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SeeMagazin 2015

Im SeeMagazin berichten wir einmal jährlich von besonderen Menschen und Orten aus dem Fünf-Seen-Land. Ein Projekt, das uns schon fast 10 Jahre begleitet und immer wieder begeistert.

Im SeeMagazin berichten wir einmal jährlich von besonderen Menschen und Orten aus dem Fünf-Seen-Land. Ein Projekt, das uns schon fast 10 Jahre begleitet und immer wieder begeistert.

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4 197540 505501<br />

11<br />

JAHRESAUSGABE Nr. 11 <strong>2015</strong><br />

€ 5,50<br />

<strong>SeeMagazin</strong><br />

Starnberger See ⁄ Ammersee<br />

Klaus Voormann<br />

Der 5. Beatle und sein<br />

Leben in Tutzing<br />

Fit für mehr<br />

Trainingstipps der<br />

Ironwoman vom See<br />

… FÜR<br />

EINHEIMISCHE<br />

UND GÄSTE<br />

<br />

Handmade<br />

BESONDERES<br />

AUS DER REGION:<br />

EIN SPECIAL<br />

ZU MODE, GENUSS<br />

UND LEBENSART<br />

Nah am<br />

Begegnungen,<br />

Geheimtipps<br />

und unsere<br />

Lieblingsplätze<br />

für Traumtage<br />

MIT BESTEN<br />

GRÜSSEN<br />

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SEE-<br />

IDYLLEN<br />

ZUM<br />

VERSCHICKEN<br />

Glück<br />

www.seemagazin.de


Nahbildungsgebiet<br />

neuhof Schulen<br />

„Das ständige Theater mit<br />

meinen Eltern ist jedenfalls<br />

vorbei, seit meine Noten<br />

besser geworden sind.“<br />

Gymnasium | Realschule<br />

Fachoberschule<br />

kleine Klassen | individuelles Fachtraining<br />

Förderunterricht | Hausaufgabenbetreuung<br />

Weitere Informationen unter<br />

089. 7 1 6 7 7 1 8-66<br />

oder www.neuhof-schulen.de/see


<strong>SeeMagazin</strong> / Editorial<br />

Der Tag kann kommen! Morgenstimmung,<br />

fotografiert von Luana Freitag in Ambach.<br />

Blaubeeren mit Avokado mixen Methusalembäume suchen<br />

wieder mal Beatles-Songs hören Apfelstrudel am nettesten Kiosk essen sich eine<br />

Fischerhose nähen lassen den Rokoko-Schatz suchen<br />

Sabine Schönmann und Elke Ross<br />

Herausgeberin und Leiterin Sales & Marketing<br />

To-do-Listen sind so angesagt. Selbst wenn es um Entspannung<br />

und bewusstes Leben geht. Deshalb auch hier für Sie zualler -<br />

erst die kleine To-do-Liste für einen schönen Sommer an unseren<br />

Seen. Viel anregender ist es allerdings, sich alle Geschichten in<br />

dieser neuen Jahresausgabe des <strong>SeeMagazin</strong>s in Ruhe anzuschauen.<br />

Da stellt sich das gute Licht-Luft-Wasser-See-Gefühl dann als<br />

Vorfreude ganz von allein ein. Das Redaktionsteam hat wieder<br />

vieles zusammengetragen, angetrieben von der Neugier und dem<br />

schönsten Staunen darüber, dass uns die Themen aus der Region<br />

nicht ausgehen. Im Gegenteil, sie scheinen sogar noch besser<br />

nachzuwachsen, je mehr man sie erntet. An dieser Stelle noch<br />

ein besonderer Dank an unsere Fotografen, die uns mit ihren<br />

fantastischen Bildern immer wieder in Hochstimmung versetzen.<br />

Genießen Sie das <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> als Inspiration mit den besten<br />

Wünschen für eine schöne Zeit!<br />

Fotos: Luana Freitag; Jan Greune<br />

Das Titelbild hat Jan Greune fotografiert. Die Geschichte<br />

zu dieser Produktion mit dem wunderschönen alten<br />

40er Schärenkreuzer vom Fischer Sebald aus Ammerland<br />

finden Sie gleich auf Seite 6.<br />

Natürlich freuen wir uns über Ihre Meinung zum Heft.<br />

Klicken Sie auf www.seemagazin.de. Dort finden<br />

Sie den direkten Kontakt zur Redaktion und ständig<br />

neue Tipps rund um die Seen.<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 3


Inhalt<br />

08 See sehen<br />

Eine luftige Fotogalerie.<br />

Von Dr. Jörg Bodenbender<br />

18 Richtig fit<br />

Mehr Ausdauer mit Ironwoman<br />

Claudia Matula<br />

20 SeeTipps AKTIV<br />

Bewegung zu Land und im Wasser<br />

24 Imagine …<br />

Das SeeGespräch mit Klaus<br />

Voormann, dem 5. Beatle, über Musik<br />

und sein Leben in Tutzing<br />

30 Die Starnberger Heilige<br />

Eine Rokoko-Ikone von Ignaz<br />

Günther und ihr Bozzetto<br />

36 Loriot, der See und ich<br />

Der Autor und Regisseur Stefan<br />

Lukschy erinnert sich<br />

39 Handmade<br />

Ein Extra über Mode, Genuss und<br />

Lebensart<br />

56 Methusalem-Schatz<br />

Das Naturprojekt „Bernrieder<br />

Vorsprung“ als Pilot für die Zukunft<br />

62 SeeTipps KÖSTLICH<br />

Genussplätze für jeden Geschmack<br />

74<br />

18<br />

66<br />

39<br />

Handmade<br />

SPECIAL<br />

24<br />

Fotos: Jan Greune; Peter von Felbert; Michael Matula; Michael Barth;<br />

Studio Bonisolli; Michael Darling; Markus Schlaf; Jens Heilmann<br />

4 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Tourismusverband<br />

Starnberger<br />

Fünf-Seen-Land<br />

66 Kalt erwischt<br />

Das Traditionsgeschäft der Fischerfamilie<br />

Sebald in Ammerland<br />

70 SeeTipps KREATIV<br />

Kultur mit schönem Ausblick<br />

72 Großes Gewinnspiel<br />

Ihre Chance und tolle Preise!<br />

74 Heute geöffnet<br />

Ein Kiosk, wie wir ihn uns wünschen<br />

78 Così fan tutte<br />

Ein Besuch bei der international gefeierten<br />

Sopranistin Juliane Banse<br />

82 Blühende Lichtbilder<br />

Fotokunst von Raimund Feiter<br />

86 SeeMannsgarn<br />

Kolumne von Thilo Durach<br />

88 SeeTipps ATTRAKTIV<br />

Geschenke, Mode & mehr<br />

90 Licht und Luft<br />

Metamorphose eines<br />

Hauses<br />

94 SeeTipps JUNG<br />

Für Kinder & Familie<br />

100 Drüber & Drunter<br />

Fotogalerie mit Wasserlinie<br />

Unser Service für Sie:<br />

Kartenvorverkauf<br />

– Schlossberghalle (Starnberg)<br />

– SeeJazz-Festival<br />

– Jazz am See (Feldafing)<br />

– LEGO-Land (Günzburg)<br />

– München Ticket (Deutsches Theater,<br />

Olympiahalle, -stadion, SEA LIFE etc.)<br />

Touristische Informationen<br />

– Buchheim Museum<br />

– Museum Starnberger See<br />

– Kaiserin Elisabeth Museum<br />

– Ortsmuseum Tutzing<br />

– Orff-Museum<br />

– Natur erleben Jahresprogramm<br />

– Stadtführungen und Gourmet-Touren in Starnberg<br />

– Gourmetwanderung Münsing<br />

– Führungen Kloster Andechs<br />

(Kirche, Brauerei, Bierprobe)<br />

– Auf Sisis und Ludwigs Spuren<br />

– Schifffahrtspläne<br />

– Radeln und Wandern: E-Bike Verleih<br />

– Golf: „Hole in One“-Arrangements<br />

– Roseninselführungen<br />

– Archäologischer Park Herrsching<br />

– Veranstaltungskalender – kulturwelle5.de<br />

– Nordic Walking Park, 280 km mit<br />

23 Routen vom Ammersee zum Starnberger See<br />

– Tagungsmappe<br />

Zentrale Zimmervermittlung<br />

Internet-Buchbarkeit unter www.sta5.de<br />

Neu: „Free Starnberg-AmmerSee Wifi“ an den<br />

Tourist-Informationen Starnberg und Herrsching<br />

3 Editorial<br />

6 Making of ...<br />

85 Impressum<br />

30<br />

BITTE BEACHTEN:<br />

Die Tourist-Info Starnberg<br />

ist umgezogen!<br />

90<br />

Tourist-Information<br />

Tourismusverband<br />

Starnberger Fünf-Seen-Land<br />

Hauptstr. 1<br />

82319 Starnberg<br />

Telefon: 08151 906 00<br />

Fax: 08151 90 60 90<br />

info@sta5.de<br />

www.sta5.de<br />

Januar – Dezember:<br />

Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr<br />

Mai – Oktober:<br />

Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr<br />

Sa 9.00 – 13.00 Uhr<br />

Tourist-Information<br />

Herrsching<br />

Bahnhofplatz 3<br />

82211 Herrsching<br />

Telefon: 08152 52 27<br />

Fax: 08152 405 19<br />

herrsching@sta5.de<br />

www.sta5.de<br />

Mai – Oktober:<br />

Mo bis Fr 9.00 – 13.00/<br />

14.00 – 18.00 Uhr<br />

Sa 9.00 – 13.00 Uhr<br />

November – April:<br />

Mo bis Fr 10.00 – 16.00 Uhr


Making of …<br />

AQUARIUM IM SEE Der 3. Oktober 2014 war ein Traumtag.<br />

Den Steg von Fischer Sebald in Ammerland hatten Jan<br />

Greune und sein Hilfstrupp vom <strong>SeeMagazin</strong> fürs Titelbild-Shooting<br />

okkupiert. Der renommierte Fotograf aus<br />

Münsing, spezialisiert auf Sport-, Lifestyle- und Businessthemen,<br />

hatte ein ungewöhnliches Requisit dabei:<br />

ein kleines Aquarium, in das er seine wertvolle Kamera<br />

setzen konnte, um über und unterhalb der Wasserlinie<br />

fotografieren zu können. Sein Modell: der Schärenkreuzer<br />

von Fischer Sebald. Das Resultat: Wir lieben es!<br />

6 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


BEI ALLEN TRAUMPLÄTZEN und Superszenarien<br />

freut sich Chefredakteurin Barbara Kraus vor<br />

allem auf die spannenden Begegnungen, wenn<br />

eine neue Ausgabe des <strong>SeeMagazin</strong> ansteht. Wie<br />

mit Kunsthändler Florian Eitle-Böhler (S.30),<br />

der Foodfotografin Barbara Bonisolli oder der<br />

Künstlerin Marlene Poley (S.40). Mit Fotograf<br />

Jörg Bodenbender (S.8) möchte die Münchnerin<br />

demnächst in die Luft gehen. Für mehr Weitblick.<br />

EINE MARKANTE BILDSPRACHE besitzt<br />

Jens Heilmann, der seit 30 Jahren<br />

fotografiert. Viel Aufsehen erregte<br />

seine Kunst-Serie „Die Weltmeisterschaftsbälle“.<br />

Für uns porträtierte er<br />

sein Haus in Hechendorf (S. 90).<br />

www.dieweltmeisterschaftsbaelle.de<br />

EIN PRIVATKONZERT auf der legendären „Vootar“ gab Klaus<br />

Voormann seinem jungen Gesprächspartner Cornelius<br />

Zange. 1965 hatte „der 5. Beatle“ die Kombi aus Bass und<br />

Rhythmusgitarre entwickelt. Ob er sie auch mal spielen<br />

darf, traute sich der junge Musiker nicht zu fragen (S. 24).<br />

Ebenhauser Straße 26<br />

82057 Irschenhausen<br />

Telefon 0 81 78 - 38 03<br />

www.ritterguetl.de<br />

SCHÖNER BIERGARTEN<br />

ÜBERDACHTE SONNENTERRASSE<br />

BERG-PANORAMABLICK<br />

VERANSTALTUNG JEGLICHER ART<br />

PARTY SERVICE<br />

Öffnungszeiten<br />

Mo. - So.: 10.00 - 23.00 Uhr<br />

Dienstag Ruhetag


SeeGalerie<br />

See<br />

DER GANZEN SCHÖNHEIT AUS DER VOGELPERSPEKTIVE NOCH NÄHER<br />

KOMMEN: DIE LUFTAUFNAHMEN VON JÖRG BODENBENDER IM FÜNF-SEEN-LAND<br />

LASSEN UNS BESSER UND MEHR<br />

Sehen<br />

8 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Ein Startfloß gibt es in der Nähe der Roseninsel im Starnberger See FÜR RASANTE WASSERSKIFAHRTEN<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 9


SeeGalerie<br />

Noch spiegelt sich der Morgennebel im See. TUTZING HAT DIE SONNE SCHON ERREICHT<br />

10 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 11


SeeGalerie<br />

Der Pilsensee mit Seefeld, Hechendorf und rechts noch Herrsching am Ammersee –<br />

EINE SYMPHONIE IN GELB, BLAU UND GRÜN<br />

12 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Das Eberfinger Drumlinfeld im Landkreis<br />

Weilheim-Schongau, rechts ragt die Kuppe<br />

des Hohen Peißenbergs aus den Wolken.<br />

Glasklar dagegen der Blick auf eine Regatta.<br />

DIE FARBEN DES SOMMERS<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 13


SeeGalerie<br />

Der große Ostersee leuchtet in tropischem Türkis. HIER, NICHT IN DER FERNE<br />

14 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 15


SeeGalerie<br />

Der Sengsee bietet vielen Tieren und<br />

Pflanzen, die auf der Roten Liste gefährdeter<br />

Arten stehen, einen Lebensraum.<br />

Hier kann man SEIN HERZ VERLIEREN<br />

Vor seiner Arbeit möchte man den Hut ziehen.<br />

Und vor seinen Bildern dann gern mal in<br />

die Knie gehen. Vor Bewunderung. Denn was<br />

Dr. Jörg Bodenbender, promovierter Biologe<br />

und Klimaforscher aus dem oberbayerischen<br />

Grafenaschau, von da oben fotografiert, gehört zum Besten,<br />

was wir an Luftfotografie kennen. Dass er dabei seine<br />

beiden Leidenschaften, das Fliegen und die Fotografie, zu<br />

einem Verlag mit eigenen Kalendereditonen, Bildbänden<br />

und einem großen Bildarchiv erfolgreich zusammengeführt<br />

hat, ist bekannt. Ums Abheben und Staunen geht<br />

es auch in „Das Fünf-Seen-Land“, einem aufwendigen<br />

Bildband, den er gemeinsam mit Autor Tom Werneck herausgebracht<br />

hat. Als spannende Entdeckungsreise mit reizvollen<br />

und oft ungewohnten Blicken auf die See-Region.<br />

Schön und strahlend, mystisch und geheimnisvoll, klirrend<br />

vor Kälte oder von der Sonne durchglüht – der Bilderund<br />

Geschichtenreigen zeigt viele Facetten, die das Fünf-<br />

Seen-Land zu bieten hat. Auch wer glaubt, seine Heimat<br />

zu kennen, wird hier noch Neuland entdecken.<br />

<br />

Abheben, um den<br />

großen Zauber einzufangen:<br />

Fotograf<br />

Jörg Bodenbender.<br />

Einer seiner<br />

neuen Bildbände<br />

zeigt das Fünf-Seen-<br />

Land in aller Schönheit<br />

aus der Adlerperspektive.<br />

16 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


IHRE IMMOBILIE - BEI UNS IN DEN BESTEN HÄNDEN<br />

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SeeFit<br />

Von<br />

TUTZING<br />

nach Hawaii<br />

Eigentlich ist die Mode ihr Ding, doch inzwischen gehört<br />

CLAUDIA MATULA zu den Top-Frauen im deutschen Triathlon, der<br />

kräftezehrenden Kombination aus Laufen, Schwimmen<br />

und Radfahren. Nach einer Ausbildung an einer Modeschule in Paris,<br />

machte sie ihren MBA an der Belmont University in Nashville.<br />

Die Modeeinkäuferin lebt mit ihrem Mann und den beiden Töchtern<br />

am Starnberger See. Seit ihrem ersten Triathlon 2001 in<br />

Tutzing ist sie begeisterte Wettkämpferin. Letztes Jahr qualifizierte<br />

sich die 46-Jährige für den Ironman World Championship,<br />

der am 10. Oktober in Hawaii stattfindet.<br />

TEXT: Marlene Irausek<br />

FOTO: Markus Matula<br />

18 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Ein paar Fragen an die Supersportlerin.<br />

Zu ihrer Fitness und wie wir lernen können,<br />

besser durchzuhalten:<br />

War Sport schon immer ein großes<br />

Thema in Ihrer Familie?<br />

Mein Vater war begeisterter Hobby-<br />

Rennradfahrer. Selbst habe ich aber<br />

erst mit 27 Jahren mit dem Laufen<br />

angefangen, und zwar in Nashville. Ich<br />

war am Anfang entsetzt, wie schlecht<br />

ich war, schaffte noch nicht mal<br />

400 Meter ohne Seitenstechen. Also<br />

musste ich zuerst die richtige Atemtechnik<br />

lernen und habe mich langsam<br />

bis auf fünf Kilometer hochgearbeitet.<br />

Darauf war ich richtig stolz. Dann habe<br />

ich mich kontinuierlich gesteigert.<br />

Wie schaffen Sie es, Familie, Beruf,<br />

Training und sogar Wettkämpfe<br />

unter einen Hut zu bringen?<br />

Man muss Spaß an der Sache haben<br />

und ein sehr gutes Zeitmanagement!<br />

Ich versuche, vieles in den Alltag<br />

zu integrieren. Wenn die Kinder zum<br />

Beispiel Rad fahren gehen, laufe ich<br />

mit, oder ich jogge in der Früh zum<br />

Bäcker, statt mit dem Auto zu fahren.<br />

Wie viele Trainingseinheiten<br />

stehen in der Woche auf Ihrem Plan?<br />

Und wie sehen die aus?<br />

Zurzeit gehe ich zweimal die Woche<br />

zum Schwimmen – Einschwimmen,<br />

Technik, Intervalle und Ausschwimmen.<br />

Außerdem zweimal pro Woche<br />

zum Radfahren mit meinem Mann.<br />

Dazu kommen noch vier Laufeinheiten,<br />

dabei gibt es in der Woche keine<br />

Strecke zweimal. Außerdem kommt<br />

noch zweimal Krafttraining hinzu.<br />

Und das Wichtigste für uns, die<br />

wir immer gute Vorsätze haben,<br />

aber dann doch nicht durchhalten:<br />

Wie bleiben Sie dran?<br />

Mein einziges Geheimnis ist, Sport<br />

selten allein, sondern so oft es geht<br />

zusammen mit Freunden oder der<br />

Familie zu machen. Wichtig ist, Abwechslung<br />

ins Training zu bringen.<br />

Dann macht das Trainieren viel mehr<br />

Spaß und ist auch effektiver. Viel über<br />

den Sport zu wissen, ist ebenso wichtig.<br />

Eines meiner Lieblingsbücher ist<br />

von Chris McCormack: „I’m Here to<br />

Win: Wie Chris McCormack zweimal<br />

den Ironman Hawaii gewann“, sehr<br />

motivierend! Mich hat es angespornt.<br />

Wie oft haben Sie den Ironman<br />

schon geschafft?<br />

Sechs Mal. Seit meinem ersten Ironman<br />

Rennen 2009 war es immer mein<br />

Traum, einmal bei der Weltmeisterschaft<br />

auf Hawaii starten zu dürfen.<br />

Letztes Jahr im November habe ich<br />

mich endlich dafür qualifiziert. Darum<br />

fiebere ich dem 10. Oktober entgegen!<br />

Mussten Sie Ihre Ernährung für das<br />

Training umstellen?<br />

Ein bisschen. Ich esse viel zu gern, um<br />

mich an eine strikte Diät zu halten.<br />

Der Körper stellt sich aber automatisch<br />

um, wenn man viel trainiert und<br />

hat Lust auf bestimmte Sachen, die gut<br />

für einen sind. Wichtig ist, dass man<br />

frische Zutaten und keine Fertiggerichte<br />

verwendet.<br />

Gibt es denn typische Anfänger -<br />

fehler, wenn man mit dem Training<br />

beginnt?<br />

Der größte Fehler ist, dass viele zu<br />

schnell zu viel wollen. Man kann<br />

nicht innerhalb von kurzer Zeit einen<br />

halben Marathon laufen. Man sollte<br />

das Pensum langsam erhöhen, denn der<br />

Körper muss sich erst akklimatisieren.<br />

Welche Tipps gibt es, um die Ausdauer<br />

beim Schwimmen, Radfahren<br />

und Laufen zu verbessern?<br />

Da es alles Ausdauersportarten sind,<br />

gelten für alle drei die gleichen Tipps.<br />

Das Allerwichtigste ist Abwechslung<br />

im Training mithilfe verschiedener<br />

Strecken und Intervalltraining, zum<br />

Beispiel zehnmal 100 Meter schnell,<br />

dann wieder 100 Meter ganz langsam.<br />

Wenn man immer monoton im gleichen<br />

Tempo trainiert, wird man zwar<br />

ausdauernder, aber nicht schneller.<br />

Der nächste Tipp ist, sich Gleichgesinnte<br />

zu suchen, ob Familie, Freunde oder<br />

Verein. Und man sollte versuchen,<br />

Sport in den Alltag zu integrieren und<br />

seinen eigenen Rhythmus zu finden.<br />

Ich zum Beispiel trainiere viel lieber<br />

morgens statt abends. Aber das<br />

ist individuell sehr unterschiedlich.<br />

CLAUDIA MATULAS<br />

LIEBLINGSSTRECKEN<br />

RADFAHREN<br />

Klassischerweise einmal<br />

um den Starnberger See,<br />

das sind 53 Kilometer. Eine<br />

schöne Strecke, aber leider<br />

auch viel befahren. Damals<br />

war das auch die Radstrecke<br />

des Tutzinger Triathlons.<br />

LAUFEN<br />

Von Aufkirchen aus an der<br />

Oskar Maria Graf-Volksschule<br />

vorbei, die Lindenallee entlang<br />

bis zur kleinen Kapelle,<br />

dort links den Kapellenweg<br />

entlang nach Berg. Dann die<br />

Hauptstraße queren und die<br />

Grafstraße Richtung Unterberg<br />

laufen. Links in den<br />

Schlosspark abbiegen und an<br />

der Votivkapelle vorbei bis<br />

zum Ende des Schlossparks.<br />

Weiter geht es direkt am See<br />

durch Leoni und einige Kilometer<br />

am Ufer entlang. Über<br />

die Seeburgstraße wieder<br />

rauf und am Bismarckturm<br />

vorbei zurück nach Aufkirchen.<br />

Die Strecke von ca.<br />

12 km ist wirklich ein Traum.<br />

SCHWIMMEN<br />

Im Sommer schwimme ich<br />

gern im See. Mein Lieblingsplatz<br />

ist der Badesteg in<br />

Percha, dort treffen sich frühmorgens<br />

schon Leute gut<br />

gelaunt zum Schwimmen.<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 19


SeeTipps AKTIV<br />

1<br />

2<br />

3<br />

In Balance<br />

Nicht nur Bewegung, sondern auch Spaß und Entspannung wirken sich<br />

positiv auf unseren Körper aus. Die richtige Mischung macht fit<br />

1 MIT BEGLEITUNG<br />

Gemeinsam mit seinem Hund Miko<br />

führt Ralf Hellmuth durch schöne<br />

Landschaften zu Kraftorten der<br />

Stille rund um den Ammersee und<br />

im Fünf-Seen-Land. Seine NahTouren,<br />

allein oder in der Gruppe bis zu<br />

acht Personen liefern Energie und<br />

Inspirationen. Sie können individuell<br />

gebucht und auf die jeweiligen<br />

Bedürfnisse der Teilnehmer<br />

genau zugeschnitten werden. Ab<br />

und zu finden auch ausgeschriebene<br />

Touren statt. Mehr Informationen<br />

unter: www.alles-ist-da.de und www.<br />

ammerseele.de<br />

2 MIT LANGEM ATEM<br />

Konzentrationsübungen beruhigen<br />

den Geist und helfen, den Alltag<br />

hinter sich zu lassen. Die gängigsten<br />

Grundübungen der Meditation<br />

übt Christa Lohr bei ihren wöchentlichen<br />

Meditationsgruppen in<br />

Gauting. In verschiedenen Kursen<br />

wie im Kloster Bernried gibt es<br />

Kompaktseminare dazu, siehe www.<br />

meditation-kontemplation.de. Neben<br />

Meditationstagen bietet das Team<br />

von Raum für dich in Pöcking auch<br />

Achtsamkeitscoaching und Yoga-<br />

Stunden an. www.stressbewaeltigungstarnberger-see.de<br />

3 MIT PADDEL<br />

Entstanden als Ausgleichssport für<br />

Surfer bei schlechten Bedingungen,<br />

wird Stand Up Paddling (SUP) immer<br />

beliebter. Sich auf dem Surfboard<br />

stehend mit einem Paddel übers Wasser<br />

zu bewegen, macht Spaß und<br />

trainiert die Balance. Bei Bavarian<br />

Waters bieten ausgebildete SUP-<br />

Guides Touren für Anfänger und Profis<br />

sowie Trainingseinheiten an –<br />

jeder kann mitmachen, ob Jung oder<br />

Alt. An der Sportstation am Pilsensee<br />

können außerdem SUP-Boards<br />

ausgeliehen und getestet werden.<br />

www.bavarianwaters.com<br />

Fotos: 3 Andy Klotz 4 fotofrank/fotolia<br />

20 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


4<br />

4 MIT PFERDESTÄRKE<br />

Eine Erkundungstour wie vor 100 Jahren:<br />

Ob einstündige Rundfahrt oder ein<br />

ganzer Tagesausflug, eine richtige<br />

Kutschfahrt ist nicht nur an Feiertagen<br />

ein Erlebnis. Und eine schöne Geschenk-Idee!<br />

Ausflugs- und Rundfahrten<br />

am Ammersee mit mindestens<br />

zwei Pferdestärken: Kutscherei Hof<br />

Wieland, Lucia & Werner Grünbauer,<br />

Tel. 08808 630, www.ammersee-region.de/<br />

reiten-fahren oder Nolls Kutschfahrten,<br />

Renate und Klement Noll, Tel. 08807<br />

54 16, www.noll-hof.de


SeeTipps AKTIV<br />

1<br />

3<br />

2<br />

4<br />

Alltag raus<br />

… und Abwechslung rein. Hoch über den Wolken, fest im Sattel oder beim<br />

Schrauben unter der Motorhaube. Ganz nach Lust und Vorlieben<br />

1 MIT HALTUNG<br />

Für ein gutes Körpergefühl sorgt<br />

Veronika Seidler mit Cantienica im<br />

Studio Neues Tanzen in Starnberg.<br />

Dabei wird besonders die Körperhaltung<br />

trainiert. Mehr Kraft,<br />

Beweglichkeit und eine straffere<br />

Figur sind das Ziel. Und wichtig:<br />

Die sanften Übungen lassen sich,<br />

einmal gelernt, ohne viel Aufwand<br />

in den Alltag integrieren. Personal<br />

Training und Gruppentraining<br />

mit maximal sechs Personen.<br />

www.cantienica-starnberg.de<br />

2 MIT ROUTEN<br />

Das Westufer des Starnberger Sees<br />

hat neben Sehenswürdigkeiten auch<br />

wunderschöne Wander- und Rad-<br />

wege zu bieten. Die hat die Gemeinde<br />

Pöcking in engagierter Recherche<br />

zusammengetragen. Herausgekommen<br />

ist ein anregender Tourguide,<br />

vorbei an interessanten Plätzen und<br />

durch malerische Landschaften. Die<br />

Broschüre liegt im Pöckinger Rathaus<br />

und im Tourismusverband<br />

Starnberg aus. www.poecking.de<br />

3 MIT WEITBLICK<br />

So schön fühlt es sich an, die Bodenhaftung<br />

zu verlieren! Und ein besserer<br />

Weitblick über Land, Leute und<br />

See wird Ihnen nirgendwo geboten.<br />

Übrigens: Auch Menschen mit Höhenangst<br />

müssen sich nicht fürchten,<br />

im Ballon entstehen diese<br />

Schwindelgefühle nicht. Fahrten im<br />

Heißluftballon über das Fünf-Seen-<br />

Land bieten an:<br />

www.ammersee-ballonfahrten.de<br />

www.landstettener-ballonfahrten.de<br />

www.blueplanet-ballonfahrten.de<br />

4 MIT HEBEBÜHNE<br />

Markus Lamprecht schraubt gern,<br />

deshalb ist er Kfz-Mechaniker. In<br />

seiner Schrauberei in Icking bietet er<br />

ambitionierten Hobby-Mechanikern<br />

außerdem die Möglichkeit, professioneller<br />

zu tüfteln, als sie das zu<br />

Hause in der Garage könnten. Hochwertiges<br />

Werkzeug, drei Hebebühnen<br />

und die professionelle Unterstützung<br />

vom Experten inklusive.<br />

www.schrauberei.com<br />

Fotos: 1 Katharina Schwarz 2 Luana Freitag<br />

22 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

WERKSTATTLADEN, H & W UND SHOE KONZEPT IN SEESHAUPT<br />

Moderner<br />

Dreiklang<br />

Die Frauen verlieben sich gerne. Hals über Kopf.<br />

In Männer, Orte, Kleider, Schuhe. Ein Lieblingsplatz,<br />

wenn es um gute Mode geht, ist das Shop-Trio von<br />

Ulrike Teterycz in Seeshaupt. Ihr Werkstattladen an der<br />

Hauptstraße 11 ist bekannt für Trendiges, femininen Boho-<br />

Chic, dazu Folklore und ganz viel Besonderes. Gleich schräg<br />

gegenüber bei H&W gibt es dann unwiderstehliche Basics und<br />

Accessoires, außerdem den erstklassigen Salon ihres Mannes<br />

Friseurmeister Peter Reischl. Und ein paar Häuser weiter, in<br />

malerischer Hoflage, rundet Shoe Konzept mit hippen, nachhaltig<br />

produzierten Schuhen kleiner Labels den modernen<br />

Dreiklang ab. Mit Stil und schönen Überraschungen.<br />

Eine Auswahl mit Kennerblick, so könnte man das Angebot<br />

beschreiben, frische Designs und ausgesuchte Materialien<br />

statt Mainstream. Jedes Outfit aus den drei Läden greift das<br />

Konzept auf und ergänzt die Garderobe. Ein zauberhafter<br />

Blickfänger in diesem Sommer sind Prints, kraftvoll oder ästhetisch<br />

zart mit Anleihen aus Afrika oder Asien, zum Beispiel<br />

auf weiten Fifties-Röcken von Lena Hoschek mit breiten Gürteln,<br />

die eine schmale Taille zaubern. Oder von Erika Cavallini Semicouture.<br />

Kombiniert mit einem Shirt im Herren-Stil ergibt<br />

das den aufregendsten Look dieser Saison. Perfekt dazu passen<br />

die handgenähten Blusen von Salvatore Piccolo aus Neapel.<br />

Oder doch lieber eine zarte Tunika im Seventies Style von<br />

Mes Demoiselles, die sich perfekt mit Casual-Basics verbindet?<br />

Eines der Kleider in Candy Colors von Semicouture (wie auf<br />

unserer Illustration), vielleicht sogar kombiniert mit ultrasoften<br />

Boots von n.d.c bei Shoe Konzept?! Dazu Retro-Schönheiten<br />

von Samantha Sung und Kaschmirdesign von Henry Christ – im<br />

Werkstattladen findet man Inspiration und „Game Changer“,<br />

die Ihre Garderobe beleben. Schwerpunkt im Shoe Konzept<br />

sind wertvolle, oft handgefertigte Schuhe aus kleinen<br />

Manufak turen. Wie das feine Used-Design von Officine<br />

Creative und die Klassiker von Fred de la Bretoniere oder<br />

Schuhkunst von Rocco P. mit Utility-Chic. Passend zum<br />

Interior des Ladens mit Beton, viel Blau, Vintagemöbeln,<br />

einem Eisenofen, in dem das Feuer prasselt. Als augenzwinkernde<br />

Eyecatcher fallen die Glitzer-Slipper der<br />

Bloggerin Chiara Ferragni auf. Das emotionale<br />

Store-Konzept geht auf. Die Kundinnen verlieben<br />

sich immer wieder. Hals über Kopf.<br />

... zarte Tunika, kraftvolle Prints,<br />

Candy Colors, softe Boots<br />

Werkstattladen Konzept<br />

82402 Seeshaupt, Hauptstr. 11<br />

Tel. 08801 91 58 60<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mo –Fr 10–18 Uhr<br />

