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Musiker Magazin 03/2016

Deutscher Rock & Pop Preis 2016 Annina Struve & HUGOONION – Funkustic Rock ’n’ Soul „Tanzmucke ade, willkommen eigene Pläne“ – Interview mit Linda Schinkel MAGISTARIUM – Eine internationale deutsche Metalband KLIMA – Irgendwann ist jetzt CENTURY LETTERS – Eine musikalische Reise durch Erfahrungen, eingebunden in ehrliche Texte FIETE – „Sie hört Musik“ SOLO – Seit 2011 machen die fünf Indie-Rocker zusammen Musik. Solo, aber nicht allein „Mit anderen Augen“ – Liedermacher, Songpoet und Gitarrist Volkwin Müller lädt ein zur Seelenschau eines Mannes mit Gefühl Von Bracken Duo – eingängige Songs von Jazz bis Pop Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 5: Unvergleichlich – Rory Gallagher Black Penny Records – Interview mit Kristian Pohlmann Das nackte Hören – Kann man als MusikerIn das Hören abstellen? Improvisation (auf der Gitarre) Musik-Charts – Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio?

Deutscher Rock & Pop Preis 2016

Annina Struve & HUGOONION – Funkustic Rock ’n’ Soul

„Tanzmucke ade, willkommen eigene Pläne“ – Interview mit Linda Schinkel

MAGISTARIUM – Eine internationale deutsche Metalband

KLIMA – Irgendwann ist jetzt

CENTURY LETTERS – Eine musikalische Reise durch Erfahrungen, eingebunden in ehrliche Texte

FIETE – „Sie hört Musik“
SOLO – Seit 2011 machen die fünf Indie-Rocker zusammen Musik.
Solo, aber nicht allein

„Mit anderen Augen“ – Liedermacher, Songpoet und Gitarrist Volkwin Müller lädt ein zur Seelenschau eines Mannes mit Gefühl

Von Bracken Duo – eingängige Songs von Jazz bis Pop

Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 5: Unvergleichlich – Rory Gallagher

Black Penny Records – Interview mit Kristian Pohlmann

Das nackte Hören – Kann man als MusikerIn das Hören abstellen?

Improvisation (auf der Gitarre)

Musik-Charts – Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio?

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C 10973 F | N o 3/<strong>2016</strong> | 3,00 Euro<br />

Kulturzeitschrift für Rock & Pop <strong>Musiker</strong><br />

www.musiker-online.tv<br />

Annina Struve &<br />

Hugoonion<br />

Funkustic Rock ’n’ Soul<br />

Volkwin Müller<br />

»Mit anderen Augen«<br />

Magistarium<br />

Eine internationale deutsche<br />

Metalband<br />

Deutscher<br />

Rock & Pop Preis <strong>2016</strong><br />

10. Dezember <strong>2016</strong><br />

Siegerlandhalle, Siegen<br />

KLIMA


Blaue Stunde mit bst.<br />

Damit auch die Zwischentöne gut ankommen.


DEUTSCHER ROCK & POP MUSIKERVERBAND E.V.<br />

DEUTSCHE POPSTIFTUNG<br />

MUSIKER MAGAZIN UND ERPAM<br />

PRÄSENTIEREN:<br />

MUSIKERVERBAND<br />

e.V.<br />

Bundesnachwuchswettbewerb für Rock & Pop Musikgruppen<br />

und SängerInnen aller musikstilistischen Bereiche<br />

Hauptkategorien<br />

beste Rockband<br />

Deutscher Rock Preis <strong>2016</strong><br />

beste Popband<br />

Deutscher Pop Preis <strong>2016</strong><br />

beste(r) Sänger(in) – Eigenkompositionen<br />

Deutscher Singer-Songwriter Preis <strong>2016</strong><br />

beste(r) Sänger(in) – Coversongs<br />

beste Hardrock-Band<br />

beste Alternative Band<br />

beste Country- & Folk-Band<br />

beste Funk- & Soul-Band<br />

64 Nebenkategorien<br />

25 Sonderkategorien<br />

28 Sonderauszeichnungskategorien<br />

Schirmherren<br />

Steffen Mues – Bürgermeister der Stadt Siegen<br />

Prof. Martin Maria Krüger – Präsident des Deutschen Musikrates<br />

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Popstiftung,<br />

des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes e.V. und des Kulturellen Jugendbildungswerkes e.V.<br />

Bisher publiziert und gesendet vom ZDF (Heute Journal, Aspekte, 3SAT), der ARD (BR, SWF, SR, WDR, NDR, HR) sowie VH-1 und SAT1.<br />

Jährlich publiziert über dpa in über 2.000 Tageszeitungen und Musikzeitschriften.<br />

KONGRESSZENTRUM SIEGERLANDHALLE<br />

10. Dezember <strong>2016</strong> • 13:30–23:00 Uhr • Siegen<br />

Tickets: www.musiker-online.com/deutscher-rockpop-preis/tickets/ – Preis: 20,00 Euro – Einlass: 12:00 Uhr


10 FESTIVAL<br />

34. DEUTSCHER<br />

ROCK & POP PREIS <strong>2016</strong><br />

am 10. Dezember <strong>2016</strong>, Kongresszentrum Siegerlandhalle – Siegen<br />

1. ZIEL/KONZEPT<br />

In <strong>2016</strong> werden zum 34. Mal insgesamt über<br />

125 „Deutsche Rock & Pop Preise“ der verschiedensten<br />

musikalischen Bereiche an heraus ra -<br />

gende Nachwuchsmusikgruppen, Nachwuchs -<br />

einzel künstler/-innen sowie zum ersten Mal<br />

durch eine Fachjury ausgewählte professionelle<br />

Musik gruppen und Einzelkünstler/-innen mit<br />

Ton trä ger vertrag verliehen. So sollen auch in diesem<br />

Jahr Nachwuchskünstler so unterschiedlicher<br />

musik stilistischer Bereiche wie Rock, Pop,<br />

Country, Hard & Heavy, Alter native, Weltmusik,<br />

Reggae, Funk & Soul u.v.a.m. geehrt werden.<br />

Einziges Kriterium ist dabei der künstlerische<br />

Anspruch. In ihrer kulturellen und künstlerischen<br />

Aus rich tung steht diese Kultur ver an stal -<br />

tung damit im bewussten Gegensatz zu bisherigen<br />

Veranstal tungszeremonien von Industrie -<br />

preisen und TV-Anstalten.<br />

Durch die Auszeichnung in über 125 verschiedenen<br />

Musikgenres wird der heutigen musikalischen<br />

Vielfalt im Bereich der Rock- & Pop musik<br />

Rechnung getragen. Damit soll erreicht werden,<br />

dass sich möglichst viele Musikgrup pen, Einzel -<br />

künstlerinnen und -künstler in ihrer Stilistik wiederfinden.<br />

Diese Kulturveranstaltung soll wie bisher als<br />

Platt form des kreativen Nachwuchses, aber auch<br />

als Treffpunkt einzelner etablierter Künstler/-<br />

innen und Persönlichkeiten des musikalischwirtschaftlichen<br />

Umfeldes dienen.<br />

2. FINANZIERUNG<br />

Diese Kulturveranstaltung wird im Wesent li -<br />

chen – wie in den vergangenen Jahren auch –<br />

durch die Deutsche Popstiftung, den Deutschen<br />

Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V. und die am<br />

Wettbewerb beteiligten Musikgruppen und<br />

Künstler/-innen finanziert.<br />

Von allen Bewerbern dieses bundesweiten<br />

kulturellen Wettbewerbs wird – ebenfalls wie in<br />

den Jahren zuvor – ein Solidarbeitrag in Form<br />

einer geringen Anmeldegebühr verlangt. Alle<br />

durch die Bundesjury ausgewählten Final teil -<br />

nehmer sowie durch die Bundesjury nominierten<br />

Preisträger der Neben- und Sonderkate -<br />

gorien zahlen außerdem einen Teilnahme be trag<br />

pro Musiksparte, um die Selbstfinanzierung dieses<br />

musikereigenen Kulturfestivals auf Bundes -<br />

ebene zu gewährleisten. Diese solidarische<br />

Ge mein schafts finanzierung ist in Deutsch land<br />

einmalig: Damit wird auch der 34. Deutsche<br />

Rock & Pop Preis wieder ge meinschaftlich finanziert<br />

durch die Stiftungs- und Verbands trä ger,<br />

die ca. 3 000 Mu sik grup pen, Musi kerinnen und<br />

<strong>Musiker</strong> im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> -<br />

ver band e.V. sowie durch die über 1 000 Teil -<br />

neh mer dieses Festivals.<br />

3. KATEGORIEN<br />

Im Gegensatz zu anderen deutschen Musik -<br />

preisen werden die Deutschen Rock & Pop<br />

Preise <strong>2016</strong> in über 125 verschiedenen musikstilistischen<br />

Bereichen verliehen. Weitere Preise<br />

können an herausragende etablierte Musik -<br />

gruppen, <strong>Musiker</strong>innen und <strong>Musiker</strong> sowie in<br />

den Unterkategorien „Bester Gitarrist”, „Bester<br />

Keyboarder”, „Bester Schlagzeuger”, „Bester<br />

Bassist”, „Beste Komposition” etc. verliehen


11<br />

werden. Hierfür kann man sich direkt bewerben.<br />

Die Bundesjury entscheidet, ob besondere<br />

Leistungen in diesen Bereichen vorliegen.<br />

FOLGENDE EINZELKATEGORIEN<br />

WERDEN AUSGESCHRIEBEN:<br />

8 Hauptkategorien<br />

64 Nebenkategorien<br />

25 Sonderkategorien<br />

28 Sonderauszeichnungskategorien<br />

Durch die differenzierte Auswahl an Kate go -<br />

rien und Unterkategorien wird gewährleistet,<br />

dass eine große Anzahl vielversprechender<br />

Musik gruppen, Interpreten und Künstler/-innen<br />

in musikhistorisch bedeutenden, aber bisher<br />

bei Preisverleihungen vernachlässigten Musik -<br />

rich tungen ebenfalls gewürdigt werden können.<br />

In den acht Hauptkategorien werden die Final -<br />

aus scheidungen (und/oder Halbfinal vor ent -<br />

scheide) tagsüber live am Festivalort auf der<br />

Bühne er folgen. In den übrigen Kategorien entscheidet<br />

die Bundesjury allein aufgrund des<br />

eingeschickten Materials über eine Nominie -<br />

rung bzw. Aus zeichnung bei der Preisver lei hung.<br />

Mit der Aufnahme von Kategorien, die sich<br />

mit dem künstlerischen und technischen Um -<br />

feld einer CD-Produktion und des Musik ma na -<br />

ge ments auseinandersetzen (Studioproduktion,<br />

CD-Design, Independent-Label, Künstler agentur<br />

etc.), sollen – wie im Vorjahr – auch diese an -<br />

son sten im Schatten von künstlerischen Aus -<br />

zeich nungen stehenden Firmen und Personen<br />

geehrt werden.<br />

Jede Band/jeder Künstler kann sich mit einer<br />

CD/einem Musikvideo pro Kategorie (möglichst<br />

eine Liveaufnahme) bei der Deutschen Pop -<br />

stiftung für die verschiedenen Kategorien be -<br />

werben.<br />

ANMELDEGEBÜHR:<br />

DRMV-Mitglieder 20,– Euro,<br />

DRMV-Nichtmitglieder 30,– Euro.<br />

Nach dem Bewerbungsschluss ermitteln un -<br />

abhängige Expertenjuroren, die von der Deut -<br />

schen Popstiftung eingesetzt werden, die Teil -<br />

neh mer am Finale und die Preisträger der Nebenund<br />

Sonderkategorien des 34. Deut schen Rock<br />

& Pop Preises <strong>2016</strong>. Mithilfe eines detaillierten<br />

Bewertungsbogens (Arran ge ment, Instrumen -<br />

tierung, Gesang, Text, Kom position, Originali -<br />

tät, Kreativität etc.) ermittelt die Festivaljury die<br />

live im Finale des 34. Deutschen Rock & Pop<br />

Preises <strong>2016</strong> auftretenden Musikgruppen und<br />

Einzelinterpreten der Hauptkategorien. Um eine<br />

gerechte Preis ver leihung zu gewährleisten,<br />

kann die Bundes jury, wenn die Einordnung den<br />

Juroren passend erscheint, Preise auch in<br />

anderen als den durch die Künstler ursprünglich<br />

beworbenen Katego rien zuerkennen.<br />

4. PREISVERLEIHUNG/FESTIVAL<br />

Die Teilnehmer am Finale des 34. Deutschen<br />

Rock & Pop Preises <strong>2016</strong> erhalten durch die<br />

Deutsche Popstiftung eine Einladung nebst Teil -<br />

nahmeformular. Die in allen Sparten und Be -<br />

reichen nominierten Bands und Künstler/-innen<br />

werden persönlich eingeladen. Erst die Rück -<br />

sendung des ausgefüllten Teilnahmeformulars<br />

und die Entrichtung der Teilnahmegebühr in<br />

Höhe von 150,– Euro je Hauptkategorie sowie<br />

100,– Euro je Sonder- oder Nebenkategorie (je<br />

zuerkannter Preissparte) garantieren die Teil nah -<br />

me am 34. Deutschen Rock & Pop Preis <strong>2016</strong>.<br />

Die Finalisten (Einzelkünstler/-innen und Musik -<br />

gruppen) der Hauptkategorien erhalten im Ge -<br />

genzug je 50 Eintrittskarten im Gesamtwert von<br />

1 000,– Euro für den eigenen Gäste-/Fan kreis<br />

(s. zusätzliche Publikumsabstimmungen), die<br />

ausgezeichneten Preisträger der Sonder- und<br />

Nebenkategorien erhalten ebenfalls je 50 Ein -<br />

trittskarten im Gegenwert von 1000,– Euro für<br />

die eigenen Gäste/Fans. Mit der Nichtrück sen -<br />

dung des Anmeldeformulars und der Nicht ent -<br />

richtung der Teilnahmegebühr verfällt die Teil -<br />

nah me und Preiszuerkennung.<br />

Die Ergebnisse der Wahl und Auszeichnung<br />

durch die Festivaljury werden auf der Home -<br />

page des DRMV www.musiker-online.tv und<br />

durch die Kulturzeitschrift musiker <strong>Magazin</strong><br />

nach dem Festival veröffentlicht.<br />

Die jeweils ersten Preisträgerbands der<br />

Haupt kategorien „Rock“, „Pop“ und „Alter-<br />

na tive“ erhal ten eine einjährige kostenlose Mit -<br />

glied schaft im DRMV und ein einjähriges<br />

Rechts- und Fachberatungsprogramm. Die teil -<br />

nehmen den Preisträger der verschiedensten<br />

Deut schen Rock & Pop Preise <strong>2016</strong> erhalten<br />

als Auszei ch nung eine Ehrenurkunde. Die jeweils<br />

ersten Preis träger der Hauptkategorien erhalten<br />

zu sätzlich einen Rock- & Pop-Oscar.<br />

WEITERE INFORMATIONEN:<br />

WWW.DEUTSCHERROCKPREIS.DE<br />

TEXT: OLE SEELENMEYER<br />

FOTOS: LUDWIG CZAPLA


12 STORIES<br />

Annina Struve &<br />

HUGOONION<br />

Annina Struve, Markus „Hugo“ Schröder<br />

und Mario „Zwiebel“ Zielenbach touren<br />

als Hugoonion mit Bass, Gitarre, Schlagzeug<br />

und einer funkigen Rock-Mischung über die<br />

Bühnen. Im Interview spricht Annina über die<br />

Gründung der Band, Herausforderungen und<br />

zukünftige Projekte.<br />

MM: Die Gründung von ANNINA STRUVE &<br />

HUGOONION ist eher ungewöhnlich. Erzähl,<br />

wie es dazu kam.<br />

ANNINA STRUVE: Durch eine Reihe von<br />

Zufällen lernten Markus und ich uns bei der<br />

Arbeit für ein Musikprojekt kennen. Sofort beim<br />

ersten Auftritt funkte es zwischen uns auf der<br />

Bühne. Die Fotos des Auftritts benutzten wir<br />

sogar für unsere Hochzeitseinladungskarten.<br />

Denn es sah beinahe so aus, als würde mir<br />

Markus auf der Bühne einen Antrag machen.<br />

Zunächst spielten wir als Duo und schrieben<br />

unsere ersten Songs. Nach einiger Zeit suchten<br />

wir einen Percussionisten, der die Songs<br />

fühlen und umsetzen konnte. Markus hatte<br />

Jahre vorher mit Zwiebel zusammen Sessions<br />

gespielt. Er war sich sicher, dass er der Richtige<br />

für unser Projekt ist. Direkt bei der ersten Probe<br />

war uns allen klar, dass es passt.<br />

MM: Sowohl privat als auch auf der Bühne<br />

ein harmonisches Duo? Mal ehrlich, was sind<br />

Herausforderungen, wenn man so oft zusam -<br />

men ist?<br />

ANNINA STRUVE: Unser Proberaum ist zu<br />

Hause und es kann mal vorkommen, dass wir<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 13<br />

Funkustic<br />

Rock ’n’ Soul<br />

aus verschiedenen Richtungen zur Probe kommen. Denn im<br />

Alltag gibt es natürlich die üblichen Ehe-Nervigkeiten. Aber Musik<br />

ist ein wunderbares Kommunikationsmittel und bringt uns schnell<br />

wieder zusammen. Nach spätestes drei Takten ist die Welt in<br />

Ordnung und der gemeinsame Groove steht wieder.<br />

Du hast einen<br />

Weltstar in der<br />

Band<br />

So sehen Kultklassiker aus: Mikrofonstative von<br />

König & Meyer. Auf der ganzen Welt bewährt. Warum?<br />

Weil sie <strong>Musiker</strong> vor bösen Überraschungen bewahren.<br />

Weil solide Verarbeitung und Top-Materialien dafür sorgen,<br />

dass das Stativ auch nach vielen Auftritten und intensivem<br />

Gebrauch immer noch einwandfrei funktio niert. Das gibt<br />

Sicherheit und macht Lust auf den nächsten Auftritt. Keine<br />

Kompromisse: Highend-Zubehör von König & Meyer<br />

für Sänger & Co.<br />

5 Jahre Garantie · Made in Germany<br />

www.k-m.de<br />

MM: Ihr spielt „Funkustic Rock ’n’ Soul“ – was kann man sich<br />

darunter vorstellen?<br />

ANNINA STRUVE: Funkustic ist eine Wortschöpfung unseres<br />

Bassmanns und stammt aus der Anfangszeit, in der wir noch in<br />

akustischer Besetzung aufgetreten sind. Von Beginn an war unsere


14 STORIES<br />

»Im Alltag gibt es<br />

natürlich die üblichen<br />

Ehe-Nervigkeiten,<br />

aber Musik ist<br />

ein wunderbares<br />

Kommunikationsmittel<br />

und bringt uns<br />

schnell wieder zusammen.<br />

Nach spätestes drei Takten<br />

ist die Welt in Ordnung<br />

und der gemeinsame Groove<br />

steht wieder.«<br />

Musik überwiegend funky angelegt, entwickelte<br />

sich über die Jahre aber absolut vielseitig.<br />

Unsere Live Gigs sind extrem dynamisch. Im<br />

Pro gramm gibt es vom sprichwörtlichen<br />

„Stecknadel-fallen-Hören“ bis zum Sound ge -<br />

witter alles Mögliche. Rock und Soul sind weitere<br />

wichtige Elemente. Wir haben sie hinzugefügt,<br />

um auch denen, die uns noch nicht gehört<br />

haben, eine bessere Vorstellung zu bieten.<br />

MM: Wie entstehen eure Songs?<br />

ANNINA STRUVE: Die meisten Songs stammen<br />

aus meiner Feder. Oft steht der Text oder zu -<br />

mindest eine Textzeile an erster Stelle. Mit der<br />

Gitarre finde ich schnell Harmonie, Melodie und<br />

Groove dazu. Die Jungs verstehen sofort, in<br />

welche Richtung meine Ideen gehen. Was sie<br />

spontan dazu spielen, ist oft schon so rund,<br />

dass wir die Songs direkt ins Programm nehmen<br />

und live spielen können. Mit der Zeit entwickeln<br />

sich die Songs weiter.<br />

MM: Im Dezember habt ihr den Deutschen<br />

Rock & Pop Preis in der Kategorie „Funk &<br />

Soul“ gewonnen. Was war das Besondere<br />

an diesem Event und eurem Auftritt?<br />

ANNINA STRUVE: Es war gar nicht so einfach,<br />

unseren Song „Unbreakable“ auf die geplante<br />

Zeit von drei Minuten zu kürzen. Wir haben ihn<br />

vorher oft live ohne Zeitbegrenzung, mit Im -<br />

provisation und Interaktion mit dem Publikum<br />

gespielt. Das ist stark im Unterbewusstsein<br />

verankert, sodass wir den gekürzten Ablauf oft<br />

proben mussten, damit die Gewohnheit nicht<br />

durchbricht. Da gab es kurz vor dem Event noch<br />

Unsicherheiten. Live hat es gut geklappt und<br />

unsere gewohnte Spielfreude kam auf.<br />

MM: Wie geht es nun mit Hugoonion weiter?<br />

ANNINA STRUVE: In erster Linie: spielen, spielen,<br />

spielen! Unser langfristiges Ziel ist es, be -<br />

kannter zu werden.<br />

Im Moment arbeiten wir mit einem mit uns<br />

befreundeten Produzenten, Robert Schuller, im<br />

Studio an einigen unserer Songs. Unsere bisherigen<br />

Aufnahmen haben wir selbst gemacht,<br />

auch das Bewerbungs-Demotape zum DRPP.<br />

Robert, der schon mal mit den Foo Fighters<br />

ge arbeitet hat, gibt uns Impulse, wie wir die<br />

Songs radiotauglicher arrangieren, ohne ihnen<br />

den Flair zu rauben, der die Songs live auszeichnet.<br />

MM: Einige Lieder von euch gibt es auch bei<br />

Soundcloud. Warum?<br />

ANNINA STRUVE: Um Veranstaltern und Kon -<br />

zertgängern einen schnellen Höreindruck zu ver -<br />

mitteln, ist es gut geeignet. Da wir uns um unser<br />

Booking selbst kümmern, ist Sound cloud ein<br />

unkomplizierter Weg, um Kontakt aufzunehmen<br />

und die Band kurz vorzustellen.<br />

MM: Wie beurteilt ihr Streaming?<br />

ANNINA STRUVE: Mit gemischten Gefühlen.<br />

Für die meisten User ist es sicherlich sehr<br />

praktisch, aber mal abgesehen von der oftmals<br />

schlechten Bezahlung der Künstler geht in<br />

unseren Ohren viel verloren. Viele tolle Künstler<br />

sind vor allem für die großen Anbieter uninte -<br />

ressant. Ein Album, das als Gesamtkunstwerk<br />

angelegt ist, wird wegen des Streamings oftmals<br />

nie komplett gehört. Vieles dreht sich nur<br />

um den einen großen Hit. Das ist für uns als<br />

<strong>Musiker</strong> – und als Musikhörer – eher kritisch zu<br />

sehen.<br />

MM: Mit wem – egal, ob schon gestorben<br />

oder noch voll am Rocken – würdet ihr gern<br />

mal gemeinsam musizieren? Warum?<br />

ANNINA STRUVE: Wir haben zwar in vielen<br />

musi kalischen Belangen ähnliche Vorlieben,<br />

aber nach einem gemeinsamen musikalischen<br />

Idol haben wir noch nicht gesucht. Zwiebel<br />

würde gerne mal mit Eddie Van Halen spielen,<br />

weil es sein größtes musikalisches Vorbild ist.<br />

Für Markus ist schon ein Traum in Erfüllung ge -<br />

gangen, als wir als Vorgruppe von Frank Zappas<br />

„(Grand)Mothers of Invention“ aufgetreten sind.<br />

Ich würde gere mal die Bläser von „Tower of<br />

Power“ in unseren Proberaum einladen, ein<br />

Glas Wein mit Sting in der Toskana trinken und<br />

dabei eine Akustiksession machen.<br />

WEB: WWW.HUGOONION.DE<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: ANNINA STRUVE<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 15<br />

