s'Magazin usm Ländle, 8. Jänner 2017

vorarlbergkrone

ANGEKOMMEN

Mohammad Dasoky

über seine alte

und neue Heimat

UMGESATTELT

Vom Radprofi zum

Krankenpfleger:

Roland Fleisch


SONNTAG, 8. JÄNNER 2017

CAROLA PURTSCHER

HINTER DEN

KULISSEN

Die PR-Professionistin über das

Pflegen vonBeziehungen

Foto: Kristian Bissuti, Lisa Mathis, Roland Fleisch


8. JÄNNER 2017 | INHALT

Fotos: Vorarlberg Museum, MathisFotografie, Lisa Mathis,Reinhard Holl

14

Schutt,Staub,Schatz!

Was Ausgrabungen über uns erzählen

13

Einfach saumäßig:

Warum ein Borstenvieh nie

etwas Gutes verheißt

11

Der Provinz die Zähne zeigen:

Der Beginn der Vorarlberger

Club-Kultur

17

Herzerwärmend:

Ein Huhn –imTopf!

4 ANGEKOMMEN

Bomben in Syrien, Frieden in

Österreich: Ein Flüchtlingerzählt.

6 INTERVIEW

PR-FrauCarolaPurtscher weiß, wie

man Menschen zusammenbringt

9 SCHNEIDERS BRILLE

Wie Robert Schneider dazu

kam, Krippen zu saufen

10 GSIBERGER Z’WIAN

Carola Purtscher trifft den

Grafiker RaphaelDrechsel

11 ORIGINAL

Ein Prachtkerl mit Prachtclub:

Hannes Rothmeyer

12 HISTORISCHES BILD

Bregenzanno 1952

13 MUNDART

Warum eine Sau alles immer

noch schlimmer macht

14 AUSGEGRABEN

Wie Ausgrabungen in Vorarlberg

ein Stück Geschichte erzählen

16 EVENTS

Was Sie auf keinenFall

versäumen sollten!

17 KULINARIK

Indische Küche gegen

winterliche Kälte!

18 WAS WURDE AUS...

...Roland Fleisch?

s’Magazin 3


FLÜCHTLINGE ERZÄHLEN

Mohammad Dasoky

mit seiner Frau

Iman und seinen

beiden Söhnen

Hamzah und Malek.

Flucht aus Damaskus

Krieg und Terror in seiner Heimat Syrien und die Hoffnung auf ein

Leben in Sicherheit waren es, die Mohammad Dasoky (41) vor drei

Jahren zur Flucht nach Europa trieben. Heute lebt er mit seiner

Familie in Bregenz. „Krone“-Redakteur Harald Küng war zu Besuch.

Mohammad Dasoky im

offenen Gespräch mit

„Krone“-Redakteur

Harald Küng.

Fotos:lisamathis.at

Ich besuche Mohammad und

seine Familie wenige Tage vor

dem Jahreswechsel in ihrer

Wohnung unweit des Bregenzer

Bahnhofs. Mohammad

empfängt mich freundlich,seine Frau

Iman bringt Kaffee

und Kekse, seine beiden

Söhne lächeln

mich an und grüßen

höflich. Mohammad

entschuldigt sich

gleich für sein

schlechtes Deutsch,

doch dazu hat erkeinerlei

Grund: Der 41-

jährige Absolvent der

Universität Damaskus

spricht zwar keinen

Dialekt –aber das

erwartet auch niemand –, doch sein

Deutsch ist einwandfrei. Nur zwischendurch

suchternach den passendenWorten.

In seiner Heimatstadt Damaskus

arbeitete er 13 Jahre lang als Verkaufsleiter

in einem Lebensmittelkonzern.

Seine Frau Iman kümmerte

sich zuhause um die beiden Söhne

Hamzah und Malek. Die politische

Lage in Syrien war angespannt, doch

weitgehend ruhig. Doch dann kam

der Krieg. „In Damaskus ist es sehr

gefährlich –auch wenn die Lage in

Aleppo oder Homs noch mal eine

ganz andere ist. Doch auch in Damaskus

fliegen einem die Raketen

nurwenige Meter über dem Kopf hinweg“,

berichtet Mohammad von der

tragischen Situation in seinem Hei-

4

s’Magazin


FLÜCHTLINGE ERZÄHLEN

Der sympathische Syrerlebt seit drei Jahren in Österreich. Hier baut er sich mit seiner Familie ein neues Leben auf.

matland. Eines Tages habeeine Bombe

die Nachbarswohnung getroffen –

die gesamte darin lebende Familie

wurde unterden Trümmern begraben

–und getötet. Mohammads Familie

lebte mit der Gefahr, musste damit

leben. Erstals sich mehrere Patronen

aus dem Lauf einer Kalaschnikov ins

Kinderzimmer seiner Söhne verirrten,

war für Mohammad Dasoky der

Zeitpunkt gekommen, Syrien zuverlassen.

„Europa ist kein Paradies“

Mohammad und seine Familie flohen

nach Ägypten. Doch das Land

verschärfte die Bedingungen für syrische

Kriegsflüchtlinge, Mohammad

war gezwungen, weiterzureisen. Weil

nicht genug Geld vorhanden war,

machte ersich alleine auf die Reise

nach Europa. „Es war für mich sehr

schwierig, meine Familie in Ägypten

zurückzulassen. Meine Frau flehte

mich am Telefon weinend an, nicht

wegzugehen. Aber ich hatte einen

Traum, ich wollte unbedingt nach

Europa –ins Paradies, wieviele andere

Syrer auch.“ Ein vermeintliches

Paradies, wie sich für Mohammad

Dasoky allzu schnell herausstellen

sollte.

