W+M Exklusiv Das ändert sich 2017

wirtschaftmarkt

Steuern • Versicherungen • Recht

Das ändert sich 2017

W+M Wirtschaft und Markt GmbH | www.WundM.info | Dezember 2016


Wachsen

ist einfach.

Wenn man für Investitionen

einen Partner hat, der Ideen

von Anfang an unterstützt.

www.sparkasse.de


Editorial W+M Exklusiv |

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Inhalt

Foto: Torsten George, Titelfotos: 1. R. v. l.: Jakub Jirsák, ag visuell, Alleba, industrieblick, 2. R. 1., 3. Bild: Monkey Business, Eléonore H,

3. R. r.: Robert Kneschke, 4. R. 3. Bild: Jürgen Fächle (alle fotolia.com); 4. R. r.: OSV

Report

2017 – das Jahr der Entscheidung 4

Interview

Dr. Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident

des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) 6

Steuern

Steuererklärungen sollen schneller bearbeitet werden 8

Registrierkassen: Neue Pflichten ab 2017 9

Erbschaftssteuer: Langwierige Reform vor dem Abschluss 10

Änderungen 2017: Von Elektromobilität bis Bürokratieabbau 11

Sparkassen – Partner des Mittelstands

Deutsche Leasing: Investitionslösungen aus einer Hand 12

Deka: Beratung für Privat- und Betriebsvermögen 14

Sparkassen-Kreditkarte für Firmenkunden 15

Sparkassen-Finanzgruppe: Zahlen und Fakten 16

Sparkassen-Finanzgruppe in Ostdeutschland: Nah am Kunden 18

Paydirekt: Sicher bezahlen im Internet 20

Sparkassen – Natürliche Partner der Landwirtschaft 22

Versicherung

Rentenversicherung: Mit der Flexi-Rente in den Ruhestand 24

Kfz-Versicherung: Typklassen neu berechnet_______________ 25

Recht

Arbeitsrecht: Neue Gesetze für Arbeitgeber 2017 26

Datenschutz: Veränderte Regeln für Unternehmen 28

EU: Brüsseler Beschlüsse und Luxemburger Urteile 29

Erneuerbare Energien: Mehr Wettbewerb 30

Aktuelle Urteile für Unternehmer und Selbstständige 31

Insolvenz: Anfechtung soll entschärft werden 32

Verbraucherrecht: Text- statt Schriftform 33

Termine 2017

Wichtige Messen und Termine für den Mittelstand__________ 34

Impressum

W+M ExklusivDas ändert sich 2017

Eine Sonderausgabe von WIRTSCHAFT+MARKT

Redaktionsschluss: 14.11.2016

Verlag: W+M Wirtschaft und Markt GmbH

Zimmerstraße 56, 10117 Berlin

Tel.: 030 479071-27

Fax: 030 479071-22

info@WundM.info

www.WundM.info

Herausgeber: Frank Nehring

Chefredakteur: Karsten Hintzmann

Redaktion: Matthias Salm,

Janine Pirk-Schenker

Layout: moeller-medienagentur.de

Druck: möller druck und verlag gmbh

Liebe Leser,

in den Wochen rund um den Jahreswechsel fragt man sich vielerorts:

Was wird uns das neue Jahr bringen? Wird 2017 besser werden

als das zu Ende gehende Jahr?

Insgesamt betrachtet liegen eher unruhige Monate hinter den Menschen

in Deutschland. Nicht etwa, weil es mit der Wirtschaft hierzulande

bergab ginge. Der Wirtschaftsmotor brummt, die Auftragsbücher

vieler Unternehmen sind gut gefüllt. Entsprechend rückläufig

ist die Arbeitslosenquote landauf landab. Nein, die Unruhe,

die die Bürger erfasst hat, hängt vorrangig mit der internationalen

Lage zusammen. Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten, kein

einziger der vielen internationalen Krisen- und Spannungsherde

konnte von der Politik wirksam gelöscht werden.

Umso wichtiger ist es, dass zu Hause möglichst Stabilität und Planbarkeit

herrschen. Und danach sieht es aus, wenn man den Blick

nach vorn richtet. Das haben wir in dem vorliegenden Magazin

getan. Auf den kommenden Seiten können Sie sich gründlich für

2017 wappnen. Dort erfahren Sie, was sich in Deutschland im neuen

Jahr ändern wird. Wir spannen den Bogen von den Folgen der

Erbschaftssteuerreform, über neue Pflichten bei der Nutzung von

Registrierkassen in Unternehmen, wir berichten über veränderte

Anforderungen für den Datenschutz, informieren über Beschlüsse

der EU-Kommission, die auch Deutschland direkt betreffen und

wir setzen Sie am Ende über Urteile in Kenntnis, die die Tätigkeit

von Unternehmern und Selbstständigen tangieren.

Darüber hinaus geben wir Ihnen praktische Tipps, wie Sie jederzeit

optimal finanziell aufgestellt sind – mit Hilfe der vielfältigen Produkte

der Sparkassen-Finanzgruppe.

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht

Karsten Hintzmann, Chefredakteur

www.WundM.info


4 | W+M Exklusiv Report 2017

Im Herbst 2017 wählen die Deutschen

einen neuen Bundestag.

2017 – das Jahr der Entscheidung

Im Herbst 2017 werden die Deutschen an die Wahlurnen

gerufen. Eine Vorhersage, wer künftig in Berlin mit welchen

politischen Zielsetzungen die Regierungsgeschicke leiten

wird, ist nach den Wahlergebnissen des laufenden Jahres

schwieriger denn je zu treffen. Von Matthias Salm

Auch weiterhin ungelöste politische

Fragen wie der Austritt der Briten

aus der EU drängen 2017 auf die

Agenda und erschweren die Planungssicherheit

– auch für den heimischen Mittelstand.

Die Wirtschaftsforscher des Landes

zeigen sich jedenfalls in ihren Aussichten für

die heimische Konjunktur zurückhaltend:

In ihrem traditionellen Herbstgutachten

haben die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute

des Landes eine Abschwächung

der Konjunktur im Jahr 2017 prognostiziert.

Wahltermine 2017

Das Wachstum werde sich den Berechnungen

zufolge dann nur noch auf 1,4 Prozent

belaufen – getragen vom anhaltenden Beschäftigungsaufbau,

vom steigenden Konsum

und dem Wohnungsbau. Die Forscher

erwarten beispielsweise, dass die Beschäftigung

kräftig in die Höhe schnellen wird. Die

Zahl der Erwerbstätigen soll 2017 auf gut 44

Millionen anwachsen. Unsicherheitsfaktor

bleibt aber die Integration der Flüchtlinge in

den Arbeitsmarkt und in das Bildungssystem

– eines der Themen, welche die politische

und wirtschaftliche Diskussion auch im kommenden

Jahr beherrschen dürften. Defizite

machen die Forscher zudem in den Bereichen

Infrastruktur, Bildung und Forschung

sowie bei der Unternehmensdynamik aus.

12. Februar 2017 Wahl des Bundespräsidenten

26. März 2017 Landtagswahlen im Saarland

7. Mai 2017 Landtagswahlen in Schleswig-Holstein

14. Mai 2017 Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen

Herbst 2017

Wahl des Deutschen Bundestags

Foto: Deutscher Bundestag/Axel Hartmann


Report 2017 W+M Exklusiv |

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Die Europäische Union steht 2017 vor schwierigen Herausforderungen.

Gefahren für die deutsche Konjunktur verorten

die Ökonomen zudem in „gesellschaftlichen

Strömungen“, die die Integration der

Weltwirtschaft in Frage stellen. Damit sind

sie sich mit ihren Kollegen vom Internationalen

Währungsfonds (IWF) einig, die protektionistische

Bewegungen in vielen Ländern

als Risiko für die Weltwirtschaft bewerten

und nicht zuletzt deshalb einen eher bescheidenen

Konjunkturausblick für die meisten

Industriestaaten wagen. Für Deutschland

sagt der IWF ebenfalls ein Wachstum

der Wirtschaft von 1,4 Prozent voraus.

angehoben und Einkommensteuertarife angepasst

werden. Es geht um Steuerentlastungen

von insgesamt 6,3 Milliarden Euro in

den Jahren 2017 und 2018. Wenn es nach

dem Bundesfinanzministerium geht, erlangen

diese bereits zum 1. Januar 2017 Gesetzeskraft.

Strittig ist noch, ob die Entscheidung

darüber vor der Vorlage des Existenzminimumberichts

des Finanzministeriums

im Dezember fallen wird.

International lässt das Jahr 2017 eine

schwierige Gemengelage für die Exportnation

Deutschland erwarten. Insbesondere

der weitere Verlauf des britischen Ausscheidens

aus der Europäischen Union birgt

Zündstoff. Bis Ende März 2017 will die britische

Regierung den Austrittsantrag stellen.

Dabei will Großbritannien stärkere Zuwanderungskontrollen,

aber gleichzeitig einen

freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt

erreichen – Ausgang ungewiss,

im Zweifelsfall droht bei fehlender Verständigung

ein harter Schnitt, der das Vereinigte

Königreich weder am EU-Binnenmarkt

noch am Europäischen Wirtschaftsraum

(EWR) teilnehmen ließe. Auch die Freihandelsabkommen

TTIP und Ceta dürften weiter

die Gemüter erhitzen. Immerhin Ceta

soll noch in diesem Jahr zwischen der EU

und Kanada unterzeichnet werden und

könnte dann im Frühjahr 2017 in Kraft treten.

W+M

Foto: Europäische Union/Etienne Ansotte

Allemal ausreichend Diskussionsstoff für die

Wahlkämpfe des Jahres 2017. Bis dahin hat

sich die Große Koalition in Berlin allerdings

noch einige Entscheidungen auf die Tagesordnung

gesetzt. Es ist damit zu rechnen,

dass die Politik spätestens ab Ostern kommenden

Jahres auch im Ausblick auf die zuvor

anstehenden Landtagswahlen in den

Wahlkampfmodus schalten und nur noch

wenig gemeinsam entscheiden wird.

Einer der wichtigsten Streitpunkte, über die

zuvor noch Einigung zu erzielen ist, dürften

aus Sicht des Mittelstands die gesetzlichen

Regelungen zur Betriebsrente sein. Diese

soll nämlich künftig auch für Mitarbeiter in

kleinen und mittleren Betrieben besser zugänglich

sein. Im Gespräch sind ein staatlicher

Zuschuss für Arbeitgeber, sofern sie für

Geringverdiener in eine betriebliche Altersvorsorge

einzahlen, sowie die Möglichkeit

für Arbeitnehmer, bis zu sieben Prozent ihres

Lohns steuerfrei in Betriebsrenten umwandeln

zu können. Auch Haftungsfragen

sollen zugunsten der kleinen Unternehmen

besser geregelt werden.

Geringfügige Steuersenkungen für weite Teile

der Bevölkerung sind aktuell ebenfalls im

Gespräch: Grundfreibetrag, Kindergeld und

Kinderfreibetrag sollen im kommenden Jahr

Feiertage 2017

Mehr Freizeit – weniger Wachstum. Die Feiertage bescheren den Arbeitnehmern in

2017 mehr freie Tage und der Wirtschaft weniger Wachstum. Insgesamt wird es drei

Arbeitstage weniger geben.

Schon jetzt dürften viele Arbeitnehmer vor allem die im kommenden Jahr zahlreichen

Brückentage planen. Ein Überblick über die Feiertage 2017 an Wochentagen:

Datum Wochentag Feiertag Bundesländer

6. Januar 2017 Freitag Heilige Drei Könige BW, BY, ST

14. April 2017 Freitag Karfreitag bundesweit

17. April 2017 Montag Ostermontag bundesweit

1. Mai 2017 Montag Tag der Arbeit bundesweit

25. Mai 2017 Donnerstag Christi Himmelfahrt bundesweit

5. Juni 2017 Montag Pfingstmontag bundesweit

15. Juni 2017 Donnerstag Fronleichnam BW, BY, HE, NRW,

RP, SL,

zum Teil in SN, TH

3. Oktober 2017 Dienstag Tag der Deutschen Einheit bundesweit

31. Oktober 2017 Dienstag Reformationstag 500. Jahrestag

bundesweit

1. November 2017 Mittwoch Allerheiligen BW, BY, NRW, RP, SL

22. November 2017 Mittwoch Buß- und Bettag SN

25. Dezember 2017 Montag 1. Weihnachtsfeiertag bundesweit

26. Dezember 2017 Dienstag 2. Weihnachtsfeiertag bundesweit

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6 | W+M Exklusiv Interview

„Sparkassen sind ein lebendiger Teil der Region“

Der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV)

Dr. Michael Ermrich über die Folgen der Niedrigzinspolitik, die Regulierung des Bankenmarkts

und die Zukunft der ostdeutschen Sparkassen

W+M: Herr Dr. Ermrich, die lang anhaltende

Niedrigzinsphase stellt die ostdeutschen

Sparkassen vor große Herausforderungen.

Wie beurteilen Sie angesichts dessen den

bisherigen Geschäftsverlauf der Sparkassen

im OSV im Jahr 2016?

Michael Ermrich: Die Geschäfte unserer

45 Mitgliedssparkassen sind im ersten

Halbjahr sehr gut gelaufen. Sowohl bei den

Krediten als auch bei den Einlagen verzeichnen

wir deutliche Zuwächse. Für 2016 erwarten

wir dennoch sinkende Erträge. Das

Problem sind die steigenden Kosten, vor allem

durch die unverhältnismäßige Regulierung,

die leider Sparkassen genauso behandelt

wie globale Investmentbanken. Zwar

sinkt auch der Zinsaufwand, sein Rückgang

kompensiert aber nicht die steigenden Gesamtaufwendungen

und die Folgen der Negativzinsen.

Das Betriebsergebnis unserer

Mitgliedssparkassen wird daher zum Jahresende

unter dem Wert von 2015 liegen.

Unternehmen wieder, sicher auch wegen

der günstigen Kreditzinsen. Wir beobachten

aber auch, dass sie Eigenmittel nutzen,

weil auch sie so gut wie keine Zinsen dafür

bekommen. Der ostdeutsche Mittelstand

befindet sich insgesamt in einer weitgehend

stabilen und wettbewerbsfähigen

Situation.

W+M: Vor welchen Herausforderungen

steht der

Mittelstand in Ostdeutschland

in den

kommenden Jahren?

Michael Ermrich:

Eine große Herausforderung

sehe ich

in der demografischen

Entwicklung:

Viele Firmengründer, besonders der Nachwendezeit,

finden keinen Nachfolger. Hier

müssen wir gemeinsam mit den Kammern

und Kommunen dringend Konzepte entwickeln

und verdeutlichen, dass es sich lohnt,

in unsere Städte und Landkreise zu ziehen,

um eine Firma weiterzuführen und Arbeitsplätze

zu erhalten. Bleiben Unternehmen,

kommen auch Ärzte und Einzelhändler

in die Region.

W+M: Die Sparkassen kämpfen

derzeit mit den Folgen der

Niedrigzinspolitik. Wie bewerten

Sie die mittelfristigen Aussichten

der ostdeutschen Sparkassen?

Michael Ermrich: Der verschwundene

Zins und die bei bestimmten

Anlagen durch Sparkassen

zu zahlenden Negativzinsen

schmälern die Erträge.

W+M: Zur Halbjahresbilanz präsentierten

Sie dennoch einen neuen Kreditrekord

bei Unternehmen und Selbstständigen.

Worauf führen Sie die Zahlen

zurück?

Michael Ermrich: In der Tat haben

wir die hervorragende Kreditvergabe

der Vorjahre im ersten

Halbjahr noch einmal ausgebaut.

