DER KONSTRUKTEUR 4/2016

derkonstrukteur.de

DER KONSTRUKTEUR 4/2016

19073

4

www.DerKonstrukteur.de

April 2016

Digitaler Zwilling

Ein Muss im Maschinen-,

Steuerungs- und Schaltanlagenbau

Fokusthema Industrie 4.0

Smarte Sensortags bringen

Motoren in die 4.0-Welt

Automatisierungstechnik

Warum Dienstleistungen rund

um die Maschinensicherheit?

Antriebstechnik

Linearmotor ermöglicht

schnellen Profilwechsel


Halle 17 · Stand A37

Your Easy Access To Predictable Success

Instandhaltung 4.0: Ein komplexes Thema, für das Schaeffler Ihnen jedoch einen einfachen

Einstieg bietet. Besuchen Sie dazu unseren Messestand! Hier erwartet Sie ein

Antriebsstrang 4.0, in dem unser markterprobter FAG SmartCheck vom Stand-alone-

Überwachungssystem zur cloudbasierten Lösung geworden ist. Erstmals können Wartungsintervalle

belastungsabhängig bestimmt werden. Das Wälzlagerleben wird damit

vorhersehbar, die Ersatzteilbeschaffung planbar – wovon Sie und Ihre Kunden profitieren.

www.schaeffler.de/hannover-messe


EDITORIAL

Ein Thema für Sie

Industrie 4.0 ist in aller Munde. Mit Integrated Industry ist sie das

große Thema der Hannover Messe 2016. Und sie steht auch im Fokus

dieser Ausgabe Ihrer Fachzeitschrift „Der Konstrukteur“ – denn

Industrie 4.0 ist auch und ganz besonders ein Thema für die

Konstruktion. Neue Geschäftsmodelle, Losgröße 1 oder Predictive

Maintenance sind vielleicht die Aspekte, die im Zusammenhang mit

Industrie 4.0 zurzeit am häufigsten genannt werden. Hier sind wir

aber bereits mitten oder eher nahe am Ende der Wertschöpfungskette.

Industrie 4.0 beginnt woanders, nämlich bei Ihnen in der

Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung, egal ob Ihr Augenmerk

auf Komponenten oder auf Maschinen und Anlagen liegt.

Der Weg zum Ziel – der digitalen Abbildung der Maschine – beginnt

mit den Simulations- und CAD-Daten, die Sie generieren. Er beginnt

mit der Konstruktion von Bauteilen und Maschinen mit fein skalierbarer

Modularität, mit der Entwicklung Industrie-4.0-fähiger

Komponenten, die in der Lage sind, digitale Informationen über sich

und ihren Betrieb zu erzeugen und diese zu kommunizieren. Aus

Konstruk tionssicht ist hier der mechatronische Entwicklungsansatz

die Basis von Industrie-4.0-Lösungen.

Aus meiner Sicht gibt es für Sie als Konstrukteure aber noch einen

anderen interessanten Industrie-4.0-Ansatz. Sie könnten auf die

„Lebensdaten“ ihrer Produkte zugreifen und diese in Ihre Entwicklung

einfließen lassen – nennen wir das ganz einfach einmal „Predictive

Design“! Das wäre dann im Sinne einer Closed-Loop-Strategie

durchgängig gelebte Industrie 4.0 in der Konstruktion.

„Integrated Industry – Discover Solutions“ ist das Motto der diesjährigen

Hannover Messe. Discover Solutions, das wünschen wir uns

auch für Sie bei der Lektüre von „Der Konstrukteur“.

Dr. Michael Döppert

Chefredakteur

m.doeppert@vfmz.de

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Berührungslose Wirbelstrom-

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Hohe Auflösung und Genauigkeit

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INHALT

10

30

68

Industrie 4.0: Digital Factory, Cloud, Pre -

dictive Maintenance – die Hannover Messe

wird zur Weltbühne für vernetzte Industrie

Virtual Reality: Simulation als Entwicklungstreiber

– wie viel Individualisierung

bereits möglich ist, zeigt die Medizintechnik

Elektromobilität: Planetengetriebe für

einen vollintegrierten Pedelec-Antrieb

konstruiert für ein Start-up-Unternehmen

RUBRIKEN

3 Editorial

5 Aktuell

6 KOMMENTAR Know-how statt Pakete von der Stange:

Von effizienten Komponenten zur effizienten

Antriebslösung

8 KOMMENTAR Reise in eine digitalisierte Fertigung:

Industrie 4.0 agil erfinden und Schritt für Schritt profitieren

76 Impressum

89 Inserentenverzeichnis

98 SERIE Mit Experten im Dialog:

Die totale Digitalisierung – Chancen und Risiken

99 Vorschau auf Der Konstrukteur 5/2016

FOKUSTHEMA INDUSTRIE 4.0

10 Hannover Messe 2016:

Schaufenster und Treffpunkt für Industrie 4.0

12 TITEL Der Datenhunger steigt: Der Digitale Zwilling

wird zum Muss im Maschinen-, Steuerungs- und

Schaltanlagenbau

16 Quantensprung bei der Motoranalyse: Smarte Sensortags

bringen Motoren in die Industrie-4.0-Welt

18 Wie lässt sich die Teillast beherrschen? Ein Ausblick auf die

Entwicklungen der Energieeffizienz in der Industrie 4.0

22 Für die Zukunft gerüstet: Transportsystem öffnet den Weg

zu neuen Maschinenkonzepten

26 Vorausschauen statt vorbeugen: Predictive Maintenance

– ein Beispiel für den sinnvollen Einsatz von Industrie 4.0

30 Simulation pusht Produktentwicklung: Softwaretools

unterstützen die Konstruktion auf dem Weg zu

Losgröße Eins

32 STATEMENTS 3D-Druck im Trend:

Chancen und Grenzen additiver Fertigung

11 Produkte

62 Blau ist das neue Rot:

Trends in der Barcode-Identifikationstechnologie

66 INTERVIEW Der Unterschied steckt im Detail: Ein

Lineartechnikanbieter erklärt die technischen Finessen

bei Teleskopschienen und Rollenführungen

41 Produkte

ANTRIEBSTECHNIK

68 Rahmenplanung funktioniert: Planetengetriebe für Pedelec

eines Start-up-Unternehmens

72 Anwendungsspezifisch aus dem Baukasten:

Zuverlässige Antriebe für die Papierherstellung

74 Antrieb pusht Kreissäge: Linearmotor ermöglicht in

Sägezentrum schnellen Profilwechsel

78 Packende Lösungen: Zahnstangengetriebe unterstützt die

transportsichere Verpackung empfindlicher Lebensmittel

71 Produkte

FLUIDTECHNIK

84 Produkte

CAD/PLM

86 Präzise im Ziel: CAD/CAM-Prozesskette in der Entwicklung

von Sportwaffen für Biathleten

89 Produkte

VERBINDUNGSTECHNIK

90 Schrauben oder Stecken?

Anschlusstechnik von Schutzschaltern – ein Vergleich

92 Produkte

WERKSTOFFTECHNIK

94 Digitale Berechenbarkeit: Was genaue Materialdaten

in der Konzeptphase einer Bauteilentwicklung bedeuten

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

38 INTERVIEW Wissen – Planung – Umsetzung: Warum

Dienstleistungen rund um die Maschinensicherheit?

56 Schneller automatisieren: Auf CC-Link folgt CC-Link IE

60 Absolut autark: Drehgeber mit spezieller Multiturn-Technologie

erschließen in fahrerlosen Transportsystemen Vorteile

Titelbild: Rittal GmbH & Co. KG, Herborn

4 Der Konstrukteur 4/2016


3. Technologietag Hybrider Leichtbau befasst

sich mit Konstruktion und Auslegung

Was hat Windsurfen mit Leichtbau

zu tun, wieso spart der Ersatz von

Kreide durch Hohlkugeln entscheidende

Kilos und warum nutzen

Maschinenbauer bislang lieber

Stahl anstatt Kunststoff in ihren

Produkten? Auf diese und viele weitere

Fragen gibt der 3. Technologietag

Hybrider Leichtbau am 7. Juni

in Stuttgart Antworten und richtet

dabei ein besonderes Augenmerk

auf Konstruktion und Auslegung.

Denn im Konzept eines Produkts

werden bereits bis zu 80 % des späteren Gesamtgewichts festgelegt.

Die Auswahl der Konferenzvorträge hat in diesem Jahr erstmals ein Fachbeirat übernommen,

dem 17 Leichtbau-Experten aus dem In- und Ausland angehören. Zu einem Expertengespräch

über das Thema Prozessinnovation & Digitalisierung kommen unter anderem

Vertreter von Siemens, Festo sowie vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Unter dem Motto „Leichtbau zum Anfassen“ präsentieren Firmen und Forschungseinrichtungen

in der begleitenden Fachausstellung konkrete Anwendungsbeispiele. Auf

der Schau ist auch Österreich als Partnerland vertreten.

Organisiert wird der 3. Technologietag Hybrider Leichtbau von der Landesagentur für

Leichtbau Baden-Württemberg zusammen mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-

Württemberg (AFBW), mit Carbon Composites Baden-Württemberg (CCBW) sowie dem

Leichtbauzentrum Baden-Württemberg (LBZ). Partner sind der VDMA Baden-Württemberg

und der LVI − Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie.

www.leichtbau-bw.de/technologietag

Forum Industrie 4.0: Kommunikationsstandards im Fokus

VDMA, ZVEI und die Plattform Industrie 4.0

kooperieren in diesem Jahr erstmals mit dem

Industrial Internet Consortium (IIC) bei der

Ausrichtung des Forums Industrie 4.0 im Rahmen

der Hannover Messe. Ein Schwerpunkt des

Forums zur Digitalisierung in der Produktion

wird die Diskussion über Standards für die

Kommunikation im industriellen Internet der

Dinge sein. Beiträge widmen sich dabei Cloud-

Lösungen und der Frage, wie Unternehmensdaten

gesichert werden können. Auch das Auswerten und Zusammenbringen der Daten,

die im IT-gesteuerten Produktionsprozess entstehen, werden Thema sein.

www.hannovermesse.de

Technia und Transcat PLM bündeln Kompetenzen

Die schwedische Technia AB und die deutsche Transcat PLM, beides Tochtergesellschaften

der Addnode Group, haben sich zu einem Anbieter für Lösungen und Dienstleistungen

im Bereich CAD und PLM zusammengeschlossen. Das neue Unternehmen Technia

Transcat mit zwei Hauptstandorten in Stockholm und Karlsruhe beschäftigt damit mehr

als 360 Experten für Catia, Enovia, Simulia und Delmia. Es verbindet Know-how für die

digitale Produktentstehung mit Wissen über kollaborative Produktentwicklung. Neben

einem eigenen Software- und Dienstleistungsangebot bietet es auch das Produktportfolio

von Dassault Systèmes mit dem Funktionsumfang der 3D Experience Plattform an. Gemeinsam

könne man globale Unternehmen der meisten Industriezweige bedienen. Die

beiden Unternehmen hatten schon vorher partnerschaftlich zusammengearbeitet.

www.techniatranscat.com


AKTUELL

KOMMENTAR

Know-how statt Pakete von der Stange

Von effizienten Komponenten zur effizienten Antriebslösung

Welcher ist der sichere Weg zu effizienten Antriebslösungen?

Motor-/Umrichter-Paketlösungen eines Anbieters oder die

Kombination von Best-in-Class-Komponenten?

Dipl.-Ing. Michael Burghardt, Direktor

Produktmanagement, Danfoss Drives,

Offenbach

Wirkungsgradklassen ermöglichen

einen schnellen energetischen

Vergleich von Elektromotoren, Frequenzumrichtern

und deren Kombination.

Auf Basis der definierten Wirkungsgradklassen

werden gesetzliche Vorgaben

geschaffen um die Verwendung von

energieeffizienten Produkten sicherzustellen.

In Europa wird der gesetzliche

Rahmen, der diese Gesetzgebung treibt,

als Ecodesign bezeichnet und soll u. a.

für den Einsatz bzw. die Kombination

energieeffizienter Antriebslösungen

sorgen. Die Ecodesign-Richtlinie beschreibt

deswegen die wichtigsten

Merkmale, der für die elektrische Antriebstechnik

relevanten Wirkungsgradklassen

und ihre gesetz liche Relevanz.

Bei der optimalen Zusammenstellung

eines Antriebssystems ist dessen Effizienz

selbstverständlich neben der

zuverlässigen und für die Anwendung

optimalen Funktion ein wichtiger Faktor.

Für ein effektives und wirtschaftliches

Gesamtsystem muss der Anwen­

der aber mehr berücksichtigen als die

Wirkungsgradklassen: Das Zusammenspiel

aller Komponenten als Systemlösung

entscheidet letztlich über die Effizienz

seiner Anwendung.

So kann beispielsweise nicht pauschal

gesagt werden, dass eine bestimmte feste

Kombination aus etwa einem Synchronreluktanz-Motor

plus Umrichter eines

Herstellers für jede Applikation stets optimal

sein wird. Betrachtet man am Markt

angebotene vorkonfektionierte Kombinationen

aus Motor und Umrichter sind diese

üblicherweise für einen bestimmten Bereich

unter bestimmten Rahmenbedingungen

optimiert. Jede Änderung, die

diese Rahmenbedingungen nicht erfüllt,

kann zu einer schlechteren Effizienz

führen. Man sollte deswegen stets für die

eigene Anwendung genau untersuchen,

wie sich eine vordefinierte Kombination

aus Motor und Umrichter in den spezifischen

möglichen verschiedenen Applikations-

und Lastverhältnissen verhält.

Bei vielen Herstellern, die feste Kombinationen

aus Umrichtern und Motoren verkaufen,

überwiegt in der Regel entweder

Motoren sind die Basis –

Umrichter bringen den Mehrwert

das Motor- oder das Umrichter-Knowhow.

Sehr wahrscheinlich sind beide Produkte

im Normalfall auch erstmal getrennt

entwickelt worden. Dieses Verhalten

kommt daher, dass die Hersteller der unterschiedlichen

Produkte sich auf die Lösung

ganz unterschiedlicher Anforderung

konzentrieren müssen. Der Motor muss

robust und zuverlässig in allen möglichen

Anwendungen mit den unterschiedlichsten

Anforderungen funktionieren. Dies gilt

selbstverständlich auch für den Umrichter.

Sein Focus liegt aber auf der Ansteuerung

des Motors und die Kommunikation zur

Steuerung. Weiterhin kann er selber

Funktionen aus der Steuerung übernehmen

und diese so entlasten oder

gar überflüssig machen.

Da Motoren und Umrichter in der Regel

nicht für bestimmte Pakete entwickelt

werden, müssen sie auch in Kombination

mit Komponenten anderer Hersteller

zusammen arbeiten. Aus diesem

Grund bietet ein reiner Anbieter von

Frequenzumrichtern wie Danfoss klare

Vorteile für den Anwender: Da kein

bestimmter Motor aus dem eigenen

Portfolio mit verkauft werden muss,

bekommt ein Anwender herstellerneutral

den für seine Anwendungsauslegung

optimalen Motor angemessen.

Dies funktioniert deshalb, weil VLT

Frequenzumrichter den optimalen

Betrieb aller Motorarten mit einem Umrichter

für alle Anwendungen ermöglichen

– einfach, flexibel und Technologieunabhängig.

Verbunden mit einer

automatischen Motoranpassung bzw.

automatischen Energieoptimierung

geschieht dies zudem ohne große Spezialkenntnisse

beim Inbetriebnehmer.

Der Vorteil einer solchen Lösung liegt

auf der Hand: Es gibt keine Abhängigkeit

von einer bestimmten Motor-/Umrichterkombination,

bei der z. B. im

Einzelfall bei einem Defekt der Motor

nicht schnell verfügbar ist. Durch Technologieunabhängigkeit

im Nicht-Paket-

Fall kann eine Anlage so zudem bis zur

Lieferung des speziellen Paketmotors

auch übergangsweise mit einem völlig

anderen Motor optimal – in Bezug auf

die Konstellation – betrieben werden.

www.danfoss.de/drives

6 Der Konstrukteur 4/2016


HEIDENHAIN auf der

CONTROL – Stuttgart

Halle 1 – Stand 1409

Winkelmessmodule – Die perfekte Kombination von

hochgenauen Messgeräten und Präzisionslagern

Die neuen Winkelmessmodule verbinden die bewährte Messtechnik von HEIDENHAIN mit einer hochpräzisen

HEIDENHAIN-Lagerung. Die Komponenten sind optimal aufeinander abgestimmt und bilden eine hochintegrierte

Baugruppe mit spezifizierter Genauigkeit. Auf diese Weise vereinfachen HEIDENHAIN-Winkelmessmodule den

Aufbau hochgenauer Rundachsen. Denn als Einheit mit kompakten Abmessungen reduzieren sie den Einbau- und

Abstimmungsaufwand deutlich. Montage, Justage und Abgleich aller Einzelkomponenten hat HEIDENHAIN bereits

vorgenommen. So sparen Sie Zeit und Geld bei optimaler Messqualität.

DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, 83292 Traunreut, Germany, Telefon +49 8669 31-0, www.heidenhain.de

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AKTUELL

KOMMENTAR

Reise in eine digitalisierte Fertigung

Industrie 4.0 agil erfinden und Schritt für Schritt profitieren

Dr.-Ing. Marco Münchhof, M.S./SUNY,

Vorstand der Eckelmann AG und Leiter

Maschinenautomation

Industrie 4.0 ist eine Reise. Ihr Weg windet sich durch die Smart

Products, Smart Production Equipment und Smart Production Services.

Als Fernziel gilt allgemein die vollständig digitalisierte, teilautonome

Fertigung in Netzwerken mittels Cyber-Physical Systems, kurz CPS.

Der Begriff „Industrie 4.0“ will historische

Entwicklungen antizipieren.

Teilweise weckt er so falsche Erwartungen,

aber auch Ängste, etwas falsch zu

machen oder abgehängt zu werden.

Vielleicht gerade deshalb, weil ihn die

politische Diskussion zu Recht mit der

globalen Konkurrenzfähigkeit des Hightech-

und Industrie-Standorts Deutschland

in Zusammenhang setzt. Aus meiner

Sicht ist das eine generelle Gefahr

komplexer Zukunftsvisionen – man kann

leicht überfordert sein, angesichts der

vielfältigen Möglichkeiten und Risiken.

Bei einer Reise erwarten wir heute einen

detaillierten Reiseplan. Schon vor dem

Start reicht der Pilot seinen Flugplan

bei der Flugsicherung ein und kennt die

Ankunftszeit nahezu auf die Sekunde

genau. So suggeriert auch bei Industrie

4.0 eben jener Zusatz 4.0, der Logik von

Software-Releases folgend, dass man

von einer Version 3.x auf 4.0 upgraden

könne und es somit einen Stichtag gäbe,

an dem die Version ausgerollt wird.

Dabei sind dank agiler Entwicklung gegenwärtig

auch andere Wege denkbar. Deshalb

erschließen wir Industrie 4.0 gemeinsam

mit unseren Kunden in nutzenorientierten

Schritten. Unsere Lösungen werden sukzessive

um Industrie-4.0-Funktionen erweitert,

ähnlich wie man dies von versionslosen

Entwicklungsmodellen (z. B. HTML 5)

oder Continous Delivery (z. B. Windows 10)

kennt. Hier wird die Software fortlaufend

verbessert und um neue Features erweitert.

Schritt für Schritt werden so Mehrwert und

neue Möglichkeiten erschlossen – eine

Revolution in evolutionären Schritten.

In einem iterativen Prozess schauen wir,

welche Aspekte von Industrie 4.0 sich heute

mit vertretbarem Aufwand realisieren

lassen und generieren in überschaubaren

Etappen, quasi in Tagesmärschen, jeweils

einen konkreten Nutzen und Mehrwert.

Durch Feedback wird der Regelkreis geschlossen

und es wird vermieden, am

Bedarf vorbei Lösungen zu erarbeiten.

Diese Gefahr sehe ich, wenn man versucht,

mit umfassenden Spezifikationen

zunächst alle hypothetischen Anforderungen

abzubilden.

Das heißt nicht, dass wir keine Standards

bräuchten. Doch während an

Architekturen und Normen gefeilt wird,

können wir heute bereits einiges bewirken

und Erfahrungen sammeln. Dabei

fokussieren wir uns auf die greifbaren

Vorteile, welche ein Maschinenbauer

hat, wenn er seine Maschine in einem

ersten Schritt z. B. für Big Data Analytics

öffnet. In den großen Datenmengen, die

ständig in der Steuerung anfallen, steckt

ein noch kaum erschlossenes Potential,

um Maschinen und Anlagen zu optimieren.

Die Erkennung von Mustern und

Kausalitäten ist ein wichtiger Schritt, um

die Produktivität und Effizienz zu steigern.

Daher machen wir unsere Controller

für den unabhängigen Datenaustausch

und die Vernetzung fit. Und natürlich

stellt sich immer die Frage, wie

viel Industrie 4.0 für einen einzelnen

Anwendungsfall überhaupt sinnvoll ist.

Wie sieht nun Ihr persönlicher Reiseplan

aus? Dazu kann ich Ihnen folgenden

praktischen Reisetipp geben: Viele Wege

führen zu Industrie 4.0. Es gibt diverse

Ansätze, mit denen Sie schon heute

erfolgreich in Richtung Industrie 4.0

navigieren und die Zukunft erfinden

können. Nur bleiben Sie unterwegs flexibel.

Es ist noch nicht abzusehen, welche

Standards sich am Markt etablieren. Es

setzen sich übrigens nicht zwangsläufig

die technisch besten Lösungen durch.

Schon bei der ersten industriellen Revolution

musste die Dampfmaschine lange

auf ihren Durchbruch warten. Den erzielte

sie erst mit dem passenden Geschäftsmodell:

James Watt stellte mit

seinem Partner Dampfmaschinen zur

Verfügung und ließ sich einen Teil der

eingesparten Brennstoffkosten auszahlen.

In dem Sinne: Jede Reise beginnt

mit dem ersten Schritt – brechen Sie auf,

Sie können wenig verkehrt, aber vieles

richtig machen.

www.eckelmann.de

8 Der Konstrukteur 4/2016


13. Optatec auf Erfolgskurs

Die 13. Optatec – Internationale Fachmesse für optische

Technologien, Komponenten und Systeme

findet vom 7. bis 9. Juni 2016 im Messezentrum

Frankfurt statt. Die Ausstellerzahlen steigen, die

Internationalität nimmt zu, das Rahmenprogramm

steht, die Halle 3.0 im Internationalen Messezentrum

Frankfurt war rund 100 Tage vor Messebeginn

nahezu voll belegt. Tatsache ist, dass sich „Optische Technologien und Verfahren“ in

Gestalt von Komponenten, Baugruppen, Subsystemen und Komplettlösungen in vielen

Bereichen des Arbeitslebens wiederfinden, ohne dass die Nutzer davon überhaupt Kenntnis

haben bzw. nehmen. In diesem Zusammenhang fällt auch immer wieder der Begriff

„Laser“, was zwar grundsätzlich seine Richtigkeit hat, das Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten

Optischer Technologien jedoch tatsächlich nur teilweise widergibt.

Das Informations- und Kommunikationsangebot zur Messe präsentiert sich in einer

neuen Dimension, realisiert in enger Zusammenarbeit mit bewährten und neuen Kooperationspartnern:

Die Branchen- und Netzwerk-Organisationen Spectaris und OptecNet

stehen für das Rahmenprogramm.

SINEO

SETZEN SIE SIGNALE.

www.optatec-messe.de

Drei Fachkongresse zur Sensor+Test

Die Sensor+Test vom 10. bis 12. Mai in Nürnberg

mit voraussichtlich rund 580 Ausstellern

wird von drei Fachkongressen begleitet: Die

18. GMA/ITG-Fachtagung „Sensoren und

Messsysteme“ wird gemeinsam von der VDI/

VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik

(GMA) und der Informationstechnischen

Gesellschaft im VDE (ITG) getragen.

Zum zweiten Mal findet außerdem die

„European Telemetry and Test Conference –

etc2016“ in Kooperation mit der European

Society of Telemetry statt. Die etc2016, mit begleitender Ausstellung, ist die Plattform für

Telemetrie, Telecontrol, Test-Instrumentierung und Datenverarbeitung, in deren Rahmen

auch das "3rd Advanced In-Flight Measurement Techniques Symposium AIM2016" und

das "27th Symposium of the Society of Flight Test Engineers SFTE - European Chapter" tagen.

Zum diesjährigen Messe-Sonderthema „Messtechnik in der Cloud“ findet darüber

hinaus am dritten Messetag eine internationale Internet of Things Conference statt.

www.sensor-test.com

Parker Hannifin: Dichtungssparten unter einem Dach

Das Unternehmen Parker Hannifin hat seine Sparten für statische

und dynamische Dichtungsprodukte in der neuen

„Prädifa Technology Division“ zusammengeführt. Mit dem

Zusammenschluss gehen eine Vergrößerung des Anwendungstechnik-Teams

und die Stärkung weiterer kundennaher

Bereiche wie Labor, Marketing und Engineering einher. Das

Kerngeschäft liege weiter im Bereich dichtungstechnischer

Produkte, das Produkt- und Leistungsspektrum im Bereich

der Polymertechnik wachse jedoch. Dabei erschließen sich

durch neue Materialentwicklungen neue Märkte, z. B. mit

dem im vergangenen Jahr vorgestellten Werkstoff Nobrox für

Dichtungen und andere technische Bauteile. Im Jahr 2013

war die Parker-Dichtungsgruppe in Engineered Materials

Group umbenannt worden. Leiter der neuen Division ist Thomas Ottawa (Bild), ihr

Stammsitz ist in Bietigheim-Bissingen, Fertigungsstandorte befinden sich in Deutschland,

Belgien, Dänemark, Italien, Schottland und Tschechien.

www.parker.com

• Innovative Lichtleitertechnologie

und Varianten mit

IO - Link- Schnittstelle

• Drei oder vier Signalstufen mit

einstellbaren Farben und

Leuchtbildern dank RGB - LEDs

• Varianten mit hoher Schutzar t

(IP 65) für Umgebungstempe -

raturen von - 20° C bis 50° C

• Einfacher Anschluss mittels

M12-Steckverbindung

Herbert Waldmann GmbH & Co.KG

sales.germany@waldmann.com,

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INDUSTRIE 4.0 I FOKUSTHEMA

Dr. Jochen Köckler, Mitglied des

Vorstands der Deutschen Messe AG:

„Um wettbewerbsfähig zu bleiben,

müssen Unternehmen die

Potenziale der Digitalisierung

jetzt erkennen und voll ausschöpfen.

Wie das geht, wird die

Hannover Messe 2016 zeigen.“

Hannover Messe 2016

Schaufenster und Treffpunkt für Industrie 4.0

Michael Döppert

Integrated Industry – Discover

Solutions, so lautet das Leitthema

der Hannover Messe 2016. Die

Zukunftsvision der vernetzten

Industrie findet sich in dem Begriff

Industrie 4.0 wieder. Und dieser

Begriff füllt sich mit Leben, mit

Konzepten, Verfahren und

Produkten in physischer und

digitaler Gestalt. Das werden

Besucher der Messe erleben.

Auf der diesjährigen Hannover Messe

vom 25. bis 29. April sind Angebote für

die Digitalisierung von Fabriken das bestimmende

Thema. Gezeigt werden Lösungen

aus und für das produzierende

Gewerbe, um Produktionsanlagen Schritt

für Schritt zur Industrie-4.0-Fabrik ausbauen.

Die physische und digitale Welt der

indus triellen Produktion treffen sich in

Hannover unter anderem in den Ausstellungsbereichen

der Digital Factory und der

Industrial Automation. Besucher werden

erleben, dass Industrie 4.0 nicht mehr nur

Vision ist, sondern bereits heute in einsetzbaren

An lagen, Systemen und Komponenten

zum Teil schon handfeste Realität geworden

ist. Sie werden spüren, dass die Entwicklung

Fahrt aufgenommen hat, nicht nur

bei den Technologien sondern auch bei den

sich daraus ergebenden neuen Geschäftsmodellen.

Industrie 4.0 – das sind Lösungen, die

flexible, einfach zu handhabende, energieeffiziente

Maschinen möglich machen.

Inbegriffen sind moderne Interaktionsmöglichkeiten,

die Entwicklungs- und Inbetriebnahmezeiten

wesentlich verkürzen

werden und Technologie-Ansatzpunkte für

nachhaltige und energieeffiziente Produk-

tionen. Industrie 4.0 – das sind aber auch

Modularisierung und Mechatronik sowie

die Beherrschung von Schnittstellen, die

Maschinenbauer flexibler machen. Und

nicht zuletzt gehört auch das Thema Cloud

dazu und die Beantwortung der Frage: Wie

können Daten sicher aus der Maschine in

die Cloud und zurück gebracht werden, um

zum Beispiel Predictive Maintenance oder

auch ein Predictive Design zu ermöglichen?

Industrie 4.0 ist längst nicht mehr nur ein

Thema in Deutschland. Es war von Anfang

an ein Internationales, nicht überall mit dem

gleichen Namen – aber mit mehr oder weniger

gleichen Inhalten. Auch aus diesem Grund

ist die Hannover Messe und speziell die diesjährige

das Fenster für dieses Thema. 2016

kommt mit dem Partnerland USA zudem die

weltgrößte Volkswirtschaft nach Hannover

und mit ihr – in dem Umfeld von IoT (Internet

of Things) – interessante Aussteller. Ist es

in Deutschland die Plattform Industrie 4.0,

die hier versucht Standards zu definieren, so

ist es international das Industrial Internet

Consortium ICC. Auf dem Weg hin zur vernetzten

Industrie treffen sich in Hannover

zwei Protagonisten. Durch die Kombination

beider Standards könnten sich für viele

Unternehmen zahlreiche neue Geschäftsmöglichkeiten

mit Industrie-4.0-Lösungen

über Landesgrenzen hinweg ergeben.

Erneut ist es hier die Hannover Messe, die

ihre Internationalität jetzt ausspielen kann.

In Hannover kommen alle Taktgeber der

industriellen Digitalisierung zusammen:

Die deutschen Unternehmen mit Kernkompetenzen

im Maschinenbau und der Elektrotechnik,

US-IoT-Anbieter und Unternehmen

aus China und Japan, die ihrerseits die

Vernetzung in der Industrie vorantreiben.

Daraus können neue Partnerschaften, Ideen

und Lösungen auf dem Weg hin zur Industrie

4.0 entstehen – vielleicht initiiert auf der

Hannover Messe.

Bild: Deutsche Messe

www.messe.de

10 Der Konstrukteur 4/2016


FOKUSTHEMA I INDUSTRIE 4.0

Vielseitige und hochpräzise

Optosensoren

Detektierende und

messende Optosensoren

bieten die Serien

R100 und R101 von

Pepperl+Fuchs. Einsetzbar

sind sie als

Einweg-Lichtschranken,

Reflex-Lichtschranken

mit Polfilter,

Vordergrundausblendung

oder für die Detektion

transparenter

Objekte, energetische

Reflex-Lichttaster und

solche mit Hintergrundausblendung sowie als messende Lichtschranken

und Distanzsensoren. Sie sind mit einer Power-Beam-

LED oder einer neuen Lasertechnologie verfügbar, die Eigenschaften

von LED-Sendern und Laserdioden vereint. Damit werden

Arbeitsabstände optimiert und eine sehr präzise Detektion

und Abstandsmessung selbst kleiner Objekte wird ermöglicht. Die

Multi-Pixel-Technologie und ein Opto-ASIC ermöglichen es, für

Nahbereichsapplikationen eine höchst präzise Distanzmessung in

standardisierte Kleingehäuse zu integrieren. Beide Reihen sind

durchgängig mit IO-Link ausgestattet, was die Vernetzung von

Produktionsprozessen im Rahmen von Industrie 4.0 ermöglicht.

www.pepperl-fuchs.com

Fit für Industrie 4.0:

Intelligente Kennzeichnung

Für die Produktidentifikation,

die Fertigungssteuerung

oder den technischen

Plagiatsschutz bietet

Schreiner ProTech intelligente

Kennzeichnungen

an. Für den Fälschungsschutz

setzt das Unternehmen

ein digitales

Kopierschutz muster ein,

das kaum sichtbar in Typenschilder,

Logistiketiketten

oder andere

Podukt ausstattungsetiketten

inte griert wird. Damit können relevante Sicherheitsmerkmale

per 2D-Scanner oder Smartphone-App auf ihre Echtheit

überprüft werden. Auch per Lasergravur können Bauteile

gekennzeichnet werden. Inte grierte RFID-Etiketten erlauben

neben der Optimierung von Logistikprozessen auch die Abspeicherung

von Lebenslauf-Fakten für Bauteile. Führen Unternehmen

neue Kennzeichnungstechnologien ein, bietet Schreiner

Services Beratung und Engineering für Druck-, Applikations-

und Prüfsysteme an. Komplettlösungen reichen von der

Lohn-Applikation von Funktionsetiketten in Bauteile bis zur

Installa tion von Fertigungsinseln.

www.schreiner-protech.com

THE HEARTBEAT OF INDUSTRY 4.0

Sind Sie bereit für die vierte industrielle Revolution? Bereit für intelligente Fertigungssysteme, die flexibel auf neue Anforderungen reagieren?

Wir bewegen Produkte, Prozesse und Menschen, denn unsere Sensorlösungen und Systeme sind intelligent vernetzte Schrittmacher von Industrie 4.0.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie unser Herz auch Ihr Unternehmen belebt, besuchen Sie uns auf der Hannover Messe

(25. – 29. April 2016, Halle 9, Stand F53) oder unter www.balluff.de/industrie-4.0

www.balluff.com


INDUSTRIE 4.0 I TITEL

Der Datenhunger steigt

Der Digitale Zwilling wird zum Muss im Maschinen-, Steuerungs- und Schaltanlagenbau

Produktinformationen

Bestückung

Bearbeitung

Natascha Treml, Thomas Laforce

Das Thema Industrie 4.0 beherrscht seit einigen

Jahren die Diskussion um die Zukunft der industriellen

Fertigung. Auch wenn sich die Experten

nicht einig sind, wie genau Industrie 4.0 im Detail

aussehen soll und welche Voraussetzungen erfüllt

sein müssen, steht doch eines unstrittig fest: Daten

spielen im industriellen Umfeld eine zentrale Rolle.

Aber worauf haben Konstrukteure und Anlagenbauer

beim Thema Daten zu achten?

Handling

Kontektionierung

Verdrahtung

Schaltschränke

Automation

Stromverteilung

System

Engineering

Klimatisierung IT-Infrastruktur

Tools und Software Schnittstellen

Sowohl im Maschinenbau als auch im

Steuerungs- und Schaltanlagenbau steigt

der Bedarf nach Daten. Von besonderer Bedeutung

sind hier Daten, die entlang der

Wertschöpfungskette bei Entwicklung, Konstruktion,

Fertigung und Inbetriebnahme

von Maschinen sowie von Steuerungs- und

Schaltanlagen benötigt werden. Dazu gehören

etwa Planungsdaten für CAD- und CAE-

Systeme aber auch kaufmännische Daten.

Natascha Treml, Thomas Laforce,

Rittal GmbH & Co. KG, Herborn

01 Im Zentrum des digitalen Workflows

steht der virtuelle Prototyp – der Digitale

Zwilling

Entscheidend ist hier eine möglichst hohe

Durch-gängigkeit der Daten entlang der gesamten

Wertschöpfungskette. Nur so ist es

möglich, die Daten für alle Schritte nahtlos

zu verwenden. Zusätzliche Arbeit durch

doppelte Datenpflege kann so entfallen,

und die Effizienz steigt deutlich an. Wie

sehr der Bedarf nach solchen Daten zugenommen

hat, betont Uwe Scharf, Geschäftsbereichsleiter

Produktmanagement

bei Rittal: „Unsere Kunden haben im vergangenen

Jahr mechanische CAD-Daten

von 1,2 Millionen Rittal-Produkten über

unsere Websites angefragt und dabei über

sieben Millionen CAD-Files heruntergeladen

– ein deutliches Indiz dafür, wie

wichtig Daten heute sind.“

Wer braucht aber wann welche Daten?

Zu Beginn der Entwicklung steht bei vielen

Planern und Konstrukteuren zunächst die

Auswahl der passenden Komponenten und

Systeme. Früher waren hierbei die gedruckten

Kataloge der Lieferanten ein unverzichtbares

Medium. Im Zuge der Digitalisierung

sind heute die Möglichkeiten vielfältiger:

Kataloge stehen häufig auch in digitaler

12 Der Konstrukteur 4/2016


www.contitech.de/nextlevel

SERVICE ERWEITERN

KUNDENNÄHE AUSBAUEN

LEIDENSCHAFT TEILEN

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25. -29. April 2016

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INDUSTRIE 4.0 I TITEL

02 Die Elektro planung in

Eplan Electric P8 und Eplan

Pro Panel ist die Basis für

eine Durchgängigkeit der

Daten im gesamten

Engineering-Prozess

Form zur Verfügung – beispielsweise im

PDF-Format oder im elektronischen Format

inklusive einer Klassifizierung nach ETIM

oder eC@lss. Außerdem besteht häufig die

Möglichkeit, Produkte direkt auf der Lieferanten-Website

auszuwählen oder zu konfigurieren.

Bei Rittal sind eine Vielzahl an

Konfiguratoren auf der Website integriert.

Daten für den Maschinenbau

Nach den grundlegenden Arbeiten und der

Auswahl der benötigten Komponenten

steht die Konstruktion als nächster Schritt

innerhalb der Wertschöpfungskette an. Im

Maschinenbau wird häufig mit der mechanischen

Konstruktion begonnen, während

im Steuerungs- und Schaltanlagenbau die

Elektroplanung im Vordergrund steht. Die

Herausforderung besteht darin, dem Kunden

zu jedem Schritt innerhalb der Wertschöpfungskette

die Daten zur Verfügung

zu stellen, die er aktuell benötigt. Bei der

mechanischen Konstruktion benötigt der

Konstrukteur vom Lieferanten etwa die mechanischen

Konstruktionsdaten der verwendeten

Komponenten und Teile. Diese

kann er dann direkt in seine CAD-Software

importieren und verwenden.

Rittal stellt von sämtlichen lieferbaren

Komponenten seines Programm „Rittal –

Das System“ die mechanischen Konstruktionsdaten

über die Web-Plattform Partcommunity

zur Verfügung. Dabei werden

über 80 verschiedene Dateiformate unterstützt.

Für die professionelle Konstruktionsplanung

stehen qualitativ hochwertige und

kontinuierlich validierte, detailgetreue 3Dund

2D-Daten zur Verfügung. Auf der Web-

Plattform, die schnell und einfach über die

Rittal-Website zu erreichen ist (www.rittal.de/

ricad3d), kann der Konstrukteur in einem

komfortablen Dialog die benötigten Komponenten

auswählen und die Konstruktionsdaten

in dem für sein CAD-System

passenden Format herunterladen und direkt

in seiner Konstruktion verwenden.

Daten für Steuerungsund

Schaltanlagenbauer

Bei der Elektroplanung kommt in aller Regel

eine CAE-Software wie Eplan Electric P8

Klassifikationssysteme ETIM und eCl@ss

zum Einsatz. Auch hier benötigt der Elektroplaner

wiederum die Daten der eingesetzten

Komponenten. Zunächst sind hierbei

die für die Elektroplanung relevanten Daten

notwendig. Rittal stellt diese Planungsdaten

auf dem Eplan Data Portal des Schwesterunternehmens

Eplan bereit. Hier findet

der Anwender die Planungsdaten der

Rittal-Komponenten sowie die von über

500 000 Komponenten führender Gerätehersteller.

Nach dem Abschluss der Elektroplanung

kann mit Eplan Pro Panel ein virtueller

Der digitalen Kommunikation im Kunden-Lieferanten-Verhältnis kommt während

des Engineering-Prozesses eine große Bedeutung zu. Der Sender muss seine Produktdaten

möglichst so weitergeben, dass der Empfänger sie nahtlos weiterverarbeiten

kann. Um Produktinformationen so zu ordnen, dass sie auf der Empfängerseite

verstanden werden, verwendet man standardisierte Klassifikationssysteme. Rittal

setzt u.a. auf die weit verbreiteten Standards ETIM und eCla@ss. Die Klassifikationen

bestehen aus einer Hierarchie und den darin enthaltenen Klassen wie z. B. “Schaltschrank”.