Nach einer lebensgefährlichen

Überfahrt über das Mittelmeer aufeinem

löchrigen Kahn sowie einer darauffolgenden

tagelangen Odyssee

gelangte er schließlich nach Österreich.

Als syrischer Kriegsflüchtling

hatte er das Glück, hier schnell einen

positiven Asylbescheid zu erhalten.

Ein Jahr lang wurde er von der Caritas

betreut, anschließend erfolgte eine

Familienzusammenführung. Endlich

konnte Mohammad seine Liebsten

wieder in die Arme schließen.

Sein Traum, im Paradies gelandet

zu sein, platzte jedoch recht schnell,

gibt der sympathische Syrer mit der

sehr ruhigen Art unverhohlen zu:

„Die Kulturen in Österreich und Syrien

sind grundverschieden. Darüber

müssen sich die Menschen, die hierher

kommen, imKlaren sein! Es ist

alles sehrteuer, man muss hart arbeiten,

um Geld zum Leben zu verdienen.

Außerdem ist es sehr, sehrwichtig,

die deutsche Sprache zu erlernen“,

richtet er das Wort an alle, die

hier ihr Glück suchen. Das Bild, das

viele Menschen imarabischen Raum

von Europa hätten, sei ein völlig anderes,

als es in den Medien –hier wie

dort– dargestelltwerde.

Nur noch Gott kann helfen

Mohammad arbeitet heute bei der

Firma Blum inder Produktion, bemüht

sich um eine Nostrifizierung

seiner Ausbildung in Österreich. Er

ist glücklich, mit seiner Familie hier

zu sein, hat auch schon viele Freunde

in Vorarlberg gefunden: „Die Österreicher

sind sehr nett, haben uns sehr

freundlich aufgenommenund uns geholfen,

wo es nur ging.“

Doch Mohammad und seineFamilie

haben noch zahlreiche Verwandte

in dem kriegszerrissenen Land –sie

in der alltäglichen Gefahr zurückzulassen,bricht

ihm dasHerz. „Ich sehe

momentan kein Licht in der tiefschwarzen

Dunkelheit, die Syrien

umhüllt“, sagt ermit trauriger Stimme,

„anfangs schien esnoch eine Lösung

für die Probleme in Syrien zu

geben –doch diese rückt in immer

weitere Entfernung. Kein Land kann

dieses Dilemma lösen –das schafft

nur noch Gott. Welcher Gott, ist dabei

vollkommen egal.“ Harald Küng

s’Magazin 5


VORARLBERGERIN IN WIEN

6

s’Magazin


VORARLBERGERIN IN WIEN

Wie viel Vitamin B braucht

man, Frau Purtscher?

INTER

VIEW

Carola Purtscher, gebürtige Vorarlbergerin, hebt gerne andere auf die Bühne. Mit ihrer

PR-Agenturmachte sie sich vor sechs Jahren selbständig. Trotzdem findet die Tochter

von Alt-LandeshauptmannMartin Purtscher noch Zeit, für „s’Magazin usm Ländle“ jede

Woche die Kolumne „Gsiberger z‘Zwian“ zu schreiben. Doch wer steckt eigentlich

hinter der Rolle der emsigen Businessfrau,die jeden und jede kennt? Im Interview mit

Angelika Drnek lässt sich Purtscher ein wenig in die Karten blicken.

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Büro in der

Wiener Innenstadt

lässt sich die

Herkunft von Carola

Purtscher Inihrem

nicht leugnen. Hervorstechendste

Farbe: Lila. Ja, das habe mit Bludenz

zutun –und mit der Schokolade,

die dort tonnenweise hergestelltwird.

Sobald Sie die Schule in Vorarlberg

abgeschlossen haben, sind Sie nach

Wien gezogen. Wieso hatten Sie es

so eilig?

Meine Mutter hält mir das heute

manchmal noch vor: Inden Wochen

nach der Maturahatteich neben

dem Bett ein Blatt Papier an

der Wand hängen, auf dem ich die

Tage bis zumeiner Abreise nach

Wien runterzählte. Ich bin ein

Stadtmensch und wollte immer

schon weg aus Vorarlberg. Viele

Vorarlberger in Wien sagen, es

fehlten ihnen die Berge. Diefehlen

mir garnicht.

Was war das Anziehende an der

Stadt?

Einerseits die Anonymität, denn

alsTochter eines Prominenten war

es in Vorarlberg nicht leicht –

schon gar nicht als Teenager. Und

ich liebe es einfach, wenn sich viel

tut: Das kulturelle und das gastronomische

Angebot und die vielen

anderen Möglichkeiten, die eine

Stadt bietet. Ich bin in Thüringen

aufgewachsen –dagab es nichtmal

Busverbindungen, wenn man

abends ins Kino wollte. Dahatte

ich oft das Gefühl, das Leben zieht

an mir vorbei.

Wie haben Sie Ihre Jugend als Tochter

von Landeshauptmann Martin

Purtscher erlebt?

Ich bin und war immer sehr stolz

auf meinen Vater, es ist ein Privileg,

ineine solche Familie hineingeboren

zu werden. Ich fand es

aber schwierig, dass ich oft weniger

als Person, sondern mehr als

Tochter wahrgenommen wurde.

Als mein Vater von der Wirtschaft

ganz indie Politik gewechselt ist,

waren meine Mutter, meine

Schwestern und ich dagegen, obwohl

Politik bei uns daheim immer

ein spannendes Thema war. Ich

glaube auch, dass mein Vater sehr

viel für dieses Land bewegt hat,

aber als Teenager hätte man sich

das nicht unbedingtausgesucht.

