Augsburg Magazin 2017

regioaugsburgtourismusgmbh

Auf dem Weg zum

UNESCO

Welterbe

Augsburgs historische Wasserwirtschaft

RegioMagazin 2017

AUGSBURG

Wittelsbacher Land & Augsburger Land

LUTHER 2017: 500 JAHRE REFORMATION

Spuren in der Reformationsstadt Augsburg und in der Region

IM GOLDENEN

AUGSBURG

DER RENAISSANCE

Sehenswertes aus 2000 Jahren:

Spuren der Römer und der

Fugger, der Mozarts und Brechts

HISTORISCHE

WASSERWIRTSCHAFT:

UNESCO-WELTERBE?

Augsburgs Wasserwerke

und Wasserkraftwerke,

Kanäle und Brunnenkunst

WANDERWEGE,

WALLFAHRTSKIRCHEN,

WITTELSBACHER

Sehenswertes und Erlebnisse

im Landkreis Aichach-Friedberg

und im Landkreis Augsburg


AUGSBURGS TOP TEN

DIE TOP TEN IN AUGSBURG UND IN DER REGION

1Augsburg – die

Renaissancestadt

Rathaus und Perlachturm,

Kirchen und Monumentalbrunnen

Ein „Pompeji der Renaissance“ wurde

Augsburg schon genannt. Warum, zeigt ein Spaziergang durch die

von Italien geprägte Stadt – auf Wegen zwischen dem Goldenen

Saal im Renaissancerathaus und der Fuggerkapelle in St. Anna.

6Augsburg – die

Stadt Bert Brechts

Eine Gedenkstätte in

Brechts Geburtshaus

1898 wurde Brecht in Augsburg geboren.

Im Geburtshaus des weltberühmten Dichters und Dramaturgen

erklärt eine Ausstellung sein Leben und sein Schaffen.Wer will,

kann dort sogar ganz gemütlich in seinen Werken schmökern.

Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (8), concret Werbeagentur GmbH (1), Regio Augsburg Tourismus GmbH/Norbert Liesz (1)

2Augsburg – die

Wasserstadt

Wasserwerke, Brunnen, Kanäle:

2019 UNESCO-Welterbe?

Die drei ältesten Wassertürme Deutschlands,

zwei einzigartige Wasserwerke, drei europaweit bedeutende

Monumentalbrunnen und ein Netz von Kanälen sind Denkmäler

der Wasserwirtschaft, die vielleicht bald UNESCO-Welterbe sind.

3Augsburg – die

Fußballstadt

Tolle Stimmung bei

den Heimspielen des FCA

Die Heimspiele des Augsburger Bundesligisten

sind für jeden Fußballfan ein „Muss“. Denn die Stimmung

im Stadion ist kaum zu toppen. Auch ein erstklassiges Erlebnis: die

Heimspiele des AEV in der Deutschen Eishockey Liga.

4Augsburg – die

Fuggerstadt

Die älteste Sozialsiedlung der Welt

und ein Porträt von Dürer

Jakob Fugger „der Reiche“ finanzierte

Päpste, Kaiser und Könige. An diesen Kaufherrn und seine Familie

er innern die Fuggerei, die Fuggerhäuser, das „Fugger und Welser

Erlebnismuseum“ und ein Porträt von Dürer in der Staatsgalerie.

5Augsburg – die

Stadt der Mozarts

Die Geburtsstadt Leopold Mozarts

und die Heimatstadt des „Bäsle“

Leopold Mozart, Wolfgang Amadés

Vater, wurde in Augsburg geboren. Sein Sohn kam fünfmal hierher

und küsste 1777 sein „Bäsle“, Maria Anna Thekla Mozart. Ziele in

der deutschen Mozartstadt: das Mozarthaus und die Mozartfeste.

7Augsburg – die

Stadt der Puppenkiste

Die Marionettenbühne

und ihr Museum

Im Heilig-Geist-Spital – der Spielstätte

der Augsburger Puppenkiste – trifft man die „Stars an Fäden“ in

der Marionettenbühne. Das Puppentheatermuseum „die Kiste“

zeigt die Prominenten der legendären TV-Vierteiler.

8Augsburg – die

Römerstadt

Römerfunde unter dem

Renaissancegewölbe im Zeughaus

Das 2000-jährige Augsburg ist eine

Römergründung und eine der ältesten Städte Deutschlands. Relikte

des antiken Augusta Vindelicum entdeckt man in der Ausstellung

„Römerlager“ in der Toskanischen Säulenhalle des Zeughauses.

9Wittelsbacher Land –

„Sisi“ und Schlösser

Die Kaiserin von Österreich im

„Sisi-Schloss“, Barock in der Stadt

Altbaierische Ziele sind die jähr lichen

Ausstellungen im „Sisi-Schloss“ in Unterwittelsbach bei Aichach.

Friedberg – eine Station an der Romantischen Straße – glänzt mit

seinem barocken Stadtbild und dem Wittelsbacher Schloss.

10

Augsburger Land –

epochales Ereignis

Die Schlacht auf dem

Lechfeld in Königsbrunn

Das Augsburger Land bekam im Jahr

2016 eine neue Attraktion. Drei große Zinnfigurendioramen im

„Info pavillon 955“ in Königsbrunn zeigen Szenen der Schlacht

auf dem Lechfeld von 955, die das Bild Europas veränderte.


VORWORT | INHALT

4 26

44 62

Augsburg und sein Umland: einmal

ist nicht genug – 2017 schon gar nicht

Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang – auf Augsburg trifft

diese Erkenntnis sicher zu: Die Fuggerstadt und ihre Nachbarlandkreise,

das Augsburger Land und das Wittelsbacher Land,

sind so vielseitig, dass ein einziger Aufenthalt nicht reichen

kann, um auch nur annähernd alles zu erleben und zu sehen.

Inhalt

Stadtplan Augsburg

auf Seite 19

Ob Sie uns einen Tag lang besuchen, einen Urlaub planen, bei

„Kongress am Park“ oder anderswo tagen: Das Jahr 2017

hält für alle etwas Passendes bereit: Unsere Fußball- und Eishockey-Erstligisten

begeistern die Sportfans – die Atmosphäre

im Stadion ist beim FCA wie beim AEV ein Erlebnis. Oder

stehen Sie eher auf Kunst und Kultur? Dann haben Sie die

Qual der Wahl: Renaissancerathaus oder Fuggerei, Dom oder

Doppelkirchen, glanzvolle Museumslandschaft oder Römerfunde,

Brecht- oder Mozarthaus, Dieselmotoren oder „Sisi-Schloss“.

Sie sind mit Kind unterwegs? Ich empfehle den Besuch des

Zoos, des Botanischen Gartens und der Augsburger Puppenkiste.

Die „Stars an Fäden“ trifft man im Museum „die Kiste“.

Die historische Augsburger Wasserwirtschaft könnte 2019 auf

der Liste des UNESCO-Welterbes stehen. Erkunden Sie schon

jetzt Architektur, Technik, Kunst und Industriekultur – von

den ältesten Wassertürmen Mitteleuropas über drei prachtvolle

Monumentalbrunnen bis hin zu den Kanälen im romantischen

Lechviertel, dem imposanten Wasserwerk am Hochablass oder

dem Lechmuseum Bayern in Langweid.

Weltweit für Aufmerksamkeit sorgt 2017 ein großer Name:

Nicht Fugger, nicht Mozart, nicht Bertolt Brecht und nicht

Rudolf Diesel – auch wenn sie alle in Augsburg Spuren hinterlassen

haben. 2017 feiert ganz Deutschland 500 Jahre Reformation

und Martin Luther. Augsburg war gleich viermal die

wichtigste Stadt der Reformation in Deutschland. In der Stadt

der „Confessio Augustana“ und des „Augsburger Religionsfriedens“

erinnern viele Sehenswürdigkeiten und ein umfangreiches

Rahmenprogramm an Luther und das konfessionelle Zeitalter.

Nicht zuletzt ist Augsburg eine urbane Großstadt mit allem,

was dazugehört: Feine Gastronomie und kultige Kneipen,

Konzerte, Festivals und Lebensgefühl. Aber kommen, sehen

und erleben Sie am besten selbst – ich freue mich auf Sie.

Herzlichst, Ihr

Götz Beck, Tourismusdirektor

4

2000

JAHRE AUGSBURG

Erste Liga beim Fußball,

Weltklasse in Sachen Geschichte

Im „goldenen Augsburg der Renaissance“ stößt man

auf große Namen und Ereignisse aus zwei Jahrtausenden

Römer, Renaissance, Reformation und Romantik, Fugger

und Welser, die Mozarts, Brecht, Diesel und Puppenkiste,

Fuggerei und FC Augsburg – die Wege zu lohnenden Zielen.

16 Maria Knotenlöserin und der Papst:

das Gnadenbild von St. Peter am Perlach

20 Ein Jahr wohnen für 0,88 Euro und

drei Gebete täglich – die Augsburger Fuggerei

26

500 JAHRE REFORMATION

Martin Luthers Wege

in der Reformationsstadt

Im Oktober 1518 verweigerte der Mönch aus Wittenberg in den

Augsburger Fuggerhäusern den Widerruf seiner Ablassthesen

2017 feiert Deutschland 500 Jahre Reformation und Martin

Luther. 1518 war Luther auch in Augsburg – das viermal zur

wichtigsten Stadt der Reformation wurde. Eine Spurensuche.

34 Dom, Fronhof, Hofgarten, Mozart – die

katholische Seite der Reformationsstadt

38 Zu Schlachtfeldern im Glaubensstreit:

Denkmäler an der Donau und im Ries

44 UNESCO-WELTERBE?

Augsburg steht auf sein Wasser

Denkmäler aus 500 Jahren historischer Wasserwirtschaft

könnten schon 2019 das Welterbe-Prädikat erhalten

Wasserwerke und Wassertürme, Kanäle und Quellbäche,

Wasserkraftwerke und monumentale Brunnenkunst – das

Erlebnis Wasserwirtschaft im wasserreichen Augsburg.

56 Wassergeschichte(n): Brunnenfiguren,

die Modellkammer und der Römerhafen

58 Das Wasser am Wasser genießen – auch

das ist Augsburger Wasserwirtschaft


68 78

86 94

INHALT | IMPRESSUM

2019 UNESCO-Welterbe?

Augsburgs

historische

Wasserwirtschaft

Wasserbau, Wasserkraft,

Trinkwasser und Brunnenkunst

in Augsburg auf

dem Weg zum Welterbe?

Martin Kluger

432 Seiten, 553 Abb.

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62

RUNDES JUBILÄUM

Die Augsburger Synagoge

wird hundert Jahre alt

Das architektonische Meisterwerk ist eine der bedeutendsten

Synagogen Europas – und beherbergt ein Kulturmuseum

Ein Denkmal des Industriezeitalters und 800 Jahre Historie

jüdischer Gemeinden in Augsburg und Bayerisch-Schwaben.

67 Ein jüdischer Friedhof und die älteste

Synagoge im bayerischen Schwaben

68

EPOCHALES EREIGNIS

955: Die Schlacht auf dem Lechfeld

Im Infopavillon in Königsbrunn – drei Dioramen, 12000

Zinnfiguren und ein Wendepunkt in der Geschichte Europas

Die Ungarnschlacht vor den Mauern von Augsburg gilt

als „die Geburtsstunde der Deutschen“. Eine Gedenkstätte

erklärt nun die Kämpfe am Lech – und die Folgen für Europa.

74 Kirchen, Kunst und Brunnen:

der Augsburger Heilige mit dem Fisch

78

86

94

WITTELSBACHER LAND

Weiß-blau, Wallfahrten, ein Wasserschloss

Altbaierische Impressionen im Wittelsbacher Land,

der Region zwischen Augsburg und München

Das Wittelsbacher Land, der Landkreis Aichach-Friedberg, ist

das Altbaierische am bayerischen Schwaben. Von dort stammen

die Wittelsbacher, hier steht ein Kindheitsschloss von „Sisi“.

AUGSBURGER LAND

Barocke Landschaft mit „Mozart drin“

Im Augsburger Land entdeckt man Kultur in der Natur –

und viele Rad- und Wanderwege im Naturpark Augsburg

Im Westen liegt die „grüne Lunge“ der Großstadt Augsburg,

der Naturpark Augsburg. In die Natur lockt viel Kultur:

Barock, aber auch die Fugger, die Mozarts und die Ganghofer.

AUSSTELLUNGEN, KONZERTE, MÄRKTE UND MEHR

Veranstaltungshöhepunkte 2017

Termine in Augsburg, im Wittelsbacher und Augsburger Land

Viele Termine, nicht selten in sehenswerter Umgebung:

die vielleicht schönste Freilichtbühne Deutschlands, die

fürst bischöfliche Residenz, das Parktheater im Kurhaus…

Impressum

» Herausgeber

Regio Augsburg Tourismus GmbH

Schießgrabenstraße 14, 86150 Augsburg

Verantwortlich: Götz Beck,

Tourismusdirektor (V.i.S.d.P.)

tourismus@regio-augsburg.de

www.augsburg-tourismus.de

» Verlag

context verlag Augsburg

Martin Kluger

Schießgrabenstraße 14, 86150 Augsburg

Telefon 08 21/34 32 22-12 und -13

info@context-mv.de

www.context-mv.de

»Redaktion

Martin Kluger (verantwortlich)

Candida Sisto

Jessica Wenninger

»Terminredaktion

Axel Jäckle

Regio Augsburg Tourismus GmbH

Telefon 08 21/5 02 07-36

marketing@regio-augsburg.de

» Layout und grafische Produktion

Daniel Reißner (Design)

Thomas Leberle (Produktion)

concret Werbeagentur GmbH

www.concret-wa.de

» Mediaberatung

Werner Vöst

Verlagsbüro & Medienagentur

Schertlinstraße 11/151, 86159 Augsburg

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Alle Angaben und Termine ohne Gewähr.

Stand: 1/2017


XXXXXXX

Gold ziert die hölzerne Decke, ein Kaiserzyklus die Wände: Als die

Reichs stadt Augsburg bis 1624 den Goldenen Saal im wenige Jahre

zuvor errichteten Renaissancerathaus ausstattete, wurde an nichts

gespart. Der Prunksaal verdeutlicht die einstige Bedeutung Augsburgs,

das im 16. Jahrhundert die heimliche Hauptstadt des Reiches

war. Der Goldene Saal ist ein Höhepunkt und zugleich der Schluss -

akkord der Ära des „goldenen Augsburgs der Renaissance“: 1634/35

ruinierte der Dreißigjährige Krieg die bis dahin so reiche Stadt.

4


XXXXXXX

2000 JAHRE AUGSBURG

Erste Liga beim

Fußball, Weltklasse

in Sachen Geschichte

Im „goldenen Augsburg der Renaissance“ stößt man

auf große Namen und Ereignisse aus zwei Jahrtausenden

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (15),

Ulrich Wagner (1/Luftbild),

Regio Augsburg

Tourismus GmbH (1)

5


HÖHEPUNKTE IM 2000-JÄHRIGEN AUGSBURG

6

Augsburg ist eine

sehenswerte Stadt:

Zwischen 1615 und 1620

wurde das Renaissancerathaus

errichtet. Der

Augustus brunnen auf

dem Rathausplatz entstand

schon ab 1588.

Das Rathaus und der

Brunnen bilden mit

dem benachbarten

Perlachturm eines

der bedeutendsten

Renaissanceensembles

nördlich der Alpen.

Bundesliga-Fußball hat Augsburg seit

einigen Jahren auch zu bieten. Das

freut Augsburgs Tourismusdirektor

Götz Beck erstens als Fußballfan,

zweitens nicht zuletzt auch unter dem Gesichts -

punkt steigender Bekanntheit. Woche für Woche

bundesweit und darüber hinaus Augsburg in

der Sportberichterstattung – das tut dem Image

der Stadt am Lech gut.

Wer sich über Erstligafußball hinaus auch

noch für Geschichte und Geschichten interessiert,

weiß: In dieser Kategorie spielt Augsburg nicht

„nur“ in der ersten deutschen Liga. Mit Namen

wie Fugger und Welser, Mozart, Brecht und

»

Augsburgs Geschichte ist

Weltklasse. Seine historische

Wasserwirtschaft wird 2019

vielleicht sogar Welterbe.

«

Diesel, mit seiner römischen Vergangenheit,

mit dem „goldenen Augsburg der Renaissance“

und seinen Denkmälern, der Bedeutung für die

Reformation nicht nur in Deutschland, aber

auch mit der Industriegeschichte des „deutschen

Manchesters“ im 19. und frühen 20. Jahrhundert

spielt diese Stadt nochmal ein, zwei Klassen

höher. Denn mit Blick auf seine Historie, die

Prominenten der Geschichte und die Sehenswürdigkeiten

der Fuggerstadt ist Augsburg

man darf es ohne Erröten behaupten – Weltklasse.

Dies im Übrigen vielleicht schon ab

2019 mit einem weltweit gültigen „Gütesiegel“:

Dann wird die historische Augsburger Wasserwirtschaft

(Bewerbungstitel „Wasserbau und Wasserkraft,

Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg“)

mit ihren Architektur-, Technik- und

Kunstdenkmälern mög licherweise in die Liste

des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Erhielte

die Stadt 2019 das begehrte UNESCO-Prädikat,

wäre sie als international bekannte Welterbestätte

sozusagen „un absteig bar“.

Derart dicht bestückt ist die Liste großer

geschichtlicher Ereignisse in Augsburg, dass

diese Stadt, die im 16. Jahrhundert die heimliche

Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches

und eine der bevölkerungsreichsten, wenn nicht

gar die größte Stadt Deutschlands war, fast

immer ein Jubiläums- oder Gedenkjahr hergibt.

Nach dem Reformationsjubiläum von 2017

auch 2018 Luther, der hier 1518 beim Verhör

durch Kardinal Cajetan seine Thesen nicht

»

2018 kann Augsburg wieder

Luther feiern: 1518 verweigerte

er in den Fuggerhäusern den

Widerruf seiner Thesen.

«

widerrief. 2019 könnte Augsburg des Kaisers

Maximilian I. gedenken, des am 12. Januar

1519 verstorbenen „Bürgermeisters von Augsburg

(so verspottete ihn der König von Frankreich).


HÖHEPUNKTE IM 2000-JÄHRIGEN AUGSBURG

Augsburg ist eine grüne Stadt: Vor den

ehemaligen Wehranlagen an der Bastion

beim Roten Tor entstand anlässlich der

Landesgartenschau von 1985 das von

Buchshecken gefasste humanistische

Kräutergärtlein. Hier sind Anfassen,

Riechen und ein bisschen Ernten für

den Eigenbedarf erlaubt.

Augsburg ist eine romantische Stadt: Die

Fuggerstadt ist eine leuchtende Station

an der Romantischen Straße. Bei einem

Stadtbummel ist der Weg entlang der

Maximilianstraße zwischen dem Rathaus

und der Ulrichsbasilika ein „Muss“: Die

Augsburger „Kaisermeile“ zählt zu den

schönsten Straßenzügen Deutschlands.

2021 wird wohl das 500-jährige Bestehen der

Fugger’schen Stiftungen groß gefeiert werden,

zu denen auch die Fuggerei, die heute älteste

Sozialsiedlung der Welt, zählt.

In der Fuggerei, der 1521 von Jakob Fugger

„dem Reichen“ gestifteten Reihenhaussiedlung

für unterstützungswürdige katholische Augsburger,

lebt man romantisch: 67 Häuser gruppieren

sich in dieser kleinen Stadt in der Stadt

um acht Gässchen. Rund 60 Quadratmeter ist

jede der 140 Wohnungen groß, die jährlich nur

unglaubliche 0,88 Euro Kaltmiete kosten. Schmale,

verwinkelte Gassen prägen auch das westlich

angrenzende Lechviertel und das benachbarte

Ulrichsviertel: Hier stehen vergleichsweise einfache

Handwe r kerhäuser wie das „Auf dem

Rain 7“, in dem 1898 Bertolt Brecht zur Welt

kam, der später das deutsche Theater revolutionierte.

Seine Familie lebte nach seiner Geburt

nur noch einige Monate lang im Obergeschoss

des zwischen zwei Lechkanälen eingeklemmten

Häuschens, weil im Erdgeschoss eine Feilenhauerei

lärmte. Der Blick auf Wasser blieb den

Brechts immerhin erhalten: Die zweite Wohnung

der Familie lag direkt am Inneren Stadtgraben,

die dritte ein paar hundert Meter weiter am

7


HÖHEPUNKTE IM 2000-JÄHRIGEN AUGSBURG

Augsburg bietet viele

Postkartenansichten:

Der schlanke Zwiebelturm

der Kirche des

Klosters Maria Stern

war in Süddeutsch land

einer der ersten. Der

Doppeladler im Giebel

der Fassade des Rat -

hauses zeigt die Verbundenheit

der Stadt

mit den Habsburgern.

Äußeren Stadtgraben. Nur ein paar Schritte

weiter und wieder am Wasser, hoch über dem

Inneren Stadtgraben und dem benachbarten

»

Fugger und Welser, die

Mozarts und Bert Brecht sind

die bekanntesten Prominenten

der Augsburger Geschichte.

«

Stadtbach, erinnert eine Gedenktafel am Haus

Springergässchen 8 daran, dass dort Rudolf

Diesel wohnte, als er in der nahen Maschinenfabrik

Augsburg (heute MAN) zwischen 1893

und 1897 den Dieselmotor entwickelte.

Ganz anders als solche Handwerkerquartiere

wirkt das „goldene Augsburg der Renaissance“

an der zentralen Straßenachse zwischen dem

Dom und den Ulrichskirchen sowie auf dem

und um den Rathaus platz. Wasser spenden dort

die drei prächtigen Monumentalbrunnen – der

Augustusbrunnen von Hubert Gerhard sowie

der Merkur- und der Herkulesbrunnen des

Adriaen de Vries. Sie zieren die Oberstadt, in

der die Reichen und Superreichen – die Fugger,

Welser und andere, heute weitgehend vergessene

Unternehmer der Frühen Neuzeit und des Barockzeitalters

– ihre Stadtpaläste errichteten.

Dazwischen liegen breite Straßen und weite

Plätze. Wie großzügig die Augsburger ihre seit

dem Mittelalter sprichwörtlich prächtige Stadt

anlegten, zeigt ein Blick auf Zahlen: Um das

Jahr 1800 war die bebaute Fläche Augsburgs

dreimal so groß wie die von Wien. Allerdings

lebten in der Stadt an der Donau dreimal so

Augsburg ist bunt:

Die bunteste Seite der

Stadt bildet das Sortiment

des Stadtmarkts.

Dieser Augsburger

„Viktualienmarkt“

versorgt nicht nur mit

frischen Lebensmitteln,

Delikatessen und

Blumen. Hier schmeckt

auch eine Brotzeit.

8


Dom Hotel

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Als Gast behandelt zu werden und nicht bloß

als Kunde? Eine ruhige Lage, die trotzdem

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HÖHEPUNKTE IM 2000-JÄHRIGEN AUGSBURG

Augsburg lässt

die Puppen tanzen:

Bill Bo und seine

Bande gehören zu den

großen TV-Stars im

Museum der Augs -

burger Puppenkiste.

Augsburg ist sozial:

Die Fuggerei, eine

Stadt in der Stadt, ist

die älteste bestehende

Sozialsiedlung der Welt.

Der Abguss einer Büste

des Stifters, Jakob

Fuggers „des Reichen“,

steht in der Grünanlage

der ab 1516 errichteten

Reihen haussiedlung.

viele Menschen wie in der am Lech. Was dieses

Augsburg aber einmal war, bevor Hungersnot

und Pest im Dreißigjährigen Krieg zwei Drittel

der Bewohner dieser Stadt auslöschten, zeigt

der prunkvolle Goldene Saal im Augsburger

Rathaus. Dort zieren Fresken bedeutender heidnischer

und deutscher Herrscher (von Alexander

dem Großen, dem König von Makedonien,

über den römischen Imperator Caesar bis zum

Habsburgerkaiser Karl V.) die Wände unter der

abgehängten, reich geschnitzten vergoldeten

Holzdecke der „guten Stube“ der Stadt. Ein

Zyklus römischer Imperatoren und Kaiser veredelt

das großzügige Treppenhaus, über das

der Weg hinauf zum Goldenen Saal führt:

Bronzebüsten von Caesar, Augustus, Nero und

Co. erinnern ebenso wie die bronzene Augustus -

figur auf dem Pfeiler des Augustusbrunnens

auf dem Rathausplatz daran, dass Augsburg

eine Stadtgründung der Römer ist. Schon im

16. Jahrhundert war man stolz darauf.

Antike Relikte des römischen Augsburgs

findet man unweit vom Rathaus ebenfalls in

einem Renaissancebau – in der Toskanischen

»

Augsburg wurde von den

Römern gegründet – und

ist eine der ältesten

Städte Deutschlands.

«

Säulenhalle des Zeughauses. Die dortige Ausstellung

mit Grabungsfunden – Steindenkmäler,

Keramik, Bronzefiguren, Gläser sowie Münzen

aus Augusta Vindelicum und die Reste eines

römischen Floßhafens am Lech – ersetzt auf

Jahre hin das Römische Museum, das in der

10


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HÖHEPUNKTE IM 2000-JÄHRIGEN AUGSBURG

Augsburg ist Rokoko:

Den lichtdurchfluteten

Festsaal im barocken

Schaezlerpalais sieht

man beim Besuch der

Barockgalerie der

Kunstsammlungen und

Museen Augsburg.

Augsburg ist

Industriegeschichte:

Das Staat liche Textilund

In dustriemuseum

(tim) zeigt Maschinen

aus der großen Zeit

der Textilfabriken.

derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossenen

Dominikanerklosterkirche St. Magdalena

untergebracht war. Die Ausstellung im Zeughaus

(„Römerlager – Das Römische Augsburg in

Kisten“) lohnt jedenfalls den Weg.

Auch der Weg ins Domviertel lohnt sich:

Der romanisch-gotische Mariendom ist ohnehin

eine der großen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Zu seinen Höhepunkten zählen zwei figurenreiche

gotische Portale, die romanische Krypta

und die Prophetenfenster, der älteste Glasmalereizyklus

der Welt. Um den Dom herum geht

es ebenfalls ein wenig enger zu, wenn auch der

Fronhof – ein stiller Park zwischen dem Dom

und dem Stadtpalast der Kirchenfürsten, der

fürstbischöflichen Residenz – und der barocke

Hof garten die Häuserzeilen auflockern. Fast im

Schatten der gotischen Doppeltürme des Doms

kam 1719 in der Frauentorstraße ein weiterer

Prominenter zur Welt. Hinter der schmalen

Barock fassade mit der Hausnummer 30 – dem

heutigen Mozarthaus – wurde Leopold Mozart

geboren. Der spätere Salzburger Vizehofkapellmeister

und Komponist war der Vater des 1756

geborenen Wolfgang Amadé Mozart. Dessen

„schlimmes Bäsle“, dem er nach seinem Augsburg-Aufenthalt

im Jahr 1777 die leicht ferkeligen

„Bäsle-Briefe“ schickte, lebte übrigens unweit

12


Kaffeehaus im Thalia

Café Küche Kino

Im traumhaften

Galeriesaal eines ehemaligen

Kinos mitten

in der Stadt Nähe Dom,

im gleichen Haus die

beliebten Thalia-Kinos

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HÖHEPUNKTE IM 2000-JÄHRIGEN AUGSBURG

Augsburg ist brechtig:

Im Brechthaus „Auf

dem Rain 7“ kam

der berühmte Dichter

und Drama turg 1898

zur Welt. Dort doku -

mentiert heute eine

Dauerausstellung das

Leben und Werk des

großen Augsburgers.

Augsburg ist

mozärtlich: Eine

Büste Wolfgang Amadé

Mozarts steht im

kleinen Garten des

Mozarthauses: Wo

heute ein Museum die

Familiengeschichte der

Mozarts näherbringt,

wurde 1719 sein Vater

Leopold geboren.

sieht man heute im Puppentheatermuseum „die

Kiste“ im Heilig-Geist-Spital beim Roten Tor.

Was die mediale Präsenz angeht, werden all

diese Promis von den schon erwähnten Bundesliga-Fußballern

unterstützt, wenn es darum

geht, den Namen der Stadt nach außen zu

tragen. Erstklassig sind auch die „Augsburger

Panther“, das Profiteam in der Deutschen Eisdes

Mozarthauses in der Jesuitengasse. Heute

erinnert eine Gedenktafel an der Hausfassade

Jesuitengasse 24 an Maria Anna Thekla Mozart,

die ihren Cousin geküsst (wohl mehr als das)

und geliebt hat. Er aber hatte das „Häsle-Bäsle“

bereits ein paar Reisestationen weiter – in Mannheim

– gegen eine andere eingetauscht. Fünfmal

hat sich Wolfgang Amadé in der „vatterstadt“

seines Papa aufgehalten. Die Dauerausstellung

im Mozarthaus erzählt davon und von der

Familien geschichte der schwäbischen Mozarts.

Fugger und Welser, die Mozarts, Bert Brecht

und (für ein paar Jahre auch) Rudolf Diesel –

das sind, neben Stadtwerkmeister Elias Holl,

dem Architekten des Renaissancerathauses, und

Hans Holbein d. J., dem Hofmaler des englischen

König Heinrichs VIII., wohl die bekanntesten

Augsburger. Zu den prominentesten Botschaftern

dieser Stadt zählen auch ein paar Holzköpfe:

Die Marionetten der Augsburger Puppenkiste

kennt man noch wegen der legendären TV-

Vier teiler, die ab den 1960er-Jahren Kinder und

Kindgebliebene an die Bildschirme fesselten.

Die „Stars an Fäden“ aus jener Ära, Jim Knopf

und den Lokomotivführer Lukas, das Urmel,

Bill Bo, die Blechbüchsenarmee und das Sams,

»

Die bekanntesten Holzköpfe

Deutschlands stellt das

Museum der Augsburger

Puppenkiste aus.

«

14


HÖHEPUNKTE IM 2000-JÄHRIGEN AUGSBURG

hockey Liga (DEL). Weltklassesport wird zudem

am Augsburger Eiskanal, der olympischen

Kanuslalomstrecke von 1972, getrieben.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an

Sehenswertem, Erlebnissen und Veranstaltungen

mehr, die den Weg nach Augsburg lohnen:

ganzjährig zum Beispiel der Stadtmarkt mit

seinem Angebot von Gemüse, Obst und Blumen

bis zu Brot, Fleisch, Fisch und Delikatessen.

Natürlich auch die glanzvollen Museen der

Kunstsammlungen und Museen Augsburg: Im

Schaezlerpalais zeigt die Deutsche Barock galerie

süddeutsche Malerei aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Der Gang durch diese Ausstellung im

barocken Palast eines Augsburger Silberhändlers

führt nicht zuletzt in den lichtdurchfluteten

»

Viel zu entdecken – vom

bunten Stadtmarkt über

die Museumslandschaft bis zur

Freilichtbühne am Roten Tor.

«

Rokokofestsaal, bei dessen Eröffnung die spätere

französische Königin Marie Antoinette 1770

ein Paar Schuhe durchgetanzt haben soll.

Der Zoo lockt mit seinem großen Afrikapanorama

und den 2016 geborenen Nashornbabys,

der benachbarte Botanische Garten ist

ein „Erlebnis durch vier Jahreszeiten“. Saisonale

Höhepunkte sind zum Beispiel die Freilichtbühne

am Roten Tor, die zweitgrößte Deutschlands,

und der Christkindlesmarkt vor der stimmungsvollen

Kulisse von Rathaus und Perlach.

Es gibt noch einiges mehr zu entdecken:

Zum Beispiel das Kurhaustheater im Stadtteil

Göggingen, das weltweit einzige noch bespielte

Multifunktionstheater des 19. Jahrhunderts. Ein

Besuch lohnt sich mit Veranstaltung, aber auch

ohne: Den schönsten Blick auf die Fassade genießt

man vom Park aus. Das Glanzlicht ist

aber das Innere des Palastes aus Licht und Glas:

Der „Merian“ zählte diesen Bau zu den 200 bedeutendsten

Kultur-Highlights in Deutschland.

Augsburger Sehenswürdigkeiten

außerhalb der Innenstadt: 2016 gab

es Nachwuchs bei Nashorns im Zoo. Zu

jeder Jahreszeit reizvolle Perspektiven

bietet der Botanische Garten – so wie

hier im Japangarten. Mit und ohne Veranstaltung

sehenswert ist das Kurhaus

im Augsburger Stadtteil Göggingen.

» Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten

in der Stadt Augsburg, zu Führungen,

Museen und Veranstaltungen informiert

die Regio Augsburg Tourismus GmbH

unter: www.augsburg-tourismus.de

» Unter dieser Webadresse findet man auch

Broschüren der Regio Augsburg Tourismus

GmbH als PDFs zum Download (gedruckt

bei der Tourist-Information am Rathausplatz

oder auf Anforderung).

» „Augsburg. Der Stadtführer durch 2000

Jahre Geschichte“ lautet der Titel des offiziellen

Reiseführers der Regio Augsburg

Tourismus GmbH (216 Seiten, 274 Fotos,

14 Karten, 12,80 Euro). Bei der Tourist-Info

und bundesweit im Buchhandel erhältlich.

15


PAPST FRANZISKUS, DIE MADONNA UND DIE SCHÖNSTEN KIRCHEN

Betende vor dem

Gemälde der Maria

Knotenlöserin in der

Augsburger Kirche

St. Peter am Perlach.

Seitdem bekannt

wurde, wie sehr Papst

Franziskus das im Jahr

1700 gestiftete Ge -

mälde schätzt, wird

es (noch mehr als

früher schon) von

Gläubigen aus aller

Welt besucht.

Maria Knotenlöserin und der Papst: das

Gnadenbild von St. Peter am Perlach

Papst Franziskus hat ein Lieblingsbild – die Maria Knotenlöserin, deren Augsburger Original

in St. Peter am Perlach hängt. Das ist der Grund, warum derzeit besonders viele Gläubige die

Kirche neben dem Rathaus besuchen. Doch Augsburg hat weit mehr sehenswerte Gotteshäuser

zu bieten – vom Dom über die Ulrichskirchen und St. Moritz bis zu St. Anna.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Gilbert McCarragher (1),

Martin Kluger (2)

Es war ein Pressetermin im Vatikan:

Papst Franziskus stellte den internationalen

Medien zwei neue Mitarbeiter

vor und präsentierte sich dann mit

den beiden vor dem Gemälde einer knoten -

lösenden Madonna den Fotografen. Die so entstandenen

Motive wurden von Zeitungen und

Webseiten weltweit verbreitet. Das Gemälde

im Vatikan ist aber nur eine Kopie – das Original

der Maria Knotenlöserin hängt seit dem Jahr

1700 in St. Peter am Perlach in Augsburg.

