aerokurier 01/2017
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Deutschland € 5,50 / Schweiz sfr 10 / Österreich € 6,30 / Benelux € 6,40 / Finnland € 8,30 1/2<strong>01</strong>7<br />
DAS MAGAZIN FÜR PILOTEN<br />
www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />
Plus<br />
32 Seiten<br />
Maintenance<br />
Acclaim Ultra M20V<br />
MOONEYS<br />
<br />
Reise<br />
Mit der Piper über<br />
Scrapyards in den USA<br />
UPDATE<br />
IM REISE-UL VL3 ZUM<br />
ALPENFLUGTRAINING<br />
Streckenflug<br />
Unter Spaniens Sonne<br />
Praxis<br />
Tipps zum<br />
Winterfliegen<br />
Jubiläum<br />
50 Jahre<br />
Pilatus B4
digital<br />
Jetzt als<br />
E-Paper im<br />
Kombiabo<br />
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[ EDITORIAL Januar ]<br />
GANZE 60 JAHRE!<br />
Im April 1957 beginnt die Geschichte des vielseitigsten<br />
deutschsprachigen Magazins der Allgemeinen Luftfahrt.<br />
Zeit für einen Blick in die Historie – und in die Zukunft.<br />
60 Jahre <strong>aerokurier</strong> – das sind 60 Jahre engagierter Luftfahrtjournalismus<br />
und 60 Jahre erlebte und zum Teil mitgestaltete Luftfahrtgeschichte.<br />
Vieles hat sich weiterentwickelt, vor allem die Fluggeräte, aber<br />
auch Recht und Gesetz und nicht zuletzt die Gesellschaft haben sich<br />
verändert. Doch manche Dinge sind – zum Glück – noch immer gleich. So<br />
sind sich der <strong>aerokurier</strong> und die, die ihn gemacht haben und machen, in<br />
einem Punkt treu geblieben: der Vielfalt. Das Anliegen des Magazins war<br />
immer, die Luftfahrt in ihrer ganzen Breite abzubilden. Anfangs zählten<br />
dazu sogar noch die kommerzielle Luftfahrt sowie die Militärluftfahrt und<br />
die Raumfahrt. Heute, in Zeiten fortschreitender Spezialisierung, ist die<br />
General Aviation vom Motorflug über Ultraleicht- und Segelflug bis hin<br />
zur Business Aviation unser Metier. Das Wichtigste aus der Allgemeinen<br />
Luftfahrt zu berichten und hin und wieder über den Tellerrand zu blicken<br />
– das ist unser Anspruch. Und wir laden alle Leser herzlichst ein, den<br />
<strong>aerokurier</strong>, Ihren <strong>aerokurier</strong>, durch Anregungen, Ideen und sachliche<br />
Kritik mitzugestalten.<br />
Das Jubiläumsjahr wollen wir bei aller Aktualität aber auch nutzen,<br />
um in unserer eigenen Geschichte zu blättern. Von der vorliegenden<br />
Ausgabe 1 bis zur Ausgabe 7/2<strong>01</strong>7 werden wir aus jedem Jahrzehnt der<br />
<strong>aerokurier</strong>-Historie einen oder mehrere Artikel nachdrucken, die interessante<br />
Konzepte aus der Entwicklung der GA beleuchten – unabhängig<br />
davon, ob ihnen Erfolg beschieden war oder nicht. 718 Hefte aus sechs<br />
Jahrzehnten bieten dafür jedenfalls hinreichend Stoff! Unsere Jubiläumsausgabe<br />
im August 2<strong>01</strong>7 soll sich hingegen vorrangig der Zukunft der<br />
General Aviation widmen.<br />
Viel Spaß beim Lesen und allzeit gute Landungen!<br />
Lars Reinhold,<br />
Redaktionsleiter <strong>aerokurier</strong><br />
Diskutieren Sie mit! Wir freuen uns über eine E-Mail<br />
(redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de), ein Fax (+49 711 182-1781) oder einen<br />
Brief (Redaktion <strong>aerokurier</strong>, Leuschnerstr. 1, 7<strong>01</strong>74 Stuttgart) für<br />
unser Leserforum. Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Adresse und<br />
Telefonnummer für eventuelle Rückfragen anzugeben.<br />
Fotos: Lars Reinhold<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 3
88<br />
Motorfliegen<br />
6 Mooney M20 Acclaim Ultra<br />
Die texanische Flugzeugschmiede<br />
beweist mit der<br />
M20 Ultra, dass selbst kleine<br />
Veränderungen mitunter Großes<br />
bewirken können<br />
11 Mooney-Historie<br />
Einblicke in die Höhen und Tiefen<br />
der Flugzeugmarke mit dem<br />
„umgekehrten“ Seitenleitwerk<br />
Magazin<br />
20 DeLand-Messe<br />
Mit der Sports Aviation Showcase<br />
will die Gemeinde DeLand<br />
in Florida dem Flugzeugbau vor<br />
Ort Auftrieb verschaffen<br />
Rückblick auf<br />
die Zukunft<br />
23 Jubiläums-Serie<br />
718 Ausgaben umfasst das<br />
Archiv des <strong>aerokurier</strong>s. Grund<br />
genug, sich die alten Hefte<br />
einmal vorzunehmen und<br />
zu stöbern, über welche<br />
Innovationen wir im Laufe<br />
der Zeit berichtet haben.<br />
Inhalt Nr. 1 <br />
Januar 2<strong>01</strong>7 I 61. Jahrgang<br />
36<br />
4 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7<br />
<strong>aerokurier</strong> gibt es auch als E-Paper.<br />
Mehr Infos: www.<strong>aerokurier</strong>.de/epaper
Flying<br />
28 Scrapyard-Tour<br />
Sebastian Thoma besucht<br />
Flugzeugfriedhöfe in den USA<br />
– natürlich mit dem Flugzeug!<br />
UL/LSA<br />
36 Ultraleichtes Alpentraining<br />
Reisen sind das Metier der VL3.<br />
Bei einem Trip nach Südfrankreich<br />
zeigt sie ihre Qualitäten.<br />
Praxis<br />
75 Winterfliegen<br />
Mit unseren Tipps sind<br />
Piloten perfekt auf Flüge bei<br />
Minusgraden vorbereitet.<br />
79 Expertentipp<br />
Winterzeit ist Schrauberzeit. Aber<br />
was darf man eigentlich selbst?<br />
Segelfliegen<br />
80 Streckenflug in Spanien<br />
Tausender im Dutzend – Spanien<br />
lockt Segelfieger mit perfekten<br />
Wetterbedingungen<br />
86 Grand Prix<br />
Holger Karow machte beim<br />
Finale in Südafrika den Sack zu<br />
88 Idaflieg-Sommertreffen<br />
Drei Wochen stand auf dem<br />
Flugplatz Aalen-Elchingen alles<br />
im Zeichen der Forschung<br />
93 WM-Vorschau<br />
Was die WM 1987 über die<br />
Meisterschaft 2<strong>01</strong>7 verrät<br />
Titelthemen<br />
im Abo<br />
Coupons auf S. 7 und Special S. 28<br />
Porträt<br />
112 Ingo Herbst<br />
Vor genau 50 Jahren<br />
gehörte der Ingenieur<br />
zum Konstruktionsteam<br />
für die Pilatus B4<br />
Rubriken<br />
3 Editorial<br />
16 News<br />
42 Dr. Spornrad<br />
94 <strong>aerokurier</strong>-Markt<br />
103 Jobbörse<br />
111 Termine<br />
111 Impressum<br />
114 Vorschau<br />
80<br />
Maintenance Special<br />
4 Reverse Engineering<br />
Die Neuanfertigung von historischen<br />
Ersatzteilen nach Plänen oder Vorlagen<br />
wird mit neuen Technologien möglich<br />
und vor allem bezahlbar<br />
10 Beruf Fluggerätmechaniker<br />
Der <strong>aerokurier</strong> schaut einem Fachmann für<br />
die Flugzeugwartung über die Schulter<br />
14 Aircraft Ambulance<br />
Wenn auf einem Fly-in ein<br />
Flugzeug technische<br />
Probleme hat, ist Mirko<br />
Fahlbusch zur Stelle<br />
20 Branchen-Guide 2<strong>01</strong>7<br />
Maintenance-Betriebe in<br />
Deutschland, Österreich<br />
und der Schweiz<br />
28<br />
20<br />
Titelfotos: Alexandros Mitropoulos, Mooney, Holger Weitzel<br />
Fotos: Marino Boric, Idaflieg, Frank Martini, Sebastian Thoma, Holger Weitzel<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 5
[ MOTORFLIEGEN Pilot Report ]<br />
Mooney Acclaim Ultra M20V<br />
GANZ FEINES<br />
„Evolution statt Revolution“ lautet bei<br />
Mooneys neuer Acclaim die Devise.<br />
<strong>aerokurier</strong>-Autor David Kromka zeigt sich<br />
überrascht, welch großen Unterschied<br />
selbst kleine Veränderungen bewirken.<br />
6 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
TUNING<br />
AUTOR: David Kromka<br />
FOTOS: David Kromka, Mooney<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 7
[ MOTORFLIEGEN Pilot Report ]<br />
Understatement pur: Der<br />
klassischen Mooney-<br />
Form bleibt man auch<br />
beim jüngsten Wurf treu.<br />
Die Speedbrakes sorgen<br />
entweder für 500 Fuß<br />
stärkeres Sinken oder für<br />
20 Knoten weniger Speed.<br />
K<br />
lassisch sieht sie aus, die<br />
neue Acclaim Ultra. Zumindest<br />
äußerlich kann man<br />
nicht von einem ultramodernen<br />
Flugzeug sprechen, denn die markanten<br />
Mooney-Linien haben sich<br />
seit Jahrzehnten nicht verändert. So<br />
mögen es die „Mooniacs“: bloß keine<br />
Experimente! Evolution statt Revolution<br />
ist angesagt, wenn neue Modelle<br />
entstehen.<br />
Nach dem unfreiwilligen Dornröschenschlaf<br />
war Mooney gegenüber<br />
den Konkurrenten aus der High-<br />
Performance-Liga ins Hintertreffen<br />
geraten. Zwar wurde der texanische<br />
Renner nicht vom Thron der schnellsten<br />
Serien-Einmot mit Kolbenmotor<br />
gestoßen, doch beim Thema Ergonomie<br />
und Interieur gab es massiven<br />
Nachholbedarf. Dieses Themas haben<br />
sich die Entwickler in den vergangenen<br />
zwei Jahren angenommen. Herausgekommen<br />
ist dabei eine Mooney<br />
für das 21. Jahrhundert. Komfort und<br />
Design spielen bei hochpreisigen<br />
Reiseflugzeugen eine immer größere<br />
Rolle, weswegen die größten Veränderungen<br />
auch hier ansetzen.<br />
Schnittige Linien hatten Mooneys<br />
schon immer, und die N240CV ist da<br />
keine Ausnahme. In der grau-roten<br />
Perleffekt-Lackierung mit schwarzem<br />
Konturstreifen glänzt die Maschine<br />
unter der brütenden texanischen<br />
Sonne. Da es sich bei der ersten Ultra<br />
um den Flieger handelt, mit dem<br />
auch die Zulassung geflogen wurde,<br />
ist keine Klimaanlage installiert. Diese<br />
ist weiterhin gegen Aufpreis erhältlich,<br />
und weit mehr als die Hälfte<br />
aller Acclaims wird damit ausgeliefert,<br />
wie Verkaufsdirektor Dirk<br />
Vanderzee erläutert. Es wird also heiß<br />
werden beim Testflug vom Louis<br />
Schreiner Field in Kerrville, am Boden<br />
zumindest auch klimatisch.<br />
Werkspilot Luis Acosta wird mich<br />
begleiten. Es geht gleich ungewohnt<br />
los mit dem Einstieg von zwei Seiten.<br />
Vorbei die Zeiten der Boarding-Choreografie:<br />
Pilot, Passagier hinten links,<br />
Passagier hinten rechts, Copilot – in<br />
der Ultra gibt es nun beidseitig Türen.<br />
Größer sind sie auch geworden, rund<br />
zehn Zentimeter weiter ist die Öffnung.<br />
Da der Pilot nicht mehr von rechts<br />
nach links rutschen muss, wurde Platz<br />
geschaffen für eine veritable Mittelkonsole.<br />
Das Garmin G1000 kann jetzt<br />
über ein Bedienpanel in der Mitte des<br />
Cockpits angesteuert werden. Die<br />
Bedienung ist dadurch einfacher, und<br />
die Programmierung geht dem Piloten<br />
schneller von der Hand. Zusammen<br />
mit den neu gestalteten Knöpfen im<br />
Industrial-Design ergibt sich ein wertiger<br />
Eindruck, fast wie in einem<br />
kleinen Business Jet.<br />
Die Qualität der Sitze aus edlem<br />
Leder ist über jeden Zweifel erhaben,<br />
wenngleich mir persönlich gerade bei<br />
hohen Temperaturen Sitzflächen aus<br />
Stoff lieber sind. Die Passagiere im<br />
Fond sitzen auf getrennten und gut<br />
konturierten Fauteuils, vorne gibt es<br />
nun auch die unvermeidlichen Becherhalter<br />
für den Coffee-to-fly.<br />
Die Before-Start-Checkliste birgt<br />
keine Überraschungen: Der Continental<br />
TSIO-550-G wird für rund drei<br />
Sekunden geprimt und springt dann<br />
problemlos an. Die großen Garmin-<br />
Bildschirme erlauben zusammen mit<br />
den neuen Vernier-Kabelzügen ein<br />
sehr präzises Einstellen der Motorleistung.<br />
Obwohl die Ultra mit gut<br />
1500 Kilogramm MTOW kein Leichtgewicht<br />
ist, lässt sie sich am Boden<br />
einfach dirigieren. Die hydraulischen<br />
Bremsen sprechen gut an, es ist nur<br />
wenig Motorleistung zum Rollen mit<br />
dem steuerbaren Bugrad erforderlich.<br />
Ganz konventionell erfolgt der<br />
Before-Takeoff-Check, der aus Magnetprobe,<br />
Propellerverstellung und<br />
8 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ 1 ]<br />
[ 1 ] Edle und moderne Kommandozentrale: Dank der Türen auf beiden Seiten muss<br />
der Pilot nicht mehr durchrutschen. Deshalb gibt es in der Mittelkonsole Platz für<br />
Bedienknöpfe des Garmin G1000. Die Steuerhörner sind mit braunem und schwarzem<br />
Leder überzogen und liegen gut in der Hand. [ 2 ] Schön schnittig: Auch aus der<br />
Vogelperspektive macht Mooneys neuer Renner eine gute Figur.<br />
[ 2 ]<br />
Alternator-Test besteht. Um die 280<br />
PS beim anfänglichen Steigflug besser<br />
zu handhaben, sieht die Checkliste<br />
das Setzen der elektrischen<br />
Seitenrudertrimmung fast auf Vollausschlag<br />
rechts vor. Dies macht sich<br />
in nur geringen Ruderdrücken im<br />
Climb-out später positiv bemerkbar,<br />
gerade wenn es in größere Höhen<br />
gehen soll. Mit zehn Grad Klappen<br />
geht es auf die Startbahn. Langsam,<br />
aber kontinuierlich erhöhe<br />
ich die Leistung,<br />
bis schließlich 2500<br />
Umdrehungen und 33,5<br />
Inch Ladedruck anliegen:<br />
takeoff power-set. Gewaltig<br />
schiebt die Ultra nach vorne, schnell<br />
sind 60 Knoten passiert, und es ist<br />
Zeit zum Rotieren. Erstaunlich einfach<br />
geht die Maschine in die Luft, und<br />
ich spüre sofort das Feedback der<br />
Steuerstangen. Diese direkte Rückkopplung<br />
von den Steuerflächen gefällt<br />
mir bei der Acclaim genauso wie<br />
bei meiner wesentlich älteren Turbo<br />
Mooney 252 aus dem Jahre 1986. Auch<br />
wenn 30 Jahre zwischen beiden liegen:<br />
Die Ultra fliegt wie eine klassische<br />
Mooney, direkt und stabil.<br />
Die Acclaim ist turbo-normalized,<br />
die 280 PS liegen bis zur maximalen<br />
Flughöhe von FL 250 an. Entsprechend<br />
kraftvoll geht es mit dem Neun-Liter-<br />
Triebwerk nach oben: Kurz nach dem<br />
Einziehen des Fahrwerks passieren<br />
wir die 100-Knoten-Grenze und fahren<br />
die Klappen ein. Bestes Steigen<br />
ist bei 104 KIAS, doch ich beschleunige<br />
die Acclaim direkt auf 120 Knoten.<br />
Es ist charakteristisch für Flugzeuge<br />
mit laminaren Hochgeschwindigkeitsprofilen,<br />
dass sie auch bei<br />
DAS TRIEBWERK BRINGT SEINE<br />
280 PS DANK TURBO BIS FL 250<br />
Geschwindigkeiten etwas über VY<br />
noch sehr gut steigen. Über 1200 ft/<br />
min liegen am Vario an, dabei genehmigt<br />
sich die Ultra gut 30 US-Gallonen<br />
pro Stunde. Sprit ist günstig in den<br />
USA, sodass amerikanische Piloten<br />
meist rich of peak und mit Full Power<br />
fliegen. Wer es sparsamer mag,<br />
wählt einen Economy Climb: Die<br />
Leistung wird auf gut 30 Inch reduziert,<br />
das Gemisch verarmt, und bei<br />
nunmehr 23 Gallonen liegen immer<br />
noch 1000 ft/min an.<br />
Die hohen Steigraten helfen nicht<br />
nur beim raschen Aufsuchen größerer<br />
Flughöhen, in denen der Turbo<br />
seine Wirkung voll entfalten kann.<br />
Sie sorgen auch dafür, Bereiche mit<br />
Vereisung schnell zu verlassen oder<br />
zu durchsteigen. Nach Vanderzees<br />
Auskunft werden nur 20 Prozent aller<br />
Acclaims in den Staaten mit TKS-<br />
Flüssigenteisungsanlage verkauft, in<br />
Europa dürfte es genau umgekehrt<br />
sein. Mit Ausnahme der Rocky Mountains<br />
sei dies einfach nicht erforderlich,<br />
und das Mooney-Profil setze<br />
ohnehin nicht so schnell<br />
Eis an. Um dann in den<br />
eisfreien, weil zu kalten<br />
Höhen sicher und<br />
schnell fliegen zu können,<br />
ist die Acclaim serienmäßig mit<br />
einer Sauerstoffanlage ausgerüstet,<br />
bei ihrem Schwestermodell Ovation<br />
ist diese ein Extra.<br />
Wir setzen also die Kanülen auf<br />
und steigen bis an die Grenze des<br />
amerikanischen VFR-Luftraums: hinauf<br />
bis 18 000 Fuß. Dort levele ich<br />
die Maschine mit maximaler Reiseleistung<br />
aus: Bei 22 Gallonen liegen<br />
230 Knoten TAS an, die beworbenen<br />
242 Knoten in FL 250 scheinen zum<br />
Greifen nah. Bei Economy Cruise in<br />
12 500 Fuß sind es 16 Gallonen mit<br />
immer noch 190 Knoten. Ich reduziere<br />
die Leistung, um bei Manöverge-<br />
Aerodynamik bis in<br />
die Spitzen: Die Enden<br />
der Tragflächen sind<br />
strömungsgünstig geformt.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 9
[ MOTORFLIEGEN Pilot Report ]<br />
[ 1 ] [ 2 ]<br />
Daten Mooney Acclaim Ultra M20V<br />
Hersteller: Mooney International Corporation Verwendung: Reiseflugzeug<br />
Sitzplätze: 4 Bauweise: Metall-Composite-Gemischtbauweise<br />
[ 1 ] In den Genuss, die<br />
schicken Türhebel zu<br />
benutzen ... [ 2 ] ... kommt<br />
jetzt auch der Pilot, denn<br />
die Ultra hat auf beiden<br />
Seiten Türen.<br />
[ 3 ] Entspanntes Reisen<br />
in großen Höhen – dafür<br />
ist die Mooney gemacht.<br />
Fazit<br />
• gutes Langsamflugverhalten<br />
• kurze Startstrecke<br />
• bequemer Einstieg<br />
• bärenstarker Turbomotor<br />
• hoher Preis<br />
• hoher Kraftstoffverbrauch<br />
• wenige Werkstätten in Europa<br />
[ 3 ]<br />
Antrieb<br />
HerstellerContinental<br />
Art Sechszylinder-Boxermotor<br />
TypTSIO-550-G<br />
maximale Leistung<br />
bei 2500 rpm 280 PS/206 kW<br />
Propeller<br />
HerstellerHartzell<br />
TypPHC-J3YF-1RF<br />
Abmessungen<br />
Länge<br />
Spannweite<br />
schwindigkeit ein wenig Airwork zu<br />
betreiben: Sie Steep-Turns mit 60<br />
Grad Querneigung gelingen dank<br />
direktem Stangenfeedback auf Anhieb<br />
gut. Ich reduziere weiter und bereite<br />
mich auf einen Slow-Flight und eine<br />
Approach-to-Stall-Reihe vor: Ich bin<br />
überrascht, wie wenig schwammig<br />
die Steuerwirkung sowohl bei Clean<br />
als auch Approach Stalls ist. 63 und<br />
58 Knoten sind die Geschwindigkeiten,<br />
bei denen einem die Ultra mitteilt,<br />
dass sie nicht mehr fliegen will.<br />
Mit leichter Leistungszufuhr lassen<br />
sich die Manöver praktisch ohne<br />
Höhenverlust ausleiten.<br />
Schnell fasst<br />
man Vertrauen zur<br />
Ultra, und das Garmin-G1000-Cockpit<br />
erweist sich als genialer<br />
Flugbegleiter.<br />
Besonders das Motormanagement<br />
mit<br />
der Autolean-Funktion<br />
gefällt mir auf<br />
Anhieb.<br />
Nachdem wir genug<br />
Höhenluft geschnuppert<br />
haben, ist es Zeit für<br />
Anflüge. Um Zeit zu sparen, nutzen<br />
wir die serienmäßigen Speedbrakes<br />
für einen schnellen Abstieg. Die kleinen<br />
Luftbremsen werden elektrisch<br />
betrieben und sorgen entweder für<br />
500 Fuß stärkeres Sinken oder für 20<br />
Knoten weniger Speed.<br />
Luis wählt den WAAS-Anflug auf<br />
die 17 in Horseshoe Bay vor, der uns<br />
direkt über den künstlichen See im<br />
Texas Hill Country führt. Um Höhe<br />
abzubauen, fahren wir das Fahrwerk<br />
direkt unterhalb 140 Knoten und sinken<br />
dann mit mehr als 1000 ft/min<br />
auf ein Fünf-Meilen-Endteil. Die Klappen<br />
werden unterhalb 110 Knoten<br />
sukzessive gefahren, aufgrund des<br />
geringen Gewichts und der langen<br />
Runway entscheide ich mich nur für<br />
die halbe Stellung. Irgendwie habe<br />
ich den Eindruck, ein deutlich schwereres<br />
und demzufolge schnelleres<br />
Flugzeug als meine M20K zu pilotieren,<br />
weswegen ich von der eisernen<br />
Mooney-Weisheit der passenden Speed<br />
etwas nach oben abweiche. Mit 85<br />
Knoten schwebt die Ultra dann bei<br />
der texanischen Mittagshitze aber<br />
8,13 m<br />
11,00 m<br />
Flügelfläche 16,25 m²<br />
Massen und Mengen<br />
Leermasse<br />
Nutzlast<br />
Maximalmasse<br />
Tankinhalt<br />
1085 kg<br />
454 kg<br />
1528 kg<br />
386 l<br />
Flugleistungen<br />
Startrollstrecke<br />
640 m<br />
bestes Steigen 1375 ft/min<br />
Reisegeschwindigkeit (eco) 190 KTAS<br />
V NE <br />
195 KIAS<br />
Reichweite<br />
1100 NM<br />
noch eine gefühlte Ewigkeit über die<br />
Bahn. Schließlich setzt sie sich hin,<br />
und wir starten zu einer Platzrunde<br />
durch.<br />
Die Handhabung im Pattern ist<br />
konventionell: Wie alle Mooneys beschleunigt<br />
die Ultra rasch, wenn die<br />
Leistung nicht stark reduziert wird.<br />
Wer allerdings genügend vorausplant,<br />
der hat seine wahre Freude am Handling<br />
dieses kleinen Fighters. Schön<br />
stabil liegt die Acclaim in der Luft<br />
und entlastet den Piloten in dieser<br />
herausfordernden Flugphase. Entgegen<br />
dem Hinweis meines Copiloten<br />
fahre ich die Speedbrakes zur Landung<br />
nicht aus, sie sind nur oberhalb 100<br />
Knoten wirklich effektiv.<br />
Diesmal sind es nur zwei Menschen<br />
ohne Gepäck, die auf dem Horseshoe<br />
Bay Airport dieser Speed Machine<br />
entsteigen. Für zwei weitere Fluggäste<br />
oder genügend Gepäck wäre<br />
problemlos Platz gewesen. Der Abschied<br />
von der Acclaim Ultra fällt mir<br />
nicht leicht, und es zeigt sich wieder,<br />
dass auch kleine Veränderungen einen<br />
großen Unterschied machen<br />
können.<br />
ae<br />
10 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />
Mooney im Wandel der Zeit<br />
Stehauf-Marke<br />
Gerade mal sieben Mitarbeiter<br />
kümmerten sich, so gut es eben<br />
ging, um die Ersatzteilversorgung<br />
für die weltweite Mooney-Flotte.<br />
Damit hielten sie den Geist der<br />
Marke am Leben, bis ein Investor<br />
aus Taiwan dem Unternehmen<br />
neues Leben einhauchte.<br />
Für Fans der Marke dürfte dies<br />
einem Déjà-vu gleichkommen. Wie<br />
kaum ein anderer Flugzeughersteller<br />
erfuhr die Firma in den Jahren<br />
ihres Bestehens zahlreiche Besitzer-<br />
und Strategiewechsel. Und<br />
blieb dennoch einem treu: der<br />
Liebe zu Geschwindigkeit, Wirt<strong>aerokurier</strong>-Autor<br />
David Kromka, Präsident des<br />
europäischen Mooney-Clubs EMPOA, spürt<br />
der Historie seiner Lieblingsmarke nach – und<br />
taucht dabei in die Luftfahrtgeschichte ein.<br />
Aus der einstigen<br />
Holzkonstruktion<br />
wurde im Laufe<br />
der Zeit ein<br />
Ganzmetallflugzeug<br />
– das<br />
bedeutete eine<br />
erhebliche<br />
Umstellung in der<br />
Produktion.<br />
Fotos: David Kromka, Mooney<br />
Wer an einem Sommertag<br />
des Jahres 2<strong>01</strong>6 die<br />
Werkshallen der Firma<br />
Mooney in Kerrville betritt, der<br />
sieht eine gut organisierte Flugzeugfabrik.<br />
An vielen Stationen<br />
wird an den Ganzmetall-Tiefdeckern<br />
gearbeitet, bis die Acclaim- und<br />
Ovation-Modelle zur Endkontrolle<br />
gelangen, hinausgerollt werden<br />
unter den blauen texanischen<br />
Himmel und kurz darauf zum ersten<br />
Mal abheben. Der Besucher<br />
kann sich kaum vorstellen, dass<br />
diese Fabrik bis vor zwei Jahren<br />
in einer Art Dornröschenschlaf lag.<br />
Blick ins Mooney-<br />
Werk anno 1977:<br />
Hier warten<br />
Flugzeuge vom<br />
Typ M20J auf die<br />
Endkontrolle.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 11
[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />
Produktionsdirektor<br />
Rodney Long ist<br />
sichtlich stolz auf die<br />
eigene GFK-Fertigung<br />
im Werk Kerrville.<br />
Auf speziellen Wagen<br />
werden die Rumpfskelette<br />
von Arbeitsstation<br />
zu Arbeitsstation<br />
gerollt.<br />
Das „umgedrehte“ Seitenleitwerk<br />
ist die Mooney-<br />
Insignie schlechthin.<br />
schaftlichkeit und einem gewissen<br />
Anderssein. Ausdruck davon ist<br />
schon das „umgedrehte“ Seitenleitwerk,<br />
an dem Mooney-Flugzeuge<br />
überall zu erkennen sind. Die<br />
Idee geht auf den Begründer der<br />
Marke, Al Mooney, zurück. Der fand<br />
heraus, dass die konventionellen<br />
Trimmruder wahre Leistungsfresser<br />
sind. Durch die kleinen Steuerflächen<br />
wird zusätzlicher Widerstand<br />
kreiert, und auf den wollte<br />
Al Mooney natürlich verzichten.<br />
Also ließ er sie einfach weg, indem<br />
er das gesamte Leitwerk beweglich<br />
aufhängte. Dieser Ansatz hat sich<br />
bis heute bewährt, von größeren<br />
Problemen ist nichts bekannt.<br />
Überhaupt machte der Mann<br />
aus Colorado einiges anders, als<br />
man es von einem Flugzeugkonstrukteur<br />
gewohnt ist. 1906 in<br />
Denver geboren, eignete er sich<br />
Wissen über Flugzeugtechnik mit<br />
Büchern aus der Stadtbibliothek<br />
weitgehend selbst an. Mit 19 Jahren<br />
fand er seinen ersten Job als<br />
Flugzeugbauer. Gemeinsam mit<br />
seinem Bruder Art wollte er mehr:<br />
Die Firma mit dem Namen Mooney<br />
gründeten die zwei, als Al 23 war.<br />
Die Brüder zogen von einem Flugplatz<br />
zum nächsten und wirkten<br />
an Projekten mit, deren Namen<br />
mitunter noch heute bekannt sind:<br />
Bellanca und Culver Cadet. Letztere<br />
flog gar als ferngesteuerte<br />
Drohne.<br />
Der Durchbruch kam nach dem<br />
Krieg. 1953 zog Al Mooney nach<br />
Kerrville in Texas um – angelockt<br />
von einem 90-Jahre-Erbpachtvertrag<br />
für einen Dollar pro Jahr und<br />
hart arbeitenden Facharbeitern<br />
deutscher Herkunft. Im selben Jahr<br />
rollte bereits der Prototyp seines<br />
erfolgreichsten Modells aus den<br />
Werkhallen, die M20. Doch der Tod<br />
seines wichtigsten Geldgebers und<br />
Streitigkeiten mit dessen Erben<br />
führten zur Insolvenz.<br />
Vielleicht war Al Mooney einfach<br />
nur müde, als er das Unternehmen<br />
an eine reiche texanische Familie<br />
verkaufte, die sich verpflichtete,<br />
den Betrieb weiterzuführen. Gemeinsam<br />
mit seinem Bruder entschied<br />
er sich für ein Angestelltenleben<br />
bei Lockheed in Georgia,<br />
wo er bis zur Rente arbeitete. Die<br />
Texas-Connection hingegen gab<br />
erstaunlicherweise Vollgas. Trotz<br />
hoher Anlaufkosten gelang es im<br />
Jahr 1957, bereits 105 Maschinen<br />
abzusetzen. Mooney konzentrierte<br />
sich ausschließlich auf den neuen<br />
Viersitzer, der von der Presse<br />
anfänglich gar nicht bejubelt wurde.<br />
Langsam sprach sich jedoch<br />
herum, welch wirtschaftliches<br />
Gerät dort in Texas Hill Country<br />
gebaut wurde. Mit einem 150-PS-<br />
O-320-Motor von Lycoming wurden<br />
170 Meilen pro Stunde erreicht,<br />
das war ein neuer Rekord. Von der<br />
neuen Version Mark 20A mit dem<br />
180 PS starken O-360-Motor wurden<br />
1959 unglaubliche 231 Stück<br />
abgesetzt.<br />
Kreative Entwürfe bis<br />
hin zur Zweimot<br />
Der Erfolg machte Appetit auf<br />
mehr, und so versuchte sich das<br />
Unternehmen an einem zweimotorigen<br />
Entwurf, der M22. Der<br />
Prototyp mit zwei O-360-Lycoming-<br />
Motoren hob zwar ab, doch wurde<br />
er zugunsten einer Ausweitung<br />
der Einmot-Fertigung fallengelassen.<br />
Anfang der 60er Jahre ging<br />
Mooney von der Holz- zur Metallfertigung<br />
über. Chefdesigner<br />
Ralph Harmon managte diesen<br />
Übergang. Zwar ist das Gerücht,<br />
er hätte eines Nachts eine Holz-<br />
Mooney einfach zersägt, inzwischen<br />
widerlegt, doch einfach war der<br />
Werkstoffwechsel nicht. Dennoch<br />
meisterte man ihn mit Bravour:<br />
Bereits 1961 wurden 222 Metall-<br />
Mooneys verkauft, und 1962 lief<br />
die Mark 21 M20C insgesamt 336-<br />
mal vom Band: ein neuer Rekord.<br />
Ein Jahr später wurde dieser mit<br />
366 Maschinen und dem neuen<br />
200-PS-Einspritzmotor wiederum<br />
übertroffen. Drei Jahre später waren<br />
es 760 ausgelieferte Flieger.<br />
Weniger Erfolg war dem Hersteller<br />
jedoch mit einem anderen<br />
Typ beschieden, der heute zu den<br />
absoluten fliegenden Raritäten<br />
gehört. Die Mooney M22 Mustang<br />
sollte die erste High-Performance-<br />
Kolben-Einmot mit Druckkabine<br />
sein. Nur 29 Exemplare wurden<br />
zwischen 1966 und 1970 hergestellt.<br />
Die Mustang mutet wie eine aufgeblasene<br />
M20 an und hatte von<br />
Anfang an mehr als nur Schönheitsprobleme:<br />
Wegen der schwergängigen<br />
Steuerung ist sie nicht agil,<br />
und zur schlechten Sicht kam das<br />
Fehlen einer einfach zu bedienenden<br />
Kabinendrucksteuerung hinzu.<br />
Wenn er mal auf Höhe ist, dann<br />
geht der Flieger schnell, doch mit<br />
den später eingeführten Cessna<br />
P210 und Piper Malibu konnte er<br />
nicht konkurrieren.<br />
12 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Mooney-Besitzer<br />
schätzen ganz<br />
besonders den<br />
robusten Flügel<br />
mit einem<br />
durchgehenden<br />
Holm.<br />
Eine M20V ist<br />
an einer der letzten<br />
Arbeitsstationen<br />
angekommen und<br />
bereit für die Endkontrolle.<br />
Bald wird sie zum<br />
ersten Mal abheben.<br />
So sah sich Mooney selbst:<br />
viel Power, nur mit vereinten<br />
Kräften zu zügeln.<br />
Fotos: David Kromka, Mooney<br />
Zeitgleich probte Mooney seinen<br />
ersten Ausflug ins Turboprop-<br />
Geschäft – als Co-Partner bei der<br />
Mitsubishi MU-2. Auch dies brachte<br />
kein Glück. Der schwache Markt<br />
in der General Aviation und finanzielle<br />
Unregelmäßigkeiten führten<br />
Anfang der 70er zu einer Krise und<br />
einem Produktionseinbruch. Neue<br />
Modelle sollten helfen: Chaparral,<br />
Ranger, Executive und Statesman<br />
gehören bis heute zu den Mooney-<br />
Klassikern. Doch auch die Übernahme<br />
durch den Hersteller der<br />
später von Piper produzierten<br />
Aerostar-Zweimots konnte Mooney<br />
nicht retten: 1971 wurde das Werk<br />
geschlossen, 25 Mitarbeiter verblieben<br />
für die Ersatzteilversorgung.<br />
Im Januar 1974 begann ein<br />
neues Kapitel für Mooney, als der<br />
Industriekonzern Republic Steel<br />
aus Ohio den Flugzeughersteller<br />
übernahm. Zwar hatten die Jungs<br />
Bei Mooney<br />
arbeiten nicht nur<br />
Cowboys, auch<br />
Cowgirls sind in<br />
der Produktion<br />
am Stammsitz<br />
beschäftigt.<br />
Auch bei der<br />
Fertigung der<br />
Kabelbäume ist<br />
Handarbeit<br />
angesagt. Nur so<br />
können individuelle<br />
Wünsche der<br />
Käufer berücksichtigt<br />
werden.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 13
[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />
Die Detailaufnahme<br />
der nicht komplett<br />
beplankten Tragfläche<br />
zeigt den<br />
kräftigen Holm,<br />
den viele Mooney-<br />
Piloten mit einer<br />
Eisenbahnschiene<br />
vergleichen.<br />
Die M2<strong>01</strong> war<br />
eine aerodynamisch<br />
optimierte<br />
Variante der M20<br />
– die Bezeichnung<br />
bekam sie, weil<br />
sie bis zu 2<strong>01</strong><br />
Meilen pro<br />
Stunde erreichte.<br />
men auf einen robusten Wachstumspfad.<br />
Die Porsche-Mooney mit<br />
einem 911er-Automotor war ihrer<br />
Zeit wahrscheinlich voraus, und<br />
die wieder aufgekommene Idee<br />
einer Mooney mit Druckkabine<br />
führte schließlich zur TBM700 von<br />
Aerospatiale: Das M steht übrigens<br />
für Mooney.<br />
Die Franzosen haben einiges<br />
bewegt in Texas. Ende der 80er<br />
wurde die TLS eingeführt, die erste<br />
Mooney mit Big-Block-Lycoming-<br />
Triebwerk und langer Zelle. Darauf<br />
basierend kam in den 90ern die<br />
Ovation, die heute eine große Fangemeinde<br />
versammelt. 1997 endete<br />
das europäische Engagement,<br />
und amerikanische Investoren<br />
übernahmen erneut das Ruder. Sie<br />
sorgten mit der Acclaim Anfang<br />
des Jahrtausends für einen neuen<br />
aus Cleveland keine Ahnung von<br />
Flugzeugen, aber dafür jede Menge<br />
Managementerfahrung. Sie<br />
holten einen Mix aus alten Hasen<br />
und jungen Ingenieuren, und bereits<br />
1975 wurden wieder 186<br />
Mooneys abgesetzt, ein Jahr später<br />
mehr als doppelt so viele. Dies<br />
war auch die Zeit von Roy LoPresti,<br />
der als Leiter der Entwicklung<br />
mehr als ein Jahrzehnt lang das<br />
verkörperte, wofür Mooney immer<br />
stand: Speed. LoPresti erfand die<br />
Mooney 2<strong>01</strong> – bis heute Rückgrat<br />
und Grundmodell der Flotte. Während<br />
die Stahljungs aus Ohio mehr<br />
PS einbauen wollten, realisierte<br />
der Konstrukteur Dutzende kleiner<br />
aerodynamischer Verbesserungen<br />
und kam zum gleichen Ergebnis.<br />
Basierend auf diesem Entwurf<br />
kam 1979 die M20K 231 auf den<br />
Markt, die erste Turbo-Mooney.<br />
Anfangs wegen ihrer Kühlluftprobleme<br />
berüchtigt, fand sie jede<br />
Menge Fans im Geschwindigkeitsrausch.<br />
Übertroffen wurde sie nur<br />
vom Nachfolgemodell 252, das aus<br />
Marketinggründen gar für FL 280<br />
zugelassen wurde: bis heute Weltrekord<br />
für eine Kolben-Einmot<br />
ohne Druckkabine. Zwischenzeitlich<br />
engagierten sich auch Franzosen<br />
im Hill Country: Der Pariser<br />
Flugzeughändler Alexandre Couvelaire<br />
übernahm das Steuer 1984<br />
gemeinsam mit amerikanischen<br />
Partnern und führte das Unterneh-<br />
Geschwindigkeitsrekord, der bis<br />
heute ungebrochen ist. Zunehmende<br />
Konkurrenz und Nachfrageprobleme<br />
führten dennoch dazu, dass<br />
Mooney im Zuge der Finanzkrise<br />
Ende 2008 in eine Art Dauerschlaf<br />
verfiel: Den meisten Mitarbeitern<br />
wurden gekündigt, nur sieben<br />
hielten den Laden am Laufen – bis<br />
der neue Investor kam ... ae<br />
David Kromka<br />
Fotos: David Kromka, Mooney<br />
14 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Fliegende<br />
Legenden<br />
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<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 15
[ NEWS ]<br />
UL-Helikopter<br />
WEG FREI ZUR ZULASSUNG<br />
