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nassauversicherungen

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Nassau Maklerinfo

Erstausgabe, September 2008

Wissen

was den Markt

bewegt

Der Versicherungs-Spezialist für

Haftpflicht und Krisenmanagement

www.nassauversicherungen.de


Editorial

TThheemmeenn ddeerr 11.. AAuussggaabbee

� Krisenmanagement

Entführung und Lösegeld:

Vorfälle von Entführungen und

Erpressungen verzeichnen einen

weltweit alarmierenden Anstieg

Wolfgang Dinzen

Direktor

Krisenmanagement

� Haftpflicht

Das neue Rechtsdienstleistungsgesetz

Werner Reitz

Senior Underwriter

Haftpflicht

� Haftpflicht

Haftpflicht Renewal 2009 -

“The same procedure

as every year?”

Nassau Intern

� Termine

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Spätsommer heißt in der Versicherungswirtschaft Anfang

der Verlängerungssaison, sozusagen der Endspurt des

Jahres. Der Beratungsbedarf steigt und damit auch die

Anspannung.

Um Sie adäquat über Neuigkeiten zu informieren,

praktische Informationen und relevante Jurisprudenz mit

Beziehung zu unseren Firmenversicherungen zu bieten,

freut es mich, Ihnen die erste Ausgabe der periodischen

Nassau Makler-Info aushändigen zu dürfen. Wir hoffen,

hiermit die Kontakte mit Ihnen zu verstärken und Sie

im Hintergrund bei der Beratung Ihrer Kunden zu

unterstützen.

Wissen, was den Markt bewegt! Das ist unser erklärtes

Ziel als Spezialversicherer. Um dies zu gewährleisten,

werden wir das direkte Gespräch mit Ihnen optimieren

und bereiten wir momentan die dezentrale Aufstellung der

Nassau in Deutschland vor. Durch Gründung einer neuen

Abteilung “Produktentwicklung & Special Lines” wird

unsere Rolle als innovativer Spezialist verstärkt Gestalt

annehmen.

Weitere Themen dieser Ausgabe sind das neue

Rechtsdienstleistungsgesetz (Reform des Gesetzes vom

01.07.08), Entführung & Lösegeld (Wie hoch ist das Risiko

wirklich?), Haftpflicht Renewal 2009 (aktuelle Informationen

aus der Haftpflichtabteilung) sowie Termine.

Ihr

Arnold A. Pit

Hauptbevollmächtigter


Entführung & Lösegeld

VORFÄLLE VON ENTFÜHRUNGEN UND ERPRESSUNGEN

VERZEICHNEN EINEN WELTWEIT ALARMIERENDEN ANSTIEG

Besteht Handlungsbedarf auch in Ihrem Unternehmen?

Die Bedrohung der Entführung, Erpressung und des widerrechtlichen Gewahrsams sind zu alltäglichen

Vorkommnissen geworden. Unternehmen und Privatpersonen sind in konsequenter Weise gezwungen,

sich diesen ernsthaften Verbrechen und deren Konsequenzen zu stellen. Neue Untersuchungen bestätigen,

dass die klassischen Opfer von Entführungen, vermögende Privatpersonen, in der Anzahl der

Fälle mittlerweile durch Leiter und Angestellte von Unternehmen übertroffen wurden. Das Risiko der

Führungskräfte ist besonders hoch, wenn sie für Firmen arbeiten, die sie auf Reisen oder zu Zweigstellen

in Regionen mit erhöhtem Risiko, wie zum Beispiel Lateinamerika, dem Mittleren/Fernen Osten,

Afrika, Osteuropa, Russland oder Asien, entsenden. Manager globaler Konzerne, die für ihre Unternehmen

in eine der zuvor genannten Regionen ziehen, riskieren viel. Organisierte Banden kalkulieren,

dass Konzerne ihre Mitarbeiter versichern.

Insbesondere für Unternehmen mit hohem Bekanntheitsgrad und einer starken Marktposition in einem

bestimmten Marktsegment besteht ein erhöhtes Risiko. Aber auch solche, die mit viel Bargeld, vertraulichen

Daten und Patenten oder sensiblen Technologien umgehen, haben ein hohes Risikopotential.

Fortschreitende Globalisierung und fallende Handelsrestriktionen führen zum Anstieg der Aktivitäten

vieler Unternehmen in weltweiten Dimensionen. Das schließt die wachsende Bedrohung durch Entführungen

mit Lösegeldforderungen und Erpressungen mit ein. Dabei sind nicht nur Personen, sondern

auch Vermögensbestandteile des Unternehmens betroffen.