Dieses Gemälde hatte der Jesuit Jorge Mario

Bergoglio bei einem Augsburg-Besuch im Jahr

1986 kennengelernt. Der heutige Papst förderte

später die Verehrung des Gnadenbildes in seiner

Heimat Argentinien. Das ist der Grund dafür,

warum ausgerechnet ein Gemälde aus einer

Augsburger Kirche in Südamerika zigtausend -

fach verbreitet wurde. Die Vorliebe des Papstes

für die Augsburger Madonna ist der Grund für

die Kopie im Vatikan. Diese Vorgeschichte ist

der Grund dafür, dass man fast immer andächtig

Betende vor dem Gnadenbild antrifft.

» Augsburg hat noch viele weitere sehenswerte

Kirchen zu bieten: den Dom, die

Doppelkirchen von St. Ulrich und Heilig

Kreuz, die vom Stararchitekten John Pawson

gestaltete Kirche St. Moritz, St. Anna…

» Die Broschüre „Kirchen und Klöster,

Sakralbauten und Pilgerwege“ führt zu

Gotte s häusern in Augsburg und in der

Region (www.augsburg-tourismus.de).

Der Dom ist die älteste

und auch größte Kirche

in der Bischofsstadt

Augsburg. Rechts: Viel

Aufsehen erregte die

Reno vierung der Kirche

St. Moritz, wo der

britische Architekt und

Designer John Pawson

einen von Weiß dominierten

„Kirchen raum

der Zukunft“ schuf.

16


Bleichstraße

STADTPLAN AUGSBURG MIT SEHENSWÜRDIGKEITEN IN DER RENAISSANCESTADT

IN DER STADT AUGSBURG

Sehenswürdigkeiten

in der Renaissancestadt

ÖFFENTLICHER STADTRUNDGANG

„Auf den Spuren der Fugger durchs goldene Augsburg

April bis Oktober: täglich 11 und 14 Uhr

November bis März: Samstag und Sonntag 11 und 14 Uhr

ALLE STADTFÜHRUNGEN

www.augsburg-tourismus.de | Telefon 08 21/5 02 07-33

Tourist-Information, Rathausplatz 1

Senkelbachstraße

Klinkerberg

Gunte r s traße

Viktoriastraße

Imhofstraße

A n

Am

der Blauen

Garten

Georgenstraße

Am KatzenstadelLudwigstraße

straße

Frölichstraße

Prinzregenten

Rosenaustraße

23

Katzenstadel

Kappe

tachbrucker-Tor-Straße

Schaezlerstraße

straße

Auf dem Kreuz

Holbeinstraße

Bahnhofstraße

Halderstraße

Leonhardstraße

Gögginger Straße

Klinkertorstraße

Volkhartstraße

Lange Gasse

Alte Gasse

Heilig- Kreuz-Stra ße

20

Kohlergasse

Theaterstraße

Ernst-

Reuter-

Platz

Stadt-Wmarkt

Klinkertorplatz

Kennedy-

Platz

Schaezlerstraße

11

Hermanstraße

Beim Hafnerberg

Fuggerstraße

Völkstraße

Jesuitengasse

Hafnerberg

Im Thäle

Beethovenstraße

Frohsinnstraße

Alpenstraße

Kuhgässchen

Kornhausgasse

Kesselmarkt

19

Hallstraße

Kapuzinergasse

Neidhartstraße

Karmelitengasse

Grottenau Karlstraße

WC

Königsplatz

Völkstraße

Völkstraße

Kleine Grottenau

Stettenstraße

Pfärrle

Frauentorstraße

Meister-

9

Bus

& WC

Tram

Steingasse

Unter dem

Bogen

Hoher Weg

Pe utingerstraße

Annastraße

8

F

6

7

Bgm.-Fischer-Straße

Bleigässchen

Konrad-Adenauer-Allee

Schießgrabenstraße

Obstmarkt

10

Zeuggasse

Äußeres Pfaffengässchen

Mittleres Pfaffengässchen

F

Phil.-Welser-Straße

5

2

Katharinengasse

Karolinenstraße

WC

Mauerb

Schmiedberg

Theodor-Heuss-

Platz

Stephingerberg

erg

Hunoldsgraben

Beim

Pfaffenkeller

Spenglergässchen

Leonhardsberg

F

BH

3

Armenhausgasse

Weite Gasse

Kitzenmarkt

1

Karmelitenmauer

Wintergasse Dominikanergasse

12

Maximilianstraße

13

Afrawald

Schwibbogenplatz

Ulrichsplatz

14

21

4

Kappelberg

18

Pr

Schwedenweg

edigerberg

Ulr

Müllerstraße

Bei den

sieben

Kindeln

Vorderer Lech

Mittlerer Graben

Unterer Graben

Am Rößlebad

Kirchgasse

i c hsgasse

Kanalstraße

Bert-Brecht-Straße

Pulver gässchen

Henisiusstraße

F

I

II

Hinterer

III

IV

V

Pilgerhausstraße

Mittlerer Lech

Eserwallstraße

BP

Lech

Milchberg

Bäckergasse

Quergässchen

Jakoberstraße

Oberer Graben

Schlossermauer

Am Schwall

Am Brun n enlech

Spitalgasse

Schwibbogengasse

Klauckestraße

Lauterlech

Franziskanergasse

Stephansplatz

Schwibbogenmauer

Riedlerstraße

Bei St. Max

Hasengasse

Bei der

Jakobskirche

17 BP

Forsterstraße

Margaretenstraße

15

Am Eser

16

Rotes Tor

Freilichtbühne

F WC

Jakobspl a tz

Veits-Gasse

Remb oldstraße

R ote-Torwall-Straße

Oblatterwallstraße

Kahnfahrt

Vesaliusstraße

Gänsbühl

Paracelsusstraße

Lochgässchen

Vogelmauer

Rauwolffstraße

Kappeneck

Jakoberwallstraße

Wolfsgässchen

F

Wagenhalsstraße

Wolfsgässchen

Prinzstraße

Untere Jakobermauer

Gärtnerstraße

Oblatterwallstraße

Jakoberstraße

Wagenhalsstraße

Provinostraße

Rosengasse

Allee

Obere

Werner-Haas-Straße

Friedberger Straße/B300

BP

BH

F

Jakobermauer

Obgm.-Dreifuß-Straße

Tourist-Information

Parkplatz/Parkhaus

Busparkplatz

Bushaltepunkt

Fahrradmietstation

Nagahama-Allee

Bergmühlst raße

Argonstraße

Zobelstraße

Raunerstraße

Theodor-Wiedemann-Straße

Obgm.-Hohner-Str.

str aße

Provino

22

Sanderstraße

© context verlag Augsburg

1

Rathaus und Perlachturm

7

Diözesanmuseum St. Afra

13

Schaezlerpalais

18

Brechthaus

2

Augustusbrunnen

8

Mozarthaus

14

Ulrichskirchen

19

Naturmuseum und Planetarium

3

Merkurbrunnen

9

St.-Anna-Kirche

15

Heilig-Geist-Spital/Puppenkiste

20

Heilig-Kreuz-Kirchen

4

Herkulesbrunnen

10

Maximilianmuseum

16

Wasserwerk am Roten Tor/

21

Fugger und Welser Erlebnismuseum

5

Zeughaus

11

Synagoge

Freilichtbühne am Roten Tor

22

Textil- und Industriemuseum (tim)

6

Dom und Fronhof

12

Fuggerhäuser

17

Fuggerei/Fuggereimuseum

23

Kongresszentrum und Hotelturm

Perlachturm, Theater Augsburg und St. Magdalena (Römisches Museum) 2017 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen

19


DIE AUGSBURGER FUGGEREI

Die 67 Häuschen in

der Fuggerei gehören

zu den größten Sehens -

würdigkeiten in der

Fuggerstadt Augsburg.

Ein Jahr wohnen für 0,88 Euro und drei

Gebete täglich – die Augsburger Fuggerei

Die Fuggerei ist wohl Augsburgs Tourismusziel Nummer eins: Sie ist die älteste bestehende

Sozialsiedlung der Welt. Auch ihre Geschichte ist schier unglaublich: In dieser Stiftung Jakob

Fuggers kostet die Jahresmiete einer Wohnung nur 0,88 Euro – und täglich drei Gebete.

20

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Wolfgang B. Kleiner (2),

Martin Kluger (1)

Das kleine Fuggerei -

museum zeigt, wie man

im 18. Jahr hundert

in der Sozialsiedlung

wohnte.

Keine Führung durch die Fuggerei und

keine Geschichte der Sozialstiftung

kommt an diesem Kuriosum vorbei:

88 Cent kostet die Kaltmiete für eine

rund 60 Quadratmeter große Wohnung – jährlich.

Das entspricht, nominal umgerechnet, jenem

Rheinischen Gulden, der 1516 als Mietzins festgelegt

wurde. Damals wurden die ersten Häuser

der Sozialsiedlung errichtet. Das hochoffizielle

Gründungsdatum der Fuggerei wird jedoch erst

2021 gefeiert: Am 23. August 1521 unterschrieb

Jakob Fugger „der Reiche“ seinen Stiftungsbrief.

Die so oder so lange Geschichte der Stiftung

des Kaufherrn und Bankiers Jakob Fugger erzählt

das kleine Fuggereimuseum. Der Weg dorthin

»

Die Fuggerei ist die älteste

bestehende Sozialsiedlung der

Welt – das Fuggereimuseum

erklärt ihre Geschichte.

«

führt vom Eingang an der Jakoberstraße über

die zentrale Herrengasse und vorbei am romantischen

Schale n brunnen zum Häuschen

Mittlere Gasse 14. Dort liegt der Eingang zum

Museum. Über der Tür erinnert eine steinerne

Gedenktafel an der Fassade daran, dass hier der

Maurermeister Franz Mozart, der Urgroßvater

Wolfgang Amadé Mozarts, lebte. Das benachbarte

Haus Mittlere Gasse 13, Teil des Museums,

zeigt eine Wohnung im Stil des 18. Jahrhunderts.

Wie man heute in der Fuggerei lebt, sieht man

in der Schauwohnung in der Ochsengasse 51.

Derzeit wohnen in den 140 Wohnungen

der 67 zweigeschossigen Häuschen um die acht

Gassen der Fuggerei circa 150 katholische Augsburger.

Das alles in ruhiger, von Verkehr und

von Lärm unbehelligter Innenstadtlage. Denn

auch das gehört zu den Besonderheiten der

Fuggerei: Nachts wird das Tor an der Jakober -

straße geschlossen. Fuggereibewohner, die nach


DIE AUGSBURGER FUGGEREI

In der Fuggerei findet

man zwar zwei Museen,

doch die Sozialsiedlung

selbst ist kein Museum:

In den insgesamt

140 Wohnungen leben

rund 150 bedürftige

Menschen: Wer hier

einziehen will, muss

aber Bürger der Stadt

Augsburg und katho -

lisch sein. Die Liste

der Bewerber für eine

der Wohnungen in der

Sozialsiedlung ist lang.

22 Uhr in die Sozialsiedlung zurückkehren,

müssen dafür beim Nachtwächter am Ochsentor

einen Obolus von 50 Cent berappen, und ab

Mitternacht beträgt er sogar einen Euro. Beides

dürfte angesichts der günstigen Jahresmiete

leicht zu verschmerzen sein.

Finanziert wird die Fuggerei noch immer

durch die Stiftung Jakob Fuggers. Deshalb sollen

Fuggereibewohner bis heute täglich einmal das

Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und das

Ave-Maria für den Stifter und seine Familie

beten. Überprüft wird das natürlich nicht.

Besucher dieser weltberühmten Augsburger

Sehenswürdigkeit tragen heutzutage ihr Scherflein

als „Stifter im Kleinen“ bei. Denn der Besuch

der Fuggerei, bei dem neben dem Fuggerei -

museum und der Schauwohnung auch der

„Weltkriegsbunker in der Fuggerei“ besichtigt

werden kann, kostet Eintritt. Das Museum im

original erhaltenen Bunker dokumentiert die

Zerstörung der Sozialsiedlung im Zweiten Weltkrieg

und ihren umgehenden Wiederaufbau.

Für das leibliche Wohl der Besucher sorgt das

Restaurant „Die Tafeldecker“ – im Sommer

auch im Biergarten auf dem Markusplätzle.

Die Fuggerei ist täglich geöffnet: von April

bis September von 8 bis 20 Uhr, von Oktober

bis März von 9 bis 18 Uhr. Auskünfte bei den

Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen,

Telefon 08 21/31 98 81-0 (www.fugger.de).

In der Fuggerstadt: Sehenswertes

mit und ohne Führung entdecken

Die Fuggerei ist nur eine, wenn auch die bekannteste

Sehenswürdigkeit auf den Spuren der Fugger in

Augsburg. Nicht nur die Museen in der Fuggerei,

sondern vor allem auch das innovative „Fugger und

Welser Erlebnismuseum“ (Äußeres Pfaffengässchen

23) erzählen von reichen Konzernchefs der Frühen

Neuzeit (www.fugger-und-welser-museum.de).

Die Regio Augsburg Tourismus GmbH führt

zudem in die Badstuben in den Fuggerhäusern (Mai

bis Oktober: jeweils freitags bis sonntags, 15 Uhr):

Zwei Sammlungsraüme im Fuggerstadtpalast sind

ein Raumkunstwerk des florentiner Manierismus.

Ungeführt entdeckt man Denkmäler der Familie

auf der ausgeschilderten Route „Auf den Spuren

der Fugger“. Diese und andere Ziele stellt das Reise -

taschenbuch „Die Fugger in Augsburg“ (264 Seiten,

312 Abbildungen, context verlag Augsburg) vor. Es

ist wie der Denkmalführer „Die Fuggerei“ bundesweit

im Buchhandel erhältlich (www.context-mv.de).

»Infos zur Fuggerstadt Augsburg sowie zu

Führungen und Besichtigungen, Prospekte

und Reisetaschenbücher erhält man bei

der Regio Augsburg Tourismus GmbH

(www.augsburg-tourismus.de)

Broschüren der Regio

und der Fuggerei sowie

Reiseführer für die

Fuggerstadt und zur

Fuggerei informieren

zu Denkmälern der

Fugger in Augsburg.

21


AUGSBURG UND DIE REGION IM INTERNET

Eine 360°-Panorama-

Tour ermöglicht eine

un gewohnte Sicht

auf Augsburg: Die

Website der Regio

Augsburg Tourismus

GmbH führt zu spektakulären

Eindrücken aus

der Vogelperspektive.

Text:

Martin Kluger

Candida Sisto

Fotografie:

Achim Bunz (1),

Martin Kluger (2)

Augsburg und seine Nachbarn unter www.augsburg-tourismus.de

Klar, ein Onlineangebot kann den Aufenthalt in

Augsburg nicht ersetzen. Wer sich aber schon mal

vorab ein Bild machen und umfassend informieren

will, besucht vorzugsweise die Website der Regio

Augsburg Tourismus GmbH. Dort findet man Infos

zu Augsburg und seinen Nachbarlandkreisen – dem

Augsburger Land und dem Wittels bacher Land:

Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten, Erlebnissen,

Hotellerie- und Gastrotipps sowie eine Übersicht

über das Angebot an Stadtführungen, aktuelle Veranstaltungshinweise,

Broschüren zum Download

und ein Onlinebuchungssystem für die Übernach-

tung. Spektakuläre visuelle Eindrücke ermöglicht

eine 360°-Panorama-Tour: Aus der Vogel perspektive

erlebt man Höhepunkte wie den Christkindlesmarkt,

den Zoo und den Botanischen Garten, die

Maximilianstraße mit den Monumentalbrunnen,

das Wasserwerk am Roten Tor und viele mehr.

» Die Website der Regio Augsburg Tourismus

GmbH ist das zentrale Infoportal für Gäste

in Augsburg und den beiden Nachbarlandkreisen:

www.augsburg-tourismus.de

Text: Candida Sisto | Fotografie: Gerhard Ruff (1), Mazda-Museum (1), Regio Augsburg Tourismus GmbH (1)

Zentral & komfortabel

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Das InterCityHotel in Augsburg ist der

perfekte Ausgangspunkt, um die Fuggerstadt zu ent decken.

Durch die Gassen der Augsburger Altstadt bummeln,

his torischen Pfaden folgen und den Charme der tradi -

tions reichen Universitätsstadt spüren – in Augsburg gibt

es viel zu erleben.

So fängt der Tag in Augsburg gut

an: Nach einer ruhigen Nacht im

InterCityHotel ge nießt man das

Frühstücksbüfett und entdeckt

da nach die sehens werte Fuggerstadt.

Das InterCityHotel in Augsburg

empfängt mit schallisolierten

Zimmern in der zentralen Halderstraße

(nahe Hauptbahnhof).

Eine Erkundungstour startet man

am besten im InterCityHotel Augsburg. Das

moderne Haus in der Halderstraße liegt direkt

am Hauptbahnhof. Sehenswürdigkeiten wie

das Renaissancerathaus, die Fuggerhäuser, das

Schaezlerpalais oder das Theater sind bequem

zu Fuß zu erreichen. Mit dem Zimmerausweis

hält jeder Gast außerdem das FreeCityTicket

in der Hand, mit dem er den öffentlichen

Nahverkehr kostenfrei nutzen und so auch

entferntere Ziele entdecken kann.

Das InterCityHotel Augsburg verfügt über 120

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Das InterCityHotel Augsburg ist buchbar über

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treibt die InterCityHotel GmbH als 100-prozentige

Tochterfirma der Steigenberger Hotels AG

zurzeit noch 41 in Deutschland, Österreich,

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Europas erstes Mazda-Museum

eröffnet 2017 in Augsburg

Mazda-Modelle wie der 323, der 626 und der MX-5

sind Kult. Ein Cosmo Sport ist das Herzstück der

weltweit größten Sammlung von Mazda-Serienm

odellen, die eine Augsburger Autohändler-Familie

seit 1980 zusammengetragen hat. Daneben repräsentieren

120 Fahrzeuge im 2017 eröffneten „Mazda

Classic – Automobil Museum Frey“ die Typen- und

Baureihen, die der japanische Autobauer seit den

1930er-Jahren herausgebracht hat. Der Charme der

Klassiker kommt im liebevoll sanierten Tramdepot

von 1897 am Senkelbach perfekt zur Geltung.

Gut beraten: Infos und Souvenirs

am Augsburger Rathausplatz

Die Tourist-Info der Regio Augsburg Tourismus

GmbH liegt zentral am Augsburger Rathausplatz

und ist die erste Anlaufstelle für Gäste. Hier erhält

man neben Auskünften und Broschüren zu Stadtführungen,

Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und

Terminen auch Souvenirs wie das Augsburg-T-Shirt,

Stadtpläne, Literatur und mehr. Öffnungszeiten:

· April bis Oktober: Mo bis Fr 8.30 bis 17.30 Uhr,

Sa 10 bis 17 Uhr, So 10 bis 15 Uhr

· November bis März: Mo bis Fr 9 bis 17 Uhr,

Sa 10 bis 17 Uhr, So 10 bis 15 Uhr

Fans können ab März

2017 die Faszination

der Klassiker aus der

japanischen Motorenschmiede

in Europas

erstem Mazda-Museum

erleben (links). In der

Tourist-Info am Rathausplatz

erhält man

die neuen Augsburg-

T-Shirts (Bild) und

weitere Souvenirs,

Literatur sowie kostenlose

Broschüren zu

Augsburg, zum Wittelsbacher

Land und Augsburger

Land.

»Mazda Classic – Automobil Museum Frey

Wertachstraße 29b, Augsburg

Telefon 08 21/8 23 72 91

www.mazda-classic-frey.de

» Tourist-Information am Rathausplatz

Telefon 08 21/5 02 07-0

tourismus@regio-augsburg.de

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Schlafen & Tagen im

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Als kleine grüne Insel in der Stadt können Sie sich bei uns ganzheitlich, auch im Schlaf,

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Comfort, Bio- und Salzzimmer.

Für ein entspanntes Tagen stehen Ihnen voll ausgestattete Tagungsräume mit Blick in

den Garten, zur Verfügung. Auch kulinarisch versorgen wir Sie mit Nachhaltigkeit:

100% biologische, regionale und gesundheitsbewusste Küche.

Seien Sie Gast bei uns und genießen Sie während Ihres Aufenthaltes auch

die Salzgrotte, Salzsauna und die Angebote unseres Gesundheitszentrums.

Bio Hotel Bayerischer Wirt, Neuburger Str. 122, 86167 Augsburg,

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Führungen: Augsburg

erleben und entdecken

Öffentlicher Stadtrundgang: „Auf den

Spuren der Fugger durchs goldene

Augsburg“, 10 € pro Person inkl. Eintritte

Goldener Saal und Fuggerei, April bis

Oktober: täglich 11 Uhr (nur DE) und

14 Uhr (DE und E) sowie November bis

März: Samstag und Sonntag 11 Uhr (nur

DE) und 14 Uhr (DE und E)

TIPP: Beim Kauf eines Tickets für den

Stadtrundgang erhalten Sie 1 € Ermäßigung

auf den regulären Eintrittspreis

beim Besuch der folgenden Museen:

Mozarthaus, Brechthaus, Fugger und

Welser Erlebnismuseum (gilt auch am

Tag nach der Stadtführung).

Weitere Infos und Preise siehe unten.

Hier können Sie buchen

und sich informieren:

· Regio Augsburg Tourismus GmbH

Telefon +49/821/50207-33

Telefax +49/821/50207-45

stadtfuehrungen@regio-augsburg.de

www.augsburg-tourismus.de

Das komplette Angebot mit Buchungsmöglichkeit

finden Sie online

unter www.augsburg-tourismus.de

sowie in der Broschüre „Augsburg

Gruppenreisen“ (auch zum Download

auf der Website).

Auf den Spuren der Fugger durchs goldene Augsburg | Stadtführung

Die öffentliche Stadtführung (ohne Anmeldung)

führt auf den Spuren der Fugger zum Augustusbrunnen

und ins Rathaus, in die Fuggerhäuser, in

die Hand werkeraltstadt und die Fuggerei.

Leistungen:

Stadtführung

Termine:

· April bis Oktober: täglich 11 (nur DE), 14 Uhr (DE und E)

· November bis März: Sa./So. 11 (nur DE), 14 Uhr (DE und E)

Preise*:

· Erwachsene 10 € p.P.

· ermäßigt 8,50 € p.P.

(Schüler, Studenten, Behinderte)

· Familien (2 Erwachsene + 2 Kinder) 23 €

*jeweils inkl. Eintritte Fuggerei, Goldener Saal

Unser Klassiker:

Höhepunkte zu Fuß

Dauer:

2 Stunden

Treffpunkt:

Tourist-Info am Rathausplatz (bitte Tickets für den Stadtrundgang

ca. eine halbe Stunde vor Führungsbeginn in der

Tourist-Info holen)

2000 Jahre Augsburg in 2 Stunden | Stadtrundfahrt per Bus

Zu den schönsten Orten der Stadt: das prächtige

Renaissancerathaus und sein atemberaubend

schöner Goldener Saal, die Fuggerei – die älteste

Sozial siedlung der Welt – und der Barockgarten

des Schaezlerpalais.

Leistungen:

Stadtrundfahrt

Termine:

· 16. April bis 29. Oktober: Fr. 15 Uhr, Sa., So. 10.30 Uhr

· Advents wochenenden: Sa., So. 10.30 Uhr (nicht 24. Dezember)

· Feiertage: 10.30 Uhr

Preise *:

· Erwachsene 13 € p.P.

· ermäßigt 11 € p.P.

(Schüler, Studenten, Behinderte)

· Familien 33 Euro €

*jeweils inkl. Eintritte Fuggerei, Goldener Saal

Dauer:

2 Stunden

Treffpunkt:

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Jakob Fugger „höchstpersönlich“ | Stadtführung mit Schauspieler

Luther 2017

500 Jahre

Reformation

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Lutherstätten lassen

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und den deftigen Humor des Reformators durch

Sprichwörter, Redewendungen und Originalzitate

lebendig werden.

Martin Luther und der Kurzweil viel… „Wir schauen Martin Luther aufs Maul“ | Stadtführung

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blickt zurück auf eine über

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500 JAHRE REFORMATION

Martin Luthers

Wege in der

Reformationsstadt

Im Oktober 1518 verweigerte der Mönch aus Wittenberg in den

Augsburger Fuggerhäusern den Widerruf seiner Ablassthesen

26


Auch in der Reformationsstadt Augsburg feiert man 2017 den

Beginn der Reformation vor 500 Jahren. Nur ein Jahr später – zum

Reichstag von 1518 – wurde der Augustinermönch Martin Luther

nach Augsburg zitiert: Im Disput mit dem aus Rom an gereisten

Kardinal Cajetan sollte er seine 95 Thesen widerrufen. Dass Luther

trotz des drohenden Ketzerprozesses, der wohl seinen Tod auf dem

Scheiterhaufen bedeutet hätte, standhaft blieb, war ein Meilenstein

auf dem Weg zur Reformation. Ein Meilenstein auf Luthers

Augs burger Wegen ist die St.-Anna-Kirche: Augsburgs evangelische

Hauptkirche ist nur eine der Sehenswürdigkeiten der Reformations -

stadt – allerdings die wohl bedeutendste.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (13),

Joh. Schander/concret (1)

27


LUTHER 2017 | 500 JAHRE REFORMATION

28

Aus der Werkstatt

Lucas Cranachs d.Ä.

stammt das Luther-

Porträt im Ostchor der

Kirche St. Anna. Dieses

Gemälde ist eine der

Augsburger „Ikonen“

des Protestantismus.

Gleich daneben hängt

das Cranach-Porträt

von Luthers Landesherrn,

Kurfürst Johann

Friedrich „dem Weisen“.

Seinen Schutz hatte der

Mönch aus Wittenberg

bitter nötig: Als Luther

zum Reichstag von 1518

nach Augsburg reiste,

drohten ihm ein Ketzerprozess

und die Verbrennung

auf dem

Scheiterhaufen.

Zweimal in seinem Leben war Martin

Luther in Augsburg: das erste Mal im

Jahr 1512, das zweite Mal 1518. Beide

Aufenthalte in der „heimlichen Hauptstadt“

des Reiches, der Stadt der Reichstage

und der reichen Fugger und Welser, wird der

große Reformator nicht unbedingt in bester

Erinnerung gehabt haben.

Beim ersten Mal kam der Augustinermönch

als „Tourist“ auf seiner Rückreise aus Rom nach

Augsburg. Da mals war er noch wundergläubig

genug, um auf die Betrügerin Anna Laminit

hereinzufallen, die vorgab, sich seit Jahren nur

von Hostien zu ernähren. Bevor sie den „Beruf“

der Heiligen ergriffen hatte, hatte sich die

Laminit als Kupplerin und Betreiberin eines

(illegalen) Bordells über Wasser gehalten. Auf

die religiöse Betrügerin fielen dann nicht nur

»

Zweimal – 1512 und 1518 –

war Martin Luther in Augsburg,

der „heimlichen Hauptstadt“

des Reiches.

«

die Augsburger Eliten her ein (mit dem reichen

Anton Welser soll sie sogar ein Kind gehabt

haben), sondern sogar Kaiser Maximilian I.

Später ärgerte sich Martin Luther über sich

selbst, seine längst „geheilte“ Wundergläubigkeit

und über die „Bescheißerei“. Diese für Luther

eher peinliche Episode wäre nun freilich kein

guter Grund dafür, dass die einstige Reichsstadt

Augsburg 2017, wenn ganz Deutschland den

Thesenanschlag Martin Luthers vor 500 Jahren

als den Beginn der Reformation feiert, eine der

15 Stationen der Luthertour des Europäischen

Tourismusverbunds „Stätten der Reformation“

in Deutschland ist.

Wenn die Reformationsstadt Augsburg 2017

Besucher aus aller Welt erwarten darf, liegt das

am zweiten Aufenthalt Martin Luthers in der

»

Martin Luther wurde zum

Reichstag nach Augsburg

zitiert, weil er dort seine

95 Thesen widerrufen sollte.

«

glanzvollen Renaissancestadt, in der der Habsburgerkaiser

Maximilian I. – nicht zuletzt wegen

des im reichen Augsburg zu erwartenden Luxus

und der von ihm geschätzten Reize der schönen

Augsburgerinnen – gern seine Reichstage abhielt.

So war das auch im Jahr 1518: Zum damaligen

Augsburger Reichstag wurde der Mönch Martin

Luther zitiert. Der aus Rom angereiste Kurienkardinal

Cajetan wollte ihn hier zum Widerruf

seiner 95 Thesen bewegen. Seit Anfang Oktober

1518 hielt sich Martin Luther in Augsburg auf:

Daran erinnert die Gedenktafel beim Eingang

zum Kreuzgang der evangelischen St.-Anna-

Kirche. Im angrenzenden Konventsgebäude der

Karmeliten war der Mönch aus Wittenberg un-


LUTHER 2017 | 500 JAHRE REFORMATION

Im Kreuzgang der früheren Klosterkirche

St. Anna hat sich Luther im Oktober 1518

auf gehalten. Die Lutherstiege und der

kleine Lutherhof am Kreuzgang erinnern

heute ebenso an den fast zweiwöchigen

Aufenthalt des Reformators beim Augsburger

Reichstag wie eine steinerne

Luther-Gedenktafel am Eingang.

St. Anna ist Augsburgs evangelische

Haup tkirche. Die Fuggerkapelle im Westchor

(im Hintergrund) ist die Grablege

Jakob Fuggers „des Reichen“. Sie erinnert

auch daran, dass St. Anna ursprünglich

eine Karmelitenklosterkirche war. Der

posauneblasende Friedensengel auf der

barocken Kanzel symbolisiert die Freude

der Protestanten über das Ende des

Dreißigjährigen Krieges und die nach

dem „Westfälischen Frieden“ im Jahr

1648 errungene Gleichberechtigung der

Konfessionen – die „Augsburger Parität“.

tergekommen. Die Inschrift unter einem Porträt

des Reformators hält fest: „Hier im Karmeliterkloster

bei St. Anna wohnte Dr. Martin Luther

vom 7. bis 20. Oktober 1518 während seiner

Verhandlungen mit dem päpstlichen Legaten

Cajetan.“ Der Weg in die Kirche führt durch

den Kreuzgang und vorbei am kleinen Lutherhof

in die Annakirche, wo man im Ostchor auf ein

Porträt Martin Luthers aus der Werkstatt von

Lucas Cranach d.Ä. stößt. Rechts daneben

hängt ein Porträt des sächsischen Kurfürsten

Johann Friedrich: Er war der Förderer und

Schutzherr Luthers.

Die Lutherstiege, die schon der Reformator

bei seinem Aufenthalt im Karmelitenkloster

begangen hat, findet man am Kreuzgang. Diese

29


LUTHER 2017 | 500 JAHRE REFORMATION

Im Augsburger

Museum Lutherstiege,

einem theologischhistorischen

Museum

zur Reformations -

geschichte der Stadt,

stößt man auch auf

zahl reiche vertraute

Darstellungen des

streitbaren Mönchs

aus Wittenberg.

steile Treppe führt zu dem gleichnamigen theologisch-historischen

Museum zur Augsburger

Reformations geschichte in den Räumen des

einstigen Konvents hinauf. Die 2012 umgestaltete

Ausstellung in der Gedenkstätte (Ein tritt frei)

wurde 1983 anlässlich von Luthers 500. Geburtstag

eröffnet. Sie informiert multimedial

zu Mitstreitern und Gegnern des Reformators

und zu seinem Einfluss bei der Einführung der

Reformation in Augsburg. Ein Hauptthema ist

die drei tägige Disputation Martin Luthers mit

Kardinal Cajetan in den Fugger häusern, dem

Stadtpalast Jakob Fuggers „des Reichen“.

»

In den Augsburger

Fuggerhäusern verweigerte

Martin Luther im Oktober 1518

den Widerruf seiner Thesen.

«

In der Firmenzentrale des Augsburger Kaufherrn

fand vom 12. bis zum 14. Oktober 1518

Luthers Streitgespräch mit dem Gesandten des

Papstes statt. An diese folgenreichen Herbsttage

erinnert eine mit der Luther rose verzierte

Gedenktafel an der Fassade zur Maximilianstraße.

Ihre Inschrift lautet: „Martin Luther verweigerte

In der evangelischen

Heilig-Kreuz-Kirche

erinnert ein Luther-

Porträt in der großen

Sakristei an den ersten

Augsburg-Aufenthalt

des Augustinermönchs:

1512 nahm Martin

Luther im benachbarten

Augustiner chor -

herrenstift Quartier.

Sechs Jahre später verweigerte

der Reformator

in den Augsburger

Fugger häusern den

Widerruf seiner Thesen.

Eine Gedenktafel

er innert an diesen

Meilenstein auf dem

Weg zur Reformation.

30


LUTHER 2017 | 500 JAHRE REFORMATION

hier im Oktober 1518 gegenüber dem päpst -

lichen Legaten Cajetan den Widerruf seiner

Thesen“. Es muss heftig zugegangen sein bei

der Diskussion um Luthers Thesen zum Ablass.

Luther berichtete später: „Ich fing ungefähr

zehnmal an zu reden, und ebenso oft donnerte

er mich nieder. Schließlich fing auch ich an zu

schreien.“ Auch Kardinal Cajetan war mit seinem

Latein am Ende: „Ich will nicht weiter mit

»

Cajetan nannte Luther

eine Bestie mit tiefen Augen

und wundersamen

Spekulationen im Kopf.

«

dieser Bestie reden; denn sie hat tiefe Augen

und wundersame Spekulationen im Kopfe.“

Vom prachtvollen Ambiente zur Zeit des

Religionsdisputs im fuggerischen Stadtpalast ist

seit der Zerstörung der Fuggerhäuser im Zweiten

Weltkrieg nicht mehr viel zu sehen. Glanz und

Pracht dieser Epoche spiegelt noch am ehesten

die Fürstenhalle wider: Das Entree zur Fürst

Fugger Privatbank verbirgt sich hinter dem

Adlertor. Die mit dem doppelköpfigen Habsburgeradler

bemalte Eingangstür (Maximilianstraße

38) deutet an, dass sich die Kaiser bei

Reichstagen in Augsburg vorzugsweise in den

Fuggerhäusern einquartierten. Einen Eingang

weiter führt der Weg durch den kleinen Zofenhof

in den prachtvollen Damenhof: 1515 wurde er

nach dem Vorbild eines Palastes der Medici in

Florenz errichtet. Im Damenhof bewirtet heute

im Sommer ein Freiluftrestaurant.

Die Fuggerhäuser, die Kirche St. Anna und

die dortige Lutherstiege sind Stationen eines

Stadtspaziergangs durch Augsburg, bei dem die

Regio Augsburg Tourismus GmbH ebenso

Martin Luthers Wege in der Stadt beschreibt

wie die neun Hörbilder einer „Lauschtour“ des

Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch-Schwaben.