Jede Klasse hat ihre eigene Definition und ihre eigenen in der Klassifikation

vorgegebenen Schlagwörter. So hat z.B. ein Schaltschrank Merkmale wie „Anzahl der

Schlösser“, „Schutzart IP“ und „Ausführung der Oberfläche“. Die Klasse „Klimagerät“

hat dagegen andere Merkmale wie „Spannungsart“ und „Temperaturrege-lung

vorhanden“. Die einzelnen Merkmale werden über Wertelisten weiter definiert

Das Klassifikationssystem ETIM beschränkt sich im Wesentlichen auf die Elektro-

Industrie. Es wird vor allem vom Großhandel genutzt, der die Daten verwendet, um

sie in Warenwirtschaftssysteme einzuspeisen, eigene Webshops zu erstellen und

Kataloge zu drucken. Im Gegensatz zu ETIM gibt es im Klassifikationssystem eCl@ss

eine advanced-Version mit Funktionen, die über die reine Klassenbeschreibung

hinausgeht. Sie ist vor allem auf die Anforderung von CAE-Software abgestimmt und

liefert entsprechende Daten mit, die direkt in der Elektroplanung eingesetzt werden

können.

14 Der Konstrukteur 4/2016


TITEL I INDUSTRIE 4.0

Prototyp der Anlage erzeugt werden. Selbstverständlich

werden dazu die Daten aus der

Elektroplanung wiederum direkt übernommen.

Der Elektroplaner kann alle benötigten

Komponenten im virtuellen Modell

innerhalb des Schaltschranks platzieren.

Hierzu sind allerdings zusätzliche Daten

wie z. B. die geometrischen Abmessungen

einer Komponente notwendig. Diese sowie

weitere bis zu 200 Merkmale sind in einer

sogenannten Makro-Datei im Eplan Data

Portal hinterlegt. Dazu gehören z. B. Logik-

Informationen, 2D- und 3D-Grafikmakros,

Schaltplanmakros, Fertigungsinformationen

sowie Zubehörinformationen. Dass die

Nachfrage nach diesen Daten hoch ist,

belegen Download-Zahlen aus 2015: Insgesamt

gab es hier 600 000 Downloads von

Rittal-Produkten.

Mit den Informationen aus der Elektroplanung

und dem virtuellen Prototyp lassen

sich im nächsten Schritt Daten für die Fertigung

erzeugen. Dazu gehören Verdrahtungslisten,

die für die manuelle Konfektionierung

der Leitungen oder zur Ansteuerung

einer automatischen Konfektioniermaschine

genutzt werden. Auch die Daten für die

Bearbeitung von Flachteilen werden direkt

aus den bestehenden Daten erzeugt. Diese

kann mit dem Bearbeitungszentrum Perforex

BC von Rittal Automation Systems

erfolgen, das vollautomatisch Montageplatten,

Türen und Seitenteile fräst, bohrt

oder graviert.

Nur mit den Daten ist ein

Produkt komplett

Neben den technischen Arbeitsschritten

bei der mechanischen Konstruktion, der

Elektroplanung, der Erstellung eines virtuellen

Prototypen sowie der Fertigung

ist die kaufmännische Abwicklung ein

wesentlicher Teil innerhalb der Wertschöpfungskette.

Auch hierbei kommt es

auf eine hohe Effizienz an. Effizienzsteigerungen

sind z. B. möglich, wenn die

Stücklisten aus der mechanischen Konstruktion

und der Elektroplanung nahtlos

in die kaufmännischen Systeme übernommen

werden können. Für die Kalkulation,

Bestellung und Logistik sind allerdings

wiederum andere Arten von Daten

notwendig. Bestellnummern, Preise, Gewichte

etc. sind hier die maßgeblichen

Größen.

Für den reibungslosen Austausch der

Daten zwischen Lieferant und Kunde hat

sich eine Klassifikation solcher Daten bewährt.

Rittal unterstützt die Klassifikationen

ETIM und eCl@ss, so dass Kunden

auch hier auf die Daten zugreifen können,

unabhängig davon, welche Klassifikation

sie verwenden. Auch das ältere Datanorm-

System wird unterstützt.

„Die Digitalisierung in der Industrie

schreitet stetig voran. Dabei kommt es verstärkt

auf Daten in qualitativ hochwertiger

Form an. Im Maschinen- und Anlagenbau

sowie im Steuerungs- und Schaltanlagenbau

können durch zunehmende Digitalisierung

große Effizienzsteigerungen entlang

der gesamten Wertschöpfungskette

realisiert werden“, sagt Uwe Scharf und ergänzt,

„Ein Produkt ist nur dann komplett,

wenn alle Daten dazu vorliegen.“

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Der Konstrukteur 4/2016 15


INDUSTRIE 4.0 I FOKUSTHEMA

Quantensprung bei der Motoranalyse

Smarte Sensortags bringen Motoren in die Industrie-4.0-Welt

Jonas Spoorendonk

Elektromotoren können interessante

Betriebsdaten liefern, die zur Prozessoptimierung

beitragen. Das wissen wir

schon länger, Wälzlagerhersteller zum

Beispiel bieten hierfür ihre Sensorlager

an. Ein Motoren-, Antriebs- und

Automati sierungsanbieter geht da

noch einige Schritte weiter und hat

eine Sensorbox entwickelt, die technologisch

und kostenseitig so konzipiert

ist, dass mit ihr jeder Motor

ausgerüstet werden kann.

Jonas Spoorendonk, ABB Automation

Products GmbH, Ladenburg

Nicht weniger als eine neue Form der industriellen

Wertschöpfung verspricht

das Internet der Dinge, Dienstleistungen

und Menschen (IoTSP, Internet of Things,

Services and People). Internettechnologien

sollen in Fabriken Einzug halten, Echtzeitdaten

die Produktivität steigern und Kundenwünsche

so flexibel wie nie zuvor befriedigt

werden. Informations- und Kommunikationstechnik

sowie Prozesse verschmelzen

und die Intelligenz nimmt

Einzug in die Maschinen.

Welche Herausforderungen lassen sich

mit dem Internet der Dinge, Dienstleistungen

und Menschen besser lösen? Einige

Beispiele dafür gibt es schon, wie die Augmented-Reality-Brille

mit

eingeblendeten Montageanweisungen

oder

der kollaborierende

Roboter, der eine sichere

Zusammenarbeit

mit Menschen

ermöglicht.

Die Rolle der Motoren heute

In der Diskussion bleibt ein weites Feld in

der Fabrikautomation bislang noch außen

vor: die Motoren. Anlagenbetreiber könnten

ihre Produktivität durch eine bessere

Überwachung und Wartung ihrer Niederspannungsmotoren

merklich steigern. Bislang

werden die allermeisten Motoren nicht

überwacht und nur reaktiv gewartet. Störungen

haben Verluste, eine schlechtere

Effizienz bis hin zu Ausfällen zur Folge. Eine

Ausfallstunde ist bekanntlich teuer – in der

Prozessindustrie kommen leicht fünf- bis

zehntausend Euro zusammen. Im Extremfall

kann sie mit bis zu fünfzigtausend Euro

zu Buche schlagen. Mit einer verbesserten

Betriebsüberwachung ließen sich Stillstände

vermeiden und somit Betriebskosten

einsparen.

Eine komplexe Überwachung von Niederspannungsmotoren

macht heute jedoch

wirtschaftlich meist keinen Sinn. Denn sie

erfordert eine aufwendige Infrastruktur und

das nötige Fachpersonal. Fehlen Informationen,

geht eine lückenhafte bzw. unkoordinierte

Wartung fast zwangsläufig einher.

Serviceingenieure könnten eine umfassende

Anlagenoptimierung zu erschwinglichen

Kosten dann bieten, wenn sie die

Statusinformationen einer großen Anzahl

Motoren bekämen, komplexe Zustandsanalysen

sich kostengünstig und einfach installieren

ließen und eine verlässliche Datenanalyse

zur Verfügung stünde. Von den

damit verbundenen niedrigeren Betriebskosten

und der höheren Produktivität würden

auch die Anlagenbetreiber profitieren.

Die Rolle der Motoren in Zukunft

Zukunftsmusik? Bald nicht mehr! ABB stellt

auf der Hannover Messe 2016 eine neuartige,

innovative und zugleich hoch wirtschaftliche

IoTSP-Lösung für Motoren vor.

Bei dem Konzept, das zum Ende des Jahres

2016 in den Markt eingeführt wird, handelt

es sich um eine „kleine Box“ mit intelligenten

Sensorfunktionalitäten, die eine detaillierte,

umfassende und kostengünstige

Zustandsanalyse für Niederspannungsmotoren

ermöglicht. Anlagenbetreiber können

damit alle Vorteile der vorausschauenden

Wartung nutzen und so Stillstandszeiten

Jonas Spoorendonk, Geschäftsbereichsleitung Motors & Generators DE, ABB Automation Products GmbH,

Ladenburg: „In den meisten Fällen macht heute eine komplexe Überwachung von Niederspannungsmotoren

wirtschaftlich keinen Sinn. Das wird sich mit unserem smarten Sensor ändern.“


FOKUSTHEMA I INDUSTRIE 4.0

reduzieren oder sogar verhindern, den

Energieverbrauch optimieren und Wartungs

kosten senken.

Für die Zustandsanalyse von Niederspannungsmotoren

stellt diese Lösung einen

echten Quantensprung dar. Mit dem ABB-

Sensorsystem könnten in Zukunft Millionen

Motoren ihren Wartungsbedarf melden.

Nach Schätzungen sind derzeit allein

mindestens 30 Millionen ABB-Niederspannungsmotoren

im Feld. Auch Motoren

anderer Hersteller können damit überwacht

werden.

Das Schlüsselelement ist ein kleines,

smartes Sensortag mit einer drahtlosen

Kommunikationsschnittstelle. Es wird direkt

am Motor angebracht – ab Werk oder im

Rahmen einer Nachrüstung. Das Sensorsystem

liefert Informationen zu zentralen Parametern

und ermittelt den Energieverbrauch

mit einer Genauigkeit von ± 10 %. Durch die

regelmäßige und präzise Überwachung der

wichtigsten Zustandsparameter werden

mögliche Probleme frühzeitig erkannt.

Mit dem Sensorsystem könnten

in Zukunft Millionen Motoren

ihren Wartungsbedarf melden

Rotor, Lager und Kühlung werden überwacht,

ebenso Betriebsparameter wie Vibrationen,

Temperatur und Überlastungen.

Die neue Lösung bietet eine automatisierte

und damit benutzerfreundliche Zustandsanalyse.

Die Sensortags senden die

Daten drahtlos an sichere cloud-basierte

Server von ABB. Die ausgewerteten Daten

werden den Anwendern auf PCs oder

mobilen Endgeräten zur Verfügung gestellt.

Diese Form der intelligenten Datenbearbeitung

und -verwaltung ermöglicht dadurch

moderne Instandhaltungskonzepte in der

Smart Factory.

Der Weg zu neuen

Geschäftsmodellen

Die IoTSP-Lösung von ABB macht den Weg

auch frei für neuartige Geschäftsmodelle.

Sie eröffnet eine völlig neue Instandhaltungs-,

Dienstleistungs- und Servicewelt,

in der unterschiedliche Dienstleister helfen,

die Anlagenleistung zu erhöhen und

gleichzeitig Kosten zu sparen. Dabei sind

verschiedene Szenarien möglich: Ein Anlagenbetreiber

kann beispielsweise einen

Servicevertrag mit einem Wartungsteam

abschließen, das alle seine Motoren wartet

und optimiert. Die Bezahlung kann neben

einer monatlichen Gebühr zusätzlich einen

Anteil an den eingesparten Energiekosten

beinhalten.

Bei einem weiteren Ansatz montiert ein

zertifizierter Partner von ABB die smarten

Sensortags an die Motoren einer Anlage

und führt auf Basis der Motordaten dann

eine optimierte Wartung durch. Da man auf

die Daten weltweit zugreifen kann, ist ein

Servicedienstleister an keinen Ort gebunden.

Er kann problemlos auch von einem

anderen Kontinent aus potenzielle Energieeinsparungen

berechnen und Wartungspläne

optimieren. Unterm Strich kann man

sagen: Wir haben es hier nicht nur mit einer

Win-win-Situation zu tun, sondern mit

Win-win-win-Szenarien.

ABB bietet mit dem smarten Sensor eine

echte Zukunftsvision, nämlich eine einfache,

smarte und kostengünstige Lösung für

STATEMENT

Dr. Michael Döppert, Chefredakteur

Was hat ein Elektromotor mit

Industrie 4.0 zu tun? Wie wird

ein Industriemotor 4.0-fähig? Diese

Fragen oder ähnliche hatten sich sicherlich

die Konstrukteure und Entwickler

der hier vorgestellten Sensorbox bei

ABB gestellt. Und Sie haben mit Ihrer

„kleinen Box“ die Antwort gegeben.

Der Motor kann einen interessanten

Part in der Industrie 4.0 einnehmen

und viel neues Potenzial eröffnen –

technologisch und wirtschaftlich.

die Zustandsanalyse von Millionen Motoren.

Durch die IoTSP-Fähigkeit der Motoren

lassen sich Wartungskosten und außerplanmäßige

Stillstandszeiten senken und die

Betriebsplanung, die Auslastung und der

Energieverbrauch der Motoren optimieren.

Last, not least trägt die Lösung zur Entwicklung

neuer Geschäftsmodelle bei. Effizientere

Instandhaltungskonzepte in der Smart

Factory sind das Ergebnis.

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INDUSTRIE 4.0 I FOKUSTHEMA

Wie lässt sich die

Teillast beherrschen?

Ein Ausblick auf die Entwicklungen der Energieeffizienz in der Industrie 4.0

Tim Bendig, Holger Borcherding

Energieeffizienz im Maschinenbau

hat viele Facetten und ist auch ein

wichtiger Aspekt in der Industrie

4.0 Diskussion. Wie die Antriebstechnik

gestern, heute, morgen und

übermorgen sich diesem Thema

stellt bzw. stellen wird, beschreiben

die Autoren im Folgenden aus Sicht

eines innovativen Antriebs- und

Automatisierungstechnik-Anbieters.

IE2 und die Idee der Rück speisung:

Das war gestern

Der energetische Blick zurück auf die Antriebstechnik

von gestern lässt sich in fünf

Funktionsbereiche aufteilen, die sich durch

die Komplexität der Anwendung unterscheiden.

Waren auf Komponentenebene

etwa IE2-Motoren gefragt, stand bei geregelten

Antrieben der Servo im Mittelpunkt.

Optimierungen hatten die Aufgabe, die Bewegungsführung

effizienter zu gestalten,

was bei Lenze zum Beispiel zur Entwicklung

der Auslegungssoftware Drive Solution

Designer (DSD) führte.

Waren Antriebe in einem Mehrachsverbund

miteinander gekoppelt, gab es erste

Zwischenkreis-Lösungen, um die Bremsenergie

als Folge des generatorischen Effekts

wirkungsvoll zu nutzen. Rückspeisen,

statt in Widerständen verheizen: Das Gestern

der Antriebstechnik hielt auch erste

Ideen bereit, die Bremsenergie größerer

Einzelantriebe in das Netz zurückzuspeisen.

Ein typisches Beispiel sind Regalbediengeräte

mit Leistungen oberhalb von

02

01 Durchdachte Kombination: Die

Kombination aus Lenze Smart Motor und

g500-Getriebe sorgt für mehr Effizienz

02 Erfüllt höchste Ansprüche an

die Ressourceneffizenz: Die neue

Frequenz umrichterreihe i500

Dr. Tim Bendig, Lenze Hameln;

Prof. Dr. Holger Borcherding,

Hochschule Ostwestfalen-Lippe

und fachlicher Leiter Bereich

Innovation bei Lenze

01

18 Der Konstrukteur 4/2016


Hannover Messe

25.–29. April2016

Halle9

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PDMD-A10028-00

Drehmoment steigern, Sicherheit

erhöhen, Kosten senken

Die neue FLENDER Kupplung N-BIPEX setzt

Maßstäbe bei den wichtigsten Anforderungen.

Gerade in Pumpen- und Kompressorenanwendungen

sind elastische Kupplungen

oft großen Lastspitzen ausgesetzt.

Um Ausfallrisiken vorzubeugen, wird in

der Projektierung häufig auf die nächstgrößere

Kupplung zurückgegriffen.

Wir ändern das mit der neuen N-BIPEX®.

Ihr innovatives Konzept mit einzigartigem

Curved-Design, modernster Gusstechnologie

und den auf Spitzenleistung

getrimmten Elastomeren sorgt für Prozessstabilität

und geringsten Verschleiß

auch unter Höchstlast. Sie bietet Ihnen

nicht nur größte Drehmomentreserven

und Ausfallsicherheit. Sie verspricht auch

eine längere Lebensdauer und spürbare

Kostenvorteile gegenüber marktüblichen

Lösungen.

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in das weltgrößte Portfolio der

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INDUSTRIE 4.0 I FOKUSTHEMA

STATEMENT

Dr. Tim Bendig,

Leiter Strategisches Marketing & Corporate Communications

Nach wie vor werden Energieeffizienzbetrachtungen überwiegend auf Komponentenebene

unternommen, resultierend aus staatlichen Vorgaben. Die IE-Einstufungen

von Motoren sind dafür genauso ein Beleg, wie die Energielabel einzelner

Haushaltsgeräte. Eine Bewertung der Energieeffizienz für die

Erledigung einer definierten Aufgabe findet in der Regel jedoch

nicht statt. Dabei lässt sich mit einer Systemoptimierung eine

wesentlich bessere Ressourceneffizienz erreichen, als mit dem

kostspieligen Herumfeilen an Wirkungsgrad im Bemessungspunkt,

der sich nur auf homöopathischem Niveau verbessern lässt.

Gesamtzusammenhänge sind gefragt – und Systeme, die sich

selbst optimieren, um gerade auch bei Teillast so sparsam wie nur

möglich zu arbeiten. Die Ressourceneffizienz ist deshalb aus Sicht

von Lenze ein integraler Bestandteil der Industrie 4.0.

03 Durch die Trennung von Einspeise- und Rückspeisepfad können beide Zweige separat

ausgelegt werden, was eine exakte Dimensionierung je nach Bedarf der Anlage ermöglicht

40 kW. Die dafür notwendige Technik gestaltete

sich allerdings so komplex und

kostspielig, dass sich Realisierung nur auf

den kos-metischen und nicht auf den betriebswirtschaftlichen

Nutzen des Anwenders

abstützen ließ. Zudem treten auch

heute noch immer wieder Fragestellung zur

Netzverzerrung aufgrund von Oberschwingungen

auf.

IE3 und Teillastoptimierung:

Das ist heute

Was bietet das Heute für eine energieeffiziente

Antriebstechnik? Ausgehend von

der Komponentenebene beginnt sich der

Blick langsam auf das Zusammenspiel

mehrerer Elemente zu erweitern. Gestern

war nur der Motor interessant, was durchaus

dazu führte, einen vermeintlich effizienten

IE2-Motor gerne mal mit einem

wirkungsgradschwachen Schneckengetriebe

zu kombinieren – normseitig völlig

in Ordnung, effizienzseitig eine mittlere

Katastrophe.

Heute prägen bereits IE3-Motoren das

Bild in Anwendungen mit festen Drehzahlen,

und Lenze kombiniert diese bei der

neuen Getriebebaureihe g500 mit höher

übersetzten Stufen. Auch wenn der Verbundgedanke

wächst – die rechtliche Seite

betrachtet noch immer nicht den Energieverbrauch

der Getriebe.

Bei den geregelten Anrieben kommen

ebenfalls verstärkt IE3-Motoren zum Einsatz.

Lenze erweitert das Ganze aktuell mit

weiteren Verbrauchsoptimierungen vor

allem im Teillastbereich mit der Funktion

VFCeco zur Anpassung des Magnetisierungsstroms.

Heute lassen sich selbst anspruchsvolle

Mehrachsanwendungen auf

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20 Der Konstrukteur 4/2016


STATEMENT

Prof. Dr. Holger Borcherding,

Fachlicher Leiter Bereich Innovation Lenze

Die Entwicklung der Antriebs- und

Steuerungstechnik gestern, heute,

morgen und übermorgen zeigt, dass

vor allem mechatronische Integration,

funktionale Vernetzung und Systemintegration

ein wirksames Mittel sind zur

Steigerung der Energieeffizienz. Mit

den Möglichkeiten der Industrie 4.0

werden Maschinen

noch besser in

der Lage sein, sich

in einem Produktionsverbund

auf

Basis der situativen

Auslastung

selbstständig zu

optimieren und

miteinander

abzustimmen.

den Punkt genau auslegen und somit optimieren

– was bei Lenze in der Weiterentwicklung

des Antriebsauslegungstools Drive

Solution Designer (DSD) sichtbar wird.

Und der Zwischenkreisverbund von gestern?

Lenze hat ihn – auch mit Hilfe des DSD – erweitert

um dedizierte Berechnungsmöglichkeiten,

die letztlich dazu dienen, Energieeinsparungen

bis 30 % zu erzielen.

Weniger Verschwendung durch

Stand-by: Das kommt morgen

Gestern und heute zeigen, wie sukzessive

immer mehr Software, Mechatronik sowie

das vernetzte Verständnis für eine Applikation

Einzug halten, um die Antriebstechnik

effizienter zu gestalten. Beim Morgen wird

eine Herausforderung darin bestehen, wie

sich vor allem die Standby-Leistungen

gleichermaßen wirksam und betriebssicher

eliminieren lassen. Dazu ist es notwendig,

noch mehr den Kontext einer Gesamtproduktion

in die Maschinenentwicklung einfließen

zu lassen.

Auf Komponentenebene rechnet Lenze

damit, dass der sparsame Stand-by-

Betrieb genauso Thema sein wird, wie die

weitere Einsparung von Getriebestufen

oder die Beerdigung des Schne-ckengetriebes.

Bei drehzahlvariablen Antrieben

bestimmen IE4-Motoren mit Regelung das

Bild, neue Effizienzbewertungen von Systemen

halten Einzug, was bereits mit der

neuen Eco-Design-Norm DIN EN 50598

erkennbar ist. Das Ganze wird begleitet

durch neue Werkstoffe, die Möglichkeiten

schaffen, Geräte noch kompakter zu bauen

und die Eigenverluste weiter zu senken.

Bestes Beispiel dafür: Die neuen Frequenzumrichter

i500, die Lenze erstmals auf der

SPS IPC Drives 2015 in Nürnberg der breiten

Öffentlichkeit zeigte.

Auch das Thema der Energierückspeisung

erhält neue Dynamik. Bei Lenze mit

einem ganz neuen Weg. Weil sich bei der

Active Front End Technik (AFE) von Gestern

die Energieeinsparungen nur zu einem

recht hohen Preis, gepaart mit viel Arbeit

erschließen ließen, hat Lenze gemeinsam

mit Partnern aus dem Spitzencluster „it’s

OWL“ ein ganz neues Rückspeisekonzept

entwickelt, das auf der Hannover Messe

2016 erstmals als „echtes“ produkt präsentiert

wird.

Ein Konzept, welches sich vergleichen

lässt mit einem verteilten, dezentralen DC-

Netz – in dem der Zwischenkreis quasi

seinen Schaltschrank verlässt und damit

offener wird für alle Teilnehmer eines Systems.

Die Bremsenergie wird zuerst einmal

direkt zu Verbrauchern über das DC-Netz

verteilt und der Rest wird durch eine skalierbare

Rückspeisung, gerade so groß wie hierfür

benötigt, genutzt und nicht in einem

Bremswiderstand verheizt.

Auf Auslegungsebene wird es zu einer

Anbindung von Softwarewerkzeugen wie

dem DSD an die Entwicklungsebene des

Maschinenbaukunden kommen. Damit

wird der Weg frei für weitere Optimierungen

und eine besseren Orientierung an

den tatsächlichen Bedürfnissen der Produktion

an die eingesetzten Maschinen.

Auf der Nutzungsebene führt diese Entwicklung

zu neuen Messverfahren innerhalb

eines übergreifenden Energiemanagements

sowie individuellen Kennlinienfeldern,

die alle Betriebszustände

abdecken – umso die Teillastverluste zu

senken.

Energetische Selbstoptimierung:

Das Ziel für übermorgen

Industrie 4.0: Die Zusammenhänge cyberphysischer

Systeme lassen sich übermorgen

dafür nutzen, die Energieeffizienz weiter

zu verbessern, weil Maschinen durch

höhere Freiheitsgrade automatisch erkennen,

wann und wie sie ihren Betrieb optimieren

können. Die Herausforderungen

der Zukunft werden folglich noch mehr

darin bestehen, Maschinen und Anlagen

nicht auf einen Nennpunkt hin auszulegen,

sondern sie so auszurüsten, dass sie

ihren für die Erledigung der definierten

Aufgabe benötigten Energiebedarf unter

Nebenbedingungen, wie beispielsweise

Zeit, selbst minimieren können. Dann

könnte von einer intelligenten, dynamischen

Auslegung der Maschinen- und

Anlagenperformance die Rede sein. Energetisch

betrachtet handelte es sich dann

um eine Industrie 4.1 Lösung.

www.lenze.com/de

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Werkstoffe/Werkzeu

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Schutz- und Sicherheits

Fluidtechnik

Elektrotechnik

Schutz- und Sicherheitstechnik

Elektrotechnik

Steuerungstechnik

Montage- und

Handhabungstechnik

Messtech

Mechatronische Systeme

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Antriebstechnik

IT/Softw

Automatisierungstechnik

Laser- und Plasmatechnologie

Maschinenteile, Baugruppen und Systeme

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IT/Software

Montage- und Messtechnik Handhabungstechnik

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Maschinenteile, Baugruppen und Systeme

Besuchen Sie uns auf

der Hannover Messe:

Halle 16, Stand A04


INDUSTRIE 4.0

I FOKUSTHEMA

Zufriedener Anwender

Für die Zukunft gerüstet

Transportsystem öffnet den Weg zu neuen

Maschinenkonzepten

Marco Gierden

Wie lassen sich häufig wechselnde,

im Extremfall einzelne Produkte

auf einer Linie flexibel und kosteneffizient

abfüllen, verschließen,

etikettieren und verpacken? Mit

dem sogenannten Multi-Carrier-

System gibt es die Antwort auf

diese Frage und auf aktuelle und

kommende Trends nicht nur in der

Verpackungsindustrie.

Marco Gierden, Siemens AG, Projektleiter

Multi-Carrier-System, Factory

Automation, Production Machines, Erlangen

Individualisierte, beispielsweise über Online-Konfiguratoren

„personalisierte“ Produkte

– und damit Verpackungen – in

kleinsten Stückzahlen bis hin zu Losgröße 1

werden künftig eher die Regel denn die

Ausnahme in immer mehr Branchen sein.

Zu den Trendsettern im Verpackungssektor

zählen dabei traditionell die Hersteller von

Kosmetika und pharmazeutischen Produkten.

Aber auch in anderen Bereichen stellen

saisonal oder für Sonderkampagnen wechselnde

Produkt- und/oder Verpackungsvarianten

oder ganz allgemein immer kürzere

Produktlebenszyklen immer höhere

Anforderungen an die Variabilität der

Produktionssysteme.

Höchste Bedeutung kommt dabei einem

der steigenden Variantenvielfalt gewachsenen

Fertigungs- und Materialfluss in den

Anlagen zu. Wobei weniger höchste Durchsatzraten,

sondern hohe Flexibilität und

Dynamik zwischen den Stationen sowie die

Prozesssicherheit im Fokus stehen. Wunsch

vieler Betreiber ist ein kontinuierlicher

Materialfluss mit optimierten, das heißt

kleinen, besser noch keinen Zwischenpuffern,

um künftige Maschinengenerationen

noch kompakter ausführen zu können. Angesichts

der steigenden Zahl unterschiedlicher

Produktformate sind zudem minimale

Rüstzeiten erklärtes Ziel.

Einer der ersten Anwender des

Multi-Carrier-Systems im rauen

Produktionsalltag ist die Dr. Kurt

Wolff GmbH & Co. KG, Bielefeld.

Das Unternehmen füllt, verschließt

und etikettiert auf einer Anlage der

Optima Consumer GmbH im ständigen

Wechsel und in unterschiedlichen

Gruppierungen knapp 20 Produktformate,

unter anderem die Serien

Schlüssel für das Erreichen der

geforderten Ausbringung von

mindestens 120 Flaschen pro Minute

waren eine detaillierte Materialflussanalyse,

sowie eine Simulation im

Mechatronics Concept Designer und

das perfekte Zusammenspiel der am

Projekt beteiligten Partner Optima,

Siemens, Festo und Dr. Kurt Wolff.

Das realisierte Multi-Carrier-System

umfasst mehr als 100 MCS-Linearmotoren

und über 60 weitere, im

(hier antriebsbasierten) Motion-

Control-System darauf synchronisierte

(Servo)Achsen an insgesamt neun

Stationen. Damit konnte die gewünschte

hohe Flexibilität erreicht

werden und das die starre Verkettung

früherer Maschinengenerationen

gehört endgültig der Vergangenheit

an, so die rundum zufriedenen

Verantwortlichen des Betreibers.

Modular zu optimiertem

Materialfluss

Für die dadurch veränderten Transportaufgaben

innerhalb von Anlagen haben Siemens

und Festo mit der gemeinschaftlichen

Entwicklung des so genannten Multi-Carrier-

Systems (MCS) eine innovative Lösung realisiert.

Dabei handelt es sich um ein neues,

modulares Linearantriebssystem, das den

22 Der Konstrukteur 4/2016


Transport multiformatfähiger Waren- oder

Werkstückträgerwagen (Carrier) flexibler

und dynamischer macht. Kernkomponenten

sind in mehreren Längen erhältliche

Primärteile, woraus sich theoretisch beliebig

lange Transportstrecken aufbauen lassen.

Die dazugehörigen Sekundärteile sind

in die Carrier integriert, die wahlweise einzeln

geregelt oder in von Motorsegment zu

Motorsegment veränderbaren Gruppen gesteuert,

sowohl vor- als auch rückwärts

verfahren werden können. Exakt so, wie es

flexible Prozesse erfordern.

Primär- und Sekundärteile der Linearmotoren

von Festo sind vollständig verschlossen

in hoher Schutzart ausgeführt

und damit geschützt vor Verunreinigungen

durch ein austretendes Produkt sowie einfach

zu reinigen. Das ist in der Kosmetikund

der Pharmaindustrie, aber auch in der

Nahrungs- und Genussmittelbranche unabdingbar.

Die auf den Sekundärteilen aufsetzenden

Carrier können individuell gestaltet

werden, was u. a. die einfache Adaption an

veschiedene Führungssysteme oder spezielle

Ausprägungen für besondere Hygieneanforderungen

ermöglicht.

Antriebs-Performance auf

bewährter Basis

Das performante Antriebs- und Regelungssystem

für das MCS hat Siemens innerhalb

weniger Monate umgesetzt. Entscheidend

dafür waren die bereits vorhandenen Standards:

das in vielen industriellen Anwendungen

bewährte Motion-Control-System

Simotion sowie das darauf abgestimmte,

modulare Antriebssystem Sinamics S120

und eine zuvor schon für High-End-An-

01 Basis des Multi-Carrier-Systems sind das

Motion-Control-System Simotion und das

modulare Antriebssystem Sinamics

STATEMENT

Dr. Michael Döppert, Chefredakteur

Das ist heute schon gelebte

Industrie 4.0. Nicht nur von

Seiten des Anlagenbetreibers,

sondern vor allem von Seiten der

Entwicklungspartner des Multi-

Carrier-Systems. Industrie 4.0 wird

nicht nur technologische Grenzen

aufheben sondern muss auch Unternehmensgrenzen

öffnen. Interdisziplinäre

Zusammenarbeit und

firmenübergreifende Kooperationen

in Entwicklung und Konstruktion

sind essentielle Schritte zu

Industrie 4.0-tauglichen Maschinen

und Prozessen.

wendungen patentierte Software-Lösung

für die präzise, Motorsegmente übergreifende

Regelung (closed-loop-Betrieb mit

Geber) beziehungsweise Steuerung (geberloser

open-loop-Betrieb) der Carrier. Damit

sind Geschwindigkeiten von bis zu 4 m/s

und Beschleunigungen von bis zu 50 m/s²

möglich. Die in der Praxis erreichbaren

Werte hängen von der Art und Masse des

jeweiligen Produkts ab. Die Bewegungsführung

lässt sich mit Bordmitteln von Sinamics

und Simotion optimieren. Darüber

hinaus ist auch die Kombination mit speziellen

Antriebsfunktionen wie Vibration

Extinction (VibX) möglich. Damit wirken

ausgefeilte Regelungsalgorithmen auch

dem Überschwappen flüssiger Medien

beim schnellen Beschleunigen

und Abbremsen

aktiv entgegen.

Das Multi-Carrier-System

ist formatkompatibel

zu etablierten Werkstückträgersystemen,

es kann somit

beliebig damit kombiniert

werden; auch ein nachträgliches

Erweitern bestehender

Systeme ist einfach möglich.

So lassen sich die Carrier auch

außerhalb einer Linie (um)rüsten

und bei Bedarf einfach ein- und ausschleusen,

was Produktionswechsel wesentlich

beschleunigt.

C

M

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CM

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INDUSTRIE 4.0

I FOKUSTHEMA

02 Das wahlweise antriebs- oder PC-basierte Motion-Control-System koordiniert

neben den Achsen des Multi-Carrier-Systems auch alle weiteren Achsen der Anlage

SIMATIC

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SINAMICS S120

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Multi-Carrier-System)

Multi-Carrier-System

SIMOTICS S

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03 Die Sekundärteile der MCS-Linearmotoren sind

in die Carrier integriert, ebenso FID-Transponder

Für einen optimierten Fertigungsfluss und

dessen lückenlose Nach- und Rückverfolgbarkeit

sind die Carrier mit berührungslos

les- und beschreibbaren RFID-(Radio FrequencyIdentification)-Transpondern

ausgerüstet.

Darüber hinaus können auch individuelle

Leistungsdaten jedes einzelnen

Carriers erfasst und analysiert werden. Mit

Hilfe eines solchen Condition-Monitoring-

Systems können sich anbahnende Probleme

einzelner Carrier oder einer Transportstrecke

schnell erkannt und behoben

sowie die An lagenverfügbarkeit auf höchstem

Niveau gehalten werden.

Weil das Multi-Carrier-System auf den genannten

Standards aufsetzt, kann es ohne

Einschränkungen mit (Sin amics-)Antriebsachsen

der Kernprozesse wie auch von

Nebenaggregaten elektronisch verknüpft

werden, mit allen Möglichkeiten von Simotion.

Da jeder Carrier technisch einer virtuellen

Achse im Antriebssystem entspricht

sind perfekt aufeinander abgestimmte, z. B.

auch über Kurvenscheiben synchronisierte,

interpolierte Abläufe realisierbar. Und das

im Idealfall ohne einen zusätzlichen Controller,

wobei es aber grundsätzlich möglich

ist, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu

verteilen. Die schnelle, auch Controllerübergreifende

Kommunikation über Profinet

mit IRT (Isochronous Realtime) steht in

jedem Fall für kürzeste Taktzeiten und damit

höchste (Antriebs)Performance.

Virtuell validieren –

automati-siert programmieren

Die Umsetzung neuer, in der Regel immer

komplexerer Maschinenkonzepte erleichtert

und beschleunigt der Mechatronic Concept

Designer, ein Simulationswerkzeug aus

der Softwaresuite von Siemens. Damit lassen

sich an sich statische Konstruktionen

mit überschaubarem Aufwand zum Leben

erwecken sowie unterschiedliche Fertigungs-

und Materialflussszenarien virtuell

Da jeder Carrier einer virtuellen Achse entspricht, sind perfekt

aufeinander abgestimmte Abläufe realisierbar

vergleichen und validieren. Durch Exportieren

der Simulationsergebnisse in den Projektgenerator

Simotion easy Project kann

automatisiert und damit frei von Übertragungsfehlern

ein ablauffähiges Maschinenprogramm

generiert und direkt in das

Motion-Control-System geladen werden.

Bilder: Aufmacherbild Dr. Wolff,

01 + 02 Siemens, 03 Festo

www.siemens.com

24 Der Konstrukteur 4/2016


FOKUSTHEMA I INDUSTRIE 4.0

Siemens baut Angebot für das Digital

Enterprise weiter aus

Siemens baut sein Angebot für das Digital Enterprise – das durchgängig

digital arbeitende Unternehmen – weiter aus. Das Unternehmen

stellt zahlreiche Innovationen in Energieverteilung, Automatisierungs-

und Antriebstechnik sowie Industriesoftware vor.

Die vier Eckpfeiler

für

eine digitale

Transformation

sind

durchgängige

Software-Tools

und -Systeme,

industrietaugliche

Kommunikations- und Sicherheitslösungen sowie datenbasierte

Services. Die zentralen Herausforderungen sind für alle Firmen

die gleichen: Time-to-Market verkürzen, Flexibilität und Effizienz

erhöhen – und das alles bei immer höherer Qualität. Einen

wichtigen Schritt zur Angebotserweiterung hat Siemens mit der

beabsichtigten Übernahme des US-Unternehmens CD-adapco

gemacht. „Durch die Erweiterung unseres Portfolios von industriellen

Simulations-Tools um das am Markt führende Softwarewerkzeug

zur Strömungssimulation bauen wir unsere Kompetenz

auf dem Gebiet der modellbasierten Produktentwicklung aus“, so

Anton S. Huber, CEO der Division Digital Factory.

www.siemens.com

Sensor+Test 2016

Internet der Dinge im Fokus

Der Messtechnik gehört die Zukunft.

Ihre Daten sind das Blut in den Adern

von Industrie 4.0 und die meisten

Teilnehmer im Internet der Dinge

werden entweder selbst messende

Sensoren sein oder über eine Vielzahl

solcher Sensoren verfügen.

Der wesentliche Fortschritt in der

vernetzten Welt von morgen liegt in

der globalen Verfügbarkeit lokaler Messergebnisse. Dieser

rasanten Entwicklung – und auch den damit verbundenen

Risiken wie z. B. der Datensicherheit und -integrität – trägt

der Ausstellerbeirat der Sensor+Test 2016 mit dem Sonderthema

„Messtechnik in der Cloud“ Rechnung.

Die Sensor+Test vom 10. bis 12. Mai in Nürnberg bietet vielfältige

Gelegenheiten zum Innovationsdialog über neue

Lösungen und Konzepte zur Übertragung, Verarbeitung,

Analyse und Sicherheit messtechnisch ermittelter Daten im

weltweiten Netz. Und das nicht nur an den Messeständen

zahlreicher Aussteller: Auf dem Sonderforum in Halle 5

können sich die Besucher gezielt und konzentriert einen Überblick

über neue Produkte und Entwicklungen zu diesem spannenden

Thema verschaffen.

Auch das Vortrags-Forum in Halle 5 steht am ersten Messetag

ganz im Zeichen der „Messtechnik in der Cloud“.

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Wettbewerb davon.

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INDUSTRIE 4.0 I FOKUSTHEMA

Vorausschauen statt vorbeugen

Predictive Maintenance – ein Beispiel für den sinnvollen Einsatz von Industrie 4.0

Industrie 4.0 ist der aktuelle Schlüsselbegriff

in der Automationsbranche.

Dabei handelt es sich um

eine seit Jahren andauernde

Evolution hin zu vernetzbaren

Komponenten, Modulen und

Maschinen. Kaum eine Technologie

zeigt diese Entwicklung besser als

die Pneumatik in Kombination mit

dezentraler Elektronik. In der

vorausschauenden Instandhaltung

oder prognostischen Wartung, kurz

„Predictive Maintenance“ findet sie

einen sinnvollen Einsatz.