Entführung und Erpressung sind nicht länger Tatbestände, die „Anderen anderswo widerfahren“.

Das Risiko ist längst von der Möglichkeit zur Wahrscheinlichkeit avanciert. Und: Die Bedrohung ist

nicht mehr nur auf die traditionellen Hochrisikoregionen Lateinamerikas beschränkt. Speziell in den

Wachstumsmärkten Osteuropas sowie in Asien nehmen die Fälle von Entführung und Erpressung in

alarmierendem Maße zu.

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Entführung & Lösegeld

Entführung und Lösegeld als ein neu entdeckter „Geschäftszweig“

Erfahrungsgemäß wird weltweit nur eine von zehn Entführungen gemeldet. Gesicherte Daten aus

offizieller Quelle sind rar, die Dunkelziffer ist hoch. Das Ausmaß kann daher nur geschätzt werden.

Regierungen sind oft darauf bedacht, die Situation herunterzuspielen, um die Auswirkungen auf den

Tourismus und auf die Investitionen aus dem Ausland zu minimieren.

Aus unterschiedlichen Quellen geht aber eindeutig hervor, dass Entführungen mit Lösegeldforderungen

seit den 90er Jahren nicht nur kontinuierlich zunehmen, sondern einen regelrechten Boom erleben.

Bislang galt die Mitarbeit für internationale Hilfsorganisationen als sicher, doch Entführungen von

Mitarbeitern auch dieser Organisationen beunruhigen die Branche.

Ca. 63 % der Fälle enden in der Bezahlung einer Geldsumme, 15 % der Opfer werden ohne

Bezahlung freigelassen, 7 % werden erfolgreich befreit und nur 5 % gelingt die Flucht. Ungefähr

10 % der Fälle enden mit dem Tod des Opfers.

Erpressung: eine unterschätzte Bedrohung - auch in Europa

Auch innerhalb Europas stellen Erpressungen eine große Bedrohung dar und sie treten in

unterschiedlicher Form auf:

• Drohung gegen Leib und Leben;

• Drohung mit der Zerstörung von Firmenvermögen;

• Androhung der Preisgabe von Firmengeheimnissen;

• Androhung der Vernichtung von Computerdaten durch unmittelbare Einwirkung

oder durch Computerviren (Cyber-Terrorism).

In Russland hat Erpressung einen derartigen Umfang angenommen, dass sie fast als Kalkulationsposten

betrachtet werden muss: Mehr als zwei Drittel der in Russland ansässigen Unternehmen wurden entweder

mit Erpressungs- und Schutzgeldforderungen („roof“) konfrontiert oder leisteten bereits Lösegeldzahlungen.

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Entführung & Lösegeld

Der immaterielle Schaden der Angehörigen

Während das zu zahlende Lösegeld bei Entführungen und Erpressungen häufig die Hauptaufmerksamkeit

der Medien und der Unternehmensführung erfährt, sind auch andere, weniger offensichtliche

Faktoren von Wichtigkeit:

Stress für Angestellte und deren Familien - auch wenn sie nicht unmittelbar Opfer der Entführung sind.

Unterbrechung des Geschäftsbetriebes: Die lange Zeit der Verhandlungen und des Wartens hindert

Personen in Schlüsselpositionen oft daran, ihren eigentlichen Aufgaben nachzugehen. Der emotionale

Druck auf Entscheidungsträger ist enorm.

Sorge um die Opfer nach dem Vorfall: Dieser endet für sie oft nicht mit der Befreiung; je nach den

Umständen der Entführung kann eine längere Periode der Erholung, Beratung und psychologischen

Betreuung notwendig sein.

Publicity - die Waffe des Erpressers: Die Kenntnis der Öffentlichkeit von einer Erpressung kann zusätzliche

Kosten für das Unternehmen bedeuten. Diese betreffen Öffentlichkeitsarbeit (PR), Rückrufkosten

und Rückgang der Produktion, verursacht durch die Tatsache, dass die Verbraucher aus Angst weniger

Produkte kaufen oder die Produkte gar ablehnen. Im schlimmsten Fall können „Trittbrettfahrer“ die

Folgen eines Erpressungsversuches noch verlängern und verstärken. Nicht zuletzt können sich derartige

Fälle bei Bekanntwerden auf das Finanzergebnis, das Vertrauen der Aktionäre oder potentielle Anleger

auswirken (Shareholder Value).