An Luther und das Jahr 1518 erinnert zum Beispiel

der romanisch-gotische Dom: An dessen

Bei Touren durch Augsburg kommt man

an etlichen Stationen der Reformation

vorbei: Die kleine evangelische Ulrichskirche

(oben) wurde an die katholische

Basilika St. Ulrich und Afra angebaut.

Das Christuskind in der Barfüßerkirche

er innert an den Glaubensstreit: Augsburg

verlor im Dreißigjährigen Krieg

zwei Drittel seiner Bevölkerung. Bei der

Gedenktafel am „Dahinab“ (links) soll

Luther 1518 aus der Stadt geflüchtet sein.

Portal hatten zwei Anhänger Martin Luthers

am 22. Oktober 1518 seine „Appel lation von

dem übel unterrichteten an den besser zu unterrichtenden

Papst“ angeschlagen. Darauf verweist

die kleine Gedenktafel an der Schmal -

seite der Römermauer am Domvorplatz – gleich

neben dem Peutinger haus, wo Luther 1518 nur

wenige Tage zuvor zu Gast gewesen war. Die

31


LUTHER 2017 | 500 JAHRE REFORMATION

St. Jakob neben der

Fuggerei war die erste

Kirche Augsburgs, die

sich der Reformation

öffnete. Einer der

Räume im „Fugger

und Welser Erlebnis -

museum“ widmet sich

der Frage, weshalb

Luther die Geschäfte

der großen Firmen im

„goldenen Augsburg

der Renaissance“ so

sehr verdammte.

Ab den 1520er-Jahren

war die Reichsstadt

Augsburg nicht mehr

nur katholisch, sondern

beherbergte außerdem

fünf protestantische

Glaubensrichtungen

innerhalb der Mauern.

Luthers Lehre setzte

sich erst ab 1555 durch.

Die Gleich berechtigung

beider Konfessionen

brachte letztlich – nach

dem Dreißigjährigen

Krieg – erst der „Westfälische

Friede“. An die

seinerzeit erreichte

Augsburger Parität“

erinnern zwei Doppel -

kirchen: Die beiden

Ulrichs kirchen (links)

sowie die evangelische

und die katholische

Kirche Heilig Kreuz.

Inschrift lautet: „Martin Luther’s Widerspruch

gegen die Eröffnung des Ketzerprozesses in

Rom wurde im Oktober 1518 am Domportal

angeschlagen.“ Ein Ketzerprozess und die damit

drohende Verbrennung auf dem Scheiterhaufen –

das war es, was Martin Luther zu befürchten

hatte und weshalb er Augsburg heimlich und

»

Durch eine kleine Pforte

floh Luther in der Nacht aus

Augsburg: Er fürchtete den Tod

auf dem Scheiterhaufen.

«

voller Todesangst in der Nacht vom 20. auf den

21. Oktober bereits verlassen hatte. Daran erinnern

zwei Gedenktafeln am „Dahinab“. Mit

diesem Ruf soll ein Augsburger Patriziersohn

Luther bei dessen nächtlicher Flucht den Weg

durch eine Pforte in der östlichen Stadtmauer –

zwischen der kleinen Galluskirche und einem

benachbarten Wohnhaus – gewiesen haben.

Die heutige enge Gasse an dieser Stelle ist eine

Station bei Führungen auf den Wegen Luthers.

Der Reformator hat Augsburg nie wieder

besucht – vielleicht auch wegen seiner Ängste

in den Tagen des Oktober 1518. Der verweigerte

Widerruf in den Fuggerhäusern war jedoch eine

wichtige Station auf dem Weg zur Reformation –

wie auch das „Augsburger Bekenntnis“ von

1530 und der „Augsburger Religionsfrieden“

von 1555. Eine Sternstunde der Ökumene war

die Gemein same Erklärung zur Recht ferti -

gungslehre, die 1999 in St. Anna unterzeichnet

wurde. Die Bedeutung Augsburgs für die Reformation

zeigen auch zwei Doppelkirchen, die

beiden Ulrichskirchen und die Heilig-Kreuz-

Kirchen – jeweils katholisch die eine und evangelisch

die andere –, sowie weitere Kirchen in

der Reformations- und Bischofsstadt.

»„Luther in Augsburg. Wege in der Re -

formationsstadt“ heißt eine 60-seitige

Broschur der Regio Augsburg Tourismus

GmbH, die zu 27 Sehenswürdigkeiten in

und bei Augsburg führt – bei der Tourist-

Information am Rathausplatz kostenlos

erhältlich (bundesweit im Buchhandel).

»Zu Martin Luther in Augsburg informiert

www.augsburg-tourismus.de – auch mit

Tipps zu Regio-Führungen auf den Spuren

Luthers, zu Broschüren und zu Terminen

im Lutherjahr 2017. Weitere Hinweise zu

Veranstaltungen um 500 Jahre Reform a -

tion unter: www.augsburg-evangelisch.de

» Informationen zu Stationen der Luthertour

des Europäischen Tourismusverbunds

„Stätten der Reformation“ in Deutschland:

www.luthertour.eu

32


LIQUID Agentur für Gestaltung | Bild: Regio Augsburg Tourismus GmbH

ERLEBE DIE

VORSTÄNDE

DER RENAISSANCE IM

Äusseres Pfaffengässchen 23 | 86152 Augsburg

www.Fugger-und-Welser-Museum.de

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag | Feiertag 10 – 17 Uhr

Gefördert durch den Kulturfonds Bayern


DAS AUGSBURGER DOMVIERTEL

Eine der schönsten

Ansichten Augsburgs:

Ab dem Jahr 1740

wurde die fürst bischöf -

liche Residenz am Fronhof

zum Stadtschloss

im Stil des Rokokos. An

seinen mittelalterlichen

Vorgängerbau erinnert

der Pfalzturm: Er ist ein

Relikt der bischöf lichen

Residenz, in der im Jahr

1530 das von Philipp

Melanchthon verfasste

Augsburger Bekenntnis“

– die „Con fessio

Augustana“ – vor

Kaiser Karl V. und den

Großen des Reiches

verlesen wurde.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (7)

Dom, Fronhof, Hofgarten, Mozart – die

katholische Seite der Reformationsstadt

Heute kann man es sich kaum vorstellen, doch ab 1537 wurde im Augsburger Dom ein paar

Jahre lang evangelisch gepredigt. Im benachbarten Bischofspalast wurde 1530 die „Confessio

Augustana“ verlesen, heute das Glaubensbekenntnis von zig Millionen Christen weltweit.

Dass der Augsburger Bischof in der zeitweilig zu drei Vierteln protestantisch glaubenden

Stadt residierte (ehe er sich von dort in seine zweite Residenzstadt Dillingen flüchtete),

war eines der Konfliktfelder, die zum Dreißigjährigen Krieg führten. Auch daran erinnert

heute das Domviertel. Doch darüber hinaus zählen die Augsburger Bischofskirche und die

ehemalige fürstbischöfliche Residenz zwischen dem stillen Fronhof und dem idyllischen

Residenzgarten zu den schönsten Ecken, die die Reformationsstadt Augsburg zu bieten hat.

Wer A sagt, muss auch B sagen –

so heißt ein Sprichwort, das für

die Reformationsstadt Augsburg

in ganz besonderer Art und Weise

gilt. Denn das „Augsburger Bekenntnis“ wurde

1530 im Palast des Augsburger Bischofs verlesen.

Doch genau dieses Neben- und Gegeneinander

von protestantischem Bekenntnis und bischöflicher

Macht war es ja, das die Geschichte des

Glaubensstreits in der ehemaligen Reichsstadt

so verwirrend, so kontrovers und am Ende so

tränenreich werden ließ. Denn es war auch der

nicht enden wollende Streit zwischen den

katholischen Kirchenfürsten und der überwiegend

evangelischen Bürgerstadt, der nach Etappen

wie dem Bauernkrieg, dem Schmalkaldischen

Krieg und dem Fürstenaufstand zum Ausbruch

des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618 beitrug.

Ab 1629 organisierte der mit dem Kaiser

verbündete Augsburger Bischof Heinrich von

Knöringen die erzwungene Rekatholisierung

der Reichsstadt. Evangelische Predigten waren

seit dem 8. August 1629 verboten, evangelische

Kirchen wurden wieder katholisch oder abgerissen,

die katholische Minderheit dominierte

nun die evangelische Bevölkerungsmehrheit.

»

Der Augsburger Bischof

erzwang die Rekatholisierung

der mehrheitlich evangelischen

Reichsstadt Augsburg.

«

Die Reichsstadt entließ alle ihre protestantischen

Bediensteten – selbst ihren weit über die Stadtgrenzen

hinaus gefragten Stadtwerkmeister Elias

Holl, den Erbauer des prächtigen Renaissancerathauses.

Die Schikanen, denen andersgläubige

Bürger ausgesetzt waren und die ganze Familien

zerrissen, sind heute fast unvorstellbar. Augsburg,

das sich heute Friedensstadt nennt, bezahlte

34


DAS AUGSBURGER DOMVIERTEL

die Unfähigkeit zum Kompromiss in Glaubensfragen

teuer. Im Dreißigjährigen Krieg verlor

die Stadt, die 1618 noch eine der größten,

wenn nicht gar die bevölkerungsreichste Deutschlands

war, rund zwei Drittel ihrer Bewohner:

»

Der 30 Meter hohe Pfalzturm

erinnert an die mittelalterliche

Residenz, in der die „Confessio

Augustana“ verlesen wurde.

«

Wen nicht die Pest geholt hatte, der fiel wenig

später einer grauenvollen Hungersnot zum

Opfer, während der die verzweifelten Menschen

sogar vor Kannibalismus nicht zurückschreckten,

um das nackte Leben zu retten. Das Hochstift

Augsburg wurde völlig verwüstet. Nach dem

Krieg hatte das glanzvolle Augsburg seine Bedeutung

als europäische Stadt verloren, doch

wenigstens, als Folge des „Westfälischen Friedens“

von 1648, die „Augsburger Parität“ – die Gleichberechtigung

beider Konfessionen – gewonnen.

Vom Glaubensstreit und vom Glaubenskrieg

sieht man heute im stillen Viertel um den Dom

nichts mehr. Besser gesagt: fast nichts. Denn

eine kleine, unscheinbare steinerne Gedenktafel

an der Südfassade des Nordflügels des ab 1740

im Rokokostil umgebauten fürstbischöflichen

Stadtpalastes am Fronhof erinnert daran, dass

im Vorgängerbau am 25. Juni 1530 die „Confessio

Augustana“ verkündet wurde. An das mittelalterliche

Stadtschloss des Augsburger Bischofs

erinnert nur noch der schlanke Pfalzturm.

Die grauenvollen Bevölkerungsverluste der

Kriegsjahre 1634 und 1635 ruft (indirekt) zudem

eine Denkmalstele im Fronhof in Erinnerung –

das Doppeldenkmal für Leopold Mozart und

seinen Sohn Wolfgang Amadé. Denn 1643

Seit dem frühen

9. Jahrhundert wurde

der romanische Dom

errichtet. Als er seine

gotische Form bekam,

erhielten die Doppeltürme

ihre Spitzhelme.

Das viel fotografierte

figurenreiche Marienportal

ist Süddeutschlands

größtes Kirchenportal

aus der Zeit des

14. Jahrhunderts.

An der Südfassade

des Nordflügels der

Residenz am Fronhof

hält eine Gedenktafel

ein epochales Ereignis

fest: 1530 wurde hier die

„Confessio Augustana“

verlesen. Die Pracht im

Inneren kann man bei

Konzerten im Stadtschloss

bestaunen.

35


DAS AUGSBURGER DOMVIERTEL

Eine grüne Oase, ideal

für eine Pause beim

Stadtspaziergang: Im

Hofgarten der fürst -

bischöflichen Residenz

kann man selbst an den

heißesten Sommer -

tagen entspannen.

Buchshecken, barocke

Groteskfiguren und

bunte Blüten prägen

das grüne Paradies

am Rand des

Stadt zentrums.

hatte der Rat der Reichsstadt dem zugewanderten

David Mozart das Augsburger Bürgerrecht verliehen.

David Mozart war ein katholischer

Maurer – und als solcher in Augsburg besonders

gefragt. Mozart und seine Söhne Hans Georg

und Franz arbeiteten bald für das Domkapitel,

für Augsburger Klöster und die erzkatholischen

Fugger. Franz Mozart, der in der Fuggerei verstarb,

ist der Urgroßvater Wolfgang Amadés.

Zurück ins Domviertel und zu den Bischöfen

von Augsburg. An sie erinnert unter anderem

die lange Reihe der Bischofsporträts im Dom.

Eine romanische Krypta lässt das Alter der

Bischofskirche erkennen. Fünf Fenster des Doms

bilden den ältesten Glasmalereizyklus der Welt.

1343 entstand das Nordportal. Das war der Beginn

der Gotisierung des Mariendoms, der bald

auch seinen Ostchor erhielt. Das figurenreiche

Südportal wurde um 1370 vollendet. Auf dem

südlichen Domplatz stößt man auf die Relikte

zweier frühchristlicher Kirchen. Entlang dieser

Stelle zog sich die Grenze der Römerstadt: Die

Römermauer erinnert an das antike Augsburg.

Westlich der Bischofskirche liegen der Fronhof

und die fürstbischöfliche Residenz. Die

barocke Pracht im Inneren dieses Stadtschlosses

(zum Beispiel das mit Rokoko fresken verzierte

Treppenhaus) sieht man nur bei Konzerten und

Vorträgen. Warme Sommer tage locken in den

mit Barockzwergen, Buchs hecken und Blumenbeeten

gestalteten fürstbischöflichen Hofgarten

westlich des Hauptbaus dieser Residenz.

»Im Dom wird von Mai bis Oktober geführt

(Donnerstag bis Sonntag 14.30 Uhr).

Nähere Infos: www.bistum-augsburg.de

»In der fürstbischöflichen Residenz arbeitet

nun die Regierung Schwabens. Das Innere

der Residenz kann man bei Vorträgen oder

den „Konzerten im Fronhof“ kennenlernen.

Mehr dazu: www.konzerteimfronhof.de

36

An den Glaubensstreit

zwischen der Reichsstadt

Augsburg und den Augsburger

Bischöfen erinnert – indirekt –

auch das Doppeldenkmal für

Vater und Sohn Mozart im

Fronhof. Ihr Vorfahre David

Mozart durfte 1643 in die

Reichsstadt einwandern, weil

die Folgen des Dreißigjährigen

Krieges wenige Jahre zuvor

zwei Drittel der Bevölkerung

das Leben gekostet hatten.


Dillingen a.d.Donau Ehemalige

Fürstbischöfliche

Residenz- und

Universitätsstadt

www.concret-wa.de

Entdecken Sie Dillingen mit seinen großen

und kleinen Besonderheiten und erleben

Sie seine Vielfalt! Sie werden begeistert

sein – wie der Kardinal von Waldburg,

der 1548 bekannte, dass er „auf dem

Erdreich an keinem anderen Ort lieber

sein wollt“ als in seiner Resi denzstadt

Dillingen. Über Jahrhunderte war

Dil lingen bedeutende Universitäts stadt

und Residenz der Fürstbischöfe von

Augsburg. Von hier aus regierten sie

ihr großes weltliches Territorium und

verliehen der Stadt den Glanz einer

Hofhal tung, die auch heute noch im

Herzen der wunderschön sanierten

Altstadt überall gegen wärtig wird.

Sebastian Kneipp erprobte in Dillingen

als lungenkranker Student erstmals

seine weltberühmte Wasserkur an sich

selbst. An ihn erinnern ein Rundweg

und die Lauschtour „Kneipp und die

Entdeckung der Wassertherapie“ –

eine außergewöhnliche Audio-Tour

(www.bayerisch-schwaben.de/lauschtour).

Besonders sehenswert: Studienkirche,

ehemalige Universität mit Jesuitenkolleg

und „Goldenem Saal“, Schloss, Basilika

St. Peter (z. Zt. geschlossen), Kloster -

kirche der Franziskanerinnen, König -

straße mit Mitteltorturm, Rathaus,

Stadt- und Hochstiftmuseum …

Öffentliche Stadtführungen:

April bis Oktober – sonntags 14 Uhr

Treffpunkt vor dem Rathaus

Goldener Saal:

April bis Oktober – Samstag,

Sonntag, Feiertag (10 bis 17 Uhr),

außer an Jahrmarkt-Sonntagen

Prospekte und Information:

Touristinformation

Dillingen a.d.Donau

Königstraße 37/38, 89407 Dillingen

Telefon 0 90 71/54 211, Fax 54 199

touristinfo@dillingen-donau.de

www.dillingen-donau.de


REFORMATION, GEGENREFORMATION – UND DIE FOLGEN

Der Bischof von Augsburg

residierte ab 1537

im Dillinger Schloss.

Die zweite Residenz -

stadt der Augsburger

Bischöfe erlebte in den

Zeiten des Glaubensstreits

ihre Blüte – in

der Donaustadt wurde

sogar eine katholische

Universität gegründet.

Zu Schlachtfeldern im Glaubensstreit:

Denkmäler an der Donau und im Ries

Bald nach 1517 fiel Luthers Lehre in den schwäbischen Städten auf fruchtbaren Boden. Um

1525 glaubte in Augsburg, Nördlingen, Donauwörth, Oettingen und Lauingen die Mehrheit

der Menschen evangelisch. Die unterdrückten Bauern nahmen Luthers Worte von der Freiheit

eines Christenmenschen wörtlich und erhoben sich. Heute entdeckt man in der Region

um Augsburg – an der Donau, im Lechtal und im Ries – Denkmäler des Glaubensstreits und

des Bauernaufstands sowie Mahnmale des Aberglaubens und des großen Glaubenskrieges.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (12),

Ferienland Donau-Ries (1)

Es war die Nacht vom 20. auf den 21.

Oktober 1518, als ein über und über

von Straßenschmutz bedeckter Mann

durch das Donauwörther Tor auf den

Marktplatz des Städtchens Monheim ritt. Im

Gasthof „Zum goldenen Lamm“ fand der todmüde

späte Gast ein Quartier. Es war Martin

Luther, der nach dem Wortstreit mit Kardinal

Cajetan in den Fuggerhäusern aus Augsburg

geflohen war und der nach dem anstrengenden

Ritt anderntags von Monheim über Nürnberg

nach Sachsen weiterritt. Eine steinerne Gedenk-

Zahlreiche Kirchen

im Augsburger Umland

erinnern heute an den

Glaubensstreit und die

Glaubenskriege. Die Ermordung

eines Pfarrers

durch die Schweden im

Dreißigjährigen Krieg

zeigt ein Gemälde in

der Wallfahrtskirche

in Biberbach am Rand

des Lechtals. Das Dorf

Haunsheim (am Rand

des Donautals) wurde

1603 evangelisch – und

bekam bald ein einzig -

artiges Gotteshaus.

38


REFORMATION, GEGENREFORMATION – UND DIE FOLGEN

tafel am einstigen Gasthof erinnert an Martin

Luthers kurze Rast in der Stadt Monheim.

Die Monheimer Gedenktafel an einer Hausfassade

an der Treuchtlinger Straße ist das einzige

Denkmal im Landkreis Donau-Ries, das an

einen Aufenthalt Luthers erinnert. Doch die

Re formation und die aus ihr sowie aus der

Gegen reformation erwachsenen Ereignisse und

Glaubenskriege haben im Augsburger Umland,

»

1537 floh der Bischof aus

dem evangelischen Augsburg

in das Schloss seiner zweiten

Residenzstadt Dillingen.

«

im Lechtal, an der Donau und im Ries etliche

Denkmäler hinterlassen. Um ein paar Beispiele

zu nennen: Das Stadtbild von Dillingen, der

zweiten Residenzstadt der Augsburger Bischöfe,

wird bis heute vom bischöflichen Stadtschloss

beherrscht. Hierher flüchtete sich der Bischof

von Augsburg, als der Rat der Reichsstadt am

Lech 1537 die „papistische Abgötterey“ verbot

und im damals evangelischen Augsburg Bilderstürmer

Gemälde und Figuren zerschlugen.

Bis heute wird Dillingens Altstadt von seiner

Glanzzeit als Residenz- und Universitätsstadt

geprägt. Hinter der Fassade der einst von Jesuiten

geleiteten ehemaligen katholischen Bildungsstätte

verbirgt sich der Goldene Saal, in dem Deckenfresken

Luther sowie die „Irrlehrer“ Johannes

Calvin und Ulrich Zwingli verunglimpfen. Gleich

neben an, in der ehemaligen Jesuitenkirche, tritt

der Jesuit Petrus Canisius in einem Deckenfresko,

das die Jesuitenmission in Europa darstellt,

Martin Luther mit dem Fuß ins Gesicht. Die

durchaus bemerkenswerten Malereien entstanden

bis 1762: Die Glaubenskriege waren be endet,

der Glaubensstreit war es noch lange nicht.

Dabei saß man in den kleinteiligen Territorien

Schwabens besonders eng aufeinander. Nur etwas

mehr als zehn Kilometer von Dillingen entfernt

findet man das Dorf Haunsheim: Der „Finanzminister“

des Kaisers, Zacharias Geizkofler,

hatte die kleine Reichsritterschaft 1601 erworben

und dort 1603 die Reformation eingeführt. Im

Dorf ließ er nicht nur sein Schloss, sondern

auch eine evangelische Pfarrkirche im Stil der

Renaissance errichten: Diese Landkirche ist für

Bayerisch-Schwaben einzig artig. Finanziert wurden

der Kauf des damals evangelisch gewordenen

Haunsheim und der Bau dieser Kirche, deren

Fri e d hof wie bei einer Kirchenburg von schützenden

Wehrmauern umgeben ist, übrigens

mithilfe eines Kredits der katholischen Fugger.

Vom Donautal bei Dillingen und dem ebenfalls

sehr sehenswerten Lauingen (von Denkmal -

experten als „zweites Nördlingen“ bezeichnet)

ist es nicht mehr weit bis ins Ries. Nördlingen,

das im Zentrum des weiten Riesbeckens liegt,

wurde 1545 zur rein evangelischen Stadt, in der

nur noch Protestanten das Bürgerrecht erwerben

An Luthers kurzen Aufenthalt

in Monheim im

Oktober 1518 erinnert

eine steinerne Gedenktafel

am Marktplatz.

Nur sieben Jahre später

stürmten Bauern das

Kloster Auhausen und

zerschlugen Kirchen -

gestühl und Epitaphe:

Die Spuren des Bildersturms

sind erhalten.

1607 besetzte das

katholische Herzog tum

Bayern die überwiegend

evangelische Reichsstadt

Donauwörth. Daraufhin

gründete sich

1608 in Auhausen die

Protestantische Union.

Schon 1609 verbündeten

sich die Mitglieder

der Katholischen Liga.

Die feind lichen Lager

des Glaubenskrieges

waren entstanden.

39


REFORMATION, GEGENREFORMATION – UND DIE FOLGEN

40

Den Hexenwahn vor

dem Dreißi g jährigen

Krieg belegt eine Ausstellung

im Wemdinger

Folterturm. Das Tilly-

Denkmal erinnert

daran, dass 1632 mit

der Schlacht bei Rain

das große Sterben auch

im Lechtal begann. Das

Oettinger Stadtbild ist

konfessionell geteilt:

Protestanten zierten

ihre Häuser mit Barockgiebeln,

die Katholiken

präferierten schlichtere

Fachwerkbauten.

konnten. Vor dem verheerendsten der späteren

Glaubenskriege, dem Dreißigjährigen Krieg, bot

auch die fast kreisrunde Stadtmauer der einstigen

Reichsstadt keinen Schutz. Weil die Stadt vor

der Schlacht bei Nördlingen von kaiserlicher

Artillerie beschossen wurde, steckt bis heute eine

Kanonenkugel in der Südwand des Berger Tors.

Es ist eines der fünf Stadttore in der bis heute

rundum begehbaren Stadtbe festigung mit ihren

elf Wehrtürmen und den zumeist überdachten

Wehrgängen. Die einzigartige Stadtmauer, die

evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Georg mit

ihrem markanten Turm, dem „Daniel“, und das

gotische Rathaus mit dem „Narrenhäuslein“

unter der Renaissancetreppe sind Höhepunkte

dieser Station der Romantischen Straße.

1634 wurden in der Schlacht bei Nördlingen

die bis dahin siegreichen Schweden und ihre

protestantischen Verbündeten von den Truppen

des Kaisers vernichtend geschlagen. Eine Steinpyramide

auf dem Albuch, einem Höhenrücken

bei Ederheim, erinnert an das Gemetzel, bei

dem bis zu 12 000 Mann getötet oder verletzt

wurden: Der Albuch und das heute so idyllische

Tal des Forellenbachs bei Hürnheim seien „von

Leichen besät“ gewesen, hält eine Chronik fest.

1645 kehrte der Dreißigjährige Krieg noch

einmal ins Ries zurück: Nun unterlagen die

Kaiserlichen den Franzosen in der Schlacht bei

Alerheim. Vom Alerheimer Schlossberg schossen

Kanonen: Den Gefechtslärm hörte man noch

in Augsburg. Unterhalb des Schlossbergs von

Alerheim (Ringmauern und Wehrtürme sind

erhalten) wie auf dem Albuch bei Ederheim

oder im Forellenbachtal bei Hürnheim wandert

man durch die stille Landschaft im heutigen

»

Im Dreißigjährigen Krieg

wurde das Ries unweit von

Nördlingen 1634 und 1645 zum

blutigen Schlachtfeld.

«

„Geopark Ries“, wo das Grauen der Glaubenskriege

noch unwirklicher erscheint als anderswo.

Doch was der Krieg für die schutzlose Land be -

völkerung bedeutete, lässt die „Hanseleshohl“

bei Fronhofen (ein Ortsteil von Bissingen) erahnen:

In der Höhle am Michelsberg soll sich der

letzte Überlebende des Ortes am südlichen Rand

des Rieses vor der Soldateska versteckt haben.

Am öst lichen Rand des Rieses berichtet eine

steinerne Gedenktafel in Wemding von einem

brutalen Mord: Die Inschrift am Südturm der

Pfar rkirche St. Emmeram erinnert daran, dass

schwedische Marodeure 1633 einen Pfarrer von

diesem Kirchturm stürzten. Dass aber auch die

Wemdinger selbst zu heute unvorstell barer Grausamkeit

fähig waren, berichtet die Inschrift einer

Steintafel an der Eingangstür eines Wehrturms

(Sandbichelring/Ecke Huggasse). Dort steht zu

lesen: „Folterturm. Zeit der Hexen prozesse von

1609 bis 1631“. Auf dem nahen Galgenberg dokumentieren

drei Holzkreuze der „Hexenstube“,

dass hier 49 Män ner und Frauen auf dem Scheiterhaufen

verbrannt wurden.

Dass aber auch der ganz normale Alltag in

gemischt-konfessionellen Städten nicht eben

einfach verlief, lässt der ehemalige Residenzort

Oettingen bis heute erkennen. Nach 1555 besaßen

die oettingischen Hauptlinien – die

evange lischen Grafen von Oettingen-Oettingen

und die katholischen Grafen von Oettingen-

Spielberg – je eine Stadthälfte. Der Marktplatz

und die Schlossstraße waren die Grenze: Östlich

erheben sich die Barockbauten der Protestanten,


REFORMATION, GEGENREFORMATION – UND DIE FOLGEN

westlich dieser zentralen Straßenachse stehen

die Fachwerkhäuser der katholischen Oettinger.

Acht Kilometer nördlich von Oettingen beherrschen

die Doppeltürme der evangelischen

Pfarrkirche St. Maria bei Auhausen das Wörnitztal.

Die einstige Benediktinerkirche ist ein weit und

breit einzigartiges Denkmal des Bauernkrieges

und des Bildersturms. Spuren der Zerstörungswut

»

Das Donauwörther

„Kreuz- und Fahnengefecht“

von 1606 war einer der Auslöser

des Dreißigjährigen Krieges.

«

von 1525 sind am Kirchengestühl und an Epitaphen

in der romanischen Basilika zu sehen.

Donauwörth war der Grund dafür, dass sich

1608 im Kloster Auhausen die Protestantische

Union gründete: Der Herzog von Bayern hatte

Donauwörth 1607 besetzt, nachdem dort 1606

eine kath o lische Prozession gestört worden war.

Eine Steintafel am Ort des Geschehens hält

fest, dass das „Kreuz- und Fahnengefecht“ einer

der Auslöser des Dreißigjährigen Krieges war.

Dieser Krieg begann für Donauwörth am 6.

April 1632. Schwedenkönig Gustav II. Adolf

residierte im Fuggerhaus an der Reichsstraße –

nachzulesen auf einer Gedenktafel am Ostgiebel.

Im nahen Rain erinnert das Tilly-Denkmal da -

ran, dass am 14. April 1632 die Schlacht bei

Rain begann. Im Kampf gegen die Schweden

wurde Graf Tilly, der bayerische Oberbefehlshaber,

töd lich verwundet. Das Lechtal und

damit auch die Reichsstadt Augsburg lagen nun

ungeschützt vor den Schweden.

»Zu den Denkmälern und romantischen

Städten im Landkreis Donau-Ries in -

formiert: www.ferienland-donau-ries.de

» Donauwörth hat einen Historien-Comic

zum „Kreuz- und Fahnen gefecht“ von 1606

he r ausge geben: „Donner über Donauwörth“

ist bei der Tourist-Info am Rathaus

und in Donauwörther Museen zu haben.

Mehr zur Stadt: www.donauwoerth.de

» Nördlingen bietet Führungen auf der Stad t -

mauer, zu den Folgen des Dreißigjährigen

Krieges und zu den Hexenprozessen an.

Mehr dazu unter: www.noerdlingen.de

» Mehr zu Sehenswürdigkeiten in Dillingen

und zur von Augsburger Bischöfen geprägten

Geschichte: www.dillingen-donau.de

» Die Landschaften, Städte und Denkmäler

im Landkreis Dillingen a.d. Donau beschreibt:

www.dillingerland.de

Einzigartig: Die fast

kreisrunde Nördlinger

Stadtmauer mit ihren

fünf Stadttoren ist

rund herum begehbar.

Das optische Zentrum

der ehemaligen Reichsstadt

ist der „Daniel“,

der markante Turm der

Georgskirche (rechtes

Foto, im Hintergrund).

Nach der Schlacht bei

Nördlingen im Jahr

1634 musste sich die

stark befestigte Stadt

den katholischen

Truppen ergeben.

Die Ruine Niederhaus

über dem Forellenbachtal

bei Hürnheim: Nach

der Schlacht bei Nörd -

lingen soll dieses idyllische

Tal „von Leichen

besät“ gewesen sein.

Der letzte Überlebende

des Dreißigjährigen

Krieges im Dorf Fronhofen

bei Bissingen soll

sich in der „Hanseleshohl“

am Michelsberg

versteckt gehalten

haben.

41


DAS AUGSBURGER FRIEDENSFEST UND REFORMATIONSGESCHICHTE

Jährlich am 8. August

feiern die Augsburger

ihren weltweit einzigartigen

gesetzlichen

Feiertag – das Augs -

burger Hohe Friedensfest.

An diesem Tag

haben die Geschäfte in

der Stadt geschlossen.

Die Menschen treffen

sich vielmehr zum

Friedensmahl auf dem

Rathausplatz. Museen

in der Reformationsund

Friedensstadt

(beispielsweise das

„Fugger und Welser

Erlebnis museum“ im

Wieselhaus) in for mie -

ren zu den Glaubenskonflikten

und damit

zur Vorgeschichte

dieses Feiertages.

Das Augsburger Hohe Friedensfest:

mit Friedenstafel und Kinderfesten

Das Hohe Friedens fest, von den Protestanten ab

1650 ausgerichtet, begeht Augsburg seit dem Jahr

1984 ökume nisch. Schon 1949 hatte der Bay er ische

Landtag beschlossen, das Friedensfest zum weltweit

einmaligen gesetzlichen Feiertag zu machen. Jährlich

am 8. August beschert er den Arbeitnehmern

in der Stadt einen freien Tag, alle drei Jahre verleiht

Augsburg seinen Friedenspreis. Jeder kann an der

Friedens tafel auf dem Rat haus platz Platz nehmen.

Kinder friedens feste im Zoo und im Botanischen

Garten sind ein Angebot für junge Familien.

Museen unter den Domtürmen:

Fugger, Welser, Mozarts und Heilige

Alles hat eine Vor- und eine Nachgeschichte – auch

die Reformation und die Gegen reformation in

Augsburg. Das Diözesanmuseum St. Afra (Kornhausgasse,

beim Dom) zeigt Exponate aus der langen

Historie des Bistums. Im „Schatten“ der Domtürme

erzählt das „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ in

einem Renaissancebau im Äußeren Pfaffengässchen

(Bild) davon, wie die Stadtgesellschaft auf Luthers

Lehre reagierte. Die Geschichte der Familie Mozart

hängt eng mit der Bischofsstadt zusammen: Dazu

informiert das Mozarthaus an der Frauentorstraße.

Text:

Martin Kluger

Candida Sisto

Fotografie:

Achim Bunz (1),

Martin Kluger (2)

»Zum Augsburger Friedensfest und zum

mehrwöchigen Friedensfestprogramm

informiert die Website der Stadt Augsburg

unter: www.augsburg.de

»Infos zu Themen und Öffnungszeiten im

Diözesanmuseum St. Afra, im „Fugger und

Welser Erlebnismuseum“ und im Mozarthaus

unter: www.augsburg-tourismus.de

„Glaube. Hoffnung.

Hass.“ heißt ein soeben

erschienenes Buch, das

durch die europaweit

bedeutende Historie

der Reformation und

der Gegenreformation

in Augsburg und im

Umland der einstigen

Reichsstadt führt. Von

Luthers Augsburger

Aufenthalt im Jahr 1518

bis zur „Luthersau“

von 1762 wird diese

Geschichte neu erzählt.

Das Buch stellt zudem

36 der spannendsten

Denkmäler in kurzen

Porträts vor.

Der Weg zur „Luthersau“ – ein

„Geschichtslesereiseführer“ zu den

Denkmälern des Glaubensstreits

Den Begriff „Geschichtslesereiseführer“ hat ein

Journalist der „ZEIT“ für einen

Fuggerführer aus dem context

verlag Augsburg gewählt. Ein

solcher „Geschichtslesereiseführer“

im besten Sinne ist auch das

neue Taschenbuch „Glaube.

Hoffnung. Hass. Von Martin

Luther in Augsburg (1518)

über den Dreißigjährigen Krieg

(1618–1648) bis zur ,Sau aus

Eisleben‘ (1762)“. Mehr als 300

reich bebilderte Seiten beschreiben

die Geschichte der Reformation

und der Gegenreformation

in und um Augsburg – und die

zum Teil bedrückenden, zum

Teil imposanten Denk mäler, die

die religiöse Unduldsamkeit und

die Gewalt aus Glaubensgründen

in und um Augsburg bezeugen.