Nun sind Sie nach Wien gegangen,

haben dort aber erst recht viel Kontakt

zu Vorarlbergern und Vorarlbergerinnen.

Wie kommt das?

Zwischen Vorarlbergern besteht

sofort ein Vertrauensverhältnis.

Das mag auch mit der Sprache zu

tun haben. Jedenfalls kommt mir

das für meine „Krone“-Kolumne

„Gsiberger z Wian“ zugute. Da

rückt man auch wieder näher ans

Ländle heran und kann erstaunliche

Menschen kennenlernen. Zum

Beispiel einen 25-Jährigen, der

15.000 Kopfhörer besitzt. Wer hat

das schon? Er aber betreibt eben

die „SilentDisco“.

Es geht in Ihrem Job als PR-Beraterin

natürlich auch um die richtigen Kontakte.

Wie viel Vitamin B braucht

man denn so im Leben?

Der Begriff Vitamin Bist so negativ

behaftet. Mir ist klar, dass sich

manche Türen für mich nur geöffnet

haben, weil ich eben aus dieser

Familie stamme, das verstehen viele

sicher schon unter Vitamin

B. Sicher istdas ein Pri-


s’Magazin 7


VORARLBERGERIN IN WIEN

FORTSETZUNG

vileg. Aber man muss trotzdem seine

Frau stehen und den Job gut erledigen.

Als ich Pressesprecherin von

Wolfgang Schüssel wurde, war mir

sehrwichtig, dass mein Vater absolut

nichts damit zu tun hatte. Ich habe

meine Eltern damals angerufen und

ihnen gesagt, dass ich einen neuen

Job habe. Sie waren außer sich und

haben nicht verstanden, warum ich

den bisherigen Job aufgegeben hatte.

Bis ich ihnen gesagt habe, was der

neue Job war. Auch als „Tochter von

…“ muss man sich beweisen, manchmal

fast noch mehr.

Allgemein gefragt, wie viel Glück

braucht man und wie viel kann man

sich selbst erarbeiten?

Ganz vieles muss man sich erarbeiten,

das sage ich auch meinen inzwischen

erwachsenen Töchtern. Ein

Netzwerk ist wichtig – und das zu

pflegen bedeutetirrsinnigvielArbeit.

Netzwerken ist 15-mal geben und

vielleicht einmal nehmen. Aufmerksamkeit

ist da gefragt, aber ich liebe

das, es ist für mich keine Bürde. Und

natürlich ist es dann auch so, dass etwa

derKollege,mit dem ich die Lehr-

Redaktion in der „Presse“ gemacht

habe,dort nunChefredakteur ist oder

ein anderer Kollege von früher später

Finanzminister geworden ist. Da hat

man natürlicheinen anderen Zugang.

Sie bringen ja gerne Menschen zusammen.

Wie machen Sie das?

Das fällt mir schon insofern leicht,

weil ich keine Angst vor Prominenz

habe. Ich sehe immer nur den Menschen.

Ob Bundeskanzler oder Straßenkehrer.

STECK

BRIEF

Heißt das auch, dass Sie nicht anfällig

sind für autoritäreFiguren?

Ja, gar nicht. Das sind meine Vorarlberger

Wurzeln, vielleicht ist es aber

auch mein Sternzeichen, der Steinbock…Jedenfalls

bin ich ziemlichdirekt

und ehrlich. Auch meine Kunden

müssen es aushalten, wenn ich etwas

kritisiere. Ich will mich nicht verbiegen,

ichwill Carola bleiben.

Sie machen es also nicht um jeden

Preis jedem recht. Haben Sie sich

schon mal so richtig unbeliebt gemacht?

Ja, sicher. Gewisse Dinge muss man

auch einfach ablehnen. Wie etwa ein

Jobangebot, das ich vor Jahren von

der Tabakindustrie bekommen habe.

Ich hätte sofort das Dreifache verdient.

Aber das habe ich mit meinen

Werten nicht vereinbaren können

und daher abgesagt. Ich muss immer

hinter dem stehen können, wofür ich

sprechen soll. Ähnlich war es bei

„Österreich“. Dawar ich Unternehmenssprecherin.

Das Jobangebot

kam, als es das Produkt noch nicht

gab. Am 21. Erscheinungstag habe

ich gekündigt, hinter diesem Produkt

konnteich einfachnichtstehen.

Carola Purtscher wurde zwar auf dem

Land geboren, ist aber Städterin

durch und durch.

Geboren in Vorarlberg, studierte Kommunikationswissenschaften

in Wien. Ausbildung zur PR-Beraterin. Pressesprecherin

vonWirtschaftsminister Wolfgang Schüssel, Managerin

der Ronald McDonald Kinderhilfe, seit 2011 leitet sie ihreeigene

Agentur „Purtscher Realations“.

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Sie sind alleinerziehende Mutter und

erfolgreiche Geschäftsfrau –wogab es

die härteren Abstriche?

Ich bin stolz, dass ich das anscheinend

gut hingekriegt habe. Ich habe

mich volle sieben Jahre nur meinen

Kindern gewidmet. Ich musste als

Pressesprecherin von Schüssel früh

in Karenz, weil die Schwangerschaft

sehr schwierig war: Von einem intensiven

und spannenden 14-Stunden-

Job auf Null runterzufahren war

schwierig. Nach zweiJahren erwartete

ich mein zweites Baby und bin

dann mit meinem damaligen Mann,

einem Arzt, nach Boston gegangen,

weil er ein Angebot von der Harvard

University bekommen hat. Nach sieben

Jahren hatte ichdann aber genug

vom reinen Mutterdasein. Ich habe

als Berufsbezeichnung übrigens nie

Hausfrau, sondern immer Mutter angegeben.