Die Sparkassen bewilligten

in diesem Zeitraum neue Kredite

in Höhe von 2,4 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr 2015 waren

es 2,2 Milliarden Euro. Offenbar

investieren derzeit viele

Dr. Michael Ermrich ist Geschäftsführender

Präsident des Ostdeutschen

Sparkassenverbandes (OSV).

Foto: OSV


Interview W+M Exklusiv |

7

Es geht den Sparkassen wie ihren Kunden.

Sie haben kaum Möglichkeiten, ihr Geld anzulegen.

Das wird sich auf die Geschäftsergebnisse

auswirken.

W+M: Müssen Sparkassen-Kunden in Ostdeutschland

mit negativen Zinsen rechnen?

Michael Ermrich: Das kann ich nicht für alle

Kundengruppen dauerhaft ausschließen. Geschäftskunden

und Privatkunden sind aber

unterschiedlich zu bewerten. Geschäftskunden

können zunehmend mit Negativzinsen

für Einlagen konfrontiert werden. Doch auch

dort werden unsere Sparkassen individuelle

Lösungen, zum Beispiel für Handwerksbetriebe,

bereitstellen. Für unsere Privatkunden

stellt sich die Frage der Einführung von

Negativzinsen nach wie vor nicht.

Foto: OSV

W+M: Die OSV-Sparkassen beklagen eine

zunehmende Überregulierung des Bankenmarkts.

Inwiefern sind die Sparkassen davon

besonders betroffen?

Michael Ermrich: Es geht nicht nur um

uns Sparkassen. Die Überregulierung

durch Brüssel schadet der europäischen

Idee. Nicht alles muss von der Zentrale aus

geregelt werden. Bezogen auf den Bankensektor

steht die Überregulierung ganz

vorn auf der Agenda. Wir können da außer

Sonntagsreden keine praktischen Schritte

erkennen, die wenigstens in Richtung einer

dem Risiko und dem Geschäftsmodell einer

Sparkasse angemessenen Regulierung gehen.

Im Gegenteil: Es wird schlimmer.

W+M: Als aktuelles Beispiel gilt die Umsetzung

der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie

in deutsches Recht. Die Sparkassen warnen

vor einem Rückgang der Kreditvergabe.

Wo sehen Sie Gefahren?

Michael Ermrich: Das Gesetz will dem

Schutz der Verbraucher dienen. Von der

Verschärfung sind allerdings nicht nur

die betroffen, die der Gesetzgeber vor

der Überschuldung schützen wollte, sondern

auch andere Kunden. Den Sparkassen

drohen Haftungsrisiken aufgrund der

Verpflichtung zur Prognose der Einkommensentwicklung

der Kunden über lange

Lebensabschnitte. Dies erschwert die Kreditvergabe.

Natürlich trifft dies auch den

Mittelstand. Weniger Eigenheimbau und

Modernisierung bedeutet weniger Aufträge

für die Baubranche.

W+M: Wie kann die Sparkassen-Organisation

darauf Einfluss nehmen?

Michael Ermrich: Wir Sparkassen hätten

die Richtlinie nicht gebraucht. Besonders

ärgerlich ist, dass der deutsche Gesetzgeber

die EU-Vorgaben zusätzlich verschärft

hat, im Unterschied zu anderen Ländern wie

Österreich. Das Positive: Das Gesetz kann

auf nationaler Ebene geändert werden und

darum kämpfen wir. Deshalb suchen wir das

Gespräch mit der Politik und sensibilisieren

sie für den Änderungsbedarf.

W+M: Die Sparkassen sind nach wie vor

erster Ansprechpartner für den Mittelstand.

Wo liegen die spezifischen Stärken

der Sparkassen?

Michael Ermrich: Unsere Sparkassen sind

selbst lebendiger Teil der Regionen, in denen

sie wirken. Sie kennen die Unternehmen

und wissen um die jeweiligen Strukturen

und Verhältnisse. Wir bieten ganzheitliche

Lösungen mit einer systematischen

Beratung über alle Bedarfsfelder hinweg.

Zudem kommen unsere schlanken Prozesse

den Bedürfnissen dieser Kunden entgegen.

Für unsere mittelständischen Kunden

ist Zeit Geld. Sie wünschen schnelle, unbürokratische

und nachvollziehbare Abläufe.

W+M: Können die OSV-Sparkassen denn

ihren Anspruch, flächendeckend Finanzdienstleistungen

anzubieten, künftig noch

aufrechterhalten?

Michael Ermrich: Die flächendeckende

Versorgung mit Dienstleistungen ist der

Kern unseres öffentlichen Auftrages, dennoch

müssen wir auf die sich ändernden

Kundenbedürfnisse reagieren. Unser Ziel

ist es, Kundenwünsche zu jeder Zeit und an

jedem Ort mit der gleichen Qualität zu erfüllen.

Wir müssen beachten, dass nur noch

25 Prozent der Kunden ihre Bankgeschäfte

in der Sparkassenfiliale tätigen. Individuelle

Termine zu Hause, Bargeldagenturen oder

Sparkassenbusse gewinnen an Bedeutung.

Modellhaft ist nach wie vor das Projekt Große

Emma/Regio-LAB. Solche erfolgreichen

Projekte vor Ort leben von der engagierten

Zusammenarbeit.

Interview: Matthias Salm

www.WundM.info


8 | W+M Exklusiv Das ändert sich 2017

Modernisierung des Besteuerungsverfahrens

Steuererklärungen sollen

schneller bearbeitet werden

Neue Fristen für die Abgabe

Die Fristen zur Abgabe der Jahressteuererklärung

werden zum Jahresende 2017

verlängert. Unberatene Steuerpflichtige

müssen ihre Erklärung künftig bis zum

31. Juli des Folgejahres einreichen, beratene

Steuerpflichtige bis zum letzten

Tag des Februars des zweiten auf den

Besteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres.

Dies gilt für Besteuerungszeiträume

nach dem 31.12.2017.

Eine Fristverlängerung wird bei der Hinzuziehung

von Beratern nur noch gewährt,

wenn kein Verschulden des Steuerpflichtigen

für die verspätete Abgabe

vorliegt. Es wird zudem bei beratenen

Steuerpflichtigen ein automatischer Verspätungszuschlag

bei zu später Abgabe

der Erklärung eingeführt.

Das Besteuerungsverfahren wird digital. Zumindest sieht dies

das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens

vor. Es soll am 1. Januar 2017 in Kraft treten und schrittweise

bis Ende 2022 umgesetzt werden. Das Ziel: Steuererklärungen

sollen künftig zügiger bearbeitet werden.

Dazu wollen die Finanzbehörden das

Besteuerungsverfahren weiter automatisieren

und die personellen

Ressourcen der Finanzverwaltung effizienter

einsetzen. Im Kern heißt das: Die

Anzahl vollständig maschinell bearbeiteter

Steuerfälle wird erhöht, während sich die

Mitarbeiter der Finanzämter auf die Bearbeitung

wirklich prüfungsbedürftiger Steuererklärungen

konzentrieren. Zudem werden

die Belegvorlagepflichten weitestgehend

in Belegvorhaltepflichten mit – wie es

im Amtsdeutsch heißt –„risikoorientierter

Anforderung durch die Finanzverwaltung“

umgewandelt.

Wichtige Neuerungen gibt es darüber hinaus

hinsichtlich der Datenübermittlung durch

Dritte wie Arbeitgeber, Sozialversicherungsträger,

Banken oder Versicherungen. Die Regeln

hierfür sind zum Teil harmonisiert und in

der Generalnorm des neuen Paragrafen 93c

der Abgabenordnung (AO) zusammengeführt

worden. Demnach müssen die Daten gemäß

Paragraf 93 Abs. 1 Nr. 1 der AO bis zum letzten

Tag des Monats Februar des Folgejahrs

übermittelt werden – also für den Besteuerungszeitraum

2017 bis Ende Februar 2018.

Der Dritte hat den Steuerpflichtigen darüber

zu informieren, welche Daten er übermittelt

hat (Nr. 3). Die übermittelten Datensätze

müssen bis zu sieben Jahre nach dem

Besteuerungszeitpunkt gespeichert werden

(Nr. 4). Weitere Neuregelungen betreffen

die Korrektur von Steuerbescheiden bei

der Datenübermittlung durch Dritte.

Der neue Paragraf 173a der AO klärt zudem

ein leidiges Problem in der Steuerpraxis im

Interesse der Steuerpflichtigen. Demnach

wird die Aufhebung oder Änderung von

Steuerbescheiden vorgeschrieben, soweit

dem Steuerpflichtigen bei Erstellung seiner

Steuererklärung Schreib- oder Rechenfehler

unterlaufen sind.

W+M

Schneller Auskunft erhalten

Finanzbehörden sollen Anträge der

Steuerpflichtigen auf eine verbindliche

Auskunft in der Zukunft schneller

bearbeiten. Erfolgt die Auskunft demnach

nicht innerhalb von sechs Monaten,

muss die Finanzverwaltung dies gegenüber

dem Steuerpflichtigen begründen.

Dies gilt für Anträge, die nach Jahresbeginn

2017 eingehen.

Foto: Pixelot/fotolia.com


Steuern W+M Exklusiv |

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Mit dem Jahresende läuft diese Übergangsfrist

aus. Die Registrierkassen müssen

künftig den „Grundsätzen zur ordnungsmäßigen

Führung und Aufbewahrung

von Büchern, Aufzeichnungen und

Unterlagen in elektronischer Form sowie

zum Datenzugriff (GoBD)“ entsprechen.

Wer ab 2017 noch eine Kasse verwendet,

die nicht den aktuellen Vorgaben der Finanzverwaltung

genügt, das heißt nicht

über ein Datenbank- oder Archivsystem

verfügt, riskiert daher bei einer Betriebsprüfung

Hinzuschätzungen und Steuernachforderungen.

Zu den Anforderungen gehört, dass die Kasse

einen so genannten Z-Bon erstellen kann.

Dieser Bon stellt den täglichen Kassenabschluss

dar. Der Kassenbestand muss dann

auf null gesetzt werden. Die Z-Bons müssen

zudem fortlaufend nummeriert werden

und bestimmte Angaben enthalten – wie

etwa die Bruttoeinnahmen des Tages getrennt

nach Umsatzsteuersätzen, eine Aufstellung

der vorgenommenen Stornierungen

und natürlich Datum und Uhrzeit der

Erstellung sowie den Unternehmensnamen.

Foto: macrovector/fotolia.com

Registrierkassen

Neue Pflichten ab 2017

Betriebe, die ein elektronisches Kassensystem nutzen, müssen

sich ab 2017 auf verschärfte Vorschriften einrichten. Können die

vorhandenen Kassensysteme dies nicht leisten, müssen sie bis

dahin angepasst oder, wenn dies nicht möglich ist, durch eine

neue Kasse ersetzt werden.

Ab 2020 soll der Einsatz manipulationssicherer

Kassen per Gesetz

verbindlich vorgeschrieben werden.

Elektronische Kassen und Aufzeichnungssysteme

müssen dann über eine zertifizierte

technische Sicherheitseinrichtung

verfügen. Diese muss die Vollständigkeit

und Unveränderbarkeit der einzelnen Geschäftsvorfälle

garantieren. Verstöße gegen

diese Vorschriften können dann richtig

teuer werden.

Verschärfte Vorschriften gelten auch schon

ab dem 1. Januar 2017. Eigentlich wurden

diese Anforderungen bereits in Schreiben

des Bundesfinanzministeriums aus den Jahren

2002 und 2010 festgelegt. Seither gilt

aber noch eine Übergangsfrist, die besagt,

dass Kassensysteme, die den Anforderungen

nicht oder nur teilweise genügen, längstens

bis zum 31. Dezember 2016 eingesetzt

werden dürfen.

Die Registrierkasse muss die Daten manipulationssicher

speichern können und nachträgliche

Veränderungen ausschließen. Der

Fiskus muss zudem jederzeit die Daten abrufen

und prüfen können. Eine weitere Anforderung:

Bedienungs- und Programmieranleitungen

müssen jederzeit einsehbar

sein, Programmeinrichtungen und -änderungen

aufgezeichnet werden. Es ist empfehlenswert,

Kassensysteme zu verwenden,

die über ein Testat bezüglich ihrer Ordnungsmäßigkeit

verfügen.

Wenn das eingesetzte Kassensystem die

neuen Vorschriften noch nicht erfüllt,

muss baldmöglichst ein Update der Software

erfolgen. Dies empfiehlt sich aber ohnehin

aus kaufmännischer Sicht. Damit lassen

sich nicht nur die strengen Anforderungen

der Finanzverwaltung an die Aufzeichnungspflichten

des Unternehmers

erfüllen, die Systeme liefern dem Unternehmer

auch wichtige Informationen in

Bezug auf seine Bargeldvorgänge und für

das Lager- und Bestellwesen im Unternehmen.

Die Einführung einer allgemeinen Registrierkassenpflicht

ist allerdings nicht vorgesehen.

Insbesondere bei Wochenmärkten,

Festen, in Hofläden und bei Straßenverkäufern

können daher auch weiterhin manuelle

Aufzeichnungen geführt werden. W+M

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10 | W+M Exklusiv Das ändert sich 2017

Erbschaftssteuer

Langwierige Reform

vor dem Abschluss

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2014

die Privilegien für Betriebserben bei der Erbschaftssteuer

moniert. Die von den Karlsruher

Richtern geforderte Reform entwickelte sich

zum Zankapfel zwischen Bund und Ländern.

Nun hat der Vermittlungsausschuss einen

Kompromiss gefunden.

wenn das begünstigungsfähige Vermögen

nicht zu mehr als 20 Prozent aus Verwaltungsvermögen

besteht.

Das zähe Ringen um eine Einigung

zwischen Bund und Ländern kommt

nicht von ungefähr: Die Einnahmen

aus der Erbschaftsteuer stehen allein den

Ländern zu. Und dies sind immerhin 5,5 Milliarden

Euro jährlich. Das Gesetz soll rückwirkend

zum 1. Juli 2016 in Kraft treten. Hier

die wichtigsten Neuerungen:

Freizeit- und Luxusgegenstände

Sämtliche Freizeit- und Luxusgegenstände,

die der privaten Lebensführung dienen, sollen

nicht begünstigt werden, wenn der Handel

mit diesen Gegenständen, deren Herstellung

oder Verarbeitung oder die entgeltliche

Nutzungsüberlassung an Dritte nicht

der Hauptzweck des Gewerbebetriebs sind.

Stundung der Erbschaftsteuer

Wird die Steuer aus dem Privatvermögen gezahlt,

kann sie gestundet werden. Es wird

ein Rechtsanspruch auf eine Stundung der

Erbschaftsteuer auf begünstigtes Vermögen

bis zu sieben Jahre bei Erwerben im

Todesfall eingeführt. Der erste Jahresbetrag

wird ein Jahr nach der Festsetzung

der Steuer fällig und ist bis dahin zinslos zu

stunden. Danach sind eine sechsprozentige

Verzinsung und eine jährliche Tilgung in

Höhe von je einem Sechstel zu zahlen. Ursprünglich

war hier eine Stundung bis zu

zehn Jahre vorgesehen.

Missbrauchsbekämpfung

So genannte Cash-Gesellschaften, in die

man Bargeld und sonstige Vermögensgegenstände

steuergünstig hätte übertragen

können, sollen durch die neuen Regeln verhindert

werden.