Augsburg war die „heimliche Hauptstadt“ des

Reiches, ein Wirtschaftszentrum und ein frühes

Druck- und Verlagszentrum. Deshalb wirkte sich

vieles, was hier geschah, auf weite Teile Europas

aus. Luthers Aufenthalt im Jahr 1518, das „Augs -

burger Bekenntnis“ von 1530 und der „Augsburger

Religionsfrieden“ von 1555 waren solche Ereignisse.

Der Glaubensstreit in und bei Augsburg beförderte

Konflikte, Kriege und Katastrophen. Der Dreißigjährige

Krieg, der hier ab 1632

wütete, hat diese Stadt und Os t -

schwaben verwüstet wie wenige

andere Regionen in Deutschland.

Mit dem „Westfälischen

Frieden“ von 1648 waren Frieden

und Toleranz in Augsburg und

im Umland nur vordergründig

wiedergewonnen. Das be legen

Mahn male wie die „Sau aus Eisleben“

in Dillingen, die noch

1762 entstehen konnte. Das ist

das Besondere an diesem Buch:

Es zeigt die Entwicklungen über

die Grenzen Augsburgs hinaus.

Der Blick auf das Donautal und

Lechtal, das Ries, Altbaiern und

das Allgäu trägt zum Verständnis

der Geschichte der Reformationsund

Friedensstadt bei.

» Das Taschenbuch „Glaube. Hoffnung.

Hass.“ (Martin Kluger, context verlag

Augsburg, 336 Seiten, 241 Fotos) gibt es

für 18,90 Euro bundesweit im Buchhandel.

Text: Martin Kluger | Fotografie: Wolfgang B. Kleiner (1), Martin Kluger (1)

42


VERANSTALTUNGEN IM LUTHERJAHR 2017

Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum 2017 in Augsburg und im Umland

Augsburg

26. März | 17 Uhr | St. Anna

Musik aus der Zeit von Martin Luther (1483–1546):

Kompositionen aus Augsburger Handschriften der

Lutherzeit, Augsburger Musikdrucke, Luthers Lieder

und Luther als Komponist mehrstimmiger Musik

7. April bis 13. Mai | St. Anna und andere Orte

„Unser Buch“: interaktive Bibelausstellung des

Museums of the Bible, Washington D.C.

19. April | Augsburg

Europäischer Stationenweg „Mutig bekennen –

friedlich streiten“: Der Truck des Europäischen

Stationenwegs macht 36 Stunden lang Station.

Mit dem Stationentheater des Sensemble Theaters

und dem Themenabend „Bekenntnis & Frieden“

Mai 2017 | Verschiedene Stationen in Augsburg

Das Theaterstück „Glauben verbindet? Brechen

wir gemeinsam das Brot.“: Wanderungen durch

Augsburg auf den Spuren der Religionsgeschichte

zum Thema „Bekennen: Flucht und Schutz“

20. Mai | 19.30 Uhr | Ev. St. Ulrich

Konzert „From Hamburg with Love“: Georg Philipp

Telemanns „Sei tausendmal willkommen“ (Kantate

zur 200-Jahr-Feier der „Confessio Augustana“) und

„Holder Friede, heil‘ger Glaube“ (Oratorium zur

200-Jahr-Feier des „Augsburger Religionsfriedens“)

27. Mai | 18 Uhr | Ev. St. Ulrich

Konzert „Wohl dem, der den Herren fürchtet“:

Schätze lutherischer Musik von fränkischen

Komponisten der Reformationszeit – mit dem

Windsbacher Knabenchor

18. und 25. Juni | St. Anna

Patrick Schäfers „Letzte Nacht“: Uraufführung

einer Friedensoper unter der Mitwirkung des

Philharmonischen Orchesters Augsburg

24. Juni | 18 bis 24 Uhr | Augsburger City

„Lange Nacht der Freiheit“: Zum Reformations -

jubiläum steht die Lange Kunstnacht im Zeichen

der Freiheit. Museen, Kirchen, Konzertsäle und

Hinterhöfe sind bis tief in die Nacht geöffnet,

Künstler gestalten mit rund 100 musikalischen und

literarischen Vorstellungen das Rahmenprogramm.

Ausklang mit dem „Chill-Out-Programm“

Mehr Infos: www.langekunstnacht.de

25. Juli bis 8. August | Augsburg

Das Hohe Friedensfest am 8. August erinnert seit

1650 an die Folgen der Reformation und das damals

erreichte fried liche und gleichberechtigte Miteinander

von Protestanten und Katholiken. 2017

ist „Bekennen“ das Thema des Kulturprogramms.

14. September bis 18. Februar 2018 | H2–Zentrum

für Gegenwartskunst

Ausstellung „Bilder fragen“: Martin Luther sah

Bilder nicht als ein Tabu, sondern als ein erlaubtes

didaktisches Mittel. In der Ausstellung setzen sich

internationale Künstler mit dem Spannungsfeld

der eigenen Position, des eigenen Bekennens und

des durchaus noch existierenden religiösen Kunstverbots

auseinander.

23. September | Rathausplatz und bei St. Anna

Unter dem Motto „Wir feiern im Reformationsjahr“

erinnert der „Schwabentag“ im Jahr 2017 an Martin

Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren. Das Büh -

ne n programm auf dem Rathausplatz, im Annahof

und auf dem Martin-Luther-Platz macht vielfältige

Facetten Schwabens erlebbar. Augsburg und weitere

sechs ehemalige schwäbische Reichsstädte beteiligen

sich am „Schwabentag“ 2017 des Bezirks Schwaben.

31. Oktober | St. Anna

Festkonzert zum Reformationsjahr: „Augsburger

Symphonie – eine deutsche Messe nach Chorälen

von Martin Luther“ und die Ouvertüre „Eine feste

Burg“ (Leitung: Michael Nonnenmacher)

Donauwörth

10. März | 19 Uhr | Liebfrauenmünster

Johann Sebastian Bachs „Hohe Messe in h-Moll“:

Das Ensemble aus Donauwörther Solisten, Chorsängern

und Instrumentalisten wird – wie zu Bachs

Zeiten üblich – von der Violine aus geleitet.

Nördlingen

5. April | 18 Uhr | Nördlinger Friedhof

„Lebenslinien“ – Führung über den historischen

Teil des Friedhofs mit Dr. Wilfried Sponsel und

Siegfried Thum (weitere Führung am 4. November,

14 Uhr: „Auf den Spuren evangelischer Geistlicher“)

14. April | 18 Uhr | St.-Georgs-Kirche

Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“ –

Kantorei St. Georg und Oettinger Bachorchester

23. April | 20 Uhr | Stadtsaal Klösterle

John von Düffels Schauspiel „Martinus Luther“

29. September | 17 Uhr | in der Innenstadt

3. Nördlinger Kulturnacht: Erlebnisse mit Kirchen

und Kulturschaffenden

Jederzeit auf Anfrage buchbar

„Die Reformation in Nördlingen – Menschen –

Erinnerungsorte – E r eignisse“: Stadtführung

Tourist-Information: Telefon 0 90 81/84-1 16

Oettingen

7. Mai bis 1. November | Heimatmuseum

Ausstellung „Geteiltes Miteinander – Zwei Kon -

fessionen in einer Stadt“: Religiöses und städtisches

Zusammenleben und dessen Wandel in der seit der

Reformation bikonfessionellen Stadt Oettingen

25. Oktober | Lange Nacht und Museumsführung

In der Stadt Oettingen, wo die einstige konfessio -

nelle Spaltung bis heute sichtbar ist, dauert die lange

Nacht bis 21 Uhr (Museumsführung um 19 Uhr ).

» Alle Informationen zum Lutherjahr

in Augsburg (Motto „Mutig bekennen –

friedlich streiten“) findet man unter:

www.augsburg-evangelisch.de

»Zu den Terminen außerhalb von Augsburg

geben die Tourist-Informationen Auskunft.

43


UNESCO-WELTERBE?

Augsburg steht

auf sein Wasser

Denkmäler aus 500 Jahren historischer Wasserwirtschaft

könnten schon 2019 das Welterbe-Prädikat erhalten

44


Die Augsburger stehen auf ihr Wasser: Wortwörtlich und mit sichtbarem

Vergnügen an heißen Sommertagen auf der nassen Fläche

um den Manzù-Brunnen am Königsplatz. Im übertragenen Sinne

auf das Trinkwasser, das die Stadtwerke Augsburg in hervorragender

Qualität liefern. Derzeit kommt ein weiterer Grund hinzu,

warum die Augsburger stolz auf ihr Wasser sind: Seit Juni 2014 gehört

„Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst

in Augsburg“ hochoffiziell zu den deutschen Bewerbungen um die

Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes. Die Chancen für

Augsburgs Wassertürme, Wasserwerke und Wasserkraftwerke,

Kanäle und Monumentalbrunnen stehen nicht schlecht, weil die

Verbindung von Süßwasserbewirtschaftung und Industriekultur

auf der Welterbeliste bislang ziemlich selten ist.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Thomas Baumgartner (1),

Wolfgang B. Kleiner (2),

Martin Kluger (17),

Ulrich Wagner (1/Luftbild)

45


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT – UNESCO-WELTERBE?

46

Im Augsburger Stadtzentrum

ist vom welterbewürdigen

Wasser

auf den ersten Blick

nicht viel zu sehen. Nur

die Brunnenkunst – wie

der Merkurbrunnen,

der kleinste der drei

Monumentalbrunnen –

deutet Augsburgs

Wasserreichtum an,

den europaweit be -

deutende Bildhauer,

Maler und Architekten

mit ihren Werken

verherrlichten.

Fremder, kommst du nach Augsburg und

läufst du etwa vom Hauptbahnhof in

Richtung Stadtzentrum, ist von Wasser

zunächst einmal nicht sehr viel zu sehen.

Gut, um den Manzù-Brunnen auf dem Königsplatz

kühlen sich ein paar vergnügte Kinder

die nackten Füße in einer viereckigen, in das

Straßenpflaster eingelassenen Wasserfläche. Und

ja, der Augustusbrunnen auf dem Rathausplatz

passt stilistisch bestens zum Renaissanceensemble

von Rathaus und Perlachturm. Die vier Sitz -

figuren am Brunnenrand stellen die Augsburger

Hauptgewässer dar. Aber sonst? Wasser? Nichts

zu sehen: Kein Fluss, kein Bach, keine Quelle.

Ausgerechnet eine Stadt, deren Zentrum nicht

romantisch am Fluss (sondern weit weg davon)

liegt, will mit Wasserwirtschaft Welterbe werden?

Sie will, und zwar bis zum Jahr 2019. Dass

man im Zentrum der 2000 Jahre alten Stadt

»

Eine Stadt, in der von Wasser

nicht viel zu sehen ist, will

mit ihrer Wasserwirtschaft

Welterbe werden?

«

fast gar nichts mitbekommt vom Wasser und

von den zwei Gebirgsflüssen Lech und Wertach,

zwischen denen die Römer Augusta Vindelicum

gründeten, ist genau der Grund dafür, warum

die Augsburger Wasserwirtschaft über ein halbes

Jahrtausend Welterbewürdiges leisten musste.

»

Augsburgs Problem: Man

baute auf eine Hochterrasse,

doch das Trinkwasser strömte

tief unten in den Flussauen.

«

Denn der Mangel an Wasser war für das im

späten Mittelalter wachsende und reiche Augsburg

ein essentielles Problem: Die Bauten der

Reichsstadt standen auf einer bis zu 16 Meter

hohen Schotterterrasse über den – außerhalb

der Stadtmauern – reichlichst Wasser führenden

Fluss auen. Heißt: Der überbordende Wasserreichtum

des Lechtals und an den Ufern der

Wertach lag zu weit entfernt und viel zu tief,

um eine Stadt, die für ihre Pracht und ihren

Reichtum gerühmt wurde, mit Trinkwasser zu

versorgen. In den Kellern der Bürgerhäuser

hatte man deshalb (wie schon zur Zeit der

Römer) tiefe Brunnenschächte gegraben, aus

denen man – Eimer für Eimer – Grundwasser

ans Licht holte. Doch Luxus war etwas anderes.

Was tun? Gefälleleitungen waren in Augsburg

topografisch nicht machbar. Das Lech- und das

Wertachtal waren zu breit, die Flüsse zu reißend:

Ein Aquädukt wäre hier von jedem größeren

Hochwasser zum Einsturz gebracht worden.

Doch auch die Augsburger um das Jahr

1400 waren Schwaben, die schließlich für ihren

Erfindergeist bekannt sind. Irgendwann in den

ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts, wohl


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT – UNESCO-WELTERBE?

Unübersehbar bestimmen vier Lech -

kanäle – der Schwallech (Bild) sowie der

Vordere, der Mittlere und der Hintere

Lech – auf einer Gesamtlänge von rund

1,3 Kilometern der Verlauf der Gassen

im Ulrichs- und im Lechviertel. Diese

Kanäle wirken heutzutage vor allem sehr

romantisch, doch früher nutzten viele

Handwerker ihre Antriebskraft.

Viel fotografierte Sehenswürdigkeiten:

der Große und der Kleine Wasserturm im

Wasserwerk am Roten Tor. Der größere

dieser Türme im einst so genann ten

Oberen Wasserwerk entstand wohl

schon bald nach 1410: Er ist im Kern der

älteste Wasserturm Deutschlands und

vermutlich Mitteleuropas. Die Dauerausstellung

im Inneren kann bei Führungen

der Regio Augsburg Tourismus GmbH

besichtigt werden.

ab 1412, vielleicht auch ein paar Jahre später,

begannen Brunnenmeister, mit wasserradgetriebenen

Kolbenpumpen und Archimedischen

Schrauben sauberes Wasser so hoch in Wassertürme

zu heben, dass die Förderhöhe genügte,

um Trinkwasser von dort durch zumeist hölzerne

Röhrleitungen in nun etwas tiefer gelegene

Laufbrunnen auf der Hoch terrasse zu leiten.

In Deutschland waren die Augsburger die

ersten, die mit wasserradgetriebenen Kolben-

pumpen und Archimedischen Schrauben Trinkwasser

hoben. Beide Techniken waren zwar im

Prinzip seit der Antike bekannt, doch nördlich

der Alpen hatte das dazu benötigte Wissen jahrhundertelang

nur in einigen Klosterbibliotheken

überdauert. Wie die Technik der Wasserhebung

nach Augsburg kam? Keiner weiß es – jedenfalls

bis heute. Augsburger Kaufleute, die mit dem

Süden Handel trieben, könnten die Technik in

den wirtschaftlich wie technologisch sehr viel

47


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT – UNESCO-WELTERBE?

Bis ins 19. Jahrhundert

flossen Treib- und

Trink wasser parallel,

aber voneinander getrennt

durch das Kanalbett

beim Wasser werk

am Roten Tor. Heute

gewinnt Augsburg

sein Trinkwasser aus

Grundwasserströmen

im Stadtwald.

Das heutige Lechstauwehr

am Hochablass

wurde bis zum Jahr

1912 als Stahlbeton -

konstruktion erbaut.

weiter entwickelten oberitalienischen Städten

kennengelernt haben. Fast noch wahrscheinlicher

ist es, dass die im Handel mit Buntmetall aus

»

Woher die Augsburger

ihr frühes Wissen über die

Trinkwasserhebung hatten?

Niemand weiß es.

«

den Alpen führenden Augsburger die Techniken

der Wasserhebung im Bergbau kennengelernt

hatten. Dort wurden abgesoffene Erzgruben

mit hohem technischem Aufwand „gesümpft“,

um halbwegs trockenen Fußes an Silber- oder

Kupfererzadern zu kommen. Ob es so war –

oder doch ganz anders?

Keiner weiß es – auch, weil die Chroniken,

auf denen das gegenwärtige Wissen über die

frühe Zeit der Augsburger Wasserwirtschaft

über wiegend basiert, zumeist erst Generationen

später geschrieben wurden. Solches Wissen

stammt also vom Hörensagen. Nur ein paar

mittelalterliche Baumeisterrechnungen geben,

spärlich und oft missverständlich formuliert,

relativ unzuverlässig Auskunft.

48


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT – UNESCO-WELTERBE?

Höchst zuverlässig und sicher ist eines: Die

Augsburger waren nördlich der Alpen die ersten,

die mit Wasser in Kanälen Wasserräder antrieben,

die wiederum Kolbenpumpen oder Schrauben

für die Trinkwasserhebung in Bewegung setzten.

Das war eine Frage des Know-hows, es war aber

auch eine Frage des Geldes. Wasserhebung war

eine Spitzentechnologie, die sich deutschlandweit

um das Jahr 1500 nur ein gutes Dutzend der

»

Drei der historischen

Wassertürme Augsburgs sind

die ältesten Deutschlands und

wohl auch Mitteleuropas.

«

reicheren Städte leisten konnten. Klar ist auch:

Drei der sechs noch erhaltenen historischen

städtischen Wassertürme sind die ältesten

Deutschlands und Mitteleuropas. Allein das

wäre bereits ein Superlativ, für eine Welterbe-

Bewerbung wäre es wohl zu wenig. Immerhin

können die Augsburger ein bisschen stolz darauf

sein, dass hier schon lange zwei reichsstädtische

Wasserwerke Trinkwasser in drei Wassertürme

hoben, als in der nahen Residenzstadt München

1511 gerade mal die ersten wasserradgetriebenen

Kolbenpumpen in Betrieb gingen.

Schon damals waren die Augsburger sehr

wählerisch, was ihre Trinkwasserqualität betraf.

Die Brunnenmeister der Reichsstadt taten etwas,

was für die damalige Zeit (und noch bis ins 19.

Jahrhundert) sehr ungewöhnlich war. Sie trennten

Trink- und Treibwasser – also reines Quell- und

Grundwasser – von dem aus Flussanstichen gewonnenen

Kanalwasser. Dabei galt damals jedwedes

Fließgewässer als genießbar. Warum schon

die Augsburger des 15. Jahrhunderts ihr Wasser

mit großem Aufwand trennten? Auch das weiß

niemand. Um zu verstehen, wie fortschrittlich

das Augsburger Konzept der Wassertrennung

war, muss man wissen, dass Hamburg bis 1848

das erste technologisch als modern angesehene

(da mit Dampfmaschinen betriebene) Wasserwerk

baute – sein Trinkwasser aber ungefiltert aus

der Elbe holte. Deshalb kostete die letzte große

Choleraepidemie Deutschlands in Hamburg

1892 noch 8605 Menschen das Leben.

Wo aber kam das Augsburger Wasser her?

Beinahe alle Pumpen saugten Trinkwasser aus

sauberen Grundwasserströmen an. Nur zum

Wasserwerk am Roten Tor gruben die Augsburger

des Mittelalters einen Kanal, der südlich der

Stadtmauern Quellwasser aus dem heutigen

Stadt wald Augsburg sammelte. In diesem Kanal –

dem Brunnenbach – leitete man das Trinkwasser

zum Roten Tor, wo es in einem Aquädukt über

das faulige Nass des Wehrgrabens geführt wurde.

Auch das gehörte zu den Leistungen des

Augsburger Wasserbaus: Trinkwasser und Treibwasser

wurden neben-, über- und untereinander,

in Kanalbrücken oder unter der Erde mittels

Dükern und unter Ausnutzung des natürlichen

Mit der Wasserkraft des Äußeren Stadt -

grabens – eines Wehr grabens – wurden

die Wasserräder im Unteren St.-Jakobs-

Wasserturm an getrieben (oben). Am

Ende des idyllischen Lechviertels fließen

beim Brecht haus drei Lechkanäle zu -

sammen. Das Pansterrad im Schwallech

erinnert als Technikdenk mal an hunderte

Wasserräder, die sich einst über den

Augsburger Kanälen drehten.

49


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT – UNESCO-WELTERBE?

50

An Brunnen in der

Stadt bieten die Stadtwerke

Augsburg gratis

kühles Trinkwasser an.

Augsburgs Kanäle ver -

laufen neben-, unterund

überein ander – so

wie bei der Zirbelnuss -

brücke am Unteren

Brunnenturm. Unten:

Bei der Wolfzahnau

enden die Wertach und

alle Kanäle im Lech.

Gefälles dorthin gelenkt, wo man es benötigte.

Und benötigt wurde das Wasser überall, war es

doch nicht nur Lebensmittel und Rohstoff,

sondern auch das „Erdöl des Mittel alters“. Weitab

von küstennahen Winden hatten die Menschen

im Süden Deutschlands nur drei Energiequellen,

wenn etwas gehoben, gestampft, geschliffen

und gesägt werden sollte: die eigene Muskelkraft,

Zugtiere – oder eben die Wasserkraft. Die vier

Lechkanäle im idyllischen Augsburger Lech-

viertel – der Schwallech, der Vordere, der Mittlere

und der Hin tere Lech – trieben nicht nur rund

ein Dutzend Getreidemühlen an, sondern auch

Säge- und Papiermühlen, Stampf-, Schleif- und

Hammerwerke. Im Zeitalter der Fugger und

Welser half die derart genutzte Wasserkraft den

»

Die Wasserkraft in den

Kanälen machte Augsburg

zur Industriemetropole – zum

„deutschen Manchester“.

»

An 155 Kanalkilometern

im Stadtgebiet erzeugen

heute 35 Wasserkraftwerke

emissionsfrei Strom.

«

«

Augsburger Handwerkern dabei, die Reichsstadt

zur Metropole des Kunsthandwerks sowie des

Druck- und Verlagswesens zu machen.

Als in Deutschland das Industriezeitalter

begann, zog es ab 1840 Industriepioniere aus

dem trockenen Franken, aber auch aus Altbaiern,

Württemberg oder dem Elsass nach Augsburg.

Entlang der Lechkanäle und an den Kanälen

entlang der Wertach reihten sich Textil- und

Maschinenbaufabriken wie die Perlen einer

Kette. Wegen seiner Fabrikschlösser, die quasi

eine Stadt vor der Stadt bildeten, nannte man

Augsburg um 1900 ein „deutsches Manchester“.

Weil diese Stadt tausende Arbeiter aus den

Dörfern anzog, wuchs sie rasant. Augsburgs zwar

immer wieder erneuerte, doch im Kern mittelalterliche

Trinkwasserversorgung musste durch

das neue, 1878/79 errichtete Wasserwerk am

Hochablass ersetzt werden. Mit innovativstem

Maschinenbau made in Augsburg wurde sauberstes

Grundwasser in die gusseisernen Trinkwasserleitungen

gedrückt, die damals die letzten

hölzernen Röhrwasserleitungen ersetzten.

Bis heute strömt Wasser aus dem Lech, aus

der Wertach und aus den Quellen im Stadtwald

Augsburg durch das Stadtgebiet. Ganz am Ende

sammelt sich das Wasser aller Lechkanäle im

Ver einigten Stadt- und Proviantbach auf der

Wolfzahnau: Der jüngste und größte Augsburger

Kanal treibt seit 1902 die Turbinen im ersten

Strom erzeugenden Wasser kraftwerk Augsburgs

an. Am rund 155 Kilometer langen Kanalnetz

gewinnen heute aktuell 35 kleinere Wasserkraftwerke

Strom. Das ist – in Kurzform – die Geschichte.

Doch was bekommt man wo, wann

und wie von der Wasserwirtschaft zu sehen?

Variante 1: Selbst suchen. Dafür bieten sich

zwei der romantischsten Augsburger Altstadtquartiere,

das Ulrichs- und das Lechviertel, an.

Dort beginnt man am besten mit dem Wasserwerk

am Roten Tor. Die Ansicht der Wassertürme

und des Oberen Brunnenmeisterhauses von

der Spitalgasse aus ist sehenswert. Unschlagbar

romantisch ist aber das Panorama im Werks hof

(Zugang über den Platz „Am Rabenbad“): Dort


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT – UNESCO-WELTERBE?

genießt man den Blick auf den Großen und

den Kleinen Wasserturm sowie den Kastenturm,

auf das Obere und Untere Brunnenmeisterhaus

(das Letztere beherbergt das Schwäbische Handwerkermuseum)

und sogar auf das Äußere des

Aquädukts, in dem bis 1840 Trink- und Treibwasser

parallel über den Stadtgraben strömten.

Vom Wasserwerk am Roten Tor aus geht es

stets an einem Kanal entlang: Egal, ob man zunächst

dem Vorderen Lech oder dem Schwallech

(dort dreht sich ein hölzernes Wasserrad) folgt,

man spaziert stets durch idyllische Altstadtgassen.

Und stets endet der Spaziergang durch das

Lechviertel kurz hinter dem Brechthaus (Auf

dem Rain), wo der Vordere, Mittlere und Hintere

Lech zum Stadtbach zusammenfließen. Hier

»

Eine Tour durch das

Ulrichs- und das Lechviertel

beginnt man am besten beim

Wasserwerk am Roten Tor.

«

und da steht über einem der Kanäle ein hölzernes

Häuschen: In ihrem Inneren drehten sich einst

Wasserräder oder Turbinen, mit denen Handwerker

ihre Maschinen antrieben. Diese Tour

vermittelt einen ersten Eindruck von der früheren

wirtschaftlichen Bedeutung des Kanalsystems.

Mitten in der Innenstadt verraten die drei

Monumentalbrunnen von Hubert Gerhard und

Adriaen de Vries etwas über den Stellenwert

der Augsburger Trinkwasserversorgung für die

Augsburger Stadtgesellschaft des 16. und 17.

Jahrhunderts. Der Augustusbrunnen auf dem

Rathausplatz, der kleinere Merkurbrunnen auf

dem Moritzplatz und der Herkulesbrunnen,

der größte und figurenreichste der Brunnen in

Gewaltige Technik-Dinos aus Stahl und

Eisen bestaunt man bei den Führungen

der Stadtwerke Augsburg im Wasserwerk

am Hochablass (oben) oder denen des

Kraftwerksbetreibers Franz Winter im

Wasserkraftwerk auf der Wolfzahnau.

51


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT – UNESCO-WELTERBE?

52

Augsburger Brunnenkunst

– der Herkulesbrunnen

in der Maximilianstraße

und die Figur

des Brunnenbachs am

Augustusbrunnen. Die

Originalfiguren aller

drei Monumental -

brunnen sieht man im

Maximilianmuseum.

der Maximilianstraße (er steht vor den Fuggerhäusern

und dem Schaezlerpalais), waren sündhaft

teure Kunstwerke zweier herausragender

Bildhauer und Meisterwerke der Bronzegießkunst.

Die Augsburger Brunnentrias – die Monumentalbrunnen

verherrlichen wohl das Kaisertum

der Habsburger – gilt weltweit als einzigartig.

Noch ein anderer Platz lässt den Stellenwert

der Augsburger Wasserwirtschaft ein bisschen

erahnen: Der Hochablass zwischen den Stadtteilen

Spickel und Hochzoll ist seit Jahrhunderten

ein Ausflugsziel von Augsburgern und Besuchern

der Stadt. Das heutige Lechstauwehr ist vergleichsweise

jung: Die Stahlbetonkonstruktion

entstand bis 1912, weil ein Jahrhunderthoch -

wasser das Vorgängerwehr weggerissen hatte.

Das nahe Wasserwerk am Hochablass kann von

außen jederzeit besichtigt werden. Im benach -

»

Der Hochablass war schon in

vergangenen Jahrhunderten ein

Ausflugsziel der Augsburger

und ihrer Gäste.

«

barten Eiskanal trainieren Sportler aus aller Welt:

Die weltweit erste künstliche Kanuslalom strecke

entstand zur Sommerolympiade von 1972.

Variante 2: Führungen mitmachen. Vieles

vom wirklich Spektakulären verbirgt sich aber

in aller Regel hinter den Mauern. Wissen über

die Trinkwasserversorgung der Stadt bis zum

Jahr 1879 vermittelt eine Führung der Regio

Augsburg Tourismus GmbH im Wasserwerk am

Roten Tor. Die Dauerausstellung im einstigen

Oberen Wasserwerk wurde eingerichtet, nachdem

der Große und Kleine Wasserturm sowie das

Obere Brunnenmeisterhaus mustergültig saniert

worden waren. Das Wasserwerk ist heute eines

der Schwergewichte bei der Bewerbung Augsburgs

um die Aufnahme seiner historischen Wasserwirtschaft

in die Liste des UNESCO-Welterbes.

Gruppen können hier Führungen buchen. Ganz

individuell und ohne Anmeldung sieht man

das Innenleben des Wasserwerks bei den jähr -

lichen „Augsburger Wassertagen“ (von Mai bis

Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat).

Der zweite Höhepunkt ist das Wasserwerk

am Hochablass. Es löste die Wassertürme an


LECHMUSEUM BAYERN IN LANGWEID

Das Lechmuseum Bayern im Wasserkraftwerk Langweid ist die multimediale Inszenierung LECH MUSEUM

Bayern

des Flusses, der seit Tausenden von Jahren das Leben unserer Region prägt und der die

maßgebliche Rolle bei der Elektrifizierung Südbayerns spielte.

Gegen Voranmeldung unter Telefon 0821 328-1658 erhalten Sie eine fachkundige kostenlose Führung durch

das Museum. Darüber hinaus ist das Museum an jedem 1. Sonntag im Monat von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei. An den geöffneten Sonntagen bieten wir keine Führungen an.

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Maximilianmuseum

Römerlager im Zeughaus

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Neue Galerie im Höhmannhaus

Mozarthaus

Brechthaus

www.kunstsammlungen-museen-augsburg.de


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT – UNESCO-WELTERBE?

Wegen der Wasserkraft

entstanden Augsburger

Fabriken wie jene, die

das Staatliche Textilund

Industriemuseum

beherbergt. Im Wasserkraftwerk

Langweid ist

die Turbinenkammer

Teil des Museums.

der Stadtmauer ab und versorgte seit 1879 alle

Haushalte in der Industriestadt am Lech mittels

seinerzeit modernster Technik. Diese Technik –

massive schwarze Plungerpumpen und Druckwindkessel

– blieb erhalten: Für die Besucher

setzt man die Pumpen wie schnaufende riesige

»

Eine Besichtigung des

Wasserwerks am Hochablass

führt zu schnaufenden

Dinosauriern aus Eisen.

«

Dinosaurier in Bewegung. Die eisernen Ungetüme

waren wie die gesamte Konzeption des

neuen Wasserwerks ein europaweit beachtetes

Werk der Maschinenfabrik Augsburg. Heute gewinnt

ein benachbartes modernes Wasserwerk

das Trinkwasser für die Stadt und ihr Umland.

Im historischen Wasserwerk erzeugen Turbinen

Strom. Die Stadtwerke Augsburg führen regelmäßig

durchs „scheckheftgepflegte“ Denkmal.

Regelmäßig und im Rahmen der „Augsburger

Wassertage“ geführt wird auch im 1907 in Betrieb

genommenen Wasserkraftwerk am nördlichen

Lechkanal in Langweid. Mit dem Auto ist dieses

bundesweit einzigartige Flussmuseum von der

Augsburger Innenstadt aus in etwa einer Viertelstunde

erreicht. Im Historismusbau verdeutlicht

das Lech museum Bayern multi medial die Be -

deutung des Gebirgsflusses für die Geschichte,

die Wirtschaft und die Natur im Lechtal.

Das Architektur denkmal ist das wichtigste

„Ex ponat“. Die Turbinen kammer von 1907 ist

begehbar, vor der Kammer steht das Polrad aus

jener Zeit. Die Ausstellung im Erdge schoss, in

zwei Ebenen der Turbinen kammer und in den

Stockwerken darüber erklärt die Strom erzeugung

aus Wasser kraft sowie die Geschich te des Ener -

gie ver sorgers Lech werke. Zur Technik informiert

ein Turbinen pfad im Kraftwerk. Im Außen -

bereich erklären acht Stationen des Kraft werk s -

pfads die Bau- und Funktionsweise des Langweider

Wasser kraft werks, in dem längst erneuerte

Technik bis heute zuverlässig Strom erzeugt.

»Zu den Führungen im Wasserwerk am

Roten Tor und zu allen Veranstaltungen

der „Augsburger Wassertage“ informiert

die Regio Augsburg Tourismus GmbH:

www.augsburg-tourismus.de

»Zu Führungen der Stadtwerke Augsburg

im Wasserwerk am Hochablass informiert:

www.sw-augsburg.de

»Zum Wasserkraftwerk in Langweid sowie

zu Öffnungszeiten und Inhalten des Lechmuseums

Bayern informieren die Lech -

werke Augsburg: www.lechmuseum.de

»Informationen zur Welterbe-Bewerbung

der Stadt Augsburg: www.augsburg.de

54

» 432 Seiten Buch zur welterbewürdigen

Wasserwirtschaft: „Augsburgs historische

Wasserwirtschaft. Der Weg zum UNESCO-

Welterbe“. Mehr dazu: www.context-mv.de


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AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT MUSEAL

Dr. Christoph Emmendörffer

leitet das Maximilianmuseum

Augsburg:

Zu seinen Lieblingsobjekten

zählen

die hydrotechnischen

Modelle, welche die

städtischen Brunnen -

meister des 17., 18. und

19. Jahrhunderts als

voll funktions fähige

Minia tu ren fertigten.

Diese Sammlung von

Objekten der Augs -

burger Handwerks- und

Ingenieurs kunst in der

Wasserwirtschaft ist

weltweit einmalig.

Wassergeschichte(n): Brunnenfiguren,

die Modellkammer und der Römerhafen

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (3)

Zwei Dauerausstellungen zeigen Augsburgs Wassergeschichte aus sehr unterschiedlichen

Blickwinkeln. Das Maximilianmuseum stellt Originale der Augsburger Brunnenfiguren und

hydrotechnische Modelle der weltweit einmaligen Modellkammer aus. Zu den Höhepunkten

der Römerausstellung im Zeughaus zählen die Relikte eines römischen Floßhafens am Lech.

Ein paar auf Kies

gebettete Holzbalken

erinnern an zwei der

ältesten Formen der

Wasserwirtschaft –

Wasserbau und Flößerei.

Die Relikte eines

römischen Floßhafens

am Lech sind in der

Römerausstellung im

Zeughaus zu sehen.

Rechts: Die Figur des

Brunnenjünglings von

Adriaen de Vries war

einst ein kostbarer Einlaufhahn

im Wasserwerk

am Roten Tor.