Sa 10–16 Uhr<br />

www.werkstattladen-seeshaupt.de<br />

H & W Konzept<br />

82402 Seeshaupt, Hauptstr. 14<br />

Tel. 08801 753<br />

Öffnungszeiten:<br />

Di–Fr 9–18 Uhr<br />

Sa 9–13 Uhr<br />

Shoe Konzept<br />

82402 Seeshaupt, Hauptstr. 2<br />

Tel. 08801 915 70 57<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mo –Fr 10–18 Uhr<br />

Sa 10–16 Uhr<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 23


SeeGespräch / Klaus Voormann<br />

WEITBLICK<br />

Nach mehr als zehn Jahren in<br />

England und ebenso in den USA<br />

sagt Klaus Voormann: „Landschaftlich<br />

kann es nicht viel schöner<br />

sein als am Starnberger See.“<br />

24 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


imagine ...<br />

... all the people living life in peace. Sie kennen das John-Lennon-<br />

Album von 1971. Klaus Voormann spielte den Bass. Der berühmte<br />

Musiker und Grafiker lebt heute mit seiner Familie in Tutzing, wo<br />

der junge Musiker Cornelius Zange ihn zum Gespräch treffen konnte<br />

an diesem winterlichen Vormittag liegt<br />

noch Raureif auf den Feldern. Der Weg<br />

führt raus aus Tutzing auf eine kleine<br />

Anhöhe zu einem soliden Gebäude.<br />

Kein Gutshaus oder bayerische Pracht,<br />

sondern ein ganz normales Bauernhaus<br />

mit schlichten Nebengebäuden. Allein die übergroßen<br />

geschnitzten Bleistift-Skulpturen, die an einem kleinen Nebenhaus<br />

lehnen, könnten ein Zeichen dafür sein, dass wir richtig<br />

sind. Bei Klaus Voormann, den man den „Fünften Beatle“<br />

nennt. Der als Bassist mit berühmten Rock- und Soulgrößen<br />

wie Carly Simon, Harry Nilsson und B.B. King spielte und<br />

als Session-Musiker mit den Hollies, der Manfred Mann’s<br />

Earth Band, der Plastic Ono Band, bei John Lennon und<br />

George Harrison und Bob Dylan. Gleichzeitig machte der heute<br />

77-Jährige Karriere als Grafiker. Von ihm stammt das berühmte<br />

Cover für das Beatle-Album „Revolver“, das vom „Rolling Stone<br />

Magazin“ unter die „10 besten aller Zeiten“ gewählt wurde.<br />

Und Paul McCartney schrieb ihm das Vorwort zu seiner Biografie<br />

„Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier,<br />

John“. Mit seiner Frau Christina engagiert er sich seit Langem<br />

für die Lakota-Indianer und den Naturschutz. Zum SeeGespräch<br />

traf sich Klaus Voormann mit dem jungen Musiker und Beatles-<br />

Fan Cornelius Zange, 18, aus Wolfratshausen.<br />

Haben Sie heute schon Musik gehört, Herr Voormann?<br />

Ich? Nein, ich höre ganz wenig.<br />

Foto: Guido Rottmann<br />

Und wenn doch, dann auch aktuelle Songs?<br />

Ja klar, mein Sohn Maxi kommt immer mit neuen Sachen, die<br />

richtig gut sind. Das letzte Mal in einem Live konzert war ich<br />

vor einiger Zeit bei Nicolas Jaar, der elektro nische Musik mit<br />

ägyptischem Jazz mixt. Ich habe ihn in Berlin im Arena Park<br />

an der Spree erlebt, ganz toll, da konnte man in den Garten<br />

gehen und in Liegestühlen zuhören.<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 25


SeeGespräch / Klaus Voormann<br />

SONGLINES<br />

Musikgeschichte am Küchentisch: Klaus Voormann<br />

im Gespräch mit Cornelius Zange (Foto oben), der mit<br />

seinem Bruder Benedikt die Band Takamahak gegründet<br />

hat. „Unsere Musik nennen wir Indie Rock ’n’<br />

Roll. Die Beatles sind die einzige Band, die mir nie<br />

langweilig wird, weil ich sie ständig neu für mich entdecke.“<br />

Voormann schmunzelt. Er beherrscht seine<br />

selbst gebaute achtsaitige Gitarre immer noch virtuos.<br />

Wie sein zweites Metier, die Grafik (Foto rechts).<br />

26 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Das berühmte<br />

„Revolver“-<br />

Cover von 1966<br />

konnte als erste<br />

Plattenhülle<br />

einen Grammy<br />

gewinnen<br />

Fotos: Michael Darling (4), Plattencover: Michael Ochs Archives/Getty Images<br />

Spätestens jetzt müssen die Beatles kommen ... Wenn Sie<br />

an sie denken, was fällt Ihnen dann zuerst ein?<br />

Da gibt’s mehrere Bilder. Einmal alle vier, noch ganz jung und<br />

nicht berühmt, als ich sie in Hamburg kennengelernt habe.<br />

Dann die Zeit, als ich bei George Harrison in London gewohnt<br />

habe oder später, als mich John Lennon nach New York eingeladen<br />

hat. Das sind die stärksten Eindrücke.<br />

Mit George Harrison waren Sie sehr befreundet. Was hat<br />

ihn so besonders gemacht?<br />

Ach George. Ich habe gerade vor ein paar Tagen mit Astrid<br />

Kirchherr telefoniert, von der ja die berühmtesten Beatles-<br />

Fotos stammen und die auch ganz früh zu unserem Freundeskreis<br />

gehörte. Wir haben darüber gesprochen, dass wir lange<br />

nichts mehr von Olivia Harrison, Georges Frau, gehört haben.<br />

Ja, und dann merkst du, es ist jetzt ja mehr als 50 Jahre her,<br />

dass wir George kennengelernt haben. Er war damals gerade<br />

17 Jahre alt. 2001 ist er mit 58 an Krebs gestorben. George war<br />

ein sehr liebevoller Mensch, zu dem der Kontakt nie abgebrochen<br />

ist. Er war sehr spirituell und gleichzeitig auch witzig,<br />

sogar sarkastisch. Du hast dich gefreut, wenn ein Brief von<br />

ihm kam oder er eine Schallplatte geschickt hat. Oft rief er an<br />

und sagte: „Kommt mich doch besuchen!“ Er war jemand, der<br />

sich um dich gesorgt hat, und wir uns auch um ihn. Es war<br />

eine echte tiefe Freundschaft.<br />

Meine Oma erklärt mir immer, Rock ’n’ Roll war für sie die<br />

große Freiheit. Haben Sie das auch so empfunden?<br />

Meine Frau Christina sagt das auch. Ich bin ein bisschen älter<br />

als sie und die Beatles, habe damals in Hamburg schon Kunst<br />

studiert, da war dieses Gefühl von Ausreißen und neuer<br />

Freiheit nicht mehr so stark. Was sich dann alles aus der Rockmusik<br />

entwickelt hat, zum Beispiel Musik als Protest gegen<br />

den Vietnamkrieg und, und, und – das war wirklich aufregend.<br />

Junge Stars kommen ganz oft nicht mit ihrem Ruhm zurecht<br />

und drehen ab. Die Beatles waren ja auch sehr jung.<br />

Hat der Erfolg sie schnell verändert?<br />

Nein, die haben ihren Humor behalten. Das Einzige, was sie<br />

wirklich beeinflusst hat, waren die Medien. Sie konnten ihre<br />

frechen Sprüche nicht mehr bringen, die sie noch im Hamburger<br />

Kaiserkeller draufhatten. Wenn ihnen doch mal was<br />

rausgerutscht ist, stand das gleich groß in der Zeitung. „Shit“<br />

und „Fuck“, ja, da wurden sie vorsichtiger. Bei ihren ersten<br />

Interviews in den USA fragte sie jeder nach ihrer Frisur und<br />

wie man sie nennt. Sie sagten: Das ist ein Fred!, was natürlich<br />

ein reiner Joke war. Sie waren wirklich witzig, haben sich die<br />

Bälle zugespielt. Typisch Liverpool. Was sich im Laufe der Jahre<br />

leider immer mehr verwässert hat, bis sie schließlich sogar<br />

überempfindlich reagierten. Als Einzelpersonen aber blieben<br />

sie, wie sie waren.<br />

Die britische Mentalität hat Sie immer fasziniert, oder?<br />

Und wie! Die Engländer waren viel offener. Wir Deutsche sind<br />

da steifer, sehr bedacht. Diese Zurückhaltung ging mir auf den<br />

Keks, ich wollte raus. Ich musste nach England. Damals hatte<br />

ich noch nichts mit der Musik zu tun, ich habe einen Job als<br />

Grafiker gesucht und in der Smith Walden Agency gearbeitet.<br />

Sogar auf Wikipedia findet man dieses Zitat von<br />

Paul McCartney: „Klaus ist ein wunderbarer Mensch,<br />

ein verrückter Hund, ein leidenschaftlicher Kunstund<br />

Musikliebhaber, ein prächtiger Vater und Ehemann,<br />

ein enger Freund und ein totales Arschloch“ ...<br />

... ja, das meine ich doch! So geht das bei uns immer. Das ist<br />

lustig gemeint, britischer Humor eben. Da fällt mir noch so<br />

ein Beispiel mit John Lennon ein, als er mich anrief, ob ich das<br />

Cover für „Revolver“ zeichnen würde. Ich sagte: „John who“,<br />

er darauf „John me, you fool!“ Es war ein ewiges Aufziehen<br />

und Rumblödeln.<br />

Sie haben mit den Beatles gespielt und mit anderen<br />

großen Musikern und Bands – und waren trotzdem immer<br />

der Sideman, der Mann im Hintergrund. Waren Sie mit<br />

dieser Rolle wirklich zufrieden?<br />

Na ja, als Mitglied der Manfred-Mann-Band habe ich miterlebt,<br />

wie es ist, oben auf der Bühne zu stehen. Das war okay.<br />

Aber besser gefallen hat mir tatsächlich immer die Situation<br />

mit den Musikern im Studio. Etwas gemeinsam zu kreieren.<br />

Mir war das Publikum überhaupt nicht wichtig.<br />

Können Sie mir verraten, was einen guten Song ausmacht?<br />

Oh Mann, das ist schwierig …<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 27


SeeGespräch / Klaus Voormann<br />

Legendär: die Plastic Ono Band 1969<br />

mit Klaus Voormann, Alan White, Yoko Ono,<br />

John Lennon und Eric Clapton (v. l. n. r.).<br />

Eine gute Melodie<br />

ist immer zeitlos,<br />

egal ob von Beethoven<br />

oder den Beatles<br />

Vor Kurzem habe ich lange mit einem Freund darüber<br />

gesprochen. Ein guter Song muss ein Gefühl rüberbringen<br />

und Spannung haben, also Höhen und Tiefen, laut und<br />

leise. Aber jetzt, wo ich die Chance habe, einen Profi zu<br />

fragen: Sehen Sie das auch so?<br />

Ja, stimmt doch! Da brauchst du keinen Profi fragen, das weißt<br />

du schon selber. Aber es gibt viele Möglichkeiten. Dann macht<br />

es noch einen Unterschied, ob du ein schönes Lied oder einen<br />

Hit haben willst. Dafür brauchst du den Hook, also etwas,<br />

woran die Leute hängen bleiben. Es gibt eine Menge Lieder,<br />

die nur drei Akkorde haben, und es sind trotzdem fantastische<br />

Songs. Man kann das nicht festnageln. Eine gute Melodie ist<br />

zeitlos, egal ob von Beethoven oder den Beatles.<br />

Sie sind berühmt geworden als Musiker und Grafiker.<br />

Was hat Ihr Leben mehr beeinflusst?<br />

Die Musik, ganz klar, sie hat mich auch mehr gefangen.<br />

Das Schönste war für mich immer, etwas mit anderen Leuten<br />

gemeinsam zu kreieren. Als Grafiker bin ich meistens allein.<br />

Ihr Sohn Maximilian und Ihre Tochter Ruscha sind auch<br />

Grafiker. Schauen Sie ihnen gern über die Schulter?<br />

Wir helfen uns gegenseitig, oft ist das ein guter Austausch.<br />

Mit dem Computer kennen sie sich viel besser aus als ich.<br />

Es kommt vor, dass ich einen Input gebe oder von ihnen<br />

bekomme. Ruscha kann zum Beispiel viel besser Porträts<br />

zeichnen als ich. Bei einem Auftrag hat sie mir gerade kürz -<br />

lich wunderbar geholfen.<br />

Hören Sie Musik beim Zeichnen?<br />

Das ist gar nichts für mich, ich würde immer mit einem Ohr<br />

zur Musik gehen. Schon oft bin ich nach dem Unterschied bei<br />

der Umsetzung von Gefühlen über Grafik und Musik gefragt<br />

worden. Für mich gilt: Man kann mit einer Grafik sehr wohl<br />

ein bestimmtes Gefühl rüberbringen, aber du kannst nicht das<br />

ausdrücken, was die Musik vermag.<br />

Sie haben in England und Amerika gelebt. Was hat Sie<br />

schließlich an den Starnberger See gebracht?<br />

Meine Frau Christina. Sie kommt aus München, und ihre<br />

Familie lebt hier. Als es darum ging, wohin wir ziehen, haben<br />

wir uns für den Starnberger See entschieden. Ich finde es toll,<br />

wunderschön.<br />

Und was gefällt Ihnen besonders?<br />

Landschaftlich geht es eigentlich nicht viel schöner, und<br />

trotzdem hat man die Stadt vor der Nase. Du gehst ein Stück<br />

und bist in der Waldschmidtschlucht und weiter hoch<br />

zum Deixlfurter See, das ist doch sagenhaft. Ich mag auch,<br />

dass München schon Italien-Anklänge hat, was Südliches.<br />

Und, was sonst in Deutschland schwierig ist, man kann<br />

verschwinden, das heißt, in die Berge auf eine Hütte gehen,<br />

und man ist wirklich weg vom Fenster.<br />

Meine letzte Frage, die mir auf dem Herzen liegt: Was<br />

würden Sie einem jungen Musiker für seinen Weg raten?<br />

Weißt du, ich glaube, man sollte immer hingehen und sagen:<br />

Ich mache das aus Spaß, aus Leidenschaft. Die meisten, auch<br />

sehr gute Bands sagen, sie spielen nicht wegen des Geldes.<br />

Mit Musik Geld zu verdienen, ist wahnsinnig schwer. Ich hatte<br />

immer meine Grafik im Hintergrund, um meinen Unterhalt<br />

zu bestreiten. Eric Clapton hat mir sogar gesagt, dass er nicht<br />

wirklich Geld mit dem Plattenverkauf verdient hat, sondern<br />

mit Konzerten. Für eine kleine Band, ich will dich jetzt nicht<br />

deprimieren, muss unbedingt gelten: Ich will Musik machen,<br />

weil es Spaß macht. Weil ich gar nicht anders kann!<br />

<br />

Foto: Klaus Voormann/Privatarchiv<br />

28 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

HOTEL VIER JAHRESZEITEN STARNBERG<br />

Kulinarische Momente im<br />

Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg<br />

Haben Sie schon Ihren Lieblingsplatz gefunden, um<br />

den Alltag für ein paar Stunden hinter sich zu<br />

lassen? Das Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg ist der<br />

optimale Ort um sich verwöhnen zu lassen. Denn das Vier<br />

Sterne Superior Hotel zählt nicht nur zu den besten Tagungshotels<br />

Deutschlands, seit letzten Herbst hat es noch einen weiteren<br />

Grund, stolz zu sein: das Gourmetrestaurant Aubergine<br />

wurde vom Guide Michelin <strong>2015</strong> für seine hervorragende<br />

Küche mit einem Stern prämiert. Die Auszeichnung war eine<br />

echte Überraschung, wurde das Restaurant doch erst im<br />

Dezember 2012 eröffnet. Umso mehr freuten sich Küchenchef<br />

Maximilian Moser und sein Team über die Anerkennung von<br />

einem der wichtigsten Gastronomieführer der Welt. Der<br />

29-Jährige, dessen Ausbildung bei Alois Dallmayr in München<br />

begann, ist seit drei Jahren für die kreative Küche zuständig.<br />

Alle vier Wochen präsentiert er sei -<br />

nen Gästen neue, außergewöhnliche<br />

Food-Kreationen wie aromatische<br />

Wildgerichte, Interpretationen vom<br />

Rum, erlesene Spezialitäten mit<br />

Trüffel und vieles mehr. Als<br />

Entrée wird hausgebackenes<br />

Brot gereicht und feine<br />

Petit Fours runden das<br />

Geschmackserlebnis am<br />

Ende mit einem Espresso<br />

ab. Aufmerksame Servicekräfte<br />

kümmern sich um das<br />

Wohl der maximal 44 Gäste und<br />

bieten erstklassigen Service. Jeden<br />

Samstag erleben die Gäste den Gloschen-<br />

Service „der guten alten Schule“.<br />

Wer klassisch-bodenständige Gerichte<br />

bevorzugt, ist im à la carte Restaurant<br />

Oliv’s an 365 Tagen im Jahr herzlich<br />

willkommen. Beim Sonntagsbrunch<br />

(Oktober bis Mai) starten Sie entspannt in den Tag. Ein weiterer<br />

beliebter Treffpunkt für Gäste und Einheimische ist die im<br />

englischen Stil eingerichtete Hemingway Bar mit der größten<br />

Rum-Sammlung Süddeutschlands. Liebhaber können aus<br />

über 65 verschiedenen Rumspezialitäten aus 37 Ländern von<br />

Deutschland über Nepal bis Australien wählen. Warum also<br />

in die Ferne reisen, wenn das Gute doch so nah ...<br />

HOTEL VIER JAHRESZEITEN STARNBERG<br />

Münchner Straße 17, 82319 Starnberg<br />

Tel. 08151 44 70 293<br />

Fax 08151 44 70 161<br />

www.aubergine-starnberg.de<br />

restaurant@vier-jahreszeiten-starnberg.de<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 29


SeeKunst<br />

STARNBERGER<br />

HEILIGE<br />

Lebhaft und von allen Seiten reine Schönheit:<br />

Eine der ausdrucksstärksten Skulpturen<br />

des Münchner Rokoko stammt von Ignaz Günther<br />

und ist im Museum am Starnberger See<br />

zu bewundern. Kaum einer kennt ihre Geschichte<br />

so gut wie der Kunstexperte Florian Eitle-Böhler,<br />

der dieses Modell von ihr besaß<br />

TEXT: Barbara Kraus<br />

30 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


DER BOZZETTO<br />

Handgroß ist das Modell<br />

der Plastik, die die<br />

„Starnberger Heilige“<br />

genannt wird. Wie die<br />

Hauptfigur (siehe nächste<br />

Seite) stammt sie von<br />

Ignaz Günther, einem der<br />

Meister des Rokoko. Heute<br />

steht der Bozzetto, so der<br />

Fachausdruck für ein Modell,<br />

im Metropolitan Museum<br />

of Art, New York.<br />

Obwohl sie zu den Schönsten des Landes<br />

gehört, weiß man wenig über sie. Weder<br />

ihren richtigen Namen, noch Herkunft oder<br />

Beruf. Was wir aber wissen: Die unbekannte Schöne, die<br />

man „Starnberger Heilige“ nennt, gehört zu den ausdrucksstärksten<br />

Einzelfiguren des Ignaz Günther (1725 –1775), der<br />

neben den Asam-Brüdern Cosmas Damian und Egid Quirin,<br />

sowie Johann Baptist Straub und Franz Anton Bustelli zu den<br />

Meistern des Münchner Rokoko zählt. Und damit zu den<br />

bedeutendsten Bildhauern der deutschen Kunstgeschichte.<br />

Lebhaft, anmutig, beseelt, alles gleichzeitig. Wie sie das<br />

Bein ausstreckt, den schönen Kopf neigt, sich in tanzender<br />

Trance dreht, man glaubt, das Rascheln ihrer wehenden<br />

Gewänder zu hören. „Die Präsenz dieser Figur ist großartig“,<br />

sagt Florian Eitle-Böhler, Kunsthändler von internationalem<br />

Ruf. In fünfter Generation führt er die Kunsthandlung Julius<br />

Böhler, die sein Ururgroßvater 1880 gründete. Ein Teil seiner<br />

Expertise wurde ihm in die Wiege gelegt, den anderen erwarb<br />

er sich unter anderem als Experte für alte Plastiken im<br />

Kunstauktionshaus Sotheby’s in New York. Mütterlicherseits<br />

ist Eitle-Böhler der Enkel von Gustav Meyrink, Banker und<br />

Dramaturg, der in den Jahren 1913/14 mit seinem Roman<br />

„Der Golem“ für Furore sorgte. Und noch mehr mit seinem<br />

Übertritt vom jüdischen Glauben zum Mahayana-Buddhismus,<br />

ein schillernder Mann. Aber das ist eine andere Geschichte,<br />

zurück zur Skulptur:<br />

„Die Starnberger Heilige bildet für mich einen Höhepunkt<br />

des Rokoko, wobei sich in ihrer übersteigerten Empfindsamkeit<br />

schon aufklärerische Züge und der Klassizismus andeuten“,<br />

erklärt Eitle-Böhler. Mit der Schönen, die heute als<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 31


SeeKunst<br />

Prunkstück im Museum Starnberger See steht, verbindet ihn<br />

eine ganz besondere Beziehung. Was weniger damit zu tun<br />

hat, dass beide in Starnberg zu Hause sind. Es ist eher die<br />

geschäftliche Seite. „An meinem Beruf als Kunsthändler liebe<br />

ich besonders die Chance, Außergewöhnliches bewahren zu<br />

können. Wenigstens für eine Weile.“ Die Verbindung im Fall<br />

der kostbaren Günther-Skulptur reicht bis nach New York ins<br />

Metropolitan Museum of Art. Dorthin hat er vor einigen Jahren<br />

einen Bozzetto, ein Modell, der Heiligenfigur verkauft.<br />

„Ignaz Günther, ca. 1755, München, Lindenholz mit originalen<br />

Bleistiftmarkierungen, 20,6 x 10,5 x 7,3 cm“ steht dazu<br />

in der Auszeichnung. Zwei Modelle der Heiligenfigur sind<br />

erhalten, das andere befindet sich im Bayerischen Nationalmuseum<br />

in München, wobei der New Yorker Bozzetto aufgrund<br />

von Stiftspuren als finales Modell für die Ausführung<br />

der 1,55 Meter großen Skulptur angesehen wird.<br />

Als Florian Eitle-Böhler den Bozzetto vor einigen Jahren<br />

auf einer Stuttgarter Auktion entdeckte, war er<br />

begeistert von seiner Expressivität. Was für ein kunsthandwerkliches<br />

Können! Wie furios die Drehung des Körpers<br />

mit dem gegenseitig gewendeten Kopf, den lebhaft schwingenden<br />

Armen, dieser Faltenwurf, so als ob das kleine Kunstwerk<br />

mit seinen tiefen Kanten und flächigen Schnitten<br />

in virtuoser Spontaneität aus einem Guss geschnitzt worden<br />

wäre. Die ganze Grazie angelegt in einem nur handgroßen<br />

DIE HAUPTFIGUR UND DER KENNER<br />

Florian Eitle-Böhler führt in fünfter Generation die<br />

Kunsthandlung Julius Böhler in Starnberg, die sein<br />

Ururgroßvater als Antiquitätenhandel 1880 gegründet<br />

hat. Der renommierte Experte für alte Skulpturen<br />

handelt international, seine Kunden sind häufig große<br />

Museen. Foto links: Eine Schönheit von Weltruf ist die<br />

sogenannte „Starnberger Heilige“ von Ignaz Günther,<br />

von der man immer noch nicht weiß, aus welcher Kirche<br />

sie ursprünglich stammt und welche Heilige sie darstellt.<br />

Als Highlight schmückt sie heute die Ausstellung im<br />

Museum am Starnberger See.<br />

Holzmodell. „Bei einem Bozzetto geht es allein um den bildhauerischen<br />

Effekt. Diese reine Ausdruckskraft gefällt uns<br />

heute besonders. Auch bei Gemälden kann man feststellen,<br />

dass eine Skizze den Künstler manchmal direkter, oft sogar<br />

besser beschreibt als die ausgefertigte Form“, erklärt der Experte.<br />

Bei der Versteigerung war das Günther-Modell mit<br />

8000 Euro zunächst viel zu niedrig angesetzt, den Zuschlag<br />

erhielt Eitle-Böhler schließlich für 120 000 Euro. Und als<br />

die Hauptfigur im letzten Dezember zur großen Ausstellung<br />

„Mit Leib und Seele. Münchner Rokoko von Asam bis Günther“<br />

in die Kunsthalle ausgeliehen wurde, musste sie für stolze<br />

2,5 Millionen Euro versichert werden.<br />

Um vieles zurückgenommen erscheint das Wilde des Modells<br />

in der menschengroßen Hauptfigur, was nicht zuletzt an<br />

ihrer Fassung liegt, das heißt, an ihrer farbigen Bemalung.<br />

„Wobei dieser Effekt sicherlich im Sinne Günthers war“,<br />

betont der Kunstmann. Ein elegant-höfischer Charakter,<br />

die grazile innige Pose war das Ideal des Rokoko und nicht<br />

der stürmische Auftritt, schon gar nicht für eine Heilige.<br />

Die Fassmaler arbeiteten Hand in Hand mit den Künstlern.<br />

Sie sorgten für das Inkarnat, das porzellangleiche Gesicht,<br />

für farbige Gewänder, rosige Puttenbeine und zart errötete<br />

Wangen. Mit raffinierten Grundierungen schufen sie die Basis<br />

für die Leuchtkraft und das Lebensechte der Skulpturen,<br />

hantierten mit Vergoldungen und teuren Farben. Und erhielten<br />

oft mehr Lohn als die heute noch berühmten Bildhauer.<br />

Ignaz Günther (1725–1775), Weibliche Heilige, 1755, Holz, farbig gefasst; 155 cm, Museum Starnberger See, © Kunsthalle München, Foto: Markus Schlaf; Martina Hemm<br />