Vorwegabschlag bei

Familienunternehmen

Beschlossen wurde ein Vorwegabschlag

(Steuerabschlag auf den Firmenwert) bei

Familienunternehmen mit Kapitalbindung

beziehungsweise Verfügungsbeschränkung,

das heißt, wenn der Erbe nicht frei

über Gewinne oder Verkäufe entscheiden

kann. Die Höhe des Abschlags darf 30 Prozent

nicht übersteigen. Neu ist hier, dass

die Satzung des Unternehmens Bestimmungen

enthalten muss, die die Entnahme

oder Ausschüttung auf höchstens 37,5 Prozent

des Gewinns beschränken. Im ersten

Entwurf lag der Wert noch bei 30 Prozent.

100-Prozent-Verschonung

Der optionale Verschonungsabschlag von

100 Prozent soll nur noch gewährt werden,

Berechnung des

Unternehmenswerts

Welcher Unternehmenswert für die Berechnung

der Erbschaftsteuer angesetzt wird,

blieb bis zuletzt umstritten. Der Kapitalisierungsfaktor

für das vereinfachte Ertragswertverfahren

soll nun 13,75 Prozent betragen

und je nach Entwicklung der Zinsstrukturdaten

in den folgenden Jahren angepasst

werden.

Regelungen für Großvermögen

Die vom Bundestag beschlossene Verschärfung

für Großvermögen hat den Vermittlungsausschuss

hingegen passiert: Ab Betriebsvermögen

von 26 Millionen Euro je

Erbfall gibt es eine Bedürfnisprüfung. Dabei

muss der Erbe nachweisen, dass ihn die Zahlung

der Erbschaftsteuer überfordern würde.

Lässt sich der Erbe auf die Prüfung ein,

muss er sein Privatvermögen offenlegen.

Regelungen für Kleinbetriebe

Kleinbetriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern

werden von der Nachweispflicht des Arbeitsplatzerhalts

ausgenommen. Saisonarbeiter

bleiben bei der Ermittlung der Beschäftigtenzahl

unberücksichtigt. Damit

trifft die Ausnahmeregelung auf weniger

Betriebe als bisher zu.

W+M


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11

Steueränderungen 2017

Von Elektromobilität bis

Bürokratieabbau

Unternehmen müssen sich 2017 mit zahlreichen Neuerungen

im Steuerrecht und der Steuerpraxis auseinandersetzen.

Eine Übersicht wichtiger Änderungen.

Foto: Matthias Salm

Elektromobilität

Dieselautos sind in Verruf geraten, Innenstädte

in den Ballungsräumen melden regelmäßig

Feinstaubalarm. Dennoch lahmt der

Absatz von Elektrofahrzeugen. Ihrer Verbreitung

soll nun auch mit dem Steuerrecht

nachgeholfen werden. Der Gesetzentwurf

der Bundesregierung, vom Bundestag abgesegnet,

enthält Änderungen im Bereich der

Kraftfahrzeug- und der Einkommensteuer:

l Anstelle der geltenden fünfjährigen

Steuerbefreiung für Erstzulassungen

reiner Elektrofahrzeuge gilt rückwirkend

zum 1. Januar 2016 eine zehnjährige

Kraftfahrzeugsteuerbefreiung. Umfassen

wird dies Personenkraftwagen,

Nutzfahrzeuge, Leichtfahrzeuge und

auch Krafträder. Zudem wird die zehnjährige

Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge

auf verkehrsrechtlich genehmigte

Elektro-Umrüstungen ausgeweitet.

l Arbeitgeber erhalten einen Anreiz für

den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Eingeführt

wurde eine Steuerbefreiung für

vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für

das Aufladen eines privaten Elektrofahrzeugs

im Betrieb des Arbeitgebers.

l

Darüber hinaus erfasst die Steuerbefreiung

des Ladestroms auch betriebliche

Fahrzeuge, die der Arbeitnehmer privat

nutzen kann. Verbundene Unternehmen

werden bei der Steuerbefreiung des Ladestroms

einbezogen.

TIPP: Vorgesehen ist ebenfalls eine Kaufprämie

von 4.000 Euro für rein elektrische

Fahrzeuge und von 3.000 Euro für Plug-in-

Hybride. Zuständig für den Zuschuss ist das

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

(BAFA).

Bürokratieabbau

Ziel des geplanten Bürokratieentlastungsgesetztes

II ist es, kleine Unternehmen, insbesondere

Handwerksbetriebe, von bürokratischen

Hemmnissen zu entlasten. Einzelne

Punkte des Gesetzentwurfs sind:

l Anhebung der Betragsgrenze für eine

quartalsweise Abgabe von Lohnsteuer-

Anmeldungen von 4.000 auf 5.000 Euro.

l

l

Erhöhung des Schwellenwerts für umsatzsteuerliche

Kleinbetragsrechnungen

von 150 auf 200 Euro.

Vereinfachte Fälligkeitsregelung für Sozialversicherungsbeiträge.

Beiträge, deren

tatsächlicher Wert für den laufenden

Monat noch nicht bekannt ist, können

anhand des Wertes für den Vormonat

benannt werden.

Umsatzsteuererklärungsvordrucke

Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur sollen

besser gefördert werden.

Das Bundesministerium der Finanzen hat

erstmalig vor Beginn des betreffenden Kalenderjahrs

die Muster der Umsatzsteuererklärung

veröffentlicht. Interessant ist

dies für Unternehmer, die ihr Unternehmen

im laufenden Jahr einstellen. Sie sind

danach zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung

innerhalb von einem Monat verpflichtet.

Sie können bereits den für das entsprechende

Kalenderjahr gültigen Vordruck verwenden.

Gleiches gilt für die Formulare und

Datensätze zur elektronischen Übermittlung

der Umsatzsteuererklärung.

Körperschaften

Die steuerliche Verlustverrechnung bei Körperschaften

soll neu geregelt werden. Gegenwärtig

gehen nicht genutzte Verluste

unter, wenn Anteilserwerbe an einer Körperschaft

in bestimmter Höhe stattfinden

[Paragraf 8c Körperschaftssteuergesetz

(KStG)]. Als Ausnahmen gelten die Konzernklausel

und die Stille-Reserven-Klausel.

Zukünftig sollen einem Gesetzentwurf der

Bundesregierung zufolge Körperschaften

nicht genutzte Verluste weiterhin nutzen

können, wenn der Geschäftsbetrieb der

Körperschaft nach dem Wechsel des Anteilseigners

erhalten bleibt und eine anderweitige

Verlustnutzung ausgeschlossen

ist.

W+M

www.WundM.info


12 | W+M Exklusiv Deutsche Leasing

über Wertverläufe und Verwertungsmöglichkeiten

der unterschiedlichen Maschinen

und Produktionsanlagen gezielte Angebote

gestalten.

Bei der kontinuierlichen Investition in moderne

IT-Infrastruktur unterstützt die Deutsche

Leasing mit Finanzierungsangeboten

und Services. Dazu gehören Lösungen von

der Planung über die Beschaffung der IT und

das Gerätemanagement bis zur zertifizierten

Datenlöschung am Ende der Nutzungszeit.

Investitionslösungen

aus einer Hand

Erfolgreiche Unternehmen müssen investieren,

um ihre Marktstellung zu sichern

oder auszubauen. Dafür brauchen

sie einen Partner an ihrer Seite, der

mehr als nur die reine Finanzierung leistet.

Die Sparkassen können bei der Investitionsfinanzierung

und -beratung ihrer Firmenkunden

auf die Deutsche Leasing setzen.

Als führender deutscher Asset-Finance-

Partner steht sie für einen ganzheitlichen

Beratungsansatz, der neben der Finanzierung

von Investitionsgütern auch umfangreiche

Services leistet.

Leasing- oder Mietkaufmodelle gehören zum

heutigen mittelständischen Finanzierungsmix

selbstverständlich dazu. Sie schonen Eigenkapital

und Kreditlinie der Unternehmen

und sorgen durch verlässliche Raten für eine

planbare und transparente Kostenstruktur.

Die Deutsche Leasing ist Finanzierungspartner der Sparkassen.

Egal ob Fuhrparks, neue Maschinen, IT-Projekte oder Knowhow

für die Expansion ins Ausland: Die Deutsche Leasing,

Partner der Sparkassen, steht dem Mittelstand bei

Investitionen verlässlich zur Seite.

Sparkassen haben die Möglichkeit, ein breites

Spektrum dieser Finanzierungsform für

alle Investitionsgüter über die Deutsche Leasing

anzubieten.

Beim Full-Service-Leasing für Fahrzeugflotten

übernimmt die Deutsche Leasing neben

der Finanzierung auch sämtliche Aufgaben,

die im Zusammenhang mit den Firmenfahrzeugen

anfallen. Dazu gehören zum Beispiel

der administrative Aufwand für die Schadensabwicklung,

die Analyse von Instandhaltungskosten

sowie die Kontrolle von

Tank- und Werkstattrechnungen.

Bei Investitionsvorhaben in moderne Maschinen

und Anlagen wie Werkzeug- und

Druckmaschinen, Bau- und Agrarmaschinen

oder Flurförderlösungen kann die Deutsche

Leasing insbesondere durch ihre Kenntnis

Weltweit tätig

Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen

suchen ihren Erfolg auch auf Auslandsmärkten.

Neben internationalen Investitionsvorhaben

gewinnt dabei auch die weltweite

Absatzfinanzierung an Bedeutung. Die

Deutsche Leasing ist in über 20 Ländern

weltweit vor Ort. Mit dem S-Country Desk

Deutsche Leasing

Kompetenz in 22 Ländern

Die Deutsche Leasing ist das Kompetenzzentrum

der deutschen Sparkassen für

Leasinggeschäfte sowie weitere mittelstandsorientierte

Finanzierungsprodukte

und Dienstleistungen, wie insbesondere

Factoring. International begleitet

die Deutsche Leasing seine Kunden aus

Deutschland in die wichtigsten Exportmärkte

Europas, nach China sowie in die

USA, nach Kanada und Brasilien. Insgesamt

umfasst das internationale Netz

der Deutschen Leasing 22 Länder neben

Deutschland. Das Unternehmen ist

ein Pionier im Leasinggeschäft. Es führte

die Finanzierungsform 1962 auf dem

deutschen Markt ein und kann daher auf

langjährige Erfahrung und Kompetenz

zurückgreifen. Sitz der Unternehmenszentrale

ist Bad Homburg vor der Höhe,

in der Nähe des Finanzzentrums Frankfurt

am Main. Mit einem Neugeschäft der

Deutsche Leasing Gruppe von rund 8,2

Milliarden Euro in 2015 zählt das Unternehmen

auch in Europa zu den bedeutendsten

Leasinganbietern.

Foto: Deutsche Leasing AG


Deutsche Leasing W+M Exklusiv |

13

Quelle Schaubild: Deutscher Sparkassen- und Giroverband

übt sie bereits einen engen Schulterschluss

mit den Sparkassen aus, um ihren Kunden

auch bei Auslandsaktivitäten ein passendes

Finanzierungs- und Beratungsangebot bereitstellen

zu können.

Neben diesen Beispielen gibt es zusätzliche

Spezialisten aus der Deutsche Leasing Gruppe,

die den Sparkassen für weitere Branchen

und Themen zur Verfügung stehen: So werden

Finanzierungs- und Beratungslösungen

im Bereich Transport und Logistik, Energie,

Immobilien- und Baumanagement von der

DAL Deutsche Anlagen-Leasing angeboten.

Die Bad Homburger Inkasso ist auf das Forderungsmanagement

spezialisiert, die Deutsche

Factoring Bank innerhalb des Sparkassenverbunds

auf das Factoring. Die Sparkassen

können so mit Hilfe ihrer starken Partner

aus der Finanzgruppe ein breites und ebenso

auf die individuellen Bedürfnisse der Firmenkunden

zugeschnittenes Beratungsangebot

unterbreiten.

W+M

Neugeschäft Deutsche Leasing Gruppe nach Geschäftssegmenten

im Geschäftsjahr 2014/15

6 %

Energie und Transport

8 %

Informations- und

Kommunikationstechnik

10 %

Immobilien

22 %

Straßenfahrzeuge

54 %

Maschinen und

betriebliche

Einrichtungen

sparkasse.de

Wenn man für Investitionen einen Partner

hat, der die Anforderungen der Branche

kennt.

Durchblick

ist einfach.


14 | W+M Exklusiv Deka

Deka

Unternehmensberatung für das

Privat- und Betriebsvermögen

Die optimale Anlagelösung für Unternehmer setzt

Erfahrung, Wissen und ein weites Experten-Netzwerk

voraus. Hier setzen die Sparkassen gemeinsam mit

der Deka bei der ganzheitlichen Unternehmerberatung

aktuell neue Maßstäbe. Von Frank Kalter

Die Praxis der Finanzberatung von

Unternehmern zeigt, dass oft eine

einzige konkrete Frage Anleger

veranlasst, einen Beratungstermin zu vereinbaren

– ob es dabei um Liquiditätsanlagen

im Umfeld negativer Zinsen, die Ausfinanzierung

von Pensionsrückstellungen

oder einfach die Optimierung des privaten

Vermögens geht.

Eine weitergehende, systematische Analyse

sowohl der privaten als auch der betrieblichen

Unternehmersituation wird jedoch

nur selten durchgeführt. Die Vorteile

einer ganzheitlichen Betrachtung unter

Berücksichtigung struktureller, rechtlicher

und steuerlicher Hintergründe werden so

nicht ausgeschöpft.

Sparkassen haben aufgrund ihrer regionalen

Verbundenheit die größtmögliche

Anlegerinformationen

Alleinverbindliche Grundlage für den Erwerb

von Deka Investmentfonds sind die

jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen,

Verkaufsprospekte und Berichte,

die Sie in deutscher Sprache bei

Ihrer Sparkasse oder Landesbank sowie

von der DekaBank Deutsche Girozentrale,

60625 Frankfurt, und unter

www.deka.de erhalten.

Nähe zu ihren Kunden

und kennen ihre

individuellen Bedürfnisse.

Die Deka

wiederum bietet

den Sparkassen ein

Netzwerk von hochspezialisierten

Experten.

Außerdem

unterstützt sie die

Sparkassen bei der Vermittlung an externe

Beratungsgesellschaften mit Steuerberatern,

Stiftungsmanagern oder Immobilienspezialisten.

Die exklusive Beratung umfasst sowohl

das Privat- als auch das Betriebsvermögen.

Nach Beratung und Analyse kann in

der Umsetzungsphase auf spezialisierte

Anlagekonzepte, differenziert nach Privat-

und Betriebsvermögen, zurückgegriffen

werden. Das Angebot für private

und institutionelle Anleger reicht von

klassischen Investmentfonds und Vermögensverwaltungen

über offene Immobilienfonds,

Zertifikate, börsengehandelte

Fonds (ETF) und nachhaltig gemanagten

Vermögensanlagen bis hin zu Spezialfonds.

Für die aktuell negative Zinssituation im

reinen Liquiditätsbereich setzt die Deka

mit dem Deka-Institutionell Liquiditäts­

Plan auf die eigenen Kompetenzen und Erfahrungen

in diesem Anlagesegment. Für

Frank Kalter ist Leiter Vertriebsmanagement,

Marketing und Private

Banking bei Deka.

diesen Fonds wird monatlich ein Renditeziel

definiert, verfolgt und veröffentlicht.

Es orientiert sich am EONIA-Interbankensatz.

Ein attraktiver Aufschlag macht

die Liquiditätsanlage im Vergleich zu den

Mitbewerbern für den betrieblichen Anleger

sehr interessant. Die Investoren nehmen

immer an aktuellen Zinsentwicklungen

teil, sollten jedoch beachten, dass sich

kapitalmarktbedingte Schwankungen

auch negativ auf die Wertentwicklung

auswirken können.