Die schönsten Exponate im Maximilianmuseum

Augsburg sieht man

gratis: Die Originale der restaurierten

bronzenen Figuren des Augustus-,

Merkur- und Herkulesbrunnens stehen im frei

zugänglichen Vier metzhof. Kein Museumsticket

zu lösen hieße aber am falschen Platz zu sparen:

Man würde jene hydrotechnischen Modelle und

Treppenmodelle verpassen, die aus der Augsburger

Modellkammer (sie ist weltweit ohne

Parallele) stammen. Die Augsburger Brunnenmeister

konstruierten die Miniatur-Mühlen und

-Wasserwerke im 17., 18. und 19. Jah r hundert

als voll funktions fähige Demonstrationsobjekte

im Format 1:12 oder 1:16. Das „Maxmuseum“

zeigt auch die Originalfigur des Neptunbrunnens,

den Brunnenjüngling von Adriaen de Vries und

die Brunnenfigur des steinernen Wappners.

Sehr viel ältere Wasserwirtschaft ist in der

Toskanischen Säu le n halle des Augsburger Zeughauses

in der Dauerausstellung „Römerlager.

Das römische Augsburg in Kisten“ zu sehen.

Ein zentrales Exponat dieser Römerschau im

Renaissancebau sind einige auf Kies gebettete

Holzbalken – die Relikte einer römischen Floß -

lände am Ufer des Lechs, also eines Floßhafens.

» Das Maximilianmuseum (Fuggerplatz 1) ist

von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

geöffnet. Die Brunnenfiguren im Viermet z -

hof sind frei zugänglich.

»Die Dauerausstellung „Römerlager. Das

römische Augsburg in Kisten“ im Zeughaus

in Augsburg (Zeugplatz 4) ist von Dienstag

bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

56


Die IHLE-Cafés

Mit einem Frühstück bei IHLE fängt

jeder Tag gut an. Vor allem der Sonntag.

Die Teams in unseren Augsburger Cafés

freuen sich auf Ihren Besuch.

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»Bahnhofstraße 18 1 /2

»Maximilianstraße/Apothekergässchen 2

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AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT UND SPASS AM WASSER

Fast schon ein bisschen

mediterran wirkt der

Badestrand am Augs -

burger Kuhsee aus der

Vogelperspektive. Dem

aus einem Altarm des

Lechs beim Hochablass

entstandenen Badesee

wird immer wieder

hervorragende Wasser -

qualität attestiert.

Das Wasser am Wasser genießen – auch

das ist Augsburger Wasserwirtschaft

Knapp 23 Kilometer lang zieht sich der Lech durch Augsburg. Dazu kommen im Stadtgebiet

14 Kilometer Wertach, 89 Kilometer Kanäle und 67 Kilometer Stadtbäche, ein paar Badeseen

und Naturfreibäder. Kein Wunder, dass es Augsburger und ihre Gäste im Sommer ans Wasser

zieht – nicht nur zum Baden und Schwimmen, sondern auch zum Rudern und Radeln.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Thomas Baumgartner (1),

Martin Kluger (4),

Ulrich Wagner (1/Luftbild)

Der Augsburger Wasserreichtum hat

an heißen Tagen einen höchst angenehmen

Nebeneffekt: Mitten in

der Großstadt springt man bei Bedarf

an allerlei „Stadtstränden“ ins kühle Nass –

Eintritt frei. Wer sich in einen der erfrischenden

Lechkanäle wagt, sollte ein sicherer Schwimmer

sein. So ist zum Beispiel die Kraft des Hauptstadt -

bachs (er strömt direkt neben der viel befahrenen

Friedberger Straße der Stadtmitte zu) nicht zu

unterschätzen. Sicherer badet sichs im angrenzenden

„Fribbe“ (Siebentischstraße 4): Rund

300 Meter lang zieht sich dort der Kaufbach

durch das seit 1893 beliebte, familiengerechte

Freibad – dort bezahlt man freilich Eintritt.

Baden kann man aber auch anderswo: Etwa im

Herrenbach, an den der Haupt stadtbach bei

»

An den Augsburger

Industriekanälen und Flüssen

findet sich immer wieder mal

ein „Stadtstrand“.

«

der Pulvermühlschleuse neben der Friedberger

Straße Wasser abgibt. An etlichen weiteren

Industrie kanälen entdeckt man von Rasenflächen,

Das Fluss sanierungs -

projekt „Wertach

vital“ hat auch am

westlichen Rand der

Augsburger Innen stadt

naturnahe Ufer und

breite Kiesbänke

entstehen lassen, die

im Sommer Wasser -

ratten und Sonnen -

anbeter anziehen.

58


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT UND SPASS AM WASSER

Bäumen und Büsch en umgebene Kanalab -

schnitte, die geübte Schwimmer zum Sprung

ins kühle Nass verlocken – das gilt auch für

den Fabrik kanal vor dem Ge lände der ehemaligen

Zwirnerei und Näh fadenfabrik in Göggingen.

Beim Unterwasser des Lechstauwehrs am

Hoch ablass erstrecken sich beliebte Kiesbänke.

Den familiengerechteren Strand bietet der

benachbarte Kuhsee, der bis 1972 aus einem

früheren Flussarm des Lechs entstand. Dem 19

Hektar großen und bis zu fünf Meter tiefen

See wird beste Wasser qualität bescheinigt. Wer

»

Der Kuhsee beim Hochablass

glänzt mit allerbester

Wasserqualität – gebadet

wird auch in den Flüssen.

«

will, kann am Kuhsee auch ein Ruderboot

mieten und dort den Süßwasser-Kapitän spielen.

Gebadet wird am Lech aber noch an etlichen

anderen Stellen in Augsburg, etwa bei einigen

Kiesbänken bei der Wolfzahnau – kurz vor

dem Mündungs dreieck von Lech und Wertach.

Das Fluss sanierungs projekt „Wertach vital“

hat diesen Fluss am westlichen Rand der City

jüngst mit aufgeweiteten Ufern und Fahrradwegen

„in die Stadt geholt“. An der Wertach

bieten sich nun Kiesbänke und naturnah gestaltete

Ufer zum Baden und Sonnenbaden an.

Mitten in der Altstadt ist die „Augsburger

Kahnfahrt“ am Oblatterwall ein traditionsreicher

Wasserspaß: Schon der junge Brecht hat dort

Boote ins Wasser geschoben. Den Wassergraben,

der ursprünglich die Stadtmauer schützte, erkundet

man wahlweise mit einem Ruderboot

oder einem Tretboot. Bei der Brotzeit davor

oder danach sitzt man an Tischen direkt am

Stadtgraben. Viel näher am Wasser geht nicht.

»Informationen zum Baden in Augsburgs

Flüssen und Seen, zu Naturfreibädern

und Badeseen: www.augsburg.de

» Nicht überall darf geschwommen werden:

Bitte Bade verbote be achten! Auf den Kiesbänken

in den Flüssen ist Vorsicht angesagt,

weil dort schon mal Glasscherben

liegen können. (Bitte Abfälle mitnehmen!)

» Der Brunnenbach lieferte bis 1840 Trinkwasser

aus dem Stadtwald Augsburg zum

Wasserwerk am Roten Tor. Heute gewinnen

die Stadtwerke Augsburg im Stadtwald

hochwertiges Trinkwasser für 300 000

Menschen. Das Gebiet im Süden der Stadt

ist mit mehr als 3000 Arten ein Juwel unter

Bayerns Naturschutzgebieten. Der Landschaftspflegeverband

Stadt Augburg (LPV)

führt zu Fuß und per Rad zu Naturschätzen

und Denkmälern, zum Beispiel am 28. April

beim „UNESCO-Welterbe-Spaziergang im

Siebentischwald“ und am 30. Juni zum welt -

weit größten Vorkommen der raren Sump f -

gladiole. Mehr Infos zu den Führungen und

Radtouren des LPV: www.lpv-augsburg.de

Hier erholt man sich

am und im Wasser:

Rudern kann man am

Kuhsee beim Hochablass

ebenso wie mitten

in der Altstadt – dort

bei der seit 1876 be -

stehenden „Augsburger

Kahnfahrt“ im Äußeren

Stadtgraben. Entlang

früherer Industriekanäle

wie dem Fabrikkanal

in Göggingen finden

sich in Augsburg immer

wieder „Stadtstrände“.

Radtouren im wasserreichen

Stadtwald

Augsburg startet man

bevorzugt beim Hochablass

(Fotos von links

oben im Uhrzeigersinn).

59


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT UND PRAKTISCHE TIPPS

Das historische Wasserwerk

am Hochablass

(links) versorgte ab

1879 erstmals sämtliche

Augsburger Haushalte

zentral mit Trinkwasser

aus der Leitung. In dem

Architekturdenkmal erzeugen

heute die Stadtwerke

Augsburg Strom.

Rechts: Im Wasserkraftwerk

in Langweid,

das die Lechwerke

im Jahr 1907 in Betrieb

nahmen, wird auch

heute noch Strom

gewonnen: In diesem

Architekturdenkmal

findet man aber zudem

das innovative Lechmuseum

Bayern.

Denkmal der Trinkwasserversorgung:

das Wasserwerk am Hochablass

Die historische Trinkwasserversorgung Augsburgs,

aber auch die moderne Trinkwassergewinnung der

Großstadt lernt man im Wasserwerk am Hochablass

– geführt von Mit arbeitern und Ehemaligen der

Stadt werke Augsburg – kennen. Beim Gang durch

das Architekturdenkmal sind etliche Technikdenkmäler

zu sehen – von den Plungerpumpen aus dem

Jahr 1879 über einen Dieselmotor von 1935 bis zur

Feuerspritze. Gruppen werden nach Vereinbarung

geführt. Bei den „Augsburger Wassertagen“ ist eine

Besichtigung ohne Anmeldung möglich.

Lechmuseum Bayern: Wasserkraft

im einzigartigen Flussmuseum

Das Wasserkraftwerk in Langweid wurde 1907 in

Betrieb genommen. Heute ist es eines von drei

Wasserkraftwerken, die die Lechwerke AG am Lechkanal

nördlich von Augsburg betreibt. In diesem

Historismusbau wird bis heute Strom für tausende

von Haushaltungen erzeugt, doch dort informiert

auch das Lechmuseum Bayern zur Bedeutung des

Lechs für die Region, zu Strom aus Wasserkraft und

zur Geschichte des Energieversorgers. Das Wasserkraftwerk

ist jeden ersten Sonntag im Monat (10 bis

18 Uhr) geöffnet. Gruppenführungen sind möglich.

Text:

Martin Kluger

Candida Sisto

Fotografie:

Achim Bunz (1),

Martin Kluger (2)

» Informationen zu Gruppenführungen und

zu „Augsburger Wassertagen“: Stadtwerke

Augsburg (www.sw-augsburg.de) oder bei

der Regio Augsburg Tourismus GmbH

» Informationen zu Gruppenführungen und

zu „Augsburger Wassertagen“: Lechwerke

AG (www.lechmuseum.de) oder bei der

Regio Augsburg Tourismus GmbH

Im Wasserwerk am

Roten Tor (links) führt

die Regio Augsburg

Tourismus GmbH im

Rahmen vereinbarter

Gruppenführungen

oder ganz individuell

bei den jährlichen

Augsburger Wasser -

tagen“. Rechts: Bei den

„Wassertagen“ und bei

Gruppenführungen

zum Thema Wasser

oder auch Handwerk

er klären Gästeführer

der Regio Augsburg

Tourismus GmbH den

Verlauf und die Funktionen

der Lechkanäle.

Dreimal durch einen Wasserturm:

das Wasserwerk am Roten Tor

Die Regio Augsburg Tourismus GmbH führt durch

zwei der Wassertürme im historischen Wasserwerk

am Roten Tor und die dortige Dauerausstellung.

Die Ausstellung im Großen und Kleinen Wasserturm

sowie im Oberen Brunnenmeisterhaus informiert

zu mehr als 450 Jahren Trinkwasserversorgung.

Sie war lange Zeit ein seltener, da sündteurer Luxus.

Das Untere Brunnenmeisterhaus beherbergt das

Schwäbische Handwerkermuseum: Dieses Museum

bietet Führungen durch den dritten Wasserturm –

den Kastenturm – an (www.hwk-schwaben.de).

» Mehr zu Gruppenführungen in den drei

Wassertürmen, zu Führungen im Rahmen

der „Wassertage“ und zum Handwerkermuseum:

www.augsburg-tourismus.de

Die „Augsburger Wassertage“ – und

noch mehr Führungen zum Wasser

Augsburgs historische Wasserwerke und Wasserkraftwerke

öffnen im Rahmen der „Augsburger Wasser -

tage“ ihre Türen. Jeweils am ersten Sonntag in den

Monaten Mai bis Oktober können Denkmäler der

Wasserwirtschaft – meist ohne Anmeldung – besichtigt

werden. Die „Augsburger Wassertage“ sind Teil

des Rahmenprogramms zur Bewerbung Augsburgs

um die Aufnahme der historischen Wasserwirtschaft

in die UNESCO-Welterbeliste. Die Regio Augsburg

Tourismus GmbH führt zudem Gruppen nach Vereinbarung

entlang der Kanäle zu den Denkmälern.

» Die Regio Augsburg informiert im Internet

(www.augsburg-tourismus.de) und mit

Broschüren zu „Augsburger Wassertagen“

und Gruppenführungen.

Text: Martin Kluger | Fotografie: Wolfgang B. Kleiner (1), Martin Kluger (5)

60


AUGSBURGS WASSERWIRTSCHAFT UND PRAKTISCHE TIPPS

Lecker: Wasserwirtschaft und

Kulinarik rechts und links der Kanäle

Kaum zu glauben: In den 1960er-Jahren hat man

in Augsburg tatsächlich darüber nachgedacht, das

idyllische Lechviertel abzureißen und – nur ein paar

Schritte östlich des Renaissancerathauses und der

prachtvollen Maximilianstraße – Hochhäuser nach

schwedischem Vorbild zu bauen. Heute ist diese

romantische Ecke mit ihren Handwerkerhäusern

entlang der Gassen und Lechkanäle (Vorderer,

Mittlerer und Hinterer Lech heißen die einen wie

die anderen) nicht nur ein bevorzugtes Wohngebiet,

sondern auch ein wesentlicher Faktor bei Augsburgs

Bewerbung zur Aufnahme der historischen Wasserwirtschaft

in die Liste des UNESCO-Welterbes.

Schon zuvor, jetzt erst recht, waren und sind das

Lechviertel und das angrenzende Ulrichsviertel ein

viel besichtigtes Tourismusziel. Da trifft es sich gut,

dass beiderseits dieser Lechkanäle empfehlenswerte

Gastronomie zu finden ist. Im und am Rathaus (die

Terrasse am Elias-Holl-Platz liegt nur wenige Schritte

vom Vorde ren Lech entfernt) bewirtet das Restaurant

„Ratskeller“ (ganz jährig im historischen Kellergewölbe

im Rathaus) mit süddeutscher Küche.

Ebenfalls am Elias-Holl-Platz (und direkt am

Hunoldsgraben, wo dieser heute unter dem Pflaster

verschwundene Kanal verlief) liegt der Eingang zum

Restaurant „Die Ecke“. Das Traditions restau rant ist

für seine feine, ambitionierte Küche bekannt.

Das Altstadtgasthaus „Bauerntanz“ verspricht

hochwertige, traditionelle schwäbisch-bayerische

Küche. Wer sich draußen an einem der Wirthaus -

tische am Bauerntanzgäßchen niederlässt, speist mit

Blick auf den dort vorbeiströmenden Vorderen Lech.

Die „Lustküche“ heißt nicht nur so, dort wird

auch so gekocht. Die Anschrift des Restaurants

(Mittlerer Lech 23) verrät bereits die Lage an einem

der Lechkanäle im Lechviertel. Im Freien sitzt man

ein paar Schritte vom Mittleren Lech entfernt, der

Hintere Lech fließt unter dem Haus hindurch.

Im Ulrichsviertel, quasi im Schatten der Wassertürme

des Wasserwerks am Roten Tor, bewirtet das

Restaurant „Zum bayerischen Herzl“ (vormals der

„Weinbäck“) im lauschigen Innenhof der Bäckerei

Laxgang. Der Vordere Lech ist nur ein paar Schritte

entfernt. Beim nahen Kräutergarten am Roten Tor

fließen der Brunnenmeisterbach und der Spitalbach.

Lesbar: der Lech, die Wertach und

die Denkmäler der Wasserwirtschaft

Wer wissen will, was sehens- und erlebenswert ist an

Augsburgs Wasserwirtschaft und ihren Denkmälern,

kann sich dieses Wissen vorab erlesen: Wege und

Ziele lernt man zum Beispiel mit einem Rad- und

Wanderführer kennen. Nicolas Liebig, Geschäftsführer

des Landschaftspflegeverbands Stadt Augsburg,

weiß, wo es schön ist im Stadtwald Augsburg,

durch den zahlreiche Quell bäche und Lech kanäle

fließen. Er hat die besten Touren zusammen gestellt

(„Stadtwald Augsburg. Rad- und Wanderführer

zu Quellbächen, Lechkanälen und Lech heiden“,

156 Seiten, 123 Fotos, 5 Karten, 9,90 Euro).

Zu den Lechkanälen in der Altstadt, zu den

Denkmälern in Augsburg sowie nördlich der Stadt

(zum Lechmuseum Bayern und zum Klostermühle n -

museum in Thierhaupten) führt das Tasche n buch

„Wege zum Wasser. Führer zu den Denkmälern der

historischen Augsburger Wasserwirtschaft“ (Martin

Kluger, 96 Seiten, 145 Abbildungen, 8,90 Euro).

Mit Wasserbau, mit Natur und Naherholung

befasst sich ein Taschenbuch von Prof. Robert Rapp

mit dem Titel „Die Wertach. Flussentwicklung an

der unteren Wertach und das Sanierungsprojekt

,Wertach vital‘“. Ralph Neumeier, der Leiter des

Wasserwirtschaftsamts Donauwörth, hat ein Kapitel

beigesteuert: Es beschreibt, wo sich die Wertach seit

ihrer Sanierung wieder zum Baden, Wandern und

Radeln eignet (Herausgeber: Bayerische Elektrizitäts -

werke, 168 Seiten, 98 Abbildungen, 9,90 Euro).

Beiderseits der Kanäle

im Augsburger Ulrichsund

Lechviertel (links)

werden Besucher der

Altstadtidylle von

empfehlenswerter

Gastronomie bewirtet.

Rechts: Das Taschenbuch

„Wege zum

Wasser. Führer zu den

Denkmälern der historischen

Augsburger

Wasserwirtschaft“

stellt auch eine Radtour

am Lechkanal

nördlich von Augsburg

vor. Auf dieser Route

radelt man gemütlich

am Wasserkraftwerk

in Langweid vorbei.

Ein Rad- und Wanderführer

durch den Stadtwald

Augsburg, ein

Denkmalführer (auch

der mit Wander- und

Radeltipps) sowie ein

Buch zur Wertach und

ihrer Sanierung leiten

zu den Gewässern und

zu etlichen Höhepunkten

unter den Denk -

mälern der Augsburger

Wasserwirtschaft.

» Mehr Infos zur Gastronomie in Augsburg

und drumherum erhält man bei der Regio

Augsburg Tourismus GmbH in Broschüren

oder unter: www.augsburg-tourismus.de

» Mehr Informationen zu den drei Taschenbüchern

– sie sind bundesweit im Buchhandel

erhältlich – findet man im Internet

unter: www.context-mv.de

61


Text:

Martin Kluger,

Jüdisches Kulturmuseum

Augsburg-Schwaben

Fotografie:

Jüdisches Kulturmuseum

Augsburg-Schwaben (1),

Wolfgang B. Kleiner (3),

Martin Kluger (2)

Von 1914 bis 1917 wurde die Augsburger Synagoge errichtet – 2017

wird gefeiert. Schon der Neubau erregte Aufsehen – heute ist das

jüdische Gotteshaus eine der bedeutendsten Synagogen Europas.

Zwei Architekten schufen einen Stilmix, der die Neue Sachlichkeit

mit Jugendstilanleihen und byzantinische sowie orientalisierende

Details mit Anregungen aus der jüdischen Renaissance verband.

Der Monumentalbau – ein Denkmal der deutsch-jüdischen Kultur –

erinnert aber auch an eines der finstersten Kapitel der deutschen

Geschichte. In der Synagoge beleuchtet die Dauerausstellung des

Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben die 800 Jahre lange

Historie jüdischer Gemeinden in Augsburg und Bayerisch-Schwaben.

62


RUNDES JUBILÄUM

Die Augsburger

Synagoge wird

hundert Jahre alt

Das architektonische Meisterwerk ist eine der bedeutendsten

Synagogen Europas – und beherbergt ein Kulturmuseum

63


100 JAHRE SYNAGOGE AUGSBURG

64

Der Blick in den

Betraum der Synagoge:

Ein bisschen Byzanz,

ein bisschen Orient

und eine reiche ikonographische

Ausstattung

prägen das Innere

des Gotteshauses, dessen

Architektur An -

leihen bei der jüdischen

Renaissance

und bei traditionellen

Formen des landschaftsgebundenen

Bauens nimmt.

Am 4. April 2017 jährt sich das Bestehen

der Augsburger Synagoge zum

hundersten Mal. Dieses Jubiläum

gilt einerseits einem architektonischen

Meisterwerk: Denn der bis 1917 entstandene

Monumentalbau an der Halderstraße ist ein

im posantes Denkmal deutsch-jüdischer Kultur,

ein herausragendes Zeugnis der jüdischen Geschichte

Bayerns und eines der bedeutendsten

jüdischen Gotteshäuser europaweit. Das Jubiläum

erinnert andererseits an eines der schlimmsten

»

Die Augsburger Synagoge

zählt zu den bedeutendsten

jüdischen Gotteshäusern

in Europa.

«

Kapitel in der Geschichte der Stadt Augsburg

und ganz Deutschlands. Denn die sogenannte

„Reichskristallnacht“, die deutschlandweite

Pogrom nacht vom 9. auf den 10. November

1938, überstand die Augsburger Synagoge – als

einzige Großstadtsynagoge in ganz Bayern –

allein deshalb, weil das Feuer im Gebäude zum

Schutz von be nach barten Bauten gelöscht werden

musste. Die Innen einrich tung ging bei dem

Brand jedoch unwiederbringlich verloren.

Der überkuppelte Zentralbau war zwischen

1914 und 1917 in repräsentativer Lage zwischen

dem Stadtzentrum und dem Augsburger Hauptbahnhof

errichtet worden. Die Pläne für den

Neubau der Synagoge hatten die Architekten

Fritz Landauer und Dr. Heinrich Lömpel geschaffen.

1914 legte die jüdische Gemeinde den

Grund stein. Die beiden Architekten hatten mit

ihrem Bau ein Meisterwerk im teils byzantinischen,

teils klassizistischen Stil (mit An leihen

bei Jugendstil und Neuer Sachlichkeit) entworfen.

Die orientalisierende Optik vieler Details

sowie diverse Anlehnungen an die jüdische

Renaissance und traditionelle Formen des landschaftsgebundenen

Bauens verraten nichts davon,

dass die beiden Architekten auf eine zu dieser

Zeit hochmoderne Eisenbetonkonstruktion setzten.

Diese Bauweise, ausgeführt von einem auf

Großbauten spezialisierten Augsburger Unternehmen,

hatte sich in den Jahren zuvor bereits

bei der Fertigstellung etlicher Augsburger Fabrik -

»

Die in Industriebauweise

errichtete Synagoge galt den

Zeitgenossen als Inbegriff eines

„neu-jüdischen Tempels“.

«

schlösser bewährt. Das Ergebnis begeisterte am

Ende schon die Zeitgenossen: Sie empfanden

die Augsburger Synagoge als den Inbegriff eines

„neu-jüdischen Tempels“.

Zwischen 1974 und 1985 wurden die Schäden

der Pogromnacht beseitigt. Der Kultraum wurde

wiederhergestellt. Seitdem beherbergt der Bau

in seinem Westtrakt das Jüdische Kulturmuseum

Augsburg-Schwaben. Es wurde als erstes selbstständiges

Jüdisches Museum Deutschlands nach

dem Krieg gegründet. Auch heute ist es eine

Besonderheit: Neben dem Centrum Judaicum


100 JAHRE SYNAGOGE AUGSBURG

Von 1914 bis 1917 war die Synagoge in

repräsentativer Lage zwischen dem

Augsburger Stadtzentrum und dem

Haupt bahnhof an der Halderstraße

errichtet worden. Sie ist die einzige

Großstadtsynagoge Bayerns, die nicht

während der Pogromnacht im Jahr 1938

zerstört wurde.

Der orientalisch wirkende Kuppelraum

mit dem Goldmosaik im grünen Putz

(unten) lässt nicht einmal entfernt erahnen,

dass man die Augsburger Synagoge

in einer 1917 hoch modernen Industri e -

bauweise errichtete. Führungen durch

die Synagoge und die Dauerausstellung

im Jüdischen Kultur museum Augsburg-

Schwaben finden regelmäßig statt –

unter den Besuchern waren auch schon

(Bild ganz unten, von links) die Bundestagsabgeordnete

und Vize präsidentin

des Deutschen Bundestags Claudia Roth,

die bayerische Landtagsabgeordnete

Christl Kamm sowie Staatssekretär

Johannes Hintersberger (Museums -

chefin Dr. Benigna Schönhagen im

Hintergrund).

in Berlin ist das Jüdische Kultur museum in

Augsburg deutschlandweit das einzige Jüdische

Museum, das seine Ausstellung in einer von

einer Gemeinde genutzten Synagoge zeigt.

Das Augsburger Museum informiert mit seiner

Dauerausstellung zu 800 Jahren jüdischer

Geschichte in der Stadt und im bayerischen

»

Die Ausstellung im Museum

informiert zu 800 Jahren

jüdischer Geschichte in

Augsburg und drum herum.

«

Schwaben. Das hundert Jahre alte Baudenkmal

ist quasi selbst das bedeutendste „Exponat“ des

Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben:

Die Besucher blicken von der Frauen empore

der Synagoge in einen geradezu unwirklich

scheinenden Raum, in dem man die Stille zu

hören glaubt.

Über dem Zentralraum in der Form eines

byzantinischen Kreuzes und mit vier tonnengewölbten

Kreuzarmen erhebt sich 29 Meter

hoch eine Kuppel von 16 Metern Durchmesser.

Ihr aus grünem Putz und wenigen Goldsteinen

zusammengesetztes Deckenmosaik lässt die

hochmoderne Bauweise kaum erahnen. Diese

orientalisch wirkende Kuppel überwölbt einen

Bet raum, den ebenfalls orientalisch wirkende

Maßwerkfenster sowie ein doppelter Fensterkranz

und vier Kugellampen aus Messing in ein geheimnisvolles

Halbdunkel tauchen.

Bemerkenswert ist die reiche ikonografische

Ausstattung der Augsburger Synagoge mit einem

farbigen Mosaik über dem Tora-Schrein und

der bildlichen Darstellung der Hohen Feiertage

65


100 JAHRE SYNAGOGE AUGSBURG

Die Fenster des

Kuppelbaus tauchen

den zentralen Betraum

der Großen Synagoge

Augsburg in ein fast

unwirkliches Licht.

in den fünf Medaillons am Ostbogen sowie der

zwölf Stämme an den Emporenbrüstungen. Vier

Stuckreliefs füllen den Übergang von der Kuppel

zum Zentralraum: Sie deuten die Tora als Baum

des Lebens. Verbunden werden die Reliefs durch

Bibelzitate in hebräischer Schmuckschrift.

Mit dem Jahrestag der Einweihung der

Großen Synagoge Augsburg am 4. April 2017

beginnt das offizielle Jubiläumsprogramm: An

diesem Tag führt Museumsleiterin Dr. Benigna

Schönhagen durch das Gotteshaus. Gefeiert

und geführt, informiert und ausgestellt wird

aus Anlass des hundertsten „Geburtstages“ bis

zum 29. Juni 2017.

» Mehr Informationen zur Geschichte der

Augsburger Synagoge und zum Jüdischen

Kulturmuseum Augsburg-Schwaben im

Internet unter: www.jkmas.de

»Ganzjährig führt das Kulturmuseum zu

Architektur und Geschichte der Synagoge

sowie durch die Dauerausstellung in der

Synagoge. Informationen zu den Terminen

auch unter: www.augsburg-tourismus.de

»Das Jüdische Kulturmuseum in Augsburg

ist montags und an den meisten jüdischen

Feiertagen (also auch an allen Samstagen)

geschlossen. Öffnungszeiten: www.jkmas.de

100 Jahre Große Synagoge Augsburg:

das Jubiläumsprogramm und mehr

Programmflyer

Einen Überblick über das gesamte Jubiläumsprogramm

zum 100-jährigen Bestehen der Augsburger

Synagoge vermitteln ein eigener Flyer und die

Homepage des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-

Schwaben: www.jkmas.de

Ausstellungen

27. April bis 28. Mai |

Ehemalige Synagoge Kriegshaber

„Paula Buber. Leben und Werk“: ein studentisches

Ausstellungsprojekt in der Museumsdependance

Ehemalige Synagoge Kriegshaber

ab 27. Juni 2016 | tim Augsburg, Provinostraße 46

„Kahn & Arnold – Die Wege zweier jüdischer

Unternehmerfamilien aus Augsburg im 20. Jahrhundert“:

Diese Ausstellung ist in die Dauerausstellung

des Staatlichen Textil- und Industriemuseums

Augsburg (tim) eingebettet.

November 2017 |

Ehemalige Synagoge Kriegshaber

„Vorübergehend zurückgebracht“: Ritualgegenstände

aus den jüdischen Vorortgemeinden Kriegshaber,

Pfersee und Steppach in der Museumsdependance

Ehemalige Synagoge Kriegshaber

Führungen

4. April bis 25. Juni | Jüdisches Kulturmuseum

Führungen durch die Große Synagoge: Architektur

und Geschichte des Hauses. Termine und Uhrzeiten

unter: www.jkmas.de

30. Juli bis 10. September | jeweils 11 Uhr |

Jüdisches Kulturmuseum

In den Sommerferien: Sonntagsführungen durch

die Dauerausstellung und die Große Synagoge

ganzjährig | Jüdisches Kulturmuseum

Führungen durch das Museum – an jedem ersten

Mittwoch im Monat um 18 Uhr und an jedem

dritten Sonntag im Monat um 15 Uhr

(eventuelle Änderungen unter: www.jkmas.de)

Festkonzert

2. Juli | 17 Uhr | Große Synagoge

Felix Mendelssohn Bartholdys „Elias“ mit dem

Friedberger Kammerorchester unter Gereon Trier

und dem „Augsburger Vokalensemble“

» Informationen zum Jubiläumsprogramm

sowie zu den weiteren Veranstaltungen

(Tage der offenen Tür am Internationalen

Museums tag, am Europäischen Tag der

jüdischen Kultur und am Tag des offenen

Denkmals) unter: www.jkmas.de

66


JÜDISCHE GESCHICHTE IN UND BEI AUGSBURG

Der jüdische Friedhof

in Fischach (Landkreis

Augsburg) erinnert an

die Geschicke der jüdischen

Landgemeinden

im Augsburger Umland.

Bis heute entdeckt man

in Westschwaben und

im Ries Synagogen und

jüdische Friedhöfe.

Ein jüdischer Friedhof und die älteste

Synagoge im bayerischen Schwaben

Die Synagoge von Kriegshaber ist die älteste erhaltene Bayerisch-Schwabens. Das Denkmal

im heutigen Augsburger Stadtteil und der jüdische Friedhof in Fischach erinnern an jüdische

Landgemeinden. Sie entstanden, weil Augsburg 1438/40 die Juden aus der Stadt vertrieb.

Die Synagoge im Augsburger Stadtteil

Kriegshaber ist die älteste erhaltene

Synagoge Bayerisch-Schwabens. Sie

war lange Zeit das Gotteshaus einer

jüdischen Landgemeinde. Als sie in einem im

späten 17. Jahrhundert erbauten Wohnhaus eingerichtet

wurde, gehörte das Dorf Kriegshaber

zur vorderösterreichischen Markgrafschaft Burgau.

Die Reichsstadt hatte alle Juden 1438/40

aus Augsburg vertrieben. Während der Pogrome

von 1938 wurde die Synagoge in Kriegshaber

nicht geschändet. Einige Jahre lang diente sie

noch als Gemeindezentrum der Augsburger Juden.

Heute ist dieses profanierte Gotteshaus

(Ulmer Straße 228) eine Dependance des Jüdischen

Kulturmuseums. Besichtigungen des jüngst

renovierten Denkmals sind möglich.

In Fischach im Landkreis Augsburg erinnert

ein Friedhof an eine jüdische Landgemeinde.

Die 1739 errichtete Syna goge wurde 1938 durch

SA-Männer geschändet und zur Turnhalle umgebaut.

Doch der seit 1774 existierende jüdische

Friedhof blieb erhalten. Ein Blick über die

Friedhofs mauer ist möglich. 403 Gra b stei ne,

der älteste von 1796, sind nach Ve r ein barung

zu besichtigen (Telefon 0 82 36/58 10).

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (2)

Die frisch renovierte

Synagoge von Kriegshaber

liegt heute im

Stadtgebiet. Doch als

das Bauwerk errichtet

wurde, gehörte das

Dorf Kriegshaber noch

zu Vorderösterreich

und war für Augsburg

folglich „Ausland“.

Auch hier – beinahe in

Sichtweite der Stadtmauer

– konnte sich

eine jüdische Land ge -

meinde niederlassen.

67


68

Im August 955 verteidigten die Augsburger, angeführt von Bischof

Ulrich (mit grüner Mitra, grünem Mantel und dem Bischofsstab

auf der Wehrmauer) tapfer die nur unzureichend befestigte Stadt.

Zu sehen ist diese Szene im 2015 eröffneten „Infopavillon 955“, der

in Königsbrunn die epochale Schlacht auf dem Lechfeld mit drei

großen Landschaftsdioramen und 12 000 Zinnfiguren vermittelt.

Die Darstellung des Bischofs im Museum entspricht einer erst nach

seinem Tod im Jahr 973 entstandenen Legende. Ulrich stand wohl

nicht nur auf der Mauer, sondern hat während der dreitägigen

Kämpfe auf dem Lechfeld wohl auch selbst zum Schwert gegriffen.


EPOCHALES EREIGNIS

955: Die Schlacht

auf dem Lechfeld

Im Infopavillon in Königsbrunn: drei Dioramen, 12 000

Zinnfiguren und ein Wendepunkt in der Geschichte Europas

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (4),

Norbert Liesz/

Regio Augsburg

Tourismus GmbH (4)

69


„INFOPAVILLON 955“ IN KÖNIGSBRUNN

Das belagerte Augsburg

im August des

Jahres 955. Drei Jahrzehnte

zuvor hatte

Bischof Ulrich den

vermutlich bei einem

Ungarn einfall im Jahr

913 zerstörten Dom

wieder aufbauen

lassen. Das Lechtal

unterhalb der Stadt

durchzogen damals

etliche Lecharme.