Natürlich hatte auch ich ein

schlechtes Gewissen als „working

Mom“, und wir hatten Betreuung

durch Aupairmädchen und wählten

Schulen mit Nachmittagsunterricht.

Aber derStress, die Kinderpünktlich

um halb sechs abholen zu müssen,

weil die Schule zusperrt, ist unvergesslich.

Ein Stress, der meistens

Frauentrifft.

Was fehlt im Zusammenspannen von

Familie und Beruf für Frauen?

Jede Frau sollte sich selbst entscheiden

können. Nichts ist schlimmer als

eine frustrierte Frau, die zuhause bei

den Kindern ist, aber eigentlich arbeiten

gehen möchte. Und umgekehrt

genauso. Leider werden berufstätige

Mütter von Kleinkindern oft noch

8

s’Magazin


VORARLBERGERIN IN WIEN


„Krippele sufa“

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schief angesehen. Das Wichtige ist

aber die Qualität des Beisammenseins

und nicht die Quantität. Da

braucht esnatürlich viele Rahmenbedingungen

–und in Wien ist das definitivleichter

alsinVorarlberg –keine

Frage.

Politiker werden oft als egomanische

Menschen abgestempelt, die nur auf

den Vorteil der eigenen Partei bedacht

sind. Sie kennen viele Politiker persönlich.

Wie ist Ihr Eindruck?

Ja, das hört man oft, erst heute wieder

vom Taxifahrer, der meinte, dass

wir unbedingt wieder einen starken

Mann brauchen. Ich kann mir schon

vorstellen, wen er gemeint hat, aber

wirsehen ja in Kärnten, wohindas geführt

hat. Ich finde es bewundernswert,

wenn man in die Politik geht,

denn es gibt wohl keinen undankbareren

Job als diesen.Das Imageist ähnlich

schlecht wie jenes der Journalisten.

Ich attestiere den meisten Politikern,

dass sie sich aus Idealismus für

diesen Beruf entschieden haben. In

der Wirtschaft könnten viele wesentlich

mehr verdienen. Da denke ich etwa

an Christian Kern und Sebastian

Kurz.Deshalbfinde ich das so beliebtePolitiker-Bashingeinfach

nur traurigund

entbehrlich.

Fotos: KRISTIANBISSUTI

Mein Vater war ein stiller,sehr zurückgezogener

Mann. Eigentlich wollte er Mönch werden, Eremit in

einer unauffindbaren Klause, damit er vonder Welt

Ruhe hätte und nicht auf Fragen antworten müsste,

die er nicht beantworten konnte. Seine Mutter,

meine Großmutter,machte ihm einen Strich durch

die Rechnung. Als er 36 Jahrealt war und noch immer

ledig,soll sie angeblich auf Brautsuche gegangen

sein. Mein Vater war wohl zu schüchtern, ein

Mädchen anzusprechen. Sie fand eine Frau, und er

musste heiraten. Meine Eltern hatten keine Kinder.

Sie adoptierten vier.Ein mutiges Unternehmen in

der damaligen Zeit –das Glück meines Lebens.

Mein Vater unterhielt eine Milchsammelstelle.

Jeden Tagfuhr er vonHof zu Hof,wuchtete die vollen

Milchkannen auf die Wagen-Pritsche, um die

Fuhrenach Dornbirn zu bringen, in die Großmolkerei,

die es schon lange nicht mehr gibt.Etwa um

Dreikönig war Zahltag. Mein Vater wanderte dann

vonHof zu Hof,umden Bauern die Jahresabrechnung

vorzulegen. Ich durfte ihn als kleiner Junge oft

dabei begleiten. Wir stapften durch den tiefen

Schnee, und bevor wir in ein Haus traten, ermahnte

er mich, still zu sein. Ich fürchte, mit wenig Erfolg.

Ich war neugierig,wie es in den Häusern aussah, wie

die Christbäume geschmückt waren. Besondersdie

Weihnachtskrippen hatten es mir angetan. Deshalb

nannten wir die jährliche Tour „Krippele aluaga“.

Neben den üblichen Neujahrswünschen gab es natürlich

Kekse und immer wieder Eierlikör.Wie habe

ich als Kind dieses Gesöff geliebt! Einmal jedoch

muss ich zu viel davon abbekommen haben, denn

mir wurde schlecht.Vater musste mich auf den

Schultern den ganzen Wegheimtragen. Ich erinnere

mich, dass es unaufhörlich schneite und ich davon

überzeugt war,dass ich sterben würde. Schade. Als

ich den Rausch ausgeschlafen hatte, trat Vater ans

Bett und flüsterte „Krippele sufa, Schnäpsle aluaga“.

Er legte seine raue Hand an meine Wange. Die

Hand war so heiß, dass sie mich vonoben bis zu den

Zehenspitzen wärmte.

s’Magazin 9


GESELLSCHAFT



Raphael Drechsel

Designer und Grafiker

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„Kreativ schaffa“ hatte sich Raphael Drechsel

(38) zum Ziel gesetzt.Und das ist ihm äußerst erfolgreich

gelungen! Der gebürtige Bregenzer absolvierte

das Gymnasium Gallusstraße und siedelte

1998 nach Wien, „weil es eine Großstadt möglichst

weit weg sein musste“. Er startete die Ausbildung

zum Tontechniker,bis er seine heutige Frau kennenlernte

und mit ihr für zwei Jahrenach Berlin übersiedelte.