Die Lösung von PIA Nassau Europe

Die PIA Nassau Europe ist ein Joint Venture der Professional Indemnity Inc. in New York und der

Nassau Verzekering Maatschappij N.V. in Rotterdam. Sie bietet dem Versicherungsnehmer mit ihrer

Versicherung neben dem finanziellen Schutz mit Deckungssummen bis zu EUR 25 Mio., bei

Lösegeldforderungen und Erpressungsversuchen auch Zugriff auf eines der weltweit führenden

Krisenberatungsunternehmen Corporate Risk International (CRI) (www.corprisk.com). Dieses

Unternehmen leistet Hilfestellung im Umgang mit derartigen Problemen vor, während und nach

einem Vorfall.

Das Corporate Risk International verfügt über sehr gut ausgebildete Teams mit der Erfahrung von

Ex-Mitarbeitern von Geheimdiensten, Militär und Polizei. Dies ist insbesondere von großer Bedeutung

bei der Entschärfung von Spannungen bei Entführungssituationen und bei ausgefeilten Verhandlungstechniken,

die für eine optimale Lösung eines Falles erforderlich sind.

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Entführung & Lösegeld

Ferner kann Corporate Risk International auch eingeschaltet werden, um Unternehmen, die Mitarbeiter

in Hochrisikogebiete entsenden, individuelle Sicherheitsratschläge zu erteilen. Diese beziehen sich

sowohl auf Vorkehrungen zur Verminderung des Entführungsrisikos als auch auf das beste Vorgehen

im Ernstfall.

Da Berater notwendigerweise so schnell wie möglich nach einer Entführung eingeschaltet werden

müssen, sorgt eine 24-Stunden-Notrufnummer dafür, dass qualifizierte Beratung umgehend gewährleistet

ist. In Deutschland steht Ihnen als Ansprechpartner Herr Frank Michaelis von dem Krisenberatungsunternehmen

Toribos als lokaler Repräsentant von Corporate Risk International zur Verfügung

(www.toribos.com).

Einfluss und Bedeutung von Verhandlungsexperten

Viele Entführungsfälle - insbesondere diejenigen, in denen Leitungsorgane von Unternehmen betroffen

sind - werden durch gezieltes Verhandeln ruhig und sicher gelöst. Das Hauptziel ist, dabei zu gewährleisten,

dass das Opfer mittels des sorgfältig geführten Dialogs sicher zurückkehren kann; außerdem

wird man versuchen, die Summe, die das Unternehmen zu zahlen bereit ist, mit den Forderungen der

Entführer in Einklang zu bringen.

Der Rat von Experten macht den Unterschied. Wenn spezialisierte Berater, wie beispielsweise

Corporate Risk International, beteiligt sind, steigt die Erfolgsquote von Freilassungen beträchtlich.

Die Wahrscheinlichkeit des tödlichen Ausgangs für das Opfer wird signifikant gesenkt, während sie

ohne die Hilfe von Experten erwiesenermaßen bis zu 10 % erreichen kann. Diese spezialisierten

Berater sind mit den unterschiedlichen Gegebenheiten in den „Entführungszentren“ der Welt vertraut.

Das schließt die Kenntnis von der Effizienz der regionalen Polizeibehörden ebenso ein, wie die mögliche

Erschwerung der Entführung durch den „Verkauf“ des Opfers an einen anderen Kriminellen oder an

eine andere Guerillaorganisation.

Als Fachleute mit Erfahrung in einer Vielzahl von Entführungssituationen sind Berater in der Lage

einzuschätzen, wie viel Druck risikolos auf die Entführer ausgeübt werden kann; sie können erkennen,

wann eine Situation gefährlich wird und man Zugeständnisse machen sollte.

Nicht zuletzt nehmen Krisenberater in gewisser Weise den Druck von der jeweiligen Unternehmensführung

und ermöglichen angemessene und verantwortungsvolle Entscheidungen.

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Entführung & Lösegeld

Das Deckungskonzept im Wesentlichen:

• Entführung und Erpressung (auch angedrohte), ungerechtfertigte Freiheitsberaubung,

Entführung eines Flugzeugs/Fahrzeugs

• Zahlung von Lösegeld/Erpressungsgeld

• Verlust des Lösegeldes bei der Übergabe

• Todesfall- oder Invaliditätsversicherungsschutz (optional)

• Verteidigungskosten

• Beratungskosten

• Evakuierungskosten (optional)

• Indirekte Erpressung (optional)

• Betriebsunterbrechungskosten (optional)

• Sonstige Kosten

Alle notwendigen Kosten - wie z. B. Aufwendungen für Informanten, Dolmetscher, Darlehenszinsen,

Gehälter, Reisekosten, Arzt- und Krankenhauskosten, Gutachter, Kuren und Rehabilitationen, erhöhte

Sicherungs- und Bewachungskosten, psychiatrische Beratung, persönliche finanzielle Verluste - werden

ersetzt, um nur einige zu nennen.