32 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Ein Juwel mit Geheimnis und heiligem Ernst,<br />

der auf spielerische Leichtigkeit trifft<br />

Mit dem Münchner Rokoko entwickelte sich im 18. Jahrhundert<br />

eine einmalige Blütezeit bayerischer Kunst. „Heiliger<br />

Ernst trifft dabei auf irdische, spielerische Leichtigkeit.<br />

Die außergewöhnliche Erscheinung der Kunstwerke spiegelt<br />

eine bis dahin nicht da gewesene Lebensnähe, gepaart mit<br />

raffinierter Eleganz und höchster handwerklicher Qualität<br />

wider“, hieß es im Katalog zur Rokoko-Ausstellung in der<br />

Hypo-Kunsthalle in München.<br />

Siècle des petitesses, „Jahrhundert der Kleinigkeiten“, nannte<br />

Voltaire die Kunst des höfischen Eskapismus und der raumgreifenden<br />

Dekoration, der vor allem der Sonnenkönig<br />

Ludwig XIV. frönte. Auch dem bayerischen Kurfürsten<br />

Maximilian II. Emanuel (1662–1726) gefiel das sehr. Er ließ<br />

Künstler, Handwerker und Gärtner für Aus- und Umbau der<br />

Münchner Residenz und Schloss Nymphenburg in Paris ausbilden.<br />

Und engagierte den hochbegabten François Cuvilliés,<br />

der mit seinem reichen ornamentgeprägten Kunststil in München<br />

Maßstäbe setzte. Maximilian III. Joseph (1727–1777),<br />

der die Regentschaft schon mit knapp 18 Jahren übernehmen<br />

musste, fand danach eine klamme Kasse vor. Mehr und mehr<br />

löste die Geistlichkeit den Hof als Auftraggeber für die Künstler<br />

ab. Prächtige Gotteshäuser und Wallfahrtskirchen entstanden.<br />

„Und zwar so, wie das nur in barocker bayerischer<br />

Lebensart möglich war!“, meint Eitle-Böhler. Und dann empfiehlt<br />

er allen Kunstfreunden einen Besuch in der Starnberger<br />

Pfarrkirche: „St. Josef ist als einmaliges Juwel des süddeutschen<br />

Rokoko viel zu wenig bekannt! Für mich eines der<br />

Hauptwerke Ignaz Günthers!“ – Gehörte die schöne Heilige<br />

vielleicht sogar zum Ensemble der Josefskirche? Rührt daher<br />

ihre Zuschreibung an den See? Auf keinen Fall, versichern<br />

alle Experten. Starnberg wurde ihr zugeschrieben, weil der<br />

fahrende Landarzt Dr. Martin Penzl sie Ende des 19. Jahrhunderts<br />

bei einer Krankenvisite auf einem Bauernhof in Harkirchen<br />

bei Berg unter einem Treppenabsatz entdeckte. Weil die<br />

Figur ihm gefiel, bekam der gute Arzt sie geschenkt und hat<br />

sie dann später dem Starnberger Heimatmuseum vermacht.<br />

Dort stand sie zur Eröffnung im Jahre 1914 endlich wieder im<br />

Mittelpunkt. Sibylle Küttner, heute Direktorin des Museum<br />

am Starnberger See, meint, dass die anmutige Heilige eventuell<br />

Maria Magdalena darstellen könnte. Wie die beiden<br />

Bozzetti es andeuten, stand sie wohl auf einem Sockel und<br />

spielte sicherlich eine Hauptrolle im Ensemble eines fantastischen<br />

Theatrum sacrum. In einem „Heiligen Theater“, das<br />

letztlich ja immer ein Geheimnis bleibt.<br />

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CHRISTINA BINGMANN<br />

ZAHNÄRZTIN<br />

Implantologie<br />

Ästhetische Zahnheilkunde<br />

Parodontologie<br />

Kinderzahnheilkunde<br />

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Wir suchen uns den besten Friseur, die beste Kosmetikerin, den besten Zahnarzt. Sind wir unzufrieden, wird<br />

eben gewechselt. Bei einer ästhetisch medizinischen Korrektur, ganz besonders bei einem Facelift, haben wir<br />

nur einmal die Wahl. Umso höher ist das Anforderungsprofil des Operateurs. Mit Recht erwarten wir: vollendete<br />

Kunstfertigkeit, präzise Technik, Respekt für unsere Individualität, einen untrüglichen Sinn für Ästhetik und die<br />

Expertise größtmöglicher Erfahrung. Schließlich geht es um unser höchstes Gut – unseren gesunden Körper.<br />

DR. LEVY, DR. SCHRANK, SCHINDLBECK-KLINIK HERRSCHING<br />

Teamwork für die Schönheit<br />

Genau dafür stehen Dr. Yoram Levy und Dr. Christian<br />

Schrank seit Jahrzehnten: Talent, Streben nach<br />

Perfektion, Leidenschaft, Können. Das Team, das seit<br />

einer Dekade wissenschaftlich und praktisch kongenial<br />

zusammenarbeitet, hat einzigartig positive Zahlen und Ergebnisse<br />

vorzuweisen. Mit Tausenden zufriedenen Facelift-<br />

Patienten und konkurrenzloser Erfahrung gehört der international<br />

renommierte Arzt Dr. Yoram Levy zu den Stars seines<br />

Fachs. Der Facharzt für Chirurgie und Plastische Chirurgie<br />

hat die hoch entwickelte Technik des Face-Neck-Lifts mit<br />

dynamischem SMAS (Superficial Musculoaponeurotic System)<br />

nach Deutschland gebracht und hier zur Vollendung geführt.<br />

Er ist Deutschlands einziges „Master Member“ der Gesellschaft<br />

für Ästhetische Chirurgie. Sein Partner Dr. Christian<br />

Schrank, seit 20 Jahren in der Plastischen und Ästhetischen<br />

Chirurgie tätig, leitet dort die Sektion Facelift und Gesichtschirurgie.<br />

Auch für ihn ist sein Beruf seit seinen Assistenzjahren<br />

im Krankenhaus München Bogenhausen uneingeschränkte<br />

Berufung: „Mich begeistert das ungeheuer breite<br />

Spektrum, das die Plastische Chirurgie bietet und die<br />

Möglichkeit, in der Ästhetischen Chirurgie kreativ sein zu<br />

können. Gleichzeitig besteht die besondere Herausforde -<br />

rung darin, dass unsere Ergebnisse funktional und ästhetisch<br />

perfekt sein sollten.“ Seit 2011 praktizieren Dr. Levy und<br />

Dr. Schrank in der renommierten Schindlbeck-Klinik in<br />

Herrsching am Ammersee. Zuvor leitete Dr. Levy 24 Jahre<br />

lang die berühmte Partnach-Klinik für Plastisch-Ästhetische<br />

Chirurgie in Garmisch-Partenkirchen, wo auch die Zusammenarbeit<br />

mit Dr. Schrank ihren Anfang nahm. In ihrer Praxisklinik<br />

am Ammersee erleben Patienten modernste Medizin<br />

in einem stilvoll funktionalen Ambiente. Die Behandlung<br />

verläuft nach höchsten professionellen Maßstäben, die Atmosphäre<br />

ist geprägt von menschlicher Wärme, fürsorglichem<br />

Service und absoluter Diskretion. Die Praxisklinik bietet das<br />

gesamte Spektrum der gesichts- und körperformenden<br />

Maßnahmen an. Dazu gehören: Stirn-Brauen-Lift oder Face-<br />

Neck-Lift, Augenlid-, Nasen-, Kinn- und Ohrenkorrekturen<br />

sowie die sogenannten nichtinvasiven Techniken mit<br />

Botulinum toxin A (Botox), Eigenfett und Fillern. Weiter<br />

Brust vergrößerung, -verkleinerung und -straffung, Bauch-,<br />

Oberschenkel-, Oberarm- und Gesäßstraffung, Fettabsaugung<br />

(Liposuktion) und Hautoberflächenkorrektur.<br />

Dr. Levys und Dr. Schranks ausgewiesener Schwerpunkt<br />

ist das Face-Neck-Lift mit dynamischem SMAS. „Es ist State<br />

of the Art, die Methode, die von den führenden plastischen<br />

Chirurgen der westlichen Welt angewandt wird“, sagt<br />

Dr. Levy. „Und für mich die beste Operationstechnik.<br />

Es ist ein Irrglaube, dass es bei einem Facelift darum geht,<br />

die Haut zu straffen. Die Spannung von der Oberfläche<br />

auf die Tiefe zu übertragen, das ist die Kunst. Wir heben<br />

34 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

die abgesunkenen und erschlafften Areale des Gesichts.<br />

Die Haut wird nur angepasst.“ Ein gelungenes Facelift verändert<br />

also nicht die Textur und Spannkraft der Haut, sondern<br />

korrigiert die erschlafften Strukturen darunter. Ziel ist das<br />

frisch, erholt, natürlich schön – und vor allem unoperiert –<br />

aussehende Gesicht. „Wir wollen Frauen hübscher und<br />

Männer attraktiver machen, ohne sie zu verändern. Es geht<br />

darum, die Individualität eines Menschen zu bewahren,<br />

die Harmonie wiederherzustellen, die Natur möglichst ideal<br />

zu imitieren“, sagt Dr. Schrank.<br />

„Das betrifft zum Beispiel auch die brustformenden Operationen.<br />

Denn eine ‚leer‘ gewordene Brust nach Schwangerschaften<br />

oder im zunehmenden Alter (Involution) sollte so<br />

ver größert bzw. wiederaufgebaut werden, dass sie zu den<br />

übrigen Körperproportionen passt und natürlich aussieht.“<br />

Daran, dass nichtinvasive Techniken ein Facelift ersetzen<br />

können, glauben beide nicht. „Selbstverständlich arbeiten<br />

wir auch mit Botox, Hyaluronsäure-Fillern und Eigenfett-<br />

In jek tionen. Wir setzen diese Techniken aber insbesondere<br />

für die Verfeinerung unserer OP-Ergebnisse ein“, erklärt<br />

Dr. Schrank. Die Facelift-Operation ist dank modernster<br />

Anästhesie methoden weitgehend schmerzfrei und wird<br />

in Dämmerschlafnarkose ausgeführt. Die Ausfallzeiten sind<br />

über raschend kurz. Ein bis zwei Tage Klinikaufenthalt<br />

genügen, danach sollte man noch drei bis sechs Wochen auf<br />

Sport und Sonne verzichten.<br />

Die Gespräche vor einem Eingriff verlaufen entspannt und<br />

sind so ausführlich, wie es dem Thema angemessen ist.<br />

„Wir versuchen, objektiv, individuell, aber auch auf der Basis<br />

unseres Schönheitssinns zu beraten. Den muss ein Plastisch-<br />

Ästhetischer Chirurg einfach haben“, sagt Dr. Schrank.<br />

Wann und ob der richtige Zeitpunkt für ein Facelift oder<br />

eine andere ästhetische Korrektur gekommen ist, sollte jeder<br />

Mensch für sich selbst und in Einklang mit dem behan -<br />

delnden plastischen Chirurgen entscheiden. „Meist fühlt der<br />

Patient die größer werdende Diskrepanz zwischen dem gefühlten<br />

Alter und dem äußeren Erscheinungsbild“, so Dr. Levy.<br />

Die meisten Patienten fangen ab der fünften Lebensdekade<br />

an, diese Diskrepanz zu spüren. Da das Gesicht durch das Face-<br />

Neck-Lift mit dynamischem SMAS ein inneres Stütz korsett<br />

erhält, ist die optische Verjüngung in der Regel haltbar. Dr. Levy<br />

und Dr. Schrank sind sich wie immer einig: „Wir können die<br />

Uhr schon um einige Jahre zurückdrehen.“<br />

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www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 35


SeeErinnerung<br />

Loriot,<br />

DER SEE UND ICH<br />

Langhaarig, Linker, Berliner. Als Stefan Lukschy 1975 Regieassistent<br />

Vicco von Bülows wurde, war das der Beginn einer großen Freundschaft.<br />

Auch zum Starnberger See. Der Autor und Filmregisseur erinnert sich<br />

Meine erste<br />

Begegnung<br />

mit dem<br />

Starnberger<br />

See war virtueller Natur.<br />

Paul Bildt, der Schauspiellehrer<br />

meines Vaters<br />

Wolfgang Lukschy,<br />

spielte Richard Wagner<br />

in Helmut Käutners berühmten<br />

Film „Ludwig<br />

II. – Glanz und Ende eines<br />

Königs“ mit O.W. Fischer<br />

als Ludwig und Ruth Leuwerik als Sisi.<br />

Mein Vater ging mit uns ins Kino und wurde nicht müde<br />

zu betonen, er habe mit dieser Rolle das Schauspielerhandwerk<br />

gelernt. Ich begegnete dem als kleiner Junge mit einer<br />

gewissen Zurückhaltung. Dennoch blieben mir Wagner am<br />

Klavier in Schloss Hohenschwangau oder die dramatische<br />

Schlussszene mit dem Todeskampf im See bis heute unvergesslich.<br />

Wagner tauchte – dank Loriot – für mich dann am<br />

See wieder auf, doch davon später.<br />

Meine zweite Begegnung mit dem See war problematischer.<br />

Wir wohnten damals in München-Grünwald. Mein Bruder,<br />

der als schwierig galt, war ins Internat „Dr. Greite“ in Feldafing<br />

ausgelagert und kam nur zum Wochenende nach Hause.<br />

An einem Sonntag zwang er mich, den um dreieinhalb Jahre<br />

Jüngeren, zu einer Radtour an den See. Ich war mit der<br />

Strecke vollkommen überfordert und kam total erschöpft<br />

wieder heim. Den See wollte ich nie wieder sehen.<br />

Die Voraussetzungen für ein entspanntes Verhältnis zum<br />

schönsten Gewässer Deutschlands waren also denkbar ungünstig,<br />

als ich 1975 Loriot alias Vicco von Bülow in Bremen<br />

kennenlernte, um dessen Regieassistent zu werden. Fünf<br />

Wochen nach unserer ersten Begegnung kam ich zum ersten<br />

Mal nach Ammerland. In meinem Loriot-Buch „Der Glückliche<br />

schlägt keine Hunde“ erinnere ich mich so:<br />

„Aus einer zerrissenen Stadt (Berlin) und aus einer zerrissenen<br />

Lebenssituation kommend (Liebeskummer), setzte<br />

ich mich stark übernächtigt in meinen rostigen alten VW-Bus<br />

und fuhr über die kaputte DDR-Autobahn zum Starnberger<br />

See. Ich kam aus der Vorhölle und landete im Paradies.<br />

Loriots Haus in Ammerland ist kein der Gegend entsprechendes<br />

typisch bayerisches<br />

Bauernhaus. Er<br />

hat es selbst entworfen,<br />

vom Stil her ist es ein<br />

bescheidenes märkisches<br />

Herrenhaus, wie man es<br />

in den Straßendörfern<br />

Brandenburgs häufig findet<br />

– eine Hommage an<br />

Loriots Kindheit in seiner<br />

Geburtsstadt. Der klassizistische<br />

Entwurf sah im<br />

Rohbau derart schlicht<br />

aus, dass der Chef der Baufirma vor Scham die Schilder mit<br />

seinem Firmennamen entfernte. Erst als Stuck und dunkelgrüne<br />

Fensterläden den Bau schmückten, wies der Mann mit<br />

Stolz darauf hin, dass er das Haus gebaut hatte.<br />

Die drei Tage am Starnberger See vergingen wie im Flug.<br />

Natürlich hatten wir fleißig unsere Schularbeiten für die<br />

erste der legendären Bremer Sendungen „Loriots sauberer<br />

Bildschirm“ gemacht, dennoch waren es Tage der puren<br />

Freude. In meinem Tagebuch notierte ich: Sa, 17. 5.1975 –<br />

Frühstück mit Barockmusik (Händel) nach kleinem Spaziergang<br />

mit Hunden. Dann wieder Tischtennis und Musikhören.<br />

Ich habe fast das Gefühl, drei Tage Ferien gemacht zu haben.<br />

Jeden Tag Erdbeeren.“ Das Foto oben entstand in diesen<br />

schönen Tagen in Ammerland.<br />

Indes war es nicht nur das Haus, der Garten und das kleine<br />

Seegrundstück, das die Tage mit Loriot so besonders machte.<br />

Es war vor allem unsere gemeinsame Liebe zur Musik. Ich<br />

hatte schon in meiner Schulzeit Musik studiert, um Dirigent<br />

zu werden, er war zeitlebens ein begeisterter Laie. Und ein<br />

großer Wagnerianer. So blieb es nicht aus, dass er mir die<br />

Gretchenfrage stellte: „Was halten Sie eigentlich von Wagner?“<br />

Da war er wieder, der alte Wagner und der Starnberger<br />

See. Ich zögerte mit meiner Antwort, weil ich um Wagner<br />

bis dahin immer einen großen Bogen gemacht hatte. Loriot<br />

fühlte sich herausgefordert. Er wollte, dass ich seine Liebe<br />

zum Bayreuther Meister teilte. So kam ich in den Genuss, in<br />

seinem kleinen Arbeitszimmer in Ammerland live präsentiert<br />

zu bekommen, was später als „Loriot erzählt Wagners Ring an<br />

einem Abend“ in vielen Opernhäusern und auf CDs ein Riesenerfolg<br />

wurde. Das Ergebnis war, dass ich fünf Jahre nichts<br />

Foto: Stefan Lukschy<br />

36 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

anderes mehr hörte als Wagner und den alten Ludwig-Film<br />

plötzlich mit ganz anderen Augen und Ohren wahrnahm.<br />

Jahre später gab ich Loriot in seinem Arbeitszimmer dann<br />

Dirigierunterricht, damit er das Orchester der Berliner<br />

Philharmoniker leiten konnte. Wo ging das besser als in<br />

diesem magischen Raum, der dominiert wurde von einem<br />

wandfüllenden Regal mit Schallplatten und einer Stereoanlage<br />

mit Boxen, die für das kleine Zimmer deutlich<br />

überdimensioniert waren? Da das nächste Haus in einiger<br />

Entfernung stand, konnten wir so laut aufdrehen, wie wir<br />

wollten. Und wir hörten sie laut!<br />

Natürlich haben wir auch ernsthaft gearbeitet, aber<br />

Arbeit und Ferien verschwammen zu einem angenehmen<br />

Amalgam. Sei es, dass wir nachmittags eine Stunde<br />

mit köstlichem Kuchen bei Huber am See verbrachten,<br />

sei es, dass Patrick Süskind auf eine Partie Tischtennis<br />

vorbeikam (Loriots Lieblingsgegner), die Tage waren<br />

angefüllt mit Schönem. Da das Studio Loriot, wo wir<br />

die Sen dungen schnitten, in unmittelbarer Nähe des<br />

Starnberger Sees lag, verbrachten wir die Mittagspausen<br />

in der Regel auf Loriots Seegrundstück, mit Picknick<br />

und Schwimmen, es blieb paradiesisch. Einerseits genoss<br />

ich die oberbayerische Landschaft, den unglaublichen<br />

Blick auf die Alpen bei Föhn und die ständigen Strandpicknicks,<br />

andererseits empfand ich die Idylle in dem blühenden<br />

Garten beinahe als irreal. War das hier das wahre<br />

Leben, oder war es nicht vielmehr das, was ich aus dem<br />

studentenbewegten Berlin kannte?<br />

Eines Nachmittags sprach ich mit Loriot auf der sonnenbeschienenen<br />

Terrasse bei Tee und Zwetschgendatschi<br />

über meine Zweifel. Und in gewisser Weise teilte er sie<br />

sogar. Er gestand, dass er in Ammerland eigentlich ein<br />

permanentes Feriengefühl habe und dass es nicht immer<br />

leicht sei, sich dort zur Arbeit zu zwingen. Vor allem aber<br />

dass er all dies, das Haus, den Garten, nur als geliehen,<br />

nicht als selbstverständlich und schon gar nicht als dauerhaft<br />

empfinde. Wenn alles plötzlich weg gewesen wäre,<br />

hätte er das auch hingenommen.<br />

Das Einzige, was der Bilderbuchidylle nicht entsprach,<br />

war Loriots Katamaran. Der lag an Land und wurde<br />

mit einer rostigen Drahtseilwinde zu Wasser gelassen.<br />

Wenn kein kräftiger Wind wehte, war das Boot absolut<br />

manövrierunfähig. Mehrfach haben wir versucht<br />

zu segeln, meist vergebens. Loriots Seenachbar Manfred<br />

Schmidt hatte es da leichter. Er besaß ein Ruderboot,<br />

mit dem er uns regelmäßig zu einem kleinen Plausch auf<br />

Loriots Seegrundstück besuchte.<br />

Irgendwann ging die Regiearbeit mit Loriot zu Ende,<br />

was blieb, war eine lebenslange Freundschaft. Ich wollte<br />

meine eigenen Filme machen. Die Ablösung war nicht<br />

leicht, denn durch meine vielen Aufenthalte in Ammerland<br />

war ich am Starnberger See fast heimisch geworden.<br />

TSC IMMOBILIEN CONSULTING, STARNBERG<br />

In besten Händen<br />

Den Traum vom eigenen Heim kennt jeder. Ob<br />

gemietet oder gekauft, es soll ein Platz sein, der<br />

unseren Bedürfnissen entspricht. Die Ansprüche<br />

sind individuell, von Mensch zu Mensch verschieden.<br />

Darum steht bei TSC Immobilien Consulting der persönliche<br />

Service im Vordergrund. Seit nun mittlerweile<br />

20 Jahren kümmert sich das kompetente Team mit Rat<br />

und Tat um seine Kunden. Zehn Experten, darunter auch<br />

ein Jurist und eine Architektin, helfen bei der Vermittlung<br />

besonderer Wohnungen und Häuser im Raum München<br />

und Starnberg sowie in Feriendestinationen wie Kitzbühel<br />

und der Côte d’Azur. Dabei sind die Objekte von TSC nicht<br />

zwangsläufig hochpreisig, Wert wird vielmehr auf das<br />

Besondere gelegt. Das kann die spannende Architektur<br />

sein oder eine tolle Lage. Von der Hinterhofwohnung am<br />

Viktualienmarkt bis zur gemütlichen Berghütte, die Bandbreite<br />

ist groß. Dass die Architektur der Firma am Herzen<br />

liegt, erkennt man an ihrem Engagement als Premiumpartner<br />

des Wessobrunner Kreises, einem Zusammenschluss<br />

renommierter Architekten, Fotografen und Handwerksbetriebe,<br />

die eine qualitätsvolle Bauart fördern.<br />

Die Qualität von TSC selbst wurde mehrfach prämiert:<br />

Das Bellevue-Immobilienmagazin zeichnete das Team <strong>2015</strong><br />

bereits zum vierten Mal als empfehlenswertes Immobilienunternehmen<br />

aus. Weil: Erstklassiges Know-how,<br />

langjährige Erfahrung und ein sehr gutes Netzwerk<br />

machen sich eben bezahlt. Hier ist nicht nur die Immobilie,<br />

sondern auch der Kunde in besten Händen!<br />

HUMOR VOM FEINSTEN<br />

Vicco von Bülow war der Mann, der die Deutschen<br />

das Lachen gelehrt hat. Steht im Klappentext zu<br />

„Der Glückliche schlägt keine Hunde, ein Loriot<br />

Porträt“ von Stefan Lukschy, Aufbau Verlag. Im<br />

Sommer 2011 ist der große Humorist verstorben.<br />

TSC Immobilien Consulting GmbH<br />

Münchnerstraße 19 a, 82319 Starnberg<br />

Tel. 08151 911462, Fax: 08151 911464<br />

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Fotos: Sima Dehgani (1); Michael Barth (1); Studio Bonisolli (2)<br />

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gibt es immer wieder Besonderes zu<br />

entdecken. Nicht nur an Naturschönheiten,<br />

sondern auch Handgemachtes.<br />

Im Extrateil finden Sie eine feine Selektion<br />

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SPECIAL<br />

Handmade<br />

Plädoyer für Farbe<br />

Foodfotografin Barbara Bonisolli und die Künstlerin Marlene Poley<br />

über Leben, Stil und die große Lust auf ein gutes Frühstück<br />

TEXT: Barbara Kraus<br />

Fotos: Studio Bonisolli<br />

40 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


GRÜNE LAUNE<br />

Barbara Bonisolli (links) und<br />

Marlene Poley im Gespräch am<br />

Tisch im Frühstücksraum für<br />

die beiden B & B-Apartments,<br />

die Marlene Poley in Berg<br />

anbietet. Das Gute-Laune-<br />

Grün ist ansteckend und die<br />

wechselnde Dekoration immer<br />

ein Feuerwerk. Wie das Bild<br />

von einem Stier-Schädel!<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 41


SPECIAL<br />

Handmade<br />

Als ich Barbaras Foto das erste Mal auf dem Titelbild<br />

ihres Kochbuchs gesehen habe, da schoss mir durch<br />

den Kopf: Das bin ja ich! Wirklich, ich sah mal genauso<br />

aus mit kurzen Haaren ...“, sagt Marlene Poley. Und<br />

dann geht das hin und her mit den Gemeinsamkeiten.<br />

Beide sind leidenschaftlich kreativ, Augenmenschen, leben mit ihren<br />

Familien am Ostufer des Starnberger Sees, sie lieben die Natur und ihren<br />

Garten, beide, beide. Eine einzige große Wellenlänge.<br />

Dabei haben sich die Frauen gerade erst kennengelernt. Und zwar auf<br />

Bitte des <strong>SeeMagazin</strong>s: Die eine (bekannte Foodfotografin und Kochbuchautorin<br />

aus Ambach) möge doch bei der anderen (bekannte Bühnenbildnerin,<br />

Accessoire-Designerin und neuerdings auch Gastgeberin zweier<br />

B&B-Apartments in Berg) ein Frühstück inszenieren. So kommt diese<br />

Geschichte ins Rollen.<br />

Barbara Bonisolli steht am Arbeitsblock in der offenen Küche des großen<br />

Poley-Hauses am Hang mit Seeblick und legt den angebratenen Salbei<br />

zum Abtropfen auf ein Papiertuch. Die Rezepte für das Frühstück sind ein<br />

kleiner Vorgriff auf ihr nächstes Kochbuch rund um vegetarische Gerichte<br />

und mit dem Schwerpunkt „Die Ernte haltbar machen“, das im nächsten<br />

Frühjahr erscheinen wird. Der blaubeerblaue Smoothie im dickwandigen<br />

Glas besitzt eine Farbe zum Hinschmelzen, sein satter Geschmack mit<br />

BLAUBEERSMOOTHIE<br />

Zutaten für 1 Glas:<br />

120 g Blaubeeren (frisch oder TK)<br />

1/2 reife Avocado<br />

1 EL Chia-Samen<br />

2 EL Erdmandelflocken<br />

2 EL Bio-Vanillejoghurt<br />

100 ml Buttermilch oder Milch<br />

ZUBEREITUNG:<br />

Frische Blaubeeren gründlich waschen<br />

und in einen Mixbehälter geben. Avocado<br />

etwas zerkleinern und mit den restlichen<br />

Zutaten dazugeben. Mit Pürierstab oder im<br />

Mixer gut mixen. TIPP: Wer es etwas süßer<br />

mag, kann noch 1/2 Banane dazugeben<br />

oder mit etwas Honig nachhelfen. Wenn<br />

man mit Tiefkühlware arbeitet, am Anfang<br />

einen Löffel warmes Wasser beigeben, dann<br />

lassen sich die Beeren leichter pürieren.<br />

Fotos: Studio Bonisolli<br />

42 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


MÜSLI<br />

Zutaten für 4 Portionen:<br />

5 EL grobe Mehrkornflocken<br />

4 EL feine Dinkelflocken<br />

2 EL Chia-Samen<br />

2 TL Leinsamen<br />

2 Orangen<br />

1 Bio-Apfel<br />

1 Banane<br />

250 g Erdbeeren<br />

3 EL Vanillejoghurt<br />

120 ml Milch oder Buttermilch<br />

1 EL Haselnüsse gehackt<br />

1 EL Goji-Beeren gehackt<br />

ZUBEREITUNG:<br />

Alle Flocken und Samen in eine Schüssel geben, mischen und mit wenig<br />

Wasser einweichen. Saft von einer Orange pressen, die andere Orange<br />

schälen und in Spalten schneiden. Bio-Apfel nur waschen und in kleine<br />

Würfel schneiden oder auf einer groben Reibe raspeln. Banane in Scheiben<br />

schneiden, Erdbeeren waschen, entkelchen und vierteln. Das Obst<br />

mit den Milchprodukten zu den Flocken geben und mischen.<br />

Zum Servieren mit gehackten Haselnüssen<br />

und Goji-Beeren bestreuen.<br />

Früchte, Farben, Formen – Genuss,<br />

der über Augen und Herz geht<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 43