An der Fachhochschule für Grafik-Design legte

er dann den Grundstein für seine Karriere. Nach

fünf Jahren Arbeit in einem renommierten Designbürokam

der Wunsch nach Selbständigkeit auf.Raphael

gründete mit dem Landsmann Simon Bleil die

Agentur GREAT. „Der Name soll auch Ansporn sein

zum Großartig-Sein!“,bestätigt der sympathische

Unternehmer.Mit je einem Standort in Bregenz und

Wien bieten die beiden mit einem dreiköpfigen

Team Werbe- und Designlösungen mit Fokus auf

Markenbranding für namhafte Unternehmen im Inund

Ausland an –darunter auch eine internationale

Luxusmarkeaus dem Ländle, die wir gemeinsam betreuen

dürfen. Wien ist Raphael sehr ans Herz gewachsen,

besondersgern hat er den Brunnen vor

der Karlskirche. Der

inzwischen zweifache

Papa ist berufsbedingt

alle paar

Wochen „dahoam

bei Mama im Dorf“.

Die Vorarlberger Kommunikationsberaterin

Carola

Purtscher (PR-Agentur

Purtscher Relations) lebt

seit über 30 Jahren in

Wien. Als Netzwerkerin

lädt sie regelmäßig zu ihrer

exklusiven

„Tafelrunde“.

twitter.com/

CarolaPurtscher

Sein Selfie: Raphael Drechsel

am Balkon des GREAT-Büros in

der Praterstraße.

Der

Szene-Pate

Spricht man in Vorarlberg von Originalen,

fällt ein Name mit Sicherheit: Hannes

Rothmeyer. Mit seinen Lokalen Scala und

Ballhaus definierte und prägte er die

heimische Szene; sein Prachtclub Conrad

Sohm zählt zu den gefragtesten

Auftrittsorten Europas. Aber vor allem

seine unnachahmliche Persönlichkeit –

eine Mischung aus Impresario und Kumpel

–machte ihn zum Szene-Paten.

Irgendwann ist’s genug“, meint

Hannes, der seit ein paar Jahren

kaum mehr ausgeht und

seine Zeit statt in Clubs lieber

auf dem Golfplatz verbringt.

Das hat er sich auch verdient; nach

fast 30 Jahren intensivstem Nachtleben

schaltete jener Mann, der scheinbar

keinen Schlaf brauchte, ein paar

Gänge runter. „Ich hatte zwischen

1984 und 2005 praktisch keinen Ruhetag“,

lässt er diese Zeit Revue passieren.

Schuld war er aber selbst,

denn was Hannes auch anfasste, erwies

sich als Erfolgsmodell. Der Prototyp

war das Scala, das er als seine

„Spielwiese“ bezeichnet. Für spektakuläre

Feste verwandelte er den Club

im Herzen Dornbirns auch schon einmal

in eine Wüste, einen Dschungel

oder das Innere eines Flugzeugs. „Es

war eine einzige Party und ich zur

richtigen Zeit am richtigen Ort“, erinnert

sich der 54-Jährige anviele legendäre

Abende, die vom jugendlichen

Hipster bis zum angesagten Anwalt

das bunteste Publikum des

Landes in das Lokal lockten. Aber

nicht die Szene, sondern die Zähne

zeigten nach sieben Jahren die Anrainer

und erzwangen einen Stand-

10

s’Magazin


ORIGINALE

ortwechsel. Der führte ihn nach Bregenz,

wo er mit dem Ballhaus wiederum

Trends setzte; seinen größten

Coup landete er allerdings mit dem

Conrad Sohm.

Club vonWeltrang

„Viele rieten mir, es in Wien zu versuchen;

ich aber war mir sicher, dass

ich es auch in meiner Heimat schaffe,

einen Club von internationalem Rang

zu etablieren. Und meine Heimat ist

Dornbirn“, so Hannes, der sein Lokal

nach einem Spielwarenladen der

Messestadt benannte. Das Conrad

Sohm, das völlig zu Recht den Beinamen

„Prachtclub“ trägt, übertraf

selbst kühnste Erwartungen. Stars

von Weltgeltungwie Faithless, Stereo

MC’s oder Bad Religion, die sonst vor

vielen tausend Fans spielen, gaben

sich an der Dornbirner Ach vor 600

Gästen ebenso die Klinke in die Hand

wie die Elite der Funkszene. „Kaliber

wie George Clinton, Bootsy Collins

oder Maceo Parker trugen unseren

Namen bis in die USA und sorgten

dafür, dass das Conrad Sohm eine der

weltweit angesagtesten Bühnen überhaupt

wurde.“ Wo zudem dank der

DJ-Elite Europas (Norman Cook,

Kalkbrenner, Hausmarke) auch

gleich die Vorarlberger Clubszene erfunden

wurde. „Neue Stile wie

Drum’n’Bass wurden zuallererst im

Sohm gespielt; kein Wunder, dass

FM4 den Club als sein Wohnzimmer

bezeichnete!“ Und immer –wie schon

im Scala und im Ballhaus –mittendrin:

Hannes. „Irgendwann ging

selbst mir die Puste aus“, so der passionierte

Golfer und Feinschmecker,

„also suchte ich mir einen Partner

und habe mit Hannes Hagen den

idealen Kompagnon gefunden.“ Auch

wenn er nun nicht mehr im Rampenlicht

steht, eines ist klar: Die Vorarlberger

Szene verdankt Hannes Rothmeyer...

fast alles.

Raimund Jäger

Foto: lisamathis.at

s’Magazin 11


BregenzimWinter1952

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Das winterliche Bregenz im

Jahre1952: Rechts im Bild die

Kirche St.Gallus, links das alte

Krankenhaus, im Hintergrund

der Bodensee.