Mit der jüngst beschlossenen „Verordnung zur Änderung luftrechtlicher Bestimmungen zur<br />
Berücksichtigung von aerodynamisch gesteuerten Ultraleichthubschraubern“ rückt die Zulassung<br />
für UL-Helikopter in greifbare Nähe. Lange haben sich DAeC und DULV beim BMVI für ein Erprobungsprogramm<br />
eingesetzt. Seit 2<strong>01</strong>3 entwickelt man Lufttüchtigkeitsanforderungen sowie Bestimmungen<br />
für den Flugbetrieb und die Ausbildung. Das Gesetzgebungsverfahren, in dem Vereine,<br />
Behörden und Ministerien ihre Meinung einbringen konnten, läuft seit Juli 2<strong>01</strong>6. DAeC und<br />
DULV waren mit dem LBA seit Februar bei den Lufttüchtigkeitsanforderungen in der Feinabstimmung.<br />
„Im April ist die AERO, bis dahin sollten alle Voraussetzungen geschaffen sein“, sagt Frank<br />
Einführer, Leiter des Luftsportgeräte-Büros beim DAeC. Auch die technischen Rahmenbedingungen<br />
sind noch nicht entschieden: Aktuell sind zwei Sitzplätze und eine Abflugmasse von 450 Kilogramm<br />
vorgesehen. „Allerdings gibt es ja die Bestrebung, 600 Kilogramm bei ULs möglich zu<br />
machen. Und da es dabei ja auch darum geht, das Gewichtslimit-Wirrwarr in der Klasse zu beseitigen,<br />
wüsste ich nicht, warum Hubschrauber davon ausgenommen sein sollten“, so Einführer.<br />
Die Avionikspezialisten von Garmin<br />
arbeiten an einem neuen G5000-<br />
System für die Business-Jet-<br />
Muster Citation Excel und Citation<br />
XLS. Der avisierte Verkaufsstart<br />
der maßgeschneiderten Avionikeinheit<br />
ist für das vierte Quartal<br />
2<strong>01</strong>8 vorgesehen. Das System<br />
besitzt viele neue Features: Es<br />
bietet beispielsweise drei hochauflösende<br />
14-Zoll-Bildschirme mit<br />
Touchscreen, die mit unterschiedlichsten<br />
Anzeigen belegt werden<br />
können. Der Autopilot des G5000<br />
(AFCS) unterstützt WAAS/SBAS<br />
für Anflüge, eine vertikale Navigation,<br />
Flug höhenänderungen (FLC)<br />
und Underspeed Protection (USP).<br />
Ein weiteres nützliches Sicherheits-feature:<br />
Mit dem Emergency<br />
Descent Mode erhalten Citation<br />
Excel und XLS die Fähigkeit, im<br />
Notfall bei plötzlich auftretendem<br />
Druckabfall automatisch wieder<br />
auf eine ungefährliche Flughöhe<br />
zu sinken. Die STC-Zertifizierung<br />
durch die amerikanischen Behörden<br />
wird für das Jahresende<br />
2<strong>01</strong>8 erwartet. Danach soll der<br />
weltweite Verkauf erfolgen.<br />
Phenom 100 EV<br />
TESTPROGRAMM VERLÄUFT NACH PLAN<br />
Mehr als 100 Flugstunden absolvierte Embraers jüngste Phenom 100 in<br />
ihrem Testprogramm. Mit dem Prodigy-Touch-System auf Basis des<br />
Garmin G3000 besitzt der Phenom-100-Nachfolger eine neue Avionik mit<br />
größeren HD-Displays, Split-Screen-Funktionen und optimiertem Wetterradar.<br />
Auch beim Antrieb gibt es eine Neuerung: Modifizierte Pratt & Whitney<br />
des Typs PW617F1-E kommen zum Einsatz. Dadurch werden eine höhere<br />
Geschwindigkeit und eine überlegene Hot-and-High-Leistung erreicht. Mit<br />
vier Personen an Bord schafft das Flugzeug eine Reichweite von 1178 NM<br />
(2182 km). Die Auslieferungen sollen im ersten Halbjahr 2<strong>01</strong>7 starten.<br />
Aircraft Maintenance<br />
MOBILER SERVICE FÜR KING AIR & CO<br />
Textron richtet eine neue Mobile Service Unit (MSU) bei Hahn Air am<br />
Flugplatz Egelsbach ein. Ziel ist es, den Kundendienst für Citation,<br />
King Air und Hawker in Deutschland und ganz Europa zu verstärken.<br />
Bei der MSU handelt es sich um ein spezielles Servicefahrzeug. Der<br />
Clou: Dank seiner Mobilität kann es „Hausbesuche“ machen und<br />
Kunden somit auch an ihren Stammflugplätzen zur Verfügung stehen.<br />
Die MSU-Besatzung besteht aus hochqualifizierten Technikern, die<br />
bestimmte Inspektionen und Checks an Motoren, Reifen und<br />
Bremsen durchführen können.<br />
wir uns einigFotos: Textron, Embraer, Garmin, EDM Aerotec, Mertens Fallschirme, Stratos Aircraft<br />
16 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Einstrahliger Geschäftsreisejet<br />
STRATOS 714 STARTET ZUM ERSTFLUG<br />
Stratos Aircraft hat mit der Flugerprobung seines Very Light Jets Stratos<br />
714 begonnen. Die Vermarktung soll auf dem EAA AirVenture in Oshkosh<br />
im Juli 2<strong>01</strong>7 starten. Wie das Unternehmen jetzt mitteilte, hob die Stratos<br />
714 bereits am 21. November zu ihrem Erstflug ab. Dieser dauerte rund<br />
zehn Minuten, wobei Testpilot Dave Morss eine Geschwindigkeit von<br />
128 Knoten (235 km/h) und eine Höhe von 3700 Fuß erreichte. Die Klappen<br />
blieben auf 24 Grad und das Fahrwerk ausgefahren. Morss war mit<br />
dem Handling des Jets zufrieden und gab dem Entwicklungsteam unter<br />
Carsen Sundin ein nützliches Feedback.<br />
7615702-1-1.QXD_Layout 1 02.12.16 12:37 Seite 1<br />
Bewerber um eine Privatpilotenlizenz<br />
müssen auch weiterhin der<br />
Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP)<br />
nach § 7 Abs. 1, Nr. 4 des Luftsicherheitsgesetzes<br />
zustimmen.<br />
Wie die AOPA Germany informierte,<br />
hat der Bundestag einen Vorschlag<br />
des Bundesrates, die entsprechende<br />
Rechtsvorschrift im<br />
LuftSiG zu streichen, abgelehnt.<br />
Auch die Tatsache, dass die EU<br />
in der Causa ein Vertragsverletzungsverfahren<br />
gegen die Bundesrepublik<br />
führt, wurde von den<br />
Abgeordneten nicht berücksichtigt.<br />
Die AOPA zeigte sich enttäuscht,<br />
will aber weiter für die<br />
Abschaffung der ZÜP kämpfen.<br />
Mertens-Fallschirm<br />
NEUE ZERTIFIZIERUNG<br />
Nach erfolgreicher Überprüfung durch<br />
die EASA verlängert sich das Packintervall<br />
des Mertens 12-82/23 RI auf<br />
12 Monate und die Betriebszeit auf<br />
20 Jahre (vorher 4 Monate/15 Jahre).<br />
Diese Änderung betrifft ausschließlich<br />
jene Exemplare, die sich im November<br />
2<strong>01</strong>6 noch in der regulären Betriebslaufzeit<br />
von 15 Jahren befanden.<br />
Fritz Fliegauf<br />
– in Memoriam –<br />
In tiefer Trauer haben wir die Nachricht erhalten, dass unser<br />
Fliegerfreund und Vorbild Fritz Fliegauf am 20.11.2<strong>01</strong>6 im<br />
Alter von 92 Jahren verstorben ist.<br />
Von 1952 an war Fritz maßgeblich am Aufbau des Flugsportes in der DDR beteiligt.<br />
Er leitete die Fliegerschule der GST am Flugplatz Schönhagen von 1954 bis 1977.<br />
Anschließend bis 1989 war Fritz Leiter des Flugplatzes Suhl. Nach der Wiedervereinigung<br />
machte er sich beim Zusammenwachsen der beiden deutschen Luftsportverbände<br />
verdient.<br />
Neben unzähligen Flügen hält Fritz den letzten jemals geflogenen Dauerflugrekord im<br />
einsitzigen Segelflugzeug. In Laucha flog er den „ewigen“ und unvergessenen Rekord<br />
von 30 Stunden und 6 Minuten! Für seine Leistungen wurde Fritz Fliegauf 1973 von<br />
der FAI mit dem „Diplom Paul Tissandier“ geehrt.<br />
Fritz Fliegauf war ein fröhlicher, engagierter und hilfsbereiter Mensch, ein leidenschaftlicher<br />
Pilot, der sein Leben in den Dienst des Luftsportes gestellt hatte. Vielen war er ein<br />
großartiger Fliegerkamerad und manchem ein guter Freund im besten Sinne des Wortes.<br />
So werden wir Dich, lieber Fritz immer in unserer Erinnerung behalten! Danke Fritz,<br />
dass wir dich kennen lernen und Teile Deines Weges mit Dir gemeinsam gehen durften!<br />
Die Pilotinnen, Piloten, Mitglieder und Mitarbeiter des Landesluftsportverbandes<br />
Thüringen, des Flugsportclubs Suhl, des Flugplatzes Schönhagen und der Flugschule<br />
„Hans Grade“ Schönhagen.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 17
[ NEWS ]<br />
Ultraleichtflugzeuge<br />
WICHTIGER SCHRITT ZU 600 KILOGRAMM<br />
Am 10. November nahm der Ausschuss für Verkehr und Tourismus<br />
des Europäischen Parlaments einen Beschluss an, der die Massegrenzen<br />
für ULs auf 600 Kilogramm MTOM bei 350 Kilogramm<br />
Leergewicht festsetzen soll. Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung<br />
der lange erwarteten Auflastung im UL-Segment getan. Ein Grund<br />
für Freudensprünge sei das aber noch nicht, mahnte der Deutsche<br />
Ultraleichtflugverband (DULV) zur Zurückhaltung. Der Beschluss<br />
müsse noch mit dem Ministerrat und der Kommission abgestimmt<br />
und schließlich vom Plenum des Parlaments verabschiedet werden.<br />
Vor allem beim Ministerrat sei noch Überzeugungsarbeit zu leisten.<br />
Allerdings stellt der Verband klar, dass man zwar noch nicht am Ziel<br />
sei, dafür aber näher dran als je zuvor.<br />
2120<br />
Piloten nahmen an der<br />
Online-Befragung zum Fluginformationsdienst<br />
(FIS) der<br />
Deutschen Flugsicherung teil.<br />
Das Ergebnis: Rund 93 Prozent der FIS-Nutzer zeigen sich<br />
sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Dienst. Positiv beurteilt<br />
man auch die FIS-Mitarbeiter: Rund 98 Prozent<br />
bescheinigen ihnen eine hohe Professionalität.<br />
Garmin Pilot 8.5<br />
NEUE FUNKTIONEN<br />
AUF DEM IPAD<br />
Der Garmin Pilot für iOS-Geräte erhält<br />
mit der Softwareversion 8.5 eine<br />
Reihe neuer Funktionen für die Flugvorbereitung<br />
und Navigation. Zur<br />
Verfügung stehen nun Leistungstabellen<br />
für das Flugzeug, ein Weight &<br />
Balance-Rechentool, Checklisten<br />
und eine sogenannte Freehand-<br />
Erstellung von Flugplänen im Kartenbild.<br />
Die Leistungsdaten der Flugzeugmuster<br />
können, wenn die angebotenen<br />
Typen nicht passen, frei programmiert werden. Auch die manuelle<br />
Einbringung von Wegpunkten per CSV-Datei ist nun am Computer möglich.<br />
Das gilt auch für Flugpläne, die mit dem AOPA Flight Planner oder<br />
Sky Vector an einem PC erzeugt wurden. Für den persönlichen Touch<br />
sind Icons auf dem Eingangsbildschirm frei konfigurierbar.<br />
Early Birds ohne Slot<br />
OPTIMIERTER ANFLUG ZUR AERO<br />
Möglichst viele Besucher sollen die AERO 2<strong>01</strong>7 anfliegen können. Eine<br />
Expertenrunde mit Vertretern des Bodensee-Airport Friedrichshafen,<br />
von Austro Control, Skyguide, AOPA, den deutschen Pilotenzeitschriften<br />
und der Messe Friedrichshafen einigte sich nun auf einen neuen Modus<br />
zur Slotvergabe. Die Reservierung eines PPR-Slots wird 35 Euro kosten.<br />
Dieser Betrag wird aber auf den Paketpreis für den selbstfliegenden<br />
AERO-Besucher, der Landegebühren, Parkgebühren und Shuttle zum<br />
AERO-Eingang beinhaltet, vor Ort angerechnet. Die Reservierungsgebühr<br />
soll verhindern, dass, wie in der Vergangenheit vorgekommen, mehrere<br />
Slots reserviert werden, dann aber nur einer genutzt wird. Das führte zu<br />
erheblichen Verwerfungen im System, und viele Interessierte bekamen<br />
keine Slots. Piloten, die ohne vorherige Reservierung zwischen 8 Uhr und<br />
19:20 Uhr Friedrichshafen anfliegen und – sofern es die Verkehrslage erlaubt<br />
– eine Landefreigabe erhalten, müssen eine Post-Slot-Gebühr von<br />
50 Euro entrichten. Die Slotvergabe zur 25. AERO (5. bis 8. April 2<strong>01</strong>7)<br />
wird ab dem 18. März 2<strong>01</strong>7, 9:00 Uhr, über das Online-Portal (https://<br />
aero-ppr.bodensee-airport.eu/) erreichbar sein. Eine Landemöglichkeit<br />
ohne Slotregelung für ULs und Motorsegler wird wieder auf dem Segelflugplatz<br />
Markdorf angeboten. Auch auf den nahe gelegenen Flugplätzen<br />
Leutkirch oder Mengen sind Landungen für spontan mit dem Flugzeug<br />
anreisende AERO-Besucher möglich.<br />
Expansion<br />
PIPISTREL BAUT NETZ IN ASIEN AUS<br />
Die AERO in<br />
Friedrichshafen<br />
wird vom 5. bis 8.<br />
April zum 25. Mal<br />
stattfinden.<br />
Der slowenische Hersteller Pipistrel unterzeichnete jüngst einen Vertrag<br />
mit der chinesischen Sino GA Group. Hauptziel dieser Zusammenarbeit<br />
ist, die Regionen China, Ostasien und den Asien-Pazifik-Raum<br />
mit kleineren Maschinen zu bedienen. Beide Parteien sehen einen<br />
klaren Trend zur umweltfreundlichen Luftfahrt. Das Joint Venture<br />
umfasst auch einen Technologietransfer, der in zwei Jahren vollzogen<br />
sein soll. Das Ziel: Ein neues Unternehmen soll in China die Modelle<br />
Alpha Electro und Panthera Hybrid in Lizenz produzieren.<br />
Fotos: Patrick Holland-Moritz, Garmin, Luftbild BFP Baunatal/Hans Haas, Pipistrel<br />
18 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
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Die Mandatsreferenz wird mir separat mitgeteilt. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen,<br />
beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten<br />
dabei die mit meinem Kredit institut vereinbarten Bedingungen. Ich bezahle per Rechnung.<br />
Ich verschenke <strong>aerokurier</strong> an: (nur bei Geschenkabo ausfüllen)<br />
Name, Vorname<br />
Straße, Nr.<br />
Geburtsdatum<br />
Die Belieferung soll frühestens beginnen am: (optional)<br />
Als Extra wähle ich: (bitte nur ein Kreuz machen)<br />
1. US Air Force Pilotentasche 3. LEATHERMAN Multitool „Micra“<br />
2. Amazon.de Gutschein, Wert: 25 €<br />
Widerrufsrecht: Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen.<br />
Die Frist beginnt an dem Tag, an dem Sie die erste bestellte Aus gabe erhalten, nicht jedoch vor<br />
Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anfor derungen von Art. 246a § 1 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB. Zur<br />
Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses,<br />
die Bestellung zu widerrufen. Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a<br />
EGBGB nutzen. Der Widerruf ist zu richten an: FLUG REVUE Aboservice, Postfach, 7<strong>01</strong>38 Stuttgart,<br />
Telefon: + 49 (0)711 3206-8899, Telefax: +49 (0)711 182-2550, E-Mail: flugrevue@dpv.de<br />
Datum<br />
Unterschrift<br />
www.<strong>aerokurier</strong>.de/abo<br />
PLZ<br />
Wohnort
[ MAGAZIN ]<br />
DeLand 2<strong>01</strong>6<br />
Neue Messe mit<br />
großem Potenzial<br />
Die Sportfliegerei bildet den Kern der<br />
„Sport Aviation Showcase“. Die Messe<br />
soll vor allem die Flugzeugindustrie in der<br />
direkten Umgebung beflügeln.<br />
Premiere für eine neue Messe<br />
im Kalender der US-amerikanischen<br />
Luftfahrt: Die<br />
„Sport Aviation Showcase“ fand<br />
vom 3. bis 5. November zum ersten<br />
Mal statt. Während die größte<br />
Messe für Business Aviation, die<br />
NBAA-BACE in der Florida-Metropole<br />
Orlando, Tausende Besucher<br />
anzog, drehte sich nur eine<br />
dreiviertel Autostunde nördlich<br />
von DeLand in Zentralflorida alles<br />
um die Sportfliegerei.<br />
Die neue Messe öffnete ihre<br />
Tore just am letzten Tag der NBAA.<br />
Ein klug gewählter Termin von<br />
Jana Filip, der Messe-Organisatorin.<br />
Sie erklärte: „Selbstverständlich<br />
wollten wir keine Firmen von<br />
der Jet-lastigen Businessmesse zu<br />
uns locken. Wir dachten aber, dass<br />
dann einige der zahlreichen Pressevertreter<br />
vielleicht eher bei uns<br />
vorbeischauen.“ Ihre Rechnung<br />
ging auf: Viele Journalisten, überwiegend<br />
Vertreter bekannter amerikanischer<br />
Fachpublikationen,<br />
legten nach drei anstrengenden<br />
Messetagen in Orlando noch einen<br />
kurzen Besuch der Sport Aviation<br />
Showcase ein.<br />
Sport Aviation Village –<br />
Dorf der Sportfliegerei<br />
„Showcase“ heißt übersetzt<br />
„Schaukasten“ und deutet schon<br />
den Zweck der Veranstaltung an.<br />
Die Gemeinde DeLand fördert die<br />
Ansiedlung von Herstellern auf<br />
dem Flugplatzgelände im sogenannten<br />
Sport Aviation Village. In<br />
diesem „Dorf“ soll speziell für die<br />
Luftfahrt produziert werden.<br />
Der Flugplatz DeLand, offiziell<br />
„DeLand Municipal Airport“<br />
Der DeLand Municipal Airport in Florida war die Basis der Sport<br />
Aviation Showcase. An allen Tagen fanden Präsentationsflüge statt.<br />
Luftfahrthersteller aus der ganzen Welt waren vertreten.<br />
Fotos: Marino Boric (4), Dreamscape Photography (1)<br />
AeroJones Aviation verkündete, dass man im Begriff sei, die Herstellungsrechte an Flight<br />
Design CT und C4 zu übernehmen. Für die einzelnen Märkte sollen Tochterfirmen entstehen.<br />
Viking Engines zeigte erstmals die Turbovariante<br />
ihres Motors, die 150 bis 170 PS leisten soll.<br />
20 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Die ICP Savannah S war auf der<br />
Messe für 72 000 Dollar zu haben.<br />
Tragschrauber-Platzhirsch AutoGyro<br />
war mit dem MTO Sport vor Ort.<br />
(KDED), besitzt zwei sich kreuzende<br />
Landebahnen von 1300 und<br />
1800 Metern Länge. Für das gesamte<br />
Gelände stellten die Behörden<br />
eine 40 Hektar große Fläche<br />
zur Verfügung. In vier Bauphasen<br />
sollen hier Gebäude für Firmen<br />
entstehen, die hauptsächlich Flugzeuge<br />
und Flugzeugteile herstellen.<br />
Diese Produktionsstätten kann man<br />
mieten, bauen lassen oder selber<br />
bauen. Airport-Manager John Eiff<br />
sprach von Investitionen in zweistelliger<br />
Millionenhöhe. Der Spatenstich<br />
für die erste Phase ist<br />
gerade erfolgt, und die nun jährlich<br />
stattfindende Sport Aviation Showcase<br />
soll als Event der Sportfliegerei<br />
hier eine feste Plattform<br />
bieten.<br />
Auf einen Umstand verweist<br />
Eiff stolz: „Trotz der Länge der<br />
Landebahnen und des regen Verkehrs<br />
gibt es keinen Kontrollturm.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 21
[ MAGAZIN ]<br />
Die US-Vertretung von Stemme<br />
war mit einer fast rund um die<br />
Uhr fliegenden S12 zu Gast.<br />
Der australische Hersteller Jabiru<br />
kam mit zwei Maschinen, einer J170D<br />
und einer J230D, nach DeLand.<br />
Keine Hürden, echte Freiheit für<br />
die kleine Fliegerei!“<br />
Der Flugplatz beheimatet 28 der<br />
insgesamt 30 US-amerikanischen<br />
Fallschirmhersteller und ist für die<br />
USA das Mekka des Fallschirmsports<br />
schlechthin. So konnte es<br />
passieren, dass man morgens, bei<br />
optimalem Flugwetter, bis zu 60<br />
Fallschirmspringer gleichzeitig am<br />
Himmel sah. An diesen beachtlichen<br />
Ansiedlungserfolg der Fallschirmhersteller<br />
will die Gemeinde DeLand<br />
mit der Produktion für die Sportfliegerei<br />
anknüpfen.<br />
Das Gefühl, auf einer vollwertigen<br />
Airshow zu sein, verstärkten<br />
Flugzeugformationen, die in zwei<br />
Wellen über DeLand brausten. Sie<br />
stammten aus dem kaum fünf<br />
Flugminuten südlich gelegenen<br />
Spruce Creek, das als Heimat der<br />
größten Fly-in-Community der Welt<br />
bekannt ist. Den Großteil der Flug-<br />
bewegungen auf der Showcase<br />
machten jedoch Besucher aus, die<br />
gerne der Einladung zu Probeflügen<br />
folgten – angesichts der guten<br />
Rahmenbedingungen kein Problem.<br />
Dank der Nähe zu den Landebahnen<br />
konnten die Flugzeuge schnell<br />
aus dem vom Publikum frequentierten<br />
Bereich herausgezogen und<br />
ad hoc Infoflüge für Interessenten<br />
durchgeführt werden.<br />
Auch Aussteller aus dem<br />
Ausland sind dabei<br />
Ein Hauch von AirVenture streifte<br />
die Veranstaltung noch, als<br />
Charlie Becker, Kopf des EAA-<br />
Chapters, in der Eröffnungsrede<br />
über EAA-Gründer Paul Poberezny<br />
sprach. Wie kein anderer hatte<br />
Poberezny Menschen für die Luftfahrt<br />
begeistern können. Anscheinend<br />
konnten auch die Organisa-<br />
toren der Messe imponieren. Sie<br />
gewannen wie geplant auf Anhieb<br />
100 Aussteller, darunter bekannte<br />
Namen, mitunter auch aus Europa.<br />
Ein beachtlicher Erfolg für die Premiere<br />
in DeLand, die mit überdachten<br />
Ständen und einer Vielzahl von<br />
Angeboten unter freiem Himmel<br />
sehr gut geplant war.<br />
Die meisten Teilnehmer lobten<br />
die gute Organisation, die kurzen<br />
Wege und eine überdurchschnittliche<br />
Infrastruktur, die locker auch<br />
die doppelte Anzahl an Ausstellern<br />
und Besuchern hätte vertragen<br />
können. Am ersten Tag war die<br />
Besucherzahl noch spärlich, sie<br />
verbesserte sich jedoch am darauf<br />
folgenden Freitag und Samstag<br />
bedeutend.<br />
Nahezu alle Aussteller zeigten<br />
sich am Ende der Veranstaltung<br />
zufrieden. Die Idee, eine Messe als<br />
Event der Sportfliegerei an einen<br />
größtenteils noch zu entwickelnden<br />
Standort der Luftfahrtproduktion,<br />
dem „Sport Aviation Village“, zu<br />
binden, hat Potenzial.<br />
Dennoch kann man sich die<br />
Frage stellen, ob die USA eine<br />
weitere Luftfahrtveranstaltung in<br />
ihrem ohnehin vollen Kalender<br />
braucht. Die „Showcase“ macht<br />
beispielsweise der ebenfalls in<br />
Florida stattfindenden Messe<br />
„Sebring Sport Aviation Expo“<br />
Konkurrenz. Die letzten zwei Veranstaltungen<br />
in Sebring litten allerdings<br />
unter miesem Wetter, denn<br />
selbst in Florida kann der Januar<br />
winterlich kalt sein. Fraglich ist,<br />
ob beide Messen auf Dauer koexistieren<br />
können.<br />
Der Termin für die zweite Sport<br />
Aviation Showcase in DeLand steht<br />
schon fest: Sie wird vom 2. bis 4.<br />
November 2<strong>01</strong>7 stattfinden. ae<br />
Marino Boric<br />
Die SP-30 STOL ist ein Zweisitzer mit einer Abflugmasse unter<br />
600 Kilogramm, der für rund 65 000 Dollar erhältlich ist.<br />
Der belgische Hersteller D-Motor zeigte am Stand von<br />
Renegade einen Sechszylindermotor auf einer BOT-Zelle.<br />
Die Luftfahrtuniversität von Florida stellte ihre von 2800 Batteriezellen angetriebene<br />
Diamond HK 36 vor. Der Erstflug soll Anfang 2<strong>01</strong>7 stattfinden.<br />
Fotos: Marino Boric (2), Dreamscape Photography (3)<br />
22 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ SERIE 60 Jahre <strong>aerokurier</strong> ]<br />
DAMALS DIE ZUKUNFT<br />
Der <strong>aerokurier</strong> hat in den 60 Jahren seines Bestehens über viele<br />
innovative Flugzeuge berichtet. Für unsere Jubiläumsserie haben<br />
wir aus dem Archiv spannende Entwicklungen von damals bis heute<br />
zutage gefördert. Diese Artikel sollen hier ungekürzt und im originalen<br />
Layout noch einmal zu lesen sein. Den Anfang macht der Beitrag über<br />
das RW 3 Multoplane aus dem ersten <strong>aerokurier</strong> vom April 1957.<br />
ae<br />
Seriennummer 1<br />
Jahrgang 1957 – 1967<br />
1. JAHRGANG<br />
APRIL 1957 . HEFT 1<br />
Bis Ende 1963<br />
erschien der <strong>aerokurier</strong><br />
als Verbandsmagazin<br />
des DAeC – und unter<br />
dessen Namen.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 23
[ SERIE 60 Jahre <strong>aerokurier</strong> ]<br />
1. JAHRGANG . APRIL 1957 . HEFT 1<br />
24 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
1. JAHRGANG . APRIL 1957 . HEFT 1<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 25
[ SERIE 60 Jahre <strong>aerokurier</strong> ]<br />
1. JAHRGANG . APRIL 1957 . HEFT 1<br />
26 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
1. JAHRGANG . APRIL 1957 . HEFT 1<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 27
[ FLYING ]<br />
Auf Scrapyard-Tour in den USA<br />
FINAL<br />
DESTINATION<br />
28 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Auf der Davis Monthan<br />
Air Force Base sind<br />
rund 4000 Militärflugzeuge<br />
abgestellt.<br />
TEXT UND FOTOS: Sebastian Thoma<br />
Als am 26. Oktober 2<strong>01</strong>4 die letzte MD-11 im Passagierbetrieb abhebt,<br />
gibt Sebastian Thoma ein Versprechen: „See you in Victorville“, kritzelt<br />
er über den Sitz 34A. Ein gutes Jahr später spürt der passionierte<br />
Privatpilot und Plane-Spotter den ausrangierten Luftfahrtlegenden nach,<br />
die auf Flugzeugfriedhöfen in den USA auf ihr Ende warten.<br />
In Kingman, Arizona,<br />
stehen überwiegend<br />
ausrangierte Regionaljets<br />
wie die Embraer 145.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 29
[ FLYING ]<br />
[ 1 ] Sebastians Versprechen,<br />
mit Edding an die<br />
Bordwand gekritzelt.<br />
[ 2 ] „Cleared for takeoff“<br />
zum Abschiedsflug der<br />
MD-11. [ 3 ] Ein letztes Mal<br />
in der Luft. [ 4 ] Nach<br />
dem Flug geht es einer<br />
ungewissen Zukunft<br />
entgegen: Manche<br />
Maschinen fliegen als<br />
Frachter weiter, andere<br />
werden zu Cola-Dosen.<br />
[ 1 ]<br />
[ 2 ]<br />
Die teuren Triebwerke<br />
voller kostbarer Materialien<br />
werden meist zuerst<br />
entfernt, hier auf dem<br />
Scrapyard Victorville.<br />
[ 3 ]<br />
30 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ 8 ]<br />
[ 7 ]<br />
[ 5 ] Auch das Bordpersonal<br />
scheut sich nicht, seine<br />
Zuneigung zu einem in<br />
den Ruhestand gehenden<br />
Flugzeugtyp zu zeigen.<br />
[ 6 ] Farewell-Geschenk:<br />
KLM trifft mit dem<br />
Abschiedspaket den Nerv<br />
vieler Flugzeugfans.<br />
[ 7 + 8 ] Grüße überall und<br />
sogar eine letzte Bitte, das<br />
Flugzeug zu erhalten.<br />
MHV steht offenbar für<br />
den Flugzeugschrottplatz<br />
Mojave.<br />
[ 4 ] [ 5 ] [ 6 ]
[ FLYING ]<br />
Die Umgebung von Los<br />
Angeles bietet auch aus<br />
der Luft eine abwechslungsreiche<br />
Landschaft.<br />
Einmal wie Tom Cruise in<br />
„Top Gun“ im Kampfjet<br />
sitzen: Ein Besuch auf<br />
dem Museumsschiff USS<br />
„Midway“ in San Diego<br />
macht’s möglich.<br />
Viele fliegende Legenden<br />
sind heute nur noch<br />
abgestellt auf weitläufigen<br />
Wüstenarealen zu finden.<br />
Einige können auf ein zweites Leben<br />
als Frachter hoffen, aber für viele ist<br />
hier Endstation. Nächstes Ziel: Schrottpresse.<br />
Für einen Plane-Spotter ist<br />
ein Flugzeugfriedhof dennoch eine<br />
Art Paradies: verschiedenste Muster<br />
von Airlines aus aller Welt, die man<br />
sonst nicht an einem Ort sehen würde.<br />
Auch wenn ich „meine“ MD-11<br />
nicht wiederfinden konnte, war<br />
diese Scrapyard-Tour dennoch ein<br />
beeindruckendes Erlebnis.<br />
Die Tour ist nicht meine erste<br />
in den USA. Bereits im Februar<br />
2<strong>01</strong>3 machte ich meine ersten Flugerfahrungen<br />
in Amerika. Nach der<br />
Anerkennung meiner damals frisch<br />
erworbenen JAR-FCL-Lizenz bei der<br />
FAA bekam ich einen ausführlichen<br />
„Ground Course“ von einem<br />
deutsch-amerikanischen Fluglehrer:<br />
Drei Wochen lang schnupperte ich<br />
amerikanische Fliegerluft. So flog ich<br />
beispielsweise nach Santa Monica,<br />
in 3500 Fuß über den Flughafen von<br />
L. A. und auf die wunderschöne<br />
Catalina Island. Einige meiner Traumziele,<br />
darunter natürlich die Flugzeugfriedhöfe<br />
Victorville und Mojave,<br />
habe ich aber in der Kürze der Zeit<br />
nicht besuchen können. Aber kein<br />
Grund zur Enttäuschung, denn ich<br />
wusste: Ich komme wieder.<br />
Knapp drei Jahre und etliche Flugstunden<br />
später ist es so weit: Ich bin<br />
wieder in den Staaten, und die Scrapyards<br />
warten. Gemeinsam mit meinem<br />
Fliegerfreund Florian beziehe ich am<br />
Cable Airport nahe Los Angeles einen<br />
Wohnwagen – ein Hoch auf die Kontakte<br />
meiner ersten USA-Reise! Von<br />
unserer Unterkunft sind es keine 100<br />
Meter Fußweg zum Flieger.<br />
Nach einem kleinen Refresher und<br />
dem obligatorischen Biannual Flight<br />
DER ANBLICK DER AUSGEDIENTEN<br />
AIRLINER IST ZUGLEICH<br />
FASZINIEREND UND TRAURIG<br />
Review – der Überprüfung mit einem<br />
FAA-Fluglehrer alle zwei Jahre – kann<br />
der Spaß losgehen. Zunächst besuchen<br />
wir meine Familie in Fresno, rund<br />
drei Stunden nördlich von L. A. Nach<br />
dem Weihnachtsfest geht es gestärkt<br />
mit viel gutem Essen und gefühlt sehr<br />
nah am maximalen Startgewicht<br />
zurück zum Cable Airport. Unser<br />
Flugzeug ist eine Piper 140 Cherokee<br />
mit einem 160-PS-Motor. Das macht<br />
die Maschine, was die Performance<br />
angeht, bei hoher Temperatur und<br />
Elevation und etwas Gepäck de<br />
facto zum Zweisitzer.<br />
Bis zum Start der Scrapyard-Tour<br />
im Januar widmen wir uns den Highlights<br />
rund um Los Angeles. Immer<br />
wieder überrascht uns die lockere<br />
Atmosphäre im Flugfunk. Es gibt hier<br />
keine FIS-Lotsen. Man spricht auf<br />
denselben Frequenzen wie die IFR-<br />
Anflüge auf L. A. Die Lotsen machen<br />
einen super Job und staffeln zum Teil<br />
sogar VFR-Flugzeuge in Lufträumen,<br />
wo dies gar nicht nötig wäre. „N6717W,<br />
traffic 12 o’clock, four miles, opposite<br />
direction, indicated altitude 4000<br />
feet, report in sight.“ „Cherokee 17<br />
Whiskey, we are looking out, negative<br />
contact.“ „Roger, Cherokee 17<br />
Whiskey, stop your descend altitude<br />
4500 feet and report traffic in sight.<br />
I call you when clear.“ Und das neben<br />
dem Abarbeiten des komplexen IFR-<br />
Verkehrs zu den vielen Flughäfen wie<br />
L. A., Burbank, Van Nuys, Ontario und<br />
Santa Ana. Respekt!<br />
Nachdem auch der schon lange<br />
gehegte Plan, einen Flug genau über<br />
den Jahreswechsel zu machen, umgesetzt<br />
ist – natürlich nach UTC,<br />
deswegen läuft das in den USA am<br />
Nachmittag und ganz ohne Feuerwerk<br />
–, geht es an die Vorbereitung der<br />
Rundreise zu den Flugzeugfriedhöfen.<br />
In Kalifornien soll es San Bernadino<br />
sein, im Nachbarstaat Arizona stehen<br />
der Pinal Airpark, die Davis Monthan<br />
Air Force Base und Phoenix-Goodyear<br />
auf dem Plan. Bei einem Abstecher<br />
nach Sedona wollen wir uns das<br />
Trainingsareal angehender Lufthansa-Piloten<br />
anschauen und auch gleich<br />
den rund 130 Kilometer nördlich liegenden<br />
Grand Canyon überfliegen.<br />
Schließlich soll es nach Kingman<br />
gehen, von dort aus nach Las Vegas<br />
in Nevada und wieder nach Kalifornien,<br />
nach Mojave, Victorville und<br />
zurück nach Cable. Ein Trip über knapp<br />
1000 nautische Meilen in vier Tagen<br />
mit Übernachtungen in Goodyear,<br />
Grand Canyon und Las Vegas. Doch<br />
es kommt ganz anders.<br />
Ein großes Gefahrenpotenzial beim<br />
VFR-Fliegen sind starke Turbulenzen<br />
und Scherwinde, die auch bei CAVOK-<br />
Bedingungen auftreten können. Los<br />
Angeles ist umgeben von Hügelketten,<br />
Winde blasen von allen Seiten<br />
durch die Pässe und treffen sich in<br />
der Mitte. Ein ausführliches Wetterbriefing<br />
ist also trotz des strahlend<br />
blauen Himmels ein Muss.<br />
Für unseren ersten Flugtag von<br />
Cable nach Phoenix, Arizona, ist<br />
bestes Wetter vorhergesagt. Nachdem<br />
NOTAMs und TFRs (temporäre Flugbeschränkungsgebiete)<br />
geprüft sind,<br />
starten wir durch den östlichen<br />
Banning Pass über Twentynine Palms<br />
zu unserem Tankstopp in Gila Bend,<br />
knapp fünf Stunden östlich von Cable.<br />
Es dauert nicht lange, bis die Großstadt<br />
unter uns verschwindet und wir<br />
auf ein weites Nichts blicken. Was<br />
wohl passieren würde, wenn wir jetzt<br />
notlanden müssten? Die nächste<br />
Straße scheint meilenweit entfernt,<br />
auch der Funkempfang zum Radarlotsen<br />
ist trotz unserer Höhe von um<br />
die 8000 Fuß nicht immer gut.<br />
In Gila Bend muss die Besatzung<br />
dringend „drainen“. Also schnell<br />
runter und zum verlassenen Holzhütten-Terminal.<br />
Das Zahlenschloss trägt<br />
den pilotenfreundlichen Hinweis<br />
„Passcode is squawk VFR“. Also 1200<br />
„gerastet“ und ab aufs Klo. Dann die<br />
Maschine volltanken und weiter. Auf<br />
unserem Weg nach Goodyear nahe<br />
Phoenix schlagen wir einen kleinen<br />
Haken und besuchen den Pinal<br />
Airpark – der erste Höhepunkt der<br />
Tour. Dort stehen viele Maschinen,<br />
vor allem 747-Jumbos von Airlines,<br />
die zum Teil gar nicht mehr existieren.<br />
Aber auch nagelneue Flieger sind<br />
hier abgestellt, darunter eine für<br />
Lufthansa gebaute Boeing 747-8i, die<br />
gut verpackt auf ihren Einsatz<br />
wartet. So etwas passiert, wenn<br />
Flugzeuge früher fertig werden als<br />
geplant, der Kunde sie noch nicht<br />
bezahlt oder sich gegen die Abnahme<br />
entschieden hat.<br />
Andere Airlines nutzen den Pinal<br />
Airpark, um ihre Maschinen in der<br />
Nebensaison zwischenzuparken. Die<br />
Bedingungen in den Wüsten Arizonas<br />
und Kaliforniens sind ideal: Die niedrige<br />
Luftfeuchtigkeit schützt vor Korrosion,<br />
und der harte Boden eignet<br />
sich ohne aufwendiges Asphaltieren<br />
zum dauerhaften Abstellen der schweren<br />
Flugzeuge. Florian fliegt Schleifen<br />
über Pinal, damit ich Fotos schießen<br />
kann. Als alles im Kasten ist, gehen<br />
wir auf Kurs Südost.<br />
Tucson ist das Ziel, genauer: die<br />
Davis Monthan Air Force Base. Obwohl<br />
wir die Satellitenbilder kennen, die<br />
die vielen dort abgestellten Flugzeuge<br />
zeigen, trauen wir unseren<br />
Augen nicht: Schon aus großer Entfernung<br />
sieht man Militärflugzeuge,<br />
32 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
