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OCEAN7 2017-01

Mild bis Wild: Göttliche Erfahrungen im Ionischen Meer. Was hunzt, was funzt: Bord-Equipment im Echt-Test auf Langfahrt. Boot Düsseldorf: Die Highlights 2017. Schweizer Präzision: Die Saphire 27 Cruise im Segel-Härtetest am Vierwaldstättersee. Best of Boat: Die Gewinner 2017. Plus: Schutzraum in der Antarktis, Palmensterben am Mittelmeer, Korruption in der Dritten Welt und vieles mehr lesen Sie in der Ausgabe 1/2017 des OCEAN7-Magazins.

Mild bis Wild: Göttliche Erfahrungen im Ionischen Meer. Was hunzt, was funzt: Bord-Equipment im Echt-Test auf Langfahrt. Boot Düsseldorf: Die Highlights 2017. Schweizer Präzision: Die Saphire 27 Cruise im Segel-Härtetest am Vierwaldstättersee. Best of Boat: Die Gewinner 2017. Plus: Schutzraum in der Antarktis, Palmensterben am Mittelmeer, Korruption in der Dritten Welt und vieles mehr lesen Sie in der Ausgabe 1/2017 des OCEAN7-Magazins.

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Unabhängiges YACHTMAGAZIN für Österreich

01/2017 Jänner/Februar

Mild bis wild:

Ionisches Meer

21.–29. Jänner: Boot Düsseldorf

Die Highlights 2017

Mit News der Verbände YCA und MSVÖ


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Editorial

O Captain,

my Captain

Foto: Michael Menard

„Entschuldigung …“, flüsterte ich, als ich mit schlechtem Gewissen,

aber ohne Schuld, zu spät in die schon seit fünf Minuten

laufende allererste Redaktionssitzung des neuen OCEAN7-Magazins

schlich. Beschämt blickte ich von meinem Platz in Richtung

Thomas Dobernigg, dem Chefredakteur, mit dem ich bis

zu diesem Zeitpunkt nur einmal telefoniert hatte. Er aber lächelte

nur und musterte mich mit neugierigem Blick, während ein

Verlagsleiter seine Eröffnungsrede hielt, um alle Anwesenden auf

das neue Magazin einzuschwören (und ich in Gedanken beim

50+Magazin war, das ich einen Stock tiefer auf den Boden zu

bringen hatte). An jenem Tag im Frühling 2007 eröffnete mir

Thomas nicht nur die Gelegenheit, meinen Beruf und meine

maritime Leidenschaft miteinander zu verbinden, sondern reichte

mir auch seine Hand als Freund.

Aufgrund der simplen Tatsache, dass man zwei Journalisten nicht

auf ein und dieselbe Pressereise schickt, gelang es uns erst im

September 2016, einen gemeinsamen Törn zu organisieren – mit

dem Ziel, uns für eine Woche im Ionischen Meer zurückzuziehen

und den weiteren Weg für OCEAN7 festzulegen. Doch das

Schicksal wollte es anders. Hatte bereits einen anderen Törn für

Thomas bestimmt. Er bat mich, das Ruder zu übernehmen: Als

Skipper für besagten Törn – und als Chefredakteur von OCEAN7.

Ich sagte ihm zu – interemistisch, bis er wieder gesund an Bord

sei. „Nein, du übernimmst!“, sprach er. Und stellte sich seinem

Schicksal. Erhobenen Hauptes, wie es schon immer seine Art

war. Das Ruder fest in der Hand, auch wenn er den Kurs diesmal

nicht kannte. Wir auch nicht – bis ein Anruf traurige Gewissheit

brachte: Thomas D. Dobernigg, geboren am 30. 8. 1948, ist am

21. 10. 2016 zu seinem letzten Törn aufgebrochen. Hoffentlich ist

er gut angekommen – nein, ganz bestimmt ist er das.

Auf meinem letzten Törn überschlagen sich meine Gedanken:

Wie viele Male ist es mir noch vergönnt, die Segel zu heißen und

den Wind im Nacken zu spüren? Wie oft werde ich mich an der

Sonne erfreuen können, wenn sie über die Kimm wandert? Den

Kopf ins Wasser tauchen, die Füße in den Sand graben, die

salzige Meeresluft bei rauer See auf der Zunge schmecken? Wie

viele Seemeilen noch bis …

Ja, bis ich dem Captain, der mich mit dieser tiefen Leidenschaft

für Yachten und Meer angesteckt hat, zum längst fälligen gemeinsamen

Törn aufbreche. Bis dahin, so es das Schicksal will,

halte ich das Ruder. Interemistisch.

Was es für Bobby Schenk bedeutete, Thomas Dobernigg während

einer Atlantiküberquerung ohne Navigationsinstrumente an

Bord zu haben, beschreibt er ab Seite 32.

Mit herzlichen Grüßen der OCEAN7-Redaktion,

Tahsin Özen

oezen@ocean7.at

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 3


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Mild bis wild:

Ionisches Meer

Die Highlights 2017

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Ionisches Meer

21.–29. Jänner: Boot Düsseldorf

Die Highlights 2017

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OCEAN7InhaltImpressum

Inhalt

1/2017

Jänner/Februar

www.OCEAN7.at

UNABHÄNGIGES YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

Mild bis wild:

Ionisches Meer

21.–29. Jänner: Boot Düsseldorf

Die Highlights 2017

P. b. b. 12Z039473 M · OCEAN7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

24

18

32

Rubriken

3 | Editorial

8 | Panorama

10 | Best of Boats

12 | OCEAN-Woman

74 | Bücherschapp

Revier

14 | Chartern 2017

Hot Spots der neuen Saison

18 | Odysseus rockt!

Göttliche Prüfungen im Ionischen Meer

24 | Borneo – Brunei –

Malaysia – Philippinen

Nette Zigeuner, böse Beamte

People

30 | News

32 | Bobby Schenk

über Thomas Dobernigg und die

Entdeckung der Sternenuhr

Coverfoto: Tahsin Özen

Impressum

Medieninhaber: Satz- und Druck-Team GmbH | Feschnigstraße 232 | A-9020 Klagenfurt | Tel. +43(0)463/4619025

www.ocean7.at | redaktion@ocean7.at | office@ocean7.at

Firmenbuchnummer 105347 y | Landesgericht Klagenfurt | UID ATU 25773801

Anwendbare Vorschrift: Österreichische Gewerbeordnung, Mediengesetz (www.ris.bka.gv.at)

Jury-Mitglied

Geschäftsführer:

Wolfgang Forobosko

Chefredaktion:

Tahsin Özen, Witthauergasse 31, A-1180 Wien

+43(0)650/9122950, oezen@ocean7.at

Art-Direktion:

Catharina Pichler

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Birgit Hackl, Christian Feldbauer, Stefan Detjen, Wolfgang Hausner,

Bernd Hofstätter, Reinhard Kikinger, Bobby Schenk,

Alexandra Schöler-Haring, Alfred Zellinger

Produktion:

Satz- und Druck-Team GmbH

Anzeigen:

Bernd Hofstätter, Tel. +43(0)664-5520932, b.hofstaetter@ocean7.at

Druck:

Satz- und Druck-Team GmbH

Einzelverkaufspreis:

Österreich 4,50 Euro

Abo-Preise:

Bezugspreis Inland für sechs Ausgaben: 25 Euro

Abo-Bestellung:

abo@ocean7.at | www.ocean7.at

Vertrieb:

Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH, St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif/Salzburg

Offenlegung für OCEAN7

(Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz)

Medieninhaber: Satz- und Druck-Team GmbH,

Feschnigstraße 232, A-9020 Klagenfurt

Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

OCEAN7 steht im Alleineigentum von

Satz- und Druck-Team GmbH, FN 105347 y

Unternehmensgegenstand: Druck bzw. Herstellung

von Druckwerken und Magazinen.

Grundlegende Richtung: OCEAN7 ist ein Magazin,

das sich an yachtsportinteressierte Österreicher richtet.

Verantwortlich für YCA-Mitteilungen

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

A-4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

Verantwortlich für Mitteilungen

des Motorbootsport und

Seefahrtsverbandes Österreich

Motorbootsport und Seefahrtsverband Österreich,

Ketzergasse 30, 1230 Wien, msvoe@msvoe.at, www.msvoe.at

Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung

außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der Zustimmung des Herausgebers. Die Ver wendung von Zitaten

aus Berichten für Anzeigen ist möglich. Durch Annahme eines Manuskriptes erwirbt der Herausgeber das ausschließliche Recht zur

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Nichtbelieferung ohne Herausgeber-Verschulden oder wegen Störungen des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegenüber

dem Herausgeber.

OCEAN7 ist ein Magazin der

GmbH


38

Panoptix

PS51-TH

FrontVü

64

Service

36 | News

38 | Play now – 360° Wassersport

Boot Düsseldorf – die Highlights 2017

44 | Equipment auf Langfahrt

Was hunzt, was funzt? Bordausrüstung im Echttest

50 | Die Boot Tulln. Der Mastermind

Direktor Diglas im OCEAN7-Exklusiv-Interview

52 | Palmensterben am Mittelmeer

Der Rote Rüssel-Palmenkäfer ist der Palmen-Tod

58 | Sailing Poetry

Kultur-Segeln mit Alfred Zeilinger – Teil 2

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nicht auf Grund zu laufen.

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8 bis 10-fachen der Wassertiefe oder 100 m

Yachten

64 | Schweizer Präzisionswerk

Die Saphire Cruiser im Test am Vierwaldstättersee

Verbände

68 | Yacht Club Austria

72 | Motorbootsport und

Seefahrtsverband Österreich

Besuchen Sie uns

auf der Messe „Boot“

vom 21.–29. 01. 2017 in

Halle 1 am Stand B40.


OCEAN7Panorama

Im Schutz

Antarktis

der

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt für Mensch und

Tier: Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, hat die Kommission zur

Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) kürzlich

das weltweit größte Schutzgebiet im Südpolarmeer beschlossen. Mit

mehr als 1,5 Millionen Quadratkilometern (20-mal so groß wie Österreich)

ist das Rossmeer nun „Sperrgebiet“ für die Fischereiindustrie und somit

längst überfälliger Erholungsraum für die dort lebenden Wale, Pinguine und

Fische wie den Riesen-Antarktisdorsch. Als eines der letzten unberührten

Meeresökosysteme wird das Rossmeer seiner natürlichen Aufgabe, als

gute Kinderstube für alle Tiere zu dienen und die biologische Artenvielfalt

zu bewahren, nun endlich wieder gerecht. Ein Haken bleibt dennoch:

„Der Schutz gilt nicht ewig, sondern leider nur für die nächsten 35 Jahre“,

so Lukas Meus von Greenpeace Österreich.


Foto: Shutterstock

Rossmeer


Bestof

2016

Ende November wurden auf der

Boot & Fun Berlin zum dritten Mal

die „Best of Boats Awards 2016“

vergeben. OCEAN7 präsentiert die

Gewinner in den fünf Kategorien

Best for Beginners, Best for Fishing,

Best for Travel, Best for Fun und

Best for Family.

And the

winners are ...

Bella 700 BR – Best for Beginners.

„Ein gutes Boot für Anfänger muss in erster Linie sicher sein.

Aber nicht nur das, es muss auch praktisch sein und einfach

zu bedienen. Es sollte ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

haben und 100 Prozent Spaß bieten“, begründete Jan Sjölund,

Chefredakteur der führenden finnischen Bootszeitschrift

„Venemestari“ die Entscheidung für das Modell Bella 700 BR,

das von der Jury wegen seiner cleveren Ideen und praktischen

Details ausgewählt wurde. Es bietet genug Platz, um Verwandte

und Freunde mitzunehmen und kann mit Extras wie einer

Sanitäreinheit ausgestattet werden.

Beneteau Barracuda 8 – Best

for Fishing. Juror Arek Rejs erklärte, warum es sich bei

Anglern um eine ganz spezielle Zielgruppe handelt: „Sie geben

lieber Geld für neues Angel-Equipment als für ein neues Boot

aus. Das macht es besonders anspruchsvoll, ein passendes

Modell für sie zu finden.“ Viel Platz an Deck, Seetüchtigkeit und

Sicherheit sind einige der Aspekte, die das perfekte Angler-Boot

ausmachen. Den Preis nahm Mike Keser, Geschäftsführer des

Bootscenters Keser in Berlin-Spandau entgegen: „Die Aufteilung

und Rauwassereigenschaften des Bootes machen die Beneteau

Barracuda 8 zu einem perfekten Boot für Sportfischer.“

Best for

Beginners

Bella 700 BR

Best for Fishing

Beneteau Barracuda 8

10 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Beneteau Swift Trawler 30 –

Best for Travel. „Wir haben realisiert, dass es

eine große Nachfrage nach Booten gibt, mit denen man weite

Distanzen zurücklegen und auf denen man sich längere Zeit

an Bord aufhalten kann“, begründete Bootstester Alfred J.

Boer aus den Niederlanden die Einführung der Auszeichnung.

Spritverbrauch, Robustheit und Sicherheit waren Kriterien,

nach denen die Jury den Gewinner auswählte. Unter anderem

wegen des Stauraums, der großzügigen Lounge und viel Platz im

Cockpit fiel die Wahl auf den Beneteau Swift Trawler 30.

Frauscher 1414 Demon –

Best for Fun. „Laut Jury zeichnet sich das Boot

des österreichischen Herstellers durch ein außergewöhnliches

Design, kombiniert mit hervorragender Leistungskraft aus.

Werftchef Stefan Frauscher sagte: „Zuerst einmal möchte ich

meinen Mitarbeitern zu Hause danken, die einen fantastischen

Job gemacht haben – und auch natürlich der Jury, die sich für

unser Boot entschieden hat. Ich bin heute sehr stolz und freue

mich riesig.“ Zur Frauscher 1414 Demon sagte er: „Bei diesem

Modell spielen die Performance, Qualität und der Designaspekt

eng zusammen, und das noch von einem Familienbetrieb aus den

Alpen, das macht seine Besonderheit aus.“

Sargo 33 – Best for Family. „Ein Boot für

Familien sollte praktisch sein, Spaß machen und – speziell, wenn

Kinder mit an Bord sind – sicher sein“, sagte Neale Byart, Chef

der Zeitschrift „Motorboat Owner“ aus Großbritannien. Die Sargo

33 erfüllt all diese Ansprüche. Thomas Sarin, Geschäftsführer

der Werft Sarins Båtar: „Dieses Boot wäre auch meine erste

Wahl für einen Ausflug mit der Familie. Für Frank van Delden,

Geschäftsführer des Importeurs Harle Yachtbau, liegt das wichtigste

Verkaufsargument in der Sicherheit. „Bei diesem Modell

hat man ein klassisches Walkaround-Boot. Da können Kinder

rumrennen, auch mal ein Hund, keiner fällt runter. Ein absolut

sicheres Konzept und ein ganz, ganz tolles Interieur.“

Best for Travel

Beneteau Swift Trawler 30

Best for Fun

Frauscher 1414 Demon

Best for Family

Sargo 33

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OCEAN7Kolumne

(Lese)Ratten

an Bord!

Diesen Sommer waren es fünf in vier Wochen.

Vorigen Sommer nur zwei in zehn Tagen. Auf der

Weltumsegelung waren es zwei pro Woche.

Alexandra Schöler ist

WOMAN@ocean7.at

Bei der Durchquerung des Mittelmeeres war man noch gut

versorgt – der Kapitän zog zwar die Augenbrauen hoch, als

auch die Vorschiffkoje um ein weiteres Regal zu bereichern

war, aber die Seefrau an Bord hatte Durchsetzungsvermögen.

Ab Gibraltar wurden die Bestände etwas mager, die deutschen

Kolonien auf den Kanarischen Inseln hatten jedoch

einige feine Shops mit erlesener Auswahl zu bieten. Ab der

Karibik waren wir mit unseren deutschsprachigen Büchern

am Ende.

Nein, hier ist nicht die Rede von Törnplanungs-Ratgebern,

Hafen-Handbüchern, Motorwartungs-Lektüre, Yachtelektronik-

Fachbuch oder Literatur über Bootsbau und Refit von Segelbooten

und Segelyachten. Es sind Bücher von Moitessier,

Gebhard, Schenk, Slocum etc., die bei uns in der Navigationsecke

stehen. „Medizin an Bord“, „Where there is no Doctor“

und „Die Proviantfibel“ verstauben in zweiter Reihe, müssen

aber einfach vorhanden sein.

Erwähnte Sach- bzw. Pflichtliteratur wird ja meist schon in

frühen Jugendtagen voller Abenteuerlust und Vorfreude auf

Segelreisen verschlungen. Sie eignen sich aber auch hervorragend

zur Überbrückung des graukalten Winters an Land.

Hier ist jedoch von den tatsächlich an Bord gelesenen

Büchern die Rede. Zwischen Kroatien, Griechenland und der

Türkei beispielsweise. Nicht wenige auch auf Menorca,

Mallorca oder Ibiza. Sommersegler präferieren Bestseller,

Sommerhits oder Bücher, die nicht gerade zum Nachdenken

animieren, sondern einfach verschlungen werden wie eine

Handvoll Chips beim Sundowner.

12 OCEAN7 01/2016 01/2017 | Jänner/Februar 2016 2017


OceanWoman

Blauwassersegler legen sich in der Regel ein ansehnliches

Repertoire ausgewählter Bücher zu, bevor sie die Leinen

lösen. Bücher, die sie immer schon einmal lesen wollten.

Wälzer über Geschichte, Naturwissenschaft, Astronomie,

Weltliteratur. Zur Auflockerung gibt’s zwischendurch spannende

Fälle diverser Kommissare aus der Provence, Italien,

Wales oder Schweden, die die Crew auf Nachtwache begleiten

wie gute Freunde.

Schwierig wird es wie schon gesagt in der Karibik, wenn man

am Ende der Atlantiküberquerung sogar das Impressum der

auf Lanzarote erstandenen „Zeit“ ganz genau studiert hat und

auch den Wortlaut so mancher Traueranzeige wortgenau

wiedergeben kann. Der englischen Sprache mächtig zu sein

macht dann nicht nur Sinn, um sich mit anderen Leuten und

Mitseglern in der Welt da draußen zu verständigen, sondern

bereitet auch Freude, wenn man das „Book Swap“-Regal in

so mancher Marina oder Seglerbar entdeckt.

Dort hinterlassen Segler aller Nationen ihre gelesenen Bücher

und nehmen sich im Austausch andere mit. Bei einer Weltumsegelung

gelangt durch diesen regen Austausch einiges

an Literatur an Bord, die man zu Hause eher links liegen

gelassen hätte. Zum Beispiel die Geschichte der bodenständigen

Giorgia, die sich im Jahre 1830 in einen guten Samariter

verliebt, der unter Amnesie leidet und sich letztendlich

als Landgraf entpuppt. Fünf Bände. Wunderschön! Vor allem,

wenn man noch ein Monat warten muss, bis Besuch von zu

Hause mit frischer Lektüre im Gepäck ankommt. Die „Mini

Libreria“ im kolumbianischen Cartagena fasst vier englischsprachige

Bücher. Alle von Garcia Marquez, alle schon dreimal

gelesen – denn Literatur einheimischer Autoren hat

höchste Anziehungskraft.

Aber auch Bücher mit Schauplätzen, die man gerade durchsegelt

– wie zum Beispiel die spannende Geschichte des

Panamakanals in „The Path between the Seas“ von David

McCullough. In einem Bookstore auf der Antilleninsel Bequia

entdeckte ich V.S. Naipaul, den Literatur-Nobelpreisträger aus

Trinidad, dessen Buch „A House for Mr. Biswas“ weltberühmt

wurde. In der Südsee schenkte mir ein Segler Kopien des

Buches „An Island for myself“ von Tom Neal, dem verrückten

Neuseeländer, der mehrere Jahre auf dem Atoll Suwarow

lebte und sich mit einer Salzwasserente anfreundete. Was für

ein Erlebnis, letztlich selbst in seinem Haus auf Suwarow zu

stehen und sein Leben zu rekapitulieren.

In Penang in Malaysien kaufte ich mir einige Kochbücher

voller ungewöhnlicher Gerichte, die ich nie nachkochen

werde, weil die Hälfte der Ingredienzien sonst nirgendwo auf

der Welt zu kriegen ist. Auf Bali kam ich natürlich nicht an

„Eat, Pray, Love“ von Elisabeth Gilbert vorbei. Auf dem Indischen

Ozean las ich sämtliche damals erhältliche Dan Brown-

Thriller. Dies lenkte von den unruhigen Gewässern vor dem

Jemen etwas ab.

Im Suezkanal zerstörte der grässliche Nordwind „Das große

Praxisbuch der Traumdeutung“ von Klausbernd Vollmar, weil

es leider unter einer schlecht verschlossenen Luke lag. Die

Seiten zum Thema „Schulträume“ kleben bis heute salzsauer

ineinander. In der Setur Finike Marina in der Türkei durchforstete

ich verzweifelt die kleine Bibliothek und vertiefte mich in

eine Reihe von Romantic Novels einer auf dem Cover ausgewiesenen

amerikanischen Bestsellerautorin, von der ich noch

nie etwas gehört oder gelesen hatte. Durch die Ägäis begleitete

mich Paul Theroux’s „In den Gestaden des Mittelmeers“, ab

Kroatien kauften wir uns das Spiegel-Magazin.

Heutzutage schlafe ich zu Hause im Alltagsleben nach zwei

Seiten ein – egal wie toll, aufwühlend, spannend das Buch

ist. Im Sommer auf dem Schiff habe ich seit letztem Jahr einen

E-Reader und verstehe jetzt, warum unsere Segelfreundin

Laura die ganze Zeit so davon schwärmte. Wie herrlich, zwischen

800 Büchern wählen zu können! Jaja, ich weiß schon:

Nichts ist schöner als ein richtiges Buch zwischen den Fingern

zu spüren. Aber keine Nachtwache mehr mit drückender

Stirnlampe auf dem Kopf hat auch seinen Reiz – selbst die

Lesebrille kann ich getrost im Schwalbennest belassen!

Und Bücher, die in gedruckter Form längst vergriffen sind,

werden Leseratten auf diesem digitalen Weg wieder zugänglich

gemacht. So auch unser Buch „Wellenzeit – Drei segeln

um die Welt“. Wobei ich mit nicht wenig Stolz sagen muss,

dass unser Buch von einer deutschen Seglerin auf einem

österreichischen Boot in Australien im Bücherregal gesichtet

wurde – und dieses gedruckte Exemplar trotz aller Bitten

nicht verborgt wurde.

Wellenzeit –

Drei segeln um die Welt

E-Book: https://aequator.com/produkt/

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SKIPPERTRAINING?


RevierTrends

Kroatisch bis karibisch

Neben Kroatien hat es der Familie Grassl von Trend Travel & Yachting auch die

Karibik angetan: Neben Antigua, Tortola und den Grenadinen schmückt 2017

auch Puerto Rico den Katalog der Charterprofis aus Tirol. Neue Yachten gibt

es ebenfalls zu vermelden: Sun Odyssey 419, 479 und 519, Dufour 500 und

560 und neue Lucia 40-Katamarane stehen ab 2017 in Pula, Murter oder

Split-Kaštela für die neue Saison bereit (siehe auch Seite 42).

www.trend-travel-yachting.com

Bali in

Sukošan

Yachtcharter Kamper kann 2017 nicht nur

mit einem neuen Stützpunkt in der Marina

Dalmacija in Sukošan aufwarten, sondern

auch mit einer Flotte, die um Katamarane

wie Bali 4.5 und Lagoon 42 bereichert wurde.

In Trogir stehen übrigens ab der Saison

2017 neue Yachten wie Fountaine Pajot

SABA 50 und Fountaine Pajot 47 bereit.

Neuzugänge auch bei den Segelyachten:

Dufour 512, Dufour 460, Oceanis 45,

Dufour 412, Bavaria 34.

www.bootekamper.at

Türkisch für

Fortgeschrittene

Ungeachtet aller politischen Quereleien ist die türkische Südküste eines

der beliebtesten Segelreviere. Pitter Yachting hat daher sein gesamtes

Türkeiangebot für 2017 zielgerecht umgruppiert und auf drei einfach zu

erreichende, sichere Ausgangshäfen konzentriert. Eine Charterflotte

liegt nun in Turgutreis bei Bodrum, eine in der Marina Village Port

und zwei in der D-Marin in Göcek.

www.pitter-yachting.com

14 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


2017

Auf der

Sonnenseite Mallorcas

Die größte Insel der Balearen genießt zwar nicht den allerbesten

Ruf als Urlaubsdestination, aber als Yachtrevier ist Mallorca ein

Paradies, das Yachtcharter Müller für 2017 wiederentdeckt hat.

Ein Grund dafür ist die Vielseitigkeit der Insel – einmal Steilküste,

einmal versteckte Buchten und viele tolle Naturhäfen wie beispielsweise

die absolut sehenswerte Schmugglerbucht Cabrera.

„Einer meiner Lieblingsorte ist das kleine Sollre, das mit feinem

Sandstrand, tollen Lokalen und einer kleinen und sehr persönlichen

Marina aufwarten kann“, sagt Geschäftsführer Thomas

Hickersberger und hat auch gleich einen Lokaltipp parat: Das Lokal Casa Eduardo gleich

neben der La Lonja Marina in Palma. „Hier gibt es in netter Atmosphäre ausgezeichneten

Fisch und Chef Johnny ist äußerst zuvorkommend“, so

21.-

Hickersberger.

29.01.2017

www.mueller-yacht-linz.at

BOOT DÜSSELDORF

HALLE 13, STAND A 15

Punat macht Kapitäne

Auf Krk, also quasi vor der österreichi -

schen Haustür, werden Skipper -

trainings sowohl auf Monohulls als

auch auf Katamarenen angeboten.