Wolfgang Dinzen

Direktor Krisenmanagement

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Haftpflicht

Das neue Rechtsdienstleistungsgesetz

Eine Reform der Regelungen hinsichtlich der Zulässigkeit der Rechtsberatung war in Deutschland lange

überfällig. Bislang erfolgte sie durch das Rechtsberatungsgesetz (RBerG), das in seinen Ursprüngen aus

der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammte und mehrfach novelliert wurde. Der Gesetzgeber hat nun

durch den Erlass des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) einen großen Schritt getan. Dieses ist zum

01.07.2008 in Kraft getreten und hat das Rechtsberatungsgesetz ersetzt.

Regelungsumfang

Das RDG beinhaltet keine allgemeine und allumfängliche Regelung der Befugnis zur Rechtsberatung,

wie sie im RBerG erfolgte. Dort wurden die Begriffe Rechtsberatung, Rechtsbetreuung und Rechtsbesorgung

nebeneinander ohne nähere Eingrenzung verwendet und damit jede Erledigung fremder

Rechtsangelegenheiten dem Erlaubnisvorbehalt unterstellt. Das RDG gilt nur im außergerichtlichen

Bereich und für Fälle echter Rechtsanwendung. Dafür wird der Begriff der Rechtsdienstleistung neu

eingeführt und in § 2 Absatz 1 RDG wie folgt definiert:

Rechtsdienstleistung ist jede Tätigkeit in konkreten fremden Angelegenheiten, sobald sie eine rechtliche

Prüfung des Einzelfalls erfordert.

Die allgemeine Information über rechtliche Gegebenheiten und die Wiedergabe rechtlicher Regelungen

sind keine Rechtsdienstleistungen. Beispiel: Rundschreiben einer Verbraucherzentrale über die Möglichkeiten

des Rücktritts bei Fernabsatzverträgen.

Eine rein schematische Rechtsanwendung, die keinerlei juristische Prüfung erfordert, ist ebenso keine

Rechtsdienstleistung. Beispiel: Kündigung eines Energielieferungsvertrages durch einen Energieberater.

Nur für Fälle der oben definierten Rechtsdienstleistung ist demnach zu prüfen, inwieweit diese durch

das RDG oder andere Gesetze (siehe § 1 Absatz 2 und § 3 RDG) erlaubt ist.

Erlaubnis durch das RDG

Das RDG kennt fünf verschiedene Formen der Erbringung von erlaubten Rechtsdienstleistungen:

1. Rechtsdienstleistung als Nebentätigkeit (§ 5 RDG)

Erlaubt sind Rechtsdienstleistungen dann, wenn sie im Zusammenhang mit einer anderen beruflichen

Tätigkeit als Nebenleistung erbracht werden.

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Haftpflicht

Das bedeutet, dass die Rechtsdienstleistung nicht als eigenständige Dienstleistung, sondern nur im

Zusammenhang mit einer dem Berufsbild entsprechenden Tätigkeit oder zur vollständigen Erfüllung

der vertraglichen oder gesetzlichen Pflichten erbracht werden darf.

Ob eine Nebenleistung vorliegt, ist nach ihrem Inhalt, Umfang und sachlichem Zusammenhang mit

der Haupttätigkeit zu beurteilen. Weiterhin ist zu berücksichtigen, welche Rechtskenntnisse für die

Haupttätigkeit erforderlich sind.

In drei Unterfällen ist dies etwas einfacher: Rechtsdienstleistungen, die in Zusammenhang mit einer

Testamentsvollstreckung, der Haus- und Wohnungsverwaltung oder der Fördermittelberatung erbracht

werden, gelten als erlaubt.

Auch für die Erbringung von Rechtsdienstleistungen durch Steuerberater, die diese neben der Steuerund

Wirtschaftsberatung erbringen, gelten die Regeln des § 5 RDG. In der Praxis ist der Maßstab klarer

geworden, ein signifikant vergrößerter Umfang erlaubter Rechtsberatung ergibt sich für die Steuerberater

aufgrund der bereits erfolgten Aufweichung der strengen Regeln des RBerG (durch BGH-

Rechtsprechung) jedoch nicht. Es bleibt daher auch künftig abzuwarten, wie die Rechtsprechung

die Abgrenzung der Rechtsdienstleistung des Steuerberaters als Nebenleistung vornehmen wird.