Auch dieser Tage präsentiert

sich die Landeshauptstadt

ganz in Weiß. Wer

glaubt, dass die schneereichen

Winter in Bregenz schon

lange zurückliegen, irrt –die

Rekorde sind allesamt jüngeren

Datums: Im Winter 2013

lag in Bregenz so viel Schnee

wie noch nie seit Beginn der

Messungen –stolze 70Zentimeter

betrug die Schneedecke

damals. Eswar nicht der

einzige Rekord: Mit 52 Zentimetern

innerhalb von 24

Stunden fiel auch niemals zuvor

mehr Schnee als am 9.

Februar 2013. Wussten Sie

übrigens, dass in Vorarlberg

aufgrund der Staulage am

Rande der Nordalpen im

Schnitt so viel Schnee fällt

wie in kaum einer anderen

Region? Laut einer Studie ist

Damüls im Bregenzerwald

mit einer Neuschneemenge

von im Schnitt 9,30 Meter

12

s’Magazin


MUNDART


pro Jahr gar das schneereichste

Dorf der Welt!

Haben Sie auch historische Fotoschätze

zuhause, dann schicken

Sie sie uns per E-Mail an vorarlberg@kronenzeitung.at.

Die besten

Bilder werden veröffentlicht.

Foto: Sammlung Risch-Lau,Vorarlberger Landesbibliothek


saumentig huramentig

Adverb

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Schon oft musste das Borstenvieh als Wortspender für

alles Schlechte in dieser Welt herhalten und dies beileibe

nicht nur im alemannischen Sprachraum. Auch bei saumentig

und huramentig trifft dies zu. Während der Namensgeber

bei saumentig jedoch auf der

Hand liegt –das weibliche Schwein –

ist die häufig geäußerte Vermutung,

das Wort huramentig stamme von

einer Prostituierten ab,grundfalsch.

Seinen Ursprung vermuten

die Sprachwissenschafter im Wort

ungeheuer. Wie im Schweizerischen

wirddie Vorsilbe hura- (dort als uhura)

„I ha

huramentig

viel Arbat!“

zur Emphase verwendet im Sinne von: sehr,ausgesprochen

oder auch verdammt.Mit der Sau verhält es sich

ebenfalls nicht anders, sie macht die Sache nur schlimmer.Die

Nachsilbe -mentig in saumentig und huramentig

wiederum hat nichts mit dem alemannischen Montag zu

tun, der zwar identisch klingt,sondern ist eher mit der

deutschen Nachsilbe -lich, -artig, -weise vergleichbar.

Zusammengefasst bedeuten saumentig und huramentig

also nicht mehr als sehr oder äußerst,doch ist die

klangliche Wirkung im Alemannischen eine ungleich

größereals in der Hochsprache. „I ha mr huramentig

weh tua“lässt die Kraft des Schmerzes erahnen, und wer

saumentig viel schafft,der übertrifft sogar die ohnehin

schon hoch gelegte Latte des Durchschnittsalemannen.

Mitunter werden die Adverbien saumentig und huramentig

auch als Eigenschaftswörter verwendet,wie zum

Beispiel in a saumentige Arbat oder ahuramentigs Wetter.Und

das bedeutet nie etwas Gutes.

s’Magazin 13


Rechts: Tontöpfe

aus dem

römischen

Gräberfeld und ein

Bronze-Aufsatz

(Victoria den Stier

tötend) aus dem 1.

oder 2.

Jahrhundert nach

Christi.

WISSENSCHAFT

XXXXXXXX

Jäger des

verlorene

Schatzes

In regelmäßigen Abständen werden

im Ländle Zeugnisse aus längst

vergangenen Zeiten freigelegt –so

auch kürzlich an der Burgruine

Blumenegg in Thüringerberg. Wir

haben mit dem ArchäologenGerhard

Grabher über sein spannendes

Forschungsfeld gesprochen.

Der Archäologe und

stellvertretende Direktor

des vorarlbergmuseums

GerhardGrabher.

14

s’Magazin


WISSENSCHAFT

XXXXXXXX

n

Anfang November

wurden an der

Burgruine Blumenegg

gut erhaltene Reste

eines Gebäudes und

einer Straße entdeckt.

Fotos: Historische Funde/AlexandraWucher,GerhardGrabher/vorarlbergmuseum

Unter seiner Oberfläche

birgt das kleine Ländle

zahlreiche Schätze aus

den unterschiedlichsten

Epochen. In Bregenz

sind Archäologen derzeit mit

dem Freilegen eines römischen

Marktplatzes, dem Forum Brigantiorum,

beschäftigt. In Thüringerberg

Archäologische

Ausgrabung im

Jahr 1924im

Brigantium-

Gräberfeld.

wurden an der denkmalgeschützten

Burgruine Blumenegg eine gut erhaltene

Straße sowie ein Wirtschaftsgebäude

freigelegt.

ArchäologielandVorarlberg?

Zu jenen Spezialisten, die mit dem

Ausgraben und Dokumentieren derartiger

Funde beschäftigt sind, zählt

auch der Archäologe und stellvertretende

Direktor des vorarlberg museums

Gerhard Grabher. Der 55-jährige

Lustenauer studierte Archäologie an

der Universität Innsbruck, seit 1988

steht er im Dienste des Landesmuseums

–für ihn „ein echter Lotto-

Sechser“.Das Ländlebietezahlreiche

spannendeDinge,die es zu entdecken

gelte, von einem „Archäologieland

Vorarlberg“ möchte Grabher aber

nichtsprechen: „Manmuss das schon

in Relation sehen. Natürlich sind

Funde wie das Forum Brigantiorum

eine außergewöhnliche Sache. Ich

durfte aber das Vergnügen genießen,

alsStudent in Ephesos zu sein und im

Artemision–einem der Sieben Weltwunder

der Antike –zugraben. Wir

habendortfiligransten Gold-und Silberschmuck

zu Tage gefördert. Zudem

fand man an unserem Grabungsort

den bis dato ältesten griechischen

Tempel. Die Ausgrabungen in Griechenland

sind ganz eindeutig mein

persönlicherHöhepunkt.“

Im Ländle stoße man meist im Zuge

vonBauarbeitenauf geschichtliche

Zeugnisse.„Es geht heute in erster Linie

darum, das Gefundene für die

Nachwelt zu dokumentieren.Archäologische

Interventionen aus reiner

Lust ander Sache gibt es eigentlich

kaum mehr.“

Mit modernen Mitteln wieder C14-

Methode werdenFunde aufs Jahrgenau

datiert, anschließend werden die

Gruben meist wieder zugeschüttet.