In manchen Großunternehmen haben

die Produktionsanlagen einen Wert von

mehreren Hundert Millionen Euro. Aber

auch ein paar Nummern kleiner werden

Maschinen immer mehr zu strategischen

Erfolgsfaktoren eines Unternehmens. Hohe

Maschinenauslastung, möglichst keine

Stillstände, enge Taktung und Just-intime-Produktion

werden immer wichtiger.

Ein reibungsloser Betrieb muss sichergestellt

sein.

„Mit richtig eingesetzten Predictive-Maintenance-Lösungen

kann der Zustand einer

Anlage während des Betriebs in Echtzeit

ermittelt werden. „Predictive Maintenance

ist die Kombination aus der Condition

Monitoring genannten Zustandsüberwachung

und der Fähigkeit, aus den erfassten

Daten Schlüsse ziehen zu können“, erläutert

Dieter Michalkowski, Industrie 4.0-Experte

bei Aventics. Die vorausschauende Instandhaltung

basiere natürlich auf der Zustandsüberwachung.

Aber sie sei ohne das Wissen

von Experten nicht möglich. Probleme

werden schon im Frühstadium erkannt und

es wird der optimale Wartungszeitpunkt der

Anlage berechnet. So können der Wartungsplan

optimiert und teure Stillstandzeiten

vermieden werden.

Auf Geschäftsführungs- oder Vorstandsebene

trat das Thema Wartung lange hinter

anderen Steuerungsgrößen zurück. Weil

Maschinen aber immer höhere Investitionen

bedeuten, spielt ihre Verfügbarkeit eine

immer größere Rolle. Das Management

steht in der Verantwortung, dass die Maschinen

und Anlagen ausgelastet sind. Das

Thema Wartung wird zur Chefsache und

nimmt damit natürlich auch für den Maschinenbauer

an Bedeutung zu.

26 Der Konstrukteur 4/2016


Motors | Automation | Energy | Transmission & Distribution | Coatings

Blick in die Glaskugel?

Die Forderung ist klar: Produktionsanlagen

müssen umfassend verfügbar sein, Zeiten

des Stillstands, insbesondere des ungeplanten,

sind zu reduzieren. Deshalb beschäftigt

sich Aventics schon seit Anfang 2014 intensiv

mit Predictive Maintenance als unmittelbare

Anwendung zur Industrie 4.0: „Wir

haben die Notwendigkeit früh erkannt und

bereits zu Beginn der Entwicklung unserer

fortschrittlichsten Ventilgeneration das

Thema betrachtet“, erläutert Michalkowski.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Preventive

Maintenance, also den präventiven Austausch

von Komponenten, oder Predictive

Maintenance über das Überwachen des

Zustands der Komponenten. „Die erste

Möglichkeit geht mit deutlich höheren Kosten

sowie Ressourcen einher und sollte deshalb

vermieden werden“, so Michalkowski.

Aventics kenne die Betriebsbedingungen

und deren Einfluss auf den Verschleiß, „sodass

qualitativ hochwertige Aussagen über

den Zustand und die Restlebensdauer der

Antriebe möglich seien. Und er hebt hervor:

„Das hat nichts mit Wahrsagerei und Glaskugel

zu tun, sondern ist exakte Ingenieurleistung“.

Um dies sicherzustellen, überwacht

Aventics in seinen Ventilsystemen die Anzahl

der Schaltvorgänge jedes einzelnen

Ventils und weiterer Betriebsparameter um

das end of live vorauszusagen. „So können

wir durch Überwachen des Zeitverhaltens

den Zustand der Antriebe, aber auch von

Führungen oder Stoßdämpfern bestimmen“,

erklärt Michalkowski.

Digitale Steuerung als Basis

Kommt Industrie 4.0 wie ein Urknall in die

Produktionshallen? „Es wird nebeneinander

evolutionäre und revolutionäre Veränderungen

geben – aber sicherlich wird ein

STATEMENT

Martina Bopp, Redakteurin

Wartung ist natürlich nicht nur

ein Thema für den Maschinenbetreiber.

Bei der Entwicklung

von Maschinen spielt Wartungsfreundlichkeit

bei der Auswahl der

Komponenten und der Gesamtkonstruktion

seit jeher eine wichtige

Rolle. Mit der Idee der Predictive

Maintenance kann der Konstrukteur

nun in neuem Maße dazu

beitragen, die Effizienz und die

Betriebssicherheit seiner Anlagen

weiter zu erhöhen.

komplexes Gesamtsystem nicht auf einen

Schlag in allen Bereichen umgestellt“, blickt

Michalkowski voraus. Um den Kunden bei

allen Entscheidungen die nötigen Freiheitsgrade

zu bieten, hat Aventics frühzeitig

dafür gesorgt, dass die pneumatischen

Komponenten „Industrie-4.0-ready“ sind.

Besonders die AV-Serie zeigt, was möglich

ist. Neben ihren vorteilhaften pneumatischen

und mechanischen Eigenschaften

bieten die Ventile auch hinsichtlich der

Steuerungsmöglichkeiten für jede Aufgabe

eine passende Lösung. Das Advanced

Electronic System, AES, ist auf die Anforderungen

der zunehmenden Vernetzung

ausgelegt. Es steuert dezentral bis zu

64 Ventile mit insgesamt 128 Spulen an. Für

Industrie 4.0 wichtig: Konstrukteure können

die Ventilelektronik mit bis zu 10 E/A-

Modulen erweitern. AES verarbeitet damit

Prozesssignale dezentral und kann auch

Einzelaktoren außerhalb des Ventilsystems

steuern. Der Weg ist klar: Die leichten,

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Der Konstrukteur 4/2016 27


INDUSTRIE 4.0 I FOKUSTHEMA

02 „Realisieren kann man vieles – doch

uns ist es wichtig, dass unsere Kunden einen

Nutzen haben“, sagt Dieter Michalkowski,

Industrie-4.0-Experte bei Aventics

kompakten Ventile rücken möglichst dicht

an die Aktoren – die Vernetzung sorgt für

ein übersichtliches Entwicklungsdesign

auch in großen Anlagen.

Zusätzlich erschließen die dezentralen

E/A-Module Potenziale für eine weitergehende

Modularisierung, da für den

Anschluss aller mit der Ventilelektronik

verbundenen Pneumatikventile, Sensoren

oder Aktoren an die übergeordnete Steuerung

zwei Kabel für Energie und Kommunikation

ausreichen. Ein praktischer

Neben effekt dieser vollständigen Modularisierung

auch für Endanwender: Die

nachträgliche Erweiterung oder der Umbau

von installierten Anlagen ist wesentlich

einfacher.

Gleichzeitig verfolgt Aventics herstellerübergreifende

Ansätze bei der Steuerung.

„Industrie 4.0 erfordert gemeinsame Protokolle

und Schnittstellen über alle Ebenen

und Technologien“, ist sich Michalkowski

sicher. Dabei laufe alles auf den Datenaustausch

über Echtzeit-Ethernet hinaus. Die

AES-Elektronik unterstützt alle gängigen

Feldbusse und Ethernet-Protokolle. Damit

erfüllt sie die Grundvoraussetzungen für

den nahtlosen Informationsfluss von der

Unternehmens-IT bis zum pneumatischen

Aktor und zurück.

Interne Datenaufbereitung

ohne Programmieraufwand

Prozess- und Diagnosedaten stellen fortschrittliche

Ventilelektroniken schon

länger bereit. Jetzt bietet Aventics aber

die dezentrale Aufbereitung ohne weiteren

Aufwand für die Steuerung. Der

Maschinenhersteller oder Systemintegrator

muss bei der AES-Ventilelektronik

in der Steuerung die Diagnose- und Status-Funktionen

für die Pneumatik nicht

mehr selbst programmieren. Diese Funktionen

sind bereits im AES integriert. Die

Elektronik ermittelt steuerungsunabhängig

dezentral die Daten, bereitet sie

auf und stellt sie ähnlich wie bei Apps

dem Nutzer zur weiteren Verarbeitung

zur Verfügung.

Durch die Ethernet-Anbindung kann

die Abfrage von jedem beliebigen Standort

aus erfolgen, entsprechende Berechtigungen

vorausgesetzt. Dieses System-

Monitoring können sowohl die interne

Instandhaltung als auch autorisierte

Dienstleister nutzen, um die Verfügbarkeit

der Anlagen zu erhöhen.

„Wenn systemübergreifende Schnittstellen

und Bauteile unterschiedlicher Hersteller

miteinander kommunizieren, profitiert

der Kunde durch Effizienz, längere Laufzeit

der Maschinen, höhere Anlagenverfügbarkeit

durch weniger Stillstände – er erhält

einen konkreten, monetären Nutzen“, fasst

Michalkowski zusammen.

www.aventics.com

Schlüsselthema

der Industrie 4.0

Die Industrie denkt um – von vorbeugender

auf vorausschauende Wartung.

Die Zukunft heißt Predictive Maintenance.

Das zeigt auch die Hannover

Messe 2016 vom 25.-29. April. Sie gibt

dem Thema einen eigenen, prominenten

Ausstellungsbereich in Halle 17:

„Predictive Maintenance – ein

Schlüsselthema der Industrie 4.0“.

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28 Der Konstrukteur 4/2016


FOKUSTHEMA I INDUSTRIE 4.0

Flexibler Energie-Manager für

Gleichstromnetze zur HM16

Zur Hannover Messe präsentiert die Michael Koch GmbH

erstmals den Dynamischen Speicher-Manager DSM4.0. Das

Gerät ermöglicht es, Gleichstromkreise bis 800 Volt DC Spannungsniveau

auszugleichen, also überschüssige Energie zwischen

zu speichern und fehlende Energie zu ersetzen. Der DSM4.0 hat

die Fähigkeit, die verschiedenen Speichermedien Elektrolyt-

Kondensatoren, Doppelschicht-Kondensatoren sowie Batterien

zu beherrschen und somit für viele Anwendungen Vorteile zu

bringen.

Die Applikation entscheidet: Geht es um die Pufferung von

Bremsenergie oder die Überbrückung von Netzausfällen oder

Spannungsschwankungen? Oder gar um beides? Der DSM4.0

beherrscht alle ihm aufgetragenen Situationen. Abhängig davon

werden die Speicher nach

Zyklenanzahl und Energiemenge

zugeordnet: Über

100 Mio. Zyklen sind möglich,

wenn es schnell gehen muss.

Und bis zu einer Zyklenanzahl

im vierstelligen Bereich, wenn

es um große Energiemengen

im Bereich von Kilowattstunden

geht. Flexibel wird

das System außerdem dadurch,

dass ein DSM4.0 auf

Condition-Monitoring-System für Getriebe

Die Minimierung von Stillstandzeiten und die Planbarkeit von

Wartungsarbeiten sind Resultate des Einsatzes des Condition-

Monitoring-Systems von Bonfiglioli – O&K Antriebstechnik.

Ursprünglich für Fahr- und Schwenkantriebe von Baumaschinen

vorgesehen, ist das System anwendbar in jeder Art von Getriebe

für jeglichen Einsatzbereich. Die kompakten Sensoren für die

Überwachung des Getriebes sind im Getriebe einfach unterzubringen.

Angeschlossen an eine Schnittstelleneinheit, die Drivebridge

meldet der Sensor konkret festgestellte Veränderungen in

der Getriebeleistung. An der Drivebridge kann direkt ein PC oder

Tablet zur Auswertung angeschlossen werden. Für den Zweck

der Fernüberwachung stehen ein 3G/UMTS-Zugang oder eine

WLAN-Verbindungsmöglichkeit zur Verfügung.

www.bonfiglioli.de

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FLEXIBILITY

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DER FLEXIBLE

INTERFACE-

STECKVERBINDER

FÜR DIE

INDUSTRIE 4.0

mehrere Speicher gleicher

Technologie zugreifen kann,

genauso wie mehrere DSM4.0

gleichzeitig auf einen einzigen

Speicher zugreifen können.

Der DSM4.0 kommuniziert

dabei mit dem Drive Controller

oder einer übergeordneten

Steuerung und führt die Befehle

zum Energieausgleich

spontan aus. Negative Netzrückwirkungen

können durch

Lastspitzenreduktion minimiert

werden, was sogar auf

die Investitionshöhe beim

Netzanschluss positive Folgen

haben kann.

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Data, Signal und Power in einem Steckverbinder: Han-Modular ®

Die Schnittstelle für jede Industrie 4.0 Anforderung der Zukun

maximal skalierbar und flexibel (54 Modul-Varianten ergeben

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INDUSTRIE 4.0 I FOKUSTHEMA

Simulation pusht Produktentwicklung

Softwaretools unterstützen die Konstruktion auf dem Weg zu Losgröße Eins

Volkmar Schönfeld

Moderne Softwaretools rücken die

Individualisierung von Produkten

in greifbare Nähe. Was auf diesem

Weg hin zur Losgröße Eins bereits

möglich ist, zeigt sehr anschaulich

die Medizintechnik. Sie profitiert

bei der Produktentwicklung

besonders stark vom Einsatz der

weiterentwickelten Simulationsprogramme.

Volkmar Schönfeld, Dassault Systèmes

Lange war es in der Medizintechnik üblich,

Produkte an Patienten zu testen.

Denn bislang fehlten der Branche geeignete

Simulationswerkzeuge. Anders als ein Auto

ist der menschliche Körper schließlich ein

sehr individuelles und zudem hochgradig

nichtlineares System, das damit schwer zu

simulieren ist.

Mittlerweile gibt es aber Softwarelösungen,

die auch diese Komplexität meistern.

Sie sind so leistungsfähig, dass sie selbst

Vorgänge im Körper realitätsgetreu nachbilden

können. Und auch wenn die Simulation

über Nacht noch das Maß bleibt, die Ergebnisse

sind bei weitem aussagekräftiger als

noch vor einigen Jahren. Denn bei gleicher

Rechendauer ist eine wesentlich höhere

Detailgenauigkeit möglich.

Diese höhere Genauigkeit hat den Stellenwert

der Simulation in vielen Unternehmen

verändert. Diente sie früher in erster

Linie dazu, auf experimentellem Weg gewonnene

Daten abzusichern oder Problemfälle

zu untersuchen, wird die Simulation

heute zum maßgeblichen Entwicklungstreiber.

Auch in der Medizintechnik,

die sehr offen auf die aktuellen Entwicklungen

reagiert.

30 Der Konstrukteur 4/2016


Simulation und Konstruktion

gehen Hand in Hand

Die neuen, sehr leistungsfähigen Simulationsprogramme

beziehen heute eine große

Bandbreite an physikalischen und chemischen

Vorgängen ein. Selbst das Strömungsverhalten

von Blut in den Adern,

wenn der Blutdruck oder die Herzfrequenz

steigen, oder mechanische Verformungen

des Gewebes durch Bewegungen oder die

Wärmeverteilung im Gewebe lassen sich

jetzt berücksichtigen. Dies macht ganz

neue Produktentwicklungen möglich, wie

das Beispiel eines Stents zeigt, den Experten

von Dassault Systèmes in einem aktuellen

Entwicklungsprojekt erstellt haben.

Stents weiten verstopfte Arterien und

sind durch das elastische Gewebe des

Blutgefäßes und den Blutfluss hohen

Die Simulation wird

heute zum maßgeblichen

Entwicklungstreiber

mechanischen Belastungen ausgesetzt.

Trotzdem sollen sie möglichst nie ausgetauscht

werden. Die Projektteilnehmer

hatten das Metallgeflecht eines herkömmlichen

Stents im CAD-Programm Solidworks

konstruiert und dann mit der Finite-Elemente-Analyse

auf mechanische Belastung

mit Blick auf die Lebensdauer untersucht.

Vor allem an den engen Biegeradien des

Metallgeflechts kam es zu hohen Belastungen,

die im ungünstigen Fall im Lauf der

Jahre zu Brüchen führen können. Die Elastizität

des Stents und damit seine Fähigkeit,

das Blutgefäß offen zu halten, wäre

nicht mehr zuverlässig gegeben gewesen.

In einem iterativen Prozess zwischen Konstruktion

und Berechnung entwickelten

die Experten schließlich einen optimalen

Stent, der an den neuralgischen Stellen

geringere Belastungsspitzen aufweist und

dadurch haltbarer ist.

Hersteller von Medizinprodukten können

mit solchen Simulationsanwendungen die

Funktion und Sicherheit eines Medizinprodukts

deutlich steigern. Selbst der Entwurf

körpereigener Bauteile wie beispielsweise

Hüft- oder Kniegelenke lässt sich

damit per Mausklick auf ihre korrekte

Funktion im Körper hin simulieren. Deuten

sich Probleme etwa bei der Stabilität

an, kann die Konstruktion im CAD-Programm

verändert werden. Durch diese

Rückkopplung aus Konstruktion und

Simulation lassen sich neue Produkte

schnell und kostengünstig optimieren,

noch bevor der erste Prototyp hergestellt

und am Patienten getestet wurde. Mehr

noch: Mit der beschriebenen Methode

rückt die individualisierte Medizintechnik

ein großes Stück näher. Denn weil

jeder Körper anders ist und jeder Patient

ein anderes Krankheitsbild hat, können

so auch Medizinprodukte individuell

gestaltet werden. Ein dem Patienten implantiertes

Hüftgelenk wird zukünftig

also nicht nur bezogen auf die Funktion

optimal ausgelegt sein, es wird auch personalisiert

sein und damit perfekt zum

Patienten passen.

Das Zahninlay, das anhand eines digitalen

Abdrucks des vorhandenen Zahns

in einer halben Stunde passgenau aus

einem Keramikmaterial herausgefräst

wird, steht für diesen Trend hin zur Individualisierung.

Auch andere Implantate

werden in Zukunft mehr als nur ein Ersatzteil

von der Stange sein.

Bilder: Dassault Systèmes

www.3ds.com/de

Individualisierte Medizinprodukte

Volkmar Schönfeld: „Neue Entwicklungen in

der Simulationstechnologie ermöglichen es

Medizinern, mit einer 3D-Brille vor einem Bildschirm

in ein schlagendes Herz einzutauchen.

Das Projekt Living Heart von Dassault Systèmes

ist keine Spielerei sondern unterstützt dabei,

komplizierte Operationen zu planen“

Der Konstrukteur 4/2016 31

Goodfellow.indd 1 21.01.2014 08:51:32


3D-Druck im Trend

Chancen und Grenzen additiver Fertigung

Das Thema additive Fertigung bewegt viele von uns. Vom

Prototypen bis zur Kleinserie kommen entsprechende

Verfahren heute schon teilweise zum Einsatz. Auch im

Zusammenhang mit Industrie 4.0 sind additive

Fertigungsverfahren immer wieder im Gespräch. Wo

stehen wir heute, wie sehen wir Möglichkeiten und

Grenzen und welche Chancen bieten solche Verfahren für

die Gestaltung und Entwicklung neuer Produkte? Die

Redaktion sprach zu diesem Themenkomplex mit einem

Anbieter und mit Anwendern additiver

Fertigungsverfahren.

Wir bieten mit dem Laser

Sintern ein pulverbasiertes,

additives Fertigungsverfahren

für Kunststoffe

und Metalle an. Je

nach Werkstoff gibt es verschiedene

nutz bare Bauraumgrößen:

Diese reichen

heute im Kunststoffbereich

von 200 × 250 × 330 mm bis

hin zu 700 × 380 × 580 mm

und im Metallbereich von

Durchmesser 100 × 95 mm

bis max. 400 × 400 × 400 mm.

Das Verfahren ermöglicht in

vielen Bereichen mittlerweile eine vollwertige Serienproduktion. Einheitliche,

wiederholbare und höchste Teilequalitäten sind hier von entscheidender

Bedeutung. Dabei sind System, Werkstoff und Prozess die drei zentralen

Elemente der Additiven Fertigung, die einen unmittelbaren Einfluss auf die

Güte des gefertigten Bauteils haben. Die Additive Fertigung bietet vielfältigste

Möglichkeiten und Vorteile: Ein hohes Maß an Designfreiheiten, Verkürzung

F&E Zeiten, Senkung der Produktionskosten, Leichtbau, Funktionsintegration,

komplexe Geometrien, kundenindividuelle Produkte, bionische Strukturen.

Im engen Dialog mit unseren Kunden entstehen auf dieser Basis neue

Produkte und Geschäftsmodelle. Gleichzeitig ergeben sich auch Handlungsfelder

für kontinuierliche Verbesserungen, an denen wir heute bereits arbeiten,

oder die wir in den nächsten Jahren kontinuierlich vorantreiben werden: eine

weitere Optimierung der Teilequalität, Reduzierung von Stückkosten, Skalierbarkeit

unserer Bauräume, Qualitätssicherung im Bauprozess, Industrialisierung

des Bauprozesses und die Integration in bestehende Fertigungsumgebungen.

Claudia Jordan, Unternehmenskommunikation EOS GmbH, Krailing

Additive Verfahren ermöglichen uns,

auf Kundenanfragen innerhalb

kürzester Zeit mit Designmustern zu

reagieren. Dadurch lassen sich Entwicklungszeiten

und Schnittstellenklärungen

deutlich verkürzen – im Projektgeschäft

ein Schlüssel zum Erfolg! Wir setzten

additive Verfahren auch ein, um Kunststoffspritzgusswerkzeuge

für Kleinserien

herzustellen. Hier ist es nur durch

Additive Manufacturing möglich, in

24 Std. zu einem Kunststoffspritzgussteil

zu kommen. Im Bild ist ein Kunststoffspritzguss-Formeinsatz

zu sehen, mit

dessen Hilfe wir im konkreten Fall nach

zwei Optimierungsschleifen in drei Tagen

einbaufähige TPE-Spritzgussteile

realisiert haben. In einem Entwicklungsprojekt

für ein Elektronikgehäuse haben

wir nachgewiesen, dass sich durch

3D-Druck eines Montagemusters nicht

nur die Dauer einer Entwicklungsschleife

von 20 auf 2 Tage reduzieren ließ, sondern

auch die Kosten um 60 % niedriger waren.

Als Unterstützung im Entwicklungsprozess

ist für uns der 3D-Druck inzwischen

unverzichtbar. Kunden innerhalb weniger

Tagen einen plastischen Eindruck unserer

Lösung in die Hand zu geben, ist ein

unschätzbarer Wettbewerbsvorteil.

Direkte Anwendung finden die durch

additive Fertigungsverfahren hergestellten

Bauteile bei uns derzeit nur in

nichtfunktionalen Teilen, da Werkstoffe

und Oberflächen noch nicht unsere

Anforderungen für Funktionsbauteile

erfüllen. Größtes Hemmnis für den

breiten Einsatz in Funktionsbauteilen ist

aktuell, dass die Verfügbarkeit normierter

Werkstoffkennwerte sowie die verfügbaren

metallischen Werkstoffe für die

Antriebstechnik noch begrenzt sind.

Michael Lesch, Experte Technologieidentifizierung

und -validierung, Wittenstein AG,

Iggersheim (im Bild sitzend, Mitte)

32 Der Konstrukteur 4/2016


FOKUSTHEMA I INDUSTRIE 4.0

Festo hat seit 1995 Erfahrung in der generativen

Fertigung. Zuerst ging es uns nur um Konzeptmodelle

für die Entwickler. Dann kamen generativ

gefertigte Funktionsprototypen hinzu, die wir für Tests

einsetzen. Inzwischen wird sogar in der Kleinserienfertigung

mit Teilen aus dem 3D-Drucker gearbeitet.

Hier können wir den Serienanlauf durch die gedruckten

Teile enorm beschleunigen. Dies gilt insbesondere

für kundenspezifische Lösungen. Die Möglichkeiten

und Chancen, die in der Nutzung der additiven

Fertigungstechnologien liegen, sind enorm – werden

heute aber erst sehr begrenzt genutzt. Entscheide ich mich aufgrund von

Randbedingungen nicht für ein klassisches Verfahren, sondern für den

3D-Druck, muss die Fertigung noch intensiver in den Designprozess eingebunden

werden. So kann man bewusst in der Auslegung über Funktionenintegration,

Einzelteilereduktion oder bionische Leichtbaustrukturen nachdenken

und so das Potenzial der generativen Technologien nutzen. Dieselben

Randbedingungen führen aber auch dazu, dass die additive Fertigung nicht

zur Ablösung etablierter Serienfertigungsverfahren wird, sondern eher zu

einer Ergänzung. Forschung und Entwicklung müssen hauptsächlich im

Hinblick auf die Serienfertigung betrieben werden. Hier ist es unerlässlich,

geometrisch und mechanisch identische Teile zu fertigen, was bis heute noch

eine große Herausforderung ist.

GESCHAFFEN,

UM OPTIMALEN

DRUCK

AUSZUÜBEN.

Klaus Müller-Lohmeier, Leiter Materials and Analytics, Festo AG, Esslingen

Wir setzen solche Verfahren schon seit

längerem ein. Speziell im Bereich der

frühen Prototypen, Design Muster aber auch

erste Kundenmuster kommt der 3D Druck zum

Einsatz. Im Wesentlichen sind dies dann Muster

ohne Funktion, in seltenen Fällen erstellen wir

auch Funktionsmuster, jedoch sind diese in den

Eigenschaften nicht auf einem möglichen

Serienstand. Die heute verfügbaren Systeme

beinhalten Kunststoffe mit Temperaturbeständigkeit

im Bereich 75 bis 90 °C. Wir suchen nach

Lösungen im Bereich konstanter Belastbarkeit bis

120 °C für Gehäuse unserer thermisch magnetischen

Schutzschalter. Durch auftretende Funken und Lichtbögen kann hier

das Gehäuse material sehr leicht angeschmolzen werden. Dies führt zu

Problemen bei der Verwendung von Funktionsmustern. Hier liegt aktuell

noch eine technologische Grenze. Weitere Nachteile, je nach System, sind die

verwendeten Stützmaterialien und die damit teils aufwändigen Reinigungsprozesse.

Der klare Vorteil von 3-D Druck ist die schnelle Verfügbarkeit von

Handmustern, Probeteilen etc. Hier ist eine Lieferfähigkeit innerhalb 24 bis

48 Stunden nach Auftragsvergabe möglich. Die Kosten hierzu sind überschaubar.

Hinzu kommt, dass man bei der Erstellung von Probeteilen nicht

explizit auf deren Fertigbarkeit achten muss. Im Druckverfahren hergestellte

Teile können so komplex sein, dass sie teilweise nach konventionellen

Methoden nicht herstellbar wären. Damit sind diese Verfahren herkömmlichen

Fertigungsfahren in diesen Aspekten überlegen. Die Nutzung von

solchen Systemen ist für uns aus der Entwicklung nicht mehr wegzudenken.

Ralf Dietrich, Leiter Produkt und Marktentwicklung bei

E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH, Altdorf

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pneumatischem Anschluss

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Fax 0751 52391

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Der Konstrukteur 4/2016 33


Wir nutzen die

Möglichkeiten

des 3D-Druckes nach

dem FDM-Verfahren

bereits seit vielen

Jahren. Bei uns

werden additiv

gefertigte Teile

entwicklungsbegleitend

als Anschauungsmuster,

zur

Designverifikation

und Funktionsprüfung

eingesetzt.

Dies ist für uns als

Spezialist im Bereich

Kunststoff-Spritzguss

von besonderer

Bedeutung, da sich

Optimierungspotentiale

bereits erkennen

lassen noch bevor es

im Werkzeugbau

kostenaufwendig in

Stahl und Eisen geht.

Darüber hinaus bietet uns der 3D-Druck die Möglichkeit, Fertigungs-,

Montage- und Aufspannvorrichtungen für unsere teils sehr komplex

geformten Gehäusekomponenten schnell und effizient zu erstellen.

Die Investitionen in den 3D-Druck haben sich für uns bereits vielfach

ausgezahlt. Trotzdem sehen wir uns als Gehäusehersteller vom Traum

des direkt gedruckten Serienproduktes noch weit entfernt. Obwohl im

Bereich der Druckauflösung deutliche Fortschritte zu erkennen sind,

ist die Oberflächengüte aktuell verfügbarer Technologien einfach noch

nicht ausreichend für ein Elektronikgehäuse, welches im Sichtbereich

oder als Handbedien einheit eingesetzt wird. Um hier Ergebnisse mit

dem Look-and-Feel eines echten Gehäuses zu erreichen, bleibt nur die

extrem kostenaufwendige manuelle Nacharbeit. Für eine Messepräsentation

vor Serienstart lassen sich die entstehenden Kosten sicherlich

argumentieren; für ein Serienprodukt nicht. Mit unserem FDM-Verfahren

gefertigte Teile weisen bereits eine überraschend mechanische hohe

Stabilität auf, welche jedoch noch deutlich unterhalb den Möglichkeiten

eines im Spritzgussverfahren produzierten Gehäuses liegt.

Holger Ransiek, Entwicklung / Konstruktion kundenindividueller Gehäuse,

Bopla, Gehäuse Systeme GmbH, Bünde

34 Der Konstrukteur 4/2016

Rotorclip.indd 1 04.03.2016 13:39:51


FOKUSTHEMA I INDUSTRIE 4.0

Für uns ist der 3D-Druck ein etabliertes Verfahren, das regelmäßig

im Lauf der Projektierungsarbeit, d.h. im Vorfeld der Produktion von

anspruchsvollen Bauteilen aus Aluminium- und Zinkdruckguss, zum

Einsatz kommt. Hierfür nutzen wir einen 3D-Drucker, der nach dem

FDM-Verfahren (Fused Deposition Modelling) arbeitet und Bauteile

aus ABS herstellt. Sobald die Abmessungen des Gussteils feststehen,

erstellen wir mit diesem Drucker einen Prototypen, den wir vielfältig

nutzen. In Vertriebsbesprechungen dient er als Anschauungsobjekt

vor allem für die Nicht-Techniker. Projektingenieure und Produktions-

Experten diskutieren am 3D-Modell eventuelle Problemstellen von

komplexen Geometrien. Sie legen Trennungen und Auswerferpunkte

fest und prüfen, in welchen Bereichen eine mechanische Nachbearbeitung

erforderlich ist. Bei Besprechungen mit unseren Lieferanten tragen

die 3D-Prototypen zur Verkürzung von Lieferzeiten bei. Hilfreich sind

auch Montageversuche in Baugruppen, um schon vor der Erstellung

von Werkzeugen die Funktionalität und Passgenauigkeit der Gussteile

zu beurteilen. Alles in allem trägt der 3D-Druck aus unserer Sicht zur

Beschleunigung des Produktentstehungsprozesses und des „Start of

Production“ bei. Kunden und Lieferanten schätzen es zudem, wenn bei

Planungsgesprächen ein dreidimensionales Bauteil zur Verfügung steht.

So wie wir es nutzen, ist das Verfahren für uns perfekt. Wir verfolgen

natürlich aufmerksam die aktuellen Weiterentwicklungen der additiven

Technologien, sind mit dem jetzigen Stand aber vollauf zufrieden.

Lars von der Schlippen, Leitung Projektmanagement,

Kalmbach GmbH, Velbert

Der Konstrukteur 4/2016 35

Isel.indd 1 06.04.2016 13:35:32


Bei Pöppelmann

werden 3D-Drucker

seit Jahren für

die Erstellung von

Produktmustern

genutzt. Dies ist aber

in vielen Fällen

schnell an Grenzen

gestoßen, weil die

geprinteten Muster

aufgrund abweichender

eingesetzter

Materialien keine

Funktionsmuster sind. Als Folge daraus hatte man trotz des Vorhandenseins

von Anschauungsmustern nur die Möglichkeit, Vorserienwerkzeuge z. B. aus

Aluminium zu erstellen. Heute nutzen wir 3D-Drucker auch für die Fertigung

von Werkzeug-Einsätzen, die mit Grundwerkzeugen aus Stahl kombiniert

werden. Anwendungsbereiche sind beispielsweise Schutzkappen für Anschluss-Stecker.

Aber auch für Lebensmittelverpackungen kommt diese

additive Fertigung zum Einsatz. Große Vorteile der additiven Fertigung sind

Schnelligkeit sowie Flexibilität: Innerhalb kürzester Zeit können wir neue

Konturen in einem neuen Werkzeug-Einsatz drucken und direkt im Anschluss

Teile im echten Serienmaterial in den Händen halten. Diese Teile können

unsere Kunden testen und verlässliche Informationen für den Serieneinsatz

gewinnen. Das verkürzt die Entwicklungszeiten und reduziert die Kosten.

Ein wichtiger Unterschied zum Werkzeug bzw. Werkzeug-Einsatz aus Metall

ist die Ausbringungsmenge, die beim Printer-Werkzeug um ein Vielfaches

geringer sein kann. Zudem lassen sich heute noch nicht alle denkbaren

Geometrien abbilden. Die Einsätze aus dem 3D-Drucker werden Alu-Werkzeuge

daher nicht vom Markt verdrängen. Betrachtet man die reinen Kosten

für die Erstellung der Werkzeug-Einsätze, hat der geprintete Werkzeug-Einsatz

in den meisten Fällen keinerlei Vorteile, z. B. gegenüber Aluminium.

Thorsten Koldehoff, Verkaufsleiter KAPSTO,

Pöppelmann Kunststofftechnik GmbH & Co. KG, Lohne

Spannend sind Themen dann, wenn sich ihre Entwicklung

in der Gegenwart abspielt, ohne dass sich ihre zukünftigen

Dimensionen schon vollständig ableiten ließen. Die additive

Fertigung ist definitiv ein solches Thema. Zurzeit werden

additive Techniken bei Bosch Rexroth vor allem bei der

Musterherstellung eingesetzt. Auf diese Weise sind wir – etwa

bei Projekten in der Ventil- oder Montagetechnik – relativ

schnell in der Lage, auf Anschauungsobjekte in dreidimensionaler

Form zuzugreifen. Als Zukunftsthema noch spannender als das schon

bewährte Rapidprototyping ist für uns der Einsatz des Rapid manufacturing,

also der tatsächlichen additiven Fertigung. Um künftige Möglichkeiten

auszuloten, haben wir verschiedene Konzeptstudien gestartet. Besonderes

Potenzial sehen wir bei Produktionsaufgaben, in denen die Nacharbeit von

Rohteilen mit klassischen Fertigungskonzepten nur eingeschränkt oder gar

nicht möglich ist. Gleichermaßen interessant ist das Thema für uns auch als

Produkt anbieter. Hier stellen wir heute schon hochspezifische Komponenten

für 3D-Drucker her, etwa einbaufertige Linearmodule aus Aluminium, in

denen besonders langlebige Hochpräzisions-Kugelschienenführungen

integriert sind. Was uns für die Zukunft in beide Richtungen optimistisch

stimmt: Die Kostensituation für die additive Fertigung wird sich in den

kommenden Jahren erheblich verbessern – bis zu einem Punkt, an dem etwa

Kleinserienproduktionen effizient werden. Bis dahin müssen Entwicklungsund

Fertigungsprozesse aber erst noch über die gesamte Wertschöpfungskette

hinweg auf die neuen Techniken abgestimmt werden.

Rolf Najork, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, Lohr

36 Der Konstrukteur 4/2016

Turkish-Machinery.indd 1 05.04.2016 13:42:41


FOKUSTHEMA I INDUSTRIE 4.0

Von der Komponente zum System –

maßgeschneiderte Industrie-4.0-Lösungen

Industrie-4.0-Plattform für KMU

Dassault Systèmes zeigt auf der Hannover Messe, wie mittelständische

Unternehmen Industrie 4.0 umsetzen können. Besucher

erfahren, wie der Landmaschinenhersteller Claas Standorte und

Disziplinen vernetzt. Claas nutzt dabei die 3D Experience-Plattform

von Dassault für alle Entwicklungs- und Produktionsprozesse.

Über diese Plattform greifen die Mitarbeiter auf sämtliche

Produktdaten und ergänzende Informationen zu. Sie nutzen

dabei von beliebigen Orten aus ein einheitliches Datenmanagementsystem

– jeder arbeitet mit aktuellen Produktdaten. Mit der

Branchenlösung Single Source for Speed von Dassault können

Maschinenbauer, Elektroingenieure und Hydrauliker zeitgleich

an demselben Entwurf arbeiten. So lassen sich die elektronischen

und hydraulischen Systeme bereits im frühen Entwurfsstadium

funktionell anpassen, prüfen und aufeinander abstimmen.

www.3ds.com/de

Die Harting Technologiegruppe

treibt im Zuge der

Digitalisierung die Entwicklung

von Integrated-Industry-

Lösungen mit Hochdruck

voran. Dabei arbeiten alle

Geschäftsbereiche des Unternehmens

eng zusammen. Ein

spannendes Beispiel ist die

Harting MICA, die im Rinspeed-Konzeptfahrzeug

„Etos“

für die Emissionsüberwachung

sorgt. Der intelligente

Mini-Industrie-Computer

veranschaulicht, wie Antriebsund

Motorendaten kontinuierlich

erfasst und übermittelt

werden können – und dann

von einer unabhängigen und

neutralen Stelle (Dekra)

ausgewertet und aufbereitet

werden, so wie es der Kunde

und der Vertragspartner vorab

vereinbart hat.

Seine gesamte Lösungspalette

für die Industrie 4.0 zeigt der

Anbieter in seiner Smart

Factory, der HAII4You

Factory. Damit positioniert

sich das Unternehmen als

Wegbereiter des technologischen

Wandels und als

kompetenter Komponenten-,

Applikations- und Systemanbieter.

„Das Thema Industrie

4.0 hat innerhalb von zwei

Jahren rasant an Fahrt

aufgenommen. Es werden

sich weltweit Prozesse,

Geschäftsmodelle und

Branchen durch die

fortschreitende Digitalisierung

verändern. Wir bieten

dem Kunden maßgeschneiderte

Lösungen und begleiten

ihn auf diesem Weg“, so Philip

Harting weiter.

www.harting.de


AUTOMATISIERUNGSTECHNIK I INTERVIEW

Wissen – Planung – Umsetzung

Warum Dienstleistungen rund um die Maschinensicherheit?

Chefredakteur

Dr. Michael Döppert

im Gespräch mit

Jörg Schreiber

Maschinen- und Arbeitssicherheit

sind heute ein Thema in jedem

Maschinenbau-Unternehmen. Ihre

Komplexität erfordert aber häufig

tiefes Expertenwissen. So entstehen

Dienstleistungsangebote von

Expertenseite wie in der Schmersal

Gruppe. Über den dort neu gegründeten

eigenständigen Geschäftsbereich

Tec.Nicum sprachen wir mit

Jörg Schreiber, Leiter Strategische

Marktentwicklung der Schmersal

Gruppe in Wuppertal.

Zum 1. Januar 2016 haben Sie einen

eigenständigen Geschäftsbereich Dienstleistungen

unter der Firmierung Tec.Nicum

gegründet. Was war hier Ihre Motivation?

Unser Unternehmen verfolgt seit mehreren

Jahren konsequent die Strategie, die

Schmersal Gruppe als international führenden

System- und Lösungsanbieter zu

positionieren. Wir kommen u rsprünglich

aus dem klassischen Komponentengeschäft

und haben heute wahrscheinlich

das weltweit größte Portfolio an Sicherheitsschaltern.

Unsere Kunden verlangen

jedoch zunehmend Komplettlösungen für

alle Fragen rund um die Maschinensicherheit

und den Arbeitsschutz. Deshalb bieten

wir inzwischen nicht nur komplexe,

individuell konfigurierbare Sicherheitssysteme

an, sondern dieses Angebot ist eingebettet

in ein umfangreiches Paket an Serviceleistungen,

die wir nun in dem eigenständigen

Geschäftsbereich Tec.Nicum

gebündelt haben. Diese Eigenständigkeit

ist uns wichtig, denn bei allen Beratungsdienstleistungen

und Lösungskonzepten

legen wir größten Wert auf Objektivität.

Wo sehen Sie den Bedarf am Markt

für dieses Dienstleistungsangebot?

Wir sehen eine große Nachfrage sowohl

bei kleinen und mittelständischen Maschinenbauern

als auch bei Maschinenbetreibern,

bei denen es sich häufig um international

agierende Unternehmen handelt.

Aber auch Systemintegratoren, Importeure

und Distributoren gehören zu unserer

Klientel. Nahezu jede dieser Gruppen

unterliegt in punkto Maschinensicherheit

38 Der Konstrukteur 4/2016


Ein großes Thema ist die effiziente Sicherheitstechnik.

