Aufrufe
vor 1 Jahr

SOCIETY Magazin/Ausgabe 370

WIRTSCHAFT - POLITIK - DIPLOMATIE - WISSENSCHAFT - KULTUR - LEUTE

BANGLADESCH

BANGLADESCH LÄNDERPORTRÄT WUSSTEN SIE, DASS...? Lalbag-Fort im Südwesten Dhakas n Der Bengalische Königstiger ist Bangladeschs Nationaltier. Das Gebrüll dieser majestätischen Kreatur kann in bis zu 3 Kilometern Umkreis gehört werden. Bedauerlicherweise gehört er zu den stark gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Tierarten. n Cricket ist die populärste Sportart im Land. Im Jahr 1999 konnte sich das nationale Cricket-Team erstmals für den World Cup qualifizieren. Seit dem Jahr 2000 hat es Teststatus, ist also für Länderspiele zugelassen – eine Ehre und ein Zeichen dafür, daß das Team die nötige Qualität und Ausdauer hat, um auch im internationalen Vergleich zu bestehen. n Mehr als die Hälfte von Bangladeschs Bevölkerung sind Bauern. n Trotz des hohen Landwirtschaftsanteils werden die Exporterlöse hauptsächlich von der Bekleidungsindustrie generiert. n In Bangladesch werden mehr als 2000 Zeitschriften und Tageszeitungen veröffentlicht. Allerdings hat das Land nur eine konstante Leserschaft von durchschnittlich 15%. n Die bekannte britische Journalistin Tasmin Lucia- Khan ist bengalischer Herkunft. Früher war sie Moderatorin bei den BBC- Nachrichten, nun ist sie Teil der ITV Frühstückfernseh- Show „Daybreak“. n Bangladesh wird manchmal als „Spielplatz der Jahreszeiten” bezeichnet, weil es sechs davon – und nicht nur die üblichen vier – hat: Grismo (Sommer), Barsha (Regen), Sharat (Herbst), Hemanto (Kühle), Blatt (Winter), und Bashonto (Frühjahr). n Mit einer Länge von 2.090 Kilometern ist die Bucht von Bengalen die längste der Welt. n In Bangladesch wird die linke Hand als unrein angesehen. Man sollte also immer die rechte Hand benutzen, beim Essen, bei der Weitergabe von Lebensmitteln und Getränken – oder von Visitenkarten! BANGLADESCH IM INTERNET Tourismusamt Bangladesch www.visitbangladesh.gov. bd Honorarkonsulat www.bangladeshconsulate.at che Düfte und Geschmäcker hervor. Bangladesch wird unter anderem auch das „Land der Flüsse“ genannt und von fast 300 Flüssen durchzogen. Der Wasserausstoß von Bangladesch ist weltweit der dritthöchste, neben den Flüssen des Amazonas und Kongos. Zu den Hauptströmen zählen Padma, Meghna, Jamuna, Brahmaputra und Karnaphuli. Sie alle sind untrennbar mit den Leben der Menschen verbunden und sorgen bei Überschwemmungen für die Fruchtbarkeit im Lande. Viele Gedichte, Lieder und Geschichten handeln von den Flüssen und ihrer Rolle im Leben der bengalischen Bevölkerung sowie ihrem Einfluss auf die umliegende Landschaft. Der mächtige Ganges (in Bengali: Padma) entspringt am Gangotri Gletscher und fließt nach Bangladesch vom Nordwesten durch die Rajshahi Teilung, welche im Zentrum des Landes in den Brahmapurtra (Bengali: Jamuna) mündet. Die Sundarbans – ein UNESCO-Weltkulturerbe – ist ein aus drei Wildreservaten bestehendes Areal, das 1.400 Quadratkilometer umfasst, wovon alleine 490 Quadratkilometer aus einem komplexen Netzwerk verschlungener Wasserwege, kleiner Inseln und Mangrovenwäldern bestehen. Der Sundari Baum, der ursprünglich aus den Mangrovenwäldern stammt, war der Namensgeber für das gesamte Areal. Es beherbergt außerdem 80 Prozent aller Reptilien, 40 Prozent aller Säugetie- re und 50 Prozent aller in Bangladesch vorkommenden Vogelarten. • Der Längste Sandstrand der Welt Cox’s Bazar ist nach einem britischen Kolonialbeamten benannt und mit 120 Kilometern der längste Sandstrand der Welt. Die silbernen Sandhänge müden sanft in das bengalische Meer. Die Bucht wird außerdem von einer Reihe von bewaldeten grünen Hügeln überblickt. Weitere Attraktionen in der Umgebung sind Tempel und Pagoden, ein burmesischer Markt und die lebendige Kultur der ethnischen Minderheiten. Neben Cox’s Bazar sind noch die Strände in Kuakata, Teknaf und Himchhari sowie die Inseln auf St. Martin, Moheshkhali und Sonadia erwähnenswert. • Wirtschaft und Moderne Architektur Neben vielen historischen Denkmälern in Bangladesch gibt es auch Beispiele moderner Architektur: Dazu zählen das weltweit größte Nationalparlament Jatiyo Sangsad, vom amerikanischen Architekten Louis Kahn, das Nationaldenkmal Jatiyo Smritishoudha, die Moschee Baitul Mukarram, der Kamalapur Hauptbahnhof, sowie das Bangabandhu Internationale Konferenz-Zentrum in Dhaka. • Fotos: tutul_1410/fotolia 68 | SOCIETY 2_2016