»TANZMUCKE ADE,<br />

WILLKOMMEN EIGENE PLÄNE.«<br />

Interview mit Linda Schinkel<br />

Nach neun Jahren<br />

als Sängerin<br />

in einer Top-40-Band<br />

singt Linda heute<br />

ihre eigenen Songs.<br />

Nebenbei schreibt<br />

und komponiert sie<br />

erfolgreich<br />

Kinderlieder.<br />

Im Interview hat sie<br />

uns erzählt,<br />

wie sie den Sprung<br />

geschafft hat.<br />

MM: Bis ins letzte Jahr bist du als Sängerin<br />

mit Top-40-Musik aufgetreten. Warum hast<br />

du das hinter dir gelassen? Welchen Tipp<br />

kannst du anderen <strong>Musiker</strong>n mitgeben, die<br />

von Covermusik auf eigene Songs wechseln<br />

wollen?<br />

LINDA SCHINKEL: Schon immer wusste ich:<br />

Nach der Schule werde ich Sängerin und spiele<br />

meine eigenen Songs. Nach meinem Abitur 2007<br />

stieg ich sofort in eine Top-40-Band ein, um erste<br />

Bühnenerfahrungen zu sammeln. Ab dem 7. Jahr<br />

Sängerin in ein und derselben Band sang ich<br />

zusätzlich in weiteren Bands als Aushilfe. Jedes<br />

Wochenende und jeden Feiertag ging’s ab auf<br />

die Bühne. Nebenbei studierte ich erst Sozio logie<br />

in Bremen und danach Musik auf Lehramt in<br />

Oldenburg. Beide Studiengänge habe ich nicht<br />

abgeschlossen. Es war durch die hohe Auftrags -<br />

lage einfach nicht möglich, seriös zu studieren.<br />

Überhaupt gab es für mich keinen Freiraum mehr,<br />

geschweige denn Zeit für meine eigenen Lieder<br />

und meine Freunde. Zusätzlich eine Karriere als<br />

Singer-Songwriterin – nicht dran zu glauben, keine<br />

freien Termine. Mein ursprüngliches Ziel verlor ich<br />

aus den Augen. Erst nach sage und schreibe<br />

neun Jahren riss ich mich endlich los.<br />

Auf der Top-40-Bühne war ich „Die-da, oder<br />

Lisa oder Lena oder wie-war-das-noch-mal?“.<br />

Auf der Singer-Songwriter-Bühne bin ich „Linda“.<br />

Hier sind die Beweggründe des Publikums ganz<br />

anders. Und auch ich habe als <strong>Musiker</strong> eine<br />

andere Aufgabe: Menschen emotional durch<br />

Musik zusammenführen und eine starke Ge mein -<br />

schaft bilden. Genau das möchte ich ihnen mit<br />

meinem Gesang und meiner Musik geben. Wenn<br />

auch mit weniger Gage, aber das ist mit steigendem<br />

Bekanntheitsgrad ausbaufähig.<br />

Ich stütze mich auf verschiedene musikalische<br />

Standbeine. Es gibt viele Arbeitsmöglichkeiten für<br />

<strong>Musiker</strong>.<br />

<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


16 STORIES<br />

designen und selbst drucken mit spezieller Soft -<br />

ware und CD-Drucker, Inlays für CDs herstellen,<br />

dann selbst schneiden, YouTube, Facebook,<br />

<strong>Musiker</strong>netzwerke, Kontakte pflegen, E-Mails<br />

rein und raus. Natürlich alles in professioneller<br />

Qualität. Außerdem ist die musikalische Aktivität<br />

am PC nicht zu unterschätzen. Ich arbeite mit<br />

der DAW (Digital Audio Workstation) Cubase.<br />

Hinzu kommen: Songs komponieren, Texte<br />

schreiben, Lieder üben, Klavier üben, für eine<br />

Trauung mit Wunschtiteln üben und vieles mehr.<br />

LINDA SCHINKEL<br />

WWW.FACEBOOK.COM/SAENGERIN.LINDASCHINKEL<br />

WWW.LINDA-SCHINKEL.DE<br />

WWW.KINDER-SCHLAFLIEDER.DE<br />

MM: Welchen Tipp kannst du anderen Mu si -<br />

kern mitgeben, die von Covermusik auf<br />

eigene Songs wechseln wollen?<br />

LINDA: Wer schon Tanzmusik macht oder beginnen<br />

möchte, sollte sich fragen, mit welchem Ziel.<br />

Um sich einen Namen als Künstler zu machen,<br />

ist die Top-40-Kiste nicht geeignet. Sie bietet kaum<br />

Raum für künstlerische Freiheit oder Anerken nung<br />

für die enorme Arbeit, die man auf der Bühne<br />

leistet, teilweise zehn Stunden am Stück unter<br />

Extrem-Bedingungen. Wer groß hinaus will, sollte<br />

lieber gleich mit seinem eigenen Repertoire<br />

starten und dafür noch mehr harte Arbeit in Kauf<br />

nehmen. Durchboxen muss man sich überall,<br />

dann kann man auch gleich mit seinem Vor haben<br />

starten. Also: „Tanzmucke Ade, willkommen eigene<br />

Pläne.“<br />

MM: Du schreibst, komponierst und produzierst<br />

deine Songs selbst. Bei wem holst du<br />

dir eine zweite Meinung ein?<br />

LINDA: Häufig produziere ich meine Lieder so,<br />

wie ich es auf der Bühne als Solistin anbieten kann.<br />

Sobald ein neuer Song fertig ist, nehme ich ihn in<br />

mein Bühnenrepertoire auf. Ganz gespannt bin ich<br />

dann auf die Reaktion des Publikums, die ist sehr<br />

entscheidend. Das ist die für mich wichtigste zweite<br />

Meinung. Außerdem nehme ich verschiedene<br />

Bandcontests wahr oder spiele auf sogenannten<br />

Singer-Songwriter-Slams. Ansonsten habe ich<br />

Kontakte zu einigen Radiosendern hergestellt, mit<br />

OSRadio 104.8 bin ich in regelmäßigem Aus -<br />

tausch. Auch hier bekomme ich wertvolles Feed -<br />

back.<br />

Für spezielle Details bezüglich Band arran ge -<br />

ments oder Soundqualität frage ich <strong>Musiker</strong> kol -<br />

le gen oder meine Familie. Einige Textschlüssig -<br />

keiten be spreche ich mit meiner Mutter, die gleichzeitig<br />

auch meine Kollegin ist.<br />

MM: Gibt es sonst Kollegen, mit denen du<br />

regelmäßig zusammenarbeitest?<br />

LINDA: Seit 2015 singe ich in der Band Red Noise.<br />

Wir covern die Sahnehäubchen aus Funk, Soul<br />

und Pop. Wir setzen uns stark mit den Arrange -<br />

ments auseinander und gestalten eigene Ver -<br />

sionen der Songs. Das ist enorm lehrreich und<br />

streckenweise sehr zeitaufwendig. Deshalb proben<br />

wir wöchentlich. Das ist alles andere als ein<br />

klassisches Top-40-Konzept. Hier habe ich sehr<br />

großen sängerischen Spielraum und auch meine<br />

Singer-Songwriter-Karriere kommt nicht zu kurz.<br />

Meine Mutter und ich führen zusammen unseren<br />

eigenen Musikverlag „Ardemus“. Über einen<br />

Onlineshop vertreiben wir personalisierte Kinder -<br />

schlaflieder-CDs. Meine Mutter ist Geschäfts füh -<br />

rerin und erledigt Management, Promotion, Buch -<br />

haltung, Media und vieles mehr. Ich komponiere,<br />

produziere und personalisiere die Lieder und Texte.<br />

Wir ar beiten jeden Tag zusammen.<br />

MM: Wie sieht ein typischer Arbeitstag für<br />

dich als hauptberufliche <strong>Musiker</strong>in aus?<br />

LINDA: Ab halb neun bin ich im Büro, das auch<br />

gleichzeitig das Aufnahmestudio ist. Zunächst<br />

arbeite ich die Bestellungen der Kinder schlaf lieder-<br />

CDs ab. Ich personalisiere die Lieder und Texte mit<br />

dem Namen des Kindes. Dies kann einige Zeit in<br />

Anspruch nehmen, je nach Auf trags lage.<br />

Es steht auch immer sehr viel Hintergrund -<br />

arbeit an: Fotos schießen, Fotos bearbeiten, Flyer<br />

designen, Visitenkarten designen, CDs selbst<br />

MM: Dein Herzensprojekt sind für dich deine<br />

Kinderschlaflieder. Warum ist dir das so<br />

wichtig?<br />

LINDA: Wir sind mit einer kleinen Idee gestartet<br />

und haben sie größer werden lassen. Nieder -<br />

lagen haben wir weggesteckt und weiterhin an<br />

unser Gelingen geglaubt. Alles notwendige Wissen<br />

haben wir uns Stück für Stück angeeignet. Wie<br />

gründet man einen Musikverlag, welche Voraus -<br />

setzungen gibt es? Welche Rolle spielt die GEMA?<br />

Durch viele Fragen haben wir uns durchgewühlt.<br />

Inzwischen haben wir zwei Alben veröffentlicht<br />

und bekommen täglich positive Rückmeldung von<br />

zufriedenen Eltern, Großeltern, Tanten und Onkels<br />

und auch von Hebammen werden wir weiterempfohlen.<br />

Wir haben große Gedanken zugelassen.<br />

Ich glaube, auch das war der Schlüssel zu<br />

diesem Erfolg. Diese Gedanken bewahre ich mir<br />

für alles Weitere.<br />

MM: Das Besondere an den Liedern ist, dass<br />

ihr die Kinder individuell ansprecht. Wie bist<br />

du auf diese Idee gekommen?<br />

LINDA: In meiner Kindheit habe ich abends auf<br />

einem Gute-Nacht-Lied bestanden und ich war<br />

immer hellauf begeistert, wenn meine Mutter<br />

meinen Namen einbaute. Also war es eigentlich<br />

meine Mutter, die den ersten Funken sprühte.<br />

Schlaflieder, weil wir den Kindern mit unseren<br />

Schlafliedern die ganz besondere Abendruhe<br />

geben möchten. Viele Eltern schreiben uns, dass<br />

unsere CDs das neue Einschlafritual für ihre<br />

Kinder seien und die Kleinen sich schon auf das<br />

Zubettgehen freuen würden, gerade weil sie persönlich<br />

angesprochen werden und sie genügend<br />

Zeit haben, sich auf den Schlaf einzulassen.<br />

MM: Gab es anfänglich Probleme bei der<br />

Um setzung? Wie hast du sie gelöst?<br />

LINDA: Zu Beginn gab es auf jeden Fall viele<br />

Bausteine und viele offene Fragen. Vor allem<br />

fehlte uns jedoch die Erfahrung mit solch einem<br />

Geschäft. Wir zahlten viel Lehrgeld und Zeit. Wir<br />

haben in ineffektive Werbung investiert, viele<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 17<br />

Bei uns läuft sehr viel über Mundpropaganda,<br />

und zusätzlich versuchen wir ständig, mit kleinen<br />

Mitteln zu werben. „Wer nicht wirbt, der stirbt.“ Wir<br />

legen Flyer aus, betreiben Facebook, schalten in<br />

Kinderzeitschriften kleine Artikel und wir lassen<br />

unsere CDs testen, zum Beispiel von Heb ammen<br />

und Eltern. Glückliche Zufälle sind natürlich auch<br />

dabei. Tatsächlich haben wir auch sehr viele<br />

Wieder holungsbestellungen, also Kunden, die<br />

zuvor das erste Album bestellten, bestellen nach<br />

einigen Wochen auch gleich das zweite Album.<br />

Online shops mussten getestet werden, weil nur<br />

wenige auf personalisierte Bestellungen ausgerichtet<br />

sind, das Equipment fürs Studio musste<br />

unseren Sound-Ansprüchen angepasst werden<br />

und viele Lieder und Texte wurden nochmals aufgenommen.<br />

Das sind Erfahrungen, die wir machen<br />

mussten, um unsere Strategie stetig zu verbessern.<br />

Jetzt arbeiten wir auf sehr hohem Niveau mit<br />

professioneller Qualität.<br />

MM: Kinder sind eine spezielle Zielgruppe.<br />

Wie schreibst und komponierst du kindgerechte<br />

Lieder?<br />

LINDA: Ich selbst habe meine Kindheit sehr gut<br />

in Erinnerung, diese Zeit nahm ich sehr intensiv<br />

wahr. Ganz bestimmt lag das auch an meinen drei<br />

Schwestern. Heute kann ich rückwirkend nachempfinden,<br />

warum und wann es mir gut ging und<br />

welche die besonders schönen Erinne run gen sind.<br />

Nach meiner Konfirmanden zeit habe ich ehrenamtlich<br />

Jahr für Jahr Kinderfreizeiten als Be treuerin<br />

begleitet. Auch hier erlebte ich bei Kindern gleiche<br />

oder ähnliche Empfindungen. Heute bin ich<br />

vierfach Tante. Meine Kindheit und der direkte<br />

Draht zu Kindern helfen mir sehr bei der Text -<br />

findung und Melodiegestaltung der Schlaf lieder.<br />

MM: Die Alben werden mittlerweile von He b -<br />

ammen empfohlen. Ist das ein glücklicher<br />

Zufall oder habt ihr die CD speziell in diesen<br />

Kreisen beworben?<br />

MM: Woran arbeitest du zurzeit noch?<br />

LINDA: Momentan arbeite ich an der Fertig stel lung<br />

des dritten Schlafliederalbums, das in Kürze veröffentlicht<br />

werden soll. Dazu geben wir Auskunft auf<br />

unserer Homepage: www.kinder-schlaflieder.de.<br />

An meinen eigenen Songs arbeite ich ebenfalls<br />

stetig. Meine Aktivität als Künstlerin kann gerne auf<br />

meiner Homepage www.linda-schinkel.de oder<br />

auf Facebook verfolgt werden.<br />

Über Anregungen und Feedback freuen wir uns<br />

immer sehr.<br />

INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />

FOTOS: CAROLIN SCHINKEL<br />

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18 STORIES<br />

EINE INTERNATIONALE DEUTSCHE<br />

METALBAND<br />

»Hard Rock ist die Musik, die uns geprägt hat.<br />

Die hat Eier. Wir spielen überall, wo es eine Steckdose gibt.«<br />

MM: Seit wann macht ihr zusammen Musik<br />

und wie habt ihr zueinander gefunden?<br />

MICHAEL: 2009 haben wir das erste Album „Faith<br />

In Salvation“ herausgebracht. Das ist das Ge burts -<br />

datum der Band. Die Wege des Zuein ander fin -<br />

dens waren unterschiedlich. 2006 lernte ich Oleg<br />

in einem Deutschsprachkurs kennen, bei dem<br />

wir nach unserer Auswanderung aus unseren<br />

Heimatländern mitmachten. Oleg kommt aus der<br />

Ukraine, ich aus Russland. Nach langer Suche<br />

stießen wir über ein Internetmagazin auf Sebastian<br />

und Volker. Unseren neuen Bassisten, Ingo, der<br />

mittlerweile ein Jahr bei uns ist und das letzte<br />

Album mit aufgenommen hat, lernte ich bei dem<br />

Heavy-Metal-Band-Projekt THOMSEN kennen.<br />

Ingo hat eine unglaubliche Spielkom petenz, enorme<br />

Live-Erfahrung und ein bisschen Dis zi plin in<br />

unsere Band gebracht.<br />

MM: Warum Metal? Was mögt ihr an den<br />

harten Sounds?<br />

MICHAEL: Seit meinem 14. Lebensjahr begleitet<br />

mich Metalmusik täglich. Ob Metal oder Hard<br />

Rock, für mich ist diese Musik längst zu meiner<br />

Lebenseinstellung geworden. Wir haben uns mit<br />

der Band nie extra zusammengesetzt und uns<br />

einen Kopf gemacht, was für Musik wir spielen<br />

wollen. Die Musik, die wir früher hörten und jetzt<br />

immer noch hören, hat es für uns entschieden.<br />

Sie war schon in uns drin. Ich glaube, dass viele<br />

mir zustimmen, dass diese Musik eine unglaubliche<br />

Energie in sich trägt und eine enorme An -<br />

ziehungskraft hat, die man in dieser Form kaum<br />

von den anderen Musikrichtungen kennt. Des -<br />

wegen Metal! Trotzdem muss man sich als<br />

<strong>Musiker</strong> auch für andere Musikrichtungen interessieren.<br />

Das Interessante bei uns ist, dass wir<br />

zur Hälfte aus Russen und Ukrainern bestehen.<br />

Deswegen haben wir einen leicht russischen Ein -<br />

schlag in der Musik. Und ein Ostfriese ist dabei.<br />

Das ist geil. Hard Rock ist die Musik, die uns<br />

geprägt hat. Die hat Eier. Wir spielen überall, wo<br />

es eine Steckdose gibt.<br />

MM: Im November habt ihr euer zweites<br />

Album „5’55’’ Till the End Of Days“ veröffentlicht.<br />

Wie hat sich eure Musik im Vergleich<br />

zum Debütalbum 2009 weiterentwickelt?<br />

MICHAEL: Ich finde, dass das aktuelle Album im<br />

Vergleich zu unserem Debütalbum viel anspruchs -<br />

voller und erwachsener klingt, weil wir als <strong>Musiker</strong><br />

erwachsener und anspruchsvoller geworden<br />

sind. Das zweite Album bietet eine breitere Palette<br />

der verschiedenen Metal-Genres an. Da ist alles<br />

von Heavy Metal über Power Metal bis hin zu<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


MAGISTARIUM<br />

Das sind<br />

Michael (Gitarre),<br />

Oleg (Gesang),<br />

Volker (Keyboard),<br />

Ingo (Bass) und<br />

Sebastian (Schlagzeug).<br />

Seit 2009 machen die<br />

fünf zusammen Musik.<br />

Metal. Harte Sounds<br />

mit ganzer Seeler<br />

und viel Energie.<br />

Beim Deutschen Rock &<br />

Pop Preis belegten<br />

sie in der Kategorie<br />

„Hard Rock“<br />

den ersten Platz.<br />

Im Interview erzählt<br />

Michael über die<br />

Anfänge, Streaming<br />

und Tourpläne.<br />

STORIES 19<br />

view-Anfragen, CD-Reviews und CD-Bestellungen<br />

aus Japan, Brasilien, Großbritannien, der Schweiz,<br />

Russland und, und, und.<br />

MM: Sind Platten zukunftsfähig? Warum<br />

bzw. warum nicht?<br />

MICHAEL: Ich glaube, ja. Denn es wird immer<br />

Menschen geben, die es schöner finden, eine<br />

CD mit einem farbigen Booklet in der Hand zu<br />

halten als noch einen Ordner auf ihrem PC oder<br />

noch eine Datei in ihrem Smartphone zu haben.<br />

MM: Ihr habt beim DRPP 2015 in der Ka -<br />

tegorie „Hard Rock“ die Jury als „Beste<br />

Band“ überzeugt. Glückwunsch. Wie war<br />

es, in Siegen auf der Bühne zu stehen?<br />

MICHAEL: Vielen Dank! Uns hat es sehr viel Spaß<br />

gemacht. Schade war nur, dass die Spielzeiten<br />

so kurz waren. Das ist bei so vielen teilnehmenden<br />

Künstlern allerdings kein Wunder. Der Auf -<br />

tritt war gut und schnell. Wir hätten natürlich die<br />

ganze Nacht gespielt.<br />

MM: Was waren besondere Herausfor de -<br />

run gen bei diesem Auftritt?<br />

MICHAEL: Das einzige, was mir sofort einfällt, ist,<br />

dass wir ganz lange diskutieren mussten, welchen<br />

Song wir spielen wollen. Das ist normalerweise<br />

bei uns nicht der Fall. Ach so, noch eins:<br />

die mit Sitzplätzen ausgestattete Halle bei unserer<br />

Show! Das haben wir noch nie gehabt. Ich<br />

meine, auf Metalkonzerten sieht man normalerweise<br />

nur stehendes Publikum.<br />

MM: Wie geht es nun weiter? Welche Ziele<br />

habt ihr als Band?<br />

MAKE<br />

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Progressive Metal vertreten. Was sich aber gar<br />

nicht verändert hat und sich hoffentlich nie verändern<br />

wird, ist, dass unsere Musik vom Herzen<br />

geschrieben und sehr melodisch ist. Gute Melo -<br />

dien stehen für uns im Vordergrund.<br />

MM: Eure neue CD gibt es auch bei iTunes<br />

und Amazon als MP3-Downloads. Warum<br />

habt ihr euch zu diesem Schritt entschieden?<br />

MICHAEL: Wir haben weder ein Label noch eine<br />

Promotionagentur und müssen uns daher selbst<br />

um die ganze Promotion kümmern. Es war für<br />

uns wichtig, alle Register zu ziehen, damit unsere<br />

CD möglichst viele Länder und ein breites<br />

Zuhörerspektrum erreicht. Ohne in irgendeiner<br />

Form Werbung für Streaming-Dienste zu machen:<br />

Das Ergebnis hat alle Erwartungen übertroffen!<br />

Wir haben momentan eine ganze Menge In ter -<br />

MICHAEL: Wir freuen uns auf die kommenden<br />

Konzerte und sind in bester Form, Leute mit<br />

unserer Musik zu begeistern. Momentan sind wir<br />

mitten in den Verhandlungen über eine mögliche<br />

Tour mit einer im Metalbereich sehr bekannten<br />

Band, deren Namen wir noch nicht nennen dürfen.<br />

Wir sind aber sehr optimistisch, dass das<br />

klappt. Nächstes Jahr wollen wir gern eine<br />

Europa tournee machen. Rock on!!!<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: MAGISTARIUM<br />

MAGISTARIUM<br />

„5’55’’ till the End of Days“<br />

VÖ: 02.10.2015<br />

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20 STORIES<br />

KLIMA<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 21<br />

MM: Zwei Schwestern, die zusammen mu -<br />

sizieren – klappt das oder gibt es manchmal<br />

den berühmten Zickenterror?<br />

KLIMA: Beides! Das Musizieren klappt eigentlich<br />

immer sehr gut, nicht zuletzt dadurch, dass<br />

wir uns auf der Bühne praktisch blind verstehen.<br />

Das ist ein großer Vorteil. Wenn die eine<br />

den falschen Text singt, singt die andere automatisch<br />

mit. Zickenterror gibt es eher abseits der<br />

Bühne. Zum Beispiel waren wir sechs Wochen<br />

mit PUR auf Support Tour und hatten zusammen<br />

ein Doppelzimmer. Da kracht es dann doch<br />

ordentlich – wenn es nur eine Steckdose im<br />

Bad gibt …<br />

MM: Was hat euch und eure Musik geprägt?<br />

KLIMA: Wir sind in einer sehr musikalischen<br />

Familie aufgewachsen. Es wurde viel musiziert.<br />

Aus der Stereoanlage kam der Sound der 60er<br />

und 70er. Geprägt hat uns das Klangbild der<br />

„handgemachten“ Musik. Als wir Teenager<br />

waren, hatten wir natürlich unsere eigenen großen<br />

Idole. Bei Vera war das Alanis Morissette.<br />

Ihr Album „Jagged Little Pill“ lief rauf und runter.<br />

Das beeinflusst das eigene Songwriting.<br />

MM: Beeindruckend ist, wie gut eure Stim -<br />

men zueinander passen. Habt ihr euch dafür<br />

professionell gebildet oder harmoniert ihr<br />

von Natur aus?<br />

KLIMA: Das wurde uns in die Wiege gelegt. Wir<br />

sind füreinander geschaffen.<br />

MM: Wie entstehen eure Lieder? Schreibt<br />

ihr gemeinsam?<br />

Zwischen den beiden Schwestern<br />

Vera und Sarah Klima herrscht<br />

gutes Klima – sowohl musikalisch<br />

als auch emotional.<br />

Die beiden sagen, sie seien<br />

unzertrennlich. Ihren Songs merkt man<br />

das gemeinsame Ziel,<br />

zusammen Musik zu machen, an.<br />

KLIMA: Vera schreibt die Songs, den Fein -<br />

schliff machen wir zusammen. Die Entstehung<br />

ist unterschiedlich – manchmal sitzt man im<br />

Zug, schreibt den Text und vertont ihn hinterher.<br />

Manchmal pfeift man auf dem Fahrrad<br />

eine Melodie vor sich hin und sucht dafür<br />

nachträglich die richtigen Worte. Im besten Fall<br />

hat man beides gleichzeitig im Kopf. Auf jeden<br />

Fall schreibt Vera immer über Themen und<br />

Situationen, die sie selbst erlebt hat oder die<br />

sie bewegt haben. Über das Leben mit all seinen<br />

Höhen und Tiefen eben. Es gibt Songs, die<br />

an einem Tag entstehen, und andere, für die wir<br />

ein halbes Jahr brauchen. Da haben wir keine<br />

pauschale Vorgehensweise.<br />

<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


22 STORIES<br />

MM: Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen?<br />

KLIMA: Wenn wir mit unseren Songs die Men -<br />

schen berühren – egal, ob es 100 000 oder nur<br />

zehn sind –, haben wir alles erreicht. Natürlich<br />

wäre es schön, wenn wir von unserer eigenen<br />

Musik leben könnten. Dann könnten wir uns<br />

nur auf unsere große Leidenschaft konzentrieren.<br />

Man darf den Spaß an der Musik nicht verlieren.<br />

Wenn es dabei „nach oben“ geht und<br />

wir mehr Fans bekommen, ist das super.<br />

MM: Ihr wart vor vielen Jahren beim Deut -<br />

schen Rock & Pop Preis, habt dort mehrere<br />

Preise gewonnen. Beschreibt die Atmos<br />

phäre. Was waren eure Höhepunkte?<br />

KLIMA: Wow – das war 2004. Es gab für uns<br />

keinen einzelnen Höhepunkt. Es war von vorne<br />

bis hinten ein Abenteuer. Wir waren damals 18<br />

und 20 Jahre alt. Es war unsere erste weite<br />

Reise mit der Band. Wir waren ganz schön aufgeregt,<br />

als wir in Hamburg ankamen. Aber dann<br />

haben wir uns ziemlich schnell entspannt in der<br />

lockeren Atmosphäre dort. Bei den Vorrunden<br />

ging alles ganz schnell – einfach raus und spielen.<br />

Aber für die finalen Entscheidungen mussten<br />

wir auf die große Bühne im Theater „Neue<br />

Flora“. Da klopfte das Herz schneller. Zu dem<br />

Zeitpunkt hatten wir noch nicht so viel Bühnen -<br />

erfahrung. Als wir erfuhren, dass wir in drei Kate -<br />

gorien ausgezeichnet wurden, waren wir total<br />

happy!<br />

MM: Ihr habt eine Band zusammengestellt,<br />

die euch mit Bass, Schlagzeug und E-Gitarre<br />

unterstützt. Wie habt ihr euch gefunden?<br />

KLIMA: Unseren ersten Drummer haben wir<br />

gecastet. Wir haben eine Anzeige in ein Kultur -<br />

magazin gesetzt und aus einigen Bewerbern<br />

ausgewählt. Durch ihn haben wir unseren jetzigen<br />

Bassisten und Gitarristen kennengelernt.<br />

Der Drummer von damals ist mittlerweile nicht<br />

mehr in der Band – da gab es eine Umbeset -<br />

zung durch ein Casting. Man muss herumfragen.<br />

Die <strong>Musiker</strong>branche in München ist nicht<br />

groß. Jeder kennt jeden.<br />

MM: Seit April gibt es euer Album. Schon<br />

vorher habt ihr die Single „Schwesterherz“<br />

veröffentlicht. Was bedeutet das Album und<br />

speziell dieser Song für euch?<br />

KLIMA: Dieses Album ist unser drittes Album.<br />

Wir haben 2008 und 2012 in Eigenregie Alben<br />

aufgenommen, veröffentlicht und vertrieben.<br />

„Irgendwann ist jetzt“ ist aber trotzdem eine Art<br />

erstes Album für uns. Denn es ist unser Major<br />

Debut bei einer großen Plattenfirma. Da läuft<br />

einiges anders. Man gibt Dinge aus der Hand,<br />

um die man sich vorher selbst gekümmert hat.<br />

Das ist schwer, kann aber auch eine Erleichte -<br />

rung sein, weil man sich auf die Musik konzentrieren<br />

kann und sich nicht um das Drum herum<br />

kümmern muss. „Schwesterherz“ ist für uns ein<br />

ganz besonderer Song. Ich (Vera) habe ihn für<br />

Sarah geschrieben, als es ihr nicht gut ging. Da<br />

weiß man wieder, was im Leben wirklich wichtig<br />

ist. Das vergisst man viel zu schnell im Strudel<br />

des Alltags und der Unzufriedenheit. Für uns war<br />

klar, dass dieser Song unsere erste Single wird!<br />

MM: Wie wird es mit KLIMA weitergehen?<br />

KLIMA: Nachdem die Hallentour mit PUR sehr<br />

gut gelaufen ist, haben uns Band und Mana ge -<br />

ment gefragt, ob wir Lust hätten, auch auf der<br />

Festivaltour im Sommer bei einigen Terminen<br />

dabei zu sein. Das hat uns total gefreut. Wir<br />

sind jetzt bei elf Terminen mit von der Partie.<br />

Im Sommer wird es eine zweite Single geben,<br />

im Herbst vielleicht eine dritte. Wir hoffen, dass<br />

wir Anfang kommenden Jahres auf Clubtour<br />

gehen und uns viele PUR-Fans besuchen.<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: KLIMA<br />

KLIMA<br />

„Irgendwann ist jetzt“<br />

VÖ: 01.04.<strong>2016</strong><br />

WWW.KLIMAMUSIK.DE<br />

/WWW.FACEBOOK.COM/<br />

KLIMAMUSIK<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 23<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


