November 2011 - Halle liest - Projekte-Verlag Cornelius

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November 2011 - Halle liest - Projekte-Verlag Cornelius

Halle liest

Literatur für und aus Halle

Kostenfreies Lesermagazin Nr. 19 November 2011 Herausgeber: Projekte-Verlag Cornelius

Porträt Ralph Llewellyn

Bericht von der Buchmesse

Neuer Fantasy-Autor

Förderkreis der Schriftsteller

Fürs Erste ... Lyrik

Lady Gagas Computerhacker

1


EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

wir berichten diesmal von unserem Aufenthalt auf der Frankfurter Buchmesse, stellen einen

neuen Fantasy-Autor vor, sowie den Förderkreis der Schriftsteller und etliche neue Bücher,

u.a. über einen authentischen Fall von Computerkriminalität. Wer also Lesestoff für den kühler

werdenden Herbst sucht oder schon an die Weihnachtsgeschenke denkt, sollte in dieser

Ausgabe wieder einige interessante Tipps finden.

Unsere Bücher kann man über den Buchhandel bestellen, im Internet kaufen oder sich

an Donnerstagen ab 14.00 Uhr direkt in den Räumen des Verlages ansehen. Etliche finden

Sie auch in unserer Filiale am Hansering. So etwas muss immer mal wieder gesagt werden,

ebenso, dass Sie uns gern von Veranstaltungen Mitteilung machen können, wenn es sich um

Literatur in Halle handelt. Sicher gibt es noch mehr als wir aus dem Internet erfahren können.

Wir nehmen die Termine dann in den Kalender auf.

2

Lesungen & Termine November 2011

Mittwoch, 02.11.2011

19:00 Uhr

Mittwoch, 02.11.2011

19:00 Uhr

Donnerstag, 03.11.2011

19:00 Uhr

Mittwoch, 09.11.2011

18:00 Uhr

Dienstag, 15.11.2011

19:30 Uhr

Mittwoch, 16.11.2011

19:30 Uhr

Mittwoch, 16.11.2011

19:30 Uhr

Donnerstag, 17.11.2011

14:30 Uhr

Freitag, 18.11.2011

19:00 Uhr

Dienstag, 22.11.2011

19:00 Uhr

Freitag, 25.11.2011

19:30 Uhr

Halle und Europa. Zur Geschichte und Bedeutung des halleschen Verlags-und

Buchhandelsunternehmens Gebauer-Schwetschke.

Veranstaltungsort: Evangelische Gertraudenkapelle der Marienbibliothek

Buchpräsentation: Das Alfred Wolfenstein Lesebuch von Bernhard Spring

Veranstaltungsort: Stadtmuseum Halle - Christian-Wolff-Haus

Vortrag und Lesung: „Die Jüdischen Salondamen“. Zum Themenjahr „Geselligkeiten“

in der Landesinitiative „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert“.

Dr. Diana Matut.

Veranstaltungsort: Stadtmuseum Halle - Christian-Wolff-Haus

Walter Meier nimmt Platz auf dem Lesesofa und liest Geschichten aus eigener

Feder unter dem Thema: „Vom Meister des Sports zum Meister des Worts.

Veranstaltungsort: Evangelische Gemeinde St. Briccius Trotha

Vortrag: Samuel Scheidt und die Kirchenmusik an St. Moritz im frühen 17.

Jahrundert

Dr. Konstanze Musketa, Musikwissenschaftlerin, Händel-Haus, Halle

Veranstaltungsort: Katholische Akademie des Bistums Magdeburg

Jürgen Stegmann liest Texte von Heinrich von Kleist (szenische Lesung), mit

Musik

Veranstaltungsort: Stadtbibliothek - Zentralbibliothek am Hallmarkt

Literarische Alltagsreise eines ehemaligen Journalisten. Thomas Stein, Halle/S.,

mit eigenen Gedichten, Chansontexten und Prosa aus mehreren Jahrzehnten.