Die umfassende Analyse

des Liquiditätsbedarfs

von Unternehmen

zeigt aber auch häufig,

dass der geplante

Kapitalbedarf für das

Umlauf- und Anlagevermögen

komplett in

Liquiditätspositionen

gehalten wird, obwohl

deutliche längere Anlagefristen

möglich wären.

Hier können gerade

mit Zertifikaten

oder bei längeren Laufzeiten mit Investmentfonds

die Ertragsaussichten deutlich

attraktiver gestaltet werden. W+M

Wertpapierhaus der

Sparkassen

Die DekaBank ist das Wertpapierhaus

der Sparkassen, gemeinsam mit ihren

Tochtergesellschaften bildet sie

die Deka-Gruppe. Mit Total Assets in

Höhe von rund 245 Milliarden Euro (per

30.06.2016) sowie über vier Millionen

betreuten Depots ist die Deka-Gruppe

einer der größten Wertpapierdienstleister

in Deutschland und fester Bestandteil

der Sparkassen-Finanzgruppe. In enger

Kooperation mit den Sparkassen als

exklusiven Vertriebspartnern eröffnet

sie privaten und institutionellen Anlegern

Zugang zu einer breiten Palette an

Anlageprodukten und Dienstleistungen.

Foto: Deka


Sparkassen-Kreditkarte W+M Exklusiv |

15

Sparkassen-Kreditkarte

Die Kreditkarte für

Unternehmer

Die Sparkassen-Kreditkarte hilft Unternehmern, den

Aufwand in der Buchhaltung zu verringern und bietet

besten Schutz auf Dienstreisen. Mehr als 35 Millionen

Akzeptanzunternehmen garantieren einen Zugriff auf

ein starkes, weltweites Netzwerk.

Mit der Sparkassen-Kreditkarte

reisen die Mitarbeiter bargeldlos

rund um den Globus. Denn die

Nutzung der Geschäftskreditkarte bietet

Firmen zahlreiche Vorteile, wenn sie etwa

weltweit Flüge buchen oder Hotels bezahlen

wollen. Zum Beispiel: Bargeldvorschüsse

für die Mitarbeiter vor der Reise entfallen

– sie können mit der Sparkassen-Kreditkarte

jederzeit im In- und Ausland bargeldlos

bezahlen oder Bargeld am Automaten

in der Landeswährung abheben. Innerhalb

der Europäischen Union entstehen zudem

keine zusätzlichen Kosten.

Die Kreditkarte bietet zudem eine sichere

Alternative zum Bargeld auf Reisen. Die

Schutzsysteme der Sparkassen verhindern

einen Kartenmissbrauch durch Dritte. Bargeldverlust

oder das Risiko eines Bargelddiebstahls

sind ausgeschlossen. Sollte die

Kreditkarte selbst verloren gehen, wird

weltweit schnell Ersatz geleistet. Auch einer

unzulässigen Verwendung durch den

einzelnen Mitarbeiter lässt sich besser vorbeugen.

Je nach Karte oder Funktion des

Inhabers kann dem jeweiligen Nutzer ein

individuelles Kartenlimit zugewiesen

werden. Für die Mitarbeiter lässt

sich darüber hinaus ein unternehmensindividueller

Versicherungsschutz vereinbaren.

Die Sparkassen-Kreditkarte rechnet sich

für das Unternehmen – zum Beispiel ist je

nach Sparkasse die Vereinbarung von umsatzabhängigen

Unternehmensvorteilen

bei Business-Partnern (zum Beispiel Hotels,

Tankstellen, Online-Händler, …) möglich.

Über das Online-Portal der Kreditkarte

können Unternehmen auch direkt Reisen,

Hotels und Mietwagen buchen. Außerdem

finden sich dort viele Vorteils- und Partner-

Angebote. Die Kosten für die Sparkassen-

Kreditkarte bieten eine verlässliche Kalkulationsbasis.

Hingegen lassen sich die mit

der Nutzung von Bargeld verbundenen Kosten

für Sicherheit und Bereitstellung senken.

Durch ein unternehmensindividuelles Kartendesign

wird die Sparkassen-Kreditkarte

weltweit zur sichtbaren Visitenkarte des

Unternehmens und erhöht intern die Verbundenheit

der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber.


W+M

Foto: MasterCard

Die Sparkassen-Kreditkarte erleichtert

viele Arbeitsvorgänge,

wie etwa in der Buchhaltung

des Unternehmens. So

werden die Reisekostenabrechnungen

durch die monatliche

Kreditkartenabrechnung,

die auch elektronisch bereitgestellt

werden kann, erheblich vereinfacht.

Die Zahl der Rechnungseingänge

reduziert sich. Private

und dienstlich verursachte Ausgaben

lassen sich beim Einsatz der Sparkassen-Kreditkarte

leichter trennen. Die

Abrechnung von Reisekostenvorschüssen

muss nicht mehr überwacht werden.

Das betriebliche Berichtwesen wird durch

detaillierte Abrechnungsinformationen unterstützt.

Mit der Sparkassen-

Kreditkarte weltweit

bargeldlos bezahlen.

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16 | W+M Exklusiv Sparkassen-Finanzgruppe

Die Sparkassen-Finanzgruppe

Mit 324.200 Mitarbeitern, 580 selbstständigen Unternehmen und

einem Geschäftsvolumen von rund 2.680 Milliarden Euro ist die

Sparkassen-Finanzgruppe die größte Kreditinstitutsgruppe in

Deutschland. Ihre Gewinne fließen in die

Stärkung des Eigenkapitals und in

die Förderung des Gemeinwohls.

Leasing-

Gesellschaften

4

Landesbank-

Konzerne

7

DekaBank

Landesbausparkassen

9

Öffentliche

Erstversicherergruppen

11

413

Kapitalbeteiligungsgesellschaften/

Finanzdienstleistungen

68

Stand: 31.12.2015

Factoring-

Gesellschaften

4

Stiftungen

748

Quelle Schaubild: DSGV


Zahlen und Fakten W+M Exklusiv | 17

Zehn Fakten zur Sparkassen-Finanzgruppe

Wussten Sie schon, dass die deutschen Sparkassen ...

... mit 14.451 Geschäftsstellen

ein flächendeckendes Filialnetz

in Deutschland anbieten?

... rund zwei Millionen

Unternehmen als verlässlicher

Partner zur Seite stehen?

... zu den größten Steuerzahlern

in Deutschland gehören?

... rund 50 Millionen

Kunden Zugang zu allen

Finanzdienstleistungen bieten?

... die Förderung der Wirtschaftskraft

in den Kommunen und Landkreisen

zum Ziel haben?

... im letzten Jahr die Rekordsumme von

81,2 Milliarden Euro

neue Kredite an Unternehmen und

Selbstständige vergaben?

… und ihre Verbundpartner

die stifterisch engagierteste

Unternehmensgruppe in

Deutschland sind?

... 2015 ein Kreditvolumen von rund

361,6 Milliarden Euro

an Unternehmen und Selbstständige

ausgereicht haben?

... der größte nicht-staatliche

Kultur- und Sportförderer in

Deutschland sind?

... ihre Position als führender Mittelstandsfinanzierer

in den letzten Jahren weiter

ausbauen konnten?

Stand: 31.12.2015

www.wundm.info


18 | W+M Exklusiv Ostdeutscher Sparkassenverband

Sparkassen-Finanzgruppe in Ostdeutschland

Immer nah am Kunden

Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) vereint 45 öffentlich-rechtliche

Sparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und

Sachsen-Anhalt. In rund 1.400 Geschäftsstellen stehen 20.400 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter vor allem für eine besondere Nähe zum Kunden.

Nach wie vor bleibt die Versorgung der

Kunden in der Fläche ein wichtiges

Merkmal der ostdeutschen Sparkassen.

Durch das Filialnetz der Sparkassen lassen

sich Kundenwünsche zu jeder Zeit und

an jedem Ort mit der gleichen Qualität erfüllen.

Beispielsweise mit den rund 2.700 Geldautomaten

und 950 Selbstbedienungs(SB)-

Terminals mit Überweisungsfunktion, die

eine flächendeckende Bargeldversorgung

der Kunden garantieren.

Neben dem klassischen Filialbesuch haben

aber auch individuelle Termine zu Hause,

Bargeldagenturen oder Sparkassenbusse

in ländlichen Regionen in den letzten Jahren

zunehmend mehr an Bedeutung gewonnen.

Zwanzig Jahre Unternehmer-Preis

Die Förderung des regionalen Mittelstands

gehört von jeher zum gesellschaftlichen

Auftrag der ostdeutschen Sparkassen. Im

ersten Halbjahr 2016 erzielten die Sparkassen

in den vier Ländern des OSV-Verbandsgebiets

einen neuen Höchststand bei der

Kreditvergabe an Unternehmen und Selbstständige.

Die 45 OSV-Mitgliedssparkassen

bewilligten in diesem Zeitraum neue Kredite

in Höhe von 2,4 Milliarden Euro.

Und sie würdigen jährlich herausragende

Erfolge des ostdeutschen Mittelstands,

aber auch von Vereinen und Kommunen

in der Region. So feiert der Unternehmer-

Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

im Jahr 2016 ein rundes Jubiläum.

Seit 20 Jahren werden Unternehmen, Vereine

und Kommunen ausgezeichnet, die

erfolgreich auf Veränderungen reagieren,

ohne die Verankerung in ihren Heimatstädten

zu vernachlässigen. „Mit dem

Preis möchten wir den Unternehmergeist,

die Verantwortung für die Region und das

Engagement für unsere Gesellschaft belohnen“,

so der Geschäftsführende Präsident

des OSV Dr. Michael Ermrich. Auch

2017 wird der Unternehmer-Preis wieder

in den drei genannten Kategorien vergeben.

Engagement für das Gemeinwohl

Im Jahr 2015 stellten die Sparkassen und

ihre Stiftungen 59,9 Millionen Euro für

Sponsoringvorhaben und Stiftungsprojekte

aus den Bereichen Sport, Kultur, Jugend,

Soziales, Umweltschutz und Forschung zur

Verfügung. Allein die Ostdeutsche Sparkassenstiftung

hat seit 1996 bis Ende 2015 insgesamt

1.847 Projekte gefördert und für

kulturelle Vorhaben 76 Millionen Euro bereitgestellt.

Hinzu kamen nahezu 1.200

Sponsoringprojekte, die der OSV gemeinsam

mit Verbundpartnern und Sparkassen

auf den Weg brachte. Die ostdeutschen

Sparkassen werden dieses Engagement

auch 2017 weiter fortsetzen. W+M

Geschäftsstellen und Personalbestand der OSV-Sparkassen*

Anzahl der Sparkassen Geschäftsstellen Mitarbeiter Auszubildende Mitarbeiter insgesamt

Brandenburg 11 306 4.384 339 4.723

Mecklenburg-

Vorpommern

9 202 2.938 211 3.149

Sachsen 12 517 8.196 366 8.562

Sachsen-Anhalt 13 362 4.856 284 5.140

Gesamt 45 1.387 20.374 1.200 21.574

* einschließlich Hauptstellen, die Kundengeschäfte abwickeln (ohne Beratungscenter und SB-Filialen)

Quelle Schaubild: OSV


Ostdeutscher Sparkassenverband W+M Exklusiv |

19

v i e r L ä n d e r – e i n V e r b a n d

VORPOMMERN-RÜGEN

Schleswig-Holstein

Stralsund

3

Rostock

Greifswald

1

Wismar

NORDWESTMECKLENBURG

ROSTOCK

Güstrow

2

5

VORPOMMERN-

GREIFSWALD

Niedersachsen

9

Schwerin

LUDWIGSLUST-PARCHIM

Mecklenburg-Vorpommern

Parchim

10

8

Pritzwalk

Perleberg

PRIGNITZ

6

MECKLENBURGISCHE

SEENPLATTE

Waren

OSTPRIGNITZ-RUPPIN

Neubrandenburg

Neustrelitz

7

4

Pasewalk

Prenzlau 12

UCKERMARK

13

Schwedt

Wernigerode

HARZ

Salzwedel

30

21

ALTMARKKREIS

SALZWEDEL

Halberstadt

Sachsen-Anhalt

Haldensleben

BÖRDE 23

JERICHOWER LAND POTSDAM-MITTELMARK

Oschersleben

31

Magdeburg

25

29

Staßfurt

Bernburg

MANSFELD-SÜDHARZ

Eisleben

Sangerhausen

22

Stendal

Burg

SALZLANDKREIS

STENDAL

24

26

28

Köthen

ANHALT-BITTERFELD

SAALEKREIS

Halle (Saale)

Rathenow

Dessau-Rosslau

Bitterfeld-Wolfen

11

Belzig

Neuruppin

Brandenburg a. d. H.

NORDSACHSEN

HAVELLAND

Wittenberg

27

34

Potsdam

WITTENBERG

Torgau

Luckenwalde

OBERHAVEL

Oranienburg

17

TELTOW-FLÄMING

Berlin

Brandenburg

Herzberg

18

14

BARNIM

Eberswalde

Finsterwalde

ELBE-ELSTER

Lübben

19

Senftenberg

15

MÄRKISCH-ODERLAND

Strausberg

DAHME-SPREEWALD

16

OBER-

SPREEWALD

LAUSITZ

ODER-SPREE

Beeskow

Seelow

POLEN

Frankfurt (Oder)

20

Cottbus Forst

SPREE-NEISSE

geschäftsgebiete

der osv-sparkassen

Legende

Stand: 31.12.2015

Sitz der Sparkasse

32

Merseburg

BURGENLANDKREIS

Naumburg

33

Thüringen

Zeitz

Leipzig

LEIPZIG

Borna

43

ZWICKAU

35

Grimma

36

Döbeln

MITTELSACHSEN

Chemnitz

38

MEISSEN

Riesa

37

Freiberg

Meißen

Sachsen

Dresden

SÄCHSISCHE

SCHWEIZ– Pirna

OSTERZGEBIRGE

BAUTZEN

39

Bautzen

41

GÖRLITZ

40

Görlitz

Zittau

Quelle Schaubild: OSV

Name der Sparkasse

(siehe unten)

Geschäftsgebiete der Sparkassen

Landeshauptstadt

Kreisfreie Stadt

Kreisstadt

Landkreis

Landesgrenze

Landkreisgrenze

1

Schwerin

Brandenburg a. d. H.

Halberstadt

LUDWIGSLUST-PARCHIM

Bayern

Plauen

45

44

VOGTLANDKREIS

Zwickau

ERZGEBIRGSKREIS

Annaberg-

Buchholz

42

TSCHECHIEN

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20 | W+M Exklusiv paydirekt

Paydirekt ist ein sicheres Bezahlverfahren für

bequemes Online-Shopping von zu Hause.

Online-Bezahlverfahren paydirekt

Sicher bezahlen im Internet

Die deutschen Banken haben das sichere Online-Bezahlverfahren

paydirekt eingeführt. Die gemeinsame Kooperation

von Sparkassen, genossenschaftlichen und privaten Banken

ermöglicht Kunden die direkte Bezahlung vom Girokonto

ohne zwischengeschaltete Dritte.

Immer mehr Deutsche kaufen online. Die

deutschen Top-100-E-Commerce-Händler

erwirtschafteten 2015 mit physischen

Gütern einen Umsatz von 24,4 Milliarden

Euro, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. So

das Ergebnis der gemeinsamen Studie „E-

Commerce-Markt Deutschland 2016“ vom

EHI Retail Institute e. V. und der Statista

GmbH. Die Bezahlung dieser wachsenden

Zahl von Einkäufen erfolgt online bisher

oft über ausländische Zahlungsdienstleister.

