zeit der

Romantik. Berühmt ist Caspar David Friedrichs Gemälde „Eismeer

/ gescheiterte Hoffnung“ (1823/24), das ein Schiff inmitten sich

kalt auftürmender Eisschollen zeigt, oder auch Adalbert Stifters

Erzählung „Der Bergkristall“ (1845), die von zwei Kindern handelt,

die sich im Gebirge verlaufen. Später wanderte der kristalline Topos

May we be bound to

the sensual world

by the beautiful,

but freed from it

by the sublime.

of the Alps had just been climbed for the first time then. In 1852 even

the highest mountain in the world had already been scientifically

measured and named after the former Surveyor General of India,

Sir George Everest. Shortly thereafter, Alpine Associations were

founded in Austria (1862), Switzerland (1863) and Germany (1869), and

the thorough development of tourism in the mountains began. Thus

measured, climbed and developed, the rugged Alps were no longer

“absolutely large”. Yet it was this characteristic that Immanuel Kant

had linked with the feeling of the sublime in 1764: “We call sublime

what is absolutely large.”

In this sense it is significant that the mountains

in the graphic works that Loidl uses seem almost

to dissolve in the background sometimes. Their

former sublimeness thus also seems to dwindle

materially. In this way, the graphic works open

up a crack that Katharina Anna Loidl was able

to artfully intervene in with her reworking. She

expanded the found landscapes with geometrical

foreign bodies, which are embedded in the

scenes like giant white crystals. To produce

these expansions she used the same tools that

were already employed to produce the original

printing plates: graver and etching needle. With

these Loidl carefully separated the printing ink

from parts of the paper, until her abstract white

crystal bodies finally appeared. In terms of craft,

this type of technique involves making incisions, removing. In terms

of the history of ideas, it is a matter of continuing the story of the

sublime.

The topos of the crystalline sublime is familiar to art since the

Romantic period. There is the famous painting by Caspar David

Friedrich, The Sea of Ice / The Wreck of Hope (1823/24), which

shows a ship in the midst of a heap of shards of an ice floe, or

Adalbert Stifter’s story Rock Crystal (1845) about two children lost

in the mountains. Later the crystalline topos wandered through

the architectural visions of Paul Scheerbart and Bruno Taut into

N° 19

N°20

N°05

N°06

N°44

N°05

N°06


Die österreichische Künstlerin Katharina Anna Loidl, geboren 1978, hat für ihr Projekt

Landschafts radierungen Stahlstiche von Schweizer Alpenlandschaften aus den 1830er-

Jahren zusammengetragen. Diese Drucke bearbeitete sie dann mit Gravurnadel und

Stichel. Durch vorsichtiges Entfernen der Drucktinte löscht sie einzelne Bereiche der

Landschaften vom Papier und ersetzt sie durch geometrische (Fremd-)Körper. Die Einfachheit

dieser Formen sowie das Weglassen jeglicher architektonischer Details ermöglichen

es dem Betrachter, sich industrielle Strukturen, Wohngebäude oder Sportanlagen

als Ergänzungen oder aber Störfaktoren in der idyllischen Landschaft vorzustellen.

Loidl verweist so auf aktuelle Diskurse zur Be- und Verbauung des Alpenraums sowie

den Konflikt zwischen Nutzung und Erhaltung von Landschaften in einer globalisierten

Welt. Ihre Werkreihe beschäftigt sich mit den Alpen und den Folgen, welche deren

wirtschaftliche Nutzung mit sich bringt. Die Texte befassen sich mit dem sublimen,

kristallinen Charakter von Loidls Arbeit und mit Aspekten der Romantik als Fundus,

der Wahrnehmung von Landschaft und der Kunst der Wiederholung.

31 Scheidegger & Spiess

Überwältigung, Idylle und Wandel:

Katharina Anna Loidl hinterfragt

Alpenromantik

Präsentiert eine neue Werkserie

der österreichischen Künstlerin

Katharina Anna Loidl

Ein visueller Beitrag im Spannungsfeld

zwischen Nutzung und

Erhaltung der alpinen Landschaft

Landschaftsradierungen

Katharina Anna Loidl

Mit Beiträgen von Vitus Weh

und Paolo Bianchi

Gestaltet von

Katharina Anna Loidl

Gebunden

ca. 64 Seiten, ca. 54 farbige

Abbildungen

ca. 27 × 21 cm

978-3-85881-530-9

Deutsch / Englisch

ca. sFr. 39.– | € 38.–

Erscheint im Februar 2017

Katharina Anna Loidl lebt und

arbeitet als Künstlerin in Linz.

Sie studierte Experimentelle Gestaltung

/ Bildende Kunst und

Kulturwissenschaften an der

Kunstuniversität Linz. Ihre Arbeiten

im Bereich Fotografie, Video,

Objekt und Installation wurden

in internationalen Ausstellungen

präsentiert.

Vitus Weh ist Kulturwissenschaftler,

Ausstellungsmacher und

Museumsplaner in Wien.

Paolo Bianchi ist freier Kurator für

zeitgenössische Kunst und Kunst

im öffentlichen Raum. Dozent an

der ZHdK in Zürich und Autor bei

Kunstforum International.

ISBN 978-3-85881-530-9

9 783858 815309


1905 malte Edvard Munch (1863–1944) mehrere Bildnisse der Familie des Chemnitzer

Textilindustriellen Herbert Esche. Die meisten dieser Bilder befinden sich seit Längerem

als Dauerleihgabe der Herbert Eugen Esche-Stiftung im Kunsthaus Zürich. 2015 konnte

ein weiteres zentrales Werk der Gruppe, das Porträt der Mutter Hanni Esche – ein

Meilenstein in der Entwicklung von Munchs farbigem reifem Stil –, erworben werden.

Entstanden sind die Gemälde für die berühmte Villa Esche, die der belgische Meister

des Jugendstils Henry van de Velde 1902/03 für die Familie erbaut hatte. Das Buch

präsentiert und erläutert Munchs Esche-Bildnisse und dokumentiert deren Platz in der

Chemnitzer Villa fotografisch. Es illustriert zudem den Kontext der Familiensammlung,

die ein für den avantgardistischen Geschmack um 1900 paradigmatisches Ensemble

bildet, wie es sich nur selten erhalten hat.

32 Scheidegger & Spiess

Die Bildnisse der Familie Esche:

ein Meilenstein in der künstlerischen

Entwicklung Edvard Munchs

Präsentiert die herausragende

Werkgruppe der Familienbildnisse

Esche von Edvard Munch

und die berühmte Villa Esche

von Henry van de Velde

Erscheint zur gleichnamigen

Ausstellung im Kunsthaus Zürich

(bis 26. Februar 2017)

Edvard Munch und die Familie Esche

Die Bildnisse, die Sammlung

Herausgegeben vom

Kunsthaus Zürich

Mit Beiträgen von Lukas Gloor

und Christian Klemm

Gestaltet von Ralf Klöden

Broschur

112 Seiten, 49 farbige

Abbildungen

17 × 23,5 cm

978-3-85881-544-6 Deutsch

sFr. 19.– | € 19.–

Lieferbar

Lukas Gloor, geboren 1952,

Kunsthistoriker und seit 2002

Direktor der Stiftung Sammlung

E.G. Bührle in Zürich. Davor Mitarbeit

u.a. am Kunstmuseum Basel

und am Schweizerischen Institut

für Kunstwissenschaft SIK-ISEA in

Zürich.

Christian Klemm, geboren 1946,

Kunsthistoriker und Geschäftsführer

der Alberto Giacometti-

Stiftung. 1982–2011 Sammlungskonservator

des Kunsthaus Zürich,

ab 1995 auch dessen Vizedirektor.

ISBN 978-3-85881-544-6

9 783858 815446


Sie hat Roman Signer entdeckt, Imi Knoebel und Franz Erhard Walther hatten ihre

ersten Ausstellungen in der Schweiz in ihrer Galerie in St. Gallen: Wilma Lock war

viele Jahre die Betty Parsons der Schweizer Kunstszene. Als sie 1969 ihre Ausstellungsräume

eröffnete, zeigte Harald Szeemann in der Kunsthalle Bern die wegweisende Ausstellung

When Attitudes Become Form. Junge Künstler entdeckten neue Materialien

und experimentierten mit neuen Formen, die zeitgenössische Kunst erlebte einen internationalen

Epochenwandel. Als Wilma Lock ihre Galerie 2009 schloss, hatte sich der

Kunstmarkt zum globalen Investmentvehikel entwickelt.