SPECIAL<br />

Handmade<br />

SPIEGELEI MIT SALBEI<br />

UND ZIEGENFRISCHKÄSE<br />

Zutaten für 1 Portion:<br />

1 EL Butter<br />

2 frische Eier<br />

8 Blätter Salbei<br />

1 große Scheibe Sauerteigbrot<br />

40 g Ziegenfrischkäse mit Kräutern<br />

(z. B. MERLIN Kräuter-Ziegenweichkäse<br />

aus dem Loht Hof Laden in Münsing)<br />

Salz, Chiliflocken<br />

ZUBEREITUNG:<br />

Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen<br />

und Eier in die Pfanne geben. Wenn das Eiweiß<br />

zu stocken beginnt, den Salbei um die Eier<br />

platzieren, evtl. einmal wenden. Brot knusprig<br />

toasten oder mit etwas Olivenöl in der Pfanne<br />

anbraten. Käse über den Eiern verteilen und<br />

anschmelzen lassen. Zum Servieren die<br />

Spiegeleier auf das geröstete Brot legen,<br />

mit den Salbeiblättern belegen und<br />

mit Salz und Chiliflocken würzen.<br />

Robust fein und raffiniert einfach:<br />

Lebensart mit einem Lächeln<br />

Fotos: Studio Bonisolli<br />

44 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Avocado und Erdmandeln ebenso. Das Müsli hat sein<br />

Shooting schon hinter sich, in Szene gesetzt mit Silberlöffeln<br />

auf einem vom Alter fast weiß gewordenen<br />

Holztisch. Ganz in der Art der Fotografie, wie sie für<br />

Barbara Bonisolli, 46, typisch ist. „In ihren Bildern<br />

schwingt Poesie. Sie sind leicht, emotional und nicht so<br />

konstruiert “, meint die um fünf Jahre ältere Künst lerin<br />

Poley, die bei Regisseuren wie Robert Wilson und<br />

Dieter Dorn assistierte und sich mit Theaterproduktionen<br />

u. a. für Christian Stückl einen Namen als Bühnenund<br />

Kostümbildnerin gemacht hat. An den Kammerspielen<br />

in München zum Beispiel, bei Inszenierungen<br />

des „Jedermann“ in Salzburg oder früher bei Rockkonzerten<br />

von Billy Idol, Ringo Starr oder Stevie Wonder in<br />

New York, und nicht zuletzt bei der Eröffnungsfeier der<br />

Fußball-WM 2006 in der Allianz Arena.<br />

Marlene Poley, geboren in St. Johann in Tirol<br />

und Meisterschülerin von Erich Wonder an<br />

der Wiener Kunstakademie, lebt seit ihrer<br />

Hochzeit am See. Ihr Mann ist gebürtiger Starnberger.<br />

Bis vor einigen Jahren war sie oft unterwegs, hat mit<br />

großen Teams gearbeitet. Planen, Entwerfen, Zeichnen,<br />

Schneidern, Nähen, Schmieden, sie beherrscht das<br />

alles. 2012 gründete die Künstlerin ihr Accessoire-Label<br />

Marlene Poley – handmade in Germany, weil sie sich<br />

zurückziehen wollte aus der Hektik. Seitdem entwirft<br />

und fertigt sie wunderschöne Ledertaschen, Gürtel<br />

mit großen Silberschnallen und Quasten, edle Kissen<br />

in Wildleder und Stoff, vieles mit Ethno-Anklängen,<br />

immer aus fair gehandelten Materialien, sauber gegerbt.<br />

Jedes Stück ist ein Unikat und feine Handarbeit.<br />

Selbst ihr Atelier, ein großer Glas-Pavillon im Vorgarten,<br />

hat sie selbst entworfen und gebaut. Hier türmen<br />

sich Stoffrollen und Leder in allen Farben, Hornknöpfe,<br />

Kordeln, Silberbeschläge und eine kleinen Selektion<br />

an Taschen und Kissen, die es einem schwer machen,<br />

sich zu entscheiden. Ihre Kollektion verkauft die<br />

Designerin über wenige ausgesuchte Läden wie Anne<br />

Geuting – Die schönen Dinge des Lebens in Münsing-St.<br />

Heinrich oder bei allerhand ... in Starnberg.<br />

„Jedes Stück in diesem Haus könnte genauso auch bei<br />

mir zu Hause stehen“, meint Fotografin Barbara Bonisolli<br />

lachend, als sie sich in den beiden B&B-Apartments<br />

umsieht, die Marlene Poley im Erdgeschoss mit<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> 2014 45


SPECIAL<br />

Handmade<br />

BUNTE VIELFALT<br />

Keine Angst vor Farben, Mustermix und lebhaftem Dekor<br />

in den Wohnräumen der B&B-Apartments von Marlene Poley.<br />

Das Schlafzimmer in Naturweiß strahlt lieber Ruhe aus.<br />

Übernachtung: 85 € pro Apartment plus 10 € Frühstück pro<br />

Person. Tel. 0172 815 41 38, Infos zu Accessoires von Marlene<br />

Poley über marlene-poley.de Und zu Barbara Bonisolli<br />

und ihrem Kochbuch „Barbara kocht“ über bonisolli.de<br />

Kunst, Fundstücke<br />

und guter Geschmack<br />

Seeblick für Gäste anbietet. Mit ein oder zwei Schlafzimmern,<br />

einem gemütlichen Wohnraum und Bad. Überall sorgen Trouvaillen<br />

von Flohmarkt-Streifzügen und Reisen für einen farbenfrohen<br />

Mix mit apart bezogenen Kissen und Vintage-Möbeln, bunten<br />

Fellteppichen, liebevoll zusammengestelltem Geschirr und hier<br />

und dort einem großformatigen Bild von der Künstlerin selbst. Im<br />

Laufe der Jahreszeiten verändert sich das Am biente immer wieder.<br />

„Als Mahlzeit biete ich nur Frühstück an, dafür aber wann und so<br />

lange die Gäste es wollen“, erklärt die Vermieterin und die Kochbuchautorin<br />

ergänzt: „Ein gutes Frühstück, das du dir nicht selbst<br />

machen musst, gehört unbedingt zum Wohlfühlfaktor.“ Mit frischen<br />

Lebensmitteln aus der Region und selbst gebackenem Brot.<br />

Und natürlich spielt das Ambiente, überall mit Blick auf den See,<br />

seine Rolle beim Relaxen, dieses ungewöhnliche Farbgefühl, die<br />

spielerische Freude an Mustern und Stoffen, die Individualität, so<br />

ganz anders als in vielen Hotels im Einheitslook. „Wir sind visuelle<br />

Menschen. Ich verstehe Marlene sehr gut, alles lebt, und es ist<br />

immer wieder ein Neustart. Wie die Arbeit im Garten.“ sagt Barbara<br />

Bonisolli. „Ja, es sind die aufmerksamen Beobach tungen, die uns<br />

inspirieren“, stimmt Marlene Poley zu. Natürlich.<br />

<br />

Fotos: Studio Bonisolli<br />

46 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


holzrausch_AZ1_<strong>SeeMagazin</strong>_2014.indd 1 20.03.14 19:01


SPECIAL<br />

Handmade<br />

In guter Nachbarschaft<br />

Ein Unikat ist etwas Besonderes. Ein Werk, das nur<br />

einmal angefertigt wird. Treffender könnte der Name<br />

für die Laden-Galerie in Dießen nicht sein. Denn nicht<br />

nur das Konzept, sondern auch die Produkte im „Unikat“ sind<br />

echte Einzelstücke. Inhaber Michael Ruoff und sieben weitere<br />

Handwerker und Künstler aus der Region präsentieren<br />

hier ihre Arbeit. Und bieten auch für Gast-Kreative immer<br />

wieder eine Plattform. Obwohl hier Manufaktur aus unterschiedlichen<br />

Bereichen zusammenkommt, verbindet alle die<br />

Freude am Handwerk. Neben originellem Metallschmuck von<br />

Katja Querfeld, gedrechselten Gewürzmühlen und Schalen<br />

von Wolfgang Potocki stehen Keramikschalen von Stephan<br />

Hartmann. Modefans freuen sich über Trachtwerk wie<br />

Schürzen, Tücher, Joppen von Christiane Mühlthaler und<br />

Filz Couture von Trine Pesch. Buchbinderin Fabiola Hoppe<br />

begeistert mit Einzelstücken rund um Bücher und Papier und<br />

Sattlerin Judith Wiegmann fertigt schöne Lederhalsbänder<br />

für unsere vierbeinigen Begleiter. Auch Michael Ruoff ist<br />

Sattler und verarbeitet rein pflanzlich gegerbtes Leder zu<br />

langlebigen Taschen und Gürteln. Wer ein Geschenk oder<br />

einfach Inspiration sucht, für den ist die Laden-Galerie eine<br />

gute neue Adresse.<br />

Marlene Irausek<br />

<br />

WAHLWEISE<br />

Neben wunderschönen<br />

Accessoires rund um Papier<br />

und Buch findet man in<br />

der Laden-Galerie „Unikat“<br />

Lederwaren oder Metallund<br />

Keramikschalen,<br />

Schmuck, Trachtiges und<br />

mehr. Immer Einzelstücke,<br />

immer handgefertigt.<br />

Fotos: Juliane Gregor<br />

48 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


METZGEREI LUTZ, PÖCKING UND TUTZING<br />

Köstliches Handwerk<br />

Herzlichen Glückwunsch!<br />

Die Metzgerei Lutz wurde<br />

von der Gourmetzeitschrift<br />

„Feinschmecker“ als einer der besten<br />

Fleischereibetriebe in Deutschland<br />

<strong>2015</strong> ausgezeichnet. Der gute Grund<br />

dafür: Das gesamte Wurst- und<br />

Fleischsortiment wird nach bewährten<br />

Traditionsrezepten hergestellt<br />

und dabei besonderer Wert auf<br />

den regionalen Kreislauf der Ware gelegt. Eine lokale und<br />

nachhaltige Küche liegt im Trend, und die Frage, wo die<br />

Nahrungsmittel herkommen, wird immer häufiger gestellt.<br />

Leider fehlt dafür oft der Nachweis. Nicht so bei Oliver Lutz<br />

und seinem Team! Das gilt nicht nur für die Tiere, die aus<br />

dem Landkreis Starnberg, Fürstenfeldbruck und Weilheim<br />

kommen, sondern auch für deren Futter, das von den Bauern<br />

selbst produziert wird, garantiert gentechnikfrei. Oliver Lutz<br />

kennt die Bauern seines Schlachtviehs und weiß, wie die<br />

Tiere aufwachsen und gehalten werden. Geschlachtet wird<br />

in der Metzgerei selbst, um den Tieren eine lange Fahrt und<br />

Stress zu ersparen. Zwei Metzgermeister und vier Gesellen<br />

garantieren eine fachgerechte Produktion. Nach der traditionellen<br />

Reifezeit wird das Fleisch mit<br />

qualitativ hochwertigen Zutaten zu Wurst -<br />

köstlichkeiten weiterverarbeitet – ohne<br />

Geschmacksverstärker und ohne Konservierungsstoffe.<br />

Rundum sorgfältige Handarbeit,<br />

und die schmeckt man. Neben der großen<br />

Wurst- und Fleischauswahl bietet der Traditionsbetrieb<br />

die beliebten „Lutz Hausgemacht-<br />

Produkte“: Leberknödel, Maultaschen und<br />

weitere Köstlichkeiten, frisch vorbereitet,<br />

perfekt gewürzt. Von Montag bis Freitag<br />

gibt es zudem einen täglich wechselnden<br />

Mittagstisch. Auch hier kochen Küchenchef<br />

Christian Meisenberger und sein Küchenteam immer mit<br />

ausgewählten Zutaten. Bei Familie Lutz kann man sich darauf<br />

verlassen, dass nur das Beste auf den Teller kommt – garantiert<br />

regional, garantiert 100 Prozent echtes Handwerk.<br />

Metzgerei Lutz<br />

Hauptstraße 26, 82343 Pöcking<br />

Tel. 08157 10 90<br />

Filiale Tutzing: Hallberger Allee 1<br />

82327 Tutzing, Tel. 08158 907 38 88<br />

kulinarisches@metzgerei-lutz.com<br />

www.metzgerei-lutz.com<br />

Advertorial<br />

Wintergarten<br />

Tagung Bar<br />

FIRMENFEST<br />

RESTAURANT<br />

FAMILIENFEIERN<br />

Kulinarisch<br />

Hochzeit<br />

Wein<br />

DINNER<br />

SONNENTERRASSE<br />

Kuchen<br />

Jubiläum<br />

COCKTAILS<br />

Frühstück<br />

Seehotel Leoni · Assenbucher Straße 44 · 82335 Berg am Starnberger See · www.seehotel-leoni.com · info@seehotel-leoni.com · Telefon +49 (0) 81 51 - 50 60<br />

Ein Haus der Privathotels Dr. Lohbeck GmbH & Co. KG · Altmarkt 8 · 58332 Schwelm<br />

043_AZ_Image_A5.indd 1 06.01.15 10:26


SPECIAL<br />

Handmade<br />

Gut in<br />

Form<br />

Mode vom See, das muss<br />

nicht immer Segeltuch<br />

oder Schwimmshorts bedeuten.<br />

Drei Designerinnen<br />

zeigen, was sie kreieren –<br />

in Weßling, Seeshaupt<br />

und Schondorf<br />

TEXT: Stefanie Lehmberg<br />

50 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Fotos: Michael Barth<br />

IM DETAIL<br />

Für den Sommer setzt<br />

Heike Deiters mit ihrer<br />

Modemarke La Perlina auf<br />

Leichtigkeit, viel Leinen und<br />

ein wenig Hippie deluxe.<br />

Die brandneue Kollektion<br />

für den Winter <strong>2015</strong>/2016<br />

schwelgt dagegen in<br />

weichen Kaschmirstoffen<br />

und Seide, bestickt mit<br />

Perlen und Pailletten.<br />

Einen der neuen Mäntel<br />

präsentiert die Designerin<br />

aus Weßling auf dem<br />

großen Foto links selbst.<br />

Das wäre eine gute Günther-Jauch-Frage: Was macht<br />

eine Entwurfsdirektrice? A) Schneiderinnen beaufsichtigen,<br />

B) Schnitte entwickeln oder C) Zielgruppen<br />

definieren. Tatsächlich ist jede Antwort<br />

richtig. Die Entwurfsdirektrice, erklärt ein Studienportal, ist<br />

die Produktentwicklerin der Mode. Sie managt eine Kollektion<br />

von der Idee bis zur Fertigung. Heike Deiters ist gelernte Entwurfsdirektrice,<br />

woraus sich im Laufe der Jahre der Wunsch<br />

entwickelt hat, nicht nur für andere Designer, sondern selbst<br />

Mode zu machen. Seit 2012 entwirft die 52-Jährige unter<br />

dem Label La Perlina Mode, die den Namen Schneiderkunst<br />

verdient. Elegante Sachen, gleichzeitig entspannt und lässig.<br />

Ihre Hosen, Jacken, Mäntel und Oberteile sind wie mit dem<br />

Skalpell zugeschnitten. Die Farbpalette: vor allem Schwarz,<br />

Nachtblau, Weiß und viele Naturtöne.<br />

Zum italienischen Namen kam das Label durch Tochter Alina.<br />

„Sie ist meine Perle. Und da mein Mann Halbitaliener ist, kam<br />

ich schnell auf La Perlina“, erklärt Heike Deiters. Das Risiko<br />

der Selbstständigkeit hätte sie eigentlich nicht auf sich nehmen<br />

müssen. Ihre Karriere konnte sich so schon sehen lassen: Rena<br />

Lange, Escada, Uta Raasch, Kostas Murkudis, alles bekannte<br />

Name in der Modebranche. „Seit ich 14 bin, nähe und trage ich<br />

meine eigenen Sachen“, sagt die Designerin und erzählt, wie sie<br />

ihr Taschengeld mit Jacken im Design antiker Teppichmuster<br />

gestrickt habe, die reißenden Absatz bei den Tennisschülerinnen<br />

ihres Vaters fanden. Heute setzt sie auf perfekte Schnitte<br />

und beste Stoffe. „Ich verwende fast ausschließlich Naturmaterialien<br />

wie Wolle mit Kaschmir, schwere Seide, ganz hochwertiges<br />

Leinen, feine Baumwolle. Und nichts ist gefüttert. Futter<br />

bremst nur, knistert und stört den Schwung“, erklärt sie.<br />

Seit letzter Saison läuft es rund, die Produzenten nehmen ihr<br />

kleines Label endlich ernst. „Jetzt habe ich eine Kollektion<br />

mit 30 bis 40 Modellen pro Saison, genau so wie es mir vorschwebt.“<br />

Und sie wird geordert. In Berlin, Hamburg, München<br />

und bei allerhand ... in Starnberg.<br />

Beim Entwerfen zu Hause in ihrem Atelier am Weßlinger<br />

See hat sie ihre Zielgruppe genau vor Augen: Businessfrau,<br />

entspannt, weiblich, nicht overdressed. „Meine Mode soll<br />

die Ausstrahlung unterstreichen, Sicherheit geben. Weil der<br />

Blusenknopf am richtigen Fleck sitzt. Weil sie sexy ist, aber nie<br />

ordinär. Klassisch, aber nicht spießig.“ Kraft und Anregung<br />

findet sie vor allem in der Natur, beim Segeln, Skifahren und<br />

im dörflichen Weßling. „Wenn ich Zeit habe, bin ich morgens<br />

die Erste am See und abends die Letzte, die heimgeht“, lacht sie<br />

und schüttelt ihre blonden Locken. Und wie geht es weiter mit<br />

La Perlina? „Da weiß ich noch nicht so genau, wohin ich will,<br />

aber ich möchte meine Versprechen halten: keine Massenproduktion<br />

und keine Billig- oder Kinderarbeit. Am schönsten wäre<br />

es, wenn Alina mal in meine Fußstapfen tritt.“ Die kleine Perle<br />

ist inzwischen 22, modelt unter anderem für die Mama und<br />

möchte die Akademie für Mode und Design besuchen.<br />

Aber jetzt hängen erst einmal Heike Deiters’ Sommerlooks<br />

in den Läden – mit viel weißem Leinen, schrägen Schnitten<br />

(dann fällt das Leinen besser), edlen Hosen in modischer<br />

7/8-Länge, Tops mit offenen Säumen und Pailletten für einen<br />

Hippielook mit Luxus-Appeal.<br />

„Seit ich 14 bin, nähe ich mir meine Sachen“<br />

HEIKE DEITERS<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 51


SPECIAL<br />

Handmade<br />

FUNKTION MIT TWIST<br />

Das weiche Funktionsshirt von Dian Flügel aus ihrer<br />

Kollektion Voralpenwerk, das sie gern selbst trägt<br />

(Foto links) besitzt einen Schalkragen, der zur Kapuze<br />

gebunden werden kann. Die schmalen Treggings<br />

machen auch außerhalb des Sports eine gute Figur.<br />

Und sind superbequem.<br />

„Ein Baukasten für<br />

die Komfortzone“<br />

DIAN FLÜGEL<br />

Es war eine bewusste und ziemlich weitreichende Entscheidung,<br />

unsere vierköpfige Familie von München<br />

nach Seeshaupt zu verpflanzen“, sagt Dian Flügel. Ein<br />

Neuanfang auf dem Land, Hausbau am See, Traumrealisierung.<br />

Nur beruflich fühlte es sich für die heute 39-Jährige mit<br />

indonesischen Wurzeln plötzlich so an, als sei sie trotz aller<br />

Vernetzung irgendwie gestrandet. Sie ist in Bremen geboren,<br />

studierte in Hannover und ist die längste Zeit ihres Lebens<br />

durch München gewirbelt. Journalismus, Mode, Public<br />

Relations. „Eigentlich bin ich wurzellos“, lacht sie, „aber auf<br />

gute Art, weil dadurch so viel Unterschiedliches in mir ist.“<br />

Wie bei vielen weckte der See bald auch bei Dian Flügel unerwartete<br />

Energien. „Seeshaupt ist ein superkreativer Platz“,<br />

sagt sie. „Es gibt so viele Selbstständige hier, die tolle Ein fälle<br />

haben und sie auch in die Tat umsetzen.“ Und Dian Flügel<br />

grübelte nach über einen ganz neuen Typ von Funktionsmode.<br />

Sie hatte festgestellt, dass es kaum Kleidung gab, die<br />

ihrem aktiven Lifestyle am See entsprach, nämlich praktisch,<br />

allwettertauglich, für In- und Outdoor, chic und tragbar<br />

von morgens bis abends. Die Marktanalyse war punktgenau:<br />

eine eigene Bedarfsanalyse und die Bestätigung durch<br />

Freundinnen. Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und begann<br />

zu zeichnen. „Klar gibt es schon genug Mode“, sagt<br />

sie, „aber ich entwerfe Basics, mit denen man nicht mehr<br />

nachdenken muss. So schaffe ich Freiräume für die Dinge, die<br />

wirklich wichtig sind.“ Mit handgenähten Musterteilen im<br />

Koffer reist sie dann nach Mursko Scredise in Kroatien, wo sie<br />

in einem kleinen familiären Betrieb produzieren lässt. Jeden<br />

Entwurf vorerst in der minimalen Stückzahl von 250 Teilen,<br />

denn Vertrieb und Finanzierung sind schwieriger als erwartet.<br />

Dabei hat Dian Adhini Flügel mit ihrem 2013 gegründeten<br />

Startup Voralpenwerk die Testphase gut hinter sich gebracht.<br />

Letztes Jahr erreichte ihr Label beim Wettbewerb „Brandnew“<br />

der Sportmesse ISPO die Finalrunde. Das brachte Aufmerksamkeit,<br />

Kunden und neues Selbstbewusstsein. Ihre<br />

kleine aktuelle Kollektion besteht aus Hosen und Longsleeves<br />

aus hochwertigem, naturverträglichem Funktionsmaterial.<br />

Jedes Teil kann allein, aber auch kombiniert – das ist der<br />

Wäsche-Aspekt – unter anderer Kleidung wie Ski- und Regenhosen<br />

oder Oberteilen getragen werden. Das Besondere sind<br />

die dekorativen Details, die man bei Sportkleidung so nicht<br />

kennt. Kleine Schleifen am Ärmel, eine Kapuze, die in Schalspitzen<br />

übergeht und sich apart verknoten lässt. Die Hosen,<br />

Treggings genannt, sind schmal geschnitten, bequem, und in<br />

den klassischen Farben Grau, Schwarz und Blau. Mustershirts<br />

mit Manschetten oder Bubikragen hängen schon in ihrem<br />

Büro an der Stange. „Das wird ein Baukastensystem aus<br />

Basics, eine Komfortzone der Mode. Jedes Teil passt zum anderen,<br />

ergänzt sich wie bei Tupperware.“ Um Marketing,<br />

Vertrieb und Vorauskostenplanung zu optimieren, plant Dian<br />

Flügel jetzt einen Life Crowdfunding Kick-off. Das bedeutet,<br />

dass Investoren sich via Internet an ihrer nächsten Kollektion<br />

beteiligen können. Und sie sich einem jungen Markt direkt<br />

bekannt macht. Moderne Funktionalität eben.<br />

Foto: Sima Dehgani<br />

52 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


LUG, GERETSRIED UND MÜNCHEN<br />

Advertorial<br />

Für sonnige Zeiten<br />

Gibt es etwas Schöneres, als im Garten oder auf der<br />

neuen Terrasse den Sommer zu genießen? Neben<br />

schicken Gartenmöbeln gehört der richtige Wetterund<br />

Sonnenschutz zur perfekten Ausstattung. Wie relevant<br />

Qualität, Technik und Ästhetik bei diesem Thema sind,<br />

weiß das Team der Firma Lug in Geretsried am besten. Hier<br />

werden Sonnenschutzlösungen bewährter Markenhersteller<br />

seit über 50 Jahren angeboten. Und nun auch die stilvollen<br />

Sonnensegel von C4Sun, die in Bayern bei Lug erhältlich sind.<br />

Das Besondere daran: die automatische 3-D-Wölbungstechnik.<br />

Durch die innovative Bauweise<br />

bilden die geöffneten<br />

Segel eine Kuppel, die<br />

einen Wohlfühlraum mit optimalem Schutz vor Sonne und<br />

Regen bietet. Mit Zugmasten aus geschliffenem Edelstahl und<br />

einem mechanischen Zugsystem sind die Highend-Sonnensegel<br />

nicht nur windbeständig, sondern auch ein echter Blickfang<br />

in jedem Garten. Genau das Richtige, um das nächste<br />

Sommerfest mit Funktionalität und Design zu einem echten<br />

Erlebnis für alle Gäste werden zu lassen. Die geschulten Mitarbeiter<br />

von Lug beraten Sie gern, welches Segel am besten<br />

zu Haus und Wünschen passt. Egal ob Trapez-, Rechteck- oder<br />

elliptisches Segel: Dem Sommer voller Sonnen- und willkommener<br />

Schattenseiten steht dann nichts mehr im Wege.<br />

Lug GmbH & Co. KG<br />

Jeschkenstraße 29, 82538 Geretsried<br />

Tel. 08171 51 90<br />

Franziskanerstraße 14, 81669 München<br />

Tel. 089 41 77 63 51<br />

info@lugkg.de, www.lugkg.de<br />

www.c4sun.de<br />

willkommen<br />

mittenwalder strasse 9<br />

82057 icking<br />

deutschland<br />

tel. +49(0) 8178 86787/0<br />

fax. +49(0) 8178 86787/77<br />

info@landhotel-klostermaier.de<br />

www.landhotel-klostermaier.de


SPECIAL<br />

Handmade<br />

TRACHT MIT MODERNE<br />

Mit Originalstoffen und liebevollen Details:<br />

Ein Trachtenrock von Caroline Lauenstein (Foto<br />

rechts) mit ihrem Label Die Rockmacherin<br />

passt perfekt zum Zeitgeist, denn gutes<br />

Handwerk und Wertbeständigkeit liegen im<br />

Trend. Und geht mit T-Shirt oder Janker.<br />

„Ich habe ein Jahr lang durchgenäht“<br />

CAROLINE LAUENSTEIN<br />

Eine Hamburgerin am Ammersee. Klar, denkt man,<br />

sie möchte in Wassernähe leben. Und irrt. Caroline<br />

Lauenstein wollte in Trachtennähe leben. „Ich habe<br />

Tracht schon immer gemocht. Und im Norden gibt’s ja keine<br />

vergleichbare Tradition“, erklärt die 47-jährige Designerin.<br />

Es war dann Glück in der Liebe und eine Gunst des Schicksals,<br />

dass die Maskenbildnerin am Hamburger Thalia Theater<br />

einen Münchner kennenlernte und mit ihm ging.<br />

Das ist nun 15 Jahre her. Das Paar zog nach Schondorf,<br />

zog drei Kinder groß und Caroline Lauenstein arbeitete frei für<br />

Theater, Foto- und Filmproduktionen. Und sie trug Tracht.<br />

Mal Janker, mal Dirndl. Und dann, vor acht Jahren, sollte<br />

es endlich ein Maßdirndl sein, ein Geschenk von der Mutter<br />

zum Geburtstag. „Ich bin schier ausgeflippt“, erinnert sie<br />

sich, „weil ich mich nicht entscheiden konnte.“ Zu groß war<br />

die Auswahl an Modellen, traumschönen Prints und Stoffen.<br />

Nur: Mit dem Traumdirndl kam auch die Ernüchterung.<br />

„So richtig bequem ist ja selbst ein Maßdirndl nicht“, lacht<br />

Caroline Lauenstein. Sie wollte aber jeden Tag Trachtenmode<br />

tragen. „Mir schwebte so etwas wie die Lederhose der Männer<br />

vor, die ist bequem, alltagstauglich und sieht immer gut<br />

aus.“ Das Äquivalent wären Trachtenröcke gewesen. Doch<br />

die fand Caroline Lauenstein zu konventionell. Also setzte sie<br />

sich an die Nähmaschine und entwarf den Rock, der genau<br />

ihren Vorstellungen entsprach – weiblich, formschön, unkompliziert.<br />

Und er sah so aus, als hätte es ihn schon immer<br />

gegeben. Oben hat er eine breite Passe, darunter sorgt ein<br />

nicht zu üppiger Faltenwurf für Bewegungsfreiheit, komplett<br />

zum Hingucker wird der Rock durch den dekorativen Saumabschluss<br />

aus unterschiedlichen Stoffen und die seit liche<br />

Knopfleiste mit Schlaufen. Der „Lauenstein-Rock“ gefiel nicht<br />

nur ihr. Ständig wurde sie angesprochen, von Freundinnen<br />

und Fremden, sie kaufte wie im Rausch Stoffe und nähte und<br />

nähte und nähte … Und wurde „die Rockmacherin“.<br />

Mit ihren ersten Modellen tingelte sie 2013 zum Textilmarkt<br />

in Benediktbeuern. Als eine Modeladen-Inhaberin aus<br />

Oberstaufen dort tatsächlich die erste richtige Kollektion in<br />

Auftrag gab, reifte der Plan. „Ich habe ein Jahr durchgenäht,<br />

Tag und Nacht und jedes Wochenende“, erzählt Caroline<br />

Lauenstein. Mittlerweile beliefert sie 20 Einzelhändler in<br />

Bayern, Österreich und der Schweiz, 40 sollen es werden.<br />

15 bis 20 verschiedene Varianten entwirft Caroline Lauenstein<br />

pro Saison, für jeden Rock werden vier bis fünf unterschiedliche<br />

Stoffe kombiniert, in erster Linie Loden, Leinen, Baumwolle<br />

und Seide. Genäht werden sie in Bayern, die Stoffe<br />

bezieht die Designerin von traditionellen Herstellern. „Ich<br />

kann doch nicht die alpenländische Tracht ins günstige Ausland<br />

karren lassen. Das passt für mich nicht zusammen.“<br />

<br />

Fotos: Sima Dehgani<br />

54 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


ELITE DER<br />

GASTHOF ILKAHÖHE, TUTZING<br />

Advertorial<br />

Die Ilkahöhe im<br />

neuen Gewand<br />

Weit geht der Blick über den Starnberger See bis zu<br />

den Gipfeln der Bayerischen Alpen. Südlich von<br />

Tutzing, auf 728 Metern, liegt der bekannte Gasthof<br />

Forsthaus Ilkahöhe, der nun von Alexandra und Bernhard<br />

Graf geführt wird. Die Eheleute bringen viel gastronomische<br />

Erfahrung mit, führen sie doch seit 24 Jahren das Forsthaus<br />

am See in Possenhofen. 2005 kam Graf’s Essbar in Starn berg<br />

hinzu. Zur Rundumrenovierung und Neueröffnung ab<br />

Ende Juni dieses Jahres, wurde auch das Restaurantkonzept<br />

neu überdacht: Auf der Terrasse wird jetzt serviert, der<br />

Selbstbedienungsbereich im Biergarten bleibt bestehen.<br />

Im À-la-carte-Restaurant im ersten Stock genießt man neben<br />

den Köstlichkeiten das herrliche Panorama,<br />

und in der gemütlichen Stube<br />

im Erdgeschoss werden ausgewählte<br />

Kleinigkeiten angeboten. Marco Sojer,<br />

der bei Bernhard Graf gelernt hat,<br />

übernimmt die Küchenleitung. Das<br />

Konzept: gehobene Küche mit regionalen<br />

Zutaten, zu einem guten Preis.<br />

Das Küchenteam stellt auch Festmenüs für Geburtstage, Hoch -<br />

zeiten und andere Anlässe zusammen. Gefeiert wird im<br />

Forsthaus Ilkahöhe sowieso immer gern – im Moment der dritte<br />

gastronomische Neuzuwachs bei Familie Graf.<br />

Forsthaus Ilkahöhe<br />

Bernhard Graf GmbH<br />

Oberzeismering 2, 82327 Tutzing<br />

Tel. 08158 82 42, Fax: 08158 28 66<br />

info@restaurant-ilkahoehe.de<br />

www.restaurant-ilkahoehe.de<br />

Im Private Banking immer wieder Spitze.<br />

3 x Spitzenklasse!<br />

ELITE REPORT<br />

<strong>2015</strong><br />

VERMÖGENSVERWALTER<br />

DZ PRIVATBANK<br />

„SUMMA CUM LAUDE“<br />

Handelsblatt<br />

Elite Report Edition<br />

Erneute Auszeichnung unseres Partners DZ PRIVATBANK<br />

Auch im Jahr <strong>2015</strong> ist die hohe Beratungsqualität der DZ PRIVATBANK<br />