Der Nachteil: Die Daten der Kunden unterliegen

in diesem Fall nicht den strengen

deutschen Datenschutzbestimmungen. Die

Alternative zu diesem Verfahren heißt seit

Ende 2015 paydirekt – das Online-Bezahlsystem

der deutschen Kreditwirtschaft. Es

kann seit April dieses Jahres auch von den

Foto: Deutscher Sparkassen- und Giroverband


paydirekt W+M Exklusiv |

21

rund 15 Millionen Online-Kunden der deutschen

Sparkassen genutzt werden.

Der Vorteil für Sparkassenkunden liegt auf

der Hand: Sensible Kundendaten verbleiben

bei ihrer Sparkasse – sie werden weder an

den beteiligten Onlineshop noch an Dritte

weitergereicht. Denn für die Nutzung von

paydirekt gilt das deutsche Datenschutzrecht.

Das Geld fließt von Konto zu Konto,

lange Buchungswege entfallen. Außerdem

arbeitet paydirekt nur mit geprüften Händlern

zusammen, denn diese sind Kunden einer

der beteiligten Banken und Sparkassen.

Für den Zahlungsverkehr nutzt paydirekt

ausschließlich deutsche Server.

Einfaches und sicheres Verfahren

Paydirekt bietet somit den Kunden der

Sparkassen ein einfaches und zugleich sicheres

Bezahlverfahren im Internet an. Der

Kunde benötigt dazu lediglich ein Girokonto

bei seiner Sparkasse, einen Online-Banking-Zugang

sowie eine gültige E-Mail-Adresse.

Und schon kann es losgehen. Für

seine Einkäufe online muss sich der User

nur einmalig in seinem Online-Banking anmelden

und einen Nutzernamen sowie ein

Passwort vergeben.

Anschließend kann er im teilnehmenden

Online-Shop paydirekt als Bezahlmethode

auswählen und seine Zahlung mit dem

gewählten Nutzernamen und Passwort

freigeben. Das Geld wird dann direkt von

seinem Girokonto bei der Sparkasse abgebucht.

Der Händler wiederum erhält direkt

eine Zahlungsbestätigung von paydirekt

und kann die Bestellung umgehend bearbeiten.

Bevorzugte Liefer- und Rechnungsadressen

können in den jeweiligen Einstellungen

hinterlegt werden, um den Bezahlvorgang

mit paydirekt weiter zu verkürzen.

www.WundM.info

Selbstverständlich steht auch eine eigene

App für den mobilen E-Commerce bereit.

Sparkassenkunden können sich bei paydirekt

mit ihren Nutzerdaten über die App

anmelden und so die paydirekt-Transaktionen

im Auge behalten. Für Smartphone-

Nutzer sind beispielsweise Benachrichtigungen

per Push-Nachricht über Abbuchungen

möglich.

Datenschutz genießt Priorität

Bei paydirekt haben Sicherheit und Datenschutz

oberste Priorität. Die Bankdaten

verbleiben bei der Sparkasse. Auch

die Warenkorbdaten des Kunden werden

nicht weitergegeben. Benachrichtigungsfunktionen

und ein Transaktionsjournal

sorgen für Transparenz beim Online-Zahlvorgang,

aktuelle Verschlüsselungstechnologien

garantieren den sicheren Transfer

der Daten. Die Kundendaten werden zudem

ausschließlich auf Servern in Deutschland

gehostet.

So funktioniert paydirekt

Acht einfache Schritte zum erfolgreichen

Kauf mit paydirekt:

1. Der Käufer kauft im Webshop ein

und wählt paydirekt als Bezahlverfahren.

2. Der Webshop stellt die Rechnungsdaten

bereit.

3. Der Käufer legitimiert sich bei paydirekt

und bestätigt die Bezahlung.

Gleichzeitig erfragt der Händler die

Zahlungsautorisierung bei der Bank

des Käufers.

4. Die Bank autorisiert die Zahlung.

5. Der Webshop des Händlers erhält

eine Zahlungsgarantie.

6. Der Käufer erhält eine Kaufbestätigung.

7. Paydirekt sendet die Daten zur

Abwicklung des Zahlungsverkehrs

an die Bank.

8. Die Händlerbank reicht auf dem

Konto des Händlers die Zahlung ein.

Bei paydirekt werden die persönlichen Daten

der Sparkassenkunden auf dem gleichen

Sicherheitsniveau verschlüsselt, das

die Kunden vom Online-Banking der Sparkassen

gewohnt sind. Auch die Zugangsdaten

sind durch strenge Richtlinien zur Passwortsicherheit

bestens geschützt. Sie können

bei einem Einkauf von niemandem eingesehen

werden.

Zudem besteht über paydirekt keine Möglichkeit,

von außen auf das Online-Banking

oder auf andere Konten der Kunden zuzugreifen.

Zur Sicherheit seiner Kunden wird

paydirekt darüber hinaus bei ausgewählten

Vorgängen zusätzlich zu den Zugangsdaten

eine Transaktionsnummer (TAN) zur Bestätigung

des Einkaufs abfragen.

Paydirekt übernimmt auch die Reklamation

für den Kunden, sofern ein Händler die gewünschte

Ware nicht liefert. Dann können

Kunden innerhalb von 30 Tagen ab Zahlung

den Käuferschutz in Anspruch nehmen. Der

Reklamationsservice kontaktiert in diesem

Fall den Händler. Kann der Versand der Waren

nicht nachgewiesen werden, erhalten

die Kunden ihr Geld zurück. Ausgeschlossen

vom Käuferschutz sind lediglich Alkohol,

Medikamente, Tabak, Beförderungsleistungen

und Reisedokumente sowie digitale

Güter wie zum Beispiel Musikdownloads,

Gutscheine oder E-Books.

Vorteile für den Händler

Teilnehmen können bei paydirekt alle

Händler, die ein Geschäftskonto bei einer

der teilnehmenden Banken und Sparkassen

in Deutschland führen. Auch für Händler

empfiehlt sich die Teilnahme an paydirekt

– und dies aus mehreren Gründen. Da ist

zunächst einmal die hohe Reichweite des

Bezahldienstes durch die große Zahl der

teilnehmenden deutschen Banken mit ihren

über 50 Millionen onlinefähigen Girokonten.

Des Weiteren gibt paydirekt den

Händlern eine Zahlungsgarantie und offeriert

eine unmittelbare Auszahlung der Beträge.

Damit schützt paydirekt Händler vor

hohen Zahlungsausfällen oder aufwendigen

Zahlungsnachbearbeitungen.

Sollte beim Kauf einer Ware eine Altersverifizierung

erfolgen müssen, reicht eine

einfache Anfrage bei paydirekt zur Bestätigung,

ob der Kunde innerhalb der angefragten

Altersgrenze liegt. W+M


22 | W+M Exklusiv Das ändert sich 2017

Die Sparkassen sind Partner der Landwirtschaft in der Region.

Agrar- und Forstwirtschaft

Sparkassen –

Natürliche

Partner der

Landwirtschaft

Regionale Landwirtschaft und regional aufgestellte Sparkassen

sind natürliche Partner. Seit einiger Zeit forcieren die OSV-

Sparkassen deshalb ihre Aktivitäten in der Landwirtschaft.

Mit Erfolg: In den letzten beiden Jahren konnten die Institute ihr

Agrarkreditgeschäft um über 25 Prozent steigern. Und auch

das Agrarleasinggeschäft wächst dynamisch. Von Michael Klöckner

Die Land- und Forstwirtschaft sowie

die Fischerei sind in Deutschland

ein wichtiger Wirtschaftszweig.

So lag der Produktionswert der Branche

2014 bei knapp 53 Milliarden Euro. Damit

liegt der Sektor deutlich über den entsprechenden

Werten des Textil- und Bekleidungsgewerbes

oder der pharmazeutischen

Industrie.

Jährlich investieren deutsche Landwirte

circa zehn Milliarden Euro in Bauten und

Maschinen. Darüber hinaus leisten sie einen

wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege.

Zählen doch mehr als 90 Prozent

der Fläche der Bundesrepublik zu den

ländlichen Räumen, in denen über die Hälfte

der Einwohner leben.

Leistungsfähige Landwirtschaft

Die landwirtschaftliche Fläche Ostdeutschlands

bemisst sich auf circa 5,5

Millionen Hektar. Somit entfällt ein Drittel

der landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands

auf die neuen Länder. Die durchschnittliche

Betriebsgröße bewegt sich

zwischen 146 Hektar in Sachsen und 274

Hektar in Mecklenburg-Vorpommern. Sie

liegt damit um den Faktor vier bis fünf

über westdeutschen Betrieben.

Die absolute Zahl ostdeutscher Betriebe

beläuft sich auf circa 24.000 (Deutschland:

287.000), drei Viertel davon firmieren als

juristische Personen und sind in Form einer

GmbH oder Agrargenossenschaft organisiert.

Gemessen an ihrer Bruttowertschöpfung

sind die ostdeutschen Betriebe

sehr leistungsfähig aufgestellt. So liegen

die landwirtschaftlichen Betriebe in

Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen

etwa 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Und auch die Unternehmen

in Brandenburg und Thüringen übertreffen

den Durchschnitt deutlich. Der Fremdkapitalbestand

der deutschen Land- und

Forstwirtschaft erreichte Ende 2015 mit

50 Milliarden Euro einen neuen Rekordstand.

Davon entfallen gut zehn Prozent

auf Ostdeutschland.

Foto: OSV


Landwirtschaft W+M Regional |

23

OSV-Sparkassen bauen

Agrargeschäft aus

Im Verbandsgebiet des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

(Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern,

Sachsen, Sachsen-Anhalt)

überwiegt die gemischte Landwirtschaft.

Die Diversifizierung begünstigt,

dass landwirtschaftliche Betriebe zumeist

über gute Bonitätsnoten verfügen. Nach einer

Analyse von Creditreform liegt die Ausfallquote

der Branche im Vergleich zur Gesamtwirtschaft

fast 50 Prozent niedriger.

In den letzten Jahren haben die OSV-Sparkassen

das Agrargeschäft intensiviert. Ein

Schwerpunkt lag auf dem Auf- und Ausbau

des agrarspezifischen Know-hows.

Die Sparkassen werden dabei von der Nordostdeutschen

Sparkassenakademie mit einem

maßgeschneiderten Weiterbildungsprogramm

unterstützt. In Kooperation mit

der Deutschen Landgesellschaft haben 17

Kundenberater im Frühjahr 2016 erstmals

ihre Ausbildung zum zertifizierten DLG-Agrarfinanzmanager

abgeschlossen.

Die Sparkassen sind Partner der

Landwirtschaft in der Region.

Ein weiterer Baustein des Vertriebskonzeptes

ist die enge Zusammenarbeit mit

der Standesorganisation. So engagieren

sich viele Sparkassen in den lokalen Kreisbauernverbänden.

Der Ostdeutsche Sparkassenverband

unterstützt die Arbeit der

Bauernverbände in seinem Verbandsgebiet

als förderndes Mitglied. Weitere flankierende

Maßnahmen zur Forcierung des Agrargeschäfts

sind der jährliche Agrarkonvent,

die Präsenz der Sparkassen bei Landwirtschaftsmessen

und die Intensivierung des

Leasing- und Versicherungsgeschäftes in

Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern.

Auch in der derzeit schwierigen Marktsituation

stehen die Sparkassen an der Seite

der Bäuerinnen und Bauern. Denn regionale

Landwirtschaft und regional ausgerichtete

Sparkassen passen hervorragend

zusammen. Beide sind lokal verwurzelt, in

der Realwirtschaft verankert und haben

gleichermaßen Interesse an einer langfristigen

und partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

W+M

Foto: OSV

Darauf müssen Sie 2017 achten

Für Betreiber von Biogasanlagen, Rübenbauern und bei der Verwendung

von Dünger in der Landwirtschaft stehen 2017 einschneidende

Änderungen bevor.

Neue Förderregeln für Bioenergie

Am 1. Januar 2017 tritt die Novellierung

des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)

in Kraft. Es enthält zahlreiche Neuerungen

für die Betreiber von Biomasseanlagen. Ihre

Förderung unterliegt nun auch einem Ausschreibungssystem.

Für Biomasse ist ein

Ausschreibungsvolumen von 150 Megawatt

(MW) pro Jahr für 2017 bis 2019 und

von 200 MW pro Jahr für 2020 bis 2022

vorgesehen. Die Neuerungen im Einzelnen:

l Bioenergieanlagen mit mehr als 150 Kilowatt

(kW) installierter Leistung werden

künftig über Ausschreibungen gefördert.

Die Bewerbung um eine solche

Förderung erfolgt an die Bundesnetzagentur

mit Angabe eines Preises

in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh).

l Für kleinere Anlagen gibt es eine Bagatellregelung:

Neue Bioenergieanlagen

bis zu einer installierten Leistung von

150 kW erhalten eine feste Vergütung

in Anlehnung an das EEG 2014. Es besteht

keine Pflicht zur Teilnahme an einer

Ausschreibung.

l Bestandsanlagen über 150 kW, deren

EEG-Vergütungsdauer noch maximal

acht Jahre beträgt, erhalten die Möglichkeit

zur Teilnahme an einer Ausschreibung

und einer Anschlussförderung

für zehn Jahre.

Ende der EU-Zuckermarktordnung

Für die Rübenernte 2016 regelte die europäische

Zuckermarktordnung zum letzten

Mal die Produktion über Mengenquoten und

einen Mindestpreis für die Rüben. Mit dem

Ende der Quote im September 2017 gilt für

den Zuckermarkt der freie Handel. Produzenten

können Einkaufspreise frei verhandeln

und ohne Beschränkungen exportieren.

Die Rübenbauer wiederum müssen mit

einem verschärften Wettbewerb rechnen.

Novellierung der Düngeverordnung

Die neue Düngeverordnung soll ebenfalls

2017 in Kraft treten. Die Verwendung von

tierischem Dünger wie Gülle und von Mineraldünger

wird dann deutlich strengeren

Vorschriften unterliegen. Die Novellierung

soll den Nährstoffeintrag in Boden

und Wasser vermindern – die strengeren

Regelungen sind innerhalb der Großen

Koalition aber noch umstritten. Da seitens

der Europäischen Union Sanktionen

drohen, ist aber mit einer Entscheidung

noch im laufenden Jahr zu rechnen. W+M

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24 | W+M Exklusiv Das ändert sich 2017

Rentenversicherung

Mit der Flexi-Rente

in den Ruhestand

Einen flexibleren Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand

– das sieht die neue Flexi-Rente ab dem kommenden Jahr vor.

Auch die Verdienstmöglichkeiten für Ruheständler sollen

aufgebessert werden. Kernpunkt des neuen Regelwerks sind

individuell gestaltbare Lösungen.

Die Flexi-Rente, eine Kurzform für das

„Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs

vom Erwerbsleben in den Ruhestand

und zur Stärkung von Prävention

und Rehabilitation im Erwerbsleben“, ermöglicht

Beschäftigten höhere Altersbezüge,

wenn sie über das reguläre Rentenalter

hinaus arbeiten und freiwillig weiterhin Rentenbeiträge

einzahlen. Die Rente steigert sich

dann durch die Beiträge der Arbeitnehmer

wie auch durch die des Arbeitgebers. Den

Unternehmen hilft die Flexi-Rente hingegen,

erfahrene Arbeitnehmer länger im Betrieb

zu halten. Und darüber hinaus hält das Gesetz

für den Arbeitgeber ebenfalls ein finanzielles

Geschenk bereit. Er spart für den Arbeitnehmer

künftig die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung,

da dieser ja bei Beendigung

des Arbeitsverhältnisses in die Rente

und nicht in die Arbeitslosigkeit übergehen

würde. Bisher hatte bei solchen Arbeitsverhältnissen

nur noch der Arbeitgeber Rentenbeiträge

zu zahlen, die aber die persönliche

Rentenzahlung des Mitarbeiters nicht erhöhten.