Denn der Wettbewerbs- und

Kostendruck ist immens und die Maschinen

arbeiten oft rund um die Uhr mit hohem

Tempo. Gleichzeitig werden die Prozessabläufe

immer komplexer. Die Sicherheitstechnik

muss daher nicht nur den Schutz

der Mitarbeiter, sondern auch eine hohe

Anlagenverfügbarkeit gewährleisten, um

höchste Produktionseffizienz zu garantie-

Präzisionsmechanik

an

der Grenze des

Machbaren

unterschiedlichen Richtlinien und Gesetzen,

die zudem noch regionale und nationale

Unterschiede aufweisen. Dies erfordert

– neben technischem – fundiertes

normatives Know-how. Viele auf ihre

Kernkompetenzen ausgerichtete Unternehmen

verfügen jedoch diesbezüglich

über keine oder nicht ausreichende Fachkompetenz

im eigenen Haus.

Der Beratungsbedarf besteht grundsätzlich

weltweit. Daher bietet Tec.Nicum seine

Services international an – über seine

Niederlassungen, aber auch mit Partnern

– und verfügt so über ein schlagkräftiges

Netzwerk, das sich aus kompetenten Functional

Safety Engineers zusammensetzt.

Wie sieht das Leistungsspektrum

des Tec.Nicum aus?

Unser Portfolio reicht von Schulungen und

Seminaren über Beratungsdienstleistungen

zur Maschinen- und Anlagensicherheit

sowie über das Engineering, also die

Planung, Konzeption und Programmierung

von sicherheitstechnischen Lösungen,

bis hin zur Montage von Sicherheitsprodukten-

und systemen. Jeden dieser

Nachfrage und der zunehmenden Globalisierung

haben wir die Dienstleistungsangebote

unserer verschiedenen Vertriebsstandorte

jetzt einer Best-Practice-Analyse

unterzogen und die jeweils besten Ansätze

und Methoden zum Gruppenstandard

erhoben. Unsere Kunden können daher

nun unsere Serviceleistungen weltweit

mit einem einheitlich hohen Qualitätsstandard

abrufen.

Ihr Leistungsspektrum umfasst auch

Wissensvermittlung. Warum gibt es

hier immer noch oder vielleicht auch

dauerhaft Bedarf?

Das Angebot unserer Tec.Nicum Academy

trifft auf einen dauerhaft hohen Bedarf, die

Ursachen dafür sind vielschichtig. Zum

einen gibt es immer wieder Nachwuchskräfte,

die in das Themengebiet hineinwachsen.

Zum anderen sehen sich die

erfahrenen Fachkräfte mit einem kontinuierlichen

Wandel bei den gesetzlichen

Anforderungen konfrontiert. Aktuelle Themen

in unserem Seminarprogramm sind

z. B. die neue Betriebssicherheitsverordnung,

die seit einigen Monaten in Kraft ist,

Um in rechtlichen und technischen Fragen auf dem Laufenden

zu bleiben, sind regelmäßige Schulungen ein Muss

vier Service-Bausteine – Academy, Consulting,

Engineering und Integration – kann

der Kunde je nach Bedarf einzeln beauftragen.

Im Bereich Tec.Nicum Consulting

bieten wir etwa Risikobeurteilungen oder

Produktions-Audits an, dokumentieren die

Ergebnisse und geben Handlungsempfehlungen.

Diese kann der Kunde in Eigenregie

ausführen oder Dritte mit der Umsetzung

beauftragen. Aber natürlich erhält

der Kunden von uns auch das Komplettpaket

– von der ersten Beratung bis zur

schlüsselfertigen Inbetriebnahme und

Übergabe der normenkonformen Produktionseinheit

inklusive der notwendigen

Technischen Dokumentation.

Ist das Beratungsgeschäft für

Schmersal völlig neu?

Keineswegs - wir bieten unseren Kunden

schon seit langem Dienstleistungen an,

über unsere Landesgesellschaften auch

international. Aufgrund der wachsenden

oder die ISO 14119. Zudem werden die

Maschinen und Anlagen technisch immer

komplexer und das erfordert wiederum

zunehmend komplexere Sicherheitssysteme.

Um in rechtlichen und technischen

Fragen auf dem Laufenden zu bleiben,

sind regelmäßige Schulungen ein Muss.

Wenn Sie sich die Nachfrage nach Ihren

Seminaren und Beratungsthemen

anschauen: Was sind die „Top-Angebote“?

Bei welchen Themen ist der Bedarf

besonders groß?

µm-genau

Ihr Fertigungspartner für:

• Präzisionsmechanik

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und Serienteile

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AUTOMATISIERUNGSTECHNIK I INTERVIEW

Die vier Bausteine des Dienstleistungs-Portfolios zur Maschinensicherheit

ren. Das „sicherheitsgerichtete Konstruieren“

einer inhärent sicheren Maschine,

auch unter dem Gesichtspunkt der Kostenund

Energieeffizienz, ist daher eines unserer

Top-Themen. Außerdem haben gerade

international operierende Unternehmen

einen hohen Informationsbedarf hinsichtlich

der Anforderungen beim rechtskonformen

Export von Maschinen sowie der

regional und national unterschiedlichen

gesetzlichen Regelungen.

Engineering und Integration sind Ihre

weiteren Serviceangebote – basieren

diese ausschließlich auf den

Schmersal-Produkten?

Eindeutig nein. Schon mit der Etablierung

der eigenständigen Dachmarke Tec.Nicum

wollen wir unseren Kunden deutlich signalisieren,

dass wir ihnen eine produktund

herstellerneutrale Dienstleistung

bieten. Uns geht es um die optimale sicherheitstechnische

Lösung. Beim Retrofitting

bestehender Maschinen und Anlagen

beispielsweise, erhält der Kunde nach

eingehenden technischen Prüfungen von

uns eine Hardware-Stückliste, die im Sinne

einer verbesserten Maschinensicherheit

zu seiner Ausrüstung erforderlich sind.

Die Herstellerwahl der Komponenten

obliegt dabei allein dem Kunden.

Ist es für einen letztendlich Ingenieur-

Dienstleister, Berater und Wissens ver-

mittler nicht schwer, wenn es im Hintergrund

im Unternehmen eine eigene

Produktpalette gibt?

Der herstellerneutrale und damit objektive

Beratungsansatz gehört für unser Tec.Nicum-

Team zu Kernphilosophie. Natürlich haben

unsere Fachleute die Schmersal-Produkte

vor Augen. Sie sind jedoch natürlich auch

mit anderen am Markt verfügbaren Produkten

vertraut. Und wir sagen ganz deutlich:

Es geht uns nicht um eine weitere

Verkaufsförderungsmethode für Schmersal-

Produkte. Tec.Nicum verkauft eine Dienstleistung

– nicht die Komponente.

Heißt das, dass der Markt für die

Sicherheitstechnik verstärkt Lösungsstatt

Komponentenanbieter fordert?

Ich denke, der Markt fordert beides. Maschinen

sind heute oft integraler Bestandteil

kompletter Verarbeitungs- beziehungsweise

Produktionsanlagen, die immer

komplexer werden. Unsere Sicherheitslösungen

orientieren sich an den zu verarbeitenden

Produkten und an den dabei

ablaufenden Prozessen. Wir entwickeln

daher für unsere Kunden sehr oft ebenso

komplexe Sonderlösungen, die genau auf

deren individuelle Anforderungen zugeschnitten

sind. Und die Maschinenbauer

verlangen nicht selten komplette Systemlösungen

aus einer Hand, inklusive umfassender

Beratungs- und Serviceleistungen.

Auf der anderen Seite liefern wir für viele

Anwendungen Standardkomponenten,

kosteneffizient und in beachtlichen Mengen.

Eine optimale Sicherheitslösung muss

auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten

betrachtet werden.

Zum Schluss – skizzieren Sie uns bitte

aus Ihrer Sicht den idealen Weg von

Sicherheitsbausteinen zur sicheren

Maschinen?

Gerade umgekehrt wäre hier der ideale

Weg: Mit dem Start der Projektierung von

Maschinen und Anlagen sollte zeitgleich

bereits in der Designphase die Konzeption

der dazu passenden Sicherheitslösung

initiiert werden – und beim Sicherheitsbaustein

bzw. der -steuerung enden. Die

Vieles spricht dafür, Experten für Maschinensicherheit schon

in die Planungsphase einer Maschine mit einzubeziehen

Maschinensicherheit muss von Anfang an

mit eingeplant werden. Nur so ist eine

kosten- und prozesseffiziente Lösung zu

erreichen, die das Bedienpersonal und

den Produktionsprozess optimal schützt.

Denn schon bei der inhärent sicheren

Gestaltung von Maschinen kann der Konstrukteur

Risiken vermeiden. Erst wenn

eine designtechnisch sichere Gestaltung

nicht möglich ist, müssen Sicherheitskomponenten

ausreichend eingeplant werden.

Daher spricht vieles dafür, Experten für

Maschinensicherheit schon in der Planungsphase

mit einzubeziehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

www.schmersal.com

www.tecnicum.com

40 Der Konstrukteur 4/2016


AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

Vielseitige

Druckschalter

Schnellere und produktivere

Dosiersteuerung

Die Firma Suco Robert

Scheuffele stellt unter

der Bezeichnung Druckschalter

Plus mechanische

Druckschalter der Schlüsselweite 24 mit zahlreichen Zusatzfunktionen

vor. Intelligent integrierte elektronische Bauteile erweitern

die Möglichkeiten von mechanischen Druckschaltern um

zahlreiche Eigenschaften wie z. B. Diagnosefunktion (Fail-safe)

mit Kurzschluss- und Kabel brucherkennung, Überspannungsschutz

zur Verlängerung der Kontaktlebensdauer, aktive Reduzierung

der EMV-Emissionen, temperaturgesteuerte Schaltfunktion,

Anzeige des Schaltzustands durch LED oder auch Überlastschutz

mit selbstrückstellender Elektroniksicherung. Die Druckschalter

sind mit einer großen Auswahl an integrierten elektrischen

Steckervarianten für schnelle

Montage und sichere Verbindung

erhältlich und bieten

hohe Schutzart bis IP67 und

IP6K9K.

www.suco.de

Hilger und Kern hat seine Dosierrechner-

Technik weiterentwickelt und mit der

Dosiersteuerung MR40 ein neues Modell

herausgebracht. Diese verfügt über eine

Ethernet- und zwei serielle Schnittstellen

und unterstützt alle gängigen Feldbus-

Typen. Durch leistungsfähigere Prozessoren

und zusätzliche Peripherie ist die

Steuerung schneller und produktiver als ihre Vorgänger. Damit

löst die MR40 das Vorgängermodell MR30 komplett ab. Die MR15

wird weiterhin angeboten, jedoch nur noch in der Ausführung mit

LCD-Display.

www.hilger-kern.com

Zahnrad- und Getriebetechnik. Weltweit.

Viele Drehgeber-

Varianten mit

kurzer Lieferzeit

Kübler erhöht seine Variantenvielfalt

im Bereich der inkrementalen

Sendix-5000- und

5020-Drehgeber und ergänzt

dies mit dem 24one Lieferversprechen.

Für den Anwender

stehen dadurch mehr Varianten

in Bezug auf Flansch,

Stecker, Kabel, Kabel mit

Schulungen und Workshops

jetz t anmelden

für Tagesseminare

in Eisenbach am

06. Juli 2016 oder

21. September 2016

Technische Konfigurationsschulung

Planetengetriebe

ein bauk as ten - mehr als 10.000 op tionen Systematisch machen

wir Sie mit der faszinierenden Vielfalt unseres modularen Baukastensystems

für Planetengetriebe vertraut. Lernen Sie dabei neue und schnell verfügbare

Lösungsansätze für die Problemstellungen Ihrer Anwendungen kennen.

Zielgruppe

Vertriebsmitarbeiter, Konstrukteure, Einkäufer

Stecker, Auflösungen und

wichtige Optionen wie beispielsweise

Salznebelschutz

zur Verfügung. Nimmt der

Kunde das 24one Lieferversprechen

in Anspruch, wird

der konfigurierte inkrementale

Drehgeber am selben Tag gefertigt

und zum Versand bereitgestellt.

So erhält der Anwender

passgenaue Drehgeber

für seine Anwendung

sowie mehr Flexibilität und

Planungssicherheit.

www.kuebler.com

Highlights • Grundlagenwissen über Planetengetriebe

• Berechnungen für die Konfiguration

• Möglichkeiten der Motoranbindung Schritt für Schritt

• Die Abtriebseite - Welche Lagerung ist die richtige?

• Praktische Konfigurationsübungen

• Raum für individuelle Fragestellungen

Leistungen • Schulung in Theorie und Praxis

• Schulungsunterlagen, Datenkataloge, Übungsmaterial

• Schulungsdauer 08:30 - 15:30 Uhr,

optional anschließend Werksführung

Referenten Andreas Sigwart & Ralf Pfeiffer, Sales Engineers Planetary Gears

Anmeldung/ Frau Laura Dietz, Telefon +49 (0)771 8507-8344

Information ims.services@imsgear.com

Teilnehmerzahl begrenzt auf 10 Personen, Buchungsbestätigung nach Zahlungseingang

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Der Konstrukteur 4/2016 41


AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

Sensoren für unterschiedliche

Sicherheitsanwendungen

Portfolioerweiterung bei

Safety-Controllern

Mit neuen Automatisierungs-Controllern erweitert Siemens die

Einsatzmöglichkeiten der aktuellen Simatic-Controllergeneration.

Schwerpunkt ist das erweiterte Angebot für Safety Integrated mit

Failsafe-CPUs für den Simatic S7-1500 Software Controller und

den Distributed Controller Simatic ET 200SP Open Controller. Die

Distributed Controller Simatic ET 200pro wurden für Standardund

fehlersichere Automatisierungsaufgaben um neue CPUs der

aktuellen Simatic S7-1500-Technologie ergänzt. Erstmals gibt es

jetzt den Simatic S7-1500 Software Controller mit integrierter

Das Unternehmen Leuze Electronic hat ein umfangreiches

Portfolio an induktiven Sensoren in verschiedenen Bauformen,

Gehäusen und Gewindegrößen für die materialunabhängige

Objekterkennung. Zu den Merkmalen der Sensoren gehören u. a.

eine große Tastweite sowie hohe Schaltpunktstabilität für den

kompletten Temperaturbereich. Schaltende Lichtschranken und

-taster der Baureihe SR 46C haben eine bis zu 80 % erhöhte Funktionsreserve

im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen. Ihre Schutzart

IP67/69K qualifiziert diese Baureihe für z. B. den Einsatz in der

Fördertechnik. Der messende Distanzsensor ODS 10 mit einer

Reichweite von 50 bis 8000 mm und einer Genauigkeit von

± 30 mm erkennt Objekte und misst Abstände mit einem Remissionsgrad

von 6 bis 90 % und einer Reproduzierbarkeit von bis zu

4 mm. Die Sicherheits-Lichtvorhang-Baureihe MLC500 wurde

um eine vibrationsfeste Variante erweitert. Auf Basis der MLC500-

Baureihe wurde mit „Smart Process controlled Gating“ (SPG) ein

sensorloses Muting entwickelt, das den wachsenden Anforderungen

an Personenschutz und Zugangssicherung gerecht wird.

www.leuze.com

Safety-Funktionalität. Die neue CPU 1507S F bietet laut Hersteller

als weltweit einziger Software-Controller eine fehlersichere PCbasierte

Steuerung autark vom Betriebssystem. Zudem entfällt ein

sonst notweniger Safety-Controller, mit der entsprechenden Platzund

Kostenersparnis, und auch der Engineering-Aufwand sinkt.

Durch die Kombination aus PC-basierter Steuerung und Hochsprachenprogrammen

eignet sich dieser Controller besonders für

den Sondermaschinenbau.

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Online konfigurieren und bestellen: igus.de/E2micro

plastics for longer life ®

igus ® GmbH Tel. 02203-9649-800 info@igus.de

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Igus.indd 1 24.03.2016 12:25:12

42 Der Konstrukteur 4/2016


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No 5_04/2016

INFORMATIONEN ÜBER AUTOMATISIERUNG,

ANTRIEBSTECHNIK UND TECHNOLOGIETRENDS

WÄLZLAGER AUSWÄHLEN

LEICHT UND SCHNELL

Impressum

Herausgeber

Köhler + Partner GmbH

Brauerstraße 42

21244 Buchholz i.d.N., Germany

Tel.: +49 4181 92892-0

Fax: +49 4188 92892-25

info@koehler-partner.de

www.koehler-partner.de

Bildnachweis: Archiv, Köhler + Partner GmbH,

Titelbild: ©Tania Khalaziy - shutterstock.com,

Findling Wälzlager GmbH

MN 1


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Neuer Teleskopantrieb

Effektive Linearbewegungen

mit minimaler Gesamtabmessung

Für Handhabungsaufgaben auf engem Raum hat die Rollon Gruppe auf

Basis der Tecline-Profile ein kompaktes und vielseitiges Teleskopsystem

konstruiert. Es führt effektive Linearbewegungen in Anwendungen

durch, bei denen es auf minimale Gesamtabmessungen ankommt.

25. - 29. April

Halle 17, Stand C42

Mit der kompakten Lösung gehen geringe Prozesszeiten bei minimaler Belastung

mechanischer Bauteile einher. Der neue Teleskopantrieb kann sich

in eine oder mehrere Richtungen bewegen und hat einen Verfahrweg, der in

geschlossener Stellung gleich lang oder länger als der Antrieb selbst ist: Ein

System mit einer Länge von 1.500 mm kann beispielsweise 1.500 mm in eine

Richtung oder in die entgegengesetzte Richtung ausfahren. Der entscheidende

Vorteil einer Teleskoplösung ist die große Platzersparnis, die eine bessere

Nutzung des Werkhallenraumes und somit Kosteneinsparungen ermöglicht.

Das System kann in verschiedenen Bewegungsrichtungen eingesetzt werden

– horizontal, vertikal oder in Wandmontage – und ist deshalb sehr flexibel

verwendbar. Ursprünglich wurde es als horizontale Bewegungslösung

konzipiert, um in Serie verbaute Pressen mit einer Zentraleinheit zu versorgen,

die in beide Richtungen ausfahren kann, sodass eine Presse in einer Richtung

versorgt und dann geschlossen und anschließend eine andere Presse in der

entgegengesetzten Richtung versorgt wird. Neben der Platzersparnis können

also außerdem zwei Pressen mit nur einem System be- und entladen werden.

Bei vertikaler Montage bietet sich eine perfekte

Lösung für geringe Deckenhöhen und als Wandmontage

erleichtert der Teleskopantrieb die Versorgung

von Werkzeugmaschinen, wo Hindernisse

beim Schließen der Sicherheitstüren vermieden

werden müssen. Die

Hauptbestandteile des

Systems sind synchronisiert

und in einem

Zahnriemensystem miteinander

verbunden.

Die Bewegung des

ersten Elements erzeugt

dadurch auch die

Bewegung der zweiten

Verlängerung und

verdoppelt so die Geschwindigkeit,

obwohl

ein Teil mit geringerer

Geschwindigkeit bewegt

wird. Das verringert

die Prozesszeiten

und die Belastung der mechanischen Bauteile. Außerdem sind die Zahnriemen

aus Polyurethan im Gegensatz zu Zahnstangensystemen wartungsfrei und

brauchen keine Schmierung.

Rollon GmbH | Bonner Straße 317-319 | 40589 Düsseldorf

Tel.: +49 2119 5747-0 | info@rollon.de | www.rollon.de

MN 2


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Energieführungsketten

Die „Schnellöffner“:

1 Meter Energieführung

in bis zu 3 Sekunden öffnen

Die Energieführungsketten der Serien EasyTrax, QuickTrax und Uniflex Advanced haben

eines gemeinsam: Sie sind jeweils so konzipiert, dass sie sich schnell öffnen lassen. So fallen

Leitungsbelegung und -austausch besonders leicht, der Anwender spart Zeit und Geld.

QuickTrax

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Smartphone oder Tablet

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und erleben Sie unsere

NEXT GENERATION!

mit flexiblem Filmscharnier aus, die ein

einfaches Handling der Leitungsbelegung

ermöglichen. Die Serie EasyTrax

hingegen verfügt über flexible Lamellenbügel,

in die sich die Leitungen einfach

eindrücken lassen. Weil die Bügel seitlich

und nicht in den Leitungsraum schwenken, wird

ein sehr hoher Befüllungsgrad erreicht. Bei beiden

Serien kommt die 2K-Technologie zum Einsatz: Hier

werden Kettenkörper aus hartem Material und

flexible Verschlussbügel miteinander verbunden.

So lassen sich Ketten realisieren, die die scheinbar

widersprüchlichen Eigenschaften Stabilität

und Flexibilität in sich vereinen.

Neueste Messungen belegen: Mit dem für die

Energieführungskette erhältlichen Öffnungswerkzeug

können Anwender bei der Uniflex Advanced

1455 einen Meter Energieführung in nur drei

Sekunden öffnen – das ist rekordverdächtig! Der

Hintergrund: Die Verbindungsbügel verfügen über

eine Kugelgelenk-Mechanik. Sie gewährleistet

eine schnelle Leitungsbelegung und bewirkt

zudem, dass die Kette im geschlossenen Zustand

besonders stabil ist. Die Verbindungsbügel sind

nach außen oder innen zu öffnen. Im geöffneten

Zustand verbleibt der Bügel am Kettenglied,

wobei er sich durch Ausdrehen auch vollständig

lösen lässt. Diese leise Energieführung aus Vollkunststoff

ist leicht und gleichzeitig sehr robust.

Verstärkte Verschleißflächen an der Außenseite

gewährleisten darüber hinaus eine besonders

lange Lebensdauer bei auf der Seite liegenden

Anwendungen.

Auch die Serien EasyTrax und QuickTrax ermöglichen

eine schnelle Kettenbelegung: Die Quick-

Trax-Serie zeichnet sich durch Verschlussbügel

Uniflex Advanced

EasyTrax

TSUBAKI KABELSCHLEPP GmbH

Daimlerstraße 2 | 57482 Wenden-Gerlingen

Tel: +49 2762 4003-0 | info@kabelschlepp.de

www.kabelschlepp.de

MN 3


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Mehrfachkupplungen

Frei kombiniert und eingeklickt

Mit der MULTILINE ADAPTIV ist Eisele den entscheidenden Schritt voraus.

Der Baukasten für individuell konfigurierbare und robuste Mehrfachkupplungen

setzt neue Maßstäbe für Werkzeugwechsel und Prototypenbau. Dank

des perfekt abgestimmten modularen Designs können auch verschiedene Durchmesser,

Anschlusstypen und Medien flexibel in die Kupplung integriert werden. Ändern sich die

Anforderungen, wird die Kupplung einfach und werkzeugfrei per Hand angepasst.

Frankfurt am Main

07. - 12. Mai

Halle 11 / Ebene 0

Stand D63

Die MULTILINE ADAPTIV von Eisele ist eine

hochsichere Mehrfachkupplung zum Anschluss

von Funktionsgruppen an Maschinen. Ob im

Anlagenaufbau, bei der Wartung oder der Reparatur:

Montageaufwand und Rüstzeit lassen sich mit

dieser Weltneuheit signifikant verringern. Durch ein

komplett modulares Baukastensystem, in dem alle

Einzelteile zueinander kompatibel sind, markiert

dieses System einen entscheidenden Fortschritt

gegenüber bisherigen Lösungen. Hat man einen

Grundkörper bestehend aus Stecker und Dose ausgewählt

und durch das Bohrbild die Anzahl der

Anschlüsse und deren maximalen Außendurchmesser

festgelegt, können mit Hilfe der ADAP-

TIV-Einsätze genau die Anschlüsse kombiniert werden,

die für eine bestimmte Anwendung erforderlich

sind. Spätere Änderungen oder Umbauten sind problemlos

binnen weniger Minuten möglich.

Mit einem Klick eingerastet

Die ADAPTIV-Einsätze sind unabhängig von Schlauchgrößen

und Material nach Bedarf bestückbar. Mehrere

Materialien (Alu, Edelstahl, Messing), verschiedene Durchmesser

und unterschiedliche Absperrfunktionen und Dichtungen

machen das modulare System zu einem echten Baukasten.

Damit eignet sich die MULTILINE ADAPTIV ideal für den Prototypen- und

Sondermaschinenbau. Insbesondere bei Losgrößen von 1 bis 10 Stück können

die benötigten Mehrfachkupplungen individuell und kostengünstig aus den vorgefertigten

Standardbauteilen konfiguriert werden. Mit diesem völlig neuartigen

und flexiblen Konzept unterscheidet sich die MULTILINE ADAPTIV von allen

anderen Mehrfachkupplungen. Die ADAPTIV-Einsätze werden von Hand bis zum

unverkennbaren Einrasten in den robusten und platzsparenden Grundkörper der

MULTILINE ADAPTIV geschoben.

Eine Kupplung für alle Medien

Dank des streng modularen Prinzips lassen sich so unterschiedliche Verbindungen

wie Pneumatik, Gase, Kühlwasser und Flüssigkeiten in einer

Schnittstelle zusammenfassen. Die Größe der Anschlüsse ist variabel, da

www.eisele.eu/videos/

sie in die außen einheitlich dimensionierten

ADAPTIV-Einsätze integriert

sind. Soll eine Steckverbindung

gewechselt werden, so wird einfach

der ADAPTIV-Einsatz auf beiden Seiten der

Kupplung ausgetauscht. Dank des Baukastensystems

reduziert sich auch die Lagerhaltung. Die ADAPTIV-

Einsätze sind mit und ohne Absperrung oder tropffrei erhältlich, so dass auch

unter Druck sicher gekoppelt und entkoppelt werden kann. Auch Reduzierungen

des Schlauchdurchmessers können in der Kupplung umgesetzt werden.

Die ADAPTIV-Einsätze basieren auf den bewährten Eisele-Steckanschlüssen

mit Lösehülse. Die zu verbindenden Schlauchenden können deshalb einfach

bis zum Anschlag in die Lösehülse des Adaptiveinsatzes geschoben werden.

Werkzeug oder eine Schlauchbearbeitung ist nicht erforderlich.

Eisele Pneumatics GmbH & Co. KG

Hermann-Hess-Straße 14-16 | 71332 Waiblingen

Tel.: +49 7151 1719-0 | info@eisele.eu | www.eisele.eu

MN 4


Getriebe

Präzise und langlebige

Zykloidgetriebe für die Robotik

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Mit einem Weltmarktanteil von 60 % steht der Getriebe-Hersteller

Nabtesco wie kein zweites Unternehmen für leistungsfähige

und zuverlässige Präzisionsgetriebe für die Robotik. In Lackier-,

Schweiß- und Palettierrobotern kommen die Produkte ebenso zum Einsatz

wie bei Positionier- und Handling-Aufgaben. Prädestiniert für Robotikanwendungen

aller Art sind insbesondere die neuen Getriebeköpfe der RH-N-Serie

sowie die Zykloidgetriebe der RF-P-Baureihe.

Die RH-N-Getriebe erreichen eine hohe Drehmomentleistung und lassen sich

schnell und einfach in den Antriebsstrang integrieren. Ihr modulares Design

mit definierten Schnittstellen garantiert eine hohe Flexibilität. Da Antriebsritzel

und ein Motorflansch für alle gängigen Motortypen bereits in den

Getriebekopf integriert sind, bietet die neue Baureihe eine unkomplizierte

Plug-and-Play-Lösung für jeden Maschinenkonstrukteur. Die Getriebeköpfe

sind darüber hinaus besonders leicht, kompakt und wartungsarm.

Die lokal gefertigten und bereits vorgeschmierten Komponenten der

RH-N-Getriebeköpfe für den europäischen Markt eignen sich für zahlreiche

Handling-Applikationen.

RF-P-Baureihe mit

zweistufigem Untersetzungsprinzip

Prädestiniert für den Einsatz in den Armachsen von Delta- und SCARA-

Robotern sind zudem die Zykloidgetriebe der RF-P-Serie. Sie setzen Maßstäbe,

wenn es um High-Speed auf kleinstem Raum geht: Die Exzentergetriebe

erlauben Abtriebsgeschwindigkeiten bis zu 200 min -1 und arbeiten dabei

extrem präzise. Die Hauptunterschiede zu herkömmlichen Planetengetriebelösungen

sind der minimale Verschleiß und das daraus resultierende geringe

Spiel über die komplette Lebensdauer.

Die RF-P-Serie basiert auf den RV-Reduziergetrieben von Nabtesco mit zweistufigem

Untersetzungsprinzip. Die Konstruktion führt zu einem exzellenten

Getriebeverhalten hinsichtlich Dynamik und Laufruhe sowie einer hohen

Wiederhol- und Bahngenauigkeit, auch bei sehr schnellen und abrupten

Bewegungen.

Für die Varianten RF-19P und RF-32P sind hohe Schockbelastungen bis zu

570 bzw. 960 Nm kein Problem. Die reduzierte Reibung im Getriebe sorgt

für eine geringe Betriebstemperatur. Dadurch sind die Nabtesco-Getriebe

äußerst wartungsarm, langlebig und weisen einen hohen Wirkungsgrad von

bis zu 80 % auf.

Nabtesco Precision Europe GmbH | Tiefenbroicher Weg 15 | 40472 Düsseldorf

Telefon: +49 211 17379-0 | info@nabtesco.de | www.nabtesco.de

MN 5


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Antriebe 4.0

Antriebsfunktionen für die

smarte Fabrik

25. - 29. April

Halle 15, Stand H31 &

Halle 9, Stand D06

Auf der Hannover Messe wird NORD DRIVESYSTEMS Antriebsfunktionen für die

smarte Fabrik präsentieren. Exponate thematisieren zum Beispiel, was schon heute

bei Condition Monitoring und Predictive Maintenance möglich ist und welche Funktionen

die Antriebselektronik mithilfe der integrierten SPS komplett übernehmen kann.

Ökonomische und einfache Lösungen, insbesondere auf Basis dezentraler

Frequenzumrichter, ermöglichen Anwendern, sich die Chancen der Industrie

4.0 zu erschließen. Neuheiten im Getriebesegment sind einstufige Stirnradgetriebe

für die Anwendungsschwerpunkte Pumpen, Mischer, Lüfter und

Fördertechnik. Industriegetriebe in Baugröße 14 erweitern das bestehende

Spektrum und erlauben noch passgenauere Antriebsauslegungen im hohen

Drehmomentbereich. NORD Gear, das NORD-Tochterunternehmen aus dem

Partnerland der Hannover Messe, USA, stellt sich vor. NORD Gear unterstützt

nordamerikanische Kunden bereits seit 1979 mit eigener Fertigung, Montage

und applikationsspezifischem Engineering.

DERANTRIEB■ Sicher

■ Flexibel

■ International

NORD DRIVESYSTEMS:

■ Weiter Leistungsbereich

■ Flexible Komplettlösungen

■ Hohe Systemeffizienz

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Getriebebau NORD GmbH & Co. KG

Fon +49 (0) 4532 / 289-0

info@nord.com

Member of the

NORD DRIVESYSTEMS Group

Das

Getriebe

■ Starke Lagerung

■ Geräuscharmer Lauf

■ Hohe Leistungsdichte

MN 6

Der

Motor

■ Hohe Effizienz

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■ Alle Einsatzbedingungen

Die

Antriebselektronik

■ Kompakte Bauform

■ Einfache Inbetriebnahme

■ Skalierbare Funktionalitäten


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Klemmsysteme

Nächster Halt: Linearführung

Linearführungen sind im Maschinen- und Anlagenbau ein Standard-

Bauelement für translatorische Bewegungen. Für pneumatische

Klemmungen inklusive einer Notbremsoption bietet die HEMA

Maschinen- und Apparateschutz GmbH mit der LinClamp-Baureihe ein

Klemmsystem an, das für alle gängigen Linearführungen und bearbeiteten

Flächen erhältlich ist und eine sichere und schnelle Klemmung garantiert.

Die LinClamps kommen bei übersetzenden Anwendungen zum Einsatz, bei

denen auch eine Notbremsfunktion erforderlich sein kann. Sie werden in zwei

Grundversionen angeboten – klemmend bei Druckluft-Beaufschlagung oder

als Fail-Safe-Variante, die beim Abschalten oder Ausfall der Druckluft klemmt.

Die kompakten Klemmsysteme sind in diversen Baugrößen erhältlich, einfach

zu montieren und werden sowohl für niedrige als auch für hohe Laufwagen

angeboten.

Die Bremsbacken der LinClamp bestehen aus widerstandsfähigen Sinterbelegen

für höchste Brems- und Klemmkraft, die Klemmbacken aus Hochleistungswerkzeugstahl

für effektive Klemmungen. Bei der Variante LinClamp A

kann unabhängig von der verwendeten Linearführung direkt auf bearbeitete

Flächen der Anschlusskonstruktion geklemmt werden. Zudem sind Sonderbeläge

zum Einsatz für Übergangsanwendungen bei Klemm-/Bremsvorgängen

auf fettgeschmierten Linearführungen möglich, ebenso wie Lösungen

für seitliche (Standard), stirnseitige oder oben liegende Luftanschlüsse.

Die vielfältigen Möglichkeiten für individuelle Befestigungsbohrungen unterstreichen

die nahezu universelle Einsatzfähigkeit der LinClamp-Baureihe.

Neben Klemmsystemen für Linearführungen wie der LinClamp bietet HEMA

für viele weitere Anwendungen die passende Klemmvorrichtung an, wobei

besonderes Augenmerk auf individuelle Lösungen gelegt wird. Zudem fertigt

HEMA Schutzabdeckungen für die industrielle Anwendung, wie beispielsweise

Faltenbälge, Teleskopstahlabdeckungen sowie komplette Rückwandsysteme.

Maschinenschutzscheiben mit und ohne integrierte Beleuchtung

sowie Drehfenster für Bearbeitungsmaschinen gehören ebenfalls zum

Produktportfolio. Mit über 35 Jahren Marktpräsenz profitiert das Unternehmen

von seiner umfangreichen Erfahrung in der Zulieferindustrie und

bietet umfassenden Service und Lösungen nach Maß.

HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH

Seligenstädter Straße 82 | 63500 Seligenstadt

Tel.: +49 6182 773-0 | info@hema-group.com | www.hema-group.com

MN 7


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Messsysteme

Mehr Präzision für

Radial-Axial-Lager

Wenn es um eine hohe Positioniergenauigkeit geht, kommen in Werkzeugmaschinen

Präzisions-Rundachs-Lager verschiedener Hersteller zum

Einsatz. Vor allem in Fräsköpfen und Rundtischen sind äußerst steife

Radial-Axial-Lager gefragt. Aber auch ein höchst präzises und robustes Messsystem

ist dabei von Vorteil.

Beim Einsatz in Präzisionslagern überzeugen die AMOSIN ® -Systeme von

AMO vor allem durch hohe Auflösungen und Genauigkeiten. Zudem sind sie

extrem robust gegenüber Umwelteinflüssen wie Staub und Feuchtigkeit, entsprechen

der Schutzart IP67 und weisen eine hohe Schock- und Vibrationsfestigkeit

auf. Somit halten sie den rauen Umgebungsbedingungen im Umfeld

der Werkzeugmaschinen problemlos stand.

Messsysteme ohne magnetische Teile

Die induktive Messtechnik von AMO kommt komplett ohne magnetische Teile

aus – sowohl in der Maßverkörperung als auch im Abtastkopf. Dadurch ist

sie völlig unempfindlich gegen jede Art von elektromagnetischen Störfeldern.

„Der flexible Maßbandring wird direkt am Lagerinnenring oder auf der Axialscheibe

montiert“, erklärt Engelbert Hager als Vertriebsleiter bei AMO. Das

spart Zeit bei der Montage und führt zu genauesten Messergebnissen. Eine

großzügige Hohlwelle ermöglicht die Durchführung von Kabeln oder Schläuchen.

AMO bietet sowohl Systeme mit Einkopfabtastung als auch mit Mehrkopfabtastung

an, um die Systemgenauigkeit weiter zu steigern. Je nach verwendetem

Prinzip der Positionserfassung sind inkrementelle oder absolute

Messsysteme verfügbar.

Über AMO

Das in Österreich ansässige Unternehmen befasst sich seit über

20 Jahren mit der Entwicklung und Herstellung sowie dem weltweiten

Vertrieb von induktiven Längen- und Winkelmesssystemen. Die

kontinuierliche Weiterentwicklung machte es möglich, dass diese

Produkte nun seit Jahren auch im High End-Bereich von Werkzeugmaschinen,

Halbleiteranlagen und in der Medizintechnik Verwendung

finden. Mit eigenen Niederlassungen in Deutschland, Italien und den

USA sowie Vertretungen in den wichtigsten Industrieländern ist das

Unternehmen praktisch weltweit präsent.

Neue Generation – mehr Performance

„Um den steigenden Anforderungen des Maschinen- und Anlagenbaus vor

allem im Bereich der Werkzeugmaschinen gerecht zu werden, haben wir in

diesem Jahr eine komplett überarbeitete Elektronik in unsere Längen- und

Winkelmesssysteme integriert, die noch genauer, schneller und unempfindlicher

gegenüber Montagetoleranzen ist“, berichtet Heinz Eisschiel,

Geschäftsführer von AMO. „Die feinsten Messschritte liegen jetzt bei

0,05 µm“. Das Signalrauschen und Interpolationsfehler wurden drastisch

reduziert, was eine ausgezeichnete Regelgüte in der Anwendung garantiert.

Die neue Generation wird seit Anfang des Jahres Schritt für Schritt in den

Markt eingeführt.

AMO GmbH | Nöfing 4 | 4963 St. Peter am Hart | Österreich

Tel.: +43 7722 65856-0 | news@amo.at | www.amo-gmbh.com

MN 8


Getriebe

Präzisionsgetriebe für das

Greifen, Zentrieren und Schließen

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Mit der Serie lifgo ® 5 bietet die Oberhausener LEANTECHNIK AG

belastbare und langlebige Zahnstangengetriebe in verschiedenen

Ausführungen für spezielle Einsatzzwecke. Die Variante lifgo ®

doppel eignet sich besonders für Greif-, Zentrier- und Schließbewegungen.

Die Getriebe der Serie lifgo ® 5 aus dem Hause LEANTECHNIK entsprechen

höchsten Anforderungen an Hubkraft, Geschwindigkeit und Synchronität.

Ausgestattet mit einer Zahnstange, die 4-fach-rollengeführt ist, gewährleisten

die robusten Kraftpakete selbst bei hohen Lasten eine hohe Querkraftaufnahme.

Durch das Zusammenfügen von zwei Führungseinheiten

entsteht aus der Standardausführung die Variante lifgo ® doppel. Mit zwei

Zahnstangen, die sich in entgegengesetzter Richtung bewegen, ist sie die

ideale Komponente für synchrone Positionier-, Greifer- und Zentrieraufgaben.

Geschickter Zusammenbau für

verschiedene Bewegungsoptionen

Je nach Baugröße erreicht lifgo ® doppel eine Hubkraft von 2.000 bis

25.000 N bei einer Geschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde. Selbst bei

enormen Kräften arbeiten die Getriebe hochpräzise und ermöglichen eine

Positioniergenauigkeit von bis zu ±0,01 mm.

Der Antrieb der beiden parallellaufenden Zahnstangen erfolgt per Servo-, Drehstrom-,

Pneumatik- oder Hydraulikantriebe über das Ritzel im Inneren des Getriebes.

Je nach erforderlicher Bewegung wird entweder die Zahnstange fest montiert

oder das Getriebe bei weiterhin frei beweglicher Zahnstange fixiert, womit

sich das lifgo ® -Getriebe auch als lifgo ® linear doppel für lange Hübe in entgegengesetzter

Richtung nutzen lässt.

Einsatzgebiete finden sich zum Beispiel in der von LEANTECHNIK entwickelten

lifgo ® -Portalanlage. Bei der komplexen Kombination aus Palettierer und

Zuführeinrichtung mit 3-Achs-Greiferarm und 2-Achs-Palettierer hilft lifgo ®

doppel bei der Entnahme der Rohteile sowie der Positionierung auf einem

Laufband. In einem anderen Fall arbeitet lifgo ® doppel als Antriebsmodul innerhalb

einer Greifervorrichtung für Bauteile von LKW-Anhängern, welche

nach dem Lackieren transportiert werden müssen. Auch hier wird deutlich,

dass die vielseitigen lifgo ® -Getriebe bei unterschiedlichen Lasten zuverlässig

und hochpräzise arbeiten.