Im Rahmen der gemäß § 67 StBerG unterhaltenen Berufs-Haftpflichtversicherung umfasst das

Bedingungskonzept der Nassau Versicherungen auch heute schon die zulässige Rechtsberatung.

Durch die Einführung des RDG haben sich hierzu keine Änderungen ergeben. Gemäß Teil 3 AVB-ASW

Ziffer 10 der Risikobeschreibung zur Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Steuerberater

besteht im bedingungsgemäßen Umfang Versicherungsschutz für die Besorgung sonstiger fremder

Rechtsangelegenheiten, soweit die Grenzen der erlaubten Tätigkeit nicht bewusst überschritten werden.

2. Unentgeltliche Rechtsdienstleistung (§ 6 RDG)

Grundsätzlich erlaubt sind unentgeltliche Rechtsdienstleistungen. Dabei ist unentgeltlich nicht automatisch

gleichbedeutend mit kostenlos, denn manche so genannte „kostenlose Leistung“ wird von Firmen

zu Werbe- oder Kundenbindungszwecken erbracht. Die unentgeltliche Rechtsdienstleistung darf jedoch

nicht im Zusammenhang mit einer entgeltlichen Tätigkeit stehen. Soweit aber eine unentgeltliche

Rechtsdienstleistung außerhalb des Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreises und nicht auf Basis

enger persönlicher Beziehungen stattfindet, zum Beispiel durch karitative Einrichtungen, knüpft das

RDG die Erlaubnis an das Vorliegen folgender Voraussetzungen:

Die Rechtsdienstleistung muss durch eine Person, der die entgeltliche Erbringung dieser Dienstleistung

erlaubt ist (z. B. Rechtsanwalt), oder durch eine Person mit Befähigung zum Richteramt (Volljurist) oder

unter Anleitung einer solchen erfolgen. Dies soll die Qualität der Rechtsdienstleistung sichern.

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Haftpflicht

Auch der Begriff der Anleitung wird definiert:

Anleitung erfordert eine an Umfang und Inhalt der zu erbringenden Rechtsdienstleistung ausgerichtete

Einweisung und Fortbildung sowie eine Mitwirkung, soweit im Einzelfall erforderlich.

Soweit nicht Anwälte oder andere Volljuristen als Berater verfügbar sind, ist also im Vorfeld eine

besondere Organisation erforderlich, um Rechtsdienstleistungen so erbringen zu können, wie es

das Gesetz verlangt.

3. Rechtsdienstleistung durch Berufs- und Interessenvereinigungen, Genossenschaften

Während in der Vergangenheit die Rechtsberatung nur berufsständischen und vergleichbaren

Vereinigungen erlaubt war, ist die Erbringung von Rechtsdienstleistungen für die Mitglieder nun

auch weiteren Interessenvereinigungen erlaubt (z. B. Automobilclubs). Die Rechtsdienstleistung darf

allerdings nicht Hauptzweck des Vereins oder von übergeordneter Bedeutung sein. Auch muss die

Qualität der Rechtsdienstleistung sichergestellt sein; das RDG verlangt die gleichen Voraussetzungen

wie bei der unentgeltlichen Rechtsdienstleistung (s. o. Ziff. 2). Erbringer muss nicht der Verein selbst

sein, dessen Mitglied die Leistung empfängt, es kann auch ein Dachverband oder eine im Alleineigentum

des Verbandes oder des Dachverbandes stehende juristische Person (z. B. GmbH) sein.

Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass viele große Mitgliedervereine in Landes- und Regionalvereine

untergliedert sind und ihren Mitgliedern gegenüber Dienstleistungen oft nicht direkt, sondern durch

Mitarbeiter des Bundesverbandes oder eine eigene Servicegesellschaft erbringen.

4. Rechtsdienstleistung durch öffentliche oder öffentlich anerkannte Stellen

Erlaubt sind weiterhin Rechtsdienstleistungen, die durch gerichtlich oder behördlich bestellte Personen,

Behörden und juristische Personen des öffentlichen Rechts, nach Landesrecht als geeignet anerkannte

Personen oder Stellen im Sinne von § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO, Verbraucherzentralen und andere mit öffentlichen

Mitteln geförderte Verbraucherverbände, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, anerkannte Träger

der freien Jugendhilfe und anerkannte Behindertenverbände im Rahmen ihres Aufgaben- und

Zuständigkeitsbereichs erbracht werden.