24 STORIES<br />

CENTURY LETTERS<br />

Eine musikalische Reise durch Erfahrungen,<br />

eingebunden in ehrliche Texte<br />

»Die Band erzeugt eine Dream-Pop-Soundkulisse aus ergreifenden Stimmen<br />

und Melodien, getragenen Delay-Gitarren und Synth-Flächen.«<br />

Melanie Kamper und Viktor Nordir machen<br />

erst seit letztem Jahr gemeinsam Musik.<br />

Im Dezember wurde ihre Arbeit mit dem Deut -<br />

schen Pop Preis ausgezeichnet. Uns haben sie<br />

erzählt, warum ihre Zusammenarbeit so gut funk -<br />

tioniert.<br />

MM: Ihr macht erst seit 2015 zusammen<br />

Musik und habt gleich den dritten Platz beim<br />

Deutschen Rock und Pop Preis ge macht. Wie<br />

könnt ihr euch den schnellen Erfolg erklären?<br />

CENTURY LETTERS: Vor den ersten Auftritten<br />

haben wir ein stimmiges Gesamtkonzept mit<br />

Songs, Performance und Projektionen für unser<br />

Projekt erarbeitet.<br />

MM: Wie ist eure Band im letzten Jahr entstanden?<br />

CENTURY LETTERS: Wir kannten uns schon aus<br />

der <strong>Musiker</strong>szene in Ulm. Wir beide haben uns<br />

bereits durch vorige Projekte einen Bekannt -<br />

heits grad in Ulm aufgebaut. Bei einem Konzert<br />

und gemeinsamen Austausch entstand die Idee,<br />

ein ganz neues Projekt zu starten. Die Songideen<br />

waren für beide sofort stimmig.<br />

MM: Eure Musik nennt sich Dream Pop.<br />

Wodurch zeichnet sich dieses Genre aus?<br />

CENTURY LETTERS: Eine klare, melodische<br />

Song struktur, die durch sphärische Elemente er -<br />

gänzt wird. Unsere Songs bekommen so ihren<br />

verträumten Charakter.<br />

MM: Eure Songs schreibt ihr gemeinsam.<br />

Könnt ihr uns einen Einblick in eure Zusam -<br />

men arbeit geben?<br />

CENTURY LETTERS: Wir bauen unsere musikalischen<br />

Arrangements bereits sehr früh im Pro -<br />

zess mit komplettem instrumentalen Grund ge -<br />

rüst aus und lassen sie reifen.<br />

MM: Wie habt ihr zu diesem Sound gefunden?<br />

CENTURY LETTERS: Zwei <strong>Musiker</strong> mit ähnlichen<br />

Vorstellungen und Visionen. Durch das ge mein -<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 25<br />

same Songwriting haben sich unsere musikalischen<br />

Vorlieben getroffen und gemeinsam weiterentwickelt.<br />

MM: Wie geht ihr mit Meinungsver schie den -<br />

heiten um?<br />

CENTURY LETTERS: Eine wichtige Qualität unserer<br />

Band ist, dass wir viel Wert auf klare und ehrliche<br />

Kommunikation legen.<br />

MM: Live unterstützt euch außerdem ein<br />

Schlagzeuger. Habt ihr euch bewusst gegen<br />

ein weiteres festes Bandmitglied entschieden?<br />

CENTURY LETTERS: Unser Livedrummer ist in<br />

unserem Bandgefüge voll integriert. Das Kon -<br />

zept, das wir nach außen geben, ist so, wie es jetzt<br />

ist, für uns stimmig und rund. Wir haben bewusst<br />

ein minimalistisches und außergewöhnliches Set -<br />

up gewählt.<br />

MM: Mit eurem Schlagzeuger nehmt ihr<br />

außerdem gerade Songs für euer erstes<br />

Album auf. Wer unterstützt euch noch bei<br />

der Produktion?<br />

CENTURY LETTERS: Wir nehmen alles in Eigen -<br />

regie auf.<br />

MM: Euer Booking läuft über salea music.<br />

Wie kam die Zusammenarbeit zustande?<br />

GOODBYE<br />

FEEDBACK.<br />

CENTURY LETTERS: Ein guter Freund der Band<br />

glaubt sehr an uns und hilft uns beim Erledigen<br />

der Bookingarbeit.<br />

MM: Habt ihr Tipps für andere <strong>Musiker</strong>, wie<br />

man wertvolle Kontakte schließen kann?<br />

KSM8<br />

DUALDYNE GESANGSMIKROFON<br />

CENTURY LETTERS: Gegenseitige Hilfe und<br />

Unterstützung sowie ein „Szenendenken“ helfen<br />

sehr weiter, um gemeinsam mit anderen gleichgesinnten<br />

Bands voranzukommen.<br />

MM: Auf Soundcloud und YouTube kann man<br />

bereits Songs von euch hören. Was können<br />

wir sonst noch auf dem Album erwarten?<br />

CENTURY LETTERS: Jeder Song hat seine sehr<br />

eigene Geschichte und seinen eigenen Charak ter.<br />

Die Zuhörer erwartet eine Bandbreite an musikalischer<br />

Vielfalt. Mit viel Liebe zum Detail und Leiden -<br />

schaft wurde fürs Album gearbeitet.<br />

die wir jemals entwickelt haben.<br />

Kabelgebundene und kabellose Optionen in schwarz<br />

oder gebürstetem Nickel erhältlich.<br />

WEB: FACEBOOK.COM/CENTURYLETTERS<br />

INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />

FOTOQUELLE: CENTURY LETTERS<br />

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© <strong>2016</strong> Shure Europe GmbH


26 STORIES<br />

FIETE »Sie hört Musik«<br />

»Jeder<br />

Konzert abend ist<br />

einzigartig.<br />

Plötzlich steht ein<br />

Einkaufs wagen<br />

mit drei Betrunkenen<br />

vor der Bühne –<br />

das kann dir<br />

im Studio nur schwer<br />

passieren.«<br />

MM: Mit „Sie hört Musik“ habt ihr beim<br />

Deutschen Rock & Pop Preis 2015 den zweiten<br />

Platz in der Kategorie „Alternative“ ab -<br />

geräumt. Nun habt ihr ein Video dazu ge -<br />

dreht. Was passiert in dem Clip?<br />

FIETE: Das kann man am besten herausfinden,<br />

indem man sich das Video auf YouTube ansieht.<br />

Aber eine kleine Zusammenfassung kann ja nicht<br />

schaden: Die Protagonistin Maya streift durch die<br />

Straßen und sieht einen Zettel, der sie zu einem<br />

Privatkonzert einlädt. Sie geht zur angegebenen<br />

Adresse und – voilà – da sind die fünf Dullies von<br />

FIETE und spielen „Sie hört Musik“. Im Laufe des<br />

Videos hören immer mehr Menschen das Lied,<br />

reagieren darauf und lassen ihren Emotionen freien<br />

Lauf.<br />

MM: Warum wolltet ihr gerade diesen Song<br />

visualisieren?<br />

FIETE: Das hat sich irgendwie ergeben. Das Lied<br />

entstand kurz nach den Aufnahmen für unsere<br />

erste EP „Schimpansencrew“. Wir wollten nicht<br />

warten, bis wir wieder ein Album oder eine Single<br />

aufnehmen. Also haben wir „Sie hört Musik“ separat<br />

aufgenommen und für das Video verwendet.<br />

MM: Wie ist das Video entstanden?<br />

FIETE: Mit viel Stress und Arbeit. Wir hatten ziemlich<br />

größenwahnsinnige Ideen. Unser Regisseur,<br />

Mathias Gaumann, hat uns gedämpft. Wir haben<br />

mit ihm zusammen die aktuelle Idee erarbeitet.<br />

Anschließend mussten wir Komparsen akquirieren.<br />

Schließlich stand der Drehtag an. Weil unsere<br />

Location kurzfristig mitteilte, dass wir nur an<br />

einem einzigen Tag filmen könnten, wurde das<br />

ein 16-Stunden-Tag. Wir schafften es, fielen aber<br />

erschöpft ins Bett. Für das Filmteam fing dann die<br />

Arbeit mit Schneiden an.<br />

MM: Welche musikalischen Vorbilder habt<br />

ihr?<br />

FIETE: „Vorbilder“ ist, glaube ich, der falsche Begriff.<br />

Gerade in der Musik kann man schwer Karrieren<br />

nachstellen, weil neben Talent auch Back ground,<br />

Kontakte und Glück eine Rolle spielen. Deshalb<br />

muss man sich seinen eigenen Weg bahnen. Ein -<br />

flüsse haben wir allerdings viele: Von Hip-Hop über<br />

Elektro, Punk, Klassik und Jazz hören wir in der<br />

Band so ziemlich das ganze Genre-Register durch.<br />

Das hilft, sich nicht zu eng an einem Schema zu<br />

orientieren und aus Schubladen auszubrechen.<br />

MM: Spielt ihr lieber live oder im Studio?<br />

Warum?<br />

FIETE: Das kann man nicht direkt vergleichen,<br />

aber eher live. Dort bekommt man ein unmittel-<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 27<br />

bares Feedback vom Publikum. Jeder Konzert -<br />

abend ist einzigartig. Plötzlich steht ein Einkaufs -<br />

wagen mit drei Betrunkenen vor der Bühne – das<br />

kann dir im Studio nur schwer passieren. (lacht) In<br />

der Live-Situation hat man nur eine Chance: Der<br />

Auftritt muss sitzen, alles muss sichineinanderfügen.<br />

Man macht Fehler, die ein Konzert ein zigartig<br />

machen. Im Studio spielt man alles doppelt und<br />

dreifach ein. Natürlich kann man auch im Studio<br />

kreativ sein, aber irgendwann wird es repetitiv.<br />

MM: Was mögt ihr am meisten am FIETE-<br />

Sound?<br />

FIETE: Unsere Tightness gefällt uns sehr. Valentin<br />

spielt schöne Drumparts, die vom einfachen Vier-<br />

Viertel-Takt abweichen, ihn variieren. Das verleiht<br />

den Liedern Abwechslung. Dazu stimmen wir die<br />

Gitarren- und Bassparts ab, sodass am Ende<br />

nichts herummatscht. Das ist bei drei Gitarren<br />

essenziell.<br />

MM: Was können wir von FIETE in den<br />

nächsten Jahren erwarten?<br />

FIETE: Schlechte Wortwitze, lustige Facebook-<br />

Posts und energiegeladene Konzerte. Vielleicht<br />

auch eine Expedition zum Mond oder ein Akustik-<br />

Set im Bernsteinzimmer. Wir sind für alles offen.<br />

MM: Wie seht ihr den deutschen Musik -<br />

markt?<br />

FIETE: Es ist schön, dass im Radio mittlerweile<br />

viel deutschsprachige Musik läuft. Das war in den<br />

2000er-Jahren nicht der Fall. Ansonsten kennen<br />

wir das regionale Musikding. Das ist tricky. Man<br />

will aus der eigenen Region raus, seine Kreise<br />

auch außerhalb ziehen. Dort muss man viel Klin -<br />

ken putzen und bekommt teilweise nicht mal die<br />

Spritkosten herausgespielt. In Zeiten, in denen<br />

Tausende Leute jeden Sommer zu allen möglichen<br />

Festivals rennen, werden die kleinen Club kon zerte<br />

manchmal vergessen.<br />

MM: Könnt ihr von eurer Musik leben?<br />

FIETE: Bei uns läuft es noch besser: Wir müssen<br />

nicht von unserer Musik leben! Die Band trägt<br />

sich weitestgehend selbst, ist unser Hobby. Ein<br />

Hobby, das wir ernst nehmen, in das wir unsere<br />

Zeit stecken. Aber wir sind keine Berufsmusiker.<br />

So, wie wir momentan Konzerte spielen, könnten<br />

wir nicht davon leben. Dafür sind FIETE nicht<br />

ausgelegt.<br />

WEB: FACEBOOK.COM/FIETEOFFICIAL/<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: FIETE


28 STORIES<br />

SOLO<br />

Seit 2011 machen<br />

die fünf Indie-Rocker<br />

zusammen Musik.<br />

Solo, aber nicht allein.<br />

Im Dezember wurden<br />

sie Dritter beim<br />

Deutschen Rock & Pop<br />

Preis in der Kategorie<br />

„Alternative“.<br />

MM: Wie habt ihr fünf musikalisch zueinander<br />

gefunden?<br />

SOLO: Wir haben ursprünglich zu zweit begonnen,<br />

hatten aber Bock, etwas mit Cajon zu machen.<br />

Torsten kannte Mario und es kam zu ersten<br />

gemeinsamen Test-Proben, die Spaß gemacht<br />

haben. Es hat sofort gefunkt. Nach ein paar<br />

Experimenten mit unterschiedlichen Instrumen -<br />

ten und <strong>Musiker</strong>n wurde Markus festes Mitglied.<br />

Er hatte schon bei unserem ersten Album Bass -<br />

spuren eingespielt. Heiko hatte die Produktion<br />

des ersten Albums übernommen und ist während<br />

der Aufnahmen zum zweiten Album dauerhaft<br />

bei SOLO eingestiegen. Durch seine Viel -<br />

seitigkeit – er spielt Piano, Akkordeon und Mando -<br />

line – haben wir neue musikalische Nuancen hinzugewonnen.<br />

MM: Was begeistert euch an Indie?<br />

SOLO: Der Terminus ist bandintern sehr umstritten.<br />

Für mich bedeutet Indie, keine klassischen<br />

Mainstream-Songs zu schreiben. Allerdings müssen<br />

wir uns eingestehen, dass unsere Entwick -<br />

lung zuletzt stark in Richtung Pop ging. Die Songs,<br />

an denen wir gerade arbeiten, werden wieder<br />

mehr Kante bekommen. Das Genre Indie ist<br />

extrem vielfältig. Dadurch wird die Musik spannend.<br />

Es gibt immer neue Seiten, Einflüsse und<br />

Instrumente zu entdecken. Das finden wir inspirierend.<br />

MM: Warum heißt ihr SOLO, obwohl ihr zu<br />

fünft seid?<br />

SOLO: Torsten ist Han-Solo-Fan. Das ist der Typ<br />

aus Star Wars. Torsten ist Urvater der Band und<br />

gibt Han Solo so eine Hommage.<br />

MM: Was hat Han Solo mit eurer Musik zu<br />

tun?<br />

SOLO: Nichts.<br />

MM: Ihr singt ausschließlich auf Deutsch.<br />

Warum hat deutsche Musik Zukunft?<br />

SOLO: Trotz immer stärkerer Globalisierung und<br />

Internationalisierung (nicht nur im Musikbusiness)<br />

hat deutsche Musik im deutschsprachigen Raum<br />

in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung<br />

gewonnen. Das ist toll, war für uns aber nicht<br />

ausschlaggebend. Wir fanden es einfach spannend,<br />

nach mehreren Jahren in englischsprachigen<br />

Bands in unserer Muttersprache zu schreiben<br />

und zu singen. Das macht es einerseits einfacher,<br />

weil die sprachlichen Möglichkeiten größer<br />

sind als in einer für uns fremden Sprache.<br />

Andererseits ist es schwierig, weil die Gefahr,<br />

sich „nackig“ zu machen, deutlich größer ist.<br />

Außer dem geht das Publikum mit deutschen<br />

Texten kritischer um. Da jedes Wort verstanden<br />

wird, wird es auf die Goldwaage gelegt. Wir sind<br />

überzeugt, dass deutschsprachige Musik hierzulande<br />

weiterhin erfolgreich sein wird. Die Gründe<br />

dafür sind vielschichtig.<br />

MM: Wie geht es mit SOLO weiter? Was<br />

sind eure Ziele?<br />

SOLO: Derzeit liegt der Fokus darauf, viele Kon -<br />

zerte zu spielen und unseren Radius zu erweitern.<br />

Außerdem arbeiten wir an neuen Songs.<br />

Wir sind keine 18-jährigen Teens mehr, auf der<br />

Suche nach dem großen Durchbruch. Gemein -<br />

sam Musik zu machen und in netten Locations<br />

zu spielen ist genau das, was wir wollen.<br />

MM: Eure Alben gibt es auch bei iTunes und<br />

Amazon als Download. Hört ihr selbst Musik<br />

digital oder analog? Warum?<br />

SOLO: Für unser letztes Album haben wir diesbezüglich<br />

noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen.<br />

Wir haben nicht alle die gleichen Hör -<br />

gewohnheiten. Martin hört zu Hause meistens<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 29<br />

MM: Wo würdet ihr gern mal ein Konzert<br />

spielen? Warum?<br />

SOLO: Wir würden gern mal auf einem größeren<br />

Festival wie dem Haldern Pop Festival spielen. Da<br />

würden wir gern die Dynamik mit vielen anderen<br />

aufstrebenden Bands erleben.<br />

MM: Welchen Stellenwert hat Musik bzw.<br />

eure Band in eurem Leben?<br />

»Das Publikum geht mit deutschen Texten<br />

kritischer um. Da jedes Wort verstanden wird, wird es<br />

auf die Goldwaage gelegt.«<br />

SOLO: Die Band hat wegen des zeitlichen Auf -<br />

wands einen hohen Stellenwert. Ohne die Band<br />

würden wir uns deutlich weniger sehen, was<br />

schade wäre. Musik nimmt in unser aller Leben<br />

einen wichtigen und großen Teil ein. Enden wir<br />

doch mit einem schönen Zitat von Yehudi<br />

Menuhin: „Die Musik spricht für sich allein. Voraus -<br />

gesetzt, wir geben ihr eine Chance.“<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: SOLO<br />

Vinylplatten. Für ihn ist das Auflegen einer Platte<br />

eine Art sakraler Akt. Dadurch ist die Wertschät -<br />

zung der Platte und dem Künstler gegenüber<br />

eine ganz andere, als wenn man digital etwas hört.<br />

Auf Spotify und andere Streaming-Platt formen<br />

wollen wir trotzdem nicht verzichten. Es sind<br />

spannende Tools, um neue Musik zu entdecken<br />

oder unterwegs etwas zu hören. Wenn einem<br />

etwas wirklich gut gefällt, kauft er sich daraufhin<br />

die Platte oder die CD.<br />

SOLO<br />

„JETZT“<br />

VÖ: 24.10.2015<br />

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FACEBOOK.COM/SOLOMUCKE<br />

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AVX


30 STORIES<br />

MM: Du bist als Liedermacher unterwegs, be -<br />

nutzt dabei auch Elemente der Rock-, Jazzund<br />

Folk-Musik. Wie kam es zu dieser Mi -<br />

schung?<br />

VOLKWIN MÜLLER: Das sind Musikstile, die ich<br />

im Laufe meiner 25 Jahre on the road gestreift<br />

habe. Ich habe viele Kollegen kennengelernt, die<br />

verschiedene Schwerpunkte hatten und mit<br />

denen ich eine Weile gespielt habe. So ist dann<br />

dieser spezielle Mix entstanden. Außerdem gibt<br />

es bekannte <strong>Musiker</strong>, an denen man sich im<br />

Laufe seiner Karriere orientiert. Bei mir waren das<br />

James Taylor, Jackson Browne oder auch Sting.<br />

MM: Wenn du solo auftrittst, spielst du Akus -<br />

tik- oder E-Gitarre, singst und begleitest dich<br />

selbst mit einem Fußschlagzeug. Wie schaffst<br />

du das? Was sind die Herausforde run gen?<br />

»MIT ANDEREN<br />

AUGEN«<br />

Liedermacher, Songpoet und Gitarrist<br />

Volkwin Müller lädt ein<br />

zur Seelenschau<br />

eines Mannes mit Gefühl<br />

VOLKWIN: Gerade weil ich solo spielen wollte,<br />

musste ich mir ein abwechslungsreiches Pro -<br />

gramm ausdenken. Dazu gehören abwechslungs -<br />

reiche Songs und Besetzungen, die ich allein anbieten<br />

muss. Gesang und Gitarre habe ich von Anfang<br />

an gemacht. Als ich den Kollegen Stoppok ent -<br />

deckte, war schnell klar, dass seine Art, das Fuß -<br />

schlagzeug zu spielen, etwas für mich war. Aber mir<br />

wird nachgesagt, dass ich beim Spielen von Songs<br />

immer eine Band im Kopf habe. Mit meiner Solo-<br />

Besetzung kann ich das gut abbilden.<br />

MM: Was möchtest du mit deinen Songs<br />

erreichen?<br />

VOLKWIN MÜLLER<br />

„Mit anderen Augen“<br />

VÖ: <strong>2016</strong><br />

WWW.VOLKWIN.DE<br />

WWW.FACEBOOK.COM/<br />

VOLKWIN.MULLER<br />

VOLKWIN: Es geht hauptsächlich darum, dass<br />

ich Dinge ausdrücken möchte, die mir auf der<br />

Seele brennen. Sachen, die mich berühren. Es<br />

geht in den Songs darum, wie man damit um -<br />

geht. Erst später wurde mir klar, dass andere<br />

Leute in meinen Songs und Texten Dinge von<br />

sich wiedererkennen. Das freut mich. Zum Bei -<br />

spiel geht es in meinen neuen Song „Du wirst<br />

Dich noch wundern“ darum, sich an seine Träume<br />

zu erinnern und zu fragen, wie viel davon geblieben<br />

ist. Ich habe festgestellt, dass dieses Thema<br />

viele berührt, die in meinem Alter sind.<br />

MM: Inwiefern haben John Lennon oder die<br />

Beatles deine Musik beeinflusst?<br />

MM: Wie kam es zur Begegnung mit dem<br />

Beatles-Freund Klaus Voormann?<br />

MM: Gemeinsam mit Achim Amme tourst<br />

du mit dem „Lennons letzte Jahre“ durch<br />

Deutschland. Was fasziniert dich an John<br />

Lennon?<br />

VOLKWIN: John Lennon ist für mich jemand, der<br />

eine Art „Seelenrock“ gemacht hat. Es ging ihm<br />

um persönliche Anliegen, die man am Anfang seiner<br />

wahnsinnig erfolgreichen Karriere gar nicht<br />

erkannt hat. Er hat besonders persönliche Texte<br />

geschrieben. Das hat mich fasziniert.<br />

VOLKWIN: Von John Lennon habe ich lernen<br />

können, wie ich persönliche Sachen so ausdrü -<br />

cken kann, dass andere Menschen nicht abgeschreckt<br />

werden, sondern ihre eigenen Bilder<br />

hineinprojizieren können. Das ist eine hohe Kunst.<br />

Außer Lennon beherrschen das Dylan, Spring -<br />

steen und Wolfgang Niedecken. Von den Beatles<br />

konnte man lernen, dass man Dinge in der Musik<br />

ausprobieren darf und soll. Nur so haben sie ihren<br />

hohen Stellenwert erreichen können. Sie waren<br />

mutig und authentisch.<br />

VOLKWIN: In meiner Jugendzeit war ich Bassist.<br />

Klaus Voormann war für mich ein besonderer<br />

<strong>Musiker</strong>. Und ich war Beatles-Fan. Eines Tages<br />

habe ich ihn einfach angeschrieben und gefragt,<br />

ob er für mich ein Cover machen kann. Er hat<br />

tat sächlich geantwortet und später haben wir<br />

telefoniert. Er hat mir Geschichten von früher er -<br />

zählt. Es war der reine Wahnsinn. Ich konnte es<br />

kaum glauben, als ich einen Monat später ein<br />

CD-Artwork von ihm in der Post hatte. Ich bin<br />

dankbar, dass ich ihn später persönlich kennen-<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 31<br />

VOLKWIN: Ich bin <strong>Musiker</strong> und Unternehmer. Wer<br />

heute mit Musik Geld verdienen möchte, muss<br />

beides sein. Musikmachen ist nur ein kleiner Teil<br />

dieser Aufgabe. Man hat viel mit Konzert booking<br />

und Vermarktung zu tun. Ich kenne Mu siker, die<br />

ihre eigenen Plakate für Konzerte kleben. Man<br />

muss in der Selbstvermarktung sehr kreativ sein,<br />

um davon leben zu können.<br />

MM: Ist es schwieriger geworden, von der<br />

Kunst zu leben? Wenn ja, warum?<br />

VOLKWIN: Es ist schwierig bis fast unmöglich<br />

ge worden, da den Konsumenten nicht bewusst<br />

ist, dass Musik zu produzieren Geld kostet. Ganz<br />

zu schweigen, dass Menschen davon leben müssen.<br />

Obwohl heutzutage mehr Menschen Kunst,<br />

Kultur und Musik als je zuvor für die seelische<br />

Ge sund heit bräuchten, ist es immer weniger im<br />

Be wusstsein der Gesellschaft wert. Das ist eine<br />

be denkliche Entwicklung.<br />

MM: Wie beurteilst du den Musikmarkt in<br />

Deutschland?<br />

VOLKWIN: Es gibt inzwischen doch recht viele<br />

jüngere <strong>Musiker</strong>, die erstaunliche Songs schreiben.<br />

Und daneben auch zahlreiche etablierte<br />

Song schreiber, die sich auf keinen Fall hinter<br />

internationalen Maßstäben verstecken müssen.<br />

Das finde ich sehr positiv. Auch im Radio kann<br />

man heute mehr als vor 20 Jahren deutschsprachige<br />

Musik hören. Das ist schon etwas. Aber<br />

ich frage mich, warum man stundenlang durch<br />

die USA auf der Route 66 entlangfahren kann<br />

und kein Schwanz auf die Idee kommt, ausländische<br />

Musik zu spielen. Dort hörst du ausschließlich<br />

amerikanische Musik. Warum hat man hier<br />

immer noch das Gefühl, dass wir deutschen<br />

Liedermacher hart für unsere deutschsprachigen<br />

Radioeinsätze kämpfen müssen?<br />

»Man muss in der Selbstvermarktung<br />

sehr kreativ sein, um von der Musik leben zu können.«<br />

lernen durfte und er für drei meiner CDs das Art -<br />

work gemacht hat.<br />

MM: Manchmal trittst du mit Band-Ver stär -<br />

kung auf. Was sind Vor- und Nachteile des<br />

Solo- und Band-Konzerts?<br />

VOLKWIN: Ich habe das Glück, dass ich als Band<br />

inzwischen mit Topleuten aus dem Umfeld des<br />

Hamburger Ausnahmegitarristen Uli Kringler spie -<br />

len darf. Ich habe Uli durch die Produktion meiner<br />

neuen CD kennengelernt. Bei einem Band -<br />

konzert mit diesen Topmusikern ist es möglich,<br />

die Songs so zu spielen, wie sie klingen sollen.<br />

Die Jungs können alles spielen. Sie sind so gut,<br />

dass es keine spieltechnischen Hürden gibt. Das<br />

macht Spaß. Auf der anderen Seite ist ein Band -<br />

konzert technisch wesentlich aufwendiger und<br />

teurer als ein Solo-Konzert.<br />

MM: Du bist freischaffender Künstler. Mal ehr -<br />

lich – wie kann man heutzutage davon leben?<br />

MM: Wie stehst du zu Streaming-Diensten?<br />

VOLKWIN: Man muss dort vertreten sein, da<br />

junge Leute sich fast nur dort orientieren. So ge -<br />

sehen sind Streaming-Dienste eine Art Google<br />

für Songs. Wenn du nicht dabei bist, dann bist<br />

du weg von der Bildfläche. Das Problem ist,<br />

dass kein <strong>Musiker</strong> davon leben kann. Selbst die<br />

großen Stars haben erhebliche Probleme. Falls<br />

die Streaming-Dienste weiter den Käufermarkt<br />

dominieren sollten, werden kaum noch talentierte<br />

Leute neue Musik produzieren, weil sie davon<br />

nicht leben können.<br />

WEB: WWW.VOLKWIN.DE<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOS: WWW.SCHELPMEIER.COM<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