wieder ausgezeichnet worden. Mit dem Verlag Fuchsbriefe, dem Magazin<br />

Euro und dem Elite Report bescheinigten gleich drei unabhängige Prüfinstitute<br />

dem genossenschaftlichen Private Banking eine konstant hervorragende<br />

Qualität in ihren Tests. Das zeigt, dass wir Genossenschaftsbanken<br />

im Geschäftsfeld Private Banking erfolgreich und besser arbeiten als viele<br />

unserer Mitbewerber und unseren Kunden ein ausgezeichnetes VR-Private-<br />

Banking anbieten.<br />

Dirk Setzler<br />

Leiter Private Banking<br />

Tel.: 08151 95962-20<br />

Michaela Pischetsrieder<br />

Certified Financial Planner<br />

Tel.: 08151 95962-12<br />

VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg eG<br />

Börsencenter, Hauptstraße 21, 82319 Starnberg<br />

vrbank@vrsta.de, www.vrsta.de<br />

Andreas Uffelmann<br />

DIN-gepr. privater Finanzplaner<br />

Tel.: 08151 779-126<br />

Unser VR-PrivateBanking basiert auf genossenschaftlichen Grundwerten.<br />

Nähe, Vertrauen, Leistungsstärke, Qualität und Nachhaltigkeit geben Ihnen<br />

das gute Gefühl, Ihr Vermögen bei der VR Bank Starnberg-Herrsching-<br />

Landsberg eG in sichere und kompetente Hände zu legen. Denn Ihr Vermögen<br />

verdient ein Höchstmaß an Kompetenz, Erfahrung und individueller<br />

Beratung. Und weil wir wissen, dass unsere Kunden sich gern an Menschen<br />

wenden, denen sie vertrauen, legen wir großen Wert auf den persönlichen<br />

Kontakt und individuelle Lösungen.<br />

Setzen Sie auf das Know-how und die langjährige Erfahrung, die Ihrem<br />

Vermögen in bewährter Qualität eine sichere Heimat geben.<br />

Für Sie vor Ort – alles aus einer Hand!<br />

VR Bank<br />

Starnberg-Herrsching-Landsberg eG


SeeRiesen<br />

BESCHÜTZT<br />

Ein Waldkauz bewacht im Bernrieder<br />

Park einen Uralt-Baumstumpf.<br />

Totholz? An und in ihm krabbelt und<br />

lebt und wächst und sprießt es!<br />

Der Methusalem-<br />

Schatz<br />

Mächtig, herrlich, uralt. Am Südwestufer des Starnberger Sees<br />

findet man betagte Baumriesen von seltener Schönheit und<br />

außergewöhnlichem Wert für Natur und Leben. Diese Bäume zu<br />

schützen und ihre Bedeutung aufzuzeigen, hat sich die Initiative<br />

„Bernrieder Vorsprung“ zur Aufgabe gemacht. Ein Zukunftsprojekt<br />

TEXT: Christine Schulz<br />

56 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Foto: Kurt Zeimentz<br />

Statt ihre grüne Krone in 25 Metern Höhe im<br />

Wind zu wiegen, ragt von der 200 Jahre<br />

alten Buche nur noch ein sechs Meter hoher<br />

Stamm in den Himmel. Olga, von der niemand<br />

so recht weiß, wie die Baumriesin zu<br />

diesem Namen kam, war für viele Besucher<br />

ein Liebling unter den herrlichen Methusalembäumen im<br />

Bernrieder Park. Man verabredete sich hier, jeder wusste,<br />

was gemeint war, wenn es hieß: „Wir treffen uns bei Olga!“<br />

Als die Buche 2006 wegen angeblich mangelnder Sicherheit<br />

und Gefahr für Spaziergänger von Amts wegen gefällt<br />

werden sollte, schmückten ihre Freunde sie mit roten Herzen<br />

und bunten Bändern. Auch die Umweltaktivisten Christina<br />

und Klaus Voormann (siehe auch SeeGespräch S. 24), wollten<br />

den Baum retten. Aus eigener Tasche finanzierten sie Sachverständigen-Gutachten<br />

und Schalltomographien. Das Ergebnis:<br />

Trotz Brandkrustenpilz am Stamm hätte man die alte<br />

Buche durch gezielte Baumpflegemaßnahmen am Leben<br />

erhalten können – ohne dass sie jemanden gefährdet hätte.<br />

Aber als die Männer mit der Säge wieder abrückten, ähnelte<br />

der Rest der Buche einem Marterpfahl. Und doch wurde<br />

Olgas Schicksal zur Chance für die Natur. Weil sich seitdem<br />

noch mehr engagierte Bürger mit den grünen Riesen<br />

in ihrem Dorf befassen. Als 2008 der UN-Umweltgipfel zur<br />

biologischen Vielfalt in Bonn stattfand, reifte Christina<br />

Voormanns Plan. Das damals verabschiedete „Übereinkommen<br />

zur biologischen Diversität“ besagt nämlich, dass<br />

Natur dort besonders zu schützen sei, wo sie vielfältigen Tierund<br />

Pflanzenarten Lebensraum bietet. „Trifft das nicht<br />

auch auf unsere Methusalembäume im Bernrieder Vorsprung<br />

und ihre Lebensräume zu?!“, fragte sie sich.<br />

Was bergen die betagten Riesen in Rinde, Stamm, Geäst und<br />

großräumigem Wurzelraum? Das sollte man näher untersuchen.<br />

Nach dreijähriger Vorarbeit wurde das BayernNetz-<br />

Natur-Projekt „Bernrieder Vorsprung-Baumriesen, Natur -<br />

erbe und Artenvielfalt am Starnberger See“ offiziell gestartet.<br />

Der Begriff „Methusalem“, benannt nach dem biblischen Vorfahr<br />

Noahs, wird mittlerweile bei Eichen und Buchen sogar<br />

von offiziellen Institutionen verwendet, wenn sie in Brusthöhe<br />

mindestens drei Meter Umfang bzw. 90 Zentimeter Durchmesser<br />

besitzen. Weist der Baum noch eine Mulmhöhle auf,<br />

dann wird er in einigen Staatsforsten zum „Biotopbaum“<br />

erklärt. In beiden Fällen sollte der Baum aus der Forstwirtschaft<br />

herausgenommen werden und „darf in Würde sterben“.<br />

In der Fachsprache nennt man das Prozessschutz. Das<br />

Ziel der Projektgruppe „Bernrieder Vorsprung“ ist es nun,<br />

den Schutz und Erhalt der wertvollen Uralt-Bäume wegen<br />

ihrer hohen Biodiversität zu gewährleisten. Das Südwestufer<br />

des Starnberger Sees zwischen Höhenried und Seeseiten ist<br />

außergewöhnlich reich an Methusalembäumen. Die Arbeit<br />

hat inzwischen bundesweit Pilot- und Vorbildfunktion. Allein<br />

auf dem Landsporn, der in Bernried in den See hinausragt<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 57


SeeRiesen<br />

MEHR ALS<br />

500 ARCHAISCHE<br />

BAUMRIESEN<br />

STEHEN AUF DEM<br />

LANDSPORN,<br />

DER IN BERNRIED<br />

IN DEN SEE RAGT.<br />

58 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


BEWUNDERT<br />

Muss man angesichts solcher Giganten wie der Methusalem-Eiche<br />

noch fragen, worin der Wert des Naturschutzes besteht? Es scheint<br />

so. Wie die Arbeit des Projekts „Bernrieder Vorsprung“ beweist.<br />

Entspannt modernisieren<br />

Von der Beratung bis zur Baukoordination<br />

Fotos: Klaus und Christina Voormann (2)<br />

und nach dem sich die für das Projekt zuständige Trägergemeinschaft<br />

benannt hat, stehen mehr als 500 dieser archaischen<br />

Bäume. Etliche sind über 300 Jahre alt, einige sogar<br />

wesentlich älter. So zählt die alte Hofgut-Eiche mehr als<br />

600 Jahre. „Der Altbaum- und Totholzbestand am Bernrieder<br />

Vorsprung besitzt einen Artenreichtum von bundesweiter<br />

Bedeutung. Diesen Naturschatz müssen wir gemeinsam erhalten“,<br />

erklärte Ministerin Melanie Huml, damals noch Umweltstaatssekretärim,<br />

als sie im März 2011 der Projektgruppe<br />

„Bernrieder Vorsprung“ den Förderbescheid des Bayerischen<br />

Naturschutzfonds überreichte. Die Umsetzung und restliche<br />

Finanzierung des Projekts übernimmt die Trägergemeinschaft<br />

bestehend aus der Gemeinde Bernried als Geschäftsführer,<br />

dem Landkreis Weilheim-Schongau, der Wilhelmina-<br />

Busch-Woods-Stiftung, dem Bund Naturschutz sowie den<br />

Projektinitiatoren Christina und Klaus Voormann. Unter der<br />

fachlichen Beratung der Naturschutzbehörden der Regierung<br />

von Oberbayern konnte man endlich beginnen, die herrlichen<br />

Baumriesen näher unter die Lupe zu nehmen und ökologische<br />

Maßnahmen umzusetzen. Über 230 uralte Habitatbäume<br />

wurden seitdem kartiert, davon allein im nördlichen<br />

Teil des Bernrieder Parks mehr als 100 Prachtexemplare.<br />

Welche Flechten, Moose und Pilze wachsen in und unter ihnen?<br />

Welche Käfer, anderen Insekten, Vögel und Säugetiere leben<br />

dort? Wie sieht das Umfeld aus? Welchen Einfluss haben<br />

Bodenverdichtung und landwirtschaftliche Eingriffe wie das<br />

Ausbringen von Gülle? In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern,<br />

Ökologen, Biologen und Mykologen (Pilzforschern)<br />

wurde alles untersucht und erfasst und Öffentlichkeitsarbeit<br />

betrieben, um auf Schönheit und Wert dieses Naturschatzes<br />

aufmerksam zu machen. Beim ersten Bernrieder Fachsymposium<br />

im letzten Jahr wurden beeindruckende Ergebnisse<br />

vorgestellt, Experten-Workshops durchgeführt und mit<br />

Vertretern des Bundesamts für Naturschutz, der Regierung<br />

von Oberbayern und Wissenschaftlern diskutiert.<br />

Denn: In den Baumriesen und deren Totholz wimmelt es<br />

nur so von Leben. Spechte, Käuzchen, Baummarder, Siebenschläfer<br />

und 16 der 24 in Bayern heimischen, streng geschützten<br />

Fledermausarten fühlen sich hier wohl. In Spalten,<br />

Als Familie Brandstetter vor einem Jahr beschloss,<br />

ihre Wohnung zu modernisieren, hatte sie keine<br />

Vorstellung davon, wer die umfassenden Renovierungsarbeiten<br />

durchführen sollte. Klar war nur, was<br />

sie wollten: Eine neue Einbauküche inklusive Elektroinstallationen,<br />

Fußbodenheizung und Parkett in<br />

allen Räumen, einen schöneren Eingangsbereich.<br />

Und natürlich musste die gesamte Wohnung tapeziert<br />

und gestrichen werden.<br />

„Da war es ein Segen, dass uns Freunde die Schreinerei<br />

Pfisterer aus Starnberg-Farchach empfahlen“,<br />

erzählt Sabine Brandstetter. „Die versprechen ‘Entspannt<br />

modernisieren’ – und halten das auch!“<br />

Tatsächlich stellte die Schreinerei Pfisterer alle<br />

Handwerker und übernahm neben den Schreinerarbeiten<br />

die komplette Koordination der Baumaßnahmen.<br />

„Unsere Kunden schätzen diesen Service ebenso<br />

wie unsere Fachberatung zu Raumgestaltung, Farbund<br />

Stilgebung“, erklärt Rupert Pfisterer, Schreinermeister<br />

und einer der drei Geschäftsführer.<br />

Für die Brandstetters lief der Umbau wirklich entspannt<br />

ab. „Wir freuen uns schon auf das nächste Mal<br />

– denn zu Renovieren gibt es bei uns immer etwas!“<br />

‘Entspannt modernisieren’ – zum Festpreis, zum<br />

Fixtermin und in bester Qualität!<br />

Nikolausstraße 4 82335 Berg Tel. 08151.650 59-0<br />

www.schreinerei-pfisterer.de


SeeRiesen<br />

BEHÜTET<br />

„Eine Eiche beherbergt und ernährt<br />

bis zu 1000 verschiedene Insekten-,<br />

Vogel- und Säugetierarten“, erklärt<br />

Christina Voormann (rechts). Wie<br />

auch die berühmte Wotanseiche<br />

im Bernrieder Park. Unten: Peter<br />

Schmeller bei der Baumpflege.<br />

Rissen, unter aufgebrochenen Borken,<br />

in Mulmhöhlen krabbeln und kriechen über<br />

200 Arten „xylobionter“, also holzbewohnender<br />

Käfer, davon etliche „Urwald-<br />

Relikte“, die fast ausgestorben sind. Wie<br />

der „Eremit“ oder Juchtenkäfer (den wir<br />

auch aus der Diskussion um „Stuttgart 21“<br />

kennen) oder der „Feuerschmied“.<br />

Mit den Gängen, die Käfer und Insekten<br />

ins Holz fressen, und dem Mulm, den<br />

sie dabei produzieren, schaffen sie dann<br />

wiederum die Lebensgrundlage für Hautflügler, Wespen,<br />

Hornissen, Holz- und Rindenfresser, Holzpilz besiedler,<br />

Baumsaft lecker und Höhlenbrüter. Heute gilt der Bernrieder<br />

Vor sprung als einer der hochwertigsten Lebens räume für<br />

xylobionte Krabbel tiere in Bayern. Und, was ebenso wert voll<br />

ist: Die alten Bäume sind ein Guckloch in die Zeit vor unserer<br />

Zeit und eröffnen, wenn man sie denn bewahrt, der Vergangenheit<br />

eine Zukunft.<br />

Allein im Umfeld der mächtigen „Wotanseiche“ haben sich<br />

außerdem rund 200 Pilzarten angesiedelt – drei davon<br />

wurden hier erstmals in Bayern entdeckt. Rund 1500 Großpilzarten<br />

gibt es insgesamt auf der Landzunge. Mit so<br />

illustren Namen wie Sternsporiger Laubtrüffel, Rundsporiger<br />

Täubling oder Zunderschwamm. Die Pilze leben in enger<br />

Symbiose mit den Bäumen. Sie ernähren sich von Zuckerstoffen,<br />

die bei deren Fotosynthese entstehen, die Holz-<br />

ALLEIN AN DER<br />

WOTANSEICHE<br />

HABEN SICH RUND<br />

200 PILZARTEN<br />

ANGESIEDELT –<br />

ZUM GUTEN FÜR<br />

ALLE LEBEWESEN.<br />

gewächse wiederum von den durch die Pilze in Wasser<br />

gelös ten Nährstoffen. So hilft eins dem anderen, ein intelligenter<br />

Kreislauf, wenn er nicht zerstört wird.<br />

Ein Baum wird bislang nach zwei Kriterien erfasst: seinem<br />

wirtschaftlichen Wert und seiner Verkehrssicherheit.<br />

Gemeinsam mit Ökologen, Förstern und Baumexperten entwickelte<br />

das Projekt „Bernrieder Vorsprung“ ein ganz<br />

anderes Modell, das sich ausschließlich mit der „Baumpersönlichkeit“<br />

im Sinne der Biodiversität, der Vielfalt befasst.<br />

Eine ganz neue Form der Bestandsaufnahme unter baumökologischen<br />

Aspekten. Denn ohne Methusalembäume, so viel<br />

ist längst sicher, würde vielen uralten Tier-, Pflanzen- und<br />

Pilzarten das Überleben erschwert. Und die Arbeit trägt bereits<br />

erste Früchte. Baumpfleger holen sich Rat am Starnberger See,<br />

um zum Beispiel gefährdeten Arten durch ihre Arbeit nicht<br />

zu schaden. Denn das kann seit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes<br />