5. Rechtsdienstleistung durch registrierte Personen mit besonderer Sachkunde (§ 10 RDG)

Bestimmte Rechtsdienstleistungen dürfen nur durch registrierte Personen mit besonderer Sachkunde

erbracht werden. Dies sind Inkassodienstleistungen, Rentenberatung und Rechtsdienstleistungen in

einem ausländischen Recht, alles Tätigkeiten, für die vorher auch eine Erlaubnis nach dem RBerG

erforderlich war. Die erforderliche Sachkunde ist gesetzlich festgelegt (§ 11 RDG).

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Haftpflicht

Zuständige Behörde ist die jeweilige Landesjustizverwaltung, die aber aufgrund bestehender Kompetenz

diese Befugnis an untergeordnete Behörden weitergeben kann. Dies ist in den einzelnen Bundesländern

auf unterschiedliche Weise geschehen.

Alterlaubnisinhaber nach dem RBerG

Auch im Rahmen des abgelösten RBerG wurden für verschiedene Teilbereiche der Rechtsberatung

Erlaubnisse erteilt. Für Alterlaubnisinhaber nach dem RBerG existieren im Einführungsgesetz zum

Rechtsdienstleistungsgesetz (RDGE) eigene Regeln, die bis zum 01.01.2009 eine relativ unkomplizierte

Registrierung nach den Regeln des RDG zulassen. Darunter fallen z. B. Inkassounternehmen,

Rentenberater und Rechtsbeistände, soweit sie nicht Mitglied einer Rechtsanwaltskammer sind.

Kammerrechtsbeistände müssen sich nicht registrieren lassen, für sie gelten die Regeln der Bundesrechtsanwaltsordnung

(BRAO). Für Versicherungsberater, die bislang eine Erlaubnis nach dem RBerG

benötigten, gibt es nur noch die Zulassung nach der Gewerbeordnung.

Berufshaftpflichtversicherung

Für alle registrierten Rechtsdienstleister (siehe Ziffer 5), unabhängig davon, ob sie Alterlaubnisinhaber

sind oder sich neu registrieren lassen, ist der Nachweis einer Berufs-Haftpflichtversicherung erforderlich

(§ 12 Abs. 1 Ziff. 3 RDG). Der Umfang dieser Versicherung ist in § 5 der Verordnung zum Rechtsdienstleistungsgesetz

(Rechtsdienstleistungsverordnung – RDV) geregelt. Verlangt wird eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

mit einer Versicherungssumme von mindestens 250.000 EUR

je Versicherungsfall, wobei die Jahreshöchstleistung auf 1.000.000 EUR begrenzt sein darf. Ein

Selbstbehalt von nicht mehr als 1 Prozent der Mindestversicherungssumme ist zulässig. Dies entspricht

den Regelungen für Rechtsanwälte, an deren Pflichtversicherung sich auch der weitere Deckungsinhalt

(z. B. hinsichtlich der zulässigen Ausschlüsse) orientiert.

Nassau Versicherungen bietet leistungsstarke Deckungskonzepte für registrierte Rechtsdienstleister.

Unsere Tarife berücksichtigen Mehrfachzulassungen, so dass z. B. für Wirtschaftsprüfer, vereidigte

Buchprüfer und Steuerberater, die nebenher Rechtsbeistände sind und sich nun nach dem RDG registrieren

lassen, vergünstigte Prämien angeboten werden. Soweit deren Rechtsbeistandstätigkeit schon

innerhalb der bisherigen Berufs-Haftpflichtversicherung mitversichert gilt, muss u. U. eine Vertragsanpassung

durchgeführt werden, um die Einhaltung der Pflichtversicherung sicherzustellen.

Sprechen Sie uns hierzu gerne an!

Auch außerhalb der Pflichtversicherung kann gegebenenfalls Versicherungsschutz für die Erbringung

von Rechtsdienstleistungen geboten werden, wenn dies z. B. von Vereinen (Interessenvereinigungen)

für ihre Mitglieder oder unentgeltlich durch karitative Einrichtungen erfolgt.

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Fazit

Haftpflicht

Durch das Rechtsdienstleistungsgesetz wird die Regelung der Zulässigkeit der außergerichtlichen

Rechtsdienstleistung transparenter gestaltet, als dies zu Zeiten des Rechtsberatungsgesetzes der Fall war.