die ein riesiges Areal von mehr als<br />
zehn Quadratkilometern einnehmen.<br />
Präzise in Reih und Glied geparkt,<br />
warten sie dort auf ihre Zukunft. Meine<br />
Kamera läuft für 30 Minuten auf<br />
Hochtouren. Bild um Bild – ranzoomen,<br />
wegzoomen, ein Foto mit allen Kampfjets,<br />
eins von den Transportern, eine<br />
Linkskurve, eine Rechtskurve – bis<br />
ich glaube, alles gesehen zu haben.<br />
Insgesamt sollen bei der 309th<br />
Aerospace Maintenance and Regeneration<br />
Group rund 4000 Luftfahrzeuge<br />
der US-Streitkräfte und einiger<br />
Bundesbehörden abgestellt sein.<br />
Gerüchten zufolge sind mehr als<br />
zwei Drittel davon konserviert und<br />
flugfähig.<br />
Auf dem Rückweg in Richtung<br />
Phoenix-Goodyear überqueren wir<br />
erneut den Pinal Airpark und landen<br />
in Casa Grande, 80 Kilometer südlich<br />
von Phoenix. Wir müssen tanken, und<br />
das Avgas ist hier billig. Im Sonnenuntergang<br />
überfliegen wir den Flugplatz<br />
Mobile, der nichts anderes ist<br />
als eine Piste in der Wüste und vor<br />
allem Lufthansa-Flugschülern als<br />
Übungsfeld dient. Wir machen einen<br />
Touch-and-Go in Buckeye und landen<br />
schließlich vor einem sagenhaft<br />
erleuchteten Nachthimmel in Goodyear<br />
am Stadtrand von Phoenix. Nach<br />
einem kurzen Besuch bei den Lufthanseaten<br />
in spe geht es ins Hotel.<br />
Trotz der Erschöpfung gibt es noch<br />
viel zu tun: Die Kameraakkus müssen<br />
geladen werden, und – noch wichtiger<br />
– die Flugplanung für unseren<br />
nächsten Reisetag steht an.<br />
Fünf Uhr, der Wecker klingelt. Für<br />
den Tag ist eine Gewitterfront von<br />
Süden vorhergesagt. Unser ursprünglicher<br />
Plan, über Sedona zum Grand<br />
Canyon zu fliegen, geht somit nicht<br />
auf, da uns dort niedrige Wolken mit<br />
Schnee erwarten. So fliegen wir nach<br />
Sonnenaufgang 150 Kilometer Richtung<br />
Norden nach Sedona – ein wunderschöner<br />
Flugplatz auf einem Plateau<br />
zwischen den Red Rocks. Hier<br />
genießen wir ein schnelles Frühstück<br />
und fliegen nach einer Stunde weiter<br />
Richtung Westen. Sedona ist mein<br />
erster Flugplatz mit hoher Elevation<br />
(4830 ft), und der Start gerät zur<br />
unangenehmen Lehrstunde. Routiniert<br />
arbeite ich meine Checkliste ab: Mixture<br />
– Full Forward, Gemischzufuhr<br />
– voll reich. In Deutschland, wo ich<br />
meist unter 200 Fuß MSL starte, funktioniert<br />
diese Vorgehensweise super,<br />
in einem Tiefdruckgebiet aus Sedona<br />
heraus jedoch nicht. Der Engine-<br />
Run-up zeigt keine ungewöhlichen<br />
Symptome. Der Startlauf jedoch ist<br />
schleppend. Erst nach dem Abheben<br />
und einem kaum spürbaren Steigflug<br />
mit Vx macht es „klick“ im Kopf. Die<br />
Red Rocks fühlen sich schon bedrohlich<br />
nahe an, als der Motorenklang<br />
endlich kerniger wird und die Steigrate<br />
zunimmt. Ab jetzt steht in meinen<br />
Checklisten: „mixture – as required“.<br />
Eine Einweisung mit Lehrer für High<br />
Elevation Airports ist also wirklich<br />
zu empfehlen!<br />
Mit der Front zu unserer linken<br />
Seite fliegen wir Richtung Las Vegas.<br />
Auf dem Flugzeugfriedhof Kingman<br />
ist eine Zwischenlandung angesetzt,<br />
um ein aktuelles Wetterbriefing einzuholen.<br />
Als wir nach einem spannenden<br />
Flug über die Wüste vorbei<br />
an hohen Bergen, wo die Wolken in<br />
8000 Fuß aufliegen, in Kingman zur<br />
Landung gehen, sind am Horizont<br />
starke Regenschauer zu sehen. Bereits<br />
da ist klar, dass es keinen Weiterflug<br />
nach Las Vegas geben wird. Per<br />
Mietwagen geht es schließlich ins<br />
Casinoparadies, am Hoover Dam<br />
legen wir einen Zwischenstopp ein.<br />
Als wir tags darauf wieder in Kingman<br />
eintreffen, ist das Wetter noch immer<br />
miserabel. Eine weitere Nacht in der<br />
Wüste steht an. Im Fernsehen laufen<br />
Berichte über schlimme Stürme in Los<br />
Angeles, die vom Pazifik hereingezogen<br />
sind. Auch dort ist also Land<br />
unter, und uns bleiben nur noch vier<br />
Tage, bis es heißt: „Check-in“ zum<br />
Linienflug nach Deutschland.<br />
Ein Grund mehr, am nächsten<br />
Morgen pünktlich zum Sonnenaufgang<br />
am Flugplatz zu stehen. Es bleibt nicht<br />
viel Zeit, die dort abgestellten Regionaljets<br />
und die alten DC-8 von DHL<br />
zu fotografieren. Als die Wolkendecke<br />
aufreißt, lassen wir Kingman hinter<br />
uns und nehmen Kurs auf Victorville.<br />
Hier stranden wir erneut, obwohl es<br />
von dort nur noch 20 Flugminuten<br />
bis zu unserer Homebase sind. Denn<br />
dichte Wolken über allen Pässen, die<br />
ins L. A. Basin führen, und IMC am<br />
Zielflugplatz machen einen Flug<br />
dahin unmöglich. So müssen wir<br />
noch einmal einen Mietwagen nehmen,<br />
um zu unserem Wohnwagen in Cable<br />
zu gelangen.<br />
Tags darauf geht es zurück zu<br />
unserem Flieger, den wir in Victorville<br />
direkt vor einer ausrangierten<br />
DC-10 parken dürfen. Ich nehme mir<br />
Zeit, um die Airliner zu fotografieren,<br />
die hier auf ihre Verarbeitung zu<br />
Cola-Dosen warten. Es ist ein faszinierender<br />
und zugleich trauriger<br />
Anblick. Ein interessanter Mix an<br />
Flugzeugmustern – von der Tristar,<br />
die bis 20<strong>01</strong> Delta Airlines gehörte,<br />
bis hin zu einem nagelneuen Dreamliner.<br />
Da die Pässe nach Los Angeles<br />
immer noch aufliegende Bewölkung<br />
haben, beschließen wir, nach Ende<br />
der Fotosession über dem Southern<br />
California Logistics Airport in Victorville<br />
entlang der Berge gen Pazifik<br />
zu fliegen. Wir kreuzen in 12000 Fuß<br />
die Berge bei Burbank und sinken<br />
dann wieder unter die 4000 Fuß<br />
hohe Bewölkung, um Richtung Osten<br />
zu unserem Heimatplatz zu gelangen.<br />
Zugegeben, uns beiden fällt nach der<br />
Landung ein Stein vom Herzen. Wir<br />
sind heilfroh, es rechtzeitig geschafft<br />
zu haben! Aufgrund des Wetters<br />
mussten wir auf den Grand Canyon<br />
und den Mojave Space Port verzichten.<br />
Aber wenn dieser Reisebericht<br />
gedruckt ist, werde ich schon wieder<br />
in den USA sein, um in Mojave mein<br />
Versprechen einzulösen. <br />
Im „Planes of Fame“-<br />
Museum in der Nähe von<br />
Cable gibt es viele<br />
interessante Flugzeuge<br />
zu entdecken.<br />
Zwei T-6 Texan kurz vor<br />
ihrem Formationsflug bei<br />
der Cable Air Show.<br />
Die Reise begann am<br />
Cable Airport, führte nach<br />
Arizona und Nevada und<br />
dann wieder zurück nach<br />
Kalifornien. Wegen des<br />
schlechten Wetters war<br />
Las Vegas nur mit dem<br />
Auto zu erreichen.<br />
Ein Zwischenstopp am<br />
Hoover Dam entschädigte.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 33
[ FLYING ]<br />
[ 1 ] Auch verwitterte<br />
Cockpits haben einen<br />
morbiden Charme.<br />
[ 2 ] Die Strecke erforderte<br />
mitunter Flughöhen bis zu<br />
12 500 Fuß, um über die<br />
Staubewölkung zu<br />
kommen. [ 3 ] Abstellen im<br />
Angesicht einer DC-10, die<br />
zum fliegenden Hospital<br />
umgebaut wurde. [ 4 ] Eine<br />
werksneue B-777 wartet<br />
auf ihren Einsatz.<br />
[ 1 ]<br />
[ 2 ]<br />
In Victorville stehen<br />
vor allem ausrangierte<br />
Frachter von FedEx.<br />
Die letzte Passagier-<br />
MD-11 war nicht dabei.<br />
[ 3 ]<br />
34 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ 8 ]<br />
[ 7 ]<br />
[ 6 ]<br />
[ 4 ] [ 5 ]<br />
[ 5 ] Diese MD-11 werden<br />
nicht verschrottet. Sie<br />
sollen für einen neuen<br />
Betreiber weiter fliegen.<br />
[ 6 ] Cable Airport: Von hier<br />
aus starteten Sebastian<br />
und sein Copilot ihre Tour<br />
über die Scrapyards.<br />
[ 7 ] Das Fahrwerk einer<br />
ausrangierten Boeing 777.<br />
[ 8 ] Die treue Piper bei<br />
einem Tankstopp.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 35
[ UL/LSA Reise ]<br />
VL-3-Gruppenreise<br />
ALPENTRAIN<br />
36 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Fliegerlager in den<br />
französischen Alpen haben im<br />
Segelflug eine lange Tradition.<br />
Im vergangenen September<br />
machte sich eine Gruppe<br />
UL-Piloten auf in die Savoyen.<br />
TEXT + FOTOS: Frank Martini<br />
ING IM UL<br />
Die Idee dazu kam Steffen<br />
Zosel bei einem Besuch in<br />
Chambéry. Ende 2<strong>01</strong>4 hat<br />
der Bautzener den Vertrieb<br />
der VL-3 Evolution in Deutschland<br />
übernommen, knapp ein Jahr nach<br />
Zulassung des tschechischen Luftsportgeräts<br />
mit Einziehfahrwerk auch<br />
bei uns. Mit Festfahrwerk war es in<br />
Frankreich bereits zum F-Schlepp zugelassen.<br />
Und weil Zosel das interessierte,<br />
setzte er sich kurzerhand<br />
mit Richard Gouble in Verbindung,<br />
der die Nachfrage in seiner Heimat<br />
von Chambéry aus bedient. Bei einem<br />
Besuch entstand der Plan,<br />
deutschen, französischen und belgischen<br />
VL-3-Eignern ein gemeinsames<br />
Alpenfliegerlager anzubieten.<br />
Chambéry eignet sich dafür wegen<br />
seiner Lage besonders gut, und Richard<br />
ist ein erfahrener Alpenfluglehrer,<br />
der zudem in freundschaftlichem<br />
Kontakt mit Florian Treves steht.<br />
Der flugbegeisterte Hotelier betreibt<br />
in Sichtweite des Flugplatzes Challesles-Eaux<br />
mit seiner Familie das „Château<br />
des Comtes de Challes“. Also<br />
bastelten die drei ein exklusives<br />
Angebot aus Unterbringung, Alpentraining<br />
und Begleitprogramm mit<br />
Ausflügen, abendlichen Dinners und<br />
Weinverkostung. Fliegerisches Highlight<br />
dabei: Altiport-Einweisungen,<br />
die sich an der „Qualification Montagne“<br />
orientieren sollten.<br />
VOLLES PROGRAMM<br />
Zu den Ausflügen rund um den Mont<br />
Blanc sollte es auch eine Korsika-Tour<br />
geben, die wetterbedingt aber zugunsten<br />
von mehr Altiport-Trainings<br />
gecancelt wurde. Eine gute Gelegenheit,<br />
sich einen Eindruck von der<br />
VL-3 nicht nur als komfortables Reiseflugzeug<br />
zu verschaffen. Als genau<br />
das preist Steffen Zosel die Maschine<br />
bei potenziellen Interessenten an,<br />
zuletzt im Juli vergangenen Jahres<br />
in Koblenz-Winningen.<br />
Dort hatte der deutsche Musterbetreuer<br />
Demoflüge mit Interessenten<br />
aus den Niederlanden verabredet, bei<br />
denen auch ich mich überzeugen<br />
konnte, dass die VL-3 keine großen<br />
Anforderungen an ihre Piloten stellt.<br />
Sie macht ordentlich Fahrt, hat ein<br />
gutes Steigvermögen, und natürlich<br />
verfügt das Demoflugzeug mit einem<br />
Garmin-Glascockpit samt Touchscreen<br />
sowie Ledersitzen über eine Ausstattung,<br />
die kaum Wünsche offenlässt.<br />
Aber so ein kurzer Demoflug ist eben<br />
immer noch etwas anderes als Stre<strong>aerokurier</strong><br />
1/2<strong>01</strong>7 37
[ UL/LSA Reise ]<br />
Letzte Vorbereitungen vor dem Abflug in Koblenz:<br />
Noch ein Blick auf die Karte, und los geht’s!<br />
Hochkonzentriert: Pilotin Denise Pfeiler bei der „Arbeit“. Mit zunehmender Flugdauer wechselte sie<br />
in eine entspannte Rückenlage, gepaart mit zufriedenem Lächeln – so schön kann Fliegen sein!<br />
Nach der Ankunft: Lineup der Teilnehmer zu einem ersten<br />
gemeinsamen Ausflug Richtung Albertville und Mont Blanc.<br />
Französische Höflichkeit: Zur Begrüßung assistiert Pilot Thierry der<br />
jungen Dame aus Deutschland charmant beim Aussteigen.<br />
38 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7<br />
Chambery-<br />
Challes-les-<br />
Eaux<br />
Massif de la<br />
Chartreuse<br />
Grenoble<br />
Annecy<br />
Aéroport<br />
Albertville<br />
Massif des<br />
Bauges<br />
Altiport<br />
Méribel<br />
Altiport<br />
Henri Giraud<br />
Altiport<br />
Megève<br />
Le Grand Mont<br />
Altiport<br />
Courchevel<br />
Mont Blanc<br />
Aiguille des Glaciers<br />
Aiguille de la Pennaz<br />
Aiguille de la Nova<br />
Nach dem Start in Chambery<br />
Richtung Süden passiert man<br />
zunächst das Tal zwischen den<br />
Massiven Bauges und Chartreuse.<br />
Danach die Entscheidung: weiter<br />
Richtung Süden nach L’Alpe d’Huez<br />
oder nach Osten zum Mont Blanc?
Tolles Ambiente: Die Hanglage des Hotels mit großem Park ermöglicht<br />
einen traumhaften Ausblick bis hinunter auf den Flugplatz.<br />
Endanflug auf Courchevel: Das Geländeprofil zeigt deutlich, dass ein<br />
Go-around jetzt nur noch ins Unglück führen würde.<br />
cke machen. So freue ich mich über<br />
das Angebot, mitzufliegen. Denn<br />
außer seiner Tochter Lisa würde auch<br />
deren Freundin Denise die Tour gern<br />
mitmachen. Über etwas Beistand im<br />
Cockpit und am Funk würde sie sich<br />
freuen. Da „opfere“ ich mich natürlich<br />
gern, und so verabreden wir uns zum<br />
Reisestart im September in Koblenz-<br />
Winningen.<br />
ABFLUG IN FORMATION<br />
Außer den beiden jungen Damen und<br />
einem der Väter sind noch Alex und<br />
Jürgen in einer dritten VL-3 aus Dresden<br />
dabei. Zwei weitere deutsche<br />
Besatzungen aus dem Rheinland und<br />
München wollen erst abends am Ziel<br />
hinzukommen, Fluglehrer Richard<br />
erwartet außerdem fünf VL-3 aus<br />
Belgien und Frankreich. Der Flugplan<br />
ist bereits aufgegeben, und nach einer<br />
kurzen Besprechung fliegen wir<br />
los. Steffen legt vor, Denise und ich<br />
rollen als Letzte auf die Bahn. So verlieren<br />
wir uns zunächst kurz aus den<br />
Augen, südlich von Koblenz ist unsere<br />
Formation aber wieder geschlossen.<br />
Denise, auffallend behutsam im<br />
Umgang mit dem Flugzeug, hat nun<br />
ordentlich zu tun – unter den aufgelockerten<br />
Cumuli ist es ziemlich bockig.<br />
Gemäß Flugplan gibt Steffen zunächst<br />
Steigen auf 7000 Fuß per Funk vor,<br />
kurz darauf geht es weiter auf 8500<br />
Fuß. Der Steigflug geht nach meinem<br />
Empfinden erstaunlich mühelos vonstatten.<br />
Kurz darauf genießen wir on<br />
top einen traumhaft ruhigen Flug.<br />
Nach dem Ausleveln zeigt das Glaspanel<br />
bei ordentlichem Wind von links<br />
vorn eine Groundspeed von 217 km/h.<br />
Nicht schlecht, denke ich, aber Steffen<br />
macht noch mehr Tempo. Doch obschon<br />
er über Funk seine Werte für<br />
Throttle und Propellerdrehzahl durchgibt,<br />
kommen die beiden anderen<br />
VL-3 zunächst nicht mit. Denise hat<br />
noch nicht sauber ausgetrimmt. Als<br />
ich anrege, den Bock doch noch etwas<br />
mehr auf die Nase zu stellen, führen<br />
Steffens Vorgaben schließlich zum<br />
gewünschten Ergebnis – 253 km/h<br />
TAS weist der Fahrtmesser nun aus.<br />
Schnell erreichen wir die französische<br />
Grenze, die wir bei Blies-<br />
Ébersing über den IFR-Waypoint<br />
Elvet passieren. Weiter geht es über<br />
Arpus und Nusba. So bleiben wir aus<br />
dem schweizerischen Luftraum heraus<br />
und halten genug Abstand zu<br />
den Anflugsektoren um Genf. Denise<br />
sitzt nun mit fast kreisrundem Grinsen<br />
neben mir. Von Nusba aus geht<br />
es etwas östlich über den Lac du<br />
Bourget vorbei an Chambéry-Aix-les-<br />
Bains „direct to“ Chambéry-Challes.<br />
Wir sind auf 2000 Fuß gesunken, das<br />
passt fürs Einfädeln in den Gegenanflug<br />
auf die Piste 32. Nach exakt zwei<br />
Stunden und 40 Minuten setzt das<br />
UL sanft auf – nicht schlecht, gemessen<br />
an den knapp 300 Nautischen<br />
Meilen und dem strammen Wind, der<br />
uns seit Koblenz auf der Nase stand.<br />
Ehe es am nächsten Tag zu einem<br />
gemeinsamen Ausflug zum Mont Blanc<br />
geht, ist für den Abend eine Weinverkostung<br />
nebst Dinner im Hotel<br />
geplant. Nach einem herzlichen Empfang<br />
von Richard und seiner Freundin<br />
Lynda fahren die beiden unsere Gruppe,<br />
inzwischen noch um französische<br />
und belgische Piloten ergänzt, hinauf<br />
zum Château. Aus dessen Garten<br />
kann man auf den Platz hinunterschauen<br />
und hat die Flugzeuge so<br />
stets im Blick. Zum Abend kommen<br />
noch zwei deutsche ULs sowie die<br />
fehlenden Belgier und Franzosen<br />
dazu. Mit mir freuen sich nun 15 Flugbegeisterte<br />
auf das Programm.<br />
Das Nachtanken aus Kanistern am<br />
nächsten Tag bietet Gelegenheit zu<br />
einem Verbrauchscheck. Auf 18 l/h<br />
kommen die in Koblenz gestarteten<br />
Flieger. Denise will heute pausieren,<br />
und so steige ich in die französische<br />
Maschine von Stanislaus mit ein. Vor<br />
dem Start gibt es aber erst noch eine<br />
kurze Einweisung durch Fluglehrer<br />
Richard, der die Formation anführt.<br />
Außer einer Bord-zu-Bord-Frequenz<br />
weist er alle an, die 130.000 MHz zu<br />
rasten. Auf dieser Welle verständigen<br />
sich alle Piloten in der zerklüfteten<br />
Topografie der Region selbstständig<br />
über Positionen, Absichten und Flugrouten,<br />
weil FIS in dieser Gegend<br />
nicht überall verfügbar ist.<br />
Nach Verlassen der Platzrunde<br />
folgen wir dem Tal zwischen den<br />
Gebirgsmassiven Chartreuse und<br />
Bauges in südöstlicher Richtung. Die<br />
unter uns verlaufende Autobahn nach<br />
Grenoble bietet eine gute Orientierung.<br />
Wo sie nach wenigen Minuten<br />
auf den Fluss Isère und den Abzweig<br />
nach Albertville trifft, öffnet sich nach<br />
Osten ansteigend der Blick in ein<br />
zunächst weites Tal. Spätestens auf<br />
halber Strecke dorthin ist ordentlich<br />
Steigen angesagt, denn die Stadt<br />
markiert etwa die Hälfte der Strecke<br />
zum Mont Blanc. Allerdings deckelt<br />
das französische Recht die Flughöhe<br />
für ULs auf 10 000 Fuß – zu wenig für<br />
einen Überflug des Berges. Schon die<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 39
[ UL/LSA Reise ]<br />
[ 1 ] [ 2 ]<br />
Foto: Denise Pfeiler<br />
[ 3 ]<br />
[ 1 ] Nach dem ersten Ausflug: Die gesellige Pilotenrunde harrt hungrig des Menüs der Flugplatzbar. [ 2 ] Abenteuerliche „Altisurface“ von Valloire-Bonnenuit:<br />
Trotz 280 Meter kurzer Bahn haben es auch drei VL-3 Evolutions hierher geschafft. [ 3 ] Richard Gouble in seinem Element: Der erfahrene Gebirgsfluglehrer<br />
brachte seine Gäste stets sicher an die entlegendsten Landeplätze. [ 4 ] Fliegerisches Highlight: Ausblick auf die karstigen Felsformationen des Mont Blanc.<br />
[ 4 ]<br />
40 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Flugfreudige Franzosen: In den Savoyen wimmelt es vor<br />
kleinen, unscheinbaren Landeplätzen, die man ohne gründ -<br />
liches Training besser nicht versuchen sollte anzufliegen.<br />
Aiguille des Glaciers, die auf dem<br />
Weg liegt, ist höher. Nordwestlich<br />
ihres Gipfels folgen wir dem Kamm,<br />
der Frankreich hier von Italien trennt,<br />
bis das gewaltige Bergmassiv schließlich<br />
rechts vor uns auftaucht. Halbkreisförmig<br />
können wir nun die Westseite<br />
der beeindruckendsten europäischen<br />
Erhebung bestaunen, ehe wir<br />
den Rückflug antreten.<br />
ABENTEUER ALTIPORT<br />
Auf dem biegt Richard immer wieder<br />
in südlich abzweigende Seitentäler<br />
ab, um einen Ausblick auf die nächsten<br />
Tage zu bieten. Wir überfliegen<br />
Méribel, Courchevel und noch einige<br />
Altisurfaces – kleine Gebirgslandestreifen,<br />
die keine offiziellen Verkehrslandeplätze<br />
sind. Der Blick darauf ruft<br />
mir schmerzhaft in Erinnerung, dass<br />
ich am Folgetag bereits im Zug Richtung<br />
Heimat sitzen werde. Um mein<br />
Leid wenigstens ein bisschen zu<br />
lindern, lädt mich Richard nach der<br />
Landung in Challes zu einem erneuten<br />
Start nach Méribel und Courchevel<br />
ein. Mit 537 Metern Bahnlänge<br />
bei bis zu 19 Prozent Steigung zählt<br />
der Platz in Courchevel zu den gefährlichsten<br />
der Welt. Und selbst<br />
Méribel, das wir zuerst anfliegen, hat<br />
es in sich. Zwar steigt die Bahn dort<br />
flacher an, ist aber deutlich kürzer.<br />
Gefahrenlage und Anflugverfahren<br />
gleichen sich jedoch bei all diesen<br />
Plätzen: Weil das Gelände weder<br />
spätes Abdrehen noch Go-arounds<br />
zulässt, muss schon im langen Endanflug<br />
alles passen.<br />
Dazu wird, nach dem Rasten der<br />
Platzfrequenz, das Ziel zunächst hoch<br />
von rechts an- und dann diagonal<br />
überflogen, Méribel in gut 6000 Fuß.<br />
Der Funk ist an diesen Plätzen nicht<br />
immer besetzt, über vielleicht abfliegenden<br />
Verkehr muss man sich also<br />
ebenso selbst vergewissern wie über<br />
die Windrichtung. Gelandet wird<br />
immer bergan. Dazu geht es zunächst<br />
eine gute Meile outbound, an deren<br />
Ende Klappenstellung, Trimmung und<br />
Fahrt angepasst sein müssen. Denn<br />
nach zweimaligem Eindrehen in den<br />
Quer- und den Endanflug passt entweder<br />
alles – oder man dreht ab!<br />
Wir kommen exakt mit Tempo 100<br />
und der zweiten Klappenstufe hin,<br />
für einen Gleitwinkel um drei Grad<br />
darf das Gas allerdings nur moderat<br />
zurückgenommen werden, weil in<br />
dieser Höhe von den 100 Rotax-Pferdchen<br />
nicht mehr allzu viele übrig<br />
bleiben. Die Folgen, dass hier mindestens<br />
eine Einweisung zwar für<br />
PPL-, nicht aber für UL-Piloten gesetzlich<br />
verlangt wird, können wir<br />
nach der Landung mit einem Blick<br />
unter das Hangartor hindurch betrachten:<br />
Es verbirgt ein High-Performance-UL,<br />
dessen Pilot seinen<br />
versemmelten Anflug mit einem Goaround<br />
retten wollte. Über die ansteigende<br />
Bahn und den Zaun mit<br />
Erdwall an deren Ende hinweg hatte<br />
es noch so eben gereicht – weiter<br />
nicht. Nur die versetzt dahinter in den<br />
Bergwald geschlagene Schneise für<br />
einen Golfplatz hatte der Besatzung<br />
das Leben gerettet. In Courchevel,<br />
das wir als Nächstes anfliegen, wäre<br />
sie möglicherweise noch früher gecrasht.<br />
COURCHEVEL UND MEHR<br />
Denn will man dort nicht mit dem<br />
Bugrad in den Bahnanstieg donnern,<br />
muss das Hauptfahrwerk schon unmittelbar<br />
hinter der Schwelle aufsetzen.<br />
„Deshalb im Anflug hier immer<br />
auf das Grüne vor der Bahn zielen“,<br />
mahnt Richard. Bei unserer Rückkehr<br />
nach Challes begegnen wir dort zwei<br />
flugbegeisterten Aéroport-Gendarmen.<br />
In erkennbarer Sorge um ein baldiges<br />
Ende gesetzlicher Freiheiten der UL-<br />
Fliegerei bitten sie mich, unsere<br />
Leser bloß nicht zu solchen Ausflügen<br />
ohne Begleitung einweisungsberechtigter<br />
Fluglehrer zu animieren.<br />
Von denen hat Richard für den<br />
folgenden Morgen gleich noch zwei<br />
einbestellt. Nach einer theoretischen<br />
Einweisung fliegt die Gruppe zunächst<br />
nach Albertville, von dort aus geht<br />
es – immer je ein Pilot mit FI – zu den<br />
Altiports. Fürs Erste ist neben Megève<br />
und Meribel noch Courchevel<br />
mit je zwei Landungen geplant. Auch<br />
das südlich von Grenoble gelegene<br />
L‘Alpe d‘Huez mit einer 448 Meter<br />
kurzen Bahn wird angesteuert. Wer<br />
mag, kann das Programm am Folgetag<br />
noch um Valloire-Bonnenuit aufstocken;<br />
die Altisurface soll mit ihren<br />
270 ansteigenden Bahnmetern den<br />
krönenden Abschluss bilden.<br />
Da sitze ich nach elfstündiger Zugfahrt<br />
längst wieder im Büro, die Damen<br />
schwärmen mir nun nach ihrem<br />
Shopping-Aus-Flug ins nahe Annecy<br />
telefonisch von ihrer fliegerischen<br />
Lernkurve vor. Dass sich die VL-3 für<br />
schnelle Reisen eignet, wussten sie<br />
zuvor. Dass der Flieger zu weit mehr<br />
taugt, als nur schnell von A nach B<br />
zu kommen – daran gibt’s nun auch<br />
bei mir keine Zweifel mehr. ae<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 41
[ KOLUMNE ]<br />
Als Dr. Spornrad beleuchtet ein Kenner der Szene exklusiv für den <strong>aerokurier</strong> die großen und kleinen Geheimnisse der GA<br />
Rendite kontra Sicherheit<br />
Schön und gut, wenn sich Verwaltungsbeamte bei der Genehmigung von Windkraftanlagen<br />
an Vorschriften halten, findet unser Kolumnist. Was aber, wenn die Vorschriften mit der<br />
Realität wenig zu tun haben, weil die Hindernisse nicht mehr fest, sondern beweglich sind?<br />
Illustrationen: Harald Hornig<br />
Früher biste nur gegen ein Hindernis geflogen,<br />
heute erschlagen die dich auch<br />
noch!“, hat mir mal ein alter Fluglehrer<br />
scherzhaft gesagt. Leider sehe ich heute den<br />
Tag immer näher kommen, wo genau das in<br />
fetten Schlagzeilen der Regenbogenpresse zu<br />
finden sein wird. Und jetzt kommt der nächste<br />
Tsunami – genannt „Repowering“ – auf die<br />
Flugplätze mit bereits vorhandenen dynamischen<br />
Luftfahrthindernissen zu. Bislang unter<br />
100 Meter genehmigungsfrei, kommen derartige<br />
Hindernisse jetzt in die Genehmigungspflicht,<br />
und die freundlichen Landesluftfahrtbehörden<br />
müssen beteiligt werden.<br />
Mal zu den Basics: Die ganze Windkraftanlagenbranche<br />
scheint besser zu funktionieren<br />
als die Mafia zuzeiten Al Capones. Die<br />
weichen Kosten sollen deutlich höher als die<br />
Gestehungskosten liegen. Will sagen, irgendjemand<br />
hält für irgendetwas immer irgendwo<br />
die Hand auf und profitiert davon. Immense<br />
Summen für Pachtverträge machen Landwirte<br />
mit wenig fruchtbarem Ackerland quasi über<br />
Nacht zu Windmühlen-Millionären. Die EU<br />
veredelt das Gelände noch mit einer Prämie<br />
für die Nichtbewirtschaftung. Preisabsprachen<br />
zwischen Herstellern für Generatoren, Propeller<br />
und Bauwerk gelten schon lange als branchenüblich.<br />
Und so wundert sich niemand,<br />
dass das dynamische Hindernis auch im<br />
Innenverhältnis – also dem Verhältnis beteiligter<br />
Gesellschafter zueinander – sehr dynamisch<br />
ist. Dem Investor ist das auch egal, für<br />
ihn rechnet es sich dank der Einspeisungsgesetze<br />
ja auch so. Können die ja von mir aus<br />
auch alle machen, denn „die Mutti“ hat das<br />
ja auch so gewollt. Mir obliegt es nicht, die<br />
Energiewende zu kritisieren, ich<br />
will nur fliegen. Mit „nur fliegen“<br />
meine ich aber auch,<br />
dass ich sicher fliegen will.<br />
Wild um sich drehende<br />
Windkraftanlagen<br />
mit Gesamthöhen von<br />
mehr als 250 Metern<br />
im direkten Bereich von<br />
Platzrunden und Anflugsektoren<br />
sind aber<br />
alles andere als der Sicherheit<br />
förderlich! Leider<br />
haben unsere Politiker nur<br />
sehr homöopathisch an die<br />
Luftfahrt und an Flugplätze gedacht.<br />
Die aktuell verfügbaren Empfehlungen für<br />
Verwaltungen, wie weit Windkraftanlagen von<br />
Flugplätzen entfernt sein müssen, ergeben<br />
sich aus den NfL 92/13: Für Queran- und -abflug<br />
sind es 850 Meter, im Gegenanflug gerade<br />
mal 400 Meter. Nun fliegen wir mal bei<br />
Begegnungsverkehr einen Vollkreis und messen<br />
den Durchmesser. Langen 400 Meter?<br />
Langen 800 Meter? Nein – das wird ziemlich<br />
in die Hose gehen. Platzrunden werden nach<br />
ICAO-Standard in 800 bis 1000 Fuß über Grund<br />
geflogen. Die modernen Windkraftanlagen<br />
erreichen schon heute spielend 750 bis 850<br />
Fuß – Tendenz steigend. Hindernisse müssen<br />
gemäß SERA aber mit einem Abstand von 150<br />
Metern passiert oder mit 150 Meter Höhenreserve<br />
überflogen werden.<br />
So, nun schleppe ich mal<br />
ein Segelflugzeug. Wie sieht<br />
es denn dann bei einem Notfall<br />
oder Ausweichmanöver<br />
aus? Muss ich künftig erstmal<br />
bei Red Bull ’ne Air-<br />
Race-Berechtigung erwerben,<br />
um einen Flugplatz<br />
sicher anfliegen zu<br />
können? Es grollt in mir,<br />
denn wer vor 20 Jahren<br />
bei Sichtminima überland<br />
geflogen ist, konnte das gut<br />
überleben, weil sicher. Heute<br />
sind derartige Vorhaben fast nicht<br />
mehr möglich, da diese Spargel ja<br />
auch dank Landschaftsschützer auch noch<br />
farblich passend in die Umgebung gestellt<br />
werden. Das bisschen Farbmarkierung am<br />
Spargel erkennst du gerade mal vor dem Aufschlag!<br />
Die wild um sich schlagenden Rotorblätter<br />
noch weniger.<br />
Aber was tun? Hinter jeder Windkraftanlage<br />
steckt der Gedanke, damit möglichst viel<br />
Rendite zu erwirtschaften. Uns wird über die<br />
Politik vorgegaukelt, dass das der Natur nutzt.<br />
Toll, nur die Rechnung darf nicht auf Kosten<br />
der Luftfahrt gemacht werden. Mein Aufruf<br />
geht hier an alle, die mit Anträgen auf Neuerrichtung<br />
oder Repowering bestehender<br />
Anlagen betroffen<br />
sind. Wir brauchen speziell<br />
in unserem An- und Abflugbereich<br />
sowie weit<br />
über die reguläre Platzrunde<br />
hinaus einen sicheren<br />
Flugraum, in dem jederzeit<br />
anderen Flugzeugen ausgewichen<br />
werden kann. Es<br />
braucht Mut, sich gegen die<br />
Windkraftlobby durchzusetzen<br />
– und Verwaltungsfachleute,<br />
die bereit sind, mal ein<br />
Vorhaben abzulehnen, anstatt<br />
sich an Strohhalme längst<br />
überholter Verwaltungsvorschriften<br />
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[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
ZUKUNFT FÜR DIE HISTORIE<br />
Mit modernen Technologien wie dem Reverse Engineering<br />
ist der Weg zur Reproduktion von Oldie-Ersatzteilen frei.<br />
Lars Reinhold,<br />
Redaktionsleiter<br />
<strong>aerokurier</strong><br />
Als der Deutsche Philosoph Odo Marquard begann,<br />
seine Denkschriften unter dem Titel „Zukunft braucht<br />
Herkunft“ zu veröffentlichen, hatte er dabei ganz sicher<br />
nicht das Reverse Engineering im Sinn. Dennoch passt<br />
das Statement dazu ganz hervorragend. Manch ein<br />
historisches Flugzeug hat nämlich nur aus dem Grund<br />
eine Zukunft bekommen, weil findige Ingenieure dessen<br />
Vergangenheit – oder zumindest der seiner Einzelteile<br />
– nachspürten und ein nicht mehr aufzutreibendes<br />
Ersatzteil nach historischer Vorlage reproduzierten.<br />
Tatsächlich macht es diese Technologie möglich, Teile,<br />
die aufgrund eingestellter Produktion nicht mehr verfügbar<br />
sind, mit einigem Aufwand, aber zu überschaubaren<br />
Kosten herzustellen. Ab der nächsten Seite erklären wir<br />
im Detail, wie das Ganze funktioniert.<br />
Mit „altem“ Material und seinen Wehwehchen hat auch<br />
Mirko Fahlbusch oft genug zu tun. Mit seiner „Aircraft<br />
Ambulance“, die wir im Special vorstellen, ist er in<br />
ganz Deutschland auf Flugplatzfesten unterwegs und<br />
hilft Piloten unkompliziert vor Ort. Ein interessantes<br />
Konzept für mobile Maintenance.<br />
Schließlich zeigen wir mit dem Berufsporträt des<br />
Fluggerätmechanikers, welche Jobchancen die Maintenance<br />
bietet – und liefern mit dem Branchenspiegel<br />
gleich noch die Liste der potenziellen Arbeitgeber in<br />
Deutschland, Österreich und der Schweiz.<br />
Inhalt<br />
4 Reverse Engineering<br />
Die Neuanfertigung von historischen<br />
Ersatzteilen nach Plänen<br />
oder Vorlagen wird dank neuer<br />
Methoden möglich und bezahlbar<br />
10 Beruf Fluggerätmechaniker<br />
<strong>aerokurier</strong>-Autor Frank Martini<br />
schaut Fachleuten für die Flugzeug<br />
wartung über die Schulter<br />
14 Aircraft Ambulance<br />
Wenn auf einem Fly-in ein Flugzeug<br />
technische Probleme hat,<br />
ist Mirko Fahlbusch zur Stelle<br />
20 Branchen-Guide 2<strong>01</strong>7<br />
Maintenance-Betriebe in<br />
Deutschland, Österreich und<br />
der Schweiz<br />
Fotos: mps-Fotostudio, Melih Ömür/Porta Air Service Titelfotos: Lars Reinhold, Marino Boric<br />
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Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7 3
[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
Reverse Engineering<br />
SCANNEN<br />
DRUCKEN<br />
GIESSEN<br />
TEXT UND FOTOS: Marino Boric<br />
Wenn historisches „Geflügel“<br />
lahmt und Originalteile für<br />
die Reparatur nicht mehr<br />
aufzutreiben sind, ist das oft<br />
gleichbedeutend mit dem<br />
Ende. Moderne Technologien<br />
ermöglichen inzwischen<br />
den Nachbau vieler Teile in<br />
Originalqualität.<br />
Die Gussform entsteht im<br />
3D-Druck mit Sand und<br />
einer speziellen Harz-<br />
Härter-Kombination.<br />
Die Beschaffung von Ersatzteilen<br />
ist in der Luftfahrt<br />
nicht immer einfach – und<br />
meist teuer. Vor allem, wenn<br />
es sich nicht um gängige Muster<br />
handelt. Geht es gar um Teile alter<br />
oder seltener Flugzeuge, ist es mitunter<br />
unmöglich, das passende Stück<br />
aufzutreiben. Für manch historisch<br />
bedeutende Maschine endet aus<br />
diesem Grund die aktive Dienstzeit.<br />
Sie landet bestenfalls im Museum,<br />
schlimmstenfalls auf dem Flugzeugfriedhof.<br />
Doch es gibt Abhilfe: Mittels<br />
Reverse Engineering ist es heute<br />
möglich, Teile originalgetreu zu<br />
reproduzieren. Selbst wenn viele<br />
Jahrzehnte nach Auslaufen einer<br />
Produktion Gießformen von Teilen<br />
nicht mehr vorhanden sind und/oder<br />