Die Skippertrainer? Thomas Dengler,

Hans Orlowski, Bernhard Dengler und

Alexan dra Hofinger sind seit 25 Jahren

und länger im Geschäft – ihr Skippertraining

nach der guten alten Schule

genügt weit mehr als nur den An -

sprüchen von heute.Das erste Training

beginnt am 22. April in der wunderschönen

Marina Punat (siehe auch

Seite 39). Im März wird es übrigens

auch zwei Termine auf Mallorca geben.

www.segelschief.com

LAND IST

NICHT GENUG

TEL. +49 (0)9333 90 440-0

WWW.MASTER-YACHTING.DE


RevierTrends

Viva Venezia

Le Boat, Europas größter Anbieter von Hausbootferien, hat seine Horizon-

Flotte für 2017 um größere Modelle mit noch mehr Komfort und hochwertiger

technischer Ausstattung erweitert. Und für alle, die Hausboot-Ferien

mit Reisebegleitung in der Lagunenstadt Venedig und den umliegenden

Inseln wünschen, gibt es ab 29. April eigene Flotillen-Törns ab/bis Casale

Sul Sile, dem Stützpunkt der Italien-Flottille. www.leboat.at

Pula: Sun & Fun

mit Katamaran

Top-News für Sun Charter-Fans aus Österreich: Ab 2017

wird es auch in Pula eine Sun Charter-Basis geben. Darüber -

hinaus steigt Sun Charter 2017 in den Katamaran-Charter ein.

Gemeinsam mit Euro Cats werden binnen drei Jahren nicht

weniger als 18 neue Fountaine Pajot-Katamarane an den

Sun Charter-Stützpunkten festmachen.

www.suncharter.de

eigene Basen in Kroatien

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A-4112 St. Gotthard / Linz, Am Steinberg 8

Tel. +43 7234 84545, Fax +43 7234 84545-20

office@yachting2000.at


2017

Promi-Regatta im Saronischen Golf

Rose of Charity DS Sailing Cup 2017: „Die

Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr, und es ist

immer wieder ein fantastisches Erlebnis, unseren

Charterkunden so eine besondere Segelerfahrung

quasi auf Tuchfühlung mit den TV-Stars ermöglichen

zu können“, sagt Andrea Barbera, Managing

Director von Master Yachting Deutschland.

Infos: www.master-yachting.de

Tatort-Kommissar Stefan Gubser, Saskia Vester,

Sophie von Kessel oder Hannes Jaenicke: rund

30 bekannte Gesichter aus der TV-Landschaft

waren vom 1. bis 6. Oktober unterwegs im

Saronischen Golf beim Rose of Charity DS Sailing

Cup 2016 zugunsten der Deutschen Gesellschaft

zu Rettung Schiffbrüchiger (DZGRS). Von Athen

führte die Regatta über Aegina, Poros, Epidauros

mit seinem beeindruckenden Amphitheater sowie

das malerische Küstenstädtchen Perdika durch

die griechische See. Für den guten Zweck legten

sich nicht nur die Prominenten ins Zeug: 100

Teilnehmer auf knapp 20 Booten waren am Start.

Das nächste Segelevent für den guten Zweck

steht bei Master Yachting – verantwortlich für

die Organisation von Flotte, Route und Regatta –

schon an der Startlinie: Die Neuauflage des

Rose of Charity DS Sailing Cup zugunsten der

DZGRS findet vom 14. bis 21. Oktober 2017

in Griechenland statt.

Interessenten können sich bereits jetzt für

weitere Informationen und einen Newsletter

zum Thema online registrieren unter

www.master-yachting.de/roseofcharity

Šibenik, fallweise

Für einen Törn ab Šibenik ist mindestens ein Tag mehr einzuplanen – so viel Zeit

muss sein, um die wunderschöne Altstadt samt Kathedrale zu erkunden. Als

Start-Ziel-Wegmarke für Törns in die nördliche oder südliche Adria ist die ebenso

hervorragend geeignet wie für die Erkundung des Hinterlandes. Hantelt man sich

z. B. über den Krka-Fluss ins Landesinnere, so ist es ab Skradin nur mehr ein

Katzensprung bis zu den berühmten Krka-Waserfällen.

Der Charterprofi Yachting 2000 aus dem oberösterreichischen Mühlviertel

hält in der Marina Mandalina die passenden Segel- und Motoryachten bereit.

2017 wird die Flotte um eine Sun Odyssey 519, drei Lagoon 450-Katamarane

und eine neue Bavaria 400 Coupe reicher sein. Infos: www.yachting2000.at


OCEAN7Revier

rockt!

Wer rund Ithaka segelt, wandelt im Revier von Homers sagenumwobenen Helden.

Odysseus

Text und Fotos: Tahsin Özen

Dass in der Gegend die Götter noch heute gelegentlich verrückt spielen, sollte

da nicht weiter verwundern. Sondern darf als himmlische Herausforderung

angenommen werden, so wie es einst Odysseus tat.

Manos ist ein alter Haudegen. Als Kampfpilot der griechischen

Air Force hatte er noch im vorigen Jahrhundert so manche

Mission in der Luft geflogen, ehe er 1988 den Hut und sein

Erspartes nahm, um sich den Traum einer eigenen Segelyacht

zu erfüllen. Heute sind es drei, die er ab der Marina Lefkas

verchartert (siehe Kasten auf Seite 22). Ums Geschäft kümmert

sich inzwischen schon die nächste Generation, dennoch begrüßt

Manos mit seiner Frau neu ankommende Gäste gerne

persönlich und erzählt spannende maritime bis militärische

Anekdoten bei einem Willkommensdrink. Wir nehmen gleich

zwei, ehe uns die charmante Tochter Evita zu Pier 3 geleitet

und ihrem Bruder Adonis anvertraut. Ob er Single ist? Die

Leidenschaft und Sorgfalt, mit der uns der erfahrene (und auf

Wunsch buchbare) Skipper mit der Henk – eine formvollendete

und in königlichem Blau gehaltene Jeanneau 54DS – vertraut

macht, legt den Verdacht nahe.

Helios heizt ein. Wie im Gänsemarsch laufen unzählige

Yachten ein und aus, als wir am späten Nachmittag die soeben

erst generalüberholte und mit einem neuen Teak-Deck beschlagene

Henk aus der Marina in den Kanal von Lefkas steuern.

Diesem hat man übrigens in den letzten Jahren ordentlich die

Zähne gezogen: Viele Untiefen sind ausgebaggert, viele Meter

begradigt und nachts gut befeuert, sodass heute schon der

Klabautermann bemüht werden müsste, um der Wasserstraße

den Schrecken der letzten Jahrzehnte wiederzugeben.

Wir kramen stattdessen die Sonnencreme aus der Backskiste,

denn Helios brennt uns an diesem Spätsommertag im September

kräftig auf den Buckel. Und weil der Fahrtwind bei einer

erlaubten Höchstgeschwindigkeit von fünf Knoten im Kanal

kaum Abkühlung bringt, versenken wir nach Lefkas und vor

Skorpios den Anker und schmeißen uns gleich hinterher. Trotz

der vielen Yachten auf dem Wasser wirkt die Insel, auf der sich

Aristoteles Onassis und Jacqueline Kennedy Onassis 1968 das

Ja-Wort gaben, wie ein Ruhepol – vielleicht auch der über 200

verschiedenen Baumarten wegen, mit der Onassis seine Insel

überziehen ließ.

Helios’ sengender Hitze entgehen wir aber erst in der tiefen

Bucht von Spartochori im Norden der Insel Meganisi, wo wir

mit Hilfe der mobilen Marinieros, die singend und pfeifend die

Henk entern, am Kopf des Schwimmstegs vor dem Restaurant

Porto Spilia anlegen. Vor uns die Taverne mit Tischen bis ans

Wasser, über uns das Dorf wie angeklebt auf der steilen

Klippe. Die ersparte Liegegebühr (da Kunde im Restaurant)

hauen wir im Dorf auf den Putz und genießen unseren

Sundowner bei einer Aussicht, um die uns selbst die Götter

auf dem Olymp beneiden dürften.

1

1 Schöne Aussichten: Hier vom hohen Dorf Spartochori auf die tiefe Bucht

2 Leidvoller Blick: Odysseus hatte es nicht leicht mit den Göttern, wie selbst

die ihm zu Ehren auf seiner Heimatinsel Ithaka aufgestellte Statue verrät

18 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Ionisches Meer

Foto: Shutterstock

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 19


OCEAN7Revier

Lefkas

Aphrodite mag keinen Wind. Nach dem Frühstück

switchen wir gleich in die nächste Bucht und legen im

hinteren Hafenbecken von Vathi an. Gemeint ist natürlich

Vathi auf Meganisi, denn Vathis gibt es in Griechenland viele.

Den Fischern dürften wohl irgendwann keine Namen mehr

eingefallen sein, daher nannte man so manche „tiefe Bucht“

eben so. Das Vathi vor uns scheint jedenfalls von Aphrodite

persönlich gezeichnet worden zu sein: Das Fischerdorf ist von

Palmen und kleinen Läden entlang der Uferpromenade gesäumt,

blumengeschmückte Tavernen erwarten die ersten

Mittagsgäste, die magische Anziehungskraft der Eisdiele am

Eck an diesem wieder sehr heißen Tag wirkt unwiderstehlich.

Helios will es wissen und schraubt wieder kräftig am Thermometer,

doch wir schrauben uns aus dem Hafen und gönnen

uns beiliegend bei 30 Metern Tiefe einen Badestopp mit

Espresso. Wind ist uns leider keiner vergönnt, sodass wir die

Segel nach dem Funktionstest wieder bergen müssen.

Unter Motor nähern wir uns der zerfledderten Küste im Nordosten

von Meganisi. Zahlreich sind hier die Gelegenheiten, um

Fiskardo

Kefalonia

LEFKADA

Spartochori

Sivota

Ithaka

SPARTI

Skorpios

Port Atheni

Vathi

MEGANISI

Vathi

1

Kein Vathi gleicht dem anderen

Aiolos legt los. Nach Morgenbad und Frühstück verlassen

wir Meganisi bei spiegelglattem Wasser, Sonnenschein

und einer Windprognose von drei bis neun Knoten. Der Flautenschieber

führt uns auf Südkurs vorbei an der von ein paar

Ziegen bewohnten Privatinsel Atokos und schon bald Ithaka vor

Augen, exakt um 14.45 Uhr Ortszeit legen wir römisch-katholisch

am Stadtkai von Vathi auf Odysseus’ Heimatinsel an. Keine Minute

zu früh, denn nach Eingang der für die Nacht erwarteten

Sturmwarnung sind bis 15.00 Uhr alle Liegeplätze belegt.

Dafür gibt es viele freie Tische entlang der Promenade und in

der Altstadt – anders als auf Meganisi ist man auf Ithaka sehr

wohl auf Massentourismus im Sommer aus- bzw. eingerichtet.

Das aber mit Geschmack: Tavernen wie die von Nikos (Spaneinen

ganz privaten Liegeplatz zu erhaschen. Uns gelingt das

in der vorderen Bucht von Ormos Atherinos mit Anker und

Landleinen. Und mit Blick auf den Scheitel, wo die Marina Port

Atheni samt Restaurant für etwas Andrang sorgt. Wir bleiben

lieber draußen, wo Aphrodite ebenfalls die letzten Pinselzüge

gemacht haben dürfte: Die sanfthügelige Bucht glüht im

Abendlicht, im glasklaren, zartgrün getönten Wasser tummeln

sich Fischschulen zwischen Korallen, die bis ans Ufer wachsen

und so manchem Seestern Deckung geben. Nur die Luft

scheint stillzustehen – die Göttin der Schönheit steht wohl

nicht auf windzerzaustes Haar. Das sei ihr aber ob der vielen

Sternschnuppen, die wir in dieser Nacht noch zu sehen bekommen,

gerne verziehen.

20 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Ionisches Meer

ferkel!) servieren authentische Küche

genauso wie vor gefühlten 100 Jahren –

und in den Geschäften wird der Gast

nicht mit fernöstlichem Massenkitsch

drangsaliert. Vielmehr zeigt man stolz

eigene Handwerkskunst (Leder, Olivenholz

…) und regionale Produkte (Honig,

Käse …), was sich besonders schön in den

Auslagen und Schaufenstern des pittoresken Ortes macht, dem

man nur mit einem Sundowner die gebührende Ehre erweisen

kann: mit einem Ouzo auf Eis.

Den Schluck für Aiolos hatten wir vergessen, sodass der Windgott

fast pünktlich zur Geisterstund’ kräftig um die Takelage

der Henk pfeift, aber nicht viel auszurichten vermag. Selbst als

am nächsten Tag starker Regen auf das Deck zu prasseln beginnt,

machen wir es uns an Bord gemütlich, werfen den erstaunlich

leisen Generator an und spielen „Mensch ärgere dich

nicht“, womit wir die Götter wohl noch mehr verärgern.

Zeus zuckt aus. Denn nun bringt sich auch der listige

Göttervater persönlich ins Spiel. Bei klarem Himmel und Sonnenschein

lockt er die Henk am Morgen des dritten Tages aus

dem sicheren Hafen, verwöhnt die Crew in der Nachbarbucht

mit herrlichem Badewasser und schubst uns letztlich gegen

den Uhrzeigersinn rund um Ithaka in den Hafen von Fiskardo

auf Kefalonia. Wir machen mit zwei Landleinen am ruhigeren

Nordufer fest, da das Wasser hier Badequalität hat und der

Wirt Nicholas, bei dem wir heute Abend einkehren wollen,

auf dem Hügel gleich hinter uns beheimatet ist. Weil erneut

Sturm prophezeit, stürmen die Yachties das ehemalige Fischerdorf

– wir auch. Und erfreuen uns wieder an der Tatsache,

dass Tradition und Moderne sich nicht ausschließen, was uns

auch hier appetitlich vor Augen geführt wird. Appetit machen

auch die Opernarien, die Wirt Nicholas beim Servieren seiner

griechischen Kostbarkeiten (Goldbrasse und Tsatziki, Kalamari

vom Grill, Stifado vom Lamm …) mit kraftvoller Stimme über

die Tische donnert.

Den Blitz reicht Zeus nach, denn jetzt hat er uns in der Falle.

Wieder an Bord, zieht kurz nach Mitternacht ein gewaltiger

Sturm über die Insel und macht die Nacht zum Tag. Im Aufleuchten

der Blitze sind die Crews der umliegenden Yachten

im Ölzeug zu sehen, die laufend Anker und Landleinen überprüfen.

Ab 3.00 Uhr Ortszeit bläst Aiolos zum Überraschungs-

2

3

1 Vathis gibt es in Griechenland viele, aber nur eines auf Meganisi – sehenswert!

2 Ithaka: Spanferkel in Nikos Taverne – da bleibt so manch anderer Tisch leer

3 Typisch griechisch: Wasser (und Diesel) kommen per Tankwagen zur Yacht

4 Sehr sympathisch: Kunsthandwerk statt Massenkitsch in vielen Läden

4

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 21


OCEAN7Revier

5

1

Göttliche Erfahrungen

im Ionischen Meer

Nike beschert uns einen

sportlichen Segeltag

angriff und mit bis zu acht Beaufort in die Bucht – nur

wenige Minuten später ist es soweit: Der erste Anker bricht

aus, der Versuch des Skippers, aus der Gefahrenzone zu

motoren, scheitert kläglich. Der freie Anker verfängt sich

in den Ankerketten anderer Yachten, eine Massenkarambolage

mit Dominoeffekt ist die fatale Folge. Auch unser

Anker beginnt bei wilder Welle zu slipen, sodass wir bei

angepasster Motordrehzahl in die Landleinen eindampfen

müssen.

Buchen. Manos Yachting ist seit 1988 ein vorbildlicher Familienbetrieb

mit vielfach ausgezeichnetem Full-Service. Gründer Manos

Tsoutsoudakis und seine Familie

bieten in der Marina Lefkas drei

perfekt gewartete und mit allem

erdenklichen Komfort ausgestattete

Charteryachten an – auf

Wunsch auch mit Skipper: eine

Jeanneau 42DS, eine Jeanneau 49DS und eine Jeanneau 54DS. Yacht

für diesen OCEAN7-Bericht: Henk, Jeanneau 54DS, BJ 2003, Top-

Zustand, neues Teak-Deck, elektrohydraulische Passarella, 4 Kabinen,

4 Bäder, 1 Schlupfkoje im Bug, 1 Wohn- und ein Essbereich mit TV

und DVD-Player, L-Pantry mit großen Kühlschränken, Doppelsteuerstand,

Plotter im Cockpit, 3-stufig abfallender Spiegel, 100-PS-Yanmar-

Motor, Stromgenerator. Infos, Richtpreise und Anfragen unter

www.manosyachting.com

Ankommen. Mit Austrian Airlines via Preveza. Manos Yachting

organisiert nach Rücksprache gerne den Transfer vom Flughafen zur

Marina Lefkas und wieder retour (Dauer ca. 45 Minuten).

Die Basis. Die seit 2002 bestehende moderne Marina Lefkas liegt

zentral am Kanal von Lefkas, verfügt über alle Service-Einrichtungen

und eine eigene Tankstelle. Die pittoreske Altstadt von Lefkas ist nur

wenige Gehminuten entfernt. Lefkas ist mit einer nur 50 Meter langen

Brücke mit dem griechischen Festland verbunden. Tipp: Der Einkauf

in einem Supermarkt außerhalb der Marina schont die Bordkassa

deutlich.

Das Revier. Grundsätzlich ist das Ionische Meer weit freundlicher

als die vom sommerlichen Meltemi aufgepeitschte Ägäis, unsere

Woche bezeichnete Manos ganz klar als „Ausnahme von der Regel“.

Die Ionischen Inseln im Süden sind über den Kanal von Lefkas

bequem erreichbar. Der lange Zeit ob seiner zahlreichen Untiefen

gefürchtete Kanal wurde in den letzten Jahren entschärft, die

Ausbaggerungs- und Verbreiterungsarbeiten halten teilweise noch an,

beeinträchtigen den Schiffsverkehr aber kaum bis gar nicht. Wer

dennoch die Herausforderung sucht, runde Lefkas gegen den

Uhrzeigersinn, um die südlichen Ionischen Inseln über das offene

Meer und entlang der imposanten Steilküste im Westen von Lefkas ins

Visier zu nehmen.

Der Törn. Marina Lefkas – Skorpios – Spartochori/Meganisi –

Vathi/Meganisi – Port Atheni/Meganisi – Vathi/Ithaka – Fiskardo/

Kefalonia – Sivota/Lefkas – N. Sparti (Westküste) – Marina Lefkas. 64,6

Seemeilen. Verwendete Seekarte: Imray, G12, South Ionian Islands.

Literatur. Charterführer Ionisches Meer, Korfu – Zakynthos. Von

Andreas Fritsch, erschienen im Verlag Delius Klasnig, 20,50 Euro.

22 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Yachtcharter

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Kompetente Beratung

seit 30 Jahren

2 3

Poseidon fordert seinen Lohn. Wir nützen eine Pinkelpause der Götter

und verlassen im Morgengrauen Fiskardo – bereit, die restlichen Ausläufer des Sturms

auf See abzuwettern. Doch als Zeus unsere Flucht bemerkt, lässt er uns donnernd ziehen

und wir erreichen guter Dinge Sivota im Südostzipfel von Lefkas. Die einem Fjord

gleichende Bucht ist von hohen Bergen umgeben, der Ort selbst von zahlreichen Bars,

Restaurants und Fast-Food-Buden aller Preisklassen durchzogen. Hungrig und erschöpft

kehren wir in der „Taverna 12 Gods“ ein, um auch die Götter wieder versöhnlich zu

stimmen. Dabei sollte uns ja schon Odysseus’ Geschichte lehren, dass der Olymp kein

Ort der Heiligen ist. So überrascht es auch nicht weiter, als uns nach der Stärkung an

Land das Lichten des Ankers misslingt. Ein am nächsten Morgen herbeigeholter Taucher

offenbart den uns göttlich gespielten Streich: Poseidon hatte unseren Haken während

unseres Landgangs an eine uralte Muringkette gehängt.

Doch Athene lässt schlechte Laune an Bord gar nicht erst aufkommen. Mit Elan treibt

die Schutzpatronin der kämpfenden Helden uns, die wir allen Prüfungen getrotzt haben,

wieder hinaus auf See und reicht uns an Nike weiter. Die Göttin des Sports beschert

uns noch einen herrlichen Segeltag, sodass wir uns mit bis zu 7,8 Knoten wieder gen

Norden hanteln. Die gerechte Themis gönnt uns noch einen wohlverdienten Badestopp

bei strahlendem Sonnenschein an der Westseite der Insel Sparti, ehe uns Palaimon,

der Beschützer der Häfen, wieder sicher in der Marina von Lefkas aufnimmt. Ob sich

Odysseus bei seiner Heimkehr gefühlt hat wie ein Rockstar? Wir schon.

1 Ein echter Star: Nicholas (rechts), der Opernarien singende Wirt von Fiskardo

2 Top-Service in Lefkas: Dank der Familie Tsoutsoudakis von Manos Yachting

3 Traumyacht: die Henk, eine prächtige Jeanneau 54DS in Luxus-Ausstattung

4 Raststation: Die moderne Marina von Lefkas liegt direkt an der Wasserstraße

5 Boat-Jump: Die elektrohydraulisch ausfahrbare Passarella dient dabei als Sprungbrett

4

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OCEAN7Revier

Ärger mit den

Behörden

Brunei und die Schönheitskönigin. Sabah

befindet sich auf Borneo und in diesem Teil von East Malaysia

bekommt man als westlicher Ausländer drei Monate Aufenthalt

bei der Einreise in den Pass gestempelt, danach muss man

wieder raus – komme, was da wolle. Nur ein Beinbruch wäre

ein Grund für eine kurze und teure Verlängerung. Wir klarierten

daher am Ende unserer Frist rechtzeitig aus und segelten nach

Brunei, dieser winzigen islamischen Enklave zwischen Sabah

und Sarawak, keine fünfzig Seemeilen südlich von Kota Kinabalu.

Allerdings wurde uns dort am späten Nachmittag die Einreise

glatt verweigert. Die Beamten gaben keinen Grund an, behielten

aber unsere Pässe und schärften uns ein, am nächsten

Morgen zu Amtsbeginn wieder da zu sein. Im Yachtclub trafen

wir John Malthouse, einen Engländer, den wir noch von früher

kannten, als er die Marina des Tanjung Aru Beach Hotels in Kota

Kinabalu leitete. Während dieser Zeit nahm er einen ihm bekannten

jungen Mann im Auto mit, wurde prompt zweimal mit

einer Kleinkaliberpistole in den Kopf geschossen und ausgeraubt.

John überlebte, war aber nicht mehr derselbe Mann, er

hatte eine Persönlichkeitsveränderung durchgemacht. Seine

Anzeige gegen den Täter verlief im Sand, weil dessen Vater ein

hoher Polizeibeamter war, der jetzt begann, John zu drangsalieren.

Er bangte um sein Leben und übersiedelte nach Brunei, wo

er eine Anstellung beim Yachtclub fand.

Am nächsten Morgen meldeten wir uns bei der Einwanderungsbehörde

und wurden aufgefordert, Brunei sofort zu verlassen.

Den Grund erfuhren wir Monate später: Einer der unzähligen

Verwandten des Sultans von Brunei hatte versucht, in Österreich

eine Schönheitskönigin zu vergewaltigen, konnte aber aufgrund

seines diplomatischen Passes nicht belangt, sondern nur aus

dem Land geworfen werden. Damit war alles klar.

24 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Borneo – Brunei – Malaysia – Philippinen

Probleme mit Behörden und anderen aufsässigen

Leuten sind keine Seltenheit, aber sie kommen

häufiger in der sogenannten Dritten Welt vor, in

der die allgegenwärtige Korruption und Geldgier

ein fester Bestandteil des täglichen Lebens ist.

Ich betrachte das wie einen Schattentanz, jede

Situation ist eine andere und verlangt eine

Handlungsweise, die in das Denkmuster

des jeweiligen Landes passt.

Aufbrausendes Benehmen ist oft

angebracht, nicht aber zum Beispiel in

Thailand, wo so etwas absolut verpönt ist.

Manchmal sitzt man allerdings auf

dem kürzeren Ast und kann die Situation

nicht nennenswert beeinflussen.

Text und Fotos: Wolfgang Hausner

sia von einem rüden Australier des Platzes verwiesen zu werden,

geht doch zu weit. Es tauchte ein lokaler Parkranger auf

und versuchte zu vermitteln. Er erklärte den Grund für das rabiate

Verhalten: Ein australisches Filmteam würde in Kürze eine

weitere Survivor-Episode fürs Fernsehen drehen und deswegen

wollen sie keine Außenseiter auf der Insel haben. Wir einigten

uns auf einen Kompromiss und ankerten 150 Meter weiter auf

der anderen Seite des Steges, wurden aber trotzdem während

unseres Aufenthaltes misstrauisch beobachtet.

Puerto Princesa – Groll hegt der Zoll.

Die Insel Balabac gehört bereits zu den Philippinen. Im September

ankerten wir in der Clarendon Bay und tauschten Trinknüsse

gegen Kekse ein. Der Urwald zog sich bis zur Wasserkante

runter und alles triefte vor Feuchtigkeit. Einklarien konnten

wir erst zwei Tage später in Puerto Princesa, was bei der

Immigration schmerzlos vor sich ging. Ich hatte bei einem

1

2

Pulau Tiga – wie im Film. So auf halbem Weg

zwischen Brunei und Kota Kinabalu liegt Pulau Tiga, was „drei

Inseln“ bedeutet. In diesem Naturpark schlängeln sich Wanderwege

im Schatten der Urwaldbäume zu einem Schlammvulkan

hin, Makaken schnattern um die Wette und bunte Hornbill-

Papageien flattern durch die Gegend. Am Ufer der Bucht gibt

es schöne Grill-Gelegenheiten, man muss aber ein Auge auf die

Affen halten, die gerne Essen klauen. Die bis zu 1,5 m langen

Leguane sind zwar taub, werden aber durch den Grillgeruch

angelockt. Man kann also reden, und solange man sich nicht

bewegt, schnappen sie sich gerne einen hingeworfenen Knochen.