Als König Otto I. am 10. August des

Jahres 955 schweißgebadet und blutbespritzt

vom Pferd stieg, wusste er,

dass er etwas Großes erreicht hatte:

Nachdem das Reitervolk der Ungarn Europa

jahrzehntelang mit Beutezügen heimgesucht

hatte, hatte er den Überfällen mit der dreitägigen

Schlacht auf dem Lech feld bei Augsburg ein

Ende bereitet. Otto war seit 936 Herzog von

Sachsen, König des Ostfrankenreiches und seit

951 auch der König von Italien: Ihm war das

diplomatische Meisterstück gelungen, Sachsen

und Franken mit den Stämmen der Bayern,

»

955 verteidigte der später

heiliggesprochene Bischof

Ulrich die belagerte

Stadt Augsburg.

«

Böhmen und Schwa ben zu vereinen. Das geeinte

Heeresaufgebot hatte den ge mein samen Gegner

vernichtend geschlagen.

Die Schlacht auf dem Lechfeld stellt einen

Meilenstein der deutschen Geschichte dar. Die

Kämpfe um Augsburg gelten unter Historikern

als die „Geburtsstunde der Deutschen“. Über

die Gefechte um das vom später heilig -

gesprochenen Bischof Ulrich verteidigte Augsburg

hinaus befasst sich der „Infopavillon 955“ in

der Stadt Königsbrunn, der größten Stadt im

Landkreis Augsburg, mit den mehr als tausend

Jahre langen Beziehungen zwischen den Deutschen

und den Ungarn. Die Ausstellung vermittelt

die Verbin dungen der beiden Völker in

unterschiedlichsten Aus prägun gen bis in die

»

Es geht um die schöne

Wittelsbacherin Elisabeth,

ein Fußballwunder und den Fall

des „Eisernen Vorhangs“.

«

Gegenwart. Die schöne Wittelsbacherin und

österreichische Kaiserin Elisabeth ist dabei

ebenso ein Thema wie Jakob Fugger „der Reiche“.

„Das Wunder von Bern“ – der Sieg der deutschen

Fußballnationalmannschaft über die jahrelang

unbesiegte ungarische Wunderelf bei der Fußballweltmeisterschaft

von 1954 – gehört ebenso

dazu wie Ungarns Rolle beim Fall des „Eisernen

Vorhangs“ im Jahr 1989.

Im 2015 eröffneten „Infopavillon 955“ in

Königsbrunn steht die Lechfeld schlacht buchstäblich

im Mittelpunkt der Dauerausstellung:

Drei große Landschaftsdioramen veranschau -

lichen die epochale Schlacht bei Augsburg, von

der bis heute niemand so ganz genau sagen

kann, wo sie wirklich in welcher Intensität geschlagen

wurde. 12 000 Zinnfiguren helfen immerhin,

den Ver lauf der dreitägigen Kämpfe

auf dem Lechfeld bei Augsburg im Großen

und Ganzen nachzuvollziehen. Im Untergeschoss

70


„INFOPAVILLON 955“ IN KÖNIGSBRUNN

Gesteuert per Touchscreen erklärt

im „Infopavillon 955“ modernste

Museumsdidaktik in Bild und Ton das

Geschehen während der dreitägigen

Kämpfe um das belagerte Augsburg.

Der „Infopavillon 955“ liegt direkt neben

dem kugelförmigen Museumsbau des

Mercateums: Der größte begehbare

Globus der Welt vermittelt Wissens -

wertes zur mehr als 500 Jahre währenden

Geschichte der Handelsbeziehungen

zwischen Augsburg und Indien.

des „Infopavillons 955“ wird der Verlauf der

Schlacht auf dem Lechfeld mithilfe der drei

aufwendig ausgestatteten Dioramen und mit

modernster Museums technik vermittelt. Diese

Dioramen und die mit vielen Details gestalteten,

akribisch von Hand bemalten Zinnfiguren hat

der in Augs burg lebende Dioramenbauer Martin

Sauter in jahrelanger Arbeit gefertigt.

Das erste Diorama zeigt die Belagerung der

damals noch schwach befestigten Stadt Augsburg

durch die Reiterscharen der Magyaren. Unter

Bischof Ulrich wurde die Stadt verteidigt. Zu

sehen sind Augsburg und sein Mittelpunkt, der

romanische Dom. Die zweitürmige Bischofskirche

hoch über dem Lechfeld steht auf der

Schotterterrasse, auf der die Römer spätestens

71


„INFOPAVILLON 955“ IN KÖNIGSBRUNN

Eine Zeitleiste an den

Infowänden im Königs -

brunner Museum

erklärt die mehr als

tausend Jahre an -

dauernde Ver bin dung

zwischen Ungarn und

Deutschen. Auch die

Bergwerke des Augsburger

Kaufherrn Jakob

Fugger „des Reichen“

in Ober ungarn sind

hier ein Thema.

bis zum Jahr 37 nach Christus die Zivilsiedlung

Augusta Vindelicum gegründet hatten.

Das zweite Diorama stellt den Überfall der

Ungarn auf den Tross der Deutschen an der

Schmutter dar. Im Vordergrund ist das niedergebrannte

Dorf Hainhofen (heute ein Stadtteil

von Neusäß im Landkreis Augsburg) zu sehen.

Das dritte und größte Diorama zeigt die Flucht

der Ungarn über den Lech, der damals noch

ein viel armiger Wildfluss war. Im Hintergrund

ist das ausgedehnte Zeltlager der Magyaren bei

Kissing zu erkennen. Ein durchdachtes Lichtund

Ton system informiert über die Hintergründe

der Schlacht, er klärt ihren Verlauf und lenkt

den Blick gezielt auf zentrale Szenen.

Der „Infopavillon 955“ ist in einem architektonisch

ansprechenden Bau im Königsbrunner

Stadtzentrum untergebracht. In direkter Nachbarschaft

steht das spektakuläre Mercateum,

der größte begehbare Globus der Welt. Auf der

Hülle des kugelförmigen Bauwerks ist eine Weltkarte

von 1529 – überliefert in der Vatikanischen

Bibliothek – zu erkennen. Das Mercateum erinnert

als Baudenkmal an die wirtschaftlichen

Verbindungen zwischen Indien und Augsburger

Kaufleuten: 1505/06 wagten Welser, Fugger und

72

Das figurenreiche

Landschaftsdiorama

der Kämpfe am Lech

zeigt auch das ausgedehnte

Zeltlager der

ungarischen Reiter -

horden östlich des

Flusses – dort liegt

heute Kissing.


„INFOPAVILLON 955“ IN KÖNIGSBRUNN

» Öffnungszeiten: Der „Infopavillon 955“

(hochoffiziell: „Regionaler Informationsund

Präsen ta tionspavillon 955 zur Lechfeldschlacht“)

in Königsbrunn ist zu den

folgenden Zeiten geöffnet:

· Dienstag/Donnerstag von 8.30 bis 12.30

und von 14.30 bis 17.30 Uhr

· Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr

· Samstag/Sonntag von 14 bis 17 Uhr

» Eintritt: Die ungeführte Besichtigung ist

kostenlos.

» Führungen: Am Wochenende kann die

Ausstellung ab 15 Uhr nur im Rahmen von

Führungen besucht werden (keine Anmeldung

nötig, Dauer rund 45 Minuten, Beginn

um 15 und 16 Uhr, Führung 3 Euro p.P.).

» Individuelle Führungen: Für Gruppen (bis

25 Personen, 66 Euro je Gruppe) möglich.

Buchen: Regio Augsburg Tourismus GmbH,

Sonja Wolf, Telefon 08 21/5 02 07-26,

projekt@regio-augsburg.de

» Lage: Der „Infopavillon 955“ in Königsbrunn

steht direkt neben dem Mercateum

(Alter Postweg 1).

» Parken: Vor Ort stehen zahlreiche Parkplätze

zur Verfügung.

» ÖPNV: Busverbindung nach Königsbrunn,

Haltestelle „Königsbrunn Zentrum“

andere Handelshäuser – auf portugiesischen

Segelschiffen – eine erste Ostindienfahrt.

Im Zentrum von Königsbrunn ist eine Szene

der Schlacht auf dem Lechfeld in der katho -

lischen Stadtpfarrkirche St. Ulrich zu sehen.

Das Deckenfresko dieses 1858 geweihten neo -

romanischen Gotteshauses zeigt den Kampf am

Lech unterhalb der Augsburger Stadtmauer.

In der nahen Nachbarstadt Augsburg findet

man zahlreiche Erinnerungen an jenen Bischof,

der Augsburg gegen die Ungarn verteidigt hatte –

von den beiden Ulrichskirchen bis hin zum

Ulrichsbrunnen im Dom. Der vermutlich 993

heiliggesprochene Bischof Ulrich ist der Schutzpatron

der Stadt und des Bistums Augsburg.

Alle 12 000 Zinnfiguren

(oben: zwei ungarische

Reiter in einem Lech -

arm) wurden liebevoll

von Hand bemalt. Die

Schlacht auf dem Lechfeld

sehen Besucher

von Königsbrunn auch

in einem Fresko in der

neoromanischen Stadt -

pfarrkirche St. Ulrich.

73


BISCHOF ULRICH VON AUGSBURG

An Bischof Ulrich, den

Verteidiger Augsburgs

während der Schlacht

auf dem Lechfeld, er -

innern Kunstwerke in

der Basilika St. Ulrich

und Afra: In der Unter -

kirche stößt man auf

die Grabkapelle mit

der barocken Tumba

des Heiligen. Die Deck -

platte stellt den Augsburger

Bischof lebensgroß

dar. St. Ulrich und

seinen Fisch zeigt eine

Malerei auf der Rückwand

des Ulrichsaltars.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (2)

Kirchen, Kunst und Brunnen: der

Augsburger Heilige mit dem Fisch

Der Verteidiger Augsburgs gegen die Ungarn – Bischof Ulrich – galt in Süddeutsch land und

Österreich als Brunnenheiliger und Schutzpatron bei Wassergefahren. Jeweils ein Brunnen

im und vor dem Augsburger Dom, vor allem aber die Ulrichsbasilika und die dortigen Kunstwerke

zeigen die Verehrung, die der Schutz patron Augsburgs in der Stadt am Lech genoss.

Bischof Ulrich, der Augsburg 955 vor

den angreifenden Ungarn beschützt

hatte, wurde in der Stadt am Lech einer

der populärsten Heiligen. Ulrich war

der Schutz patron der Stadt und Brunnenheiliger,

aber auch Schutzpatron vor Wassergefahren

und der Fischer. Schon die älteste Darstellung

am Nordportal des Augsburger Doms (heute

ein Replikat der ursprünglichen Steinfigur) zeigt

den Heiligen mit einem Fisch in der Hand. Der

Fisch war das Symbol für das Wasser: Bildhauer

und Schnitzer, Maler und Zeichner ließen ihn

»

Bischof Ulrich von Augsburg

ist nicht nur der Schutzpatron

der Stadt – er gilt auch als

Brunnenheiliger.

«

auf zahlreichen Ulrichsdarstellungen erkennen.

Im Augsburger Dom plätschert (beim Nordportal)

der 1955 aufgestellte Ulrichsbrunnen: Auf dem

dortigen Relief steht der Bischof auf einem

Fisch. Der moderne Dombrunnen auf dem Domvorplatz

zeigt Ulrich mit erhobenem Kreuz auf

seinem Pferd. Die Wasserspeier am Brunnen

sind wie Fischköpfe geformt.

Am südlichen Ende der Altstadt steht die

nach dem Dom zweitgrößte Kirche der Stadt,

die Basilika St. Ulrich und Afra. Dort findet

man den Heiligen als Schnitzfigur am Ulrichsaltar

– und als Malerei auf der Rückwand. Ein

Gemälde am Ulrichsaltar zeigt die Lechfeldschlacht

ebenso wie ein Fresko in der Simpertkapelle.

Eine barocke Figur des Heiligen entdeckt

man auch an der Westwand, die barocke Tumba

mit der steinernen Liegefigur des Heiligen in

seiner Grabkapelle in der Unterkirche.

Auch das Ulrichskreuz, eine kostbar gefasste

Kreuzreliquie in der Heiltumskammer der

Ulrichs basilika, soll an die Schlacht auf dem

Lechfeld erinnern. Bischof Ulrich ist auch der

Namensgeber der an die katholische Basilika

angebauten evangelischen Ulrichskirche.

»Bischof Ulrich im Museum: Das Diözesan -

museum St. Afra beim Dom zeigt neben

Bildern und Skulpturen Bischof Ulrichs

zwei seiner Gewänder aus dem 10. Jahr -

hundert (www.museum-st-afra.de).

» Das Ulrichskreuz: Im Zentrum der Heiltumskammer

in St. Ulrich und Afra steht

das Ulrichskreuz. Die Kreuzreliquie kann

unabhängig von Führungen jederzeit

durch ein Türfenster betrachtet werden.

74


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BISCHOF ULRICH VON AUGSBURG

Der Dom und das

Diözesanmuseum

St. Afra liegen im

Norden der Augsburger

Altstadt, die Basilika

St. Ulrich und Afra ganz

im Süden. Kunstwerke,

die an Bischof Ulrich

und an die Schlacht auf

dem Lechfeld erinnern,

findet man hier wie da.

Text:

Martin Kluger

Candida Sisto

Fotografie:

Achim Bunz (1),

Martin Kluger (2)

Bischof Ulrich zum Ersten:

die Steinfigur am Domportal

Die Figuren am gotischen Nordportal des Augs -

burger Doms entstanden Mitte des 14. Jahrhunderts.

Was man heute sieht, sind im Wesentlichen neu -

zeitliche Kopien der vom Zahn der Zeit zernagten

Originale. Das Replikat der Steinfigur des heiligen

Ulrich ersetzt eine der ältesten Darstellungen des

Augsburger Bischofs mit einem Fisch: Er ist das

Symbol des Brunnenheiligen und Patrons bei

Wasserge fahren. Seit 1955, als sich die Lech feld -

schlacht zum tausendsten Mal jährte, plätschert der

Ulrichs brunnen hinter der Tür beim Nordportal.

»Dom Mariä Heimsuchung

Augsburg, Hoher Weg

Das Nordportal ist immer zugänglich, der

Brunnen zu den Öffnungszeiten des Doms.

Bischof Ulrich zum Zweiten:

die Bronzefigur auf dem Domplatz

Auf dem Domvorplatz südlich der Augsburger

Bischofskirche steht der erst 1985 anlässlich der

2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg aufgestellte

Dombrunnen. Die drei bronzenen Brunnenfiguren

stellen den Augsburger Stadtpatron Ulrich (mit

hoch er hobenem Kreuz auf dem Pferd) sowie die

beiden Stadtheiligen St. Afra und St. Simpert dar.

Die Ulrichsfigur des Münchner Bildhauers Josef

Henselmann greift das Motiv der seit dem Mittel -

alter beliebten Darstellung des Augsburger Bischofs

in der Ungarnschlacht auf dem Lechfeld auf.

»Dombrunnen

Augsburg, Hoher Weg

Der moderne Dombrunnen auf dem

Domvorplatz ist jederzeit zugänglich.

Bischof Ulrich zum Dritten:

St. Ulrich im Diözesanmuseum

Das Augsburger Diözesanmuseum St. Afra zeigt in

fünf Museumsräumen und auf rund 1000 Quadratmetern

Ausstellungsfläche direkt neben dem Dom

fast 200 Exponate zur Geschichte des Bistums: Ein

Bronzeportal des Doms aus der Mitte des 11. Jahrhunderts,

Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie

mittelalterliche Textilien sind zu sehen. Zwei Messgewänder

des heiligen Ulrich aus dem 10. Jahrhundert

zählen zu den Höhepunkten. Den Augsburger

Bistumspatron stellen Skulpturen und Gemälde aus

der Zeit vom 15. bis zum 17. Jahrhundert dar.

»Diözesanmuseum St. Afra

Augsburg, Kornhausgasse 3–5

Telefon 08 21/31 66-331

www.museum-st-afra.de

Bischof Ulrich zum Vierten:

die Statue vor dem Haus St. Ulrich

Eine Bronzefigur des heiligen Ulrich empfängt vor

dem Eingang zum Haus Sankt Ulrich: Das Hotel

liegt direkt vor der Südfassade der spätgotischen

Basilika St. Ulrich und Afra. Hier übernachtet man

ungestört vom Straßenverkehr, jedoch nur wenige

Schritte von der zentralen Maximilianstraße entfernt.

Das Haus Sankt Ulrich ist darum nicht nur

ein Tipp für Tagungsgäste, sondern auch für Städtetouristen,

die Augsburgs Innenstadt ohne lange Wege

zu Fuß erkunden wollen. Nach dem Sightseeing

entspannt man sich hier im hauseigenen Hallenbad.

» Haus Sankt Ulrich

Augsburg, Kappelberg 1

Telefon 08 21/31 52-0

www.haus-st-ulrich.de

Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (4)

76


ihr ausflugsziel

“Bayerisch-schwäbische Donauperle an der Romantischen Straße”

Aufgrund ihrer günstigen zentralen Lage ist die Donaustadt

beliebtes Domizil und idealer Ausgangspunkt für Ihre

Freizeitaktivitäten:

Radwander- und Wander-Zentrum

Donau, Romantische Straße, Via Claudia Augusta,

Altmühltal, Schwäbische Alb, Kesseltal u.v.a.m.

18-Loch-Golfpark “Gut Lederstatt“

Kletterhalle

Angeln und Bootswandern

5 Museen,

u.a. Käthe-Kruse-Puppen-Museum

Solarbeheiztes Freibad, Sport- und

Freizeitzentrum...

Unser Tipp:

Führungen für Bürger und Gäste

Von Mai bis September:

Historische Stadtführung durch die ehemals Freie

Reichsstadt (Mo.- Fr., 18:00 Uhr, Treffp.: Tourist-Info)

Familienführung „Geschichte & G´schichtn“

(Sa./So./Fei., 13:30 Uhr, Treffp.: Bushaltestelle Reichsstraße)

Führung Käthe-Kruse-Puppen-Museum

(So., 15:00 Uhr, Treffp.: Museumskasse, Pflegstraße)

Gruppenführungen jederzeit nach Vereinbarung

Städt. Tourist-Information, Rathausgasse 1

86609 Donauwörth, Tel. 0906 789-151, Fax -159

e-mail: tourist-info@donauwoerth.de

www.donauwoerth.de

donauwörth

RAFFINIERT & REGIONAL

IN GEMÜTLICHER ATMOSPHÄRE

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ÖFFNUNGSZEITEN:

Mo bis Fr: 10 bis 23 Uhr

Sa/So: 9.30 bis 23 Uhr

Warme Küche

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Genießen Sie schöne Stunden in gemütlichem Ambiente.

Unser Restaurant bietet Platz für 100 Personen, im Sommer

können im Biergarten bis zu 200 Gäste bewirtet

werden. Lassen Sie sich am Wochenende und an Feiertagen

durch unser reichhaltiges Frühstücksangebot verwöhnen.

Wir freuen uns auf Sie!

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Highlights 2017

Romantik am Lech

28. Januar bis 5. Februar: Snowdance – Independent Filmfestival

22. bis 26. Juni: Volksfest D`Landsberger Wies`n

24. Juni: Auftaktveranstaltung Kreiskulturtage

30. Juni bis 2. Juli: Europa-Tage der Musik

22. Juli: Stadtfest

29. und 30. Juli: Süddeutscher Töpfermarkt

16. September: 17. Lange Kunstnacht

24. November bis 17. Dezember: Christkindlmarkt

Stadtführungen:

· Von Mai bis Oktober regelmäßige Stadtführungen jeden

Mittwoch, Samstag und Sonntag um 14.30 Uhr, Treffpunkt

am Historischen Rathaus, ohne An meldung.

· Gruppenführungen bei der Tourist-Info ganzjährig buchbar.

Nähere Informationen:

Tourist-Information im Historischen Rathaus

Telefon 08191 128-246 | Fax -160

www.landsberg.de | info@landsberg.de

Highlights 2017

25. bis 28. Mai | Dießen: Dießener Töpfermarkt

22. bis 26. Juni | Denklingen: Bezirksmusikfest Lech-Ammersee

25. Juni bis 9. Juli | verschiedene Orte: Kreiskulturtage

15. und 16. Juli | Waal: Kunsthandwerkermarkt

14. bis 30. Juli | Kaltenberg: Ritterturnier

15. August | Schondorf: Brunnenfest

20. August | Vilgertshofen: Fest mit Stummer Prozession

Dezember | Schondorf, Utting, Buchloe und Waal:

Romantische kleine Christkindlmärkte

Tourismusverband Ammersee-Lech e.V.

Hauptplatz 152 | 86899 Landsberg am Lech

Telefon 08191 128-247 | Telefax 08191 128-160

www.ammerseelech.de | info@ammerseelech.de

Entdecken – Erleben – Genießen

77


WITTELSBACHER LAND

Weiß-blau,

Wallfahrten,

ein Wasserschloss

Altbaierische Impressionen im Wittelsbacher Land,

der Region zwischen Augsburg und München

78


Weiß-blau ist der Himmel über dem Landkreis Aichach-Fried berg,

dem Wittelsbacher Land, jedenfalls bei schönem Wetter. Weiß und

blau sind auch die bayerischen Rauten im Landkreiswappen. Es ist

kaum zu übersehen: Das Wittelsbacher Land ist das Altbaierische

am bayerischen Schwaben. Bayerischer geht es kaum: Eine Burg

in Oberwittelsbach gab den Wittels bachern, die von 1180 bis 1918

über Bayern herrschten, den Namen. Von dieser Burg stehen nur

spärliche Mauerreste, doch das Wasserschloss in Unterwittelsbach

erinnert an die Wittelsbacherin Elisabeth, die Kaiserin von Österreich.

Wittelsbacher trifft man heute keine mehr im nach ihnen

benannten Wittelsbacher Land, doch dafür Wanderer, Wallfahrer

und sogar den edlen Apachenhäuptling Winnetou.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Wolfgang B. Kleiner (2),

Martin Kluger (10)

79


DAS WITTELSBACHER LAND

80

Das Wasserschloss

in Unterwittelsbach:

Herzog Max in Bayern,

der Vater der späteren

Kaiserin Elisabeth von

Österreich, hat es 1838

erworben. Weil sich

auch seine Tochter dort

aufgehalten hat, nennt

man das Baudenkmal

nahe Aichach heute

„Sisi-Schloss“. Die

Schloss kapelle ließ

Herzog Max in Bayern

im damals angesagten

neugotischen Stil

umgestalten.

Es sollte fast 650 Jahre dauern, ehe mit

König Maximilian II. von Bayern erneut

ein Wittelsbacher den Burghügel

in Oberwittelsbach betrat: Das war

1857. König Max soll gesagt haben: „Also hier

stehe ich auf dem Boden meiner Ahnen.“

Es hat schon einen Grund, warum gerade

die Wittelsbacher jenen Ort, auf dem die Relikte

ihrer namensgebenden Stammburg zu finden

sind, lange derart scheuten. Die Burg Wittelsbach

gab dem bayerischen Herrscherhaus den in

ganz Europa bekannten Namen – einerseits.

Andererseits: Es ist kein Ruhmesblatt in der

Geschichte der Wittelsbacher, das sich mit dem

rund vier Kilometer von Aichach entfernten

Oberwittelsbach verbindet.

1209 wurde die Burg Wittelsbach geschleift,

weil Pfalzgraf Otto VII. von Wittelsbach im

Jahr zuvor den deutschen König Philipp ermordet

»

Seit dem Jahr 1834 steht das

bayerische Nationaldenkmal

auf dem Burgplatz in

Oberwittelsbach.

«

hatte. Von den Wehr-, Wohn- und Ökonomiebauten

der ehemaligen Burg sind deshalb im

heutigen Aichacher Stadtteil nur noch ein paar

Mauerreste zu sehen. Lediglich die Burgkapelle

blieb erhalten. Sie wurde, so die Legende, 1418

mit Steinen der zerstörten Burg vergrößert. Der

Unter bau des Turms birgt wohl Relikte des

Bergfrieds. Mehrere steinerne Gedenktafeln am

Burgplatz er innern an die Stammburg der

Wittelsbacher und an deren spätere Besuche

des geschichtsträchtigen Ortes. Schon seit 1834

erinnert dort ein bayerisches Nationaldenkmal –

ein neugotisches Fialtürmchen auf dem Burgplatz

– an die Wittelsbacher. Diese Geschichte

erklärt, warum sich der Landkreis zwischen

München und Augsburg zu Recht und nicht

ohne Stolz Wittelsbacher Land nennen darf.

1838 wurde in der Geschichte der Wittelsbacher

bei Oberwittelsbach ein neues Kapitel

aufgeschlagen. Damals hatte der Vater der späteren

Kaiserin Elisabeth von Österreich, Herzog

Max in Bayern, das Wasserschloss im zwei

»

1838 erwarb Herzog Max, der

Vater der späteren Kaiserin

Elisabeth, das Wasserschloss

in Unterwittelsbach.

«

Kilometer entfernten Unter wittels bach als Sommersitz

erworben. Als die Stammburg der

Wittelsbacher in Ober wittelsbach zerstört wurde,

stand auch hier wahrscheinlich schon eine kleine

Burg. Das Wasserschloss nahe Aichach war wohl

ein paar Jahre lang der Lieblingsaufenthalt des

un konventionellen Wittelsbacherherzogs. Auch

die 1837 in München geborene Tochter Elisabeth

Amalie Eugenie soll sich bei ihrem Vater in

Unter wittelsbach aufgehalten und den dortigen

Schlosspark für Reitübungen mit dem Pony genutzt

haben. Das Wasserschloss blieb danach

sogar bis 1958 im Besitz des Hauses Wittelsbach.


DAS WITTELSBACHER LAND

1999 kaufte es die Stadt Aichach: Seither finden

im sogenannten „Sisi-Schloss“ Jahr für Jahr

Aus stellungen zum Leben von Elisabeth, der

schönen Kaiserin von Österreich und Königin

von Ungarn, sowie zu ihrer Epoche statt.

Besucher von „Sisi-Ausstellungen“ kommen

auf dem Vorplatz des Schlosses an einer architektonischen

Rarität vorbei: Die vermutlich von

Benediktinern des Augsburger Klosters St. Ulrich

und Afra errichtete Kapelle St. Ulrich, St. Afra

und Jungfrau Maria ließ Herzog Max 1838 erneuern:

Der damals gewählte Stilmix – Neugotik

mit orientalischen An leihen – macht den kleinen

Sakralbau weit und breit einzigartig. Auf dem

Platz vor dem „Sisi-Schloss“ steht vor dem Eingang

zum Schloss eine romanische Säulen spolie

aus dem Klostergut Kühbach, das Herzog Max

ebenfalls in diesem Jahr erwarb.

Erinnerungen an die

Wittelsbacher (im Uhrzeigersinn

von oben

links): das Nationaldenkmal

auf dem Oberwittelsbacher

Burgplatz,

die dortige Wallfahrtskirche

sowie

Ge den k tafeln an einem

Mauerstein der Ruine.

In Unterwittelsbach

steht die von Herzog

Max umgebaute, orientalisch

angehauchte

neu-gotische Kapelle.

Die weiß-blauen

Bayernrauten waren

ab dem 14. Jahrhundert

die Farben des Hauses

Wittelsbach. Das weißblaue

Rauten muster

entdeckt man auch

im Wappen des Kurfürstentums

Bayern am

Erker des Friedberger

Rathauses, neben dem

Wappen der von einem

Wittelsbacherherzog

gegründeten Stadt.

81


DAS WITTELSBACHER LAND

Bei den „Süddeutschen

Karl May-Festspielen“

auf der Naturbühne der

„Fred Rai Western-City

Dasing“ kämpft der

edle Apachenhäuptling

Winnetou heldenhaft

gegen die Bösen und

das Verbrechen im

Wilden Westen.

Hessen

Richtung Dillingen

AUGSBURGER

10

LAND

Thüringen

Bayern

Sachsen

Baden-

Württemberg

Wittelsbacher Land

Augsburg

München

WERTACH

2

17

LECH

Das im Jahr 1803 säkularisierte ehemalige

Benediktinerinnenkloster in Kühbach baute

Herzog Max zum Schloss aus: Offen bar gefiel

ihm die Gegend bei Aichach, wo er seiner Jagdleidenschaft

in einem großen Revier frönte. Im

nahen Rapperzell erwarb „Sisis“ Vater jedenfalls

gleich noch ein Jagdschlösschen.

1862 hat Herzog Max die beiden Schlösser

in Kühbach und Rapperzell an den Freiherrn

von Beck-Peccoz verkauft. Dessen Nachfahren

leben noch immer dort. Eine Wanderung und

eine Radtour auf den Spuren von „Sisi“ führen

heute zu den drei Schlössern in Unterwittelsbach,

Kühbach und Rapperzell. Das Erstere ist innen

nur im Rahmen von Veranstaltungen der Stadt

Aichach zugänglich. In Kühbach ist man zwar

Richtung Donauwörth

WITTELSBACHER

LAND

Augsburg

St. Leonhard

Inchenhofen

Sisi-Schloss

Rehling

Unterwittelsbach

Schloss Scherneck

Oberwittelsbach

Aichach

Burghügel

Altstadt

Kissing

Fred Rai Western-City

Herrgottsruh

LECH

2

Dasing

Friedberg

Altstadt

Schmiechen

300

Gut Mergenthau

Hiasl-Erlebniswelt

Mering

Maria Kappel

Richtung Landsberg/Ammersee

Pöttmes

8

Sielenbach

Maria Birnbaum

im Biergarten der dortigen Brauerei ein willkommener

Gast, das dortige Schloss aber wird

ebenso privat bewohnt wie das in Rapperzell.

Von außen sind diese Baudenkmäler jederzeit

zu besichtigen. In Kühbach lohnt zudem der

Blick in die benachbarte Kirche St. Magnus.

Radeln und Wandern kann man übrigens

auch zwischen Unter- und Oberwittelsbach.

Auf dem zwei Kilometer langen Weg führt auch

eine Lauschtour des Tourismusverbands Allgäu/

Bayerisch-Schwaben („Rund ums Sisi-Schloss

Aichach. Prinzessin Elisabeth und der legendäre

Clan der Wittelsbacher“).

Die weiß-blauen Rauten der Wittelsbacher

sieht man auch am Stadttor in Aichach. Im

Unteren Tor zeigt das Wittel s bacher Museum

Grabungsfunde vom Burghügel in Oberwittelsbach.

Kaiser Ludwig der Bayer, ein Wittelsbacher,

hat Aichach 1347 das Stadtrecht verliehen.

Rauten in Weiß und Blau zieren auch das

von 1623 bis 1805 vom Kurfürstentum Bayern

geführte Wappen. Man sieht es am Erker des

barocken Rathauses im 20 Kilometer entfernten

Friedberg, der zweiten namensgebenden Stadt

des Landkreises Aichach-Friedberg. Das Rathaus

»

Friedberg war die

bayerische Grenzstadt bei

Augsburg – und ein viel

besuchter Wallfahrtsort.

«

ist der Mittelpunkt der von einem Wittels -

bacherherzog gegründeten Stadt. An Friedbergs

ehemalige Rolle als Grenzstadt zwischen Bayern

und Schwaben erinnern die noch erhaltenen

Abschnitte der Stadtmauer sowie das Wittelsbacher

Schloss hoch über dem Lechtal bei Augsburg.

Friedberg war aber auch ein viel besuchter

Wallfahrtsort: Die bedeutendste unter den drei

Wallfahrtskirchen Friedbergs ist Herrgottsruh:

Das ab 1731 erbaute Gotteshaus zählt zu den

besten Schöpfungen des bayerischen Rokokos.

82


DAS WITTELSBACHER LAND

Wallfahrtskirchen findet man im Wittels -

bacher Land bis heute zuhauf. Neben Herrgottsruh

und Maria Birnbaum bei Sielenbach

(eine der originellsten Schöpfungen des bayerischen

Barocks) ist die Kirche St. Leonhard in

Inchenhofen wohl die bekannteste. Das auch

deshalb, weil hier Jahr für Jahr der älteste

Leonhardiritt Bayerns um die barocke Kirche

führt. Festliche altbaierische Trachten sind beim

Leon hardiritt in geballter Form zu bewundern.

2016 erhielten die Organisatoren dieser Pferdewallfahrt,

bei der schon mal der Augsburger

Bischof oder (wie zuletzt 2016) hochrangige

Politiker wie der bayerische Finanzminister

Dr. Markus Söder in einer Kutsche als Ehrengast

mitfahren, den Bayerischen Heimatpreis.

Ebenfalls auf viele Pferde, aber auf ungleich

exotischere Kleidung trifft man im Wittelsbacher

Land vom 10. April bis zum 15. Oktober 2017

in der „Fred Rai Western-City Dasing“. Vom

24. Juni bis zum 17. September bringen die

„Süddeutschen Karl May-Festspiele“ dort Karl

Mays Werk „Satan und Ischariot I“ unter dem

Titel „Das Geheimnis der Felsenburg“ auf die

Naturbühne. Dabei kämpfen der edle Apachenhäuptling

Winnetou und sein Blutsbruder Old

Shatterhand gegen einen üblen Ganoven.

Ein Verbrecher – aber eben auch ein von

der Landbevölkerung verehrter Sozialrebell –

war der in Kissing geborene Matthäus Klostermayr,

genannt der „Bayerische Hiasl“. Er war

Jagdhelfer der Jesuiten auf Gut Mergenthau gewesen,

wurde entlassen und geriet auf die schiefe

Bahn – er wurde Wildschütz, dann Hauptmann

einer Räuberbande und am Ende zum Mörder.

1771 ging der „Hiasl“ dem Militär – mit dem er

sich ein wildwestreifes Gefecht lieferte – in die

Falle. Klostermayr bezahlte seine Rebellion

gegen die ungerechte Gesellschaftsordnung mit

dem Leben: Am 6. September 1771 wurde er in

Dillingen a.d. Donau er dros selt und gerädert.

In einem ehemaligen Ökonomiegebäude

von Gut Mergenthau erzählt – 2017 ab 1. Mai –

die „Hiasl-Erlebniswelt“ vom Leben und Sterben

Matthäus Klostermayrs (Broschüren zur Erlebniswelt,

Infos zu Öffnungszeiten, Sonderausstellungen

und zum Indoor-Walderlebnispfad

bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH).

Räuber gibt es außerhalb der „Western- City

Dasing“ im Wittelsbacher Land keine mehr.

Dafür lauschige Biergärten und feine Küche –

wie bei den Spezialitätenwirten im Wittelsbacher

Land. Angesichts der dort angebotenen Qualität

sind die Preise aber alles andere als räuberisch.