nicht nur teuer werden, sondern sogar<br />

strafrechtliche Konsequenzen haben.<br />

Mit ihrem Engagement möchten Christina<br />

Voormann und ihre Projektkollegen den<br />

Baumpflegern, Behördenvertretern, Waldbesitzern<br />

und Baumeigentümern mit einem<br />

Methusalem im eigenen Garten helfen.<br />

„Wir sind dabei, eine Ratgeberfibel zu entwickeln,<br />

woraus man erkennen kann,<br />

ob gefährdete Arten in den Bäumen leben.<br />

Denn zu deren Schutz sind sie verpflichtet.“<br />

erklärt Christina Voormann. Mehr Aufmerksamkeit<br />

für die uralten Bäume soll<br />

geweckt werden. Zum Beispiel so: Am Parkplatz<br />

des Buchheim Museums wurde 2011 eine uralte Eiche<br />

von einem Blitz gespalten. Die Projektgruppe verhinderte,<br />

dass dort „aufgeräumt“ wurde. Stattdessen legte sie in<br />

Kooperation mit dem Buchheim Museum eine „Biotop-Insel“<br />

rund um die bizarren Baumreste an, ließ dazu noch mehr<br />

Totholzstämme der Seefelder Eichenallee hinschaffen und<br />

pflanzte blühende Gehölze. So entstand dort ein lebendiges<br />

Schaubild. Jeder kann sehen und studieren, was mit und in<br />

einem alten Stück Holz passiert. Zusätzlich gibt es Informationstafeln<br />

und Broschüren.<br />

Und was wurde aus Olga, von der nurmehr ein Marterpfahl<br />

übrig blieb? Ein Grünspecht hat hier sein Zuhause gefunden,<br />

seltene Pilze besiedeln ihren Stamm, im zerfallenden Holz<br />

leben inzwischen viele streng geschützte Urwald-Relikte und<br />

Käferarten. Sie ist heute einer der wertvollsten Biotopbäume<br />

im Bernrieder Park.<br />

<br />

Fotos: Gerhard Schubert (1), Christina Voormann (2)<br />

60 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


MY SOUND, STARNBERG<br />

Großer Klang mit Ambiente<br />

Die Wand ist mit Holzschindeln aus Weißtanne verkleidet,<br />

der Raum wirkt warm, und man möchte es<br />

sich auf dem Sofa gleich gemütlich machen. Und<br />

dann ist da dieser Sound, die Klangtiefe, die einen gefangen<br />

nimmt. Dabei fallen einem der riesige 67-Zoll-Bildschirm<br />

von Samsung und die Lautsprecher erst auf den zweiten Blick<br />

auf, weil sie sich perfekt in die Wand integrieren. So stil -<br />

voll sieht also eine Heimkino-Lösung im Konzept-Showroom<br />

von My Sound in Starnberg aus. Oder die Überraschung im<br />

nächs ten Showroom: Fast lautlos fährt ein Bild an der Wand<br />

nach oben, angetrieben durch eine lautlose Motorkonstruktion.<br />

Dahinter verbirgt sich ein 55-Zoll-<br />

Plasma-Fernseher, die Lautsprecher<br />

links und rechts verschwinden<br />

optisch beinahe, weil sie genau im<br />

Farbton der Wand gehalten sind.<br />

Die Spezialboxen werden über einen<br />

flachen Streamer-Verstärker von<br />

Devialet angetrieben, der wiederum<br />

in Silber wie ein Designobjekt wirkt.<br />

Und weil die Sessel in demselben<br />

Leder wie die Konsole des Verstärkers<br />

bezogen sind, wird aus allem ein harmonisches Interior.<br />

Hier stört kein Kabel den Blick, der Raum ist ein edles Wohnzimmer,<br />

das sich auf Wunsch in ein Heimkino verwandelt.<br />

Ohne Einbuße durch unschöne Technik. Diese Details sind<br />

die Stärke von My Sound. Geschäftsführer Wolfgang Linhard<br />

vereint in seinem Wohnraumstudio perfekte Raumakustik,<br />

High-End-Technik und ein stimmiges Wohnambiente, das<br />

auch den anspruchsvollsten Kunden zufriedenstellen kann.<br />

Zusammen mit Einbauspezialisten und Akustik-Profis erstellt er<br />

individuelle Konzepte für den idealen Klang. Linhards Konzept:<br />

Wir wollen keine Produkte, sondern Lösungen anbieten.<br />

Das sollen die Besucher des Showrooms<br />

auch direkt vor Ort bei Events<br />

kennenlernen. Bei inspirierenden<br />

Gesprächen auf der Terrasse kann<br />

man sich beraten lassen und den<br />

außergewöhnlichen Sound der<br />

speziellen Gartenlautsprecher in<br />

entspannter Atmosphäre direkt<br />

erleben. Zum Beispiel parallel zur<br />

High End, der Spezialmesse für<br />

Unterhaltungstechnik vom 14. bis 17. Mai in München.<br />

Im My Sound-Showroom wird dazu bei einer exklusiven Verkostung<br />

biodynamischer Weine das Neueste aus Sound und<br />

Hightech und das Mediacraft Outdoor High End vorgestellt.<br />

MY SOUND<br />

Würmstr. 4, 82319 Starnberg<br />

Tel. 08151 998 22 61<br />

info@my-sound.net<br />

www.my-sound.net<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 61


SeeTipps KÖSTLICH<br />

1<br />

3<br />

2<br />

hre<br />

4<br />

5<br />

Genussplätze<br />

Gemeinsam eine Brotzeit machen, Bier verkosten, Kuchen schlemmen<br />

oder sogar festlich dinieren. Hier amüsiert man sich köstlich<br />

1 MIT RAFFINESSE<br />

Ganz frisch: Erst Anfang des Jahres<br />

hat Konditormeisterin Elena Wupper<br />

ihre Pâtisserie Süsser Zauber in<br />

Starnberg eröffnet. Hier verwöhnt<br />

sie nun ihre Gäste mit selbst<br />

gemachten Törtchen, Teegebäck,<br />

Pralinen und feinen Desserts<br />

im französischen Stil. Délicieux!<br />

www.suesser-zauber.com<br />

2 MIT HANDWERK<br />

Gerade kleine Brauereien bieten<br />

oft ganz besondere Biere, weil handgebraut.<br />

Wie das Craft Bräu in<br />

Dießen. Hier teilen Claus Bakenecker<br />

und Dr. Martin Hug eine große<br />

Brau-Leidenschaft. Und mit uns ihr<br />

geschmackreiches Bier. Probieren<br />

kann man das süffige Gebräu in der<br />

„CineBar“ und im Seekiosk in<br />

Dießen. Außerdem zum Abholen an<br />

Schanktagen in der Mühlstraße 12.<br />

www.craft-braeu.com<br />

3 MIT ANMELDUNG<br />

Das Konzept der Supperclubs ist vor<br />

allem in Großstädten wie New York,<br />

London und Berlin schon seit einiger<br />

Zeit ein Riesenvergnügen. Jetzt holen<br />

drei Hobbyköchinnen den Trend<br />

an den Ammersee. Miss Ginger, Miss<br />

Anise und Miss Cayenne, so ihre<br />

Künstlernamen, zaubern bei sich zu<br />

Hause feine Menüs für geladene<br />

Gäste. Auch Sie können mitgenießen,<br />

wenn Sie sich anmelden unter<br />

www.secretsupperclub.de<br />

4 MIT JUBILÄUM<br />

Happy birthday! Dieses Jahr feiert<br />

das Café Frühtau in Berg den<br />

10. Geburtstag. Untergebracht im<br />

ältesten Bauernhaus des Orts, werden<br />

hier selbst gebackener Kuchen<br />

und hausgemachte Köstlichkeiten<br />

serviert. In der Boutique darf<br />

man auch am Wochenende stöbern.<br />

www.cafe-fruehtau.de<br />

5 MIT GESCHICHTE<br />

Der Gasthof Zum Altwirt in Münsing<br />

an der Hauptstraße wurde 1721<br />

erstmals urkundlich erwähnt.<br />

Familie Großmann führt den Gasthof<br />

nun in dritter Generation.<br />

Frisch renoviert zeigt er sich mit<br />

neuer Theke und offener Küche.<br />

Foto: 5 H.P. Höck<br />

62 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

SCHLOSSGUT OBERAMBACH, MÜNSING<br />

Naturgesund<br />

Meist sind es die einfachen Dinge,<br />

die uns glücklich machen: eine<br />

wunderschöne Landschaft, freie<br />

Zeit im Einklang mit der Natur, gutes Essen,<br />

Räume, in denen wir uns zu Hause fühlen<br />

und bei uns selbst ankommen. All das bietet<br />

das Schlossgut Oberambach. Das Anwesen<br />

liegt auf einer Anhöhe am Ostufer des Starnberger Sees<br />

wie ein Postkartenmotiv. Hier oben spürt man, was „naturgesund“<br />

bedeutet. Luxus und ökologisches Bewusstsein sind<br />

stilvoll miteinander verwoben. Denn naturgesundes Leben<br />

und nachhaltiges Genießen sind die Grundpfeiler des Hauses<br />

und werden sinnenfreudig zelebriert. Die Natur ist eine Kraftquelle<br />

bei der Bewegung an der frischen Luft. Beim Spazierengehen,<br />

auf Wanderungen, bei Fahrradtouren – Letztere<br />

auch mit „eingebautem Rückenwind“ in Form eines E-Bikes.<br />

Das Schlossgut ist eine Einladung, sich wieder mit sich selbst<br />

zu befreunden. Auf einer sonnenwarmen Bank sitzen, die<br />

Augen schließen und den Klängen der Natur lauschen:<br />

dem leisen Rauschen des Windes, dem Plätschern unten vom<br />

See. Es gibt wenige Orte, wo man sich so von der Schön -<br />

heit der unverfälschten Landschaft verzaubern lassen kann.<br />

Hier seinen Urlaub zu verbringen, bedeutet<br />

Entschleunigung von der ersten Minute an.<br />

Die Erholung reicht lange ins Alltagsleben<br />

hinein, wenn sich der Gast vom Vitalzentrum<br />

unterstützen lässt. Was könnte behaglicher sein, als sich beim<br />

Yoga seine Beweglichkeit zurückzuerobern? Oder sich durch<br />

die kundigen Griffe der Masseurin die Muskulatur lockern<br />

zu lassen? Eine Wohltat mit warmen, traditionellen Ayurveda-<br />

Ölen und der Kraft ausgesuchter Heilkräuter darin. Ein<br />

Besuch im Schlossgut Oberambach ist das ganze Jahr über<br />

naturgesund – für die kleine oder auch mal längere Auszeit.<br />

Biohotel Schlossgut Oberambach<br />

Oberambach 1, 82541 Münsing, Tel. 08177 93 23<br />

info@schlossgut.de, www.schlossgut.de<br />

À-la-Carte-Restaurant Roseninsel:<br />

Fr/Sa/So/Feiertage ab 18.30 bis 20.30 Uhr<br />

Sonn- und Feiertage ab 12.00 bis 14.00 Uhr


SeeTipps KÖSTLICH<br />

1<br />

4<br />

4<br />

5<br />

Beste Zutaten, raffinierte<br />

Gerichte und eine gute<br />

Atmosphäre. Unsere<br />

Auswahl mit Lust auf mehr<br />

BARCELONA · DALA · LEAF · MU<br />

NESTREST · ORBIT · PLAY WITH DEDON<br />

SEAX · SWINGREST · LOUNGE<br />

GROSSE AUSSTELLUNG<br />

MYSOUND GmbH<br />

Würmstraße 4 · 82319 Starnberg<br />

Tel 08151-9982261 · www.my-sound.net<br />

1 MIT LEIDENSCHAFT<br />

Vor zwei Jahren gründete Jens Wenderoth die<br />

Eismanufaktur Leveni. Für seine selbst kreierten<br />

Rezepturen verwendet er nur naturreine<br />

Zutaten, handverlesen. So röstet er die Nüsse<br />

selbst und erntet Pfefferminze im eigenen<br />

Garten. Infos zu Standorten und -zeiten seines<br />

Eismobils in Bernried und Weilheim unter<br />

www.leveni.de<br />

2 MIT MATO<br />

Ein Besuch in Mato’s Fischladen in Herrsching<br />

ist wie Urlaub an der Nordsee – in Bayern. Der<br />

Weltenbummler hat immer einen lockeren<br />

Spruch auf den Lippen, und vor allem verwöhnt<br />

er seine Gäste mit frischen Fischspezialitäten.<br />

Hier kommt der selbst geräucherte Fisch warm<br />

auf die Semmel, und Mama brät den Backfisch.<br />

www.matos-fischladen.de<br />

Fotos: 5 Maximilian Huber


2<br />

3<br />

3 MIT PANORAMA<br />

Das Strandbad Feldafing ist einer der Lieblingssonnenplätze<br />

am See, inklusive Liegewiese und<br />

wunderbarem Blick auf die Voralpen. Dazu gibt<br />

es regionale Spezialitäten, die auf einer von drei<br />

Sonnenterrassen genossen werden können.<br />

www.strandbad-feldafing.de<br />

4 MIT FLAIR<br />

Ab Juni werden im neuen Hofcafé vom Fischermeister<br />

Gastl in Leoni neben Schmankerln<br />

vom Selbstgefischten auch Kuchen nach Omas<br />

Rezept und Kaffee der Rösterei Dinzler serviert.<br />

Das Café mit gemütlicher Atmosphäre lädt zum<br />

Verweilen ein und eignet sich auch für kleine<br />

Feiern. An Sonnentagen kann man im Brotzeitgarten<br />

die Seele baumeln lassen.<br />

www.fischermeister-gastl.de<br />

Ferienwohnungen in Vorarlberg<br />

5 MIT WÜRZE<br />

Nach Engagements in der ganzen Welt fand Rob<br />

Valls, Amerikaner und gelernter Koch, in Bayern<br />

sein Zuhause und gründete die Bavarian Sauce<br />

Company. Für seine Würzsaucen verwendet er<br />

ausschließlich hochwertige regionale Zutaten<br />

und Rezepte, die vom Barbecue der Südstaaten<br />

und der Karibik inspiriert sind. Mit eigener Note!<br />

www.bavarian-sauce.com


SeeFang<br />

Kalt<br />

erwischt und<br />

heiß geliebt<br />

66 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


ES IST SEINE SCHÖNSTE<br />

STUNDE: MORGENS GEGEN<br />

6 UHR, WENN ER RAUSFÄHRT,<br />

SCHWÄRMT MATTHIAS<br />

SEBALD. ER IST EINER VON<br />

34 FISCHERN AM STARNBERGER<br />

SEE. DIE PASSION DER<br />

SEBALDS BESCHRÄNKT SICH<br />

ABER NICHT NUR<br />

AUF DEN FISCHFANG<br />

Text: Anton Hunger | Fotos: Jan Greune<br />

GUTER MORGEN<br />

Der Spitzenfang für Fischer Sebald<br />

aus Ammerland waren mal<br />

400 Fische, aber es gibt auch Tage,<br />

da zappeln nur zehn bis fünfzehn<br />

Renken in den Reusen.<br />

Der See ist aufgewühlt, die Luft klar. Und es<br />

ist still. Nichts stört den jungfräulichen Tag.<br />

Nichts, bis Matthias Sebald in sein Boot<br />

steigt und den Honda-Viertakt-Motor anwirft.<br />

In der Stille perpetuiert sich das Geräusch<br />

der Maschine in lästigen Lärm. Nur für kurze Zeit. Mit zunehmendem<br />

Abstand vom Bootssteg in Ammerland verflüchtigt<br />

sich das Geknatter. Ein leises Wimmern nur noch.<br />

Dann stellt Matthias Sebald den Motor ab. Er ist angekommen<br />

an der Stelle, an der er am Tag zuvor seine neun Renkennetze<br />

gesetzt hat.<br />

Es soll ein guter Tag werden. 80 Renken hat er an Bord,<br />

wenn er sein Boot im „Unterstand“, wie er die bedachte Anlegestelle<br />

nennt, festmacht. 80 Renken sind der Durchschnittsertrag<br />

am Tag. Manchmal sind es weniger, oft weit weniger.<br />

Manchmal mehr. Sein Spitzenfang waren einmal 400 Fische,<br />

ein seltenes Vergnügen am Starnberger See. „Aber es gibt<br />

auch Tage, da hole ich nur 15 Exemplare heraus“, relativiert<br />

Matthias Sebald seinen einsamen Rekord. Homöopathisch<br />

dosierte Erträge entfallen in der Regel auf die Wintermonate.<br />

Spitzenwerte erzielt er im Sommer, wenn der See mit<br />

Plankton, dem Nahrungsmittel der Renken, nicht geizt.<br />

Und das Wasser spürbar wärmer ist.<br />

Matthias Sebald nimmt die Fische aus. Sein Bruder Sepp hat<br />

den Kalträucherofen bereits eingeheizt. Kalträucheröfen sind<br />

nicht typisch am Starnberger See, aber die Sebalds sind stolz<br />

auf ihre Kunst. In den Kaltrauch kommen nur Filets, die mit<br />

Salz und Zucker behandelt sind und dann bei unter 30 Grad<br />

im Rauch hängen, bis sie ihre geschmackliche Reife erhalten.<br />

„Da schmeckt das Fleisch viel feiner, als wenn der Fisch heiß<br />

geräuchert wird“, sagt Sepp Sebald. Zumal als Brennmaterial<br />

ausschließlich Erlenholz verwendet wird, des Aromas wegen.<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 67


SeeFang<br />

Das Fischerhandwerk, von dem die ganze Familie lebt,<br />

ist die allererste Passion. Und es wird gut und gern gekocht.<br />

DIE FAMILIE<br />

Die Sebald-Geschwister auf dem<br />

Bootssteg in Ammerland. Von<br />

links: Inge, Josef, Fischermeister<br />

Matthias und Erika Sebald.<br />

Heiß geräuchert ist das übliche Verfahren der Fischer am See.<br />

Bei 80 Grad wird der ganze Fisch durchgegart. „Auch gut,<br />

aber eben anders“, bemerkt der Räucherexperte trocken.<br />

Nur ein Teil des Fangs kommt in den Rauch. Der andere Teil<br />

geht an nahe liegende Restaurants oder in den eigenen<br />

Laden, der direkt an der Nördlichen Seestraße in Ammerland<br />

in das Anwesen weist. Ein Blick durch die Glastür offen -<br />

bart die kulinarische Auswahl: Neben frischen Renken und<br />

Zander die kalt geräucherten Exemplare, die Sebald-Spezialitäten<br />

Matjes-Saiblinge, leckere Fischbällchen, bisweilen<br />

auch Hechte, Süßwasseraale oder Brachsen und Rotaugen.<br />

Aber auch Meeresfische und Meeresfrüchte, die aus München<br />

bezogen werden. Über die Saiblingfilets nach Matjes-Art<br />

schwärmte ein Gast im Internet, dass „bei denen jeder japanische<br />

Sushi-Koch neidisch werden würde“.<br />

Der Laden ist der Blickfang an der Seestraße in Ammerland,<br />

der Biergarten aber ein paradiesischer Flecken Wiese. Den<br />

Gast beschirmen im Sommer weit ausladende Äste der Obstbäume,<br />

die mit Äpfel und Birnen voll behangen sind. Die<br />

Kultur des Obstbaus wird im Voralpengebiet nicht sonderlich<br />

gepflegt. Die Sebalds sind da eine rühmliche Ausnahme.<br />

Sepp Sebald öffnet die Tore einer großen Scheune. Ein<br />

Lancia, Baujahr 1972 mit nur 35 000 Kilometern in 43 Autojahren<br />

auf der Achse. Sein Bruder Matthias hat ein Faible für<br />

Oldtimer. Aber der Blick sollte einem anderen Objekt gelten:<br />

ein 40er Schärenkreuzer, 14,75 Meter lang, 2 Meter breit,<br />

3 Tonnen schwer, gebaut von der Hamburger Werft W. von<br />

Hacht im Jahre 1923, komplett in Mahagoniholz, Bootsname<br />

Santa Fe. Ein Prachtstück.<br />

Und dieses Prachtstück hat eine Geschichte. Der<br />

Großvater hatte in seiner Stube ein gerahmtes Foto<br />

hängen. Motiv: ein Schärenkreuzer mit der gut<br />

sichtbaren Segelnummer G 29. Das Boot hatte keine Beziehung<br />

zu der Familie, „dem Opa hat einfach die Aufnahme<br />

gefallen“, sagen die Brüder. Und wie es der Zufall will, entdeckte<br />

Matthias Sebald vor ein paar Jahren exakt dieses<br />

Schiff in einer Halle in Bregenz am Bodensee: „Ein Sechser<br />

im Lotto“, schwärmt der Fischwirtschaftsmeister, der das<br />

ererbte Fischrecht in hart zu erarbeitende Münze umsetzt.<br />

Die Sebalds hatten bereits einen Schärenkreuzer, die White<br />

Lady. Sie konnten sie gut verkaufen und mit dem Erlös das<br />

68 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Anzeige<br />

BARBARA GLASMACHER<br />

INTERNATIONALE SCHULBERATUNG<br />

Die Ausbildung Ihrer Kinder ist die<br />

wichtigste Investition Ihres Lebens.<br />

Interessieren Sie sich für einen Aufenthalt an einem<br />

britischen Internat? Wir beraten Sie gern bei der Wahl<br />

der Schule, die am besten zu Ihrem Kind passt.<br />

Immer mehr deutsche Schüler und Schülerinnen entscheiden<br />

sich für einen Aufenthalt an einer renommierten<br />

Boarding School als Ergänzung zu ihrer Schulausbildung.<br />

Äquivalent aus Bregenz sowie eine Teilrestaurierung<br />

bei einem Bootsbauer in Ungarn finanzieren. Selbst haben<br />

die beiden Brüder auch noch jede Menge an dem Boot<br />

gewerkelt. Matthias war, bevor er seine Meisterprüfung<br />

als Fischer ablegte, Feinmechaniker. Sepp Schreiner.<br />

Beiden war klar, dass nach einer Restaurierung dieses<br />

Boot „ein Schmuckstück“ sein würde. Und das ist es auch.<br />

Den Schärenkreuzer segeln die Sebald-Brüder selbst,<br />

mitunter mit Freunden. „Man muss auf dem Schiff mindestens<br />

zu zweit sein, weil alles ganz traditionell<br />

gebaut ist“, erklärt Sepp, alles werde von Hand bedient,<br />

eine Rollfock etwa gebe es nicht.<br />

Die Santa Fe wird auch nicht ausgeliehen, wie andere<br />

Boote aus der „Fischerei Hofladen“, so der offizielle Name<br />

des Betriebs, weil er zu Zeiten König Ludwigs I. schon<br />

den Hof beliefern durfte. Die Sebalds ergänzen ihr<br />

Geschäft nämlich mit einem „Ruder- und Segelbootverleih“,<br />

um den sich Schwester Erika kümmert: Kieljollen,<br />

ein H-Boot, eine Sailhorse und natürlich Elektround<br />

Ruderboote. Im Sommer brummt der Verleih –<br />

jedenfalls an den Wochenenden. Schwester Inge legt bei<br />

Hochbetrieb ebenfalls Hand an.<br />

Das Fischerhandwerk, von dem die ganze Familie lebt, ist<br />

und bleibt die erste Passion. Und es wird gern und gut<br />

gekocht bei den Sebalds. Die Großmutter war Chefköchin<br />

im Pocci-Schloss, das in unmittelbarer Nähe zum Fischbetrieb<br />

liegt. Und hinterlassen hat sie ein handgeschriebenes<br />

Kochbuch mit Gerichten, die heute in Vergessenheit<br />

geraten sind. Leberpudding etwa. An Kulinarischem mangelt<br />

es jedenfalls der Fischer-Familie nicht.<br />

Matthias Sebald hat seine Netze schon wieder gesetzt.<br />

Und morgen in aller Herrgottsfrüh wirft er seinen Bootsmotor<br />

wieder an.<br />

Ach ja: Die Visitenkarte der „Fischerei Hofladen“ ziert ein<br />

stilisierter 40er Schärenkreuzer. Segelnummer: G 29.<br />

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Ob Mathegenie oder Hockeytalent, ob Überflieger<br />

oder mäßiger Schüler - britische Internate fördern Ihr<br />

Kind ganz nach seinen individuellen Bedürfnissen.<br />

Dabei wird nicht nur Lernen gelernt, sondern auch der<br />

Spaß an der Schule wiederentdeckt. Wer dann noch<br />

die Rugby- oder Tennismannschaft zum Turniererfolg<br />

führt, bei der Theateraufführung glänzt und ganz nebenbei<br />

fließend Englisch lernt, profitiert ein Leben<br />

lang von seinem Internatsaufenthalt.<br />

Noch dazu fördert der Besuch eines britischen Internats<br />

den Blick über den Tellerrand sowie eigenständiges<br />

Denken und Handeln. Nicht zuletzt schließt ihr<br />

Kind Freundschaften mit Schülern aus der ganzen<br />

Welt – die ideale Vorbereitung auf das spätere, zunehmend<br />

globalisierte Berufsleben und eine große, persönliche<br />

Bereicherung.<br />

Wir beraten seit über 20 Jahren Eltern und<br />

Schüler bei der Wahl des richtigen Internats in<br />

Großbritannien.<br />

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INTERNATIONALE SCHULBERATUNGS GMBH<br />

Herzogstraße 60 . D-80803 München<br />

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Theresa und Barbara Glasmacher<br />

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SeeTipps KREATIV<br />

2<br />

3<br />

1<br />

4<br />

Kultur raum<br />

Bilder mit Geschichte, musikalische Erlebnisse und Veranstaltungen<br />

als Inspirationsquelle – Mitmachen unbedingt erwünscht<br />

1 MIT EMOTION<br />

Seine Kunstwesen entstehen oft<br />

unter freiem Himmel: Der Bildhauer<br />

Hans Neumann lebt mit seiner Frau<br />

Maria, ebenfalls Künstlerin, in der<br />

Fasanerie Erletsbach am Ortsrand<br />

von Münsing. Hier entstehen die so<br />

lebensnahen Menschen- und Tierskulpturen<br />

aus Bronze, Keramik<br />

oder Eichenholz, das durch seine<br />

Maserung besonders lebt. Wie bei<br />

der liegenden Dame, die man vor<br />

seinem Atelier bestaunen kann.<br />

2 MIT CHANCE<br />

Die Weilheimer Kunstmesse möchte<br />

Künstlern von 19. bis 21. Juni in<br />

der Stadthalle eine Plattform zur<br />

Selbstvermarktung bieten und<br />

damit gleichzeitig das Interesse<br />

für zeitgenössisches Kunstschaffen<br />

stärken. Mehr als 50 professio -<br />

nellen Künstlern aus allen Bereichen<br />

wird hier nicht nur eine Ausstellungsfläche<br />

gestellt, die zweite Idee<br />

der Kunstmesse ist das Angebot<br />

an Kreative und Besucher, sich direkt<br />

austauschen zu können.<br />

www.kunstmesse-weilheim.de<br />

3 MIT RHYTHMUS<br />

Die unterhaltsame Dokumentation<br />

Bavaria Vista Club über die zeitgenössische<br />

oberbayerische Musikszene<br />

ist ab dem 6. Juni auch auf<br />

DVD zu haben. Sieben Bands und<br />

ihre Musiker beleuchtet Regisseur<br />

Walter Steffen in seinem Film. Zum<br />

DVD-Start gibt es eine Party auf<br />

der Kreutalm über dem Kochelsee.<br />

www.bavaria-vista-club.de<br />

4 MIT HISTORIE<br />

Über 150 Jahre Geschichte verleihen<br />

dem Hotel La Villa in Niederpöcking<br />

ein besonderes Flair.<br />

Gefeiert wird das jetzt mit einem<br />

großen Veranstaltungsangebot.<br />

Darunter: am 3. Juni die „Vollmondserenade“<br />

mit einem Ensemble<br />

der Bayerischen Philharmonie,<br />

am 12. Juli ein Sommertag am See,<br />

dazu Musik und Köstlichkeiten,<br />

oder am 24. September mit der<br />

Lesung aus „Das Kolumnistische<br />

Manifest“ von Axel Hacke.<br />

www.lavilla.de<br />

Fotos: 3 Konzept+Dialog.Medien<br />

70 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


5 MIT ERFAHRUNG<br />

Anregungen für seine Werke findet der 1948 in Planegg<br />

geborene Künstler Bernd Zimmer auf vielen Reisen rund<br />

um die Welt. Neben seiner bedeutenden Landschaftsmalerei,<br />

arbeitet er seit 1985 auch in der Technik des Holzschnitts<br />

wie bei „Im Fluss IV“. www.berndzimmer.com<br />

6 MIT ANZIEHUNG<br />

Claudia Rinneberg aus Dießen macht Schmuck, der Geschichten<br />

erzählt. Ihre Broschen zeigen augenzwinkernd<br />

Momente aus dem Leben, wie dieser „Almauftrieb und<br />

-abtrieb“ mit magnetischen Kühen. www.rinneberg-gestalt.de<br />

5 6<br />

Schule für<br />

zeitgenössischen Tanz und<br />

Ballett in Starnberg.<br />

Moderner Kindertanz, Ballett (RAD),<br />

Modern, Jazz, HipHop, Capoeira,<br />

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Kitty Bothe-Hufnagel<br />

Moosstr. 18 - 82319 Starnberg<br />

T 08151-2681069 - www.neues-tanzen.de


SeeLeute<br />

Heute<br />

geöffnet<br />

Der Kiosk der Seemadames sieht aus wie die<br />

jüngere Cousine der Villa Kunterbunt. Die gute Laune<br />

der Pächterinnen und ihr besonderes Angebot<br />

machen den kleinen Verkaufsstand zu einer Attraktion<br />

Text: Karin Lochner | Fotos: Peter von Felbert<br />

72 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Die Gemeinde Iffeldorf hat das Glück, beides zu<br />

besitzen: ein Naturschutzgebiet und die Osterseen.<br />

Auf der Dorfkirche thront ein Zwiebelturm,<br />

hinter dem man das Alpenpanorama<br />

bewundern kann. Es gibt Pferdeweiden, Wiesen<br />

voller Löwenzahn und spielende Kinder. Iffeldorf ist so<br />

malerisch, als wäre der Ort vom Bayern-Marketing erfunden<br />

worden. Nur einen Flecken gab es, der war, na ja, eher<br />

gewöhnlich. Aber man braucht schließlich auch in Iffeldorf<br />

Parkplätze und öffentliche Toiletten, besonders im Sommer,<br />

wenn Hunderte von Besuchern zu den Badeseen strömen.<br />

Der Kiosk der Seemadames liegt auf dem Weg zu den Osterseen<br />

eben genau an so einem Parkplatz. Dort, wo die Postkartenidylle<br />

pausiert, um kurz Luft zu holen, damit sie einige<br />

Hundert Meter weiter wieder auftrumpft mit Pferdekoppeln<br />

und Moorlandschaft. Dort also, am wenig ansehnlichen<br />

großen Parkplatz hat sich dank der Seemadames<br />

seit Juni letzten Jahres viel geändert. Natürlich parken<br />

Wasserratten hier weiterhin, holen ihre Körbe, Decken<br />

und Luftmatratzen aus dem Auto, um den zehnminütigen<br />

Weg zum See anzutreten. Doch der Parkplatz fällt nicht<br />

mehr so ins Auge. Denn mittlerweile dominieren das<br />

kleine Hexenhäuschen und deren Wirtinnen das<br />

Ambiente. Es hat sich in Windeseile herumgesprochen,<br />

dass Annelie Gerken und Bea Glaß, die neuen Pächterinnen,<br />

einen ausgezeichneten Kaffee auftischen und vorzüglich<br />

backen, kochen und auf Regionalität achten. Dabei sind die<br />

Seemadames, wie sie sich bajuwarisch-französisch nennen,<br />

in einem anderem Metier ausgebildet. Annelie ist Grafikdesignerin,<br />

Bea Fotografin. Die Sandwiches, überhaupt ihre<br />

Kochideen sind verwegen, köstlich und wärmen Leib und<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 73


SeeLeute<br />

TREFFPUNKT KIOSK<br />

Der kleine Verkaufsstand am großen Parkplatz in<br />

Iffeldorf hat sich dank der guten Bewirtung einen Namen<br />

gemacht. Und dass die Seemadames auch an schönen<br />

Tagen im Winter öffnen, rechnen wir ihnen hoch an.<br />

zeige 225x160 .qxp_Layout 1 02.03.15 17:28 Seite 1<br />

74 <strong>SeeMagazin</strong> 2014 | www.seemagazin.de


Statt Leberkässemmel<br />

und Cola gibt es<br />

Strudel, Röstbrot und<br />

Linsensuppe<br />

Seele. Dort ein Eintopf, hier ein warmer Strudel,<br />

drüben ein Aperol Sprizz.<br />

Den Kiosk am Parkplatz gibt es immer schon, aber<br />

früher konnte man nur das Nötigste kaufen. Eine<br />

Dose Cola, eine Leberkässemmel, Süßigkeiten.<br />

Er stand sogar mal einige Monate leer, sagt der<br />

Bürgermeister, in denen sich kein Interessent zur<br />

Geschäftsübernahme finden wollte.<br />

Und heute? Da brummt der Laden selbst im Winter<br />

(noch ein dickes Lob an dieser Stelle für die<br />

neuen Pächterinnen, die Spaziergänger und<br />

Sportler auch an vielen kalten Tagen versorgen!).<br />

Man lässt sich seinen Picknickkorb auffüllen oder<br />

bleibt gleich da, weil die eigenen Kinder mit den<br />

Kindern der Wirtinnen zu spielen beginnen. Reiter<br />

binden ihre Pferde an und holen sich hier eine<br />

Stärkung. Es gibt keinen Gastraum im Inneren,<br />

nur eine Küche, aus der es dampfend, klirrend,<br />

klimpernd kommt. Draußen ist jeder Tisch<br />

besetzt von Leuten, die meistens ein zufriedenes<br />

Lächeln auf den Lippen haben. „Wer Leberkässemmeln<br />

und Cola sucht, ist bei uns falsch“,<br />

schmunzelt Bea Glaß. Stattdessen: vor allem<br />

Selbstgemachtes von der orientalischen Linsensuppe<br />

bis zu den Röstbroten mit Bio-Schweinefleisch,<br />

viele regionale Produkte. Die neuen Wirtinnen<br />

schaffen es, einen Gästemix glücklich zu<br />

machen, wie er unterschiedlicher nicht sein könnte.<br />

Familien, Singles, Jung und Alt. Bei schlechtem<br />

Wetter kommen die Vogelkundler, Hundebesitzer<br />

und Jogger, die Schulkinder. Der Kiosk ist heute<br />

ein Treffpunkt für alle Generationen. Da hat sich<br />

das eigenhändige Renovieren gründlich rentiert.<br />

Jedes Holzbrett ist selbst verlegt. Die Möbel<br />

kommen zumeist vom Flohmarkt, das Geschirr<br />

besteht aus Geschenken von Iffeldorfer Wohnungsauflösungen.<br />

Und die Preise sind niedriger, als<br />

es Begriffe wie „Bio“ und „eigene Zubereitung“<br />

vermuten lassen.<br />

Nach ihren Runden sind zwei schweißgebadete<br />

Joggerinnen wieder da. Sie haben „Cappuccino-<br />

Aktien“ gekauft, um die neue Kaffeemaschine<br />

mit zu finanzieren, und noch ein halbes Dutzend<br />

Kaffeegetränke gut. Weil Wochenende ist, kommt<br />

auch der Bürgermeister mit seiner Familie vorbei.<br />

Er zwinkert den Pächterinnen zu. Er ist zufrieden.<br />

Sein Dorf ist jetzt an jedem Flecken idyllisch,<br />

selbst vor dem großen Parkplatz.


SeeMusik<br />

AUFTRITT<br />

Ihr Bühnendebüt gab Juliane<br />

Banse als Pamina in der<br />

„Zauberflöte“ an der Komischen<br />

Oper in Berlin.<br />

Da war die Dießenerin gerade<br />

20 Jahre alt. Heute tritt die<br />

Sopranistin weltweit auf.<br />

Foto rechte Seite: hier in der<br />

Rolle der Fiordiligi in Mozarts<br />

„Così fan tutte“.<br />

76 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Così<br />

fan tutte<br />

IN MOZARTS „SCHULE DER<br />

LIEBENDEN“ IST JULIANE BANSE<br />

EINE PERFEKTE BESETZUNG<br />

FÜR DIE VERFÜHRERISCHE<br />

FIORDILIGI. DIE SOPRANISTIN<br />

BEZAUBERT IN VIELEN ROLLEN<br />

AUF DEN KONZERTBÜHNEN<br />

DER WELT. ZU HAUSE IST SIE IN<br />

DIESSEN, WO STEFANIE<br />

LEHMBERG SIE BESUCHT HAT<br />

Die Operndiva öffnet die Tür persönlich.<br />

Ungeschminkt, herzlich, präsent, also<br />

so, wie man sich den Einblick ins Privatleben<br />

prominenter Menschen wünscht.<br />

Sie geht voran, treppab in ein Gartenzimmer,<br />

das unübersehbar intensiv bespielt wird. Und<br />

ebenso offensichtlich auf zweierlei Art – von Musikern<br />

und von Kindern. Moderne Kunst an den Wänden,<br />

im Mittelpunkt des Zimmers ein Flügel und Notenständer<br />

in unterschiedlichen Höhen, dazu Antiquitäten,<br />

bequeme Polstermöbel und Spielsachen ohne Ende.<br />

Hier also singt Juliane Banse, wenn sie nicht gerade<br />

auf einer der großen Opernbühnen dieser Welt gefeiert<br />

wird. Zu ihren Glanzrollen gehören die Mozart-<br />

Geschöpfe Fiordiligi in „Così fan tutte“, Donna Elvira in<br />

„Don Giovanni“ und Gräfin Almaviva in „Die Hochzeit<br />

des Figaro“. Mal begeistert sie als gewitzte Rosalinde<br />

in Johann Strauss’ „Fledermaus“, mal in der Hosenrolle<br />

der Zdenka in „Arabella“ von Richard Strauss oder als<br />

verträumte Tatjana in Tschaikowskis „Eugen Onegin“.<br />

Funkelnd, voll, weich und dramatisch sinnlich – wie<br />

Musikkritiker ihren Sopran beschreiben.<br />

Ihr Debüt liegt über 25 Jahre zurück. Als Harry Kupfer<br />

die heute 45-Jährige als Pamina in seiner Inszenierung<br />

von Mozarts „Zauberflöte“ an der Komischen Oper<br />

in Berlin besetzte, studierte sie noch an der Münchner<br />

Musikhochschule. Wobei die Tochter eines Züricher<br />

Chorsängers diese Ausbildung fast widerstrebend<br />

begonnen hatte. Juliane Banse ist eine verhinderte<br />

Ballerina. Das Tanzen war ihre Passion, das Singen ein<br />

Talent, das sie selbst überraschte. Und dann die Führung<br />

übernahm. „Den eigentlichen Kick hat mir dann<br />

meine Lehrerin Brigitte Fassbaender gegeben. Und<br />

zwar, weil sie wirklich jedem abrät, Sänger zu werden.<br />

Mir aber hat sie Mut gemacht.“<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 77


SeeMusik<br />

REICHES REPERTOIRE<br />

Die künstlerische Vielseitigkeit der heute 45-jährigen Sopranistin zeigt<br />

sich in ihrem weiten Rollenspektrum: Im Theater an der Wien trat sie in<br />

Beethovens Oper „Fidelio“ als Leonore auf (ganz links) und in der Partie<br />

der Eurilla in Joseph Haydns „Orlando Paladino“ (links Mitte). In der<br />

Opéra nationale de Lyon sah man Juliane Banse als Gräfin Almaviva in<br />

Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ (Foto oben).<br />

„DIE LIEB‘ VERSÜSSET JEDE PLAGE,<br />

IHR OPFERT JEDE KREATUR“ Pamina in „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart<br />

