A ssekuranz - Nassau Versicherungen

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A ssekuranz - Nassau Versicherungen

Assekuranz

Bericht

2 AssCompact · April 2006

Nassau Versicherungen:

Die Nassau Recall Protect

Policy für mittelständische

Unternehmen

Von Wolfgang Dinzen,

Direktor Krisenmanagement

Glassplitter im Joghurt! Spülmittel im Bier! Schlagzeilen,

die immer wieder zu lesen sind. Für das betroffene Unternehmen

kann ein Produkt rück ruf eine Katastrophe

auslösen. Der Imageverlust und der daraus entstehende

finanzielle Schaden können zu erheblichen Umsatzeinbußen

oder im schlimmsten Fall zur Insolvenz führen.

Nassau Versicherungen bietet seit 2003 mit seiner

Nassau Product Protect Policy (NTripleP) für diese

Fälle Versicherungsschutz an und ist nunmehr auf diesem

Spezialgebiet Marktführer. Die NTripleP Police ist

für Händler und Produzenten, die einen umfangreichen

Deckungsschutz wünschen, das heißt Produktrückruf

mit Bilanzschutz. Seit 2006 bietet Nassau neben

den bestehenden Versicherungen NTripleP sowie

Entführungs- und Lösegeldversicherung, die Recall Protect

Policy (Nassau RPP) für den Mittelstand an. Hintergrund

für die Entwicklung dieser Police war, dass

auch Hersteller und Händler von Lebensmittel, Getränke,

Kosmetika oder Pharmaka im mittleren Marktsegment

sich verstärkt dem Rückrufrisiko aufgrund von

Produktkontamination ausgesetzt sehen. Sowohl für die

NTripleP als auch für Nassau RPP sind folgende Hauptgruppen

der Produktkontamination zu unterscheiden:

die vorsätzliche Produktmanipulation (Produkterpressung)

und die versehentliche Kontamination.

Vorsätzliche Produktmanipulation

(Produkterpressung)

In Deutschland geschehen weltweit die meisten Produkt -

erpressungen. Das Täterprofil bei der Produkterpressung

weist einige Besonderheiten auf. Der klassische Produkterpresser

ist der selbstständige, überschuldete Kleinunternehmer,

der in der Produkt erpressung den einzigen

Ausweg sieht, seine wirtschaftliche Lage zu verbessern.

In der Produkterpressung, die normalerweise mehrere

Wochen dauert, unterscheidet man drei Phasen.

Phase 1: Der Täter nimmt Kontakt mit dem Unternehmen

auf, stellt seine Forderung und bekräftigt diese mit

Androhen eines schädigenden Ereignisses.

Phase 2: Der Täter wiederholt die Forderung durch

mehrfache Kontakte, erhöht die Geldbeträge, legt Einzelheiten

für die Geldübergabe fest und verlangt entsprechende

Signale (Zeitungsanzeigen).

Phase 3: Geldübergabe

Zirka 50% aller Produkterpressungen werden bereits

in Phase 1 abgebrochen, weitere etwa 25% in Phase 2

und nur zirka 25% gelangen bis zur Geldübergabe. Die

Tatsache, dass nur ein geringer Teil der Produkterpressungen

bis zur Geldübergabe gelangt, vermindert nicht

das Schadenpotential für das Unternehmen. Es steht

von Anfang an im Mittelpunkt der Medien. Dies liegt

zum einem daran, dass bereits in Phase 1 die Polizei

einzuschalten ist und gegebenenfalls Warnung in der

Öffentlichkeit ausgesprochen werden müssen, die zur

Verunsicherung der Kunden führen. Nicht immer ist

das primäre Ziel des Täters seine Bereicherung. Die

Fälle in denen unzufriedene oder ehemalige Mitarbeiter

sich an Hand einer Produkterpressung an „ihrem“

Unternehmen rächen wollen und dem Unternehmen

nur Schaden wollen, sind nicht zu unterschätzen.