» Informationen zu Gastronomie, Terminen,

Kulturschätzen, Literatur und mehr unter:

www.wittelsbacherland.de

» Weitere Informationen zum Wittelsbacher

Land unter: www.augsburg-tourismus.de

»Die Sehenswürdigkeiten be schreibt der

Reiseführer „Wittelsbacher Land. Ziele

im Landkreis Aichach-Friedberg“. Mehr

Information dazu: www.context-mv.de

Impressionen aus

dem Wittelsbacher

Land (von links oben

im Uhrzeigersinn): Auf

den „Bayerischen Hiasl“

trifft man in der

„Hiasl-Erlebniswelt“

auf Gut Mergenthau.

Eine Wallfahrt mit

Pferd und Wagen – das

ist der Leonhardiritt

in Inchenhofen. Zu

einem Vesperbild

im Stamm eines Birnbaums

führt die Wallfahrt

nach Maria Birnbaum

bei Sielenbach.

Geballte Vielseitigkeit

nahe Rehling – hier ein

Schloss mit Biergarten,

dort ein Kletterwald,

da eine Fußball golf-

Anlage.

83


DAS WITTELSBACHER LAND

Die Sisi-Ausstellung in

Unterwittelsbach zeigt

unter anderem ein

Prunk besteck aus dem

Besitz der ungarischen

Fürsten Esterhazy.

Rechts: Winnetou und

Old Shatterhand lüften

bei den „Süddeutschen

Karl May-Festspielen“

in der Dasinger „Fred

Rai Western-City“

Seite an Seite reitend

„Das Geheim nis der

Felsenburg“.

Text:

Martin Kluger

Candida Sisto

Fotografie:

Achim Bunz (1),

Martin Kluger (2)

Leben am Wiener Hof – im

„Sisi-Schloss“ in Unterwittelsbach

Das Leben der Kaiserin Elisabeth war ein Spagat

zwischen Traum und Wirklichkeit: Ihre Liebe zu

Franz Joseph I. begann wie ein Märchen – die raue

Wirklichkeit holte sie jedoch rasch ein. Je mehr das

höfische Korsett die junge Monarchin einengte,

desto mehr zog sie sich in ihre Traumwelt zurück.

Die Schau „Lebens (t)raum und Wirklichkeit“ zeigt

Exponate aus dem Biedermeier – eine Zeit des Rückzugs

in die Privatheit. Weitere Objekte gewähren

Einblicke in das Leben am Wiener Hof und spiegeln

„Sisis“ unerfüllte Sehnsucht nach dem Glück wider.

» Sisi-Schloss Unterwittelsbach

Klausenweg 1, Aichach

6. Mai bis 22. Oktober

Telefon 0 82 51/89 18 69, www.aichach.de

„Süddeutsche Karl May-Festspiele“

in der „Western-City Dasing“

Eine Rarität bekommen die Besucher der Karl May-

Festspiele in der „Fred Rai Western-City Dasing“ zu

sehen: Das Stück „Das Geheimnis der Felsenburg“

wurde bislang nur selten aufgeführt. Dabei kämpft

Winnetou mit seinem Blutsbruder Old Shatterhand

gegen den skrupellosen Verbrecher Harry Melton,

der einen deutschen Auswandererzug in den Bergen

Mexikos ins Verderben führen will. Spannung und

waghalsige Stunts er warten die Besucher der Freilichtbühne

in der Westernstadt – in der man auch

essen, trinken und übernachten kann.

» „Fred Rai Western-City“

24. Juni bis 17. September

Neulwirth 3, bei Dasing

www.karlmay-festspiele.de

Text: Candida Sisto, Jessica Wenninger | Fotografie: Martin Kluger (1), Partner der Regio Augsburg Tourismus GmbH (3)

Süddeutsche KARL MAY-Festspiele Dasing

Winnetou

und die Felsenburg

von 24. JUNI bis

17. SEPTEMBER ER 2017

Samstag,

16

und

20

Uhr

Sonntag,

17

Uhr

Feiertag,

17

Uhr

www.karlmay-festspiele.de

Hotline:

08205

-

225

Helmut Urban

Matthias M.

84

WESTERN

ERN

N-CITY

Themenpark

enp

WESTERN-CITY in Dasing bei

Augsburg

ur

g

ab 10. April von Dienstag bis Sonntag geöffnet, in den bayerischen Schulferien täglich


DAS WITTELSBACHER LAND

Der „Bayerische Hiasl“: Wilderer

und Räuber auf Gut Mergenthau

Matthäus Klostermayr war Jagdgehilfe auf Gut

Mergenthau, ehe er entlassen und zum Wilderer

und Räuberhauptmann wurde. Der als „Fürst der

Wälder“ verehrte Wildschütz wurde am Ende auch

wegen Mordes verurteilt und hingerichtet. Zur

„Karriere“ des später zum Sozialrebellen verklärten

„Bayerischen Hiasl“ informiert die „Hiasl-Erlebniswelt“

auf Gut Mergenthau. Der inter aktive Hiasl-

Wald erlebnispfad unter dem Dach dieser Erlebniswelt

bringt mit neun Spielstationen Kinder n und

Kindgebliebenen das Räuberleben im Wald nahe.

Romantik in der Vorweihnachtszeit:

der „Friedberger Advent“

Rund um die Stadtpfarrkirche St. Jakob und den

angrenzenden Archivhof findet zum 25. Mal der

„Friedberger Advent“ statt. Dieser Weihnachtsmarkt

bietet viel Atmosphäre, ausschließlich hochwertiges

Kunsthandwerk und ein Pro gramm mit Kunst, Musik

und Gesang. Produkte aus dem Wittels bacher Land

bilden das kulinarische Angebot. Ein Höhepunkt:

die lange Kunstnacht – die „Nacht der Sterne“ –

am 8. Dezember. An diesem Abend erlebt man um

20.30 Uhr ein Feuerwerk vor dem Rathaus (Bild),

der „Friedberger Advent“ hat bis 22 Uhr geöffnet.

Das Puppentheater in

der „Hiasl-Erlebniswelt“

auf Gut Mergenthau

versetzt Besucher auf

spielerische Weise ins

Räuberleben. Rechts:

Vorweihnachtlich

leuchtet das barocke

Fried berger Rathaus.

Von dort sind es nur

ein paar Schritte zum

idyllischen Weihnachtsmarkt

bei der Stadtpfarrkirche

St. Jakob.

» „Hiasl-Erlebniswelt“ auf Gut Mergenthau

Mergenthau 1, bei Kissing

1. Mai bis 10. Oktober, Sa/So/Fei 14–19 Uhr

hiasl.augsburg-tourismus.de

» „Friedberger Advent“

5. bis 23. Dezember, Mo–Fr 16–20.30 Uhr,

Sa/So 13–20.30 Uhr

www.friedberger-advent.de

Entdeckungen im

Wittelsbacher Land

Städte, Kirchen, Schlösser,

Museen und Natur

*

B itte wenden Sie sich

für weitere Auskünfte an:

Touristinformation Stadt

Friedberg

Marienplatz 5 · 86316 Friedberg

Telefon (0821) 6002-450

www.friedberg.de/tourismus

touristinfo@friedberg.de

Zwischen

Augsburg und

München liegt der

Landkreis Aichach-Friedberg,

das „Wittelsbacher Land“. Rund um

den ehemaligen Stammsitz der Wittelsbacher

findet man altbaierische Romantik und

Kultur, barocke Wallfahrtskirchen, ländliche Schlösser,

Museen und ursprüngliche Natur.

Ausführliche Informationen:

Wittelsbacher Land e. V. • Münchener Str. 9

86551 Aichach • Tel. 08251/92-259

www.wittelsbacherland.de • info@wittelsbacherland.de

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft

und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die

Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)

85


AUGSBURGER LAND

Barocke Landschaft

mit „Mozart drin“

Im Augsburger Land entdeckt man Kultur in der Natur –

und viele Rad- und Wanderwege im Naturpark Augsburg

86


Der Landkreis Augsburg ist der drittgrößte Bayerns. Vom Unterallgäu

bis kurz vor dem Donautal erstreckt sich das sogenannte

Augsburger Land über vier ganz unterschiedliche Landschaften:

im Süden die hügelreichen „Stauden“, im Westen das flache Becken

der „Reischenau“ und im Norden das Auf und Ab des waldreichen

„Holzwinkels“. Östlich davon begleitet das flache Lechtal den Fluss

von Süden nach Norden. Vielseitig wie die Landschaften des Augsburger

Lands sind die Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse: Rad- und

Wanderwege im „Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“, Klöster

und Wallfahrtskirchen, Fuggerschlösser, eine Gedenkstätte für die

Ganghofers, ein Ballonmuseum, eine Badewelt… In den „Stauden“

lebten die ersten Mozarts: Rote Mozartstelen weisen darauf hin.

Text: Martin Kluger

Fotografie:

Wolfgang B. Kleiner (2),

Martin Kluger (7)

87


DAS AUGSBURGER LAND

88

Das kulturelle

„Herz“ des „Naturparks

Augsburg – Westliche

Wälder“ pulsiert im

Schwarzachtal nahe

Gessertshausen. Auf

dem Areal des Klosters

Oberschönenfeld stößt

man auf Ausstellungen

zum Leben auf dem

Land, zum Wald und

zur Natur. Ver anstal -

tungen, ein idyllischer

Bier garten und nicht

zuletzt das ofenwarme

Brot aus der Kloster -

bäckerei locken zahlreiche

Besucher in die

barocke Anlage des

mehr als 800 Jahre

alten Zisterziense -

rinnenklosters.

Das ist deutschlandweit einzigartig:

Im Wald bei Bonstetten, einer Gemeinde

des „Holzwinkels“ im

„Naturpark Augsburg –Westliche

Wälder“, wird Natur zu Kunst und Kunst da -

nach wieder zu Natur. An einem rund sechs

Kilometer langen Kunst-Wanderweg – dem

„LandArt Kunstpfad Bon stetten“ – liegen Objekte

des Augsburger Land-Art-Künstlers Hama Lohrmann.

Die Vergänglichkeit seiner Schöpfungen

ist eine zentrale Idee dieses Kulturprojekts im

Wald. Wind und Wetter zerstören nach und

nach Lohrmanns aus Naturmaterialien wie Holz,

»

Im Naturpark Augsburg:

Natur wird zu Kunst und Kunst

zu Natur – ein deutschlandweit

einzigartiges Kulturprojekt.

«

Stein, Sand oder farbigen Erden geformte Werke.

Regen, Schneeschmelze, Frost und Sonnenstrahlen

wandeln seine Kunstwerke wieder in

Natur um.

Auch im nahen Welden verbinden sich

Natur und Kultur im Wald. Hier geht es aber

nicht um bildende Kunst, sondern um einen

Erfolgsschriftsteller der wilhelminischen Ära.

1909 gab Ludwig Ganghofer das „Buch der

Kindheit“, den ersten Band seiner Autobiografie

„Lebenslauf eines Optimisten“, heraus. Darin

beschrieb er seine Lausbubenstreiche in Welden,

zu denen auch geklaute Eier und ein im Wald

vergrabener „Schatz“ gehörten. Die Abenteuer

des – nach Karl May – meistgelesenen deutschen

Schriftstellers seiner Zeit lernt man im Forst bei

Welden näher kennen. Fünf Erlebnis stationen

auf „Ludwig Ganghofers Lausbubenweg“ fuḧren

Familien mit Kindern auf einen 3,5 Kilometer

langen Rundkurs: Dort können kleine Entdecker

nach Ludwigs nie wiedergefundenem „Schatz“

graben, vom Aussichtsturm aus den Wald erforschen

oder auf ein Spatzennest unter dem

Arm des Brückenheiligen Nepomuk schießen.

Zuvor sucht man in Welden beim Eierklauen

beim einstigen „Rollewirt“ in Schubladen nach

Hühnereiern. Der „Rollewirt“ heißt heute „Landgasthof

zum Hirsch“: Dort dokumentiert die

Ausstellung „Lebensraüme. Die Ganghofers im

Schwäbischen Holzwinkel“ in der „Gang hofer-

Staẗte Welden“ das Leben der Familie – von der

Schulbank über den Hochsitz im Wald bis zur

Forstkanzlei des 1887 für seine Verdienste um

die bayerische Forstwirtschaft geadelten Revier -

försters August Ganghofer.

Die perfekte Symbiose von Natur und Kultur,

Landschaft und Lebensgefühl tut sich Besuchern

des idyllischen Schwarzachtals bei Gessertshausen

auf. Sanft eingebettet in die hügeligen „Stauden“

liegt dort das kulturelle Zentrum des „Naturparks

Augsburg –Westliche Wälder“ – das mehr als

800 Jahre alte Kloster Oberschönenfeld. Mit

»

Barock und Volkskunst,

Tiere, Bier und Brot – Kloster

Oberschönenfeld ist das

Zentrum des Naturparks.

«

dem Areal des Zister zien se rin nenklosters verbinden

sich barocke Baukultur und Kunst,

Wissensvermittlung und – nicht zuletzt – Brauund

Esskultur. Im ehemaligen Ochsen- und

Pferdestall des Klosters zeigt das Schwäbische


DAS AUGSBURGER LAND

Eine Landschaft, wie

gemacht für Wanderer

und Radwanderer –

der Blick von einem

Radweg im Schmutter -

tal auf den in vielen

Schleifen träg dahinströmenden

kleinen

Fluss und die barocke

Kirche in Dietkirch:

Eine der zahlreichen

Postkartenansichten

im wald- und wasse r -

reichen Augsburger

Land und im dortigen

Naturpark.

Volks kunde museum neben den Dauerausstellungen

„Vom Wohnen auf dem Land“ und

„Bräuche durchs Jahr – Feste im Leben“ viel

besuchte Sonderausstellungen. Die Schwäbische

Galerie im einstigen Bräumeisterstadel widmet

sich der zeitgenössischen Kunst im bayerischen

Schwaben. Und im fruḧeren Schafstall informiert

das neue Be sucher zentrum mit seiner Dauerausstellung

zum Kloster Oberschönenfeld, zum

Naturpark und zum bayerischen Schwaben.

Im einstigen Rinderstall stellt das Naturpark-Haus

mit seiner Ausstellung „Natur und

Mensch im Natur park“ Mittelschwabens einzigen

Naturpark vor. Ein Großdiorama mit Kriechröhre

Ziele und Erlebnisse

im Augsburger Land

(im Uhrzeigersinn von

links oben): „Ludwig

Ganghofers Lausbubenweg“

bei Welden, der

nahe „LandArt Kunstpfad

Bonstetten“ und

ein „Piratenschiff“

in der Badewelt des

„Titania“ in Neusäß.

Das Ballonmuseum

in Gersthofen zeigt

Exponate zur Historie

der Luftfahrt: Mittelpunkt

der Ausstellung

ist ein Nachbau der

Montgolfiere „Erdlieb“

aus dem Jahr 1786.

89


DAS AUGSBURGER LAND

Hessen

Die barocke Wallfahrtskirche

St. Jakobus,

St. Laurentius und

zum Heiligen Kreuz in

Biberbach erinnert an

einen Orgelwett streit

des zehn Jahre alten

„Wolferl“ Mozart mit

einem einheimischen

Wunderkind. Den Wettstreit

hatte ein Fugger

arrangiert, der das

nahe Schloss Markt (im

Hintergrund) besaß.

Rechts: Die Türme der

Kirche des Klosters

Holzen grüßen weit ins

nörd liche Lechtal. In

dieser Kirche entdeckt

man das Gnadenbild

des Holzener Christkinds,

im Kloster eine

noble Tagungs stätte

und beim Kloster einen

be liebten Biergarten.

Baden-

Württemberg

DILLINGER LAND

A M

ZUS

Rothsee

N E U FN A C H

präsentiert die Tierwelt am Bach, im Wald und

auf der Wiese. Zwei sprechende Bäume – eine

Eiche und eine Buche – führen durch die Ausstellung.

Am Schwarzachufer wurde ein „Staudenhaus“,

die letzte strohgedeckte Klein bauern -

sölde der Gegend, als Bauernhofmuseum wieder

aufgebaut. Die Brau- und Esskultur genießt

man in der Klostergaststätte und im idyllischen

Biergarten. Und für ofenwarmes Brot aus der

Klosterbäckerei reist mancher von weither an.

In einem Urkundenbuch des Klosters Oberschönenfeld

fand sich ein Eintrag, der belegt,

dass schon 1331 ein erster Mozartvorfahre in

Fischach lebte. Das ist der Grund dafür, dass in

dem Ort südlich von Ober schönen feld eine der

knallroten (Metall-)Mozartstelen des Mozartwegs

„Barocke Blickwinkel“ steht. Im Naturpark ist

noch mehr „Mozart drin“: Rote Stelen stehen

auch beim ersten Mozarthaus in Heimberg

nahe Fischach und unweit der von Hans Georg

Holzen

SINGOLD

2

Thierhaupten

Biberbach

Richtung Dillingen

Jakobuskirche

Langweid a. Lech

Ganghofer-Stätte

Lechmuseum Bayern

Altenmünster

Welden

Violau

Theklakirche

Ballonmuseum

Bonstetten

Michaelskirche

LandArt Kunstpfad

Gersthofen

8

Zusmarshausen

Neusäß

10

AUGSBURGER

Titania

LAND

Augsburg

Stadtbergen

Dinkelscherben

Diedorf

Anhausen

Gessertshausen

Mozartkirche

2

Oberschönenfeld

300

17

Thüringen Sachsen

Kloster

Fischach

Königsbrunn

Bayern

Augsburger Land

Augsburg

München

Schwabmünchen

Kloster

Maria Hilf

Klosterlechfeld

Infopavillon 955

Richtung Donauwörth

L E C H

Richtung

Landsberg/

Ammersee

Kloster

Klostermühlenmuseum

WITTELSBACHER

LAND

L E C H

300

Mozart umgebauten Mozartkirche, direkt neben

einem der Radwege im stillen Anhauser Tal.

Eine weitere Mozartstele entdeckt man, am

Rand des Lechtals nördlich von Augsburg, am

Radweg bei der Wallfahrtskirche in Biberbach.

Dort bestritt Mozart 1766 im Alter von zehn

Jahren einen Orgelwettstreit. Die Kirche und

das Gnadenbild des „Herrgöttle von Biberbach“

erinnern zudem an die damaligen Herren von

Biberbach und des nahegelegenen Schlosses in

Markt: die Fugger. Graf Joseph Maria Fugger

stiftete 1755 das wohl bedeutendste Baudenkmal

im Augsburger Land: Die Theklakirche hoch

über Welden ist ein Rokokojuwel.

Im Augsburger Land findet man noch einige

Denkmäler der Fugger, vor allem aber auch

noch mehr barocke Baukunst. Klöster (und ihre

Kirchen) in Thierhaupten und Holzen und Wall -

fahrtskirchen in Klosterlechfeld und Klimmach

(beide nahe Schwabmünchen) sowie in Violau

(bei Altenmünster) sind herausragende Ziele.

Geschichte der Region bringen der „Infopavillon

955“ in Königsbrunn mit dem benachbarten

Mercateum, das Lechmuseum Bayern in Langweid,

das Ballonmuseum Gersthofen und das

Klostermühlenmuseum Thierhaupten nahe.

Im Sommer locken der Rothsee bei Zusmars -

hausen und etliche Freibäder. Ganzjährig Bad e -

spaß im warmen Wasser garantiert die Badewelt

des Titania Neusäß im Innern wie im Freien.

»Zu Sehenswürdigkeiten, Rad- und Wanderwegen

im „Naturpark Augsburg – Westliche

Wälder“, zu kulturellen Angeboten und zur

Ausstellung im Naturparkhaus informiert:

www.naturpark-augsburg.de

»Die wichtigsten Informationen zum Augsburger

Land und zu den dortigen Zielen

auch unter: www.augsburg-tourismus.de

»Die schönsten Ziele im Augsburger Land

beschreibt der von der Regio Augsburg

Tourismus GmbH herausgegebene Reiseführer

Augsburger Land. Ziele im Landkreis

Augsburg“ in 19 Kapiteln. 120 Seiten

mit weit über 100 Fotos und vielen Tipps.

Mehr zum Inhalt: www.context-mv.de

90


NATURPARK-HAUS Oberschönenfeld

86459 Gessertshausen | Dienstag bis Sonntag | 10 bis 17 Uhr

(Winterpause: 10. Januar bis 4. März 2017)

Dauerausstellung Natur und Mensch im Naturpark

In der Ausstellung wird Mittelschwabens einziger Naturpark

Augsburg - Westliche Wälder“ mit seinen Landschaftsräumen

spielerisch und anschaulich präsentiert. Näheres finden Sie

unter www.naturpark-augsburg.de.

Sonderausstellungen

Ideenlabor Natur – Bionik | 27. April bis 17. Sept. 2017

Duett in Holz und Farbe – Kunst von Silvia Kugelmann

und Josef Böck | 22. Oktober 2017 bis 07. Januar 2018

BLUMENPARK

Große

Neueröffnung

nach Umbau

ab März 2017

NEU - SCHÖN - EINZIGARTIG

Der Blumenpark in neuem Glanz

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70

JAHRE

GARTEN

GLUCK


DAS AUGSBURGER LAND

Drei von der Regio

Augsburg Tourismus

GmbH herausgegebene

Publikationen stellen

nicht nur die Radund

Wanderwege im

Augsburger Land vor,

sondern auch den

„Mozart winkel“: Denn

die Wurzeln der

schwäbischen Kunsthandwerkerfamilie

Mozart findet man im

Augsburger Land. Das

älteste erhaltene Haus

eines Mozartvor fahren

steht in Heimberg bei

Fischach (rechts). Die

Geschichte dazu erzählt

eine Kultur&Info-

Installa tion. Dank der

überlebensgroßen

roten Mozartstele ist

sie kaum zu übersehen.

Text:

Martin Kluger

Candida Sisto

Fotografie:

Achim Bunz (1),

Martin Kluger (2)

Wander- und Radwanderwege:

Tipps gedruckt oder im Geoportal

Um die Großstadt Augsburg bieten sich zahlreiche

beschilderte Wege zum Wandern und Radwandern

an. Zwei neue Tourenratgeber der Regio Augsburg

Tourismus GmbH verraten auf jeweils 36 Seiten, wo

man im Stadtwald Augsburg, im Augsburger Land

sowie im benachbarten Wittelsbacher Land die

schönsten Rad- und Wanderrouten findet.

Im Augsburger Land leiten Themenwege zu den

barocken Klös tern, zu den Spuren der schwäbischen

Mozarts und zum Schriftsteller Ludwig Ganghofer,

zu Land-Art und archäologischen Stationen. Touren

im Augsburger Land führen außerdem zu einer

Römerstraße, zu den Schlössern der reichen Fugger,

zu Pfarrer Kneipp und den Sieben Schwaben – das

alles an Föhntagen teilweise sogar mit Sicht auf die

nahe Berg kette der Alpen. Mit Blick auf die Augsburger

UNESCO-Bewerbung widmet sowohl der

Rad- als auch der Wanderführer Touren am und

zum Wasser ein eigenes Kapitel.

Bei den Tourenporträts wird auf Kartenmate rial,

Spezialliteratur und weitere Informationsquellen

verwiesen. Autor beider Rat geber ist Ulrich Lohrmann:

Er blickt auf mehr als 40 Jahre Rad- und

Wandererfahrung im Augsburger Umland zurück.

Wer sich online inspirieren und informieren

lassen will, findet im Geoportal der Regio Augsburg

(www.augsburg-tourismus.de/wandern.html) Route n -

tipps und -vorschläge für Rad- und Wandertouren

in und um Augsburg, im Wittelsbacher Land und

natürlich im routenreichen Augsburger Land.

» „Wandern. Touren im Alpenvorland“ und

„Radwandern. Touren im Alpenvorland“,

bei der Tourist-Info. PDF-Download und

Geop0rtal: www.augsburg-tourismus.de

Schwäbische Mozarts – Vorfahren

und eine Kirche im Augsburger Land

Augsburg nennt sich Mozartstadt – aber die Wurzeln

der schwäbischen Kunsthandwerker- und Künstlerfamilie

liegen im Augsburger Land. Deswegen listet

das Taschenbuch „Mozart. Ein halber Augsburger.

Geschichte und Denkmäler der Mozarts in und bei

Augsburg“ neben Mozartstätten in der Mozartstadt

auch einige Denkmäler und Stationen im heutigen

Landkreis Augsburg auf, die in der Geschichte der

Familie Mozart eine Rolle spielen.

In einem Urkundenbuch im Archiv des Klosters

Oberschönenfeld belegte ein Schriftstück von 1331

erstmals einen in Fischach lebenden Mozart. In

Heim berg bei Fischach

steht das älteste Wohnhaus

eines der Vorfahren von

Wolfgang Amadé Mozart.

Bäuer liche Mozarts sind in

Leiters hofen und Pfersee

beurkundet. 1643 wanderte

der Maurergeselle David

Mozart in die Reichsstadt

Augsburg ein. Baumeister

Hans Georg Mozart, der

Urgroß onkel Wolfgang

Amadé Mozarts, war auch

westlich der Reichsstadt

Augsburg an sakralen und

profanen (Um-)Bauten beteiligt: Das prominenteste

Bau projekt im heutigen Landkreis Augsburg ist die

„Mozartkirche“ St. Adelgundis in Anhausen.

1766 trat W.A. Mozart, der sich fünfmal in der

„vatterstatt meines papa“ beziehungsweise in der

Region aufhielt, in der Wallfahrtskirche in Biberbach

zu einem Orgelwettstreit gegen ein einheimisches

Wunderkind an. Ein Zeitgenosse berichtete von

einem Unentschieden: Wolfgang Amadés 1719 in

Augsburg geborener Vater Leopold – sein einziger

Musiklehrer, Erzieher und Manager – soll über den

Ausgang des Vergleichs „not amused“ gewesen sein.

Insgesamt stellt der 96-seitige, reich bebilderte

Reiseführer mehr als 40 erhaltene Schauplätze der

Mozart’schen Familiengeschichte in der Mozartstadt

Augsburg, im „Schwäbischen Mozartwinkel“ im

Augsburger Land, im nahen Dillingen a. d. Donau

sowie im Wittelsbacher Land vor.

» Mehr zu „Mozart. Ein halber Augsburger.

Geschich te und Denkmäler der Mozarts

in und bei Augsburg”, herausgegeben von

der Regio Augsburg: www.context-mv.de

Text: Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger (2)

92


Mi/Fr: 13-17 Uhr

Do: 10-19 Uhr

Sa/So/Feiertag: 13-17 Uhr

Telefon 0821 2491-506

AKTIONEN FÜR

KINDER UND

ERWACHSENE

WEITERE INFOS UNTER:

www.ballonmuseum-gersthofen.de

Wolfgang Wallenta

Kleine Geschichte der

Augsburger Goldschmiedekunst

Staatsgalerie Altdeutsche Malerei

in der Katharinenkirche

Eingang Schaezlerpalais

Maximilianstraße 46 | 86150 Augsburg

Kontakt: +49 (0)821 510350

Öffnungszeiten: Di bis So 10 bis 17 Uhr

Augsburg hat eine einzigartige Tradition

als Stadt der Gold- und Silberschmiede.

Dieses Buch stellt die

Grundzüge der Geschichte dieses

Kunsthandwerks vor. Gleichzeitig

behandelt es verschiedene Fragen:

Wer waren die Auftraggeber? Wie

war das Handwerk gegliedert? Wie

funktionierte die Arbeitsteilung bei

Großaufträgen? Wie ging das

Handwerk mit Krisenzeiten um?

Das Buch ist auch eine Verneigung

vor den staunenswerten Leistungen

dieses Kunsthandwerks durch die

Jahrhunderte.

HOLZHEU

Holzheu Verlag

80 Seiten | 6,– Euro


VERANSTALTUNGSHÖHEPUNKTE 2017

bis 02.04./ab 04.04. | Puppenkistenmuseum „die Kiste“

Erst Handwerk, dann Weltraumforschung

Im Museum der Augsburger Puppenkiste sind in der Sonderausstellung

„Wer will fleißige Handwerker seh’n…“ bis zum

2. April 2017 im Heilig-Geist-Spital eifrige Handwerksmeister

und Gesellen aus dem In- und Ausland am Werk. Sie zeigen

das Handwerk und seinen „goldenen Boden“ im Märchen und

im Puppenspiel – Tradition, Modernität und Vielfalt werden

äußerst liebevoll inszeniert und multimedial präsentiert.

Ab 4. April heißt es

„Sonne, Mond und

Sterne – eine Reise

durch das Universum“.

Die lehrreiche Schau

zeigt Märchen und

Geschichten wie „Die

Sterntaler“, „Schlupp

vom grünen Stern“

und „Peterchens Mond -

fahrt“: Puppentheaterfiguren werden kombiniert mit Erkenntnissen

der Weltraumforschung und -eroberung. Ein Tipp am

Rande: Dem Universum kommt man in Augsburg im S-Planetarium

– einer Stiftung der Stadt sparkasse Augsburg – ganz

nah (Ludwigstraße 14, www.s-planetarium.de).

» Puppentheatermuseum „die Kiste“,

Heilig-Geist-Spital, Spitalgasse 15, Augsburg

Telefon 08 21/45 03 45-0, www.diekiste.net

03.03. – 12.03. | Theater Augsburg und andere Orte

Brechtfestival 2017

Das politische Denken

und die ästhetische Praxis

des in Augsburg geborenen

Bertolt Brecht stehen

beim Brechtfestival 2017

im Theater Augsburg und

in anderen Augsburger

Spielstätten im Zentrum

der künstle rischen Aus -

einander setzung. Angesichts

der brennenden gesellschaftlichen Fragen, die die Welt

momentan bewegen, ist Brecht aktuell wie eh und je. Die Gegenwart

wird also mit Brecht und seinem Werk konfrontiert.

Lustvoll und experimentell will das Festival erkunden, ob

Kunst ein Motor sein kann, um den Menschen den Glauben

an die Veränderbarkeit der Welt durch Kreativität und Fantasie

vor Augen und Ohren zu fuḧren. „Ändere die Welt, sie

braucht es“, heißt es bei Brecht – ja, genau. Denn Krise ist

immer. Auf dem Programm steht unter anderem die Brecht-

Revue „Die Welt ist: schlecht! Und ich bin: Brecht!“. 2017

präsentiert das Festival verstärkt eigene Produktionen und Formate,

darunter Brechts Lehrstück „Die Maßnahme“ von 1930.

» Theater Augsburg und andere Augsburger Spielstätten

Stadt Augsburg, Büro Brechtfestival

Telefon 08 21/3 24-3 42 70, www.brechtfestival.de

13.05. – 23.10. | Staatliches Textil- und Industriemuseum

Glanz und Grauen – Mode im „Dritten Reich“

Die Frage nach der Kleidung in der NS-Zeit ist noch kaum

erforscht: So entstanden Mythen – Trachten und Uniformen

gelten als typisch, waren jedoch noch lange nicht alles. Das

Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) zeigt

mehr als 100 Originalkostüme, Fotos, Modegrafiken und Zeit -

schriften, Kinderbücher und Spielzeug. Zu sehen sind Alltagskleider,

Uniformen des BDM und der HJ, aber auch die

„Kluft“ der „widerspenstigen“ Jugendlichen, der „Swings“ und

der „Edelweiß-Piraten“. Die Ausstellung geht der Frage nach,

ob Kleidung politisch war: Trug man, was gefiel, oder be ein -

flusste das Regime

Aus wahl und Art

der Kleidung? Und

welche Rolle spielte

der Einfluss Hollywoods?

Auch in -

wiefern das Thema

Kleidung mit Enteig -

nungen und anderen

Verbrechen der Nationalsozialisten zusammenhing, wird beleuchtet.

Zeit zeugen steuerten textile Stücke und Fotografien

sowie persönliche Geschichten und Erfahrungen bei.

»Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)

Provinostraße 46, Augsburg,

Telefon 08 21/8 10 01-50, www.timbayern.de

23.05. – Oktober | Schaezlerpalais

Meisterwerke chinesischer Hinterglaskunst

Weltweit erstmalig präsentieren die Kunstsammlungen und

Museen Augsburg eine Ausstellung mit mehr als 100 Bildern

aus einer deutschen Privatsammlung. Die auch in China noch

weitgehend unbekannten Werke stammen aus dem 19. und

frühen 20. Jahrhundert. Anders

als jene Hinter glasbilder, die

im China des 18. Jahrhunderts

für den europäischen Markt

gefertigt wurden, entstanden

sie für einen einheimischen

Kundenkreis und zeigen dementsprechende

Motive – neben

Porträts, Still leben sowie Landschaften

vor allem Darstellungen

nach mythologischen und

literarischen Vorlagen. Weitere

Sujets sind Kinder- und Frauenporträts,

Szenen des häuslichen Lebens, Gärten und Landschaften

oder glücksverheißende Objekte. Die vielschichtige

und exotische Bildsprache dieser Hinter glasmalereien eröffnet

dem europäischen Publikum einen faszinierenden Ein blick

in das Kunstschaffen im „Reich der Mitte“.

» Schaezlerpalais, Maximilianstraße 46, Augsburg

Telefon 08 21/3 24-41 02,

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de

Text: Candida Sisto/PM | Fotografie: Partner der Regio Augsburg Tourismus GmbH (4)

94


DAS

MITMACH-

MUSEUM

www.timbayern.de


VERANSTALTUNGSHÖHEPUNKTE 2017

18.05. – 28.05. | Verschiedene Spielstätten in Augsburg

Deutsches Mozartfest – eine Spurensuche

Das Mozartfest 2017 spürt unter dem Motto „Spurensuche –

Tracking Mozart. Mozart zwischen Monteverdi und Moderne“

W. A. Mozarts musikalischen Wurzeln nach und widmet sich

insbesondere seinen Wegbereitern Claudio Monteverdi im

Jahr von dessen 450. Geburtstag und Georg Philipp Telemann,

dessen Todestag sich zum 250. Mal jährt. Die Spuren Mozarts

führen über die

Romantik und

Komponisten wie

Mendelssohn und

Brahms hin zur

zeitgenössischen

Musik, die auch

die „klassischen“ –

Mozart’schen – Vorbilder

wiederentdeckt. Zu den musikalischen Höhepunkten

gehören die Auftritte der ECHO-Klassik-Preisträger Nuria Rial,

Vincenzo Capezzuto und Christina Pluhar, der Bayerischen

Kammerphilharmonie mit Reinhard Goebel, Gründer und

Leiter der Musica Antiqua Köln und „Ikone der Alten Musik“,

sowie des Windsbacher Knabenchors. Spielstätten sind der

Kleine Goldene Saal, Ev. St. Ulrich, „Kongress am Park“…

» Kleiner Goldener Saal und andere Augsburger Spielstätten

Stadt Augsburg, Kulturamt

Telefon 08 21/3 24-3 42 72, www.mozartstadt.de

30.06. – 29.07. | Freilichtbühne am Roten Tor

The Rocky Horror Show

„Let’s Do the Time Warp Again!“, „Science Fiction Double

Feature“ oder „Sweet Transvestite“ – die Ohrwürmer aus

Richard O’Briens 1973 uraufgeführtem Musical „The Rocky

Horror Show“ erklingen vor der romantischen Kulisse von

Deutschlands zweitgrößter Freilichtbühne. Verliebt, verlobt –

und bereits vom rechten Wege abgekommen: Brad und Janet

wollen nur einen Freund besuchen, als sie während eines

schweren Unwetters mit einer Reifenpanne stecken bleiben.