Nach ihrem erfolgreichen Debüt musste<br />

Juliane Banse, wie jede Sängerin, auf der<br />

Bühne ein zweites Mal erwachsen werden.<br />

Stimme, Stil und Interpretationsfähigkeit<br />

reifen lassen, sich von den klassischen<br />

Mädchenrollen langsam ins Frauenfach entwickeln. Sie hat<br />

ihr Opernrepertoire konsequent ausgebaut, gilt heute als<br />

außerordentlich vielseitig und wird auch als glänzende<br />

Darstellerin geschätzt. Als „Singschauspielerin“ beschreibt<br />

die Musikpublizistin Monika Mertl die Dießener Künstlerin.<br />

Ihre Konzerte und Liederabende, etwa mit den Wiener<br />

und Berliner Philharmonikern, sind Klassik-Highlights.<br />

Dazu kommen Festivalauftritte, Opernfilme, CD-Aufnahmen.<br />

„Ich habe von Rameau bis Holliger einfach alles<br />

gemacht, was so daherkam, wenn es einigermaßen für<br />

meine Stimme gesessen hat“, sagte Juliane Banse in einem<br />

„FAZ“-Interview.<br />

Ihre private Rollenbeschreibung liest sich so: Sopranistin,<br />

Teilzeitstar, Dirigentengattin, Mutter von drei Kindern.<br />

Maskenbild: dunkle, halblange Locken, klare helle Haut,<br />

aufrechte Haltung. Verständlich, dass Juliane Banse 1998<br />

bei der Uraufführung von „Schneewittchen“ in dieser Rolle<br />

das Züricher Publikum im Sturm eroberte. Die Titelrolle<br />

hatte Heinz Holliger ihr auf den Leib geschnitten. Über<br />

das Klischee, dass der Alltag einer Operndiva aus Stimmtraining,<br />

Arien und der 24-Stunden-Pflege von Ego und<br />

Gesundheit besteht, kann Juliane Banse nur lachen. „Keiner<br />

stellt sich vor, wie viel Zeit ich am Computer verbringe,<br />

um mich mit der ganzen Familienorganisation und Logistik<br />

zu beschäftigen.“ Zwei Drittel des Jahres lebt sie am<br />

Ammersee, gut ein Drittel ist sie unterwegs. Am Küchenschrank<br />

hängen ihre Monatspläne, an denen sich alle<br />

orientieren. Das Privatleben muss auch deshalb so minutiös<br />

gemanagt werden, weil der Ehemann Christoph Poppen<br />

ist, ein international nicht weniger gefragter Geigen-Solist<br />

und Dirigent, den München noch als Leiter des Kammerorchesters<br />

in bester Erinnerung hat.<br />

„Die Lieb’ versüßet jede Plage, Ihr opfert jede Kreatur“, singt<br />

Juliane Banse als Pamina. Doch wo bleibt der Glamour, das<br />

künstlerische Entrücktsein im richtigen Leben? „Nur ein<br />

paar Stars kultivieren das noch. Ich wollte nie unter dieser<br />

Käseglocke leben. Ich sage immer: Sängerin zu sein ist ein<br />

harter Beruf, bestenfalls ein ungewöhnliches Leben mit<br />

glamourösen Momenten.“ So einen Diven-Moment durfte<br />

sie 2014 beim Konzert mit den Wiener Philharmonikern in<br />

der Carnegie Hall in New York genießen. Das amerikanische<br />

Publikum jubelte. Und die „New York Times“ schwärmte<br />

von ihrem „dunklen, samtenen Ton“. Oder wenig später<br />

während ihres Engagements an der Metropolitan Opera,<br />

das in Sängerkreisen wie ein Ritterschlag gewertet wird.<br />

In diesem Jahr erfüllen sich weitere Karriereziele: etwa<br />

im Mai die „Fiordiligi“ zum ersten Mal im Gran Teatre<br />

del Liceu in Barcelona oder vom 24. Juli bis 2. August der<br />

Auftritt beim Internationalen Musikfestival Marvão in<br />

Portugal, das sie gemeinsam mit ihrem Mann gegründet<br />

hat. Und nicht zuletzt bei der AmmerSeerenade, wo sie am<br />

30. August ein von Wilfried Hiller eigens für sie komponiertes<br />

Stück zur Uraufführung bringt. Als moderne Diva.<br />

<br />

Foto: Moritz Schell (1)<br />

78 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

LA VILLA, NIEDERPÖCKING<br />

Ein Landhaus<br />

zum Verweilen<br />

Wer im La Villa von der Orangerie aus auf die Terrasse<br />

tritt, kann gar nicht anders, als seinen Blick<br />

bewundernd schweifen zu lassen: hinweg über<br />

das Bootshaus und den Starnberger See bis zur Zugspitze. Im<br />

Tagungs- und Veranstaltungshotel in Niederpöcking nimmt<br />

man sich gerne eine Auszeit vom Alltag, ob bei feierlichen<br />

Anlässen oder auch in kreativen Workshops. Das Haus selbst<br />

besitzt eine aufregende 160-jährige Historie, die mit der<br />

Erbauung durch den Münchner Kaufmann Angelo Knorr im<br />

Jahre 1855 begann. 1987 erwarb Dr. Michael Roever das<br />

stark renovierungsbedürftige Haus, das einst als Teil der<br />

Villenkolonie am Starnberger See im Stil einer italienischen<br />

Landvilla errichtet worden war und eine bewegte, wechselvolle<br />

Geschichte besitzt. Heute befindet sich das herrschaftliche<br />

Anwesen in Besitz der gemeinnützigen Michael Roever<br />

Stiftung. Mit viel Sorgfalt und Aufwand unter der Obhut des<br />

Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege ließ Roever<br />

aus dem historischen Gebäude ein Veranstaltungshotel entstehen,<br />

das 1990 eröffnete. Im Heute angekommen, stellt La<br />

Villa unter der Geschäftsführung von Andrea Roever und der<br />

Direktorin Margarete Schultes verschiedene Räume mit dem<br />

nötigen technischen Equipment für Tagungen zur Verfügung<br />

und garantiert so einen professionellen Ablauf von Konferen-<br />

zen und Meetings. Und selbst den schönsten Tag<br />

im Leben kann man hier am Westufer des Starnberger Sees im<br />

stilvollen Ambiente feiern. Einschließlich Rundum-Sorglos-<br />

Hochzeitsservice vom Menü über Dekoration bis zur Hochzeitstorte.<br />

Ob Geburtstag, Familienfeier oder Jubiläum, das gastliche<br />

Haus mit der feinen Atmosphäre steht offen für jeden<br />

festlichen Anlass. Geburtstag feiert das La Villa in diesem<br />

Jahr selbst gleich doppelt. Nicht nur 160 Jahre Knorr-Schlössl,<br />

auch 25 Jahre La Villa als Hotel sind gute Gründe, um als<br />

Individualgast bei einem Menü im Restaurant (mit Voranmeldung)<br />

oder bei inspirierenden Events das ganze Jahr über<br />

den Charme des Hauses kennenzulernen. In einzigartiger Lage<br />

lassen sich Lesungen, Konzerte oder ein Sommertag voller<br />

kulinarischer und musikalischer Highlights am See erleben<br />

und machen den Besuch zu einem entspannten Kurzurlaub.<br />

LA VILLA<br />

Ferdinand-von-Miller-Straße 39– 41<br />

82343 Niederpöcking<br />

Tel. 08151 770 60<br />

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www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 79


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Wie heißt das Naturprojekt,<br />

das sich um die Artenvielfalt,<br />

das Naturerbe und die<br />

Methusalem-Bäume im<br />

Bernrieder Park kümmert?<br />

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Die Gewinner werden durch Zufall ermittelt. Eine Barauszahlung des Gewinnwerts ist nicht möglich, der Gewinnanspruch ist nicht übertragbar. Die Gewinner sind einverstanden<br />

damit, dass wir ihre Kontaktdaten an den jeweiligen Gewinnspielpartner zum Preisversand weiterleiten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Großes Foto: Peter von Felbert<br />

80 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


DR. MED. UTA BÖSL, STARNBERG<br />

Mehr Praxis<br />

für Frauen<br />

advertorial<br />

Am Ende eines Arztbesuches sind es über<br />

die persönliche Beratung und professionelle<br />

Behandlung hinaus oft ganz<br />

andere Dinge, die in Erinnerung bleiben. Die Freundlichkeit<br />

des Teams, die kurzen Wartezeiten, die vertrauensvolle Atmosphäre,<br />

das ansprechende Interieur. Und genau deshalb<br />

ist es kein Zufall, dass die gynäkologische Facharztpraxis von<br />

Dr. med. Uta Bösl in Starnberg so ungemein beliebt ist, dass<br />

sie sich jetzt vergrößert hat. Und zwar gleich im Nachbarhaus<br />

Maximilianstraße 7. Die neuen Räumlichkeiten mit ihrem<br />

Mobiliar in Hellgrau und Flieder, dem geölten Eichenparkett<br />

und Kristalllüster stimmen sofort positiv. Sie bringen perfekt<br />

zum Ausdruck, wofür Dr. Uta Bösl steht: Gesundheit, Kompetenz,<br />

Stil, Innovation, Sorgfalt, perfekte Organisation und<br />

modernste Technologie. Und sie bieten Platz, um Dr. med.<br />

Anna Rauschenbach, eine neue Kollegin, ins Team zu integrieren.<br />

„Für unsere Patientinnen ist das ein echter Gewinn“,<br />

sagt Dr. Uta Bösl. „Wir sind jetzt an fünf Tagen die Woche<br />

ohne Urlaubs-Lücken bis in die Abendstunden erreichbar. Außerdem<br />

können wir noch individueller das ganze Spektrum<br />

der Medizin für Frauen abdecken.“ Dazu gehören u.a. die<br />

Krebsvorsorge und -nachsorge, eine fundierte Verhütungsberatung,<br />

Schwangerenvorsorge und die Betreuung während<br />

und nach der Menopause. Auch Faltenbehandlungen<br />

mit Botox und Fillern führt die Ärztin mit Expertise durch.<br />

Schwerpunkte bleiben die hochkarätige Ultraschall-Pränatal-<br />

Diagnostik, Präventionsmedizin, naturidentische Hormonsubstitution,<br />

Anti-Aging-Medizin … und selbstverständlich<br />

das seit vier Jahren bewährte Konzept „Von Frau zu Frau“.<br />

Dr. med. Uta Bösl<br />

Maximilianstraße 7<br />

82319 Starnberg<br />

Telefon 08151 746555<br />

www.frauenarztpraxis-starnberg.de<br />

Sprechzeiten:<br />

Mo 8.00-13.00 u. 14.30-17.00<br />

Di 8.00-13.00 u. 14.30-21.00<br />

Mi 8.00-13.00 u. 15.00-19.00<br />

Do 8.00-13.00 u. 14.30-21.00<br />

Fr 8.00-13.00 u. 14.00-16.00<br />

Jetzt<br />

Tickets<br />

sichern!<br />

Kloster Andechs<br />

Tel. (08152) 376-400<br />

München Ticket<br />

Tel. (089) 54818181<br />

und allen angeschlossenen<br />

Vorverkaufsstellen<br />

Starnberg<br />

Tel. (08151) 29341<br />

Buchhandlung Greiner<br />

Astutuli<br />

Musikalische Leitung: Christian von Gehren,<br />

Inszenie rung: Marcus Everding,<br />

Bühne und Kostüme: Claudia Weinhart,<br />

Orchester der Carl Orff-Festspiele Andechs<br />

Der Mond<br />

Musikalische Leitung: Christian von Gehren,<br />

Inszenierung: Marcus Everding,<br />

Videodesign: Raphael Kurig, Thomas Mahnecke,<br />

Kostüme: Christine Gebhardt,<br />

Orchester der Andechser ORFF ® -Akademie<br />

des Münchner Rundfunkorchesters,<br />

Andechser Festspielchor, Kinderchor<br />

der Carl Orff-Volkschule Andechs<br />

Kammerkonzerte<br />

Mit den Akademisten der<br />

Andechser ORFF ® -Akademie des<br />

Münchner Rundfunkorchesters<br />

www.carl-orff-festspiele.de


SeeMannsgarn<br />

Von unten betrachtet<br />

von Thilo Durach<br />

Aufs und beim Segeln gibt es sehr unterschiedliche<br />

Perspektiven. Die des Kapitäns auf die nichtsnutzige<br />

Mannschaft oder die der tüchtigen Mannschaft<br />

auf den faulen Kapitän. Oder die der Zurückgebliebenen<br />

vom Land auf das unruhige Wasser. Bei uns<br />

am See soll es noch eine weitere Perspektive für einen ganz<br />

besonderen Segler geben. Denn wenn stimmt, was die Legenden<br />

berichten, sitzt der Steuermann eines im Sturm untergegangenen<br />

Segelbootes schon seit ewigen Zeiten aufrecht in<br />

seinem Cockpit. Die Hand immer noch an der Pinne, blieb er<br />

bis zum Schluss an Bord und ging ehrenhaft mit dem Boot<br />

unter. Das eröffnet ihm sicher die unglaublichste Perspektive.<br />

Er kennt sich aus da unten, und er sieht die Veränderungen.<br />

Oh, wenn er doch nur eines dieser unzähligen Mobiltelefone,<br />

die diesen dussligen Wassersportlern aus Jackentaschen<br />

und von Handtüchern ins Wasser platschen,<br />

benutzen könnte! Er könnte uns den Unterschied beschreiben<br />

zwischen dem gleichmäßigen Schlag eines<br />

Schaufelrades der eleganten Salondampfer von früher<br />

und dem pfeifenden Geräusch der neuen MS Starnberg<br />

mit ihrem ach so schnittigen Katamaranrumpf.<br />

Ist er ein Befürworter der Elektromobilität? Sehr<br />

wahrscheinlich, denn er mag die Ruhe. Er zieht<br />

das leise Surren der neuen Elektroantriebe dem<br />

fauchenden Motorgeräusch eines 6-Zylinder-<br />

Motors der alten Riva-Boote vor. Er könnte die<br />

neue Ruhe genießen, wären da nicht die Taucher.<br />

Mit einer leichten Schulterdrehung hat er<br />

einen prima Blick auf das Wrack der Josefine.<br />

Jenem Lastkahn, der um 1900 herum voll<br />

beladen mit 22 Tonnen Schieferziegeln vor<br />

der Steilwand in Allmannshausen versank.<br />

Auch er versteht nicht ganz, was<br />

diese Wesen in den schwarzen Gummianzügen<br />

dazu treibt, sich an der todbringenden<br />

Wand in die Tiefe zu stürzen.<br />

Er wäre nicht so dumm, aber<br />

lassen wir das. Dabei gibt es in anderen<br />

tiefen Ecken des Sees so Interessantes<br />

zu entdecken. Anhand der<br />

Bierfässer, die früher die Fischer mit ihren Lastkähnen über<br />

den See transportierten und die nun wie eine Perlenkette am<br />

Seegrund liegen, kann man heute noch wunderbar die alten<br />

Handelsrouten erkennen. Die alten Holzfässer sind doch<br />

wesentlich charmanter als unzählige Bierflaschen, die unsere<br />

Schüler der höheren Schulen in Tutzing und Kempfenhausen<br />

nach den Partys achtlos ins Wasser werfen. In Possenhofen<br />

liegen ganze Knäuel durchweinter Spitzentüchlein von<br />

Kaiserin Sisi. Drüben in Berg kann man noch Ludwigs Fußspuren<br />

erkennen und unter uns, da sind nicht nur die seinen.<br />

Gleich daneben liegt einer der Waggons der ehemaligen<br />

Seilbahn zur Rottmannshöhe, der beim Abbau der Anlage<br />

ungebremst bis weit in den See fast bis zu ihm gerauscht war.<br />

Schon oft hatte sich der Steuermann überlegt, wie es wäre,<br />

wenn er sich dort hineinsetzen, eine Glocke läuten und er<br />

gemächlich Richtung Oberfläche gezogen werden würde.<br />

Vorbei an den zerschellten Flugzeugen, die während der<br />

Kriege abgestürzt waren. Vorbei an dem fast unversehrten<br />

alten Maybach, der dank dicker Bleche aussieht,<br />

als müsste man nur den Zündschlüssel umdrehen, um<br />

eine Runde am Boden des Sees zu drehen. Eventuell<br />

zu diesem funkelnden Schatz, der da halb im<br />

Schlamm versunken im Karpfenwinkel liegen<br />

soll. Neulich konnte er sogar einen Blick auf die<br />

Zukunft gewinnen. Da waren Baupläne vom<br />

Wind in den See getragen worden und langsam<br />

zu ihm abgesunken. Darauf zu sehen<br />

sind fein gezeichnete kleine Badeinseln,<br />

die überall am Ufer an Bojen treiben.<br />

Manche zum Sonnenbaden gedacht und<br />

manche sogar mit Sauna. Eine Idee<br />

gefiel ihm dabei ganz besonders: Da<br />

war die Sauna in einer verglasten<br />

Kabine in den Boden der Badeinsel<br />

eingelassen, sodass die Gäste unter<br />

Wasser hinter Glas schwitzen<br />

können. Hmmm, dachte sich der<br />

alte Steuermann: Das wäre<br />

mal ’ne echte Abwechslung,<br />

aber wirklich schön? <br />

82 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

HOTEL FORSTHOFGUT IM SALZBURGER LAND<br />

Das feine Naturhotel<br />

mit Wald-Spa<br />

Familiär, feinfühlig, besonnen, ländlich und naturverbunden“<br />

– das sind die Werte, die das naturverbundene<br />

Hotel Forsthofgut am Fuße der Leoganger<br />

Steinberge ausmachen. Umgeben von Wiesen und den hauseigenen<br />

Wäldern an den Hängen des Asitz, besticht das<br />

familiärste Naturhotel der Alpen mit Europas erstem wald-<br />

SPA © , seiner 30 000 qm großen Gartenanlage samt Bio-Badesee,<br />

dem hoteleigenen Hirschgehege und seiner direkten<br />

Lage an der Skipiste inmitten der majestätischen Leoganger<br />

Steinberge. Der ehemalige Forsthof von 1617 befindet sich<br />

seit jeher in Familienbesitz. Mit Leidenschaft für die Heimat<br />

und Liebe zum Detail führen Mag. Christoph Schmuck und<br />

Mag. Christina Hochfilzer das Naturhotel auf 5-Sterne-<br />

Niveau. Seit letztem Jahr lockt das Forsthofgut mit dem<br />

Kinderbauernhof Pinzgauer miniGUT zum Selbstbewirtschaften<br />

und einem Erlebnis-Spielplatz mit Baumhäusern<br />

und Wasserlauf zum Familienurlaub im Salzburger<br />

Land. Rund um den Bio-Badesee laden die neuen Liegeinseln<br />

auf Stegen im Schilf sowie die Holzterrasse mit Sonnensegel<br />

für Yoga und Pilates zum Entspannen ein. Bei „Wald<br />

und Wiese“-Wellnessbehandlungen auf der einsamen Lichtung<br />

erleben Erholungssuchende die tiefenentspannende<br />

Wirkung der Wälder. Kulinarisch verwöhnt das Forsthofgut-<br />

Team mit gesunder Haube-Naturküche und frischen Produkten<br />

regionaler Lieferanten in den traditionellen und<br />

modern-alpinen Stuben. Hochwertigste regionale Kochkunst<br />

gibt es im Fine-Dining-Restaurant echt. auf Hauben-Niveau.<br />

Und die beiden Luxus-Chaletsuiten im lichtdurchfluteten Dachatelier<br />

begeistern auf über 145 qm unter anderem mit privater<br />

Panoramasauna auf der großzügigen Sonnenterrasse.<br />

HOTEL FORSTHOFGUT<br />

FAMILIE SCHMUCK<br />

Hütten 2, A-5771 Leogang<br />

Tel. 0043 65 83 85 61<br />

info@forsthofgut.at<br />

www.forsthofgut.at<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 83


SeeArt<br />

Blühende Lichtbilder<br />

RAIMUND FEITER<br />

84 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Untitled, 2014<br />

Magno, 2012<br />

Abstrahiert, verfremdet, zart: Die neuen Arbeiten „The Plants“<br />

des Fotokünstlers Raimund Feiter aus Starnberg berühren beim<br />

Betrachter ganz neue, andere Gefühle als Blumenbilder sonst<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 85


SeeArt<br />

The Sultans Roses, 2013<br />

Wenn der Name Joseph Beuys fällt, dann<br />

weiß man, es handelt sich um Kunst. Um<br />

Avantgarde- und Aktionskunst eines der<br />

großen Zeichner, Bildhauer und Vordenker<br />

der Kunst. Raimund Feiter hatte als<br />

Student die Gelegenheit, den Jahrhundertkünstler Beuys an<br />

der Akademie in Düsseldorf zu treffen, und der stellte ihm<br />

die Frage: „Freie Kunst, Video oder Fotografie – wo schlägt<br />

das Herz?“ Es war Letzteres, ganz klar, also ging der junge<br />

Mann vom Niederrhein nach Köln an die Fachschule zu Arno<br />

Jansen, Professor für künstlerische Fotografie. Das war vor<br />

gut drei Jahrzehnten, Raimund Feiter lebt inzwischen in<br />

Starnberg, mit dem Herz ist er nach wie vor Lichtbildner.<br />

Und als solcher bei Ausstellungen und Kunstmessen wie der<br />

Art Karlsruhe, Scope in New York oder in Chicago vertreten.<br />

Mit seinen aktuellen Arbeiten „The Plants“ bewegt Raimund<br />

Feiter sich wie so oft zwischen Realität und Abstraktion.<br />

Blumen- und Pflanzenteile, Blütenblätter oder Reisbüschel,<br />

die aus einem Wasserbett sprießen, lassen sich gerade noch<br />

erahnen. Durch ihre fremde Farbigkeit und kunstvoll-künstliche<br />

Licht- und Schattenspiele sprechen sie neue Gefühle an.<br />

Anders als die Emotionen, die wir sonst beim Betrachten<br />

von Blumenbildern kennen. Fragen und Assoziationen statt<br />

reiner Romantik. Der Fotograf arbeitet digital, gedruckt wird<br />

die Fotokunst auf kostbarem Büttenpapier.<br />

bk<br />

<br />

Untitled, 2012<br />

86 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Impressum<br />

<strong>SeeMagazin</strong><br />

Starnberger See / Ammersee<br />

<strong>SeeMagazin</strong><br />

Jahresausgabe <strong>2015</strong><br />

Druckauflage: 20 000<br />

Kontakt <strong>SeeMagazin</strong>:<br />

Tel. 08151 95 99 74<br />

Fax 08151 95 99 73<br />

kontakt@seemagazin.de<br />

www.seemagazin.de<br />

www.facebook.com/seemagazin<br />

Herausgeberin<br />

Projektleitung verantw.<br />

Sabine Schönmann<br />

schoenmann@<br />

seemagazin.de<br />

Tel. 08151 95 99 74<br />

Fax 08151 95 99 73<br />

Leitung Redaktion<br />

Barbara Kraus<br />

Redaktionsbüro<br />

Kanalstr. 19a<br />

85774 Unterföhring<br />

kraus@seemagazin.de<br />

Design & Layout<br />

design apartment<br />

Michael Darling,<br />

Andreas Meiler<br />

Holzstr. 26<br />

80469 München<br />

www.design-apartment.de<br />

Redaktion<br />

Friederike Baus,<br />

Marlene Irausek<br />

Bildredaktion<br />

Martina Hemm<br />

Schlussredaktion<br />

Gisela Wunderskirchner<br />

Marketing & Sales (Ltg.)<br />

Elke Ross<br />

ross@seemagazin.de<br />

Office <strong>SeeMagazin</strong><br />

Heidi Hacker<br />

hacker@seemagazin.de<br />

Freie Mitarbeiter dieser Ausgabe:<br />

Autoren:<br />

Thilo Durach, Anton Hunger,<br />

Stefanie Lehmberg, Karin Lochner,<br />

Christine Schulz, Cornelius Zange<br />

Fotografen:<br />

Michael Barth, Kirsten Becken,<br />

Dr. Jörg Bodenbender, Thomas Degen,<br />

Sima Dehgani, Peter von Felbert, Luana<br />

Freitag, Jan Greune, Jens Heilmann,<br />

Martina Hemm, Paul Kranzler,<br />

Markus Matula, Studio Bonisolli<br />

Verantwortlich für den<br />

redaktionellen Inhalt:<br />

Barbara Kraus<br />

Litho<br />

eupro group<br />

81379 München<br />

Druck<br />

Aumüller Druck<br />

93057 Regensburg<br />

Nachdruck nur mit schriftlicher<br />

Genehmigung der Redaktion.<br />

Für unverlangt eingesandte Bilder,<br />

Manuskripte, Waren keine Haftung.<br />

Nachdruck, Aufnahmen in Online-<br />

Dienste und Internet, Vervielfältigung<br />

auf Datenträger wie CD-Rom,<br />

DVD-Rom etc. nur nach schriftlicher<br />

Zustimmung des Verlages.<br />

Das <strong>SeeMagazin</strong> wird<br />

herausgegeben von<br />

storyboard GmbH<br />

Kaiserplatz 8<br />

80803 München<br />

Tel. 089 901 09 76 10<br />

Fax 089 901 09 76 68<br />

Geschäftsführer:<br />

Dr. Markus Schönmann<br />

Amtsgericht: München,<br />

HRB 192756<br />

Sitz der Gesellschaft:<br />

München<br />

Das Papier dieser<br />

Ausgabe stammt<br />

aus nachhaltig,<br />

ökologisch und<br />

sozial verantwortungsbewusst<br />

bewirtschafteten<br />

Wäldern.<br />

BAKTERIEN<br />

AUSSER KONTROLLE<br />

PARODONTITIS BRINGT AUCH DEN PARTNER IN GEFAHR!<br />

Jeder Mensch hat ein persönliches Risiko für eine Parodontitis.<br />

Parodontitis ist eine chronische bakterielle Infektion, die nicht<br />

mit Schmerzen verbunden ist und daher in den meisten Fällen<br />

unerkannt bleibt.<br />

Durch eine regelmäßige und individuelle Prophylaxe in der<br />

Praxis wird der persönliche Gesundheitsfahrplan entwickelt:<br />

Parodontitis und Karies haben so gut wie keine Chance mehr. Unser<br />

Ziel ist es, Risiken rechtzeitig zu erkennen, zu minimieren und<br />

Zähne und Zahnfleisch dauerhaft gesund zu erhalten.<br />

Eine Früherkennung ist daher sehr wichtig!<br />

Dr. med. dent. Thomas Walzer, Ludwigstr. 9, 82319 Starnberg, Tel. (08151) 125 38 www.dr-walzer.com