MUSIC IS OUR PASSION


34 STORIES<br />

VON BRACKEN DUO –<br />

EINGÄNGIGE SONGS VON JAZZ BIS POP<br />

Interview mit Rick und Andrea von Bracken<br />

Obwohl sie schon seit über 20 Jahren ein<br />

Ehepaar sind, existiert das Duo der Öhringer<br />

Profi-<strong>Musiker</strong> erst seit 2013.<br />

Lange beschritten sie musikalisch getrennte<br />

Wege, auf denen sie mit diversen Projekten und<br />

Ensembles unterschiedliche Genres pflegten.<br />

Von diesen vielfältigen, sich ergänzenden Er fah -<br />

rungen profitiert ihre heutige Zusammenarbeit,<br />

für die sie bekannte wie auch selten gehörte Jazz-<br />

Stan dards, Pop-Songs und Musical-Nummern zu<br />

einem attraktiven, kurzweiligen Cocktail mixen,<br />

gewürzt mit einer feinen Prise augenzwinkernder<br />

Selbstironie.<br />

MM: Was für Musik macht ihr?<br />

RICK: Wir spielen alte Musical-Nummern, ausgewählte<br />

Songs von den Beatles bis Norah<br />

Jones, Udo Jürgens und Jazz-Standards, die<br />

uns gefallen. Wir interpretieren alles im jazzigkammermusikalischen<br />

Stil.<br />

MM: Könnt ihr von eurer Musik leben?<br />

ANDREA: Vom Duo allein noch nicht, aber die<br />

An fragen häufen sich.<br />

RICK: Wir leben von Musik, geben Privat un ter -<br />

richt und wirken bei anderen Projekten mit.<br />

MM: Welche musikalische Ausbildung habt<br />

ihr, wie war euer Werdegang?<br />

RICK: Ich bekam als Kind 13 Jahre lang klassischen<br />

Klavierunterricht, habe mir ab 14 Saxofon -<br />

spielen selbst beigebracht. Mit 13 gründete ich<br />

als Pianist meine erste Schüler-Jazzband mit<br />

Nachbarschaftsjungs aus unserer Fahrrad bande.<br />

Das war 1977.<br />

ANDREA: Ich hatte klassischen Klavierunterricht,<br />

zusätzlich für zwei Jahre Geigenunterricht. Mit<br />

15 Jahren lernte ich Querflöte. Nach dem Abitur<br />

absolvierte ich ein klassisches Musikstudium mit<br />

Hauptfach Klavier.<br />

RICK: Ich habe theoretische Musikwissenschaft<br />

studiert. Währenddessen spielte ich in vielen<br />

Bands, von allen Jazzstilen bis hin zu Blues, Soul<br />

und sogar Punk. In den 80ern unterrichtete ich<br />

jede Woche mehr als 30 Saxofonschüler. Am<br />

Ende machte ich so viel Musik, dass ich keine<br />

Zeit mehr fürs Studieren hatte.<br />

MM: Andrea, wie kamst du auf Pop und Jazz?<br />

ANDREA: Über Querflöte. Schon mit 16 spielte ich<br />

die in einer Rockband, die neben eigenen Stücken<br />

auch welche von Jethro Tull im Programm hatte.<br />

Bald wirkte ich bei einer weiteren Band mit, die nur<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 35<br />

Eigenkompositionen aufführte. Ein Gitarren duo lud<br />

mich zur Zusammenarbeit, dort sang ich das erste<br />

und für lange Zeit letzte Mal. Jazz habe ich immer<br />

gern gehört – etwa das United Jazz- und Rock-<br />

Ensemble. Aber zur Jazz-Praxis kam ich erst<br />

durch Rick. Er gab mir Anregungen, half mir,<br />

Akkordsymbole umzusetzen. Ich kannte vorher so<br />

etwas wie Lead Sheets oder Real Books nicht.<br />

MM: Warum hast du so lange nicht gesungen?<br />

ANDREA: Nach einer Stimmbanderkrankung traute<br />

ich mich lange nicht, rockig „die Sau rauszulassen“.<br />

Irgendwann wurde mir bewusst, dass<br />

ich im Alltag oft leise singe – etwa auf dem Weg<br />

zum Einkauf. Der Durchbruch kam, als ich auf einer<br />

Jam-Session, auf der Rick spielte, zum Spaß einen<br />

Blues sang.<br />

MM: Rick, wie kamst du zum Saxofon spie -<br />

len?<br />

RICK: In den 1970ern gab es nicht E-Pianos mit<br />

gutem Sound, so wie heute, die man mit sich tragen<br />

kann. Also musste ich als Pianist entweder<br />

das Klavier nehmen, das am Auftrittsort vorhanden<br />

war, oder eines mieten. Das war natürlich<br />

teuer. Einmal machten das meine Eltern mit, dann<br />

streikten sie. Wir mussten Gigs absagen, weil ich<br />

als Bandleader nicht mitspielen konnte. Ich<br />

brauchte ein transportables Instrument. Saxofon<br />

hatten wir noch nicht, ich kannte niemanden, der<br />

es spielte. Ich bettelte meine Eltern an, bis sie mir<br />

ein gebrauchtes Tenorsaxofon kauften.<br />

MM: Wie lange arbeitet ihr gemeinsam?<br />

ANDREA: Seit 2013, als Rick mich für einen Auftritt<br />

zum Begleiten am Klavier überredet hat. Da war<br />

von Gesang noch keine Rede. Dafür musste er<br />

mich ein Jahr länger überreden!<br />

»Ich war es leid,<br />

überregional Begleiter<br />

engagieren zu müssen –<br />

wenn man eine<br />

talentierte Pianistin<br />

direkt im Haus hat!«<br />

RICK: Bei uns im Raum Heilbronn-Hohenlohe gibt<br />

es wenige gute <strong>Musiker</strong>. Ich war es leid, überregional<br />

Begleiter engagieren zu müssen – wenn<br />

man eine talentierte Pianistin direkt im Haus hat!<br />

MM: Welche anderen Projekte habt ihr außer<br />

eurem Duo?<br />

ANDREA: Ich habe sonst gerade nichts Festes,<br />

begleite auf Anfrage Solisten oder Chöre. Vor -<br />

wie gend gebe ich Klavierunterricht.<br />

RICK: Alles Mögliche vom Duo bis zur eigenen<br />

Big-Band. Leider spiele ich nur wenig in meiner<br />

Ge gend. Dafür unterrichte ich deutlich weniger als<br />

Andrea.<br />

MM: Wie ist die musikalische Zusammen ar -<br />

beit als Ehepaar? Gibt es da nicht manchmal<br />

Knatsch?<br />

RICK: Doch, das kommt natürlich vor, weil jeder<br />

seinen Dickkopf hat. Aber wir lösen unsere Kon -<br />

flikte möglichst konstruktiv.<br />

MM: Was plant ihr für eure musikalische<br />

Zukunft?<br />

ANDREA: Unser Duo wollen wir weiter ausbauen.<br />

Wir spielen jetzt oft mit zusätzlichen <strong>Musiker</strong>n wie<br />

Bassisten und Schlagzeugern. Ständig be kom -<br />

men wir neue Gig-Anfragen.<br />

RICK: Wir werden oft nach einer CD gefragt. Das<br />

wäre ein Ziel für uns. 2015 waren wir sogar im<br />

Studio. Allerdings nur für Demos, die man auf<br />

unserer Homepage findet. Eigene Lieder wären<br />

schön – mal sehen, was uns einfällt.<br />

WEB: WWW.VONBRACKEN.DE<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOS: MICHAEL BREM<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


36 STORIES<br />

TEIL 5: UNVERGLEICHLICH –<br />

RORY GALLAGHER<br />

Ende der 1960er-Jahre gehörten Vorurteile<br />

der Erwachsenengeneration gegen Rock -<br />

musik längst nicht der Vergangenheit an. Die<br />

Elektrogitarre galt den Gegnern dieser Musik<br />

nach wie vor kaum mehr als ein Instrument,<br />

mit dem angebliche <strong>Musiker</strong>, denen fehlendes<br />

Interesse unterstellt wurde, ihren Lebens un ter -<br />

halt „ordentlich“ zu verdienen, elektrisch verstärkten<br />

Lärm produzierten. Die Unterschei dung<br />

zwischen E- und U-Musik (gemeint sind ernsthafte<br />

Musik und Unterhaltungsmusik) war an<br />

der Tagesordnung, und Rockmusik fiel in die<br />

zweite Kategorie, galt also von vornherein als<br />

geringwertig.<br />

Selbst die Beatles waren vielen weiterhin<br />

suspekt, obwohl sie sich mit Siebenmeilen -<br />

stiefeln weiterentwickelt hatten und ihre Musik<br />

mit dem Stereotyp „Beatmusik“ längst nichts<br />

mehr gemein hatte; in Deutschland hatte man<br />

ohnehin ja auch den Rock ’n’ Roll so gut wie<br />

verschlafen. Der heutige Klassiker Beat-Club<br />

war ein Nischenprodukt für junge Zuschauer.<br />

Dennoch zeichnete sich zögernd eine Änderung<br />

ab. Ende 1968 verordnete sich das ARD-<br />

Fernsehen eine Verjüngungskur und hob den<br />

Anteil von Pop- und Rockmusik im Unter hal -<br />

tungsprogramm auf immerhin 25 % an.<br />

Der Prozess des Umdenkens verlief gleichwohl<br />

schleppend. Im Frühjahr 1969 hatte ich mir<br />

während einer großen Schulpause die neueste<br />

Beatles-LP „Yellow Submarine“ gekauft und mit<br />

in den Klassenraum genommen, wo mich zu<br />

Unterrichtsbeginn mein Griechisch-Lehrer mit<br />

dem Album aufbrachte. Er zog die LP aus der<br />

Einkaufstragetasche und gab mir vor versammelter<br />

Klasse zu verstehen, in einen Abgrund<br />

zu blicken, weil ich mich für derart niveaulose<br />

Musik interessiere. Seufzend zog er die LP aus<br />

dem Cover und stieß auf der Innenhülle zu seiner<br />

Freude auf die Abbildung der LP, O Mosella<br />

– eine musikalische Moselfahrt. Diese Musik<br />

möge ich mir besser nicht anhören, riet er mir,<br />

und empfahl im gleichen Atemzug „Willy<br />

Schneider singt fröhliche Lieder vom Rhein“. Der<br />

Blaue Bock ließ also nachdrücklich grüßen, in<br />

dem derlei Musik ihren Platz hatte, durchaus<br />

eine Art Vorläufer des Jahre später ins Leben<br />

gerufenen und anscheinend nicht tot zu bekom-<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 37<br />

menden Musikantenstadl. Was hätte mein Leh -<br />

rer wohl gesagt, wenn er mich nicht mit zwei<br />

weiteren LPs erwischt hätte, auf die ich nun zu<br />

sprechen komme. Schon die Cover hätten ihn<br />

vermutlich endgültig verstört.<br />

Im Frühjahr 1969 waren mit nur etwas gutem<br />

Willen mit Eric Clapton und Jimi Hendrix<br />

wenigstens schon zwei absolute Virtuosen der<br />

Rockgitarre zu erkennen. Ihnen sollte in Kürze<br />

der irische Vollblut-Gitarrist und -Rocksänger<br />

Rory Gallagher folgen, für die nächsten gut 25<br />

Jahre einer der großen, charismatischen Live-<br />

Performer, der ästhetisch alle Gitarrentech niken<br />

beherrschte, reihenweise überzeugende Riffs<br />

schuf, sich die Seele aus dem Leib sang oder<br />

sogar schrie und zuweilen seine Stimme wie<br />

ein zweites Instrument neben seiner Gitarre<br />

klingen ließ. Dabei trat er gleichzeitig sympathisch<br />

bescheiden auf in verwaschenen Kauf -<br />

haushemden, vielbenutzten Turnschuhen und<br />

meist mit seiner schon in den 1960er-Jahren<br />

sehr stark mitgenommenen Stratocaster, die er<br />

nie optisch aufarbeiten ließ und der er bis ans<br />

Lebensende treu blieb. Glamour war nicht<br />

Gallaghers Sache.<br />

Man mag TASTE zwar zur „British Blues In -<br />

vasion“ zählen, die Gruppe war aber neben Van<br />

Morrisons Them eine der nur wenigen irischen<br />

pro gressiven Bands der 1960er-Jahre. Damals<br />

dominierten die sogenannten Showbands die<br />

Unterhaltungsmusik für Tanzveran staltungen irischer<br />

Jugendlicher mit US-amerikanischen und<br />

TASTEs musikalischer Wucht, und welche<br />

Vitalität geht von den langen Blues-Nummern<br />

„Sugar Mama“ und „Catfish“ aus, feste Be -<br />

stand teile des Taste-Live-Repertoires! Das<br />

nachfolgende Album „On The Boards“ beweist<br />

eine musikalische Weiter entwicklung in atemberaubendem<br />

Tempo mit dem komplexen Hit<br />

Mit der Band TASTE spielt Gallagher 1968<br />

zwei herausragende Alben ein, die zeitlich versetzt<br />

auf den Markt gebracht wurden, im<br />

Frühjahr 1969 das gleichnamige Debutalbum<br />

und Anfang 1970 „On the Boards“. Mit dem<br />

Bassis ten Richard McCracken und dem<br />

Drummer John Wilson tourte er seit 1968<br />

durch Groß britannien. TASTE trat unter anderem<br />

im Londoner Marquee Club auf, wo Ende<br />

Oktober 1968 eines der Konzerte der Band<br />

mitgeschnitten wurde, das 1977 als Ariola-LP<br />

„In Concert“ veröffentlicht wurde. Das Publikum<br />

wird das Feuer der drei <strong>Musiker</strong> gespürt haben.<br />

Bei den Cream-Abschiedskonzerten Ende<br />

November 1968 in der Londoner Royal Albert<br />

Hall und 1969 auf der US-Tournee der kurzlebigen<br />

Band Blind spielten TASTE als Vor -<br />

gruppe, und kein Geringerer als Jimi Hendrix<br />

antwortete, als er gefragt wurde, wie er sich als<br />

weltbester Gitarrist fühle: „Keine Ahnung, da<br />

müssen Sie Rory Gallagher fragen.“<br />

TASTE war durchaus nicht nur eine Band mit<br />

einem Star als Frontmann und einer „gesichtslosen<br />

Rhythmusgruppe“. Zweifelsohne stach<br />

der gerade einmal 21-jährige Gallagher hervor.<br />

McCracken und John Wilson waren beileibe<br />

nicht nur „notwendiges Beiwerk“, sondern mitprägende<br />

Musi ker, mit denen sich ihre Vor gän -<br />

ger, die Gallagher 1967 für ein erstes Album be -<br />

gleiteten, künstlerisch nicht messen konnten;<br />

folgerichtig wurde diese LP auch erst nach dem<br />

durchschlagenden TASTE-Erfolg veröffentlicht.<br />

»Von 1971 bis 1982 brachte Rory Gallagher neun<br />

Studio- und drei Live-Alben heraus, prallvoll mit Songs<br />

unterschiedlichen Charakters, die den Künstler<br />

als einfallsreichen Rockmusik-Virtuosen ausweisen,<br />

der filigrane, melodische und knallharte Soli<br />

aus dem Ärmel geschüttelt zu haben schien, ohne dass<br />

sie sich in Wiederholungen ergingen.«<br />

britischen Hits, die sie mimikry-artig nachspielten,<br />

ohne Eigenes zu bieten. Der junge Rory<br />

Gallagher gehörte einer solchen Showband an<br />

und sammelte mit ihr auf Tourneen durch Europa<br />

Erfahrungen im Show geschäft. Musi kalisch<br />

war er bei seinem außergewöhnlichen Können<br />

damit unterfordert. Er löste sich von der Hit -<br />

pardenmusik anderer und wandte sich der<br />

Rock musik zu, bei der er mit einem Bluesrock-<br />

Schwerpunkt einen großen Facettenreichtum<br />

bewies. So ist bereits die erste mit McCracken<br />

und Wilson aufgenommene LP beeindruckend<br />

einfalls- und ab wechs lungsreich, bestückt mit<br />

immer neuen, überzeugenden Gitarrensoli. Ob<br />

die Stücke nun laut oder leise sind, die Band<br />

bleibt durch weg druckvoll. Solche Alben wirken<br />

auch nach dem soundsovielten Anhören<br />

Jahrzehnte nach der Veröffentlichung immer<br />

wieder aufs Neue frisch. Gleich der erste Titel<br />

„Blister On The Moon“ lässt keinen Zweifel an<br />

„What’s Going On“ (gegen Gallaghers Willen<br />

auch als Single veröffentlicht), den spannungs -<br />

geladenen Stücken „Railway And Gun“ und<br />

„Eat My Words“ mit wunderbaren Slide-Parts<br />

und unter anderem zwei ausgedehnten Aus -<br />

flügen in Jazzgefilde, bei denen Gallagher auch<br />

Saxophon spielte. Im Beat-Club war davon „It’s<br />

Happened Before, It’ll Happen Again“ zu be -<br />

wundern.<br />

Rory Gallagher hatte stets auch eine Vor liebe<br />

für nicht elektrisch verstärkt gespielte Songs,<br />

bei denen er mit seinem Fingerpicking brillierte.<br />

Schon auf dem Debütalbum finden sich davon<br />

„Leavin’ Blues“, „Hail“ und „I’m Moving On“, sie<br />

stehen im wunderbaren Kontrast zu den elektrischen<br />

Schwergewichten. Man kann sogar den<br />

Blues „Too Much Alcohol“ direkt ver gleichen,<br />

elektrisch gespielt auf dem Album „Irish Tour“<br />

und akustisch auf der National Steele Guitar<br />

<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


38 STORIES<br />

Ȇber das<br />

Auseinanderbrechen<br />

von TASTE gibt es<br />

unterschiedliche Versionen.<br />

Dass Gallagher als<br />

Aus nahmetalent<br />

mit wachsendem Erfolg<br />

von TASTE zielstrebig<br />

eine Solokarriere<br />

mit angestellten Begleit -<br />

musikern verfolgte,<br />

um allein zu bestimmen,<br />

wird aber kaum von der<br />

Hand zu weisen sein.«<br />

während Gallaghers Auftritt auf dem Montreux<br />

Jazz Festival 1975. Das war alles zu einer Zeit,<br />

als der Begriff unplugged für das Musik-<br />

Business noch unbekannt war. Als MTV seine<br />

„Unplugged“-Konzerte im Jahr 1989 startete,<br />

war Gallagher für das breite Musikpublikum leider<br />

nicht mehr „in“.<br />

Als Drei-Mann-Formation rückten TASTE mit<br />

ständiger Bühnenpräsenz für viele in die Nähe<br />

von Cream. Siedepunkt war Ende August 1970<br />

der fulminante Auftritt auf dem 3. Isle of Wight<br />

Festival. Spielfreude, Abwechslungsreichtum<br />

und druckvolle Energie waren unglaublich,<br />

Gallagher spielte sich entfesselt die Seele aus<br />

dem Leib, das Publikum war aus dem Häuschen<br />

und entlockte der Band drei Zugaben. Über<br />

viele Jahre war für mich TASTEs Auftritt auf dem<br />

Montreux Jazz Festival wenige Tage darauf das<br />

bessere Konzert, da es so überzeugend auf dem<br />

dritten Album der Band klingt: „TASTE Live“. Im<br />

Dokumentarfilm über das Isle of Wight Festival<br />

ist Gallagher nur allein mit „Gambling Blues“<br />

zu sehen. Meine Wertschätzung für das<br />

Montreux-Konzert hat überhaupt nicht gelitten<br />

– ein absolutes Muss für Freunde von TASTE<br />

und Gallagher –, aber seit Herbst 2015 lässt<br />

sich neu zu bewerten, welch ein Ereignis der<br />

TASTE-Auftritt auf der Isle of Wight gewesen<br />

ist. Sein größter Teil ist nun auf der DVD/Blu-Ray<br />

„What’s Going On – TASTE Live At The Isle Of<br />

Wight“ samt der frenetischen Reaktionen der<br />

Festivalbesucher zu bewundern. Auf der parallel<br />

dazu veröffentlichten CD sind es noch drei<br />

Stücke mehr (wobei gegenüber dem Film wiederum<br />

der „Gambling Blues“ fehlt). Die <strong>Musiker</strong><br />

harmonierten offenbar traumwandlerisch sicher<br />

miteinander, noch besser als auf den ebenfalls<br />

im Herbst 2015 in der 4-CD-Box erstmals veröffentlichten<br />

Live-Aufnahmen. Man mag es<br />

kaum glauben, dass Ende August 1970 die Auf -<br />

lösung der Band bereits beschlossene Sache<br />

war. Deswegen verwundert der darauf folgende<br />

vor zügliche Montreux-Auftritt noch mehr. Über<br />

das Auseinanderbrechen von TASTE gibt es<br />

unterschiedliche Versionen. Dass Gallagher als<br />

Aus nahmetalent (Gitarrist, Sänger, Songwriter<br />

und Performer) mit wachsendem Erfolg von<br />

TASTE zielstrebig eine Solokarriere mit angestellten<br />

Begleitmusikern verfolgte, um allein zu<br />

bestimmen, wird aber kaum von der Hand zu<br />

weisen sein. Ohne ihn war TASTE letztlich auch<br />

nicht vorstellbar: 2009 belebten McCracken und<br />

Wilson TASTE mit dem Gitarristen Sam<br />

Davidson auf dem Album „Wall to Wall“ neu,<br />

was nicht schlecht geriet, aber ein Schatten<br />

der Band blieb, der Gallagher angehört hatte.<br />

Bis Ende 1970 hielten TASTE durch, und<br />

danach gab es nur noch Rory Gallagher und<br />

seine Band. Von 1971 bis 1982 brachte er neun<br />

Studio- und drei Live-Alben heraus, prallvoll mit<br />

Songs unterschiedlichen Charakters, die den<br />

Künstler als einfallsreichen Rockmusik-Vir tuosen<br />

ausweisen, der filigrane, melodische und knallharte<br />

Soli aus dem Ärmel geschüttelt zu haben<br />

schien, ohne dass sie sich in Wiederholungen<br />

ergingen. Genau das fesselte Gallaghers Fans,<br />

die in seine Konzerte strömten und ihn in<br />

Deutschland zu einem Liebling der Rockmusik-<br />

Liebhaber machten, der immer wieder Gast im<br />

Beat-Club und im Rockpalast war.<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 39<br />