Dieses Buch führt am Beispiel von Wilma Locks Ausstellungstätigkeit den kulturellen

Aufbruch und die Veränderungen im Kunstmarkt von den 1960er-Jahren bis in die

Gegenwart vor Augen. Ein Interview mit der Galeristin lässt ihre persönlichen Erfahrungen

lebendig werden. Beiträge von Roland Wäspe und Claudia Jolles analysieren die

Situation der Galerien und der Kunst in der Schweiz jener Jahrzehnte. Wichtige Künstler

der Galerie äussern sich zur Bedeutung, die Wilma Lock für sie persönlich hatte.

Zahlreiche Abbildungen und eine ausführliche Chronologie runden den Band ab.

33 Scheidegger & Spiess

Vier Jahrzehnte lang auf unermüdlicher

Ent deckungsreise durch die Kunstwelt:

die St. Galler Galeristin Wilma Lock

Wilma Lock war über vier Jahrzehnte

eine der bedeutendsten

Vermittlerinnen zeitgenössischer

Kunst in der Schweiz

Das Buch dokumentiert Geschichte

und Wirkung von Wilma

Locks Ausstellungs- und Vermittlungstätigkeit

Vierzig Jahre Gegenwart

Die Galerie Wilma Lock in St. Gallen

Herausgegeben von

Gerhard Mack

Mit Beiträgen von Bernhard

Mendes Bürgi, Claudia Jolles,

Gerhard Mack und Roland Wäspe

Gestaltet von Samuel Bänziger

Gebunden

ca. 216 Seiten, ca. 100 farbige

und 100 sw Abbildungen

ca. 23 × 29 cm

978-3-85881-542-2 Deutsch

ca. sFr. 69.– | € 68.–

Erscheint im März 2017

Bernhard Mendes Bürgi ist Kunsthistoriker

und war 2001–2016

Direktor des Kunstmuseums Basel.

Claudia Jolles ist Kunsthistorikerin

und seit 1996 Chefredaktorin der

Zeitschrift Kunstbulletin.

Gerhard Mack ist seit 2002

Kultur redaktor bei der NZZ am

Sonntag und Autor mehrerer

Bücher.

Roland Wäspe ist Kunsthistoriker

und Direktor des Kunstmuseums

St. Gallen.

ISBN 978-3-85881-542-2

9 783858 815422


6

7

8

9

14

15

18

19

Der besondere Blick auf ein aussergewöhnliches Werk:

Jürg Hasslers Aufnahmen aus dem Atelier von Hans Josephsohn

20

21

24

25

28

29

82

83


Der Fotograf und Filmer Jürg Hassler, geboren 1938, beschäftigte sich über Jahre hinweg

intensiv mit dem bildhauerischen Werk von Hans Josephsohn (1920–2012). Als

Jugendlicher führte ihn sein Schulweg täglich am Atelier des Künstlers in Zürich vorbei,

was Hasslers Interesse für die Arbeit des Bildhauers weckte. Nach der Matura begann

Hassler bei Josephsohn als Assistent zu arbeiten und dabei das Handwerk der Bildhauerei

zu erlernen. Nach einem Studium der Fotografie in Vevey und paralleler eigener

bildhauerischer Tätigkeit realisierte Hassler 1977 den Film Josephsohn – Stein des

Anstosses und fotografierte während vielen Jahren häufig in Josephsohns Atelier.

Dieses Buch zeigt eine Auswahl von Hasslers fast ausschliesslich in Schwarz-Weiss gemachten

Aufnahmen, mehrheitlich mit einzelnen Skulpturen Josephsohns als Motiv,

und es beleuchtet die Eigenheiten seiner Bildsprache. In seiner Einführung schreibt

Ulrich Meinherz über das Auffinden von Hasslers Fotografien in Josephsohns Atelier

ein Jahr nach dessen Tod. Und Nina Keels Essay beschreibt, in welchem Zusammenhang

Hasslers Fotografien der Skulpturen entstanden sind.

35 Scheidegger & Spiess

Weiterhin lieferbar:

Gerhard Mack

Hans Josephsohn

978-3-85881-163-9 Deutsch

978-3-85881-701-3 Englisch

sFr. 98.– | € 97.–

Hans Josephsohn Skulpturen

Fotografien von Jürg Hassler

Jürg Hassler ist als früherer

Schüler und Assistent Hans

Josephsohns ein intimer Kenner

von dessen skulpturalem Werk

und somit als Fotograf und

Filmer dessen besonders berufener

Dokumentarist

Das Buch ist Auftakt einer losen

Publikationsreihe zur fotografischen

Auseinandersetzung mit

dem Werk Hans Josephsohns

Herausgegeben vom

Kesselhaus Josephsohn

Mit Beiträgen von Nina Keel

und Ulrich Meinherz

Gestaltet von István Scheibler

Broschur

ca. 96 Seiten, ca. 68 sw

Abbildungen

ca. 17 × 22,7 cm

978-3-85881-548-4 Deutsch

978-3-85881-796-9 Englisch

ca. sFr. 29.– | € 29.–

Erscheint im März 2017

Nina Keel, geboren 1990, arbeitet

seit 2010 u.a. als Kuratorin für

das Kesselhaus Josephsohn und

studiert an der Universität Zürich

Kunst- und Fotografiegeschichte.

Daneben setzt sie sich in verschiedenen

Projekten mit Stadtentwicklung

sowie Kunst im öffentlichen

Raum auseinander.

Ulrich Meinherz, geboren 1969,

ist seit 2005 Leiter des Museums

Kesselhaus Josephsohn im Sitterwerk

in St. Gallen. Während seines

Studiums der Philosophie, Germanistik

und Kunstgeschichte an der

Universität Zürich war er für die

Galerie Bob van Orsouw in Zürich

tätig, die zu der Zeit Hans Josephsohn

vertrat.

ISBN 978-3-85881-548-4

Deutsch

ISBN 978-3-85881-796-9

Englisch

9 783858 815484

9 783858 817969


Die ehemalige Klosterkirche.

Gestiftet 1145 von

Graf Adalbero von Froburg.

Gewidmet dem Orden

der Benediktiner.

DIE AUSSTELLUNGEN IM KIRCHENRAUM

134 135

Ian Hamilton Finley

Links:

Stile 1

2000

Rechts:

Marker Stone

2000

DER SKULPTURENPARK

68 69

8

DAS GUTE WEITER DENKEN.

DIE JAHRE 1986 BIS 2016. EIN ÜBERBLICK

36 37

Linke Seite:

Hans Josephsohn

2007

Oben:

Jean Tinguely,

Totentanz

2006

Unten:

Kurt Sigrist

2004

Das Kloster Schönthal, 1852.

Bleistift mit Pinsel.

Von Konstantin Guise (1811–1858)

DER SKULPTURENPARK

78 79

Nicola Hicks

Links:

Crouching

Minotaur

2003

Rechts:

Recovered

Memory

1996–1997

DER SKULPTURENPARK

86 87

168

CHRONOLOGIE KLOSTERGESCHICHTE

«Die Quelle meiner Arbeit ist die Natur. Ich nutze

sie mit Respekt und Freiheit. Ich verwende

Materialen, Idee, Zeit und Bewegung, um eine

Gesamtansicht meiner Kunst in der Welt

auszudrücken. Ich hoffe, damit Bilder und Ideen

zu kreieren, die in der Vorstellungswelt

Widerhall finden, die in der Erde und im Geist

Spuren hinterlassen.» – Richard Long

Richard Long

Cowshed Ellipse

und

Yellow Mud

On Wall

2008

1145 Ältester urkundlicher Hinweis auf eine Schönthaler Mönchsgemeinschaft.

1146 Der genaue Zeitpunkt der Gründung des Klosters Schönthal ist unbekannt, doch

bestätigt 1146 eine Urkunde, dass der Froburger Graf Adalbero sein Stifter war. Die

Urkunde hält ferner fest, dass das Kloster der Regel des heiligen Benedikt gehorcht.

1187 Weihung der Klosterkirche

1266 Erste Erwähnung des aus einem Doppelkloster hervorgegangenen

Benediktinerinnenklosters.