Veranstaltungsort: Villa del Vino

Lesung: “Die Schule der Lebenskunst”. Dr. Ingeborg von Lips

Anmeldung: Volkshochschule Adolf Reichwein, Tel. 291 5319

Veranstaltungsort: Begegnungsstätte ASB, Georg-Cantor-Str.

„Von armen Schnorrern und weisen Rabbis“ mit Dr. Hartmut Gorgs

Veranstaltungsort: Maya Mare, Ruheraum der Villa Mexiko

(Bei Interesse soll eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen werden.)

Hallenser Gespräch mit Martin Pollack, Journalist, Autor, Übersetzer

Dr. Felix Leibrock, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.

Veranstaltungsort: Franckesche Stiftungen zu Halle, Englischer Saal

Bilder und Geschichten aus dem alten Halle vor 50 Jahren, Vortrag und

Gespräch mit Karl Heinz Neumann, Halle/S.

Veranstaltungsort: Theaterhaus Anna Sophia

Quelle: Veranstaltungskalender der Stadt Halle, Angaben ohne Gewähr


ZURÜCK AUS FRANKFURT

Von der halleschen Presse weitgehend

unbeachtet fand in der

zweiten Oktoberwoche die Frankfurter

Buchmesse statt. Aus Halle

war außer dem Projekte-Verlag

Cornelius nur noch ein weiterer

Aussteller angereist, die Edition

Helm. Andere Verlage, z.B. der

Hasenverlag, waren in Gemeinschaftsständen

wenigstens mit

ihren Büchern präsent. Das Land

Thüringen hatte einen großen

Präsentationsstand, für Sachsen-

Anhalt fehlte so etwas. Vielleicht

aber ist es nachahmenswert –

auch um kleineren Verlagen die

Möglichkeit zu bieten, ihre Bücher

auf dieser wichtigen Messe zu

präsentieren?

Der Projekte-Verlag Cornelius stellte

über hundert Neuerscheinungen

(seit der Leipziger Buchmesse)

vor, wobei zwei Schwerpunkttitel

besonders hervorgehoben wurden.

Einmal war das Robert Kiehl „Todesschüsse

im Gutenberg-Gymnasium“,

ein Erfahrungsbericht

eines damaligen Lehrers, der das

Schulmassaker in Erfurt miterlebte.

Das Buch ist jedoch keine Schilderung

der Ereignisse, sondern eher

Julia V. Köber erhielt auf der Messe das erste

Exemplar ihres Fantasy-Romans.

Lesung von Volker Braun am Stand von

„Die Zeit“

eine der darauf folgenden Bewältigung;

der Spuren, welche dieses

traumatische Erlebnis im Autor und

anderen Überlebenden hinterließ.

Das andere Buch war Nicole

Steyers „DJ Stolen – Der Hacker

im Kinderzimmer“, welches die

Geschichte von Deniz A. erzählt,

der die Computer von Stars wie

Lady Gaga hackte und z.T. unveröffentlichte

Musik stahl. Sowohl die

Autorin als auch der heute 18-jährige

Deniz trafen am Messestand

des Verlages mit einem RTL-Team

Der Messestand des Verlages

und anderen Medienvertretern

zusammen.

Erfreut haben wir die Worte des

Kulturbürgermeisters Leipzig vernommen:

Unserer sei der größte

Stand Mitteldeutschlands mit einer

ausgezeichneten Buchpräsentation

der EDITION Cornelius; der verantwortliche

Kulturredakteur des

MDR lud zu einer Sendestunde ein.

Wie schon in Leipzig drehte sich

vieles auf der Messe um das Thema

Ebook. Seit die Lesegeräte preisgünstig

geworden sind, seit es iPhone

und iPad gibt, und vor allem seit

sich ein funktionierender Vertrieb im

Internet etabliert hat, scheinen die

Verkaufszahlen geradezu zu explodieren.

Doch andererseits sah man

nirgends Ebooks – klar, das sind

ja nur Dateien. Was man sah, das

waren Bücher aus aller Welt, eins

schöner und bunter als das andere.

So darf bezweifelt werden, dass der

Ebook-Boom den Untergang des

richtigen Buches einläutet.