Bei der Ankunft auf Pulau Tiga ankerten wir wie üblich

in unserer Ecke, wurden aber sofort von Land aus in einem

australischen Akzent angebrüllt. Wir sollten sofort abhauen,

ansonsten würde die Polizei uns weiterhelfen. Die Brüllerei

wurde meinerseits erwidert – alles was recht ist, aber in Malay-

vorherigen Besuch mit dem freundlichen Chef die Gebühren

vereinbart: 500 Pesos, wenn ich alleine auf dem Schiff war, 1.000

Pesos mit weiteren Personen. Nicht ganz so reibungslos verlief

es mit der Zollbehörde. Der Kerl fing mich am Pier ab, zückte

einen Zettel und verlangte in einem schroffen Ton 2.500 Pesos.

Auf der Rückseite seines T-Shirts hatte er glatt in großen Buchstaben

„Police“ stehen. Die lokale Bevölkerung ist mit Recht

misstrauisch gegenüber der Polizei und dem Militär, weil diese

Waffenträger glauben, machen zu können, was sie wollen – was

natürlich auch stimmt. Dieser plumpe Versuch mich einzuschüchtern

ärgerte mich maßlos und ich legte los: „Was? Es sind

korrupte Leute wie Sie, die den Philippinen einen schlechten

Ruf geben, ich zahle nichts für diesen wertlosen Wisch.“

1 Kap Sampanmangio, der nördlichste Punkt von Borneo, East Malaysia

2 Puerto Princesa auf den Philippinen: arm, schön, leider auch korrupt

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 25


Südchinesisches Meer

Spratly Inseln

Investigator

Shoal

Balabac

Palawan

Puerto Princesa

Tubbathaha Reef

Sulusee

Panay

Philippinen

CEBU

Negros

Dumaguete

Apo

Tambobo Bay

Leyte

Mindanao

Kap Sampanmangio

Kudat

Kota Kinabalu

Malaysia Sabah

Pulau Tiga

Brunei

B O R N E O

1

Indonesien

2

Wären wir alleine am Pier gewesen, hätte er nicht so leicht einen

Rückzieher gemacht, aber die Leute rundherum wurden aufmerksam

und das war ihm peinlich.

„Ok., wie viel wollen Sie zahlen?“

„200 Pesos, keinen Cent mehr.“

Und dabei blieb es auch. Es stimmt zwar, dass man per Gesetz

bei der Zollbehörde vorsprechen soll, aber wenn das nur in

einen Vorwand ausartet, um inoffiziell Geld abzukassieren, gilt

diese Regel für mich nicht mehr.

Tubbathaha Reef und Rum Tanduay. Das

Tubbathaha Reef liegt mitten in der Sulu See. Einige Tage zuvor

war ich mit Otto, Herbert und Andreas von Kota Kinabalu abgesegelt

und wir glitten nun um die Mittagszeit langsam am

Außenriff der Nordinsel entlang, um einen Ankerplatz zu finden.

Gar nicht so einfach, weil die Riffkante senkrecht ins Bodenlose

abfiel, aber nach einer Weile bemerkte ich grünes Wasser voraus

und hielt darauf hin. Die Genua war bereits an Deck und ich

wollte gerade das Groß fallen lassen, als ein Patrouillenboot der

Küstenwache angebraust kam und vier bewaffnete Männer ohne

Umschweife an Bord sprangen.

„Sie sind in das Schutzgebiet des Tubbathaha Riffs ohne Erlaubnis

eingedrungen und müssen jetzt sofort zum Stützpunkt auf

der Südinsel kommen“, hieß es schroff, während sein Kollege

mit seinem M16-Sturmgewehr herumfuchtelte. Unterhalb des

Laufes des Schnellfeuergewehres war der M203-Granatwerfer

montiert, mit dem man 40 mm-Granaten abfeuern kann. Genau

dasselbe Gerät hatte ich vor vielen Jahren in Vietnam verwendet,

als ich dort unbeabsichtigterweise in den Krieg geriet.

„Mit dem leichten Südwestwind würden wir dort heute nicht

mehr ankommen“, sagte ich.

„Dann verwenden Sie den Motor.“

„Das geht nicht, der überhitzt“, war meine Antwort – und das

musste erst einmal verdaut werden. Auf die naheliegende Idee,

uns mit dem Patrouillenboot dorthin abzuschleppen, kam zum

Glück niemand. Für ein oder zwei Minuten passierte überhaupt

nichts, Taboo III segelte langsam an dem Außenriff entlang, mit

dem Boot der Küstenwache und einem Mann darauf im Schlepptau.

Dann bot ich mit einem freundlichen Lächeln den Männern

ein kaltes Bier an, dem sie nicht widerstehen konnten. Ab da

war das Eis gebrochen, die Mienen hellten sich auf und ich

wurde gefragt, ob ich Rum an Bord hätte. Ich offerierte eine fünf

Jahre alte Flasche Tanduay. „Hat diese Flasche eine Schwester?“,

war die nächste Frage. Kaffee und Tee standen auch auf der

Liste, aber das alles spielte keine Rolle. Eine unangenehme Situation

war entschärft. Mittlerweile waren wir aufgeklärt: Das

26 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Borneo – Brunei – Malaysia – Philippinen

Versorgungsschiff aus Puerto Princesa war schon seit Wochen

überfällig, es herrschte Mangel an Nahrungsmitteln. Weiters

stand das ganze Gebiet seit kurzem unter Naturschutz, Besuche

und Tauchgänge war zwar möglich, aber erst nach Einholung

einer Erlaubnis entweder in Puerto Princesa oder Manila und

Bezahlung einer saftigen Gebühr. Jetzt war keine Rede mehr

davon, uns zum Stützpunkt zu kommandieren, aber Ankern und

Schnorcheln durften wir trotzdem nicht. Wir verabschiedeten

uns daher nach einer Stunde, zogen die Genua hoch und segelten

weiter.

Leyte und die Bambusstangen. Auf einem

weiteren Törn ankerten wir einmal in der Nacht unter Segel an

der Küste von Leyte. Des Morgens bemerkten wir eine Unzahl

von Bambusrohren um uns, die im Sandgrund bei fünf Meter

Wassertiefe steckten. Wir waren gerade im Begriff, den Anker

rauszusegeln, als ein Auslegerboot mit mehreren Männern ankam.

„Sie sind in das Fischschutzgebiet eingedrungen und

müssen jetzt mit uns zur Stadt zu den Behörden“, legte ein Kerl

unfreundlich los.

„Ich habe keine Zeit für das und auch keinen Motor“, erwiderte

ich im selben Ton. Was stimmte, die Maschine war aufgrund

eines Kühlproblems nicht einsetzbar. Die Situation war absurd,

ein „fish sanctuary“ sollte mit weißen Bojen gekennzeichnet sein

– und hier hatten Bambusstöcke diese Aufgabe übernommen?

Einfach lächerlich. Ich hatte eine Familie an Bord, die Eltern

Irina und Andre sowie die Söhne David und Philipp, sechzehn

und achtundzwanzig Jahre alt. Die beiden kräftigen Burschen

holten gerade den Anker an Deck, während ich am Steuer stand.

Taboo III nahm unter dem Groß Fahrt auf und wir segelten einen

Slalom zwischen den Stangen hinaus aufs offene Meer. Das

Bangka hielt seitlich neben uns und die Schreierei nahm kein

Ende: „Sie müssen mitkommen!“ Zur Einschüchterung zielte der

Mann mit einem M16-Schnellfeuergewehr in unsere Richtung.

„Rauf mit der Genua“, rief ich, was uns gleich mehr Geschwindigkeit

brachte. Auf einen Abstecher in die Stadt hatte ich bei

dem auflandigen Wind und ohne Motor sowieso keine Lust.

Unsere Verfolger kämpften auf verlorenem Posten, der Seegang

nahm zu und sie drehten wütend ab – wir hatten wieder Ruhe.

Schwitzen auf den Spratly Inseln. Im Zuge

eines dreiwöchigen Tauchtörns im südchinesischen Meer besuchten

wir auch die Investigator Shoal. Diese Untiefe ist ein

fast zwanzig Seemeilen langes Riffgebilde, dessen mittlerer Teil

um die zehn Meter unter der Wasseroberfläche liegt. Langsam

segelten wir in der flimmernden Mittagshitze über die Lagune,

in der Entfernung konnten wir am Riff eine Art Festung mit

riesiger Radarantenne ausmachen. So wie China viele der Riffe

in den Spratly Inseln ausbaut, so tut es auch Malaysia im kleineren

Stil, um seinen Anspruch auf dieses erdölreiche Gebiet

geltend zu machen. Genau von dort kam plötzlich ein Patrouillenboot

auf uns zu. Es schrammte fast längsseits, die Männer in

blauen Overalls wollten wissen, ob wir ein Problem hätten und

deuteten mir, an Bord zu kommen. Das Metallschiff in dem

Schwell machte mir Sorgen, ich rief hinüber: „Ja, aber nur über

das Dinghi!“ Während Thomas das Dinghi ins Wasser schubste,

sprang ich in die Kabine, um meinen Pass zu holen und mein

„Ich zahle nichts

für diesen wertlosen

Wisch!“

Wolfgang Hausner, Skipper der Taboo III

M16-Sturmgewehr zu verstecken. Das hatte ich seit unserem

ersten Ankerplatz stets griffbereit, aber momentan würde es bei

einer Durchsuchung echte Probleme heraufbeschwören. Mit

einem Handgriff war es in zwei Teile zerlegt, die sich rasch

verbergen ließen. Dann über das Beiboot auf das Schiff und

hinein in eine echte Schwitzkammer. Auf dem grau bemalten

Deck hätte man wahrscheinlich Spiegeleier brutzeln können,

eine Klimaanlage gab es nicht. Zuerst wurde mein Pass überprüft,

aber da gab es nichts zu bemängeln. Wir hatten ja in

Malaysia weder aus- noch in den Philippinen einklariert. Wozu

auch – eine Fahrt nach Puerto Princesa hätte einen zweimaligen

ewig langen Umweg und Zeitverlust bedeutet. Somit war alles

in Ordnung, da wir uns offensichtlich die ganze Zeit in malaysischen

Gewässern aufgehalten hatten.

Ich wurde aufgeklärt, dass wir uns in einem militärischen Sperrgebiet

befänden und wir hier nicht erwünscht wären. Der

Skipper ließ sich aber von unserer Harmlosigkeit überzeugen

und erlaubte uns, doch an das westliche Ende des Riffes zu

segeln, um dort zu tauchen. Also zurück zu Taboo III, um ohne

weiteren Zeitverlust weiterzumachen. Auf unserem neuen Ankerplatz

holten Thomas und Anna den ausgefallenen Tauchgang

vom Vormittag nach.

© Yachtfilm.com

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1 Die Bajaus sind im Gegensatz zu den Tausug-Piraten harmlose Leute …

2 … die auf ihren Booten leben oder Stelzenhäuser auf Riffen bauen

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OCEAN7Revier

Kudat und Dumaguete. Unser dreimonatiger Aufenthalt

in Sabah ging wieder einmal zu Ende, aber es war sowieso

einen Törn nach den Philippinen geplant. Allerdings

hatten sich unsere Gäste verspätet und wir konnten nicht länger

warten. Also klarierten wir in Kota Kinabalu aus und segelten

nach Kudat am nördlichen Ende von Borneo, Georg und Herbert

würden mit dem Bus nachkommen.

In Kudat sprach ich mit dem Beamten der Einwanderungsbehörde

und erklärte, dass wir bereits in Kota Kinabalu ausklariert

hatten, wir aber in Kürze zwei weitere Crew-Mitglieder übernehmen

und daraufhin nach den Philippinen segeln würden.

Alles kein Problem, meinte der freundliche Beamte. Tags darauf

kamen Georg und Herbert an und unserer Abreise stand nichts

im Weg. Als ich mit den Pässen der beiden bei der Immigration

vorsprach, wurden diese ignoriert und ich schroff aufgefordert,

sofort abzuhauen. „Und vergessen Sie Ihre Freunde“, rief man

mir nach. Das ging nun wirklich nicht. Während uns ein Beamter

zusah, segelten wir mit voller Besatzung an Bord ab.

Auf dem Weg nach den Philippinen legten wie einen Stopp auf

Pulau Tiga ein (die Inseln südlich von Kota Kinabalu heißen

ebenfalls so), um die Seezigeuner oder Bajaus zu besuchen.

Diese ethnische Volksgruppe stammt aus den Sulu Inseln, sind

aber im Gegensatz zu den Tausugs – die früher dem Piratengewerbe

nachgingen und jetzt teilweise als Abu Sayyaf-Terroristen

Ausländer für Lösegeld entführen – harmlose Leute, die auf

ihren Booten leben und fallweise auch Stelzenhäuser auf Riffen

errichten. Als unerwünschte Minderheit, die sich ohne Pässe

über Grenzen bewegt, werden sie in Malaysia gerade noch

geduldet, manchmal aber auch vertrieben.

Ein paar Tage später schlängelten wir uns durch die Riffeinfahrt

in die Bucht von Tambobo. Am Abend ließen wir uns das Buffet

in einem Restaurant am Wasser schmecken, während wir die

letzten Neuigkeiten mit den anderen Yachties austauschten. Am

nächsten Tag nahm ich einen Bus nach Dumaguete und suchte

das Büro der Einwanderungsbehörde auf. Der Chef Peter Bueno

überprüfte die Pässe. Als er zu denen von Georg und Herbert

2

3

4

1

28 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Borneo – Brunei – Malaysia – Philippinen

Peter B. war als korrupt bekannt

5

Fotos: Shutterstock (2)

1 Floating Mosque in Kota Kinabalu auf der Insel Borneo, Malyasia

2 Ein Patroullienboot vor Leyte mit schwer bewaffneter Besatzung …

3 … machten Wolfgang Hausner und seiner Gastfamilie an Bord das Leben

schwer – bis sie ihm einfach davonsegelten. Von links: Irina, Daniel, André,

Philipp und Loida

4 Seezigeuner: eine Frau aus dem Stamm der Bajau mit Kindern vor Pula Tiga

5 Wer in Cebu (Philippinen) einklariert, hat auf Apo Island gut Schnorcheln

kam, quollen dem kleinen Kerl fast die Augen aus dem Kopf.

„Was, keine Ausreisestempel?“, schrillte er los, als hätte ich ihm

ein Messer angesetzt. Er wollte gar nicht wissen warum und

wieso, sondern legte los: „Sie müssen heute noch mit der Nachtfähre

nach Cebu fahren und sich morgen Vormittag bei der

Immigration melden.“ Sein Büro war ja nur ein Ableger der

Einwanderungsbehörde und mein Vergehen ging anscheinend

über seine Befugnisse hinaus.

„Ja, ja, kein Problem“, meinte ich, nahm die Pässe und verließ

das Büro. Ich hatte schon vor nach Cebu zu fahren – aber nicht

mit dem eigenen Boot und zu einem mir passenden Zeitpunkt.

Peter Bueno war als korrupt bekannt. Als er einmal einem Segler

zu viel Geld abgeknöpft hatte und dieser sagte, dass das

Erpressung wäre, antwortete er: „Ja, das stimmt.“

Zuerst segelten wir nach Apo Island, schnorchelten in dem

klaren Wasser und ließen die Seele baumeln. Nach ein paar

Tagen landeten wir in Cebu und hatten überhaupt keine Probleme

wegen den fehlenden Stempeln. Der Beamte bemerkte

das gar nicht, sondern sah nur fünf Pässe und verlangte 5.000

Pesos fürs Einklarieren, 1.000 pro Pass.

„Kommt nicht in Frage“, rief ich empört.

„Also gut, wie viel möchten Sie zahlen?“

„1.000 Pesos insgesamt, nicht mehr.“

„Ok., ist auch in Ordnung.“

Und damit war der Fall erledigt. Hätte er allerdings die fehlenden

Ausreisestempel bemerkt, wäre das ein triftiger Grund gewesen,

mir mehr Geld abzuknöpfen. Denn Georg und Herbert

brauchten unbedingt den Einreisestempel im Pass, um problemlos

das Land verlassen zu können. Das Ein- und Ausklarieren

sollte natürlich nichts kosten, aber wenn man auf dem kürzeren

Ast sitzt, wird man zur Kasse gebeten.

Ein paar Tage später segelten wir wieder mit Gästen ab und

klarierten in Dumaguete aus. Weder Peter Bueno noch ich erwähnten

den vorherigen Zwischenfall. Auch in Kota Kinabalu

lief beim Einklarieren alles klar, was wiederum zeigt, dass man

den ganzen Behördenkram in diesen Ländern nicht allzu ernst

nehmen sollte.

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PeopleNews

3Fragen an

Marc Schinerl

Segler seit dem vierten

Lebensjahr, dann Ver -

charterter, jetzt CEO von Salona Yachts – von

Langeweile kann man da wohl nicht sprechen?

Ich hatte das Glück, schon sehr früh mit meinen Eltern segeln zu dürfen

und habe dabei meine Leidenschaft zum Meer und zum Segeln entdeckt.

Ende 2013 wurde ich Geschäftsführer bei der Aichfeld Yachting GmbH

– aber schon 2012 hatte ich darauf gedrängt, das Angebot von Salona

anzunehmen und als Händler für Österreich zu arbeiten. Danach ging

alles sehr schnell. 2015 hatten wir unser Marktgebiet auf Deutschland

und die Schweiz ausgeweitet. Aufgrund meines Hauptberufs vorher in

der Luftfahrt und später als Entwicklungsingenieur bei BMW in München

war es die Idee unseres deutsch-bosnischen Mutterkonzerns Prevent,

mich nach den Problemen der letzten beiden Jahre zum Geschäftsführer

der Salona-Gruppe zu ernennen. Diese Chance nahm ich aus tiefster

Überzeugung zum Produkt an.

Welche Ziele haben Sie sich als neuer

Geschäftsführer gesteckt?

Die Marke Salona zu einer Bereicherung für die Prevent-Gruppe zu

machen. Da ich von Salona und der Idee, eine Yacht zu bauen, die perfekt

zum Cruisen und Regattasegeln geeignet ist, total überzeugt bin, ist für

mich klar: Wir müssen die Qualität der Yachten steigern, den Kunden so

viel Flexibilität wie möglich bieten und den Kundenservice im Yachtsektor

auf ein ganz neues Level heben.

Welche Yachten sind in nächster Zeit geplant?

Wir wollen pro Jahr ein neues Modell vorstellen und die dreistellige

Modell-Kennung, wie sie bei der Salona 380 erstmals eingeführt wurde,

beibehalten, bis die gesamte Produktpalette ersetzt ist. Im Frühjahr

2017 werden wir unser bisher größtes Projekt, die Salona 700, der

Öffentlichkeit vorgestellen. Im Sommer bis Spätsommer 2017 wird dann

die erste Salona 550 aus der Feder von Javier Soto Accebal präsentiert.

Für 2018 planen wir wieder eine Yacht mit etwas über 40 Fuß Länge.

Diese könnte Salona 420 heißen – oder vielleicht doch ganz anders? Man

soll ja nicht alles verraten …

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Späte

Gerechtigkeit

Mehr als acht Jahre ist es nun her, als ein kroatischer

Motorbootfahrer die beiden Söhne von Christian Winkler, dem

Gründer der legendären „Mirno More“-Friedensflotte, in den

seichten Gewässern vor Vodice überfuhr. Thomas (16) hat den

Unfall nicht überlebt, seinem Bruder Nico (damals 14) musste

ein Bein amputiert werden. Trotz rechtskräftiger Verurteilung

wollte die Allianz-Versicherung Kroatien die volle Schuld ihres

Mandanten nicht übernehmen und zog den Prozess in ewige

Länge. Erst nach einer umfassenden Reportage im OCEAN7-

Magazin 5/2016 des damaligen Chefredakteurs Thomas

Dobernigg, dem ein ein TV-Bericht im ORF-Magazin „Thema“

folgte, kam Bewegung in den für die Familie Winkler extrem

belastenden Zivilprozess, der nun zugunsten der Familie

abgeschlossen werden konnte. „Letztlich gab die Allianz Kroatien

nach und machte ein menschenwürdiges Vergleichsangebot,

das wir annehmen konnten“, sagt Christian Winkler. Rückkehr

zur Normalität – Nico hat sich auch gleich einen langgehegten

Traum erfüllt und ein Tonstudio eingerichtet …

Aufatmen bei Familie Winkler: „Die Gerechtigkeit hat letzlich gesiegt.“

Vielen Dank, Thomas. „Im Kampf gegen große

Konzerne braucht man große Verbündete, die der Stimme

der Opfer Gehör verschaffen, ich stieß bei Thomas Dobernigg

auf offene Ohren“, so Winkler. Noch vor dem Vergleich mit

der Allianz Kroatien hatte ihm zudem ein OCEAN7-Leser über

seine Privatstiftung eine namhafte Summe für die weitere

Ausbildung seiner Kinder gespendet. „Ich möchte mich für die

Unterstützung im Namen meiner Familie herzlich bedanken“,

sagt Winkler, der eingedenk des kürzlich verstorbenen

Chefredakteurs Thomas Dobernigg betont, „dass es ohne

den persönlichen Einsatz von Thomas weder die private

Ausbildungshilfe noch das Vergleichsangebot der Allianz

Kroatien gegeben hätte“. Für die ganze Familie ist es daher

besonders tragisch, dass Thomas Dobernigg die Früchte seiner

medialen Unterstützung selbst nicht mehr erleben durfte.

Darum auf diesem Weg: „Vielen Dank, Thomas.“


OCEAN7People

1

Entdecker

der

Sternenuhr

Nirgendwo kann man einen Menschen besser kennenlernen als auf einem langen Segeltörn,

am besten bei einer Atlantiküberquerung. Aber Thomas Dobernigg kennenzulernen

war nicht der Grund dafür, dass ich mit der großen Sarita über den Atlantik gesegelt bin.

Text und Fotos: Bobby Schenk

Ich hatte mich ein halbes Leben lang intensiv mit der Navigation

auf den Weltmeeren beschäftigt, mit der Frage, wie die

Altvorderen ihren Weg über den Atlantik, ja in den Pazifik

gefunden hatten. Ich war fasziniert von der zwingenden Logik,

die dieser Wissenschaft zugrunde lag und die sich letztlich auf

das kleine Einmaleins reduzieren ließ. Und was mir schon

immer durch den Kopf ging, war die sagenhafte Navigation

der frühen Polynesier, die zwar mit Worthülsen wie „geheimnisvoll“

und „verlorengegangenes Wissen“ verklärt wurde und

der man sich mit Erklärungsversuchen wie „Leitsterne“ zu

nähern bemühte, die letztlich aber im Trüben der vergangenen

tausend Jahre ungreifbar und unbegreifbar blieb.

Mich faszinierte die Vorstellung, diesen Vermutungen – die

geheimnisvolle Navigationskunst der Polynesier war mangels

schriftlicher Überlieferungen nichts anderes – mit einem Selbstversuch

auf den Grund zu gehen. Und so entstand die Idee,

mit einer Segelyacht über einen großen Ozean mit einem

angesagten Ziel zu starten, ohne ein Hilfsmittel für die Navigation

an Bord. Die Reise sollte also ohne einen Kompass,

ohne einen Sextanten sowieso, ohne Radio, ohne Sender oder

Uhr angetreten werden – ja nicht einmal eine Seekarte sollte

dabei sein. Frühere Versuche dieser Art waren ja immer begleitet

worden durch mitgeführte, aber unter Verschluss gehaltene

Navigationshilfen, die „für den Notfall“ deklariert wurden.

32 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Thomas Dobernigg

Das wollte ich vermeiden, denn ich dachte mir: Wenn

mehrere Menschen auf eine Quasi-Navigation dringend

angewiesen sind, wird der gesunde Menschenverstand

schon irgendeine Navigationsmethode auch ohne moderne

elektronische Hilfen oder Präzisionsinstrumente gebären.

Könnte ich da auch mitfahren? Mein

Freund Kurt Ecker stellte für dieses Unternehmen eine

schöne Yacht, die 56 Fuß lange Sarita, zur Verfügung,

sämtliche Navigationsinstrumente inklusive Uhr und Sender

wurden entfernt. So war alles bereit für Ozean ohne

Kompass und Co.

Was fehlte war die Crew, die ich über ein Inserat suchte. So

bekam die deutsche BILD-Zeitung Wind von diesem Unternehmen

und Thomas Dobernigg von der Leitung des Münchner

Büros wurde zu einem Interview vorstellig. Aber aus einem

Frage-und-Antwortspiel wurde nichts. Denn schon nach

kurzer Zeit fiel mir Thomas ins Wort: „Könnte ich da auch

mitfahren?“

Damit waren wir eine gemischte Crew von acht Leutchen, die

auf den Kanarischen Inseln die Segel zu einem Törn ins Ungewisse

setzten. Thomas war nicht nur ein Gewinn für das

Handling der schönen Yacht Sarita. Von Anfang an brachte er

sich mit Begeisterung in das Unterfangen ein. Viele seiner

Ideen flossen in unsere ersten Versuche ein, irgendwie mit nix

außer einer selbstgeschnitzten Holzscheibe den Kurs nach

Barbados zu halten und den Schiffsort zu erahnen. Denn eine

Bestimmung desselben war weder zu Beginn des Törns noch

einen Tag vor dem Ziel möglich. Ja selbst eine Schätzung

traute sich niemand unter der Besatzung zu.

Klar, dass sich aufgrund der Unmöglichkeit

einer Navigation im Laufe des

Törns Unsicherheit unter der Mannschaft

(und auch bei mir) verbreitete,

was bei einigen an Bord zu nervösen

Reaktionen führte. Denn obwohl ich

bei einer Zusammenkunft vor dem

Törn der Mannschaft gegenüber beteuert

hatte, dass ich kein Rezept für

eine sichere Überfahrt hatte, gingen

sie davon aus, dass der Skipper, der ja

auch für sein Sicherheitsbedürfnis bekannt

war, schon über eine Geheimwaffe

verfügen würde. Ich freilich

2

3

1 Auf 56 Fuß über den Atlantik,

2 ohne Kompass & Co.,

3 aber mit Thomas Dobernigg,

4 dem Entdecker der Sternenuhr

4

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 33


OCEAN7People

Ruhige, problemlose Hundewache. Wir

Atlantik wird immer leuchtender blau.

rollen langsam der Sarita voraus. Der

hatte eine solche nicht, war ich mir doch sicher, dass acht

intelligente Menschen schon auf irgendwelche Tricks kommen

würden, wie – angeblich – die Polynesier in alten Zeiten auch.