Gallagher hat damit neue Maßstäbe gesetzt.<br />

Aus der Fülle der zahlreichen einprägsamen<br />

Songs greife ich „Sinner Boy“, „Laundromat“,<br />

„In Your Town“, „Souped-Up Ford“, „Secret<br />

Agent“ und „A Million Miles Away“ heraus und<br />

die akustischen Publikums-Lieblinge „Pistol<br />

Snapper Blues“, „As The Crow Flies“, „Out On<br />

The Western Plain“, „Going To My Home Town“,<br />

„Barley And Grape Rag“ und „Ride On Red“.<br />

Dass die Rolling Stones an einem derart<br />

hochkarätigen Künstler Interesse zeigten, als<br />

1974 Mick Taylor die Band verließ, nimmt nicht<br />

Wunder. Tatsächlich spielte Gallagher mit der<br />

Band einige Konzerte. Als Frontmann mit eigener<br />

Band war es für ihn auf die Dauer aber kaum<br />

verlockend, bei den Stones als zweiter Gitarrist<br />

einzusteigen, dem Mick Jagger und Keith<br />

Richards nur von Zeit zu Zeit zugestanden hätten,<br />

einmal nach vorn zu treten, wohl kaum<br />

dann aber auch als Leadsänger. Dennoch blieb<br />

Gallagher ein gesuchter Gastmusiker, zum<br />

Beispiel an der Seite von Jerry Lee Lewis,<br />

Muddy Waters, Albert King, Chris Barber und<br />

den Dubliners.<br />

Als Publikumsliebling schrieb er mit insgesamt<br />

fünf Auftritten von 1976 bis 1990 im legendären<br />

Rockpalast TV-Geschichte, die wohl noch<br />

mehr als Tony Palmers Konzert-Dokumentar -<br />

film „Irish Tour“ von 1974 die Wertschätzung für<br />

Rory Gallagher gefestigt haben; sie sind alle<br />

auf DVD erhältlich. Welche Spannung lag in der<br />

Luft, als für den 23. und 24. April 1977 die erste<br />

Rockpalast-Nacht als Eurovisionssendung an -<br />

gekündigt wurde, mit parallel im Radio gesendetem<br />

Stereoton zu hören, und Rory Gallagher<br />

sollte sie eröffnen! Tonbandgeräte einschalten,<br />

war die Devise. Meine hohen Erwartungen wurden<br />

nicht enttäuscht, er spielte ein fantastisches<br />

Konzert und sprang mitunter wie ein Irrwisch<br />

über die Bühne, ohne nur einen Augenblick die<br />

Kontrolle über sein Gitarrenspiel zu verlieren.<br />

Wieder einmal gab er alles, und natürlich ge -<br />

hörte auch der beliebte „Bullfrog Blues“ zum<br />

Pro gramm. Staunen mit offenem Mund und<br />

unglaubliche Freude. (Überhaupt war diese<br />

Rock palast-Nacht, wie künftige auch, bis in die<br />

frühen Morgenstunden ein besonderes musikalisches<br />

Erlebnis.) Dass er sich im Handum -<br />

drehen auf andere <strong>Musiker</strong> einstellen konnte,<br />

zeigt eindrucksvoll sein Rocklife-Konzert in der<br />

Kölner Music Hall von 1990, als in der Reihe<br />

Ohne Filter auch ein anderes sehenswertes<br />

Gallagher-Konzert gesendet wurde. Jack Bruce<br />

hatte gerade sein eigenes Konzert in einem<br />

anderen Saal der Music Hall beendet und kam<br />

zu Gallagher, um mit ihm drei Stücke zu spielen,<br />

darunter den Cream-Klassiker „Politician“.<br />

Bevor dieser Set startete, sang Gallagher hinter<br />

der Bühne kurz diesen Song an, und schon<br />

brillierte Gallagher auf der Bühne aus dem Steg -<br />

reif mit einem auf das Stück zugeschnittenen<br />

Solo.<br />

Seine mitreißende Präsenz belegen natürlich<br />

auch Aufnahmen für die BBC und ein Live-<br />

Mitschnitt von 1979 in dem Set „Notes From<br />

San Francisco“, genauso die DVDs The Beat<br />

Club Sessions 1971–72“ (mit herrlichen Aufnah -<br />

men, die seinerzeit überwiegend nicht im Fern -<br />

sehen gezeigt worden waren – unglaublich, was<br />

man Jahrzehnte lang im Archiv hatte schmoren<br />

lassen) mit der Dokumentation „Ghost Blues“,<br />

Gallaghers Konzert aus dem Jahr 1987 im Cork<br />

Opera House, und seine fünf Auftritte auf dem <br />

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40 STORIES<br />

»Zuletzt konnte der einstmals<br />

wieselflinke <strong>Musiker</strong> nur noch im<br />

Sitzen spielen.«<br />

wickelt – fatal für einen <strong>Musiker</strong>, der rund um<br />

den Globus tourte. Nun nahm er auch noch<br />

Steroide ein. All das blieb nicht ohne körperliche<br />

Auswirkungen. War Gallagher bislang gertenschlank<br />

und drahtig gewesen, nahm er jetzt<br />

stark zu, worunter seine Agilität litt. Ver glichen<br />

mit seinem zuweilen ekstatischen Auftritt während<br />

der Rockpalast-Nacht Ende April 1977<br />

wirkte er Ende August 1982 auf der Loreley<br />

schon nicht mehr ganz so quirlig. Wenige Jahre<br />

später war er aufgedunsen und bot 1994 bei<br />

seinem letzten Konzert für das Montreux Jazz<br />

Festival ein Bild des Jammers, von den Folgen<br />

seines Alkoholismus zudem gezeichnet im<br />

Gesicht und an den Händen, die bei weiteren<br />

Auftritten sogar bluteten. Zuletzt konnte der<br />

einstmals wieselflinke <strong>Musiker</strong> auch nur noch<br />

im Sitzen spielen.<br />

Montreux Jazz Festival von 1975 bis 1994, festgehalten<br />

mit zahlreichen Ausschnitten auf einer<br />

Doppel-DVD. Viele Gallagher-Klassiker, und<br />

immer wieder dabei fantastische Blues-<br />

Variationen und akustische Bravour-Stücke.<br />

Seine legendäre „Irish Tour“ ist neben Palmers<br />

Film mittlerweile sogar auf sieben CDs ausführlich<br />

dokumentiert. Wer sich an dem Aus -<br />

nahmemusiker nicht sattgesehen hat, kann sich<br />

außerdem auf die Suche nach weiteren TV-<br />

Konzerten aus dem deutschsprachigen Raum,<br />

aus Frankreich und Großbritannien machen und<br />

das Sergeant-Pepper-Motto der Beatles bestätigt<br />

finden: „A splendid time is guaranteed for<br />

all“. 1992 brachte Gallagher übrigens getreu<br />

Frank Zappas Motto „Bootleg the Bootleggers“<br />

auch das Set „Official Bootleg Series Vol. 1“ mit<br />

drei Live-Konzerten heraus, die trotz aufnahmetechnisch<br />

bedingter Einschrän kungen viel<br />

Vergnügen bereiten. Posthum erschienen 2001<br />

der soundtechnisch leider unbefriedigende Mit -<br />

schnitt eines Konzerts kurz vor Weihnachten<br />

1993 unter dem Titel „Meeting With The G-<br />

Man“ (20<strong>03</strong> mit sechs zusätzlichen Titeln noch<br />

einmal veröffentlicht) und 20<strong>03</strong> das Album<br />

„Wheels Within Wheels“, das Gallagher überwiegend<br />

ohne seine Stratocaster mit rein akustischen<br />

Auf nahmen präsentiert, bei dem musikalische<br />

Ein flüsse seiner Heimat deutlich werden.<br />

Offenbar konnte Gallagher aus dem Vollen<br />

schöpfen und sich sogar leisten, ein 1978 in<br />

den USA eingespieltes Studioalbum nicht zu<br />

veröffentlichen, weil er mit der Produktion un -<br />

zufrieden war. Stattdessen kam Ende des Jahres<br />

die in Deutschland aufgenommene LP „Photo<br />

Finish“ heraus, die wieder einmal keine Wünsche<br />

übrig ließ. Das damals zurückgehaltene US-<br />

Album ist mittlerweile offiziell erhältlich, und es<br />

bereitet sehr viel Vergnügen. 1982 erschien mit<br />

„Jinx“ Gallaghers vorerst letzte LP in einem<br />

regel mäßigen Rhythmus, wovon sein Rock -<br />

palast-Auftritt auf der Loreley mit anschließender<br />

Jam Session nichts ahnen ließ. Sein Label<br />

erachtete seine Musik als überholt. Zu seinen<br />

Leb zeiten veröffentlichte er schließlich nur<br />

noch zwei Studioalben, 1987 „Defender“ und<br />

1990 „Fresh Evidence“, beide ohne Qualitätsein -<br />

bußen. So auch zwei akustische Stücke, die<br />

Gallagher im Mai 1994 eigens für die Tribute-<br />

Doppel-CD „Peter Green Songbook“ (wiederveröffentlicht<br />

als „Rattlesnake Guitar – The Music<br />

of Peter Green“) beisteuerte, den quälenden<br />

„Showbiz Blues“, der sich durchaus auch auf<br />

Gallaghers eigene verfahrene Situation beziehen<br />

lässt, und der „Leavin’ Town Blues“. Sie<br />

zählen zu den High lights dieses Projektes.<br />

In den ersten Jahren seiner Karriere soll<br />

Gallagher noch unwirsch reagiert haben, wenn<br />

in seiner Gegenwart auch nur Bier getrunken<br />

wurde. Im Laufe der Jahre verfiel er jedoch<br />

dem Alkohol und brauchte zuletzt bis zu zwei<br />

Flaschen Whiskey pro Tag. Womöglich kam er<br />

nicht damit zurecht, dass es ihm nicht gelungen<br />

war, eine Beziehung zu einer Frau aufzubauen<br />

und eine Familie zu gründen. Ende der<br />

1970er-Jahre hatte er überdies Flugangst ent-<br />

1995 musste Gallagher sich einer Leber -<br />

transplantation unterziehen, an deren Folgen er<br />

am 14. Juni 1995 verstarb. Sein Tod löste große<br />

Betroffenheit aus. Nicht einmal 50 Jahre ist<br />

dieser Ausnahmemusiker geworden, der sich<br />

immer gewünscht hatte, wie sein Vorbild Muddy<br />

Waters bis ins Alter auf der Bühne zu stehen. In<br />

freundschaftlicher Verbundenheit reagierte die<br />

Rockpalast-Redaktion vier Tage nach dem Tod<br />

des Gitarristen mit einem Nachruf, am 26. Juli<br />

1996 fand zu seinen Ehren auf der Loreley ein<br />

Open-Air-Konzert des Rockpalastes der Gruppe<br />

Nine Below Zero (sie nannte sich dabei Band<br />

of Friends) mit drei Mitgliedern von Gallaghers<br />

ehemaligen Bands, außerdem folgte eine 90-<br />

minütige Dokumentation über ihn.<br />

Nach seinem Tod hat Gallaghers Bruder und<br />

Manager Dónal das musikalische Erbe behutsam<br />

gepflegt. So hat er alle offiziellen Alben der<br />

Solokarriere mit hörenswerten Bonustracks<br />

wiederveröffentlicht und dazu viele Highlights<br />

herausgebracht. Bleibt zu hoffen, dass er dies<br />

mit weiteren spannenden Veröffentlichungen<br />

fortführt und eines Tages in Bild und Ton auch<br />

TASTEs vollständiger Auftritt in Montreux von<br />

Anfang September 1970 dabei sein wird.<br />

NÄCHSTE FOLGE:<br />

DAVID LINDLEY – DER SAITEN-WIZARD<br />

TEXT: DR. NORBERT APING<br />

FOTOQUELLE: WIKIPEDIA<br />

DR. NORBERT APING<br />

Geboren 1952, Buchautor<br />

und Leiter des Amtsgerichts<br />

in Buxtehude.<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


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42 STORIES<br />

MM: Kris, du hast mit Black Penny Records<br />

ein Blues-Label gegründet. Wie kam es dazu?<br />

KRIS: Ich habe mir in den vergangenen zehn<br />

Jahren in der deutschen Bluesszene einen ganz<br />

guten Ruf erarbeitet. Bei meinem zweiten Album<br />

„One For Sorrow“, das 2012 erschienen ist,<br />

hatte ich das Interesse von zwei Blues Labels<br />

geweckt. Ich war überglücklich, als ich die Ver -<br />

tragsangebote bekommen habe, war aber er -<br />

staunt, wie wenig ich bei einem Bandüber nahme-<br />

Vertrag verdienen würde. Es war erschreckend,<br />

wie wenig Gewinnpotenzial da drin steckte. Ich<br />

hatte Tausende von Euro in die Aufnahmen investiert<br />

und damit ich einen Breakeven erreichen<br />

würde, müsste das Label Tausende CDs verkaufen.<br />

Als Künstler wenige Prozente vom Händler -<br />

ab gabepreis zu verdienen, finde ich nicht richtig.<br />

Mein Erfolg lag zu 100 Prozent in den Händen<br />

vom Label. Die Labels waren nicht transparent.<br />

Da war von Anfang an Misstrauen da. Alles, was<br />

sie als Mehrwert im Sinne von Werbung und<br />

Vertrieb verkauften, hatte ich bereits als Band -<br />

leader getan. Also entschied ich, selbst ein Label<br />

zu gründen, das fairer mit den Bands umgeht.<br />

Zur Veröffentlichung meines Albums „Taylor<br />

Road” im Januar 2015 habe ich Black Penny<br />

Records gegründet. Mit dem Album habe ich<br />

ver sucht, alle Labelaktivitäten zu verstehen, zu<br />

lernen und zu dokumentieren. Ich habe eine<br />

Blues-Presse-Datenbank mit allen Presse kon -<br />

tak ten, Kosten für Anzeigen in diversen Zeit -<br />

schriften und Radiosendern, die Blues spielen,<br />

erstellt. Ich habe mein Netzwerk erweitert, den<br />

Markt studiert und Vertriebspartnerschaften ge -<br />

schlossen. Dann war ich bereit für andere Bands.<br />

Ich habe ein Modell für die Zusammenarbeit mit<br />

jungen, hungrigen Bands entwickelt, damit die<br />

Bands auch etwas verdienen. Ich liebe Blues<br />

und habe vor zehn Jahren als Neuling angefangen.<br />

Ich wusste nicht, wie ich ein Album herausbringen<br />

kann. Keiner hat mir geholfen. Ich will nun<br />

anderen Bands helfen und ihnen die Chance<br />

geben, erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen.<br />

BLACK PENNY<br />

RECORDS<br />

Interview mit Kristian Pohlmann<br />

MM: Wonach entscheidest du, welche Bands<br />

du unter Vertrag nimmst?<br />

KRIS: Die Band muss Bluestalent haben. Ich<br />

muss die Band interessant finden. Musikalisches<br />

Können ist das A und O. Ich habe wenig Lust auf<br />

langweilige Zwölftaktschema-Bluesbands. Die gibt<br />

es in jeder Kneipe bei einer Jamsession. Die Band<br />

muss den Blues verstehen und ihn weiterbringen.<br />

Die Band muss hungrig und lernfähig sein<br />

und Businesskonzepte verstehen. Es macht keinen<br />

Sinn, wenn eine Band mich fragt, ob ich sie<br />

unter Vertrag nehmen kann, wenn sie nicht einmal<br />

fünf Konzerte im Jahr geben.<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


STORIES 43<br />

Der größte Merchandise- und Albumumsatz<br />

entsteht bei Live-Aufritten. Das Verdienstpotenzial<br />

muss hoch sein. Die Band muss motiviert sein,<br />

hart für den Erfolg zu arbeiten.<br />

MM: Wie entdeckst du neue Bands?<br />

KRIS: Ich lese viel und höre viel Musik. Ich schaue,<br />

wer live unterwegs ist. Außerdem bin ich Mit be -<br />

sitzer eines Tonstudios und arbeite mit zwei Pro -<br />

duzenten zusammen. So habe ich Minor Cabinet<br />

entdeckt. Mein Produzent hatte Minor Cabinet<br />

aufgenommen und hat sie mir empfohlen. Ich<br />

hörte die Aufnahmen an und suchte sofort den<br />

Kontakt. Ich wusste, dass ich diese Band unter<br />

Vertrag nehmen wollte. Die Band klang frisch<br />

und voller Energie. Mit Minor Cabinet läuft das alles<br />

super. Nun suche ich nach einer weiteren Band.<br />

MM: Du sagst, du nimmst nur Künstler, die<br />

mit dir auf einer Wellenlänge sind. Warum?<br />

Und wie sind solche Künstler drauf?<br />

KRIS: Bei Minor Cabinet war schon in den ersten<br />

Gesprächen deutlich, dass sie hungrig waren,<br />

dass sie den nächsten Schritt erreichen wollten.<br />

Die Band wusste etwas vom Markt, vom Album -<br />

prozess, von Marketing und Promotion. Die Band<br />

hatte viele Fragen gestellt. Ich konnte sehen, dass<br />

sie bereit waren zu lernen und hart zu arbeiten.<br />

Ich habe der Band erklärt, was ich als Label<br />

anbiete, was ich für sie tun würde und was ich<br />

von der Band erwarte. Ich bin vom Beruf her<br />

Berater und Projektmanager. Ich arbeite hart,<br />

aber effizient. Ich investiere meine Zeit nur da,<br />

wo es Sinn macht und wo ich das Maximale wiederbekomme.<br />

Nicht nur finanziell, sondern wo<br />

ich den Erfolg sehen kann. Bei Minor Cabinet<br />

»Ich arbeite hart, aber effizient. Ich investiere meine<br />

Zeit nur da, wo es Sinn macht und wo ich<br />

das Maximale wiederbekomme. Nicht nur finanziell,<br />

sondern wo ich den Erfolg sehen kann.«<br />

war das genau richtig. Ihr Debüt-Album „Black<br />

Ink On White Sheets“ wurde im September veröffentlicht<br />

und wurde als „Album des Monats“<br />

bei „Blues In Germany“ ausgezeichnet. Ein toller<br />

Erfolg für die junge Band und das Label.<br />

MM: Blues braucht Nachwuchs, „neues<br />

Blut“, so steht es auf deiner Website. Warum<br />

braucht der Blues das nötiger als andere<br />

Musikrichtungen?<br />

KRIS: Ich weiß nicht, ob es bei Blues notwendiger<br />

ist als bei anderen Musikrichtungen. Aber beim<br />

Blues ist es leider so, dass die Musik eher für<br />

etwas ältere Leute ist. In der Clubszene sind die<br />

Zuschauer im Schnitt um die 50 bis 60 Jahre alt.<br />

Die meisten Bands in der Szene sind auch seit<br />

Ewigkeiten aktiv. Es fehlt, zumindest in Deutsch -<br />

land, an jungen, wirklich frischen Bands. Das<br />

würde ich gerne ändern.<br />

MM: Du machst selbst seit vielen Jahren<br />

professionell Musik. Was war ausschlaggebend,<br />

dich mit Musik selbstständig zu<br />

machen?<br />

KRIS: Meine erste Band habe ich gegründet, als<br />

er mir bewusst wurde, dass ich es mit 28 nicht<br />

mehr schaffen würde, Profifußballer zu werden.<br />

Erst nachdem ich einige Konzerte gespielt hatte,<br />

wusste ich, dass ich das nicht halbherzig angehen<br />

kann. Ich habe, seit ich Teenager bin, Gitarre ge -<br />

spielt und studiert. Erst Ende 20 wurde mir be -<br />

wusst, wie toll es ist, Musik in einer Band live zu<br />

spielen. Mit der Zeit wurde das erfolgreicher. Meine<br />

eigene Band (Kris Pohlmann) und das Label laufen<br />

gut. Das motiviert mich, weiterzumachen.<br />

MM: Geboren bist du in England, kamst mit<br />

22 Jahren nach Deutschland. Warum?<br />

KRIS: Mein Vater ist Deutscher. Als ich ein Kind<br />

war, haben wir viel Zeit in Frankfurt bei meinen<br />

Großeltern verbracht. Später habe ich Informatik<br />

in Aachen studiert. Nach meinem Studium habe<br />

ich in Düsseldorf als Unternehmensberater an -<br />

gefangen. Ziel war, ein oder zwei Jahre hier zu<br />

bleiben. 16 Jahre später ist Düsseldorf zu meiner<br />

Heimat geworden.<br />

MM: Wie würdest du den deutschen Musik -<br />

markt beschreiben?<br />

KRIS: Die Bluesszene ist hart. Man tourt und<br />

spielt generell in kleinen Clubs. Wenn 100 Leute<br />

zu den Shows kommen, ist das wirklich gut.<br />

Dementsprechend können die meisten Blues -<br />

künstler nicht vom Blues leben. Man kämpft um<br />

jeden Zuschauer. Man kämpft um jeden CD-<br />

Verkauf. Aber die deutschen Bluesfans sind loyal<br />

und enthusiastisch, die Bluesszene ist eine schöne<br />

große Familie. Blues ist etwas Besonderes. Ich<br />

sage immer wieder, dass die Musik mich ausgesucht<br />

hat und nicht andersherum. Ich kann mir<br />

nicht vorstellen, irgendeinen anderen Musikstil zu<br />

spielen. Wenn aus meiner Leidenschaft Erfolg für<br />

mich und meine Bands entstehen kann, dann<br />

lebe ich meinen Traum.<br />

WEB: WWW.BLACKPENNYRECORDS.COM<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTO: OLIVER POHLMANN<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


44 MUSIKBUSINESS<br />

DAS NACKTE HÖREN<br />

Kann man als <strong>Musiker</strong>In das Hören abstellen?<br />

Ich bezweifle es. Und doch: manchmal, an<br />

schlechten Tagen, wünsche ich mir ein Sauer -<br />

stoffgerät, um mich damit in die Badewanne zu<br />

legen. Um für ein, zwei Stunden unterzutauchen<br />

und nichts – oder fast nichts mehr – zu hören bis<br />

auf das gedämpfte Gurgeln und Schwappen des<br />

Wassers, wenn ich mich bewege. Es erinnert mich<br />

an das dumpfe Geräusch im Film „Die Wand“, wo<br />

Martina Gedeck, die als Einsiedlerin irgendwo in<br />

einer Hütte in der Wildnis lebt, mitten auf dem<br />

Weg plötzlich gegen etwas stößt und nicht mehr<br />

weiterkommt. Sie entdeckt, dass sie von einer un -<br />

sichtbaren Wand umgeben und fortan in diesem<br />

Stück Wildnis wie in einem Kokon gefangen ist.<br />

All die vielen Geräusche, der Lärm von Straßen -<br />

verkehr und Baustellen, die Dauerberieselung<br />

mit (Werbe-)Musik in Bahnhöfen, Supermärkten,<br />

Arztpraxen – auch das vielleicht eine Form des<br />

Gefangenseins: der zivilisierte Mensch ist eingesperrt<br />

in eine Zelle mit tonalem Dauerbe schuss,<br />

ohne Tür und ohne Ausschaltknopf. Ich versuche,<br />

mich zu erinnern, wann ich das letzte Mal Stille<br />

erlebt habe. Eine Stille, in der nicht nur kein Fern -<br />

sehen, kein Handy und keine Musik zu hören<br />

war, sondern auch keine Motorengeräusche von<br />

der Straße, keine Baumaschinen aus dem Neu -<br />

bau viertel, keine Klimaanlage, kein Kühl schrank -<br />

surren, einfach gar nichts. Es muss damals bei<br />

dem Zweitagestrip in die Sahara in Tunesien/<br />

Nord afrika gewesen sein – ein Erlebnis, das ich<br />

nie vergessen werde: Nie zuvor habe ich einen<br />

Himmel mit Millionen und Abermillionen solch<br />

strahlender Sterne gesehen und einer so großen<br />

Stille gelauscht. Wo geht das noch? Hier, in<br />

Deutschland? Selbst kilometerweit in einen dichten<br />

Wald zu wandern schützt nicht vor Flugzeug -<br />

lärm. So, wie man in vielen Teilen Deutschlands<br />

keinen Fernblick mehr ohne die Windräder, die<br />

wie überdimensionierte Spargelstangen in die Luft<br />

ragen, genießen kann, so findet man kaum noch<br />

Orte der Stille. Und doch nehmen wir das hin. Es<br />

ist halt so, sagen wir. Schon seltsam, dass für<br />

manche Menschen spielende Kinder und bellende<br />

Hunde viel häufiger Grund zur Beschwerde<br />

oder gar Klage sind als künstliche, maschinenproduzierte<br />

Geräusche. Und zu Hause funken<br />

Fern seher, Handy und Computer im Dauer betrieb<br />

Sig nale ans Hirn. Von wegen Entspan nung! Eher<br />

sind Kopfschmerzen, gestörte Kon zen tra tions -<br />

fähig keit oder gar Aggressionen die Folgen dieser<br />

permanenten Reizüberflutung. Und Kreati vität<br />

wird unter gepflügt, ist in diesem Messie-Chaos<br />

nicht mehr auffindbar. Für <strong>Musiker</strong> (wie für alle<br />

Künstler) eine Katastrophe wenn der Zustand<br />

anhält.<br />

Seit einigen Jahren liegen Schweigeseminare<br />

im Trend, in denen nicht nur gestresste Manager,<br />

sondern Menschen verschiedenster Berufs- und<br />

Altersklassen sich für ein paar Tage in ein Kloster<br />

begeben und dort im Schweigen Ruhe und Ein -<br />

kehr suchen, in der Hoffnung, wieder zu sich selbst<br />

zu finden. Die eigene, innere Musik wieder zu<br />

hören ist das Ziel – auch wenn viele Seminar -<br />

teilnehmer später erzählen, sie hätten während<br />

ihrer Exkursion ins Schweigen eher das Gefühl<br />

gehabt, in sich eine dröhnende Großbaustelle<br />

vor zufinden. Jedenfalls zuerst einmal. Nicht immer<br />

müssen solche Exerzitien eine dramatische innere<br />

Wandlung bewirken; aber es gibt sie, die Men -<br />

schen, die nach vier Tagen Schweigen plötzlich<br />

mit traumwandlerischer Sicherheit wissen, was<br />

sie nicht wollen – und Montagfrüh um acht dem<br />

Chef die Kündigung auf den Tisch knallen. Auch<br />

zu wissen, was man nicht will, kann ja sehr erhellend<br />

sein. Wie wäre es also mit einer Fastenkur<br />

für die Ohren oder für die Seele? Oder für beides?<br />

Und, ganz bestimmt, auch für Inspiration und<br />

Kreati vität? Zum Einstieg kann es ja – schon<br />

Herausforderung genug – erst mal ein Schweigeund<br />

Stilletag zu Hause sein.<br />

Und was dann? – Hören natürlich! So, als ob<br />

man es zum ersten Mal täte. Nach Tagen des<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


MUSIKBUSINESS 45<br />

Schweigens und der Stille ist „The Köln Concert“<br />

von Keith Jarrett einmal mehr eine Offenbarung,<br />

ein Fest. Was für eine Musik! Und: leises Lachen,<br />

vereinzeltes Hüsteln und gemurmelte Worte aus<br />

dem Publikum, das Geräusch, wenn Jarrett das<br />

Pedal tritt, wenn er summt, all das dringt intensiv<br />

ins Bewusstsein. Es ist ein bisschen wie der erste<br />

Apfelschnitz nach fünf Tagen Fasten: Zuerst riecht<br />

man den süßsäuerlichen Duft, dann, bei der Be -<br />

rührung des Apfels mit den Lippen, fühlt man die<br />

feuchte Kühle des rauen Fruchtfleisches und der<br />

glatten Schale, hört das Krachen beim Abbeißen<br />

eines Stückchens Apfel und spürt das wohligwarme<br />

Gefühl, das sich im Innern ausbreitet.<br />

Kurios: Das Schmecken schließlich kommt erst<br />

ganz zum Schluss.<br />

So können nach der Stille das Hören und die<br />

Musik wieder neu entdeckt werden, kann die<br />

lauschende Seele Ton für Ton bunte Klangsterne<br />

in den blauschwarzen Nachthimmel tupfen. Musik<br />

pur. Ohne Licht- und Lasereffekte, ohne gigantische<br />

Bildschirme, auf denen in halsbrecherischer<br />

Geschwindigkeit Filmszenen ablaufen, ohne<br />

Hightech-Effekte und all den anderen Schnick-<br />

»Wie wäre es also<br />

mit einer Fastenkur für die<br />

Ohren oder für die Seele?<br />

Und, ganz bestimmt,<br />

auch für Inspiration und<br />

Kreati vität?«<br />

Schnack: das nackte Hören – und dabei doch so<br />

viel sehen. Wie damals, in dem verrauchten kleinen<br />

Jazz-Club, wo der Kaffee so schwarz und<br />

stark war wie der Rioja dunkel und schwer. Oder<br />

zu Hause: mal wieder Musik über Kopfhörer hören<br />

– und nicht nebenbei bügeln, facebooken oder die<br />

Steuererklärung machen. Hören mit ge schlosse -<br />

nen Augen, bis der Regenbogen schimmert, den<br />

Jarretts Klavierspiel herbeizaubert. Und man den<br />

wohligen Schauer spürt, wenn sich die kleinen<br />

Härchen zu einer Gänsehaut aufrichten, als ob<br />

eine frische Meeresbrise sie streift. Fast glaubt<br />

man, den salzigen Duft zu schmecken und die<br />

Brandung der Wellen zu hören: zuerst nur als leises<br />

Rauschen, das sich bald zu einem Rausch<br />

aus Farben und Tönen steigert, wenn – gegen<br />

Ende von Part I – die Musik die Sonne hinter den<br />

Bergen aufgehen und den Tau glitzern lässt: Ein<br />

Hoch auf die Ohren, das Geschenk des Hörens,<br />

die Musik – und auf Keith Jarrett.<br />

MUSIKTIPP:<br />

KEITH JARRETT – „THE KÖLN CONCERT“<br />

TEXT: LEEZA NAIL<br />

FOTOS: © PATHDOC/FOTOLIA.COM


46 MUSIKBUSINESS<br />

IMPROVISATION<br />

(auf der Gitarre)<br />

Der Begriff Improvisieren geht auf das lateinische<br />

Wort improvisus zurück und be -<br />

deutet in etwa so viel wie unvorhergesehen oder<br />

unerwartet. Unvorhersehbare und unerwartete<br />

Ele mente in einem Vortrag, ganz gleich ob auf<br />

einer Theaterbühne, im Bundestag oder in einem<br />

Konzert, sind ein wichtiges Mittel, um ein Publi -<br />

kum zu unterhalten und einen direkten Draht zu<br />

ihm zu entwickeln. So ist die Fähigkeit zur Impro -<br />

visation eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit<br />

als Unterhaltungskünstler, ob als Talkmaster, Musi -<br />

ker, Schauspieler oder Comedian. Eine Darbie -<br />

tung wird erst lebendig, wenn ein Künstler auf<br />

eine bestimmte Atmosphäre oder Gefühlslagen<br />

und Stimmungen situativ reagieren kann.<br />

Mit Improvisation in der Musik verhält es sich<br />

genauso. In allen lebendigen, also sich weiterentwickelnden<br />

Musikrichtungen und Genres, ist<br />

Improvisation ein wichtiges Element. Improvi sierte<br />

Teile oder zumindest Elemente sind oft das Salz<br />

in der Suppe und manchmal sogar noch mehr.<br />

Improvisationen finden sich nicht nur in westlicher<br />

Musik, sondern auch in der indischen Musik<br />

(besonders der nordindischen) oder der orientalischen<br />

Musik (hier werden sie Taksim genannt).<br />

Es gab Improvisation (über Ostinatobässe) früher<br />

auch in der Renaissance und im Barock. Impro -<br />

visation ist wahrscheinlich das Wesens merkmal<br />

des Jazz, ist aber auch in verwandten populären<br />

Musikrichtungen wie Blues, Blues Rock, Classic<br />

Rock (Jimi Hendrix, Eric Clapton, Pink Floyd etc.)<br />

und dem Jazzrock zu Hause.<br />

✱ HISTORIE DER IMPROVISATION<br />

In der europäischen Musik seit der Re nai s -<br />

sance oder solcher Musik, die zumindest von<br />

europäischer Musikkultur beeinflusst ist (wozu<br />

auch Jazz, Blues und Rockmusik zählen), liegt<br />

der Improvisation meist ein harmonisches Gerüst<br />

(also eine bestimmte Akkordfolge) zugrunde. Die<br />

Improvisation in der europäischen Musik des<br />

Mittelalters basierte zumeist nur auf Melodien,<br />

die durch Verzierungen, Variationen und Impro vi -<br />

sationen ausgeschmückt wurde. Harmonik im<br />

engeren Sinn war damals noch unbekannt. In der<br />

Musik anderer Kulturkreise (z.B. orientalischer<br />

und indischer Musik) ist dies im Wesentlichen noch<br />

heute so. In diesen Musikrichtungen wird häufig<br />

durch eine bestimmte Skala der tonale Rahmen<br />

für Improvisationen vorgegeben. Diese Ton leitern<br />

werden in der indischen Musik als Ragas be zeich -<br />

net, in der arabischen Musik heißen sie Maqam<br />

(Einzahl) oder Maqamat (Mehrzahl). Sie geben<br />

(neben den rhythmischen Mustern bzw. Metren)<br />

den Improvisationen ihre Farbe, Stim mung und<br />

Struktur.<br />

Im Extremfall wird Improvisation als vollkommen<br />

voraussetzungsloses spontanes Spiel verstanden,<br />

wie in bestimmten Formen des Free<br />

Jazz. Etabliert hat sich dieser Ansatz nie. Offen -<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