1367 Das Geschlecht der Froburger erlischt.

1400 Das Amt Waldenburg fällt an die die Stadt Basel;

damit geht das Aufsichtsrecht über das Kloster an die Stadt.

1415 Schönthal wird nach der Aufhebung des Frauenklosters vom Orden der

Serviten übernommen.

1525 Am Kirchweihtag (1. Mai) Plünderung und Verwüstung durch einheimische Bauern.

1529 Am 1. Mai, dem Kirchweihtag, Aufhebung des Klosters als Folge der Reformation.

1541 Übertragung des Klostergutes an das Basler Spital. Schönthal wird Basler Sennhof.

1645 Einrichtung eines Ziegelbrennofens in der ehemaligen Klosterkirche.

1682 Ausquartierung des Ziegelbrennofens. Die Kirche wird fortan als Geräteraum

und Holzschopf genutzt.

1686/87 Einbau eines Zwischenbodens.

1833 Kantonstrennung; die Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft entstehen.

1835 Der Schönthaler Sennhof wird von Basel an einer Gant abgestossen;

er ist fortan Privatbesitz.

1967 Der Kanton Basel-Landschaft stellt die Klosterkirche unter kantonalen Denkmalschutz.

2000 Eröffnung des Skulpturen-Parks. Das Kloster Schönthal wird kultureller Begegnungsort.

2001 John Schmid überführt das gesamte Ensemble in eine gemeinnützige Stiftung.

DAS GUTE

WEITER DENKEN.

JOHN SCHMID

D

as Ende meiner Berufslaufbahn als Werber war in Sicht und

da meldete sich eines Tages eine innere Stimme «versuche

doch mal etwas anderes.» Peter Mayle ein erfolgreicher Texter aus

London fand das Glück schreibend in der Provence. Ein Freund

kaufte Rebberge in der Toscana. Geschickt konnte er Glück und Geschäft

in eine Balance bringen. Den berühmten «Brancaia» kennen

Sie doch? «Also ziehe Manchester und Windjacke über und mache

statt Einträglichem etwas Sinnstiftendes, – etwas das Bestand hat.»

Eines Tages stand ich im Baselbieter Jura vor einem Baudenkmal LIEBE AUF DEN

inmitten einer traumschönen Landschaft. Dem Hofgut Kloster ERSTEN BLICK.

Schönthal mit der ehemaligen Kiche, deren romanischer Westfassade

nationale Bedeutung zukommt. Aber hinter der Fassade rieselte

der Kalk und aus den fensterlosen Öffnungen roch es nach

Moder und saurem Most. Und innen konnte man erahnen, dass

sich unter dem Mörtel ein stattliches Christophorus Wand bild

von anno 1310 verbirgt. Nach einer jahrhundertelangen Zweckentfremdung

als Ziegelbrennerei, Holzschopf und dergleichen, rief

das Kloster mit altersschwacher Stimme zum Himmel, man solle

ihm wieder zu Würde und einer sinnvollen Bestimmung verhelfen.

Fröhlich bimmelte es aber von den Weiden und Wiesen des

Klostergutes: Eine Einladung zum Wandern. Ich entdeckte eine

traumschöne Landschaft mit einem visuellen Reichtum an Wegen,

Bächen und Pfaden. Der Kompass führte mich durch einen weit

offenen Möglichkeitsraum, wo Neues mit einem respektvollen Umgang

mit dem Baudenkmal entstehen könnte. Ermutigt und unterstützt

von meiner Familie wurde es zu einer Wanderung Richtung

Zukunft des «schönen Thals.»

Im Skulpturenpark des Klosters Schönthal

sind Werke zu sehen von Ilan Averbuch,

Hamish Black, Miriam Cahn, Tony Cragg,

Martin Disler, Walter Fähndrich, Ian

Hamilton Finlay, Nigel Hall, Nicola Hicks,

Hans Josephsohn, Peter Kamm, Richard

Long, Peter Nagel, David Nash, William

Pye, Ulrich Rückriem, Roman Signer, Kurt

Sigrist, Erik Steinbrecher, Gerda Steiner /

Jörg Lenzlinger, Not Vital u.a.

CHRONOLOGIE

KLOSTER-

GESCHICHTE

2001 2002 2003

2004

John Schmid überführt das gesamte

Ensemble Kloster Schönthal in

eine gemeinnützige Stiftung.

Ein neuer Holzbau für die

Pächterfamilie.

Architekten: Erny & Schneider

Installationen

«Spring» von Nigel Hall

«Weissweidbuche» von Erwin Wortelkamp

Ausstellungen

Ian Hamilton Finlay

Andrew Ward

Peter Kamm

Installation

«Rote Stehende» von Erwin

Wortelkamp.

Ausstellungen

Erwin Wortelkamp und

Patrick Rohner.

Installation

«Minotaur» von

Nicola Hicks

Ausstellungen

Andrea Wolfensberger

Nicola Hicks

Jürg Stäuble

Ankunft Kunsthaus Zug

mobil mit Arbeiten von

Tadashi Kawamata.

Installation

«Unterstand» von Kurt Sigrist.

Ausstellungen

Kurt Sigrist

Claire Langdown

Jennifer Gough-Cooper

Verleihung Kulturpreis BL an John Schmid.


Das ehemalige Kloster Schönthal im Kanton Basel-Landschaft, 1145 erstmals urkundlich

erwähnt, wurde während der Reformation geplündert und verwüstet. Die Gebäude,

einschliesslich der Klosterkirche, deren romanischem Westportal nationale Bedeutung

zukommt, dienten danach während fast 500 Jahren profanen Zwecken. Die

gesamte Anlage mitsamt Umschwung wurde 1986 von John Schmid erworben, über die

Jahre sorgfältig restauriert und in einen der schönsten kulturellen Begegnungsorte der

Schweiz verwandelt. Internationale und Schweizer Künstler haben für den zauberhaften

Landschaftspark im Schönthal ortsspezifische Werke geschaffen. Zuvor machten sie

sich jeweils mit dem Kloster, seiner Geschichte und der Landschaft vertraut. Derzeit

säumen 31 Werke von 22 Künstlern die Wege und Pfade.

Dieses reichhaltig bebilderte Buch zeigt die Kunstwerke im Dialog mit der Natur und

lässt die Entwicklung dieses besonderen Ortes während der letzten drei Jahrzehnte

chronologisch in Wort und Bild Revue passieren. Die Beiträge von Dieter Bachmann,

Guido Magnaguagno, Raimund Rodewald, René Salathé und John Schmid erläutern

umfassend die Geschichte des Klosters von der Gründung bis heute und informieren

über die Kunstwerke und über die besondere Schönheit der sie beherbergenden Kulturlandschaft.

37 Scheidegger & Spiess

Ein kleines Paradies für Liebhaber von Kunst,

Geschichte und Natur

Himmel, Erde, Kunst

Der Skulpturenpark Kloster

Schönthal ist ein viel beachtetes

Freiluftmuseum und kultureller

Begegnungsort in schönster

Landschaft

Das Buch präsentiert die eigens

für den Ort geschaffenen Kunstwerke

und erzählt die Geschichte

der Anlage und ihrer Umgebung

Das Kloster Schönthal als Gesamtwerk, vorgestellt von John Schmid

Herausgegeben von John Schmid

Mit Beiträgen von Dieter

Bachmann, Guido Magnaguagno,

Raimund Rodewald, René Salathé

und John Schmid

Gestaltet von Equipo Basel

Gebunden

ca. 192 Seiten, ca. 122 farbige

Abbildungen

ca. 22,5 × 25,5 cm

978-3-85881-370-1 Deutsch

ca. sFr. 49.– | € 48.–

John Schmid, geboren 1937, zählt

zu den bekanntesten Schweizer

Werbern. Er war Inhaber oder

Mitbegründer von verschiedenen

Agenturen und gewann zahlreiche

Auszeichnungen für kreative Kampagnen.

Auch sein Engagement für

das Kloster Schönthal wurde mehrfach

ausgezeichnet, u.a. 2004 mit

dem Kulturpreis des Kantons

Basel-Landschaft.

