die hotels - Oliver Pichler & Partner

o.pichler.at

die hotels - Oliver Pichler & Partner

Alpine Design-Hotels

SCHEIN und SEIN

Wer hip sein will, der bucht seine Winterferien heuer

in einem Design-Hotel. Zwölf ausgewählte

österreichische Adressen, bei denen cool nicht

unbedingt kühl und trendig nicht steril heißt.

Von Oliver Pichler

Wo bin ich? Ich sehe mich daliegen,

schweißgebadet, irgendwie

in Trance. Besser tot stellen?

Oder aufspringen? Ich entscheide

mich fürs Totstellen. Es dauert, bis ich mich

sammle, bis ich Traum und Wirklichkeit wieder

unterscheiden kann.

Die Wirklichkeit: Ich genieße Tiefenentspannung

in der Blue-Box, auf einer wohligen Liege in einem

modern-spacigen Raum. Nur, dass bei mir

der Alpha-Zustand träumerische Gedankenspiele

ermöglicht hat, die ich kein zweites Mal erleben

möchte ...

Geplant hatten wir – Astrid und ich – einen idyllischen

Winterurlaub, schneesicher und alpin, aber

mit allem Komfort. Man gönnt sich ja sonst

nichts. Deshalb haben wir ein ganz neues Top-

Hotel in alpiner Höhenlage ausgesucht. Einladendes

Winterwetter auf der Anreise weckt bei

uns kindliche Vorfreude. Und siehe da – das Hotel,

leicht zu finden, mitten im Ort, präsentiert

sich als Rustikal-Ensemble mit historischem

Touch, hat aber gerade erst eröffnet. Wir tauchen

ein in eine pseudorustikale, pseudotraditionelle

Kulissenwelt. Über dem Hotelnamen prangt ein

überdimensionales Wappen, das hundertjährige

Tradition vermittelt. Darunter steht in einer

schwer lesbaren, wohl alten Schrift geschrieben:

Seit 2005 ...

Zu dieser Inszenierung passt der Auftritt eines

stämmigen, nicht gerade großen Herrn mit Skilehrerausstrahlung

perfekt. „Grias enk“, waren

seine Worte. Bevor wir uns klar wurden, ob das

freundlich oder nicht gemeint war, war der Gute

schon wieder verschwunden.

Ganz unbedarft öffnen wir die Hotelpforte. Wie

viel Aufwand muss es sein, eine neue Tür auf anno

1891 zu trimmen? Die nun über uns befindliche

Last der massiven Zirbenholzdecke lässt

uns eine etwas gebückte Haltung einnehmen, als

wir zu der alten überdimensionalen Truhe schreiten,

die wir als Rezeption identifizierten. „Wollts

a Schnapserl oder oan Champus als Willkommensschluck?“,

werden wir von einem an die Hirten

aus alten Heimatfilmen erinnernden Burschen

begrüßt. Gleich danach schwebt ein fesches

Mädl – blond, lockig, natürlich im Alpinlook, in

knackiger Lederhose – heran. „Tach! Ich bin Anke

und begleite euch aufs Zimmer“, haucht sie uns

entgegen. Vorbei an Allerlei, das eher an ein Heimatmuseum

als ein Hotel erinnert, geht es zum

Lift. Wie schon bisher, auch im Lift alles im Anno-1891-Touch.

So viel Holz, echt, massiv und

scheinbar alt, dass ich mich als zu groß gewachsener

Holzwurm im eigenen Sarg fühle. Ohne ein

Rucken, ohne ein Zucken, einfach perfekt, schweben

wir im Lift nach oben – dieses Zusammenspiel

von „alt“ und doch technisch perfekt ...

„Im Untergeschoß finden Sie unsere Hotel-Therme

‚Abano‘ und die Japanische Wasserwelt mit

Zen-Ruheparadies sowie den Fitness-Stadl mit

modernsten Geräten, die total nach Feng-Shui angeordnet

sind“, erklärt uns Anke. Endlich raus

aus dem Lift ...

„Wir haben Sie upgegradet und für Sie die Andreas-Hofer-Suite

reserviert. Da fühlen Sie sich

gleich wie zuhause. Bester Bergblick und eine

kleine Stubensauna im Backofenstil sind bei dieser

Suite inklusive“, schwärmt Anke, aus – wie

sie uns verrät – Suhl nahe Weimar. Die Chipkarte

öffnet die Türe zum Gemach des großen Anderl.