MUSIKBUSINESS 47<br />

»Die Fähigkeit zur<br />

Impro visation ist eine<br />

wichtige Voraussetzung<br />

für die Arbeit als<br />

Unterhaltungskünstler.<br />

Eine Darbie tung wird<br />

erst lebendig, wenn<br />

ein Künstler auf eine<br />

bestimmte Atmosphäre<br />

oder Gefühlslagen und<br />

Stimmungen<br />

situativ reagieren<br />

kann.«<br />

bar sind (stilistische) Spielregeln und Strukturen<br />

für den Zuhörer von so großer Bedeutung, dass<br />

sich diese Versuche nie wirklich durchsetzen konnten.<br />

Wie sich am Jazz oder auch an der indi -<br />

schen Musik zeigen lässt, sind diese Spielregeln<br />

und Elemente tatsächlich so wichtig, dass im -<br />

pro visierende <strong>Musiker</strong> zum einen außerordentlich<br />

viel Zeit in das Studium des von ihnen verwendeten<br />

Materials investieren und zum anderen Mu -<br />

siker mit einem wirklich originären Individualstil<br />

von einem kundigen Hörer anhand charakteristischer<br />

Elemente sofort erkannt werden können.<br />

✱ IMPROVISATION IM JAZZ<br />

In keinem anderen Musikstil allerdings spielt<br />

die Improvisation eine so herausragende Rolle<br />

wie im Jazz. Die Improvisation gilt geradezu als<br />

DAS konstituierende Merkmal des Jazz. So hat<br />

sich im Jazz ein ausgeklügeltes System entwikkelt,<br />

das durch die arbeitsteilige Aufgaben ver -<br />

teilung erst das kollektive improvisierende Zu -<br />

sammenspiel in einer Gruppe ermöglicht. In der<br />

typischen Besetzung eines klassischen Jazz-<br />

Quartetts sieht die Besetzung und Aufgaben ver -<br />

teilung in etwa so aus: das Schlagzeug, das einzig<br />

und alleine rhythmische Aufgaben wahrnimmt und<br />

tonal nicht mit anderen Instrumenten in Konflikt<br />

geraten kann; der (Kontra-)Bass in der tiefen Lage;<br />

Klavier (oder Gitarre) als Akkordinstrument in der<br />

mittleren Lage sowie ein einstimmiges Me lodie -<br />

instrument in relativ hoher Lage (Saxo phon, Trom -<br />

pete). Alle Instrumentalisten können im Rahmen<br />

der ihnen zugewiesenen Aufgaben improvisieren,<br />

wobei immer das Aufeinandehören Voraus -<br />

setzung für das Funktionieren ist.<br />

✱ IMPROVISATION<br />

IN DER ROCKMUSIK<br />

Die Wurzeln der Improvisation in der Rock -<br />

musik liegen im Blues. In der Rockmusik wurde<br />

Improvisation ab ca. 1967 im Zuge des britischen<br />

Blues Revivals der 1960er-Jahre vor allem im<br />

Blues Rock und Psychedelic Rock (Acid Rock)<br />

sehr bedeutend. Pink Floyd, Soft Machine oder<br />

die deutsche Band Can verwendeten häufig Im -<br />

pro visationstechniken, die Spielweisen aus dem<br />

Blues mit Klangexperimenten und Live-Elektronik<br />

verbanden. Bei näher am Blues orientierten<br />

Bands, wie Deep Purple und Cream, be kamen<br />

die Improvisationen einen vergleichbaren Stellen -<br />

wert wie im Jazz. Hier konnten sich die Solisten<br />

mit langen Soli ausgiebig profilieren. Jimi Hendrix<br />

kann dabei als der Protagonist und Pionier in beiden<br />

Genres angesehen werden (u.a. mit seinem<br />

Album „Electric Ladyland“), der mit zu den über -<br />

zeugendsten Ergebnissen gelangte.<br />

Einen entsprechenden Stellenwert hat die<br />

Improvisation in der Rockmusik dann leider nicht<br />

behalten. Der Blues Rock mit Schwerpunkt Im -<br />

pro visation auf der E-Gitarre verband sich kulturell<br />

mehr und mehr mit dem Jazzrock (Prota go -<br />

nisten dieser Richtung sind Gitarristen wie Jeff<br />

Beck, Eric Johnson, Carl Verheyen und Scott<br />

Henderson) und wurde zu einer eher unkommerziellen<br />

Nebenströmung, während zwei andere,<br />

weitaus kommerziellere Strömungen in der<br />

Rock musik weitgehend ohne Improvisationen<br />

aus kamen. Einerseits war das die Entwicklung<br />

des Heavy Metal mit der eindimensionalen<br />

Fokussierung auf Geschwindigkeit und „Dampf-<br />

hammer-Riffs“ und der damit einhergehenden<br />

Not wendig keit zur Vorbereitung von fest ausgearbeiteten<br />

(Solo-)Passagen, andererseits die<br />

auch in anderen Bereichen des Rock (vor allem<br />

dem Progressive Rock) zu beobachtende Ent -<br />

wick lung, immer mehr auf Kosten der Impro visa -<br />

tion durchzukomponieren und durchzuarrangieren<br />

(wie bei Yes, Genesis, Queen); auch da,<br />

wo künst lerisch außerordentlich profilierte und<br />

stilbildende In stru mentalisten mitwirkten, wie z. B.<br />

Brian May in der Gruppe Queen.<br />

Trotzdem gab und gibt es auch im Rock -<br />

bereich außerordentlich versierte und eigenständige<br />

Improvisatoren wie Eric Johnson oder Jeff<br />

Beck. Um zu zeigen, aus welchen Elementen sich<br />

so ein eigenständiger (über die Jahre natürlich<br />

auch weiter entwickelnder) Stil bestehen kann,<br />

möchte ich an dieser Stelle eine kleine Stil ana lyse<br />

von Jeff Beck und Eric Johnson vornehmen:<br />

✱ JEFF BECKS GITARRENSTIL<br />

Jeff Beck kam 1965 als Nachfolger für Eric<br />

Clapton zu den Yardbirds und wurde später mit<br />

der Jeff Beck Group (in der anfangs Rod Stewart<br />

sang) bekannt. Jeff Beck hat immer wieder andere<br />

Pedale und Gitarreneffekte benutzt, ohne dass<br />

sich sein markanter Sound dadurch substantiell<br />

verändert hätte. Das zeigt, dass Sound in erster<br />

Linie im Kopf und mit den Fingern des Spielers<br />

erzeugt wird und nicht mit den verwendeten Gi -<br />

tarren, Verstärkern oder Effektgeräten. Zu Becks<br />

unverwechselbarem Stil und Marken zeichen ge -<br />

hören folgende „Trademark-Techniken“:<br />

Beck spielt wie Mark Knopfler mit den Fingern<br />

und nicht mit dem Plektrum. Im Gegensatz zu<br />

Knopfler ist sein Stil aber viel rauer. So lässt er<br />

auch gerne mal die Saiten wie ein Bassist beim<br />

Poppen auf das Griffbrett fatzen und erzeugt<br />

damit sehr expressive Sounds.<br />

Er benutzt den Lautstärkeregler der Gitarre häufig<br />

für sogenannte Volume Swells, also um den<br />

Attack der Noten zu unterdrücken und so ein violinartiges<br />

Einschwingen des Tons zu er zeugen.<br />

Er verwendet den Lautstärkeregler der Gitarre<br />

(wie viele andere Gitarristen übrigens auch), um<br />

den Verzerrungsgrad zu regulieren.<br />

Im Umgang mit dem Tremolo-Arm (Whammy<br />

Bar) ist Jeff Beck einer, wenn nicht gar der Groß -<br />

meister auf der E-Gitarre. Er benutzt ihn sowohl<br />

für sanftes Vibrato, Mikrotöne, als auch für thea- <br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


48 MUSIKBUSINESS<br />

tralischer Effekte wie „Dive Bombs“. Besonders<br />

gerne benutzt er ihn auch zum An schleifen von<br />

Tönen.<br />

Er nutzt ausgiebig die unterschiedlichen Klang -<br />

farben der verschiedenen Pickups: den Bridge-<br />

Pickup für Helligkeit und Biss, der Hals-Pickup<br />

für Schmelz im Ton. Dabei nutzt er zusätzlich<br />

noch die möglichen Klangfarben, die sich durch<br />

unterschiedliche Positionierung der Anschlag hand<br />

ergeben. Im Gegensatz zu traditionelleren Spielern<br />

wie Clapton beginnt und endet er seine Phrasen<br />

gerne auch mal mit ungewöhnlichen spannungsreicheren<br />

Intervallen wie einer Quarte oder Sexte.<br />

Beck hat auch einen ganz eigenen Slidestil auf<br />

einer in Standardstimmung gestimmten Gitarre<br />

entwickelt, bei dem er in der Lage ist, selbst Mikro -<br />

töne sehr genau zu intonieren und sich sogar<br />

den tonalen Feinheiten indischer Ragas gewachsen<br />

zeigt, wie man z. B. bei dem Stück „Nadia“<br />

hören kann. Auch seine Bending-Technik ist sehr<br />

eigenständig. Er kann damit u.a. auch den Sound<br />

eines Keyboard-Pitch-Wheel imitieren und hat<br />

sich auf diese Weise in den 1970er-Jahren schon<br />

regelrechte Battles mit dem Keyboarder Jan<br />

Hammer geliefert.<br />

✱ ERIC JOHNSONS GITARRENSTIL<br />

Am Beispiel von Eric Johnson lässt sich zeigen,<br />

wie sich durch gezielte Übernahme von Stil -<br />

elementen anderer Gitarristen ein ganz eigener<br />

Personalstil formen lässt. So hat Eric Johnson in<br />

seinem Spiel Elemente von gänzlich unterschiedlichen<br />

Gitarristen aus ganz verschiedenen Genres,<br />

»In allen „lebendigen“,<br />

also sich weiter<br />

entwickelnden<br />

Musikrichtungen und<br />

Genres, ist<br />

Improvisation ein<br />

wichtiges Element.<br />

Improvi sierte Teile<br />

oder zumindest<br />

Elemente sind oft<br />

das Salz in der Suppe<br />

und manchmal<br />

sogar noch mehr.«<br />

wie Eric Clapton, Jimi Hendrix, Jeff Beck, Wes<br />

Montgomery, Jerry Reed, Chet Atkins, Lenny<br />

Breau und Keith Richards, zu etwas ganz und gar<br />

Eigenem verwoben und transformiert. Die unterschiedlichen<br />

Elemente wie z.B. Wes’ Oktav technik<br />

oder Hendrix’ „Memphis-Soul“-Akkordtechnik<br />

fließen bei ihm auch in seinen Kompositionen so<br />

organisch ineinander und sind so miteinander ver -<br />

woben, dass sie zwar noch als unterschiedliche<br />

Elemente wahrgenommen werden, aber trotzdem<br />

einen neuen, eigenständigen Charakter be -<br />

kommen. Allerdings kann man ihn nicht auf dieses<br />

Übernehmen reduzieren. Er hat auch ganz eigene<br />

Elemente wie z. B. seinen originellen „Koto-<br />

Stil“ entwickelt und vieles von dem, was er ur -<br />

sprünglich einmal übernommen hat (z.B. von Keith<br />

Richards), noch einmal zu etwas Eigenständigem<br />

weiterentwickelt.<br />

✱ GEGENWART & AUSBLICK<br />

Durch viele am Jazz geschulte junge Rock -<br />

gitarristen ist das Thema Improvisation in den<br />

letzten Jahren zum Glück wieder aktueller ge -<br />

worden. Junge Gitarristen wie Guthrie Govan und<br />

Greg Howe, die im Jazz, Rock, Country und Blues<br />

gleichermaßen zu Hause sind, zeigen, dass Vir -<br />

tuosität und Spontaneität kein Widerspruch sein<br />

müssen und sorgen so dafür, dass das Thema<br />

auch für junge Gitarristen heute (wieder) aktueller<br />

ist denn je.<br />

TEXT: WIELAND HARMS<br />

GRAFIKEN: © BIGMEN/FOTOLIA.COM<br />

HÖRTIPPS (NICHT NUR)<br />

FÜR GITARRISTEN:<br />

In die folgende Liste (die keinen Anspruch<br />

auf Vollständigkeit erhebt) habe ich Gi tar -<br />

risten aus verschiedenen Stilrichtungen und<br />

Genres aufgenommen, bei denen Impro -<br />

visation einen relativ großen Stellenwert hat<br />

und die dabei zu einem eigenständigen Stil<br />

gefunden oder sogar stilprägend wurden<br />

(wie Jimi Hendrix, Wes Montgomery oder<br />

Django Reinhardt).<br />

CLASSIC BLUES: T-Bone Walker, Muddy<br />

Waters, B.B. King, Freddie King, Albert King,<br />

Albert Collins<br />

BLUES: Stevie Ray Vaughan, Eric Gale,<br />

Jeff Healey, John Mayer, Jonny Lang, Joe<br />

Bonamassa<br />

ROCK ‘N’ ROLL / ROCKABILLY: Chuck<br />

Berry, Brian Setzer<br />

CLASSIC BLUES ROCK: Mike Bloomfield,<br />

Mick Taylor, Eric Clapton, Peter Green,<br />

Duane Allman, Johnny Winter, Gary Moore<br />

CLASSIC ROCK: Jimi Hendrix, David<br />

Gilmour, Ritchie Blackmore, Carlos Santana<br />

CLASSIC COUNTRY: Chet Atkins, Jerry<br />

Reed, James Burton<br />

COUNTRY / COUNTRY ROCK: Danny<br />

Gatton, Albert Lee, Lenny Breau, Mark<br />

Knopfler, Jerry Donahue, Brent Mason, Greg<br />

Koch<br />

ROCK: Jeff Beck, Brian May, Steve Lukather,<br />

Slash<br />

HARD ROCK / HEAVY METAL: Jimmy<br />

Page, Randy Rhoads, Eddie Van Halen,<br />

Steve Morse, Michael Schenker, Uli Jon<br />

Roth, Yngwie Malmsteen, Joe Satriani,<br />

Steve Vai, Slash, Paul Gilbert, Ritchie Kotzen<br />

JAZZ: Eddie Lang, Django Reinhardt, Wes<br />

Montgomery, Joe Pass, George Benson,<br />

Pat Martino, Bireli Lagrene, Ulf Wakenius<br />

MODERN JAZZ: Pat Metheney, John<br />

Scofield, Bill Frisell, Mike Stern, Kurt<br />

Rosenwinkel<br />

WEST-COAST-FUSION: Lee Ritenour,<br />

Larry Carlton, Robben Ford<br />

JAZZROCK / FUSION: Larry Coryell, John<br />

McLaughlin, Al DiMeola, Terje Rypdal, Allan<br />

Holdsworth, Frank Gambale<br />

MODERN ROCK/JAZZROCK/FUSION:<br />

Eric Johnson, Michael Landau, Carl<br />

Verheyen, Scott Henderson, Shawn Lane,<br />

Andy Timmons, Guthrie Govan, Greg Howe<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


Angebot<br />

❶ Studiosendung<br />

Zur CD-Veröffentlichung oder einfach so – wir<br />

produzieren mit euch eine komplette Studiosendung<br />

wie in den goldenen Zeiten des Musik -<br />

fernsehens. Mit Auftritt zu Playback (unplugged<br />

und live auch möglich) und Interview.<br />

(30 – 40 Minuten Videoclip)<br />

➜ 500 Euro<br />

+ Eine Seite Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 1 000 Euro<br />

+ Zwei Seiten Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 1 500 Euro<br />

Die Vorteile im Überblick:<br />

❷ CD-Hearing /<br />

Interview für<br />

Promozwecke in<br />

einem unserer<br />

Filmstudios<br />

Wir reden mit euch über euer Album, hören hinein<br />

und stellen es vor!<br />

Oder es geht einfach um euch als Band / Einzel -<br />

künstler und euer musikalisches Schaffen.<br />

(30 Minuten)<br />

+ Halbe Seite Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 500 Euro<br />

• voll ausgestattetes Filmstudio mit Live-Charakter<br />

• aufgezeichnet wird mit bis zu vier professionellen Kameras<br />

• ihr bestimmt die Inhalte, wir setzen sie in Szene<br />

• bei Bedarf inklusive Visagistin, die dafür sorgt, dass ihr gut ausseht<br />

• Interview mit professioneller Moderatorin (Angebot 1 + 2)<br />

• Konzertbühne (8 m x 4 m) mit Licht, PA und Backline vorhanden*<br />

• ein großer Bildschirm (2 m x 1 m) im Studio steht euch als eure persönliche Werbefläche zur<br />

Verfügung – hier können wir euer Logo, das Albumcover, Werbung von Firmen oder sonstige Grafiken<br />

einbauen<br />

• ein gut eingespieltes Team vor Ort kümmert sich um alle Belange<br />

• ihr bekommt eine geschnittene Sendung von RockTV inklusive Intro, animierten Bauchbinden und<br />

Abspann<br />

• auf Wunsch stellen wir das Video On-Demand auf unserem YouTube-Kanal und sozialen Netzwerken<br />

zur Verfügung für noch mehr Reichweite<br />

❸ Aufzeichnung<br />

Live-Konzert<br />

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euch für Konzerte zu bewerben?<br />

Kommt in unser Rock-TV-Studio!<br />

(30 Minuten Videoclip)<br />

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Film-Team ist<br />

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Ob Festivalmitschnitt oder Proberaumdreh,<br />

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mit bis zu vier festen (!) Kameras aufzuzeichnen.<br />

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auch unplugged-Auftritte sind aber möglich und der Ton kann gegen einen geringen Aufpreis<br />

nachträglich von uns abgemischt werden)<br />

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V. – RockTV | Kolberger Str. 30 | 21339 Lüneburg<br />

Web. www.musiker-online.tv | Mail. info@musikermagazin.de | Fon. +49(0)4131-233<strong>03</strong>0 | Fax. +49(0)4131-233<strong>03</strong>15


50 MUSIKBUSINESS<br />

MUSIK-CHARTS<br />

Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio?<br />

Im Jahr 20<strong>03</strong> stieg die Gesellschaft für Kon -<br />

sum forschung (GfK) mit in die Chart-Ermittlung<br />

ein, es entstand Media Control GfK International.<br />

2013 übernahm die GfK vollständig die Chart-<br />

Erstellung<br />

Zu aktuellen Fragen der Chart-Ermitt lung sprach<br />

RADIOSZENE mit GfK Entertainment-Ge schäfts -<br />

führer Dr. Mathias Giloth.<br />

GfK Entertainment erhebt im Auftrag für den<br />

Bundesverband Musikindustrie die wöchent -<br />

liche Bestenliste. Nach welchen Kriterien<br />

werden diese Charts ermittelt?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Basis der „Offiziellen<br />

Deutschen Charts“ sind die Verkäufe bzw. erzielten<br />

Umsätze von Musikprodukten in einer Chart -<br />

Woche (Freitag bis Donnerstag). Berücksichtigt<br />

für die Single-Charts werden physische Produkte<br />

(CD, DVD, Vinyl), digitale Produkte (Downloads)<br />

und Premium-Streams. Werbefinanzierte Streams<br />

oder auch Musikclips werden nach dem Regel -<br />

werk des BVMI nicht berücksichtigt. 2 800 Händler<br />

aller Absatzkanäle (stationärer Handel, E-Com -<br />

merce, Download, Streaming) liefern uns täglich<br />

ihre Verkaufsdaten, die geprüft, elektronisch verarbeitet<br />

und schließlich gemäß den Regularien<br />

zusammengestellt werden.<br />

Und wie läuft die Erfassung der Album-<br />

Charts?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Bei der Erfassung der<br />

Album-Charts spielen die gleichen Kriterien eine<br />

Rolle. Sogar Premium-Streams werden seit An -<br />

fang <strong>2016</strong> berücksichtigt.<br />

Wer bestimmt das Regelwerk und kontrolliert<br />

die Erhebung Ihrer Arbeit?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Das Regelwerk wird vom<br />

Bundesverband Musikindustrie erstellt. In Zu sam -<br />

menarbeit mit den Gremien des Bundes ver ban -<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


MUSIKBUSINESS 51<br />

des wird dieses immer wieder überprüft und auf<br />

aktuelle Marktveränderungen angepasst. So fließen<br />

seit Anfang <strong>2016</strong> Premium-Streams in die<br />

Album-Charts ein. Die Industrie hat in vielen Fällen<br />

ebenfalls Zugang zu Marktdaten und kann so die<br />

Charts nachvollziehen.<br />

Wie barrierefrei sind die Charts? Kann sich<br />

jeder Tonträger beziehungsweise jeder Song<br />

auch ohne Mitgliedschaft beim Verband in<br />

den Bestenlisten platzieren?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Grundsätzlich besteht<br />

für jeden Titel die Möglichkeit, sich in den Charts<br />

zu platzieren. Artikelstamminformationen müssen<br />

jedoch vorhanden sein. Diese können entweder<br />

über Phononet oder bei GfK angemeldet werden.<br />

Außerdem muss der Händler, der das Produkt ver -<br />

kauft, an unser Panel angeschlossen sein. Titel,<br />

deren Stammdaten unbekannt sind, können leider<br />

nicht erfasst werden.<br />

zu erkennen. Dies läuft unter dem Begriff „fraud<br />

detection“ und nimmt einen zentralen Platz in der<br />

Qualitätssicherung unserer Charts ein. Bei Ver -<br />

dachts fällen wird ein umfassender Prüf pro zess<br />

ausgelöst, den auch die Industrie und der Bundes -<br />

verband intensiv begleiten.<br />

Welche Arbeit steckt hinter der wöchentlichen<br />

Erhebung und wie groß ist das daran<br />

beteiligte Team?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Es ist ein aufwendiger<br />

Pro zess mit einem größeren Team, der insbesondere<br />

viele Prüfschritte wie z. B. auf Vollstän -<br />

dig keit und Richtigkeit der Händlerdaten und<br />

Qualitätssicherungsmaßnahmen enthält. Daneben<br />

aber auch und insbesondere vorbereitende<br />

Schritte, wie das Coding neuer Titel und Alben.<br />

Nicht zu vergessen die unterstützenden Aufgaben,<br />

wie Händlerbetreuung, die Pflege und Weiter ent -<br />

wicklung der Systeme, Anpassungen auf die sich<br />

In den Song-basierten Charts finden sich<br />

auffallend wenige Schlager-Titel …<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Das Genre Schlager funktioniert<br />

besser in den Album-Charts. Hier sind<br />

regelmäßig Schlagerkünstler auf den vorderen<br />

Plätzen vertreten. Fans von Schlagermusik kaufen<br />

lieber gleich das ganze Album als nur einen<br />

einzelnen Song oder eine Single.<br />

Welche aktuellen Trends kann man derzeit<br />

aus den deutschen Charts ableiten?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: In den „Offiziellen Deu t -<br />

schen Album-Charts“ sind Genres wie Hip-Hop<br />

und Schlager sehr beliebt. Außerdem geht der<br />

Trend hin zu deutschen Künstlern. Diese platzieren<br />

sich häufiger bzw. sind länger dabei als internationale<br />

Künstler. In den Single-Charts ist das<br />

anders. Hier haben internationale Künstler in vielen<br />

Fällen die Nase vorn.<br />

»In den „Offiziellen Deu t schen Album-Charts“ geht<br />

der Trend hin zu deutschen Künstlern.<br />

Diese platzieren sich häufiger bzw. sind länger dabei<br />

als internationale Künstler.«<br />

Die „Offiziellen Deutschen Charts“ haben<br />

eine hohe Bedeutung für Handel, Medien<br />

und Öffentlichkeit. Zu welchem Zeitpunkt<br />

und über welche öffentliche Kanäle werden<br />

die Ranglisten verbreitet?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Die „Offiziellen Deutschen<br />