Das Getriebe kommt als 5.0, 5.1, oder 5.3 in teil- und funktionsfertigen

Anlagen von LEANTECHNIK zum Einsatz. Speziell für schwere Lasten bis zu

2,5 Tonnen konzipiert ist die vierte Baugröße lifgo 5.4 – das bislang

größte Getriebe von LEANTECHNIK. Kennzeichnend für die Sonderbaugröße

ist ihre noch höhere Belastbarkeit.

LEANTECHNIK AG | Im Lipperfeld 7c | 46047 Oberhausen

Tel.: +49 208 49525-0 | info@leantechnik.com | www.leantechnik.com

MN 9


Wälzlager

Der ABEG ® -Quickfinder basic:

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schnelle und einfache Auswahl

von Wälz- und Gleitlagern

Die Findling Wälzlager GmbH ist ein Spezialist für Wälz- und Gleitlager mit über 90 Jahren

Produkt- und Anwendungserfahrung. Das Portfolio der Experten aus Karlsruhe umfasst über

22.000 unterschiedliche Lagertypen, sodass die Wahl schon einmal schwer fallen kann.

Großen Wert legt man bei Findling deshalb auf eine anwendungsbezogene Beratung der Kunden.

Dabei hilft die Kategorisierung des Angebots nach nach der ABEG ® -Methode. Zusätzlich ermöglichen

Analyse-Tools wie der ABEG ® -Quickfinder den Kunden eine schnelle und zielsichere Auswahl.

Das kostenlose Online-Tool ABEG ® -Quickfinder

basic des Karlsruher Wälz- und Gleitlagerspezialisten

ist unter www.findling.com/quickfinder zugänglich

und funktioniert wie eine Datenbankabfrage

über alle Bauformen und ABEG ® -

Produktlinien hinweg. Wälzlager, die den konstruktionsseitig

definierten technischen Anforderungen

entsprechen, lassen sich damit schnell und herstellerunabhängig

finden. „Mit wenigen Mausklicks

wird die vorher unüberschaubar breite

Produktpalette des Wälzlagermarktes unter

Berücksichtigung der Faktoren Leistungsfähigkeit,

Zweckmäßigkeit, Verfügbarkeit und Preis transparent“,

erläutert Klaus Findling, Geschäftsführer

von Findling Wälzlager. Die Software

berücksichtigt die DIN ISO 281 Bbl.2 und ermöglicht

so die herstellerneutrale Berechnung nach

einheitlichen Vorgaben.

Mit einfachen Schritten

zur kostenoptimierten Lösung

Basis für das Tool ist die Klassifizierung des weltweiten

Angebots nach ABEG ® . Dabei wird das

Sortiment in die vier unterschiedlichen Leistungsklassen

Premium, Supra, Eco und EasyRoll unterteilt,

wobei Premium den aktuell höchsten Stand

der Technik repräsentiert und besonders hohe

Anforderungen an die Lebensdauer erfüllt. Die

Kategorie EasyRoll hingegen steht für Produkte,

die für den Einsatz bei geringeren Beanspruchungen

im kostensensiblen Bereich bestimmt sind.

MN 10


eschaffung

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Kostenloses

Online-Tool

„Bei dieser Methode werden die Interessen aller beteiligten Unternehmensbereiche

wie Management, Konstruktion, Qualitätssicherung und Einkauf

gezielt berücksichtigt“, erläutert Klaus Findling. „Potenziale zur Prozessoptimierung

und Kosteneinsparung werden identifiziert und können ausgeschöpft

werden.“ Für den Anwender gestaltet sich die Bedienung des Quickfinderdenkbar

einfach: Ausgehendvon dentechnischen Rahmenbedingungen

wie Umdrehungszahl oder Belastung errechnet das Programm die Lebensdauer

nach DIN ISO 281 und wählt die passenden Lagertypen und Baugrößen

aus. Innerhalb von Sekunden gelangt der Anwender zu einer individuellen

Auswahl passender Lager – übersichtlich gruppiert nach Bauformen,

sortiert nach Dimension und filterbar nach Gängigkeit und Preisniveau.

Anhand einer Beispielrechnung zeigt sich, dass Premium-Lager nicht immer

die beste Wahl sind: Ein Anwender, der ein Rillenkugellager mit einer Lebensdauer

von mindestens 5.000 Stunden benötigt, muss nicht zwangsläufig

auf die Premium-Ausführung des Lagers der Type 6004 mit einer

Lebensdauer von 5.118 Stunden zurückgreifen. Auch in den Leistungsstufen

EasyRoll, Eco und Supra gibt es gute Alternativen – zum Beispiel das Lager

6302 in der Klasse Eco, das ihm mit einer Lebensdauer von 5.445 Stunden

sogar eine noch größere Sicherheit bietet. Noch dazu ist ein 6302 in Eco

deutlich günstiger als ein 6004 in Premium. So lassen sich 20-60 Prozent der

Produktkosten bei gleichbleibender technischer Anforderung einsparen. „In

der Einzelberechnung der infrage kommenden Lager sind auch noch

Erfüllungs- und Nutzungsgrad angegeben, sodass die Auswahl für den

www.findling.com/

quickfinder

Anwender noch einfacher wird“, erläutert Klaus Findling. „Oftmals sind

Premium-Ausführungen hoffnungslos überdimensioniert. Unser Quickfinder

ermöglicht die Wahl eines idealen und zugleich wirtschaftlichen Lagers.“

Quickfinder

basic

Quickfinder

professional

MESYS**

Berechnung der nominellen Lebensdauer nach DIN ISO 281 X X X

Berechnung der modifizierten Lebensdauer nach DIN ISO 281 X* X X

Berechnung der Referenzlebensdauer nach ISO/TS 16281

Schmierstoffauswahl aus Datenbank

X

X

X

(ISO VG Klassen)

Eingabe eines eigenen Schmierstoffes X X

Berücksichtigung Wärmedehnung

Einfluss von Passungen

X

X

Wer die Berechnungen nicht selbst

durchführen möchte, kann selbstverständlich

auf die Anwendungsingenieure

der Firma Findling Wälzlager zurückgreifen,

insbesondere wenn die Anwendungsbedingungen

umfassend sind und

Unsicherheit in Bezug auf die technischen

Parameter herrscht. Hier

steht Findling mit hochspezialisierter

Software und über 70-jähriger Erfahrung

in der Anwendungsberatung bereit,

das technisch wie wirtschaftlich

optimale Produkt zu ermitteln und

auszuwählen.

Berechnung von Normlagern X X

Eingabe und Berechnung eines Sonderlagers

Einfluss von Werkstoffeigenschaften

Berücksichtung des Einflusses von Schiefstellungen,

Fluchtungsfehlern, Kippmomenten

X

X

X

Berechnung der Lebensdauer bei drehendem Außenring

Bestimmung des Einflusses innerer Geometrie

(Schmiegung, Wälzkörpergeometrie, etc.)

*nur mit bekanntem aISO-Faktor | ** MESYS ist ein geschützter Handelsname der Firma MESYS AG, CH-Zürich | Stand der Tabelle 03/2016

X

X

Findling Wälzlager GmbH

Schoemperlenstraße 12 | 76185 Karlsruhe

Tel.: +49 721 55999-0 | info@findling.com

www.findling.com

MN 11


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Lineartechnik

Rollenführung RK MonoLine

in den Baugrößen 40 und 80

25. - 29. April

Halle 16 | Stand D18

Als Ergänzung seines Lineareinheiten-Portfolios für das mittlere Belastungssegment

hat RK Rose+Krieger jetzt mit den Rollenführungen vom Typ RK MonoLine eine

neue Baureihe auf dem Markt gebracht. Die RK MonoLine ist zunächst in den

gängigen Baugrößen 40 und 80 erhältlich – wahlweise mit Zahnriemenantrieb (Z) oder

ohne Antrieb als mitlaufende Momentenunterstützung (R). Weitere Größen werden folgen.

Die zahnriemengetriebene Variante ist in der Baugröße 80 bis 4.100 N belastbar und erreicht

Verfahrgeschwindigkeiten bis zu 10 m/s bei zulässigen Beschleunigungen von bis zu 20 ms².

Als Ergänzung seines Lineareinheiten-Portfolios für das mittlere Belastungssegment

hat RK Rose+Krieger jetzt mit den Rollenführungen vom Typ RK

MonoLine eine neue Baureihe auf dem Markt gebracht. Die RK MonoLine ist

zunächst in den gängigen Baugrößen 40 und 80 erhältlich – wahlweise mit

Zahnriemenantrieb (Z) oder ohne Antrieb als mitlaufende Momentenunterstützung

(R). Weitere Größen werden folgen. Die zahnriemengetrieben Variante

ist in der Baugröße 80 bis 4.100 N belastbar und erreicht Verfahrgeschwindigkeiten

bis zu 10 m/s bei zulässigen Beschleunigungen von bis zu 20 ms².

Service:

RK Rose+Krieger bietet einen besonderen

Service zur korrekten Motorauslegung.

Basierend auf den Kundenangaben

zum jeweiligen Anwendungsfall wie

Last, Einbaulage, Geschwindigkeit und

Beschleunigung ermittelt RK Rose+Krieger

erforderliches Drehmoment, Drehzahl und

externe Massenträgheit.

Variables Anbaukonzept

Wie die zahnriemengetriebenen Lineareinheiten der RK DuoLine-Familie

verfügt auch die RK MonoLine Z über ein variables Anbaukonzept für

nahezu alle Motoren am Markt. Die Position des Motors muss nicht mehr bei

Bestellung festgelegt werden und kann nachträglich verändert werden. Die

neuen Achsen sind serienmäßig mit einer Zahnriemenführung ausgestattet.

Optionale Klemm- und Nutenleisten senken den Konstruktionsaufwand und

erleichtern die kundenspezifische Anpassung. Die Profilnuten bieten größtmögliche

Flexibilität bei der Befestigung von kundenspezifischem Zubehör

wie beispielsweise Energieketten, Schlauchhalterungen oder End- oder

Näherungsschaltern zur Endlagenabschaltung. Die Nutzlast wird über die im

Zubehör erhältlichen Nutensteine mit Gewindebohrungen sicher befestigt.

Für den Anwender bedeutet dies einen geringeren Konstruktionsaufwand,

niedrigere Montagkosten sowie eine schnellere Montage. Spezielle, seitlich

am Schlitten angebrachte Trichterschmiernippel gestatten die Schmierung

der Lineareinheiten in jeder beliebigen Schlittenposition. Das Anfahren einer

besonderen Wartungsposition oder die Demontage von gegebenenfalls vorhandenen

Anbauteilen ist nicht erforderlich. Die zentrale Schmiermöglichkeit

beschleunigt die Wartung und macht sie sicherer und einfacherer.

Die neuen Linearachsen überzeugen durch ein gleichmäßiges Laufverhalten

und hohe Präzision bei mittlerer dynamischer Belastung. Für Fälle, bei denen

eine hohe Dynamik gefragt ist, bietet RK Rose+Krieger die RK DuoLine-Baureihe

an. Die Lineareinheiten mit Kugelschienenführung sind in den Baugrößen

160/120/80/60/40 wahlweise mit und ohne Antrieb in einer zahnriemen- und

einer spindelgetriebenen Version lieferbar.

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Tel.: +49 571 9335-0 | info@rk-online.de | www.rk-rose-krieger.com

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AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

Werkstückträgerumlaufsysteme: Rückgrat der automatisierten

und vernetzten Teilefertigung

Das modulare Werkstückträgerumlaufsystem Versamove der

mk Technology Group ist in drei Versionen erhältlich: Die

Ausführung Versamove standard ist für bis zu 40 kg pro

Werkstückträger (Größe von 240 × 240 bis 400 × 400 mm)

ausgelegt, mit Versamove plus lassen sich Größen bis

1040 × 1040 mm und 100 kg realisieren. Die Ausführung

Versamove ultra kann Werkstückträger mit Abmessungen

von bis zu 1200 × 1200 mm und 300 kg pro Werkstückträger

transportieren. Verfügbar sind die Werkstückträger auch mit eingebetteten RFID-Chips.

Der Betreiber kann zwischen drei verschiedenen Zweistrangförderern wählen. Für den schnellen

Taktbetrieb und eine hohe Präzision und Laufruhe eignet sich der Zahnriemenförderer. Ebenfalls

verfügbar ist ein Staurollenkettenförderer. Als dritte Option hat der Hersteller einen Zweistrangförderer

mit einer kurvengängigen Flachplattenkette entwickelt.

Hub-Querförderer und Hub-Dreheinheiten runden das System ab. Ein pneumatisch betriebener

Kurzhublift kann Höhenunterschiede von 200 bis 600 mm überbrücken.

3D-Vision-Sensoren

für Innenbereiche

Die 3D-Vision-Sensoren 3

Vistor-T von Sick bieten aufgrund

der 3D-Snapshot-

Technologie eine hohe Flexibilität.

Auf Basis der Lichtlaufzeitmessung

liefert der Sensor

für jedes Pixel Tiefeninformationen

in Echtzeit. Dabei werden

entweder alle 3D-Rohdaten

oder bereits vorverarbeitete,

anwendungsrelevante Informationen

übermittelt.

Aufgrund der leistungsstarken

Visualisierungstools und den

www.versamove.de

Drehgeber-Portfolio für viele Anwendungen

Baumer erweitert sein Drehgeber-Portfolio u. a. um die neuen kompakten

magnetischen Einbaudrehgeber EMF500. Sie sind eine gute

Alternative zu klassischen Resolvern. Auch die neue Generation der

Ethernet Drehgeber soll Maßstäbe in Bezug auf Kompaktheit und

Wirtschaftlichkeit setzten. Mit ihrem speziellen Aufbau setzt die neue

Serie EAL580 mit radialem Steckerabgang die Bestmarke für die

kürzeste Einbautiefe bei 58 mm Feldbus-Geräten. Sie ermöglicht so

den Einsatz in Anwendungen mit engsten Einbauräumen. Durch das

integrierte Media Redundancy Protocol (MRP) erhöht die Profinet-Variante deutlich die Maschinenund

Anlagenverfügbarkeit. Durch automatisierte Geräteparametrierung mit Hilfe des Link Layer

Discovery Protocol (LLDP) werden im Servicefall Stillstandzeiten reduziert, da für einen Gerätetausch

kein Programmierwerkzeug notwendig ist. Die neuen absoluten Drehgeber unterstützen

mit Profinet den OPC UA Standard und repräsentieren somit die „Industrie 4.0 ready“ Drehgeber.

www.baumer.com

zuverlässigen 3D-Informationen

eignet sich der Sensor

für Intralogistik oder Robotik.

Es gibt hiervon zwei Produktvarianten:

Die Ausführung

CX ist eine 3D-Basiskamera,

die qualitativ hochwertige

3D-Punkt-wolken liefert, die

Ausführung AG ist dagegen

eine 3D-Smartkamera.

www.sick.de

Integrated Industries –

Implemented by Baumüller

25.– 29. April 2016

Halle 14, Stand K17

be in motion

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AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

Schneller

automatisieren

Auf CC-Link folgt CC-Link IE

Dirk Bunzel

In der automatisierten Fertigung

dient ein leistungsfähiges Netzwerk

als Rückgrat für den Datenaustausch.

Eine 100-fach erhöhte

Übertragungsrate sowie eine

etablierte, universelle Ethernet-

Infrastruktur bietet das aus Asien

bekannte Bussystem CC-Link mit

der Einführung von CC-Link IE.

Steckverbinder müssen hier hohe

Anforderungen erfüllen.

Dirk Bunzel, Phoenix Contact GmbH & Co. KG,

Blomberg

Den aktuellen Trends kann sich kaum

jemand entziehen – zumal diese immer

schneller aufeinander folgen. So hat sich

die CC-Link Partner Association (CLPA),

die Organisation der Hersteller CC-Linkkompatibler

Produkte und Anwender von

CC-Link-Technologie, dazu entschlossen,

aktuelle Trends mitzugestalten – und hat

CC-Link IE entwickelt. IE steht dabei für

Industrial Ethernet. Ziel ist es, die Vorteile

von CC-Link für zeitgemäße und zukunftsweisende

Infrastruktur-Umgebungen nutzbar

zu machen.

Von Japan in die Welt

Insbesondere Unternehmen aus dem asiatischen

Raum schätzen bislang die vielen

Vorteile des Bussystems CC-Link, wie z. B.

die hohe Störfestigkeit oder die geringe

Reaktionszeit. Dies liegt nicht zuletzt daran,

dass CC-Link in Japan durch Mitsubishi

entwickelt und als offenes Protokoll zur

Verfügung gestellt wurde. Als international

operierendes Unternehmen ist die Phoenix

Contact-Gruppe auch direkt vor Ort tätig

und kennt die Bedürfnisse der Anwender

von CC-Link und CC-Link IE.

Klassisches CC-Link ermöglicht eine Datenübertragungsrate

von bis zu 10 MBit/s

und ist damit für die meisten Aufgaben im

Umfeld der Automatisierung ausreichend.

Die physische Infrastruktur ist dementsprechend

einfach aufgebaut: Dreiadrige Busleitungen

werden über M12-Steckverbinder

miteinander sowie mit den anzuschließenden

Geräten verbunden. Es wird entweder

eine klassische Bus-Topologie mit einer

durchgehenden Busleitung und verschiedenen

Anschlüssen – den Drops - für die

Endgeräte eingesetzt. Es kann aber auch

eine Stern-Topologie genutzt werden.

Vorhandene Netzwerktechnologien

nutzen

Mit der einfachen Struktur und dem geringen

Verkabelungsaufwand ist das Bussys-

56 Der Konstrukteur 4/2016


tem CC-Link auch heute noch vielfach im

Einsatz. Aufgrund gestiegener Anforderungen

wurde es inzwischen zu CC-Link IE erweitert.

Vor allem bei der Bandbreite steigt

der Bedarf. Neben einfachen I/O-Signalen

müssen in vielen Applikationen größere

Datenmengen übertragen werden, wie z. B.

die Bilder von Industriekameras. Um die

Qualität von Prozessen zu erhöhen, werden

für eine größere Detailgenauigkeit auch

in Hochgeschwindigkeitsprozessen zunehmend

HD-Bilder übertragen.

Generell bringt die Wahl von Industrial

Ethernet als physikalische wie logische

Basis für eine neue Generation von CC-

Link weitere Vorteile. Neben der universellen

Einsetzbarkeit mit diversen Topologien

- wie Stern-, Baum- oder Linien-

Topologie - sowie der weltweiten Akzeptanz

ist die Vielfalt der angebotenen Geräte

für Industrial Ethernet von allen Bussystemen

und Netzwerken am größten. Auch

Phoenix Contact bietet hier eine breite

Auswahl an Geräten und Lösungen für die

Netzwerkinstallation.

Ein weiterer Vorteil von CC-Link IE ist die

nahtlose Integration von Fertigungspro zessen

in die vorhandene IT-Unternehmensinfrastruktur

– also in das Unternehmensnetzwerk.

So können z. B. Produktionszahlen

einzelner Maschinen oder auch ganzer

Fertigungslinien direkt im ERP(Enterprise

Resource Planning)-System zur Verfügung

gestellt werden. Abgeschlossene Fertigungsaufträge

werden zur Vorplanung an

die Logistiksteuerung gemeldet. Über die

Verbindung zum Unternehmensnetzwerk

ist auch die Remote-Diagnose im Fehlerfall

einfacher.

Neben zusätzlichen Geräten für das Netzwerk-Management

– wie etwa Switches oder

Router – wird auch eine neue physikalische

Übertragungsinfrastruktur benötigt. Eine

CC-Link IE ermöglicht ein neues

Niveau an Leistungsfähigkeit

und Flexibilität

Übertragungsrate von 1 GBit/s – also Gigabit-Ethernet

– ist hier die Anforderung.

Dementsprechend müssen die verwendeten

Komponenten wie Kabel und Steckverbinder

mindestens in Cat. 5/Class D sowie

8-polig ausgeführt sein. Diese Qualitätsanforderungen

erfüllen z. B. handelsübliche

RJ45-Steckverbinder mit vierpaarigen, paarverseilten

Netzwerkleitungen mit Gesamt-

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sicher.

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PROTECT SRB-E.

n Neue Familie von Sicherheitsrelaisbausteinen

mit acht Varianten

n Eine Hardware-Plattform für viele Applikationen

– vereinfacht die Auswahl

n Multifunktional – für verschiedene

Anwendungen konfigurierbar

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Halbleiterausgänge für Kat. 4 / PL e

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01 Mit Echtzeit-Protokollen und Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung ist CC-Link IE auch

Prozessen mit hohen Anforderungen an die Reaktionsgeschwindigkeiten gewachsen


AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

02 Vom Bussystem zum Netzwerk: Die klassische CC-Link-Leitung (links); CC-Link IE (rechts)

X-Kodierung vorgesehen. Mit Paarschirmung

bis in das Steckgesicht hinein sind je

nach eingesetzter Leitung bis zu 10 GBit/s

möglich – also die 10-fache Datenmenge

im Vergleich zu herkömmlichem Gigabit-

Ethernet. Die in diesem Fall eingesetzten

Leitungen verfügen neben dem Gesamtschirm

über vier einzeln ab geschirmte,

verseilte Aderpaare mit der Bezeichnung

S/FTP (Screened / Foiled Twisted Pair).

Eine derart hohe Datenmenge mag im

ersten Moment unnötig erscheinen. Wenn

man sich jedoch das exponentielle Datenwachstum

der letzten Jahre sowie die

Prognosen vor Augen führt, wird diese

Größenordnung relativiert. Mit dem Einsatz

von 10 Gigabit-Ethernet entscheidet

man sich schon jetzt für Zukunftssicherheit

auf der physikalischen Übertragungsebene.

Die X-kodierte Schnittstelle ist in einer

Erweiterung des IEC-Standards genormt,

welcher der M12-Bauform zugrunde liegt

– der IEC 61076-2-109. Eine Reihe von

Anbietern führt Produkte für die Verkabelung

mit der M12 X-Kodierung, und zwar

von Infrastruktur-Komponenten über Netzwerk-

Management bis hin zu Endgeräten.

Phoenix Contact bietet hier ein umfassendes

Produktprogramm, das eine zuverlässige

Basis für Applikationen mit CC-Link IE

schafft.

www.phoenixcontact.de

03 M12-Steckverbinder mit X-Kodierung erfüllen die Standardanforderungen

im industriellen Umfeld

schirm. Bezeichnet wird dieser Standard als

SF/UTP (Screened Foiled / Unshielded Twisted

Pair). Für die Verlegung von Leitungen

in geschützten industriellen Bereichen oder

auch in Schaltschränken sind diese Steckverbinder

eine sinnvolle Wahl. Sollen Maschinen,

Anlagen und Endgeräte jedoch

auch außerhalb dieser geschützten Bereiche

angeschlossen werden, reichen herkömmliche

RJ45-Steckverbinder nicht aus.

Steckverbinder für den

rauen Industriealltag

Der schon seit Jahren erfolgreich

eingesetzte M12-Steckverbinder

bietet den meisten Einflüssen des

Industrieumfelds hingegen keine Angriffsfläche.

Für die Gigabit-Datenübertragung

ist innerhalb der M12-Schnittstelle

die von Phoenix Contact mitentwickelte

Auf den

Punkt gebracht

Industrie 4.0 entwickelt sich gerade von der

Idee hin zur praktischen Anwendung – dabei

stellen neue Kundenanforderungen hinsichtlich

Kleinstserien, kürzerer Lieferzeiten und hoher Flexibilität

die Betreiber von Produktionsanlagen vor große

Herausforderungen. Ein steigender Bedarf an Bandbreite

im industriellen Netzwerk – auf diese Entwicklung hat die

CC-Link Partner Association reagiert und mit CC-Link IE

einen neuen Weg auf Basis von bekannten Standards

eingeschlagen. Für die notwendige Datenübertragung

ist die M12-Schnittstelle mit hoher

Zukunftssicherheit, guter Integration in

bestehende Systeme sowie Industrietauglichkeit

optimal

geeignet.

58 Der Konstrukteur 4/2016


Absolutmesssystem für Linearantriebe

Werkstückträgerumlaufsysteme

Modularer Aufbau

Kompatibel zu bestehenden Systemen

Vielseitig einsetzbar

Bei der Ansteuerung von Linearantrieben kommt es auf eine hohe

Regelgüte in Verbindung mit Dynamik an. Diesen Anforderungen

wird das magnetische Absolutmesssystem Emax-HI von Elgo

gerecht. Sensorik und Auswerteelektronik sind in einem Metallgehäuse

untergebracht. Der Anschluss erfolgt über einen M12-

Rundstecker. Die maximale Messlänge beträgt 8 m. Das 10 mm

breite, Zweispur-Magnetband wird auf eine ebene Grundfläche

aufgeklebt. Das Emax-HI lässt sich bis zu einem Abstand von

maximal 0,5 mm montieren. Die Auflösung beträgt 0,001 mm,

die Verfahrgeschwindigkeit bis zu 10 m/s. Das System ist mit

RS422, SSI- oder CANopen-Schnittstelle lieferbar und bietet

optional inkrementelle Rechtecksignale oder Sinus-Cosinus-

Signale (1 Vss) für die dynamische Bewegungssteuerung. Bei

der SSI-Variante lässt sich das Datenformat Binär- und Graycode

als Option wählen. Die RS422-Schnittstelle gibt es auch adressierbar.

Für Profibus-Anwendung steht ein separater Converter

zur Verfügung.

www.elgo.de

Besuchen Sie uns auf

der Messe Automatica

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Maschinenbau Kitz GmbH

Stammhaus der

mk Technology Group

Multifunktionsgeräte zur Kontrolle von

Energieverbrauch und Energiequalität

Mit dem Eco

Power Meter

KW2M hat

Panasonic

eine neue

Generation

von Energiemessgeräten

auf den Markt

gebracht.

Die Multi -

funktionsgeräte

dienen nicht nur der Kontrolle des Energieverbrauchs,

sondern auch der Überwachung der Energiequalität und der

Visualisierung von Messwerten. Ob im Gebäudemanagement,

in kleinen oder großen Industrieunternehmen mit vielen Messpunkten

– der KW2M kann der erste Schritt sein zur Integration

eines professionellen Energiemanagementsystems in Unternehmen.

Mit dem KW2M mit verbesserter Anschlusstechnik

werden laut Anbieter ca. 50 % der Verkabelung eingespart. Die

neuen Push-in-Anschlüsse verringern zudem den Zeitaufwand

und Platzbedarf beim Einbau. Als weitere Besonderheiten

verfügen die Geräte über eine Haupt- und Erweiterungseinheit

zur Messung von bis zu jeweils 2 Kanälen pro Modul (insg. 8)

sowie zwei Ethernet-Schnittstellen zum einfachen Zusammenschluss

mehrerer Eco Power Meter. Die Messgeräte sind für

DIN-Hutschienen konzipiert und erlauben die einfache Para -

metrierung durch einen integrierten Web-Server.

www.panasonic.com

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AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

Absolut autark

Drehgeber mit spezieller Multiturn-Technologie

erschließen in fahrerlosen Transportsystemen Vorteile

Sensoren spielen in fahrerlosen Transportsystemen

(FTS) eine entscheidende Rolle. Sie werden den

äußeren Verhältnissen ent sprechend eingelernt

und übertragen während des Einsatzes Daten an

die Leitsteuerung des Fahrzeugs. Drehgeber, die

auf einer speziellen Multiturn-Technologie basieren,

erfüllen die hohen Anforderungen, die

diese Anwendung an die Komponenten stellt.

Die ersten fahrerlosen Transportfahrsysteme

(FTS) wurden in den 1980er

Jahren gebaut. Ohne die entsprechende

Sensorik hätte man sie nicht konzipieren

können. Die Automatisierung schreitet fort

und die Technik hat sich seit damals selbstverständlich

weiterentwickelt.

Langlebig und flexibel

Im Jahr 2007 hat das finnische Unternehmen

Rocla FTS in Serienproduktion auf den

Markt gebracht. „Die ersten FTS sind sogar

immer noch in Benutzung. Sie sind vielleicht

modifiziert und modernisiert worden, es ist

jedoch durchaus üblich, dass ein FTS mindestens

zehn Jahre eingesetzt werden kann“,

berichtet Sami Välimäk, Einkaufsleiter der

Firma Rocla. Ein FTS lässt sich flexibel durch

Neuprogrammierung an veränderte Transportleistungsanforderungen

anpassen.

Die Dreh- und Hubbewegungen sowie

die Fahrgeschwindigkeit werden durch die

Sensoren geregelt, insbesondere durch absolute

Multiturn-Drehgeber. Einkäufer und

Entwickler von Rocla sind auf das deutsche

Unternehmen Wachendorff Automation

aufmerksam geworden, als im Jahr 2010 die

Anschaffung neuer Sensorik anstand.

Zuverlässig und kompakt

„Zuverlässige Qualität und langfristige

Verfügbarkeit sind für uns entscheidende

Kriterien, die für die Produkte und Dienstleitungen

der Firma Wachendorff spre ­

chen“, sagt Sami Välimäki.

Zum Einsatz kommt zum Beispiel der absolute

Drehgeber WDGA mit EnDra-Multiturn-Technolgie

von Wachendorff. Mit der

hohen Auflösung von 14 Bit Singleturn und

14 Bit + 40 Bit Multiturn ist er ideal für Anwendungen

geeignet, in denen es neben

der mechanischen Robustheit auf hohe

Messgenauigkeit ankommt. Die Schnittstelle

liefert für die Auswertung den vollständigen

Positionswert, bestehend aus der Kombination

der Singleturnposition mit der entsprechenden

Multiturnposition aufgrund der

Anzahl der Umdrehungen. Die Auflösung

der Singleturnposition ist 14 Bit (16 384

Schritte pro Umdrehung). Der Multiturn

kann – je nach Anforderung – bis zu 40 Bit

auflösen. Trotz dieser enormen Auflösung

kommt der wartungsfreie Drehgeber ohne

Getriebe und Pufferbatterie aus. Statt eines

Getriebes werden die Umdrehungen bei

dem Sensor mit einem Energiedraht

(EnDra) ermittelt: Ein Permanentmagnet

kumuliert im Draht so viel Energie, dass an

definierter Position die Informationen

„Umdrehung“ und „Drehrichtung“ in die

Auswerteelektronik übertragen werden. Eine

externe Energiezufuhr ist hierfür nicht erforderlich.

Die EnDra-Multiturn-Technologie

sorgt nicht nur dafür, dass die Sensoren

wartungs- und verschleißfrei sowie energieautark

arbeiten, sie ermöglicht zudem

eine sehr kleine, platzsparende Bauform

der Drehgeber. „Das ist für uns ein großer

Vorteil, denn der Bauraum in unseren FTS

ist äußerst begrenzt“, erklärt Sami Välimäki.

Schnell und unkompliziert

Die spezielle Multiturn-Technolgie arbeitet

verschleißfrei und energieautark und ermöglicht

eine sehr kleine Bauform der Drehgeber

Für Sami Välimäki ist die Zusammenarbeit

mit Lieferanten in allen Phasen sehr wichtig.

„Der Partner Wachendorff steht für Qualität

sowie Flexibilität, gleichzeitig ermöglichen

ausreichende Lagerbestände beim Wachendorff-Distributionspartner

in Finnland immens

kurze Lieferzeiten, denn die Reaktionszeiten

zwischen Bestellungen und Lieferungen

sind so kurz wie möglich zu halten.

Hier hat uns die Firma Wachendorff mit

ihrem finnischen Distributur überzeugt“.

„In Zusammenarbeit mit Wachendorff

haben wir Lösungen schnell entwickeln

können und alles läuft bestens: Innerhalb

eines halben Jahres haben wir bereits hunderte

Drehgeber bezogen und verbaut. Wir

sind sehr zufrieden“, fasst der Einkaufsleiter

abschließend zusammen.

www.wachendorff-automation.de

60 Der Konstrukteur 4/2016


Leistungsfähige und unempfindliche

Wirbelstromsensoren

Wirbelstromsensoren von Micro-Epsilon sind extrem leistungsfähig

und unempfindlich. Selbst bei Druck, Schmutz oder Öl

liefern sie schnelle und hochpräzise Ergebnisse. Eingesetzt werden

sie zur Messung von Weg, Abstand, Position, Verschiebung,

Schwingung,

Vibration etc.

Mit dem

kompakten

Wirbelstromsensor

Eddy-

NCDT 3001,

mit integrierter

Elektronik,

wird zum

Beispiel der

Ölspalt an

hydrostatischen

Lagern

überwacht. Diese werden bei vielen großen Anlagen wie Steinmühlen

oder Teleskopanlagen verwendet. Dieses Modell ist ein

kompaktes, robustes Sensorsystem, das ebenfalls temperaturkompensiert

ist und sich in Temperaturbereichen von - 30 °C bis

+ 180 °C einsetzen lässt. Auch bei erhöhten Temperaturen oder

Temperaturschwankungen erreichen diese Sensoren eine sehr

gute Messgenauigkeit, obwohl die Temperatur einer der wesentlichen

Faktoren ist, durch die Messergebnisse beeinflusst werden

können. Controller, Kabel und Sensor sind dazu druckbeständig

bis zu 10 bar.

www.micro-epsilon.de

Das Original

Steilgewindespindeln

• Gleitspindeltriebe

• gerollte Präzision

• beliebige Steigungen

• geräuscharm

• preiswert

Basisgerät für große Projekte

Das Unternehmen Pilz erweitert seine Familie der offenen, konfigurierbaren

Steuerungssysteme für Sicherheitsfunktionen PNOZmulti

2 um das Basisgerät PNOZ m B1, das mehr Leistung für

Maschinen mit größerem Funktionsumfang und den Anschluss

an alle gängigen Feldbussysteme bietet. Auf dem Gerät sind selbst

keine Ein- und

Ausgänge vorhanden:

Die

Anpassung an die

Applikation erfolgt

über Erweiterungsmodule.

Durch

zwei integrierte

Ethernet-Schnittstellen

muss kein

ETH-Erweiterungsmodul

angeschlossen

werden. Die

Anzahl der Erweiterungsmodule

wurde auf acht erhöht. Die maximale Programmgröße

ist um das Vierfache erweitert: Jetzt können zwischen den

Elementen bis zu 1024 Verbindungen eingefügt werden.

Projekte lassen sich jetzt auf einem USB-Speicher speichern. Falls

PNOZmulti 2 an ein anderes Feldbussystem angeschlossen werden

soll, lässt sich dies ohne Programmänderung durchführen:

ein Feldbusmodul kann einfach gegen ein anderes ausgetauscht

werden.

www.pilz.de

DE-Hannover

25. bis 29. April 2016

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AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

Blau ist das neue Rot

Trends in der Barcode-Identifikationstechnologie

Barcode-Identifikation ist noch immer die Basiskomponente in Auto mationslösungen

für Förder- und Lagersysteme. Immer höherer Durchsatz, Verfügbarkeit und leichte

Implementierung prägen die Anforderungen in der Geräteentwicklung. Mit blauem

Laserlicht, integrierter Connectivity und durchdachtem Design geben neue Lesegeräte

die Richtung aktueller Trends vor.

Rote LEDs kennt man seit fast 50 Jahren.

Drei Jahrzehnte lang scheiterten Wissenschaft

und Industrie hingegen an der

Entwicklung einer blauen LED für den

kommerziellen Einsatz. Isamu Akasaki,

Hiroshi Amano und Shuji Nakamura waren

Anfang der 90er Jahre die ersten, die die

hohe technische Herausforderung bewältigten

und blaues Licht aus Halbleitermaterial

erzeugten. Mitte der 90er Jahre

kamen dann die ersten leistungsfähigen

LEDs auf den Markt. Im Jahr 2014 erhielten

die drei japanischen Forscher den Physik-

Nobelpreis für ihre Arbeit.

War damals die Anwendung der blauen

LEDs in industriellen Anwendungen aufgrund

der hohen Preise noch recht unwirtschaftlich,

schreitet heute der kommerzielle

Einsatz munter voran. Leuze Electronic

nutzt nun die blauen LEDs in einer neuen

Generation von Barcodelesern.

Mit seiner kurzwelligen blauen Laserdiode

erreicht der Scanner BCL 600i eine

um 50 % höhere Tiefenschärfe als Lesegeräte

mit Rotlichtlaser. Insgesamt bringt

dies unschlagbare Vorteile beim Lesen von

Codes mit sehr kleinen Modulstärken,

sprich Strichbreiten, bis 0,35 mm. In der

Regel ist hierfür eine Fokusverstellung

oder eine Laserdiodenumschaltung notwendig.

Nicht so beim BCL 600i. Seine feste

Brennweite macht aus ihm ein wirtschaftliches

Lesegerät. Die einst so teuren blauen

Laserdioden sind durch ihre vielfältige

Verbreitung, beispielsweise in Blu-Ray-

Playern, deutlich günstiger geworden; auch

62 Der Konstrukteur 4/2016


AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

01 Mit dem Schwenkspiegel

kann ein größeres

Lesefeld abgedeckt werden

dies kommt dem Scanner

BCL 600i zugute.

Eine Hochleistungsoptik

mit einem symmetrisch optischen

Öffnungswinkel von

± 30° erlaubt bereits im Nahbereich

eine weite Öffnung des Lesefeldes.

Konnten die Vorgängerbaureihe mit

einer High-Density-Optik gerade noch

Modulbreiten von 250 µm bewältigen, so

schafft der neue Scanner BCL 600i ganz

locker Modulbreiten bis 200 µm – und dies

zu einem niedrigen Invest, da der blaue

Laser, wie erwähnt, ohne aufwändige, teuere

Optik auskommt.

Schnell und sicher Identifizieren

Das schnelle und sichere Erkennen trägt

maßgeblich zur hohen Leistung fördertechnischer

Anlagen bei. Im Vordergrund

steht hier ein hoher Durchsatz in

Verbindung mit optimaler Anlagenverfügbarkeit

und Prozesssicherheit. Bei

den Lesege räten sind hohe Scanraten,

Mit seiner kurzwelligen blauen Laserdiode erreicht

der Scanner eine um 50 % höhere Tiefenschärfe

als Lesegeräte mit Rotlichtlaser

verschiedene Lesefelder und ausgeklügelte

Lesetechnologien gefragt. Dazu gehören

auch Schwenkspiegelvarianten.

Mit einer Scanrate von 1000 Scans pro

Sekunde ermöglichen die Hochgeschwindigkeitsscanner

BCL 600i extrem schnelle

Prozesse. Hier gibt die Code-Fragment-

Technologie (CRT) zusätzliche Lesesicherheit.

Während bei einigen Applikationen

der Barcode mit einer durchgängigen Scanlinie

vollständig erfasst werden kann, gibt

es andere, bei denen dies anwendungsspezifisch

ausgeschlossen ist. Mit CRT werden

Codes noch unter großer Schräglage zur

Mittenachse mehrfach versetzt gelesen. Anschließend

werden die einzelnen Fragmente

von der Software des Lesegeräts anhand der

sich überlappenden Elemente wieder zu

einem Gesamtergebnis zusammengefügt.

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AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

Die Vorteile dieser Technologie zeigen sich

besonders bei verdrehten Labels, bei kleinen

Labelhöhen oder bei schnellen Bewegungen.

Selbst teilweise beschädigte oder

verschmutzte Codes lassen sich dekodieren.

Das erhöht die Leserate und damit die

Anlagenverfügbarkeit.

Komfortabel im Netz

Die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit

moderner Barcode-Lesegeräte werden begleitet

von Anforderungen in Bezug auf einfaches

Handling, leichte Montage und komfortable

Inbetriebnahme. Hinzu kommen

Aspekte wie Maintenance und Fehlerdiagnosemöglichkeiten,

die in der Anlagentechnik

immer mehr Bedeutung gewinnen. Hier

steht in vielerlei Hinsicht die Einbindung

der Geräte in Feldbussysteme im Mittelpunkt.