Erscheint im Februar 2017

ISBN 978-3-85881-370-1

9 783858 813701


Bild

KM_Publikation_FGEHR_16100702_Print.indd 1 13.10.16 08:18

KM_Publikation_FGEHR_16100702_Print.indd 167 13.10.16 09:33

KM_Publikation_FGEHR_16100702_Print.indd 6 13.10.16 08:19

KM_Publikation_FGEHR_16100702_Print.indd 208 13.10.16 09:44

KM_Publikation_FGEHR_16100702_Print.indd 17 13.10.16 08:23

KM_Publikation_FGEHR_16100702_Print.indd 224 13.10.16 11:08

1 Kirche St. Johannes, Zug, Kircheninneres, Detail mit Künstlersignatur, 1971

4 Kirche St. Marien, Olten, 1952, Chorwandfresko, Ausschnitt

9 Kircheninneres, heutiger Zustand, mit Fastentuch

6

17

17 Gesamtansicht, links angeschnitten die zwei rechten Fenster des fünfteiligen Fensterzyklus

26

27

KM_Publikation_FGEHR_16100702_Print.indd 26 13.10.16 08:19

KM_Publikation_FGEHR_16100702_Print.indd 27 13.10.16 08:19

116 Ferdinand Gehr bei der Arbeit in der Kirche St. Michael, Luzern, 1979

XIX Ferdinand Gehr beim Malen in der Kirche der Propstei St. Gerold, Vorarlberg, um 1966

33) 1966 Kurhaus Bergruh

34) 1966 Kirche Liebfrauen

35) 1966 Igreja de Nossa Senhora

36) 1966 Propstei St. Gerold

Amden SG

Nussbaumen bei Baden AG

do Rosário de Fátima

Fátima, Portugal

St. Gerold, Vorarlberg, Österreich

Architekt: Josef Scherrer

Architekt: Ernest Brantschen

Architekt: Luiz Cunha

Architekt: Arnold Stöckli

Fresko am Sakramentsaltar,

Deckenmalerei im Chor, Glasfen­

Deckenmalerei (Mineralfarbe) in

Fresko im Chor, Deckenmalerei in

Wandbild in der Eingangshalle

ster bei Taufstein und Empore,

der Sakramentskapelle

der Taufnische und im Konvent

Tabernakel

(Mineralfarbe)

41) 1970 Kloster

42) 1970 Kirche St. Katharina

43) 1971 Regionalspital

44) 1971 Kirche St. Johannes

Disentis GR

Klingau AG

Herisau AR

Zug

Hallenbad

Anbau

Aufbahrungshalle

Architekt: Hermann und

Architekt: Hanns Anton Brütsch

Architekten: E. Schindler,

Architekten: Leo Hafner,

Hans Peter Baur

H. Spitznagel, M. Burkhard

Alfons Wiederkehr

Entwurf zu Keramikwand im

Hallenbad

Keramik an der Aussenwand,

Glasfenster

Glasarbeit in der Aufbahrungshalle, Ausmalung des gesamten

Entwurf zu Wandteppich

Kirchenraumes (Mineralfarbe),

Glasfenster, Entwürfe zu

Wandteppichen

167

208

224


Das Schaffen von Ferdinand Gehr (1896–1996) ist im öffentlichen Raum so präsent

wie kaum ein anderes von einem Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Dennoch ist

der Schöpfer von mehr als 60 Wand-, Decken- und Glasmalereien, Sgraffiti und Keramiken

alleine für Kirchen, Schul- und Gemeindehäuser dem Publikum eigentlich nicht

bekannt. Besonders Architekten der Schweizer Nachkriegsmoderne schätzten Gehrs

reduzierte Formensprache und sein einmaliges Gespür für räumliche Zusammenhänge.

Mit seiner Fähigkeit, sakrale Innenräume in Abstimmung mit der Architektur zu gestalten,

schuf Gehr Arbeiten, die zum Herausragendsten zählen, was in der Schweiz in

diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht wurde.

Diese neue, reich bebilderte Monografie stellt nun erstmals Gehrs öffentliche Aufträge

ins Zentrum. Die wichtigsten Werke in der Schweiz, in Österreich, Deutschland und

Portugal werden mit Fotografien des Architekten Marco Bakker dokumentiert. Die

Texte nähern sich Gehrs Œuvre aus historischer, architekturtheoretischer und kunstgeschichtlicher

Perspektive und werden durch ein Werkverzeichnis seiner öffentlichen

Aufträge komplettiert.

39 Scheidegger & Spiess

Lange verkannt, heute hochgeachtet:

die Werke des Kirchenmalers Ferdinand Gehr

Ferdinand Gehr

Die öffentlichen Aufträge

Stellt reich illustriert ein herausragendes

Werk der zeitgenössischen

Schweizer Kunst in

Wand-, Decken- und Glasmalerei,

Sgraffito und Keramik vor

Dokumentiert erstmals umfassend

die öffentlichen Auftragswerke

Ferdinand Gehrs in der

Schweiz, Österreich, Deutschland

und Portugal

Erscheint zur Ausstellung Ferdinand

Gehr – Bauen an der Kunst

im Kunstmuseum Olten (bis

26. Februar 2017)

Herausgegeben vom Kunstmuseum

Olten, Dorothee

Messmer und Katja Herlach

Mit Beiträgen von Dorothee

Messmer, Laetitia Zenklusen

und Roland Züger

Fotografien von Marco Bakker

Gestaltet von Herrmann Germann

Dorothee Messmer ist Kunsthistorikerin

und seit 2012 Direktorin

des Kunstmuseums Olten.

Katja Herlach ist Kunsthistorikerin

und seit 2003 Konservatorin der

Oltener Stiftung für Kunst des

19. Jahrhunderts sowie seit 2009

stellvertretende Direktorin des

Kunstmuseums Olten.

Broschur

224 Seiten, 207 farbige und

56 sw Abbildungen

21 × 27 cm

978-3-85881-533-0 Deutsch

sFr. 49.– | € 48.–

Lieferbar

Laetitia Zenklusen ist Kunsthistorikerin

und wissenschaftliche

Mitarbeiterin der Kantonalen

Denkmalpflege Zürich.

Roland Züger ist Architekt mit

eigenem Büro in Zürich. Daneben

ist er als Dozent für Entwurf am

Institut Urban Landscape der

ZHAW Winterthur und als Redaktor

der Zeitschrift werk, bauen +

wohnen tätig.

ISBN 978-3-85881-533-0

9 783858 815330


Der Lausanner Künstler Jean-Pierre Kaiser (1915–2001), ausgebildet und später nahezu

30 Jahre lang auch Lehrer an der damaligen École cantonale de dessin ECAL in

Lausanne, schuf neben zahlreichen Kirchenfenstern, Wandgemälden, Gebrauchsgrafik

und kleineren Skulpturen auch mehr als 300 druckgrafische Werke. Unermüdlich widmete

er sich der Radierung. In dieser Technik liess er mysteriöse Welten auf Papier

entstehen: ungeheure Maschinen mit menschlichem Äusseren, gigantische Städte,

schwebend zwischen Erde und Himmel, oder scheinbar in Stein gemeisselte florale

Muster.

Erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten widmet sich eine umfassende Monografie Kaisers

druckgrafischem Schaffen. Das Buch macht namentlich die enorme künstlerische

Qualität seiner eindrücklichen Fantasiewelten deutlich. Zudem zeigt es auf, in welchem

Masse Kaisers Werke ein Echo in der zeitgenössischen Schweizer Kunst finden.

40 Scheidegger & Spiess

«Die Radierung ist eine sehr intime Kunst,

eine Entblössung der eigenen Persönlichkeit.»

Jean-Pierre Kaiser

Erste Monografie zum druckgrafischen

Werk Jean-Pierre Kaisers

seit vier Jahrzehnten

Jean-Pierre Kaiser

Himmlische Phänomene. Das druckgrafische Werk

Herausgegeben von

Laurence Schmidlin

Mit Beiträgen von Marc Atallah,

Bruno Corthésy, Jérémie Gindre,

Philippe Kaenel, François Kaiser,

Christopher Kaiser und Laurence

Schmidlin

Gestaltet von Noémi Gygax

Gebunden

ca. 192 Seiten, ca. 150 sw

Abbildungen

ca. 21 × 30 cm

978-3-85881-538-5

Deutsch / Französisch

ca. sFr. 69.– | € 68.–

Erscheint im April 2017

Marc Atallah ist Direktor des Maison

d’Ailleurs in Yverdon-les-Bains

sowie Lehr- und Forschungsbeauftragter

an der Université de Lausanne.