Wie bisher gilt: Für jeden zusätzlichen

Monat Arbeit erhält der Berechtigte einen lebenslangen

Rentenzuschlag von 0,5 Prozent.

Auf der anderen Seite verbessern sich mit

der Flexi-Rente auch die Rahmenbedingungen

für einen vorzeitigen Rentenbeginn: Wer

früher in den Ruhestand wechselt, muss einen

Rentenabschlag von 0,3 Prozent für jeden

Monat einplanen. Als Versicherter kann

er dies mit Sonderzahlungen ausgleichen

und zwar künftig bereits ab dem Alter von

50 Jahren (bisher 55 Jahren). Wie hoch der

Ausgleichsbetrag ausfallen muss, darüber

sollen die Arbeitnehmer künftig bei der Rentenversicherung

mittels Anfrage Auskunft

erhalten. Dies erhöht die Planungssicherheit

für den Arbeitnehmer.

Wer neben seiner Früh- oder Teilrente nach

Hinzuverdienstmöglichkeiten sucht, wird

durch das neue Gesetz ebenfalls begünstigt.

Bisher ließen hohe Abschläge bei der

Rente einen solchen Hinzuverdienst weitgehend

unattraktiv erscheinen.

Nun soll eine anrechnungsfreie Obergrenze

bei einem Jahreshinzuverdienst von 6.300

Euro gezogen werden. Wer diese überschreitet,

wird aber nicht mehr drastisch herabgestuft,

sondern muss einen stufenlosen Abschlag

in Form von 40-Prozent-Kürzungen

für jeden extra verdienten Euro hinnehmen.

Dies wäre ein wesentlicher geringerer Verlust

an Rentenhöhe im Vergleich zur bisherigen

Rechtslage. Dort drohte eine Herabstufung

auf ein Zweidrittel-, Halb- oder Eindrittel-Rentenniveau.

Ruheständler, die mit Teilrente und Hinzuverdienst

allerdings das frühere Bruttoeinkommen

übertreffen, müssen sich dies

in vollem Umfang auf die Rente anrechnen

lassen.

Zwangsläufig erhöht sich mit dem stufenlosen

Modell des Hinzuverdienstes auch die

Komplexität der Rentenberechnung. Zur Bestimmung

des Hinzuverdienstes prognostiziert

die Deutsche Rentenversicherung künftig

zu jedem 1. Juli eines Jahres den voraussichtlichen

Verdienst im laufenden und im

folgenden Jahr. Dieser wird jeweils der jährlichen

Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro

gegenübergestellt und danach die Rente für

die Zeit ab 1. Juli und ab kommendem 1. Januar

festgelegt.

Die Einkommensprognosen für das Vorjahr

werden zum darauf folgenden 1. Juli mit dem

tatsächlich erzielten Hinzuverdienst verglichen

und die Rente unter Berücksichtigung

des tatsächlichen Hinzuverdienstes neu berechnet.

Daraus können sich dann Rückforderungen

oder Nachzahlungen ergeben.

Der endgültige Beschluss über das Gesetz

fällt im November. Die Planung sieht vor,

dass bei Inkrafttreten die Regelungen zu

den Ausgleichszahlungen und der Aufbesserung

der Rentenansprüche im Januar 2017

wirksam werden. Die Gesetzesbestandteile

bezüglich der stufenlosen Teilrente und der

neuen Hinzuverdienstgrenze würden zum

regelmäßigen Termin der Rentenanpassung

im Juli 2017 Anwendung finden. Ebenfalls im

November will die Bundesregierung ein Rentenkonzept

vorlegen.

W+M

Foto: Robert Kneschke/fotolia.com


Versicherungen W+M Exklusiv |

25

Kfz-Versicherung

Typklassen neu berechnet

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV) hat die Typklassen für rund 27.000 verschiedene Pkw-

Modelle auf Basis der Schadens- und Unfallbilanzen der ein -

zelnen Modelle für die vergangenen drei Jahre neu berechnet.

Hohe Einstufungen ergeben sich daraus

für viele Oberklasse-Modelle

und SUV wie den Mercedes S 63

AMG, den Range Rover 4.4 TD oder den Audi

Q7 6.0 TDI. Vergleichsweise niedrig eingestuft

werden unter anderem der Seat Mii

1.0, der Opel Corsa-E 1.4, der Peugeot 108

1.0 oder der Toyota Aygo 1.0.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Typklassen-Einstufung

für die meisten Modelle

nur wenig oder gar nicht verändert. Um

mehr als eine Klasse herauf oder herunter

ging es nach Angaben des GDV je nach Versicherungsart

für nur rund ein bis drei Prozent

der Fahrzeuge. Die Typklasseneinstufung

ist für die Versicherungsunternehmen

unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge

und für bestehende Verträge zur

Hauptfälligkeit angewendet werden – in der

Regel ist dies der 1. Januar 2017. W+M

Bürokratieabbau beim

Kurzarbeitergeld

Foto: Jakub Jirsák/fotolia.com (oben), booka/fotolia.com (unten)

Das Saison-Kurzarbeitergeld gilt

von Dezember bis März für Betriebe

des Baugewerbes, des Dachdeckerhandwerks

und des Garten- und

Landschaftsbaus. In Betrieben des Gerüstbaus

erstreckt sich die Schlechtwetterzeit

vom 1. November bis zum 31. März.

Bislang mussten Unternehmen bei wirtschaftlich

bedingten Arbeitsausfällen wie

Für Unternehmen, die berechtigt sind, Saison-Kurzarbeitergeld

zu beziehen, wurde für die Schlechtwetterperiode 2016/17 eine

spürbare Erleichterung geschaffen.

Auftragsmangel eine Anzeige über den Beginn

des Ausfalles bei der Agentur für Arbeit

stellen. Beruhte der Arbeitsausfall auf

der Witterung, war dies nicht notwendig.

Mit dem Inkrafttreten des „Gesetzes zur

Stärkung der beruflichen Weiterbildung

und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung“

(AWStG) ist die

Anzeigepflicht nun generell entfallen. Damit

sinkt der bürokratische Aufwand für

die Unternehmen. Für den Bezug des Saison-Kurzarbeitergeldes

müssen künftig

nur noch die entsprechenden Abrechnungsunterlagen

eingereicht werden. Aufzeichnungen,

die Gründe für die Arbeitsausfälle

belegen, sind auch weiterhin aufzubewahren.

W+M

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26 | W+M Exklusiv Das ändert sich 2017

Neue Gesetze für Arbeitgeber 2017

Endspurt der Großen Koalition

Noch vor der Bundestagswahl 2017 sollen wichtige gesetzliche

Neuregelungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer Anwendung

finden. Unternehmer müssen sich auf zahlreiche Neuerungen

von A wie Arbeitsschutz bis Z wie Zeitarbeit einstellen.

Arbeitsschutz

Seit 2015 ist sie heftig umstritten, jetzt

kommt sie doch in abgemilderter Form:

die Reform der Arbeitsstättenverordnung

(ArbStättV). Sie beschert Arbeitnehmern

einen besseren Arbeitsschutz, birgt aber

auch höhere Kosten für Arbeitgeber.

Gekippt wurde gegenüber ursprünglichen

Plänen das Recht der Mitarbeiter auf eine

abschließbare Kleiderablage. Nun heißt es:

Sind keine Umkleideräume vorhanden, haben

Unternehmen ihren Mitarbeitern eine

Kleiderablage zur Verfügung zu stellen. Abschließbar

muss diese Ablage jedoch nicht

sein.

Arbeitsräume sollen zudem künftig über

möglichst ausreichend Tageslicht und Sichtverbindungen

ins Freie verfügen. Räume, in

denen Mitarbeiter nur kurze Zeit verweilen,

nimmt die Arbeitsstättenverordnung aus,

ebenso zahlreiche näher definierte Orte,

bei denen sich eine solche Vorschrift faktisch

nicht umsetzen lässt, etwa in Flughäfen

oder Einkaufszentren. Bereits bestehende

Räume genießen ohnehin Bestandsschutz.

Höhere Anforderungen stellt der Gesetzgeber

an private Bildschirmarbeitsplätze.

Diese muss der Arbeitgeber auf eine mögliche

Gesundheitsgefährdung prüfen, bevor

der Arbeitnehmer regelmäßig im Homeoffice

arbeitet. Eine wiederholte Prüfung

ist gegenüber ursprünglichen Plänen nicht

mehr vorgesehen, ebenfalls entfällt die

Prüfung, sofern die Heimarbeit nur gelegentlich

durchgeführt wird.

Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter nun

außerdem einmal jährlich darüber aufklären,

wie sie sich gesundheits- und sicherheitsgerecht

am Arbeitsplatz zu verhalten

haben. Eine Dokumentationspflicht

hinsichtlich dieser Unterweisung besteht

aber nicht.

Lohngerechtigkeit

Der Mutterschutz wird 2017 weiter ausgebaut.

Einigkeit herrscht in der Großen Koalition

über ein Gesetz für mehr Lohngerechtig-


Arbeitsrecht W+M Exklusiv |

27

keit. Dies würde auch mittelständische Betriebe

ab 200 Beschäftigte betreffen. Dort

sollen die Mitarbeiter künftig einen Rechtsanspruch

auf Informationen über die Lohngerechtigkeit

einfordern können. Für Betriebe

ab 500 Beschäftigten gäbe es die

Pflicht, die Lohnstruktur im Betrieb zu prüfen

und zu dokumentieren. Das Gesetz soll

ebenfalls 2017 für Unternehmen wirksam

werden, muss aber zuvor noch das Gesetzgebungsverfahren

passieren.

Mindestlohn

Der Mindestlohn steigt 2017 auf 8,84 Euro,

wie es von der Mindestlohnkommission vorgeschlagen

wurde. Er gilt für alle volljährigen

Arbeitnehmer, außer für Langzeitarbeitslose

nach einer Arbeitsaufnahme in

den ersten sechs Monaten. Auch für Auszubildende,

Pflichtpraktika oder Praktika

bis zu drei Monaten Länge fällt er nicht an.

Mutterschutz

Foto: industrieblick/fotolia.com

Bereits im Mai beschlossen die Koalitionäre

in Berlin den Gesetzentwurf zur Neuregelung

des Mutterschutzrechts. Dieser

soll nach Zustimmung des Bundestages ab

dem 1. Januar 2017 gelten. Demnach können

Mütter ab kommendem Jahr längere

Schutzfristen bei der Geburt von behinderten

Kindern (zwölf statt acht Wochen)

in Anspruch nehmen. Bisher stand diese

verlängerte Schutzfrist nur für Früh- und

Mehrlingsgeburten im Gesetz. Frauen, die

nach der zwölften Woche eine Fehlgeburt

erleiden, können sich zudem auf einen viermonatigen

Kündigungsschutz berufen. Der

Anwendungsbereich des Gesetzes wurde

auf Schüler und Studierende sowie auf arbeitnehmerähnliche

Personen wie Praktikanten

und Bundesfreiwillige erweitert.

Neu definiert wurden die Vorschriften

über die mutterschutzrechtliche Gefährdungsbeurteilung,

Arbeitsverbote gegen

den Willen der Schwangeren sind demnach

ausgeschlossen. Stattdessen obliegt

es dem Arbeitgeber, die Arbeitsplätze so

umzugestalten, dass Gefährdungen ausgeschlossen

sind.

Schwangeren Frauen ist es nach dem neuen

Mutterschutzgesetz auf eigenen Wunsch

nun auch möglich, sonntags zu arbeiten.

Nachtarbeit bleibt ihnen allerdings verboten.

Zeitarbeit und Werkverträge

Auch die Arbeitnehmerüberlassung – im

Volksmund auch Zeitarbeit genannt – steht

zum 1. Januar 2017 auf der Agenda. Der Gesetzentwurf

der Bundesregierung wurde

bereits vor der parlamentarischen Sommerpause

vorgelegt.

Dabei geht es um Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

(AÜG) wie die

Beschränkung der zeitlichen Dauer der Arbeitnehmerüberlassung

auf maximal 18

aufeinanderfolgende Monate. Damit soll

die bisher unpräzise Formulierung „vorübergehend“

konkretisiert werden. Ausnahmen

von dieser zeitlichen Beschränkung

sind möglich, sofern solche im Tarifvertrag

der jeweiligen Branche vorgesehen

sind. Die Überlassungshöchstdauer wird 24

Monate betragen.

Nach neun Monaten ist Leiharbeitern der

gleiche Lohn wie Festangestellten zu zahlen.

Allerdings dürfen Arbeitgeber und Gewerkschaften

auch hier unter bestimmten

Bedingungen längere Fristen vereinbaren.

Der Einsatz der Leiharbeitnehmer im

Streikfall wird mit Bußgeldern als Ordnungswidrigkeit

geahndet. In Fällen, in denen

die Leiharbeitnehmer nicht die Aufgaben

der streikenden Arbeitnehmer übernehmen,

ist der Einsatz allerdings nicht generell

verboten.

Darüber hinaus sieht der Entwurf des neuen

AÜG Pflichten des Entleihers gegenüber

dem Betriebsrat vor. Der Betriebsrat ist

insbesondere über den zeitlichen Umfang

des Einsatzes, den Einsatzort und die Arbeitsaufgaben

der Leiharbeiter zu informieren.

Der Missbrauch von Werkverträgen als verdeckte

Leiharbeit soll durch eine klar definierte

Abgrenzung zwischen abhängiger

Beschäftigung und Werkverträgen eingedämmt

werden.

W+M

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28 | W+M Exklusiv Datenschutz

Das gilt es zu beachten

l Rechtzeitig mit den Vorbereitungen

zur Umsetzung der DSGVO beginnen.

l Mit der Planung befassten Mitarbeitern

ein ausreichendes Zeitbudget

einräumen.

l Aktuellen Datenschutzstandard im

Unternehmen erfassen.

l Umstellungsbedarf ermitteln.

Datenschutz

Neue Regeln für Unternehmen

Den Datenschutz in Deutschland regelt momentan hauptsächlich

das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Dieses Gesetz wird

weitgehend ab dem 25. Mai 2018 durch die Europäische Datenschutzgrundverordnung

(DSGVO) abgelöst. Grund genug für

Unternehmen, sich bereits im kommenden Jahr mit den

Neuerungen auseinanderzusetzen.

l Bei der Umstellung auf neue Formate

sollte als Grundlage auf Standardformulare

zurückgegriffen werden.

Für wichtige Vorgänge (Einwilligung,

Auftragsdatenverarbeitungsvereinbarung)

wird es rechtzeitig entsprechende

Standardmuster geben.

l Es muss geprüft werden, ob Änderungen

in der Kundenansprache erforderlich

sind.

l Sämtliche Anpassungen sollten in

einer Arbeitsgruppe, bestehend aus

den betroffenen Mitarbeitern, besprochen

und umgesetzt werden. Die

Entscheidung über die Umsetzungsmaßnahmen

trifft die Geschäftsführung.

Zunächst bleibt es dabei: Die Verarbeitung

personenbezogener Daten

bedarf einer Rechtsgrundlage. Art.