Das Messeteam des Verlages war

auch in anderen Hallen unterwegs.

Dabei besuchte der Verleger

u.a. die Lesung von Volker Braun,

der ja auch zu den Autoren gehört,

die in der Edition Cornelius

veröffentlicht wurden.

3


IM GESPRÄCH MIT FANTASY-AUTOR RALPH LLEWELLYN

Wenn Ralph Llewellyn von fantastischer

Literatur und ihren Möglichkeiten

spricht, dann sprühen

Funken der Begeisterung in seinen

Augen und Euphorie schwingt in

seinen Worten mit.

Der Fantasy-Autor wurde 1960

in Colorado/USA geboren, wuchs

jedoch in Heidelberg/Deutschland

auf. Nach seinem Informatikstudium

an der Universität in

Karlsruhe schlug er zunächst eine

wirtschaftliche Laufbahn ein. So

ist er seit 1999 Gesellschafter

und seit 2008 Geschäftsführer

der TSL-Unternehmensberatung

in Nussloch.

Zum Schreiben gelangte er 1989

durch das Verfassen und Veröffentlichen

eines EDV-Lehrbuches.

Weitere Fach- und Sachliteratur

folgte bis 2005. Dann wandte er

sich der fantastischen Literatur zu,

für die er sich schon zu seiner Studienzeit

interessierte. Seinen ersten

Fantasy-Roman „Der dunkle Fürst“

veröffentlichte er im Frühjahr 2011

mit großem Erfolg. Nun, pünktlich

zur Frankfurter Buchmesse im

Herbst 2011, präsentierte er den

zweiten Teil seiner Synthia-Reihe

„Der Kult“.

Herr Llewellyn, was fasziniert Sie

an fantastischer Literatur und

worin liegt für Sie der Reiz dieser

Literatur?

Mich reizt generell das Spiel mit

den Fantasien. Das Besondere

liegt in den unbegrenzten Möglichkeiten

der Darstellung von

Geschichtsabläufen, Protagonisten

4

sowie der Art und Weise, Werte,

Weisheiten und lehrreiches Gedankengut

unterzubringen. Wie in

Fabeln und Sagen können Bilder

aufbaut werden, die leichter auf

Akzeptanz treffen und so zum

Nachdenken anregen.

Sie schrieben zunächst Fach- und

Sachliteratur. Wie kamen Sie zum

Verfassen fantastischer Literatur?

Fachliteratur zu schreiben, kann

nicht verglichen werden mit dem

kreativen Akt, eine Welt aufbauen

zu dürfen. Ich habe mich in dem

Bereich der Fachliteratur bewegt,

weil ich Wissen weitergeben und

geschäftlich ein Image aufbauen

konnte.

Die fantastische Literatur ist dagegen

eine völlig andere Welt. Die

Geschichten und Fiktionen werden

aus der Sicht der eigenen Augen

erzählt. Alles und jeder ist gefärbt

durch das eigene Denken.

Ihre ersten beiden Romane erzählen

die Abenteuer von Synthia:

Welche Idee steht hinter Synthia?

In unserer modernen Gesellschaft,

geprägt von Medien wie Fernsehen,

Internet und diversen Casting-

Shows, wird es Jugendlichen nicht

leicht gemacht, ein realistisches

und gesundes Selbstbild zu entwickeln,

denn nicht jeder ist zum

„Topmodel“ oder „Superstar“

geboren. Als Vater einer 15-jährigen

Tochter kämpfe ich täglich

gegen die Wirrungen der Pubertät.

In meinem Roman geht es um

Synthia, ein 13-jähriges Mädchen,

das bestimmte Erkenntnisse und

Fähigkeiten erlangen muss, um

sich selbst, ihrem Vater und auch

ihren neuen Freunden helfen zu

können. So lernt sie, sich selbst zu

akzeptieren, wie sie eben ist, ohne

jemand anderes sein zu wollen.