So sind die Geräte sowohl mit dem

noch oft geforderten Profibus verfügbar

sowie natürlich mit Profinet und als Ethernet-TCP/IP

und UDP-Varianten.

Das im Gerät integrierte Parametrier-

Tool „webConfig“ mit einer umfangreichen

Menü- und Bedienerführung ermöglicht

die Kommunikation mit dem Gerät

über jeden modernen Browser. Dem Anwender

bleibt es erspart, separate Parametrier-

und Konfigurationssoftware auf

einem Service-Laptop zu pflegen und vorzuhalten.

Außerdem ist die Schnittstelle so

konfiguriert, dass ein USB-Memory-Stick

als externer Parameterspeicher für Dokumentations-

und Monitoring-Funktionen

benutzt werden kann.

Montage- und

bedienfreundliches Design

Neben verbesserter Kommunikation sorgen

diverse Hardware-Features ebenfalls für Erleichterung

im Einsatz. Das beginnt bei der

Montage, wo verschiedene Befestigungsmöglichkeiten

wie die bewährte Schwalbenschwanztechnologie

und zusätzliche

Befestigungslöcher in einem leichten und

kleinen Gehäuse jeglichen Freiraum zur

Adaption an Anlagenteile gewähren.

Darüber hinaus unterstützten M12-Anschlüsse

die elektrische Montage.

In ein modernes Anlagenkonzept gehört

heute die Visualisierung von Gerätezuständen

vor Ort. Dazu hat Leuze die BCL

600i mit einem hochauflösenden Display

ausgestattet. Dies ermöglicht eine übersichtliche

und transparente Darstellung

der gelesenen Werte, eingestellten Parameter,

Gerätestatus und Warnhinweise.

Die Bedienung ist selbsterklärend und erfolgt

intuitiv über vier Folientasten. Außerdem

signalisieren zusätzliche verschiedenfarbige

LEDs schon aus der Ferne den

Gerätestatus.

Scanner im Verbund

Für das Lesen nicht ausgerichteter Barcodelabels

sind in der Regel mindestens

STATEMENT

Martina Bopp, Redakteurin

Die japanischen Wissenschaftler

haben den Nobelpreis

2014 natürlich nicht deshalb

erhalten, weil die blaue LED

in Barcodelesegeräten Vorteile

erschließt. Der Hauptnutzen für

die Menschheit liegt vielmehr

darin, dass blaue Laserdioden

den Weg frei gemacht haben

für weißes LED-Licht und damit

für energieeffiziente und umweltfreundliche

Beleuchtung.

Nebenbei wurde durch die

Entwicklung die Blu-Ray-Technologie

ermöglicht, die dann die

Preise für blaue LEDs dank

Massenproduktion purzeln ließ.

Und das wiederum macht das

blaue Licht nun wirtschaftlich

nutzbar für Industriean wendungen.

Eine wahrhaft strahlende

Erfolgsgeschichte.

02 Gerätekombinationen und Zusammenschaltungen

gehören heute zu den Standards

zwei oder mehr zueinander ausgerichtete

Barcodescanner erforderlich. Leuze electronic

löst diese Aufgabe mit Modulare

Scanner Portalen (MSP). Das sind modular

aufgebaute, mechanisch vormontierte

Systeme, die Codes omnidirektional lesen

können. BCL 600i Scanner können für

omnidirektionale Codelesungen in solchen

Systemen ohne Aufwand verwendet werden.

Damit spart sich der Inbetriebnehmer

Zeit und Geld bei der mechanischen Montage

und dem elektrischen Anschluss.

Zudem ist ein integrierter Switch für eine

Linien-Topologie vorhanden und der multiScan-Betrieb

wird unterstützt. Hierbei

handelt es sich um eine Gerätekombination,

die alle Scanner für die SPS zu einem logischen

Scanner zusammenfasst. Das vereinfacht

die Anwendung (Parametrierung und

Inbetriebnahme) bei der Einbindung der

Geräte in Ethernet- und Profinet-Netzwerke.

www.leuze.com

64 Der Konstrukteur 4/2016


AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

Datenmanagement-Modul

für

„Farming 4.0“

Maßgeschneiderter Anbau mit Sicherheitsberechnung

Das Unternehmen

Hübner bietet zusätzlich

zu seinen Safety-

Drehgebern mit SIL-/

PL-Zertifizierung

einen sicheren Anbau

mit Fehlerausschluss.

Dieser stellt sicher,

dass die mechanische

Verbindung sicherheitszertifizierter

Drehgeber zur Applikationswelle

ausreichend

sicher ausgelegt

ist. Die für

den mechanischen

Anbau relevanten Teile werden für die Anwendung individuell berechnet und entsprechend ausgelegt.

Dazu gehören als Hauptkomponenten die Schraubenverbindungen zur Applikationswelle, die

Flanschadapterwelle und die Drehmomentstütze. Berechnet werden dabei z. B. die Dauerfestigkeit

oder die Tragfähigkeit. Auch die Montage vor Ort kann der Hersteller bei Bedarf übernehmen. Im

Anschluss an die Montage wird der neue Anbau vermessen und protokolliert, ob alle Parameter eingehalten

werden, und eine Safety-Dokumentation wird erstellt.

www.huebner-giessen.com

Automatisierungsplattform für Industrie 4.0

Mit dem Datenmanagementund

Telematik-Modul Connex-

TC3G von Sensor-Technik

Wiedemann lassen sich Informationen

von Steuerungen

und Sensoren in landwirtschaftlichen

Fahrzeugen sammeln

und zur Darstellung

und Weiterverarbeitung in die

„Cloud der Dinge“ der Deutschen

Telekom übertragen.

Dort ist die Einbindung in übergeordnete

Prozesse möglich.

Das Web-Portal der Cloud-

Lösung bietet die Anzeige von

Sensordaten und Statusmeldungen

von Anbaugeräten.

So lassen sich Sensordaten

aller angeschlossenen Geräte

bündeln und logisch ver knüpfen.

Kritische Betriebszustände

werden automatisch erkannt

und Warnmeldungen

generiert.

www.sensor-technik.de

Mit einer Automatisierungsplattform für Industrie-4.0-Anwendungen bietet das Unternehmen

Parker Hannifin die erforderliche Durchgängigkeit von der Leit- bis zur Aktorebene. Zentrale

Bausteine der auf offene Ethernet-Kommunikationsstandards ausgelegten Plattform sind die

Automatisierungssteuerung PAC (Programmable Automation Controller) und der Servoantriebsregler

der Baureihe PSD. Der PAC ist ein Mehrachs-Motion-Controller, der die Eigenschaften

einer SPS mit einer Motion-Control-Steuerung, Robotik und Visualisierung verbindet. Der Controller

ermöglicht Anwendungen ohne Schnittstellenmanagement auf nur einer Steuerungsplattform.

Offene Schnittstellen erlauben die Einbindung in horizontale Kommunikationsstrukturen.

www.parker.com

Herausforderungen meistern.

Kommunikationswege öffnen.

Flexibilität neu definieren.

25. – 29.04.16

Halle 9, D76

R100 und R101

Die neue Generation.




Zukunftsorientierte Produktarchitektur: erstmals

durchgängige Integration der optoelektronischen

Funktionsprinzipien in identischer Gehäusebauform

Kommunikation bis in die Sensorebene dank

IO-Link als Basis für Sensorik 4.0 – in jeder

Sensorvariante

Präzise und zuverlässige MPT-Distanzmessung im

standardisierten Kleingehäuse

www.pepperl-fuchs.de/r100-r101


AUTOMATISIERUNGSTECHNIK I INTERVIEW

Der Unterschied steckt im Detail

Ein Lineartechnikanbieter erklärt die technischen Finessen bei Teleskopschienen

und Rollenführungen

Linearführung ist gleich Linearführung?

Nicht ganz. Wolfgang

Ringleb, Geschäftsführer des

Unternehmens T Race erklärt im

Interview den kleinen aber feinen

Unterschied.

Herr Ringleb, T Race, das ist ein außergewöhnlicher

Name, der ein wenig an

den Dinosaurier T-Rex erinnert.

Wofür steht er?

Ja, diese Analogie höre ich manchmal.

T Race leitet sich aber tatsächlich von dem

englischen Begriff „trace“ ab, auf Deutsch

„Spur nachgehen“. Einerseits passend für

das Thema Linearführungen, andererseits

steht es auch dafür, dass wir unsere Ziele

konsequent verfolgen. Mit unserem neuen

Standort in Burscheid verfügen wir nun

über 2000 m 2 Produktions- und Lager fläche.

Wir beschäftigen uns mit der Herstellung

und dem Vertrieb von gehärteten Laufrollenführungen

und Teleskopschienen. Die

Fertigung der Laufschienen und die Wärmebehandlung

sind in Italien zu Hause. Bei

uns in Burscheid werden auch verschiedene

Teleskopschienen hergestellt, die Laufschienen

nach Kundenvorgabe auf Länge

geschnitten, konfektioniert und die Wagen

spielfrei und vorgespannt montiert. Von

Burscheid aus beraten wir unsere Kunden

konzeptionell und technisch bis ins Detail.

Was sind denn auf die Technik, auf die

Produkte bezogen Ihre konkreten Ziele?

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht,

die Laufrollenführungen und

Teleskopschienen weiterzuentwickeln.

Beispielsweise waren wir die

ersten auf dem Markt mit kompakten

Laufrollenteleskopen. Der

große Nutzen besteht darin, dass

beim Verfahren ein definierter

Bewegungsablauf stattfindet.

Denn Teleskopschienen auf

Kugelbasis können im Betrieb einen Käfigversatz

aufweisen. Das bedeutet, dass der

Käfig unkontrolliert in der Schiene „wandert“

und eventuell keine Rollreibung sondern

eine erschwerte Gleitreibung entsteht.

Die neue Schienenserie LAN verfügt über

oberflächengehärtete Laufflächen. Deren

Laufschienen sind aufgrund der Härteeigenschaften

auch für hochfrequente

Arbeitszyklen geeignet. Last but not least

sind unsere Teleskopschienen nun mit

neuen Schmierfilzen und noch robusteren

Endanschlägen ausgerüstet.

Teleskopschienen und Rollenführungen

bietet der Markt ja in einer sehr hohen

Variantenvielfalt und in vielen Bauarten.

Sind die Produkte denn nicht mehr oder

weniger austauschbar?

Ja und nein. Im Standardsortiment sind

Linearführungen vieler Hersteller austauschbar

hinsichtlich der Anschlussmaße.

Dadurch muss der Kunde bei einem

Lieferantenwechsel seine Konstruktion

nicht ändern. Das ist gut so. Einige Linearführungen

am Markt verfügen aber über

spezifische Vorteile und Detaillösungen,

die auf den ersten Blick nicht so leicht zu

entdecken sind.

Welche besonderen Details sind denn

in Ihren Führungen versteckt?

Nun, im Bereich der kompakten Laufrollenführungen

sind wir meines Wissens

nach der einzige Anbieter mit zweireihigen

Laufrollenlagern. Das ist ein echter Mehrwert

hinsichtlich Kippstabilität und Tragfähigkeit.

Unsere Fest-Loslager-Anordnun-


INTERVIEW I AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

gen realisieren wir im Vergleich zu unseren

Marktbegleitern mit ein und demselben

Profil, indem wir für die Loslagerung

lediglich Laufrollen mit einer zylindrischen

Lauffläche einsetzen. Das hat für uns den

Vorteil, dass wir nur ein Schienenprofil

fertigen müssen, was die Mehr kosten

der zweireihigen Rollenlager etwas

kompensiert.

Unsere MR-Schienen haben bezogen auf

die Baugröße einen großen Querschnitt,

sind also sehr steif. Und, das ist ganz besonders,

die Laufschienen werden vor der

Härtebehandlung gehont und mechanisch

bearbeitet. Erst danach erfolgt der Härteprozess.

Die Laufschienen sind gasnitriert

und als Korrosionsschutz zusätzlich oxidiert.

Dadurch wird auch die Lauffläche

gegen Rostbildung abriebfrei geschützt

und ist nicht blank wie bei anderen

Systemen.

Und wie sieht es bei den erwähnten

neuen Blechschienen aus?

Wir sind der einzige Hersteller am Markt,

der umgeformte Blechschienen verzugsarm

Oberflächen härten kann. Das hat den Vorteil,

dass Sie ein preiswertes System erhalten,

aber dennoch in der Lage sind, auch

mal 1 Million Zyklen oder mehr zu fahren,

ohne dass Verschleiß auftreten wird.

Noch etwas Neues haben wir hier zu bieten:

die Abstreifer werden einfach in die

Schienen geclipst. Man kann sie bei Bedarf

also einfach herausziehen und muss die

Schiene nicht extra demontieren, um die

an die Abstreifer zu kommen.

Wie werden Ihre Schienen an die

Unterkonstruktion befestigt und

ausgerichtet?

Standardmäßig bieten wir zwei Befestigungsmöglichkeiten

an, einmal die flache

Senkung für eine Torx-Schraube. So kann

der Monteur die Schiene auf der Unterkonstruktion

im Rahmen des Spiels in der

Bohrung noch etwas ausrichten. Dann gibt

es noch die selbstzentrierende 90°-Senkbohrung.

Grundsätzlich können wir

zusätzliche Bohrungen und Sonderbohrungen

einbringen. Das Standardraster

ist 80 mm, die Maximallänge der Schienen

beträgt 4 m.

Sie konzentrieren sich mit Ihrem Sortiment

rein auf die Linearführung. Wie

gehen Sie diesbezüglich mit dem Trend

zu System lösungen und höherer Systemintegration

um?

Unsere Kunden stammen aus dem allgemeinen

Maschinenbau, aus dem Bereich

Verpackungsmaschinen, Papiermaschinen,

Abfüllanlagen aber auch aus den mobilen

Bereichen wie Railway Infrastructure, Public

Transport, Interieurs.

Diese Kundenkonstruktionen sind zwar

meist sehr mechatronisch – die Linearführung

bildet bei diesen Applikationen in der

Regel aber keine konstruktive Einheit mit

anderen Elementen wie beispielsweise dem

Antrieb. Für Systeme in Form von funktionsfertigen

Achsen sehe ich heute bei unserem

Kundenspektrum noch keinen Bedarf. Wir

belassen unsere Kernkom petenz bei den

Schienen. Die USPs von

T Race sind die axial und radial sehr tragfähigen

zweireihigen Laufrollen, ein sehr steifes

Profil und das verzugsarme Härteverfahren,

das die teure Schleifbearbeitung erspart.

Unter dem Strich bieten wir auf diese Weise

Führungen mit sehr kleinem Querschnitt,

hoher Tragfähigkeit und extrem geringen

Verschleiß bei hoher Wirtschaftlichkeit.

www.t-race.de

DAS GREIFERPROGRAMM DER ZUKUNFT.

ZUKUNFTSFÄHIG. INTELLIGENT.

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IO-Link

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des laufenden Betriebs

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Preisträger des

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ANTRIEBSTECHNIK

Rahmenplanung funktioniert

Planetengetriebe für Pedelec eines Start-up-Unternehmens

Diese Lösung fällt (nicht) aus dem

Rahmen: Planetengetriebe für

einen vollintegrierten Pedelec-

Antrieb konstruiert für ein Start-up-

Unternehmen. Erfahrung und

kreative Entwicklungsarbeit aus

einem Planetengetriebe-Baukasten

erlauben es, das Package aus Akku,

Motor und Getriebe komplett im

Rahmen zu platzieren. Die

Rahmenplanung der jungen

Entwickler ist voll aufgegangen.

Eine Lösung also, die aus dem

Rahmen fällt, weil sie in den

Rahmen passt: Eine Success Story.

Planetengetriebe bieten kompakte Bauform,

große Leistungsdichte und damit

hohe Drehmomentübertragung bei kleinstem

Platzbedarf. Sie sind dadurch bevorzugte

Getriebebauart für die Gestaltung energieeffizienter

Antriebslösungen. Mit seinem

modularen Baukasten für Planetengetriebe

verbindet der Getriebehersteller IMS Gear

die Vorteile der Standardisierung – schnelle

Verfügbarkeit ausgereifter Technologie und

ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bis

in die Serienfertigung – mit höchstem Individualisierungsgrad.

Die Vision: Stark, leise

und voll integriert

dazu, und die Vision eines schlanken

Mountainbikes ohne pummelige Stellen,

auf den ersten Blick nicht als Elektrofahrzeug

zu erkennen, und auf den zweiten

auch nicht unbedingt, würde wahr.

Idee mit Kommilitonen besprochen,

schnelle Einigkeit: „Wir bauen ein Mountainbike,

das richtig gut aussieht und satt

Leistung bietet.“ Und leise ist. Als begeisterte

Biker wollen sie weder ein straßenbahnähnliches

Surren des elektrischen

Teils, noch ein maschinenartiges Rattern

der Übersetzung vernehmen.

Die Planung: Urbane Mobilität,

Geschäftsmodell

Die Gründer um Biechele starten mit

Inkubation durch die Universität ihr Startup.

Nach vielen Gesprächen mit Business

Angels und Risikokapitalgebern steht die

Finanzierung. 2014 wird die Fazua GmbH

Der Planetengetriebe-Baukasten ist die Basis für kurze Reaktionsund

Entwicklungszeiten, welche Start-ups verlangen

Die Idee drängt sich auf, als Johannes

Biechele als Werkstudent an einem Antrieb

für ein Mountainbike arbeitet: Es muss

doch möglich sein, Akku, Elektromotor und

Getriebe so zu konstruieren, dass diese Einheit

in das Rahmenrohr zu integrieren ist.

Das würde die Technik schützen, aber vor

allem auch besser aussehen. Sehr viel besser,

um genau zu sein. Ein kompaktes Tretlager

in München gegründet, gleichzeitig der

Geschäftsplan geändert. Statt eines Mountainbikes

steht nun die urbane Mobilität im

Zentrum: Masse statt Nischenmarkt. Es

68 Der Konstrukteur 4/2016


HÖCHSTE QUALITÄT

IN 3 BUCHSTABEN

NSK setzt vieles in Bewegung - zum Beispiel in der Lebensmittel- und

Getränkeindustrie. Als einer der führenden Hersteller von Wälzlagern

verbindet NSK eine hundert Jahre alte Erfolgsgeschichte mit dem Anspruch

einer ganzheitlichen Qualität.

www.nskeurope.de


ANTRIEBSTECHNIK

geht nicht mehr darum, ein komplettes

Rad zu bauen.

Eine universelle Antriebslösung, die Radhersteller

in deren Rahmen integrieren

können, steht nunmehr im Zentrum. So

geht Skalierung und Eintritt in die Welt

angesagter Marken, lernen die Gründer

schnell. Es beginnt die Suche nach kompetenten

Partnern, denn: „Bis auf die Idee und

ganz viel Schwung hatten wir ja nichts.“

Nach eingehender Recherche steht IMS

Gear auf der Longlist für das Planetengetriebe,

nach Gesprächen auf der Shortlist,

und nach dem Funktionsmuster ist die

Zusammenarbeit perfekt.

Die Frage: Kann der Getriebespezialist

Start-up?

„Wir haben uns natürlich gefragt: Kann dieses

Traditionsunternehmen IMS Gear so

richtig Start-up? Wie kommen die mit

unserer saloppen Art zurecht?“ berichtet

Biechele. Die IMS Gear-Antwort: Yes, we

can. Mit Dominik Bea steht stets der gleiche

engagierte Ansprechpartner zur Verfügung,

„und IMS Gear hat auch nicht ein 100-seitiges

Lastenheft verlangt, um die Aufgabe

abschätzen zu können. Das hätten wir als

Start-up gar nicht leisten können.“

Stattdessen spielt der IMS Gear Planetengetriebe-Baukasten

die überzeugende Rolle

als Start-up-Versteher: „Funktionsmuster,

der erste Entwurf, Modifikationen, das zweite

Muster, schließlich die seriennahe Version

für die aktuell laufenden Tests, dank der

Variabilität des modularen Ansatzes haben

wir stets binnen weniger Wochen geänderte

Vorgaben umsetzen können“ unterstreicht

Sales Engineer Bea die kurzen Reaktionszeiten.

„Die Kommunikation zwischen uns,

IMS Gear und dem Motorenhersteller ist

hervorragend gelaufen“, lobt Biechele.

„Das Projekt zeigt die Stärke der IMS

Gear-Modifikationsstrategie in voller Schönheit“,

befindet Bea. „Gerade für ein Start-up

wie Fazua ist diese Schnelligkeit extrem

wichtig“, ergänzt der Fazua-Chef. Kein umfangreicher

Entwicklungsvertrag, keine

überbordenden Entwicklungskosten, durch

den Rückgriff auf den IMS Gear-Planetengetriebe-Baukasten

– ein Pedelec braucht

zum Fahren ja nicht nur ein Getriebe, sondern

auch Batterie, Motor und Rahmen.

Die Anforderungen: Alles klar?

Die Bauraumanforderung für das Planetengetriebe

lautet auf kleiner als 60 mm im

Durchmesser bei maximalem Drehmoment

von 12 Nm. Angesichts dieser Belastung

entscheidet sich IMS Gear für die Verzahnung

aus dem 72 mm-Getriebe des Planetengetriebe-Baukastens.

Mit radialer Verstiftung

statt axialer Verschraubung liegt

der Durchmesser des ersten Musters unterhalb

der geforderten 60 mm. Das Planetengetriebe

plus Abtriebswelle, Freilauf und

Muffe und der Flansch des Tretlagers sind

in einer Baugruppe integriert.

Das B-Muster wird aus dem Baukasten

heraus kostenmäßig optimiert und die

Baulänge durch die Integration eines

schrägverzahnten Einlege-Zahnkranzes in

das Motorgehäuse verkürzt. Die Motorwelle

erhält spezielle Aussparungen und Bohrungen,

so dass das Standard-Ritzel von IMS

Gear eingepresst werden kann. Als Clou mit

dem Click erlaubt eine federnd gelagerte

Muffe den optimierten Ein- und Ausbau des

Akku-Motor-Getriebe-Packages. Die Planetenräder

sind komplett aus Kunststoff

gefertigt, so erfüllt das Getriebe die Anforderungen

an die Geräuscharmut.

Die Vermarktung: Für designbewusste

Genussfahrer

Die Vermarktung der Antriebslösung startet

Mitte 2016, während der Fachmesse Eurobike

im Spätsommer werden die ersten

Fahrräder mit dieser Technologie zu sehen

sein. Mit einer Kapazität von 250 Wattstunden

wird der Biker bis zu einer Geschwindigkeit

von 25 km/h unterstützt. Das Fazua-

Package mit bewährter IMS Gear-Technologie

aus dem Planetengetriebe-Baukasten wiegt

lediglich 3 kg und ist damit erheblich leichter

als bisherige Umsetzungen am Markt.

Die Einheit lässt sich einfach aus dem Rahmen

entnehmen, um den Akku bequem

aufzuladen. Ein Betrieb des Fahrrads ohne

die Antriebseinheit ist jederzeit möglich.

Sollten geänderte Anforderungen auf die

Antriebslösung zukommen, kann IMS Gear

durch die Vorkonfiguration schnell reagieren

und gleichermaßen geänderte Übersetzung,

höheres Drehmoment oder modifizierte

Lagerung implementieren. Fazua

entwickelt gerade auch einen eigenen Fahrrad-Rahmen.

Die Vision des elektrischen

Mountainbikes ist lebendig. Motto: „Es muss

doch möglich sein…“

Bilder: Anlaufbild und 02 Fazua, 01 IMS Gear

www. imsgear.com

01 Die Motor-Getriebe-

Einheit im Schnittmodell

02 Die gesamte Antriebseinheit

mit Akku für die Integration in

den Rahmen

70 Der Konstrukteur 4/2016


ANTRIEBSTECHNIK

Servoantrieb statt

Spindelantrieb

Der Servoantrieb CLDP von Voith ist für

alle direkten Linearbewegungen einsetzbar, vor

allem wenn Dynamik, Reproduzierbarkeit und Zuverlässigkeit

gefragt sind. Gegenüber einer elektromechanischen

Spindel bietet der Servoantrieb, der einen Leistungsbereich von

10 bis 1000 kN und Geschwindigkeiten von bis zu 1000 mm/s

abdeckt, eine höhere Betriebssicherheit aufgrund des automatischen

Überlastschutzes.Verfügbar ist der Servoantrieb, der nur

einen elektrischen Leistungsanschluss und eine Datenschnittstelle

für den Servomotor benötigt, in den Standard-Bauarten

linear, orthogonal und parallel.

www.voith.de

Effiziente Motoren für

den sensorlosen Betrieb

Die Antriebssystem-Familie Dyneo der

Emerson-Marke Leroy-Somer ist um

eine Synchronmotoren-Baureihe mit

Permanentmagneterregung (LSRPM-

1500 min -1 ) erweitert worden. Ohne

weitere Anpassungen liefert der neue

Typ Werte, die dem Premiumwirkungsgrad

entsprechen. Er ist einfach zu implementieren und durch

drehzahlgeregelten Antrieb energieeffizient. Der Motor eignet

sich für den sensorlosen Betrieb und entspricht den Vorgaben

der IEC-Norm 60034-30-1.

www.leroy-somer.com

Zuwachs bei DC-

Kleinstmotoren-

Baureihe

Mit dem neuen DC-Kleinstmotor

1727…CXR erweitert

Faulhaber sein Antriebsprogramm

im mittleren Leistungsbereich

und ergänzt die CXR-

Reihe um einen kompakten

Antrieb mit 17 mm Durchmesser

und einer Länge von

27 mm. Ein leistungsstarker

Neodym-Magnet verleiht dem

graphitkommutierten Motor

eine hohe Leistungsdichte mit

einem Dauerdrehmoment

von 4,9 mNm. Der Temperaturbereich,

in dem er eingesetzt

werden kann, reicht

von -30 bis +100 °C.

Wie die anderen Antriebe

dieser Serie, lässt sich die

Neuentwicklung mit Encodern

sowie mit Präzisionsgetrieben

aus einem abgestimmten

Programm kombinieren. Zur

Drehzahlregelung oder zum

Positionierbetrieb kann der

DC-Kleinstmotor wahlweise

mit dem Speed Controller

SC 1801 oder dem Motion

Controller MCDC 3002 angesteuert

werden.

www.faulhaber.com


Anwendungsspezifisch

aus dem Baukasten

Zuverlässige Antriebe für die Papierherstellung

Stoffaufbereitungsanlagen müssen maximale Leistung bei höchster

Effizienz erbringen. Geringe Energie-, Faser- und Wasserverbräuche

werden z. B. bei der Papierherstellung ebenso gefordert wie Qualität

und Zuverlässigkeit der Anlagen. Eine hohe Filtratqualität und niedrige

Wartungskosten sind essentiell für solche Anlagen. Industrie-Planetengetriebe

spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Heidenheimer Firma Voith, auf den

Geschäftsfeldern Energie, Papier, Rohstoffe

und Transport beheimatet, ent wickelte

die Scheibenfiltermaschine Infiltra Discfilter

IDF570. Sie erzielt im Zusammenspiel

zwischen den bewährten Filter scheiben

Bagless Plus, dem weiterent wickelten Filtratventil

und der verbesserten Zentralwelle

sehr gute spezifische Kapazi täten bei der

Entwässerung und Filterung von Stoffsuspensionen.

mehr Kapazität als das Vorgängermodell.

Gleichzeitig wurde damit der Abschlag der

Fasermatte verbessert. Der Scheibenfilter

ermöglicht bis zu 15 Jahre lang einen zuver

lässigen Betrieb. Das verwendete Filtratventil

sorgt für ein hohes, stabiles Vakuum

und eine klare Filtrattrennung. Die

eingesetzte Abdichttechnologie ermöglicht

einen tropffreien Betrieb.

Raumsparende Planetengetriebe

Verfahrenstechnische Anlagen benötigen

auch zuverlässige Antriebskomponenten.

Oftmals sind niedrige Drehzahlen und ein

hohes Drehmoment gefordert. Hierfür eignen

sich Industrie-Planetengetriebe. Bei Infiltra

Getriebe mit höherer

Leistungsdichte reduzieren

Anlagen- und Energiekosten

Discfilter lag der geforderte Drehzahlbereich

an der Getriebe-Abtriebswelle zwischen 0,7

und einer Umdrehung je Minute. Das maximale

Drehmoment ergab sich aus Erfahrungswerten

mit Vorgängermaschinen.

Wartungsarme Filtration

Herkömmliche Scheibenfiltersektoren enthalten

Beutel aus Kunstfasergeweben, die

nach einiger Zeit Risse bekommen. Oft

müssen diese Beutel bereits nach einem

Jahr ausgetauscht werden. Diese Arbeiten

verursachen hohe Wartungskosten. Anders

verhält es sich mit den beutelfreien

Filterscheiben Bagless Plus von Voith. Sie

bilden den Kern des Infiltra Discfilters.

Durch ihre gewellte (und damit größere)

Edelstahloberfläche haben sie bis zu 20 %

Dipl.-Ing. Hannes Mauz, Leiter

Produktmanagement Fasern bei Voith

Was waren für Sie die wichtigsten Aspekte bei der

Auswahl der Industriegetriebe?

„Bei Scheibenfiltern genießt die Zuverlässigkeit des

Hauptgetriebes im Dauerbetrieb oberste Priorität. Dank

der neuen PHF-Planetengetriebe von SEW-Eurodrive

haben wir bei den Scheibenfiltermaschinen IDF570 eine

sehr kompakte Installation mit perfekter Zugänglichkeit

und Wartungsfreundlichkeit.“

72 Der Konstrukteur 4/2016


ANTRIEBSTECHNIK

Die Industriegetriebe-Baureihe P von SEW-

Eurodrive, die hier zum Einsatz kommen,

hat eine kompakte Bauweise und ist je nach

Baugröße in standardisierten Varianten auch

kurzfristig lieferbar. Sie lässt sich Dank des

SEW-Baukastensystems durch eine breite

Palette an Ausrüstungs optionen ergänzen.

Für den Antrieb der Scheibenfiltermaschine

kommen Planetengetriebe der

Baugrößen PHF032 bzw. PHF042 mit vorgeschaltetem

Kegelradgetriebemotoren KF97

zum Einsatz. Ein weiterer, kleinerer Getriebe

motor von SEW-Eurodrive treibt eine

Austragsschnecke an, die die gefilterten

Fasern wieder dem Prozess zugeführt. Als

Systemanbieter liefert SEW auch komplette

Antriebssysteme mit Steuerung, Frequenzumrichter,

Motor, Getriebe und weiteren

Antriebskomponenten.

01 Durch Weiterentwicklung der Industriegetriebe-Baureihe

wurden bei gleichem Bauraum

die Nenndrehmomente bis zu über 25 %

gesteigert

02 Die Filteranlage erzielt sehr gute Ergebnisse

bei der Entwässerung und Filterung von

Stoffsuspensionen, maßgeblich ist das Zusammenspiel

zwischen den Filterscheiben, dem

Filtratventil und der Zentralwelle, die durch

ein Industriegetriebe angetrieben wird

Anwendungsoptimierte

Antriebslösung

„Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit

Voith konnten wir eine auf den Kunden

optimal zugeschnittene Antriebslösung

erarbeiten“, berichtet Thomas Weck. Als

SEW-Außendienstmitarbeiter in der Region

Stuttgart betreut er den Kunden. „Sie wurde

zunächst theoretisch aufgrund von Messungen

bei Altmaschinen und Prognosen

für neue Maschinen umgesetzt. In der

Praxis haben sich die Antriebe bereits bei

mehreren Projekten bewährt.“ Voith hat

aufgrund von Messungen bei den Neumaschinen

die zuvor prognostizierten Ergebnisse

bestätigt und für weitere Projekte

freigegeben.

SEW-Eurodrive lieferte an Voith bereits

Industriegetriebe für große, internationale

Projekte. Oftmals ist die regionale Präsenz

in einem Land ein notwendiges Kriterium

bei der Entscheidung für einen Lieferanten.

Das Unternehmen SEW ist in 48 Ländern

auf allen Konti nenten aktiv.

Bilder: 01 Voith, 02 SEW-Eurodrive

www.sew-eurodrive.de

Die passende Metallfeder

Die passende Metallfeder für den gewünschten Einsatzzweck auszuwählen, ist

nicht immer einfach. Fachbücher mit konstruktiven Grundlagen ... Weiterlesen

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ANTRIEBSTECHNIK

Antrieb pusht Kreissäge

Linearmotor ermöglicht in Sägezentrum schnellen Profilwechsel

Benjamin Schäfer

Um die Rüst- und Rücklaufzeiten

beim Zuschnitt von Aluminiumund

Buntmetallprofilen zu

reduzieren, hat ein Sägetechnik-

Spezialist seine Kreissägeanlage

mit einem hochdynamischen

Linearmotor ausgestattet. So

lässt sich auch bei häufigem

Profilwechsel und langen Profilzuschnitten

ein hoher Durchsatz

erzielen.

Benjamin Schäfer, HIWIN GmbH, Offenburg

Neben hohen Geschwindigkeiten, Beschleunigungen und Vorschubkräften

weisen die Linearantriebe eine hohe Laufruhe auf

Mit der Kreissägeanlage Profilma KS 600 R

von Pressta Eisele erübrigen sich aufwändige

manuelle Einstellungen. Eine Vielzahl

verschiedener Profilformen kann in

hoher Stückzahl und Geschwindigkeit gesägt

werden. „Beim Sägen von Aluminiumprofilen

kommt es vor allem auf den Durchsatz

an“, erläutert Wolfgang Bittner, Vertriebsleiter

bei dem Sägetechnik-Spezialisten. Zur Effizienzsteigerung

der Anlage trägt der eingebau-e

Linearmotor von Hiwin bei, der im

Materialvorschub die Profile hochdynamisch,

exakt und leise positioniert. Vor allem beim

Rücklauf des Pushers für den Profilwechsel

werden dank hoher Verfahrgeschwindigkeit

wertvolle Sekunden eingespart.

Auf hohes Tempo eingestellt

Als einer der führenden Anbieter von Maschinen

für die Aluminiumverarbeitung

exportiert Pressta Eisele Säge- und Stanzanlagen,

Metallkreissägen, Werkstatteinrichtungen

und Späneabsaugmaschinen in alle

Welt. Seine Hochleistungssägeautomaten

sind u. a. in der Aluminiumprofil-, Möbelund

Flugzeugherstellung, bei führenden

Pneumatik-Herstellern sowie in der Automobil-

und Elektroindustrie gefragt. Für

schnelle, flexible und präzise Zuschnitte

von Stangenprofilen hat der Hersteller das

Kreissägezentrum Profilma KS 600 R konstruiert.

„Zum Einsatz kommt diese Anlage

überall dort, wo z. B. Aluprofile in Langlängen

oder kleinen Losgrößen zugesägt werden,

wie dies in der Bau- und Elektroindustrie,

bei Presswerken und ihren Zulieferern

der Fall ist“, erklärt Bittner: „Insbesondere

der Wegfall langwieriger Rüstzeiten trägt zu

deutlichen Effizienz- und Produktivitätssteigerungen

bei.“ In hoher Geschwindigkeit

und Stückzahl befördert die Anlage

74 Der Konstrukteur 4/2016


INDIVIDUELLE

AUTOMATISIERUNGS-

LÖSUNGEN.

VON EINFACHEM

HANDLING

BIS ZU KOMPLEXEN

FERTIGUNGSLINIEN.

01 Mit hoher Beschleunigung und Geschwindigkeit wird der von dem Linearmotor

angetriebene Pusher auf den Profilschienenführungen verfahren

Halle 3 | Stand 3B11

Einzelprofile oder Profillagen mit Rohstablängen

von 1,5 bis 7,3 m vom Lademagazin unter

das Sägeblatt, dessen Drehzahl sich stufenlos

regeln lässt. Weil Lademagazin und Greiferzange

des Pushers über eine NC-Achse gesteuert

werden, entfallen zeitaufwändige manuelle Einstellungen.

Einzig die horizontalen Spanner an

der Sägeeinheit müssen noch per Hand auf die

entsprechende Profilbreite eingestellt werden,

während die Anlage alle weiteren Justiereingaben

automatisch ausführt. Somit können

Abschnittlängen von 10 mm bis 7,2 m gesägt

werden. Zur Steuerung der Positionierachsen

dient eine SPS des Typs Simatic S7 – 300, deren

Bedienung per Touchpanel erfolgt. Alle relevanten

Prozessdaten von der Drehzahl des

MiniTec GmbH & Co. KG

MiniTec Allee 1

66901 Schönenberg-Kbg.

Telefon +49 (0)6373 81270

info@minitec.de

www.minitec.de

Der Konstrukteur 4/2016 75

MiniTec.indd 1 24.03.2016 13:30:45


ANTRIEBSTECHNIK

Sägemotors über die Stücklänge und Profilbreite

bis zur Anzahl der Schnitte werden

auf dem 10" großen Display der Bedieneinheit

angezeigt.

02 Die HG-Profilschienenführungen

gewährleisten präzise

Linearbewegungen auf langen

Verfahrwegen

Starker Motor für den Pusher

Um hohe Schubkräfte und Beschleunigungen

zu erzielen, haben sich die Konstrukteure

von Pressta Eisele bei der Antriebseinheit

für einen Hiwin-Linearmotor der

Baureihe LMS entschieden. Die aus dem

Forcer mit den Motorwicklungen und den

Magnetbahnen (Statoren) mit Dauermagneten

bestehenden Antriebseinheiten eignen

sich ideal zum individuellen Achsaufbau.

Neben hohen Geschwindigkeiten, Beschleunigungen

und Vorschubkräften weisen sie

eine hohe Laufruhe und Wartungsfreiheit

auf. In Verbindung mit einem geeigneten

Wegmesssystem und Antriebsverstärker erreichen

die spielfreien Linearmotoren extrem

hohe Genauigkeiten. Durch Anreihung

der Statoren lassen sich beliebig lange Verfahrwege

realisieren. „In unserem Fall wäre

die Alternative ein Zahnstangenantrieb gewesen,

der allerdings relativ laut ist und keine

derartigen Geschwindigkeiten und Beschleunigungen

erlaubt. Da uns Hiwin für

die von uns benötigten Stückzahlen ein

sehr gutes Angebot machen konnte, stimmt

auch das Preis-Leistungs-Verhältnis“, erklärt

Bittner. Mit einem Forcer und 37 längs

der Pusherschiene verbauten Statoren erzielt

die Anlage Taktzeiten von 9 s für den

Zuschnitt eines Profils von 300 mm Breite

und 100 mm Höhe auf 1 m Schnittlänge.

Präzision auf ganzer Linie

Auch die Profilschienenführungen

für Pusher und Sägevorschub

stammen von dem Lineartechnik-

Experten, dessen Baureihe HG mit

vier Kugellaufbahnen für hohe Lasten

und Steifigkeiten ausgelegt ist. Diese

robusten, geräusch- und reibungsarmen

Führungen weisen geringe Verschiebekräfte

und einen hohen Wirkungsgrad auf,

der präzise Linearbewegungen auf langen

Verfahrwegen gewährleistet. „Bei Hiwin

überzeugt uns das Gesamtpaket, weil die

einzelnen Komponenten perfekt aufeinander

abgestimmt und ohne Verzögerung

lieferbar sind. Diese Vorteile, zusammen

Mit Rüstzeiten von nur noch 1 bis

2 min erfüllt das Kreissägezentrum mit

Linearmotorantrieb hohe Anforderungen

an den schnellen und flexiblen Zuschnitt von

Stangenprofilen aus Aluminium und Buntmetall.

Insbesondere bei Langlängen und

häufigen Profilwechseln sorgt der Antrieb

durch beschleunigten Vorschub und verkürzte

Rücklaufzeiten des Pushers

für besonders effiziente

Abläufe.

mit der Qualität und Wirtschaftlichkeit der

Produkte, machen Hiwin für uns zum

attraktiven Partner“, resümiert Bittner.

www.hiwin.de

IMPRESSUM

erscheint 2016 im 47. Jahrgang, ISSN 0344-4570

Redaktion

Chefredakteur: Dr. Michael Döppert (md), M.A.