eine erneute Serienproduktion aus<br />
Kostengründen nicht mehr möglich<br />
ist, hilft diese Technologie.<br />
Hinter dem Begriff „Reverse Engineering“<br />
verbirgt sich eine Art<br />
umgekehrte Entwicklung. Anhand<br />
eines existierenden, industriell gefertigten<br />
Produktes oder seiner Teile<br />
schafft man ein neues Produkt, das<br />
so gut wie exakt dem Originalteil<br />
entspricht. Dabei geht es nicht allein<br />
um den Herstellungsprozess an sich,<br />
sondern auch um strategische Überlegungen,<br />
wie diese Wiederherstellung<br />
ablaufen muss. Mit dem einfachen<br />
Kopieren des Teils ist es nicht getan,<br />
obwohl dank des Einsatzes moderner<br />
Technologien wie 3D-Scan-Designersoftware<br />
fast alles machbar ist. Teilweise<br />
sogar mit wesentlich besseren<br />
Eigenschaften, als sie die ursprünglichen<br />
Komponenten aufwiesen.<br />
Doch hier liegt eine der Herausforderungen,<br />
denn eine Verbesserung<br />
der Eigenschaften ist in der Luftfahrt<br />
meist nicht erwünscht, da die Teile<br />
den Zertifizierungsnormen zum Zeitpunkt<br />
der ursprünglichen Herstellung<br />
entsprechen müssen. Nutzt man das<br />
Reverse Engineering zum gewerblichen<br />
Nachbau von Teilen, sind<br />
zudem umfangreiche Schutzrechte<br />
und die entsprechenden Lizenzbedingungen<br />
zu beachten. Teile<br />
für Experimental-Flugzeuge können<br />
besser, leichter und preiswerter<br />
nachgebaut werden, da in einem<br />
solchen Fall weniger rechtliche<br />
Normen zu beachten sind.<br />
Grundsätzlich gilt, dass die Herstellung<br />
von zertifizierten Teilen nach<br />
OEM-Normen (Original Equipment<br />
Manufacturer) gemäß der der<br />
4 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
ursprünglichen Teile erfolgen muss.<br />
Es kann zwar eine Verbesserung durch<br />
den Einsatz moderner Technologien<br />
geschehen, allerdings bedarf dies der<br />
Zustimmung des OEM und der zuständigen<br />
Zulassungsbehörden, sonst<br />
droht ein Verlust der Zulassung.<br />
Ein konkreter Fall, entdeckt beim<br />
jüngsten AirVenture in Oshkosh,<br />
eignet sich für eine beispielhafte<br />
Erklärung des Reverse-Engineering-<br />
Prozesses: Für einen in Frankreich<br />
zugelassenen Doppeldecker vom Typ<br />
Stampe SV.4 entsteht ein Renault-<br />
Motorgehäuse neu. Die französischen<br />
Firmen Ventana und Vintair stellen<br />
dafür das Kurbelgehäuse her. Ventana<br />
ist ein bedeutender Luft- und<br />
Raumfahrt-Subunternehmer in Frankreich,<br />
der in vier Gießereianlagen<br />
mit Hochpräzisionsbearbeitung und<br />
Blechfertigung viele der erforderlichen<br />
Bereiche des Nachbaus von Teilen<br />
abdeckt. Das kleine Reverse-Engineering-Unternehmen<br />
Vintair ist auf<br />
Oldtimer und Liebhaberflugzeuge<br />
spezialisiert und kann mit seinen<br />
Technikern auch komplette Oldtimermotoren<br />
reproduzieren. Das neue<br />
Kurbelgehäuse ist nur ein Beispiel<br />
dafür, was durch Nutzung moderner<br />
Techniken und Technologien möglich<br />
ist und wie eine Vielzahl nicht mehr<br />
existierender Teile neu hergestellt<br />
werden kann.<br />
Die Stampe SV.4 wurde von 1946<br />
bis in die frühen 50er Jahre in Frankreich<br />
nach einem belgischen Design<br />
aus dem Jahr 1936 in über 850 Exemplaren<br />
in Lizenz gebaut. Von dem<br />
schönen, kunstflugfähigen Doppeldecker<br />
existieren derzeit noch etwa<br />
200 Stück, die entweder flugfähig oder<br />
nahe an diesem Zustand sind. Ein<br />
Renault-Reihenmotor vom Typ PO3<br />
oder PO5 mit 145 PS diente den<br />
Lizenzbauten als Antrieb. Doch<br />
viele dieser Aggregate wiesen nach<br />
einer bestimmten Anzahl von Flugstunden<br />
Ermüdungsrisse im aus<br />
Aluminium gefertigten Kurbelgehäuse<br />
auf. Es musste Ersatz her, damit<br />
die Stampe SV.4 noch weiter fliegen<br />
kann. Schweißreparaturen schienen<br />
wegen Verunreinigung des Materials<br />
und Korrosion nicht sinnvoll, daher<br />
beschlossen Ventana und Vintair,<br />
Ersatz-Kurbelgehäuse mittels Reverse<br />
Engineering herzustellen.<br />
Mit einem hochpräzisen optischen<br />
Scanner tastete man die sichtbaren<br />
Flächen des vorhandenen Motorblocks<br />
ab und kreierte eine „Punktewolke“<br />
mit einer Genauigkeit von 0,02 Millimetern.<br />
Die internen Hohlräume und<br />
Kanäle erfassten die Experten mit<br />
Hilfe eines Tomografieverfahrens, wie<br />
es in der Medizin zum Einsatz kommt.<br />
Eine spezielle Software ermöglichte<br />
es, die Oberflächen zu interpolieren<br />
und die Konstruktionsprinzipien sowie<br />
die Geometrie des Teils neu zu<br />
erstellen.<br />
Für Daten, die der Scanner nicht<br />
erfassen konnte, führte man eine<br />
detaillierte Funktionsanalyse durch,<br />
die eine sorgfältige Messung der<br />
NACHBAUTEN MÜSSEN OEM-NORMEN ENTSPRECHEN –<br />
SELBST WENN SIE VIEL BESSER SEIN KÖNNTEN<br />
angrenzenden Teile bedingte. Ein<br />
wichtiger Schritt in diesem Prozess<br />
ist die CAD-Modellerstellung (Computer<br />
Aided Design), die Daten aus<br />
dem Digitalisierungsschritt verwendet.<br />
Falls Zeichnungen vorhanden<br />
sind, können sie in diesem Schritt<br />
ebenfalls nützliche Informationen<br />
Diese neuen Bremstrommeln<br />
für die<br />
Junkers Ju 52 entstanden<br />
mittels Reverse<br />
Engineering.<br />
Ein defektes Altteil<br />
(unteres Foto) diente<br />
als Vorlage.<br />
Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>6 5
[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
Nicht immer gelingt es, die<br />
Zusammensetzung der<br />
Originallegierung für den<br />
Guss zu reproduzieren.<br />
liefern. Wenn kein Originalteil oder<br />
keine Originalzeichnung vorhanden<br />
ist, ist es auch möglich, ein neues<br />
Design unter Verwendung von<br />
Informationen aus Bildmaterial und<br />
Berücksichtigung der angrenzenden<br />
Teile zu formen. In diesem Schritt<br />
können bekannte Schwachstellen des<br />
Originalbauteils, beispielsweise durch<br />
Verwendung einer besseren Metalllegierung<br />
oder leicht geänderter<br />
Geometrie der Teile, korrigiert<br />
werden. Je nach durchgeführten<br />
Veränderungen bedarf dies allerdings<br />
der Genehmigung der Luftfahrtbehörden.<br />
Ist die Originallegierung unbekannt,<br />
ist eine Materialanalyse nötig. Dazu<br />
kommt ein Massenspektrometer zum<br />
Einsatz. Falls möglich, prüft man auch<br />
die mechanische Festigkeit des<br />
Originalteils. Bei der Stampe war es<br />
beispielsweise nicht möglich, die<br />
genaue Zusammensetzung des<br />
Originalmaterials, aus dem das<br />
Kurbelgehäuse gefertigt ist, zu<br />
bestimmen. Deswegen entschied man<br />
sich beim Nachbau für eine hochwiderstandsfähige<br />
Aluminiumlegierung<br />
– was eine Materialverbesserung<br />
mit sich brachte, die der Gesetzgeber<br />
absegnen musste. Dafür ist der<br />
Eigentümer des Teils verantwortlich.<br />
Da es sich beim Originalteil um<br />
ein im Sandgussverfahren hergestelltes<br />
Werkstück handelt, kommt diese<br />
Technik auch beim reproduzierten<br />
Teil zum Einsatz. Nach der Validierung<br />
nutzt man das CAD-Modell zur<br />
Gestaltung der Gießform. Dabei wird<br />
eine Software verwendet, die den<br />
Fluss des geschmolzenen Metalls in<br />
der Form simuliert und die<br />
Temperaturgradienten sowie die<br />
Metallschrumpfung voraussagt. Dadurch<br />
vermeidet man Gießtests, was<br />
Zeit spart und die Entwicklungskosten<br />
senkt.<br />
Diese Phase endet mit dem Sandgussformen-Design<br />
– ein Schritt, der<br />
viel Erfahrung in der Gusstechnik<br />
voraussetzt, insbesondere, wenn es<br />
um dünnwandige Teile geht. Im<br />
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Wenn die Teile fertig gegossen sind, werden sie mechanisch und optisch auf<br />
Genauigkeit und beispielsweise mit Röntgenstrahlung auf ihre Struktur geprüft.<br />
Heiße Sache: Schutzausrüstung ist beim Gießen in der Großserie<br />
wie auch bei der Produktion von Einzelstücken obligatorisch.<br />
maschine die Druckformen und<br />
Kerne her. Bei dieser neuen Technik<br />
erfolgt das Drucken der Gießformen<br />
durch additive Schichtablagerungen.<br />
Ein groß dimensionierter Druckkopf,<br />
der sich horizontal bewegt, bringt<br />
eine Komponente eines Spezialharzes,<br />
den Harzkatalysator, auf den ebenfalls<br />
mit einer Harzkomponente vermischten<br />
Sand auf.<br />
Vorher wurde dieser auf der sogenannten<br />
Job Box, einem sich vertikal<br />
bewegenden Tisch, aufgetragen.<br />
Die Stärke dieser Sandschicht variiert<br />
je nach gewünschter<br />
Genauigkeit<br />
und<br />
der gewählten<br />
Herstellungsgeschwindigkeit<br />
zwischen 0,3 und 1<br />
Millimeter. Die dünne Sandschicht<br />
erstarrt dort, wo sie mit dem Harzkatalysator<br />
in Kontakt kommt.<br />
Der lose, nicht benetzte Sand bleibt<br />
zunächst auf dem Tisch. Er hilft die<br />
nachfolgenden Schichten zu tragen,<br />
sodass man Gewölbe und bogenförmige<br />
Geometrien bilden kann. Nach<br />
Besprühung einer Schicht senkt man<br />
den Tisch jedes Mal für die nächste<br />
Sandlage ab. Weitere Sprühzyklen<br />
starten, bis die letzte, oberste Schicht<br />
des Teiles die Produktion komplettiert.<br />
Einfaches Abklopfen löst nach dem<br />
Druckvorgang den nicht benetzten<br />
Sand. Um Zeit und Ressourcen zu<br />
sparen, entstehen auf der Job Box in<br />
einem Vorgang mehrere Formteile.<br />
In Abhängigkeit ihrer Beschaffenheit<br />
und Größe nimmt der Druckprozess<br />
SIMULATIONEN VERMEIDEN ZEIT- UND<br />
KOSTENINTENSIVE GIESSPROBEN<br />
tost_anz_dt_allgemein_215x78_0415_Layout 1 09.04.15 16:15 Seite 1<br />
einige Stunden bis mehrere Tage in<br />
Anspruch. Auf einer Niederdruck-<br />
Gießstation fließt schließlich geschmolzenes<br />
Metall über ein komplexes<br />
Zuführungsnetz in die Form.<br />
Sobald die Form abgekühlt ist, werden<br />
der Formgebende Sand abgestrahlt<br />
und die Zuführungskanäle<br />
entfernt. Es folgt eine erste Inspektion,<br />
die auf digitaler Abtastung,<br />
Radiografie und weiteren Kontrollen<br />
basiert. Um die gewünschten mechanischen<br />
Endeigenschaften zu<br />
erreichen, werden Leichtmetalllegierungen<br />
üblicherweise wärmebehandelt.<br />
Da der Gießprozess selbst<br />
identisch ist mit dem Verfahren bei<br />
herkömmlichen Formen, ist das Endprodukt<br />
ebenfalls identisch.<br />
Das Ventana-Werk in Narcastet ist<br />
für die Nachbearbeitung des gegossenen<br />
und als fehlerfrei<br />
befundenen<br />
Rohlings zuständig.<br />
Mit Hilfe der im<br />
Digitalisierungsprozess<br />
gewonnenen Daten können<br />
CNC-Maschinen präzise die notwendigen<br />
Bohrungen setzen und überschüssiges<br />
Material entfernen.<br />
Das neue Teil wird schließlich<br />
zerstörungsfreien Prüfungen unterzogen.<br />
Die Untersuchung findet gemäß<br />
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[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
Das Endergebnis: Ob Kurbelgehäuse oder Zylinderkopf – heute<br />
lässt sich beinahe jedes Teil reproduzieren.<br />
Die Stampe SV.4 ist noch immer ein gern geflogener Doppeldecker. Dank<br />
Reverse Engineering ist der Nachschub von Ersatzteilen gesichert.<br />
der Spezifikationen der Auftraggeber<br />
mittels Röntgenstrahlen und der fluoreszierenden<br />
Farbeindringprüfung<br />
statt, um mögliche Fehler innerhalb<br />
des Materials aufzuspüren.<br />
Der finanzielle und zeitliche Aufwand<br />
ist bei Reverse-Engineering-<br />
Prozessen schwer zu quantifizieren,<br />
da er von einer Vielzahl von Faktoren<br />
beeinflusst wird. So hängt er beispielsweise<br />
von der Beschaffenheit des<br />
wiederherzustellenden Teils und der<br />
Qualität der Originalvorlagen ab.<br />
Eine Komponente aus dem hier<br />
geschilderten Prozess ist teurer als<br />
ein Originalteil, das mit klassischen<br />
Methoden in Großserie entsteht. Dafür<br />
ist aber der Herstellungsprozess<br />
wesentlich preiswerter als die<br />
Wiederaufnahme einer traditionellen<br />
Serienerstellung. Besonders bei kleinen<br />
Stückzahlen spart man, weil<br />
klassische Negativformen nicht nötig<br />
sind, die für Großserien bis zu mehreren<br />
hunderttausend Euro kosten<br />
können. Das geschilderte Verfahren<br />
– gedruckte Sandform und Guss – ist<br />
auch erheblich günstiger als das<br />
Additive-Layer-Manufacturing-Verfahren,<br />
kurz ALD, wo Laserstrahlen<br />
Metallpulver direkt in dünnen Schichten<br />
aufschmelzen. ALD ist einfacher,<br />
da keine Gießformen nötig sind, aber<br />
mit derzeitigen Kosten von etwa 30<br />
Euro pro Kubikzentimeter Material<br />
DIREKTER 3D-DRUCK VON METALLTEILEN IST MÖGLICH,<br />
WÜRDE PRO MOTORGEHÄUSE ABER 45 000 EURO KOSTEN.<br />
Ohne moderne CAD-<br />
Programme wäre das<br />
Reproduktionsverfahren<br />
undenkbar.<br />
erheblich teurer. Ein Motorgehäuse<br />
läge preislich bei 1500 Kubikzentimeter<br />
Berechnungsvolumen pro<br />
Exemplar etwa bei 45 000 Euro.<br />
Bisher bedeutete das Fehlen von<br />
Ersatzteilen nicht selten das Ende für<br />
historische Flugzeuge. Mit dem<br />
neuen Verfahren kann man bei Bedarf<br />
zu überschaubaren Kosten Ersatz<br />
beschaffen. Auch Kleinserien sind<br />
erschwinglich. Das Motorgehäuse der<br />
Stampe ist nur ein Beispiel.<br />
Ähnlich baute man auch eine<br />
Bremstrommel der Ju 52 nach, die<br />
nicht mehr erhältlich war. Beschädigte<br />
Altteile kamen als Vorlage zum<br />
Einsatz.<br />
In den USA und in Europa existieren<br />
sogar Projekte, die mit Hilfe des<br />
beschriebenen Verfahrens in den<br />
kommenden zwei bis drei Jahren<br />
ganze Flugzeuge herstellen wollen.<br />
So baut beispielsweise Replic Air aus<br />
Toulouse in Frankreich das schon vor<br />
dem Erstflug zerstörte Jagdflugzeug<br />
Le Dewoitine D551 nach<br />
(www.replicair.fr). Bei solchen<br />
Großprojekten sind<br />
die Zellen und Flächen<br />
relativ leicht nachzubauen,<br />
geschehen beispielsweise bei der<br />
Junkers F 13 von Rimowa. Nicht existierende<br />
Fahrwerks- und Motorteile<br />
können indes Probleme bereiten.<br />
Genau hier kann Reverse Engineering<br />
helfen.<br />
Die Grenzen der Methode liegen<br />
derzeit in der möglichen Größe der<br />
Job Box. Auch Software und Prüftechniken<br />
müssen weiterentwickelt und<br />
angepasst werden. Bisher gibt es nur<br />
eine Handvoll Firmen weltweit, die<br />
dieses Verfahren anwenden. Der<br />
Fortschritt beim 3D-Druck dürfte das<br />
aber perspektivisch ändern. ae<br />
8 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
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Handwerk in Reinform<br />
Man kann alles<br />
reparieren<br />
Fluggerätmechaniker haben ein vornehmliches Ziel: Ausfälle von<br />
Flugzeugen zeitlich so weit wie möglich zu begrenzen. Zügiges,<br />
aber trotzdem genaues Arbeiten sind in dem Beruf also gefragt.<br />
W<br />
N<br />
Fluggerät-<br />
O<br />
mechaniker<br />
SERIE BERUFE<br />
S<br />
Fluggerätmechaniker sind<br />
auch ein bisschen so etwas<br />
wie die „Gelben Engel“ der<br />
Luftfahrt. Vergleichbar mit dem<br />
Kfz-Mechaniker ist ihr Beruf trotzdem<br />
nicht. Denn während moderne<br />
Autos über eine Fülle elektronischer<br />
Komponenten in der Motorund<br />
Antriebssteuerung verfügen,<br />
funktionieren die wesentlichen<br />
Systeme in Flugzeugen, insbesondere<br />
denen der Allgemeinen Luftfahrt,<br />
noch vielfach mechanisch.<br />
Einen Laptop an eine Schnittstelle<br />
anschließen und die nötigen<br />
Arbeiten – oft genug ein bloßer<br />
Teileaustausch – anhand eines<br />
ausgelesenen Fehlerprotokolls<br />
erledigen, das funktioniert bei<br />
Flugzeugen nicht. Und genau das<br />
macht die Arbeit des Fluggerätmechanikers<br />
so reizvoll.<br />
Einen entsprechend zertifizierten<br />
Ausbildungsbetrieb vorausgesetzt,<br />
wird dabei auch der prak-<br />
tische Umgang mit klassischen<br />
Metallbearbeitungsmaschinen wie<br />
Drehbänken und Fräsen vermittelt.<br />
Daher ist die Ausbildung eine gute<br />
Basis für Tätigkeiten auch außerhalb<br />
der Luftfahrtbranche,<br />
wenngleich Fluggerätmechaniker<br />
durchaus gesucht werden. Viele<br />
der meist kleineren und mittelständischen<br />
Betriebe bilden deswegen<br />
primär für den eigenen Bedarf aus.<br />
Beruf mit Perspektive<br />
„Wir versuchen eigentlich immer,<br />
unsere Azubis auch weiterzubeschäftigen“,<br />
sagt Jörn Claassen,<br />
Chef des Flugzeugservice<br />
Claassen am Flugplatz Essen/<br />
Mülheim, der derzeit zwei Lehrlinge<br />
zum Fluggerätmechaniker<br />
ausbildet. „Manchmal wollen die<br />
jungen Leute aber auch etwas<br />
anderes probieren und verlassen<br />
uns nach der Ausbildung.“ Auch<br />
einer seiner Prüfer, von denen der<br />
Flugzeugservice in Essen/Mülheim<br />
neben zwei „Stiften“ und drei Mechanikern<br />
noch zwei weitere beschäftigt,<br />
habe nach der Ausbildung<br />
zu einem großen Luftfahrtunternehmen<br />
gewechselt. Er sei aber<br />
Mit erkennbarem Spaß<br />
dabei: Christian Schröder<br />
behebt einen „Plattfuß“.<br />
nach einem Jahr von dort zurückgekehrt.<br />
Ihm habe die familiäre<br />
Atmosphäre in dem bereits 1978<br />
von Claassens Stiefvater gegründeten<br />
Betrieb bei dem großen<br />
Konzern gefehlt – obschon er dort<br />
mehr verdient hat, wie Jörn Claas-<br />
10 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
8145032-11-1.QXD_Layout 1 10.10.16 11:12 Seite 1<br />
Maschinendrehzahl und manuelles<br />
Auf-und-ab-Bewegen des<br />
Bohrkopfes müssen beim Honen<br />
des Zylinders passen.<br />
sen anerkennend betont. Zusätzlich<br />
zur Zulassung nach EASA Part 145<br />
und als CAMO-Wartungsbetrieb<br />
verfügt Claassens Werkstatt auch<br />
über Zulassungen für die Instandsetzung<br />
und Wartung von Teilen<br />
wie Schlauchleitungen, Steuerseile,<br />
Zündmagnete, Vergaser und sogar<br />
Zylinder.<br />
Weist ein Motor beispielsweise<br />
nicht mehr die nötigen Kompressionswerte<br />
aus, können sogar einzel-<br />
Auftrag Innenrenovierung:<br />
Matthias Leister bei der Demontage<br />
der Verkleidungen.<br />
Fotos: Jörn Claassen (1), Frank Martini<br />
Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7 11
[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
Präzise Handarbeit ist gefragt<br />
beim Ausbohren der Niete am<br />
Querruderscharnier einer Piper.<br />
Fotos: Frank Martini<br />
ne Zylinder dort neu gehont werden,<br />
sofern sie sich nach Demontage<br />
als noch reparaturfähig<br />
erweisen. Das ist natürlich viel<br />
günstiger als ein Austausch gegen<br />
neue Zylinder und Kolben oder gar<br />
des kompletten Motors. Auch über<br />
eine Einstellvorrichtung für die<br />
Magnetzündanlagen verfügen<br />
viele Betriebe wie der Claassens,<br />
weil diese statt der in Autos üblichen<br />
elektronischen Zündanlagen<br />
noch mit mechanischen Zündkontakten<br />
arbeiten, die als Verschleißteile<br />
austauschbar sind.<br />
Die vielfältigen Spezialisierungen<br />
dieses Berufs, gepaart mit dem<br />
hohen Kostendruck in der Fliegerei,<br />
lassen den früher nur kurz LTB<br />
oder auch schlicht „Werft“ genannten<br />
Betrieben die Arbeit kaum<br />
ausgehen – nicht einmal im Winter.<br />
Das wird auch beim Besuch des<br />
<strong>aerokurier</strong>s in Essen/Mülheim<br />
deutlich. In der „Handte-Halle“,<br />
wie der Betrieb nach dem Firmengründer<br />
Paul Handte vor Ort noch<br />
von vielen genannt wird, stehen<br />
mittags vier Einmots, drei weitere<br />
lauern auf dem Vorfeld.<br />
Reichlich Arbeit<br />
Einer der Mitarbeiter bohrt<br />
gerade die Niete des mittleren<br />
Querruderscharniers an der PA-28<br />
einer auswärtigen Flugschule aus.<br />
Die Maschine ist zur Wartung hier,<br />
und weil das Scharnier ein geringes<br />
Spiel aufweist, will der Halter<br />
das in einem Aufwasch mit erledigt<br />
haben. Einer Cessna 172 dahinter<br />
fehlt der komplette Motor samt<br />
Träger nach einer Bugradlandung,<br />
Außerplanmäßige Zusatzarbeit: Der „Plattfuß“ am Bugrad einer C-172<br />
muss „mal eben“ repariert werden. Chef Jörn Claassen (l.) packt mit an.<br />
Nach einer Stunde hat Christian Schröder die Maschine wieder startklar.<br />
Andreas Kremer demontiert ein<br />
Querruder, dessen mittleres<br />
Scharnier erneuert werden soll.<br />
daneben steht eine weitere 172er,<br />
an deren Seite die komplette Innenausstattung<br />
sorgsam auf einer<br />
Decke aufgereiht ist. Anlässlich<br />
eines Avionik-Upgrades will der<br />
Eigner auch die betagte Innenausstattung<br />
auf Vordermann bringen<br />
lassen.<br />
Eine dritte C 172 hat gerade<br />
eine 100-Stunden-Kontrolle hinter<br />
sich und soll heute abgeholt werden.<br />
Kaum hat sie die Halle verlassen,<br />
nimmt eine vierte Cessna<br />
ihren Platz ein. Und eine fünfte<br />
steht mit demontiertem Bugrad<br />
vor der Halle. Sie hat einen „Plattfuß“,<br />
dessen Reparatur mit neuem<br />
Schlauch und neuer Decke der<br />
Mechaniker an der Werkbank gleich<br />
zum Anlass nimmt, die erkennbar<br />
eingelaufenen Lager nebst Schalen<br />
in der Bugradfelge auszuwechseln.<br />
Effizienz im Sinne möglichst geringer<br />
Arbeitskosten und Standzeiten<br />
gehört zu den im Beruf<br />
gefragten Tugenden.<br />
Und als wäre das nicht genug,<br />
lauert seit dem Morgen eine noch<br />
größere Baustelle vor dem Hallentor:<br />
Ein Schüler einer benachbarten<br />
großen Verkehrsfliegerschule<br />
hat eine Aquila derart hart aufs<br />
Bugrad gesetzt, dass außer dessen<br />
Schwinge sogar die Propellerspitzen<br />
beim Bodenkontakt geborsten<br />
sind. „Da muss jetzt erst mal<br />
das Untersetzungsgetriebe zum<br />
Hersteller geschickt werden, und<br />
wir müssen hier den Kurbelwellenschlag<br />
prüfen“, teilt Jörn<br />
Beruf Fluggerätmechaniker<br />
Voraussetzungen für die Ausbildung<br />
sind die Mittlere Reife<br />
und gute Englischkenntnisse<br />
(Wartungshandbuch). Nach<br />
dreieinhalbjähriger Lehrzeit<br />
folgt die IHK-Prüfung zum<br />
Fluggerätmechaniker CAT A,<br />
danach besteht – analog<br />
zum Meistertitel anderer<br />
Handwerksberufe – die<br />
Möglichkeit, sich zum Prüfer<br />
der Kategorien B und C<br />
weiterzuentwickeln.<br />
Claassen dem Flugschulbetreiber<br />
telefonisch mit.<br />
Von Bewerbern für die Berufsausbildung<br />
erwartet er ein generelles<br />
Interesse an der Luftfahrt,<br />
technisches Vorstellungsvermögen<br />
sowie handwerkliches Geschick.<br />
Eine Pilotenlizenz, wie sie immerhin<br />
drei seiner Mitarbeiter haben,<br />
ist keine zwingende Voraussetzung,<br />
aber gern gesehen. Denn obschon<br />
es am Platz neben zwei Verkehrsfliegerschulen<br />
fünf Vereine und<br />
eine Fülle privater Flugzeuge gibt,<br />
hat der Mülheimer Flugzeugservice<br />
– wie viele vergleichbare<br />
Betriebe – auch etliche auswärtige<br />
Kunden. Und zu einer ausgeprägten<br />
Servicementalität, die<br />
Claassen von seinen Leuten ebenso<br />
erwartet, gehören auch mal<br />
die Abholung oder Auslieferung<br />
auswärtiger Maschinen. Das bringt<br />
Fluggerätmechaniker mit Pilotenlizenz<br />
mitunter in den Genuss,<br />
während der Arbeitszeit auch mal<br />
im Cockpit zu sitzen.<br />
ae<br />
Frank Martini<br />
12 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
8,33 kHz Funk – Wer jetzt umrüstet, spart bares Geld.<br />
Interview mit TQ-Produktmanager Sebastian Glück<br />
Anzeige<br />
Der Countdown läuft. Bis zum 31. Dezember 2<strong>01</strong>7 müssen alle Flugzeuge in Europa ein<br />
8,33 kHz-Funkgerät an Bord haben. Sebastian Glück, Ingenieur und Produktmanager bei<br />
TQ-Avionics, verrät, worauf es in der heißen Phase der Umrüstung jetzt ankommt und<br />
weshalb sich die Umrüstung auf das Dittel KRT2 jetzt ganz besonders rechnet.<br />
8,33-kHz-Funkgeräte sind<br />
zurzeit eines der zentralen<br />
Themen in der Allgemeinen<br />
Luftfahrt. Worum geht es<br />
da genau?<br />
Die engere Staffelung der<br />
Kanäle mit einem Abstand<br />
von 8,33 statt 25 kHz bedeutet<br />
eine Verdreifachung der Kapazitäten.<br />
Zunächst mussten<br />
alle IFR-Flugzeuge umgerüstet<br />
werden, dann folgten Neuund<br />
Importflugzeuge. Jetzt ist<br />
bis Ende 2<strong>01</strong>7 auch Europas<br />
VFR-Flotte dran.<br />
Worauf sollten Piloten jetzt<br />
achten?<br />
Sie sollten sich mit der Umrüstung<br />
vor allem nicht zu<br />
lange Zeit lassen. Es ist damit<br />
zu rechnen, dass die Werften<br />
in diesem Jahr einen Ansturm<br />
erleben werden und Termine<br />
knapp werden. Zwar können<br />
Halter den Umbau dank CS-<br />
STAN nach Absprache mit<br />
einem Prüfer selbst vornehmen,<br />
doch am Ende steht in<br />
jedem Fall eine Avionikprüfung,<br />
die terminiert werden<br />
muss. Nicht vergessen sollte<br />
man die Bundesnetzagentur.<br />
Zur Person: Sebastian Glück, Produktmanager<br />
bei TQ-Avionics<br />
Als Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik<br />
hat Sebastian Glück (37)<br />
verschiedene berufliche Stationen in<br />
der Allgemeinen Luftfahrt und anderen<br />
Branchen durchlaufen. Er ist Diplom-Luftfahrtsachverständiger<br />
sowie Prüfer der<br />
Klassen 3 und 5. In seiner Freizeit ist er in<br />
den Cockpits von Motor- und Segelflugzeugen<br />
zu Hause.<br />
Flugzeughalter müssen für ihr<br />
8,33-kHz-Funkgerät eine neue<br />
Frequenzzuteilungsurkunde<br />
beantragen. Das kann ein oder<br />
zwei Wochen dauern.<br />
Kommen wir zur Hardware.<br />
Welche Vorteile bieten die<br />
Geräte der TQ-Gruppe?<br />
Mit dem Dittel KRT2 haben<br />
wir ein 8,33-kHz-Funkgerät im<br />
Angebot, das in Deutschland<br />
hergestellt wird. Für Qualität<br />
und professionellen Service<br />
steht die TQ-Zentrale in der<br />
Nähe von München. Seine<br />
Digitaltechnik macht das<br />
KRT2 kompakter, leichter und<br />
stromsparender als die meisten<br />
Geräte der Mitbewerber.<br />
Es ist voll zertifiziert – auch für<br />
IFR-Flüge – und bietet viele<br />
nützliche Funktionen.<br />
Welche Funktionen sind das?<br />
Als erstes dürfte das Farbdisplay<br />
ins Auge fallen, das selbst<br />
bei intensiver Sonneneinstrahlung<br />
sehr gut ablesbar ist. Im<br />
KRT2 können Piloten bis zu 100<br />
Frequenzen speichern und<br />
dank Dual-Watch-Technologie<br />
zwei davon gleichzeitig abhören.<br />
Das KRT2<br />
verfügt über ein<br />
sprachgesteuertes<br />
Intercom<br />
für zwei Plätze.<br />
Ein zusätzlicher<br />
Audio-Eingang<br />
kann genutzt<br />
werden, um<br />
Warnmeldungen<br />
von Anti-Kollisionssystemen<br />
wiederzugeben.<br />
Das Wichtigste<br />
dürfte die exzellente Sprachqualität<br />
des KRT2 sein. Nützlich<br />
für Vereine: Bestimmte Menüfunktionen<br />
können gesperrt<br />
werden. Neue Features lassen<br />
sich über Firmware-Upgrades<br />
nachrüsten.<br />
Eignet sich das Dittel KRT2<br />
auch für den Einbau in<br />
Segelflugzeuge und ULs?<br />
Absolut! Da ist zum einen der<br />
niedrige Stromverbrauch, der<br />
beim Batteriebetrieb besonders<br />
wichtig ist. Zum anderen<br />
bieten wir das KRT2 in zwei<br />
besonders platzsparenden<br />
Mini-Ausführungen an.<br />
Was ich in meinem Flugalltag<br />
sehr schätze, ist die Nearest-Airport-Funktion,<br />
wenn das<br />
KRT2 mit einem kompatiblen<br />
Segelflug-Navigationsrechner<br />
gekoppelt wird. Für Besitzer<br />
von Ultraleichtflugzeugen<br />
dürfte besonders das geringe<br />
Gewicht von nur 360 Gramm<br />
entscheidend sein.<br />
Was kostet die Umrüstung?<br />
Wer frühzeitig umrüstet, kann<br />
bares Geld sparen. Mit einem<br />
Preis von 1.350 Euro inklusive<br />
Steuer gehört TQ zu den günstigsten<br />
Anbietern am Markt.<br />
Halter, die jetzt auf ein Gerät<br />
der TQ-Gruppe umrüsten, sparen<br />
nicht nur beim Gerätekauf,<br />
sondern können sich die Werft<br />
mit dem günstigsten Angebot<br />
aussuchen, bevor der ganz<br />
große Ansturm einsetzt. Wie<br />
viel die Umrüstung kostet,<br />
hängt wesentlich vom Einbauaufwand<br />
in das jeweilige<br />
Flugzeug ab. Vertriebspartner<br />
finden Interessierte unter<br />
www.tq-avionics.com<br />
KRT2 Funkgerät<br />
im Motorseglereinsatz<br />
AVI_Advertorial-Aerokurier1116_Rev100.indd 1 24.11.16 15:39
[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
Fotos: Lars Reinhold<br />
Aircraft Ambulance<br />
Sanitäter mit Werkzeugkiste<br />
Wenn’s schleift oder tropft oder nicht mehr funkt, ist Mirko Fahlbusch zur Stelle.<br />
Mit seiner Aircraft Ambulance kümmert er sich auf Typentreffen und Flugtagen um die<br />
kleinen Wehwehchen von Flugzeugen – und manchmal auch um die ihrer Besitzer.<br />
Man kennt das: Die Flightline<br />
auf der Flugschau<br />
ist geöffnet, Enthusiasten<br />
streunen um deine Maschine und<br />
glotzen glücklich-verstrahlt förmlich<br />
Dellen ins Blech. Dann klopft<br />
dir jemand auf die Schulter, deutet<br />
verschwörerisch in Richtung Flieger<br />
und meint nur trocken: „Da<br />
tropft irgendwas.“ Manch leidgeprüftem<br />
Oldtimerpilot rutscht<br />
da direkt die Standardantwort „Das<br />
Flugzeug tropft nicht, das markiert<br />
sein Revier“ heraus, mitunter geht<br />
aber auch wirklich mal was kaputt<br />
und schreit nach Reparatur.<br />
Oft ist es ja nur eine Kleinigkeit<br />
– ein rissiger Schlauch oder eine<br />
abgerutschte Schelle –, die das Bild<br />
vom tipptopp gepflegten Geflügel<br />
zunichtemacht. Aber den passenden<br />
Schlauch hat man dann doch<br />
wieder nicht dabei, die letzte Ersatzschelle<br />
ist schon zwei Wochen<br />
zuvor ihrer Bestimmung zugeführt<br />
worden, und die Lust, jetzt alles<br />
auseinanderzufummeln und die<br />
Malaise zu beheben, ist angesichts<br />
von 35 Grad im Schatten und dem<br />
Aroma der Würstchenbude nebenan<br />
auch auf ein homöopathisches<br />
Maß zusammengeschrumpelt.<br />
Doch Hilfe naht! Sie naht in Form<br />
eines weißen Land Rovers, auf dem<br />
in roten Lettern der Schriftzug<br />
„Aircraft Ambulance“ prangt. Fast<br />
schon in plakativer Größe steht das<br />
auch auf dem Rücken der grauen<br />
Pilotenjacke von Mirko Fahlbusch.<br />
Oder müsste man besser sagen Dr.<br />
Mirko Fahlbusch? So weit will der<br />
Flugzeugchirurg allerdings nicht<br />
gehen. „Die großen Operationen<br />
mache ich nicht im Feldlazarett,<br />
die sind was für ein richtiges Krankenhaus,<br />
also einen LTB“, sagt der<br />
sympathische Mittvierziger grinsend.<br />
Die kleinen Wehwehchen<br />
von Cessna, Stearman und Co. sind<br />
eher das Metier des gelernten<br />
Fluggerätemechanikers.<br />
„Kannst du dir das<br />
mal anschauen?“<br />
„Ich bin schon immer viel auf<br />
Flugtagen unterwegs gewesen<br />
und wurde oft angesprochen, ob<br />
ich mir dies oder jenes mal ansehen<br />
und Reparaturtipps geben kann“,<br />
sagt Mirko. „Die Idee mit der Aircraft<br />
Ambulance ist auf dem letzten<br />
Tannkosh-Fly-in entstanden,<br />
wo ich mir extra Werkzeug und<br />
14 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
8531633-30-1.QXD_Layout 1 25.11.15 14:07 Seite 1<br />
SEIT 1965<br />
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7611163-1-1.QXD_Layout 1 <strong>01</strong>.12.16 15:23 Seite 1<br />
Retter in der Not: Wenn der weiße Land Rover auf einem Flugtag zu<br />
Gast ist, können Piloten bei kleinen technischen Problemen aufatmen.<br />
Ob defekte Drahtsicherung oder gebrochener Splint: Solche Kleinigkeiten<br />
beherrscht Mirko Fahlbusch aus dem Effeff.<br />
Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7 15
[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
Notruf-Hotline für die Ambulance<br />
Veranstalter, die die Aircraft Ambulance für ihr Fly-in oder<br />
Flugplatzfest buchen wollen, können sich jederzeit telefonisch<br />
unter <strong>01</strong>79/5038447 oder per Mail unter m.fahlbusch@online.de<br />
bei Mirko Fahlbusch melden. Je zeitiger eine Anfrage gestellt wird,<br />
desto wahrscheinlicher ist eine Zusage. Nachfragen zu Produkten<br />
von Cumulus Parts sind auf demselben Wege möglich.<br />
Das Genie beherrscht das (scheinbare) Chaos: Mit einem Griff hat Mirko<br />
das richtige Werkzeug für das jeweilige Problem zur Hand.<br />
Aufgemerkt! Dr. Fahlbusch operiert nicht nur, er erklärt auch Ursachen und<br />
Symptome von Wehwehchen – und wie man richtig reagiert.<br />
Fotos: Lars Reinhold, Gregor Behling (1)<br />
Abgucken erlaubt: Natürlich darf der Pilot dem Flugzeugsanitäter bei der Arbeit<br />
über die Schulter schauen, denn er soll sich ja künftig selbst helfen können.<br />
Pflege und Schmierung: Mirko hat ein breites Sortiment von Liqui-Moly-<br />