Bruno Corthésy arbeitet als freier

Architekturhistoriker u.a. für den

Bund, den Kanton Waadt und die

Städte Genf und Lausanne.

Jérémie Gindre lebt und arbeitet als

Schriftsteller und Künstler in Genf.

Philippe Kaenel ist Lehr- und Forschungsbeauftragter

in Kunstgeschichte

an der Université de Lausanne.

Christopher Kaiser ist Bibliothekar

an der Université de Genève und

Enkel des Künstlers Jean-Pierre

Kaiser.

François Kaiser ist Rechtsanwalt

und Sohn des Künstlers Jean-Pierre

Kaiser.

ISBN 978-3-85881-538-5

9 783858 815385

Laurence Schmidlin ist am Musée

Jenisch Vevey als Konservatorin im

Cabinet cantonal des estampes und

als stellvertretende Direktorin tätig.


Anne Loch (1946–2014) hat nach ihrer Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf

und einem längeren Aufenthalt in Italien in den 1980er-Jahren grosse Beachtung als

Malerin von Landschaften und Stillleben gefunden und wurde von wichtigen Galerien

in Deutschland und in der Schweiz vertreten. 1988 zog sie sich für 14 Jahre nach

Graubünden zurück, wo sie in Thusis eine neue Wahlheimat fand. Der Rückzug war

radikal sowohl gegenüber dem Kunstbetrieb wie gegenüber der neuen Umgebung. Im

Stillen schuf sie hier ein umfangreiches Werk, das sich mit der Natur, dem Bild der

Landschaft in der Malerei und dem künstlichen Paradies in seiner ganzen zerbrechlichen

Schönheit auseinandersetzt. Nach einem weiteren elfjährigen Aufenthalt in

Deutschland kehrte sie 2013 erneut nach Graubünden zurück, wo sie ein Jahr später im

Bergell verstarb.

Das Bündner Kunstmuseum Chur widmet Anne Loch nun erstmals eine umfassende

Retrospektive. Diese gleichzeitig erscheinende Monografie ruft in Erinnerung, was durch

den Rückzug in Vergessenheit geriet. Vor allem aber ermöglicht sie die Entdeckung eines

immensen künstlerischen Werks, das bis heute kaum an die Öffentlichkeit gelangte.

41 Scheidegger & Spiess

Grosse Kunst, im Verborgenen geschaffen:

die Entdeckung der Malerin Anne Loch

Anne Loch hat in den 1980er-

Jahren grosse Beachtung als

Malerin von Landschaften und

Stillleben gefunden

Das Buch ermöglicht die (Neu-)

Entdeckung ihres bislang weitgehend

unveröffentlichten Schaffens

aus rund vier Jahrzehnten

Anne Loch

Künstliche Paradiese

Erscheint zur gleichnamigen

Ausstellung im Bündner Kunstmuseum

Chur (24. Februar bis

7. Mai 2017)

Herausgegeben vom Bündner

Kunstmuseum Chur

Mit Beiträgen von Stephan Kunz,

Annelie Pohlen und Konrad

Tobler

Gestaltet vom Büro 146

Broschur

ca. 192 Seiten, ca. 100 farbige

Abbildungen

ca. 22 × 26 cm

978-3-85881-547-7 Deutsch

ca. sFr. 49.– | € 48.–

Erscheint im Februar 2017

Stephan Kunz, geboren 1962, ist

seit Herbst 2011 Direktor des

Bündner Kunstmuseums Chur.

Davor war er langjähriger Kurator

und stellvertretender Direktor des

Aargauer Kunsthauses, Aarau.

Annelie Pohlen, geboren 1944, ist

freie Kunstkritikerin und Publizistin.

1986–2004 war sie Direktorin

des Bonner Kunstvereins.

Konrad Tobler, geboren 1956, ist

seit 2007 als freier Kunst- und

Architekturkritiker u.a. für die

Neue Zürcher Zeitung, den Tages-

Anzeiger und das Kunstbulletin

tätig. 1992–2007 war er Kulturredaktor

der Berner Zeitung, ab

2000 Leiter des Kulturressorts.

ISBN 978-3-85881-547-7

9 783858 815477


Günther Wizemann, 1953 in Graz geboren, lebt seit 1960 in der Schweiz. Nach seiner

Ausbildung an der Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich in den 1970er-Jahren ist er

heute als Maler und Konzeptkünstler aktiv. Durch das Studium der russischen Moderne

stellte sich ihm die Frage, was nach Malewitsch und Rodtschenko noch gemalt

werden könne. Mario Merz’ Neonarbeit che fare? aus dem Jahr 1968 oder, wie Barnett

Newman es formulierte, «What to paint?» wurde auch für Wizemann programmatisch.

Der Werkzyklus Der schwarze Garten, entstanden 2003 bis 2013, ist eine mögliche

Ant wort darauf. Die 43 Gemälde, Öl und Kunstharz auf Leinwand, sind aus zeitintensiven

malerischen Prozessen und einer Vielzahl von Farbschichten hervorgegangen, die

einen Bildraum nach innen wie nach aussen konstruieren.

Die Texte dieser Monografie ordnen Wizemanns bis anhin grösste Werkgruppe in die

Kunstgeschichte ein und eröffnen eine Sicht auf mögliche formale und konzeptuelle

Verwandtschaften, die von der Renaissance bis in die Gegenwart reichen. Ausgehend

vom Titel Der schwarze Garten, wird zudem ein literaturgeschichtlicher Bogen zwischen

Wizemanns Œuvre und manchen Fragen des Menschseins gespannt.

42 Scheidegger & Spiess

Spiegelung und Selbsterkenntnis:

der eindrucksvolle Werkzyklus des Künstlers

Günther Wizemann

Erste Publikation zum Schaffen

Günther Wizemanns seit mehr als

20 Jahren

Präsentiert erstmals überhaupt

den grossen Gemäldezyklus

Der schwarze Garten

Günther Wizemann

Der schwarze Garten

Mit Beiträgen von Giorgia von

Albertini und Florian Vetsch

Gestaltet von Urs Stuber und

Susanna Entress

Gebunden

ca. 144 Seiten, ca. 70 farbige

Abbildungen

ca. 20 × 27 cm

978-3-85881-550-7

Deutsch / Englisch

ca. sFr. 49.– | € 48.–

Giorgia von Albertini, geboren

1992, ist Kunsthistorikerin und

freie Kuratorin, seit 2015 arbeitet

sie u.a. als Archivarin und Assistentin

für die Schweizer Kuratorin

Bice Curiger.

Florian Vetsch, geboren 1960, ist

Gymnasiallehrer, Autor, Übersetzer

und Herausgeber. Er lebt und

arbeitet in St. Gallen.

Erscheint im April 2017

ISBN 978-3-85881-550-7

9 783858 815507


Transdisziplinäre Zusammenarbeit

jenseits eines Problems

The Wind Tunnel Model

Transdisciplinary Encounters

Herausgegeben von

Florian Dombois

Mit Beiträgen von Haseeb

Ahmed, Jacqueline Burckhardt,

Martin Burr, Florian Dombois,

Julie Harboe, Christoph Hoffmann,

Kaspar König, Dieter

Mersch, Isabel Mundry, Mirjam

Steiner, Jan Svenungsson,

Sarine Waltenspül und Reinhard

Wendler

Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? In dem neuen Buch The

Wind Tunnel Model schlägt der Künstler Florian Dombois alternative

Formen der Interaktion zwischen den Disziplinen vor:

zwischen den Künsten, aber auch zwischen Künsten und Wissenschaften.

Statt ein Problem oder ein Thema zu definieren, zu

dem sich die jeweiligen Vertreter unterschiedlicher Richtungen

zusammenfinden, gründete Dombois ein Windkanal-Labor mit

leerer Mitte. Eine Architektur, die uns ihren Rücken zukehrt

und ein nicht Sichtbares formt, ein Modell zweiter Ordnung,

dabei verstörend konkret.

In dem Buch kommen die Akteure des Windkanal-Labors zu

Wort, ebenso wie eine eigens eingerichtete Reflexionsgruppe.

Die Texte plädieren darüber hinaus für einen Austausch zwischen

verbalem und nonverbalem Denken nach dem Modell

der Fahrkunst, einer Transporttechnik des Bergbaus im 19.