Tel.: 06131/992-238, (verantwortlich für den

redaktionellen Inhalt)

Redaktion: Dipl.-Ing. (FH) Martina Bopp (bo),

Tel.: 06131/992-201,

Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml), Tel.: 06131/992-233 ,

Redaktionsassistenz: Gisela Kettenbach,

Tel.: 06131/992-236, E-Mail: g.kettenbach@vfmz.de,

Eva Helmstetter, Melanie Lerch, Ulla Winter

(Redaktionsadresse siehe Verlag)

Gestaltung

Mario Wüst, Doris Buchenau, Anette Fröder,

Anna Schätzlein, Sonja Schirmer

Chef vom Dienst

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer

Anzeigen

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,

E-Mail: a.zepig@vfmz.de

Helge Rohmund, Anzeigenverwaltung,

Tel. 06131/992-252, E-Mail: h.rohmund@vfmz.de

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Leserservice:

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und Verbreitung, das Recht zur Bearbeitung,

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in elektronischen Systemen, zur Veröffentlichung in Datennetzen

sowie Datenträger jedweder Art, wie z. B. die

Darstellung im Rahmen von Internet- und Online-Dienstleistungen,

CD-ROM, CD und DVD und der Datenbanknutzung

und das Recht, die vorgenannten Nutzungsrechte

auf Dritte zu übertragen, d. h. Nachdruckrechte einzuräumen.

Eine Haftung für die Richtigkeit des redaktionellen

Contents kann trotz sorgfältiger Prüfung durch die Redaktion

nicht übernommen werden. Signierte Beiträge stellen

nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion dar. Für unverlangt

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werden. Grundsätzlich dürfen nur Werke eingesandt

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wurden.

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Mitglied der Informations-Gemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung von

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.

76 Der Konstrukteur 4/2016


ANTRIEBSTECHNIK

Energiespeicherlösungen und

sichere Widerstände

Bürsten-DC-Motoren

par excellence

Den Auftritt auf der Hannover

Messe stellt die Michael Koch

GmbH, Hersteller von Energiespeicherlösungen

und sicheren

Widerständen unter das Motto

"Made for USA". Damit geht

Koch auf das diesjährige Partnerland

der Messe besonders ein.

„Wir gehen überall auf die

besonderen Ansprüche unserer

Kunden ein," sagt Fabian Hofmann, Vertriebschef von Koch, "aber

schafft man die Zulassung für Amerika, ist dies ein Qualitätssiegel

für Exporte in die ganze Welt." Was also für die USA funktioniert

und dort angenommen wird, findet meist auch Anklang in der

Welt. Und die Welt von Koch

ist das Managen von Antriebsenergie.

Kochs Produkte erleichtern

es Maschinenbauern,

auf Auslandsmärkten erfolgreich

zu sein. Auf der Website

www.made-for-usa.com zeigt

Koch, warum deren innovativen

Produkte gerade auch für

amerikanische Antriebe prädestiniert

sind.

www.bremsenergie.de

Die Athlonix-Produktreihe von Portescap

umfasst eine breite Auswahl von Bauund

Leistungsgrößen, basierend auf dem

Prinzip des Bürsten-Gleichstrom-Motors.

Mit Durchmessern von 10, 12 sowie 22 mm finden die Motoren

überall dort ihren Platz wo geringes Eigengewicht und geringer

Strombedarf erforderlich sind. Hierbei erreichen die Motoren

permanente Drehzahlen von bis zu 11 000 min -1 und punkten mit

einem Drehmoment von 0,9 bis zu 17,1 mNm. Die Nennleistung

beträgt je nach Modell zwischen 0,7 bis 16,6 W, das Eigengewicht

der Hochleistungszwerge variiert von 13,5 bis 58 g. Als operative

Umgebungstemperatur sind -30 bis 85 °C ausgewiesen.

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Wissen Sie, warum

es auch in diesem Jahr

wieder Neuheiten bei

uns gibt?

Das kleine

Laufwunder

Der kleinste bürstenlose Mikromotor

EC 4 von dem Unternehmen

Maxon Motor ist nur

4 mm dick und in zwei Längen

und Leistungen (0,5 und 1 W)

verfügbar. Ausgestattet mit der

eisenlosen Maxon-Wicklung

zeichnet sich der DC-Motor

Eine Antwort ist:

Michael.

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durch sein robustes Design,

die hohe Leistungsdichte und

seine Energieeffizienz aus,

was ihn auch für den mobilen

Einsatz interessant macht. In

Kombination mit dem Planetengetriebe

GP 4 erhalten

Ingenieure einen kompakten

Antrieb für zahlreiche

Anwendungen.

Michael, das Pöppelmann KAPSTO∏

Team und die Neuheiten 2016 finden

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25. bis 29. April 2016.

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Der Konstrukteur 4/2016 77


ANTRIEBSTECHNIK

Packende Lösungen

Zahnstangengetriebe unterstützt die transportsichere

Verpackung empfindlicher Lebensmittel

Marcus Hirschen

Der Wrap-around/Tray-Packer des Maschinenbauers Schäfer & Flottmann

verpackt empfindliche Lebensmittel wie Butter und Margarine für den

weiteren Transport und stellt dem Handel mit der stabilen Umverpackung

gleichzeitig ein entsprechendes Verkaufsdisplay zur Verfügung. Für die

beim Verpacken notwendige Präzision bei hoher Geschwindigkeit und

hohen Taktzeiten sorgt ein Präzisionsgetriebe.

Marcus Hirschen, LEANTECHNIK AG,

Oberhausen

Aufrichten, gruppieren, befüllen oder

stapeln – das Spektrum der Verpackungstätigkeiten

ist breit. Die Maschinenbauer

Schäfer & Flottmann aus Gevelsberg

verstehen sich auf die Automatisierung von

Verpackungs- und Kommissionierungsvorgängen.

Zum Programm des vor 60 Jahren

gegründeten Familienunternehmens gehören

einzelne Maschinen oder ganze Verpackungslinien.

Sie kommen insbesondere

in der Lebensmittelindustrie, aber auch in

den Bereichen Pharma, Chemie und Hygiene

zum Einsatz. „Es gehört nicht nur zu unseren

Aufgaben, Ware gut in einer Sekundärverpackung

unterzubringen, sondern auch,

Prozesse weiter zu beschleunigen, Formatwechsel

zu erleichtern und Standzeiten auf

ein Minimum zu reduzieren“, erklärt Günter

Wibbing, der Geschäftsführer bei Schäfer &

Flottmann.

Passgenau und produktschonend

Sekundärverpackungen schützen die Einzelprodukte

während des Transports und

können bei entsprechender Ausgestaltung,

z. B. mit Aufreißperforation, auch als Verkaufsdisplay

am Point-of-sale eingesetzt

werden. Für die Verpackung von weichen

Produkten wie Butter oder Margarine

haben Schäfer & Flottmann Wrap-around/

Tray-Packer im Programm, die als besonders

wirtschaftlich gelten, da sie den

Kartonzuschnitt als Transportverpackung

78 Der Konstrukteur 4/2016


01 Der Packer eignet sich zum Verpacken von

Produkten in Trays und/oder Wrap-around-Kartons

(Wrap-around) oder als Verkaufspräsenter

(Tray) direkt um das Produkt herum falten.

Da es keine Faltwerkzeuge zwischen Produkt

und Karton gibt, ist die Verpackung

besonders eng. Eine teil- oder komplett

überlappende Faltung von Seiten-, Bodenund

Deckellaschen erhöht die Stabilität

des Kartons und ergibt eine größere Widerstandsfähigkeit

auf der Palette als z. B. ein

Schlauchkarton. „Um Wrap-arounds oder

Trays zu packen, ist ein sicheres Produkthandling

und eine hohe Laufruhe entscheidend“,

erläutert Günter Wibbing. „Dabei ist

ein Packer in der Regel keine Stand-alone-

Lösung, sondern muss am Ende des Verpackungsprozesses

an die Geschwindigkeit

der vorhergehenden Abfüllstationen angepasst

werden.“

Für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie

eignet sich der in nichtrostenden Materialien

ausgeführte Packer SFS 374 mit einer

Leistung von bis zu 25 Wrap-around- Kartons

bzw. Trays pro Minute und einer Leistung

von über 30 Lagen pro Minute. Alle Hauptbewegungen

werden von Servoantrieben

übernommen, der Kartonfalter arbeitet

pneu matisch. Die Beleimung ist punktuell

zu- oder abschaltbar, ein schneller und

reproduzierbarer Formatwechsel der Kartonzuschnitte

ist problemlos möglich.

Die Besonderheit des SFS 374 liegt darin,

dass die flachliegenden Zuschnitte um die

Produktgruppen geformt werden. Die Zuführung

der zu verpackenden Produkteinheiten

im Wrap-around/Tray-Packer erfolgt

über ein Stop-and-go-Transportband und

einer anschließenden „toten Platte“. Auf

dieser werden die Produkte aufgestaut und

über Näherungsschalter gemeldet. Sobald

die Sollmenge erreicht ist, stoppt das Band

und es wird eine Lücke gebildet. Die Pro-

duktlage wird nun abgeschoben und von

einem Zungenblech aufgenommen, das die

Lage weiter auf den bereitliegenden Zu -

schnitt schiebt.

Im Zuschnittmagazin geht’s rund

Die Zuschnittzuführung erfolgt aus einem

Magazin, in dem die Kartons senkrecht

stehen. Eine Ansaugplatte mit zwei integrierten

Vakuumgreifern saugt zur Vereinzelung

einen Zuschnitt an und führt diesen

über eine Drehbewegung und einen Schieber

waagerecht direkt unter das Zungenblech.

Nach dem Abstreifen der Produkt lage auf

den Zuschnitt wird dieser samt Produkt vertikal

zwischen die Bleche der Transportkette

gezogen. In weiteren Schritten erfolgen die

Faltung und die Verklebung der Innen- mit

den Außenlaschen. Anschließend wird

noch der Deckel mit einer Seitenwand verklebt.

Am Ende gelangt der fertige Karton

auf ein Abtransportband.

02 Bauform mit zwei parallel laufenden

Zahnstangen, die sich jeweils in die

entgegengesetzte Richtung bewegen

RIMOSTAT ® -

Rutschnaben RSHD

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bis60.000 Nm

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dank temperaturstabilem

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trockenlaufstabil bis 800° C

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Zerkleinerungstechnik und

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ANTRIEBSTECHNIK

Zahnstangengetriebe im Baukasten

Lifgo-Getriebe von Leantechnik sind Zahnstangengetriebe mit einem kompakten

Gehäuse, in dem sich ein Ritzel und eine 4-fach Rollenführung befindet. Durch diese

Führung fährt eine Zahnstange am Ritzel entlang. Je nachdem, ob der Antrieb die

Zahnstange oder das Ritzel antreibt, wird entweder die Bewegung des Ritzels in die

Zahnstange übersetzt oder umgekehrt. Zahnstange und Gehäuse lassen sich als

Heber und Träger von Vorrichtungen verwenden und sind somit flexibel für viele

verschiedene Aufgabenstellungen einsetzbar.

Mit der Baureihe Lifgo 5 können hohe Traglasten bei geringen Laufgeräuschen

realisiert werden. Die Getriebe zeichnen sich durch eine große Positioniergenauigkeit,

eine hohe Hubgeschwindigkeit und eine hohe Querkraftaufnahme aus.

Zusätzlich zur Standardausführung sind die Getriebe in den Ausführungen Lifgo

Doppel, Lifgo Linear und Lifgo Excenter erhältlich. Jede Ausführung steht in den

Baugrößen 5.0, 5.1, 5.3 und der neuen Sonderbaugröße 5.4 zur Verfügung.

Bei einer Geschwindigkeit von 3 m/s

erreicht der Lifgo 5.4 eine Hubkraft von

25 000 N. Die Ausführung Lifgo linear

eignet sich für besonders lange Fahroder

Hubwege. Lifgo linear kann

entweder mit fest montierter Zahnstange

oder bei Bedarf mit fest

montiertem Heber und beweglicher

Zahnstange eingesetzt werden.

Die Zahnstangengetriebe gibt es

in den drei Standardbaugrößen

STATEMENT

Dr. Michael Döppert, Chefredakteur

Die beschriebene Verpackungsanlage

ist ein schönes Beispiel

dafür, dass Motion Control sich

nicht nur über Elektronik und

Software realisieren lässt. Wenn

physische Bewegung im Spiel ist,

geht es eben nicht ohne Mechanik.

Wie hier beschrieben sind die

„Leistungen“ im Fall der Zahnstangengetriebe

enorm. Sie sind

nicht nur mit ihrer Modularität,

ihrer Präzision und Beschleunigung

fit für das Zusammenspiel

mit Servotechnik in Motion

Control-Anwendungen.

Um die durch die vorgeschaltete Abfüllstation

vorgegebenen Taktzeiten einzuhalten,

benötigen die Zuführung der Produktlage

sowie die Bereitstellung des Kartonzuschnitts

eine entsprechende Dynamik. Die

Kartons sind außerdem sauber zu vereinzeln

und exakt zwischen die Bleche der

Transportkette zu ziehen, d. h. es sind ein

langsames Anfahren, eine anschließende

Beschleunigung und ein langsames Einfädeln

in die Kettenführung erforderlich.

Den notwendigen Antrieb regeln Schäfer &

Flottmann mit einem Servomotor und einem

entsprechendes Steuerungskonzept. Für

die Umwandlung der rotatorischen Bewegung

des Motors in eine lineare Hubbewegung

sorgt ein Lifgo Präzisionszahnstangengetriebe

von Leantechnik aus

Oberhausen. „Das Verarbeiten von über

30 Lagen pro Minute bedeutet eine Taktzeit

unterhalb von zwei Sekunden. Da gehen

wir mit den Getrieben richtig an die

Belastungsgrenze“, erläutert Klaus Reiner,

Konstruktionsleiter bei Schäfer & Flottmann.

„Zum anderen sind sie sehr kompakt

und arbeiten mit einer hohen Präzision.

Aufgrund ihrer besonderen Konstruktion

ist eine weitere Führungstechnik in Form

von Zahnriemen oder Ähnlichem nicht

erforderlich, was ihren Einbau sehr einfach

gestaltet.“

Antrieb und Führung

in einer Einheit

Die im Wrap-around/Tray-Packer für die

Zuschnittbereitstellung erforderliche Drehbewegung

wird mit Hilfe einer im Drehpunkt

gelagerten Hebelvorrichtung ausgeführt,

an der auch der für den Antrieb der

Lineargetriebe erforderliche Servomotor

angebracht ist. Dieser ist über eine Profilwelle

mit dem Ritzel des Getriebes verbunden.

Da die notwendige Hubbewegung des

Getriebes mit 200 mm recht lang ist, entschieden

sich die Ingenieure zum Einsatz

des Lifgo 5.1 linear Doppel. Ein Lifgo Doppel

verfügt über zwei Zahnstangen, die sich

in entgegengesetzte Richtungen bewegen.

Schäfer & Flottmann haben in ihrer Anwendung

eine Zahnstange zur weiteren

Stabilisierung mit einer Lifgo Führungsschiene

als Parallelführung ausgetauscht.

Die Zahn- und die Führungsstange sind

fest mit der Vakuum-Ansaugplatte verschraubt

und bewegen sich frei innerhalb

des Hebers. „Das Lifgo 5.1-Getriebe ist für

unseren Einsatzzweck ideal, da es selbst

bei seiner kompakten Baugröße die beim

Hebelvorgang hohen Drehmomente und

Beschleunigungen aushält“, führt Klaus

Reiner aus.

Im Falle des SFS 374 sind das eine Beschleunigung

von 9 m/s 2 und eine Geschwindigkeit

von 2,5 m/s. Ausgelegt auf

eine maximale Beschleunigung von 50 m/s 2

und eine Hubgeschwindigkeit von 3 m/s,

bewältigt das Lifgo-Getriebe diese Anforderungen

problemlos. Daneben spielen die

hohe Qualität und die Langlebigkeit der

Getriebe von Leantechnik eine große Rolle

für Schäfer & Flottmann. Schließlich ist der

Wrap-around/Tray-Packer für einen langjährigen

Einsatz im 3-Schicht-Betrieb konzipiert.

In den bisher mehr als 150 Mal

ausgelieferten Maschinen arbeiten die Lifgos

einwandfrei und sorgen dafür, dass Margarine

und Butter unbeschadet im Einzelhandel

ankommen.

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80 Der Konstrukteur 4/2016


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ANTRIEBSTECHNIK

Passive Schwimmsattelbremse

Die zweigeteilten Bremsbeläge der

hydraulischen Bremse KTR-Stop XL

erzeugen einen hohen Traganteil.

Gefertigt wird die passive Schwimmsattelbremse

komplett aus Stahl, wiegt ca.

1100 kg und erzeugt Klemmkräfte bis

600 kN. Die Bremsbeläge gibt es in den

Materialien „Organisch“ oder „Sinter-

Metall“ Um den Belagwechsel auf der

oft schwer zugänglichen Seite zu vereinfachen,

ist die Fixierung der Beläge auf der Festsattelseite mit

Magneten ausgeführt. Hierzu werden nur die an den Seiten

befindlichen Schrauben gelöst, die Belaghalter entfernt und

die Beläge zur Seite herausgezogen. Die in den Bremskolben

verbauten Einstellschrauben erlauben das schnelle Ein- bzw.

Nachstellen im druckbeaufschlagten Zustand.

www.ktr.com

Integrierter Motion-Control-Antrieb

Der integrierte Antrieb iBMD von Bonfiglioli

deckt einen Drehmomentbereich von 2,7

bis 30 Nm ab. Dabei bringt der Antrieb alle

Eigenschaften eines hochdynamischen

Servomotors wie auch die eines Drive

Controllers mit. Der iBMD lässt sich als

Stand-alone-Antrieb oder unter einer

Steuerung einsetzen. Motion-Control-Funktionen

wie Positionierung, elektronisches Getriebe und

interpolierender Modus sind genauso Bestandteile wie die

offene Kommunikation über CANopen, EtherCAT und Modbus

RS232. Integriert in einem Gehäuse sorgt der Motion-Control-

Antrieb für Platzersparnis im Schaltschrank und Kostenersparnis

bei der Verkabelung. Zudem kann der Antrieb auch mit den

spielarmen Planetengetrieben des Herstellers kombiniert werden.

www.bonfiglioli.de

www.heinrichs.de

Kupplungen sorgen für

exakte Messergebnisse

Heinrichs.indd 1 24.03.2016 12:20:17

82 Der Konstrukteur 4/2016

Drehmoment-Messflansche sind die

Herzstücke moderner Prüfstände. Selbst

bei Hochleistungs- und Highspeed-Anwendungen

liefern sie exakte und zuverlässige

Daten. Dabei ist das Messergebnis aber immer nur so gut

wie die eingesetzte Wellenausgleichskupplung. Denn Wellenkupplungen

sind ein entscheidendes Bauteil, um die auf den

Messflansch wirkenden Störgrößen zu minimieren. So treten

in fast allen Anwendungen Wellenversätze zwischen An- und

Abtriebsseite auf. Das Unternehmen Mayr Antriebstechnik bietet

daher Ausgleichskupplungen, die speziell auf die Anforderungen

moderner Messflansche zugeschnitten sind.

Die Lamellenpaketkupplungen vom Typ Roba-DS übertragen

das Drehmoment spielfrei und drehsteif und gleichen radialen,

axialen und winkligen Wellenversatz aus. Sie sorgen damit nicht

nur für präzise Messergebnisse, sondern schützen auch die im

Wellenstrang verbauten Lager vor unerwünschten Belastungen.

Die Nennmomente der Kupplungen sind ohne jegliche

Einschränkung nutzbar.

www.mayr.com

Innovation aus Erfahrung!

Heinrichs & Co. KG | info@heinrichs.de

Angebotspalette bei

Lamellenkupplungen verdichtet

Mit der Einführung von sechs

neuen Serien wird das Angebot

der torsionssteifen Lamellenkupplungen

von dem

Unternehmen Hause R+W

noch passgenauer. Die Neuentwicklungen

der Baureihe

LP ergänzen die Modellreihen

LP1 (einfachkardanisch mit Passfederverbindung) und LP2 (dop-

pelkardanisch mit Passfederverbindung) und erhöhen somit die

Größenvielfalt. Auch die neuen

Größen sind robust und kompakt

in ihrem Design und können je nach

Ausführung einen entsprechenden

Wellenversatz ausgleichen. Ein Merkmal

der neuen Serien ist das optimierte

Nabenprofil, das Aussparungen

im Bereich um die Befestigungsschrauben

aufweist. Hierdurch

verringert sich das Gewicht, was ein

geringes Massenträgheitsmoment

zur Folge hat. Aufgrund der Modellerweiterung

stehen die Baureihen

LP1 und LP2 ab sofort in jeweils

zwölf verschiedenen Größen, für

Nenndrehmomente von 350 bis

12 000 Nm zur Verfügung. Die Baureihe

LP umfasst darüber hinaus

Modelle mit Konusklemmnaben

(LP3) sowie Varianten gemäß dem

API 610 Standard (LPA) mit Pass -

federverbindung. Sonderausführungen,

z. B. in anderen Gesamtlängen,

sind zudem leicht umsetzbar.

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und Herstellung von Präzisionsdrehteilen für

Anwendungen der Antriebstechnik, Hydraulik,

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Ölschaugläser und Verschlussschrauben

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Lager. Erstklassige Qualität, zertifiziert nach ISO/

TS16949 und ISO14001.


Bremswiderstände mit wenigen

Klicks berechnen

Bremswiderstände spielen in

der Antriebstechnik nach wie

vor eine wichtige Rolle, wenn es

darum geht, beim Abbremsen

eines Antriebs die gewünschte

Dynamik zu erzielen. Neben

kleinen Bremswiderständen,

die i. d. R. direkt im Frequenzumrichter

eingebaut sind,

kommen bei höheren Leistungen

externe Bremswiderstände

zum Einsatz. Diese

externen Widerstände werden

vielfach für die jeweilige Applikation

ausgelegt. Frizlen bietet

als Hersteller von Bremswiderständen

seit neustem auf seiner

Website einen Kalkulator an,

mit dem Techniker den

benötigten Bremswiderstand

berechnen können.

Mit den Daten zur Bremsleistung, zur Dauer der Bremsung

sowie dem erwarteten Wiederholzyklus der Abbremsung wird

die benötigte Dauerleistung des Widerstands berechnet. Ein

passendes Gerät kann anschließend im Produktfinder

ausgewählt, konfiguriert und mit wenigen Klicks angefragt

werden.

Die Website ist für die Anzeige am Desktop-PC ebenso optimiert

wie für die Benutzung auf dem Tablet oder Smartphone.

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● Optimierte 3D-Modellierung in KISSsys

● Erweiterte Ermittlung der Planetenträgerdeformation

● FE-Berechnung von Zahnradkörpern

● VDI 2737 (2016) – Zahnfusstragfähigkeit mit

Zahnkranzeinfluss

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Pressen und Halten mit linearen

Direktantrieben

Lineare Direktantriebe eignen

sich aufgrund der fehlenden

Selbsthemmung nur bedingt

für Anwendungen bei denen

über eine längere Zeit eine

konstante Press- oder Haltekraft

aufgebracht werden

muss. Damit Linearmotoren

auch in solchen Anwendungen eingesetzt werden können, hat

die NTI AG ein neues magnetisches Konstantkraftelement

entwickelt, das in den Endlagen oder beliebig andern Positionen

eine konstante Kraft über einen Hub von mehreren Zentimetern

genieren kann. Das kompakte Konstantkraftelement wird als

externe Komponente verbaut oder bei OEM-Anwendungen

direkt in den Linearmotor integriert.

Mit dem magnetischen Konstantkraftelement können Press-,

Schließ- oder Haltekräfte mit Linearmotoren auch im

stromlosen Zustand und bei ausgeschalteter Anlage über eine

beliebig lange Zeitdauer aufrechterhalten werden. Damit lassen

sich Anwen-dungen wie Pressen, Andrücken, Leimen, Niederhalten,

Ventile mit Schließkraft in den Endlagen, Ausfallsicherung,

Parkposition und Halten bei vertikaler Einbaulage sowie

andere Anwendungen auf einfache Art und Weise und ohne

zusätzliche elektromecha-nische Elemente realisieren.

www.linmot.com


FLUIDTECHNIK

Atex-zertifizierte Hydraulikpumpen

Die Pumpen der

Firma Atos, PFEA

Flügelzellen und

PVPCA Axialkolben,

sind

zertifiziert gemäß

ATEX 94/9/CE

– Schutzklasse Ex

II 2/2 GD cbk IIC

T6 für Applikationen

in potenziell

explosionsgefährdeten

Umfeldern.

Sie sind geeignet für Anwendungen in Kategorie 2, Übertageanlagen

mit Gas, Dämpfen und staubhaltigen Umfeldern. Die

konstanten Flügelzellenpumpen PFEA gibt es in drei Größen

mit Pmax 300 bar und Fördervolumen von 10 bis 150 cm 3 /U. Die

verstellbaren Axialkolbenpumpen sind erhältlich in vier Größen

und mit zahlreichen hydraulischen und proportionalen Reglern;

Pmax bis 280 bar und Fördervolumen von 29 bis 88 cm 3 /U.

www.atos.com

Energiesparende und wartungsarme

Highspeed-Hydraulikkupplungen

Transfluid entwickelte zwei neue Produktlinien mit variablen,

hydraulischen Turbokupplungen (KSL-HS und KPTB-HS), um

den Anforderungen an Energieeinsparungen und Zuverlässigkeit

gerecht zu werden. Die HS-Kupplungsfamilie erreicht Eingangsdrehzahlen

von 3600 min -1 . Der einfache Betrieb sowie Standardkomponenten,

die zur Wartung von außen zugänglich sind,

machen diese Kupplungen zu einer zuverlässigen und wartungsarmen

Lösung mit variabler Drehzahl. Der Highspeed-Antrieb

KPTB-HS wird primär in Anwendungen mit mittlerer und

geringer Leistung eingesetzt. Diese Einheiten sind auch in Niedertemperaturausführung

und explosionssicherer Ausführung

erhältlich. Ein einfaches Konzept kombiniert mit einer hohen

Zuverlässigkeit und Leistung zeichnen diese Kupplung aus. Der

Highspeed-Antrieb KSL-HS wird primär in Anwendungen mit

mittlerer und hoher Leistung eingesetzt. Die Einheiten können

mit einem optionalen Hilfsschmiersystem gekauft werden, das

den Motor und die Lager der angetriebenen Maschine mit Strom

versorgen.

www.transfluid.eu

Direktgesteuertes Druckbegrenzungsventil

in Einschraubbauweise

Das Unternehmen

Argo-Hytos GmbH

hat ihr Produktportfolio

um das Druckbegrenzungsventil

SR1A-B2 erweitert.

Konzipiert wurde

das direktgesteuerte

Druckbegrenzungsventil

in Einschraubbauweise

7/8-14UNF

für den Einsatz in Hydraulikspeicherkreisläufen. Der Aufbau als

Sitzventil stellt minimale Leckagen bei geschlossenem Ventil

sicher. Durch Optimierung des Dämpfungsverhaltens ließ sich

eine gute Ventildynamik unter Einhaltung einer stabilen Funktion

erreichen. Der maximale Betriebsdruck ist 420 bar, der maximale

Volumenstrom beträgt 60 l/min. Für eine exakte Druckeinstellung

stehen sieben Ventildruckstufen zur Verfügung. Der Öffnungsdruck

kann im jeweiligen Druckstufenbereich durch eine Verstellschraube

eingestellt sowie mit einer Kontermutter fixiert werden.

www.argo-hytos.com

Mitteldruckpumpe erweitert

Hydraulikportfolio

Die LH30VO-Axialkolbenpumpe

für den offenen

Kreislauf aus dem Hause

Liebherr ergänzt das bestehende

Produktportfolio im

Mitteldruckbereich bei 280 bar

Nenndruck und ist in mobilen

Baumaschinen einsetzbar.

Zudem findet sie Anwendung

im Agrar- und Forstbereich.

Die Pumpe für den offenen

Kreislauf hat ein spezifisches Fördervolumen von 45 cm³ pro

Umdrehung. Weiterhin ist ihre Schrägscheibenverstellung präzise

und robust ausgeführt. Das dynamische und kompakte Gehäusedesign,

sowie der Fertigungsprozess wurden aufeinander abgestimmt.

Zum Verkaufsstart ist die LH30VO mit zwei Reglern

ausgestattet, einem elektrisch geregelten Lüfterregler mit negativer

Kennlinie (DE) und einem Load-Sensing-Regler (LS-DA).

Sukzessive werden weitere Regler ergänzt. Eine Durchtriebsmöglichkeit

mit 130 % ist ebenfalls vorhanden.

www.liebherr.com

Anspruchsvolle Hydraulik für Gezeiten-Wasserkraftwerk

Im weltgrößten Gezeitenkraftwerk Sihwa-ho in Südkorea erzeugen zehn Rohrturbinen emissionsfrei eine Leistung von 254 MW. Einen

Anteil daran haben Turbinenregelaggregate von Bosch Rexroth. Unter der Generalunternehmerschaft von Daewoo lieferte Andritz

Hydro die Rohrturbinen. Die Hydraulikaggregate zur Turbinenregelung konstruierte Bosch Rexroth in Österreich. Sie verstellen die

Leit- und Laufschaufeln so, dass über den gesamten Tidenhub von bis zu 8 m die Turbinen eine optimale Leistung erzeugen. Die

Aggregate arbeiten mit biologisch abbaubarer Hydraulikflüssigkeit. Das Wasserkraftwerk liefert seit 2011 nicht nur Strom: Es befindet

sich an einem Damm, der zur Landgewinnung gebaut worden war. Doch die Wasserqualität in der künstlichen Lagune verschlechterte

sich, sodass ein Wasseraustausch mit dem Meer notwendig wurde. Das angebaute Kraftwerk hat die Wasserqualität wieder hergestellt,

weil bei jeder Tide ein Viertel des Lagunenwassers ausgetauscht wird.

www.boschrexroth.com

84 Der Konstrukteur 4/2016


SITZT!

LEE Miniatur-Ventile, -Siebe und -Blenden

Die gewindelosen Einpresspatronen werden einfach

in eine Stufenbohrung gesetzt und verspreizt.

Für Systemdrücke bis 320 bar und mehr.

Die kostengünstige Alternative zur aufwendigen Eigenfertigung.

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SEAT

Rückschlagventile (CCRM) Reverse

MIT

SIEB

Rückschlagdrosselventile (COxM)

3 5,5 8 8

6

5,5 5,5

8 8

5,5 5,5 5,5

Rückschlagventile für den Einbau in Kunststoff (CCPI)

2,5 5,5 8 4,2

5,5

8,2

5,5 12 8

14

12

Drosselrückschlagventile (CFCM)

Wechselventile (CCSV)

Siebe (SCRM)

DROP IN 2,5 5,5 14

5,5 5,5 5,5

5,5 8

INSERT 5,5 8 10

12

Druckbegrenzungsventile (PRI)

Airbleed

Blenden (Rxxx)

0,1-1,0

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Blenden mit Sieb (Rxxx)

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CAD / PLM

Präzise im Ziel

CAD/CAM-Prozesskette unterstützt die Entwicklung von Sportwaffen für Biathleten

Ralf Steck

Biathlon ist einer der beliebtesten Wintersportarten bei deutschen Fernsehzuschauern.

Die Namen der Spitzenathletinnen und -Athleten sind in aller

Munde. Weniger bekannt ist, dass diese fast alle mit Gewehren des Ulmer

Jagd- und Sportwaffenherstellers Anschütz arbeiten. Anschütz setzt seit

vielen Jahren in der Entwicklung auf eine durchgängige 3D-CAD/CAM-

Software.

Anschütz ist in der fünften Generation

im Familienbesitz und kann im Jahr

2016 sein 160. Jubiläum feiern. Das Unternehmen

hat sich auf Sport- und Jagdgewehre

spezialisiert. Im Bereich Biathlon ist

das Unternehmen mit 97 % Marktanteil

Weltmarktführer. Hier hat Anschütz große

Erfahrung, die Spezialisten des Unternehmens

unterstützen viele Sportler mit individuell

angepassten Waffen und optimieren

diese ständig – u. a. betreibt Anschütz eine

Kältekammer, in der die Biathlongewehre

unter realistischen Winterbedingungen getestet

werden können.

Präzision ist Trumpf

Ralf Steck, freier Fachjournalist,

Friedrichshafen

Sportschützen stellen extreme Anforderungen

an die Präzision und Zuverlässigkeit

ihrer Sportgeräte. Zudem müssen sich die

Waffen sehr genau und flexibel an die körperlichen

Gegebenheiten wie Größe und

Armlänge des Schützen anpassen lassen.

Deshalb haben beispielsweise komplexe

mechanische Gebilde die Holzschäfte alter

Zeiten abgelöst. All diese komplexen Bestandteile

müssen schon in der Entwicklung

genauestens aufeinander abgestimmt

werden. So ist die Beherrschung von Toleranzketten

im 100stel-Millimeterbereich

ein zentraler Punkt der Konstruktion.

Ein gutes Beispiel für die Evolution der

Sportwaffen ist das brandneue Kleinkaliber-Match-Modell

54.30 – das 30 steht in

diesem Fall für den Millimeterbetrag, um

den der Repetierweg verkürzt wurde. Beim

Kleinkaliberschießen wird von Hand

nachgeladen, wozu der Verschluss nach

hinten gezogen werden muss. Durch eine

Verkürzung des Schlagbolzens und des

Patronenschachts wurde dieser Zugweg

verkleinert, was es dem Schützen wiederum

ermöglicht, beim Nachladen besser im

Anschlag zu bleiben und damit präziser zu

schießen.

86 Der Konstrukteur 4/2016


CAD / PLM

CAD-, CAM und Render-Software

„Schon in der Konstruktion müssen wir die

mechanischen Abläufe und Verstellmöglichkeiten

simulieren können“, erläutert Heiko

Siller aus der Fertigungsplanung, „da hilft

3D-CAD schon sehr.“ Seit dem Jahr 1999 ist

01 Im Biathlonsport setzen praktisch alle

Athleten weltweit auf Gewehre von Anschütz

02 Feintuning in 3D:

3D-CAD-Konstruktion des

Abzugs eines Luftgewehrs

PTC Creo im Einsatz, damals noch unter

dem Namen Pro/Engineer. Neben dem

eigentlichen CAD-System ist das CAM-Paket

Creo/NC Complete Machining Option im

Einsatz, zudem die Rendersoftware Keyshot.

„Die Durchgängigkeit zur Fertigung war uns

wichtig“, sagt Betriebsleiter Erich Kraft,

„deshalb nutzen wir das CAM-Modul von

Creo. So sind wir sicher, dass das Modell,

das zur Programmierung genutzt wird, absolut

identisch mit dem in der Konstruktion

modellierten Teil ist. Gleichzeitig hat der

Creo/NC-Arbeitsplatz die notwendigen

CAD-Tools und kann direkt am Produktmodell

die Änderungen anbringen, die für die

Fertigung notwendig sind. Das ist einfach

ein sauberer, nahtloser Prozess.“

Siller sagt: „Keyshot haben wir erstmals

beim T-Day in der Geschäftsstelle Lindau

gesehen, den das Systemhaus Inneo dort

einmal jährlich veranstaltet. Diese einfach

zu bedienende Rendersoftware spart uns

viel Arbeit.“ Dominik Walter, Grafikdesigner

aus der Anschütz-Marketingabteilung, ergänzt:

„Ich muss, wenn ich eine Illustration

benötige, nicht in der Konstruktionsabteilung

fragen, ob die Kollegen mir das Bild

anfertigen. Ich kann das Creo-Modell selbst

in Keyshot laden und so positionieren, wie

ich es möchte, Teile ausblenden oder transparent

schalten.“

„Der Umstieg auf Creo 2.0 war relativ umfangreich,

hat sich aber gelohnt“, so Siller

weiter. „Wir mussten das PDM-System und

auch die Server anpassen, hatten aber durch

Inneo sehr gute Unterstützung während des

gesamten Prozesses. Inneo hat die neue

Software installiert und den Umstieg mit

Schulungen und Hilfestellung begleitet. In

Creo sind viele Funktionen besser und einfacher

zu bedienen. Die Stabilität des Systems

ist nach unseren Erfahrungen sehr gut.“

Zusatz- und Hilfsprogramme

unterstützen die Entwicklung

Im Zuge des Umstiegs auf Creo 2.0 wurden

auch die von Inneo entwickelten Startup

Tools eingeführt, eine Suite von Zusatz- und

mehr

BandBreite

Mit unseren intelligenten LWL-Lösungen wird jede

Leitung zur Überholspur. das ist unser Beitrag

zur Sicherung von investitionen in die Zukunft.

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CAD / PLM

03 Die Visualisierung im Rendering ermöglicht es, das komplexe Innenleben der Waffenteile – hier einer Schaftbacke – anschaulich zu präsentieren

Hilfsprogrammen zu Creo. U. a. enthalten

die Startup Tools Norm- und Standardteile,

die bei Anschütz gerne genutzt

werden. Die Bibliothekselemente sind in

Creo-Familientabellen abgespeichert, so

dass die Größen schnell angepasst werden

können. Siller ergänzt: „Das mag trivial

klingen, hilft aber bei der täglichen Arbeit

sehr: Die Inneo-Bibliotheken enthalten

Grundformen wie Sechseck oder Ellipse, die

als Arbeitsskizzen genutzt werden können.“

Zur Toleranzanalyse nutzen die Konstrukteure

die PTC Creo Tolerance Analysis Extension,

die das schnelle Analysieren und

Dokumentieren von geometrischen Toleranzen

direkt im 3D-CAD-Modell ermög-

licht. Dazu definieren die Konstrukteure die

jeweiligen Toleranzen an jedem Bauteil, die

Software rechnet dann in der Baugruppe alle

Toleranzen gegeneinander und zeigt dem

Anwender, wo Durchdringungen entstehen

können. Ebenso lassen sich Größt- und

Die Beherrschung von Toleranzketten im 100stel-Millimeterbereich

ist hier ein zentraler Punkt der Konstruktion

Kleinst maßanalysen fahren, um festzustellen,

wo sich bei ungünstiger Paarung zu viel

oder zu wenig Spiel ergeben kann. Das gibt

Sicherheit im Konstruktionsprozess.

Die Creo-Funktion Familientabellen ist

für die Konstruktionsarbeit bei Anschütz

sehr wichtig. In vielen Ländern gelten strenge-

Vorschriften, die sich aber voneinander unterscheiden.

Anschütz muss also viele unterschiedliche

Länderversionen fertigen, die

sich oft nur in Details unterscheiden. So sind

in verschiedenen Ländern bei Jagdwaffen

Mindest-Abzugsgewichte vorgeschrieben,

um zu verhindern, dass ein Gewehr ungewollt

abgefeuert wird. Dieses Gewicht wird

durch eine Feder erzeugt. Die Konstruktionsdaten

des Abzugs müssen also viele

verschiedene Federn enthalten – dies wird

mit Familientabellen gelöst.

Mit Creo 2.0 hat Siller sehr gute Erfahrungen

gemacht: „Man kam in Wildfire aus dem

Fehlermodus kaum mehr heraus, wenn einmal

eine Referenz fehlte. In Creo ist das

alles einfacher, man bekommt die Probleme

einer Datei besser angezeigt und kann sie

nacheinander lösen oder einfach ohne

Reparatur aus der Datei heraus.“

Eine gute Betreuung werde immer wichtiger,

fügt Kraft an: „Creo ist modular aufgebaut,

das bedeutet, dass wir – im Gegensatz

zu früher, wo das System sehr mono lithisch

aufgebaut war – den Umfang unserer Tools

und der zugehörigen Lizenzen sehr viel genauer

definieren müssen. Inneo ist dabei

ein wichtiger Partner, weil die Spezialisten

dort sehr genau wissen, welche Funktion in

welchem Modul enthalten ist. Heiko Siller

schließt: „Creo 2.0 bietet uns die Funktionalität

die wir benötigen. Familientabellen,

Toleranzanalyse, aber eben auch die von

Inneo entwickelten oder vertriebenen Zusatzapplikationen

wie die Startup Tools

oder Keyshot ergeben eine Entwicklungsumgebung,

die uns effizientes und sicheres

Konstruieren ermöglicht. Mit dem CAM-

Modul haben wir den direkten Weg in die

Fertigung – insgesamt ist das ein rundes

Paket, und Inneo hat uns geholfen, dieses

Paket so rund zu machen.“

Bilder: Anlaufbild Fotolia, weitere Bilder Anschütz,

Berstecher Marketingservices

www.inneo.com

88 Der Konstrukteur 4/2016


CAD / PLM

3D-Renderingsoftware mit

erweitertem Funktionsumfang

Luxion, Hersteller der 3D-Renderingsoftware Keyshot, hat mit

Version 6.1 erneut zahlreiche neue Highlights vorgestellt. Die

Inneo Solutions GmbH ist langjähriger Partner von Luxion und

einer von drei Platinum-Resellern weltweit. Inzwischen zählt

das Unternehmen mehr als 1100 Kunden der Software.