Kurz gesagt: Unzufriedenheit begann sich spürbar zu regen.

Hundewache. Nur Thomas, obgleich damals ohne viel

Hochseeerfahrung, legte eine stoische Gelassenheit und sichtliche

Disziplin gegenüber der Schiffsführung an den Tag. Das

war eine große Hilfe und trug rückblickend im Wesentlichen

zum Gelingen des Unterfangens bei. Die von ihm ausgestrahlte

Ruhe schlug sich auch in einem damaligen Eintrag in sein

Tagebuch nieder: „Problemlose Hundewache. Wir haben die

Sternenuhr entdeckt. Der Atlantik wird immer leuchtender

blau. Wie Berge türmen sich die Seen und rollen langsam der

Sarita voraus. Der Passat, ein unbeschreibliches Gefühl!“

1

Hier erwähnt Thomas eines der großen Probleme bei diesem

Törn, nämlich mangels Uhr das Fehlen der Uhrzeit. Was zunächst

zu Verstimmungen in der Crew bei den Nachtwachen

geführt hatte. Denn, wie der Leser weiß, Schätzungen

von Zeitspannen hängen doch sehr von der persönlichen

Stimmung ab und die ist natürlich beim äußerst

ermüdendem Wachegehen nicht besonders gut. So

kam es bald zu Diskussionen, wie lange eine Wache

gedauert hatte. Bis Thomas und wir uns eben nach der

Sternenuhr richteten: Nichts anderes als die Stellung

des Großen Wagens zum Polarstern, der sich

ja in 24 Stunden genau einmal um den

Nordstern dreht. Abgesehen davon, dass

der Polarstern die exakte Nordrichtung

anzeigt und so für den Steuermann

den Kurs West vorgibt, brachten die

Sterne keine Erkenntnisse für die Navigation.

Schon gar nicht für die

Poly nesier, denn dieser Wegweiser

ist für die Südseeinsulaner auf der

Südhalbkugel ja nicht sichtbar.

1 Beste Freunde: Karla und Bobby Schenk

schätzten Thomas nicht nur als Segler

2 Zwei Männer, eine Passion: Segeln

3 Im Passat: „Ein unbeschreibliches Gefühl“

Foto: Gernot Weiler (1)

34 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017

2


Thomas Dobernigg

haben die Sternenuhr entdeckt. Der

Wie Berge türmen sich die Seen und

Passat, ein unbeschreibliches Gefühl!

Machs halt! Wenn die gesamte Mannschaft bei einbrechender

Dunkelheit nach dem Sundowner im Cockpit zusammensaß,

wurde immer wieder die Frage gestellt: „Wie haben

die das gemacht?“ Und Bernhard, Hobbyastronom, beschwor

das Firmament

mit den funkelnden

Lichtpunkten:

„Da oben

muss es etwas

geben, es muss

möglich sein, damit

zu navigieren!“

Worauf

Thomas die romantische

Stimmung

nüchtern

in Frage stellte,

indem er trocken

meinte:

„Machs halt!“.

Wir erreichten

Barbados also

nicht mit Hilfe

der Sternennavigation

(leider

doch nur eine

schöne Sage),

sondern mittels der Breitenbestimmung durch Schattenmessungen

der Sonne. Wer von Anfang an immer an den Erfolg

des sehr riskanten Unternehmens glaubte und zu dessen Erfolg

durch ungeheure Disziplin und absolute Loyalität auch in

schwierigen Situationen einen unschätzbaren Beitrag erbrachte,

war Thomas.

3

Es war der Beginn einer innigen Freundschaft, die

bis zu seinem Tod im Oktober hielt. Ich bin überzeugt, dass

dieser Törn ein wichtiger Punkt im bewegten Leben meines

Freundes war. Denn Fahrtensegeln ging ihm über alles.

Vielfach begleitete er mit mir zusammen den so populären

Ecker-Cup. Sogar als Thomas Chefredakteur der großen

Münchner Tagezeitung TZ wurde, ließ er nicht von seinem

Hobby – selbst auf dem Wörthersee, wo er einen kleinen

Kajütkreuzer besaß.

Gemeinsam mit mir war er an führender Stelle im Yacht Club

Austria tätig, wo er – der Ober-Presse-Profi – völlig uneigennützig

die liebenswürdige Clubzeitung gemacht hat. Letztlich

konnte er auch Beruf und Hobby verbinden, indem er das

Magazin OCEAN7 (das Sie gerade in der Hand halten) gründete

und zum bunten Leben und Erleben erweckte. Auch

darauf kann er mit großem Stolz zurückblicken.

Ihr Ihr Ihr starker Partner für für für die die die Fahrtensegler

Literaturtipp

Bobby Schenks Buch „Transatlantik in die

Sonne“, das den oben erwähnten Atlantiktörn

und die Mitwirkung von Thomas Dobernigg

ausführlich beschreibt, ist seit kurzem (beispielsweise

bei Amazon) als E-Book erhältlich.

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ServiceNews

Strom meets Innovation

Zur Eröffnung der METSTRADE Marinemesse in Amsterdam werden die DAME Design Awards in sieben

Kategorien vergeben. Einer der Preisträger wird dann zusätzlich als Gesamtsieger ausgezeichnet. Damit

würdigt die Jury „herausragende Beispiele für bahnbrechende Forschung und Entwicklung“ in der Marine -

industrie. Zum zweiten Mal holte sich Torqeedo in dieser weltweiten Challange den Gesamtsieg. Das neu

eingeführte Cruise Pod-Antriebssystem überzeugte die Jury auf der ganzen Linie. Mit den Torqeedo-Antrieben

sind Elektromotorensysteme eine echte Alternative zu Innenborder-Dieseln.

Vorteil: minimales Gewicht bei maximaler Leistung.

Komplettiert wird das Cruise Pod-Antriebssystem durch Torqeedos eigene,

perfekt auf die Motoren abgestimmten Lithiumbatterien und neue elektronische

Gashebel, die speziell für Segelboote entworfen wurden. Aufgeladen

werden kann das System durch Landstrom, Sonnenkraft und per Generator.

Beim Segeln erzeugt es durch Hydrogeneration selbst Energie.

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Daten-Highway

Da haben wir den Datensalat: Livestreaming, Cloud-Services, Realtime-Access

und andere Hightech-Software haben den Datenhunger der modernen User so

unersättlich gemacht, dass das alte Kabel im Atlantik einfach nicht mehr ausreicht.

Digitalgiganten wie Microsoft und Facebook haben sich nun zusammen -

getan, um ein 6.600 km langes Tiefseekabel unter dem Namen Marea von

Bilbao/Spanien bis nach Virginia/USA auszurollen. Für den

50-fach höheren Datenspeed via Glasfaser lassen die

Konzerne übrigens dreistellige Millionensummen springen.

www.submarinecablemap.com

Maritime Präzision

Seit dem Aufkommen des Seehandels Ende des 19. Jahrhunderts stellt Ulysse Nardin Marine-Chronometer

her, damit die Schiffe und ihre wertvolle Fracht präzise auf Kurs bleiben. Mit dem Herzstück aus

Silizium und Diamonsil gelingt dem Uhrwerk ein entscheidender Schritt im Streben nach der absoluten

Präzision in der mechanischen Zeitmessung, was sich nun in zwei neuen Modellen innerhalb dieser

Familie widerspiegelt. Wir begnügen uns mit der Präsentation eines dieser wunderschönen Zeitmesser,

alle weiteren Errungenschaften findet man auf der Homepage: www.ulysse-nardin.com

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Wasser? Dicht!

Smartphone, Tablet, Kamera, Klamotten: Vieles, das übers Wasser getragen werden

muss, aber nicht nass werden darf, findet Platz im neuen AQ Sea Sack von Marinepool.

Erhältlich mit 15 oder 30 Litern Fassungsvermögen und in den Farben Rot, Navy

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Keine Barablöse. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bilge? Trocken!

Einfache Boote und Jollen erfordern ebenso einfache

wie geniale Lösungen, damit die Freude am Wassersport

ungetrübt bleibt. Unimer marine präsentiert

nun mit dem Drainman eine innovative Lösung, um

die Bilge selbst bei längeren Absenzen trocken zu

halten. Mit der natürlichen Kraft von Wind und Welle

und dem daraus resultierenden Ruck am Festmacher

lenzt der Drainman das Boot selbstständig. Bei einer

Dehnfestigkeit von bis 15.000 Newton schafft er

dabei bis zu 2.500 Liter täglich. Der Drainman dient

dabei aber keinesfalls als Ruckdämpfer, sondern wird

parallel zu der Festmacherleine angeschlagen.

In zweiter Generation ausgestattet mit Neopren-

Überzug, der die Lenzpumpe vor Sonnenlicht und

gegen Verschleiß schützt, passt der in Schweden

hergestellte Drainman in fast jede Tasche und ist

kinderleicht zu montieren. In der Basisvariante wird

die Pumpe mit einem drei Meter langem Schlauch

ausgeliefert, mit Hilfe eines optional erhältlichen

Erweiterungsschlauches kann sie auf sechs Meter

verlängert werden. Sehenswert dazu ist das auf

YouTube bereitgestellte Produkt- und Installationsvideo.

www.unimer.se

Sailors Statement

Diese coolen Chucks im Converse-Look sind kein Experiment,

sondern ein klares Bekenntnis: Ich bin Segler – oder Seglerin!

Denn die aus komfortablen Textilleinen hergestellten und

leichtgewichtigen Freizeitschuhe sind zugeschnitten für Damen

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1.800 Aussteller aus mehr als 60 Ländern, 17 Messehallen mit 220.000 m 2

Ausstellungsfläche, rund 250.000 Besucher aus aller Welt: „Lasset die Messe

beginnen!“, lautet das Motto auf der Boot Düsseldorf vom 21. bis 29. Jänner.

„Komm, mach mit!“ ist die

Message des neuen Direktors

Petros Michelidakis – und

sein Wort hat Gewicht. Denn

die Boot Düsseldorf gilt unangefochten

als die größte

und einflussreichste Wassersportmesse

der Welt, was

sich auch in den Jahren der

Wirtschaftskrise eindrucksvoll gezeigt hat: Während andere

Messeveranstalter schrumpften bzw. vollständig von der Bildfläche

verschwanden, hielt man dem Wassersport in Düsseldorf

die Stange, baute das Angebot für Aussteller und Besucher

konsequent weiter aus und trug so in nicht unerheblichem

Maße zum Überleben vieler Wirtschaftstreibender bei. Internationale

Werften, Produzenten und Dienstleister danken es

der Boot Düsseldorf mit teilweise jahrzehntelanger Treue, auch

wenn die Wege abseits der Meeresküste lang und der Transport

mitunter beschwerlich ist.

Und alle 1.800 Aussteller laden nun gemeinsam mit Petros

Michelidakis ein, den Wassersport in all seinen Facetten auf

dem modernen Messegelände am Düsseldorfer Rheinufer

spielerisch zu entdecken. So lädt zum Beispiel Halle 6 in die

Welt der Superyachten, die Hallen 14 bis 17 präsentieren sich

als ein riesiges Segelcenter. Taucher kommen in den Hallen 3

und 4 auf ihre Rechnung, im Surfers Village in der Halle 2

erwartet den Besucher „The Wave“ – die erste stehende Deep

boot.de

Water Welle. „Auf ihr haben sowohl Profis als auch Kinder und

Einsteiger ihren Spaß. Wer die Welle testen möchte, kann sich

schon im Vorfeld auf www.boot.de einen Surf-Slot sichern.

Das Surfen ist kostenlos, man braucht nur ein Ticket für die

boot 2017“, so Boot-Düsseldorf-Direktor Petros Michelidakis.

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Boot Düsseldorf –

360° Wassersport

www.boot.de

360° Wasserspo


Boot Düsseldorf 2017

Sport und

mehr Komfort

Invictus, die traditionsreiche italienische Werft für Motoryachten,

präsentiert auf der Boot Düsseldorf erstmals das Flaggschiff der neuen

CX-Flotte: die 280CX. Als logische Erweiterung der sportlichen Außen -

border-FX- und der gemütlichen Open-Innenborder-SX-Serie kann die

CX-Flotte mit Komfort der gehobenen Kategorie aufwarten. Zentrales

Element an Deck ist die Living-Zone mit großer Sonnenliege am Heck,

L-Sitzgruppe mit Tisch in der Mitte und dem in Richtung Sitzgruppe klappbaren

Fahrersitz „Stand up“. Trumpf unter Deck ist die große Kabine mit

separatem Bad – und überraschend viel Kopffreiheit.

www.invictusyacht.com

Halle 5

Stand B20

Marina Punat

unter Top Ten

1964 gegründet, ist die

Marina Punat nicht nur

die älteste Kroatiens,

sondern auch eine der

besten zehn Europas,

wie das Onlineportal

„Cruising Sea“ vermeldet.

Auf der Boot Düsseldorf

präsentiert sie sich von

ihrer neuesten Seite. So

wurde die Trockenmarina um 30 Boote erweitert und

eine neue Marina-Software installiert, die viele Vorteile

für Dauerlieger bringt. Beim großen Messe-

Gewinnspiel ist ein Jahres-Liegeplatz für

eine Yacht (max. 12 m) zu gewinnen.

www.marina-punat.hr

Halle 13

Stand D64

Fast Cruising Individual Customization Easy Sailing Innovative Design

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OCEAN7Service

Neu: Bavaria C57

Halle 17

Stand A41

Mit 57 Fuß bzw. 16,73 Metern Länge präsentiert Bavaria ihre Segelyacht C57

erstmals auf der Boot Düsseldorf. Die mit Spannung erwartete größte Yacht aus

Giebelstadt wurde nicht in der Designerschmiede Farr Yacht Design gezeichnet,

sondern stammt aus der Feder von Maurizio Cossutti, unter anderem Mitglied der

Royal Institution of Naval Architects. Er schmückte die Lady mit einem rundum verglasten

Aufbau, großzügig dimensionierten Rumpffenstern, einem Cockpit mit zwei

versenkbaren Cockpittischen und drei Kabinen (Eignerkabine im Bug, zwei Gäste -

kabinen im Heck) in der Basisversion. Im Salon kann das neue Flaggschiff mit einer

Lounge-Area auf der Steuerbord- und einem großen Essbereich auf der Backbord-

Seite aufwarten. Wird der Esstisch versenkt, entsteht ein vollwertiger Schlafplatz

mit Blick auf den Niedergang oder die Pantry, die quer am vorderen Hauptschott

eingebaut wurde. Gesteuert wird die mit zwei Rudern beschickte Bavaria C57 per

Doppelsteuerstand, Bug- und Heckstrahlruder helfen serienmäßig aus. Ebenfalls

Serie: die größte Badeplattform ihrer Klasse und eine riesige Garage fürs Dinghi.

www.bavaria-yachtbau.com

Technische Daten

Länge ü. a. ......................16,73 m

Breite ü. a. .......................5,25 m

Gewicht ........................ 1,713 t

Tiefgang Standardkiel ...............2,52 m

Segelfläche ....................136,5 m 2

Wasser-/Dieseltank .............650 l / 500 l

Maschine ...... Yanmar 4JH80, Saildrive 80 PS

40 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Boot Düsseldorf 2017

Matratze

nach Maß

Gisatex, seit fast 40 Jahren im Dienste des Wassersports, hat

sich als Hersteller innovativer Matratzen für den Bordgebrauch

einen ausgezeichneten Ruf geschaffen. Top-Produkt: Die Gisamed

Premium-Matratze mit Kaltschaumkern (ca. 14–16 cm hoch)

verhindert Kondensfeuchtigkeit und kann in allen Maßen nach

Schablone hergestellt werden.

www.gisatex.de

Halle 11

Stand B04

Jetzt funkt‘s

Halle 13

Stand G77

Modern Talking: Die neuen VHF-Funksysteme von Garmin,

das Einsteigermodell VHF 110i und das Mittelklasse-

Modell 210i AIS, erscheinen mit Plug-and-Play NMEA

2000-Schnittstellen zum einfachen Aufrüsten an

bestehenden Systemen. Digital Selective Calling (DSC)

der Klasse D stehen für die reibungslose Kommunikation

via Distress, Voice Mail und Direct Calling. Funky:

das VHF 210i erscheint zudem mit integriertem AIS

(automatischem Identifikationssystem) und bietet damit

erhöhte Sicherheit bei der Navigation.

www.garmin.de

GEMEINSAM AUF SICHEREM KURS

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Telefon: +49 (0)221/579 08 – 0

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OCEAN7Service

Halle 11

Stand H41

Nachtlicht

Schwimmwesten gibt es viele, aber mit der

neuen Rettungsweste Lume on präsentiert

Marinepool die erste Automatikweste,

die, sobald sie mit Wasser in Kontakt

gekommen und aufgeblasen ist,

zusätzlich auch leuchtet. Spezielle

LED-Lichter verwandeln die

Auftriebskörper in Lichtverstärker,

die bis zu zwei Stunden lang intensives

Blinklicht spenden und somit die Ortung bei

schlechter Sicht deutlich erhöhen.

www.marinepool.at

Trend in Düsseldorf

Das traditionsreiche Charter- und Yachthandel-Unternehmen Trend Travel

& Yachting aus Kirchbichl in Tirol ist nicht nur auf den Messeständen von

Jeanneau, sondern auch bei Fountaine Pajot vertreten. Ein Highlight:

der neue Katamaran Lucia 40 von Fountaine Pajot. Terminvereinbarungen

für individuelle Besichtigungen auf der Messe werden bereits jetzt

per E-Mail unter hannes@trend-travel-yachting.com oder telefonisch

unter+43/664/340 79 12 entgegengenommen.

www.trend-travel-yachting.com

Halle 15

Stand A42

Gelbe Engel

auf See

Halle 11

Stand E21

Am Stand von SeaHelp können sich alle Mitglieder über die neuen

Leistungen des nautischen Pannendienstes informieren und bei

einem Kaffee oder „Hopfen-Smoothie“ relaxen. Ausreichend

Sitzgelegenheiten sind ebenso vorhanden wie die Möglichkeit,

sich ein Bild über die neue SeaHelp-Rechtsberatung für Skipper,

den Gas-Check für Flüssiggasanlagen an Bord sowie die günstigen

SeaHelp-Versicherungen zu verschaffen. Mitarbeiter der Marina

Veruda beraten zudem über Möglichkeiten, in dieser schönen

Ecke Istirens Liegeplätze zu buchen. SeaHelp-Mitgliedern wird

ein Nachlass von bis zu 40 % gewährt.

www.sea-help.eu


Halle 5

Stand C01

Juhu, Weltpremiere

Mit Boote Polch, dem Axopar-, Nimbus-, und Aragon-Händler

aus Traben-Trarbach, werden gleich zwei Premieren

erlebbar: Auf H5 D20 wird die Axopar 37 Sports cabin

der Welt vorgestellt und auf H5 C19 wird erstmals

die Nimbus 365 Coupé öffentlich zu sehen sein.

Darüber hinaus präsentiert Boote Polch das „Active Ride

Control“-System von Humphree, mit dem sich jedes

Boot komfortabel fahren lässt (H5 C01).

www.bootepolch.de

Kino unter

Wasser

Fische finden leicht gemacht: Mit

dem neuen Mega-Imaging konnte

Humminbird die Bildqualität seiner

bestehenden Side-Imaging- und Down-

Imaging-Technologien deutlich steigern

und bewirbt in Bezug auf Klarheit und

Detailschärfe sein Produkt als das

beste auf dem Markt. „Mega-Imaging

zum ersten Mal zu sehen ist ähnlich der

Erfahrung, die wir alle mit den ersten

HD-Flachbildfernsehern machten – ein

Moment der Begeisterung, den man

nicht schnell vergisst“, so Ray

Schaffart, Brand-Manager

von Humminbird.

www.humminbird.at

Halle 10

Stand C18

Hanse

im Glück

Top-News für Hanse-Fans: Auf der

Boot Düsseldorf werden diesmal nicht

weniger als sechs Yachten aus der

Greifswalder Werft zu sehen sein.

Die neue H 315 und die H 588 beispielsweise.

Und erstmals wird mit der

H 675 das Hanse-Flaggschiff (21,1

Meter lang, 5,9 Meter breit) auf einer

Indoor-Show ausgestellt.

www.hanseyachts.com

Halle 16

Stand B38

Ruder mit

Strom

Nicht auf der Messe,

aber im Showroom in

Bernau zu sehen: Der

innovative Hanse 315

e-motion rudder drive:

Ein 4 kW-Elektromotor

mit Faltpropeller, der

fest in das Ruderblatt

integriert ist. So wird der

Schub auch im Stand in

die jeweilige Richtung der

Ruderstellung gelenkt.

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Komm an Bord!


OCEAN7Service

Ausrüstung auf einer Fahrtenyacht

Was hunzt,

44 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Equipment

was funzt?

Das harsche Umfeld von Salzwasser, hoher (Luft-)Feuchtigkeit, Temperaturen jenseits der

30 Grad und einer unbarmherzig prasselnden Tropensonne stellt sämtliches Material einer

Fahrtenyacht auf die Probe – und zwar ohne Pause. Nach fünf Jahren Dauertest in den

Tropen macht die Crew der Pitufa einen Rundgang über das ganze Boot und zieht Bilanz.

Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich bewährt und sind weiterzuempfehlen, was

hat Ärger gemacht und was hätte besser gar nicht mit auf die Reise gehen sollen?

Text und Fotos: Birgit Hackl und Christian Feldbauer

Vom Bug zum Heck auf Deck:

Ankergeschirr. Wir beginnen unseren Rundgang am

Bug bei unserem 25 kg schweren Bügelanker, ein Modell, auf

das wir uns in praktisch allen Ankersituationen verlassen können

und das wir wärmstens weiterempfehlen. Eine schwere 10-Millimeter-Kette

bringt zusätzliche Sicherheit (empfehlen wir allen

Cruisern über 36 Fuß). Im Dauereinsatz beginnt eine verzinkte

Kette bald zu rosten, wir haben uns trotzdem gegen Inox entschieden,

da dieses irgendwann heimtückisch spröde wird und

dann ganz unerwartet brechen kann. Wir sind in der glücklichen

Lage, gleich vier Bugroller zu haben, so ist auch Platz für einen

Reserveanker und wir können immer noch einen weiteren Anker

(als Heckanker verwenden wir einen nur 11 kg leichten verzinkten

Klappanker) bequem über die Ankerwinsch an Bord ziehen.

Rigg und Segel. Pitufa ist eine kuttergetakelte Slup und

wir sind mit der Furlex-Rollreffanlage für unsere Genua sehr

zufrieden. Unser Kuttersegel ist so klein und dementsprechend

leicht zu handhaben, dass eine Rollreffanlage dafür übertrieben

wäre. Perfekt wäre das Rigg, wenn wir Platz für eine zweite

Rollreffanlage am Bug hätten, denn dann könnten wir die klassische

Passatwindbesegelung – Backbord und Steuerbord je eine

Genua ausgebaumt – ganz einfach bei Vorwindkursen aufziehen.

Unsere Furlex-Anlage hat aber zumindest zwei Rillen, sodass wir

zwei Genuas gleichzeitig aufziehen und gemeinsam aufrollen

können – ein Aufwand, den wir vor der Abreise aber nur betreiben,

wenn wir uns recht sicher sind, dass großteils mit einem

Vorwindkurs zu rechnen ist. Pitufas zwei Spinnakerbäume kommen

aber nicht nur bei dieser Passatwindbesegelung gleichzeitig

zum Einsatz. Es ist auch praktisch, wenn man bei hin- und

herdrehenden raumen Winden die Genua ohne große Umbauten

von einem fix angeschlagenen Spi-Baum Backbord zum anderen

auf Steuerbord wechseln kann.

Vor unserer Abreise haben wir noch einen neuen Segelsatz

(durchgelattetes Groß und 150-%ige Genua) anfertigen lassen

und sind froh, dass wir uns für das Angebot der kroatischen

Firma Dustom (www.dustom.com) entschieden haben, denn

auch nach fünf Jahren Dauereinsatz sind die Segel in einem

hervorragenden Zustand. Bei Kursen am Wind bevorzugen wir

die Kombination eines kleineren, hochgeschnittenen Yankees

mit dem Kuttersegel. Der Lazybag, den wir damals für das durchgelattete

Groß anfertigen ließen, hat sich als sehr praktisch erwiesen

und schützt das Segel perfekt. Beim Anfertigen (lassen)

von Lazybags, Sprayhoods, Biminis etc. sollte man gut darauf

achten, dass nicht nur hochqualitatives Sunbrella verwendet

wird, sondern dass auch der Faden und die Reißverschlüsse

entsprechend robust sind. Bewährt haben sich bei uns nur Reißverschlüsse

ohne Metallteile, aus UV-beständigem Kunststoff, mit

groben Zähnen – und auch dann sollte man die Verschlüsse

einmal im Monat bewegen und mit Vaseline oder ähnlichem

schmieren, sonst geht bald nichts mehr. Für eine wirklich lange

Lebenszeit der Reißverschlüsse sollten sie am besten unter Sunbrella

versteckt sein.

Ein überdimensioniertes Rigg gibt ein sicheres Gefühl auf See.

Die meisten Fahrtensegler sind wie wir darauf bedacht, das Material

zu schonen und reffen sehr konservativ. Trotzdem ist es

angenehm zu wissen, dass unsere extrastarken Wanten auch im

Fall einer überraschenden Bö nicht ins Wanken kommen (z. B.

12 mm Unterwanten, 10 mm Oberwanten).