Das Licht geht an. Und grimmig blickt er

uns entgegen vom perfekt beleuchteten Bild im

Vorraum.

Ob er uns auch noch „Manda, es isch Zeit“ entgegengerufen

hat, weiß ich nicht, denn bei seinem

Anblick bin ich aufgewacht und habe mir geschworen,

hier kein Auge mehr zuzumachen ...


LAND DER BERGE SPECIAL

50

Design – was ist das?

Es gibt sie, die Worte, die jeder verwendet,

aber niemand konkretisiert. Design ist ein

solches. „Grundsätzlich ist alles Design,

und jede Form von Architektur gestaltet

und inszeniert die Wirklichkeit. Die Frage

ist vielmehr: Was ist gutes Design?“, erklärt

Relax-Wellnessguide-Herausgeber Christian

Werner. Er sieht einige zentrale Grund

regeln, die bei einem Hotel gutes und

i Design-Hotels: Voll im Trend

International liegen moderne, designorientierte Hotels

in Städten, aber auch in Ferienregionen total im Trend

und erfreuen sich deutlich überdurchschnittlichen

Interesses. Österreich hinkt dieser Entwicklung etwas

hinterher. Langsam, aber sicher werden auch hierzulande

unterschiedlichste designorientierte Hotelideen

vom Luxushotel bis zum 3-Sterne-Hotel realisiert, die

dann meist viel Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Während ein großer Teil der Hotelrenovierungen und

-erweiterungen in traditionellem Stil erfolgt, sind nahezu

alle Ferienhotels, die neu entstehen, als Design-

Hotels einzustufen. Etwa das Mavida in Zell am See,

das Carinzia in Tröpolach, die Waldklause in Längenfeld

oder das Val Blu in Bludenz.

07-2006

schlechtes Design erkennen lassen: Etwa:

passt das Haus in die Landschaft, fügt es

sich entsprechend ein und hebt es das Ein-

zigartige des jeweiligen Platzes hervor? Innen

sieht Werner spürbare Qualität, angenehme,

warme Materialien und eine Archi-

Mittlerweile recht häufig sind auch Hotelerweiterungen

mit modernem Designanspruch. Einzig die

Tatsache, dass in den meisten Fällen alte, so gar

nicht designorientierte Teile erhalten bleiben, macht

dieses Unterfangen spannend. Beispiele dafür sind

etwa die ASI-Lodge in Steinberg am Rofan, das Perfler

in Sillian, die Gams in Bezau und das Saratz in

Pontresina.

Designaffinen, geschickten Hoteliers gelingt es, auch

ohne umfassende Neubauten ihr bestehendes Hotel

gestalterisch modern weiterzuentwickeln. Entsprechend

beispielhaft sind das Haus Hirt in Bad Gastein,

das Theresia in Saalbach-Hinterglemm oder das

Misani in St. Moritz.

Anmerkung: Sämtliche eingangs geschilderten kursiv geschriebenen, Traum-Erlebnisse, Bezeichnungen und Namen

sind frei erfunden und haben keine realen Vorbilder. Realität ist einzig die in Wirklichkeit sehr empfehlenswerte, garantiert

albtraumfreie Blue-Box mit Alpha-Liege im Hotel Mavida in Zell am See.

tektur, die eine Atmosphäre des Wohlgefühls

schafft, als entscheidend an. „Kopf

lastig entworfene, optisch gut aussehende

Die meisten Hoteliers sind überzeugt, dass es die Tradition,

der Almhütten-Stil ist, die uns Gäste so begeistert.

Architektur, die nicht für Körper, Gefühle

und Empfindungen sensibel bleibt, ist ein

Problem. Schöne Ruhe-Liegen, die Rückenschmerzen

verursachen, oder eine wunderschöne

Armatur, die schlecht in der Hand

liegt, sind Beispiele für schlechtes Design“,

outet sich Werner als nicht bedingungsloser

Fan moderner Gestaltung. Ein Gräuel sind

dem kritischen Hoteltester allerdings alle

Arten von verkitschter, nachbau-historischer

und pseudoalpiner Architektur, wie

sie auch heute noch bei unlängst um- oder

neugebauten Hotels gang und gäbe ist.