6 Abs. 1 DSGVO nennt insgesamt sechs Erlaubnistatbestände.

Die Wichtigsten sind

die Einwilligung, die Datenverarbeitung zur

Vertragserfüllung und die Datenverarbeitung

kraft berechtigten Interesses. Letzteres

liegt zum Beispiel im Regelfall vor, wenn

Daten von Kunden auch zur personalisierten

Werbung für Produkte des Unternehmens

genutzt werden. Hier ändert sich wenig gegenüber

der bisherigen Rechtslage: Eine ausdrückliche

Erlaubnis des Kunden ist weiterhin

nicht erforderlich. Der Kunde kann allerdings

gegen die weitere Nutzung seiner personenbezogenen

Daten zu Werbezwecken

wie bisher jederzeit Widerspruch einlegen.

Informationsrechte von Betroffenen über

Art, Zweck und Umfang der Datenverarbeitung

werden hingegen deutlich erweitert.

Wichtig sind die Rechte auf Auskunft,

Berichtigung und Löschung. Unternehmen

sollten künftig diesen Anspruch von Kunden

oder sonstigen Personen einkalkulieren,

wenn sie personenbezogene Daten von diesen

zum Beispiel auf ihrer Facebook-Präsenz

oder in sonstigen Internetplattformen einstellen.

Dies sollte nicht ohne Zustimmung

des Betreffenden erfolgen und der Betroffene

darauf hingewiesen werden, dass eine

Löschung gegebenenfalls „schwierig wird“.

l Datenschutzbeauftragte und weitere

betroffene Mitarbeiter sind auf die

Anforderungen der DSGVO zu schulen.

Wesentliche Änderungen ergeben sich im

Bereich der Auftragsdatenverarbeitung

(Art. 28 ff. DSGVO). Die Verantwortung des

Auftragsdatenverarbeiters steigt: Dieser

kann sich nicht mehr allein auf Weisungen

des Auftraggebers verlassen, sondern hat

die ordnungsgemäße Datenverarbeitung eigenständig

zu kontrollieren. Die Anforderungen

an die Zusammenarbeit zwischen

Auftraggeber und Auftragsdatenverarbeiter

steigen deutlich an.

Ausgeweitet wurden die Meldepflichten bei

Verstößen gegen den Datenschutz (Art. 33

ff. BDSG). Bei der Einführung neuer Datenverarbeitungsverfahren

ist eine Datenschutzfolgeabschätzung

erforderlich (Art.

35 DSGVO). Hier verlangt Art. 36 DSGVO

bei risikoreichen Verarbeitungsvorgängen

eine vorherige Abstimmung mit der Datenschutzaufsicht.

Auch werden die Sanktionen

für Datenschutzverstöße durch die

DSGVO erheblich verschärft. Es können

empfindliche Geldbußen verhängt werden.


W+M

Foto: Jürgen Fächle/fotolia.com


EU-Recht W+M Exklusiv |

29

Der 50-Euro-Schein wird ab April 2017

in einer neuen Version herausgegeben.

Foto: Deutsche Bundesbank

Europäische Union

Brüsseler Beschlüsse und

Luxemburger Urteile

Aktuelles aus den Institutionen der Europäischen Union: Drei

Beschlüsse und Urteile, die für Unternehmer und Bürger der Europäischen

Union 2017 von Bedeutung sein werden.

EuGH: WLAN-Hotspots

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg

hat über Urheberrechtsverletzungen

bei offenen WLAN-Hotspots, wie

sie beispielsweise Café-Betreiber anbieten,

entschieden (Aktenzeichen C-484/14).

Demnach muss der Betreiber eines offenen

WLAN-Hotspots nicht grundsätzlich

für Urheberrechtsverletzungen haften,

die unter Nutzung seines Hotspots begangen

wurden. Ganz sorglos darf er den Hotspot

aber nicht betreiben. So kann, laut

EuGH, von ihm verlangt werden, den Anschluss

durch ein Passwort zu sichern und

die Identität des Nutzers festzustellen, der

den Anschluss für eine Urheberrechtsverletzung

missbraucht hat.

EZB: Der neue Fünfziger

Ab April 2017 müssen sich Verbraucher

auf einen neuen 50-Euro-Geldschein mit

erweiterten Sicherheitsmerkmalen einstellen.

Dieser ist Teil der zweiten Generation

des Euro-Bargelds.

Zunächst erhalten Banken und Einzelhändler

die neue Banknote. Sie können

dann Mitarbeiter schulen und die Geräte

und Automaten umstellen. Die alten Geldscheine

behalten aber ihre Gültigkeit und

werden nach und nach aus dem Umlauf

genommen. Bis Ende 2018 sollen noch die

neuen 100- und 200-Euro-Scheine eingeführt

werden. Der 500-Euro-Schein wird

hingegen nur noch bis Ende 2018 ausgegeben

und dann nach und nach abgeschafft.

Wichtig für die Währungshüter der Europäischen

Zentralbank sind vor allem die neuen

Sicherheitsmerkmale. Der als glänzende

Zahl aufgedruckte Wert „50“ auf der Vorderseite

ändert seine Farbe je nach Blickwinkel

von Smaragdgrün zu Tiefblau. In das

Hologramm der Banknote ist ein „Porträtfenster“

integriert. Es zeigt die mythologische

Figur Europa. An den Rändern auf der

Vorderseite ist eine Riffelung angebracht.

EU-Kommission:

Freies Roaming ab Sommer 2017

Die Roaming-Gebühren in der Europäischen

Union sollen im Juli 2017 grundsätzlich

fallen. Dies ist für Pendler, Urlauber

und Geschäftsreisen gleichermaßen

bedeutsam. Handytelefonate sind dann

innerhalb der EU mit dem normalen Mobilfunkvertrag

des Nutzers möglich, ebenso

wie der Versand von SMS und das Nutzen

von Datenvolumen im Internet.

Einzige Einschränkung: Nutzer müssen

SIM-Karten aus ihrem Wohnsitzland verwenden.

Damit soll möglichem Missbrauch

vorgebeugt werden, bei welchem Handynutzer

mit Verträgen aus Nachbarländern

telefonieren. Dies wäre wegen des erheblichen

Preisgefälles bei der mobilen Kommunikation

innerhalb der EU lohnenswert,

würde aber die Preispolitik der Provider

aushebeln.

Roaming-Gebühren sollen aber bei außergewöhnlichem

Nutzungsverhalten weiterhin

möglich sein. Einen möglichen Hinweis

auf einen Missbrauch sehen die EU-Kommissare

in einem auffälligen Missverhältnis

von heimischem zu ausländischem Telefonverkehr.

Auch Nutzung mehrerer SIM-

Karten eines Nutzers fürs Roaming könnte

einen solchen Verdacht erregen. W+M

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30 | W+M Exklusiv Energie

Erneuerbare Energien

Mehr Wettbewerb bei

den Erneuerbaren

Das überarbeitete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) tritt am

1. Januar 2017 in Kraft. Die wichtigste Änderung: Die Förderhöhe

für größere Anlagen wird künftig über Ausschreibungen festgelegt.

Das betrifft die Photovoltaik ebenso wie die Windenergie

und die Biomasse.

Mit der Novellierung des EEG wird

eine EU-Richtlinie umgesetzt, die

grundsätzlich die Festlegung der

Vergütung für Erneuerbare-Energien-Anlagen

über Ausschreibungen fordert. Mit dem

Systemwechsel in der Förderung treten potenzielle

Anlagenbetreiber künftig in den

Wettbewerb um die Kontingente an ausgeschriebener

Leistung. Es erhalten diejenigen

Betreiber den Zuschlag, die den geringsten

Förderbetrag pro Kilowattstunde

verlangen.

Solche Ausschreibungen sind für die Photovoltaik,

die Windkraft an Land und offshore

sowie für die Biomasse vorgesehen. Für Wasserkraftanlagen

und die Geothermie entfällt

die Ausschreibungspflicht wegen des geringen

Wettbewerbs. Der Grundgedanke: Die

Ausschreibungen fördern den Wettbewerb

zwischen Anlagenbetreibern und senken

auf diese Weise die Kosten für den Ausbau

Erneuerbarer Energien. Bislang wurde von

staatlicher Seite ein festgelegter Fördersatz

als Vergütung gezahlt.

Änderungen bei Solaranlagen

Eine Pflicht zur Teilnahme an den Ausschreibungen

besteht bei Solaranlagen mit einer

installierten Leistung von mehr als 750 Kilowatt

(kW). Für Ein- oder Mehrfamilienhausbesitzer

sowie kleine und mittlere Gewerbetreibende

treten damit kaum Änderungen

ein. Denn Anlagen mit geringerer Leistung

haben je nach Technologie und Größe

der Anlage nach wie vor einen Anspruch auf

eine EEG-Vergütung oder eine Marktprämie

Entwicklung des Anteils Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland

Anteil in Prozent

35

30

25

20

15

10

5

0

3,4

1990

6,2

2000

6,6

2001

7,7

2002

7,6

2003

27,3

25,1

23,5

20,3

16,3 17,0

14,2

15,1

11,6

9,3

10,2

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

31,6

2015

für den Strom, den sie in das Netz einspeisen.

Für Anlagen, die vor dem Inkrafttreten

des EEG 2017 in Betrieb genommen wurden,

besteht Bestandsschutz. Sie erhalten weiterhin

die Vergütung nach dem bis dato gültigen

EEG. Für Anlagen größer als 750 kW

werden drei Ausschreibungsrunden pro

Jahr durchgeführt mit jeweils 200 Megawatt

(MW) zu installierender Leistung.

Änderungen bei Windenergie

Auch bei der Windenergie richtet sich die

Höhe der Vergütung für Windenergieanlagen

über 750 kW an Land ab 2017 nach einem

Ausschreibungssystem. Ausgenommen sind

auch hier Anlagen bis zu 750 kW und so genannte

Übergangsanlagen, die bis Ende 2016

genehmigt und bis Ende 2018 in Betrieb genommen

wurden. Die Ausbauziele für Windenergieanlagen

an Land betragen für die Jahre

2017 bis 2019 jeweils 2.800 MW pro Jahr.

Außerdem sieht das neue EEG vor, dass der

Ausbau der Windkraft an Land in Gebieten

mit Netzengpässen beschränkt wird.

Änderungen bei Biomasse

In den Jahren 2017 bis 2019 werden jeweils

150 MW ausgeschrieben. Beteiligen

können sich Betreiber von Anlagen ab 150

kW. Alle Bestandsanlagen (auch mit weniger

als 150 kW Leistung) können an der Ausschreibung

teilnehmen, um eine zehnjährige

Anschlussförderung zu erhalten, wenn der

Strom bedarfsgerecht und flexibel erzeugt

wird.

W+M

Das Erneuerbare-Energien-

Gesetz (EEG)

Mit dem EEG will der Gesetzgeber sicherstellen,

dass Deutschland seinen Energiebedarf

im Jahr 2025 mit einem Anteil

der regenerativen Stromerzeugung am

Bruttostromverbrauch von 40 bis 45 Prozent

decken kann. Strom aus Erneuerbaren

Energien liefert seit 2015 den größten

Anteil an der deutschen Stromerzeugung.

Mit rund 32 Prozent übersteigt er

jenen aus Steinkohle, Braunkohle, Gas

oder Atomkraft.

Quelle Schaubild: BMWi auf Basis Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat), Stand August 2016, Angaben vorläufig


Recht W+M Exklusiv | 31

Aktuelle Urteile

Rechtsprechung für Unternehmer

und Selbstständige

Das sollten Sie wissen: Aktuelle Urteile für Unternehmer

und Selbstständige zu den Themen Betriebsrente, Betriebsvermögen

und Verkehrssicherungspflichten.

Betriebsrenten

Betriebsvermögen

Verkehrssicherungspflicht

Einzel- versus Kollektivvertrag

Nutzungsausfall bei Dienst-Pkw

Sturz eines Kunden

Foto: AllebaziB/fotolia.com

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte darüber

zu entscheiden, inwieweit Arbeitnehmer,

denen bereits einzelvertraglich eine betriebliche

Altersversorgung zugesagt wurde, von

einem kollektiven, auf einer Betriebsvereinbarung

beruhenden Versorgungssystem des

Arbeitgebers ausgenommen werden dürfen.

Dies darf nur dann vollständig geschehen,

wenn die Betriebsparteien davon ausgehen

können, dass diese Arbeitnehmer im Versorgungsfall

typischerweise eine zumindest annähernd

gleichwertige Versorgung erhalten.

Dem Kläger im verhandelten Fall waren einzelvertraglich

Leistungen der betrieblichen

Altersversorgung über eine Pensionskasse

zugesagt worden. Später trat eine Betriebsvereinbarung

in Kraft, mit der allen ab einem

bestimmten Stichtag eingestellten Arbeitnehmern

Leistungen der betrieblichen

Altersversorgung im Wege einer Direktzusage

versprochen wurden. Die zuletzt gültige

Betriebsvereinbarung sah vor, dass diese

für Arbeitnehmer, die eine einzelvertragliche

Zusage erhalten hatten, nicht gelte.

Das Hessische Landesarbeitsgericht muss

nun klären, ob die vom Unternehmen erteilten

einzelvertraglichen Zusagen annähernd

dem kollektiven Versorgungssystem gleichwertig

sind.

BAG, 3 AZR 134/15

Die Nutzungsausfallentschädigung für ein

Wirtschaftsgut des Betriebsvermögens

ist selbst dann in vollem Umfang eine Betriebseinnahme,

wenn das Wirtschaftsgut

teilweise auch privat genutzt wird. Dieses

für Selbstständige wichtige Urteil hat der

Bundesfinanzhof (BFH) gefällt.

Ein selbstständiger Versicherungsagent

nutzte ein Fahrzeug im Betriebsvermögen

ebenso wie privat. Für einen Nutzungsausfall

aufgrund eines Unfalls erhielt er

von der Versicherung des Unfallverursachers

eine Entschädigung. Das Finanzamt

wertete diese uneingeschränkt als

Betriebseinnahme, obgleich sich der Unfall

auf einer Privatfahrt ereignet hatte

und der Versicherungsagent für die Zeit

des Nutzungsausfalls kein Ersatzfahrzeug

angemietet, sondern Urlaub genommen

hatte.

Aber bewegliche Wirtschaftsgüter sind

selbst dann, wenn sie gemischt genutzt

werden, ungeteilt entweder Betriebsvermögen

oder Privatvermögen. Vereinnahmt

der Steuerpflichtige im Zusammenhang

mit Schäden am Wirtschaftsgut

Ersatzleistungen, richtet sich die steuerliche

Beurteilung stets nach der Zuordnung

des Wirtschaftsguts.

BFH, X R 2/14

Wird eine Selbstbedienungs-Tankstelle

ab 22:00 Uhr mit einem Nachtschalter

betrieben und wechselt das Personal um

Mitternacht die Schicht, reicht ein Kontrollgang

vor dem Schichtwechsel, um Gegenstände,

über die Kunden stürzen könnten,

zu entfernen. Mit einer entsprechenden

Anweisung zur Kontrolle und zur Beseitigung

von Verunreinigungen kommt

ein Tankstellenbetreiber seiner Verkehrssicherungspflicht

ausreichend nach.

Der Kunde kann nicht damit rechnen, dass

sich nachts durchgängig Personal außerhalb

des Verkaufsraums auf dem Tankstellengelände

aufhalte. Während des

eingeschränkten Nachtbetriebes sei es

nur erforderlich, vor dem Schichtwechsel

zur Nachtschicht einen Kontrollgang über

das Tankstellengelände durchzuführen, so

die Richter. Im Fall war eine Autofahrerin

auf dem Weg vom Nachtschalter zu ihrem

Fahrzeug gestürzt. Verursacht hätte

dies ihren Angaben zufolge eine schwarze

Plastikschlaufe eines Paketbinders, die

auf dem Boden lag. Ihre Forderung nach

Schmerzensgeld lehnte das Oberlandesgericht

(OLG) Hamm ab.