SeeTipps ATTRAKTIV<br />

2<br />

1<br />

4<br />

3<br />

Schön Präsent<br />

Eine Fischerhose zum Vorzeigen oder Sandalen, die Ihre Füße lieben:<br />

Mode und Design vom See mit Große-Freude-Garantie<br />

1 MIT BEINFREIHEIT<br />

Die Schneidermeisterin Doris Kotter<br />

aus Dießen hat sich ganz besonders<br />

auf Hosen spezialisiert, auch wenn<br />

ihr kleiner Laden in der Mühlstraße<br />

„Hemd und Hose“ heißt. Passgenau,<br />

in allen Formen und Materialien,<br />

sortiert nach Themen und Anlässen,<br />

von bekannten Markenherstellern<br />

oder gleich als Sonderanfertigung.<br />

Ihr handwerkliches Highlight im<br />

Eigendesign: die „Fischerhose vom<br />

Ammersee“. Lässig geschnitten und<br />

richtig bequem, mit aufwendig<br />

schönen Details und an Land genauso<br />

einsatzfähig wie auf dem Boot.<br />

Das Fischgrät-Leinen ist strapazierfähig<br />

und besonders edel.<br />

www.hemdundhose.info<br />

2 MIT ZUKUNFT<br />

Jung und innovativ. Das Designlabel<br />

Peppermint Products von Roman<br />

Luyken und Nina Nikolaus aus Berg<br />

arbeitet mit Pappe, Seil, Stahl und<br />

Beton. Ein Favorit: die handgefertigten<br />

Schalen aus grauem Beton mit<br />

farbig lackierten Innenseiten.<br />

www.peppermintproducts.com<br />

3 MIT EXTRAS<br />

Ein digitaler Fußabdruck sorgt für<br />

die Passform und das individuelle<br />

Fußbett, Design und Farbe wählt<br />

man selbst: Die meiFlips von Treml<br />

Laufgut in Herrsching sind immer<br />

eine Sonderanfertigung und deshalb<br />

so bequem. Und außerdem chic.<br />

www.treml-laufgut.de<br />

4 MIT CREME<br />

Alte Schönheitsrezepte und moderne<br />

Wissenschaft verbindet Katja<br />

Schneider in ihrer Plegelinie Salutini<br />

Tuscany. Dafür pendelt sie zwischen<br />

ihren Wohnsitzen am Starnberger<br />

See und bei Florenz. Dort werden<br />

die Più-Oliven geerntet, deren Öl<br />

Hauptbestandteil der Produkte ist.<br />

www.salutini.de<br />

5 MIT CHIC<br />

Dass Modefans aus München und<br />

von weiter her an die Südspitze des<br />

Starnberger Sees kommen, um im<br />

Werkstattladen in Seeshaupt kleine<br />

Freudentänze aufzuführen, ist bekannt.<br />

Wie Ulrike Teterycz es immer<br />

schafft, aus dem großen Fashion-<br />

Foto: 1 Sima Dehgani 6 Isartal Alpakas<br />

88 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

Tipps<br />

PSYCHOSOMATISCHE RESONANZTHERAPIE<br />

BEI BARBARA GALLMANN<br />

Die Lösung liegt<br />

in uns selbst<br />

5<br />

6<br />

Teich genau das zu fischen, was<br />

ungewöhnlich neu, attraktiv und<br />

außerdem von Wert in Material und<br />

Verarbeitung ist, bleibt ihr Geheimnis.<br />

Aktuellster Trendbeweis:<br />

die Kleider, Röcke, Blusen und<br />

Schärpen von Sara Roka. So schön!<br />

www.werkstattladen-seeshaupt.de<br />

6 MIT KUSCHELFAKTOR<br />

Auf einer Weide im Isartal kann<br />

man die Alpakas von Veronika<br />

Darchinger besuchen. Hier züchtet<br />

sie die ursprünglich aus Südamerika<br />

stammenden Tiere und bietet<br />

neben Kursen zur Haltung auch<br />

Strickgarn sowie Bettdecken und<br />

Jacken aus feiner Alpakawolle an.<br />

www.isartalalpakas.de<br />

Wir können uns das Leben vorstellen wie eine<br />

Perlenkette – jeden Tag fädeln wir Erlebnisse<br />

auf, winzig kleine bis tief beeindruckende.<br />

Unser Gehirn speichert alle Ereignisse nach seinem eigenen<br />

Modus, meist im Unbewussten. „Ist das Erlebte<br />

emotional sehr heftig oder aus einer sehr frühen Phase im<br />

Leben, hinterlässt es Spuren, mit denen wir in bestimmten<br />

Situationen unbewusst<br />

wieder in Berührung<br />

kommen“, sagt die Therapeutin<br />

Barbara Gallmann.<br />

„Je öfter wir damit in<br />

Resonanz geraten, desto<br />

stärker wird die Reaktion<br />

darauf. Dies kann sich auf<br />

das Verhalten oder die körperliche Ebene niederschlagen.“<br />

In ihrer Praxis in Tutzing konzentriert sich Barbara Gallmann<br />

ganz auf die psychosomatische Resonanztherapie (PSRT),<br />

die genau auf diese im Unterbewusstsein gespeicherten<br />

Spuren abzielt. Die PSRT arbeitet hauptsäch lich mit der<br />

Sprache, mit gezielter Fragestellung und ist dadurch<br />

höchst effektiv. Zu Barbara Gallmann kommen Menschen<br />

mit körperlichen Beschwerden ohne organischen Befund,<br />

Menschen mit Ängsten, in Erschöpfungszuständen oder<br />

mit Burn-out, sogar Krebspatienten, die sie während oder<br />

nach der klassischen Therapie begleitet. Auch ungewollte<br />

Kinderlosigkeit ohne organische Ursache ist ein Thema,<br />

das sie behandeln kann. Bereits nach acht bis zehn Sitzungen<br />

führt die PSRT zu mehr Balance von Gefühl und<br />

Verstand, zu körperlichem und seelischem Wohlbefinden<br />

und größerer innerer Kraft. „Meine Klienten finden zurück<br />

in ihr Gleichgewicht, entdecken ihre Potenziale neu und<br />

können ihr Leben wieder richtig genießen.“<br />

Praxis Barbara Gallmann<br />

Hauptstraße 93, 82327 Tutzing<br />

Tel. 08158 997 71 25, Fax: 08158 997 71 26<br />

mail@praxis-gallmann.de<br />

www.praxis-gallmann.de<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 89


SeeHaus<br />

Licht<br />

und Luft<br />

Gemeinsam mit dem Architekten Karl Zankl ging der Fotograf Jens Heilmann an<br />

den Umbau seines Elternhauses in Hechendorf. Durch viel Eigenleistung<br />

und eine Reihe ungewöhnlicher Ideen wurde aus dem Siebzigerjahre-Klassiker<br />

ein lichtdurchflutetes unangestrengtes Zuhause<br />

TEXT: Friederike Baus<br />

90 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


DIE METAMORPHOSE<br />

Was vom Haus aus dem Jahr 1973 (Foto unten) noch übrig blieb?<br />

Tragkonstruktion und Satteldach. Heute dominiert Transparenz.<br />

Die 1970er-Jahre finden sich nur noch in den Design-Details wie<br />

Bogenlampe und dem Pink an einer Wand in der Ferienwohnung,<br />

in die man sich einmieten kann. www.fuenfsterneland.de<br />

Fotos: Jens Heilmann<br />

Schon im Steingarten wird klar: Das Haus in<br />

der Nähe vom Pilsensee hat schon auf den<br />

ersten Blick nichts mehr mit dem 70er-Jahre-<br />

Bau von einst zu tun. Verschwunden sind die<br />

Fassade mit der körnigen Oberfläche der<br />

Waschbetonteile, der schwerfällige Balkon und die dunklen<br />

Holzfenster. „Damals hatten wir 18 Zimmer“, erzählt Jens<br />

Heilmann, „heute ist das Haus in vier Bereiche aufgeteilt.“<br />

Wohn- und Schlafraum befinden sich in der ersten Etage, über<br />

einen separaten Eingang gelangt man in die großzügige<br />

Ferienwohnung, und an der Ostseite des Hauses befindet sich<br />

das Fotostudio des Hausherrn. Mit einer Deckenhöhe von fast<br />

sechs Metern wirkt der Raum licht und einladend. Findet<br />

auch Minze, eine der drei Katzen der Heilmanns, die es sich<br />

unter der Treppe gemütlich gemacht hat. Auf dem Regal in<br />

der Ecke steht ein Fisher-Price-Kassettenrecorder in Altbeige,<br />

eins von vielen Retro-Details, die einem hier immer wieder<br />

begegnen und augenzwinkernd Nostalgie versprühen.<br />

Vom offenen Wohnraum im ersten Stock blickt man durch die<br />

großflächige Glasfront hinaus in den Garten. Drüben auf der<br />

anderen Straßenseite stehen Häuser mit Giebeldach, typisch<br />

für ein bayerisches Dorf. „Klar mussten wir uns am Anfang<br />

die Genehmigung beim zuständigen Amt einholen“, erinnert<br />

sich der Fotograf, „aber unser Umbau-Projekt stieß ziemlich<br />

schnell auf Zustimmung. Und wesentliche Veränderungen<br />

außen am Haus gab es ja nicht. Das geforderte Satteldach<br />

zum Beispiel ist geblieben.“ Die moderne Art und Weise, in<br />

der Heilmann das Haus 2002 umbaute, war ungewöhnlich,<br />

inzwischen sind andere moderne Bauten im Ort dazugekommen.<br />

Wie individuell hier Bauauflagen umgesetzt wurden,<br />

wird besonders deutlich in der Verwendung der Materialien:<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 91


SeeStil<br />

SCHRITT FÜR SCHRITT HABEN SICH DER ARCHITEKT KARL ZANKL UND<br />

JENS HEILMANN AN DEN UMBAU HERANGETASTET. ES GAB EINE VISION, ABER<br />

KEINEN STARREN ENTWURF. EINFACH MACHEN, SO DIE IDEE<br />

RÄUME ZUM ATMEN<br />

Die großflächige Glasfassade lässt viel Luft und<br />

Licht ins Haus und macht die Ferienwohnung<br />

im Erdgeschoss durch große Schiebetüren fast<br />

zur Loggia. Vom Fenster in der Küche aus<br />

hat man freie Sicht auf den Garten und das<br />

benachbarte Feld.<br />

92 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Fotos: Jens Heilmann / www.jensheilmann.de<br />

Um der Vorgabe einer dunklen Fassadenverkleidung<br />

Rechnung zu tragen, entschied man sich für Cortenstahl.<br />

Die voroxidierten Platten mit ihrer rostigen Oberfläche<br />

in einem dunklen Rotbraun waren nicht nur günstig, sie<br />

passten dazu auch noch optisch perfekt zur Glasfassade<br />

und dem Sichtbeton der Außenwand. Schritt für Schritt<br />

haben sich der Architekt Karl Zankl und der Bauherr an<br />

den Umbau herangetastet. Es gab eine Vision, aber keinen<br />

starren Entwurf. Working in progress, einfach machen, so<br />

war die Idee. Fast in Eigenregie.<br />

Moderne Elemente treffen auf den Stil vergangener<br />

Jahrzehnte: Die orangefarbene Küchenzeile<br />

besteht aus Teilen der elterlichen Küche.<br />

Die Einrichtung im Bad ist ebenso Original Siebziger und<br />

in knalligem Orange. Heilmann hat sie in einer Trödelhalle<br />

erstanden. Andere Möbel hat er selbst angefertigt.<br />

Etwa den Esstisch, die Schränke und Betten in der Ferienwohnung,<br />

die alle aus dem gleichen Holz sind. „Das ist<br />

Seekiefer, eine Schichtplatte mit 18 Millimetern Stärke.<br />

Eigentlich kein gebräuchliches Material für Möbel, eher<br />

preisgünstig für Bauschreinerei. Eine tolle Optik, Funktionalität<br />

und ein guter Preis müssen sich ja nicht ausschließen“,<br />

erklärt Heilmann die kreativ-pragmatische Idee.<br />

Dass diese und andere einfallsreiche Lösungen nicht alle<br />

nur in Eigenregie umgesetzt wurden, betont er dann<br />

noch. Ob Architekt Karl Zankl oder Schreiner Florian<br />

Schwarz – an der ein oder anderen Stelle holte er sich das<br />

Know-how von Freunden und Familie. „Die meisten Design-Ideen<br />

haben meiner Frau Mona auch gleich gefallen.<br />

Von anderen konnte ich sie überzeugen“, erinnert sich<br />

Jens Heilmann schmunzelnd. „Sie hat eine Grundruhe,<br />

die sehr wichtig für mich ist.“<br />

Das Kreativkonzept findet sich ebenso in der Ferienwohnung<br />

wieder, in der sich die Gäste für ein Wochenende<br />

oder auch länger einmieten können. Zeitreise inklusive.<br />

Der grüne langflorige Teppich, Teak-Möbel im skandinavischen<br />

Designstil und eine Bogenleuchte geben den beiden<br />

großzügigen Räumen auch hier einen besonderen<br />

Twist. Als Symbiose aus 70er-Jahre-Flair und Moderne,<br />

vielleicht könnte man Jens Heilmanns Neuinterpretation<br />

des Hauses auch so benennen. Oder wie Karl Zankl<br />

für ihn resümiert: „Deine Eltern haben dir das Fundament<br />

gebaut, und du hast es fertig gemacht.“<br />

<br />

Müller-Kittnau Immobilien gibt es jetzt<br />

seit 33 Jahren hier in der Region.<br />

33 Jahre, das ist mein halbes Leben,<br />

denn ich bin jetzt 66 Jahre alt.<br />

Es gibt ein Lied, das kennen Sie auch -<br />

„mit 66 Jahren da fängt das Leben an“<br />

Fangen wir an, leben wir, geben wir!<br />

Vielleicht ist auch für Sie jetzt der<br />

richtige Zeitpunkt, ans Abgeben zu<br />

denken, Ihre Immobiliensituation<br />

zu überprüfen, sich neu zu orientieren.<br />

Gemeinsam mit meinem Sohn Bruno<br />

werden wir 33 Jahre Berufserfahrung,<br />

Kompetenz durch Erfahrung, in eine<br />

gewissenhafte, solide Beratung für Sie<br />

einbringen können.<br />

Besuchen Sie uns hier in Seeshaupt.<br />

Christian und Bruno<br />

Müller-Kittnau


SeeTipps JUNG<br />

4<br />

1<br />

1<br />

3<br />

4<br />

1<br />

5<br />

2<br />

Kinderspiel<br />

Auf dem Plan für Kleine und ausnahmsweise auch mal Größere:<br />

Zelten zur Heuernte, ein Waldtheater und die Spurensuche<br />

1 MIT FAMILIE<br />

Die Familienerlebnistage des<br />

Eltern-Kind-Programm e. V.<br />

stehen unter dem Motto: „Miteinander<br />

leben und erleben“. Vom<br />

10. bis 12. Juli wird gezeltet – und<br />

zwar mit der ganzen Familie, um<br />

bei Heuernte und Kräuterküche<br />

in Erling, Andechs die Natur so<br />

richtig zu entdecken. Ein bewus s-<br />

ter Umgang und Achtsamkeit<br />

wird dabei spielerisch erlernt.<br />

Weitere Seminare: www.ekp.de<br />

2 MIT FANTASIE<br />

Magische Geschichten und<br />

Geheimnisse aus dem Wald:<br />

Beim Theater Pimpernella Pum-<br />

pelsack entführt Petra Wurdack<br />

die Zuschauer in ihren Erzählungen<br />

zu zauberhaften Baumwesen<br />

und sprechenden Steinen. Das<br />

Waldtheater zum Mitmachen<br />

ist ganzjährig buchbar.<br />

www.urkind.de<br />

3 MIT FREUNDEN<br />

Wer am „Kids Camp“ teilnimmt,<br />

erlebt echte Abenteuer und<br />

viel Spaß bei Geländespielen und<br />

Lagerfeuer. Und immer geht es<br />

um gemeinsames Erleben. Organisiert<br />

wird das Camp vom christlichen<br />

Kinder- und Jugendwerk<br />

Wort des Lebens in Berg. Termine:<br />

www.wdl.de<br />

4 MIT GLÜCK<br />

In der Klamotte in Dießen findet<br />

man beim Stöbern bestimmt ein<br />

neues Lieblingsteil. Etwa in der<br />

Secondhand-Mode für Kinder und<br />

ihre Mütter oder bei den hübschen<br />

nos talgischen Geschenkartikeln.<br />

www.klamotte-diessen.de<br />

5 MIT ANLEITUNG<br />

Zusammen mit dem Naturschutzund<br />

Jugendzentrum geht es beim<br />

Geocaching raus auf Schatzsuche<br />

in Wald und Wiese. Beispielsweise<br />

zwischen Wartaweil und Kloster<br />

Andechs. Für Schulklassen, Kindergeburtstage<br />

und Jugendgruppen.<br />

www.bund-naturschutz.de<br />

Fotos: 3 Wilfried Feder 4 Carolin Jacklin<br />

94 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Advertorial<br />

ALLERHAND... IN STARNBERG<br />

Zum Staunen<br />

und Verlieben<br />

Der Duden nennt für das bezaubernde Retro-Wort<br />

allerhand zwei Bedeutungen. Erstens: ziemlich<br />

viel und allerlei. Zweitens ist es ein Ausdruck<br />

des Staunens über Unerhörtes, Wunderbares … Letzteres<br />

drückt ziemlich genau das aus, was jede Kundin angesichts<br />

der Kostbarkeiten von Bettina Loichinger empfindet. Das<br />

Angebot ihres Concept Stores ist so vielseitig wie wunderbar.<br />

In einem lichten Ladenloft mit Hof und Scheune verkauft sie<br />

regionale Kunst, Handwerk & mehr.<br />

Wobei das „mehr“ für faszinierend schöne<br />

Mode steht, stilsicher im wechselnden<br />

Interior inszeniert. Aktuell gesellen sich zu<br />

Spiegelglastischen, die wie Bauernsilber<br />

schimmern, zierliche, bequeme Metallstühle<br />

im Vintage-Look, Fotoarbeiten von<br />

Michael Barth, Skulpturen von Annette<br />

Girke, Rauchbrandvasen von Franziska<br />

Schmid-Burgk und Glas aus Afghanistan.<br />

An schlichten Kleiderstangen lockt Couture von LaPerlina,<br />

Kaschmirstrick von Stephan Boya, Hot Soup Green Tea und<br />

Sminfinity, Sommerseidiges von Sack’s. Weitere Highlights<br />

sind die Lederaccessoires von Marlene Poley, Schuhe von<br />

Pollini und Luisa Benigno, Schmuck von ines oder Beate von<br />

Bremen. Bettina Loichinger, gebürtige Starnbergerin, hat an<br />

vielen Orten dieser Welt gelebt. Vielleicht hat das ihren Blick<br />

für das Außergewöhnliche und das Echte geschärft. Und die<br />

Liebe vertieft zu Kunst und Handwerk aus der Region.<br />

allerhand…<br />

Söckinger Straße 1, 82319 Starnberg<br />

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www.allerhand-starnberg.de<br />

allerhand...


SeeGrüße<br />

Handgeschrieben besitzt ein Gruß<br />

weit mehr Charme als jede E-Mail. Deshalb<br />

für Sie hier vier besondere Postkarten<br />

mit herzlichen Grüßen vom <strong>SeeMagazin</strong> …<br />

Peter von Felbert sieht das Schöne<br />

– und lässt es uns sehen. Ohne<br />

Pathos, aber mit Hingabe. Im<br />

Fokus das Kunstvolle im Normalen, das<br />

Besondere im Alltäglichen, unverstellt,<br />

aber darum nicht einfach. Deshalb<br />

gehört er zu unseren Lieblingsfotografen.<br />

Wer das <strong>SeeMagazin</strong> kennt, kennt auch<br />

seinen charaktervollen Blick auf Land<br />

und Leute der Region. Für die Postkarten-<br />

Serie vom <strong>SeeMagazin</strong> hat er uns diese<br />

Motive zur Verfügung gestellt.<br />

Ob Herz-Buche auf einer Anhöhe bei<br />

Ambach (zwei Jahre lang hat sie diese Form<br />

gezeigt, worüber man schön spekulieren<br />

könnte …) oder See-Kiesel, der Ruderer<br />

oder ein blühender Pfad von Degerndorf<br />

Richtung See – Ihnen fällt sicherlich ein<br />

besonderer Mensch, ein besonderer Anlass<br />

für diesen Kartengruß ein. Sollte das<br />

Kartenset hier fehlen, schreiben Sie bitte<br />

an: kontakt@seemagazin.de oder melden<br />

Sie sich telefonisch unter 08151 95 99 74.<br />

96 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Über Wasser, Land<br />

und das Leben<br />

SeeBücher<br />

Abgründig<br />

Eine See-Geschichte<br />

vom<br />

Autor haben Sie<br />

schon ab Seite 66<br />

lesen können.<br />

Da hat Anton<br />

Hunger die<br />

Fischerfamilie Sebald porträtiert. Die<br />

zehn Geschichten in seinem neuen<br />

Buch „Nah am Wasser“ erzählen von<br />

Menschen auf der Suche nach dem<br />

Abenteuer, nach mehr Leben – und zu<br />

sich selbst. Das Wasser, das Boot, die<br />

Ufer spielen dabei immer eine Rolle.<br />

Ganz konkret und als Metapher.<br />

„Nah am Wasser“ von Anton Hunger,<br />

Klöpfer & Meyer<br />

Lakonisch<br />

Der neue Roman des<br />

Erfolgsautors aus<br />

Münsing hat einen<br />

Polizisten zum Helden. Soweit man<br />

den Polizisten Martin Kühn, 44,<br />

einen Helden nennen kann. Seine<br />

Geschichte spielt in einer Neubausiedlung<br />

bei München, und als dort<br />

ein alter Mann erstochen aufgefunden<br />

wird, hat Kühn viel zu tun. Mit<br />

sich und dem Fall. Kritiker loben den<br />

Krimi, weil er das Zeug hat zu einem<br />

literarischen Gesellschaftsroman.<br />

„Kühn hat zu tun“ von Jan Weiler,<br />

Kindler Verlag<br />

Passioniert<br />

Die Gründlichkeit<br />

der Schleie<br />

und die Unergründlichkeit des tiefen<br />

Sees. Max Scharnigg, selbst leidenschaftlicher<br />

Angler, findet die richtigen<br />

Worte für einen Sport, der zumeist<br />

in wortloser Kontemplation betrieben<br />

wird. Sein Boot, die richtige Fliege,<br />

das Schilf, alles ist wichtig und ganz<br />

vorne steht immer die Frage: Hat es<br />

an der Angel gezuckt?<br />

„Die Stille vor dem Biss“ von Max<br />

Scharnigg, Hoffmann und Campe<br />

FAHRRÄDER, E-BIKES,<br />

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Frosch.<br />

Kuss.<br />

Prinz.<br />

SeeBücher<br />

Naturnah<br />

„Wir müssen nur die Augen<br />

aufhalten, und schon<br />

können wir Fantastisches<br />

entdecken … verliebte<br />

Bäume und Gesichter im Wald, die Geschichten<br />

erzählen“, sagt Beatrix von Podewils und hat<br />

dazu in Wort und Bild die Beweise geliefert.<br />

Ein kleines Buch, das uns zeigen möchte, wie<br />

die Natur mit uns spricht.<br />

„Baum Gezwitscher“ von Beatrix von Podewils,<br />

Robert Betz Verlag<br />

Der Traum von<br />

gepflegten und natürlich<br />

schönen Lippen ist mit<br />

uns kein Märchen!<br />

STARNBERG<br />

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Eiskalt<br />

Wieder Panikattacken,<br />

Gesichtsrekonstruktionen<br />

und die Obduktion der<br />

Leiche eines Exkollegen<br />

ihres Vaters, dem Mordkommissar<br />

Matte Kyreleis.<br />

Wir zittern auch im dritten<br />

Thriller mit der Münchner<br />

Rechtsmedizinerin<br />

Carina Kyreleis.<br />

„Die Zerrissenen“<br />

von Stephanie Fey,<br />

Heyne Taschenbuch<br />

Szenisch<br />

Ein gutes Honorar und eine ganze Weile<br />

am schicken Starnberger See, da lässt sich<br />

Privatdetektiv Mike Moser dazu überreden, als<br />

Bodyguard für eine bekannte Schau spielerin<br />

während der Dreharbeiten einzuspringen. Sie<br />

hat einen Drohbrief<br />

erhalten. Und noch ehe<br />

er mit dem ersten Föhn<br />

in die Alpen schauen<br />

kann, stolpert er über<br />

eine Leiche.<br />

„Der Star muss<br />

sterben“ von Thomas<br />

Giesau, Allitera<br />

www.drsemprini.com<br />

98 <strong>SeeMagazin</strong> 2014 | www.seemagazin.de


Poetisch<br />

In seinen Begegnungen mit ganz<br />

unterschiedlichen Menschen vom<br />

See beleuchtet Gerd Holzheimer<br />

in oft poetischer Manier die persön -<br />

lichen Seiten des Ammersees.<br />

Vom Kirchmaler über den Dichter<br />

und den Bootsverleiher bis zum<br />

Künstler, stark in Szene gesetzt mit<br />

Fotos von Volker Derlath.<br />

„Zum Ammersee“ von Gerd Holzheimer/<br />

Volker Derlath, Allitera<br />

Fantastisch<br />

Für diesen Bildband hat sich Bernd<br />

Römmelt wieder mit Panoramafotografie<br />

beschäftigt. Und zwar im<br />

wahren Wortsinn großartig! Mit<br />

fantastischen Aufnahmen charakterisiert<br />

er den Naturraum Alpen facettenreich.<br />

In diesen Bildern kann man<br />

lange wandern gehen. Über schneebedeckte<br />

Gipfel, tiefe Schluchten und<br />

zu eiskalten Bergseen.<br />

„Sagenhafte Alpen“ von<br />

Bernd Römmelt, Knesebeck<br />

Humorvoll<br />

Das Buch von Hape Kerkeling über<br />

seine Wanderung auf dem Jakobsweg<br />

habe sie inspiriert, erklärt die Schauspielerin.<br />

Katerina Jacob lebt eine<br />

Hälfte des Jahres am Starnberger See,<br />

die andere in British Columbia,<br />

Kanada. Mit amüsanten Anekdoten<br />

und Reisetipps unterhält sie ihre<br />

Leser. Was sie in den wilden Weiten<br />

vermisst? Natürlich eine gscheite<br />

Brotzeit am See.<br />

„Oh (weia) Kanada“<br />

von Katerina Jacob, mvg Verlag<br />

GmbH


SeeGalerie<br />

Das Tretboot, wohl 1810 von Joseph von Baader konstruiert, ist eine Erfindung, die viel zu wenig gewürdigt wird. FOTO: JENS HEILMANN<br />

100 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Drüber<br />

&<br />

Drunter<br />

DIE WASSERLINIE INS VISIER GENOMMEN. WAS BEWEGT SICH GANZ SCHARF DRÜBER?<br />

WAS DRUNTER? EINE FOTO-GALERIE, DIE SICH BEWUSST AUF<br />

DIESE FRAGEN REDUZIERT. MIT KUNSTVERSTAND UND AUGENZWINKERN<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 101


SeeGalerie<br />

Geniale Farbigkeit, minimale Ablenkung. Stufen von Blau aus Himmel, Horizont und Wasser, das Rot der<br />

Bojen, Yves Saint Laurent würde seufzen vor Glück. Wir auch. FOTO: PETER VON FELBERT<br />

102 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Abtauchen, ganz leicht werden, schwerelos, auch wenn es nicht so aussieht. Aber sieht ein Frosch schwerelos aus?<br />

Trotzdem ist er in seinem Element. FOTO: PAUL KRANZLER<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 103


SeeGalerie<br />

104 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


Die Reflexion ist die Mutter der Abstraktion. Und wieder ist bewiesen: Die Natur hat alles vorgedacht. FOTO: THOMAS DEGEN<br />

www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 105


SeeGalerie<br />

Einige sehr frühe<br />

Gedanken zu<br />

Sommerfrische,<br />

Wasser und die<br />

Frau. Von Adam,<br />

erster Mensch:<br />

„DIENSTAG ‚Sommerfrische‘ – was heißt denn das schon<br />

wieder? Offenbar wieder so eine Erfindung ihres<br />

rastlosen Hirns und ihres noch ruheloseren Mundes,<br />

ein Wort ohne Sinn. Was ist eine Sommerfrisch?<br />

Aber es ist besser, ich frage sie gar nicht erst danach,<br />

sie hat ohnehin eine wahre Sucht, alles zu erklären.“<br />

...<br />

„SAMSTAG Gestern ist sie in den Teich gefallen, weil sie sich<br />

im Wasser betrachtete. Sie hat viel Wasser geschluckt,<br />

sodass sie beinahe erstickte. Sie bedauert auch die<br />

armen Geschöpfe, welche im Wasser leben müssen.<br />

Sie nennt sie Fische.“<br />

ZITIERT AUS: „ADAMS TAGEBUCH“ VON MARK TWAIN<br />

Wie Feen-Fäden. Frisch gemähtes Gras im Wasser und Schilf am Seeufer. FOTO: KIRSTEN BECKEN<br />

106 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


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TORQEEDO<br />

Elektromobilität<br />

auf dem Wasser<br />

Auf unseren Seen ist Elektromobilität nichts Neues.<br />

Seit Jahrzehnten ist der Betrieb von Verbrennungsmotoren<br />

aus Naturschutzgründen stark eingeschränkt.<br />

Daraus hat sich eine Kultur der Nutzung sauberer<br />

elektrischer Antriebe entwickelt. Die aufregendste Innovation<br />

auf diesem Gebiet ist das 80-PS-Antriebssystem<br />

Deep Blue von Torqeedo. Es ist aktuell<br />

das einzige Hochleistungs-Antriebssystem<br />

für Boote, das einem industriellen Ansatz<br />

entspringt. Seine Vorzüge:<br />

<br />

kilometer, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit<br />

auf dem Starnberger See, werden vom Deep<br />

Blue mit den meisten Booten spielend erreicht.<br />

<br />

Nach dieser Zeit besitzen die Batterien noch mindestens<br />

80 Prozent ihrer Ursprungskapazität.<br />

<br />

GPS-Geschwindigkeit und Reichweite werden auch Wegpunkte<br />

und Entfernungen angezeigt.<br />

<br />

diese bei starken Elektrobooten keineswegs eine Selbstverständlichkeit<br />

ist, honoriert der Yachtversicherer Pantaenius<br />

das Deep Blue System mit einem eigenen Tarif mit vergünstigten<br />

Konditionen. Aufgrund dieser einmaligen Vorteile hat<br />

Deep Blue nicht nur die renommiertesten Innovationspreise<br />

der internationalen Bootsindustrie<br />

gewonnen, das Starnberger Hochleistungs-<br />

Aggregat ist mittlerweile auch Standard-Antrieb<br />

der führenden Werften für elektrische Boote.<br />

So statten Frauscher und die Heinrich-Werft –<br />

aber auch Werften wie Silver oder Zodiac – ihre<br />

starken E-Boote mit Deep Blue-Antrieben aus.<br />

Torqeedo GmbH<br />

Friedrichshafener Straße 4a, 82205 Gilching<br />

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www.seemagazin.de | <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> 109


Zum guten Schluss<br />

Wir Hunde vom See …<br />

Mein Name ist April. Bitte sprechen Sie das Englisch aus,<br />

von Haus aus bin ich nämlich „very British“ (wie mein<br />

Herrchen Michael Darling, Artdirector des <strong>SeeMagazin</strong>s, der<br />

mich hier porträtiert hat). Wir gehen wahnsinnig gern spazieren.<br />

Zum Beispiel von Ambach immer Richtung Süden. So oft es<br />

geht und keiner guckt, springe ich ins Wasser. Als Flat-coated-<br />

Retriever mag man das. The biggest fun ist der Moment, wenn ich<br />

aus dem Wasser komme und alle schreien: „Schüttle dich jaaa<br />

nicht hier!“ Ich kann Ihnen verraten: Meistens schaffe ich es trotzdem,<br />

jemanden zu erwischen. Ich trainiere insgeheim für die<br />

Wassertropfen-Weitflug-WM. Vielleicht treffe ich Sie auch mal!<br />

110 <strong>SeeMagazin</strong> <strong>2015</strong> | www.seemagazin.de


EINE SCHÖNE ZEIT<br />

ERLEBEN<br />

ESSEN - wo´s schmeckt<br />

FEIERN - wo´s passt<br />

SCHLAFEN - wo´s stimmt<br />

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