Modern – gerade auch im Alpenraum

Traditionell oder modern? Beides? Keines

von beidem? Wie wünschen sich die Gäste

von heute die ihnen liebsten Hotels? Die

meisten Hoteliers sind überzeugt, dass es

die Tradition, der Almhütten-Stil ist, die

uns Gäste so begeistert. So bauen und „verzieren“

sie dann auch. Denn wieso soll, was


DIE HOTELS (12 X ÖSTERREICH)

Kuscheloase mit Design-Faktor

Genießer- & Kuschelhotel Gams Bezau

Falkensteiner Hotel Carinzia Tröpolach/Nassfeld

Die Gams in Bezau versteht sich als Hotel für Paare, die die gemeinsame Zeit in Zimmern mit eigenem

Whirlpool in großzügigen Kuschelsuiten genießen wollen. Diese Horte der Zweisamkeit sind in einem runden

Bauwerk namens Blütenschloss untergebracht, alle mit freiem Blick in die Natur und ganz und gar nicht einsehbar.

Das „Da Vinci Spa“ und das Romantik-Restaurant sind weitere Oasen für Weiblein und Männlein.

Natürlich gibt es auch noch das Stammhaus aus dem Jahr 1648; und da sind auch Nicht-Paare sehr willkommen.

Ganzjährig durchgehend geöffnet, ausgenommen 4 Tage vor Weihnachten

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 137,– bis € 150,–

Skigebiet: Zusammenschluss der Bregenzerwälder, Großwalsertaler und Lechtaler Skigebiete zum 3-Täler-

Skivergnügen mit insgesamt 134 Liften und 337 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 148,– bis € 155,–

Genießer- & Kuschelhotel Gams, Ellen Nenning und Andreas Mennel

A-6870 Bezau, Tel.: 05514-2220, E-Mail: info@hotel-gams.at, www.romantik.cc

Moderne Interpretation alpinen Bauens

Das Hotel Mavida in Zell am See ist der am

hellsten leuchtende Stern unter

Österreichs Design-Hotels.

Arkan Zeytinoglu heißt der Architekt, der für die aus Südtirol stammende Falkensteiner Hotelgruppe einen

beeindruckenden, weitläufigen Hotelkomplex am Fuß des Nassfeldes hat entstehen lassen. Die vierstöckige

Hotelhalle mit Tageslicht von oben ist gut für ein erstes Wow-Erlebnis zur Begrüßung. Sehr alpin – dank roher

Lärchenholzverkleidung innen wie außen – und dennoch sehr mediterran – hell, offen, dunkler Stein,

warme Farben – präsentiert sich das schicke Hotel. Wellness wird hier direkt neben der Nassfeld-Talstation

genauso großgeschrieben wie das Skifahren.

Geöffnet: 2. 12. 06 – 15. 4. 07

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 79,– bis € 154,–

Skigebiet: Nassfeld, 30 Lifte, 110 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 159,– bis € 175,–

Falkensteiner Hotel Carinzia, A-9631 Tröpolach/Nassfeld,

Tel.: 04285-72000-0, E-Mail: carinzia@falkensteiner.com, www.falkensteiner.com/Carinzia

LAND DER BERGE SPECIAL

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SERVICE DESIGN-HOTELS

LAND DER BERGE SPECIAL

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Hotel Lux Alpinae St. Anton am Arlberg

07-2006

DIE HOTELS (12 X ÖSTERREICH)

Design-Hotel am Arlberg

Naturhotel Waldklause Längenfeld im Ötztal/Arlberg

Hotel Madlein Ischgl

Hotel ASI Lodge Steinberg am Rofan

Hotel Perfler Sillian in Osttirol

Das Lux Alpinae kultiviert seine Modernität – Kletterwand im Haus, viel Glas, viel sichtbarer Beton und

trotzdem gar nicht kühl – so konsequent, dass das Hotelierspaar Sabine und Alexander Kertess auf einen

Hotelprospekt verzichtet. Dass Georg Driendl, der Architekt des Hotels, auch die neue Galzig-Seilbahn in

St. Anton plant, spricht dafür, dass die Arlberger seinen Stil zu schätzen wissen.