Jahrhundert, die Dombois zur Leitmetapher seiner Arbeitsgruppe

und ihrer Zusammenarbeit umdeutete.

Gestaltet von Viola Zimmermann

Broschur

ca. 224 Seiten, ca. 88 farbige

und 5 sw Abbildungen

ca. 17 × 24 cm

978-3-85881-792-1 Englisch

ca. sFr. 29.– | € 29.–

Florian Dombois, geboren 1966,

ist Künstler und seit 2011 Professor

an der Zürcher Hochschule der

Künste ZHdK. 2017 wird er den

Research Pavilion in Venedig bespielen.

Untersucht den Windkanal

als künstlerisches Labor und

Metaphernmaschine

Erscheint im Mai 2017

ISBN 978-3-85881-792-1

9 783858 817921

Wachsen und Schrumpfen:

der Begriff der Skalierung im

21. Jahrhundert

Too Big to Scale

On Scaling Space, Number, Time and Energy

Herausgegeben von Florian

Dombois und Julie Harboe

Mit Beiträgen von Haseeb

Ahmed, Olivier Chazot, Florian

Dombois, Andrew Fisher, Simon

Grand, Julie Harboe, Juliet Koss,

Adrien Lucca, Frank Schweitzer,

Mirjam Steiner, Helmut Völter,

Sarine Waltenspül, Christoph

Weckerle und Reinhard Wendler

Gestaltet von Viola Zimmermann

Broschur

ca. 208 Seiten, ca. 5 farbige

und 57 sw Abbildungen

ca. 14 × 20 cm

978-3-85881-793-8 Englisch

ca. sFr. 29.– | € 29.–

Erscheint im Mai 2017

ISBN 978-3-85881-793-8

9 783858 817938

Was wäre das 21. Jahrhundert ohne eine Vergangenheit massloser

Skalierung? Der technologische Fortschritt lebt wesentlich

von der gedanklichen Fähigkeit des Menschen, sich Dinge grösser

oder kleiner vorzustellen, Prozesse schneller oder langsamer

zu imaginieren oder Energien in der Vorstellung zu verstärken

oder zu reduzieren. Diese Fähigkeit begleitet den Menschen

zwar seit den Anfängen der Kunst und ihrer Repräsentation,

nahm aber seit der Industrialisierung nochmals ganz andere

Dimensionen an.

Dieses Buch versammelt Beiträge von 14 Vertreterinnen und

Vertretern aus Kunst, Kunstgeschichte, Systemdesign, Kulturanalyse

und Aerodynamik, die sich an der ZHdK in Zürich zur

Diskussion der Bedeutung des Skalierens in ihren jeweiligen

Disziplinen getroffen haben. Ausgangspunkt war dabei die

Kamera, die mit Linse, Zeitlupe/Zeitraffer, Filmempfindlichkeit

bereits drei Dimensionen des Skalierens in ihrem Apparat vereint.

Die Vervielfältigung als vierte Dimension lässt den vermeintlichen

Abbildungsapparat zur Denk- und Vorstellungsmaschine

avancieren.

Julie Harboe, geboren 1962, ist

Kunsthistorikerin, Kritikerin sowie

Kuratorin und derzeit Dozentin im

Zukunftslabor CreaLab der Hochschule

Luzern.

Vermittelt eine Expertendiskussion

zum Thema Skalierung und

zur erweiterten Funktion der Kamera

als Denk- und Vorstellungsmaschine

Versammelt Texte internationaler

Vertreter aus den Bereichen

Kunst, Kunstgeschichte, Systemdesign,

Kulturanalyse und Aerodynamik


Kunst für kurze Zeit: die

temporären Kunst-am-Bau-Werke

im Zürcher Sihlcity

Farbanschlag

Kunstprojekte in Sihlcity 2007–2016

Herausgegeben von der

Miteigentümerschaft Sihlcity,

Magdalena Plüss, Gabriela

Gerber und Mirjam Varadinis

Mit Beiträgen von Bernadette

Fülscher, Magdalena Plüss,

Brita Polzer und Philipp Schoch

In den Jahren 2007 bis 2016 finanzierte die Miteigentümerschaft

des Einkaufs-, Kultur- und Dienstleistungszentrums Sihlcity

in Zürich das Projekt Kunst am Gebäude. In einem jurierten

Wettbewerb an verschiedenen Kunstschulen in der Schweiz

und im angrenzenden Ausland wurden für jedes Jahr Künstlerinnen

und Künstler für die Gestaltung von Megapostern ausgewählt,

die dann für jeweils drei Monate an den Aussenfassaden

der Sihlcity-Gebäude hingen. Nach Ausstellungsende

wurden die Kunstwerke vernichtet.

Dieses Buch präsentiert die realisierten Siegerprojekte sowie

auch die zweitplatzierten Vorschläge und hält sie so in Erinnerung.

Neben zahlreichen Abbildungen widmen sich die Texte

Themen wie der Wechselbeziehung zwischen Kunst und Laienpublikum

seit der Moderne, der Bedeutung von vergänglicher

Kunst und dem Potenzial von Auftragskunst im 21. Jahrhundert.

Gestaltet von Bonbon

Gebunden

ca. 112 Seiten, ca. 130 farbige

und sw Abbildungen

ca. 20 × 25 cm

978-3-85881-537-8 Deutsch

ca. sFr. 39.– | € 38.–

Erscheint im Mai 2017

ISBN 978-3-85881-537-8

Dokumentiert ein prominentes

Langzeitprojekt mit temporärer

Kunst-am-Bau in Zürich

Beleuchtet Hintergrundthemen

wie die Wechselbeziehung zwischen

Kunst und Laienpublikum,

die Bedeutung vergänglicher

Kunst und das Potenzial von Auftragskunst

9 783858 815378

Schaffhausen? Ein bedeutendes

europäisches Post-Scharnier!

Hans Konrad Peyer

Schaffhauser Postgeschichte

1411 –1848

Nachrichtenübermittlung vor dem Hintergrund

der grossen europäischen Konflikte

Gestaltet von PeyerDC

Gebunden

ca. 592 Seiten, ca. 100 farbige

und sw Abbildungen

ca. 24 × 27,5 cm

978-3-85881-551-4 Deutsch

ca. sFr. 99.– | € 97.–

Dieses Buch beleuchtet eine faszinierende Periode der mitteleuropäischen

Geschichte anhand einer jahrhundertelang zentralen

Institution: der Post. Begünstigt durch die Lage am Schnittpunkt

von Heiligem Römischem Reich Deutscher Nation, Vorderösterreich

und Alter Eidgenossenschaft entstand in der Stadt

Schaffhausen ab dem 15. Jahrhundert eine wichtige Drehscheibe

der Nachrichtenübermittlung. Von den frühen Botenlinien über

die Kaiserliche Reichspost und die Vorderösterreichische Post

bis zum Postunternehmen der Thurn und Taxis erstreckt sich

die Geschichte des Postwesens, in deren Mittelpunkt oft der

rücksichtslose Kampf um Routen, Macht und Geld steht.

Mit einer Fülle von Dokumenten – Verträge, Verlautbarungen

und Briefwechsel – zeichnet das Buch ein lebhaftes Bild einer

Zeit, in der das Postwesen höchst komplex war, aber trotz kriegerischer

Wirren, Zoll- und Grenzstreitigkeiten schnell und

zuverlässig funktionierte. In Verbindung mit den Biografien

massgeblicher Persönlichkeiten und oft über Generationen im

Postgeschäft wirkender Familien entfaltet sich vor dem Hintergrund

der europäischen Geschichte die an Tragödien, Intrigen,

Erfolgen und Misserfolgen reiche Schaffhauser Postgeschichte.

Erscheint im April 2017

ISBN 978-3-85881-551-4

9 783858 815514

Hans Konrad Peyer, geboren 1937

in Schaffhausen, war bis 2003

international tätiger Geschäfts anwalt

und hat als Vorsitzender der

Peyerschen Legate mehrere Biografien

seiner Vorfahren verfasst.

Schaffhausen bildete über mehr

als 400 Jahre eine wichtige Drehscheibe

des europäischen Nachrichtenverkehrs

Das Buch zeichnet die Geschichte

Schaffhausens in dieser Rolle mit

einer Fülle erstmals ausgewerteter

Dokumente präzise nach


Ferdinand Hodler (1853–1918), als Künstler bedeutend und umstritten zugleich,

brachte an der Wende zum 20. Jahrhundert die Schweizer Malerei zu

internationaler Geltung. Seine Landschaften und Porträts, seine monumentalen

Historien- und symbolistischen Figurenbilder wurden überall in Europa ausgestellt.