Österreich, Europa und die Vereinten Nationen Mittels Veranstaltungen sorgt die ÖGAVN dafür, internationale Themen für die Öffentlichkeit einfacher zugänglich zu machen. DIPLOMATIE ÖGAVN Günther Oettinger im ÖGAVN Club Fotos: ögavn • Staatsbesuche als Türöffner Im Zeremoniensaal der Wiener Hofburg hielt der scheidende Bundespräsident Dr. Heinz Fischer im Juni seinen Abschlussvortrag für die ÖGAVN. Neben den verfassungsrechtlichen und innenpolitischen Aufgaben, betonte er vor allem die internationale Rolle des Österreichischen Bundespräsidenten. So können Staatsbesuche – wenn die persönliche Chemie stimmt – als Türöffner dienen oder sogar Wunder wirken. Überzeugend hierfür sind Zahlen aus dem Mikrokosmos der Präsidentschaftskanzlei. So unternahmen Karl Renner (1945- 1950) und Theodor Körner noch gar keine Auslandsbesuche, Adolf Schärf war im Mai 1958 bereits bei der Weltausstellung in Brüssel und in der Schweiz, während es Klestil immerhin bereits auf 125 Auslandsreisen und Fischer auf 191 brachte. Diesen 191 Auslandsreisen stehen 192 Staatsbesuche von ausländischen Repräsentanten in Österreich gegenüber. Für Krieg und Frieden sensibilisiert, forderte er ein klares Bekenntnis zum Völkerrecht und dem internationalen Rechtsstaat, wenngleich dieses junge Konzept noch in den Kinderschuhen stecke. Es benötige Glaubwürdigkeit im Eintreten für Menschenrechte, das Auftreten gegen einen Nationalismus, der andere Religionen und Kulturen als zweitrangig herabsetzt, sowie gegen Chauvinismus, der als Hindernis für ein friedliches Zusammenleben steht. Das Bekenntnis zu Europa sowie Heimatbewusstsein sind seiner Meinung nach hierbei keine Gegensätze. ÖGAVN-Team Michael F. Pfeifer und Bernd Hermann mit Heinz Fischer • Nachhaltigkeit und Wohlstand Der ehemalige deutsche Bundespräsident Prof. Horst Köhler hielt auf Einladung von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel im Juni im Österreichischen Parlament für die ÖGAVN eine beeindruckende Grundsatzrede zur Lage der Welt und den Vereinten Nationen. Unter dem Titel „Transforming our World“ gibt die „2030 Agenda for Sustainable Developement“ Ziele vor, an deren Erreichung in den nächsten Jahren gemeinsam gearbeitet werden soll. Da wir überall Veränderung brauchen, geht es darum, mit dieser – als universelle Transformationsagenda konzipierten – strategischen Agenda aller Mitgliedstaaten ein neues Narrativ zum wechselseitigen Nutzen zu erzeugen. Dies soll dazu beitragen, die Vereinten Nationen zu einer wirklich universellen Organisation werden zu lassen, die für Nachhaltigkeit und Wohlstand eintritt, anstatt rein mit der Bekämpfung von Krisen beschäftigt zu sein. Wenn wir die Welt wirklich zu verändern versuchen, müssen wir ihr so begegnen, wie sie ist. Wir müssen uns der Verantwortung stellen, dafür Sorge zu tragen, dass gegenwärtige Probleme nicht als Bumerang für unsere Enkelkinder zurückkommen. • Digitales Europa Als Auftakt des Herbstprogramms der ÖGAVN berichtete Dr. Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, dass alle Bereiche der Wirtschaft allmählich digitalisiert werden und damit auch das alltägliche Leben. Europa kann nur dann weiterhin wettbewerbsfähig bleiben, wenn sich die Unternehmen der Digitalisierung öffnen. Dafür müsse es einen gemeinsamen digitalen Binnenmarkt geben, Bestimmte technologische Standards wie der Breitbandausbau müssen in der ganzen EU gleich sein, sonst überholen uns andere Länder, so Oettinger. • Wolfgang Schüssel mit Karlheinz Kopf, Heinz Fischer und Horst Köhler im Parlament MITGLIED- SCHAFT Alle Personen, die am internationalen Geschehen interessiert sind und zur Stärkung der Vereinten Nationen beitragen wollen, können ordentliche Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an: Österreichische Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN) Hofburg/Stallburg Reitschulgasse 2/2. OG A-1010 Wien Tel. +43-(0)1-535 46 27 E-Mail: office@oegavn.org www.oegavn.org MAGAZIN SOCIETY Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin SOCIETY als offizielles Organ schon seit 1995 fungiert und übt seitdem mit verschiedensten Aktivitäten den Brückenschlag zwischen Österreich und den Vereinten Nationen aus. Auf Vorschlag von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel wird die Kooperation zwischen dem Magazin SOCIETY und der ÖGAVN fortgesetzt. SOCIETY ist zu hundert Prozent im Eigentum der Tauchhammer KG/ Mag. Gertrud Tauchhammer. SOCIETY 1_2012 | 69

SOCIETY MAGAZIN
SOCIETY MAGAZIN