Geöffnet: 1. 12. 06 – 21. 4. 07

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 115,– bis € 155,–

Skigebiet: Arlberg, 85 Lifte, 280 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 194,–

Hotel Lux Alpinae, Familie Kertess

A-6580 St. Anton am Arlberg, Tel.: 05446-30108, E-Mail: office@luxalpinae.at, www.luxalpinae.at

Holz, Holz, (fast) nur Holz

Die Waldklause in Längenfeld im Ötztal (9 km vor Sölden) ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Modernität,

Holz als zentrales Gestaltungselement und Heimeligkeit zueinanderfinden können. Die besondere Atmosphäre,

viele, viele bis ins Detail durchdachte Elemente und die Tatsache, dass es sich bei dem Hotel um ein

100%-Vollholzbauwerk handelt, zeichnen die Waldklause aus. Und die Therme Längenfeld ist nur 150 Meter

entfernt.

Ganzjährig durchgehend geöffnet

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 98,– bis € 165,–

Skigebiet: Sölden, 36 Lifte, 110 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 179,– bis € 199,50

Naturhotel Waldklause, Familie Auer

A-6444 Längenfeld, Tel.: 05253-5455, E-Mail: office@waldklause.at, www.waldklause.at

Schrill, schriller Aloys

Günther Aloys ist Ischgls bekanntester Sohn. Sein Madlein Ischgls bekanntestes Hotel. Und er war der Erste,

der in Österreichs Ferienhotellerie auf den Design-Zug aufgesprungen ist und damit begonnen hat, Teile des

Hotels zum Design-Hotel umzugestalten. Aloys ist ein Meister der Selbstinszenierung mit viel Gespür für

Schlagzeilen, ob er nun Bill Clinton oder Paris Hilton tatsächlich und Michael Jackson (fast) zu sich nach

Ischgl lotste oder mit visionären Ideen den Tourismus revolutionieren will.

Geöffnet: 30. 11. 06 – 1. 5. 07

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 120,– bis € 280,–

Skigebiet: Ischgl, 40 Lifte, 300 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 166,– bis € 182,50

Hotel Madlein, Familie Aloys

A-6561 Ischgl, Tel.: 05444-5226, E-Mail: info@madlein.com, www.madlein.com

Die sportlich junge Alternative

Die Alpinschule Innsbruck (ASI) und ihr verstorbener Gründer Hannes Gasser sind eine internationale Instanz

in Sachen Alpintourismus und als Anbieter weltweiter Adventure-Reisen. Mit der 2005 eröffneten ASI Lodge

im Großraum Achensee setzen Gassers Sohn Axel und sein Team die ASI-Philosophie als Gastgeber um.

Qualifizierte ASI-Guides sind selbstverständlich, das Hotel freundlich und offen gestaltet für Gäste, die hier

Freunde treffen, Kameradschaft erleben und die Natur aktiv entdecken wollen.

Geöffnet: 2. 12. 06 – 14. 4. 07

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 79,– bis € 169,–

Skigebiet: Christlum, 10 Lifte, 35 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 122,–

Hotel ASI-Lodge Tirol, A-6215 Steinberg am Rofan,

Tel.: 05248-26666, E-Mail: welcome@asi-lodge.at, www.asi-lodge.at

Klein, sympathisch, preisattraktiv

Das Hotel Perfler zeigt, dass auch ein 3-Sterne-Hotel in Sachen Design zeigen kann, wo es langgeht. Michaela

Strieder und Peter Lubeley haben eine kleine Pension so erweitert und umgestaltet, dass sie auch gleich

mit dem Tiroler Bauherrenpreis, Kategorie „Bauen für Gäste“, ausgezeichnet wurden. Und noch etwas beweisen

sie – Design muss nicht teuer sein. Kulinarisch spürt man schon die Nähe zu Italien. Dass es auch

nur 300 Meter bis zum Skilift sind, lässt das Perfler zu einem echten Winter-Geheimtipp avancieren.

