Schadenmanagement - Nassau Versicherungen

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Schadenmanagement - Nassau Versicherungen

Schadenmanagement

dass ein Berater bereits zum Zeitpunkt der Anlage im Jahr 2004 Bedenken in Bezug auf eine Hinweispflicht

auf versprochene Provisionen haben musste. Damit hätte sich die Beklagte nicht in einem ihr Verschulden

ausschließenden, unvermeidbaren Rechtsirrtum befunden. Diese Auffassung wird vom BGH in einer aktuellen

Entscheidung vom 29.06.2010 (XI ZR 308/09) geteilt. Der BGH geht sogar davon aus, dass sich eine beratende

Bank jedenfalls für den Zeitraum ab 1990 nicht auf einen unvermeidbaren Rechtsirrtum über Bestehen und Umfang

einer Aufklärungspflicht berufen könne.

Der dem Kläger entstandene Schaden besteht bereits in der durch die Geldanlage vorgenommenen Vermögensdisposition,

die er bei zutreffender Beratung nicht abgeschlossen hätte (vgl. BGH vom 08.03.2005, XI ZR

170/04). Auf die Frage der Werthaltigkeit der Anlage kommt es nicht an. Hinsichtlich der Frage der Kausalität

zwischen unzureichender Beratung und dem Entschluss zur Geldanlage, hilft dem Kläger die Vermutung des

aufklärungsrichtigen Verhaltens. Die Kausalität wird bei Vorliegen eines Beratungsfehlers zu Gunsten des Anlegers

unterstellt und es obliegt dem Berater, diese Vermutung zu widerlegen. Dies fällt dem Berater, wie auch

hier, regelmäßig schwer.

Bei Vorliegen eines Schadenersatzanspruches ist der Geschädigte so zu stellen, wie er stehen würde, wenn er die

streitgegenständliche Anlage nicht abgeschlossen hätte. Dieser Anspruch beinhaltet die wirtschaftliche Rückabwicklung

der Geldanlage und die Befreiung von Darlehen, die der Finanzierung der Anlage dienten.

Eine Verjährung der Ansprüche konnte nicht festgestellt werden, da keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür

vorlagen, dass dem Kläger gemäß §§195, 199 BGB bereits zum Ende 2007 (Klageerhebung Januar 2008) alle

anspruchsbegründenden Tatsachen bekannt waren. Im Übrigen hat der BGH in mehreren Entscheidungen beschlossen,

dass bei Vorliegen mehrerer Beratungsfehler die Voraussetzungen der Verjährung für jeden Beratungsfehler

gesondert zu ermitteln sind. Die Kenntnis eines Beratungsfehlers führt nicht dazu, dass dem Anleger ein

grobes Verschulden hinsichtlich der Unkenntnis weiterer Fehler im Sinne von §199 Abs.1 Ziffer 2 am Ende vorgeworfen

werden kann. Dies gilt selbst dann, wenn der Anleger den Prospekt nicht gelesen hat oder die Kenntnis

des ersten Fehlers nicht zum Anlass nimmt, den Prospekt im Hinblick auf weitere Beratungsfehler auszuwerten

(BGH vom 19.11.2009, III ZR 169/08 und vom 22.07.2010, III ZR 99/09 und III ZR 203/09).

Nassau Maklerinfo Oktober 2010 - Im MediaPark 5, 50670 Köln - www.nassauversicherungen.de

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