Produkten, aber auch Öle anderer Hersteller dabei.<br />
16 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
Bislang wirbt nur Liqui Moly auf dem Truck. „Es ist aber noch viel<br />
Platz für Logos anderer Sponsoren“, sagt Mirko. Unter dem Namen<br />
„Cumulus Parts“ fertigt er zudem Dekoartikel aus Flugzeugteilen.<br />
ein paar Ersatzteile ins Auto gelegt<br />
hatte und natürlich wieder dem<br />
ein oder anderen Piloten geholfen<br />
habe, seine Mühle flott zu bekommen.“<br />
Eine Zeit lang karrt er seinen<br />
Kram im privaten Honda Accord<br />
von Flugplatz zu Flugplatz, 2<strong>01</strong>5<br />
findet sich schließlich das passende<br />
„Notarztfahrzeug“. „Ich habe<br />
einen Land Rover Defender, der<br />
zuvor vom britischen Roten Kreuz<br />
genutzt wurde, in Birmingham<br />
aufgetan. Rechtslenker, versteht<br />
sich, also gewöhnungsbedürftig.<br />
Aber mit reichlich Platz für Werkzeug<br />
und Ersatzteile.“ Schnell ist<br />
der passende Schriftzug aufs weiße<br />
Blech foliert und das ganze<br />
Geraffel umgepackt. Seitdem ist<br />
die Aircraft Ambulance Hingucker<br />
und beliebter Gast auf Airshows<br />
in ganz Deutschland.<br />
Hilfe im Rahmen der<br />
Pilot Owner Maintenance<br />
„Ich helfe, wo ich kann“, sagt<br />
Mirko, macht aber auch klar, dass<br />
es Grenzen gibt. „Mein Einsatz<br />
beschränkt sich auf nicht prüfpflichtige<br />
Tätigkeiten an Luftfahrzeugen<br />
und Hilfe in der Pilot Owner Maintenance.“<br />
Als Fluggerätmechaniker<br />
und Prüfer für Luftfahrtgerät<br />
mit vielen Jahren Erfahrungweiß<br />
er genau, wo er Hand anlegen darf<br />
und welche Reparaturen ein Fall<br />
für den LTB sind. Als aktiver<br />
Privatpilot weiß er aber auch, dass<br />
es ganz oft die kleinen Dinge sind,<br />
die den Unterschied machen<br />
zwischen entspanntem Airshow-<br />
Erlebnis und großer Frustration.<br />
„Der poröse Schlauch oder die<br />
gebrochene Schelle sind absolute<br />
Klassiker, die einem ein ganzes<br />
Wochenende versauen können“,<br />
plaudert Mirko aus dem Näh- oder<br />
besser Werkzeugkästchen. „Du<br />
fliegst irgendwohin, willst dir<br />
einen schönen Tag machen, und<br />
dann glänzt dein Flugzeug durch<br />
Inkontinenz, weil irgendeine Leitung<br />
geplatzt ist. Die Werft – wenn<br />
es am Wald- und Wiesenflugplatz<br />
überhaupt eine gibt – hat freilich<br />
zu, und die Werkstatt des Luftsportvereins<br />
bietet alle Schlauchgrößen<br />
mit Ausnahme derer, die<br />
sich bei deinem Flugzeug gerade<br />
verabschiedet hat.“<br />
Manchmal sei es sogar noch<br />
banaler und es mangelt lediglich<br />
an einem Liter passenden Öls. „Es<br />
hat doch heute kaum noch einer<br />
’ne Flasche im Gepäckraum stehen.<br />
Viele schaffen es ja nicht mal, ein<br />
bisschen Putzzeug einzupacken,<br />
um wenigstens den gröbsten Dreck<br />
nach dem Flug abzuwischen. Und
[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
Fotos: Lars Reinhold; Aircraft Ambulance<br />
Im Feldeinsatz: Auf kleinen Flugtagen ist die Aircraft Ambulance<br />
oft die einzige Anlaufstation für Maintenance-Dienstleistungen.<br />
auch für die Vorflugkontrolle brauche<br />
ich einen Putzlappen, wie soll<br />
ich sonst den Ölstab abwischen?“<br />
Jetzt kommt er also doch, der erhobene<br />
Zeigefinger des Doktors.<br />
Blick ins Herz mit<br />
dem Endoskop<br />
So findet sich in Mirkos Einsatzfahrzeug<br />
neben allerlei Putz- und<br />
Pflegemittelchen konsequenterweise<br />
ein breites Sortiment an<br />
Kleinteilen. Schmelzsicherungen,<br />
Dichtungen, Rödeldraht, Splinte,<br />
Bolzen, Schrauben und Muttern in<br />
allen gängigen Größen und natürlich<br />
luftfahrtgeprüft. Daniel Düsentrieb<br />
hätte seine Freude beim<br />
Anblick von sackweise Kabelbindern<br />
und Taperollen und<br />
wäre sicher neidisch auf die Werkzeugkiste.<br />
Von Basisbesteck wie Schraubenschlüsseln<br />
und Ratschenkasten<br />
bis hin zu Multimeter und Endoskop<br />
„für den Blick ins Herz“ hat<br />
Mirko nahezu alles dabei, um<br />
zumindest eine halbwegs vollständige<br />
Diagnose stellen zu können.<br />
„Ich gucke mir den Schaden genau<br />
an, und was ich im Rahmen meiner<br />
Möglichkeiten beheben kann, wird<br />
gegen einen fairen Obolus sofort<br />
erledigt. Manchmal ist es auch so,<br />
dass ein Pilot sich nicht sicher ist,<br />
ob er mit einem Problem noch fliegen<br />
kann. Hier kann ich ihn entweder<br />
beruhigen und sagen, dass<br />
das noch geht, oder aber, wenn<br />
die Lufttüchtigkeit beeinträchtigt<br />
ist, ihm raten oder gar ihn ermahnen,<br />
das Flugzeug stehen zu lassen.<br />
So versteht sich Mirko mit seiner<br />
Aircraft Ambulance nicht nur<br />
als Retter in der (kleinen) Not,<br />
sondern auch als Ansprechpartner,<br />
der Piloten vor gefährlichem Leichtsinn<br />
bewahren will. „Es gibt nicht<br />
wenige Piloten, die an ihren<br />
Maschinen herumbauen und gar<br />
nicht wissen, was sie dürfen und<br />
was nicht. Schon ein Radwechsel<br />
geht über die Pilot Owner Maintenance<br />
hinaus, da ist man recht-<br />
wieder flott zu machen, dass der Pilot damit nach Hause kommt.<br />
Geht nicht, gibt’s selten. Mirko versucht, möglichst jeden Flieger so weit<br />
lich ganz schnell nicht mehr nur<br />
im grauen, sondern im tiefschwarzen<br />
Bereich. Darüber spreche ich<br />
ganz nebenbei mit den Piloten,<br />
räume mit gefährlichem Halbwissen<br />
auf und ernte nicht<br />
selten großes Staunen.“<br />
Erziehung zum Selbstschutz<br />
nennt Mirko das. Wobei die Erziehung<br />
sogar noch ein Stück weiter<br />
geht. „Mitunter finde ich es wirklich<br />
erschreckend, wie wenig Engagement<br />
mancher Flieger in die<br />
Pflege seines Flugzeugs investiert.<br />
Dass man an einem sauberen Rumpf<br />
Leckagen viel besser erkennt als<br />
an einem vollgesifften, das begreift<br />
mancher erst, wenn man ihn mit<br />
der Nase draufstößt. Aber wenn<br />
ich dann höre, ,Ja Mirko, da haste<br />
Recht‘, dann hat sich mein Einsatz<br />
doch gelohnt. ae Im hinteren Teil des Fahrzeugs sind Ersatzteile und Werkzeuge verstaut.<br />
Lars Reinhold In der Mitte entsteht eine kleine Küche samt Sitzgruppe.<br />
18 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
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Branchen-<br />
Guide 2<strong>01</strong>7<br />
Bei technischen Problemen mit Luftfahrzeugen hilft oft nur eine Flugzeug- oder<br />
Helikopterwerft. Die aufgelisteten Maintenance-Betriebe sind vom LBA, von<br />
Austro Control und vom BAZL für die Wartung nach EASA-Vorgaben autorisiert.<br />
Die Branchenübersicht finden Sie auch unter www.<strong>aerokurier</strong>.de. Stand: 11/16<br />
Foto: Melih Ömür<br />
PLZ 0<br />
Deutschland<br />
OOElbe Flugzeugwerke<br />
Grenzstr.1, <strong>01</strong>109 Dresden<br />
Tel.: 0351 8839-0<br />
www.efw.airbus-group.com<br />
OOMario Scheilling<br />
Aircraft Service<br />
Zum Tower 10,<br />
<strong>01</strong>917 Kamenz OT Jesau<br />
Tel.: 03578 3736091<br />
OOSpekon Sächsische<br />
Spezialkonfektion<br />
Nordstr. 40, 02782 Seifhennersdorf<br />
Tel.: 03586 4560<br />
www.spekon.de<br />
OOAeroheli International<br />
Am Flugplatz 3, 03058 Neuhausen<br />
Tel.: 035605 40044<br />
www.aeroheli.de<br />
OOTecAvia<br />
Terminalring 3, Flughafen<br />
Leipzig/Halle, 04029 Leipzig<br />
Tel.: 03420 4705640<br />
www.tecavia.com<br />
OOEuropean<br />
Air Transport Leipzig<br />
August-Euler-Straße 1,<br />
04435 Schkeuditz<br />
Tel.: 03414 499-<strong>01</strong><br />
www.dhl.com/en.html<br />
OOAircraft Maintenance and<br />
Engineering Service<br />
Towerstr. 1,<br />
Flugplatz Leipzig/Halle,<br />
04435 Schkeuditz<br />
Tel.: 03420 47044210<br />
www.amtes.de<br />
OOLuftsport<br />
Service-Center Ost<br />
Alte Landebahn 27,<br />
06846 Dessau-Roßlau<br />
Tel.: 0340 5169793<br />
www.sco-gmbh.de<br />
OOFlugzeugtechnik<br />
Gera Helbig<br />
Ronneburger Straße 74,<br />
07546 Gera<br />
Tel.: 0365 200659<br />
www.flugzeugtechnik-gera.com<br />
OOMahle Industrial<br />
Thermal Systems<br />
Gewerbering 2,<br />
08468 Reichenbach<br />
Tel.: 03765 3878-0<br />
www.mahle-industry.com<br />
OOTechnify Motors<br />
Platanenstraße 14,<br />
09356 St. Egidien<br />
Tel.: 037204 6960<br />
www.technify.de<br />
OOAir Service Fiedler<br />
Wilhermsdorfer Straße 33,<br />
09387 Jahnsdorf<br />
Tel.: 037296 15344<br />
www.air-service-fiedler.de<br />
PLZ 1<br />
OOHolmberg<br />
Ohlauer Str. 5-11, 10999 Berlin<br />
Tel.: 030 617800<br />
OOBeechcraft Berlin Aviation<br />
Flughafen Schönefeld,<br />
Geb. X064, 12529 Schönefeld<br />
Tel.: 030 63411827<br />
www.beechcraft-berlin.com<br />
OOCondor Berlin<br />
c/o CTG Maintenance<br />
Flughafenstraße, 12529 Schönefeld<br />
Tel.: 06171 653602<br />
www.condor.com/de/unternehmen/<br />
condor-technik/index.jsp<br />
OOLufthansa Bombardier<br />
Aviation Services<br />
Elly-Beinhorn-Ring 4,<br />
20 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
Geb. Y<strong>01</strong>2, 12529 Schönefeld<br />
Tel.: 030 88754600<br />
www.lbas.de<br />
OOPrivate Wings Flugcharter<br />
Georg-Wulf-Straße 2,<br />
12529 Schönefeld<br />
Tel.: 0700 03280328<br />
www.private-wings.de<br />
OOOHS Aviation Services<br />
Georg-Wulf-Str. 2, Geb. Y085,<br />
12529 Schönefeld<br />
Tel.: 030 88754370<br />
www.ohs-aviationservices.de<br />
OOGermania Technik<br />
Brandenburg<br />
Flughafen Berlin-Tegel,<br />
Hangar N1, 13405 Berlin<br />
Tel.: 030 522808546<br />
www.flygermania.de/de/unternehmen<br />
OOLTB Schäfer<br />
Treuenbrietzener Str. 31,<br />
14547 Beelitz<br />
Tel.: 033204 41955<br />
www.ballonreise.de<br />
OOAquila Aviation<br />
Flugplatz,<br />
14959 Trebbin OT Schönhagen<br />
Tel.: 033731 70755<br />
www.aquila-aero.com<br />
OOCD Aircraft Maintenance<br />
Flugplatz A1,<br />
14959 Trebbin OT Schönhagen<br />
Tel.: 033731 70640<br />
www.cdaircraft.de<br />
OOFSB Aircraft Maintenance<br />
Flugplatz B2,<br />
14959 Trebbin OT Schönhagen<br />
Tel.: 033731 31199-0<br />
www.fsb-aircraft.de<br />
OORalf Bölter Avionics<br />
Service East<br />
Flugplatz Halle 3,<br />
14959 Trebbin OT Schönhagen<br />
Tel.: 033731 31107<br />
www.avionicsserviceeast.de<br />
OOAdams Rite<br />
Aerospace GmbH<br />
Parkstr. 1-5, 14974 Ludwigsfelde<br />
Tel.: 03378 8180<br />
OOKrauss<br />
Adolf-Rohrbach-Str. 3,<br />
14974 Ludwigsfelde<br />
Tel.: 03378 8954-6<br />
www.krauss-aviation.com<br />
OOMTU Maintenance<br />
Berlin Brandenburg<br />
Dr.-Ernst-Zimmermann-Str. 2,<br />
14974 Ludwigsfelde<br />
Tel.: 03378 82400<br />
www.mtu.de<br />
OOStemme<br />
Flugplatzstr. F2, Nr. 7,<br />
15344 Strausberg<br />
Tel.: 03341 36120<br />
www.stemme.info<br />
O O Rolls-Royce Deutschland<br />
Eschenweg 11,<br />
15827 Blankenfelde-Mahlow<br />
Tel.: 0337086-0<br />
www.rolls-royce.com/deutschland<br />
OOArdex Aviation<br />
Maintenance<br />
Flugplatz 4, 16866 Kyritz<br />
Tel.: 033971 52238<br />
www.flugschule-ardex.de<br />
OOFlamm Aerotec<br />
Ludwig-Bölkow-Straße 2,<br />
19061 Schwerin<br />
Tel.: 0385 50070<br />
www.flamm-group.com<br />
OOHESAF aero electronic<br />
Am Flugplatz Halle A2,<br />
14959 Schönhagen<br />
Tel.: 033731 80278<br />
OOSalomo Flugzeugservice<br />
Zeppelinstr. 1, 19370 Parchim<br />
Tel.: 03871 443399<br />
www.salomo-flugzeugservice.de<br />
PLZ 2<br />
OODiehl Comfort Modules<br />
Hein-Saß-Weg 41, 21129 Hamburg<br />
Tel.: 040 743140<br />
www.diehl.com<br />
OOVartan Maintenance<br />
Hein-Sass-Weg 24,<br />
21129 Hamburg<br />
Tel.: 040 74212423<br />
www.vps-group.com<br />
OOInnovint Aircraft Interior<br />
Holzmühlenstr. 84-86,<br />
22041 Hamburg<br />
Tel.: 040 6969860<br />
www.innovint.de<br />
OOAero Technik<br />
Klaus Siemers<br />
Flughafen, Gebäude 347,<br />
22335 Hamburg<br />
Tel.: 040 505644<br />
www.aero-technik.com<br />
OOLufthansa Technik<br />
Weg beim Jäger 193,<br />
22335 Hamburg<br />
Tel.: 040 50703877<br />
www.lufthansa-technik.com<br />
OOZodiac Cabin Controls<br />
Fangdieckstr. 64, 22547 Hamburg<br />
Tel.: 040 5408<strong>01</strong>60<br />
www.zodiacaerospace.com<br />
OOB/E Aerospace Systems<br />
Revalstr. 1, 23560 Lübeck<br />
Tel.: 0451 40930<br />
www.beaerospace.com<br />
OOgeo – Die Luftwerker<br />
Robert Meyknecht<br />
Hinter den Kirschkaten 10,<br />
23560 Lübeck<br />
Tel.: 0451 40850<br />
www.geo-dieluftwerker.de<br />
OOH&S Aviation Luftfahrttechnischer<br />
Betrieb<br />
Am Jördenberg 23,<br />
23812 Wahlstedt<br />
Tel.: 04554 2565<br />
OOFLM Aviation<br />
Maintenance<br />
Boelckestr. 100, 24159 Kiel<br />
Tel.: 0431 32949218<br />
www.flm-maintenance.com<br />
OOInterturbine Technologies<br />
Kisdorfer Weg 36-38,<br />
24568 Kaltenkirchen<br />
Tel.: 04191 809300<br />
www.interturbine.com<br />
OOLufthansa Technik<br />
Intercoat<br />
Kisdorfer Weg 36-38,<br />
24568 Kaltenkirchen<br />
Tel.: 04191 8090<br />
www.lht-intercoat.de<br />
OOFlugzeugservice Petersen<br />
Ochsenweg 203, 24941 Flensburg<br />
Tel.: 0461 9402164<br />
www.flugzeugservice-petersen.de/<br />
OOPaustian airtex<br />
Bahnhofstr. 42, 24966 Sörup<br />
Tel.: 04635 29300<br />
www.paustianairtex.com<br />
OOTP Aerospace Technics<br />
Carl-Zeiss-Str. 9,<br />
25451 Quickborn<br />
Tel.: 04106 798185<br />
www.tpaerospace.com<br />
OOAutoflug<br />
Hermann-Löns-Weg 26,<br />
25462 Rellingen<br />
Tel.: 041<strong>01</strong> 3070<br />
www.autoflug.de<br />
OOM & D Flugzeugbau<br />
Streeker Str. 5b,<br />
26446 Friedeburg-Marx<br />
Tel.: 04465 942114<br />
www.md-flugzeugbau.de<br />
OOWiking Helikopter Service<br />
JadeWeserAirport, 26452 Sande<br />
Tel.: 04421 299 0<br />
www.wiking-helikopter.de<br />
OOWilhelm Tank<br />
Flugplatz Mariensiel,<br />
26452 Sande<br />
Tel.: 04421 2<strong>01</strong><strong>01</strong>0<br />
www.wilhelm-tank.de<br />
OOHeli Service International<br />
Gorch-Fock-Str. 105, 26721 Emden<br />
Tel.: 04921 368<strong>01</strong>10<br />
www.heliservice.de<br />
OOE.I.S. Electronics<br />
Rudloffstraße 47,<br />
27568 Bremerhaven<br />
Tel.: 0471 94551<strong>01</strong><br />
www.eis-electronics.de<br />
OODS-Air-Service<br />
Am Luneort 13,<br />
27572 Bremerhaven<br />
Tel.: 0471 9712446<br />
www.ds-air-service.de<br />
OOW. Ludolph<br />
Seeborg 5, 27572 Bremerhaven<br />
Tel.: 0471 94408 0<br />
www.ludolph.de
[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
OODL Helicopter Technik<br />
Walter-Carsten-Str. 1,<br />
27637 Nordholz<br />
Tel.: 04105 69279820<br />
www.dlhelicopter.com<br />
OOGehr<br />
Zum Lunebogen 22,<br />
27616 Lunestedt<br />
Tel.: 04748 94940<br />
www.gehr-interior.de<br />
OOAtlas Air Service<br />
Hanna-Kunath-Straße 18,<br />
28199 Bremen<br />
Tel.: 0421 5365822<br />
www.atlas-air-service.de/<br />
instandhaltung<br />
OOAES Aircraft Elektro/<br />
Elektronik System<br />
Hanna-Kunath-Straße 33,<br />
28199 Bremen<br />
Tel.: 0421 240300<br />
www.aes-aero.de<br />
OOLufthansa Flight Training<br />
Flughafendamm 41,<br />
28199 Bremen<br />
Tel.: 0421 55920<br />
www.lufthansa-flight-training.com<br />
OORTG Aero-Hydraulic<br />
Handelshof 26, 28816 Stuhr<br />
Tel.: 0421 1683680<br />
www.rtg-aero-hydraulic.de<br />
PLZ 3<br />
OOAerowest<br />
Flugzeugtechnik<br />
Nordstraße 18,<br />
30855 Langenhagen<br />
Tel.: 0511 737000<br />
www.aerowest.aero<br />
OOMTU Maintenance<br />
Hannover<br />
Münchner Str. 31,<br />
30855 Langenhagen<br />
Tel.: 0511 78060<br />
www.mtu.de<br />
OORudolf Wulfmeyer<br />
Aircraft Interior<br />
Frankenring 15,<br />
30855 Langenhagen<br />
Tel.: 0511 740760<br />
www.wulfmeyer.com<br />
OOTUIfly<br />
Flughafenstr. 10,<br />
30855 Langenhagen<br />
Tel.: 0511 97270<br />
www.tuifly.de<br />
OOSennheiser Electronic<br />
Am Labor 1, 30900 Wedemark<br />
Tel.: 05130 6000<br />
de-de.sennheiser.com/<br />
OOMR Flugtechnik<br />
Am Flugplatz 19,<br />
31137 Hildesheim<br />
Tel.: 05121 2989385<br />
www.mr-flugtechnik.de<br />
OOPorta Air Service<br />
Flughafen 9,<br />
32457 Porta Westfalica<br />
Tel.: 05731 76730<br />
www.porta-air-service.de<br />
OOLTB Wöltje<br />
Flugplatz Vinsebeck,<br />
Frankenbergstr.,<br />
32839 Steinheim<br />
Tel.: 05233 99671<br />
www.ltb-woeltje.de<br />
OOVauth & Sohn<br />
Hembser Str. 1, 33034 Brakel<br />
Tel.: 05272 37130<br />
www.vauth-sohn.com<br />
OOFlugzeugservice<br />
Willy Ader<br />
Zeppelinring 10,<br />
33142 Büren-Ahden<br />
Tel.: 02955 749<strong>01</strong>8<br />
www.aderltb.de/1.html<br />
OOBertelsmann Aviation<br />
Flughafenstr. 33, Hangar 2a,<br />
33142 Büren-Ahden<br />
Tel.: 02955 7472444<br />
www.bertelsmann-aviation.de<br />
OOHeggemann<br />
Zeppelinring 1-6, 33142 Büren<br />
Tel.: 02955 761<strong>01</strong>00<br />
www.heggemann.com<br />
OOPAD Aviation Technics<br />
Flughafenstr. 33,<br />
33142 Büren-Ahden<br />
Tel.: 02955 747430<br />
www.aviation-technics.com<br />
OOSky Line Aviation Service<br />
Flughafenstr. 33, 33142 Büren<br />
Tel.: 02955 748588-0<br />
www.sky-line-aviation-service.com<br />
OOStükerjürgen Aerospace<br />
Composites<br />
Grüner Weg 4, 33397 Rietberg<br />
Tel.: 05244 4041<br />
www.sac.stuekerjuergen.de<br />
OOLuftsportschule<br />
Gerhart Berwanger<br />
Dunlopstr. 12,<br />
33689 Bielefeld<br />
Tel.: 05205 950333<br />
www.luftsportschule.de<br />
OOWerthenbach Aerospace<br />
Grafenheider Str. 91,<br />
33729 Bielefeld<br />
Tel.: 0521 9768-0<br />
www.werthenbach.de<br />
OOLTB Johannes Krane<br />
Robert-Kronfeld-Str. 7,<br />
33813 Oerlinghausen<br />
Tel.: 05202 9279668<br />
www.ltb-krane.de<br />
OOGadringer-Gurte<br />
Flugplatz 17, 34379 Calden<br />
Tel.: 05674 9210044<br />
cms.gadringer-gurte.de<br />
OOHelitec<br />
Helicopter Technik<br />
Flughafen, 34379 Calden<br />
Tel.: 05674 7224<br />
www.helitec.de<br />
Info Eintrag in den Branchen-Guide<br />
Sie sind Betreiber eines Maintenance-Betriebes und in<br />
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Dann senden Sie eine E-Mail mit Ihrer Kontaktadresse an<br />
redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de oder rufen Sie in der Redaktion <strong>aerokurier</strong><br />
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OOPiper + Jet Maintenance<br />
Fieseler-Storch-Str. 10,<br />
34379 Calden<br />
Tel.: 05674 70480<br />
www.piper-germany.de<br />
OOZF Luftfahrttechnik<br />
Flugplatzstr., 34379 Calden<br />
Tel.: 05674 7<strong>01</strong>-0<br />
www.zf.com<br />
OOACG Air-Craft<br />
Otto-Lilienthal-Straße 1,<br />
35108 Allendorf (Eder)<br />
Tel.: 06452 9316872<br />
www.air-craft.biz<br />
OOSell<br />
Dr.-Siegfried-Str., 35745 Herborn<br />
Tel.: 02772 707100<br />
OOAlexander Schleicher<br />
Alexander-Schleicher-Str. 1,<br />
36163 Poppenhausen<br />
Tel.: 06658 8910<br />
www.alexander-schleicher.de<br />
OOASF SafetyBelts<br />
c/o ASF Engineering GmbH,<br />
Ladestraße 8, 37139 Adelebsen<br />
Tel.: 05506 95091790<br />
www.asf-safetybelts.de<br />
OOHOSA<br />
Aircraftcompletions<br />
Heristalstr. 44, 37688 Beverungen<br />
Tel.: 05273 8444<br />
www.hosa-germany.de<br />
OOAerodata<br />
Hermann-Blenk-Straße 34-36,<br />
38108 Braunschweig<br />
Tel.: 0531 23590<br />
www.aerodata.de<br />
OOVolkswagen<br />
AirService, Hermann-Blenk-<br />
Straße 8, 38108 Braunschweig<br />
Tel.: 0531 3542206<br />
www.volkswagen.de<br />
OOXtremeAir<br />
Harzstr. 2, 39444 Hecklingen<br />
Tel.: 039267 609990<br />
www.xtremeair.com<br />
PLZ 4<br />
OOairberlin Technik<br />
Flughafen Halle 8,<br />
40474 Düsseldorf<br />
Tel.: 211 9418500<br />
www.airberlin-technik.com<br />
OODüsseldorf Citation<br />
Service Center<br />
Flughafenstr. 50, 40474 Düsseldorf<br />
Tel.: 0211 454970<br />
www.cessna.com/citation-service/<br />
dusseldorf<br />
OOGMA-Werkstoffprüfung<br />
Hansaallee 321, 40549 Düsseldorf<br />
Tel.: 0211 73094-0<br />
www.gma-group.com<br />
OOE.I.S. Aircraft<br />
Flughafenstr. 65,<br />
41066 Mönchengladbach<br />
Tel.: 02161 8303290<br />
www.eis-group.de<br />
OOMCE Maintenance Center<br />
Europe<br />
Flughafenstr. 61-69, Flughafen<br />
Halle 5, 41066 Mönchengladbach<br />
Tel.: 02161 3039233<br />
www.mce.ag<br />
OORheinland Air Service<br />
Flughafenstr. 31,<br />
41066 Mönchengladbach<br />
Tel.: 02161 9948100<br />
www.ras.de<br />
OORWL German Flight<br />
Academy<br />
Am Flughafen 20,<br />
41066 Mönchengladbach<br />
Tel.: 02161 689<strong>01</strong>6<br />
www.rwl-flight.de<br />
OOGoodrich Control Systems<br />
Bataverstr. 80, 41462 Neuss<br />
Tel.: 02131 953-0<br />
www.utcaerospacesystems.com<br />
OOTriumph Controls Germany<br />
Carl-Zeiss-Str. 5,<br />
42579 Heiligenhaus<br />
Tel.: 02056 58255185<br />
www.triumphgroup.com<br />
OOLuftfahrtgesellschaft<br />
Walter<br />
Flugplatz 11, 44319 Dortmund<br />
Tel.: 0231 21980<br />
www.lgw.de<br />
OOAirmarin<br />
Brunshofstr. 3, Flughafen Essen/<br />
Mülheim, 45470 Mülheim/Ruhr<br />
Tel.: 0208 2992744<br />
www.airmarin-gmbh.eu<br />
OOFlugzeugservice Claassen<br />
Brunshofstr. 5, Flughafen Essen/<br />
Mülheim, 45470 Mülheim/Ruhr<br />
Tel.: 0208 372061<br />
www.flugzeugwartung-edle.de<br />
OOWDL -<br />
Luftschiffgesellschaft<br />
Lilienthalstr. 8,<br />
45470 Mülheim/Ruhr<br />
22 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
Tel.: 0208 3780891<br />
www.wdl-worldwide.com<br />
OOFCM Flugcenter Marl<br />
Hülsstraße 3<strong>01</strong>, 45770 Marl<br />
Tel.: 02365 84646<br />
www.flugcenter-marl.de<br />
OOExtra Flugzeugproduktions-<br />
und Vertriebs-GmbH<br />
Schwarze Heide 21, 46569 Hünxe<br />
Tel.: 02858 9137-0<br />
www.extraaircraft.com<br />
OOPraxair<br />
Surface Technologies<br />
Neuenhofstr. 91, 47055 Duisburg<br />
Tel.: 02203 9358420<br />
www.praxair-gmbh.de<br />
OOelite Jet Service<br />
Im Eschert 123,<br />
47877 Willich-Schiefbahn<br />
Tel.: 02161 4952480<br />
www.elitejet.de<br />
OOSportflugzeugbau<br />
Antwerpen<br />
Flugplatz 1, 47929 Grefrath<br />
Tel.: 02158 4<strong>01</strong>4954<br />
www.ltb-antwerpen.de<br />
OOAir Service Klausheide<br />
Airportallee 1, 48268 Greven<br />
Tel.: 02571 9557<strong>01</strong>4<br />
www.air-service-klausheide.de<br />
OOGehling Flugtechnik<br />
Wenningfeld 41, 48703 Stadtlohn<br />
Tel.: 02563 3536<br />
www.gehling-flugtechnik.de<br />
OOAvionik-Service<br />
Luftfahrtelektronik<br />
Richthofenweg 13,<br />
49088 Osnabrück<br />
Tel.: 0541 180080<br />
www.avionic-service.de<br />
OOLuftfahrttechnischer<br />
Betrieb Wiebusch<br />
Am Flugplatz 3, 49163 Bohmte<br />
Tel.: 05471 4888<br />
OOFlugzeugreparatur<br />
Damme<br />
Am Flugplatz 20, 494<strong>01</strong> Damme<br />
Tel.: 05491 1404<br />
www.flugtechnik.de/<br />
PLZ 5<br />
OOHancock Aviation<br />
Gebäude 638F, Cargo City Süd,<br />
50549 Frankfurt<br />
Tel.: 069 69025410<br />
www.hancock-aviation.com<br />
OOACC Columbia Jet Service<br />
Flughafen Köln/Bonn,<br />
Hangar 7, 51147 Köln<br />
Tel.: 02203 966560<br />
www.columbiajet.com<br />
OOAirplane-Equipment<br />
& Services<br />
Graf-Zeppelin-Str. 24, 51147 Köln<br />
Tel.: 02203 988950<br />
www.aes-services.de<br />
OOEurowings<br />
Graf-Zeppelin-Str. 24, Geb. d. AES<br />
Airplane-Equipment & Services<br />
51147 Köln<br />
Tel.: 02203 98895-10<br />
OOLufthansa CityLine<br />
Heinrich-Steinmann-Str.,<br />
51147 Köln<br />
Tel.: 02203 5961<strong>01</strong><br />
www.lufthansacityline.com<br />
OOWDL Aviation<br />
Flughafen Köln/Bonn,<br />
Flugzeughalle 6, 51147 Köln<br />
Tel.: 02203 967100<br />
www.wdl-aviation.de<br />
OOStegmann Aircraft<br />
Maintenance<br />
Ettore-Bugatti-Straße 7,<br />
51149 Köln<br />
Tel.: 02203 9800<strong>01</strong>2<br />
www.sam-aviation-services.aero/de<br />
OONayak Aircraft Service<br />
Flughafen Köln/Bonn,<br />
Hangar 6, 51447 Köln<br />
Tel.: 02203 69950<br />
www.nayak.aero/<br />
OOAeroconcept<br />
Merzbrück 204,<br />
52146 Würselen<br />
Tel.: 02405 91578<br />
www.aeroconcept.de<br />
OOWestflug Aachen<br />
Flugplatz Merzbrück,<br />
52146 Würselen<br />
Tel.: 02405 48510<br />
www.westflug.de<br />
OOS. P. Helicopter-Service<br />
Auf der Hohl 2,<br />
53547 Dattenberg<br />
Tel.: 02644 56080<br />
www.helicopter-service.de<br />
OOLimbach Flugmotoren<br />
Kotthausener Str. 5,<br />
53639 Königswinter<br />
Tel.: 02244 92<strong>01</strong>0<br />
www.limflug.de<br />
OOLTB Dirk Bende<br />
Komper Str. 40,<br />
53639 Königswinter-Sassenberg<br />
Tel.: 02244 902158<br />
www.ltb-dirkbende.de<br />
O O ADAC Luftfahrt Technik<br />
Richthofenstraße 126,<br />
53757 Sankt Augustin<br />
Tel.: 02241 92790<br />
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53757 Sankt Augustin<br />
Tel.: 02241 230760<br />
www.airlloyd.de<br />
OOF.I.S. Flugzeug-<br />
Instrumenten-Service<br />
Richthofenstr. 120,<br />
53757 Sankt Augustin<br />
Tel.: 02241 21910<br />
www.fis-rheinland.com<br />
OOFlugzeugwerft Möller<br />
Flugplatz Hangelar,<br />
53757 Sankt Augustin<br />
Tel.: 02241 924977<br />
www.flugzeugwerft.com<br />
OOWMT Maintenance<br />
Technik<br />
Richthofenstr. 140,<br />
53757 Sankt Augustin<br />
Tel.: 02241 924116<br />
www.wmtonline.de<br />
OOLTB Günter Follmann<br />
Bahnhofstr. 44, 54518 Sehlem<br />
Tel.: 06508 9198295<br />
www.ltb-follmann.de<br />
OOAircraft Service Trier<br />
Flugplatz Halle 5a,<br />
55126 Mainz-Finthen<br />
Tel.: 06131 6030522<br />
www.aircraft-service.eu<br />
OOSchott<br />
Otto-Schott-Str. 2, 55127 Mainz<br />
Tel.: 06131 667222<br />
www.schott.com<br />
OOParker Hannifin<br />
Manufacturing Germany<br />
Lorenz-Schott-Str. 9,<br />
55252 Mainz-Kastel<br />
Tel.: 06134 2040<br />
www.parker.com/de<br />
OOPrime Turbines<br />
Hechtenkaute 16, 55257 Budenheim<br />
Tel.: 06139 7896<br />
www.primeturbinesgmbh.com<br />
OOSauer Flugmotorenbau<br />
Nieder-Olmer-Str. 16,<br />
55270 Ober-Olm<br />
Tel.: 06136 89377<br />
www.sauer-flugmotorenbau.de<br />
OOGarrecht Avionik<br />
Alfred-Nobel-Str. 2d, 55411 Bingen<br />
Tel.: 06721 498960<br />
www.air-avionics.com<br />
OOHAITEC Aircraft<br />
Maintenance<br />
Gebäude 900, 55483 Hahn-Flughafen<br />
Tel.: 06543 5075<strong>01</strong><br />
www.haitec.aero<br />
OODHD Heliservice<br />
Heliport, 56299 Ochtendung<br />
Tel.: 033207 32457<br />
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57299 Burbach<br />
Tel.: 02736 44280<br />
www.air-alliance.de<br />
OOAvanti Air<br />
Flughafenstraße, 57299 Burbach<br />
Tel.: 02736 44430<br />
www.avantiair.com<br />
OOStartrade Heli<br />
Flughafenstr. 8, 57299 Burbach<br />
Tel.: 02736 2995339<br />
www.startradeheli.com<br />
OOHawker<br />
Dieckstraße 42, 58089 Hagen<br />
Tel.: 02331 3720<br />
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OOGomolzig Flugzeugund<br />
Maschinenbau<br />
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Tel.: 02336 490330<br />
www.gomolzig.de<br />
OOHeinrich Mertens<br />
Am Roten Berge 8, 58762 Altena<br />
Tel.: 02392/80532<strong>01</strong><br />
www.fallschirm.de<br />
OOAgrarflug Helilift<br />
Warendorfer Str. 190, 59227 Ahlen<br />
Tel.: 02382 82082<br />
www.agrarflug-helilift.com<br />
OODas Service-Center LTB<br />
Leversum 86,<br />
Flugplatz Borkenberge,<br />
59348 Lüdinghausen<br />
Tel.: 02367 8250<br />
www.service-center-ltb.de<br />
OOMetal Improvement<br />
Company<br />
Industriepark Ost 19,<br />
Otto-Hahn-Str. 3, 59423 Unna<br />
Tel.: 02303 91880<br />
www.cwst.de<br />
OOGoodrich<br />
Lighting Systems<br />
Bertramstr. 8, 59557 Lippstadt<br />
Tel.: 02941 76760<br />
www.utcaerospacesystems.com<br />
OOLTB Arnsberg<br />
Flugplatz, 59757 Arnsberg<br />
Tel.: 02377 4818<br />
www.ltb-arnsberg.de<br />
OOSchroth Safety Products<br />
Im Ohl 14, 59757 Arnsberg<br />
Tel.: 02932 9742-0<br />
www.schroth.com<br />
PLZ 6<br />
OODiehl Aerospace<br />
An der Sandelmühle 13,<br />
60439 Frankfurt/Main<br />
Tel.: 069 5805-0<br />
www.diehl.com<br />
OOPrivatAir<br />
Raum C4.64,<br />
Hugo-Eckener-Ring, Flughafen,<br />
60549 Frankfurt<br />
www.privatair.com<br />
OOFSG Flugservice<br />
Flugplatz, 61203 Reichelsheim<br />
Tel.: 06035 921700<br />
OOHeli-Flight<br />
Am Flugplatz, 61203 Reichelsheim<br />
Tel.: 06035 91000<br />
www.heli-flight.de<br />
OODiamond Aircraft<br />
Industries Deutschland<br />
Am Flugplatz, 63329 Egelsbach<br />
Tel.: 06103 3785-2100<br />
www.diamondair.de<br />
OOHeli Transair<br />
European Air Service<br />
Flugplatz, 63329 Egelsbach<br />
Tel.: 06103 94150<br />
www.helitransair.com<br />
OORöder Präzision<br />
Flugplatz, 63329 Egelsbach<br />
Tel.: 06103 4002-0<br />
www.roeder-praezision.com<br />
OOSpessart Air Service<br />
Flugplatz, 63762 Großostheim<br />
Tel.: 06026 6066<br />
www.spessartair.de<br />
OOIntermas-Elcom<br />
Daimlerweg 6, 64293 Darmstadt<br />
Tel.: 06151 13730<br />
www.intermas-el.com<br />
OOYacht- & Aircraftservice<br />
Bubeck<br />
Dieselstr. 12, 64347 Griesheim<br />
Tel.: 06155 880930<br />
www.aircraftservice.de<br />
OOD+C Airparts<br />
An der Brücke 12,<br />
64546 Mörfelden-Walldorf<br />
Tel.: 06105 97<strong>01</strong>-0<br />
www.dc-airparts.com<br />
OOACC Aviation<br />
Cabin Consulting<br />
Ostheimer Weg 3-7,<br />
64832 Babenhausen<br />
Tel.: 06073 723590<br />
www.acc-aircraft-seats.com/<br />
OOL-L-S Luftfracht<br />
Lademittel Service<br />
An der Brücke 2-6,<br />
64546 Mörfelden-Walldorf<br />
Tel.: 06105/4055266<br />
OOMSI Aircraft Maintenance<br />
Services International<br />
Pommernstr. 8, 65428 Rüsselsheim<br />
Tel.: 06142 955115<br />
www.msiair.com<br />
OORudolf Fritz<br />
Elektrotechnik<br />
Hans-Sachs-Str. 19,<br />
65428 Rüsselsheim<br />
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Tel.: 06142 6980<br />
www.rudolf-fritz.de<br />
OOHoneywell Aerospace<br />
Frankfurter Str. 41-65,<br />
65479 Raunheim<br />
Tel.: 06142 405-0<br />
raunheim.europe.honeywell.com<br />
OOContact Air Technik<br />
Balthasar-Goldstein-Straße 32,<br />
66131 Saarbrücken<br />
Tel.: 06893 8080<br />
www.contactair-technik.com<br />
OOAero Avionik GmbH<br />
Berliner Allee 11-21,<br />
66492 Zweibrücken<br />
Tel.: 06893 9876200<br />
www.aeroavionik.de<br />
OOAviation Technik<br />
Flughafen Zweibücken,<br />
Gebäude 321, 66482 Zweibrücken<br />
Tel.: 06332 209770<br />
www.aviation-technik.de<br />
OOSolution Air<br />
Flughafen Zweibücken,<br />
Gebäude 360, Berliner Allee 11-21,<br />
66482 Zweibrücken<br />
Tel.: 06332 48040<br />
www.solutionair.de<br />
OOHYDAC Technology<br />
Friedrichsthaler Str. 15,<br />
66540 Neunkirchen/Heinitz<br />
www.hydac.com<br />
OORainer Tröbs<br />
Luftfahrtelektronik<br />
Hoheloogstr. 16,<br />
67065 Ludwigshafen<br />
Tel.: 0621 576307<br />
OOLTB Huber<br />
Rheinhäuser Weide 1-3,<br />
67346 Speyer<br />
Tel.: 06232 79214<br />
www.ltb-huber.de<br />
OOPFW Aerospace<br />
Am neuen Rheinhafen 10,<br />
67346 Speyer<br />
Tel.: 06232 6160<br />
www.pfw.de<br />
OOAircraft Service Erwin Arlt<br />
Flugplatz, 67547 Worms<br />
Tel.: 06241 23373<br />
www.arlt-aircraft.de<br />
OOGilbert Luftfahrttechnik<br />
Seckenheimer Landstr. 170,<br />
68163 Mannheim<br />
Tel.: 0621 41077784<br />
www.glt195.de/<br />
OOTotal Feuerschutz<br />
Industriestr. 13,<br />
68526 Ladenburg<br />
Tel.: 06203 750<br />
www.tyco.de<br />
OOComtronic<br />
In den Kreuzwiesen 26,<br />
69250 Schönau<br />
Tel.: 06228 92050<br />
www.comtronic-schoenau.de<br />
OOASG Luftfahrttechnik<br />
und Sensorik<br />
Junkerstraße 2, 69469 Weinheim<br />
Tel.: 062<strong>01</strong> 6030<br />
www.asg-weinheim.de<br />
PLZ 7<br />
OODC Aviation<br />
Stuttgart Flughafen, 70629 Stuttgart<br />
Tel.: 0711 93306222<br />
www.dc-aviation.com<br />
OOStuttgarter Flugdienst<br />
General Aviation Halle K 1,<br />
70629 Stuttgart<br />
Tel.: 0711 49002222<br />
www.sfd-aviation.com<br />
OOSOLO Kleinmotoren<br />
Stuttgarter Str. 41,<br />
71069 Sindelfingen<br />
Tel.: 07031 3<strong>01</strong>0<br />
www.solo-germany.com<br />
OOecms Aviation Systems<br />
Hirschmannring 28,<br />
71726 Benningen/Neckar<br />
Tel.: 07174 250683<br />
www.ecms-gmbh.de<br />
OOSchüschke<br />
Mahdenstr. 11,<br />
72138 Kirchentellinsfurt<br />
Tel.: 07121 909280<br />
www.schueschke.de<br />
OOSACS<br />
Robert-Bosch-Str. 15,<br />
72186 Empfingen<br />
Tel.: 07485 97722100<br />
www.sacs.aero<br />
OOHansjörg Streifeneder<br />
Glasfaser-Flugzeug-Service<br />
Hofener Weg 61,<br />
72582 Grabenstetten<br />
Tel.: 07382 1032<br />
www.streifly.de<br />
OOGehring Flugfunk<br />
Rechbergstr. 29, 731<strong>01</strong> Aichelberg<br />
Tel.: 07164 4203<br />
www.gehring-flugfunk.de<br />
OOAircraft Business Care<br />
Gausstr. 3, 73230 Kirchheim/Teck<br />
Tel.: 07021 72591202<br />
www.aircraftbusinesscare.com<br />
OOSchempp-Hirth<br />
Flugzeugbau<br />