Geöffnet: 7. 12. 06 – 21. 4. 07

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 45,– bis € 65,–

Skigebiet: Hochpustertal, 6 Lifte, 50 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 145,–

Hotel Perfler, Familie Strieder & Lubeley

A-9920 Sillian, Tel.: 04842-6354, E-Mail: info@perfler.at, www.perfler.at


immer schon so war, plötzlich nicht mehr so sein. Spätestens wenn

man sie fragt, warum dann designorientierte Hotels geradezu boomen,

wechseln sie das Thema ...

Dabei ist nicht alles, was als modern empfunden wird, auch wirklich

neu. Vielmehr werden alte, oft vergessene Methoden der Gestaltung,

des Bauens wiederentdeckt. Nicht selten sind es diese Wiederentdeckungen,

die die Gäste besonders begeistern. So ist etwa der

Einsatz von unbehandeltem, rohem Holz zur Außen- und Innengestaltung

so neu nicht, denn all die historischen Holzgebäude wurden

vor Xyladecor und Adler-Lack so gebaut. Innovativ ist freilich

vielfach die architektonische Interpretation der Bauwerke.

Modern, aber nicht kühl!

„Wichtig ist bei aller gestalterischer Innovation, keine Kühle, sei es

durch die Atmosphäre oder die verwendeten Materialien, entstehen

zu lassen, denn das Gefühl beim Gast ist genauso wichtig wie die

Der Mondraum im kuscheligen Hotel Gams in Bezau.

Wirkung beim ersten Anblick“, erklärt Ike Ikrath, Architekt und

Hotelier (Haus Hirt, Bad Gastein). Oder um es wieder mit Worten

von Wellness-Profi Werner zu sagen: „ Design als Kunstform ist frei

von Vorgaben und Zwängen. Design im Hotel ist NICHT frei. Hier

hat es dem Sinn und der Funktion der zu gestaltenden Gebäude

und Räume zu dienen, in denen sich in der Folge Gäste wohl fühlen

sollten.“ Richard Plattner, Direktor des Hotel Castell in Zuoz nahe

St. Moritz schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Ferienhotellerie muss

im Vergleich zur Stadthotellerie noch viel mehr aufpassen, Design

nicht zu cool, zu nüchtern, zu extrem und unpraktisch zu interpretieren

– das goutieren unsere Gäste nämlich überhaupt nicht.“

Wer sind die Gäste in Design-Hotels?

Besonders interessant ist es, wenn die Gastgeber in den so genannten

Design-Hotels von ihren Gästen erzählen. „Es hat uns selbst

sehr überrascht, wie sehr gerade auch ältere Gäste von unserem Haus

begeistert sind“, verrät Sabine Kertess, deren Hotel Lux Alpinae ein

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LAND DER BERGE SPECIAL

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SERVICE DESIGN-HOTELS

LAND DER BERGE SPECIAL

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Hotel Mavida Zell am See

07-2006

DIE HOTELS (12 X ÖSTERREICH)

Das perfekte österreichische Design-Ferienhotel

Haus Hirt Bad Gastein

Gartenhotel Theresia Saalbach-Hinterglemm

Val Blu Bludenz

Steffisalp Warth am Arlberg

Zuerst zeigten Ilona und Herbert Bren mit ihrem Kinderhotel Hagleitner in Zell am See, wie das perfekte Kinderhotel

zu sein hat. Nun, seit Dezember 2005, gehen sie daran, mit ihrem Design-Hotel Mavida, einen Steinwurf

vom Kinderhotel entfernt, wieder Standards zu setzen. Zurzeit ist das Mavida ganz sicher Österreichs

Vorzeige-Design-Hotel im Ferientourismus.

Ganzjährig durchgehend geöffnet

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 130,– bis € 315,–

Skigebiet: Zell am See-Kaprun, 57 Lifte, 130 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 161,– bis € 179,–

Mavida Balance & Spa Hotel, Familie Bren

A-5700 Zell am See, Tel.: 06542-5410, E-Mail: info@mavida.at, www.mavida.at

„Inspirierender Landeplatz für Stadtmenschen“

Irgendwann wird man vielleicht vom Haus-Hirt-Stil sprechen. Dieses Miteinander von Historischem, Alpinem

und Modernem macht das Haus von Evelyn und Ike Ikrath aus. Irrsinnig lieb und sympathisch, mit viel Atmosphäre,

aber ganz sicher nicht perfekt präsentiert sich das Haus Hirt als alpines Spa Hotel, dem Ike Ikrath, im

Hauptberuf Architekt, einen ganz besonderen Stempel aufgedrückt hat.