Charts“ erscheinen jeden Freitag um 15 Uhr. Dazu<br />

gibt es eine Pressemeldung und Posts auf unseren<br />

Social-Media-Kanälen. Außerdem sind sie über<br />

unsere Website www.offiziellecharts.de zugänglich.<br />

Zu unseren Partnern und Kunden gehören<br />

Zeitungen, Radiosender, TV-Sender, Onlineseiten<br />

(VIVA, Ampya), die regelmäßig die Top 100, Genre -<br />

Charts oder auch Auszüge daraus veröffentlichen.<br />

Wer finanziert die doch offenbar sehr aufwendige<br />

Erhebung dieser Bestenlisten?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: In Deutschland werden<br />

die Charts über die Partnermedien finanziert, die<br />

die Veröffentlichungsrechte an den Charts er wer -<br />

ben.<br />

Wie sichern Sie das System gegen mögliche<br />

Manipulationsversuche ab?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Unsere Systeme sind darauf<br />

ausgelegt, mögliche Manipulationen sofort<br />

verändernden Marktbedingungen wie Streaming<br />

und eben die Kommunikation der Charts und die<br />

Verleihung des „#1 Award der Offiziellen Deut -<br />

schen Charts“.<br />

Erhebt Ihr Unternehmen noch weitere Be s -<br />

tenlisten aus dem Musikbereich bzw. weiterer<br />

Mediengattungen?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Ja, GfK Entertainment ist<br />

seit vielen Jahrzehnten offizieller Chart-Ermittler<br />

und betreibt Marktforschung im Entertainment-<br />

Be reich. Wir erstellen offizielle Charts in den Be -<br />

reichen Musik, Buch, Video und Games. Hier ar -<br />

beit en wir eng mit den entsprechenden Ver bän den<br />

zusam men und sind insgesamt als 100 pro zentige<br />

Tochter der GfK in mehr als 30 Ländern weltweit<br />

tätig.<br />

Neben den „Offiziellen Deutschen Musik-Charts“<br />

entstehen in Baden-Baden viele weitere Hit listen.<br />

Musik: u.a. Streaming-Charts, Download-<br />

Charts, Vinyl-Charts, Musikvideo-Charts, Hip-<br />

Hop-Charts, Dance-Charts etc.;<br />

Buch: Sachbuch, Ratgeber, Belletristik, Kinder -<br />

bücher, Jugendbücher etc.<br />

Video: DVD, Blu-Ray, Neuerscheinungen;<br />

Games: PC, einzelne Konsolen (Xbox One,<br />

Xbox 360, PS4, PS3, Wii, Wii U, NDS etc.).<br />

Zuletzt erreichen im Vergleich zu früheren<br />

Jahren relativ viele zuvor unbekannte Künst -<br />

ler die Song-Charts. Gibt es hierfür besondere<br />

Gründe?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Es gibt mehrere Ein -<br />

fluss faktoren. Zum einen haben sich die technischen<br />

Voraussetzungen, Musik in guter Qualität<br />

zu produzieren, enorm verbessert, und so ist es<br />

für Künst ler einfacher geworden, sich mit ihrer<br />

Kreati vität dem Wettbewerb zu stellen. Zum anderen<br />

haben sich mit Social Media Plattformen herausgebildet,<br />

die es ermöglichen, neue Songs ohne<br />

hohe Kosten vorzustellen und zu verbreiten.<br />

Steht dann noch ein gutes Label mit einer guten<br />

Kampagne hinter dem Künstler und treffe ich mit<br />

meiner Musik den Geschmack der Fans, steht<br />

einer Chart-Platzierung eigentlich nichts mehr im<br />

Wege.<br />

Gibt es Erkenntnisse, welche medialen oder<br />

sonstige Quellen besonderen Einfluss auf die<br />

Platzierungen der Charts haben?<br />

DR. MATHIAS GILOTH: Man merkt es immer wieder,<br />

dass nach Großereignissen oder großen TV-<br />

Shows die Künstler in den „Offiziellen Deutschen<br />

Charts“ nach oben klettern. Das ist bei Kon zerten<br />

nicht anders. Befindet sich eine Band gerade auf<br />

Tour, kann man fast davon ausgehen, dass sie<br />

auch in den Charts höher platziert ist als sonst.<br />

Auch Titelsongs von Kinofilmen profitieren oft vom<br />

Erfolg des Films.<br />

WEB: WWW.OFFIZIELLECHARTS.DE<br />

TEXTQUELLE: WWW.RADIOSZENE.DE<br />

FOTO: © DENISISMAGILOV/FOTOLIA.COM<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


52 PRODUKT-NEWS<br />

DA-3000 – HOCHAUFLÖSENDER STEREORECORDER<br />

A/D- / D/A-WANDLER<br />

Entwickelt als Nachfolger des weithin bekannten DV-<br />

RA1000HD – einem 2006 eingeführten, hochauflösenden<br />

Masterrecorder, der eine Festplatte oder DVDs als Speicher -<br />

medien nutzte –, ist der DA-3000 Tascams neues Flagg -<br />

schiff für hochauflösende Audioaufnahmen sowie A/D- und<br />

D/A-Wandlung.<br />

Der schlanke, moderne DA-3000 passt in jedes professionelle<br />

oder Heimstudio, ob für die Aufnahme, das Mastering<br />

oder als Live-Einspieler in Sendestudios, ist ideal als Ersatz<br />

für einen DAT-Recorder oder für Audiophile, die den nächs -<br />

ten Schritt hin zur Perfektion nehmen wollen. Der Re corder<br />

zeichnet auf hochgradig zuverlässige SD- oder Compact-<br />

Flash-Medien auf und bietet herausragende Klang qualität<br />

dank weithin geachteten Burr-Brown-Wandlern sowie hochentwickelten<br />

Vorverstärkern aus selektierten Komponenten.<br />

Durch den Verzicht auf Lüfter oder andere mechanische<br />

Geräuschquellen ist das Gerät zudem wartungsfrei und arbeitet<br />

völlig lautlos und äußerst zuverlässig.<br />

Der DA-3000 unterstützt Abtastraten bis 192 kHz (PCM)<br />

und 5,6 MHz (DSD). Hochpräzise temperaturkompensierte<br />

Quarzoszillatoren und getrennte Mono-Wandler in jedem<br />

Kanal ermöglichen die Taktsynchronisation mit Sample -<br />

genauigkeit und natürlichen Klang bei der Aufnahme und<br />

Wiedergabe. Mehrere DA-3000 können auf einfache Weise<br />

miteinander verbunden werden, um synchrone Mehrkanal-/<br />

Mehrspuraufnahmen zu ermöglichen. Und eine Vielzahl von<br />

Anschlüssen auf der Rückseite erlaubt die Einbindung in<br />

praktisch jedes Umfeld. Große, hell leuchtende LED-Pegel -<br />

anzeigen und ein OLED-Display sorgen für einen weiten<br />

Ablesewinkel und gute Lesbarkeit selbst bei ungünstigen<br />

Lichtverhältnissen.<br />

Der DA-3000 wird mit einer Infrarot-Fernbedienung und<br />

einem Anschluss für eine Computertastatur ausgeliefert,<br />

mit der sich Dateien/Ordner einfach benennen lassen und<br />

der Recorder auch gesteuert werden kann.<br />

Tascam hat seinem Master-Recorder DA-3000 ein größeres<br />

Firmware-Update auf Version 2.0 spendiert. Neben verschiedener<br />

Bugfixes bietet die neue Firmware Anwendern<br />

die Möglichkeit, SDXC-Speicherkarten mit Kapazitäten bis<br />

256 GByte für die Aufnahme zu verwenden. Zudem lassen<br />

sich SD-Karten künftig auch vollständig formatieren, um<br />

typbedingten Problemen bei sehr häufigem Gebrauch über<br />

einen langen Zeitraum zu begegnen.<br />

Der DA-3000 ist Tascams Flaggschiff für die hochauflösende<br />

Audioaufnahme im PCM- oder DSD-Format und bereits<br />

mehrfach ausgezeichnet worden. Die neue Firmware steht<br />

auf der Tascam-Website zum Download bereit.<br />

Weitere Informationen: www.tascam.eu<br />

NEUE FUNKTIONEN FÜR TASCAM-FELDRECORDER HS-P82<br />

Tascam hat ein größeres Firmware-Update für seinen professionellen<br />

8-Spur-Feldrecorder HS-P82 veröffentlicht.<br />

Die neue Firmware 2.00 ergänzt das Gerät um eine Reihe<br />

neuer Merkmale, die von professionellen Dialogeditoren und<br />

Sounddesignern gefordert wurden.<br />

So beherrscht der Recorder nun die gespiegelte Aufnahme,<br />

bei der er identische Dateien auf beiden CompactFlash-<br />

Karten aufzeichnet. Dies dient nicht nur der Redundanz im<br />

Falle eines Kartenfehlers, der Nutzer kann sein Tageswerk<br />

auch jeweils direkt an zwei Teams weitergeben. Take-Be -<br />

zeich nungen, Löschvorgänge und alle Änderungen an den<br />

Metadaten werden auf beiden Karten synchron gehalten.<br />

Zu den weiteren neuen Merkmalen gehören eine optionale<br />

Anzeige für den Timecode-Generator, Kurzbefehle für das<br />

schnelle Benennen von Takes am Set, verbesserte Kom pa -<br />

tibilität von Metadaten für Avid-Nutzer sowie eine Reihe<br />

neuer Tastenbefehle, die die Bedienung beschleunigen.<br />

Die neue Firmware steht auf der Tascam-Website zum<br />

Down load bereit.<br />

Weitere Informationen: www.tascam.eu<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


PRODUKT-NEWS 53<br />

NEUES KÖNIG & MEYER<br />

LOGISTIKZENTRUM<br />

Von Februar bis Oktober dieses Jahres wurde auf dem<br />

Reinhardshof Wertheim ein neues König-&-Meyer-Logistik -<br />

zentrum gebaut. Mit dieser Expansion macht König & Meyer<br />

die größte Investition seit der Errichtung des Werks II 1969.<br />

Da die Lagerkapazitäten am Hauptstandort in Bestenheid<br />

an die Grenzen stoßen, entschloss man sich, rund 7000<br />

neue Palettenplätze zu schaffen. So wird man die ausgezeichnete,<br />

vom Kunden auch geforderte Warenverfüg bar keit<br />

sowie Lieferfähigkeit weiterhin sicherstellen.<br />

Es ist ein großer und wichtiger Schritt in die Zukunft und<br />

gleichzeitig eine Reminiszenz an die Vergangenheit. Mit dem<br />

Bau des neuen Logistikzentrums, für das Mitte Februar<br />

symbolisch der erste Spatenstich gesetzt wurde, kehrt die<br />

Firma König & Meyer auf den Reinhardshof in Wertheim<br />

zurück, wo vor nunmehr fast 70 Jahren die Geschichte des<br />

Unternehmens begann, das sich zu einem weltweit führenden<br />

Hersteller von Musikzubehör entwickelt hat.<br />

Man habe sich diesen Schritt lange überlegt und darüber<br />

diskutiert, sagte Gabriela König. Aber am Hauptstandort seien<br />

die Lagerkapazitäten an ihre Grenzen gestoßen, so die kaufmännische<br />

Geschäftsführerin. „Unsere Produkt vielfalt ist in<br />

den letzten Jahren stark angestiegen und wächst weiter.<br />

Viele Produkte werden voluminöser, außerdem nehmen die<br />

individuellen Kundenwünsche weiter zu. Durch eine bessere<br />

Warenverfügbarkeit werden wir unsere ausgezeichnete,<br />

vom Kunden aber auch geforderte Lieferfähigkeit weiterhin<br />

sicherstellen und dadurch den Kundenservice weiter verbessern<br />

können.“<br />

Da sich am Hauptstandort leider keine Möglichkeit ergab,<br />

weiter zu wachsen, habe man schließlich nach einem alternativen<br />

Standort in Wertheim für das Lager gesucht und ihn<br />

gefunden.<br />

Das neu entstandene Logistikzentrum hat eine Lagerhöhe<br />

von 7,50 Metern, eine Kapazität von gut 7 000 Paletten -<br />

plätzen, Büro- und Sozialräume und einen Betriebshof und<br />

Parkplätze. Nach dem für das Frühjahr 2017 geplanten<br />

Umzug sollen etwa 25 Beschäftigte aus dem bisherigen Per -<br />

sonalbestand im neuen Lager arbeiten. Veränderungen soll es<br />

dann auch im Hauptwerk geben, kündigte Gabriela König an.<br />

Dort erhalte man mehr Fläche für Prozessan pas sungen in der<br />

Produktion. „Durch entsprechende Umstruk turierungen können<br />

wir hier kürzere Wege für die Fertigung und damit einen<br />

besseren Produktionsfluss erreichen, um weiterhin effizient<br />

und effektiv zu arbeiten. Denn nur mit qualitativ hochwertigen<br />

Produkten und gutem Service können wir uns am Markt auch<br />

zukünftig behaupten. Das dient letztlich auch der Wett be -<br />

werbsfähigkeit und dem Erhalt der Ar beitsplätze am Standort<br />

Wertheim“, so die Geschäftsführerin.<br />

Der Bau des Logistikzentrums ist nach ihren Angaben die<br />

größte Investition der Firma seit der Errichtung des Werks II<br />

im Jahr 1969 und werde „weit in die Zukunft des Unter -<br />

nehmens reichen“. Auf dem ersten Spatenstich baue alles<br />

auf. „So muss danach das Fundament stimmen, das Ge -<br />

bäude muss fest im Boden verankert sein, damit es einen<br />

guten Stand hat. Eben genau wie ein Unternehmen eine<br />

sichere Basis braucht.“<br />

In einem Grußwort würdigte der Oberbürgermeister der großen<br />

Kreisstadt Wertheim Stefan Mikulicz die Lebens leis tung<br />

von Martin König, der Anfang Februar seinen 80. Geburts -<br />

tag feiern konnte und der die Entwicklung von König & Meyer<br />

aus kleinen Anfängen durch seine Beharrlichkeit entscheidend<br />

mit vorangetrieben habe. Wie zuvor Gabriela König<br />

hob Mikulicz die gute Zusammenarbeit zwischen der Firma,<br />

der Kommunalpolitik und der Verwaltung hervor. Er lobte<br />

den gezeigten unternehmerischen Mut und den Weitblick<br />

der Verantwortlichen.<br />

Weitere Informationen: www.k-m.de<br />

Albert Hoppenrath<br />

Peter Kittler<br />

Mirko Lo Porto<br />

Thomas Kittler<br />

CORDIAL VERSTÄRKT VEETRIEB DURCH VIER NEUE HANDELSVERTRETER<br />

Gleich vier neue Handelsvertreter verstärken ab September<br />

<strong>2016</strong> die CORDIAL-Präsenz in den Bereichen MI und In -<br />

dustrie.<br />

Albert Hoppenrath, studierter <strong>Musiker</strong> und Ingenieur<br />

Nach richtentechnik, übernimmt die Vertriebsrepräsentanz<br />

Deutsch land West. Albert arbeitet zudem nebenberuflich<br />

als Toningenieur mit Spezialgebiet Orchester/Gala/TV.<br />

Die Brüder Peter und Thomas Kittler übernehmen die Re prä -<br />

sentanz Deutschland Süd/Ost. Beide sind studierte Diplom-<br />

Volkswirte und bereits das ganze Berufsleben über im Pro-<br />

Audiobereich tätig.<br />

Im Gebiet Süd/West wird CORDIAL künftig durch den Kom -<br />

munikationselektroniker Mirko Lo Porto präsentiert. Mirko<br />

ist seit 1993 in der Veranstaltungstechnik tätig und darüber<br />

hinaus Inhaber einer eigenen Eventservice-Firma.<br />

Weitere Informationen: www.cordial.eu<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


54 PRODUKT-NEWS<br />

VON DANIEL VINCENT MULLOWNEY<br />

DRUMMER WANTED<br />

A Reference Guide to Prepare Drummers<br />

for Real-World Gig<br />

SHURE SE535LTD<br />

SOUND ISOLATING OHRHÖRER<br />

ALS SPECIAL EDITION<br />

Sowohl anspruchsvollen <strong>Musiker</strong>n als auch Musiklieb ha -<br />

bern ermöglicht der SE535 mit seinen drei High-Definition<br />

MicroDrivers, bestehend aus einem Hochtöner und zwei<br />

Tieftönern, ein räumliches, lebendiges Klang er lebnis. Die<br />

Limited Edition SE535LTD bietet zudem eine erweiterte<br />

Feinzeichnung der hohen Frequenzen.<br />

Achieve versatility. Become more marketable. Get realworld<br />

gigs. Drummer Wanted is a styles book and playalong<br />

that provides intermediate to advanced drummers<br />

with a foundation necessary to play a multitude of gigs:<br />

Broadway, West End, Vegas, cruise ships, theme parks, studio,<br />

television, casinos, resorts, and theatre. Loaded with<br />

84 stylistic beats and 29 tailored play-along charts, this<br />

book opens the door to real-life drumming skills and provides<br />

the tools essential in succeeding as a working drummer.<br />

Der Shure SE535 Sound Isolating Ohrhörer bekommt eine<br />

spezielle Sonderedition zur Seite gestellt. Während das<br />

bekannte SE535-Modell sich vor allem durch einen räumlichen<br />

Klang mit sattem Bass auszeichnet, liefert die limitierte<br />

SE535LTD Special Edition darüber hinaus eine verbesserte<br />

Abbildung der hohen Frequenzen. Auch optisch ist der<br />

SE535LTD dank seiner auffälligen, roten Farbgebung ein<br />

echtes Highlight. Die Länge des abnehmbaren Kabels be -<br />

trägt 116 cm, perfekt für den mobilen Musikgenuss.<br />

Der Shure SE535LTD wird mit einer großen Auswahl an<br />

Zubehör geliefert, darunter mehrere Ohrpassstücke in verschiedenen<br />

Größen für die Reduzierung von Umge bungs -<br />

geräuschen um bis zu 37 dB. Das ergonomisch geformte<br />

Gehäuse, das am Ohr formstabile Kabel und die große Aus -<br />

wahl an Ohrpassstücken garantieren einen sicheren, angenehmen<br />

Sitz. Die Kabel sind per Bajonett-Clip mit dem Ohr -<br />

hörer verbunden, können dabei aber leicht abgenommen<br />

und bei Bedarf ausgetauscht werden.<br />

Die limitierte Sonderedition SE535LTD ist ab sofort im autorisierten<br />

Fachhandel verfügbar.<br />

Weitere Informationen: www.shure.de<br />

Stilistische Vielseitigkeit erreichen, um sich besser als<br />

Drummer vermarkten und weltweit gebucht werden zu<br />

können, ist das Thema von „Drummer Wanted“. Es wendet<br />

sich an fortgeschrittene Drummer, die sich darauf vorbereiten<br />

wollen, am Broadway, West End, Vegas, auf Kreuz fahrt -<br />

schiffen, in Themenparks, im Studio, Fernsehen, in Casinos,<br />

Resorts und am Theater spielen zu können. Angelegt als<br />

„Style Book“ mit dazugehörigen Play-alongs auf der beiliegenden<br />

CD bietet diese englischsprachige Alfred-Publi -<br />

kation eine breite Palette an Drum-Stilistiken. Ausgestattet<br />

mit 84 stilistischen Beats und 29 zugeschnittenen Playalongs,<br />

öffnet es das Tor zu den „real-life“-Anforderungen<br />

an Drummer und stellt die grundlegenden Werkzeuge zur<br />

Verfügung, die ein Drummer benötigt, der von seiner Kunst<br />

leben möchte.<br />

DRUMMER WANTED<br />

Buch & CD | 230 x 305 mm<br />

ISBN 978-1-4706-1674-8 | Art.-Nr.: 42882<br />

80 Seiten | 23,95 Euro<br />

Weitere Informationen: www.alfredmusic.de<br />

VON JIM RILEY<br />

SURVIVAL GUIDE FOR<br />

THE MODERN DRUMMER<br />

A Crash Course<br />

in All Musical Styles for Drumset<br />

Jim Riley, einer der gefragtesten Drummer in Nashville, bietet<br />

in seinem neuesten Werk „Survival Guide for the Modern<br />

Drummer“ jedem Drummer zahlreiche Tools, mit denen<br />

Ein steiger, Fortgeschrittene oder Profis ihre stilistischen<br />

Kenntnisse erweitern können. Von Pop bis Country, Metal<br />

bis Jazz, Latin bis Motown hat Jim dieses Buch mit seinen<br />

beachtlichen Bühnen- und Studioerfahrungen vollgepackt.<br />

Die beiden MP3-CDs enthalten u.a. 124 Play-along-Tracks,<br />

eingespielt von Spezialisten jedes Genres, sowie 318 Drum<br />

Grooves. Wer sein Spiel auf das nächste Level bringen möchte,<br />

der ist mit „Survival Guide for the Modern Drummer“,<br />

dem Guide für den Dschungel durch das Musikbusiness, in<br />

jeglicher musikalischen Gig-Situation gut beraten.<br />

Buch & 2 CDs | 80 Seiten | 230 x 305 mm | ISBN 978-0-692-28408-7 | Art.-Nr.: 98-0692284087 | 29,95 Euro<br />

Weitere Informationen: www.alfredmusic.de<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


PRODUKT-NEWS 55<br />

PERFEKTER KLANG ZUM FEST:<br />

SENNHEISERS WIRELESS-KOPFHÖRER SIND DAS<br />

IDEALE GESCHENK FÜR MUSIKLIEBHABER<br />

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – und<br />

damit beginnt wie in jedem Jahr auch die<br />

Suche nach passenden Geschenken. Mit<br />

einer Auswahl an ausgezeichneten Wireless-<br />

Kopfhörern bietet Audiospezialist Sennheiser<br />

das perfekte Weihnachtsgeschenk für an -<br />

spruchsvolle Musikliebhaber und Technik-<br />

Fans.<br />

Immer mehr Menschen schätzen die Frei -<br />

heit kabelloser Kopfhörer. Vom Reise kopf -<br />

hörer mit ausgezeichneter Geräusch unter -<br />

drückung bis hin zum Lifestyle-Hörer im<br />

edlen Design – Sennheiser bietet für jeden<br />

Anspruch den perfekten Wireless-Kopf hörer,<br />

der für Begeisterung unter dem Weihnachts -<br />

baum sorgen wird.<br />

PXC 550 WIRELESS:<br />

DIE PERFEKTE WAHL FÜR BUSINESS-<br />

REISENDE<br />

Musikliebhaber, die viel unterwegs sind, werden<br />

über dieses Upgrade in die First Class<br />

der Audiowelt begeistert sein: Der brandneue<br />

Sennheiser PXC 550 Wireless wurde<br />

als smarter Reisebegleiter für anspruchsvolle<br />

Reisende entwickelt. Der leichtgewichtige,<br />

kabel lose Kopfhörer liefert Sennheisers aus -<br />

gezeichnete Soundqualität und ist mit der<br />

adaptiven Geräuschunterdrückung Noise -<br />

GardTM Hybrid ausgestattet. Die Akku lauf -<br />

zeit von bis zu 30 Stunden reicht aus, um<br />

einmal die Welt zu umfliegen.<br />

Der aus hochwertigen Materialien gefertigte<br />

und flach zusammenfaltbare Reise kopf -<br />

hörer ist nicht nur schick, sondern auch<br />

smart: Der PXC 550 Wireless erlaubt müheloses<br />

NFC-Pairing und verwendet apt-X®<br />

für eine qualitativ hochwertige Bluetooth-<br />

Audioübertragung mit unverfälschtem Klang.<br />

Ein Touch-Panel an der Ohrmuschel, mit dem<br />

sich der Kopfhörer intuitiv steuern lässt, und<br />

Sprachmeldungen, die beispielsweise den<br />

Ladezustand des Akkus angeben, machen<br />

den kabellosen Kopfhörer besonders einfach<br />

zu bedienen. Zudem kann der PXC 550<br />

Wireless Musik und Anrufe automatisch<br />

pausieren, sobald der Kopfhörer abgesetzt<br />

wird. Mit Sennheisers CapTune App lässt<br />

sich das Hörerlebnis dabei an die individuellen<br />

Vorlieben anpassen.<br />

MOMENTUM WIRELESS UND MOMENTUM<br />

ON-EAR WIRELESS:<br />

KOMPROMISSLOS GUTER SOUND,<br />

MINIMALISTISCHES DESIGN UND EDLE<br />

MATERIALIEN<br />

Soll es für Puristen ein Geschenk mit zeitlosem<br />

Design sein, dann sollte ein Modell der<br />

MOMENTUM-Reihe unter dem Weihnachts -<br />

baum liegen. Die Modelle MOMENTUM<br />

Wireless und MOMENTUM On-Ear Wireless<br />

vereinen kompromisslose Klangqualität,<br />

minimalistischen Stil und luxuriöse, hoch-<br />

wertige Materialien mit innovativer Wireless-<br />

Technologie. Edle, leichtgewichtige Edelstahl -<br />

bügel sorgen für einen puristischen Look.<br />

Großartigen Tragekomfort bieten die weichen<br />

Ohrpolster, die für den MOMENTUM Wireless<br />

aus feinem Leder und für den MOMENTUM<br />

On-Ear Wireless aus geschmeidigem Alcan -<br />

tara® gefertigt werden.<br />

Die kabellosen MOMENTUM-Modelle nutzen<br />

NFC-Technologie für bequemes Pairing und<br />

apt-X® für eine Bluetooth-Audioübertra -<br />

gung, die den einzigartigen MOMENTUM-<br />

Sound unverfälscht wiedergibt – detailreich,<br />

klar und mit dezenter Bassbetonung.<br />

Sowohl der MOMENTUM Wireless als auch<br />

der ohraufliegende MOMENTUM On-Ear<br />

Wire less ist mit der aktiven Geräusch un ter -<br />

drückung NoiseGard ausgestattet, die<br />

Um gebungsgeräusche zuverlässig herausfiltert<br />

und selbst in lauten Umgebungen per -<br />

fekten Hörgenuss garantiert. Das macht die<br />

MOMENTUM-Kopfhörer zu einem Geschenk,<br />

das sowohl zu Hause als auch unterwegs<br />

für viel Freude sorgen wird.<br />

Weitere Infos: www.sennheiser.com<br />

THOMAS WAETKE – RECHTSANWALT IM EVENTRECHT<br />

MIKE SABOKAT – SHOP FÜR EVENTBEDARF<br />

CHRISTIAN RAITH – SPEZIALVERSICHERUNGSMAKLER FÜR EVENTS<br />

ROADSHOW<br />

EVENTS – SICHER ANDERS<br />

Unter dem Motto „Events – sicher anders“ veranstaltete Eberhard, Raith & Partner GmbH gemeinsam mit allbuyone<br />

GmbH und Schutt, Waetke Rechtsanwälte eine Roadshow zum Thema Veranstaltungssicherheit etc. für Berufs -<br />

schüler und eingefleischte Kenner der Entertainment- und Eventbranche.<br />

Sie sind die handelnden Akteure und seit vielen Jahren in der Szene<br />

bekannt. Wie wichtig die Spezialisierungen und deren richtige Ver -<br />

net zung für eine erfolgreiche Veranstaltung sind, haben die Veran -<br />

stalter schon früh erkannt und sich entschlossen, eine Reihe von<br />

Aktionstagen in ganz Deutschland zu veranstalten – aber eben nicht<br />

nur mit langweiligen Monologen, wie man sie bei Veranstaltungen an<br />

jeder Ecke bekommt, sondern mit praktischen Elementen, wobei<br />

durchaus auch einmal etwas in Flammen aufgehen kann ...<br />

Immer steht jedoch das Thema Sicherheit im Vordergrund.<br />

Die Veranstalter beleuchteten die rechtlichen Aspekte und deren Ab -<br />

sicherungsmöglichkeiten und zeigten auf, dass das richtige Equipment<br />

auch zur Sicherheit bei Veranstaltungen beitragen kann.<br />

Weitere Infos unter: facebook.com/EventsSicherAnders<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