Pitufas Mast ist von einem Spinnennetz aus Reserve-Falls umgeben.

Wir nutzen sie im Buchtmodus, um das Dinghi über Nacht

seitlich am Rumpf aus dem Wasser zu heben, aber auch, um

schwere Einkäufe und Kanister an Bord zu hieven. Beim Segeln

ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir nicht in den Mast

klettern müssen, falls ein Fall reißt oder sich selbstständig macht

– wir könnten vorübergehend einfach ein anderes verwenden.

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 45


OCEAN7Service

2

1

3

Als Cruiser kann man gar nicht

genug Planenmaterial mitführen.

Bei Schäden im Rigg hätten wir außerdem die Möglichkeit, z. B.

mit einem Fall eine schadhafte Wante zu entlasten.

Im vergangenen Jahr mussten wir feststellen, dass Plastik-Mast -

rutscher scheinbar eine sehr begrenzte Lebenserwartung haben.

Als einer nach dem anderen brach, bastelte Christian aus Ersatzteilen

recht kreativ aussehende, aber funktionstüchtige Rutscher.

Mittlerweile haben wir nachbestellt und führen jetzt ein

Set als Reserve mit. Möglicherweise hat auch

die Verwendung von

Silikonspray die Lebenszeit

verkürzt,

stattdessen verwenden

wir jetzt Silikonfett

aus der Tube.

4

Planen und Textilien.

Als Cruiser

kann man gar nicht

genug Planenmaterial

an Bord mitführen,

es fallen je

nach Klima immer verschiedene

Einsatzmöglichkeiten an. Wir haben über dem Bimini eine

Multifunktionsplane aus Sunbrella angebracht, die in heißen

Gebieten das Cockpit auch von der Seite abschattet und bei Regengüssen

zum Wasser sammeln dient. In regenreichen Gebieten

spannen wir vor Anker liegend außerdem kleine Zelte über den

Luken auf (robuste Lastwagenplanen eignen sich dazu hervorragend)

und können so die Luken auch während der Nacht offen

lassen (dann muss man nicht ständig aufspringen) oder wenn wir

an Land gehen. Die zusätzliche Luftzirkulation macht den Aufenthalt

unter Deck nicht nur angenehmer für die Crew, sondern

verhindert auch allzu schnelles Wachstum von Schimmel – ein

Problem, mit dem sich nicht nur Fahrtensegler in den Tropen

herumschlagen. Zum Befestigen von Planen sind Plastikhaken an

Expandern praktisch, der Gummi gibt aber leider in der Tropensonne

schon nach wenigen Monaten auf und muss ständig ausgetauscht

werden (große Rolle mitnehmen!).

Puristen bauen Sprayhood und Bimini vor Törns ab, doch eine

solide Sprayhood hält die Crew auf Törns trocken, verhindert

einen Sonnenstich und hält Gischt oder gar Wellen auf dem Weg

in den Salon auf. Wir haben’s auf Törns gern bequem im Cockpit,

lassen das Bimini oben und rollen auf der Luvseite unsere

Regenplane als zusätzlichen Schutz vor Gischt nach unten.

46 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Equipment

In Kombination mit einem Spraydodger auf der Reling (eine

zwischen der oberen Reling und der Fußleiste gespannte Stoffbahn)

ist der Rundumschutz gut und nur die vorwitzigsten

Wellen schaffen es, in unser trautes Heim zu spucken.

Fahrtenyachten erkennt man in Ankerbuchten ganz leicht an

ihrem Sammelsurium von Kanistern, Kübeln und Krimskrams

am Heck – Pitufa ist da leider keine Ausnahme. Da wir unter

Deck chronischen Platzmangel haben (auch eine verbreitete

Fahrtenseglerkrankheit), zieren Pitufas Heck zahlreiche Wasserund

Benzinkanister. Im Freien würden diese bald brüchig, sie

tragen deshalb UV-Schutzanzüge aus Sunbrella. Auch Plastikkübel

für den Haushalt werden in der Sonne bald spröde und

brechen, bewährt haben sich hingegen die für den Einsatz auf

Baustellen gedachten schwarzen, gummi-ähnlichen Kübel. Wir

haben seit fünf Jahren eine kleine, robuste Zementmischwanne

auf dem Achterdeck, die als Badewanne, Fisch-Mordschauplatz,

Heckankerketten-Zwischenlager und Wäschezuber fungiert (mit

gründlicher Reinigung zwischen den Einsatzvarianten). Kleidung

und Schuhe altern in den Tropen im Zeitraffer. Direkter Kontakt

mit Salzwasser ist natürlich tödlich für Textilien, aber sogar die

salzige Luft reicht aus, dass sich Gummierungen auflösen, Plastikteile

abfallen und Reißverschlüsse korrodieren. Unser Schlechtwetterzeug

von Musto ist da keine Ausnahme.

1 Zwei Spinnakerbäume nicht nur bei Passatwindbesegelung,

sondern auch bei drehenden raumen Winden

2 Kleidung und Schuhe altern in den Tropen im Zeitraffer,

direkter Kontakt mit Sonne und Salz ist tödlich

3 Eine Multifunktionsplane über Deck spendet zusätzlichen

Schatten und sammelt Regenwasser

4 Plastik-Mastrutscher verschleißen schnell, sind aber

mit etwas Geschick leicht nachzubauen

Geräteträger. Pitufa hatte, als wir sie kauften, nur einen

Ständer fürs Radar am Heck. Wir ließen deshalb bei der kroatischen

Firma Lumbrico (www.lumbrico.doo) einen Geräteträger

anfertigen, der sich formschön an Pitufas Linien hält und robust

genug ist, um großflächige Solarpanele zu tragen. Zu Beginn

unserer Reise hatten wir nur 110 Watt, wir haben unterwegs

immer wieder günstige Angebote genutzt und in verschiedenen

Ländern mehr bzw. größere Solarpanele verschiedenster Marken

angesammelt (handelsüblich und nicht speziell für den maritimen

Bereich), die sich allesamt bewährt haben. Mittlerweile

haben wir 400 Watt, was unseren Ansprüchen genügt (Wassermacher,

Kühlschrank, Elektronik, aber kein Gefrierschrank).

Unser Rutland 913-Windgenerator sitzt schon seit Beginn unserer

Reise auf dem Geräteträger und produziert klag- und praktisch

wartungsfrei Energie. Dieses kleine, in der Anschaffung

günstige Modell produziert zwar nicht so viel Strom wie manch

größere Windgeneratoren, aber nachts und an grauen Regentagen

stellt er eine sinnvolle Ergänzung der Solarpanele dar. Beim

Kauf eines Windgenerators sollte man unbedingt auf den Lärmpegel

achten, denn während andere Modelle ihre Besitzer und

die Ankernachbarn mit heulenden Rotorblättern in den Wahnsinn

treiben, schont der kleine Rutland Ohren und Nerven.

Durch die Kombination von Solarpanelen und Windgenerator

in Verbindung mit einem vernünftigen Energiemanagement

können wir ganz auf einen lärmenden Diesel- oder Benzingenerator

verzichten.

Windsteueranlage. Ganz hinten am Heck arbeitet

Wayne Vaney, unser unermüdlicher Hydrovane-Windpilot. Die

stabile Anlage steuert das Boot mit einem kleinen Hilfsruder (das

Hauptruder wird festgestellt) zuverlässig auf allen Kursen sowohl

bei Stark- als auch bei Leichtwind. Nur bei böigem, unstetem

Wind müssen wir manchmal eingreifen und mehr oder weniger

Luvgierigkeit korrigieren. Wir verwenden die Hydrovane auf

allen Törns 24/7 und schätzen sie sehr, insbesondere seitdem

wir Beispiele von anderen Crews ohne Windpilot gehört haben,

deren elektrische Autopiloten nach Blitzschlägen oder wegen

Batterieproblemen versagten und die dann handsteuern mussten.

Die meisten haben deshalb gleich mehrere Autopiloten als Reserve

mit und um deren Funktion zu sichern, auch einen Dieseloder

Benzingenerator. Ein Windpilot, der das Boot ganz ohne

Energieverbrauch steuert, erscheint uns wesentlich verlässlicher

und vernünftiger.

Warum auf Komfort

verzichten?

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OCEAN7Service

Elektronik. Unser Garmin GPSmap 421 ist robust genug,

um das ganze Jahr im Cockpit gleich neben dem Steuer montiert

zu verbringen. Wir haben uns wegen des geringen Stromverbrauchs

für dieses kleine Modell entschieden, denn auf Törns

läuft dieser Kartenplotter im Cockpit die ganze Zeit über. Die

Displaygröße reicht für unsere Ansprüche und die Bedienung

ist einfach. Praktisch ist auch die Möglichkeit der Darstellung

von AIS-Daten direkt am Kartenplotter (samt wählbaren Alarmfunktionen)

und ein Tidenprogramm, das die Gezeitenhöhen

aller Stationen in der Umgebung auflistet. Die Qualität des Kartenmaterials

von Garmin ist zufriedenstellend (Detailreichtum,

Abdeckung), doch abgelegene Gebiete sind manchmal gar nicht

enthalten oder die Karten sind leicht bis gravierend verschoben

(wir haben schon öfters auf einem Hügel geankert oder sind

weite Strecken über Land gesegelt …). In solchen Gegenden

sind wir froh, dass wir verschiedene Systeme zum Kartenvergleich

an Bord haben. Auf dem Laptop haben wir Open CPN

mit CM93-Charts installiert und bei kniffligen Passagen steht der

Laptop vorsichtshalber auf der Cockpit-Bank. In der Navi-Ecke

unter Deck befindet sich ein großes Simrad NSE8 Multi-Purpose-

Display, das wir aber wegen des bedeutend höheren Stromverbrauchs

nur gelegentlich verwenden. Dieses Gerät verwendet

Navionics-Charts, welche qualitativ mit den Garmin-Karten vergleichbar

sind, mit diesen aber nicht immer übereinstimmen.

Widersprechen sich Garmin, C-Map und Navionics, vergleichen

wir noch mit GPS-Punkten auf Satellitenbildern, denn bei schmalen

Riffpässen machen auch Verschiebungen von ein paar Dutzend

Metern einen Riesenunterschied.

Ein AIS (Automatisches Identifikationssystem), das per UKW-

Funk Registrierungsnummer, Namen, Kurs, Geschwindigkeit etc.

von anderen Schiffen empfängt und bei Kollisionskurs Alarm

gibt, erhöht die Sicherheit auf Törns enorm. Dieses System ist

für die Großschifffahrt vorgeschrieben, doch auch viele Yachten

führen mittlerweile ein AIS-Gerät mit. Da wir auch senden (optional),

können wir schön beobachten, wie Frachter auf hoher

See schon von weitem brav den Kurs korrigieren, um unserer

kleinen Pitufa auszuweichen. Es gibt AIS-Einheiten als eigenständige

Geräte mit Display, doch wir haben uns für eine Black

Box mit Koppelung an unsere Garmin- und Simradkartenplotter

entschieden, sodass AIS-Signale direkt dort angezeigt werden.

1

2

Vom Bug zum Heck unter Deck:

Salon und Kombüse. Handelsübliche Wasserhähne

haben es im marinen Umfeld einer Fahrtenyacht nicht leicht. Ein

Salzwasserhahn in der Abwasch verringert den Süßwasserverbrauch

beträchtlich, aber die Salzspritzer beanspruchen Armaturen,

Silikon und Holz in der Umgebung zusätzlich, auch wenn

man nach dem Abwaschen immer alles brav mit Süßwasser

nachspült und abwischt. Man sollte auf gute Qualität achten,

denn unterwegs ist es schwierig, Ersatz in den richtigen Dimensionen

zu finden. Das einzig passende Wasserhahnmodell, das

wir z. B. in Panama fanden, hielt wegen der dünnen Chrombeschichtung

nicht einmal ein Jahr. Auch handelsüblicher Klarlack

aus dem Baumarkt hält den extremen Anforderungen auf einer

Fahrtenyacht nicht stand, man sollte speziellen Lack für den

maritimen Bereich (auch im Innenraum) verwenden.

Um Vorräte vor Feuchtigkeit und Insektenbefall zu schützen,

füllen wir frisch gekaufte Packerl Mehl, Zucker, Reis etc. sofort

in Plastikboxen oder -flaschen um. Auch im Kühlschrank sind

Plastikboxen zum Lagern von Gemüse-, Käse- und Wurstvorräten

praktisch. Eine gutsortierte „Jausenbox“ ist griffbereit und verhindert,

dass der Deckel beim Suchen der einzelnen Sachen zu

lange offen bleibt. Vor unserer Reise haben wir gelesen, dass ein

Druckkochtopf auf einer Fahrtenyacht unumgänglich sei, um

Gas/Kerosin beim Kochen zu sparen und um Riesenmengen

Eintopf für längere Törns vorzubereiten. Wir sind nie so recht

mit diesem Zerkochgerät warm geworden, der Topf ist für den

täglichen Gebrauch zu schwer und umständlich und die Kochzeiten

halten sich auch so in Grenzen. Wir sind trotzdem froh,

dass wir den Druckkochtopf dabei haben, denn so können wir

nach einem großen Fang Fischkonserven einkochen.

Ein Küchengerät, das in keinem nautischen Ratgeber empfohlen

wurde, aber fast täglich im Einsatz ist, ist unser Stabmixer. Bei

einem Überangebot an Obst (z. B. wenn alle Bananen einer

ganzen Staude gleichzeitig reif werden) haben wir mit fruchtigen

Milkshakes schon Dutzende Bananen pro Tag vermixt. Curry-

Pasten, Hummus, Avocado-Dips, Suppen – die Anwendungspalette

ist kreativ unbegrenzt.

Nasszelle und Wassermacher. Ein Wasser -

macher ist für uns einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände

einer Fahrtenyacht, denn er bringt Sicherheit (keine Sorge um

die Verfügbarkeit und Qualität von Wasser an Land), Freiheit (wir

48 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Equipment

auf unserer Pitufa ist da ideal. Wir sind mit unserem Yanmar

4JH2-HTE (75 PS) grundsätzlich sehr zufrieden, der starke

Motor stellt bei schwierigen Anfahrten (z. B. gegen eine starke

Strömung) einen Sicherheitsfaktor dar. Wir hätten jedoch lieber

ein Modell ohne Turbo, da der Motor einer Fahrtenyacht den

Großteil der Zeit mit geringer Drehzahl läuft, der Turbo deshalb

zu wenig gefordert wird und mit der Zeit mit Karbonrückständen

ansetzt. Wir versuchen daher, den Turbo regelmäßig

bei hoher Drehzahl aufheulen zu lassen und so „durchzuputzen“.

Ein weiterer Nachteil eines so großen Motors ist,

dass er den Motorraum fast vollständig ausfüllt und Wartungsarbeiten

dementsprechend beengt und schmerzhaft sind. Ist

ein Motor nicht rundherum zugänglich, werden Wartungsar-

können auch in abgelegenen Gebieten so lange bleiben, wie wir

wollen) und Komfort (tägliches Duschen ohne Kanister schleppen

zu müssen). Wir haben uns bei der Anschaffung für ein

modulares, einfach gebautes Modell entschieden, um auch unterwegs

selbst Teile austauschen zu können. Das Modell Purewater

der deutschen Firma Fehlemann war günstig, die Produktion

von 25 l/h beim Verbrauch von ca. 20 AmpH schien uns

angemessen und außerdem gefiel uns die Möglichkeit, zwei

kurze Membranen anstatt einer langen einzubauen. Leider

stimmte aber (zumindest bei unserem Modell) von Anfang an

die Qualität nicht. Trotz zwischenzeitlichem Einbau einer

Booster pumpe und neuer Membranen bleibt der Restsalzwert

(550 ppm) über der von der WHO vorgegebenen Empfehlung

für Trinkwasser. Nach vielen Gesprächen und Vergleichen mit

anderen Fahrtenseglern würden wir uns aus heutiger Sicht für

einen Wassermacher von Spectra entscheiden. Diese Geräte sind

zwar in der Anschaffung wesentlich teurer, aber sowohl Wasserqualität

(unter 100 ppm) als auch Produktionsmenge und Energieverbrauch

sind top.

Unsere Jabsko-Toilette funktioniert mit einer einfachen Handpumpe.

Je einfacher die Technik, desto weniger kann kaputtgehen

und ein defektes Klo reparieren zu müssen – vielleicht

noch unterwegs bei ordentlich Seegang – rangiert auf der Alptraumliste

der meisten Cruiser ganz oben. Elektrische Pumpen

und Vakuumsysteme sind auf Fahrtenyachten deshalb nur

selten anzutreffen und unserer Meinung nach auch nicht zu

empfehlen.

Motor. Auf einer Fahrtenyacht ist es wichtig, einen verlässlichen

Motor zu haben, für den man auf der ganzen Welt

Ersatzteile findet. Eine weitverbreitete Marke wie der Yanmar

3

Das alte KISS-

Prinzip: Keep it

simple & stupid.

beiten oder – noch schlimmer – hektische Suchen nach Schäden

im Notfall erschwert bzw. unmöglich gemacht. Ideal wären

rundherum abnehmbare Panele, bei uns war die Backbordseite

vorher gänzlich geschlossen, wir mussten zwei weitere Inspektionsluken

schneiden.

Einfach gut. Grundsätzlich haben auch wir gelernt, dass

sich eine anfängliche Mehrinvestition in gute Qualität auf Dauer

auszahlt – sowohl bei der Ausrüstung als auch beim Boot selbst,

denn man erspart sich Reparaturen und hat länger ungetrübte

Freude am Cruisen. Wir haben den Eindruck, dass uns immer

mehr „Marinaboote“ auf See begegnen, die schlecht ausgerüstet

(z. B. ohne Solarpanele und ordentliches Ankergeschirr) auf die

Weltreise gehen. Auch die Besitzer teurer, großer Yachten verzichten

oft auf alternative Energiespender, die das schöne Bild

verunstalten würden. Mehr Ausrüstung bedeutet mehr Komfort,

aber auch mehr Kosten und Zeitaufwand für Wartungen und

Reparaturen. Das alte KISS (keep it simple & stupid)-Prinzip der

Fahrtensegler-Pioniere hat immer noch seine Richtigkeit, denn

was man nicht hat, kann nicht kaputtgehen und Technologie,

die zu kompliziert ist, als dass man sie mit eigenen Mitteln reparieren

könnte, führt zu Werftaufenthalten, komplizierten Bestellungen

und Streitereien um Garantie – was vom anderen

Ende der Welt aus ein unangenehmes Abenteuer ist.

1 Salzwasserhähne: sinnvoll, aber auch sehr böse zu Armatur und Abwasch …

2 … es sei denn, die Qualität und die ständige Pflege mit Süßwasser passen

3 Eine Zementmischwanne – viele Einsatzmöglichkeiten: als Badewanne, Fisch-

Mordschauplatz, Heckankerketten-Zwischenlager, Wäschezuber u.v.m.

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 49


OCEAN7Service

Wasserwelten

Die Austrian Boat Show – BOOT TULLN ist mehr als eine Messe, sie ist

Österreichs traditioneller Auftakt in die neue Wassersportsaison. „Nach

einem trüben Herbst und langen Winter gibt sie kurz vor Saisonstart

einen umfassenden und professionellen Einblick in die weite Welt des

Wassersports“, so Messeleiter Thomas Diglas im OCEAN7-Interviev.

Herr Mag. Diglas, Sie leiten bereits seit vielen Jahren die

Ge schicke der Boot Tulln. Trafen sich da Beruf und Berufung?

In gewisser Hinsicht ja, ich habe das Messegeschäft als Projektassistent

seit 2003 von meinem Vorgänger von der Pike auf gelernt

und bin seit 2006 als alleiniger Projektleiter für die Austrian Boat

Show – BOOT TULLN verantwortlich. Durch den Erwerb sämtlicher

Befähigungsnachweise für Segel- und Motorboote habe ich die

Expertise aus dem Messegeschäft mit umfangreichem Branchenwissen

verknüpfen können und die Veranstaltung in den letzten

zehn Jahren auf ein internationales Niveau gehoben. Ein Blick auf

den Messekalender für Bootsmessen mit Daten und Fakten zeigt,

dass die Austrian Boat Show – BOOT TULLN eine international sehr

anerkannte Veranstaltung ist und das gebe ich gerne zu, macht mich

persönlich sehr stolz und bestätigt den eingeschlagenen Weg. Wir

sind nicht mehr nur eine Messe, sondern DIE Instanz im österreichischen

Wassersport. Es ist mir aber persönlich sehr wichtig zu

sagen, dass diese Entwicklung nur mit Hilfe unserer Aussteller

möglich war, die unseren Weg mitgegangen sind.

46 Jahre Austrian Boatshow – die Messe Tulln gibt es seit

60 Jahren. Welche Bedeutung hat die Messe Tulln?

Die Messe Tulln veranstaltet 13 Messen pro Jahr und ist die führende

Messe, wenn es um das Thema Freizeit geht. In vielen Branchen

ist die Messe Tulln schon jetzt weit über die Landesgrenzen

hinaus bekannt. Mit mehr als 350.000 BesucherInnen jährlich ist sie

der Wirtschaftsmotor in der Region und sichert die regionale Wertschöpfung

nachhaltig ab. Mit den Investitionen der letzten Jahre in

die Messehalle 3 – NÖ größter Messehalle mit angeschlossenem

Restaurant und Sanitäranlagen haben wir den Messestandort Tulln

fit für die Zukunft gemacht. Selbstverständlich haben wir uns aber

auch schon Gedanken für eine weitere Entwicklung gemacht.

Die Boot Düsseldorf im Jänner gilt als wichtigste Bootsmesse

der Welt, die Boot Tulln wird oft als die kleine Schwester

genannt. Was spricht dafür, was dagegen?

Die Boot Düsseldorf ist die größte Wassersportmesse weltweit und

hat für die Branche große Bedeutung. Die Boot Düsseldorf ist für

uns in vielerlei Hinsicht selbstverständlich ein Vorbild. Als Messe

Tulln nehmen wir für uns in Anspruch, auch eine komplette Wassersportfachmesse

zu sein, nach dem Vorbild der Boot Düsseldorf. Die

Austrian Boat Show präsentiert den Besuchern einen kompletten

Querschnitt der nautischen Branche – große Yachten, kleine Jollen,

Motoryachten, Motorboote, Reiseanbieter, Tauchsport und ein großer

Zubehörbereich. In Tulln finden die Messebesucher ein Angebot, das

auch im internationalen Vergleich sehr große Beachtung findet.

Aussteller aus wie vielen Ländern erwarten Sie 2017?

Wir erwarten 370 Aussteller aus 18 Nationen – mehr als die Hälfte

der vertretenen Aussteller kommen aus dem Ausland. Das ist ein

Zeichen, dass die Austrian Boat Show sehr große Anerkennung

findet und über die Grenzen hinaus größte Wertschätzung und

Beachtung genießt. Auch auf der Besucherseite haben wir dank

massiver Werbeaktivitäten den nächsten Schritt gemacht und registrieren

mittlerweile über zehn Prozent der Besucher aus den angrenzenden

Ländern des Central-Eastern-Europe-Raums. Das ist

auch der Grund, warum wir uns als die Leitmesse für diese Region

bezeichnen.

Jahr für Jahr pilgern mehr Besucher zur Boot Tulln – an

manchen Tagen wird es ziemlich eng in den Hallen. Wird

da schon an der Kapazitätsgrenze gekratzt?

Es ist richtig, dass wir die Besucher in den vergangenen Jahren

stetig steigern konnten, die Kapazitätsgrenze haben wir aber noch

nicht erreicht, da ist noch Spielraum gegeben. Wenn Sie so wollen,

50 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Boot Tulln 2017

handelt es sich dabei um ein „Luxusproblem“, dem wir uns sehr

gerne stellen. Im vergangenen Jahr haben wir in ein neues Verkehrs-

und Parkplatzleitsystem investiert. Wir sind also für einen

großen Besucheransturm gerüstet.

Was wird 2017 anders bzw. neu sein?

Das Hallenkonzept der Austrian Boat Show mit den verschiedenen

Schwerpunkten hat sich prinzipiell bewährt, daher wird sich an den

Themenschwerpunkten und den Hallenzuordnungen nichts ändern.

Es wird aber sehr viele Neuigkeiten geben, so freut es uns ganz

besonders, dass die Bootswerft Heinrich aus der Schweiz in einer

Weltpremiere den Tender 08e erstmals der Öffentlichkeit vorstellen

wird. Ich darf aber auch vorwegnehmen, dass viele Neuheiten bzw.

neueste Konzepte und Marken erstmals in Österreich präsentiert

werden. Neuigkeiten folgen … Selbstverständlich sind aber auch

alle Größen der Branche wieder mit an Bord, sowohl im Bereich

der Segelboote, Motorboote und in einem ungemein breit aufgestellten

Zubehörbereich. Bereits vor dem Anmeldeschluss ist das

Messegelände ausverkauft!

Die Austrian Boatshow ist ja mehr als nur eine Bootsschau,

der gesamte Wassersport steht im Fokus. Welche Bereiche

gewinnen an Bedeutung – sind vorausblickend auf die Messe

bereits gewisse Tendenzen oder neue Trends zu erkennen?

Wir leben in einer sehr dynamischen Zeit, das gilt selbstverständlich

auch für die Wassersportbranche. Es ist sehr schwierig vorauszusagen,

welche Trends es geben wird. Wenn man sich unsere Messe

ansieht, ist der Trend zum Elektroboot und zum Elektromotor augenscheinlich.

Sowohl österreichische Bootsbauer als auch die

Hersteller der Antriebe bringen Jahr für Jahr Innovationen auf den

Markt und sind international anerkannt als Technologie-Führer.