Geöffnet: 4. 12. 06 – 24. 4. 07

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 79,– bis € 165,–

Skigebiet: Gasteinertal, 44 Lifte, 200 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 164,– bis € 176,–

Haus Hirt – Alpine Spa Hotel, Familie Evelyn und Ike Ikrath

A-5640 Bad Gastein, Tel.: 06434-2797, E-Mail: info@haus-hirt.com, www.haus-hirt.com

Kunst – Design – Tradition

Das Theresia ist ein Musterbeispiel, wie ein klassisches Salzburger Ferienhotel zu einem heimelig-modernen

Haus neuer Prägung werden kann. Harald Brettermeiers Leidenschaft für moderne Kunst des Architekt

Gustav Pichelmanns Gespür, sich in der Gestaltung gekonnt zwischen zu behutsam und zu radikal zu bewegen,

machen das Theresia bei alten Stammgästen ebenso wie bei einer immer größer werdenden Heerschar

von internationalen Gästen so beliebt.

Geöffnet: 7. 12. 06 – 15. 4. 07

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 102,– bis € 271,–

Skigebiet: Saalbach-Hinterglemm-Leogang, 55 Lifte, 220 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 145,– bis € 181,–

Gartenhotel Theresia, Familie Marianne und Harald Brettermeier

A-5754 Saalbach-Hinterglemm, Tel.: 06541-7414, E-Mail: info@hotel-theresia.co.at, www.hotel-theresia.co.at

Das Cheap & Chic-Lifestyle-Hotel

Modern, jung, frisch und dazu auch noch cool und günstig – das Val Blu ist ein absolut sehenswertes Haus.

Dass es an das gleichnamige Alpen-Erlebnisbad angeschlossen ist, steigert die Attraktivität. Eine eigene

Indoor-Fußball-Halle mit Kunstrasen ist eines der sportlich-aktiven Highlights. Und Bludenz liegt im Winter

ideal, um zahlreiche Skigebiete schnell und problemlos zu erreichen.

Ganzjährig durchgehend geöffnet

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 44,– bis € 72,–

Skigebiet: 10 Skigebiete mit insgesamt 200 Liften und 1000 km Pisten in 15 bis 30 Autominuten erreichbar

6-Tages-Skipass Erwachsene (etwa Brandnertal): € 125,– bis € 142,–

Val Blu – Resort Hotel SPA & Sports

A-6700 Bludenz, Tel.: 05552-63106, E-Mail: valblu@bludenz.at, www.valblu.at

Ein Sporthotel neuen Typs

Für Skifahrer gibt es den Arlberg mit St. Anton, Zürs und Lech. Und es gibt Warth am Arlberg. Zwar nur wenige,

aber meist gesperrte Straßenkilometer von Lech entfernt ist Warth so ganz und gar nicht wie der andere

Arlberg. Hier in Warth hat im vorigen Winter ein Sporthotel neuen Typs eröffnet. Das Steffisalp – direkt am

gleichnamigen Lift. Außen ein geradliniger, mit weißen Holzschindeln verkleideter Baukörper, präsentiert sich

das Steffisalp innen heimelig, in warmen Farbtönen, modern – aber nicht übertrieben.

Geöffnet: 7. 12. 06 – 15. 4. 07

Hotelpreise pro Person im Doppelzimmer: € 85,– bis € 225,–

Skigebiet: Warth-Schröcken, 15 Lifte, 66 km Pisten

6-Tages-Skipass Erwachsene: € 148,– bis € 155,–

Sporthotel Steffisalp

A-6767 Warth am Arlberg, Tel.: 05583-3699, E-Mail: info@steffisalp.at, www.steffisalp.at


Schwimmen mit Winter-Panoramablick – das Hotel Steffisalp direkt an der Piste, mitten im Schnee.

extremes Design-Beispiel mit viel rohem

Beton, Stahl und Glas ist. „Alte Stammgäste,

die vor unserem ersten Umbau das letzte

Mal da waren, sind am Anfang schon etwas

irritiert. Doch nach ein paar Tagen kommen

die meisten von ihnen und zeigen sich begeistert

und sagen – wir haben uns erst neu

eingewöhnen müssen“, beschreibt Marianne

Brettermeier vom Gartenhotel Theresia

in Saalbach-Hinterglemm ihre Erfahrungen.