OLG Hamm, 7 U 17/16


W+M

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32 | W+M Exklusiv Insolvenz

Insolvenz

Die Insolvenzanfechtung soll

entschärft werden

Die Anfechtung durch Insolvenzverwalter geht nach aktuellem

Recht relativ weit – zu weit, wie viele Marktteilnehmer behaupten.

Dem Bundestag liegt ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung

vor, der aktuell im Parlament beraten wird. Ziel ist die

Entschärfung der Insolvenzanfechtung in mehreren Punkten.

Von Florian Stapper

3. Verkürzte Anfechtungsfrist

Konnte ein Insolvenzverwalter bislang

Leistungen der letzten zehn Jahre zurückfordern,

beschränkt der Gesetzentwurf

dieses Recht auf die letzten vier Jahre

vor Insolvenzantragstellung. Verschiebt

der Schuldner allerdings zielgerichtet Vermögen

an Dritte, gilt wieder die zehnjährige

Frist.

4. Wegfall von Zinsen

Bislang musste der Anfechtungsgegner

empfangene Leistungen verzinst zurückzahlen.

Der Gesetzentwurf will die Zinspflicht

bis zur Geltendmachung durch den

Verwalter streichen. Anfechtbar erlangte

Leistungen sind dann mit einem zinslosen

Darlehen vergleichbar.

Nach der zweiten und dritten Lesung

des Gesetzentwurfs ist 2017

mit einer zügigen Verabschiedung

des Gesetzes zur Verbesserung der

Rechtssicherheit bei Anfechtungen nach

der Insolvenzordnung und nach dem Anfechtungsgesetz

zu rechnen. Einzelheiten

sind noch in der politischen Diskussion.

Nach geltendem Recht reicht die Anfechtung

zehn Jahre zurück. Für eine Anfechtung

kann es ausreichen, wenn der

Anfechtungsgegner die drohende Zahlungsunfähigkeit

seines Kunden kannte

oder kennen musste. Durch die nun anstehende

Reform der Insolvenz ordnung

gewinnen Unternehmen an Planungssicherheit

und Handlungsspielraum. Sie

können mit Vertragspartnern in der Krise

weiter Geschäfte machen, ohne dabei

erheblichen Anfechtungsrisiken ausgesetzt

zu sein. Verlierer wäre die Gemeinschaft

der unbefriedigten Gläubiger,

denen die relativ weitgehende Insolvenzanfechtung

aktuell zugutekommt.

Folgende Änderungen werden diskutiert:

1. Bargeschäfte

Selbst sogenannte Bargeschäfte, bei denen

Leistungen und Gegenleistungen unmittelbar

erfolgen und gleichwertig sind,

können aktuell unter bestimmten Voraussetzungen

angefochten werden. Das erschwert

Geschäfte mit Unternehmen, die

sich in der Krise befinden, zum Teil ganz

erheblich. Durch die geplante Gesetzesänderung

soll Marktteilnehmern ein insolvenzfester

Leistungsaustausch mit Unternehmen

in der Krise ermöglicht werden.

Auch wenn die wirtschaftlichen und finanziellen

Schwierigkeiten des Vertragspartners

bekannt sind, können nahezu ohne

Anfechtungsgefahren weiter Leistungen

vereinnahmt werden. Voraussetzung ist

der zeitnahe Austausch gleichwertiger

Leistungen. Handelt der Schuldner unlauter

– investiert er zum Beispiel in flüchtige

Luxusgüter oder verschleudert das Betriebsvermögen

– kann ein Insolvenzverwalter

gleichwohl zurückabwickeln.

2. Insolvenzfeste Vollstreckung

Wer in den letzten drei Monaten vor Antragstellung

gegen den Insolvenzschuldner

vollstreckt hat, musste bislang die Erlöse

an den Verwalter herausgeben. Dem

soll nun ein Riegel vorgeschoben werden.

Wer etwas durch Zwangsvollstreckung erlangt

hat, soll es nicht wieder herausgeben

müssen. Die geplanten Regeln lassen

jedoch Ausnahmen zu. Wirkt ein Schuldner

etwa an der Vollstreckung mit, bestehen

weiter Anfechtungsrisiken.

5. Verfahrenseröffnung trotz

Bezahlung des Gläubigers

Schuldner können nicht mehr die Insolvenzantragstellung

abwarten und den

Antragsteller sodann durch Zahlung

dazu zwingen, seinen Antrag für erledigt

zu erklären. Da ein Insolvenzantrag künftig

trotz Bezahlung des antragstellenden

Gläubigers zur Verfahrenseröffnung führen

soll, steigt der Druck auf Schuldner, offene

Verbindlichkeiten rechtzeitig zu bezahlen.

W+M

Prof. Dr. Florian Stapper ist Fachanwalt für

Insolvenz- und Steuerrecht und Inhaber von

STAPPER Insolvenz- und Zwangsverwaltung.

Foto: alphaspirit/fotolia.com (oben), Stapper (unten)


Verbraucherrecht W+M Exklusiv |

33

Verbraucherrecht

Text- statt Schriftform

Bei Änderungen in Verbraucherverträgen gilt jetzt

die Textformerfordernis. Damit erfüllen künftig auch

Mitteilungen per SMS oder E-Mail die Anforderungen an eine

Vertragsänderung. Der Paragraf 309 des Bürgerlichen Gesetzbuches

(BGB) wurde dafür entsprechend abgeändert.

Foto: visivasnc/fotolia.com

Für alle künftig abgeschlossenen Verbraucherverträge

gilt damit: Wer Ansprüche

geltend machen, Änderungen

bewirken oder Widerrufe tätigen möchte,

muss dies nicht mehr auf dem Papierweg erledigen.

Nun reichen dafür auch eine SMS, ein

Fax, ein eingescanntes PDF oder eine E-Mail.

Dies gilt etwa für Vertragskündigungen, Gewährleistungsansprüche

oder den Wunsch

nach Vertragsänderungen.

Einbezogen in diese Regelung sind beispielsweise

auch Erklärungen bei Standard-Arbeitsverträgen

oder bei der Abwicklung von

Online-Käufen. Für Arbeitgeber heißt das beispielsweise,

dass sie künftig ihre Standard-

Arbeitsverträge daraufhin überprüfen müssen,

ob diese bisher in einzelnen Textpassagen

eine Schriftform für Erklärungen verlangen.

Allerdings findet die neue Vorschrift

keine Anwendung auf Verträge, die bereits

vor dem 1. Oktober 2016 geschlossen wurden.

Vertragsformulierungen wie „die Kündigung

muss schriftlich erfolgen“ oder „bedürfen

der Schriftform“ sind damit hinfällig.

Obsolet wird damit auch die bei der Schriftform

notwendige eigenständige Namensunterschrift.

Bei der Textform genügt es, wenn

der Absender durch Namensnennung im Text

klar zu erkennen ist.

Verbraucherstreitigkeiten: Hinweis erforderlich

Im Frühjahr 2016 trat das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz

(VSBG) in Kraft. Das

Gesetz mit dem etwas kompliziert klingenden

Namen ist eine Umsetzung einer europäischen

Richtlinie über alternative Formen

der Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten.

Es soll Wege zur außergerichtlichen

Einigung bei Streitigkeiten zwischen

Verbrauchern und Unternehmen, aber auch

mit Rechtsanwälten und Steuerberatern eröffnen.

Das neue Verfahren dürfen nur zugelassene

Verbraucherschlichtungsstellen

durchführen. Die Teilnahme an der Schlichtung

ist für beide Seiten freiwillig.

Wichtig: Die neue Regelung gilt nicht für notariell

beurkundete Verträge. Außerdem ausgenommen

sind Kündigungen von Arbeitsverträgen

und Mietverträgen. Hier ist weiterhin

die Schriftform erforderlich.

Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses

per SMS wird es also auch weiterhin nicht

geben. Kündigungserklärungen und Auflösungsverträge

sind nur gültig, wenn sie im

Original von den Vertragsparteien unterzeichnet

wurden.

Zum 1. Februar 2017 ergeben sich für Unternehmen

daraus neue Hinweispflichten,

sofern sie eine Webseite im Internet betreiben

oder AGB verwenden. Sie müssen den

Verbraucher in leicht zugänglicher und verständlicher

Form über die Teilnahmebereitschaft

an einem Streitbeilegungsverfahren

informieren. Soweit sich das Unternehmen

verpflichtet hat, an einem solchen Verfahren

teilzunehmen, muss es zudem Angaben

zur Anschrift und Website der Verbraucherschlichtungsstelle

machen. Kommt das

Unternehmen den Hinweispflichten nicht

nach, drohen Abmahnungen.

TIPP

Unternehmen müssen ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen

(AGB) nun entsprechend

zügig anpassen und die Verbraucher

auf die Textform anstelle der Schriftform

hinweisen. Ansonsten drohen im neuen

Jahr Abmahnungen – etwa durch Verbraucherzentralen

– und generell eine Unwirksamkeit

der Allgemeinen Geschäftsbedingungen

des Unternehmens. W+M

www.WundM.info


34 | W+M Exklusiv Termine 2017

Verlage und Buchliebhaber

kommen

im März auf der

Leipziger Buchmesse

zusammen.

Vom 14. bis 24. September 2017 findet die 67. Internationale

Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main statt.

Terminkalender

Die wichtigsten Termine 2017

für den Mittelstand

Rechtzeitig planen: Die wichtigsten Branchentreffs,

Messen und Termine für den Mittelstand im Jahr 2017

20. – 29. Januar 2017 Berlin: Internationale Grüne Woche

28. – 31. Januar 2017 Frankfurt am Main: Paperworld – Internationale Messe für Papier, Büro- und Schreibwaren

11. – 19. Februar 2017 Leipzig: Mitteldeutsche Handwerksmesse

3. – 5. März 2017 Rostock: 18. Bauen & Sanieren – EIGENHEIM Rostock

7. – 10. März 2017 Leipzig: Intec – Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik

8. – 12. März 2017 Berlin: ITB Berlin – Weltleitmesse für Touristik

8. – 14. März 2017 München: IHM – Internationale Handwerksmesse/Leitmesse

14. – 18. März 2017 Frankfurt am Main: ISH – Weltleitmesse Gebäude-, Energie- und Klimatechnik

20. – 24. März 2017 Hannover: CeBIT – Weltmesse für Digitalisierung

23. – 26. März 2017 Leipzig: Leipziger Buchmesse

5. – 7. April 2017 Leipzig: terratec – Fachmesse für Entsorgung, Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft

6. – 9. April 2017 Köln: FIBO – Internationale Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit

24. – 28. April 2017 Hannover: Hannover Messe – die weltweit wichtigste Industriemesse

16. – 18. Mai 2017 Hannover: Biotechnica – die Welt der Biotechnologie

26. – 29. Juni 2017 München: LASER World of PHOTONICS – Weltleitmesse für optische Technologien

14. – 24. September 2017 Frankfurt am Main: Internationale Automobil-Ausstellung (IAA)

16. September 2017 Bundesweiter Tag des Handwerks

20. – 22. September 2017 Leipzig: efa – 15. Fachmesse für Gebäude- und Elektrotechnik, Licht, Klima und Automation

7. – 11. Oktober 2017 Köln: Anuga – Leitmesse für die globale Ernährungswirtschaft

11. – 15. Oktober 2017 Frankfurt am Main: Frankfurter Buchmesse

12. – 18. November 2017 Hannover: Agritechnica – Internationale Messe für Landtechnik

12. – 15. November 2017 Rostock: GastRo 2017 – Fachausstellung für Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung

23. November 2017 Potsdam: 21. Unternehmer-Konvent des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

Fotos: IAA (links), Leipziger Messe (rechts)


BRANDENBURG

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WIRTSCHAFT+MARKT 1-2/2015

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26. Jahrgang | Heft 4 | Juli/August 2015 | 5 | ZKZ 84618

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26. Jahrgang 26. Jahrgang | Heft 5 | September/Oktober Heft 4 | Juli/August 2015 | 5 | ZKZ 84618

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26. Jahrgang 26. | Jahrgang Heft 6 | November/Dezember | Heft 4 | Juli/August 2015 | 5 | ZKZ 84618

DAS OSTDEUTSCHE UNTERNEHMERMAGAZIN

ENERGIE

ELEKTRISIERT

DIE

WIRTSCHAFT

GRÜNT

THÜRINGEN

IM INTERVIEW

Ministerpräsident

IM INTERVIEW

Bodo Ramelow

Ministerpräsident

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STUDIE

SACHSEN

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Rivalität auf

der Ostsee

Mittelstand im

digitalen Wandel

UMFRAGE

Welches Auto

passt zu Ihnen?

Kraftakt

Firmenübergabe

EXKLUSIVE INTERVIEWS

Bundeswirtschaftsminister

Sigmar Gabriel

Ministerpräsident

Stanislaw Tillich

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Betriebliche

Altersvorsorge

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27. Jahrgang 26. Jahrgang | Heft | Heft 1 | Januar/Februar 4 | Juli/August 2016 2015 | 5 | ZKZ 84618

DAS OSTDEUTSCHE UNTERNEHMERMAGAZIN

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27. Jahrgang | Heft 2 | März/April 2016 | 5 | ZKZ 84618

DAS OSTDEUTSCHE UNTERNEHMERMAGAZIN

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27. Jahrgang | Heft 3 | Mai/Juni 2016 | 5 | ZKZ 84618

Beilage

DAS OSTDEUTSCHE UNTERNEHMERMAGAZIN

Mecklenburg-

Vorpommern

BERLIN

GESUNDHEITSWIRTSCHAFT

EIN GESCHÄFT

FÜR VIELE

BRANCHEN

OSTPRODUKTE

DIE UNHEIMLICHE

RENAISSANCE

Motorenwerk Kölleda:

Herz einer Region

WindNODE:

Energie aus dem Norden

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mit

Sachsen-Anhalt

FERIEN DAHEIM

TOURISMUS

Wie der neue Trend

den Osten stärkt

LÄNDERREPORTS

100 Jahre Leuna

Profisport im Osten

IM INTERVIEW

Berlins Regierender

Michael Müller

Bilanz vor der Wahl:

Reiner Haseloff

Davos in Bad Saarow:

Ostdeutsches Wirtschaftsforum

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Investieren im Iran

Gesundes Arbeiten im Büro

Mutig in der Insolvenz

REPORT

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Metall-Gen

Management:

Der Honecker-Effekt

Travel:

Tipps für Geschäftsreisen

LIFESTYLE

Edle Uhren-Neuheiten

Logieren in Schlosshotels

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Gutschein

statt Geld

INTERVIEWS

Christian Pegel, Erwin Sellering und Gerold Jürgens,

Tillmann Stenger, Peter-Michael Diestel, Reinhard Pätz

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BRÜSSELER SEGEN

WIE DER OSTEN VON

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LÄNDERREPORT

Schwerin dockt an

Hamburg an

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Sachsen

ZUKUNFT OST

WELCHE PERSPEKTIVEN UNSERE ELITE

FÜR DIE NEUEN LÄNDER ENTWICKELT

Flughäfen am Tropf

der öffentlichen Hand

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Brandenburg

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So gelingt die

Unternehmensnachfolge

Kassenführung im

Visier der Finanzämter

TILLICH & WOIDKE IM INTERVIEW

Zwei Lausitzer, zwei Landesväter,

zwei Parteien, zwei Freunde

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Thüringen

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