„Dead End“ lautet das Schild am Straßenrand. Auf der Suche

nach einem

Telefon landen

sie bald auf

dem Schloss

des exzentrischen

Trans -

vestiten Frank

N. Furter, der

zu Ehren seines

von ihm selbst

geschaffenen Menschen „Rocky“ eine wilde Party schmeißt.

Noch bevor Brad und Janet auch nur „Hallo“ sagen können,

fallen schon die Hüllen und Tabus.

» Freilichtbühne am Roten Tor,

Rote-Torwall-Straße, Augsburg

Telefon 08 21/3 24-49 00, www.theater-augsburg.de

96

12.07. – 13.08. | Botanischer Garten/Zeughaus Augsburg

Der Jazzsommer: Open-Air mit Rosenduft

Jazzstars aus Europa, Nahost, Südamerika und den USA

kommen seit zweieinhalb Jahrzehnten zum Internationalen

Jazzsommer. Mittlerweile hat sich bis nach New York herumgesprochen,

dass dieses internationale Festival Jahr für Jahr

Raum für unvergessliche Begegnungen mit der weltweiten

Crème de la Crème des Jazz bietet. Das malerische Ambiente

des Rosengartens im Botanischen Garten von Augsburg verwandelt

sich zum Open-Air-Konzertsaal – mit dem Glasgewächshaus

als wettersicherer Variante. Die Liste der Legenden

und Newcomer, die bereits in Augsburg gastierten, liest sich

wie das „Who’s

Who“ des Jazz. Neben

fünf international

besetzten Abendkonzerten

steht ein

Doppelkonzert mit

zwei nationalen Jazzensembles

auf dem

Programm. Zusätzlich

spielen Bands aus Süddeutschland im Brunnenhof des

Augsburger Zeughauses bei fünf Dixieland-Matineen.

» Botanischer Garten

Dr.-Ziegenspeck-Weg 10, Augsburg

(Matineen im Brunnenhof des Zeughauses, Zeugplatz)

Telefon 08 21/3 24-32 51, www.augsburger-jazzsommer.de

21.07. – 23.07. | Fronhof und Rokokosaal der Residenz

Klassikkonzerte vor barocker Prachtkulisse

Der Fronhof vor der Kulisse der barocken fürstbischöflichen

Residenz beim Dom bildet den malerischen Rahmen für die

jährlichen Konzerte im Fronhof. Mit diesem Klassik-Open-

Air-Festival bildet Augsburg eine Kulturachse zur einzigen

tschechischen Mozartstadt Prag. Zu Gast ist das renommierte

Orchester SUK-Symphony Prag unter Leitung von Wilhelm

F. Walz als Residenzorchester und musikalischer Botschafter.

Neben den Konzerten in sommerlicher Atmosphäre und dem

Kulturaustausch

bildet die Arbeit

mit aufstrebenden

Künstlern

einen Schwerpunkt.

Das

Motto des Festivals

im Jahr 2017

lautet „Mozart

und Dvo v rák“.

Besucher erwarten außer zwei Or ches tergalas eine Crossover-

Aufführung, ein Highlightkonzert mit internationalen Solisten,

„Jazz meets Classic“ sowie das Preisträgerkonzert im Rokokosaal

der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz.

» Fronhof (bei Regen in der Ev. Heilig-Kreuz-Kirche) und

Rokokosaal der fürstbischöflichen Residenz

Telefon 08 21/65 07 98 83, www.konzerte-im-fronhof.de

Text: Candida Sisto/PM | Fotografie: Partner der Regio Augsburg Tourismus GmbH (3), Martin Kluger (1)


Schwäbisches

Volkskundemuseum

Oberschönenfeld

SPAREN,VERSCHWENDEN,

WIEDERVERWENDEN

Vom Wert

der Dinge

2. April bis

10. September

HOTEL GASTRONOMIE TAGUNGEN

Vorsicht Baustelle! Eine interaktive Ausstellung,

ab 19. November in der Schwäbischen Galerie

KUNSTAUSSTELLUNGEN

Form und Farbe – Zugänge zu ungegenständlichen Gemälden

aus der Sammlung, bis 12. März

Leichtigkeit und Schwere – Basilius Kleinhans und

Stefan Wehmeier,

19. März bis 7. Mai

Entdecken, Recyclen, Bewahren – Material in der Kunst,

19. Mai bis 27. August

„No magic for me today“– Farbmalerei von Julia Winter,

8. September bis 5. November

Schnee und klirrende Kälte – Winterbilder aus der Sammlung,

19. November bis 14. Januar 2018

Ab 11. September:

Dauerausstellungen wg.

Umbau geschlossen!

Schwäbisches Volkskundemuseum mit

Schwäbischer Galerie

Oberschönenfeld 4, 86459 Gessertshausen

tägl. außer Montag 10 – 17 Uhr und an Feiertagen geöffnet

Ein herausragendes Ziel inmitten der barocken Anlage

der Zisterzienserinnenabtei – nur ca. 20 km südwest-

lich von Augsburg, leicht über die B300 zu erreichen

www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

hes-v







63 Hotelzimmer, 10 Tagungsräume, Klostergasthof mit

Biergarten, prächtige Barockkirche, Klosterladen



Tauchen Sie ein in die Klostergeschichte und das frühere

Klosterleben bei einem audio-geführten Spaziergang

mit dem (Leih-)Smartphone.


Klosterstraße 1 . 86695 Allmannshofen

Tel +49 (0)8273 / 9959 - 0 . Fax +49 (0)8273 / 9959 - 1504

info@kloster-holzen.de . www.kloster-holzen.de

Abenteuer

Weltall

Reisen durchs All – hautnah erleben.



s-planetarium.de

/s.planetarium



Gemeinsamer Eingang mit Naturmuseum & Augusta-Garage.

Telefonische Auskünfte und Kartenreservierungen für alle Spielplanveranstaltungen

nur dienstags bis sonntags zwischen 10:00 und 17:00 Uhr und während der Abendveranstaltungen

unter Tel.: 0821 324-6740.


VERANSTALTUNGSHÖHEPUNKTE 2017

15.04. – 30.04./30.09. – 08.10. | Jakobervorstadt

Ob Frühjahr, ob Herbst – es ist Dult

Die einen Kilometer lange Budenstadt ist Augsburgs kultiges

Freiluftkaufhaus: Zwischen dem Vogeltor und dem Jakobertor

finden die Frühjahrs- und die Herbstdult zwar erst seit 1951

statt, belegt sind die Jahrmärkte zu Ostern und Michaeli aber

bereits seit dem Mittelalter. Diese lange Tradition schlägt sich

in dem urigen Charme der Dulten mit ihrer malerisch-bunten

Budengasse am Rand der Jakobervorstadt nieder. Angeboten

wird fast alles – von

Bürsten und Bratwürsten

über Kochlöffel,

Kurzwaren,

Putzmittel und Plätzchenausstecher

bis

hin zu Töpfen und

Tee, Socken und

Spielzeug. Mehr als

hundert Händler aus ganz Deutschland präsentieren ihr vielfältiges

Sortiment dabei nicht einfach nur in ihren Auslagen,

sondern überzeugen die Besucher, die aus der ganzen Region

anreisen, oft auch in eindrucksvollen Präsentationen vom unschätzbaren

Nutzen ihrer Ware. Und auf die Kinder wartet ein

wunderbar altmodisches Karussell.

» Zwischen Vogel- und Jakobertor

Vogelmauer/Obere Jakobermauer, Augsburg

www.augsburger-dult.de

16.04. – 01.05./25.08. – 10.09. | Kleiner Exerzierplatz

Der Plärrer – ein brechtiges Vergnügen

1878 war den Anwohnern das Vergnügungsprogramm der Dult

(siehe nebenstehender Kasten) zu laut geworden: Die Schausteller

mit ihrem Angebot zur Volksbelustigung und ihrem

„Geplärre“ wurden kurzerhand auf den Kleinen Exerzierplatz

ausgelagert: Dort findet der Plärrer – das größte Volksfest in

Bayerisch-Schwaben – bis heute jeweils im Frühling und im

Spätsommer statt. Kuriositäten, Abnormitäten oder exotische

Tiere wie früher sieht man zwar nicht mehr, an vergnüg lichen

Angeboten mangelt es aber wahrlich nicht: Hightech- und

Nostalgiefahrgeschäfte, Bierzelte und Blasmusik, Geisterbahnen,

Imbiss stände, Feuerwerk

und Veranstaltungen

ziehen mehr als

eine halbe Million Gäste

aufs Festgelände.

Auftakt des Plärrers ist

traditionell der Fes t -

umzug zwischen der

City und dem Plärrergelände.

Der in Augsburg geborene Dichter und Dramatiker

Bert Brecht war der prominenteste Plärrerfan: Er setzte dem

Plärrerbier und den Schiffschaukeln ein literarisches Denkmal.

» Plärrergelände auf dem Kleinen Exerzierplatz

Langenmantelstraße, Augsburg

www.augsburgerplaerrer.de

98

27.11. – 24.12. | Rathausplatz und Innenstadt

Advent: der Augsburger Christkindlesmarkt

Der Augsburger Christkindlesmarkt ist einer der schönsten

Weihnachtsmärkte Deutschlands: Die Budenstadt vor der

Kulisse von Renaissancerathaus und Perlach turm stimmt mit

vorweihnachtlichem Angebot und verführerischen Düften

auf Weihnachten ein. Rund eine Million Besucher aus dem

In- und Ausland lassen sich Jahr für Jahr vom Engelesspiel in

den Fenstern des Rathauses, von der Augsburger Märchen -

straße in den Schaufenstern der umliegenden Geschäfte, vom

Himm lischen Postamt sowie vom Rahmenprogramm verzaubern.

Für jeden

Geschmack ist

etwas geboten:

Bratwurst und

Glühwein, Met

und gebrannte

Mandeln ebenso

wie traditionelles

und regionales

Kunsthandwerk.

» Rathausplatz und weitere Plätze in der Innenstadt

www.augsburgerchristkindlesmarkt.com

»Die Broschüre „Advent in Augsburg“ informiert zu Weihnachtsmärkten

in Augsburg und der Region (bei der Tourist-Info,

Download unter: www.augsburg-tourismus.de).

ganzjährig | Kongresszentrum beim Wittelsbacher Park

Kulturtermine in „Kongress am Park“

„Kongress am Park“ gehört zu den schicksten Augsburger Veranstaltungsorten.

Das Kongresszentrum im Wittelsbacher Park

wurde bis 1972 in damals angesagter

Sichtbetonbauweise errichtet. Als

prägnantes Beispiel für die Architektur

der späten 1960er- beziehungsweise

der fruḧen 1970er-Jahre steht

die Kongresshalle inzwischen unter

Denkmalschutz. Im Inneren besticht

die Ausstattung im Stil der 1970er-

Jahre, das Illuminationskonzept

setzt die Architektur in Szene und

rückt Veranstaltungen ins rechte

Licht. Das Programm bietet unter

anderem Kabarett und Konzerte von

Klassik bis Musical, Partys, Presseball und Popkultur. Höhepunkte

im Jahr 2017 sind die Musicals „Sissi“, „Falco“ und

„Elvis“, die Eröffnung der Kabaretttage 2017, Tribute-Konzerte

für Frank Sinatra und Whitney Houston, die Peter-Alexander-

Hommage, Sinfoniekonzerte der Augsburger Philharmoniker,

eine Aufführung der Oper Carmen, das Modular-Festival und

der 45. Presseball der „Augsburger Allgemeinen“.

»Kongresszentrum „Kongress am Park“

Gögginger Straße 10, Augsburg

Telefon 08 21/45 53 55-0, www.kongress-augsburg.de

Text: Candida Sisto/PM | Fotografie: Kongress am Park (1), Regio Augsburg Tourismus GmbH (2), Martin Kluger (1)


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VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2017

Bis 12.03.17 | Desperate Housewives? |

Sonderausstellung, Staatliches Textilund

Industrie museum Augsburg (tim)

09.03. – 18.06. | AUGSBURG MACHT

DRUCK | Sonderausstellung, Diözesan -

museum St. Afra in Augsburg

02.04. – 10.09. | Sparen, verschwenden,

wieder verwenden | Sonderausstellung,

Volkskundemuseum Ober schönenfeld

100

Termine 2017

Termine in Augsburg, im Wittelsbacher und Augsburger

Land – nicht selten in sehenswerter Umgebung: auf der

vielleicht schönsten Freilichtbühne Deutschlands, vor

der fürst bischöflichen Residenz, im lichtdurchfluteten

Parktheater im Kurhaus, im Kloster Oberschönenfeld,

im „Sisi-Schloss“ in Unterwittelsbach… Eine Auswahl.

Bis 12.03. | Desperate Housewives? | Künstlerinnen

räumen auf: Im Staatlichen Textil- und Industriemuseum

Augsburg (tim) nehmen Künstlerinnen das Haus als

Lebens- und Arbeitsplatz ins Visier. | www.timbayern.de

Bis 12.03. | Form und Farbe | Ausstellung in der Schwäbischen

Galerie in Oberschönenfeld zu ungegenständlichen

Gemälden der Sammlung. Mit Mitmachstationen und

Rahmenprogramm |

www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

Bis 02.04. | Wer will fleißige Handwerker seh’n… |

Eine Sonderausstellung im Augsburger Puppentheater -

museum „die Kiste“ | www.diekiste.net

Bis 31.10. | Bodenschätze. Funde der Augsburger

Stadtarchäologie | Ausstellung in der Reihe „Wunderkammer“

im Augsburger Maximilianmuseum mit Funden

vom Spätmittelalter bis in die Frühe Neuzeit |

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de

19.01. – 22.01. | Jagen und Fischen | Süddeutschlands

größte internationale Fachmesse für Jäger, Fischer und

Naturliebhaber | www.jagenundfischen.de

25.01. – 31.12. | Reformationsjubiläum 2017 in Augsburg

| Veranstaltungen der Stadt Augsburg und des

Evangelisch-lutherischen Dekanats |

www.reformation2017augsburg.de

04.02. | Bach & Italien | Konzert der Deutschen Mozart-

Gesellschaft im Augsburger Kleinen Goldenen Saal |

www.mozartgesellschaft.de

16.02. | Fugger auf der Couch | Vortrag in der Leonhardskapelle

der Fuggerei aus der Reihe „Fugger Forum“: Themen

der Fuggerwelt aus neuer Pers pektive | www.fugger.de

18.02.– 02.04. | Faszination tropischer Schmetter -

linge | Lebende Falter schwirren durch den „Pavillon

der Schmetterlinge“ in der „Pflanzenwelt unter Glas“ des

Botanischen Gartens Augsburg. |

www.augsburg.de/botanischergarten

22.02. | Sissi – das Musical | Im Augsburger Kongress -

zentrum „Kongress am Park“ | www.kongress-augsburg.de

25., 27. und 28.02: | 3 Tage Fasching PUR | Karneval

im Einkaufszentrum City-Galerie, mit Kinderfasching

am Rosenmontag | www.city-galerie-augsburg.de

27.02. | Galaball am Rosenmontag | Schwarz-Weiß-Ball

im Kurhaus Göggingen | www.parktheater.de

03.03. – 12.03. | Brechtfestival Augsburg | Unter anderem

mit der Brecht-Revue „Die Welt ist: schlecht! Und ich

bin: Brecht!“ | www.brechtfestival.de

04.03. | Arsen und Spitzenhäubchen | Krimikomödie

von Joseph Kesselring im Parktheater im Kurhaus Göggingen

| www.parktheater.de

04.03. – 09.04. | Augsburger Kabaretttage | Kleinkunstfestival

in der Kresslesmühle | www.kresslesmuehle.de

09.03. – 18.06. | AUGSBURG MACHT DRUCK | Anfänge

des Buchdrucks in einer Metropole des 15. Jahrhunderts –

typografische und buchkünstlerische Meisterwerke der In -

kunabelzeit: die Ausstellung im Diözesanmuseum St. Afra |

www.museum-st-afra.de

12.03. – 31.03. | Augsburger Kinder- und Jugend -

theaterwochen | Kulturhaus abraxas |

www.abraxas.augsburg.de

17.03. | Herbert Pixner Projekt | Konzert im Augsburger

Kongress zentrum „Kongress am Park“ |

www.kongress-augsburg.de

19.03. – 07.05. | Leichtigkeit und Schwere | Die Aus -

stellung in der Schwäbischen Galerie in Oberschönenfeld

zeigt Bildhauerei und Malerei. |

www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

24.03. – 02.04. | Frühlingsfest | Traditionelles Volksfest

im Augs burger Stadtteil Göggingen auf dem Festplatz an

der Pfarrer-Bogner-Straße | www.augsburg.de

30.03. – 02.04. | Augsburg-Open | Vier Tage und Nächte

öffnen sich sonst verschlossene Türen. |

www.cia-augsburg.de

April – August | Die Bildhauerin Gertrud Nein |

Tierplastik in Ton und Bronze – eine Ausstellung

im Maximilian museum Augsburg |

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de

01.04. – 09.04. | Augsburger Frühjahrsausstellung

(afa) | Die Publikumsmesse für Lifestyle mit Bauen und

Wohnen | www.afa-messe.de

02.04. – 10.09. | Sparen, verschwenden, wieder -

verwenden | Ausstellung im Volkskundemuseum Ober -

schönenfeld – der Wandel vom sparsamen, durch Mangel

geprägten Umgang mit Dingen zur Wegwerfmentalität |

www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

04.04. – 29.06. | 100 Jahre Große Synagoge Augsburg |

Jubiläumsprogramm des Jüdischen Kulturmuseums |

www.jkmas.de

05.04. – 15.11. | Sonne, Mond und Sterne | Sonderausstellung

im Augsburger Puppentheatermuseum „die Kiste“:

eine Reise zu Märchen und Geschichten um die Weltraum -

forschung und -eroberung mit Marionetten aus „Peterchens

Fotografie: Martin Kluger (3), Regio Augsburg Tourismus GmbH (2), Partner der Regio Augsburg Tourismus GmbH (7)


VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2017

Ab Juli | Die Fugger und die Musik |

Konzertreihe, in und um Augsburg

sowie in Innsbruck

24.06. – 17.09. | „Süddeutsche Karl

May-Festspiele“ – „Das Geheimnis

der Felsenburg“ | „Western-City Dasing“

30.06. – 29.07. | The Rocky Horror Show |

Musical, Augsburger Freilichtbühne

am Roten Tor

Mondfahrt“, „Schlupp vom grünen Stern“ und „Die

Sterntaler“ | www.diekiste.net

15.04. – 17.04. | Ostern im Zoo | Buntes Programm für

die ganze Familie | www.zoo-augsburg.de

15.04. – 30.04. | Frühjahrsdult | Uriger Ostermarkt mit

einer langen Budenstadt | www.augsburger-dult.de

16.04. – 01.05. | Frühjahrsplärrer | Schwabens größtes

Volksfest lockt mit Bierzelten, Stimmung und zahlreichen

Fahrgeschäften. | www.augsburgerplaerrer.de

28.04. – 30.04. | 25. Django Reinhardt Memorial |

Internationales Gipfeltreffen der Gypsy-Swing-Szene im

Parktheater im Kurhaus Göggingen | www.parktheater.de

28.04. – 01.05. | Lebensraum Garten | Ausstellung

zu Garten und Kunst mit Kulinarik auf Gut Mergenthau |

www.lebensraum-garten.com

04.05. | Fugger im Ring | Vortrag in der Leonhardskapelle

der Fuggerei aus der Reihe „Fugger Forum“: Themen der

Fuggerwelt aus neuer Pers pektive | www.fugger.de

06.05. – 22.10. | Kaiserin Elisabeth – Lebens(t)raum

und Wirklichkeit | Sonderausstellung im „Sisi-Schloss“

in Unterwittelsbach – von der Flucht der Kaiserin in ihre

Träume | www.aichach.de/tourismus

13.05. – 22.10. | Glanz und Grauen – Mode im „Dritten

Reich“ | Die Sonderausstellung im Staatlichen Textil- und

Industriemuseum (tim) zeigt, was man in der Zeit des

Nationalsozialismus trug. | www.timbayern.de

13.05. – mind. Oktober | Kahn & Arnold | Die Wege

zweier jüdischer Unternehmerfamilien aus Augsburg im

20. Jahrhundert in der Sonderausstellung des Staatlichen

Textil- und Industriemuseums (tim) | www.timbayern.de

18.05. – 28.05. | Deutsches Mozartfest | Spurensuche –

Tracking Mozart: Mozart zwischen Monteverdi und

Moderne | www.mozartstadt.de

23.05. – Oktober | Meisterwerke chinesischer Hinterglaskunst

| Exponate einer deutschen Privatsammlung –

Porträts, Stillleben und Landschaften in einer Ausstellung

der Kunstsammlungen und Museen Augsburg im Schaezler -

palais | www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de

28.05. – 01.06. | KlingKlangGloria! – Das kleine

Mozartfest | Kinderfestival, Konzerte und Aktio nen im

Augsburger Kulturhaus abraxas | www.abraxas.augsburg.de

15.06. – 17.06. | Modular-Festival 2017 | Das Augsburger

Jugend- und Popkultur festival in „Kongress am Park“ und

im Wittelsbacher Park | www.modular-festival.de

17.06. – 18.06. | Sonnwend-Töpfermarkt in Friedberg |

Traditioneller Markt mit mehr als 80 Ausstellern im

Stadtpark | www.verkehrsverein-friedberg.de

23.06. | Lisa Fitz: Weltmeisterinnen – gewonnen

wird im Kopf | Die „Speerspitze des Frauenkabaretts“ im

Parktheater im Kurhaus Göggingen | www.parktheater.de

24.06. | Lange Kunstnacht | Augsburg öffnet bis tief

in die Nacht Museen, Kirchen und Konzertsäle für rund

hundert musikalische und literarische Vorstellungen |

www.langekunstnacht.de

24.06. – 17.09. | „Süddeutsche Karl May-Festspiele“ |

„Das Geheimnis der Felsenburg“ – Old Shatterhand und

sein Blutsbruder Winnetou kämpfen gegen das Verbrechen. |

www.western-city.de oder www.karlmay-festspiele.de

29.06. – 01.07. | Augsburger Sommernächte | Die

Innenstadt feiert. | www.augsburg.de/sommernaechte

29.06. – Anfang September | Lechflimmern | Open-Air-

Kino mit täglich wechselndem Programm auf zwei Kino -

wiesen im Familienbad am Plärrer | www.lechflimmern.de

30.06. – 29.07. | Freilichtbühne am Roten Tor: The

Rocky Horror Show | Musical von Richard O’Brien

auf der vielleicht schönsten Freilichtbühne Deutschlands |

www.theater-augsburg.de

30.06. – 02.07. | Historisches Marktfest Pöttmes |

Im historischen Umfeld | www.pk.poettmes.net

Ab Juli | Die Fugger und die Musik | Konzertreihe

unter dem Motto „Augsburg und Tirol“ an Orten, die

in der Geschichte der Familie Fugger eine Rolle spielen:

Im Jahr 2017 in und um Augsburg sowie in Innsbruck. |

www.augsburg-tourismus.de

01.07. – 02.07. | Töpfermarkt in Oberschönenfeld |

Aussteller aus ganz Europa bei einem der schönsten

Töpfermärkte Bayerns | www.toepfermarkt.com

07., 16., 23. und 30.07. | Bertolt Brecht am Ammersee |

Eine literarisch-musikalische Dampflokreise von Augsburg

nach Schondorf und Utting |

www.buchhandlung-am-obstmarkt.de

12.07. – 13.08. | 25. Internationaler Augsburger Jazzsommer

| Bands und Solisten aus Europa und den USA

machen die Fuggerstadt zur Jazzstadt – im Botani schen

Garten und im Brunnenhof des Zeughauses. |

www.augsburger-jazzsommer.de

13.07. | Fugger auf der Bühne | Vortrag in der Leonhardskapelle

der Fuggerei aus der Reihe „Fugger Forum“: Themen

der Fuggerwelt aus neuer Pers pektive | www.fugger.de

15.07. | 2. Augsburger Radlnacht | Die Fahrradstadt

erleben – ein Fahrradcorso durch die Stadt mit Über -

raschungen | www.augsburg-fahrradstadt.de

21.07. – 23.07. | Konzerte im Fronhof | Mozart und mehr

beim 19. Klassikfestival vor der fürstbischöflichen Residenz

beim Augsburger Dom und im dortigen Rokokosaal. Zwei

Abende mit der SUK-Symphony Prag und internationalen

Solisten | www.konzerteimfronhof.de

21.07. – 30.07. | Jakober Kirchweih | Augsburgs ältestes

Volksfest in der Jakober vorstadt, um die Kirche St. Jakob

sowie um die Fuggerei, mit einem Markt wochenende am

22. und 23. Juli | www.jakoberkirchweih.de

101


VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2017

23.09. | „Schwabentag“ | Bühnen- und

Aktionsprogramm „Wir feiern im

Reformationsjahr“, Augsburg

07.10. | Roy-Black-Matinee |

Musikalische Zeitreise mit Roy Blacks

Originalband, Singold halle Bobingen

07.10. | 4. Dance Cup |

Einkaufszentrum City-Galerie,

Augsburg

102

25.07. – 08.08. | Augsburger Hohes Friedensfest |

Der weltweit einzigartige gesetzliche Feiertag in der Stadt

Augsburg zum Gedenken an den Westfälischen Frieden

von 1648 – ein 15-tägiges Rahmenprogramm führt auf den

Festtag am 8. August hin. | www.augsburg.de

28.07. | Dschungelnacht im Zoo | Künstler, Gaukler

und die romantische Beleuchtung machen den nächtlichen

Zoobesuch zum Erlebnis. | www.zoo-augsburg.de

28.07. – 30.07. | La Strada | Das internationale Straßenkünstler-Festival

für alle Sinne – die Augsburger Innenstadt

wird zur Bühne für Artisten. | www.cia-augsburg.de

04.08. – 07.08. | Kulturina Gersthofen | Kultur,

Kulinarik und Kunst in der Innenstadt | www.kulturina.de

04.08. – 15.08. | Friedberger Volksfest | Fahrgeschäfte,

Bier- und Weinzelte | www.verkehrsverein-friedberg.de

11.08. – 15.08. | Bobinger Volksfest | Mit dem Laurentiusmarkt

am 13.08., mehr als 200 Aussteller | www.bobingen.de

25.08. – 10.09. | Herbstplärrer | Schwabens größtes

Volksfest, das „Schwäbische Oktoberfest“ – Bierzelte, Blasmusik

und Unterhaltung pur. Mit dem großen Festumzug

am 26.08. in der Innenstadt | www.augsburgerplaerrer.de

03.09. | Europäischer Tag der Jüdischen Kultur |

Tagesprogramm im Jüdischen Kulturmuseum in der

Augsburger Synagoge und in der Museumsdependance

Ehe malige Synagoge Kriegshaber | www.jkmas.de

08.09. – 05.11. | No magic for me today | Ausstellung

in der Schwäbischen Galerie in Oberschönenfeld |

www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

23.09. | „Schwabentag“ | Geschichte, Kultur und Tradition

im Bezirk Schwaben – die sieben ehemaligen Reichsstädte

Donauwörth, Kaufbeuren, Kempten, Lindau, Memmingen,

Nördlingen und Augsburg präsentieren sich unter dem

Motto „Wir feiern im Reformationsjahr“ auf dem Augs bur -

ger Rathausplatz, im Annahof und auf dem Martin-Luther-

Platz. Umfangreiches Bühnen- und Aktionsprogramm und

ein „Schwäbischer Markt“ | www.bezirk-schwaben.de

23.09. – 24.09. | Mode-Trends-Herbst | Livemodenschau

im Augsburger Einkaufszentrum City-Galerie |

www.city-galerie-augsburg.de

23.09. – 24.09. | Turamichelefest | Eines der ältesten

Kinderfeste Deutschlands: Der Heilige aus dem Perlachturm

sticht den Teufel, auf dem Rathausplatz steigen Luftballons

auf. Mit Shopping-Sonntag | www.cia-augsburg.de

23.09. – 25.09. | Michaeli-Jahrmarkt | Volksfest mit

Bierzelt, rund 20 Schaustellern und circa 300 Ausstellern

in Schwabmünchen | www.schwabmuenchen.de

30.09. – 08.10. | Herbstdult | Die „Töpflesdult“: Augsburgs

lange Budenstadt mit dem urigen Altstadt-Charme,

garantiert Schicki-Micki-frei | www.augsburger-dult.de

Im Herbst | Augsburger Kabaretttage| Eines der

größten Kleinkunstfestivals Deutschlands im Kulturhaus

Kresslesmühle | www.kresslesmuehle.de

07.10. | Roy-Black-Matinee | In der Bobinger Singold -

halle unternehmen die „Cannons“, die Originalband von

Roy Black, mit den Hits des unvergessenen deutschen

Schlagerstars eine Zeitreise. | www.team70.de

07.10. | 4. Dance Cup | Im Einkaufszentrum City-Galerie |

www.city-galerie-augsburg.de

12.10. | Fugger im Archiv | Vortrag in der Leonhards -

kapelle der Fuggerei aus der Reihe „Fugger Forum“: Themen

der Fuggerwelt aus neuer Pers pektive | www.fugger.de

12.10. – 21.10. | Kulinara | Kochen mit Profis im Einkaufszentrum

City-Galerie | www.city-galerie-augsburg.de

12.10. – 03.12. | Zeichen des Aufbruchs | Ausstellung

zur Vielfalt der Kirchenbaukonzepte im Bistum Augsburg

(1960 bis 2003) | www.museum-st-afra.de

13.10. – 22.10. | klapps PuppenSpielTage | Das inter -

natio nale Puppentheaterfestival renommierter Figuren -

theater und Puppenspieler im Augsburger Kulturhaus

abraxas | www.puppenspiel.net

14.10. – 22.10. | Lechhauser Kirchweih | Kleines, feines

Volksfest, Festzelt und Kulturprogramm | www.augsburg.de

27.10. – 30.10. | Lab30 | Festival für Elektronik- und

Medienkunst in Augsburg, mit Live-Acts | www.lab30.de

04.11. | Riegele Honky Tonk | Eine Stadt, eine Nacht

und überall Live-Musik | www.riegele-honky-tonk.de

19.11. – 14.01.2018 | Schnee und klirrende Kälte |

Drucke, Aquarelle, Pastelle und Ölgemälde aus der

Sammlung der Schwä bischen Galerie in Oberschönenfeld

zeigen den Winter in seinen verschiedenen Facetten. |

www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

Ab 19.11. | Vorsicht Baustelle! | Interaktive Ausstellung

in der Schwäbischen Galerie: ein Blick hinter die Kulissen

des Schwäbischen Volkskunde museums Oberschönenfeld,

wo Ausstellungen überarbeitet werden – ein Wechsel der

Perspektive | www.schwaebisches-volkskundemuseum.de


VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2017

27.11. – 24.12. | Augsburger

Christkindlesmarkt | Weihnachtsmarkt,

Rathausplatz/Innenstadt

25.11. – 07.01.2018 | Orientalische Rundkrippe

| Botanischer Garten Augsburg,

Pflanzenwelt unter Glas

15.12. – 17.12. | Weihnachtsmarkt

Oberschönenfeld | Volkskundemuseum

Oberschönenfeld

24.11. – 23.12. | Weihnachtsinsel | Kleiner, charmanter

Weihnachtsmarkt für Kunsthandwerk im Hof vor dem

Zeughaus und im Brunnenhof | www.weihnachtsinsel.de

25.11. – 07.01.2018 | Orientalische Rundkrippe im

Botanischen Garten Augsburg | Weihnachtskrippe in

tropischer Umgebung – in der Pflanzenwelt unter Glas |

www.augsburg.de/botanischergarten

27.11. – 24.12. | Augsburger Christkindlesmarkt | Einer

der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands mit dem

Engelesspiel an der Rathausfassade und der Augsburger

Märchenstraße | www.augsburgerchristkindlesmarkt.com

30.11. – 30.12. | Winterglühen | Weihnachtsmarkt in

Gersthofen mit Programm für Groß und Klein sowie einer

großen Eislauffläche auf dem Rathausplatz und täglich

wechselndem Bühnenprogramm (nicht am 24. und 25.12.) |

www.winterglühen.de

01.12. – 23.12. | Christkindlmarkt Aichach | Stimmungsvoller

Weihnachtsmarkt in der Altstadt | www.aichach.de

02.12. – 03.12. und 09.12. – 10.12. | 13. Engerlmarkt | Ein

besonders idyllischer Weihnachtsmarkt vor der barocken

Kulisse des Klosters Thierhaupten, mit einer Ausstellung

im Inneren des Klosters | www.thierhaupten.de

03.12. – 06.01.2018 | Die Weihnachtskrippe im Zoo |

Exotische Krippe mit geschnitzten Tieren – im Löwenhaus |

www.zoo-augsburg.de

05.12. – 23.12. | „Friedberger Advent“ | Der Weihnachtsmarkt

in der barocken Altstadt ist einer der stimmungsvollsten

Bayerns. | www.friedberg.de

09.12. – 10.12. und 16.12. – 17.12. | Advents- und Handwerksmarkt

Holzen | Ein Weihnachtsmarkt mit nichtkommerziellem

Angebot im idyllischen Ambiente des

Nordhofs von Kloster Holzen. In der Klosterkirche findet

man das Holzener Christkind. | www.thierhaupten.de

15.12. – 17.12. | Weihnachtsmarkt Oberschönenfeld |

Der Weihnachtsmarkt im Klosterhof ist ein heißer Tipp. |

www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

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und moderne Veranstaltungsräume für bis zu 500 Personen.

Das Restaurant MAXIMILIAN’S lädt Sie zu Champagner-Frühstück, Sonntagsbrunch und internationalen sowie regionalen

Köstlichkeiten ein. Genießen Sie im Gourmet Restaurant Sartory auf Grundlage der französischen Küche

kulinarische Highlights und exquisite Weine. Ausgewählte Getränke und klassisches Bar-Food servieren wir Ihnen in

der Bar 3M.

Tauchen Sie ein in eine Oase der Ruhe: Im Day SPA Relax Max können Sie bei Wellness- und Beautyanwendungen

rundum entspannen.

Steigenberger Hotel Drei Mohren

Maximilianstraße 40 | 86150 Augsburg

Tel. +49 821 5036-0 | Fax. +49 821 5036-777

augsburg@steigenberger.de | www.augsburg.steigenberger.de

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