„Wenn die Gäste noch nach der Adresse

des einen oder anderen Lieferanten fragen,

dann wissen wir, es gefällt ihnen wirklich“,

weiß Harald Brettermeier zu berichten.

Es sind also nicht nur die jungen, schicken

In-People aus der Großstadt, die lieber in

einem Hotel mit attraktivem Design-Faktor

schlafen. Diesen Mehrwert des Schönen,

des Ästhetischen nehmen immer größer

werdende Gästegruppen gerne an. Dem zugute

kommt die Tatsache, dass es DAS Design-Hotel

nicht gibt. Denn während in der

Stadthotellerie deutliche Parallelen zwischen

verschiedenen Hotels erkennbar sind,

ist dies bei Ferienhotels ganz und gar nicht

der Fall. Sowohl das relativ städtische Mavida

in Zell am See als auch die modern-rustikale

Waldklause in Längenfeld liefern einen

Design-Mehrwert, den sich immer mehr

Menschen jeden Alters wünschen, obwohl

sie total verschieden sind.

Viel Enttäuschungspotenzial hingegen hat

die Darstellung als supercooles Design-Ho-

Das Hotel Carinzia der Falkensteiner-Gruppe ist Kärntens einziges

Design-Hotel in einem Skigebiet.

tel, wenn nicht das ganze Hotel tatsächlich

diesem Anspruch entspricht. Im Madlein in

Ischgl oder im Schwarzen Adler in Kitzbühel

(www.adlerkitz.at) war das immer wieder

zu erleben, etwa als sich design-begeisterte

Gäste in traditionellen Gästezimmern

wiederfanden. Auch im Hotel Saratz in

Pontresina bei St. Moritz kennt man diese

Situation.

Kunst als Abrundung

Design mit Kunst zu verbinden ist das Konzept

des Hotel Castell im Engadin ebenso

wie des Theresia in Saalbach-Hinterglemm.

„Kunstbegeisterte Gäste wissen es zu schätzen,

wenn kostbare Originale im Hotel

hängen und wir über die gemeinsame

Manche Design-Hotel-Gäste nutzen den Hotelaufenthalt

als Inspirationsquelle für die Gestaltung

der eigenen vier Wände.

Kunst-Leidenschaft philosophieren können“,

freut sich Theresia-Chef Brettermeier.

Ebenso interessant ist, dass Design-Hotel-

Gäste den Hotelaufenthalt als Inspirationsquelle

für die Gestaltung der eigenen vier

Wände nutzen. Eine andere Art von „Probewohnen“

ist damit möglich. Und kluge

Hoteliers werden schon bald daraus einen

zusätzlichen Geschäftszweig entwickeln ...

Zwischen preisgünstig und Luxus

Es ist schön zu sehen, dass Design sich ganz

und gar nicht auf den Luxusbereich beschränkt.

Etwa im 3-Sterne-Hotel Perfler in

Sillian oder im Val Blu in Bludenz lässt es

sich in gutem Design zum smarten Preis

wohnen. „Wir konnten wegen der Design-

Ausrichtung und den damit verbundenen

etwas geringeren Investitionen unsere Preise

erfreulich moderat halten“, verrät Perfler-

Hotelier Peter Lubeley. Klaus Allgäuer vom

Val Blu betont die bewusst gewählte Cheap

& Chic-Ausrichtung mit dem Ziel, Gästen

mit dünnerem Geldbeutel ein lifestyliges

Hotel zu bieten.

Insgesamt ist augenscheinlich, dass sich all

LAND DER BERGE SPECIAL

07-2006 55


SERVICE DESIGN-HOTELS

LAND DER BERGE SPECIAL

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die von LAND DER BERGE durchleuchteten

Hotels den Faktor Design nicht extra bezahlen

lassen. Vielmehr liegen sie preislich

keinesfalls über dem Niveau vergleichbarer

„Rustikal“-Hotels. Damit ist klar, wohin

sich bei momentanem Zeitgeist die Gästeströme

hinentwickeln.

Eine andere offensichtliche Entwicklung ist

das Entstehen von Design-Konzepten, die

auf spezielle Zielgruppen ausgerichtet sind.