Versehentliche Produktkontamination

Trotz hochmoderner Fertigungsanlagen, Qualitätskontrollen

und ausgefeilten Sicherheitsmaßnahmen

kommen versehentliche Produktkontaminationen vor.

In den letzten fünf Jahren sorgten beispielsweise folgende

Produktkontaminationen für Schlagzeilen:

■ Getränkehersteller:

Ansisol in Softdrink-Dosen, Bierhefereste in Orangenlimonade

bei Getränkehersteller, Rückruf von

PET-Flaschen wegen Schimmelbefall am Verschluss,

Glassplitter in Weinflaschen, Gefahr von platzenden

Flaschen

■ Lebensmittelhersteller:

Salmonellen im Yoghurt und Mettwurstenden, Eisenspäne

in der Butter (Vernichtung 10.000 t Butter),

Reinigungsmittelrückstände in der Milch, Pes -

tizide im Gemüse, Glassplitter im Joghurt

Bei der versehentlichen Produktkontamination unterscheidet

man folgende Kategorien:

a) physikalische Kontamination

Fremdkörper aller Art (Glassplitter, Metallteile,

Haare oder Steinchen) im Rohmaterial durch

Mischprozesse, durch Anlage und durch Menschen

b) chemische Kontamination

Rückstände (Reinigungsmittel, Lösungsmittel oder

Öle), Migrationen (Fremdstoffe aus Verpackungen),

Verunreinigung während der Produktion (Maschinen-

öl, Desinfektion), Zusatzstoffe/Zutaten (Nitrat/Nitrit)


c) biologische Kontamination

Bakterien (Infektions- und Intoxidationserreger),

Schimmelpilze und Hefe (Mykotoxine), Ungeziefer

(Käfer, Schaben etc.), „Gentechnik“ (unbeabsichtig-

ter Einsatz von gen veränderten Stoffen)

Insolvenzrisiko Produktkontamination

In den Fällen, in der die Gefahr besteht, dass Personen

Schaden nehmen können, kann sich der Vorfall einer

Produkterpressung oder versehentlichen Produktkontamination

vernichtend auf den guten Ruf und damit

auf die finanzielle Lebensfähigkeit des Unternehmens

auswirken. Ein einziger Vorfall und die darauf folgende

Medienpräsenz wird zur massiven Bedrohung für

das Kundenvertrauen, die schwer verdienten Regalplätze,

wichtige Verträge, den Marktanteil, die Glaubwürdigkeit

der Marke und nicht zuletzt für den guten

Ruf des Unternehmens. Letztlich schwindet das Kundenvertrauen.

Die Verbraucher reagieren auf die negative

Berichterstattung in den Medien und nehmen Abstand

vom Kauf dieses Produktes oder kaufen Wettbewerbsprodukte.

Die Produktkontamination wird zum

Existenzrisiko für das betroffene Unternehmen.

Kosten der Produktkontamination

Die entstehenden Kosten der Produktkontamination

können in zwei Gruppen, die sofort fälligen Kosten

und die Langzeitkosten, unterteilt werden.

a) Sofort fällige Kosten:

Der Rückruf der kontaminierten Chargen, die

Transportkosten, die Untersuchungs- und Ausson-

derungskosten zur Trennung der Produkte in kon-

taminierte und feh lerfreie Produkte, die Vernich-

tungskosten. Und Kontaminierungen kön nen be-

wirken, dass Produkte als Sondermüll ent sorgt

werden müssen.

b) Langzeitkosten:

Umsatzrückgang, Kosten für Werbung, Verkaufs-

förderung, Wiedererlangung des Regalplatzes oder

Wiedereinführung des Produktes in den Markt.

Verlust des Marktwertes, weil das „Kapital“ des

Unternehmens, dass Kundenvertrauen zerstört ist.