Gleichzeitig wurden die Ergebnisse der bisherigen Rechtsprechung in die Gesetzesform eingearbeitet.

Auf die Schaffung einer neuen Befugnis zur selbstständigen Rechtsdienstleistung unterhalb der

Anwaltschaft wurde jedoch verzichtet. Es wurde aber im Hinblick auf die „Verrechtlichung“ des Alltags

den Bedürfnissen von Unternehmen und Vereinigungen Rechnung getragen, durch die Erbringung

von Rechtsdienstleistungen ihre Tätigkeit abrunden zu können. Durch die Erfordernis einer Pflichtversicherung

bei registrierten Rechtsdienstleistern und die Anforderungen an die beratenden Personen

in bestimmten Fällen soll sichergestellt werden, dass die Rechtsdienstleistungen auch in der erforderlichen

Qualität erbracht werden.

Die neu geschaffenen Regeln und Beurteilungsmaßstäbe des RDG müssen sich nun in der Praxis

bewähren. Bei der Bewältigung der dadurch geschaffenen Versicherungsfragen stehen wir gerne als

Ansprechpartner zur Verfügung.

Rechtsanwalt

Werner Reitz

Senior Underwriter Haftpflicht

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Haftpflicht

Haftpflicht Renewal 2009 - “The same procedure as every year?”

Wie jedes Jahr, so steht auch nun wieder die “heiße Phase” vor der Tür. Sicher sind auch die Abläufe in

Ihrem Hause derzeit geprägt von Ausschreibungen, Umplatzierungen und Neuanbahnungen. Um in

dem immer enger werdenden Markt erfolgreich agieren zu können, benötigt man starke und verlässliche

Partner.

Sind Sie jedoch immer zufrieden mit Ihren bevorzugten Partnern? Steckt hinter den “großen Namen”

wirklich die Leistungsfähigkeit, die man vermutet? Werden Ihre Ansprüche an Kommunikationsbereitschaft,

kreative Problemlösungen und Service vollauf erfüllt?

Hier wollen wir einhaken und uns als leistungsstarke Alternative insbesondere im Bereich der

Vermögensschadenhaftpflicht präsentieren.

Durch die überschaubare Anzahl von Versicherern in diesem Bereich - vor allem im Segment der

Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer - ist ein zuverlässiger und kompetenter Partner mit

langfristiger Marktausrichtung und leistungsstarken Deckungskonzepten überaus wichtig.

So existieren häufig Wettbewerberpolicen, die z. B. einen Gebühreneinwurf (RA), erhöhte Selbstbehalte

oder Deckungssummenlimitierungen für Haftpflichtansprüche im Zusammenhang mit der Verletzung

oder Nichtbeachtung des europäischen Rechts vorsehen.

Diese Einschränkungen suchen Sie bei uns vergeblich!

Ein Team von kompetenten Haftpflichtexperten mit ausgeprägtem Know-how und langjähriger

Erfahrung steht Ihnen für Ihre Anfragen und Problemstellungen zur Verfügung.

Wir arbeiten mit flachen Strukturen: Das bedeutet kurze Wege und schnelle Entscheidungen.

Wir reagieren umgehend und kommen direkt auf den Punkt.

Wir können nicht alles, aber wir können Vieles besser!

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Haftpflicht

Gerne unterbreiten wir Ihnen unser leistungsgerechtes Angebot und bitten wir Sie, uns die im Internet

über folgenden Link http://www.nassauversicherungen.de/XHTML/Node/CommandGetById/3143

abrufbare Risikoanalyse zur Verfügung zu stellen.

Testen Sie uns!

Ganz persönlich, Ihr Haftpflicht-Team:

Dipl. Betriebswirt

Frank Huy

Abteilungleiter Haftpflicht

Dipl.-Wirtschaftsjurist

Michael Kroll

Underwriter

Rechtsanwalt

Werner Reitz

Senior Underwriter

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Versicherungsbetriebswirtin (DVA)

Marianne Giesen

Senior Underwriterin

Versicherungsfachwirtin

Marita Kürten

Underwriterin

Rechtsanwältin

Karin Schreiber

Underwriterin


Nassau Intern

Neue Abteilung “Produktentwicklung & Special Lines”

Nassau Versicherungen verstärkt ihr Team mit Udo Wegerhoff

Seit dem 1. August 2008 leitet Herr Udo Wegerhoff als Abteilungsleiter den Bereich “Produktentwicklung

& Special Lines” bei Nassau. Udo Wegerhoff ist Diplom-Ingenieur und seit 1992 in verschiedenen

Funktionen der Erst- und Rückversicherung sowie im Consulting tätig. Bei der Gen Re, Köln war er

zuletzt Senior Underwriting Specialist in den HUK-Sparten. Seine Schwerpunkte lagen dort in den

Bereichen industrielle Betriebs-, Produkt- und Umwelthaftpflichtversicherung, Rückrufkostenversicherung

sowie Versicherung der ITK-Risiken.