Bestes Beispiel und internationaler Pionier

in Sachen cool-jung-adventureorientiert ist

das Riders Palace in Laax. Hier trifft sich eine

internationale „Community“ mit ähnlich

gelagerten Interessen zu recht passablen

Preisen. Ein ähnliches Konzept verfolgen

die Cube-Hotels (www.cube-hotels.com).

Die Zukunft der Design-Hotels

Designorientierte Ferienhotels werden

international mehr und mehr. Fast jedes

neue Hotelprojekt versucht mit modernem

Design zu punkten. Auch in Österreich

07-2006

werden in den nächsten Jahren viele Hotels

mit Design-Mehrwert entstehen. Besonders

interessant ist, dass auch Hotelketten wie

Falkensteiner attraktive Häuser mit sehr gutem

Design anbieten. Das Hotel Carinzia

am Fuß des Nassfeldes in Kärnten ist ein

solches Beispiel. Wirtschaftlich die größten

Fast jedes neue Hotelprojekt versucht mit modernem

Design zu punkten.

Chancen dürften in den nächsten Jahren

die preisattraktiven Design-Hotels haben,

denn die Zeit, in der Gäste mit weniger

Geld anspruchslos waren, sind lange vorbei.

Langfristig dürfte Design in der Hotellerie

zum Massenphänomen werden, vergleichbar

mit der Entwicklung beim Frühstücksbuffet,

das heute eine kaum noch erwähnte

Selbstverständlichkeit ist.

Und spätestens dann werde ich den nächsten

Besuch in der Blue-Box wagen, ohne

dabei Sorge haben zu müssen, den Traum

von meiner Andreas-Hofer-Suite weiterträumen

zu müssen. Denn ich will gar nicht

wissen, ob der knorrige Anderl uns tatsächlich

etwas entgegengerufen hat ... n

Großraum St. Moritz

St. Moritz wird oft nur mit High - Society, goldenen Moonboots und irren Preisen assoziiert. Dass es abseits

dessen attraktive und durchaus mit österreichischen Verhältnissen vergleichbare Angebote gibt, wird ebenso

übersehen wie die Tatsache, dass das mehrteilige Skigebiet zwischen 1.720 und 3.303 Metern zu den attraktivsten

Skistationen im Alpenraum gehört. Und aus Landeck schlängelt man sich durch das Inntal in etwa

zwei Autostunden bis St. Moritz. www.skiengadin.ch

Der Zufall will es so, dass in der Gegend gleich drei interessante designorientierte Hotels zu finden sind: das

kreative, preisattraktive Misani, das schräg-künstlerisch einmalige Castell und der Klassiker zum Thema

Design in der Schweiz – das Saratz.

Flims-Laax-Falera

Cool – nicht nur der Ort Ischgl, sondern auch das

Design-Hotel Madlein; im Bild das durchgestylte

Hallenbad.

SCHWEIZER DESIGN-HOTELS

Warum in die Schweiz fahren, wo es doch in Österreich perfekte Skigebiete und ebensolche Hotels gibt?

Weil im Oberengadin und nahe Chur Spannendes wartet.

Hotel Misani, St. Moritz-Celerina, Tel.: +41-81-8333314, www.hotelmisani.ch

Hotel Castell, Zuoz, Tel.: +41-81-8515253, www.hotelcastell.ch

Hotel Saratz, Pontresina, Tel.: +41-81-8394000, www.saratz.com

Ein paar Berge weiter von St. Moritz Richtung Nordosten befindet sich eines der innovativsten und kreativsten

Skigebiete der Alpen: Flims-Laax-Falera. Das größte zusammenhängende Skigebiet Graubündens ist eine

Reise wert. Und auch hier, keine Frage, kaum Schnäppchen, aber auch nicht die befürchteten Mega-Preise.

Und die Anreise von Feldkirch dauert gerade einmal eine Stunde. www.alpenarena.ch

In Laax befindet sich mit dem Riders Palace der Prototyp des coolen, fetzigen Design-Hotels für jüngere,

urbane Zielgruppen zu erstaunlich einladenden Preisen.

Riders Palace, Laax, Tel.: +41-81-9279700, www.riderspalace.ch

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