Schaut man sich das Ausstellerverzeichnis im Bereich der Elektroboote

und Elektromotoren an, ist eines eindeutig: Im Bereich

„Elektroboote und Elektromotoren“ ist die Austrian Boat Show

Nummer 1. Auf keiner nautischen Fachmesse gibt es ein größeres

Angebot der zukunftsträchtigen Technologie. Im Bereich der

Elektro boote wird es auch in Zukunft stetige Weiterentwicklungen

geben. Ich könnte jetzt noch über weitere neue Trends berichten,

aber das würde hier den Rahmen sprengen. Ich kann nur jedem

interessierten Wassersportler den Besuch unserer Messe empfehlen,

da gibt es die Infos dann aus erster Hand.

Weltpremiere

„Im Bereich „Elektroboote und Elektromotoren“ ist die Austrian Boat

Show Nummer 1, auf keiner nautischen Fachmesse gibt es ein

größeres Angebot der zukunftsträchtigen Technologie“, sagt Messeleiter

Thomas Diglas und verrät im OCEAN7-Interview ein Highlight

der Messe 2017: Die elegante Tender08 aus der Schweizer Bootswerft

Heinrich AG wird auf der BOOT TULLN erstmals als Tender08e – also

mit reinem Elektroantrieb – der Welt vorgestellt.

Ein weiteres Highlight stellt die holländische Werft Linssen: Mit der

Grand Sturdy 350 AC (Bild links unten) wird eine der modernsten

Stahlyachten für Einsteiger auf der Austrian Boat Show zu sehen sein.

Segeln, Motorboote, Tauchen, Paddeln, Tourismus, Zubehör:

In welchem der sechs Kompetenzzentren der Boot Tulln

2017 werden Sie am häufigsten anzutreffen sein?

Ich habe während den vier Messetagen sehr viele Termine wahrzunehmen,

viele Weichen werden schon sehr frühzeitig für die

Messe 2018 gestellt. Im Großen und Ganzen kann ich nicht beantworten,

wo ich mich am meisten aufhalte, ich bin in allen Kompetenzzentren

anzutreffen.

Welche Wünsche haben Sie für die diesjährige Boot Tulln 2017?

Ich möchte gerne explizit Besucher zur Boot Tulln einladen, die

bis dato noch keinen Kontakt zum Wassersport hatten. Sie sind

herzlich willkommen! Buchen Sie einen Kurs und stellen Sie fest,

wie schön Wassersport sein kann. Neueinsteiger finden auf der

Austrian Boat Show – BOOT TULLN beste Informationsmöglichkeiten,

es sind sämtliche Ausbildungsstätten aus allen Regionen Österreichs

vor Ort und stehen für Kompetenz „pur“ – holen Sie sich die

besten Tipps und lassen Sie sich professionell beraten!

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Palmen

am

Mittelm

Am Anfang stand der Import von Palmen. Der

Käfer ist in den Wäldern Südostasiens heimisch.

Auch dort befällt er Palmen, aber ohne die katastrophalen

Konsequenzen wie im Mittelmeerraum.

In seinem angestammten Lebensraum gibt

es zahlreiche Palmenarten, Fressfeinde wie große

Geckos und Lori-Affen und wahrscheinlich auch

Parasiten. Dadurch werden seine Bestände in

Grenzen gehalten. In seinem neuen Lebensraum

fehlt dieses Korrektiv. Der Import von infizierten

Palmen ist wohl für die Fernverbreitung des Käfers

verantwortlich. In Saudi-Arabien wurde er

erstmals 1984 nachgewiesen. Den Sprung nach

Europa dürfte er durch die Einfuhr von Palmen

aus nordafrikanischen Baumschulen geschafft

haben. An der spanischen Costa del Sol trat der

Rote Palmen-Rüsselkäfer erstmals 1993 auf. Nach

der Meinung vieler Griechen könnten für seine

Verbreitung in Griechenland die Olympischen

Spiele 2004 in Athen mitverantwortlich gewesen

sein: Zur attraktiven Gestaltung von Grünanlagen

wurden viele Palmen aus Ägypten importiert und

die Larven des Käfers mit eingeschleppt. Heute

schädigt der Käfer Palmenbestände außer in Spanien

und in Griechenland auch in Italien, Frankreich,

Portugal und der Türkei und auf

Inseln wie den Balearen und den Kanarischen

Inseln.

52 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Palmensterben

Er ist 3 bis 3,5 cm groß, rotbraun gefärbt mit einigen schwarzen

Punkten und eigentlich recht hübsch anzusehen. Trotzdem ist

er zurzeit der wohl gefürchtetste und meistgehasste Käfer des

Mediterrans, denn er zieht eine Spur der Verwüstung durch

die Palmenbestände vieler Mittelmeerländer: der Rote Palmen-

Rüsselkäfer, Rhynchophorus ferrugineus.

Wie konnte das passieren?

Text und Fotos: Dr. Reinhard Kikinger

sterben

eer

Tödlicher Entwicklungszyklus. Den Schaden

richten nicht die Käfer, sondern deren Larven an. Zuerst müssen

die Käferweibchen Palmen finden, die sie gezielt anfliegen.

Mit ihrem langen Rüssel können sie kleine Löcher in die Blattstiele

oder in den nahen Stammbereich bohren. In diese Löcher,

Spalten und Ritzen der Palme legt jedes Weibchen bis zu

300 Eier. Aus den Eiern schlüpfen nach zwei bis fünf Tagen

Larven, die lange Gänge in die Basis junger Blätter und in das

Wachstumszentrum der Palme, den sogenannten Vegetationskegel

oder das Palmenherz, fressen. Die bis zu fünf Zenti meter

langen und fingerdicken Larven bringen auf diese Weise die

Palme innerhalb weniger Wochen um. Das Larvenstadium

dauert ein bis drei Monate, danach verpuppt sich die Larve in

einem widerstandsfähigen Kokon aus Palmfasern. In dieser

Puppenwiege erfolgt während einer Zeit von zwei bis drei

Wochen die Metamorphose zum adulten Käfer. Dieser schlüpft

aus dem Kokon, verlässt wenn möglich die Palme, fliegt davon

und die befruchteten Weibchen legen ihre Eier in die nächste

Palme. Der zerstörerische Zyklus beginnt von neuem.

1 Todgeweiht. Herabhängende Blätter sind ein Indiz für das Zerstörungswerk

der fressenden Larven im Vegetationskegel der Palme.

1

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 53


OCEAN7Service

1

Szenen eine

der Palme

fallen ab. A

3

2

4

1 Tödliche Fraßspuren. Die jungen

Blätter, die im Zentrum der

Stammspitze senkrecht nach oben

wachsen sollten, sind an ihrem

Blattansatz stark zerfressen und

fallen ab

2 Spurensuche. Mit der Kettensäge

wird der Stamm einer toten Palme

zerlegt, um das Zerstörungswerk

der Larven im Inneren des

Stammes sichtbar zu machen

3 Die runden, fast fingerdicken

Löcher sind die Fraßgänge der

Larven, die nicht nur in die

Blattstiele, sondern auch in den

Stamm vordringen

4 Eine Handvoll Unglück.

Der adulte Käfer, mehrere

Larven unterschiedlicher

Entwicklungsstadien und eine

Puppenwiege werden in der Hand

gehalten

54 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Palmensterben

s Sterbevorgangs. Immer mehr Blätter

neigen sich zu Boden, verdorren und

m Ende bleibt ein toter Strunk.

Bevorzugte Opfer. Zusammen mit Sonne, Meer und

Sandstränden zählen Palmen zu den wichtigsten Kennzeichen

südlichen Flairs. Unter den Palmengewächsen gibt es stattliche

und äußerst attraktive Arten. Dazu zählt vor allem die Kanarische

Dattelpalme, Phoenix canariensis. Sie kann über zehn

Meter hoch werden und ihr unverzweigter Stamm erreicht

Durchmesser über einen Meter. Ihre dichte Krone besteht aus

zahlreichen langen und reich gefiederten Palmblättern. Sie ist

robust, erfordert wenig Pflegeaufwand und zählt daher zu den

weltweit häufigsten Palmenarten. Wegen ihrer Attraktivität

wurde sie auch an vielen Küsten des Mittelmeeres gepflanzt

und nun ist vor allem sie es, die der invasiven Käferart zum

Opfer fällt. Auf Mallorca sind laut Schätzungen bis zu 95 % des

Palmenbestandes befallen. Es ist leicht vorstellbar, dass absterbende

und tote Palmen in Touristenregionen wie den Balearen,

der Côte d‘Azur, Apulien, Sizilien, Rhodos und an vielen

anderen Mittelmeerküsten ein trauriges und daher unerwünschtes

Bild abgeben. Dazu kommen die zahlreichen Gartenbesitzer,

die hilflos mitansehen müssen, wie jahrzehntealte

ocean7 210x665 20151116DP_Layout 1 16.11.2015 17:15 Seite 1

Palmen in ihren Gärten sterben. Aber nicht nur die Kanarische

Phoenix-Palme wird durch den Käfer geschädigt. Auch von

anderen Dattelpalmen-Arten, von Sagopalmen und Kokospalmen

sind Schäden bekannt.

Erfolglose Bekämpfung. Es gibt viele und verschiedene

Versuche, das Schadinsekt zu bekämpfen. Bis jetzt scheint

alles erfolglos gewesen zu sein. Die EU hat 2007 Importbeschränkungen,

Meldepflichten und eine einjährige Quarantäne

für Importpalmen verhängt, doch diese Maßnahmen kamen zu

spät. Der Versuch, die fliegenden Käfer in Pheromon-Fallen zu

fangen, hat sich ebenfalls nicht bewährt. Der Einsatz von Gift

tötet zwar die Käfer, nicht aber die tief drin in der Palme nagenden

Larven. Die Nagegeräusche der Larven sind sogar zu hören

und befallene Palmen sind dadurch zu identifizieren, auch wenn

sie noch gesund aussehen. Aber an die Larven selbst ist nicht

heranzukommen, ohne die Palme umzuschneiden. Das ist bis

jetzt offenbar auch der Weisheit letzter Schluss: befallene Palmen

sofort zu fällen. Diese Notwehr-Maßnahme alleine genügt aber

DIE RICHTIGEN CHARTER-VERSICHERUNGEN

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1 2

4 5

nicht. Bleibt die umgeschnittene Palme liegen, so fliegen die

sich in ihr entwickelnden Käfer trotzdem aus. Daher muss die

Palme zerkleinert und sofort verbrannt werden. Das ergibt zwei

weitere Probleme: Frisch umgeschnittene Palmen brennen

schlecht bis gar nicht. Und wegen der hohen Waldbrandgefahr

in den Mittelmeerländern ist das Entfachen eines offenen Feuers

höchst gefährlich und vielerorts verboten. Als Alternative bietet

sich das Vergraben der Stämme an, aber auch das ist leichter

gesagt als getan. Bleibt wieder einmal die Erkenntnis, dass

kleine Ursachen große Wirkung haben können. Speziell in

komplexen natürlichen Systemen, wie es die Floren- und

Faunengesellschaften von Ökosystemen sind.

Rüssel, Augen

und Antennen sind

schon erkennbar

56 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


3

6

Meinen Quartiergebern auf der Ionischen Insel Lefkas möchte ich meinen Dank aussprechen.

Wo 2015 in ihrem Garten noch prächtige Palmen standen, waren nun, im September

2016, ein toter Palmenstrunk und einige kranke Palmen zu sehen, die wohl auch dem Tod

geweiht sind. 17 Jahre lang hatten sich die Palmen prächtig entwickelt, bevor auch sie

Opfer der Käfer-Invasion wurden. Trotz dieser Enttäuschung waren meine Gastgeber

bereit, mich ausführlich über den Verlauf des Siechtums ihrer Palmen zu informieren und

mir die Schäden und deren Verursacher im Detail zu zeigen.

Links:

wikipedia.org/wiki/Rhynchophorus_ferrugineus

cabi.org/isc/datasheet/47472

1 Fressmaschine: Die Larve, aus ihrer Puppenwiege entnommen, besitzt einen harten Kopfschild

und kräftige Fresswerkzeuge. Die proteinreiche Larve dient auf Borneo und in Papua-Neuguinea als

„Sagowurm“ auch Menschen als Nahrung

2 Robustes Heim: Die Larven bauen sich aus Kokosfasern einen sehr festen Kokon, in dem sie sich

verpuppen und der daher als Puppenwiege bezeichnet wird

3 Delogiert: Zwei Puppenwiegen wurden die Puppen entnommen, die sich bereits in Metamorphose zum

Käfer befinden

4 Es ist soweit: Der vollentwickelte Käfer verlässt die Puppenwiege

5 Geballtes Unheil: Frisch geschlüpfte Käfer sind auf dem Weg in ihr Käferleben

6 Das Unheil nimmt seinen Lauf: Die Käfer fliegen aktiv Palmen an, kriechen dort in Spalten und Ritzen,

wo jedes Weibchen bis zu 300 Eier ablegt, aus denen sich wieder gefräßige Larven entwickeln

Wir danken dem Verlag für die Unterstützung durch das Gratisinserat.


OCEAN7Service

Sailing

Alfred Zellinger, Schriftsteller und Segler, liegt mit

seinem Boot seit der letzten Saison in der neuen

Marina Sant’Elena, Venedig, und schreibt über

Segeln durch europäische Kulturen, Geschichte

und Geschichten.

Fotos: Isabella Gaupmann, Alfred Zellinger

PoetryTeil 2

1

Segeln in einem Europa der Sinne. Als Kopfgeburt,

geleitet bloß von ökonomischen Überlegungen, bliebe

ein geeintes Europa ein Missverständnis; dafür genügten Handelsverträge.

Doch wie könnte eine europäische Identität entstehen,

die hinausgeht über Wirtschaft und Finanzen, woher kämen

ihre Mythen, woher die Visionen der alten als wie der neuen Welt,

woher käme ein neues, europäisches Lebensgefühl? Und wo sind

die Literaten, die davon erzählen, diesen Kontinent sinnlich erfahrbar

machen, den Bogen schlagen von den Mythen des klassischen

Europa zu Identität und Selbstverständnis eines neuen?

Wir bewohnen heute einen Kontinent, dessen Zivilisationen

einmal wesentlich geschaffen wurden durch Erkenntnisse, Ideen

und Erfindungen, die Segler mitbrachten auf ihren Barken, mit

denen sie von kleinasiatischen Küsten ablegten oder vom Nildelta

oder von Inselreichen im Ägäischen Meer und auf denen sie, als

sie westwärts strebten – neben Waren und Waffen –, arabische

Algebra mitführten, mesopotamische Schriften, Medizin, Astronomie

und Philosophie.

Heute geht es darum, dieses Europa wieder zu fühlen, statt nur

zu denken, es mit neuer Inspiration zu erfüllen. Und damit das

gelingt, sollte man seine Geschichte kennen, auch die Geschichten,

die sich um seine Fundamente ranken. Von denen die meisten

im Mittelmeer beginnen …

Eine davon ist die von der phönizischen Königstochter Europa

und dem verliebten Zeus, der sie in Gestalt eines Stiers nach

Kreta entführt.

Marina Sant’Elena, Venezia. Nach acht Jahren in

Kroatien, mit Liegeplatz zumeist in Biograd, inmitten all der Schönheiten

der dalmatinischen Küste, habe ich für die Katawa, eine

46-Fuß-Grand Soleil, nun den Liegeplatz in Venedig gewählt – in

der neuen, sehr angenehm zentral platzierten Marina Sant’Elena –,

von der aus man bequem und ohne Vaporetto zu Fuß zum Markusplatz

spazieren kann. Als Schriftsteller sucht man ja stets die

Inspiration neuer Plätze – und Venedig ist voll von Inspiration.

Sant’Elena ist eine Marina inmitten einer Stadt voll Geschichte …

58 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Italien/Venedig

Marina Sant‘Elena: Interview mit Adelaide Coacci

Die Marina Sant’Elena, lang erwartet,

startete 2015. Schon damals lief ich sie

an, zur Eröffnung der Kunstbiennale;

beschloss danach, hier für einige Jahre

Dauerliegeplatz zu nehmen. Mit

Adelaide Coacci, der so kompetenten

wie reizenden Managerin der Marina,

führte ich dieses Gespräch:

Zellinger: Adelaide, nach dem ersten

Jahr der Marina Sant’Elena – wie sind

Sie mit der Entwicklung zufrieden?

Adelaide: Wir hatten eine

sehr gute erste Saison,

unsere Erwartungen

wurden übertroffen. Der

Eigentümer ist jedenfalls

zufrieden.

Z: Erwarten Sie eine

weitere Expansion?

A: Si!

Z: Wie ist die Auslastung?

A: In der Hauptsaison lag

sie schon bei 70 Prozent.

Z: Also ein wenig Platz ist

noch …

A: Allerdings empfiehlt

es sich, zu reservieren;

Funkkanal 77, Tel. 0039/

0415 202 675, sales@

marinasantelena.com

Z: Draußen vor der

Rezeption sehe ich

ein Podest, wie es für

Siegerehrungen

nach Regatten

gebraucht wird.

Waren hier

schon

Regatten

„beheimatet“?

A: Mehrere. Die „Veneziana“, die „Amici

in Adriatico“, die „Venice Hospitality“-

Regatta – und 2017 kommen noch

welche dazu. Bereits fix sind „Trofeo

Interforze“ und „Trofeo del Nonno“

Z: Haha, „Regatta der Großväter“, da

sollte ich teilnehmen ... Und Events?

A: Wir hatten bereits 2015 die „Riva-

Days“ hier: der Hafen voll mit den

eleganten Riva-Motorbooten; ja und

zum Festa del Redentore, jedes Jahr am

3. Sonntag im Juli, ist die Marina voll

– Party überall.

Z: Gibt es Kooperationen mit

Charterfirmen?

A: Es liegt hier eine kleine Flotte von

Hausbooten, die samt Frühstück

zum Wohnen angeboten werden.

Z: Welche Erweiterungen sind als

nächstes geplant?

A: Café und Bar gibt es bereits, in der

Marina liegt auch schon die Lady Gio,

ein Hundertmeterschiff, das als

Restaurant und Bar dienen wird.

Geplant sind außerdem ein Swimmingpool

und ein Market for Arts – der

wegen der Nähe zum Ausstellungsgelände

der Biennale – das nur fünf

Gehminuten entfernt ist – interessant

sein sollte.

Z: Wichtig für Dauerlieger sind Service

und Reparaturen; was bieten Sie hier

konkret an?

A: Es sind Service-Unternehmen in der

Marina stationiert, für Technik und

Elektronik; auch ein Taucher ist

verfügbar, der vor Ort Unterwasserschiffe

und Schrauben reinigt.

Z: Travellift?

A: Für Motorboote und kleinere

Segelboote haben wir einen Travellift in

unserer zweiten Marina, der Fiorita im

Canale Treporti, einige Meilen von hier,

für Segelyachten empfehlen wir den

Travellift auf der Giudecca.

Z: Zuletzt eine persönliche Frage,

Adelaide: Welches Restaurant würden

Sie bevorzugen – zum Beispiel um mit

mir dort essen zu gehen?

A: Oh, ich wohne gleich drüben am Lido

und dort mag ich das „Favorita“ sehr, in

der Via Francesco Duodo. Palazzo

Venier dei Leoni.

3

Was das pure Segeln betrifft: Man erreicht von hier

an einem guten Segeltag ja interessante Plätze wie

Triest oder Pula, Rovinj oder Poreč, Izola oder Grado

– und an einem zweiten Tag Opatja, Krk, Cres, Mali

Lošinj, oder in der anderen Richtung Ravenna, Rimini,

Ancona usw.

Der Eigentümer der Marina, Stefano Costantini, ein

kunst- und geschichtssinniger Mann, erzählt mir von

der 700-jährigen Geschichte dieses Platzes, in Nachbarschaft

zum Arsenal, der antiken Schiffswerft der

Republik Venedig, in der einst in moderner Serienbauweise,

nahezu in Fließbandtechnik, die berühmten

Kriegsgaleeren entstanden, mit deren Hilfe Venedig

für Jahrhunderte das Mittelmeer beherrschte.

Flaneurgeschichten. In den Häfen des

Mittelmeeres, in ihren Bars, Tavernen und Cafés, auf

ihren Agorae und in ihrem Gemäuern finden sich

Geschichten, die einem schreibenden Flaneur als

Fragmente dienen können für ein kulturell sich neu

begründendes Europa.

Seglertweet: Im Café Florian im

Buch eines Amerikaners lesend, das

in Venedig spielt, gelegentlich launige

Gespräche führen, seien sie real

oder fiktiv, mit Giacomo Casanova,

Ernest Hemingway, Richard Wagner,

Peggy Guggenheim oder Thomas

Mann. Und das Salonorchester

spielt dazu La Paloma …

1 Schriftsteller Alfred Zellinger und seine Katawa – eine

46-Fuß-Grand Soleil – in Venedig

2 Adelaide Coacci, die Managerin der Marina Sant‘Elena

im Herzen von Venedig

3 Marina Sant‘Elena – noch sind ein paar Liegeplätze

in Top-Lage zu haben

2

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 59


OCEAN7Service

Abends wieder im Café Florian; Teil von Österreichs venezianischer

Geschichte: Hier trafen einander 1848 die Irredentisti

zu verschwörerischen Reden, vis-à-vis im Café Quadri zugleich

die österreichischen Offiziere, und auf der Piazza spielte man

Riccardo Wagner, durchaus vor interessiertem italienischen

Publikum, das es allerdings streng vermied, zu applaudieren.

Nach dem Großen Krieg erzählte man sich hier die Geschichte

vom schneidigen, österreichischen U-Boot-Leutnant Egon Lerch,

gefallen 1915 beim Versuch, mit seinem in Rijeka gebauten Unterseeboot

U-12 ins Marinearsenal einzudringen, wohl mit dem

Ehrgeiz, sich den Maria Theresien-Orden zu verdienen und seine

Geliebte, die Kaiserenkelin Elisabeth Windisch-Graetz, damit zu

beeindrucken.

Der dabei auf eine Mine lief, als er hoffte, hinter einem italienischen

Torpedoboot herfahrend könne nichts passieren – aber

nicht seinen größeren Tiefgang bedachte. Sein Boot sank mit

Mann und Maus; dessen Turm wurde gehoben und ist jetzt ausgestellt

im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien.

1 2

Ja, die Österreicher haben hier ihre Spuren hinterlassen: zum

Beispiel 1849 mit dem ersten Luftangriff der Geschichte. Radetzky

hatte aus Wien Ballonbomben geordert gegen die unbotmäßigen

Venezianer, gefüllt mit je 15 Kilogramm Sprengstoff. Eine davon

explodierte vor der Kirche San Marco und zerstörte sie beinahe.

Ja, eine Schandtat, die aber den Habsburgern bekanntlich nicht

viel genützt hat.

Neben mir in einem Lederfauteuil des Florian Thomas Mann beim

Tee, es weht der Scirocco, jener heiße Südost, unter dem der

gealterte Schriftsteller Aschenbach litt, am Strand des Grand Hotel

de Bains. Mit Ihrem Tod in Venedig bekämen Sie heute Probleme,

Meister, sage ich, man würde das Buch ein Skandalbuch nennen,

würde Sie in Fernseh-Talk-Shows herumreichen, Ihnen besorgte

Eltern gegenübersetzen, Pädagogen, Psychologen, Staatsanwälte,

Polizisten, Feministinnen und Journalisten – und alle würden

über sie herfallen und Sie verurteilen. Nur der eine oder andere

Literaturkritiker könnte Sie vielleicht verteidigen und daran

erinnern, Autor und Romanfigur seien ja nicht dasselbe, es gebe die

Freiheit der Kunst usw. Doch im allgemeinen Mediengeschrei und

in den Shitstorms der Social Nets würden die vernünftigen Stimmen

untergehen, Sie wären gebrandmarkt als pädophile Skandalfigur.

Zu Ihrem Glück war man damals gelassener und eher bereit, einen

Text zu beurteilen nach seiner ästhetischen Qualität und weniger

nach seinem Inhalt.

Es war auch damals nicht einfach, sagt Mann, besonders meine

Frau war not amused, dass mir Tadzios Lächeln so viel bedeutete,

mein Konzept des „strengen Eheglücks“ musste ich aufgeben.

Doch wenn Ihre Frau daraufhin nicht an Leiden erkrankt wäre,

werfe ich ein, die man heute psychosomatische nennen würde und

wenn sie deswegen nicht ins Sanatorium gegangen wäre auf den

Zauberberg zu Davos, den Sie auf diese Weise kennenlernten, wäre

die Welt heute um ein Meisterwerk ärmer.

Darauf stoße ich dann an / mit Thomas Mann / im Florian

Ich treffe Peggy Gugg

Nach dem Handkuss

Sie: Oh, nicht schlech

Foto: 4kclips/Shutterstock (1)

60 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


01

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90001 016481

3

Anderntags in Harry’s Bar an einem der

niedrigen runden Tische von dunklem

Holz, draußen das Wasser des Canale

Grande und die schwarzen Poller für die

Boote; viel zu flach hier, um mit der Katawa

anzulegen. Lese in Hemingways

Venedig roman „Über den Fluss und in die

Wälder“.

Schade, dass das Lokal so berühmt ist, den

hier erfundenen Bellini, dessentwegen

Touristen hierherkommen, schätze ich wenig,

bestelle also beim Gran Maestro eine

Flasche guten Rotweins.

Als er Daniela und mir eingeschenkt hat,

frage ich: Ist das dort drüben Hemingway?

Daniela ist 19 und aus Wien und hat einen

Körper wie eine Gazelle; habe sie mitgenommen

zur Eröffnung der Biennale; eigentlich

liebt sie ja einen anderen …

Das ist der alte Oberst, sagt der Gran Maestro; kommt grad von der Entenjagd unten an

der Mündung des Tagliamento; die junge Frau neben ihm ist Contessa Renata, sie treffen

sich oft bei uns. Der Oberst trägt seine alte Uniformjacke mit großen Metallknöpfen,

spricht laut, weshalb man mithören muss, wie er vom Krieg schwadroniert; die schöne

Renata verdreht die Augen, dabei trinkt er ein Glas Rotwein nach dem anderen,

zwischendurch schluckt er Tabletten, dürfte es am Herzen haben. Er erzählt von seinen

Heldentaten im Krieg, als sie Paris eingenommen hatten, wie er mit seinem Jeep in der

Rue de l‘Odéon vorgefahren ist bei Sylvia Beachs englischem Buchladen Shakespeare &

Company, diesen sozusagen höchstpersönlich befreit hat; er redet von den Generälen, die

vom sicheren Hinterland aus Befehl führen und niemals Gefahr laufen, verwundet zu

werden; es war ein gutes Regiment, sagt er, und er habe es vernichtet auf höheren Befehl.