Krebenstr. 25, 73230 Kirchheim/Teck<br />
Tel.: 07021 7298-0<br />
www.schempp-hirth.com<br />
O O Wolf Hirth<br />
Neue Str. 107,<br />
73230 Kirchheim-Nabern<br />
Tel.: 07021 893398<br />
www.wolf-hirth-gmbh.de<br />
Aerodata Maintenance<br />
• Maintenance Part 145<br />
• CAMO+ Part M<br />
• Design Part 21<br />
• Production Part 21G<br />
• Beechcraft, Diamond, Standard Aero PT6,<br />
Honeywell and Rockwell Collins Service Center<br />
• 7/24 AOG Service<br />
• Modification of Special Mission Aircraft<br />
Aerodata AG Maintenance<br />
Hermann-Blenk-Straße 34 - 36 • D-38108 Braunschweig • Germany • www.aerodata.de<br />
Fon +49 531 - 23 59 250 • Fax +49 531 - 35 36 93 • maintenance@aerodata.de
[ MAINTENANCE SPECIAL ]<br />
OOLTB Sammet<br />
Am Flugplatz 3, 73540 Heubach<br />
Tel.: 07173 12077<br />
www.sammet-ltb.de<br />
OOMeravo-Luftreederei<br />
Flugplatz, 74229 Oedheim<br />
Tel.: 07136 6051<br />
www.meravo.de<br />
OOFlugwerft Steinle<br />
Am Flugplatz 1,<br />
74821 Mosbach<br />
Tel.: 06261 14718<br />
www.flugwerft-steinle.de<br />
OOFallschirm-Wagner<br />
Latscherstr. 8, 75365 Calw<br />
Tel.: 07051 3783<br />
www.fallschrim-wagner.de<br />
OOSFS intec<br />
Aircraft Components<br />
Ferdinand-Porsche-Str. 1,<br />
75382 Althengstett<br />
Tel.: 07051 92650<br />
www.sfsintec.biz/<br />
OODG Flugzeugbau<br />
Otto Lilienthal-Weg 2,<br />
76646 Bruchsal<br />
Tel.: 07251 3020-0<br />
www.dg-flugzeugbau.de<br />
OOFrank und Waldenberger<br />
In der Kühweid 1a,<br />
76661 Philippsburg<br />
Tel.: 07256 4807<br />
www.frankundwaldenberger.de<br />
OOFlugwerft Offenburg<br />
Am Flugplatz 13, 77656 Offenburg<br />
Tel.: 07803 2698<br />
LUFTFAHRTBEDARF<br />
OOAvangard Aviation<br />
Montreal Avenue D 423,<br />
77836 Rheinmünster<br />
Tel.: 07229 186990<br />
www.avangard-aviation.com<br />
OOBecker Avionics<br />
Baden Airpark B 108,<br />
77836 Rheinmünster<br />
Tel.: 07229 3050<br />
www.becker-avionics.com<br />
OODRF Luftrettung<br />
Operation Center<br />
Laval Avenue E,<br />
77836 Rheinmünster<br />
Tel.: 0711 70070<br />
www.drf-luftrettung.de<br />
OOMotorflug Baden-Baden<br />
Baden-Airpark, Summersite Ave.<br />
C-312, 77836 Rheinmünster<br />
Tel.: 07229 3<strong>01</strong>40<br />
www.motorflug.com<br />
OOallsafe Jungfalk<br />
Gerwigstraße 31, 78234 Engen<br />
Tel.: 07733 50020<br />
www.allsafe-group.com<br />
OOM.D. Classic-Aircraft Parts<br />
Untere Gießwiesen 5,<br />
78247 Hilzingen<br />
Tel.: 07731 921579<br />
www.md-classic-aircraft.com<br />
OOHG-Luftfahrttechnik<br />
Heubergstr. 2, 78583 Böttingen<br />
Tel.: 07429 931241<br />
OORalf Storz Kunststoff-<br />
Faserverbundtechnik LTB<br />
Flugplatz Winzeln-Schramberg,<br />
Flugplatzweg 2, 78733 Aichhalden<br />
Tel.: 07422 520260<br />
www.ltbstorz.de<br />
OOACM Air Charter<br />
Luftfahrtgesellschaft<br />
Baden Airport,<br />
Montreal Avenue D 415,<br />
77836 Rheinmünster<br />
Tel.: 07229 30220<br />
Tel.: 0761 21685-0<br />
www.acm-air-charter.de<br />
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OOMeierMotors<br />
Freiburger Str. 13, 79427 Eschbach<br />
Tel.: 07634 503797<br />
www.meiermotors.com<br />
OOPeter Haiml<br />
Luftfahrt-Service<br />
Freiburger Str. 15b,<br />
79427 Eschbach<br />
Tel.: 07634 595082<br />
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Thalkirchner Str. 62,<br />
80337 München<br />
Tel.: 089 5309067<br />
www.tost.de<br />
OOBinAir Aero Service<br />
Maria-Probst-Straße 22,<br />
80939 München<br />
Tel.: 089 3189090<br />
www.binair.eu<br />
OOMTU Aero Engines<br />
Dachauer Str. 665, 80995 München<br />
Tel.: 089 14890<br />
www.mtu.de<br />
OOGKN Aerospace<br />
Deutschland<br />
Brunhamstr. 21, 81249 München<br />
Tel.: 089 8715-0<br />
www.gkn.com/aerospace/Pages/<br />
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Tel.: 089 60733372<br />
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Tel.: 08152 7773<br />
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82231 Weßling<br />
Tel.: 0815 3302<strong>01</strong>1<br />
www.ruag.com/Aviation<br />
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Tel.: 08153 88111 2700<br />
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Industriestr. 4, 83404 Ainring<br />
Tel.: 08654 7700270<br />
www.global-helicopter-service.com<br />
OOHelog Aviation<br />
Am Kraftwerk 3,<br />
83435 Bad Reichenhall<br />
Tel.: 08651 76243-0<br />
www.helog.de<br />
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Sitecpark 1, 83646 Bad Tölz<br />
Tel.: 08041 79577-0<br />
www.sitec-aerospace.com<br />
OOTelair International<br />
Bodenschneidstr. 2,<br />
83714 Miesbach<br />
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OOB/E Aerospace Fischer<br />
Müller-Armack-Str. 4,<br />
84034 Landshut<br />
Tel.: 0871 932480<br />
www.fischer-seats.com<br />
OOIsar Aviation<br />
Aircraft Sales & Service<br />
Flugplatz Ellermühle,<br />
84034 Landshut<br />
Tel.: 08765 93060<br />
www.isar-aviation.de<br />
OODAG Dräxlmaier Aviation<br />
Landshuter Str. 100,<br />
84137 Vilsbiburg<br />
Tel.: 08741 470<br />
www.draexlmaier.com<br />
OOAirService Mühldorf<br />
Flugplatzstr. 6,<br />
84453 Mühldorf am Inn<br />
Tel.: 08631 990358<br />
www.edmy.de/<br />
airservicemuehldorf.html<br />
OOElektro-Metall Export<br />
Manchinger Str. 116,<br />
85053 Ingolstadt<br />
Tel.: 0841 9651-0<br />
www.eme-in.de<br />
OOAMS Aircraft<br />
Maintenance Services<br />
Allgemeine Luftfahrt, Halle 10, u.<br />
Hangar 31,<br />
85356 Flughafen München<br />
www.aircraft-maintenance.de<br />
OOJet Executives<br />
International Charter<br />
Flughafen München GAT,<br />
Halle 10, 85356 München<br />
Tel.: 089 97597550<br />
www.jetexecutive.com<br />
OOM.C.M. Maintenance<br />
Center Munich<br />
Allgemeine Luftfahrt,<br />
85356 München-Flughafen<br />
Tel.: 089 9705170<br />
www.mcm-airport.de<br />
OOTest-Fuchs<br />
Albert-Einstein-Str. 4, 85435 Erding<br />
Tel.: 08122 8920730<br />
www.test-fuchs.com<br />
OOMT Aerospace<br />
Franz-Josef-Str. 5,<br />
86153 Augsburg<br />
Tel.: 0821 505<strong>01</strong><br />
www.mt-aerospace.de<br />
OOAugsburg Air Service<br />
Flughafenstr. 5, 86169 Augsburg<br />
Tel.: 0821 70030<br />
www.augsburg-air-service.de<br />
OOHeli Aviation<br />
Flughafenstr. 19, 86169 Augsburg<br />
Tel.: 0821 74796517<br />
www.heli-aviation.de<br />
OOBitz Flugzeugbau<br />
Ulrichsmahd 22-30, 86179 Augsburg<br />
Tel.: 0821 811228<br />
www.bitz-flugzeugbau.de<br />
OOAirbus Helicopters<br />
Deutschland<br />
Industriestr. 4, 86609 Donauwörth<br />
Tel.: 0906 710<br />
www.airbushelicopters.com<br />
OOAero-Service-Donauwörth<br />
Am Flugplatz, 86682 Genderkingen<br />
Tel.: 0906 5755<br />
www.aeroservice-donauwoerth.de/<br />
OOf.u.n.k.e. Avionics<br />
Heinz-Strachowitz-Str. 4,<br />
86807 Buchloe<br />
Tel.: 08241 80066-0<br />
www.funkeavionics.de<br />
OONikolaus Ghönert<br />
Höfatstr. 38, 86825 Bad Wörishofen<br />
Tel.: 08247 962960<br />
www.ghoenert.com<br />
OOGrob Aircraft AG<br />
Lettenbachstr. 9,<br />
86874 Tussenhausen-Mattsies<br />
Tel.: 08268 998-0<br />
www.grob-aircraft.com<br />
OOFlugfunk-Service<br />
Anton Lang<br />
Pappelweg 26,<br />
86972 Schwabniederhofen<br />
Tel.: 08861 1739<br />
www.flugfunk-lang.de<br />
OOAircraft Cabin<br />
Maintenance<br />
Worringerstr. 11,<br />
87700 Memmingen<br />
Tel.: 08331 990400<br />
www.acm-aerospace.com<br />
OOKlaus Sicher Avionik<br />
Ground Service<br />
Allmannshornweg 30,<br />
87727 Babenhausen<br />
Tel.: 08333 5175252<br />
www.avionic-ground-service.de<br />
OOESZ Aircraft Engineering<br />
Hawangerstrasse 5b,<br />
87734 Benningen<br />
Tel.: 08331 9613745<br />
www.avionik.net<br />
OODo-Tec<br />
Am Flughafen 26,<br />
87766 Memmingerberg<br />
Tel.: 08331 750300<br />
www.do-tec-gmbh.de<br />
OOTKJ-Aircraft Maintenance<br />
Am Flughafen Halle 36 via Tor 1,<br />
87766 Memmingerberg<br />
Tel.: 08331 9959525<br />
www.tkj-am.de<br />
OOZeppelin Systems<br />
Graf-Zeppelin-Platz 1,<br />
88045 Friedrichshafen<br />
Tel.: 07541 20202<br />
www.zeppelin-systems.com<br />
OOAir Plus Maintenance<br />
Flughafen 28,<br />
88046 Friedrichshafen<br />
Tel.: 07541 388780<br />
www.airplus24.com/<br />
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Heftabo einfach digital erweitern: www.<strong>aerokurier</strong>.de/upgrade<br />
Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 7<strong>01</strong>62 Stuttgart. Registergericht Stuttgart HRA 9302. Geschäftsführer: Dr. Volker Breid,<br />
Norbert Lehmann. Vertrieb: Belieferung, Betreuung und Inkasso erfolgen durch DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Nils Oberschelp<br />
(Vorsitz), Christina Dohmann, Dr. Michael Rathje, Am Sandtorkai 74, 20457 Hamburg, als leistender Unternehmer. AG Hamburg, HRB 95752.<br />
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Ich zahle für 3 Ausgaben nur 12,90 € (A: 14,90 €; CH: 23.20 SFr.) statt 16,50 € (D) (A: 18,90 €; CH: 30.00 SFr.)<br />
im Einzelkauf. Mein Geschenk, das LOQI Taschenset, erhalte ich nach Zahlungseingang und solange der<br />
Vorrat reicht, Ersatzlieferungen sind vorbehalten. Falls ich nach dem Test keine weiteren Hefte wünsche, sage<br />
ich gleich nach Erhalt der 2. Ausgabe ab. Andernfalls erhalte ich <strong>aerokurier</strong> dann weiterhin, für jährlich zzt. nur<br />
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Straße, Nr.<br />
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mich Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG und ihr zur Verlagsgruppe gehörendes Unternehmen, Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG Verlagsgesellschaft<br />
mit ihren Titeln künftig auch per Telefon und E-Mail über weitere interessante Medienangebote informieren. Dieses Einverständnis<br />
kann ich jederzeit per E-Mail an widerruf@dpv.de widerrufen.<br />
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SEPA-Lastschriftmandat: Ich ermächtige die DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Am Sandtorkai 74, 20457 Hamburg, Gläubiger-Identifikationsnummer<br />
DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut<br />
an, die von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Die Mandatsreferenz wird mir<br />
separat mitgeteilt. – Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten<br />
Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.<br />
Ich bezahle per Rechnung.<br />
Widerrufsrecht: Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem<br />
Sie die erste bestellte Aus gabe erhalten, nicht jedoch vor Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anfor derungen von Art. 246a § 1 Abs. 2<br />
Nr. 1 EGBGB. Zur Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses, die Bestellung zu widerrufen.<br />
Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a EGBGB nutzen. Der Widerruf ist zu richten an: <strong>aerokurier</strong> Aboservice, Postfach,<br />
7<strong>01</strong>38 Stuttgart, Telefon: + 49 (0)711 3206-8899, Telefax: +49 (0)711 182-2550, E-Mail: <strong>aerokurier</strong>@dpv.de<br />
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OOZLT Zeppelin<br />
Luftschifftechnik<br />
Messestr. 132,<br />
88046 Friedrichshafen<br />
Tel.: 07541 59000<br />
www.zeppelinflug.de/<br />
OOLiebherr-Aerospace<br />
Pfänderstr. 50-52,<br />
88161 Lindenberg<br />
Tel.: 08381 46271<br />
www.liebherr.com<br />
OOZIM Flugsitz<br />
Röntgenstr. 7, 88677 Markdorf<br />
Tel.: 07544 95720<br />
www.zim-flugsitz.de<br />
OOSebald Luftfahrttechnischer<br />
Betrieb<br />
Walter-Herzog-Str. 24,<br />
89191 Nellingen<br />
Tel.: 07337 921074<br />
www.ltb-sebald.de<br />
PLZ 9<br />
OOAero-Dienst<br />
Flughafenstr. 100, 90411 Nürnberg<br />
Tel.: 0911 9356370<br />
www.aero-dienst.de/<br />
OOFAI Technik<br />
Flughafenstr. 124, 90411 Nürnberg<br />
Tel.: 0911 36009-30<br />
www.fai.ag<br />
OOKurt Malter Air Service<br />
Am Birkenbühl/Flugplatz,<br />
91074 Herzogenaurach<br />
Tel.: 09132 3814<br />
www.malter-airservice.de<br />
OOGEFA-Flug<br />
Bürgermeister-Obenauf-Str. 4,<br />
91336 Heroldsbach<br />
www.gefa-flug.de<br />
OORWG Germany<br />
Medbacher Weg 1,<br />
91315 Höchstadt a.d. Aisch<br />
Tel.: 09193 5<strong>01</strong>05-0<br />
www.kaman.com/aerospace<br />
OOAvionik Straubing<br />
Flugplatstr. 5, 94348 Atting<br />
Tel.: 09429 94240<br />
www.avionik.de<br />
OOMS Helicopter Service<br />
Flugplatzstr. 13, 94348 Atting<br />
Tel.: 09429 9473597<br />
www.ms-helicopter-service.de<br />
OOMT-Propeller Entwicklung<br />
Flugplatzstr. 1, 94348 Atting<br />
Tel.: 09429 94090<br />
www.mt-propeller.com<br />
OOPiloten-Service<br />
Robert Rieger<br />
Flugplatz Wallmühle, 94348 Atting<br />
Tel.: 09429 716<br />
www.pilotenservice-rieger.de<br />
OOL5 Interiors<br />
Geiselhöringer Str. 19,<br />
94315 Straubing<br />
Tel.: 09421 9683612<br />
www.L5-interiors.de<br />
OOVedder Munich<br />
Wallersdorfer Str. 17,<br />
94522 Wallersdorf<br />
Tel.: 09933 9100<br />
www.vedder.net<br />
OOHofmann Flugzeugwerft<br />
Flughafen Aero-Center 20a,<br />
95032 Hof/Pirk<br />
Tel.: 09292 91050<br />
www.hofmann-flugzeugwerft.de<br />
OOHeli-Frankonia<br />
Bündweg 6, 97762 Hammelburg<br />
Tel.: 09732 7525<br />
www.heli-frankonia.de<br />
OON3 Engine<br />
Overhaul Service<br />
Gerhard-Höltje-Str.1,<br />
99310 Arnstadt<br />
Tel.: 0361 5603552<br />
www.n3eos.com<br />
OOFAG Aerospace<br />
Georg-Schäfer-Str. 30,<br />
97421 Schweinfurt<br />
Tel.: 07921 912486<br />
www.fag.de<br />
PLZ 1<br />
Österreich<br />
OOHelikopter Air Transport<br />
Schubertring 1-3, 1<strong>01</strong>0 Wien<br />
Tel.: +43 810 12<strong>01</strong>20<br />
www.heliair.eu<br />
OOAustrian Technik<br />
Office Park 2, P.O. Box 100,<br />
1300 Flughafen Wien<br />
Tel.: +43 51766 663000<br />
www.austrian.com<br />
OOJet Aviation Vienna<br />
Hangar 7, 1300 Flughafen Wien<br />
Tel.: +43 17 0073 2687<br />
www.jetaviation.com<br />
OONiki Luftfahrt ???<br />
Office Park 1, Top B 03,<br />
1300 Flughafen Wien<br />
Tel.: +43 170 126443<br />
www.flyniki.com<br />
PLZ 2<br />
OODiamond Aircraft<br />
Industries<br />
N.A.-Ottostr. 5,<br />
2700 Wiener Neustadt<br />
Tel.: +43 2622 26700 1880<br />
www.diamond-air.at<br />
OOUrbe Aero<br />
Ferdinand-Graf-von-Zeppelin-Str. 9<br />
2700 Wiener Neustadt<br />
Tel.: +43 2622 35123<br />
www.urbe.aero<br />
PLZ 3<br />
OOTK-Heli Maintenance<br />
Wienerwaldstr. 13A/9,
3441 Judenau<br />
Tel.: +43 2274 44265<br />
www.tk-helimaintenance.at<br />
OOLuftfahrzeug-Wartungs-<br />
betrieb Krems<br />
Flughafenstr. 19<br />
3500 Krems an der Donau<br />
Tel.: +43 2732 84477<br />
www.wartungsbetrieb-krems.com<br />
OOTest-Fuchs<br />
Test-Fuchs-Str. 1-5,<br />
3812 Gross-Siegharts<br />
Tel.: +43 2847 90<strong>01</strong>-0<br />
www.test-fuchs.com<br />
PLZ 4<br />
OOAAS AirSupport<br />
Flughafenstr: 1,<br />
4063 Hörsching<br />
Tel.: +43 7221 6315811<br />
www.airsupport.at<br />
OOFACC<br />
Fischerstr. 9,<br />
4910 Ried im Innkreis<br />
Tel.: +43 59 6160<br />
www.facc.com<br />
PLZ 5<br />
OOAir Ambulance<br />
Technology<br />
Lamprechthausenerstr. 65,<br />
5282 Ranshofen<br />
Tel.: +43 7722 850511<br />
www.airambulancetechnology.com<br />
OOHeli Austria<br />
Heliport LOSJ,<br />
5600 St. Johann im Pongau<br />
Tel.: +43 6462 4200<br />
www.heli-austria.at<br />
OOLuftfahrzeugtechnik<br />
Zell am See<br />
Kaprunerstr. 15,<br />
5700 Zell am See<br />
Tel.: +43 6542 2<strong>01</strong>11<br />
www.werftzell.com<br />
PLZ 6<br />
OOTyrolean Jet Service<br />
Fürstenweg 180, 6020 Innsbruck<br />
Tel.: +43 512 225770<br />
www.tjs.at<br />
OOTyrol Air Ambulance<br />
Fürstenweg 180, 6020 Innsbruck<br />
Tel.: +43 512 224 22<br />
www.taa.at<br />
OOTyrol Airways<br />
Luftfahrzeuge Technik<br />
Fürstenweg 190, Hangar 4<br />
6020 Innsbruck<br />
Tel.: +43 51766 31810<br />
www.taa.at<br />
OOWucher Helicopter<br />
Hans-Wucher-Platz 1,<br />
6713 Ludesch<br />
Tel.: +43 5550 38800<br />
www.wucher-helicopter.at<br />
PLZ 8<br />
OOAustrian Aircraft<br />
Corporation - AAC<br />
Flughafen Graz,<br />
8073 Feldkirchen bei Graz<br />
Tel.: +43 316 296149<br />
www.aac.at<br />
OOAircraft Service<br />
Flugplatzstr. 11, 8784 Trieben<br />
Tel.: +43 3615 3622<br />
www.aircraftservice.at<br />
PLZ 1<br />
Schweiz<br />
OOCermec Motor<br />
Le Verney 4, 1070 Puidoux-Gare<br />
Tel.: +41 21 9461040<br />
www.cermecmotor.ch<br />
OOBurnet Interiors<br />
Chemin des Papillons 20,<br />
1215 Genf<br />
Tel.: +41 22 7170676<br />
www.burnetinteriors.com<br />
OOTAG Aviation<br />
Rue Charles Bonnet 14,<br />
1215 Genf<br />
Tel.: +41 22 7170000<br />
www.tagaviation.com<br />
OOJean Gallay<br />
Chemin du Pont-du-Centenaire<br />
108, 1228 Genf<br />
Tel.: +41 22 7947766<br />
www.jean-gallay.ch<br />
OOQuality Control NDT<br />
Route de l’Industrie,<br />
1606 Forel (Lavaux)<br />
Tel.: +41 21 7810878<br />
www.qualitycontrol.ch<br />
OOMecanair<br />
Route de l’Aérodrome 30,<br />
1730 Ecuvillens<br />
Tel.: +41 26 4119230<br />
www.mecanair.ch<br />
OOMobile Air Service<br />
Route des Placettes, 1880 Bex<br />
Tel.: +41 24 4634033<br />
www.mobileairservice.ch<br />
O O Farner Air Service<br />
Route des Ronquoz 150,<br />
1951 Sion<br />
Tel.: +41 27 3229731<br />
www.farner-swiss.ch
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OOSenehi Avionics<br />
Rue de Longchamps 40,<br />
2<strong>01</strong>4 Bôle<br />
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www.seheni-avionics.ch<br />
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Pierre Brugger<br />
Boulevard des Eplatures 56,<br />
2300 La Chaux-de-Fonds<br />
Tel.: +41 32 9267533<br />
www.aero-service.ch/<br />
OOAerotec<br />
Flughafenstrasse 19,<br />
2540 Grenchen<br />
Tel.: +41 32 6522149<br />
www.aerotec.ch<br />
OOHeli-Maintenance<br />
Airport Grenchen, 2540 Grenchen<br />
Tel.: +41 32 6531041<br />
www.helimaintenance.ch<br />
PLZ 3<br />
OOAirbase<br />
Bern Airport, 3123 Belp<br />
Tel.: +41 31 9610493<br />
www.airbase-bern.ch<br />
OOAirmatec<br />
Flugplatzstrasse 19, 3123 Belp<br />
Tel.: +41 31 9610707<br />
www.airmatec.ch<br />
OOSHM Swiss Helicopter<br />
Maintenance<br />
Muristr. 114, 3123 Belp<br />
Tel.: +41 31 8188822<br />
www.shm-ag.ch<br />
OOAirla Aircraft Service<br />
Flugplatz, 3368 Bleienbach<br />
Tel.: +41 62 9223020<br />
www.airla.ch<br />
OOSwiss Helicopter<br />
Muristr. 114, 3123 Bern<br />
Tel.: +41 31 8188888<br />
www.swisshelicopter.ch<br />
OOAir Zermatt<br />
Heliport Raron, 3942 Raron<br />
Tel.: +41 27 9358686<br />
www.air-zermatt.ch<br />
PLZ 4<br />
OOAir Service Basel<br />
Airport, 4030 Basel<br />
Tel.: +41 61 5673700<br />
www.airservicebasel.com<br />
OOJet Aviation Basel<br />
Aeschengraben 26, 4030 Basel<br />
Tel.: +41 58 1584111<br />
www.jetaviation.com<br />
OOAMAC Aerospace<br />
Henric-Petri-Str. 35, 4051 Basel<br />
Tel.: +41 58 3103131<br />
www.amacaerospace.com<br />
OOFlugschule Basel<br />
Flughafen Basel-Mulhouse,<br />
4030 Basel<br />
Tel.: +41 61 3252833<br />
www.flugschulebasel.ch<br />
PLZ 5<br />
OORotor & Wing Technics<br />
Flughafen, 5632 Buttwill<br />
Tel.: +41 56 6755056<br />
OORuag Aviation<br />
Seetalstr. 175, 6032 Emmen<br />
Tel.: +41 31 3766450<br />
www.ruag.com<br />
PLZ 6<br />
OOFlying Ranch<br />
Maintenance<br />
Kehrhof, 6234 Triengen<br />
Tel.: +41 41 9333880<br />
www.flyingranch.ch<br />
OOPilatus Flugzeugwerke<br />
Postfach 992, 6371 Stans<br />
Tel.: +41 41 61965<strong>01</strong><br />
www.pilatus-aircraft.com<br />
OOAerolite Max Bucher<br />
Aumühlestr. 10,<br />
6373 Ennetbürgen<br />
Tel.: +41 41 6245858<br />
www.aerolite.ch<br />
OOKaren<br />
Aeroporto Cantonale di Locarno,<br />
6596 Gordola<br />
Tel.: +41 91 8634515<br />
www.karen-sa.com<br />
OOSAM South Alps<br />
Maintenance Center<br />
6775 Ambri<br />
Tel.: +41 91 8802060<br />
www.samcenter.ch<br />
OOAviotrace Swiss<br />
Training Center, Lugano Airport,<br />
69<strong>01</strong> Lugano<br />
Tel: +41 91 2243766<br />
www.aviotraceswiss.com/<br />
PLZ 7<br />
OOFlugzeugservice von Rotz<br />
Flugplatz, 7310 Bad Ragaz<br />
Tel.: +41 81 3022413<br />
www.lsze.ch<br />
OOHeli Bernina<br />
Engadin Airport,<br />
7503 Samedan<br />
Tel.: +41 81 8511818<br />
www.helibernina.ch<br />
PLZ 8<br />
OOAvionitec<br />
General Aviation Center 4/F,<br />
8058 Zürich<br />
Tel.: +41 43 8164439<br />
www.avionitec.ch<br />
OOFlight Maintenance MFGZ<br />
General Aviation Center,<br />
8058 Zürich<br />
Tel.: +41 43 8167463<br />
www.mfgz.ch/maintenance<br />
OO5 Star Aviation Clément<br />
c/o Execujet Aviation,<br />
Bimenzältenstr. 75,<br />
8060 Zürich Flughafen<br />
Tel.: +41 79 4049381<br />
www.5staraviation.ch<br />
OOBucher Leichtbau<br />
Industriestr. 1A, 8117 Fällanden<br />
Tel.: +41 44 8062424<br />
www.bucher-group.com<br />
OOLTB Peter Neukom<br />
Schmerlatstr. 12, 8213 Neunkirch<br />
Tel.: +41 52 6811040<br />
www.ltb-peterneukom.ch<br />
OOZimex Aviation<br />
Cherstr. 4, 8152 Glattbrugg<br />
Tel.: +41 44 8155353<br />
www.zimex.ch<br />
OOCessna Zurich Citation<br />
Service Center<br />
Bimenzältenstr., 8302 Kloten<br />
Tel.: +41 43 8158111<br />
www.cessna.txtav.com/citationservice/zurich<br />
OOSeiferle Aviation<br />
Flugplatz Speck, 8320 Fehraltorf<br />
Tel.: +41 44 9541811<br />
www.seiferle.ch<br />
OOAir Restoration<br />
Strohwilen-Frauenfelderstr. 1<strong>01</strong>,<br />
8514 Amlikon-Bissegg<br />
Tel.: +41 71 4226111<br />
www.air-restoration.ch<br />
OOValair Maintenance<br />
Airport, 8559 Sitterdorf<br />
Tel.: +41 71 4222020<br />
www.valair.ch<br />
OOGS Segelflugzeugund<br />
Kunststoffbau<br />
Feldstr. 16, 8718 Schänis<br />
Tel.: +41 79 6102712<br />
www.camo-plus.com/<br />
OORobert Fuchs Helikopter<br />
Friesischwand 1,<br />
8834 Schindellegi<br />
Tel.: +41 44 7870505<br />
www.fuchs.ch<br />
IMPRESSUM<br />
Das Maintenance Special ist eine Sonderpublikation von <strong>aerokurier</strong> und FLUG REVUE. Es liegt der<br />
<strong>aerokurier</strong>-Gesamtauflage 1/2<strong>01</strong>7 sowie der Abo-Auflage der FLUG REVUE 2/2<strong>01</strong>7 bei.<br />
REDAKTION: Leuschnerstr. 1, 7<strong>01</strong>74 Stuttgart, Telefon: +49 (0)711 182-2800, Fax: +49 (0)711 182-1781,<br />
E-Mail: redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de, Internet: www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />
Herausgeber: Michael Pfeiffer Redaktionsleitung (verantw. i. S. d. Presserechts): Lars Reinhold<br />
Stellv. Chefredakteur: Gerhard Marzinzik Redaktion: Alexandros Mitropoulos Produktionsleitung:<br />
Marion Hyna Schlussredaktion: Jutta Clever Grafische Konzeption: Harald Hornig<br />
Grafik und Layout: MOTORRAD-Grafik, Ralf Athen, Harald Hornig, Katrin Sdun Repro: MOTOR-<br />
RAD-Medienproduktion, Stefan Widmann (Ltg.), Catherine Pröschild (i.V.), Iris Heer, Sabine Heilig-<br />
Schweikert Herstellung: Rainer Jüttner<br />
VERLAG: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG Leitung Geschäftsbereich Luft- und Raumfahrt:<br />
Peter-Paul Pietsch Stellvertretende Verlagsleitung: Eva-Maria Gerst Brandmanagement:<br />
Natalie Lehn<br />
ANZEIGEN: Anzeigenleitung: Reinhard Wittstamm Verantwortlich für den Anzeigenteil: Julia<br />
Ruprecht<br />
DRUCK: Neef + Stumme GmbH & Co. KG, 29378 Wittingen<br />
OOSkyparts<br />
Flugplatz,<br />
8915 Hausen am Albis<br />
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OOTUAG<br />
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9320 Arbon<br />
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Flughafenstrasse 11,<br />
9423 Altenrhein<br />
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+41 71 7613008<br />
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Airport St. Gallen,<br />
9423 Altenrhein<br />
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Thorgau<br />
Flugplatz Lommis,<br />
9506 Lommis<br />
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Flugplatz, 9506 Lommis<br />
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Flugzeug-Aggregate<br />
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30 Maintenance Special 1/2<strong>01</strong>7
THE GLOBAL SHOW<br />
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Friedrichshafen | Germany | April 05 – 08, 2<strong>01</strong>7<br />
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Praxis<br />
Know-how<br />
Januar 2<strong>01</strong>7<br />
für<br />
Einsteiger und<br />
Fortgeschrittene<br />
Winterfliegen<br />
Ab auf die Piste!<br />
Foto:Tashi Dolma Hinz<br />
Ob Fliegen bei Temperaturen, die eigentlich nach Glühwein<br />
und Christstollen verlangen, sinnvoll ist oder nicht – das<br />
muss jeder für sich entscheiden. Wer aber fliegt, sollte sich<br />
ordentlich vorbereiten und die folgenden Tipps beherzigen.<br />
Fällt die Entscheidung, trotz Minusgraden<br />
ins Flugzeug zu steigen, steht eine ausgiebige<br />
Flugvorbereitung an erster<br />
Stelle. In der vierten Jahreszeit sind längere<br />
VFR-Flüge, vor allem über mehrere Tage,<br />
wegen des häufig wechselhaften Wetters<br />
schwierig. Besser, man beschränkt sich auf<br />
Tagesausflüge. Das Wetter muss in dieser<br />
Jahreszeit genau beobachtet werden; es genügt<br />
nicht, sich bloß die GAFOR-Übersicht<br />
anzusehen. Zunächst kleine Schneeschauer<br />
werden manchmal zu großen Schneewänden.<br />
Der Ein- oder Durchflug ist unbedingt zu vermeiden,<br />
da ein Whiteout und damit der Verlust<br />
der Orientierung drohen. Wenn die Wetterbedingungen<br />
passen, ist der Zustand des<br />
Zielflugplatzes zu erfragen. Sind Piste und<br />
Rollwege verschneit oder geräumt? Liegen<br />
Schneehaufen entlang der Piste, die das Einschätzen<br />
der richtigen Abfanghöhe erschweren?<br />
Manchem Flugplatzbetreiber ist gar nicht<br />
bewusst, dass die seitlichen Übergangsflächen<br />
von Hindernissen – und dazu zählt auch der<br />
von der Piste geräumte Schnee – frei gehalten<br />
werden müssen. Wenn solche Schneewälle<br />
verharschen und man die Piste unfreiwillig<br />
verlässt, kann das zu erheblichen Schäden<br />
am Flugzeug führen. Auch die Zeit für den<br />
Rückflug sollte man im Auge behalten, da die<br />
Tage kurz sind. Ein Rückflug in die Dämmerung<br />
bei weiß-grauem Untergrund ist anspruchsvoll<br />
und kann ungeübte Piloten überfordern.<br />
Ärgerlich auch, wenn am Ziel- oder Heimatflugplatz<br />
die Piste aus irgendeinem Grund<br />
blockiert ist. Insofern sollten bei der Flugvorbereitung<br />
Ausweichflugplätze berücksichtigt<br />
werden. Aufgrund des frühen Sonnenuntergangs<br />
werden diese eventuell auch erst bei<br />
Dunkelheit erreicht. Für solche Fälle sind<br />
Nachtflugerfahrung und entsprechende Ausrüstung<br />
Gold wert.<br />
Bitte warm anziehen!<br />
Steht die Flugplanung, heißt es, sich gegen<br />
die Witterung zu wappnen. Der altbekannte<br />
Satz „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur<br />
falsche Kleidung!“ stimmt oft. Im Flugzeug<br />
allerdings ist er Makulatur, sind die meisten<br />
Maschinen nun mal nicht für Eskimokleidung<br />
konstruiert. Und wer einmal versucht hat,<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 75
[ PRAXIS Januar 2<strong>01</strong>7 ]<br />
<br />
Klare Sicht auf eine schöne Landschaft: Wer sich gut vorbereitet, kann auch im Winter tolle Flüge erleben.<br />
Checkliste Winterflug<br />
Beim Fliegen in der kalten Jahreszeit gibt es einiges zu beachten.<br />
Die wichtigsten Punkte hier noch einmal zusammengefasst fürs Klemmbrett:<br />
Ist das Wetter geeignet für den Ausflug?<br />
Reichen die Sichten aus? (Während des<br />
Fluges immer wieder prüfen!)<br />
Sind Start- und Zielflugplatz in<br />
ordentlichem Zustand (Pisten geräumt)?<br />
Passt die Kleidung zur Witterung?<br />
Ist die Flugausrüstung komplett?<br />
(Scheibentücher, Nachtflugausrüstung, etc.)<br />
Passt mein Zeitplan für das Flugvorhaben?<br />
Rückflugzeit bedenken!<br />
Kontrolle des Kraftstoffs, drainen<br />
Kontrolle Motorzustand und Öl<br />
Alle Ansätze von Schnee, Eis und Raureif<br />
vom Flugzeug entfernen, auch an schwer<br />
zugänglichen Stellen<br />
behutsames Warmlaufenlassen<br />
Sind die Betriebstemperaturen und der<br />
Öldruck im grünen Bereich? (Während<br />
des Fluges immer wieder prüfen!)<br />
Funktionieren Vergaservorwärmung und<br />
Pitotrohr-Heizung?<br />
Langsam rollen und möglichst vermeiden<br />
zu bremsen<br />
Flugzeug nach der Landung von Schneematsch<br />
und Eis befreien. Vorsicht: Pitotrohr<br />
kann extrem heiß sein!<br />
Flugzeug witterungsgerecht abstellen<br />
mit warmen Winterhandschuhen eine Frequenz<br />
einzudrehen, zieht sie schnell wieder aus.<br />
Warme Füße, die bei der Landung noch<br />
einen gefühlvollen Steuer- und Bremsvorgang<br />
erlauben, sind genauso wichtig wie warme<br />
Hände zur Bedienung aller Schalter. Hilfreich<br />
ist die Zwiebeltechnik: Viele dünne übereinander<br />
getragene Kleidungsstücke wärmen oft<br />
mehr als ein dickes. Das gilt auch für die<br />
Handschuhe. Eng anliegende dünne Fingerlinge<br />
und darüber normale Lederhandschuhe<br />
funktionieren oft hervorragend. Schal und<br />
Kopfbedeckung sind natürlich ebenso hilfreich,<br />
damit der Kopf die notwendige Betriebstemperatur<br />
beibehält. Ein Geheimtipp: Skiunterwäsche<br />
wärmt, ohne dass man zu sehr schwitzt.<br />
Wohlige Wärme, wie sie beim Auto von der<br />
Heizung kommt, ist im Flieger oft ein Wunschtraum.<br />
Grund dafür sind die meist über die<br />
Auspuffrohre gelegten Wärmetauscher, die<br />
ihre beste Wirkung leider nur im Sommer haben.<br />
Die kalte Außenluft wird je nach Muster<br />
erst nach gewisser Zeit spürbar wärmer – der<br />
Heizungsregler ist mitunter mehr was für die<br />
Psyche. Beim Einsatz der Heizung ist immer<br />
das Risiko durch Kohlenmonoxid zu bedenken.<br />
Über Risse in der Auspuffanlage im Bereich<br />
76 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
des Wärmetauschers können Abgase unbemerkt<br />
in die Kabine gelangen. Ein Kohlenmonoxid-Detektor<br />
– ob elektronisch oder als<br />
Plakette – ist daher Pflicht! Bei Flugzeugen<br />
mit wassergekühlten Motoren, deren Heizung<br />
über das Kühlsystem betrieben wird, ist das<br />
Problem weniger relevant.<br />
Von der Heizung ist es nicht weit zum Triebwerk,<br />
das im Winter besonderer Aufmerksamkeit<br />
bedarf. Am besten ist es, ein Flugzeug<br />
im Hangar abzustellen, der optimalerweise<br />
beheizt ist. Wer seinem Schätzchen diesen<br />
Luxus nicht bieten kann, muss dem Motor<br />
durch sorgsames Vorwärmen etwas Gutes<br />
tun. Jeder Kaltstart belastet das Triebwerk<br />
unnötig und verkürzt seine Lebensdauer. Bei<br />
Temperaturen unter minus acht Grad sollte<br />
man es sich generell gut überlegen, ob man<br />
das den Laufflächen der Zylinder antun will.<br />
Ohne vorgewärmtes Öl oder aufgewärmten<br />
Motor reibt schnell Metall auf Metall, was im<br />
Wortsinne zu hohem Reibungsverlust führt.<br />
Optimal ist dann das Aufwärmen schon ein<br />
bis zwei Tage vorher in einem beheizten Hangar<br />
oder – wenn das nicht möglich ist –<br />
zumindest die partielle Aufwärmung mittels<br />
Heizgerät für 30 bis 60 Minuten.<br />
Während warme Luft aus dem Aufwärmgerät<br />
über den Motor strömt, hat man Zeit, sich<br />
Gedanken über die Batterie zu machen. Besonders<br />
ältere Akkus liefern bei Kälte weniger<br />
Strom und können beim Anlassvorgang zusammenbrechen.<br />
Das wird dann gefährlich,<br />
wenn ein Vergaserbrand nach einem fehlgeschlagenen<br />
Startvorgang nicht durch Weiterdrehen<br />
des Anlassers gelöscht werden kann.<br />
Um solch ein Malheur zu verhindern, ist eine<br />
starke und vollgeladene Batterie notwendig<br />
oder, besser noch, ein Starthilfeaggregat. Bei<br />
Nutzung von Fremdhilfe gilt es, sich klar abzusprechen<br />
und die Verfahren aus dem Handbuch<br />
anzuwenden. Gibt die Batterie letzte<br />
Zuckungen zu erkennen, ist von weiteren<br />
Startversuchen dringend abzuraten. Auch die<br />
Kontrolle der Zelle verlangt im Winter mehr<br />
Aufmerksamkeit. Alle Flächen müssen von<br />
Beschlag, Raureif, Schnee oder Eis befreit sein.<br />
Dies gilt auch für unbequem zu erreichende<br />
Stellen, beispielsweise unter den Flächen beim<br />
Tiefdecker oder die Oberseite der Flügel beim<br />
Schulterdecker. Schneit es stark, sollte man<br />
kurz vor dem Start noch einmal überprüfen,<br />
ob sich vom Losrollen bis zur Piste nicht erneut<br />
weiße Masse angesammelt hat, die wertvollen<br />
Auftrieb zerstören könnte.<br />
Der Motor braucht Temperatur<br />
Fertig zum Flug, geht es ans Anlassen. Was<br />
sagt das Handbuch dazu und was die eigene<br />