DasWissen jedoch wächst stetigweiter:

AlleinezuBrigantium gibt es über

1000 wissenschaftliche Artikel, weitere

1000 zum ThemaVorarlbergunter

den Römern. Abschließend erklärt

Grabher: „Das Syrienproblem lässt

sich mit unseren Erkenntnissen nicht

lösen, aber wir erfahren, woher wir

kommen und wie wir zu dem wurden,

waswir heutesind.“

Harald Küng

s’Magazin 15


EVENTS

Foto: AnjaKoehler

Foto: Kammgarn

Premiere„Mein Kampf“

„Mein Kampf“, eine Farcevon George

Tabori, feiert am Samstag, dem 14. Jänner,

um19.30 Uhr Premiere imLandestheater

in Bregenz.In„Mein Kampf“mischen

sich Witz und Tiefsinn, Poesie und

Melancholie, grauenhafte Realität und

brüllende Komik so leicht, wie es nur

„Intothe Mystic“

Konzertmit dem Helbock Trio

Das aktuelle Trio des mit dem Outstanding Artist

Award ausgezeichneten Pianisten David Helbock zeigt

unkonventionelle und humorvolle Facetten. Die Band

rund um David Helbock, Piano, Raphael Preuschl, Bass-

Ukulele, und

Reinhold

Schmölzer,

Schlagzeug,

spielt am Donnerstag,dem

12.

George Tabori vermochte. Weitere Aufführungen

sind am Do. 19. Jänner,amDi.

7. Februar,amFr. 10. Feburar,Mi. 1. März,

Sa. 11. März und So. 19. März. Tickets:

Kartenbüro, Tel.-Nr. 05574/42870-

600, Bregenz Tourismus, Tel.-Nr.

05574/4080, www.v-ticket.at

Jänner, um

20.30 Uhr im

Kammgarn in

Hard auf. Tickets:

kammgarn.at

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Der kleine Prinz

–das Musical

im Bregenzer

Festspielhaus

Antoine de Saint-

Exupéry erzählt die traumhafte

Geschichte eines

Prinzen, der von einem fernen

Stern kommend den

Menschen nur scheinbar

einfache Fragen stellt. „Der

kleine Prinz“, am Sonntag,

den 15.

Jänner,

um 17 Uhr

im Festspielhaus

in Bregenz.

Tickets:

v-

ticket.at,

oeticket.com

Foto: Manfred Esser

„FaustII–Der Tragödie zweiter Teil“

im TheaterinLindau

Nach dem viel diskutierten „Faust I“ in der vergangenen

Saison zeigt dasTheater in Lindau –von und mit dem gleichen

Team –den zweiten Teil der Tragödie, mit dem Goethe

mehr als nur eine Fortsetzung schuf. Zusehen am

Mittwoch, dem 11.Jänner,um19.30Uhr imTheater in Lindau.

Tickets: www.kultur-lindau.de/theater

Foto: IljaMess

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Impressum

Medieninhaber: KRONE-Verlag GmbH &Co. KG .Herausgeber und Chefredakteur: Dr.Christoph Dichand

Verleger: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH &CoKG, Alle: 1190 Wien, Muthgasse 2

Redaktionsleitung: EmanuelWalser, Redaktion: Harald Küng, Sandra Nemetschke, Angelika Drnek, Sekretariat: Nicole Kinzel, Quellenstr.16, 6900 Bregenz, Tel. 057060-59300

vorarlberg@kronenzeitung.at, emanuel.walser@kronenzeitung.at, harald.kueng@kronenzeitung.at, sandra.nemetschke@kronenzeitung.at, angelika.drnek@kronenzeitung.at

Herstellung:Druckzentrum Salzburg Betriebsges. m. b. H. ,5020 Salzburg; Offenlegung gem. §25 MedienG online unter www.krone.at/krone-offenlegung

16

s’Magazin


KULINARIK

Tandoori Masala Huhn mit

Basmatireis

Zubereitung:

1 Knoblauch schälen und fein hacken. Koriander

waschen, trockenschütteln, Blätter abzupfenund

fein hacken. Ingwer waschen, schälen

und fein hacken. Karotten waschen, schälen

und in feine Scheibenschneiden. Paprika waschen,halbieren,

entkernen und in circa 1cm

großeWürfel schneiden.

2 EinenTopf mit leicht gesalzenemWasser für

den Reis aufsetzen. Reis in dasWasser geben,

kurz aufkochen lassenund Hitzereduzieren.

Reis mit geschlossenem Deckel bei niedriger

Hitzesolangeweiterkochen, bis dasWasser

vollständig aufgesogen ist (ca. 15 Minuten).