Die schöne Renata verdreht abermals die Augen … Das kann nicht Hemingway sein, denke

ich, der weiß es als Schriftsteller und er hat selbst geschrieben, dass militärisches Draufgängertum

auch nur Eitelkeit ist, was macht er sich hier zum Narren vor dieser jungen Frau!

Da unterbricht die gazellenhafte Daniela mein langes Schweigen und macht mir einen

Heiratsantrag. So, jetzt ist es heraus, sagt sie, du bist ja schon alt und stirbst gewiss bald, und

dann würde ich dein Haus erben.

Nie einen so offenherzigen Heiratsantrag gehört, da staunen selbst Hemingway und die

Contessa Renata.

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P. b. b. 12Z039473 M · OCEAN7, Feschnigstraße 23

1 Das österreichische U-Boot U-12 unter dem Kommando von Egon Lerch lief 1915 in Rijeka auf eine Seemine

2 Das Café Florian auf der Piazza San Marco wurde 1720 unter den Arkaden der Procuratie Nuove eröffnet

3 Harry’s Bar liegt westlich vom Markusplatz in der Calle Vallaresso und öffnete erstmals 1931 seine Pforten

enheim in ihrem Garten.

frage ich, wie’s ihr geht.

t für eine Sterbende.

abo@ocean7.at

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OCEAN7Service

Heute verbreitet sich eine Nachricht in Venedig wie das sprichwörtliche

Lauffeuer: Richard Wagner ist nachmittags gestorben in

seinem mit vergoldeten Möbeln, roten Tapeten und seidenen

Teppichen ausgestatteten Arbeitszimmer im Palazzo Vendramin-

Calergi, wo ihm ein Stockwerk zur Verfügung stand. Bald darauf

werden nähere Umstände bekannt. Sein letzter Besucher sei

Hermann Levi aus München gewesen, jener im Hause Wagner umstrittene

Dirigent aus München. Wagner sei wie immer um 6 Uhr

aufgestanden, hatte an seinem Aufsatz geschrieben „Über das

Weibliche im Menschlichen“, zuletzt stand da der Satz: „Gleichwohl

geht der Prozess der Emanzipation des Weibes nur unter

ekstatischen Zuckungen vor sich …“.

Vorausgegangen sei an diesem Tag ein veritabler Streit mit

Cosima, wegen einer Sängerin, eins der Blumenmädchen für

den Parsifal, das Wagner in Venedig besucht hatte und die

Cosima einer Liebschaft mit Wagner verdächtigte. Cosima hätte

sich danach beim Klavierspiel abreagiert, bis das Hausmädchen

die Nachricht brachte, dass es schlecht stünde um Wagner.

Wenige Tage zuvor hätte der Komponist noch San Michele

besucht, die prächtige Nekropole Venedigs.

Der Fliegende Holländer ist jetzt im Mittelmeer aufgetaucht, läuft

mit blockiertem Ruder und mit zehn Knoten Geschwindigkeit auf

die nächste Küste zu, als von der Mannschaft verlassenes Geisterschiff,

doch mit hunderten Kriegsflüchtlingen an Bord. Schleuser

entledigen sich so ihrer Klienten auf einfache, doch gefährliche

Weise. Und nachts hört man Geraune: Weit komm‘ ich her,

verwehrt bei Sturm und Wetter ihr mir den Ankerplatz? Voll

Überdruss wirft mich das Meer ans Land … Ha, stolzer Ozean! In

kurzer Frist sollst du mich wieder tragen … Das Heil, das auf dem

Land ich suche, nie werd‘ ich es finden … Euch, des Weltmeers

Fluten bleib‘ ich getreu. Tag des Gerichtes! Jüngster Tag! Wann

brichst du an in meiner Nacht? Ihr Welten, endet euren Lauf!

Ew’ge Vernichtung, nimm mich auf! Wann dröhnt er, der

Vernichtungsschlag, mit dem die Welt zusammenkracht?

Auf der Piazetta stoße ich später auf Giacomo Casanova. Wie

immer elegant gekleidet hält er Ausschau nach Frauen. Ah,

Chevalier, wir sahen uns zuletzt im Specchi in Triest, endlich

wieder in Venedig? Schon begnadigt? Habe einen langen Essay

geschrieben, erwidert er, um ein Venedig abträgliches Buch zu

widerlegen; der Hohe Rat hat das anerkannt und meiner Rückkehr

zugestimmt nach 18 Jahren des Exils. Wir lassen uns im Florian

nieder, das Salonorchester spielt „The Girls from Ipanema”. Ich

gehe noch immer gern in dieses Café, sagt Casanova, obwohl

Frauen heute jedes Lokal aufsuchen dürfen, aber das Florian

war das erste in Europa, das Frauen als Gäste zuließ.

Sowas muss man honorieren, pflichte ich bei, und

wir stoßen darauf an / mit einem Bier / im Florian

Nach langer Zeit wieder im Palazzo Venier dei Leoni. Treffe Peggy

Guggenheim diesmal in ihrem Garten. Nach dem obligaten

Handkuss frage ich, wie’s ihr geht und sie: Oh, nicht schlecht für

eine Sterbende … Sie sitze jetzt gern hier, fährt sie fort, auf diesem

steinernen byzantinischen Thron und hier möchte sie auch

begraben werden, inmitten ihrer Hunde, her beloved Babies. Sie

habe den Palazzo und die gesamte Sammlung der Guggenheim

Foundation in New York vermacht unter der Bedingung, dass alles

hier in Venedig bleibt. Ja, ich habe Bilder gesammelt und Menschen,

doch die Menschen kamen zuerst, mein Interesse an der

1

62 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Italien/Venedig

Person des Künstlers ging meist der Beschäftigung mit seiner Kunst

voraus. Man sagt, ich sei ein weiblicher Don Juan gewesen, aber

der Don Juan der Geschichte verstand wohl mehr von der

Fechtkunst. Ich wollte das Leben spüren, nach einer unglücklichen

Jugend. Im Paris der 20er und auf den Parties, die ich dort gab,

fühlte ich mich zum ersten Mal lebendig, fünf Ehegatten musste ich

versuchen und ein paar Dutzend andere Männer. Manchen war

ich ja auch eine Muse, jedenfalls finanziell …

Ich wollte nie eine Galerie führen, fährt sie fort, in der bloß reiche

Sammler hofiert werden, wollte immer eine junge, innovative

Galerie, die ihre Besucher inspiriert. So wurde ich Sammlerin der

Künstler wegen, die mich interessierten und von denen ich etliche

liebte. Meine Galerien waren immer eine „Guggenheim jeune“, wie

meine erste in London hieß, übrigens als Kritik gegen die konventionell

geführte Sammlung meines reichen Onkels in New York.

Friedrich Kiesler hat mir später geholfen, in New York meine

Idealgalerie einzurichten: The Art of this Century.

Sind Sie homosexuell, fragt sie unvermittelt.

Leider nein, Madame, sage ich.

Schade, sagt sie; ich mag Homosexuelle, ging mit ihnen immer

gern auf Männerjagd, so hatten wir stets beide was davon.

Tja, die Männer gingen, die Kunst blieb, sagt sie, diese späten Jahre

sind einsam für mich. Glücklich war ich nie, aber ich bereue

nichts.

Bin gerührt von dieser Frau, die lebte und so nebenbei den

Kunstkanon des 20 Jahrhunderts bestimmte und mir schwebt ein

Kunstwerk vor, eine Skulptur als Hommage:

Peggy in Lebensgröße auf ihrem Thronsessel sitzend in einem

venezianischen Kleid mit Krinoline, geschmückt mit zwei

unterschied-lichen Ohrringen, gestaltet von ihren Lieblings -

künstlern, inmitten ihres Palazzos, umgeben von ihren Bildern.

2

Kreislauf des Lebens. Kreislauf des

Segelns. So treibe ich mich also herum als segelnder Flaneur

zwischen Häfen des Mittelmeeres; in Rapallo, Elba, Porto di

Roma, am Cap der Circe, zwischen Scylla und Karybdis, in Messina,

Brindisi, Ragusa, Split, Zadar, Pula, Triest und Venedig – für

mich das Meer meiner europäischen Identität, voll von Zeugnissen

seiner Geschichte.

Seit ich gehen kann, segle ich, und seit ich denken kann, denke

ich als Europäer. Und egal, in welchen Gewässern ich segle, sehe

ich zugleich auf deren Grund die versunkenen Schiffe mit ihren

Gütern, ihren Geschichten und auch ihren Menschen, sehe die

Zeichen und Zeugnisse, die frühere Kulturen hier hinterlassen

haben.

Ja, ein Segler im Mittelmeer sollte ungefähr wissen, über welche

Gründe er gerade segelt, und was sich hier ereignet hat, um zu

verstehen, was fortwährend sich heute ereignet.

Und langsam erkenne ich im Segeln einen Kreislauf des Lebens:

Der bei mir begann mit der O-Jolle meines Vaters, in der ich

schon als Kind mitgesegelt bin, ein Kreis, der sich wohl auch mit

dieser O-Jolle schließen wird. Die zwei Boote, die ich jetzt bewege,

werden mir im Alter wahrscheinlich zu anstrengend werden:

der Schärenkreuzer auf dem Traunsee und die Grand Soleil

auf dem Mittelmeer. Werde mich mit den großen Segeln nicht

mehr plagen wollen und dann, denke ich, werde ich meine letzten

Seglerjahre wieder mit der alten Olympiajolle zubringen,

Baujahr 1936, die gut zugedeckt im Garten in Gmunden steht

und etlicher Tischlerwochen bedarf, sie zu restaurieren.

Und so wie man im Alter vielfach wieder zum Kind wird, werde

ich dann wieder ins Boot meiner Kindheit steigen.

Kleine Anekdote. Neben Büchern schreibe ich ja gelegentlich

Artikel, etwa für OCEAN7. Und dessen ehemaliger Chefredakteur

Thomas Dobernigg amüsierte sich einmal köstlich, als

ich einen Vergleich zog zwischen OCEAN7 und dem Playboy:

Man konnte früher, sagte ich, durchaus glaubhaft versichern, man

kaufe sich den Playboy nicht der nackten Mädchen wegen, sondern

natürlich wegen der ausgezeichneten Essays amerikanischer

Schriftsteller wie Norman Mailer, Henry Miller, Truman Capote,

Frederick Forsyth oder John Irving. Zugegeben, der Vergleich

hinkt ein wenig: Ich bin kein amerikanischer Schriftsteller und

Hardcore-Segelberichte sind doch keine erotischen Bilder. Oder?

Und diese Segelsaison werde ich vielleicht wieder beschließen,

wie ich sie schon einmal begonnen habe: auf der Themse mitten

in London, im Schatten der Tower Bridge, segelnd mit einer

Wayfarer-Jolle des Shadwell Sailing Clubs – wo segelnde Gäste

willkommen sind. Dort spürt man an jeder Biegung des Flusses,

dass von hier jahrhundertelang ein Weltreich regiert wurde, begründet

mit Hilfe von Flotten und guter Seemannschaft. Ganz

ähnlich übrigens wie einmal auch von Venedig, wo die Marina

Sant’Elena in der nächsten Saison wieder das Hauptquartier sein

wird für meine Art des Segelns. Und wer von meinen Lesern dort

eines Tages anlegen sollte, grüße bitte die Marina-Chefin von mir,

die liebliche Adelaide.

1 Der unvollendete Palazzo Venier dei Leoni aus dem 18. Jh. am Canal Grande

2 Alfred Zellingers Schatzkiste: der 30er-Schärenkeuzer auf dem Traunsee

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 63


OCEAN7Yachten

Fast forward

2014 gelang dem Schweizer Michael Tobler eine kleine Sensation. Als kompletter

Newcomer der Branche holte er sich mit seiner Saphire 27 auf Anhieb den

European Yacht Award in der Kategorie „Special Yachts”. An der diesjährigen

Interboot in Friedrichshafen feierte die Cruise-Version des erfolgreichen Saphire-

Konzepts ihre Premiere. Marketing-Idee oder wirklich eine eigenständiges Modell?

OCEAN7 wollte es wissen und segelte die Neue noch vor der Messe.

Text: Stefan Detjen | Fotos: Thomas Hulliger

64 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Saphire 27 Cruise

Mit Kompromissen ist das immer

so eine Sache – meistens sind sie

weder Fisch noch Fleisch. Bestes

Besispiel sind die vielen Cruiser/

Racer-Kombinationen, die sich in

allen Dimensionen auf dem Bootsmarkt

tummeln. Und da Michael

Tobler kein Mann von halben Sachen

ist, hat er die eher sportlich

orientierte Saphire neu überdacht

und als Cruiser konzipiert. Mit

dem Verzicht auf das extrem weit

ausgestellte Großsegel opferte er

visuell den sportlich-aggressiven

Look der Sportversion, die Tücher

werden jetzt von einem Alu- statt

einem Karbonmast getragen.

Dafür geht es unter Deck etwas

komfortabler zu und her, das

Ganze macht jetzt einen geradezu

wohnlichen Eindruck. Hier sind

beispielsweise die Rohrkojen im

Regattastil verschwunden und haben

einer normalen Doppelkoje

Platz gemacht. Der Ausbau kommt

um einiges aufwändiger daher, die

Möbelformen für Kocher, Spülbecken

oder WC wurden direkt einlaminiert.

Geblieben sind hingegen

clevere Ideen wie die praktischen

Taschen, die zu Hause gepackt

und als Schrankersatz an

den Bordwänden befestigt werden.

Oder die Rückenpolster-Rollen

des Salons, die auch fürs

Cockpit draußen passen. Sehr

schön auch die Hochglanz-

Deckenverkleidung. Als Wohnraum

holt die Cruise-Version mehr

Pluspunkte als die vor drei Jahren

getestete Ur-Saphire.

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 65


OCEAN7Yachten

1

2 3

Spaß pur. Der Titel nimmt bereits vorweg, was als Fazit

nach diesem Segelnachmittag feststeht. Die Saphire Cruise

kommt ja auch rasch zur Sache, kaum sind die Segel gesetzt.

Man kann den Motor gar nicht schnell genug abstellen, so sehr

freut sich diese Spaßkiste aufs Segeln. Apropos Motor: Statt

einem Außenborder, der unnötig Gewicht ans Heck bringt

(und auch sonst irgendwie störend im Gesamtbild wirkt),

bietet sich freier Platz vor der Cockpitwanne als perfekter

Arbeitsort für einen elektrischen Torqeedo Pod-Motor an. Es

geht kein Stauraum verloren, Motor und Batterien sind unsichtbar.

Jetzt sind die gut geschnittenen Dacrontücher oben, die

Cruise springt nach dem Dichtholen sofort an. Es ist ein perfekter

Segeltag, ein frischer Wind bläst über den Vierwaldstättersee,

an den engeren Stellen freuen sich bunte Kitesurfer

über den Düseneffekt. Mit Michael Tobler als Vorschoter kreuzen

wir zuerst Richtung Brunnen hoch. Nach einigen Minuten

Eingewöhnungszeit weiß ich, was die Cruise am liebsten mag:

immer schön an der Windkante segeln, in Böen Tempo machen

und immer möglichst aufrecht segeln. Der höhere Ballastanteil

im Kiel tut ihr gut und ist Voraussetzung für die

Einstufung in die CE-Normkatergorie B (Offshore segeln). Aber

jetzt sind wir noch 434 Meter über dem Meer auf einem

Schweizer Binnensee – und der hat mit seinen Bergen so seine

Tücken. Wir kreuzen munter hin und her, manchmal sehr nah

an den steil aufsteigenden Felswänden, an jeder Ecke bläst es

anders. Topographie-Segeln nennt das Tobler, er kennt sein

Heimrevier Urnersee aus dem Effeff. Hart am Wind vermisse

ich das Squarehead-Segeln überhaupt nicht. Im Gegenteil, mit

dem normal geschnittenen Groß lässt sich bei mehr Wind

sogar leicht mehr Höhe fahren. Michael Tobler hat das im

direkten Vergleich ausprobiert und akribisch analysiert – wer

sich für die Details interessiert, findet die Auswertung des

Kopf-an-Kopf-Rennens der Modelle Sport und Cruise auf der

Saphire-Website.

An der Pinne zählt jedoch nur das Hier und Jetzt, und das ist

wirklich vergnüglich. Die Cruise ist bei weitem keine zahnlose

oder irgendwie gebändigte Rennversion, sie hat es faustdick

hinter den Ohren. Sie besitzt eben gute Gene, da hat Designer

Claudio Maletto tadellose Arbeit geleistet. Tobler musste jede

Menge an Feedback bringen, die Maletto in das Finetuning der

Cruise einfließen ließ. Wie perfekt das umgesetzt wurde, zeigt

sich, als wir vor den Wind gehen. Kaum ist der Gennaker

66 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Saphire 27 Cruise

Der höhere

Ballastanteil im

Kiel tut ihr gut

getrimmt, wird es berauschend. Die Schweizer Alpenkulisse

zieht wie im Flug vorbei, touristische Highlights wie Rütliwiese

und Tellskapelle sind nur am Rande wahrzunehmen. Auch die

Kitesurferzone durchbrettern wir mühelos, man wähnt sich

fast unter Kollegen. Diese kleine Übertreibung sei erlaubt,

denn es verbindet ja gerade das gleiche Gefühl, übers Wasser

zu fliegen. Ich könnte auch alleine segeln, alle Schoten und

Leinen laufen ins Cockpit. Wenn dann noch zwei zusätzliche

Winschen wie in dieser Eignerversion montiert sind, hat der

Solosegler alles was er braucht, um glücklich zu sein. Das

Bergesystem von Deckchute ist dabei eine willkommene Unterstützung.

Vor lauter Segelhochgefühl vergesse ich das Fotoboot. Dort

hat man die Bilder im Kasten, jetzt ist die Drohne an der Reihe

und die liebt nicht so viel Wind. Auf dem Weg zu etwas windärmeren

Seezonen erzählt Michael über seine „Translémanique“,

die er solo absolviert hat. Das Strahlen im Gesicht, das

Glänzen in den Augen – er ist selbst sein bester Testimonial,

wenn es darum geht, die Markenwerte seiner Saphire zu vermitteln.

Auch ist er längst nicht mehr alleine, am Quai

d’Honneur vor der noblen Société Nautique de Genève durfte

eine ganze Armada von Saphires festmachen.

Nun ist die Drohne in der Luft und wir spulen nochmals das

ganze Manöverprogramm ab. Segeln ist nicht unbedingt ein

Zuschauersport, das muss man am besten selbst erleben. Eins

werden mit Wind und Wasser, Zeit und Raum vergessen. Die

Endlos-Rollfockanlage von Bartels, die Deckchute, das zentrale

Hebesystem, der feste Baumniederholer … – das alles hat Zeit

für nähere Betrachtungen, bis wir wieder in der Marina Sisikon

sind. Noch wird jede Sekunde ausgekostet. Denn im Gegensatz

zur Drohne, deren Batterien erschöpft sind, spüre ich, wie sich

meine Batterien von Minute zu Minute mehr aufladen. Pure

Sailing – das beste Energieprogramm der Welt!

Die harten Fakten. Mit einem Preis von 42.000 Euro

exklusive MwSt. steht die Saphire Cruise segelfertig (inklusive

Seezaun für Kat. B) bei der Delphia-Werft in Polen. Laut

Tobler kommen erfahrungsgemäß für Transport- und Versicherungskosten

nach Österreich – beispielsweise an den Wörthersee

– noch rd. 2.500 Euro obendrauf. Damit bekommt man

einen Cruiser, der auch gleiten kann. Ein bestens verarbeitetes,

im Sandwich-Handauflegeverfahren mit Vinylesterharz konstruiertes

Schiff, bei dem auch bei der Decksausrüstung nicht

Technische Daten

Länge ü. a. ................................. 8 m

Breite ü. a. ................................2,5 m

Gewicht ...................................1,6 t

Tiefgang ........................... 0,5/1,00/1,70 m

Segelfläche am Wind ........................36,5 m 2

Information

Saphire AG, Krähbüel 15, 6403 Küssnacht am Rigi, Schweiz

Tel. +41 79 333 84 84, E-Mail: info@saphireboats.com

Daten, Konfigurator, Preise etc.: www.saphireboats.com

gespart wurde. Mit vier Schlafplätzen für Familie oder Freunden

ist die Saphire weit mehr als ein Daysailor, fast schon ein

Weekender. Zur Easy-Philosophie gehört auch, dass die Spaßkiste

trailerbar ist und geslippt werden kann. Mit dem internen

Hubmodul schwimmt sie auch dort, wo man etwas mehr als

100 Zentimeter Wasser misst. Was will man mehr? Oder dann

doch ans Meer?

1 Die Saphire Cruise kommt rasch zur Sache, kaum sind die Segel gestetzt

2 Solosegeln mit der Eignerversion: Alle Schoten und Leinen laufen ins Cockpit

3 Die Rückenpolster-Rollen des Salons passen auch oben an Deck

4 Immer schön an der Windkante segeln, das mag die Saphire Cruise

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 67


Yacht Club Austria

YCA

Binnen Cup

Die erste Auflage des YCA Binnen Cup ging heuer im September auf dem Attersee

erfolgreich über die Bühne. Sieben Crews segelten bei perfekten Bedingungen in vier

Wettfahrten um den Cup-Sieg. Die Idee dieser Veranstaltung ist es, neben dem „Austria

Cup“ im Hochseebereich einen Binnen-Cup auf österreichischen Gewässern zu veranstalten

und so eine zusätzliche Clubmeisterschaft auszutragen. Gesegelt wurde heuer mit der

Einheitsklasse V-Star mit Spinnaker, zur Verfügung gestellt von der Segelschule Attersee,

im Fleet Race Format auf Up and Down-Kursen. Text und Fotos: Matzi Eckerstorfer

Trotz des überschaubaren Starterfeldes war es erstaunlich, dass

sich fünf Jugend-Crews für den ersten YCA Binnen Cup meldeten.

Neben einigen bekannten Gesichtern aus der Crew OÖ

waren auch Crews aus Wien und der Steiermark angereist. Der

weite Weg machte sich bezahlt, zeigte sich der Attersee mit

Sonnenschein und 15 kn Wind von seiner besten Seite.

Beim Start konnte sich die Crew um Lisa Mailänder mit

Godspeed-Segelprofi David Höllinger sofort freien Wind erkämpfen

und setzte sich bereits bei der ersten Luv-Bahnmarke

vom Feld ab. Das Bootshandling saß perfekt und so legten sie

einen technisch meisterhaften Start-Ziel-Sieg hin.

In der zweiten Wettfahrt war das Feeling für das Boot bei allen

da. Keiner konnte sich wirklich vom Feld absetzen, als sich jedoch

die Crew um Lena Lutz mit Steuermann Matthias Eckerstorfer

für einen steilen, aber dafür schnellen Spi-Kurs entschied,

erreichten sie als erste die Lee-Bahnmarke und konnten die

Position bis zum Zieleinlauf halten. Während der Mittagspause

wurden Erfahrungen ausgetauscht, einige Tipps gegeben und

auch der eine oder andere Regelverstoß diskutiert.

Der Tipp, das Vorsegel beim Spikurs gesetzt zu lassen, wurde

von der Zweihand-Crew mit Emilia Pöttinger und Julia Tomitza

sogleich umgesetzt und verhalf ihnen so auch zum Sieg der

dritten Wettfahrt.

Bis dato war das Feld ziemlich ebenbürtig und so ging es in die

entscheidende vierte und letzte Wettfahrt. Es wurde hart um die

Positionen am Pin End gekämpft und wieder kam die Crew um

Lisa Mailänder am besten aus dem Start. Die Führung wechselte

ständig zwischen den Crews um Lisa Mailänder und Lena Lutz.

Die Entscheidung fiel erst auf der letzten Zielkreuz, als Lena

Lutz die Strömung im Zielbereich erkannte und so die Konkurrenz

überholen konnte. Punktegleich mit der zweitplatzierten

Crew Lisa Mailänder, David Höllinger und Elisabeth Prendl

gewann die Crew Lena Lutz, Matthias Eckerstorfer und Paul

Freudenthaler den YCA Binnen Cup 2016. „Definitiv ein Highlight

der heurigen Segelsaison und mit Sicherheit ein fixer Bestandteil

des Clubgeschehens für die Zukunft“, so Organisator

Matthias Eckerstorfer.

68 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


Wir präsentieren diesmal ein neues Mitglied

unseres Kompetenzzentrums des Yacht Club

Austria: Wolfgang Hurch, langjähriges und

wichtiges Mitglied in unserem Club, übernahm

im Herbst 2016 Aufgaben für die Zukunft in

unserem Kompetenzzentrum.

Wolfgang Hurch

Verstärkung im Kompetenz-Zentrum

Bitte stell’ dich den Lesern kurz vor.

Ich bin 50 Jahre alt, wohne in Linz, bin verheiratet und habe zwei

erwachsene Töchter. Ich komme aus der Baubranche und war zuletzt

als Projektplaner und Verantwortlicher für Bauaufsichten tätig.

Du hast schon sehr früh mit dem Segeln begonnen. Wie kam es dazu

und was begeistert dich am meisten am Segeln?

Alles begann mit einem Segel-Grundschein bei einer Sportwoche in

der Schule – ab da hat mich der Segelvirus gepackt. Anfänglich über

das Windsurfen und Jollensegeln auf dem Attersee kam ich dann

zum Hochseesegeln. Wenn ich die Weite und die Freiheit auf See

erlebe, bin ich dem „Glücklich-sein“ sehr nahe. Die Mannschaftsund

die Teamarbeit an Bord, um sich an die äußeren Einflüsse

bestmöglich anzupassen bzw. diese einzuschätzen und

Entscheidungen abzuwägen, ist immer wieder eine Herausforderung,

der ich mich gerne stelle.