Erfahrung? Sobald der Motor läuft, muss man<br />
die richtige Drehzahl erwischen. Eine niedrige<br />
ist am Anfang vorteilhaft für das Warmlaufen,<br />
leider gehen dabei viele Motoren im<br />
Winter gleich wieder aus. Hohe Drehzahlen<br />
bedeuten Materialverschleiß – oft auch am<br />
hohen Öldruck erkennbar.<br />
Apropos Öl: Ist der Motor überhaupt mit passendem<br />
Winterflugöl befüllt? Geeignetes<br />
Mehrbereichsöl oder 80er-Einbereichsöl sollte<br />
es in unseren Breitengraden schon sein.<br />
Die Warmlaufphase kann im Winter durchaus<br />
10 bis 15 Minuten oder länger dauern. Sobald<br />
Ein genaues Wetterbriefing ist obligatorisch.<br />
Nur mal eben den GAFOR checken, reicht nicht.<br />
der Öldruck beim vorsichtigen Gasgeben gleich<br />
bleibt, ist das Öl in der Regel warm genug.<br />
Ein Blick gilt natürlich auch den anderen<br />
Anzeigen wie der der Zylinderkopftemperatur<br />
oder, bei Motoren mit Wasserkühlung, deren<br />
Temperaturanzeige.<br />
Selbst wenn der Motor am Boden warm ist,<br />
kann er sich in der Luft bei reduzierter Leistung<br />
unter Umständen schnell wieder abkühlen,<br />
was wiederum zu nachhaltigen Schäden führen<br />
kann. Man sollte es daher unterlassen, im<br />
Winter intensiv Ziellandeübungen zu fliegen.<br />
Wenn es unbedingt sein muss, dann ist im<br />
Sinkflug noch mal leicht Gas zu geben, und<br />
man sollte ausschließlich Fullstop-Landungen<br />
durchführen. Danach gilt, gemütlich zum<br />
Startpunkt zurück zu rollen und die Zeit zum<br />
Aufwärmen des Motors zu nutzen. Ein Shock-<br />
Cooling bei der Ziellandung oder ein steiler<br />
Powerless-Anflug nach einem längeren Reiseflug<br />
bekommen keinem Motor auf Dauer<br />
gut. Überhaupt empfiehlt es sich, im Winter<br />
nicht nur kurze Flüge unter einer Stunde zu<br />
machen. Das Öl benötigt wirklich Zeit, um<br />
eventuell vorhandenes Kondenswasser „auszuschwitzen“.<br />
Ist es aber erstmal entwichen,<br />
trägt das auch zum Korrosionsschutz bei.<br />
Der Flug ist geplant, das Flugzeug gecheckt,<br />
die Besatzung fest angeschnallt und der Motor<br />
warm – es könnte also losgehen. Allerdings<br />
Wo soll es hingehen? Die Flugplanung sollte<br />
auch Ausweichplätze berücksichtigen.<br />
Zur Vorflugkontrolle im Winter gehört das Entfernen von Eis und<br />
Raureif – auch an schwer zugänglichen Stellen.<br />
GPS, Karte, Winterhandschuhe und warme Kleidung: Mit der passenden<br />
Ausrüstung ist ein Winterflug durchaus möglich.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 77
[ PRAXIS Januar 2<strong>01</strong>7 ]<br />
Ordentliches Schuhwerk wärmt nicht nur, es<br />
bietet auch vernünftigen Grip.<br />
Wie sieht es am Zielflugplatz aus? Ist die Piste geräumt, oder muss ich auf Schnee landen? Eine<br />
Abfrage dieser Fakten verhindert Überraschungen bei der Ankunft.<br />
stellen sich nach Schließen der Türen Instrumentenflugbedingungen<br />
ein. Wenn jetzt alle<br />
Beteiligten eifrig mit dem Handrücken etwas<br />
Sichtfläche freiwischen, gibt das schnell tiefe<br />
Kratzer durch Ringe, Schmutz oder Metallclips<br />
an Handschuhen. Zwei Dinge helfen dagegen:<br />
eine Einweisung der Passagiere und ein paar<br />
Antibeschlagtücher.<br />
Nun rollen wir endlich los. Langsam und vorsichtig<br />
sollte es auf Schnee- und Schneematsch<br />
zugehen. Langsames Rollen führt auch dazu,<br />
dass nicht so viel Matsch an die Rumpfunterseite<br />
und das Fahrwerk spritzt. Speziell bei<br />
Einziehfahrwerken kann der Matsch im Flug<br />
gefrieren und das spätere Ausfahren erschweren<br />
oder gar verhindern. Der Test der Bremsen<br />
sollte mit Gefühl geschehen. Das Abbremsen<br />
des Triebwerks kann im Winter schwierig sein,<br />
wenn der Untergrund zu schlüpfrig ist. Hier<br />
gilt es, vor dem Gasgeben eine glättefreie<br />
Stelle zu finden. Dann geht es auf die Bahn.<br />
Beschleunigt wird vorsichtig. Im Falle eines<br />
Startabbruchs sollte der Pilot so wenig wie<br />
möglich bremsen. Allzu leicht verreißt man<br />
dabei das Flugzeug und kommt von der Bahn<br />
ab. Das mag sich dramatisch anhören, ist aber<br />
durchaus erlebte und beobachtete Realität.<br />
Guten Winterflug!<br />
Ein Blick in den Tank gehört selbstredend im<br />
Sommer wie im Winter zur Vorflugkontrolle.<br />
[ Autor Thomas Schüttoff<br />
... ist Fluglehrer und<br />
Prüfer. Er sammelte<br />
Erfahrung beim Betrieb<br />
von Flugzeugen in<br />
Vereinen und Flugschulen<br />
und war Gründer der<br />
Tempelhof Aviators.<br />
Dort betreute er bis zu 24<br />
Flugzeuge in Subcharter.<br />
Seine Liebe gilt vor<br />
allem histo rischen Flugzeugen, und gerne<br />
weist er andere Piloten in die Besonderheiten<br />
dieser aviatischen Schätze ein.<br />
Praxis-Quiz Testen Sie Ihr Wissen<br />
1. 2. 3.<br />
Was ist die Folge einer Vergaservereisung?<br />
a) Die Ansaugtemperatur erhöht sich.<br />
b) Die Motorleistung geht zurück.<br />
c) Es macht sich ein Anstieg beim<br />
Kraftstoffverbrauch bemerkbar.<br />
d) Der Öldruck sinkt.<br />
Die Lösungen finden Sie auf Seite 102.<br />
Wodurch entsteht Raureif am<br />
Luftfahrzeug?<br />
a) durch Sublimation von Wasserdampf<br />
in wolkenfreier Luft<br />
b) durch Ansetzen von Polarschnee an<br />
der Tragfläche<br />
c) durch Anfrieren von Sprühregentröpfchen<br />
am Luftfahrzeug<br />
d) beim Flug durch eine unterkühlte<br />
Wasserwolke<br />
Stört eine Schneeauflage auf<br />
den Tragflächen bei der Startdurchführung?<br />
a) Nein, da der Fahrtwind den Schnee<br />
beim Anrollen herunterweht.<br />
b) Ja, da der beim Start herunterwehende<br />
Schnee die Sicht beeinträchtigt.<br />
c) Nur bei einer kurzen Piste, da die Abhebegeschwindigkeit<br />
geringfügig erhöht ist.<br />
d) Ja, da der Schnee die aerodynamischen<br />
Eigenschaften des Luftfahrzeuges stark<br />
verschlechtert.<br />
78 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ PRAXIS Januar 2<strong>01</strong>7 ]<br />
Wer selber schraubt, sollte sich genau überlegen, was er<br />
wirklich darf und ob er es realistisch darstellen kann.<br />
DER<br />
EXPERTEN-<br />
TIPP<br />
Do-it-yourself<br />
13<br />
Mirko Fahlbusch<br />
Ein Ölwechsel ist erlaubt und machbar. Wer<br />
aber beispielsweise an der Bremse schraubt,<br />
sollte ganz genau wissen, was er tut.<br />
Die Maintenance hat im Winter Hochkonjunktur.<br />
Es ist kalt, die Tage sind<br />
kurz, und so bietet es sich an, Wartungs-<br />
und Reparaturarbeiten jetzt zu erledigen,<br />
da die Bedingungen zum Fliegen ohnehin<br />
nicht taugen.<br />
Mancher Pilot macht dafür einen Termin mit<br />
der Werft seines Vertrauens. Zwar kommt der<br />
Flieger nach einigen Tagen ganz sicher perfekt<br />
gewartet aus dem LTB – genauso sicher landet<br />
aber auch die Rechnung im Briefkasten.<br />
Weihnachtsgeld ade. Privatflieger, die in Vereinen<br />
organisiert sind, besorgen die nötige<br />
Wartung oft mit Hilfe eines versierten Mechanikers,<br />
der entsprechende Lehrgänge bei den<br />
Landesverbänden absolviert hat. Der dritte<br />
Typus Pilot hat sich mit seiner Werft geeinigt<br />
und darf Arbeiten, die unter die Pilot/Owner<br />
Maintenance fallen, selber durchzuführen.<br />
Klar, verführerisch sind die beiden letzten<br />
Varianten, gerade mit Blick aufs Konto. Außerdem<br />
macht es ja auch Spaß, am Flugzeug<br />
zu schrauben, und erlaubt ist es in Grenzen<br />
ja auch. Gerade die UL-Gemeinde hat da recht<br />
große Freiräume. Also Hemmungen über Bord<br />
und mit gesundem Menschenverstand ran an<br />
die Technik! Genau in diesem Moment wird<br />
die Nummer aber riskant. Sicher, die meisten<br />
Flugzeugkonstruktionen sind technisch übersichtlich<br />
aufgebaut. Aber irgendeinen Grund<br />
muss es doch haben, dass ein Fluggerätmechaniker<br />
nach dreieinhalb Jahren Lehre bestenfalls<br />
als „angebrütet“ zu betrachten ist<br />
und nicht als erfahrener Mechaniker gilt.<br />
Bevor man loslegt, muss man sich fragen, ob<br />
man die Arbeiten auch fachgerecht durchführen<br />
kann. Schnell wird man feststellen, dass<br />
man an vielen Punkten an die eigenen Grenzen<br />
stößt; angefangen bei den technischen<br />
Unterlagen, die nicht permanent zur Verfügung<br />
stehen – vom aktuellen Revisionsstand mal<br />
ganz abgesehen. Auch die Sprache kann eine<br />
Hürde sein: Reichen die Englischkenntnisse,<br />
um Anweisungen richtig zu interpretieren?<br />
Sind diese Hürden genommen, steht die Frage<br />
nach der „Hardware“ im Raum. Habe ich<br />
die passenden Werkzeuge zur Hand, um beispielsweise<br />
auch zöllige Schrauben zu bewegen?<br />
Sind meine Drehmomentschlüssel kalibriert?<br />
Kann ich mit Spezialwerkzeugen<br />
überhaupt umgehen?<br />
Gefahr für Mensch und Material<br />
Ich habe viele Sachen in der Pilot/Owner Maintenance<br />
erlebt, die der „Meister“ sich und<br />
seiner Maschine besser erspart hätte. So hat<br />
ein Pilot beim Bremsbelagwechsel eine extrem<br />
untermaßige Bremsscheibe nicht ersetzt. Mehrere<br />
Landungen später verklemmte sich der<br />
Bremskolben, das Flugzeug brach aus. Schaden<br />
am Ende: 45 000 Euro. Ein anderer meinte,<br />
das Drehmoment „in der Hand“ zu haben.<br />
Das Resultat: ein abgerissener Bolzen am<br />
Zylinder, Schaden: 2500 Euro. Unsachgemäßes<br />
Arbeiten an einem Stoßdämpfer führte nicht<br />
nur zu einem Hallenboden voller Hydraulikflüssigkeit,<br />
sondern – viel schlimmer – auch<br />
zu einem gebrochenen Arm.<br />
Und was sagt jetzt das Gesetz? Da steht im<br />
Part M unter M.A.803, dass ein Pilot/Eigentümer<br />
an privat betriebenen einfachen LFZ<br />
bis 2730 Kilogramm sowie Segelflugzeugen,<br />
Motorseglern und Ballonen Freigabeberechtigungen<br />
ausstellen darf für Instandhaltungsmaßnahmen,<br />
welche im IHP gemäß M.A.302<br />
angegeben sind. Hilft nicht wirklich, oder?<br />
Es gibt dort aber auch den Verweis auf die<br />
Anlagen 7 und 8. Letztere sagt eigentlich nur,<br />
was wir dürfen, und in 7 steht, was wir nicht<br />
dürfen. Namentliche Nennungen von Bauteilen<br />
und Tätigkeiten finden sich dort leider<br />
nicht so, wie wir uns dies wünschen, es ist<br />
mehr eine allgemeine Beschreibung.<br />
Helfen kann der Blick in die EU-Verordnung<br />
Nr. 1321/2<strong>01</strong>4 AMC und GM. Dort findet sich<br />
im Part A bis C unter Pilot/Owner Maintenance<br />
nach den ATA-Kapiteln geordnet, was wir<br />
durchführen dürfen. Leider in englischer Sprache,<br />
wobei das ja eigentlich kein Problem mehr<br />
sein dürfte, da wir ja schon reichlich in den<br />
Maintenance Manuals geschmökert haben.<br />
Wir finden hier aber auch heraus, dass schlussendlich<br />
nur einfache Servicearbeiten erlaubt<br />
sind. Reifen, Bremse, Filter und Ölwechsel –<br />
alles kein Problem. Sobald aber auch nur ein<br />
Teil der Struktur oder der Steuerung für eine<br />
Arbeit demontiert werden muss, sind die<br />
Grenzen überschritten. Auch Propeller und<br />
Magnete dürfen zwar überprüft, aber nicht<br />
eingestellt werden. Wer also jetzt mit einem<br />
Magneten in der Hand oder einen Zylinder<br />
mit hängendem Ventil auf der Werkbank liegen<br />
hat, sollte sich Hilfe holen, er ist zu weit<br />
gegangen. Ferner sind Frontscheiben tabu,<br />
Seitenscheiben nur dann nicht, wenn sie weder<br />
genietet noch geklebt sind oder anderer<br />
spezieller Einbauprozeduren bedürfen. Wichtig<br />
ist schließlich immer die Nennung der<br />
Arbeiten im IHP, ansonsten sind nur die Servicearbeiten<br />
laut Flughandbuch erlaubt.<br />
Fazit: Wer selber schraubt, sollte sich genau<br />
überlegen, was er wirklich darf und ob er es<br />
realistisch darstellen kann.<br />
[<br />
Autor Mirko Fahlbusch<br />
... ist Fluggerätmechaniker<br />
und Prüfer. Er hat<br />
viele Jahre Erfahrung<br />
in der Flugzeugwartung<br />
und bietet seit 2<strong>01</strong>6<br />
mit seiner Aircraft Ambulance<br />
auf Flugtagen<br />
„Erste Hilfe“ an.<br />
Fotos: Frank Herzog, Lars Reinhold<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 79
[ SEGELFLIEGEN Streckenflug ]<br />
VOM WETTER<br />
VERWÖHNT<br />
Mal wieder richtig Sommer genießen? Also auf<br />
nach Spanien! Der Blick auf dieStreckenflugerfolge<br />
dort legt die Reise auf dieIberische Halbinsel fast<br />
schon zwingend nahe.<br />
80 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
TEXT UND FOTOS: Holger Weitzel<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 81
[ SEGELFLIEGEN Streckenflug ]<br />
[ 1 ]<br />
[ 1 ] Die Stadt Segovia liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich von Madrid und gehört mit Toledo und Ávila zu den drei historischen Metropolen in der Umgebung<br />
der spanischen Hauptstadt. [ 2 ] Blauer Himmel, Startbereitschaft: Vom Flugplatz Fuentemilanos auf zum nächsten Streckenabenteuer.<br />
[ 2 ]<br />
DIE AUFWINDLINIEN AN<br />
DEN GEBIRGSKETTEN<br />
ZÄHLEN ZU DEN BESTEN<br />
IN GANZ EUROPA<br />
82 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ 3 ] Die Kathedrale in der<br />
Altstadt ist das Wahrzeichen<br />
von Segovia. Sie wurde auf<br />
Anordnung Kaiser Karls V.<br />
von 1525 bis 1577 errichtet.<br />
Turm und Vierungskuppel<br />
stammen in ihrer heutigen<br />
Form aus dem 17. Jahrhundert.<br />
[ 4 ] Die Bodendruckkarte<br />
zeigt das Hitzetief über<br />
der Iberischen Halbinsel.<br />
[ 5 ] Einer der Stauseen in der<br />
Extremadura.<br />
[ 4 ] [ 5 ]<br />
[ 3 ]<br />
Die Klimadaten der letzten<br />
30 Jahre für die Monate<br />
Juli und August sprechen<br />
für Zentralspanien. Die Klimastatistik<br />
gibt eine durchschnittliche<br />
Tagestemperatur von 29 Grad<br />
und eine Nachttemperatur von 15<br />
Grad Celsius an. Die Langfristdaten<br />
beschreiben die Bewölkung mit „teilweise“<br />
oder auch „sonnig“; „bedeckt“<br />
kommt nur an zwei Tagen im Monat<br />
vor. Entsprechend sehen die Daten<br />
zu den Niederschlagsmengen aus.<br />
Hier zeigen die Tabellen eindeutig<br />
„trockene Tage“ an, also kein Regen<br />
– gar kein Regen. Der Wind kommt<br />
gleichmäßig verteilt mit Geschwindigkeiten<br />
zwischen 5 und 20 Knoten<br />
aus allen Richtungen. Die Statistik<br />
für die Hochsommermonate in Deutschland<br />
sieht nicht so rosig aus, was sich<br />
entsprechend in den Ergebnislisten<br />
des OLC niederschlägt.<br />
Allerdings war auch in Spanien in<br />
den letzten Jahren nicht alles Gold.<br />
Zwar gab es entsprechend der Statistik<br />
Sommerwetter in Zentralspanien,<br />
aber nicht in der Regelmäßigkeit,<br />
wie sie Fuentemilanos-Gäste alter<br />
Zeiten kennen. Der spanische Wetterzyklus<br />
schlug Kapriolen, verlor<br />
seine eindeutige Konstanz und war<br />
zeitlich nicht mehr zu fassen. Zwar<br />
gelangen große Strecken, aber nicht<br />
in der Gleichmäßigkeit wie noch Jahre<br />
zuvor. 2<strong>01</strong>5 kamen Stimmen auf<br />
wie: „Dafür fahre ich keine 2000 Kilometer<br />
mit dem Auto durch halb<br />
Europa.“ Und bereits Anfang August<br />
war der Flugplatz Fuentemilanos wie<br />
leergefegt. Was fehlte, war der typische<br />
Sommerwetterzyklus.<br />
Ganz anders präsentierte sich dann<br />
wieder der Sommer 2<strong>01</strong>6. Chefpilot<br />
Jose Antonio González Velasco offerierte<br />
beim morgendlichen Briefing<br />
das Wetter wie ein Kellner den besten<br />
Wein. Die Wetterlage stimmte.<br />
Über dem Atlantik stand ein dickes<br />
Hoch mit über 1030 hPa Druck wie<br />
gemeißelt und brachte den Sommerwetterzyklus<br />
ins Rollen. Der zeigte<br />
dann seine gewohnten Qualitäten.<br />
Üblicherweise beginnt er mit einem<br />
Kaltfrontdurchgang. Allerdings zeigt<br />
sich die Front meist nur mit Cirren,<br />
vielleicht mal mit Stratus. Es fällt kein<br />
Regen, aber die Temperaturen sinken<br />
merklich. Die nächtliche Tiefsttemperatur<br />
kann schon mal auf bis zu<br />
fünf Grad Celsius fallen. Der Musterzyklus<br />
weist bis zu zwei Tage mit<br />
von Cumuli gezeichneter Thermik in<br />
der Ebene auf. Allerdings bleibt die<br />
Basis mit rund 1500 Metern niedrig.<br />
Die Bedingungen ähneln denen des<br />
Streckenflugwetters in Norddeutschland.<br />
In der nördlichen Meseta Central,<br />
die auf 650 bis 900 Meter Höhe<br />
liegt, ist es gut fliegbar. Die nächsten<br />
zwei Mustertage bieten blauen Himmel.<br />
Man kann sie für hocheffiziente<br />
Übungen am Hang des Gebirgssystems<br />
Sistema Central nutzen.<br />
Der Gradientwind<br />
bestimmt die Linien<br />
Die folgenden Tage bis zum Eintreffen<br />
der nächsten kalten Luft aus<br />
Nordwesten sind nicht nur am Boden<br />
heiß. Die Sonne brennt mit Höchsttemperaturen<br />
von 35 Grad Celsius<br />
nördlich der Sistema Central. In Richtung<br />
Andalusien steigen die Werte<br />
auf 40 Grad, das Gelände ist hier 500<br />
bis 700 Meter hoch. Es entsteht dort<br />
ein Hitzetief. Bei diesen Temperaturunterschieden<br />
bilden sich an den<br />
Gebirgsketten Konvergenzlinien, die<br />
zu den besten Aufwindlinien in Europa<br />
zählen.<br />
Die Lage der Linien ist abhängig<br />
vom Gradientwind. Für den Startort<br />
Fuentemilanos bedeutet das: Wenn<br />
der Wind aus Norden bläst, befindet<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 83
[ SEGELFLIEGEN Streckenflug ]<br />
[ 1 ]<br />
[ 2 ] [ 3 ]<br />
[ 1 ] Der Mond ist aufgegangen:<br />
Mit dem Quintus im Endanflug<br />
nach einem langen Streckentag.<br />
[ 2 ] Auch die großen Renner wie<br />
die ASH25 EB28 kommen mit den<br />
Bedingungen in Spanien gut<br />
zurecht. [ 3 ] Der Tower von Fuente -<br />
milanos. [ 4 ] Die Bodenstruktur aus<br />
Feldern, Brachland und natürlicher<br />
Vegetation sorgt vielerorts für ein<br />
kurioses Bild.<br />
[ 4 ]<br />
WENN DER WIND AUS<br />
NORDEN BLÄST, LIEGT DIE<br />
AUFWINDLINIE IM SÜDEN.<br />
84 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
sich die hocheffiziente Aufwindlinie<br />
südlich der Sierra de Guadarrama<br />
und damit in der Kontrollzone von<br />
Madrid. Sie ist in dem Bereich nicht<br />
nutzbar.<br />
Fliegbar sind aber Linien weiter<br />
westlich an der Sierra de Francia:<br />
Dort ist der Luftraum südlich des<br />
Kamms frei und die Wolkenstraße<br />
steht in Richtung Westen. Die weite<br />
Landschaft mit den riesigen Stauseen<br />
der Estremadura endet im<br />
welligen bis schluchtigen Gelände<br />
Portugals. Dieser Gebirgszug gehört<br />
wie die Sierra de Guadarrama ebenfalls<br />
zum Iberischen Scheidegebirge<br />
der Sistema Central.<br />
Die große Hitze und die Temperaturdifferenz<br />
bedingt durch die<br />
unterschiedlichen Geländehöhen der<br />
Meseta Central, dem Scheidegebirge<br />
und der Sistema Central bringen<br />
die Konvergenzlinie zum Laufen. Am<br />
26. Juli 2<strong>01</strong>6 bestand eine Temperaturdifferenz<br />
von fünf Grad Celsius<br />
zwischen den Luftmassen nördlich<br />
und südlich der Bergkette. In<br />
Verbindung mit dem südlichen Gradientwind<br />
ergaben sich perfekte<br />
Bedingungen.<br />
Im Supersommer 2<strong>01</strong>6 kam es zu<br />
vier Wetterzyklen, die Flüge von über<br />
1000 Kilometer möglich machten.<br />
Diese segelfliegerische Traummarke<br />
ist für viele der Ansporn, Spanien<br />
einen Besuch abzustatten. Mittlerweile<br />
flog man diese Strecken auch<br />
mehrfach in Deutschland. In den<br />
Sommermonaten Juli und August 2<strong>01</strong>6<br />
gab es vier Flüge über 1000 Kilometer<br />
in Deutschland. Zum Vergleich:<br />
Von Fuentemilanos aus kam es in<br />
dieser Zeit zu 67 Flügen über diese<br />
Distanz. Im Juli und August 2<strong>01</strong>5<br />
konnte man 23-mal die 1000er-Marke<br />
knacken.<br />
von den Montes de Toledo in die<br />
Sierra de Gredos verlief ohne Komplikationen.<br />
Guy Bechtold erfuhr, dass<br />
es hier nur an zwei von zehn Tagen<br />
ohne Probleme um die Wende westlich<br />
von Plasencia geht.<br />
Zur Vorbereitung seiner Flüge nutzt<br />
der Luxemburger TopMeteo, wobei<br />
der Macher dieses Vorhersagedienstes,<br />
Bernd Goretzki, über Bechtold<br />
sagt, dass jener die Vorhersagen<br />
besser interpretieren könne als er<br />
selbst. Bechtold hat inzwischen auch<br />
ein besonderes Gespür für das Fluggebiet<br />
entwickelt.<br />
Erste 1000er-Erfahrung<br />
für die Junioren<br />
Infos zum Segelfluggebiet<br />
Vom 27. bis 29. Juli kam es dann<br />
zu weiteren elf Tausender-Flügen.<br />
Bereits am 1. August war die Luftmasse<br />
wieder so weit, und dem<br />
Autor gelang ein angemeldetes<br />
1000-km-FAI-Dreieck. Es passte<br />
gerade so in den Wetterraum. An<br />
allen drei Wenden musste man in ein<br />
nicht durchentwickeltes Thermikgebiet<br />
gleiten und dann erst mal<br />
wieder Anschluss an die Thermik<br />
finden.<br />
Die Luft heizte sich weiter auf, und<br />
am 2. und 3. August ging es 15-mal<br />
über 1000 Kilometer. Rainer Cronjäger<br />
flog am 3. August die größte je geflogene<br />
Strecke von Fuentemilanos<br />
aus: Mit der ASH 31MI ging es über<br />
1310 Kilometer, sein Schnitt betrug<br />
137,8 km/h. Es war ein freies Jo-Jo<br />
mit einer Wende an der portugiesischen<br />
Grenze. Cronjäger war nach<br />
längerer Zeit mal wieder in Fuentemilanos<br />
zu Besuch. Eine Reihe jüngerer<br />
Segelflieger aus der Schweiz<br />
waren ebenfalls mit dabei. Die Junioren<br />
machten mit ihren kleinen Flugzeugen<br />
ihre ersten 1000-km-Erfahrungen<br />
in den Konvergenzen.<br />
Spanien und insbesondere Fuentemilanos<br />
zeigten sich 2<strong>01</strong>6 von ihrer<br />
besten Wetterseite. Die Organisation<br />
des Flugplatzes, das Restaurant<br />
und die Fliegerkameradschaft machten<br />
den Spaß perfekt – eben mal<br />
wieder ein typisch spanischer<br />
Sommer!<br />
ae<br />
Blick aus Nordwest auf<br />
den Flugplatz Fuentemilanos:<br />
reichlich Platz,<br />
auch für die Offene Klasse.<br />
1000 Kilometer mit<br />
137er-Schnitt<br />
Der längste, auch für Spanien sehr<br />
lange Zyklus dauerte im vergangenen<br />
Jahr neun Tage, vom 21. bis zum 29.<br />
Juli. Am 26. Juli konnte dabei 21-mal<br />
über 1000 Kilometer geflogen werden.<br />
Guy Bechtold gelang ein Europarekord<br />
über das 1000-km-Dreieck mit<br />
dem sagenhaften Schnitt von 137 km/h<br />
auf einem Quintus. Er flog im Uhrzeigersinn<br />
um Madrid. Es war wohl<br />
auch einer der wenigen Tage, an<br />
denen sowohl die Nord- als auch die<br />
Südseite der Sistema Central bewölkt<br />
war. Der sonst so schwierige Einflug<br />
Temperatur am 26. Juli 2<strong>01</strong>6, 17:00 MESZ, Quelle: wetteronline.de<br />
Die orografischen und meteorologischen<br />
Bedingungen begünstigen die Bildung der<br />
besten Konvergenzlinie Europas. Das Sistema<br />
Central, das Scheidegebirge Zentralspaniens,<br />
wirkt als Barriere zwischen den Luftmassen<br />
südlich und nördlich. Die unterschiedliche<br />
Aufheizung der Landmasse, bedingt durch<br />
unterschiedliche Höhen über dem Meeresspiegel,<br />
und der leicht differierende Luftdruck<br />
bringen das Luftsystem in diesem Bereich in<br />
Bewegung. Nach einer Aufheizphase von drei<br />
bis vier Tagen nach Kaltfrontdurchgang steht<br />
die Wolkenlinie je nach Gradientwind südlich<br />
oder nördlich des Kamms und ermöglicht<br />
Segelfliegern Streckenflüge über mehr als<br />
1000 Kilometer.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 85
[ SEGELFLIEGEN Wettbewerb ]<br />
Kreisen im Pulk:<br />
Wo es steigt,<br />
findet man sich<br />
zusammen.<br />
Finale des World Sailplane Grand Prix<br />
Krabbelwetter in Südafrika<br />
Holger Karow, zweifacher Segelflug-Weltmeister, ist jetzt auch Grand-Prix-Weltmeister.<br />
Beim Finale im November in Potchefstroom setzte er sich gegen 17 Konkurrenten durch.<br />
Fotos: SGP<br />
Mitunter schlug<br />
das Wetter um und<br />
brachte Regen und<br />
Gewitter.<br />
86 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Wasser marsch:<br />
Vor dem Ziel muss<br />
der Ballast raus<br />
aus den Flächen.<br />
Endanflug vor<br />
bedrohlich<br />
wirkendem<br />
Himmel.<br />
Platzierungen<br />
Platz Pilot Nation Punkte<br />
1 Holger Karow D 35<br />
2 Oscar Goudriaan RSA 32<br />
3 Christophe Abadie F 31<br />
4 Andrew Davis GB 29<br />
5 Sebastian Kawa PL 26<br />
6 Petr Krejcirik CZ 19<br />
7 Mike Young GB 19<br />
8 Jan Omsels D 15<br />
9 Matthias Sturm D 14<br />
10 Simon Schröder D 13<br />
11 Jean-Denis Barrois D 10<br />
12 Luciano Avanzini I 9<br />
13 Boštjan Pristavec SLO 7<br />
14 John Coutts NZ 6<br />
15 Philippe de Péchy F 4<br />
Die stolzen Sieger:<br />
Gewinner Holger<br />
Karow, eingerahmt<br />
von Christophe Abadie<br />
(links) und Oscar<br />
Goudriaan.<br />
werbs und siebenfacher Titelgewinner<br />
in verschiedenen FAI-<br />
Klassen, enttäuschte: Ein Tagessieg<br />
reichte nicht einmal für einen<br />
Medaillenrang.<br />
Die Vermutung oder – besser<br />
noch – der Wunsch, dass in dem<br />
Wettbewerb für Flugzeuge der<br />
18-m-Klasse das Material keine<br />
Rolle spielen sollte, hielt dem<br />
Praxistest nicht stand. Bis auf zwei<br />
Piloten starteten am Standort<br />
von Jonker Sailplanes alle mit<br />
einer JS1. Im direkten Vergleich<br />
zeigten sich aber Leistungsunterschiede<br />
zwischen den einzelnen<br />
Exemplaren.<br />
Basis bei 3000<br />
Metern über Grund<br />
Gleich zum ersten Rennen<br />
war das Wetter unfreundlich. Ex-<br />
Weltmeister Andrew Davis flog an<br />
dem Starkwindtag sogar einmal<br />
zu seinem alten Bart zurück, nur<br />
um obenzubleiben. Simon Schröder<br />
hielt sich dagegen ganz cool an<br />
die Lehrbuchtaktik, vor Gegenwindwenden<br />
möglichst nicht durch<br />
Kurbeln Zeit zu verlieren, und fand<br />
nach der Umrundung auch recht-<br />
Dieses siebte Finale des<br />
World Sailplane Grand Prix<br />
mit Startort Potchefstroom,<br />
rund 130 Kilometer südwestlich<br />
von Johannesburg, sollte den<br />
Teilnehmern für Südafrika übliche<br />
Superbedingungen bieten: hohe<br />
Basis und starke aufgereihte Thermik.<br />
Es kam anders. Niedrige Arbeitshöhen,<br />
heftige Gewitter, große<br />
Lücken zwischen den Aufwinden<br />
und dazu viel Wind – den<br />
Piloten, darunter fünf Weltmeister,<br />
die sich in neun nationalen Grand<br />
Prix für das Finale qualifiziert hatten,<br />
wurde nichts geschenkt.<br />
Die beiden ehemaligen Weltmeister<br />
Holger Karow (1999 in<br />
Bayreuth, 2003 in Leszno) und der<br />
Südafrikaner Oscar Goudriaan (20<strong>01</strong><br />
in Mafikeng) machten das Rennen<br />
fast unter sich aus. Mit dem zweiten<br />
der sechs Rennen übernahm<br />
Karow die Führung, musste sie<br />
dann aber bis Tag fünf wieder an<br />
Goudriaan abtreten. Am Ende<br />
hatte Goudriaan mit drei Punkten<br />
Rückstand und Platz zwei das<br />
Nachsehen.<br />
Sebastian Kawa, bereits dreimal<br />
Grand-Prix-Weltmeister in der<br />
kurzen Geschichte dieses Wettbezeitig<br />
wieder Anschluss an die<br />
Thermik. Für seinen äußerst knappen<br />
Endanflug wählte der mit 19<br />
Jahren jüngste Teilnehmer wieder<br />
einen eigenen Weg. Er kam dann<br />
zwar zu tief über die Ziellinie, aber<br />
selbst die acht Strafsekunden nahmen<br />
ihm den Tagessieg (86,1 km/h<br />
über 209 km) nicht mehr.<br />
Richtig südafrikanisch brannte<br />
die Sonne am dritten Tag vom<br />
Himmel. Auf der 365-km-Aufgabe<br />
holte Oscar Goudriaan mit 150,1<br />
km/h den Tagessieg und setzte<br />
sich damit an die Spitze des Feldes.<br />
Mit knapp 4300 Metern (3000 Meter<br />
über Grund) hatte die größte<br />
Basishöhe während der gesamten<br />
Meisterschaft die schnellen Flügen<br />
ermöglicht.<br />
Nach einem Regentag – vor dem<br />
Abflug versperrte ein Gewitter das<br />
Wettbewerbsgebiet, sodass neutralisiert<br />
werden musste – legte<br />
Christophe Abadie als Tagessieger<br />
noch einmal 146 km/h über die<br />
275-km-Aufgabe vor.<br />
Danach wurde es wieder richtig<br />
feucht mit einer Basis in „nur“<br />
noch 3000 Metern. Holger Karow<br />
führte mit seinem Tagessieg (83,82<br />
km/h über 169 km) die Entscheidung<br />
der Meisterschaft herbei.<br />
Die eher widrigen Bedingungen<br />
hatten das Feld auf dieser Kurzstrecke<br />
weit auseinandergezogen.<br />
John Coutts (LAK 17b) kam sogar<br />
mit einer Fünf-Minuten-Zeitstrafe<br />
noch unangefochten auf Platz drei.<br />
Eine bessere Platzierung wäre<br />
aber ohne die Strafe auch nicht<br />
drin gewesen. Viele Piloten schafften<br />
es an dem Tag gar nicht ins<br />
Ziel.<br />
Richtige Kapriolen schlug das<br />
Wetter am letzten Tag. Nach dem<br />
Startaufbau mussten die Teams<br />
erst einmal wieder einräumen –<br />
zum Schutz vor einem Gewitter<br />
mit Hagel. Danach gab es aber doch<br />
noch eine Aufgabe (205 km). Dieser<br />
Tag gehörte Matthias Sturm.<br />
Mit einem Schnitt von 123 km/h<br />
holte der Schwarzwälder den Tagessieg.<br />
Das gelang ihm trotz der<br />
68 Strafsekunden, da er die Ziellinie<br />
zu niedrig überflogen hatte.<br />
Der Grand Prix war trotz der<br />
widrigen Bedingungen auch für<br />
den ausrichtenden Verein von<br />
Potchefstroom – er besitzt nicht<br />
einmal 40 Mitglieder – ein großer<br />
Erfolg.<br />
ae<br />
Gerhard Marzinzik<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 87
[ SEGELFLIEGEN Forschung ]<br />
Idaflieg-Sommertreffen 2<strong>01</strong>6<br />
VOM ZACHERN UND<br />
Drei Wochen drehte sich im August<br />
beim Idaflieg-Sommertreffen auf<br />
dem Flugplatz Aalen-Elchingen alles<br />
ums wissenschaftliche Fliegen.<br />
AUTOR: Tobias Schmid<br />
FOTOS: Idafliege<br />
Interessierte Blicke: Der Discus 2c FES muss seine Leistungsfähigkeit<br />
im Vermessungsflug unter Beweis stellen.<br />
Der Doppelsitzer B12 der Akaflieg Berlin wurde mit umfangreichem<br />
Messequipment ausgestattet.<br />
Der Discus 2c DLR mit<br />
Autopilot: Die Steuerung<br />
hält der Pilot in seiner<br />
linken Hand.<br />
88 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Startaufbau zur<br />
Flugleistungsvermessung.<br />
VON NEUEN VÖGELN<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 89
[ SEGELFLIEGEN Forschung ]<br />
[ 1 ]<br />
Diese DR 300 trägt einen Flügelhandschuh mit Fünflochsonde, die<br />
für Messungen zum Überziehverhalten nötig ist.<br />
Die Mü 28 der Akaflieg München im Rückenflug. Die Fäden am<br />
Seitenleitwerk sollen die Luftströmung sichtbar machen.<br />
Das Sommertreffen begann<br />
gleich mit einer Premiere<br />
der besonderen Art: Der<br />
Discus 2c DLR, ein modifizierter<br />
Discus mit besonderer Messelektronik<br />
sowie einem speziellen<br />
Nasenmast für genaue Druckmessungen,<br />
flog mit einem neuen Feature:<br />
einem Autopiloten. Kai Rohde-Brandenburger,<br />
der das System in den<br />
Flieger mit Spitznamen „Horst“ eingebaut<br />
hatte, flog zum ersten Mal ein<br />
Manöver im Segelflugzeug, ohne den<br />
Steuerknüppel zu berühren!<br />
Das Programm des dreiwöchigen<br />
Treffens – bei dem dieses Mal auch<br />
eine Delegation der Japan Students<br />
Aviation League mitmachte, mit der<br />
die Idaflieg schon seit vielen Jahren<br />
kooperiert – hielt für die insgesamt<br />
45 teilnehmenden Studenten und fünf<br />
Ingenieure reichlich Arbeit bereit.<br />
Das zeigte sich schon am Flugzeugpark.<br />
Die Akafliegs hatten eine große<br />
Bandbreite an spannenden Mustern<br />
mitgebracht: sieben Doppelsitzer,<br />
neun Einsitzer und fünf Motorflugzeuge<br />
– vor allem selbstgebaute<br />
Prototypen. Dazu kamen die für die<br />
Untersuchung bereitgestellten Maschinen<br />
von DG-Flugzeugbau und<br />
Schempp-Hirth.<br />
Der Discus 2c DLR, dessen Steuerknüppel<br />
sich nun „per Geisterhand“<br />
elektronisch bewegte, blieb nicht<br />
lange der einzige besondere Discus<br />
beim Sommertreffen: Schempp-Hirth<br />
stellte den Discus 2c FES zur Verfügung.<br />
Er besitzt einen Elektroantrieb<br />
mit einem anklappbaren Propeller<br />
samt Motor in der Bugspitze. Dieser<br />
Front Electric Sustainer (FES) kann<br />
als Heimkehrhilfe einspringen.<br />
Aufgabe der Akaflieger war es<br />
nun, herauszufinden, ob das Flugzeug<br />
mit angeklapptem Propeller genauso<br />
gut gleitet wie das konventionelle<br />
Segelflugzeug. Dafür setzten die<br />
Wissenschaftler großen Wert auf<br />
eine penible Vermessung der Flugleistungen.<br />
Bei einer solchen Messung muss<br />
man möglichst genau herausfinden,<br />
wie groß das Eigensinken eines Flugzeugs<br />
bei verschiedenen Geschwindigkeiten<br />
ist. Dazu sollten sämtliche<br />
Einflüsse vermieden werden, die zu<br />
verfälschten Messergebnissen führen<br />
– beispielsweise die in diesem Fall<br />