Ursula Heidbrink, Abteilungsleiterin

Account

Management & Marketing

Die Nassau Versicherungslösung

für den Mittelstand

Nassau Versicherungen hat die

Recall Protect Policy für das mittlere

Marktsegment (Unternehmensumsatz

bis € 35 Mio) entwickelt,

deren Deckungsschutz weitergehend

ist, als der der konventionellenRückrufkostenversicherung.

Versicherungsfall ist nicht

nur der Rückruf wegen versehentlicherProduktkontamination,

sondern auch der Rückruf

wegen vorsätzlicher Produktmanipulation.

Mit der Nassau Re-

call Protect Policy ist auch eine Assistance Leistung

verbunden. Der Versicherungsnehmer hat 24 Stunden

Bericht

Zugang zum Krisenberater. Dies ist von größter Be -

deutung, da die ersten drei Stunden in einer Krise entscheiden,

ob das Unternehmen agiert oder nur noch

auf die Vorkommnisse reagieren kann.

Deckungskonzept der Recall Protect Policy

Die Versicherungslösung der Nassau Versicherungen

bietet Versicherungsschutz im Falle der vorsätzlichen

Produktmanipulation oder versehentlichen Produktkontamination.

Dies gilt nicht nur bei Rückruf wegen

Kontamination, sondern auch wegen Konstruktionsfehlern,

z. B. zu dünn dimensionierte Flaschenwände

(Explosionsrisiko), falscher Auszeichnung (z. B. falsches

Verfallsdatum). Voraussetzung für den Versicherungsschutz

ist eine gesetzliche Rückrufverpflichtung

zur Vermeidung eines drohenden Personenschadens.

Gedeckt sind der entsprechende Eigenrückruf, Fremdrückruf

und behördliche Rückruf. Folgende Kostenpositionen

sind gedeckt: Rückrufkosten (inkl. stiller

Rückruf), Untersuchungs-/Laborkosten, Sortierungskosten,

Vernichtungskosten, Dekontaminationskosten,

Herstellungskosten, entgangener Nettogewinn,

Beratungskosten Krisenberater, Erpressungsgeld.

Zusätzlich zu den gedeckten Kostenpositionen bietet

die Nassau den potentiellen Versicherungsnehmern Unterstützung

in Form eines Praktischen Leitfadens für den

Rückruf fehlender Produkte an sowie Module zur Unterstützung

bei der Erstellung eines Rückrufplanes an.

Fazit:

Die Nassau Recall Protect Policy bietet somit für das

mittlere Marktsegment durch die Kombination aus

Risikomanagement und Kapitalabsicherung auf einzigartige

Weise Sicherheit für die Unternehmen. Mit

diesem Produkt rundet die Nassau ihre versicherungstechnischen

Lösungen im Bereich Produktschutz ab.

Nassau Versicherungen im Profil

Seit fünf Jahren agieren die Nassau Versicherungen, als

Niederlassung der Nassau Verzekering Maatschappij

N.V., Rotterdam, auf dem deutschen Markt. Nassau

startete am 15. März 2001 mit dem Angebot von Ver -

mö gens scha den-Haftpflichtversicherungen. Um ein

zweites Standbein zu haben, kaufte sie per 1. Januar

2003 den Produktschutzbestand des Gerling Konzerns,

den sie mittler weile zu Marktführerschaft ausgebaut

hat. Das Angebot der Produktschutzpolice Nassau Product

Protect Policy (NTripleP) wurde nun erweitert

durch die entsprechende Police für den Mittelstand. Sie

wird vertrieben unter dem Namen Nassau Recall Protect

Policy (Nassau RPP). Als Spezialversicherer bietet

Nassau seit 2003 in verschiedenen Ländern eine Entführungs-

und Lösegeldversicherung an. Abgerundet

wird das Angebot durch D&O-Versicherungen, die die

Nassau über ihre Mitgliedschaft in dem seit 1996 bestehenden

VOV-Pool anbietet.

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