Außerdem muss sie erfahren,

dass sie ihren Platz innerhalb der

Gesellschaft selbst wählt. Es ist das

Verstehen eigener Stärken, verbunden

mit der Bereitschaft, diese für

andere einsetzen zu wollen und

zu können.

Sie sprechen von menschlichen

Werten, die Sie durch Ihre Romane

vermitteln möchten: Welche

Werte sind das?

Der wichtigste Wert ist, sich ständig

zu überprüfen, sich selbst

gegenüber ehrlich zu sein und

sich selbst zu erkennen suchen,

was ungeheuer schwer ist. Es ist

das offene Schauen in den Spiegel,

den einem die Gesellschaft ständig

vorhält. Es geht darum, dieses reflektierte

Bild verstehen zu lernen,

um so den Schlüssel zu sich selbst

finden zu können.


Worin unterscheidet sich Ihre Art

der Werte-Vermittlung im Vergleich

zu anderer fantastischer

Jugendliteratur?

Ein klarer Unterschied zu anderer

Jugendliteratur: Ich lasse dieses

Mädchen, das NICHT der Zauberei

LESEPROBE aus

„Der dunkle Fürst“:

Sie liebte ihr Zuhause, jetzt aber

stand das Haus gespenstisch und

einsam am Ende der Straße, die

wie ausgestorben wirkte. Es schien

plötzlich ganz anders, nicht mehr

freundlich und einladend, sondern

düster und verhängnisvoll. Dunkle

Fenster starrten sie prüfend an,

etwas Organisches hatte sich wie

ein Schleier darübergelegt. Es

schien sie zu mustern, ihr Inneres

zu erkunden, und sie hatte den

Eindruck, dass sie das Zentrum

wurde, um das sich nun alles

drehte. Trotz ihrer Furcht trugen

sie ihre Beine Schritt für Schritt

dem Haus entgegen, und obwohl

sich alles in ihr dagegen sträubte,

wusste sie, dass sie hinein musste.

Jeder Gedanke an Maggy war

verschwunden. Sie wusste, dass sie

nicht da sein konnte. Alle Fenster

schienen sie anzustarren, als sie

sich durch den Garten dem Haus

mächtig ist, das KEINE Kämpferin

ist und scheinbar auch KEINE

besonderen Eigenschaften hat,

die sie von anderen unterschiedet,

durch eine ihr neue und fremde

Welt laufen. Es ist ein Lehrpfad des

Lebens, den sie durchläuft.

Den übermächtigen Gegner kann

sie nur durch Ehrlichkeit zu sich

selbst und selbstbewusstes Handeln,

das durch das Wissen um

sich selbst erst möglich wird,

bezwingen.

Auf der Frankfurter Buchmesse

stellten Sie das Buchprojekt „Wer

ist Synthia?“ vor. Warum möchten

Sie die Leser zukünftig in die

Entwicklung der Synthia-Reihe

mit einbeziehen?

Der Leser soll mitwirken. Je mehr

er in die Geschichte eingebunden

wird, umso mehr hat er die Chance

näherte und vor der Eingangstür

stehen blieb. Sie hatte es schon

tausend Mal angesehen, und doch

war sie jetzt von dem Anblick wie

hypnotisiert. Es war nicht mehr das

Haus, in dem sie großgeworden

war. Zwei alte Türmchen zierten

den alten dunklen Bau auf beiden

Seiten, so, als wolle es sich gegen

Eindringlinge wehren. Ihre Blicke

schweiften über das Gemäuer

und blieben dann an der offenen

Eingangstür haften. „Die Tür steht

offen“, bemerkte sie kopfschüttelnd,

„warum wundert mich das

nicht?“ Sie konnte nicht ewig so

stehen bleiben. Ihr Vater hatte sie

hierher gesandt, um in den Keller

zu gehen, also musste sie dies

auch tun. „Ich muss da rein, es hat

keinen Zweck“, murmelte sie sich

Mut zu und setzte sich wieder in

Bewegung.