Seit 2004 ist er zudem Lehrbeauftragter am Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln.

Von der Neubesetzung im Bereich “Produktentwicklung & Special Lines” versprechen wir uns die zügige

Entwicklung von anspruchsvollen Versicherungslösungen in dem Nischenmarkt, in dem wir uns

bewegen.

Neue Büroadresse – Im MediaPark 5, 50670 Köln

Am 21. Juli haben wir den Bürobetrieb in unseren neuen Räumen im MediaPark aufgenommen.

Nach vier Jahren in der Oppenheimstraße in Köln benötigten wir deutlich mehr Platz. Unsere

neuen Räumlichkeiten sind zentral in Köln gelegen und gut erreichbar. Ein großes Besucherparkhaus

ermöglicht Ihren Besuch ohne Parkplatzsuche.

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Termine

5. Norddeutscher Versicherungstag am 9. September 2008 in Hamburg

Wie in den Vorjahren diente der Norddeutsche Versicherungstag in der Hamburger Börse als Treffpunkt

für Versicherungsvermittler, -agenten und -makler. Während dieser Fachmesse gab es die Möglichkeit,

sich in Fachvorträgen über aktuelle Themen der Versicherungswirtschaft zu informieren.

Den Fachvortrag zum Thema “Interim Management – Ein neuer Markt” von Dipl. Wirtschaftsjurist

Michael Kroll, Underwriter Haftpflicht der Nassau Versicherungen, können Sie gern bei uns anfordern.

““AAuuff zzuu nneeuueenn UUffeerrnn......””,, Nassau Maklerevent am 6. Oktober 2008 in Hamburg

Auf zu neuen Ufern... so lautet das Motto unserer ersten Maklerveranstaltung in der Hamburger

Kunsthalle. Vorausgehend zu der Eröffnung eines Regionalbüros in Hamburg im kommenden Jahr,

womit die dezentrale Aufstellung der Nassau eingeläutet wird, haben wir zu dieser Veranstaltung

Makler aus dem norddeutschen Raum eingeladen.

Nach einem Empfang in der Galerie der Gegenwart wird Herr Dr. Reto Schneider, Fachbereichsleiter

Risk Engineering der Swiss Re, Zürich einen Vortrag zum Thema “Emerging Risks in der Versicherungswirtschaft”

halten. Anschließend besichtigen wir die derzeitige Ausstellung von Max Ernst “Une semaine

de bonté – Eine Woche der Güte” sowie Teile der ständigen Ausstellung der klassischen Moderne.

Ein gemeinsames Abendessen im Restaurant des Museums rundet den Abend ab.

DKM “Die Leitmesse” am 29./30. Oktober 2008 in Dortmund

Wiederum öffnet die Leitmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft vom 29. – 30. Oktober 2008

ihre Pforten in der Dortmunder Westfalenhalle. Wir sind dieses Jahr zum vierten Mal dabei.

Sie finden uns in der Halle 4, Stand F17. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Weitere Informationen zur DKM finden Sie auf unserer Internetseite www.nassauversicherungen.de

oder auf www.die-leitmesse.de.

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Niederlassung Deutschland

der Nassau Verzekering Maatschappij N.V.

Rotterdam, Niederlande

Im MediaPark 5

D-50670 Köln

T +49 (0) 221 16795-0

F +49 (0) 221 16795-10

E info-de@nassau.eu

I www.nassauversicherungen.de

Redaktion/Konzeption:

Ursula Heidbrink,

Abteilungsleiterin

Account Management & Marketing;

Annalisa Weyerstraß,

Account Management & Marketing

Für den Inhalt dieses Newsletters

ist die Nassau Versicherungen,

Köln verantwortlich.

Hauptbevollmächtigter für Deutschland:

Arnold A. Pit

Sie erhalten diesen Newsletter als

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wünschen, können Sie sich unter der

folgenden Adresse aus dem Verteiler abmelden:

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auch gern Ihre Wünsche und Anregungen entgegen.

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