Eine der Neuerungen der aktuellen Version fokussiert sich auf

die HDR-Image-Bearbeitungstechnologie. Hier ist es jetzt möglich,

Lichtquellen hinzuzufügen, indem Pins eingefügt werden.

Mit Keyshot 6.1 hat der Nutzer die Möglichkeit auch Half Pins

zu erzeugen. Außerdem geht auch die Generierung der HDRIs

schneller vonstatten.

Weitere Neuerungen sind die Verbesserungen in der Lichtkontrolle,

die Helligkeit, die Farben und die Keyshot-Bibliothek. Die

Software verbessert die Darstellung in der technischen Dokumentation,

mit der Funktion Toon-Material lassen sich die Außenkanten

getrennt von den anderen Kanten steuern. Damit sind die

erzeugten Grafiken für Datenblätter, Reparatur-, Montage- oder

Betriebsanleitungen einsetzbar.

Die Plug-Ins der Version 6.1 stehen als Updates für die neuesten

Versionen von PTC Creo sowie auch Solidworks kostenlos zur

Verfügung. Der Onshape-Import ist nun standardmäßig

integriert.

www.inneo.com

Berechnungssoftware erweitert

Das Kisssoft Release

03/2016 erscheint mit

mehreren Neuerungen.

Etwa der Modellaufbau in

Kisssys wird vereinfacht:

Beim Zufügen von

Elementen werden nun die

Bauteil-Geometrien mit

Hilfe von Standardwerten

vorbelegt. Eine intelligente

Positionierung der Wellen

wird anhand der Verzahnung

vorgenommen, damit der Fortschritt sofort in der

3D-Ansicht geprüft werden kann. Ganze Baugruppen können zu

einem Modell zusammengefügt und optional Wellen verbunden

werden. Die Feinauslegung für Stirnradberechnungen ist so

erweitert worden, dass auch die Zahnrad-Bezugsprofile variierbar

sind. Wahlweise lässt sich automatisch der größtmögliche

Fußrundungsradius zur Festigkeitsberechnung verwenden. Mit

dem Modul DPK lässt sich die Radkörpergeometrie parametrisiert

definieren und mit Code_Aster die FE-Berechnung durchführen

und die Einflussmatrix ermitteln. Für eine Nachrechnung der

Planetenträgerdeformation kann jetzt auch die Trägergeometrie

aus einem Step-Modell eingelesen werden.

www.kisssoft.ag

Inserentenverzeichnis Heft 4/2016

ACE Stoßdämpfer, Langenfeld81

AMA Service, Wunstorf5

Balluff, Neuhausen11

Baumüller, Nürnberg55

Clarion Events, Bielefeld21

COG C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG,

Pinneberg59

ContiTech, Hannover13

Dunkermotoren, Bonndorf71

E-T-A, Altdorf23

Eichenberger Gewinde AG, CH-Burg61

EJOT, Bad Berleburg92

eks Engel, Wenden87

Elatech, I-Brembilla15

Euchner, Leinfelden-Echterdingen63

Faulhaber, Schönaich Halfcover

Goodfellow, Bad Nauheim31

Gutekunst, Metzingen73

Harting, Minden29

Heidenhain, Traunreut7

Heinrichs, Dommershausen82

Igus, Köln42

IMS Gear, Donaueschingen41

Isel Germany, Dermbach35

Keller AG, CH-Winterthur 4.US

KISSsoft AG, CH-Bubikon83

Koch, Ubstadt-Weiher83

Köhler + Partner,

Buchholz, MN1-MN12 43-54

KVT-Fastening, Illerrieden28

LEE, Sulzbach85

Maschinenbau Kitz, Troisdorf59

Micro-Epsilon, Ortenburg3

MiniTec, Schönenberg-Kübelberg75

NSK, Ratingen69

Pepperl+Fuchs, Mannheim65

Pöppelmann, Lohne77

Polymeca, CH-Heerbrugg39

R+W, Klingenberg37

Ringspann, Bad Homburg79

Rotor Clip, USA-Somerset34

Schaeffler, Schweinfurt 2.US

Schmersal, Wuppertal57

Siemens - Industry Sector, Bocholt19

SLF, Fraureuth20

Stauffenberg, Werdohl89

Tox Pressotechnik, Weingarten33

Turck, Mülheim17

Turkish Machinery Promotion Group,

TR-Ankara36

Waldmann, Villingen-Schwenningen9

WEG Germany, Kerpen27

Welter, Erftstadt93

WSCAD, Bergkirchen25

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VERBINDUNGSTECHNIK

Schrauben oder Stecken?

Anschlusstechnik von Schutzschaltern – ein Vergleich

Thomas Schmid

Es scheint eine Glaubensfrage zu

sein: Die einen schwören auf den

guten alten Schraubendreher. Die

anderen verpönen ihn regelrecht

und sehen in der Stecktechnik

– insbesondere in der Federkraftklemmtechnik

– das Nonplusultra.

Fakt ist, beide Anschlusstechniken

haben ihre Vorteile. Für den Bereich

Schutzschalter wird hier exemplarisch

aufgezeigt, wann welche

Leiteranschlusstechnik an welcher

Stelle sinnvoller ist.

Thomas Schmid, E-T-A Elektrotechnische

Apparate GmbH, Altdorf

Am Anfang war die Schraube. So nutzte

Archimedes bereits im 3. Jahrhundert

vor Christus das Prinzip der Schraube zur

Förderung von Wasser in Hebeanlagen und

legte dadurch den Grundstein für die heutige

Schneckenpumpe. Bis zur Nutzung der

Schraube als Befestigungsmittel und Verbindungselement

vergingen jedoch noch

fast zwei Jahrtausende. Erst zu Beginn

des 15. Jahrhunderts stellten europäische

Schmieden die ersten Metallschrauben in

Handarbeit für den Eigenbedarf her.

Einer der ersten bekannten Nutzer von

Metallschrauben war übrigens Johannes

Gutenberg. Er nutzte sie als Verbindungelemente

in seinen Druckerpressen. Heute

sind Schrauben ein billiger Massenartikel.

Darüber vergisst man leicht, dass das

Prinzip der Schraube eine der wichtigsten

Entdeckungen der Technikgeschichte ist.

Die Schraubklemme ist

die Nummer 1

Bei Schutzschaltern ist die Schraubklemme

nach wie vor die am häufigsten eingesetzte

Anschlusstechnologie. Sie hat sich über

viele Jahrzehnte hervorragend bewährt. Die

Schraubklemme zeichnet sich durch hohe

Kontaktkräfte bei gleichzeitig großer Kontaktfläche

aus. Der Klemmkörper ist in aller

Regel so konzipiert, dass sich starre und

flexible Leiter, mit oder ohne Aderendhülse,

sicher kontaktieren lassen. Ein großer Vorteil

der Schraubklemme ist, dass aufgrund

der zumeist großzügigen Kontaktfläche

mehrere Leiter in einer Klemmstelle angeschlossen

werden können. Ein großes Plus

gerade in der Elektro-Installationstechnik.

Und: Verbindungsschienen (Phasenschienen),

zum Beispiel für die Realisierung von

Sammel einspeisungen, lassen sich einfach

und bequem montieren.

Flachsteckanschlüsse sind

eine Alternative

So bewährt und praxiserprobt Schraubklemmen

auch sind, sie haben einen systemimmanenten

Nachteil: Zum Anziehen

der Schrauben benötigt man stets einen

passenden Schraubendreher. Und nur das

richtige Anzugsdrehmoment garantiert eine

langzeitstabile Kontaktierung. Zum korrekten

Anziehen einer Schraube ist daher

Fachwissen und Erfahrung notwendig, und

der Klemmvorgang kostet Zeit.

Eine Alternative sind Flachsteckanschlüsse.

Die elektrische Kontaktierung erfolgt

hier standardmäßig mit Hilfe von an

Kabel gecrimpten Steckhülsen (Kabelschuhen).

Diese lassen sich per Hand und ohne

90 Der Konstrukteur 4/2016


VERBINDUNGSTECHNIK

Hilfsmittel auf die Flachstecker des Schutzschalters

aufstecken. Bei Flachsteckverbindungen

handelt es sich – wie bei Schraubverbindungen

– um eine seit vielen Jahrzehnten

verlässliche Anschlusstechnik von

Schutzschaltern.

Im E-T-A Programm findet sich daher

heute eine große Palette unterschiedlicher

Schutzschaltertypen mit Flachsteckanschlüssen.

So beispielsweise thermische

Schutzschalter für den Einsatz in medizinischen

Geräten, Profiwerkzeugen und im

Apparatebau. Oder hydraulisch-magnetische

Schutzschalter für den Einsatz in der

Telekommunikationsindustrie. Ein besonderer

Vorteil von Schutzschaltern mit Flachsteckanschlüssen

ist, dass sich mit Hilfe

passender Stecksockel und Klemmbretter

flexible und kostengünstige Stromverteilungssysteme

realisieren lassen.

E-T-A bietet hier von anreihbaren Einzelund

Mehrfachsockel bis hin zu bereits

komplett vorverdrahteten System eine

breite Palette an Lösungen für die unterschiedlichsten

Branchen an. Viele Kunden

schätzen hier insbesondere den Vorteil,

dass die Schutzschalter nicht zeitgleich

mit der Installation der Steckplätze verbaut

werden müssen. Oder anders formuliert:

Sind die Steckplätze installiert und

verdrahtet, können die Schutzschalter

zu jedem beliebigen späteren Zeitpunkt

sekundenschnell aufgesteckt werden.

Dank der Stecktechnik ist auch der Austausch

von Geräten ein Kinderspiel. Für

viele Anwender ist dies ein wichtiger Zeitvorteil,

zumal die meisten Schutzschalter

auch bei unter Spannung stehenden Anlagen

ausgetauscht werden können.

Mit der Kraft der Feder

Die Idee, elektrische Leiter mittels Feder statt

Schraube zu verbinden, geht auf ein Patent

aus dem Jahre 1951 zurück. Ihren Durchbruch

erlebte die Federtechnik jedoch erst

im Jahr 1977 mit dem legendären Käfigzugfederanschluss

der Cage Clamp-Serie aus

Am Anfang stand die Schraube, das vorläufige Ende der

Entwicklung markiert die Push-in Anschlussklemme

dem Hause Wago. Möglich machten diesen

Siegeszug neuartige Federn aus Chrom-

Nickel-Stahl. Dank ihrer extrem hohen

Zugkräfte ließen sich erstmals Federkraftklemmen

herstellen, die auch unter härtesten

Bedingungen (Schock, hohe Vibrationen,

aggressive Atmosphäre) eine dauerhaft

zuverlässige Kontaktierung sicherstellten.

Bei der Käfigzugfeder wird standardmäßig

ein Schraubenzieher bei der Leiterkontaktierung

zum Öffnen der Feder benötigt. Der

Verdrahtungsvorgang ist also – wie bei der

Schraubklemme – nicht werkzeuglos. Dafür

punktet die Käfigzugfeder gegenüber der

Schraubklemme ganz klar beim Thema

Langzeitstabilität. Denn Kupfer ist weich.

Verschraubt man einen Kupferleiter so

entwickelt er eine nur geringe Gegenkraft.

Anders formuliert: die mechanische Spannung

zwischen dem Kupferleiter und dem

Klemmteil des Schraubanschlusses ist nur

sehr gering. Außerdem fließt das weiche

Kupfer mit der Zeit und die Klemmwirkung

nimmt hierdurch kontinuierlich ab. Kommen

noch Temperaturwechsel und Vibrationen

hinzu, ist es häufig nur eine Frage

der Zeit bis die Verbindung Probleme bereitet,

bzw. sich im schlimmsten Fall – wird

nicht regelmäßig nachgezogen – sogar löst.

Bei der Käfigzugfeder dagegen wird jeder

Leiter – egal ob ein, fein oder mehrdrähtig,

vorkonfektioniert oder unbehandelt – automatisch

durch die Druckfeder mit der richtigen

Kraft geklemmt. Und das über den

gesamten Querschnittsbereich. Denn zwischen

der rücktreibenden Kontaktkraft und

der Auslenkung der Feder besteht Proportionalität

(Hook‘sches Gesetz). Auftretende

Setz-, Fließ- oder Kriecherscheinungen des

Leiters (Stichwort: „Kupferkaltfluss“) werden

somit automatisch ausgeglichen. Damit ist

die Qualität der Kontaktierung auch weitgehend

unabhängig von der Sorgfalt des

Bedienpersonals.

Auch E-T-A setzt seit vielen Jahren Käfigzugfedern

in ihren Produkten ein. So z. B. in

ihrem Montage- und Stromverteilungssystem

17plus. Sämtliche Anschlüsse sind hier

mit Käfigzugfedern ausgestattet. Die hierzu

passenden Schutzschalter sind mit Flachsteckanschlüssen

ausgeführt und lassen

sich leicht aufstecken. Das Montage- und

Stromverteilungssystem kombiniert somit

die Vorteile der Käfigzugfeder mit den

Vorteilen von Flachsteckanschlüssen.

Die Push-in Anschlussklemme

Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung

der Anschlusstechnik war die Erfindung

der Push-in Anschlussklemme. So setzte

Phoenix Contact im Jahr 1978 als weltweit

erstes Unternehmen die Push-in Technologie

erstmals in einer Reihenklemme ein.

Im Vergleich zur Käfigzugfeder hat die Pushin

Anschlussklemme den Vorteil, dass sich

starre oder mit Aderendhülsen vorkonfektionierte

Leiter direkt in die Klemme einstecken

lassen. Ein Werkzeug ist hierfür nicht

notwendig. Die Kontaktfeder wird beim Einsteckvorgang

vom Leiter selbst tätig geöffnet

und sorgt so für die erforder liche Anpresskraft

des Leiters gegen den Strombalken.

Für den Anwender bedeutet dies im Vergleich

zur Käfigzugfeder nochmals spürbar

reduzierte Verdrahtungszeiten. Auch E-T-A

setzt moderne Push-in Anschlussklemmen

bereits seit vielen Jahren ein, z. B. im Stecksockel

80plus oder im Stromverteilungssystem

18plus. Mit dem thermischen Kombi-Schutzschalter

3120-PT wartet das

Altdorfer Unternehmen in diesem Jahr mit

einer absoluten Marktinnovationen auf: Es

ist der weltweit erste Schutzschalter mit

direkter Push-in Anschlusstechnik!

01 Montage-und Stromverteilungssystem mit

aufgesteckten elektronischen Schutzschaltern

02 Kombi-Schutzschalter

mit Push-in Anschlusstechnik

Hintergrundbild: Fotolia

www.e-t-a.de

Der Konstrukteur 4/2016 91


VERBINDUNGSTECHNIK

Einpressbefestiger für rechtwinklige

Blechverbindungen

KVT-Fastening bietet

ein umfangreiches

Sortiment der Einpressbefestiger

PEM. Im

Programm findet sich

eine Lösung für die

rechtwinklige Verbindung

von Dünnblechen

ab 1 mm Blechstärke.

Der Winkelbefestiger

R’Angle wird fest und

formschlüssig in

rechteckige Stanzlöcher gepresst. Im zweiten Schritt lassen sich

Abschlussbleche, Printplatten, Zwischenstege und vieles mehr

befestigen. Dafür steht der Befestiger in zwei Typen zur Auswahl:

Typ RAS (Sinterstahl) ist bereits mit einem Gewinde ausgestattet

und muss nur noch mit Schrauben M3 oder M4 angebracht werden.

Typ RAA (Aluminium) hingegen ist für gewinde furchende

Schrauben in M3 und M4 ausgelegt. Der Winkelbefestiger ist überall

dort geeignet, wo dauerhaft sichere Verbindungen gefordert

werden, unter anderem im Apparatebau, in Elektronikschränken,

in Computerteilen, in Haushaltsgeräten und in der Telekommunikationsbranche.

Der Typ RAS ist für Blechhärten bis HRB 60 geeignet.

Typ RAA für gewindeschneidende Schrauben kommt in

Materialien mit Blechhärten bis HRB 45 zum Einsatz.

www.kvt-fastening.de

Individuelle Konstruktionsunterstützung

mit EJOT ®

Zeit und Kosten sparen -mit den EJOT Prognoseprogrammen

für die Vor-Auslegung von Direktverschraubungen in Thermoplaste

und Leichtmetalle. Auf der EJOT Website unter „CAD &

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Lichtfixierbarer Hybridklebstoff für

High-Performance-Anwendungen

Die Lichtfixierung des Hybridklebstoffs aus dem Hause Delo ermöglicht

eine hohe Klebegenauigkeit, eine definierte Kehlnaht

sowie ein leichtes Handling der fixierten Komponenten. Zudem

lässt sich damit bei einem Glob-Top-Verguss ein „Einfrieren der

Form“ erreichen, da die Ausbildung einer Haut ein Verfließen

während der Warmhärtung verhindert.

Bei der zweistufigen Aushärtung wird der Klebstoff zunächst je

nach Intensität in 1 bis 5 s fixiert und erreicht damit eine Die-Scherfestigkeit

von mehr als 1 N auf dem Leiterplattenmaterial FR4.

Seine volle Festigkeit von 50 MPa auf FR4 erhält er nach der noch

erforderlichen Warmhärtung von z. B. 30 Minuten bei 150 °C. Das

Dualbond-Produkt besitzt eine universelle Haftung und ist in je

einer Viskosität für Klebanwendungen und einer für den Verguss

verfügbar. Beide Varianten lassen sich aufgrund des thixotropen

Fließverhaltens gut verarbeiten. Ihr Temperatureinsatzbereich

reicht von - 65 bis + 180 °C. Für noch höhere thermische Anforderungen

sind Hochtemperatur-Klebstoffe verfügbar, die eine Temperaturbeständigkeit

von bis zu 250 °C aufweisen.

www.delo.de

Schnelles und sicheres Kleben

im Fahrzeugbau

Der reißfeste

Liner von 3M

erleichtert das

Kleben von Fahrzeugteilen,

da mit

ihm die Bauteile

vorfixiert werden

können. Wenn

sie richtig sitzen,

wird der Liner

einfach herausgezogen,

ohne

dass er reißt. Das Kleben von großen, komplexen Teilen erforderte

bisher besonderes Geschick. Fahrzeugbauer mussten den Liner

vor dem Einsetzen des Bauteils vom Klebeband abziehen und das

Bauteil dann möglichst ohne Aufsetzen schnell in die richtige Position

bringen, denn herkömmliche Liner reißen in der Regel beim

nachträglichen Herausziehen. Der reißfeste Liner wiederum ist eine

speziell entwickelte Schutzfolie für 3M Acrylic Foam Tapes und hält

dem nachträglichen Herausziehen stand. Er kann bis zu einer

Temperatur von 80° C verwendet werden und ist auf den 3M

Acrylic Foam-Klebebändern der GTE-Serie ab einer Breite von

8 mm erhältlich.

www.3m-automotive.com

92 Der Konstrukteur 4/2016

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VERBINDUNGSTECHNIK

Serviceheft zu Verbindungselementen

und Befestigungstechnik

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und Befestigungstechnik

stellt Reyher in seinem Serviceheft

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Produktauflistung inklusive

Abbildung der genormten

sowie nicht genormten Artikelgruppen.

Zusätzlich dienen

Hinweise zu Korrosionsschutz-

Überzügen und weitere technische

Informationen zur Unterstützung

bei der Produktauswahl.

Korrosionsschutz-Überzüge

von Verbindungs elementen

aus Stahl sind beliebig

anwendbar. Das Serviceheft informiert über die markt üblichen

Überzüge wie zum Beispiel galvanisch verzinkt, feuerverzinkt

oder zinklamellenbeschichtet. Darüber hinaus geben technische

Hinweise Aufschluss darüber, welche Gegebenheiten oder Eigenschaften

in der Produktfindung berücksichtigt werden sollten.

Abgerundet wird das Heft mit einem Auszug technischer Informationen.

Dazu gehören detaillierte Angaben zu den Normenumstellungen,

Richtlinien und Gesetze bis hin zu Formen und

Ausführungen von Verbindungselementen.

www.reyher.de

Geschirmte Steckverbinder mit

Schnellanschluss

Die geschirmten SACC-Steckverbinder mit Schnellanschlusstechnik

IDC von Phoenix Contact erlauben mit einer einfachen

Vorbereitung der Leitung und einer einfachen Handhabung des

Steckverbinders eine schnelle Konfektionierung. Der M12-Steckverbinder

besteht lediglich aus zwei Bauteilen. Bei den geschirmten

Leitungen werden nur der Außenmantel und das Schirmgeflecht

abgesetzt, die Litzen bleiben unberührt. Der Steckverbinder

bietet einen Anschlussbereich von 0,14 bis 0,75 mm². Der maximale

Leitungsaußendurchmesser wurde auf 9,7 mm erweitert.

Somit lassen sich nahezu alle verfügbaren Signal- und Datenleitungen

im Feld konfektionieren. Je nach Leitungstyp sind die

Einzeladerfarben standardisiert und müssen im Anschlussbereich

zugeordnet werden. Diese Farben finden sich als Kodierung farblich

wie auch numerisch im Anschlussbereich wieder. Für die

Signal- und Datenübertragung bis zu 10 GBit/s sind alle gängigen

Kodierungen wie A, B, D und X verfügbar.

www.phoenixcontact.de

Gewindeeinsätze aus Metall zur dauerhaften

Installation in Kunststoffen

Gewindeeinsätze vom Typ SI

von Penn Engineering bieten

haltbare und wiederverwendbare

Metallgewinde in Kunststoffen

zur Aufnahme von

Montageteilen, und erlauben

bei Bedarf einen späteren

Zugriff auf die Baugruppe.

Anders als Verbindungsmethoden

wie Kleben oder

Nieten bieten die Gewindeeinsätze

die Möglichkeit,

Bauteile schnell und einfach

zu demontieren und erneut

zu befestigen, ohne dabei

Gewinde zu beschädigen, die

Integrität der Befestigung zu beeinträchtigen oder die Baugruppe

auf irgendeine andere Weise zu beschädigen. Standardmäßig sind

die Einsätze in Messing, rostfreiem Stahl und Aluminium

erhältlich.

Die Produktlinie umfasst Gewindeeinsätze, die kalt oder warm

eingepresst, mit Ultraschall eingebettet oder während des Gießverfahrens

eingeformt werden. Alle Einsätze lassen sich dauerhaft

in das Kunststoffmaterial einsetzen. SI-Gewinde einsätze sind in

unterschiedlichen Designs und Längen verfügbar – auch als Micro-

Befestigerversionen mit Gewindegrößen ab M1; sie sind erhältlich

in metrischen und zölligen Gewindemaßen.

www.pemnet.com

Magnete

verwirklichen Ideen

Wir bieten Ihnen ein leistungsstarkes Programm in:

Magnetwerkstoffen

HF, Plastomagnete, Magnetgummi, NdFeB, Sm/Co

Magnethaftsystemen

Magnetverschlüssen

Flach- und Stabgreifern

Sonderkonstruktionen

Messetermin:

Hannover Messe

25.04. -29.04.2016

Halle 14 Stand L29

Fordern Sie unser 98-seitiges Handbuch an!

Peter Welter GmbH &Co. KG . Postfach 13 55 . 50364 Erftstadt

Telefon (0 22 35) 9 55 21-0 . Telefax (0 22 35) 728 75

E-Mail: info@magnete-welter.de . Web: magnete-welter.de

Der Konstrukteur 4/2016 93

Welter.indd 1 09.03.2016 08:01:17


WERKSTOFFTECHNIK

Digitale Berechenbarkeit

Was genaue Materialdaten in der Konzeptphase einer Bauteilentwicklung bedeuten

Andreas Wüst

Ein Ingenieur muss Annahmen

treffen, in jeder Projektphase und

bei vielen Entscheidungen im

Rahmen jeder Bauteilentwicklung.

Ein wichtiges Kriterium für den

Erfolg ist dabei die Güte der

ge troffenen Annahmen. Welche

Informationen sind essentiell,

welche vernachlässigbar und wo

lohnt es sich genauer hinzusehen.

Sind die relevanten Informationen

überhaupt verfügbar, woher

kommen sie und was kosten sie

bezüglich Zeit und Geld?

Genaue Materialdaten sind meist

verfügbar, werden aber oft zu

wenig genutzt. Effizienter lässt sich

die Bauteilentwicklung deshalb

gestalten, wenn die „digitale

Berechenbarkeit“ eines Materials

bereits in der Konzeptphase berücksichtigt

wird.

Andreas Wüst, Simulation Engineering,

Ultrasim, Performance Materials Europe,

BASF SE, Ludwigshafen

Betrachtet man den modernen digital unterstützten

Entwicklungsprozess eines

Struktur-Bauteils, z. B. aus thermoplastischem

Kunststoff, so fällt die stark zunehmende,

massive Anwendung numerischer

Simulationsmethoden bereits in frühen

Entwicklungsphasen auf. Bei Strukturbauteilen

beispielsweise hat sich die numerische

Topologieoptimierung in den letzten

Jahren zu einem Standardtool entwickelt.

Zahlreiche Softwarepakete bieten teilweise

bereits direkt aus dem CAD-System heraus

die Möglichkeit, Lastpfade zu erkennen und

somit bereits bei der allerersten Geometrie

den richtigen Weg einzuschlagen. Nur lastpfadgerechte

Konstruktionen sind der

Schlüssel zum Leichtbau. Genügen bei

einer solchen, meist geometrisch linearen

Berechnung, noch lineare Materialkennwerte,

benötigt der Entwickler in der nächsten

Phase bereits detailliertere Informationen

über das Material.

Aus der Interpretation des Ergebnisses

der Topologieoptimierung entsteht Geometrie,

die sich direkt für eine mechanische

Analyse mittels FE-Methoden nutzen lässt.

Dazu muss jedoch zumindest die Materialklasse

feststehen, die sich aus Erfahrung

für den Einsatzzweck eignet. Auch der Prozesseinfluss

bei der Herstellung, z. B. im

Spritzgussverfahren, kann und sollte frühzeitig

betrachtet werden. Entformungsrichtung(en),

Schieber, Angusskonzept, mögliche

Bindenähte haben gerade bei glasfasergefüllten

Thermoplasten einen erheblichen

Einfluss auf die mechanischen Eigenschaften.

Der Konstrukteur sollte die sich während

der Füllung ausbildende Faserorientierungsverteilung

mit geeigneten Softwaretools

hier schon berücksichtigen. Auch der

zu erwartende Verzug lässt sich zumindest

abschätzen.

Bauteilentwicklung ohne

Materialdaten?

Hier fangen die Probleme mit den Materialdaten

für den Entwicklungsingenieur an.

Entweder steht die Auswahl des Materials

in einer solchen frühen Phase einer Bauteilentwicklung

noch gar nicht fest, oder der

genaue Materiallieferant ist noch nicht

nominiert. Woher kommen also zu diesem

Zeitpunkt die benötigten Daten?

Eine erste Informationsquelle bieten öffentlich

zugängliche Materialdatenbanken

94 Der Konstrukteur 4/2016


WERKSTOFFTECHNIK

Schritt 1: Topologie-Optimierung

Schritt 2: Gestalt-Optimierung

01 Mathematische Bauteiloptimierung: Verfeinerung der Bauteilgestalt am

Computer in zwei Schritten

wie z. B. CAMPUS. Standardisierte Prüfungen

gewährleisten als ersten Schritt zunächst

eine Vergleichbarkeit der Materialien.

Nicht immer reichen die Standardtests für

eine Bauteilentwicklung aus. Wie ist die

Dehnratenabhängigkeit des Materials bei

einer Belastung mit höherer Verformungsgeschwindigkeit,

z. B. im Crash? Wie sind

die Spannungs-Dehnungswerte quer zur

Faserrichtung, also senkrecht zu der im

CAMPUS Probestab prozessbedingt vorliegenden

hohen Längs-Ausrichtung der

Fasern? Wie ist der Einfluss der Umgebungsbedingungen,

z. B. von Temperatur

und Feuchte? Verhält sich das Material unter

Druck anders als unter Zug? Wie kann

man das Versagen des Werkstoffs am besten

beschreiben? Wie beschreibe ich alle diese

Eigenschaften im verwendeten FE Softwaretool

zur Mechanikanalyse? Soweit gehen

die Informationen in den Materialdatenbanken

meist bei weitem nicht.

Daraus ergibt sich ein Dilemma: Nur wer

zu diesem Zeitpunkt schon auf gute Materialdaten

und entsprechende qualitativ

hochwertige Materialmodelle zurückgreifen

kann, wird auch in der Lage sein ein gutes,

d. h. richtig dimensioniertes Bauteil zu ent-

02 Füllsimulation und reales Füllverhalten eines Testkörpers zur Ermittlung von Ermüdungsverhalten.

Die Simulation mit optimierten Materialdaten für den verwendeten Spezialkunststoff

gibt den Verlauf des Füllens exakt wieder.

wickeln. In der Realität ist dieser Zusammenhang

in den Entwicklungsabteilungen

meist nur zu gut bekannt. Daher besteht

dort ein natürlicher Druck, den Werkstoff

für eine bestimmte Anwendung frühzeitig

festzulegen und die damit verbundene,

Gute Bauteile entstehen aus

guten Materialdaten

notwendige Entwicklungsunterstützung

durch den Lieferanten möglichst frühzeitig

zu erhalten.

Die Planungseinheiten des Unternehmens,

die sich mit der Beschaffung der

Materialien beschäftigen, müssen jedoch

andere Ziele im Fokus haben. Hier spielt

der Materialpreis verständlicherweise eine

zentrale Rolle, was erfahrungsgemäß die

Auswahl von Werkstoff und Lieferant verzögert.

Das geht wiederum auf Kosten des

Entwicklers, der bis zur Nominierung des

Lieferanten nur mit unscharfen Daten

dimensionieren kann.

Digitale Berechenbarkeit

– eine Materialeigenschaft

Für eine ganzheitliche Betrachtung des Entwicklungsprozesses

wird also eine neue Eigenschaft

immer wichtiger, die „digitale Berechenbarkeit“.

Das ist die Kenntnis des

Werkstoffs über vorhandene, frei zugängliche

Materialdatenbanken hinaus sowie

eine digitale Beschreibung der kennzeichnenden

Materialeigenschaften inklusive

einer angepassten numerischen Beschreibung

für CAE-Prozesse.

Oftmals sind in den Anforderungslisten,

die die Bauteilhersteller für ihre Materiallieferanten

bindend formulieren, zwar bereits

Der Konstrukteur 4/2016 95


WERKSTOFFTECHNIK

STATEMENT

03 Am Biegeträger „Eiffelturm“, einem praxisnahen Versuchsbauteil, wird die Verbesserung

in der Vorhersagequalität deutlich: Die optimierte Faserorientierung (oben) führt zu einer Simulation

des Bruchverhaltens (mitte), die außerordentlich gut mit dem realen Bruchverhalten

übereinstimmt (unten)

04 Festigkeitsanalyse unter statischem Innendruck: Links: Lokale Beanspruchung, in den roten

Bereichen ist das Material überbelastet. Die Pfeile kennzeichnen den kritischen Bereich. Oben

wird der Probekörper von außen, unten von innen gezeigt. Rechts: Hochgeschwindigkeitsaufnahmen

beim Versagen; Rissentstehung

entsprechende Passagen enthalten. Sie reichen

aber für den Erfolg des Projekts nicht

aus, und sind so ein vermeidbares Risiko für

das Projekt. Abhilfe ist hier möglich, wenn

die Entwicklungsabteilungen ihren Bedarf

an relevanten Werkstoff-Informationen intern

früh und aktiv zu Gehör bringen. Nur so

können die Ingenieure und Konstrukteure

wichtige Bauteile in kürzester Zeit und mit

größtmöglicher Präzision auslegen.

Dr. Michael Döppert, Chefredakteur

Der reale Werkstoff, wie hier

faserverstärkter thermoplastischer

Kunststoff, erhält sein

digitales Abbild, mit dem vor dem

ersten real erzeugten Spritzgussteil

bereits digitale Prototypen

erstellt werden können. Die

digitale Berechenbarkeit wird zu

einem Mehrwert für den Werkstoff

und damit für die Konstruktion.

Das passt absolut in das Weltbild

und die Wertschöpfungskette

einer Industrie 4.0.

Weiterentwicklung des

Simulationswerkzeugs

Im Simulation Engineering der BASF in

Ludwigshafen wird die mechanische Berechnung

von anisotropen Kunststoffen seit

Jahren in Kundenprojekten eingesetzt. Das

CAE-Werkzeug Ultrasim ist dabei zum

universell einsetzbaren Hilfsmittel für eine

erfolgreiche Projektbearbeitung geworden.

Inzwischen ist es auch gelungen, die Simulation

des Spritzgießprozesses bezüglich

der exakten Vorhersage der Faserorientierung

deutlich zu verbessern.

Das Konzept: Die simulierte Faserorientierung

wird an ausgewählten Orten im

Bauteil mit der gemessenen Orientierung

im Bauteil verglichen. Die Optimierungsaufgabe

besteht dann in der effizienten,

automatisierten Anpassung der numerischen

Modellparameter, so dass Messung und Simulation

möglichst gut zusammenpassen.

Wie die Untersuchungen gezeigt haben,

kann mit diesen optimierten Faserorientierungs-Modellparametern

die Genauigkeit

mechanischer Simulationen mittels Ultrasim

weiter erhöht werden – sowohl bezüglich

der Vorhersage von Steifigkeiten als

auch des genauen Versagensmechanismus.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass

auch das Verzugsverhalten von komplexen

Kundenbauteilen mit Hilfe der optimierten

Faserparameter zu einer Genauigkeitssteigerung

führt.

Bilder: Fotolia, 01 - 04 BASF SE, Ludwigshafen

www.basf.de

96 Der Konstrukteur 4/2016


DIE MULTIMEDIALE LIVE-ROADSHOW

DAS HIGHLIGHT DES JAHRES

SUMMERof 2016

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SUMMERof 2016

ENGINEERING

25. APRIL 2016

www.summer-of-engineering.de

Schon jetzt mit dabei:


MIT EXPERTEN IM DIALOG I SERIE

Die totale Digitalisierung –

Chancen und Risiken

Big Data, Cloud, Internet der Dinge, Smart Factory, Industrie 4.0: Die

Zukunft ist digital und vernetzt. Wie jede Entwicklung birgt auch die vierte

industrielle Revolution Chancen und Risiken. Darüber sprachen wir mit

Gerhard Kocherscheidt, dem Gründer und Geschäftsführer des Antriebsherstellers

und -distributors Koco Motion GmbH.

Herr Kocherscheidt, was bedeutet für Sie Industrie 4.0?

Allgemein ist „Industrie 4.0“ für mich ein Kunstwort für die

normalen und zu erwartenden Weiterentwicklungen durch die

Digitalisierung – es handelt sich nicht um Revolution sondern

um Evolution, die in den Medien gern hochstilisiert wird – und

jeder interpretiert etwas drum rum. Von der Bundesregierung

wurde ja auch schon sehr viel finanzielle Förderung zu diesem

Thema geleistet. Was mich persönlich beunruhigt ist, dass ich

keine Förderungsprojekte sehe, die sich mit Zukunftsforschung

befassen, um die Menschheit darauf vorzubereiten, dass über

60 % der Arbeitsplätze umstrukturiert werden müssen, um die

Menschen zu ernähren und zufrieden zu halten. Da befürchte

ich, könnten Revolutionen die Folge sein.

Und heruntergebrochen auf Ihre Produkte?

lichkeiten für die Cyberkriminalität. Rechtlich müssen viele Anstrengungen

unternommen werden und entsprechende Gesetze

und Regelungen vereinbart werden, die dann aber auch weltweit

respektiert werden müssen.

Wie gehen Sie also damit um? Welche Grenzen ziehen Sie?

Bisher ist die Nutzung von Clouds in unseren Unternehmen

untersagt, ich bin allerdings nicht so blauäugig zu glauben, dass

wir das auf Dauer verbieten können. Allerdings stehen wir hier

weniger unter Zugzwang als unsere Kunden. Wir suchen zurzeit

für unsere Belange nach Möglichkeiten, unsere Unternehmen

entsprechend zu schützen, bevor wir die Nutzung – begrenzt

und gezielt – erlauben.

www.kocomotion.de

Für uns bedeutet die Digitalisierung, dass wir unsere Produkte so

ausrichten müssen, dass sie digital überwachbar und steuerbar

sind. Das heißt, dass verschiedene Arten von Sensoren integriert

werden müssen und entsprechende Kommunikations-Schnittstellen

geschaffen werden müssen, wie wir sie zu Teil auch schon

haben.

Welche Chancen eröffnet der digitale Zwilling, den jede

Maschine, ja jede Komponente, künftig haben soll in ihren

Augen?

Automatisierung hat immer die Chancen, Arbeit zu erleichtern,

Qualität zu perfektionieren, Kosten zu senken, etc. – Die weitere

oder totale Vernetzung schafft dann eben auch die totale Überwachungsmöglichkeit.

Das birgt viele Vorteile, aber auch viele

Gefahren. Solange die Vorteile zum Wohl der Menschheit genutzt

wird, ist alles gut – aber mit ihr kommen auf jeden Fall große gesellschaftliche

Herausforderungen auf uns zu, die gemeistert

werden müssen.

Das klingt kritisch. Sehen Sie konkrete Wolken am Industrie-4.0-

Himmel – Stichwort „Cloud“?

Die „Clouds“ sind wohl unabdingbare Mittel, um diese Ziele zu

erreichen, sie bergen aber auch sehr große Gefahren und Mög-

Gerhard Kocherscheidt, Gründer und Geschäftsführer der Koco Motion

GmbH in Dauchingen und Redakteurin Martina Bopp

98 Der Konstrukteur 4/2016


VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 5/2016

ERSCHEINUNGSTERMIN: 18.05.2016 • ANZEIGENSCHLUSS: 29.04.2016

01

04

02

03

01 Was man über BLDC-Motoren wissen sollte:

BLDC-Motoren haben hohe Wirkungsgrade, sind kompakt

und energieeffizient; kennen Sie deren Ansteuerungsmethoden,

deren Bauformen und Anwendungen?

Bild: Nanotec, Feldkirchen

02 Kupplungen mit erweitertem Einsatzbereich:

Mit einer neu vorgestellten Gummimischung können

hochelastische und elastische Antriebskomponenten jetzt

in einem erweiterten Einsatzbereich verwendet werden.

Bild: Reich, Bochum

03 Berührungslose Drehgeber und Winkelsensoren:

In Hochleistungsschleifmaschinen sorgen berührungslose

induktive Drehgeber und Winkelsensoren für präzise,

reproduzierbare Messdaten

Bild: Turck, Mülheim

Der direkte Weg

im Internet: www.DerKonstrukteur.de

als E-Paper: www.engineering-news.net

Redaktion: m.doeppert@vfmz.de

Werbung: a.zepig@vfmz.de

in sozialen Netzwerken:

www.Facebook.com/DerKonstrukteur

www.twitter.com/derkonstrukteu

04 Lichtschranken: Konnektivität ohne Kompromisse:

Die hier vorgestellten Lichtschranken bieten in jeweils

baugleichen Kompaktgehäusen alle optoelektronischen

Funktionsprinzipien.

Bild: Pepperl+Fuchs, Mannnheim

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

Der Konstrukteur 4/2016 99


100 Der Konstrukteur 3/2015

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