Langsam schlich sie die frisch gestrichenen

Holzstufen zum Eingang

hinauf. „Oh Gott, steh mir bei …

ich glaube, mein Verstand macht

zu verstehen, worum es geht. Es

soll die Authentizität, die Akzeptanz

des Spiegelbildes gefördert

werden. Erst dadurch entsteht

eine zumindest ansatzweise Entkopplung

von dem aufgesetzten:

„So sollst du sein“, „nur als Superstar

bist du jemand“ oder den

vielen anderen modernen, medial

geprägten Scheinwerten.

Als aktive Mitstreiter können sich

die Jugendlichen auf einer anderen,

sehr dynamisierten Ebene mit

sich selbst ausleben.

Der Leser soll in Bewegung gesetzt

werden, ehrlich zu sein. Er soll

Menschen lieben in all ihren Eigenarten

und mit all ihren Eigenheiten.

Das Interview führte

Gloria Günther

langsam winke winke …“ Schritt

für Schritt sträubte sich alles in ihr,

doch sie hatte sich entschieden.

Und so schritt sie vorsichtig und

behutsam in die gähnende Dunkelheit

durch die Tür, in den offenen

Schlund des Hauses, in dem sie

aufgewachsen war und das sie nun

so fremd und abweisend empfing.

In der Eingangshalle blieb sie

zunächst, sich nach allen Seiten

umschauend, stehen. Der Anblick,

der sich ihr bot, war sehr

düster, und die Augen mussten

sich erst daran gewöhnen. „Das

gibt es doch nicht“, stammelte

sie. „Maggy?“, rief sie vorsichtig,

aber es kam keine Antwort. Alles

war verfallen und morsch, und

ein übler, süßlicher Geruch, der an

Fäulnis und Moder erinnerte, füllte

den Raum und machte das Atmen

schwer. Farbenfrohe Schimmelpilze

bewucherten den roten,

auf dem Boden ausgelegten,

von Feuchtigkeit aufgequollenen

Teppich.

5


VORGESTELLT

Der Förderkreis der Schriftsteller in

Sachsen-Anhalt e.V.

Der Name verwirrt manchen und

man denkt schon seit geraumer

Zeit über eine Änderung nach. Der

Verein beschäftigt sich nicht etwa

mit der Förderung junger Talente

oder ähnlichen Dingen, die schon

hinter dem Titel vermutet wurden,

welcher noch aus der Gründungszeit

stammt, als solche Kreise vom

gewerkschaftlich organisierten

Schriftstellerverband ins Leben

gerufen wurden, um staatliche

Fördermittel an dessen Mitglieder

weiterleiten zu können.

Der Förderkreis der Schriftsteller

wurde im Juli 1990 in Halle gegründet

und will als eingetragener,

gemeinnützig wirkender Verein die

Tätigkeit und die Entwicklung der

Schriftsteller ideell wie finanziell

vielfältig unterstützen. Er ist nicht

mit dem Schriftstellerverband zu

verwechseln, sondern ein eigenständiger

Verein, arbeitet aber

weiter eng mit ihm zusammen.

Dem Förderkreis gehören etwa

60 Mitglieder an. Im Internet ist

eine Mitgliederliste veröffentlicht:

www.foerderkreis-halle.de

Mitglied kann werden, wer wenigstens

eine eigene literarische

Veröffentlichung vorweist und den

Antrag stellt. Allerdings wird diese

vorher von mindestens zwei Mitgliedern

gelesen und bewertet. Die

Mitgliederversammlung entscheidet

dann über die Aufnahme oder

Nichtaufnahme des Antragstellers.

Vorsitzender des Vereins ist seit

2006 der Autor Ronald W. Gruner,

den wir in der Halle liest-Ausgabe

vom August 2011 vorstellten.