Du bist schon seit Jahren aktives Mitglied des Yacht Club Austria, in

welchen Bereichen des Yacht Club Austria warst du bis jetzt freiwillig

tätig? Was hat dich dazu bewogen, aktiv mitzuwirken?

Nach meiner FB2/3-Ausbildung beim YCA habe ich mir den

Vereinsvirus eingefangen und ich wollte aktiv mithelfen, meine

Begeisterung am Segeln auch an andere weiterzugeben. So kam ich

zum Ausbildungsteam der Crew OÖ und bin dort seit 2015

Ausbildungsreferent. Meine Aufgabe muss man sich so vorstellen:

Ich gestalte und organisiere die Aus- und Weiterbildung unserer

Skipper. Das fängt bei der Suche nach geeigneten Seminarräumen

an und geht bis hin zur Trainerverpflichtung. Ich kann mitgestalten

und erleben, wie die zukünftigen Skipper ihre Ziele erreichen. Am

Beginn eines Kurses siehst du nur Fragezeichen in den Augen der

Trainees und am Ende diskutierst du auf Augenhöhe – das ist die

höchste Wertschätzung, die man sich vorstellen kann.

Wie bist du zu der Stelle im Kompetenzzentrum gekommen,

und welcher Aspekt gefällt dir dabei am besten oder welcher

liegt dir besonders am Herzen?

Stillstand ist Rückschritt – nach diesem Motto haben wir uns

im Verein überlegt: Was kann alles nach Skipper-Aus- und

Weiterbildung und den Seminaren für unsere Mitglieder noch

kommen. Unser Commodore Christian Schifter präsentierte uns

das Projekt „YCA Kompetenz-Zentrum 2020“. Und geschehen

war‘s um mich. Mir gefiel dieses Thema so gut, dass ich unbedingt

dabei sein wollte.

Einen Aspekt möchte ich noch erwähnen: Ich bin nun 50 Jahre alt

und irgendwie wollte ich beruflich die längste Zeit schon etwas

anderes machen, immerhin habe ich noch 15 Jahre bis zur Pension.

Und wenn dann so ein Angebot kommt, Hobby und Beruf zu vereinbaren,

kann man nicht Nein sagen. Solche Chancen kommen eben

nicht alle Tage daher. Also bin ich seit Oktober Teilzeit-Angestellter

im YCA-Generalsekretariat und habe eine Riesenfreude.

Wie würdest du deine Tätigkeit beschreiben?

Unser Generalsekretariat bildet eine zentrale Anlaufstelle für

nautische Informationen und Kompetenzen. Mitgliedern und

Club-Interessenten helfen wir in allen nautischen Fragen weiter,

egal zu welchen Themen. Wir unterstützen unsere Crews in den

Bundesländern, damit deren Arbeit reibungslos und ohne großen

Aufwand ablaufen kann, immerhin sind wir Österreichs größter

Segelverein, in dem der Einsatz ehrenamtlich und in der Freizeit

ausgeführt wird. Wir arbeiten österreichweite Projekte aus,

realisieren sie und begleiten sie professionell.

Ich arbeite also viel mit meinem Smartphone, mit dem Tablet,

mit Internet und Cloud.

Welche Ziele hast du dir bis zum Jahr 2020 gesetzt?

In drei Jahren passiert hoffentlich viel von dem, was wir uns im

Kompetenz-Zentrum vorgenommen haben. Die ersten Projekte

beginnen schon zu laufen und ich bin voller Zuversicht, dass

unsere Mitglieder und Noch-Nicht-Mitglieder unsere Arbeit

auch registrieren werden.

Was möchtest du den Lesern noch mitteilen?

Probiert unseren neuen Service doch einfach einmal aus – unsere

Homepage www.yca.at lädt dazu ein!

„Es ist schön beim Club zu sein“ – wenn mir das

ein Mitglied sagt, begeistert mich das

und spornt mich an, meine

persönlichen Ziele zu

erreichen. Natürlich geht das nie

als Einzelkämpfer, sondern immer nur

im Team. Auf das bin ich stolz und es ist mir

eine Ehre, in diesem mitgestalten zu dürfen.

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 69


Yacht Club Austria

Neu: Vaju –

unsere Clubyacht in der Adria

Text und Foto: Gottfried Rieser

„Bijelo vino, molim“ – die p.t. Leserschaft erkennt sofort: Ich sitze

in Kroatien in einer Hafentaverne und genieße das Treiben vor

mir, Hafenkino vom Feinsten und erste Reihe fußfrei obendrein.

„Sag, möchtest du nicht irgendwann eine eigene Yacht haben?“

Und schon ist sie da, die Diskussion, die zu nichts führt und dessen

ungeachtet immer wieder auf- und abgeführt wird. Emotionen

(„Mah, das wär voll super“) mit nüchternen, harten Fakten („Dafür

reicht mein Budget nie“ oder „Das rechnet sich nie“) kann man

in der Diskussion nicht miteinander vermischen, das geht einfach

nicht.

Und trotzdem wird sie geführt, ob im Hafen, an Bord, zu Hause,

im Wirtshaus – wo immer ich auch hinkomme, über kurz oder

lang kommt das Thema „eigene Yacht“ auf den Tisch. Wie ein

Mantra beginne ich die Leier: „Ja, schön wär’s schon, aber …“ Da

stockt es plötzlich – halt, Kommando retour, ich habe ja schon

eine Yacht! Was heißt eine? Zwei Yachten, jawohl! Eine auf dem

Attersee, meine/unsere YCA-Clubyacht Isabell und auf der Donau

mein/unser YCA-Stahlverdränger Esperanza, bald mit eigenem

Steg im Winterhafen in Linz. Und daneben liegen in der Marina

zwei Laser auf den Slipwagerl.

Und jetzt kommt der Hattrick – aller guten Dinge sind drei: Der

Yacht Club Austria stellt ab der Segelsaison 2017 eine Yacht in der

Adria in den Dienst: Unsere Mitglieder haben dann direkten Zugang

zu einer Bavaria 44 mit Liegeplatz in Izola/Slowenien. Dieses

Projekt wurde ermöglicht durch eine Kooperation mit dem Bootseigner

Patentingenieur DI Gerald Landl und der Unternehmensberatung

LANDL & partner gmbh, die auch Seminare auf der Vaju

anbietet.

Der YCA setzt seine Innovationsstrategie fort, die Gründe finden

sich in jeder Diskussion: Für einen alleine ist die Anschaffung

einer Yacht ein Batzen Geld, die anderen nutzen die Yacht nicht

wirklich. Die haben zwar das Geld, aber dafür keine Zeit, andere

wieder – oder manchmal die gleichen – verbringen mehr Zeit

unter Deck (weil’s halt alleweil was hat …).

Das alles wollen wir unseren Mitgliedern ersparen, denn bei einer

Clubyacht verteilt sich das Risiko – ob nun finanziell, technisch

oder organisatorisch – auf mehr Menschen. Freilich kann man

nicht 15 Wochen oder mehr am Stück an Bord verbringen. Aber

für diese Zielgruppe unter unseren Mitgliedern ist die Vaju (so

heißt unsere Clubyacht) eh nicht gedacht. Der YCA will seinen

Mitgliedern einen günstigen Zugang zum Yachtsport ermöglichen

– das ist eine Botschaft an Familien, die Jugend, Studenten etc.

Unsere Trainer und Ausbildner bekommen eine praktikable Yacht

zum Trainieren und um individuelle Übungsangebote erstellen zu

können, und der YCA erweitert seinen Wirkungskreis erheblich.

Insgesamt eine Win–Win-Situation.

Und warum Izola? Der Heimathafen unserer Clubyacht bietet eine

ausgezeichnete Infrastruktur, wir waren jahrelang mit unserer Alpe

Adria Sailing Week gerngesehener Gast. Die Marina ist leicht erreichbar,

von Linz weg sind es lediglich fünf Stunden Fahrzeit und

ca. 500 km, von Graz gerade einmal drei Stunden (300 km), von

Wien auch nur fünf Stunden zu fahren. Und das Revier ist grosso

modo vorgegeben: Izola ist idealer Ausgangshafen für Törns nach

Italien (Triest, Grado, Venedig, Chioggia) und natürlich Istrien,

Cres, Lošinj, Krk, Rab, Pag und vieles mehr.

Das ist also in Zukunft unsere Anwort auf die Frage „Sag, möchtest

du nicht irgendwann eine eigene Yacht haben?“: „Was heißt da

möchten – ich habe eine Yacht in der Adria!“

Wie kommt man zur Clubyacht?

Vier schnelle Schritte zur Buchung

1. Im Buchungskalender nachsehen, ob die Yacht frei ist:

http://www.yca.at/aktivitaeten-veranstaltungen/segelyacht-vaju-izola-slo/

2. E-Mail an das Team Vaju (wolfgang.hurch@yca-ooe.at) mit der

gewünschten Buchungswoche.

3. Du bekommst per E-Mail die Reservierungs-Bestätigung und

die Rechnung für die Anzahlung.

4. Du bekommst ca. sechs Wochen vor Törnbeginn den Voucher

und die entsprechenden Unterlagen.

70 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


News Jänner/Februar 2017

YACHT CLUB AUSTRIA

Generalsekretariat

Lederergasse 88 · A-4020 Linz

+43(0)732/781086

office@yca.at · www.yca.at

Jugend

SailDAY

Text und Foto:

Matzi Eckerstorfer

Die YCA Next Generation lud auch 2016 wieder zum gemeinsamen Jugend

SailDAY. Mit dieser Veranstaltung versucht die Jugendabteilung des Yacht Club

Austria jungen Menschen den Segelsport zu präsentieren und die Vielfalt dieses

Sports in den Vordergrund zu rücken. Für heuer entschieden wir uns erstmals

für einen Revierwechsel und tauschten die Winddreher des Traunsees mit der

stetigen Thermik des Attersees. Die familiäre Atmosphäre der Segelschule Attersee

und die gepflegte V-Star-Flotte hatten uns überzeugt. Wir waren zehn Segler,

alle mit einem unterschiedlichen Background, Können und Alter, aber alle mit

der gleichen Leidenschaft. Ein perfekter Mix.

Nach anfänglicher Scheu vor einer Kenterung – immerhin segelten wir mit Jollen

– kam langsam das Gefühl für das Boot und es wurde immer härter am Wind

gesegelt, dichter getrimmt und weiter ausgeritten. Der gleichzeitig stattfindende

Attersee Cup weckte auch bei uns den Kampfgeist und so starteten wir nach der

Trainingsphase am Vormittag ein kleines Regattatraining. Kurzerhand legten wir

einen Up and Down-Kurs um zwei Bojen fest, Jan Liehmann machte uns eine

Startlinie. Bereits in der Startphase konnte man die steigende Motivation spüren

und schlagartig war der Spirit vom Daysailer verflogen und Racefeeling kam auf.

Wir segelten drei kurze, aber spannende Wettfahrten, bei denen der Spaß sicher

nicht zu kurz kam. Alles in allem wieder einmal eine gelungene Veranstaltung,

die bereits zum Fixpunkt des YCA-Veranstaltungskalenders gehört. In diesem

Sinne bis zum SailDAY 2017.

Events2017

Jahreshauptversammlung Steiermark

Datum, Ort Veranstalter

27.1., Gasthof Lammer, Gratwein Crew Steiermark

Jahreshauptversammlung Oberösterreich 28.2., Volkshaus Dornach, Linz Crew Oberösterreich

Austrian Boat Show/Messe Tulln 2.–5.3., Tulln YCA

Gebirgssegler-Cup 2017/10-Jahres-Jubiläum 23.–26.4., Trogir/Murter

45. Generalversammlung 6.5., Graz YCA

Crew Steiermark

Alpe Adria Sailing Week/28. Austria Cup 21.–25.5., Punat/Krk Crew Kärnten

Clubtörn 2017_1 24.6.–1.7., Azoren Crew Oberösterreich

Jugend Sail Day 1.7., Attersee Crew Jugend/Next Generation

Clubtörn 2017_2 15.–29.7., Ionisches Meer Crew Tirol/Vorarlberg

Schottland: Segeln und Whisky 12.–19.8., Oban/Schottland Crew Oberösterreich

YCA-Binnen Cup 23.9., Attersee Crew Jugend/Next Generation

Crew Wien,

Nö, Burgenland

Crew-Commander Christian Schifter

Ludwiggasse 3, Haus 4

1140 Wien · +43/(0)1/7109222

cschifter@pantaenius.com

Crew Salzburg

Crew-Commander

Arch. DI Christian Zimmer

Fadingerstraße 6 · 5020 Salzburg

+43(0)650/4229647

zimmer_christian@ymail.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander

Thomas Hickersberger

Haiderstraße 14 · 4030 Linz

+43/(0)676/3067224

thomas.hickersberger@yca.at

Crew Tirol und

Vorarlberg

Crew-Commander Johannes Lindig

Andechsstraße 17 · 6020 Innsbruck

+43/(0)660/5208136

j.lindig@tsn.at

Crew Kärnten

Crew-Commander Fritz Abl

Waidmannsdorfer Straße 64

9020 Klagenfurt

+43/(0)664/2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

Crew Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Raiffeisenstraße 9/3/16

8600 Bruck a. d. Mur

+43/(0)676/86643046

mike.hecker@yca.at

Crew Jugend

Jugendbeauftragter

Matthias Eckerstorfer

Neufahrergasse 30 · 4040 Linz

+43/(0)650/5583470

matthias.eckerstorfer@gmail.com

Ausbildung

YCA-Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

Fischillstraße 1 · 4063 Hörsching

+43/(0)664/3706027

gottfried.rieser@yca.at

Jänner/Februar 2017 | OCEAN7 01/2017 71


Motorbootsport und SeefahrtsVerband Österreich

Historisches

&

Wissenswertes

Zusammengestellt von DI Hans Lux

Vom „Neuen Wissenschaftlichen Verlag“ ist nach langer Pause

wieder ein Buch neu auf den Markt gekommen: „Seeherrschaft und

zivile Schiffahrt im 21. Jahrhundert“ (Weltgeschichte der Seefahrt

Band 8), Biographisches Lexikon.

Der Band knüpft an die vorherigen Bände an und stellt in Stichworten

die Geschichte der maritimen Ereignisse sowohl der militärischen

als auch der zivilen Schifffahrt, beginnend mit einem Überblick über

die politischen Entwicklungen seit 2000/2001 dar. Das darauf -

folgende Kapitel beginnt mit einem Überblick über die verschiedenen

Formen des Krieges, wobei auch auf die moderne Form des

Cyberwar, des Terrorismus und der wieder vermehrt auftretenden

Piraterie eingegangen wird. Als Ergänzung dazu wird auf den Seekrieg

und den Kriegsschiffbau mit den einzelnen Schiffstypen eingegangen

sowie ein Vergleich der Flottenstärken durchgeführt. Es

wird darauf hingewiesen, dass vor allem nach den Terroranschlägen

vom 11. September 2001 neue welthistorische Entwicklungslinien

unsere Gegenwart prägen. Neue Bedrohungsszenarien ergeben

völlig neue Probleme, die auch den Bereich der Seeherrschaft und

Seepolitik betreffen.

In dem folgenden Überblick über die zivile Schifffahrt werden von

der Personenschifffahrt über den Güterverkehr, Frachtschiffe,

Museums schiffe, Katastrophenhilfe, Seezeichen, schiffbare Gewässer,

Fischfang, Einflüsse der Energiewirtschaft, Meeresverschmutzung,

Forschung und Entwicklung usw. die in der Schifffahrt wichtigen

Faktoren und Einflüsse aufgezeigt. Dabei geht Helmut Pemsel auch

auf die Strukturveränderungen in der zivilen Schiffahrt ein, die durch

die Globalisierung der Warenströme, die Erschütterungen der Welt-

Fahrtenskipper

DI Hans Lux

Wie jedes Jahr erinnere ich daran, dass es wieder an der Zeit ist,

die Anmeldungen für den „Fahrtenskipper“ an das MSVÖ-Sekretariat

zu schicken. Das Formular dazu kann ganz einfach von der

Homepage „www.msvoe.at –> Mitglieder –> Fahrten skipper“ als

PDF heruntergeladen und direkt am Rechner ausgefüllt werden.

Die Anmeldung ist bis zum 31.1.2017 durchzuführen, spätere

Meldungen können aus organisatorischen Gründen nicht mehr

angenommen werden. Auch die Bedingungen für die Vergabe

sind auf der oben angegebenen Seite der Homepage ersichtlich.

Für Fragen steht Ihnen das MSVÖ-Büro gerne zur Verfügung.

wirtschaft durch die Finanzkrise

und die ökonomischen Probleme

bedingt sind.

In den folgenden zwei Kapiteln

„Seeherrschaft in den ersten Jahren

des 21. Jahrhunderts“ und

„Die zivile Schiffahrt am Beginn

des 3. Jahrtausends nach der

Zeitwende“ werden in der von

Pemsel bekannten und bewährten

Form der Chronik die jeweiligen

Ereignisse von 2001 bis

August 2015 dargestellt. Mit einer enormen Datenmenge werden die

wesentlichen Strömungen und Geschehnisse kurz in Texten skizziert.

Abschließend werden noch in einigen kurzen Kapiteln Ergänzungen

und Berichtigungen zu den Bänden 1–7 aufgelistet.

Inhaltlich wird der Text durch tabellarische Zusammenfassung von

Handelsflotten, Kartenskizzen, Schiffsaufstellungen, Schiffsbewegungen,

Schiffsskizzen etc. erläutert.

Das Buch von Helmut Pemsel ist um 38,80 Euro erhältlich (Neuer

Wissenschaftlicher Verlag, Wien–Graz, ISBN 978-3-7083-1100-5,

580 Seiten, in Kunstleder gebunden mit Goldprägung und farbigem

Schutzumschlag).

Wie schon bei der Rezension der vorherigen Bände festgestellt, ist

auch dieser Band als hervorragendes Nachschlagwerk uneingeschränkt

zu empfehlen. Die mit Erscheinen dieses Zusatzbandes

vervollständigte Edition der „Weltgeschichte der Seefahrt“ sollte in

keiner gut sortierten maritimen Bibliothek fehlen.

Die Gesamtedition „Weltgeschichte der Seefahrt“, bestehend aus

acht Bänden, ist einzigartig in der Marineliteratur weltweit. Prof.

Helmut Pemsel – international anerkannter Marinehistoriker – setzt

mit seinem Werk am Beginn der zivilen Schifffahrt mit primitiven

Booten in prähistorischer Zeit an und endet mit den strategischen

Einsätzen von hochmodernen Kriegsschiffen, Flugzeugträgern,

Frachtschiffen und Personenschiffen. Dazwischen liegen mehr als

zwölf Jahrtausende ziviler und militärischer Seefahrt, die vor dem

Leser in einem faszinierenden Überblick ausgebreitet werden

(Neuer Wissenschaftlicher Verlag, Wien–Graz, ISBN 978-3-7083-

0020-7, 8 Bände, 4.131 Seiten, geb. mit Schutzumschlag).

72 OCEAN7 01/2017 | Jänner/Februar 2017


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OCEAN7 Bücherschapp

Eine antarktische

Reise auf

Shackletons Spuren

Eigentlich hätte Ernest Shackleton 1914 als

erster Mensch die Antarktis durchqueren sollen,

doch zerbarst seine Endurance im Packeis

des Weddell-Meeres. Aus der Expedition

wurde schlagartig ein Kampf ums Überleben

– den Shackleton mit seiner Crew gewann:

Ihm und fünf weiteren Männern gelang die

spektakuläre Überfahrt in einem offenen, nur

7,5 Meter langen Rettungsboot von Elephant

Island vor dem äußersten Zipfel des Antarktischen

Kontinents nach Südgeorgien. Dabei

legten sie 800 Seemeilen nordwärts durch den

Südatlantik zurück – bei Sturm, Welle und

eisigen Temperaturen. Im Mai 1916 erreichten

die Männer völlig entkräftet Südgeorgien –

leider nur die Südküste, die rettenden Walfangstationen

befanden sich jedoch an der

Nordküste. So brach Shackleton erneut mit

zwei Männern auf, um die bislang unerforschte

Insel zu durchqueren und Hilfe zu

holen – was auch gelang.

Ende 2015 brechen zehn Männer und zwei

Frauen zu einem gewagten Segeltörn über den

wildesten Ozean der Welt auf, um den Spuren

Shackletons zu folgen. Die Crewmitglieder

Nikolaus Hansen und Tina Uebel zeichnen

dabei den Verlauf von Shackletons Rettungsaktion

in ihrem Buch „Die S.E.A. Expedition

nach, ergänzt durch einzigartige Aufnahmen

unberührter Eislandschaften.

Die S.E.A. Expedition

Von Nikolaus Hansen und Tina Uebel,

erschienen im Malik Verlag, 352 Seiten,

ISBN 978-3-89029-468-1, 24,70 Euro

Ausbrechen

und in See stechen

Er ist jung, ambitioniert und erfolgreich.

Direkt nach der Spitzen-Matura ins Jus-

Studium, dort ohne Unterlass engagiert,

Praktika, Lernen, Wiederholen – und dann

plötzlich die Erkenntnis: Wo bleibt da das

Leben, der Genuss?

Kurz vor dem Staatsexamen trifft der 24-jährige

Maximilian Leßner den folgenschweren

Entschluss: Aussteigen ist wichtiger als Aufsteigen.

Und statt sich im Zweifel für den

Angeklagten auszusprechen, wählt er das

Recht, sich im Zweifel für einen ganzen,

wundervollen, unabsehbaren Segelsommer

zu entscheiden.

Von der Idee zur Umsetzung vergehen nur wenige Wochen, dann hat Maximilian

Leßner seine betagte Segelyacht Sirius 26 ausgerüstet und startet seinen Ostseetörn: Er

erkundet den südlichsten, östlichsten, nördlichsten und westlichsten Punkt der Ostsee.

Er dümpelt tagelang im Nebel. Er trifft auf unendliche Einsamkeit, aber auch grandiose

Freundschaften. Er wagt Kochexperimente und stellt die perfekte Playlist zum Segeln

zusammen. Und er schwankt zwischen Selbstzweifel und Selbstzufriedenheit – erkennt

aber am Ende: Ich kann das. Allein sein mit mir, offen sein für andere, und vor allem:

das Leben genießen.

Im Zweifel für den Segelsommer

Von Maximilian Leßner, erschienen im Verlag Delius Klasing, 224 Seiten,

ISBN 978-3-667-10557-8, 23,60 Euro

Das Luftkissen der k. u. k. Marine

Eines der skurrilsten Fahrzeuge der k.u.k.-Kriegsmarine war das von Linienschiffsleutnant

Müller von Thomamühl 1915 entworfene und gebaute erste Fahrzeug der Welt,

das den Luftkisseneffekt nutzte und auch erfolgreich erprobt wurde. Von den Marinebehörden

abgelehnt, geriet es in Vergessenheit,

bis in den 1950er-Jahren in

England die ersten modernen Hovercrafts

nach demselben Prinzip gebaut

wurden.

Ein einzigartiges Buch, das ein gänzlich

neues Licht auf den Erfinder Dagobert

Müller von Thomamühl und die angeblich

so konservative k.u.k.-Marine wirft.

Umfangreiches Bild- und Dokumentenmaterial,

auch bisher unveröffentlichte

Autographien sowie ein meisterlich gebautes

Modell des Versuchsschiffs

zeichnen ein eindringliches Bild: Im

ersten Teil wird die Technikgeschichte der Luftkissenfahrzeuge vorgestellt, der zweite

Teil zeichnet das Leben des innovativen Marineoffiziers und seines sozialen Umfeldes

nach und der dritte Teil zeigt die Rekonstruktion und den Modellbau dieses denkwürdigen

Fahrzeuges.

Das erste Luftkissenfahrzeug der Welt

Von Helmut W. Malnig und Gerhard Schuster, erschienen im NWV Verlag,

112 Seiten, ISBN 978-3-7083-0633-9, 34,80 Euro

74 OCEAN7 01/2016 | Jänner/Februar 2016


DER BESTE KLEINE YACHTHAFEN AN DER ADRIA – KÜSTE!

„18., 19., 20. Tourismus Blume- Kroatische Qualität 2014 - 2016.“

Olive Island Marina Kroatien / Europa, Kroatien, Dalmatien / 23273 Sutomišćica, Ugljan

t: +385 (0) 23 335 808 / f: +385 (0) 23 335 810 / e: oliveisland@marina-signum.com

w: www.oliveisland-marina.eu / Marina Signum d.d.

Die Olive Island Marina ist eine kleine

familienbetriebene Marina in einer gut

geschützten Bucht der Ortschaft

Sutomišćica auf der Insel Ugljan.

Die Marina auf Klubbasis stellt den

Kundenservice in den Mittelpunkt und

bietet auch viele zusätzliche Leistungen an.

Die Gäste können Ihre Urlaubszeit am Pool

genießen, sich ausgiebig auf der

Sonnenterrasse oder dem Strand sonnen,

ein kühles Getränk an der Bar mit Blick aufs

offene Meer genießen oder mit den

Kindern den Spielplatz unsicher machen.

Das gastronomische Angebot des Olive

Garden Restaurants umfasst eine perfekte

Kombination der authentischen

Spezialitäten Dalmatiens und der

modernen Küche. Große Aufmerksamkeit

wird hier auf die Qualität gesetzt, so wird

das Essen auf traditionelle Weise und mit

immer frischen Zutaten zubereitet.

Bei einem Spaziergang durch die Ortschaft

kann man den ein oder anderen

dalmatinischen Brauch sowie die

tradditionelle Lebensart der Einwohner

von Sutomišćica kennenlernen.


360° Wassersport erleben

boot.de

Gesell GmbH & Co. KG

Sieveringer Str. 153 – 1190 Wien

Tel. +43 (01)320 50 37 – Fax +43 (01)320 63 44

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