als störend empfundene Thermik.<br />
Erst so kann die Berechnung der<br />
Gleitzahlpolare erfolgen, was es wiederum<br />
ermöglicht, die maximale<br />
Gleitzahl des Flugzeugs festzustellen.<br />
90 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ 2 ]<br />
[ 1 ] Funktionstest des Front Electric Sustainers am Discus 2c FES. [ 2 ] Auch der<br />
extravagante Schul-Doppelsitzer D-43 der Akaflieg Darmstadt, bei dem die Besatzung<br />
nebeneinander sitzt, beherbergt beim Idaflieg-Treffen umfangreiche Messtechnik.<br />
[ 3 ] Erstmals wurde ein Verfahren erprobt, um Segelflugzeuge auch im Kreisflug<br />
vermessen zu können. In Zukunft soll diese Methode Daten zum Gleitvermögen von<br />
Flugzeugen beim Kurbeln liefern.<br />
[ 3 ]<br />
Um die Leistung eines Flugzeuges<br />
über sein gesamtes Geschwindigkeitsspektrum<br />
möglichst genau zu<br />
ermitteln, ist einiges an Aufwand<br />
nötig: Schon am Tag vor den Messflügen<br />
präpariert das Team das Vermessungsflugzeug,<br />
das als Vergleichsmaßstab<br />
dient, und das zu vermessende<br />
Segelflugzeug mit den Messanlagen.<br />
Unterstützung erfuhren die<br />
Akaflieger dabei wieder vom Deutschen<br />
Zentrum für Luft- und Raumfahrt<br />
(DLR), von Siemens und dem Luftfahrt-<br />
Bundesamt. Die Flugzeuge und Piloten<br />
werden gewogen, damit die<br />
exakte Schwerpunktlage bekannt ist.<br />
Schließlich poliert man die Flugzeuge<br />
noch einmal, dann kommen sie<br />
über Nacht in die Halle.<br />
Die Messflüge beginnen frühmorgens.<br />
Die Messmannschaft steht vor<br />
Sonnenaufgang auf und schiebt die<br />
Flugzeuge, in diesem Fall den Discus<br />
2c FES und das Vermessungsflugzeug,<br />
den Discus 2c DLR, an den Start. Die<br />
Bezüge bleiben bis kurz vor Beginn<br />
des Experiments auf den Flächen. Vor<br />
Sonnenaufgang rollen dann auch die<br />
Schleppmaschinen vor. Sobald es die<br />
Sichtverhältnisse erlauben, wird gestartet.<br />
Es geht rauf auf FL 95, was<br />
manchmal bis zu 35 Minuten dauert.<br />
Morgens ist die Luft noch sehr<br />
ruhig, Turbulenzen sind fast nicht<br />
vorhanden. So können die Piloten sehr<br />
akkurat fliegen. Nach dem Ausklinken<br />
richten sich beide Flugzeuge aus und<br />
steuern in enger Formation die verschiedenen<br />
Messpunkte an. Da sie<br />
nah beieinander segeln, wirken Störeinflüsse<br />
gleichermaßen auf beide<br />
Flugzeuge und nehmen somit keinen<br />
Einfluss auf die Messgenauigkeit.<br />
Eines der beiden Schleppflugzeuge<br />
fliegt parallel mit und führt die<br />
Formation über Funk. So können sich<br />
die Messpiloten, die zu den Erfahrensten<br />
der Idaflieg gehören, voll auf<br />
ihre Aufgabe konzentrieren. Alle<br />
erfassten Daten werden schließlich<br />
mit den Messwerten des Staudrucksensors<br />
am Nasenmast von „Horst“<br />
verglichen. Die Polare des zu vermessenden<br />
Flugzeugs ergibt sich aus<br />
dessen Relativbewegungen zum<br />
Discus 2c DLR, dessen Polare das<br />
Team im Vorfeld ermittelt hat.<br />
An einem Tag finden bis zu drei<br />
Durchläufe nacheinander statt. Das<br />
genügt normalerweise für die Leistungsbeschreibung<br />
eines Flugzeugs<br />
mit starrem Flügelprofil. Modelle mit<br />
Wölbklappen erfordern entsprechend<br />
mehr Messflüge, um so auch die verschiedenen<br />
Klappenstellungen zu<br />
berücksichtigen.<br />
Da man den Einfluss des Propellers<br />
am Discus FES feststellen wollte,<br />
erfolgten Messungen mit und ohne<br />
ihn. Entsprechende Vergleichsflüge<br />
unternahmen die Forscher auch mit<br />
der LS8, um die Wirkung der neuen<br />
Winglets von Johannes Dillinger zu<br />
ermitteln.<br />
Beim letzten Vermessungsflug<br />
feierte die Idaflieg gleich zwei Premieren:<br />
Zum ersten Mal wurde die<br />
Pilotencrew für einen gesamten Messverband<br />
nur aus aktiven Studenten<br />
gestellt. Bei vorherigen Tests musste<br />
man stets auf unterstützende DLR-<br />
Piloten zurückgreifen. Außerdem<br />
leitete eine Frau den Messverband<br />
zum ersten Mal überhaupt.<br />
Eine Sensation bei diesem Sommertreffen<br />
war die Erprobung eines<br />
Verfahrens zur Vermessung der Polaren<br />
im Kreisflug. Man hofft, damit<br />
in den nächsten Jahren Erkenntnisse<br />
über das tatsächliche Gleitvermögen<br />
im Kreisflug zu gewinnen.<br />
Anstrichbilder wie hier am<br />
Winglet geben Auskunft<br />
über die Strömungsverhältnisse<br />
im Flug.<br />
EINE PREMIERE IN DER LUFT:<br />
VERMESSUNG IM KREISFLUG<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 91
[ SEGELFLIEGEN Forschung ]<br />
Idaflieg und Akafliegs<br />
[ 1 ]<br />
Die Interessengemeinschaft deutscher Akademischer<br />
Fliegergruppen (Idaflieg) ist der Zusammenschluss<br />
von zehn Akademischen Fliegergruppen (Akafliegs)<br />
in Deutschland. Getreu dem Motto „Forschen, Bauen,<br />
Fliegen“ beschäftigen sich mehr als 300 Studenten<br />
in ganz Deutschland mit der Konstruktion und der<br />
wissenschaftlichen Erprobung von Segel- und<br />
Kleinflugzeugen. Ein Höhepunkt in diesem Zusammenhang<br />
ist das am Flugplatz Aalen-Elchingen<br />
jährlich stattfindende Sommertreffen der Idaflieg,<br />
bei dem die Flugerprobungen der Prototypen,<br />
Leistungsvermessungen und Flugeigenschaftsuntersuchungen<br />
stattfinden.<br />
[ 1 ] Mit dem ersten<br />
Morgenlicht kommen die<br />
Bezüge ab, und es geht<br />
zum Start. [ 2 ] Die<br />
Teilnehmer des Idaflieg-<br />
Sommertreffens. [ 3 ] Der<br />
Discus 2c DLR (l.) dient als<br />
Referenzflugzeug. Auf die<br />
Werte, die seine Sonde<br />
sammelt, bezieht man in<br />
der Analyse alle anderen<br />
Messergebnisse.<br />
Doch beim wissenschaftlichen<br />
Fliegen kamen nicht nur die erfahrenen<br />
Piloten auf ihre Kosten. Schließlich<br />
finden ständig Aus- und Weiterbildungen<br />
der Idaflieger durch erfahrenere<br />
Mitglieder statt. Auch bei<br />
diesem Sommertreffen unterwies man<br />
die Teilnehmer im „Zachern“. Anders<br />
als die Flugleistungsvermessung, die<br />
sich auf ganz bestimmte Flugzeugkennwerte<br />
konzentriert, erfasst das<br />
umfangreiche Zacher-Protokoll die<br />
Flugzeugeigenschaften. Vom Verhalten<br />
im Seitengleitflug über Rollraten<br />
bis hin zum Komfort im Cockpit: Mit<br />
einer Reihe von einfachen Geräten<br />
wie Stoppuhr, Bandmaß, Kraftmessgerät<br />
und dem sogenannten PhiPsi-<br />
Theta – hiermit kann im Flug die<br />
Lage des Flugzeugs im Raum bestimmt<br />
werden – nimmt man das Flugzeug<br />
genau unter die Lupe. Für die Einführung<br />
in diese Art des ingenieursmäßigen<br />
Fliegens genügen zumeist<br />
drei bis fünf Flüge über rund eineinhalb<br />
Stunden. Der Vergleich der<br />
Zacher-Protokolle verschiedener Pi-<br />
BEIM ZACHERN ANALYSIERT MAN<br />
BIS INS LETZTE DETAIL<br />
[ 2 ] [ 3 ]<br />
loten erlaubt es schließlich, festzustellen,<br />
wie sich Schwerpunktlage<br />
oder Pilotengröße auswirken.<br />
Beim Sommertreffen 2<strong>01</strong>6 prüften<br />
die Piloten gleich mehrere Prototypen,<br />
die schon verschiedene Stadien der<br />
Flugerprobung durchlaufen hatten:<br />
Die D-43 aus Darmstadt, jüngster<br />
Prototyp der Idaflieg, untersuchte<br />
man speziell auf ihre Neutralpunktlage.<br />
Außerdem diente der Doppelsitzer<br />
der Erprobung diverser Schleppkegel<br />
für die Fahrtmesserkalibrierung.<br />
Der Doppelsitzer B12 aus Berlin<br />
musste nach seiner Überholung noch<br />
einmal ganz neu in die Flugerprobung.<br />
Es galt, die Abrissgeschwindigkeiten<br />
zu erfliegen und die Fahrtmesser zu<br />
kalibrieren. Die AK-8 aus Karlsruhe<br />
konnte ihre Flugerprobung bis auf<br />
wenige Punkte abschließen. Sie absolvierte<br />
die Trudelerprobung mit<br />
vollem Wasserballast und musste sich<br />
im Kunstflug beweisen, was ihr den<br />
Spitznamen „AK Lazy Eight“ einbrachte.<br />
Beim nächsten Sommertreffen<br />
steht die abschließende Trudelerprobung<br />
mit unsymmetrischem<br />
Wasserballast an. Ein absprengbarer<br />
Notfall-Trudelschirm wird bei diesem<br />
Manöver dann als Sicherheitssystem<br />
dienen.<br />
Neben den Großprojekten fanden<br />
auch viele kleinere statt. Unter anderem<br />
diente eine Robin DR 300 aus<br />
Braunschweig dazu, diverse Messungen<br />
zum Überziehverhalten durchzuführen.<br />
Eigens dafür hatte man im<br />
Vorfeld in Aalen einen Flügelhandschuh<br />
mit Fünflochsonde hergestellt.<br />
Inspiriert von einem Vortrag über die<br />
neuen Winglets von Johannes Dillinger<br />
für die LS8, untersuchte die Mannschaft<br />
auch Winglets mit Hilfe von<br />
Anstrichbildern. Vor allem die hochgeklappten<br />
Tragflächenspitzen von<br />
LS8 und AK-8 mussten viel Farbe über<br />
sich ergehen lassen. Nur so ließ sich<br />
herausfinden, wie sich die Strömung<br />
in verschiedenen Geschwindigkeitsbereichen<br />
verhält. Die Anstrichbilder<br />
halfen, schließlich die Position des<br />
Zackenbandes an den Winglets zu<br />
optimieren.<br />
Auch ein älterer, sehr bekannter<br />
Prototyp war dabei, der Akroflieger<br />
Mü 28 aus München. Mit der kompromisslos<br />
auf Kunstflug optimierten<br />
Maschine verfolgten die Münchner<br />
ein Messprojekt, um die Strömung<br />
am Seitenleitwerk untersuchen zu<br />
können. Die Erkenntnisse sind für die<br />
Entwicklung des neuen Acroflugzeugs<br />
Mü 32 relevant.<br />
ae<br />
92 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
[ SEGELFLIEGEN Wettbewerb ]<br />
Foto: WGC Benalla<br />
34. Segelflug-Weltmeisterschaft<br />
Down Under,<br />
aber schnell<br />
und weit<br />
Im Januar ist Benalla in Australien<br />
Schauplatz der 34. Weltmeisterschaft im<br />
Segelflug. Vor genau 30 Jahren ging es<br />
hier schon einmal um die WM-Titel.<br />
Welche Piloten vertreten<br />
diesmal die deutschen<br />
Farben in Down Under,<br />
und welche neuen Flugzeuge stehen<br />
am Start? Der Rückblick auf<br />
die Weltmeisterschaften 1987 liefert<br />
einen interessanten Vergleich.<br />
Stellt sich an dem rund 170<br />
Kilometer nordöstlich von Melbourne<br />
gelegenen Austragungsort<br />
Wetter wie vor 30 Jahren ein, werden<br />
es die Piloten zu 95 Prozent<br />
mit Blauthermik zu tun bekommen.<br />
Trotzdem wurde damals mit einer<br />
839-km-Strecke für die Offene Klasse<br />
die größte je bei einer WM ausgeschriebene<br />
Aufgabe gestellt. 14<br />
der 21 Piloten kamen ins Ziel.<br />
Zwei Teilnehmer der 87er-WM<br />
werden 2<strong>01</strong>7 wieder mit dabei sein:<br />
der Italiener Stefano Ghiorzo mit<br />
seiner zur Versus FES modifizierten<br />
Diana 2 und sein Landsmann<br />
Giorgio Galetto. Galetto gewann<br />
vier Jahre später in Bayreuth die<br />
WM in der Rennklasse. Den Titel<br />
in der Offenen Klasse holte in Bayreuth<br />
Holger Karow.<br />
Karow, der gerade erst den<br />
Sailplane Grand Prix in Südafrika<br />
gewann, wird in Benalla ebenfalls<br />
mitfliegen. Die Qualifikation für<br />
Australien verpasste er zwar knapp,<br />
aber Stephan Beck, der in den<br />
letzten Jahren viel mit Karow im<br />
Team geflogen ist, lud ihn dennoch<br />
ein. Walter Binder stellt den beiden<br />
seinen Doppelsitzer EB28 edition<br />
zur Verfügung. Beck, normalerweise<br />
ASW-22-Pilot, konnte sich bereits<br />
diesen Sommer darauf einfliegen.<br />
Wettbewerbserfahrung sammelte<br />
er mit der EB28 in Lasham, Großbritannien.<br />
Mit der neuesten Binder-Kreation,<br />
dem Einsitzer EB29R, gehen<br />
Tassilo Bode und der vierfache<br />
Weltmeister Michael Sommer in<br />
Benalla an den Start. Für Sommer<br />
wird es fast ein Heimspiel, denn<br />
der Gliding Club of Victoria in Benalla<br />
war viele Jahre sein Verein.<br />
Mit den Racing-Varianten der EB29<br />
verfügen Bode und Sommer über<br />
Flugzeuge, die bezüglich der maximalen<br />
Flächenbelastung den<br />
Flugzeugen mit nur 21 und 23<br />
Meter Spannweite nicht nachstehen.<br />
In schwachen Bedingungen<br />
dürften sie mit ihrer größeren<br />
Spannweite und Streckung gegen<br />
die „Kleinen“ im Vorteil sein.<br />
Das nach den Leistungsdaten<br />
beste Offene-Klasse-Flugzeug, das<br />
Einzelstück Concordia von Dick<br />
Butler, wird die Konkurrenz nicht<br />
aufmischen können. Butler, der<br />
sich für die WM mit Radfahren fit<br />
halten wollte, stürzte im Herbst<br />
bei einer Ausfahrt schwer. Da die<br />
Genesung andauert, musste er<br />
seine WM-Teilnahme absagen.<br />
1987 bestimmten die in der<br />
Spannweite vergrößerten ASW 22,<br />
der Nimbus 3 und die neuen Doppelsitzer-Varianten<br />
dieser Muster<br />
das Bild der Offenen Klasse. Ingo<br />
Renner holte sich in der Konkurrenz<br />
mit einer ASW 22B seinen vierten<br />
WM-Titel.<br />
Starten JS1 in der<br />
15-Meter-Klasse?<br />
Waren vor 30 Jahren lediglich<br />
eine Jantar Standard und eine Pégase<br />
als nicht-deutsche Konstruktionen<br />
dabei, sieht das für 2<strong>01</strong>7<br />
anders aus: In der Offenen mischen<br />
die auf 21 Meter Spannweite vergrößerten<br />
Jonker JS1 aus Südafrika<br />
mit, auch in der 18-m-Klasse<br />
sind sie dabei. Hier treten sie in<br />
Konkurrenz zum neuen Ventus.<br />
Mario Kießling fliegt einen, während<br />
Matthias Sturm mit seiner ASG 29<br />
startet – bislang das Maß in der<br />
18-m-Klasse.<br />
Vermutlich werden die JS1 auch<br />
in der Rennklasse ihr Debüt geben.<br />
Jedenfalls meldeten sich die beiden<br />
Jonker-Brüder in der Klasse für<br />
15-m-Flugzeuge an. Unwahrscheinlich,<br />
dass sie mit Fremdfabrikaten<br />
antreten werden. Bei der ersten<br />
WM in Benalla traten vor allem<br />
LS6, ASW 20 und der Ventus der<br />
ersten Generation gegeneinander<br />
an. Die LS6-Piloten lagen lagen da<br />
vorn. Brian Spreckley gewann den<br />
Titel vor Holger Back, beide auf<br />
LS6. Im Januar müssen die neuen,<br />
kleinen JS1 gegen Ventus 2ax, ASW<br />
27 und ASG 29 bestehen. Im deutschen<br />
Team fliegen Michael Eisele<br />
und Thomas Wettermann mit<br />
Ventus 2a.<br />
Statt in der 18-m-Klasse wurde<br />
die 20. WM in der Standard-Klasse<br />
ausgetragen. Weltmeister wurde<br />
der Finne Markku Kuittinen mit<br />
einem Discus a. Leonardo Brigliadori<br />
(†) bewies damals, dass ein<br />
Discus auch mit halbem Höhenleitwerk<br />
noch fliegt. Nach einem<br />
Zusammenstoß mit Stanislaw<br />
Witek war sein Flugzeug schwer<br />
beschädigt worden. Bereits im<br />
Training hatte es einen Zusammenstoß<br />
in der Luft gegeben, der<br />
für die Piloten Jeremy Bryson aus<br />
Irland und den damaligen Leiter<br />
des Segelflugzentrums Waikerie,<br />
Maurie Bradney, jedoch glimpflich<br />
verlaufen war. Die Teilnehmerzahl<br />
wurde nach diesen Erfahrungen<br />
für 2<strong>01</strong>7 dennoch nicht beschränkt.<br />
109 Piloten standen 1987 am Start,<br />
2<strong>01</strong>7 werden es sogar 125 sein:<br />
37 in der Rennklasse, 43 in der<br />
18-m-Klasse und 35 in der Offenen.<br />
Von Benalla aus fliegt man vor<br />
allem über flachem Gelände. Im<br />
Osten und Süden schließen sich<br />
in rund 25 Kilometern Entfernung<br />
zwar Hügelketten, die Dividing<br />
Range, an die Ebene an, die Berge<br />
bieten bei dem steilen Sonnenstand<br />
über Australien aber keine Vorteile.<br />
Die Thermik ist dort eher schlechter.<br />
Richtig gut wird es ohnehin<br />
erst weiter nördlich, in der Region,<br />
die Australier schon als Outback<br />
bezeichnen.<br />
ae<br />
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Malibu Mirage BJ. 1986. Standort<br />
EDSB. <strong>01</strong>51/53209950<br />
mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 678570<br />
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Raum Köln-Bonn. bernd.pilot@<br />
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unter Tel. <strong>01</strong>70/4885228, info@<br />
modernphone.de<br />
mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673614<br />
HG Piper Seneca III o.ä. Tel.<br />
<strong>01</strong>520/5666664, mfgmdt@aol.com<br />
mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 676310<br />
Haltergemeinschaft Cirrus SR<br />
22T. Suche 1 bis 2 Piloten für eine<br />
zu gründende Haltergemeinschaft<br />
an einer Cirrus SR 22T.<br />
Raum EDME oder EDML. Gerne<br />
auch Einstieg in eine bestehende<br />
Haltergemeinschaft oder Charter.<br />
Tel. <strong>01</strong>70/1864640,<br />
jp-blauwal@web.de<br />
mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673419<br />
1/4 Anteil an IFR TB20 in Bonn-<br />
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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 674291<br />
Haltergemeinschaft "Rentnerjet".<br />
1-2 Partner gesucht zur<br />
Gründung einer Haltergemeinschaft<br />
für einen Piccolo (K-<br />
Klasse oder UL), Raum Freiburg<br />
im Breisgau. clfam@gmx.de<br />
mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 677005<br />
Suche Haltergemeinschaft oder<br />
Partner für Flugzeugkauf. Performance<br />
Class: Mooney M20J, Piper<br />
PA28-2<strong>01</strong> Turbo Arrow IV o. Ä.<br />
Raum EDFE. Tel. <strong>01</strong>77/7705025<br />
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Praxis-Quiz<br />
Lösungen von Seite 78<br />
1.<br />
2.<br />
3.<br />
Frage 1: b) Die Motorleistung geht<br />
zurück.<br />
Frage 2: a) Durch Sublimation von<br />
Wasserdampf in wolkenfreier Luft.<br />
Frage 3: d) Ja, da der Schnee die<br />
aerodynamischen Eigenschaften des<br />
Luftfahrzeuges stark verschlechtert.<br />
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Behinderung und unterstützen zudem die Bundesinitiative „job – Jobs ohne Barrieren“.<br />
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Wir verwenden „ProPilots“ als Trainingssoftware<br />
Musterberechtigungen und<br />
Befähigungsüberprüfung auf:<br />
R22, R44, R66, B206, BO105,<br />
MD900/902, EC135, BK117, HU369<br />
ICAO Sprachprüfung Stufe 4, 5 und 6<br />
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[ Termine ] OO<br />
1. Mai<br />
OO<br />
26. - 28. Mai<br />
O<br />
präsentiert<br />
von<br />
OO<br />
27.-29. Januar<br />
Hexentreffen<br />
Rheinsteig Jugendherberge Kaub,<br />
Zollstraße 46, 56349 Kaub,<br />
Sabine Theis,<br />
Tel.: +49 6772 2437,<br />
E-Mail: frauen@lsvrp.de,<br />
www.hexentreffen2<strong>01</strong>7.de<br />
OO<br />
18. Februar<br />
Sprechfunk-Refresher AZF,<br />
Egelsbach<br />
Ausserhalb 27, 63329 Egelsbach-<br />
Flugplatz, Veranstalter: AOPA Germany,<br />
Anmeldeschluss: 18. Januar,<br />
www.aopa.de/ueber-uns/termine<br />
✘✘<br />
5. - 8. April<br />
AERO, Friedrichshafen<br />
Messe Friedrichshafen, Neue<br />
Messe 1, 88046 Friedrichshafen,<br />
Tel.: +49 7541 708404,<br />
E-Mail: info@messe-fn.de,<br />
www.aero-expo.com<br />
OO<br />
25. - 28. April<br />
AOPA-Flugsicherheitstraining,<br />
Fritzlar<br />
Heeresflugplatz, 34560 Fritzlar,<br />
Veranstalter: AOPA Germany,<br />
Anmeldeschluss: 8. April,<br />
www.aopa.de/ueber-uns/termine<br />
Tag der offenen Tür, Flugplatz<br />
Bohmte-Bad Essen<br />
LSV Wittlage e. V., Am Flugplatz 3,<br />
49163 Bohmte, Friedrich Lüke,<br />
Tel. +49 5472-1300,<br />
E-Mail: info@friedrich-lueke.de,<br />
www.lsv-wittlage.de<br />
OO<br />
1. Mai<br />
UL-Fly-in, Jesenwang<br />
Am Flugplatz, 82287 Jesenwang,<br />
Tel.: +49 8146-95003<br />
www.proluftfahrt-jesenwang.de<br />
OO<br />
20./21. Mai<br />
Flugtage, Gera-Leumnitz<br />
Ronneburger Str. 74, 07546 Gera,<br />
www.grossflugtage.com/flugtage-gera<br />
OO<br />
12./13. Mai<br />
Lehrgang Sea Survival<br />
Maritimes Kompetenzzentrum<br />
Elsfleth, An der Weinkaje 1, 26931<br />
Elsfleth, Veranstalter: AOPA Germany,<br />
Anmeldeschluss: 12. April,<br />
www.aopa.de/ueber-uns/termine<br />
OO<br />
20./21. Mai<br />
Flugplatzfest, Schmoldow<br />
Sportfliegerclub Greifswald e.V.,<br />
Dorfstraße 8, 17506 Schmoldow,<br />
E-Mail: info@sfc-greifswald.de,<br />
www.sfc-greifswald.de<br />
✘✘<br />
22. - 24. Mai<br />
17. EBACE, Genf, Schweiz<br />
European Business Aviation Association,<br />
Avenue de Tervuren 13 a-b/<br />
Box 5, 1040 Brüssel, Belgien,<br />
Tel.: +32 2 7660070, E-Mail: infoeu@ebace.aero,<br />
www.ebace.aero<br />
OO<br />
25. - 28. Mai<br />
Deutsche UL-Meisterschaft<br />
Am Segelflugplatz 11, 47574 Goch,<br />
Michael Kania,<br />
E-Mail: kania.michael@tutanota.com,<br />
www.lsv-goch.de<br />
Rallye zwischen den Meeren,<br />
St. Michaelisdonn<br />
Flugplatz Michaelisdonn, 25693 St.<br />
Michaelisdonn, Veranstalter: Luftsportverband<br />
Schleswig-Holstein,<br />
E-Mail: info@luftsport-sh.de,<br />
www.luftsport-sh.de<br />
OO<br />
9. - 11. Juni<br />
Flugplatzkerb, Gelnhausen<br />
Aero-Club Gelnhausen,<br />
Am Flugplatz 1, 63571 Gelnhausen,<br />
Tel.: +49 6051 92170, E-Mail:<br />
buero@aeroclub-gelnhausen.de,<br />
www.flugplatzkerb-gelnhausen.de<br />
OO<br />
19. - 25. Juni<br />
International Paris Airshow,<br />
Paris, Frankreich<br />
www.siae.fr/en/<br />
OO<br />
30. Juni - 2. Juli<br />
Stearman & Friends,<br />
Bienenfarm<br />
Quax – Verein zur Förderung von<br />
historischem Luftfahrtgerät,<br />
Flugplatz Bienenfarm, Lindholzfarm<br />
1, 14641 Paulinenaue / OT Selbelange,<br />
E-Mail: info@quax-flieger.de,<br />
www.quax-flieger.de<br />
OO<br />
1./2. Juli<br />
Coburg Airshow<br />
Zur Brandensteinsebene,<br />
96450 Coburg,<br />
E-Mail: info@aeroclub-coburg.de,<br />
www.aeroclub-coburg.de/airshow<br />
✘✘<br />
Terminankündigungen<br />
O 7. - 9. Juli<br />
4. Internationales Cessna-<br />
Treffen, Schöngleina<br />
Am Flugplatz 1, 07646 Schöngleina,<br />
Tel.: +49 36428 40669, E-Mail: info@<br />
flugplatz-jena.com, www.edbj.de<br />
OO<br />
7. - 9. Juli<br />
Internationales Airliner-Treffen,<br />
Gingen a. d. Fils<br />
Fliegergruppe Gingen a.d. Fils,<br />
D. Häfele, Tel.: +49 176 95565032,<br />
www.airlinertreffen.com<br />
OO<br />
9./10. Juli<br />
Flying Legends, Duxford,<br />
Großbritannien<br />
Imperial War Museum, Duxford<br />
www.flyinglegends.com<br />
OO<br />
14. - 16. Juli<br />
Royal International Air Tattoo,<br />
Fairford, Großbritannien<br />
RAF Fairford, Gloucestershire<br />
www.airtattoo.com<br />
OO<br />
15./16. Juli<br />
1. GyroJena Fly-in, Jena-<br />
Schöngleina<br />
Am Flugplatz 1, 07646 Schöngleina,<br />
Tel.: +49 36428 40669, E-Mail: info@<br />
flugplatz-jena.com, www.edbj.de<br />
OO<br />
24. - 30. Juli<br />
EAA AirVenture Oshkosh, USA<br />
EAA Aviation Center, 3000 Poberezny<br />
Road, Oshkosh, Wisconsin<br />
54902,www.eaa.org/en/airventure<br />
Weitere Termine finden Sie bei uns auf der Website<br />
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übernommen. (ISSN 0341-1281)<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 111
[ PORTRÄT ]<br />
Der Retter<br />
der Pilatus B4<br />
Ingo Herbst gehörte dem<br />
Team an, das vor genau<br />
50 Jahren die B4 konstru ierte.<br />
Ursprünglich sollte sie von den<br />
Basten Metallwerken gebaut<br />
werden. Es kam anders.<br />
Bei Pilatus bekam der Segler<br />
eine zweite Chance.<br />
Das Interview führte<br />
Alexandros Mitropoulos<br />
Herr Herbst, wie kamen<br />
Sie zur Fliegerei und zum<br />
Flugzeugbau?<br />
Ich bin Jahrgang 1936.<br />
Ende 1951 nahm ich Kontakt zur Fluggruppe<br />
Dr. Hermann Köhl in Dülmen/<br />
Borkenberge auf. Noch bevor die<br />
Genehmigung zum Segelflugzeugbau<br />
erteilt war, fingen wir an, eine Mü<br />
13E und anschließend einen kleinen<br />
Schulgleiter zu bauen. Zwei Jahre<br />
später machte ich meinen Luftfahrerschein.<br />
Nach dem Abitur zog ich<br />
1956 nach Aachen, um an der RWTH<br />
Maschinen- und Flugzeugbau zu studieren.<br />
Dort trat ich auch der Aachener<br />
Akaflieg bei. In dieser Zeit beteiligte<br />
ich mich außerdem bei der<br />
Flugwissenschaftlichen Vereinigung<br />
Aachen an der Entwicklung des<br />
Leichtflugzeugs FVA-18, für das ich<br />
den Rumpf konstruierte. Während<br />
des Studiums machte ich den Fluglehrerschein<br />
und erhielt 1959 die<br />
Lizenz zum Prüfer der Klasse 3.<br />
Ein beeindruckender Werdegang.<br />
Wie ging es nach Ihrem Studium<br />
weiter?<br />
Durch meine Prüfertätigkeit hatte ich<br />
Kontakt zur Prüfstelle für Luftfahrtgerät,<br />
bei der ich 1963 in der Abteilung<br />
für Segelflugzeuge anfing. Von ´63 bis<br />
´67 war ich für die Musterprüfung von<br />
Boeing 727 und 737, VFW 614 und<br />
Dornier Do 28 verantwortlich.<br />
Wo passt da das Projekt B4 rein?<br />
Das B4-Team setzte sich bekanntlich<br />
aus Manfred Küppers, Rudolf Reinke<br />
und mir zusammen. Küppers war bei<br />
der Prüfstelle für Luftfahrtgerät<br />
Leiter der Musterprüfabteilung für<br />
Segelflugzeuge und Motorflieger. Auch<br />
Reinke arbeitete dort. Eines Tages<br />
besuchte Küppers Herrn Basten, dessen<br />
Firma überwiegend Betonaufsätze<br />
für Schornsteine herstellte. Basten<br />
war aber auch Flugzeugfreund und<br />
hatte sich in der Vergangenheit von<br />
verschiedenen Konstrukteuren Metallsegler<br />
bauen lassen. Nachdem er mit<br />
dem letzten Entwickler unzufrieden<br />
war, fragte er Küppers, ob wir nicht<br />
einen Flieger bauen möchten.<br />
112 <strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7
Wie reagierten Sie?<br />
Wir mussten lange überlegen, schließlich<br />
waren wir Beamte der Prüfstelle.<br />
Die Flugzeughersteller hätten sagen<br />
können: „Ihr kennt all unsere Konstruktionspläne<br />
und wollt jetzt ein<br />
eigenes Flugzeug bauen?“ Irgendwann<br />
stimmten wir trotzdem zu.<br />
Fotos: Alexandros Mitropoulos<br />
Ein Glück – sonst hätte es diesen<br />
tollen Flieger nie gegeben.<br />
Worauf kam es Ihnen beim<br />
Grundkonzept der B4 an?<br />
Die Spannweite war für uns klar: 15<br />
Meter, Standardklasse. Auch ein T-<br />
Leitwerk stellte sich bei unseren<br />
Berechnungen als überlegen heraus.<br />
Wir konzipierten einen geräumigen<br />
Rumpf, denn uns störte, dass die<br />
meisten Segler dieser Zeit so spindeldürre<br />
Cockpits hatten. Das Thema<br />
Bauweise war von Basten vorgegeben.<br />
Dessen Werkstatt war im Metallbau<br />
wirklich fit, und es arbeiteten dort<br />
auch extrem kompetente Leute.<br />
Was sind die Besonderheiten der<br />
B4-Konstruktion?<br />
Wir legten die Flügel so aus, dass die<br />
Aerodynamik bis zur Höchstgeschwindigkeit<br />
V NE erhalten bleibt, auch wenn<br />
der Flügel volle Beanspruchung erfährt.<br />
Das erreichten wir folgendermaßen:<br />
Das Blech der Flügeloberseite fängt<br />
unten an der Unterseite am Holm an<br />
und verläuft über die Flügelnase und<br />
über die Endleiste. Alles besteht aus<br />
einem Stück, was den Flügel so steif<br />
macht, dass die Flügeloberseite stets<br />
glatt bleibt. Erst dieser Aufbau ermöglichte<br />
es einem Blechflieger, eine<br />
derartige Leistung zu erreichen.<br />
Sind Sie während der Konzeption<br />
auf irgendwelche Schwierigkeiten<br />
gestoßen?<br />
Im Grunde hatten wir keine Probleme.<br />
Ganz am Anfang hatten wir den ersten<br />
Entwurf mit einem Pendelleitwerk<br />
ausgerüstet. Wir legten aber den<br />
Druckpunkt an die falsche Stelle, sodass<br />
dieses keine Kräfte an den Knüppel<br />
weitergab. Wir sagten, bevor wir<br />
uns da ewig auf irgendwelche Probleme<br />
einlassen, ändern wir es in ein<br />
gedämpftes Leitwerk ab.<br />
Wie ging der Bau der B4 voran?<br />
Wir waren in Essen, die Firma Basten<br />
in St. Goar. Dazwischen liegen etwa<br />
200 Kilometer. Wir konnten daher<br />
nicht eben mal rüber in die Werkstatt,<br />
um etwas auszuprobieren. Der Bau<br />
des ersten Prototyps, der V1, ging<br />
Das T-Leitwerk und der relativ breite Rumpf sind<br />
charakteristisch für die Pilatus B4.<br />
dennoch schnell, weil die Werkstatt<br />
bereits Erfahrung im Bau von Metallflugzeugen<br />
besaß. Wir erhielten die<br />
V1 Anfang ´67 und testeten sie anschließend<br />
auf der Schwarzen Heide.<br />
Warum kam das Flugzeug bei<br />
Basten dennoch nicht über das<br />
Prototypenstadium hinaus?<br />
Wir hatten die Entwicklung und Musterprüfung<br />
noch nicht ganz abgeschlossen,<br />
als Herr Basten in finanzielle<br />
Schwierigkeiten kam und das<br />
Projekt nicht weiterfinanzieren konnte.<br />
Hinzu kam der Wegfall unseres<br />
Jobs bei der Prüfstelle. Denn die<br />
Prüfhoheit ging Ende ´67 an die Hersteller.<br />
Ich heuerte in Hamburg beim<br />
HFB an, Küppers ging zum Pützer auf<br />
die Dahlemer Binz und der Reinke<br />
zum Luftfahrt-Bundesamt nach Berlin.<br />
Das Team war zersplittert. Bastens<br />
Probleme verstärkten sich, und er<br />
musste Bankrott anmelden und seinen<br />
Restbetrieb quasi verscherbeln.<br />
Dazu gehörte offenbar auch die<br />
B4. Kam so Pilatus ins Spiel?<br />
Ich weiß noch gut, wie mich Herr<br />
Basten in Hamburg anrief und sagte:<br />
„Herr Herbst, können Sie nach Zürich<br />
fliegen? Wir wollen die B4-Lizenz an<br />
Pilatus verkaufen.“ Ich hatte Zeit und<br />
reiste in die Schweiz, wo ich den<br />
letzten Stand der Entwicklung<br />
weitergab. Es fehlten nur noch der<br />
Abschluss der Flugerprobung und<br />
der zweite Prototyp, dessen Fertigstellung<br />
nahezu komplett war. Wir<br />
waren uns ziemlich schnell einig.<br />
Wie ging es dann weiter?<br />
Pilatus wollte eine abgeschlossene<br />
Entwicklungsarbeit samt Kennblatt<br />
vom LBA erhalten. Das war Voraussetzung,<br />
damit der Vertrag zustande<br />
kam. Ich machte zunächst die fehlenden<br />
Berechnungen und schloss im<br />
Sommer ´68 die Flugerprobung auf<br />
der Dahlemer Binz bei Küppers ab.<br />
Dann gab ich alles dem LBA, das<br />
zufrieden war und das erste Kennblatt<br />
für die „Basten B4“ erteilte.<br />
Veränderte Pilatus anschließend<br />
etwas an der Konstruktion?<br />
Pilatus nahm die Serienreifmachung<br />
vor: Sie bauten beispielsweise ein<br />
Einziehfahrwerk ein. Außerdem hat<br />
man die B4, die für die Blechwerkstatt<br />
von Basten gebaut war, für die Herstellung<br />
unter Pilatus-Verhältnissen<br />
optimiert. Etwas rein Äußerliches:<br />
Der zweite Prototyp, V2, hatte einen<br />
stumpfen Rumpfbug aus Blech. Schließlich<br />
ist es gar nicht so einfach, ein<br />
Stück Blech über einen Klotz zu ziehen<br />
und diesem eine beliebige Form<br />
zu geben. Der Rumpfbug besteht bei<br />
den Serienmodellen daher aus Kunststoff,<br />
was eine schlankere und aerodynamischere<br />
Form ermöglicht. Später,<br />
im Rahmen der Zulassung für den<br />
vollen Kunstflug, hat Pilatus das<br />
Seitenruder etwas vergrößert. Andere<br />
Änderungen sind mir nicht bekannt.<br />
Was empfinden Sie, wenn Sie<br />
heute auf eine B4 treffen?<br />
Vor ein paar Jahren konnte ein junger<br />
Schwede die Weltmeisterschaft im<br />
Segelkunstflug mit einer B4 für sich<br />
entscheiden. Es hat mich unheimlich<br />
gefreut zu sehen, dass dieser alte<br />
Vogel bei einer Meisterschaft immer<br />
noch etwas gewinnen kann! ae<br />
Pilatus änderte im Zuge<br />
der Serienreifmachung<br />
auch den Flügelanschluss.<br />
In dieser Serie stellt<br />
der <strong>aerokurier</strong><br />
außergewöhnliche<br />
Persönlichkeiten<br />
aus der Luftfahrt<br />
im Interview vor.<br />
Der Basten-Prospekt war<br />
Voraussetzung, dass die<br />
B4 ein Kennblatt erhielt.<br />
Der Erstflug der V1 fand am 7. November 1966 in Mendig statt.<br />
Der Segler ging nach Bastens Ende an die Akaflieg Aachen.<br />
<strong>aerokurier</strong> 1/2<strong>01</strong>7 113
[ VORSCHAU ]<br />
Das lesen Sie im Februar<br />
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Das FLIGHT TRAINING SPECIAL erscheint im<br />
<strong>aerokurier</strong> 3/2<strong>01</strong>7 und zusätzlich in der Abo-Auflage der<br />
FLUG REVUE 4/2<strong>01</strong>7.<br />
Sonderverteiler<br />
Vereine und Messen<br />
(Fortdruck: + 19 000; Druck total: ca. 40 000)<br />
Vorteil<br />
Rechtzeitig zum Saisonauftakt.<br />
Kein Aufpreis für die flächendeckende Präsenz.<br />
Es gilt die <strong>aerokurier</strong>-Preisliste 2<strong>01</strong>7.<br />
Anzeigenschluss<br />
18. Januar 2<strong>01</strong>7<br />
Verkauf am Kiosk<br />
ab 22. Februar 2<strong>01</strong>7<br />
Information<br />
Reinhard Wittstamm<br />
Tel.: +49 711 182-2814<br />
E-Mail: rwittstamm@<br />
motorpresse.de
AIRBUS AKTUELL<br />
Der europäische Flugzeugbauer<br />
auf Erfolgskurs<br />
Foto: Sebastian Steinke<br />
Dieses und viele weitere<br />
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FLUG REVUE, Deutschlands<br />
großem Luft- und Raumfahrt-<br />
Magazin.<br />
Auch als E-Paper<br />
Tagesaktuelle<br />
Luftfahrtnachrichten:<br />
www.flugrevue.de<br />
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