Der Förderkreis unterhält im „Künstlerhaus

188“, Böllberger Weg 188,

06110 Halle, im Zimmer 202 ein

kleines Büro. Dieses ist im Moment –

Feiertage ausgenommen – nur mittwochs

mittags etwa von 12 bis 14

6

Uhr besetzt. Zur Kontaktaufnahme

kann man auf einen Anrufbeantworter

sprechen (0345 / 283 22 57) oder

Mails und Briefe schicken.

post@foerderkreis-halle.de

foerderkreis-halle@t-online.de

Der Förderkreis organisiert Veranstaltungen

und Lesungen in

Schulen, Bibliotheken, Vereinen

und öffentlichen Einrichtungen im

südlichen Sachsen-Anhalt. Er ist

Ansprechstelle für alle, die Auskunft

über das literarische Leben in der

Region haben wollen bzw. selbst

literarisch tätig sein möchten.

Der Förderkreis publiziert seit

1993 verschiedene thematische

Anthologien, die „Halleschen

Autorenhefte“ (inzwischen nach

Angaben im Internet 45 Hefte)

und das Handbuch „Schriftsteller

in Sachsen-Anhalt“. Er betreut die

Lyrik: Der erste Versuch

Olaf Schleser ist von einer bipolaren

Erkrankung betroffen – früher

auch als manisch depressive Erkrankung

bezeichnet. Dazu kommt

eine Alkoholabhängigkeit, denn in

seinen depressiven Phasen griff er

zu oft zum Alkohol. Seit 2010 ist

Schleser trocken. Als eine Form der

Verarbeitung seiner Gefühle und

Probleme schreibt er Gedichte.

Über die Entstehung der Texte

sagt er:

„Ich habe die Erfahrung gemacht,

dass es nicht nur der Extreme

bedarf, um ein neues Gedicht

entstehen zu lassen. Viele Texte

sind in Erkrankungsphasen, oder

auch unter Einfluss von Alkohol

entstanden. Einige ... jedoch

auch aus der Stärke heraus, eine

Krankheitsphase überwunden und

bereits lange auf Alkohol verzichtet

Ronald W. Gruner

Reihe „Leuchttürme – Schriftsteller

lesen“ und weitere Projekte zusammen

mit anderen Institutionen.

Damit die Hallenser mehr über ihre

Autoren erfahren, hat der Förderkreis

übrigens mit freundlicher Hilfe

der HAVAG und der Kunststiftung

Sachsen-Anhalt in mehreren Straßenbahnen

Gedichte angebracht.

zu haben und ein Leben zu führen,

das nicht von der Erkrankung dominiert

wird, sondern kreativ und

selbstbestimmt ist.“

Literarische Texte wie die von

Schleser ziehen sich durch die

Jahrzehnte der Literaturgeschichte.

Unter den berühmt gewordenen

Dichtern, Literaten, bildenden

Künstlern und Musikern sind zahllose

direkt Betroffene zu finden.

Mit „Fürs erste ...“ legt Schleser

seine erste Sammlung von Gedichten

vor. Die Texte sind poetisch sehr

dicht. Schlesers Lyrik lebt von der

Kraft der Bilder, die gut nachzuempfinden

sind.

Olaf Schleser: Fürs Erste ...

ISBN: 978-3-86237-521-9

70 Seiten, 8,90 Euro


BUCHTIPP

Der Fall „DJ Stolen“:

„Was juckten mich die Beziehungsprobleme

und Wehwehchen

der Stars. Ich wollte nur an ihre

Songs rankommen, sonst nichts.

Doch ein erhebendes Gefühl war

es trotzdem. Ich las immer mit, war

ein Teil ihres Lebens geworden und

sie hatten keine Ahnung, dass es

mich gab.“

(„DJ Stolen – Der Hacker im Kinderzimmer“

von Nicole Steyer)

Die Geschichte von Deniz A. aus

Duisburg weckte im Frühjahr

2011 nicht nur in den Medien

großes Interesse. Auch die Autorin

Nicole Steyer nahm die Ereignisse

um den Teenager zum Anlass, ein

Buch zur Thematik zu schreiben,

das sie nun gemeinsam mit Deniz

zur Frankfurter Buchmesse 2011

präsentierte. In „DJ Stolen – Der

Hacker im Kinderzimmer“ berichtet

sie von der Zeit, in der aus

Deniz „DJ Stolen“ wurde und wie

leicht das Internet dazu verführt,

kriminell zu werden.