3 In der Zwischenzeit das Hühnerfilet abwaschenund

trockentupfen. Mit Salz und Pfeffer

würzen. Banane schälen und mit einerGabel

zerdrücken. Öl in einer Pfanne erhitzen und

Tandoori-Masala-Mischung mit Kreuzkümmel

anrösten, bis es zu duften beginnt.Nun Hühnerfleisch,

Karottenund Paprika, Ingwerund

Knoblauch hinzugeben und rundum ca. 5Minuten

anbraten.

4 Banane undTomatenwürfel hinzugeben

und das Ganzebei schwacher Hitzeetwa 8-10

Minuten köcheln lassen. Mit Kokosmilch aufgießen

und mit Salz und Pfefferwürzen. Mandelblättchen

ohne Fett in einerPfanne rösten.

Die Hälfte des Korianders untermischen. Die

Hälfte der Mandelblättchen über den Reis geben

und diesen mit ShantisTandoori Masala

Huhn aufTellernanrichten. Das Ganzemit

dem restlichen Korianderund den Mandelblättchen

bestreuen und servieren.

Zutaten:

Ca. 300 g Bio-Hühnerfilet

150 g Basmatireis

1 rote Paprika

2 Karotten

1 Banane

100 ml gewürfelteTomaten

1ElTandoori Masala Gewürzmischung

1TlKreuzkümmel

1Stk. frischer Ingwer

250 ml Kokosmilch

1Zehe Knoblauch

½Bund Koriander

50 g Mandelblättchen

2ElÖl

Fotos: ReinhardHoll, EvaFischer


Europäischer Winter und

indische Küche: Ein

Traumpaar! Dieses köstliche Rezept

wärmtKörperund Seele.

Noch mehr

schmackhafte

Rezepte gibt es

auf Eva’s

Foodblog.

Tandoori Masala ist eine Gewürzmischung der indischen

Küche. Sie besteht hauptsächlich aus Chili, Koriandersamen

und Kreuzkümmel und wird zum Marinieren von

Fleischgerichten aus dem Tandur, sprich einem Holzkohle-Ofen,

verwendet. Es gelingt aber auch ohne Holzkohle

gut. Die aromatische indische Küche ist ideal für die Wintermonate.

Was gibt esSchöneres, als mit einer Schüssel wärmenden

Hühnereintopf am Sofa zu sitzen und dem Frost draußen die kalte

Schulter zu zeigen? Für die vegetarische Variante lassen sich anstelle

derHühnerfilets einfach200 gTofu verwenden. www.foodtastic.at

s’Magazin 17


WAS WURDE EIGENTLICH AUS...

... Roland Fleisch?

Der aus Sulz stammende Roland Fleisch holte 1986 bei den

Hallenradsportweltmeisterschaften in Genk die Bronze-Medaille.

Fünf Jahre später beendete der heute 49-Jährige seine erfolgreiche

Sport-Karriere und wurde Krankenpfleger. Den Beruf übt er auch

heute noch aus –inder Schweiz.

1986: Kunstfertiges am Rad:

Roland Fleisch holte sich bei

der WM Bronze.

dem Kunstradfahren. Wir sind als

kleine Buben mit dem Vater zum

Training gegangen und haben dann

probiert, ob wir diese Kunststücke

auch beherrschen“, erzählt Fleisch

von den sportlichen Grundlagen.

Parallel zu seiner Karriere begann

der gelernte Schmid und Schlosser

mit der Ausbildung zum Krankenpfleger,

1991 schloss er diese mit

Auszeichnung ab. Damit stand eram

Scheideweg.Und weil ihmder frischgebackener

Sporthilfe-Chef Peter

Seisenbacher –heute bekanntlich ein

sehr „gesuchter“ Mann –die Förderung

wegen „mangelnder Erfolge“

gestrichen hat, fiel ihm die Entscheidung

für’s Karriereenden leicht. „Die

mangelnden Erfolgewaren darauf zurückzuführen,

dass die Europameisterschaften

nicht mehr durchgeführt

wurden“, erklärt Fleisch.

DemBerufdes Krankenpflegers ist

Roland Fleisch bis heute treu geblieben,

erarbeitet im Schweizer Altstätten

als Anäthesiepfleger. Auch der

Sport blieb Bestandteil seines Lebens,

Fleisch wurde Marathonläufer.

Mit seiner GattinEva undden beiden

Söhnen istFleisch oft auf heimischen

Skipisten anzutreffen, Freiluftsportarten

sind immer noch das große

Hobby von Roland Fleisch. E. Faisst

Eigentlich hatte ich damals

in Genk keine Chance,

ichwar mit meinem Leistungsvermögen

klar hinter

den Medaillenanwärtern

angesiedelt. Aber dann haben

zwei Konkurrenten gepatzt, so habe

ich die WM-Bronzene quasi geerbt“,

erzählt Roland Fleisch von seinem

größten Erfolg. Soviel Zufall kann es

freilich nicht gewesen sein. Denn

schon 1981 und 1982 holte der Sulzner

mit seinem Bruder Gerd jeweils

WM-Bronze im Zweier. 1983 zwang

ein Beinbruch Roland Fleisch zueiner

Karriereunterbrechung. Das war

aber kein Problem, da auch der dritte

Bruder Arno mit dem Kunstrad gut

zurecht kam undeinsprang.

Gelernt haben die Fleisch-Brüder

das Kunstradfahren von Vater Heini,

dessen Brüder Oscar und Albert

Fleisch gewannen schon 1968 in

DeutschlandWM-BronzeimZweier.

„In Klaus haben sich die jungen Leute

dem Ringen zugewandt, in Sulz

2017: Roland Fleisch widmet sich in

seiner Freizeit dem Marathon und

arbeitet als Krankenpfleger.

Fotos: Roland Fleisch

18

s’Magazin


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Foto: Sonymusic, Adobe Stock Melinda Nagy

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