Sie fanden Eingang in zahlreiche öffentliche und private Sammlungen

und wurden in Publikationen diskutiert, gelobt und kritisiert.

Mit rund 630 Gemälden entspricht die Gattung der Figurenbilder umfangmässig

etwa Hodlers Landschaftswerk. Der Bogen spannt sich von den patriotischen und

religiösen Genrebildern bis zu den um 1890 mit dem Schlüsselwerk Die Nacht

einsetzenden symbolistischen Menschenbildern und den Historiengemälden.

Der nun erscheinende dritte Band des grossen Werkverzeichnisses von Hodlers

Gemälden widmet sich diesem zentralen Teil seines Schaffens. Mit einer Einleitung

der Herausgeber, dem chronologisch geordneten Katalogteil sowie dem

umfangreichen Anhang, der unter anderem auch fragliche und irrtümliche

Zuschreibungen sowie Fälschungen auflistet, setzt das Buch das Referenzwerk

fort, das wissenschaftliche Kriterien erfüllt und Experten ebenso wie Liebhaber

von Hodlers Kunst anspricht.

Band 3 des Catalogue raisonné:

die Fortsetzung des massgeblichen Referenzwerks

zu Ferdinand Hodlers Gemälden

Ferdinand Hodler

Catalogue raisonné der Gemälde

Band 3: Die Figurenbilder

45 Scheidegger & Spiess

Pressestimmen zu den bereits

erschienenen Bänden

«Ein Meilenstein der Hodler-

Forschung.» Neue Zürcher Zeitung

«Dieses wissenschaftlich anspruchsvolle

Referenzwerk wirkt

nicht wie eine ‹trockene› Auflistung

von Fakten und Daten, sondern

lädt zum Blättern, Lesen und Vergleichen

ein. Eine schön gestaltete,

sorgfältig edierte Buchausgabe.»

Silvia Volkart, Kunst + Architektur

in der Schweiz

«Der ausserordentlich sorgfältig

gemachte Band genügt allen wissenschaftlichen

Ansprüchen und

liegt dazu noch digitalisiert vor.»

Barbara Basting, SRF-Kultur

Ferdinand Hodler ist der

«Schweizer Nationalkünstler»,

sein Werk geniesst Weltruf

Der Catalogue raisonné in vier

Bänden ist das Referenzwerk zu

Hodler und präsentiert erstmals

sein malerisches Gesamtwerk

vollständig

Die Figurenbilder bilden einen

ebenso umfangreichen Komplex

in Hodlers Schaffen wie die Landschaften

Äusserst reichhaltiges Bildmaterial

und erhellende Essays

Herausgegeben von

Oskar Bätschmann und Paul Müller

Mit Beiträgen von Oskar Bätschmann,

Regula Bolleter, Monika

Brunner, Sabine Hügli-Vass,

Paul Müller und Milena Oehy

Eine Publikation des Schweizerischen

Instituts für Kunstwissenschaft

SIK-ISEA

2 Teilbände, gebunden, im Schuber

Total ca. 630 Seiten,

ca. 700 farbige Abbildungen

23,5 × 32 cm

978-3-85881-256-8 Deutsch

Subskriptionspreis bis 31.5.2017:

ca. sFr. 480.– | € 480.–

Normalpreis ab 1.6.2017:

ca. sFr. 640.– | € 640.–

Erscheint im Mai 2017

ISBN 978-3-85881-256-8

9 783858 812568

Band 1: Die Landschaften

(2 Teilbände)

978-3-85881-244-5 Deutsch

sFr. 640.– | € 640.–

Lieferbar

Band 2: Die Bildnisse

978-3-85881-255-1 Deutsch

sFr. 480.– | € 480.–

Lieferbar

Band 4: Biografie und Dokumente

978-3-85881-257-5 Deutsch

Subskriptionspreis ca. sFr. 240.– | € 240.–

Normalpreis ca. sFr. 320.– | € 320.–

Erscheint 2018


Ausgewählte Backlist-Titel

46 Scheidegger & Spiess

Kunst

Die Neuausgabe von Ernst

Scheideggers Klassiker

mit mehr als 60 zuvor unveröffentlichten

Farbbildern

Alberto Giacometti

Spuren einer Freundschaft

978-3-85881-349-7

Deutsch/Englisch

sFr. 49.– | € 48.–

Eine aussergewöhnliche

private Sammlung:

das Alberto-Giacometti-

Museum in Sent

Alberto Giacometti –

Druckgrafik

Die öffentliche Sammlung

Gross in Sent

978-3-85881-520-0 Deutsch

sFr. 49.– | € 48.–

Form, Farbe, Material, Klang

und Bewegung: Dada

und die Kunst aus Afrika,

Ozeanien und Asien

Dada Afrika

Dialog mit dem Fremden

978-3-85881-507-1 Deutsch

978-3-85881-779-2 Englisch

sFr. 39.– | € 38.–

Zum Dada-Jubiläum 2016

erstmals veröffentlicht: die

von Tristan Tzara geplante

Anthologie der Dada-

Bewegung

Dadaglobe Reconstructed

978-3-85881-499-9 Deutsch

978-3-85881-775-4 Englisch

sFr. 59.– | € 58.–

Der Beitrag der Frauen an

Dada erstmals umfassend

und in seiner ganzen Vielfalt

dargestellt

Ina Boesch

Die Dada

Wie Frauen Dada prägten

978-3-85881-453-1 Deutsch

sFr. 29.– | € 29.–

Kunst

Emmy Hennings’ Dada-

Œuvre in bislang einmaliger

Fülle und Zeugnisse ihrer

Zeit- und Weggenossen

Emmy Hennings Dada

978-3-85881-472-2 Deutsch

sFr. 49.– | € 48.–

Die Neuausgabe des

populären Standardwerks

Ferdinand Hodler –

Landschaften

978-3-85881-344-2 Deutsch

sFr. 49.– | € 48.–

Der Urknall der Dada-Bewegung

vor 100 Jahren!

Die Stimmung der Geburtsstunde!

Die Bilder!

Die Worte!

Genese Dada

100 Jahre Dada Zürich

978-3-85881-492-0 Deutsch

978-3-85881-767-9 Englisch

sFr. 39.– | € 38.–

Ausgezeichnet mit der

Goldenen Letter als

schönstes Buch aus aller

Welt 2014

Meret Oppenheim – Worte

nicht in giftige Buchstaben

einwickeln

978-3-85881-475-3 Deutsch

sFr. 69.– | € 68.–

Erstmalige Gegenüberstellung

von zwei der

wichtigsten Künstler des

20. Jahrhunderts

Torsten Otte

Salvador Dali &

Andy Warhol

Encounters in New York

and Beyond

978-3-85881-774-7 Englisch

sFr. 49.– | € 48.–

Architektur

Kunst

Diverses Fotografie

Die Schweizer Künstlerin

im Kreis ihrer New Yorker

Freunde: ein neues Porträt

Sonja Sekula & Friends

978-3-85881-512-5

Deutsch/Englisch

sFr. 49.– | € 48.–

Die wegweisende Gesamtdarstellung

des Schaffens

dieses Universaltalents der

frühen Avantgarde

Sophie Taeuber-Arp –

Heute ist Morgen

978-3-85881-432-6 Deutsch

978-3-85881-757-0 Englisch

sFr. 59.– | € 58.–

Architekturfantasien,

Zeichnungen und Texte

dreier Visionäre des frühen

20. Jahrhunderts

Visionäre der Moderne

Paul Scheerbart, Bruno Taut,

Paul Goesch

978-3-85881-510-1

Deutsch/Englisch

sFr. 39.– | € 38.–

Ein künstlerischer Blick

auf die legendäre indische

Planstadt heute

Chandigarh Redux

Le Corbusier, Pierre Jeanneret,

Jane B. Drew,

E. Maxwell Fry

978-3-85881-762-4 Englisch

sFr. 49.– | € 48.–

Beeindruckende Fotoporträts,

mit Reflexionen von vier Schweizer

Schriftstellern über das Alter

Katja Snozzi –

Jahrhundertmenschen

Hundert 100-Jährige und ältere

Schweizer und Schweizerinnen

978-3-85881-518-7

Deutsch/Französisch/

Italienisch/Rätoromanisch

sFr. 69.– | € 68.–


Ausgewählte Backlist-Titel

47 Scheidegger & Spiess

Fotografie

Die legendären Las-Vegas-

Bilder von Robert Venturi

und Denise Scott Brown

Las Vegas Studio

Images from the Archive

of Robert Venturi and

Denise Scott Brown

978-3-85881-764-8 Englisch

978-3-85881-765-5 Französisch

sFr. 32.– | € 32.–

Eine grandiose Entdeckung:

das Gesamtwerk des

französisch-brasilianischen

Fotografen

Marcel Gautherot

Die Monografie

978-3-85881-495-1 Deutsch

978-3-85881-777-8 Englisch

sFr. 49.– | € 48.–

Ausgezeichnet mit der

Silbermedaille des Deutschen

Fotobuchpreises 2016

Meinrad Schade –

Krieg ohne Krieg

Fotografien aus der

ehemaligen Sowjetunion

978-3-85881-452-4

Deutsch/Englisch

sFr. 54.– | € 54.–

Eine der ungewöhnlichsten

Städte des 20. Jahrhunderts,

gesehen von einem der

grössten Fotografen des

20. Jahrhunderts

René Burri. Brasilia

Fotografien 1958–1997

978-3-85881-307-7

Deutsch/Englisch

sFr. 79.– | € 77.–

32 Städte, fünf Kontinente,

ein Hotelzimmer: Standard

Roger Eberhard – Standard

978-3-85881-528-6

Deutsch/Englisch

sFr. 59.– | € 58.–

Architektur

Fotografie

Architektur

Die künstlerische Suche

nach dem höheren Sinn

alltäglicher architektonischer

Unglücksfälle und Verbrechen

Serge Fruehauf –

Extra Normal

978-3-85881-527-9

Deutsch/Englisch/Französisch

sFr. 49.– | € 48.–

Die Schweiz als neue

Heimat – eine fotografische

Annäherung

The Swiss

Fotografien von

Christian Nilson

978-3-85881-529-3

Deutsch/Englisch

sFr. 49.– | € 48.–

Städte und Landschaften als

Produkt menschlicher Ideen,

als Resultat von Ausbeutung

und Gier

Tobias Madörin. Topos

Contemporary

Global Prospects

978-3-85881-372-5

Deutsch/Englisch

sFr. 99.– | € 97.–

Leben und Schaffen

des legendären Schweizer

Magnum-Fotografen

Werner Bischof

Standpunkt

978-3-85881-508-8 Deutsch

sFr. 79.– | € 77.–

Kann man Architektur filmen?

Mögliche Antworten des

Regisseurs Christoph Schaub

auf drei DVDs

Christoph Schaub –

Films on Architecture

978-3-85881-908-6

Deutsch/Englisch

sFr. 39.– | € 39.–

Kunst Architektur

Diverses

Diverses

«Einen Stuhl brauche

ich zum Sitzen, weniger

zum Bestaunen.»

Hans Eichenberger

Hans Eichenberger

Designer und Innenarchitekt.

Protagonist der Schweizer

Wohnkultur

978-3-85881-521-7 Deutsch

sFr. 49.– | € 48.–

Die grosse Monografie des

weltbekannten Architekten

Peter Zumthor 1985–2013

Bauten und Projekte

978-3-85881-304-6 Deutsch

978-3-85881-723-5 Englisch

978-3-85881-740-2 Französisch

sFr. 250.– | € 250.–

Moderne Hotel-Nostalgie

auf Postkarten

Bikini in den Bergen

Badefotografie der Kunstanstalt

Brügger Meiringen.

Ein Postkartenbuch

978-3-85881-481-4 Deutsch

sFr. 24.– | € 24.–

Opulenter Bildatlas und

Enzyklopädie des Wissens

zur Gebirgsregion im Herzen

der Schweiz

Der Gotthard / Il Gottardo

Landscape – Myths –

Technology

978-3-85881-503-3

Deutsch/Englisch/Italienisch

sFr. 99.– | € 97.–

Protokolle über Leben und

Tod: das unvollendete letzte

Filmprojekt Peter Liechtis

Peter Liechti – Dedications

978-3-85881-500-2 Deutsch

978-3-85881-776-1 Englisch

sFr. 39.– | € 38.–


Scheidegger & Spiess

Niederdorfstrasse 54

8001 Zürich

Tel. +41 (0)44 262 16 62

Fax +41 (0)44 262 16 63

www.scheidegger-spiess.ch

info@scheidegger-spiess.ch

Vertrieb

Patrick Schneebeli

Tel. +41 (0)44 253 64 53

p.schneebeli@scheidegger-spiess.ch

Presse und PR

Monique Zumbrunn

Tel. +41 (0)44 253 64 52

m.zumbrunn@scheidegger-spiess.ch

Marketing

Domenica Schulz

Tel. +41 (0)44 253 64 56

d.schulz@scheidegger-spiess.ch

Verlagsleitung

Thomas Kramer

Tel. +41 (0)44 253 64 54

t.kramer@scheidegger-spiess.ch

Scheidegger & Spiess ist Mitglied

von SWIPS, Swiss Independent Publishers

Auslieferungen

Schweiz

AVA Verlagsauslieferung AG

Centralweg 16

8910 Affoltern a. A.

Tel. 044 762 42 00

Fax 044 762 42 10

verlagsservice@ava.ch

Vertreter

Schweiz

Markus Wieser

Kasinostrasse 18

8032 Zürich

Tel. 044 260 36 05

Fax 044 260 36 06

wieser@bluewin.ch

Der Verlag Scheidegger & Spiess

wird vom Bundesamt für Kultur

mit einem Strukturbeitrag für die

Jahre 2016–2020 unterstützt.

Deutschland, Österreich,

Belgien, Luxemburg, Niederlande

GVA

Postfach 2021

37010 Göttingen

Deutschland

Tel. +49 (0)551 384 200-0

Fax +49 (0)551 384 200-10

bestellung@gva-verlage.de

Deutschland

Österreich

Hans Frieden

Stefan Schempp

c / o G.V.V.

Verlagsvertretungen

Groner Strasse 20 Wilhelmstrasse 32

37073 Göttingen 80801 München

Tel. 0551 797 73 90

Deutschland

Fax 0551 797 73 91 Tel. +49 89 230 777 37

g.v.v@t-online.de Fax +49 89 230 777 38

stefan.schempp@mnet-mail.de

Stand Dezember 2016

Die angegebenen Franken-Preise sind

unverbindliche Preisempfehlungen für die

Schweiz inklusive MwSt. – Die angege benen

Euro-Preise sind gebundene Ladenpreise

für Deutschland inklusive MwSt.

und unverbind liche Preisempfehlungen

für Österreich. Für Preise, Beschreibungen

und Erscheinungstermine bleiben

Änderungen und Irrtum vorbehalten.

Umschlagbild:

Regal Nuage von Charlotte Perriand

(1957, © AChP., Paris / 2016, ProLitteris,

Zurich), Sessel P 40 von Oswaldo Borsani

(1955). Foto: Dulut, publiziert im Messekatalog

Arts ménagers, Nr. 95, Nov. 1957.

Aus dem Buch: Charlotte Perriand, S. 11

William Eggleston

Porträts

Phillip Prodger. Mit einem Gespräch von William Eggleston

mit Phillip Prodger, Rose Shoshana, Maud Schuyler Clay

und Lesley Young

In Zusammenarbeit mit der

National Portrait Gallery, London

Gebunden

184 Seiten, 122 farbige und 89 sw Abbildungen

27,5 × 28 cm

978-3-85881-513-2 Deutsch

sFr. 49.– | € 48.–

Ungewöhnliche Bildkompositionen, ein treffender Blick

und eine besondere Verspieltheit zeichnen William Egglestons

Porträts aus. Über 50 Jahre fotografierte er Freunde,

seine Familie und zahlreiche Künstler wie die Musiker

Elvis Presley und Joe Strummer, den Schauspieler Dennis

Hopper oder den Regisseur David Lynch. Diese erste

Monografie zu Egglestons Porträtkunst zeigt rund 90 seiner

Fotografien, viele davon erstmals überhaupt.

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!