Autorin Nicole Steyer, der Anwalt von Deniz A. und

DJ Stolen selbst am Stand des Projekte-Verlages

auf der Buchmesse.

Der Fall: Der inzwischen 18-jährige

Deniz A. aus Duisburg wurde im

Juni 2011 vom Duisburger Amtsgericht

zu 18 Monaten Jugendhaft

auf Bewährung verurteilt. Als „DJ

Stolen“ hackte er sich monatelang

in die E-Mail-Postfächer von Stars

wie Lady Gaga oder Justin Timberlake

und klaute unveröffentlichte

Songs, die er anschließend im Netz

verkaufte. Das Gericht stufte ihn

jedoch als Internetabhängigen ein

und setzte ihm eine Gnadenfrist

von 6 Monaten, um seine Sucht

behandeln zu lassen. Bei Missachtung

droht Deniz das Absitzen

seiner Haftstrafe.

Das Buch „DJ Stolen – Der Hacker

im Kinderzimmer“ zeigt auf

schockierende Art und Weise, wie

einfach es unseren Kindern gemacht

wird, im Internet kriminell

zu werden. Das Handwerkszeug

findet man dort ohne Probleme,

die falschen Freunde auch – und

dann ist man nur noch einen Klick

davon entfernt, im Gefängnis zu

landen.

Internetsucht in Deutschland:

Neuesten Studien des Bundesministeriums

für Gesundheit zufolge

sind mehr als 560.000 Menschen

in Deutschland vom Internet abhängig.

Rund 2,5 Millionen Menschen

gehören außerdem zu einer

erweiterten Problemgruppe, die

ein auffälliges Nutzungsverhalten

zeigt. Die Betroffenen verlieren

die Kontrolle über ihr Leben in

der realen Welt und leiden unter

Entzugserscheinungen, wenn sie

nicht online sind.

Nicole Steyer: „DJ Stolen – Der Hacker im Kinderzimmer“

Klappenbroschur, 96 Seiten, 10,50 Euro

ISBN: 978-3-86237-652-0

Das Medieninteresse war groß: RTL-Interview mit DJ Stolen alias Deniz A.

7


Brücke über den Burggraben der Moritzburg (Foto: Klaus Reinicke)

Der Projekte-Verlag Cornelius fördert den HFC!

Hier gibt es Halle liest:

Ankerhofhotel

Bahnhofsbuchhandlung Ludwig

Buchfabrik Halle

Buchhandlung am Reileck

Buchhandlung Jacobi & Müller

Buchhandlung Lesebuch im HEP

Buchhandlung Molsberger

Dorint Hotel

Eiscafé Kaufl and Südstadt

EKZ „Markt“ Salzmünde

HAVAG Hauptverwaltung

Hotel Am Steintor

Hotel Europa

Künstlerhaus 188

Landesverwaltungsamt

Lührmann

Märkers Restaurant

8

Marktschlösschen (Stadtinformation)

Mensa Harz

Mojo

MZ-Shop am Markt

Projekte-Verlag Cornelius GmbH

Rathaus Halle

Restaurant „Delphi“

Ritterhaus

Sparkasse, Große Steinstraße

Stadtbibliothek Am Hallmarkt

StadtCenter Rolltreppe

Technisches Rathaus Hansering

Thalia am Markt

Thalia im Neustadt-Centrum

Volksbank, W.-Külz-Straße

Weltbild im Neustadt-Centrum

ZGM Neustadt

Impressum

Projekte-Verlag Cornelius GmbH

V.i.S.d.P.: Reinhardt O. Cornelius-Hahn

Thüringer Straße 30

06112 Halle (Saale)

Tel.: (0345) 6865665 / 1202207

Fax: (0345) 1202238

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www.projekte-verlag.de

Projekte-Verlag Cornelius GmbH

- Buchfabrik Halle -

Filiale Hansering 20

06108 Halle (Saale)

Tel.: (0345) 67821380

Fax: (0345) 67821381

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www.buchfabrik-halle.de

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