56 PRODUKT-NEWS<br />

2525H MINI JUBILEE –<br />

20-WATT-VOLLRÖHREN-TOPTEIL<br />

• Silver-Jubilee-Preamp-Funktion und -Sound<br />

• Ausgangsleistungs-Umschaltung 20 W auf 5 W<br />

• Effekt-Loop<br />

• ECC83- und EL34-Röhrensatz<br />

• 4-/8-/16-Ohm-Boxenausgänge<br />

• Fußschalter für Kanalumschaltung inklusive<br />

• Made in England<br />

2525H MINI JUBILEE / SPEZIFIKATIONEN<br />

• Modell 2525H Mini Jubilee<br />

• 20 Watt RMS Ausgangsleistung<br />

• Vollröhrentechnik<br />

• 2 fußschaltbare Kanäle - Rhythm und Lead<br />

• Elektronik<br />

• High/Low Output (Pentode-/Triode-Umschaltung der End -<br />

stufe von 20 Watt auf 5 Watt)<br />

• Presence-, Bass-, Middle-, Treble-Regler<br />

MINI JUBILEE<br />

TOPTEIL UND COMBO<br />

Die JCM25/50 „Silver Jubilee“-Serie wurde 1987 aufgelegt,<br />

um 25 Jahre MARSHALL Amplification und 50 Jahre<br />

Jim Marshall erfolgreich im Musikbusiness zu feiern.<br />

Im letzten Jahr haben wir die Neuauflage dieses Klassikers<br />

vorgestellt. Inspiriert von diesem gefeierten Verstärker kom -<br />

binieren das neue 2525H „Small Box“-Topteil und der 2525C<br />

1x12’’-Combo die Silver-Jubilee-Preamp-Charakteristik und<br />

die besondere Optik mit niedrigerer Lautstärke – nicht nur<br />

für das Wohnzimmer.<br />

2525C MINI JUBILEE – 20-WATT-VOLLRÖHREN-COMBO<br />

• Klassische Silver-Jubilee-Preamp-Funktion und -Sound<br />

• Ausgangsleistungs-Umschaltung 20 W auf 5 W<br />

• Effekt-Loop<br />

• ECC83- und EL34-Röhrensatz<br />

• 4-/8-/16-Ohm-Boxenausgänge<br />

• Fußschalter für Kanalumschaltung inklusive<br />

• Made in England<br />

2525C MINI JUBILEE / SPEZIFIKATIONEN<br />

• 2 fußschaltbare Kanäle - Rhythm und Lead<br />

• High/Low Output (Pentode-/Triode-Umschaltung der End -<br />

stufe von 20 Watt auf 5 Watt)<br />

• Presence-, Bass-, Middle-, Treble-Regler<br />

• Output-Master-Regler (die Pull-Channel-Funktion =><br />

dient der Kanalumschaltung)<br />

• Lead Master (regelt die Lautstärke des Lead-Kanals)<br />

• Schaltbares Input Gain (Pull Rhythm Clip => Poti mit Pull-<br />

Funktion für die Vorwahl eines satteren Crunch-Pegels)<br />

• Serieller Effektweg<br />

• DI Output zum Anschluss an die PA oder für Recording<br />

• 4-, 8- & 16-Ohm-Lautsprecheranschlüsse<br />

• Lautsprecher: Celestion G12M-25<br />

• Röhren: Vorstufenröhren: 3 x ECC83; Endstufenröhren:<br />

2 x EL34<br />

• Inklusive Fußschalter für die Kanalumschaltung (PEDL-<br />

900<strong>03</strong>)<br />

• Abmessungen in mm: (B x H x T) 490 x 475 x 280<br />

• Silber Vinyl und silberne Frontplatte<br />

• Gewicht: 19 kg<br />

Weitere Informationen: www.marshallamps.de<br />

www.musik-meyer.de<br />

• Output-Master-Regler (die Pull-Channel-Funktion =><br />

dient der Kanalumschaltung)<br />

• Lead Master (regelt die Lautstärke des Lead-Kanals)<br />

• Schaltbares Input Gain (Pull Rhythm Clip => Poti mit<br />

Pull-Funktion für die Vorwahl eines satteren Crunch-<br />

Pegels)<br />

• Serieller Effektweg<br />

• DI Output zum Anschluss an die PA oder für Recording<br />

• 4-, 8- & 16-Ohm-Lautsprecheranschlüsse<br />

• Röhren: Vorstufenröhren: 3 x ECC83; Endstufenröhren:<br />

2 x EL34<br />

• Inklusive Fußschalter für die Kanalumschaltung (PEDL-<br />

900<strong>03</strong>)<br />

• Abmessungen in mm: (B x H x T) 510 x 232 x 220<br />

• Gewicht: 10 kg<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


PRODUKT-NEWS 57<br />

IMMANUEL BROCKHAUS<br />

DER KEYBOARDPROFI<br />

Von Pop bis Jazz mit Piano und elektronischen<br />

Tasteninstrumenten<br />

Technik, theoretische Grundlagen,<br />

Voicings, Begleitung,<br />

Harmonisation und Reharmonisation,<br />

Improvisation, stiltypische Grooves,<br />

Sound- und Spieltipps,<br />

Tipps für live und Studio, Equipment-Tipps,<br />

Play-alongs, Hörbeispiele und Midi-Files,<br />

Hörtipps, Bonusmaterial, 2 CDs<br />

ISBN 978-3-89775-160-6, 39,80 Euro<br />

224 Seiten mit 2 CDs<br />

Die CDs enthalten folgendes Material:<br />

CD 1 (enhanced CD) Hörbeispiele Track 1-57.<br />

Daten Teil: 1.) Midi Files 1 - 25, 2.) PDF-Dateien<br />

CD 2 Play Alongs 1-26<br />

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de<br />

Dieses Buch behandelt in der überarbeiteten 2. Auflage die<br />

wichtigsten Grundlagen, um sich als Pianist und Key boar -<br />

der in vielfältigen musikalischen Situationen professionell<br />

zu bewegen. Besonders berücksichtigt werden dabei die<br />

stiltypischen Spielweisen, auch auf den gerade so populären<br />

Instrumenten wie Rhodes, Clavinet oder Synthesizer.<br />

Mit den beiliegenden Play-alongs und lebendigen Hör bei -<br />

spielen gibt es die Möglichkeit, jede Übung im Tempo zu<br />

ver tiefen und zu festigen. Das zusätzliche Bonusmaterial<br />

eröffnet weitere Themenfelder rund um die Spielpraxis. Alle<br />

Beispiele liegen als Audiodateien und als MIDI-Files vor. Die<br />

Midi-Files entsprechen exakt der Notenvorlage und können<br />

ebenfalls zu Übungszwecken verwendet werden.<br />

Die MIDI-Files geben die Möglichkeit, die einzelnen Stimmen<br />

in ein Notensatz-Programm zu importieren und dort zu<br />

transponieren oder zu bearbeiten. Sie können auch in ein<br />

Sequenzer-Programm importiert werden. Meist muss man<br />

Anpassungen vornehmen und die richtigen Klänge einstellen,<br />

dann wird’s ein flexibles Play-along. Man kann die<br />

Midi-Files auch direkt in eine iTunes-Bibliothek importieren.<br />

IMMANUEL BROCKHAUS ist Keyboarder, Komponist, Päda -<br />

goge und Wissenschaftler im Bereich Sound Studies. Er<br />

absolvierte ein Jazzstudium in Bern. Von 1989 bis 1993<br />

war er als Dozent an der Musikhochschule und an der Jazz<br />

& Rock Schule Freiburg im Breisgau tätig. Seit 1991 arbeitet<br />

er als Dozent in verschiedenen Bereichen der Hoch schule<br />

der Künste Bern, HKB. Mitwirkung in unzähligen Live- und<br />

Studioprojekten in Deutschland und der Schweiz. Nebenbei<br />

komponierte er Theatermusik in Warschau, Stockholm und<br />

Bern. 2001 Aufbau des Studiengangs Musik und Medien -<br />

kunst. Seit 20<strong>03</strong> ist er Leiter der Master of Advanced Studies<br />

in Pop & Rock an der HKB Bern.<br />

Die passenden Spielstücke zu diesem Buch bietet die BAND-<br />

BUCH-Serie (29,80 Euro je Band) von Immanuel Brockhaus:<br />

FUNK – ISBN 978-3-89775-120-0<br />

HOUSE & DISCO – ISBN 978-3-89775-121-7<br />

ACID – ISBN 978-3-89775-122-4<br />

Je 212 Seiten mit Partitur, Einzelstimmen, Leadsheets in C,<br />

Bb, Eb, Rhythm Section, Vokal Hook, Background und Per -<br />

cussion. CD Audio, live eingespielt plus Midi-Files.<br />

MUSIC STORE verlost 2 x 2 Kombitickets für Freitag und<br />

Samstag! Schreibt einfach eine E-Mail mit dem Betreff<br />

„Ruhrpott Metal Meeting“ an gewinnspiel@musicstore.de<br />

und mit etwas Glück könnt ihr schon bald in erster Reihe<br />

mitbangen!<br />

Tagesticket Freitag: 38,50 Euro<br />

Tagesticket Samstag: 49,50 Euro<br />

Kombiticket Freitag + Samstag: 75,90 Euro<br />

DAS KOMPLETTE LINE-UP<br />

FREITAG – 02.12.<strong>2016</strong> – RUHRPOTT STAGE<br />

ICED EARTH, ENSIFERUM, KATAKLYSM, UNEARTH, IZEGRIM,<br />

NAILED TO OBSCURITY<br />

HART, HÄRTER, RUHRPOTT METAL MEETING!<br />

MUSIC STORE präsentiert das härteste Festival Deutsch lands Zusätzlich kommen auf der FLÖZ Stage lokale Bands zum<br />

– das Ruhrpott Metal Meeting am 02. und <strong>03</strong>.12.<strong>2016</strong> in Zug. Hier geht es mit Rage meets Refuge, Darkness, Words<br />

der Turbinenhalle Oberhausen!<br />

of Farewell und anderen ordentlich zur Sache!<br />

Bei diesem Line-Up wird jeder noch so harte Metal-Fan weich: Tickets sind ab sofort auf der Internetseite des Ruhrpott<br />

Freut euch auf Blind Guardian, Iced Earth, Saxon, Ensiferum, Metal Meeting und bei den bekannten Vorverkaufsstellen<br />

Kataklysm, Legion of the Damned und viele weitere! erhältlich.<br />

SAMSTAG – <strong>03</strong>.12.<strong>2016</strong> – RUHRPOTT STAGE<br />

BLIND GUARDIAN, SAXON, LEGION OF THE DAMNED,<br />

DESASTER, BLIKSEM, SISTER<br />

SAMSTAG - <strong>03</strong>.12.<strong>2016</strong> – FLÖZ STAGE<br />

RAGE/REFUGE, DARKNESS, WORDS OF FAREWELL,<br />

TEUTONIC SLAUGHTER, DELIRIOUS, HOPELEZZ<br />

Weitere Informationen: www.musicstore.de<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


58 PRODUKT-NEWS<br />

HEISSE ÄXTE<br />

EIN ÜBERBLICK ÜBER HEAVY-GITARREN<br />

Die Geschichte der Heavy-Gitarren startet<br />

1958 mit einem Versuch Gibsons, mit Ex -<br />

plorer und Flying V von den traditionellen<br />

Korpusformen abzuweichen und den eigenen<br />

Gitarren einen etwas modernen Touch<br />

zu verleihen. Zielgruppe waren damals eigentlich<br />

die Jazz-Gitarristen, und wie wir wissen,<br />

ging dieses Experiment relativ unspektakulär<br />

in die Hose. Die Produktion wurde schnell<br />

wieder eingestellt und erst Ende der 1960er-<br />

Jahre mit der Flying V und Mitte der 1970er<br />

mit der Explorer wieder aufgenommen.<br />

Grund dafür war, dass einige Hardrock-<br />

Gitarristen die Gitarren mit den zackigen<br />

Formen für sich entdeckt hatten. Diese beiden<br />

Modelle kann man ganz klar als die Ur -<br />

typen der Heavy-Gitarren bezeichnen, die<br />

folgerichtig auch bald von anderen Her stel -<br />

lern kopiert bzw. in leicht abgewandelter<br />

Form auf den Markt gebracht wurden. So<br />

orientierte sich zum Beispiel das Randy-<br />

Rhoads-Modell von Jackson eindeutig an<br />

der Flying V, lediglich ein „Flügel“ wurde<br />

gekürzt. Die Ibanez Iceman, lange Zeit die<br />

Hauptgitarre von Paul Stanley (Kiss), ist stark<br />

von der Korpusform der Explorer beeinflusst.<br />

In den 1980er-Jahren traten dann mit dem<br />

Metal-Boom immer mehr Hersteller auf den<br />

Plan, die sich in besonderem Maße diesem<br />

Gitarren-Genre widmeten: Charvel/Jackson,<br />

Dean, ESP, Kramer, Hamer oder BC Rich.<br />

Heavy-Gitarren unterscheiden sich von<br />

„normalen“ Instrumenten wie Stratocaster<br />

oder Les Paul einerseits durch ihr extravagantes<br />

Korpus-Design, aber in den meisten<br />

Fällen sind sie auch mit leistungsstarken<br />

Hum bucker-Pickups bestückt, um dem Amp<br />

noch die letzte Portion Verzerrung zu entlocken.<br />

In den 1980er-Jahren war ein Floyd-<br />

Rose-Tremolosystem extrem angesagt, das<br />

heute jedoch wieder etwas in den Hinter -<br />

grund gerückt ist. Mittlerweile wird sehr<br />

gerne und oft mit unterschiedlichen Down -<br />

tunings experimentiert, wofür dieses System<br />

nicht unbedingt geeignet ist. Mit dem Nu-<br />

Metal-Style Mitte der 1990er wurden die<br />

Gitarren vermehrt tiefer gestimmt und 7-<br />

saitige Instrumente mit tiefer B-Saite waren<br />

die logische Entwicklung. Ein erstes Serien -<br />

modell war die Universe von Ibanez, ein<br />

Instrument, das von Steve Vai mitentwickelt<br />

wurde. Mittlerweile sind achtsaitige Gitarren<br />

keine Besonderheit mehr, hier gibt es im<br />

Vergleich zum sechssaitigen Standard eine<br />

tiefere und eine höhere Saite mehr – die<br />

Allzweckwaffe für tiefes Riffing und hohe<br />

Soloparts.<br />

Das Feld der Heavy-Gitarren ist inzwischen<br />

recht breit aufgestellt und Hersteller wie<br />

Dean, ESP, Ibanez, Jackson oder Schecter<br />

gehören zu den beliebtesten Marken.<br />

GITARRISTEN &<br />

GITARREN<br />

Natürlich orientiert man sich gerne an seinen<br />

Helden, wenn es um die Wahl des eigenen<br />

Instrumentes geht. Viele bekannte<br />

Gitarristen im Heavy-Bereich arbeiten mit<br />

Herstellern zusammen, die ihnen ein Sig na -<br />

ture-Modell nach ihren Bedürfnissen anfertigen,<br />

das dann in der Regel auch in Serie<br />

gefertigt wird. Hier eine kleine Auswahl di -<br />

verser Gitarristen aus dem Heavy-Rock-Be -<br />

reich mit ihren bevorzugten Instru menten:<br />

JAMES HETFIELD (METALLICA): Hetfield<br />

spielt ESP und hat mehrere Signature-Mo -<br />

delle am Start (Iron Cross, Snakebyte, Truck -<br />

ster). Die Gitarren sind mit aktiven EMG-<br />

Pickups bestückt und ohne Tremolosystem<br />

– für seine Riffs benutzt Hetfield bomben -<br />

feste Tune-O-Matic Bridges mit Stop Tail piece.<br />

TONY IOMMI (BLACK SABBATH): Tony Iommi<br />

spielt überwiegend SG-Modelle von Gibson.<br />

Daher hat der Hersteller ihm eine SG Sig -<br />

nature mit 24 Bünden und Custom-Hum -<br />

bucker auf den Leib geschneidert, wobei die<br />

Pickups auch separat erhältlich sind. Die<br />

Gi tarre haben wir auch als preisgünstige<br />

Va riante von Epiphone.<br />

DIMEBAG DARRELL (PANTERA, DAMAGE -<br />

PLAN): Der leider viel zu früh verstorbene<br />

Gitarrist hat eine enge Verbindung zu Dean<br />

Guitars, einem Hersteller, der mittlerweile ver -<br />

schiedene Instrumente unter seinem Namen<br />

veröffentlicht hat. Die bevorzugte Korpus -<br />

form ist eine Kreuzung aus Explorer und<br />

Flying V und meist mit zwei Humbucker-<br />

Pickups bestückt. Darrell hat auf seinen<br />

Gitarren sehr häufig ein Floyd-Rose-Tre mo -<br />

los ystem installiert.<br />

JEFF LOOMIS<br />

(NEVERMORE, ARCH ENEMY): Jeff Loomis<br />

ist mit Schecter-Gi tar ren unterwegs. Das<br />

Hauptmodell ist seine Signature mit Strat-<br />

Style-Korpus, die als Sechs- oder Sieben -<br />

saiter erhältlich ist. Loomis bevorzugt<br />

Seymour Duncan Hum bucker und hat seine<br />

Gitarren entweder mit Floyd-Rose-Tremolo<br />

oder mit einer festen Brücke ausgestattet.<br />

Die Pickups sind auch als Set von Seymour<br />

Duncan einzeln erhältlich.<br />

SCOTT IAN (ANTHRAX): Scott Ian spielt seit<br />

langer Zeit Gitarren aus dem Hause Jackson.<br />

Seine Signature-Instrumente sind Soloist<br />

oder King-V-Modelle. Hierbei gibt es unterschiedliche<br />

Bestückungen – die Soloist wahl -<br />

weise mit zwei Humbuckern und Floyd Rose<br />

oder in einer abgespeckten Version mit einem<br />

Humbucker und fester Brücke. Ganz neu ist<br />

aktuell ein King-V-Modell mit zwei Hum -<br />

buckern erschienen und wahlweise mit oder<br />

ohne Floyd-Rose-Tremolo. Die Signature-<br />

Gitarren sind in der preisgünstigen X- oder<br />

in der USA-Serie erhältlich, für die man<br />

allerdings sehr tief in den Geldbeutel greifen<br />

muss.<br />

FREDRIK THORDENDAL/<br />

MARTEN HAGSTROM (MESHUGGAH): Die<br />

beiden Meshuggah-Gitarristen benutzen<br />

Werk zeuge aus dem Hause Ibanez, wobei<br />

der Hersteller zwei Meshuggah-Signature-<br />

Modelle anbietet, beides Achtsaiter-Gitarren<br />

in schwarzem Finish und mit Double-Cut -<br />

away-Korpus. Bestückt sind die Instrumente<br />

mit einem Lundgren M8P Pickup (passiv)<br />

und einem Edge-III-8-Tremolosystem. Eine<br />

weitere Besonderheit ist der sehr lange<br />

Hals mit einer Mensur von 749 mm. Das ist<br />

auch nötig, denn die Saiten werden weit<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


PRODUKT-NEWS 59<br />

heruntergestimmt, tiefster Ton ist das F1,<br />

also fast eine Oktave tiefer als eine normale<br />

Gitarre.<br />

TOSIN ABASI (ANIMALS AS LEADERS): Tosin<br />

Abasi ist mittlerweile ebenfalls überwiegend<br />

mit acht Metalldrähten unterwegs. Ibanez hat<br />

zwei Signature-Modelle (TAM-100, TAM-10)<br />

nach seinen Wünschen angefertigt. Die Gi -<br />

tarren haben HSH (Humbucker-Single Coil-<br />

Humbucker) Pickup-Bestückungen von<br />

DiMarzio und eine etwas längere Mensur<br />

von 686 mm, denn die tiefste Saite wird nach<br />

E1 hinuntergestimmt, eine Oktave tiefer als<br />

eine Standard-Gitarre. Daher ist bei Animals<br />

As Leaders auch kein Bassist auf der Bühne.<br />

WAS IST WICHTIG BEI<br />

EINER HEAVY-GITARRE?<br />

KORPUS/HOLZ: Die Form ist natürlich in<br />

erster Linie Geschmackssache. Beim Korpus -<br />

holz gibt es unterschiedliche Ansätze und<br />

auch keine eindeutige Richtung, die Ge sch -<br />

mäcker sind eben verschieden. Tradi tio nell ist<br />

Mahagoni eine gute Wahl, das vor allem durch<br />

ein ausgezeichnetes Sustain ver halten und<br />

einen weicheren Ton besticht, der sich gut mit<br />

aggressiv klingenden Pick ups kombinieren<br />

lässt. Linde ist bei Heavy-Gitarren ebenfalls<br />

sehr beliebt; dieses Holz bringt zwar nicht so<br />

viel Sustain, aber einen sehr knackigen,<br />

anschlagsbetonten Sound, der bei schnellem<br />

Riffing für Klarheit sorgen kann.<br />

HALS/BÜNDE: Beim Hals ist überwiegend<br />

Ahorn oder Mahagoni im Einsatz und das<br />

Griffbrett besteht primär aus Palisander.<br />

Während diese Bauweise grundsätzlich dem<br />

Standard entspricht, ist das Profil der Hälse<br />

ein auffälliges Merkmal, denn diese sind in<br />

der Regel eher schlank und das Griffbrett<br />

hat eine geringere Wölbung. Die Saitenlage<br />

sollte auch recht flach sein, um schnelles<br />

Spiel zu begünstigen. Bei den Bünden sind<br />

Medium-Jumbo oder Jumbo-Ausfertigun gen<br />

erste Wahl, vor allem die massiven Jumbo-<br />

Bünde sind für Bendings sehr gut geeignet,<br />

weil man weniger Reibungsfläche am Griff -<br />

brett hat. Ritchie Blackmore oder Yngwie<br />

Malmsteen haben aus diesem Grund bei<br />

ihren Instrumenten das Griffbrett zwischen<br />

den Bünden zusätzlich aushöhlen lassen<br />

(Scalloped Fretboard). Die Anzahl der Bünde<br />

ist auch eine wichtige Sache, denn wer in<br />

hohen Gefilden solieren möchte, der sollte<br />

sich auf jeden Fall ein Instrument mit 24 Bün -<br />

den zulegen.<br />

TREMOLO ODER FESTE BRÜCKE? Die<br />

Frage ist eigentlich schnell beantwortet: Wenn<br />

ihr mit verschiedenen Downtunings arbeitet,<br />

wird ein frei schwebendes Tremolo keinen Spaß<br />

machen, denn bei diesem System verstimmen<br />

sich auch die Nachbarsaiten, sobald man eine<br />

Saite umstimmt. Die Saitenspan nung wird üblicherweise<br />

von den Tremolofedern aus geglichen,<br />

und sobald nur ein Element verändert wird,<br />

geht die komplette Stimmung aus dem Leim.<br />

Also mal eben von Standard-Tuning auf Drop D<br />

stimmen geht nicht so einfach wie mit einer<br />

fest eingestellten Bridge. Ein fester Steg ist für<br />

wechselnde Downtunings die einzig richtige<br />

Wahl. Wer aber auf Dive Bombs und harte<br />

Tremolo-Aktionen steht, der sollte mit einem<br />

stimmstabilen Tremolosystem arbeiten, eine<br />

Aufgabe, die auf vielen Gitarren einem Floyd-<br />

Rose-System überlassen wird. Bei ihm werden<br />

die Saiten am Sattel festgeklemmt und können<br />

mit den Feinstimmern an der Bridge ge stimmt<br />

werden. Die nahezu fehlende Rei bung erl aubt<br />

verstimmungsfrei auch extreme Tremolo arm-<br />

Bewegungen. Oftmals wird das Floyd Rose am<br />

Korpus unterfräst, um auch ordentlich nach<br />

oben „tremolieren“ zu können. Ein weiterer<br />

Knackpunkt ist die Auflagefläche, die bei der<br />

Brücke für die rechte Hand beim wichtigen<br />

Palm-Mute-Spiel zur Verfügung steht. Hier muss<br />

jeder selbst ausprobieren, denn eini gen Gitar -<br />

risten sind die Feinstimmer des Floyd Rose bei<br />

sie Technik im Weg. Wer es mag, seine Spiel -<br />

hand auch noch recht fest auf zulegen, wird<br />

zudem Probleme mit einem frei schwebenden<br />

Tremolo haben, denn durch den Druck des<br />

Hand ballens wird die Bridge bewegt und die<br />

Stimmung geht nach oben. Kerry King bevorzugt<br />

beim Tremolo aus diesem Grund das<br />

Kahler-System, weil das etwas unempfindlicher<br />

beim Palm-Mute-Spiel mit fester Hand auf lage<br />

ist.<br />

PICKUPS: Die Tonabnehmer sollten auf jeden<br />

Fall eine amtliche Ausgangsleistung mitbringen,<br />

denn es wird überwiegend mit hohem Zerr -<br />

grad gespielt und der wird besonders gut mit<br />

ordentlich Dampf von den Pickups erzeugt, weil<br />

diese die Vorstufe des Amps bzw. das Distortion-<br />

Pedal erst richtig in die Übersteuerung treiben.<br />

Aktive Pickups haben sich hier vielfach etabliert,<br />

weil sie außerdem den Vorteil mitbringen, recht<br />

unempfindlich gegenüber Nebengeräuschen zu<br />

sein. Die beliebtesten Hersteller im Heavy-Be -<br />

reich sind DiMarzio, EMG und Seymour Duncan.<br />

Alle Heavy-Gitarren erhältlich bei Thomann:<br />

www.thomann.de<br />

Text: MEON<br />

Textquelle: www.thomann.de/blog/de<br />

SHURE<br />

DRAHTLOSSYSTEME<br />

IM THALIA THEATER<br />

HAMBURG<br />

Reibungsloser Ablauf auf<br />

der Bühne und<br />

hinter den Kulissen<br />

SHURE ULX-D UND QLX-D LIEFERN DIGITALEN<br />

KOMFORT FÜR DEN BÜHNENKOMPLEX<br />

Das Hamburger Thalia Theater gehört zu den<br />

drei Staatstheatern der Hansestadt und bietet<br />

seinen Besuchern neben dem Großen<br />

Haus in der Hamburger Altstadt auch das<br />

dazugehörige „Thalia in der Gaußstraße“ im<br />

Stadtteil Altona. Hier findet seit der Eröff nung<br />

im Jahr 2000 auf insgesamt drei Bühnen<br />

(Studiobühne, Garage, Ballsaal, vier Probe -<br />

büh nen) sowohl modernes als auch experimentelles<br />

Theater statt, begleitet von gelegentlichen<br />

Lesungen und Konzerten. Zudem<br />

beherbergt das Thalia in der Gaußstraße zwei<br />

Probebühnen für das Ensemble des „großen“<br />

Thalia Theaters. Für die qualitativ hochwertige<br />

und vor allem zuverlässige Funk über tra -<br />

gung der vielfältigen Aufführungen und Ver -<br />

anstaltungen setzt die Tonabteilung des Thalia<br />

bereits seit Mitte 2015 auf eine Kom bination<br />

der digitalen Shure-Drahtlossys teme ULX-D<br />

und QLX-D und hat bislang nur positive Er -<br />

fahrungen damit gemacht.<br />

ÜBERZEUGENDES SYSTEM<br />

„Wir mussten ein System finden, das für<br />

sämtliche Bühnen und Räume hier in diesem<br />

Komplex funktioniert und das sich je<br />

nach Produktionsgröße bei Bedarf gegenseitig<br />

ergänzen kann“, erläutert Ullrich<br />

Hübener, Leiter der Tonabteilung im Thalia<br />

Theater. Neben diesen Vorgaben spielte na -<br />

türlich auch die Digitale Dividende eine entscheidende<br />

Rolle bei der Auswahl. „Nach-<br />

dem wir die ersten Warnungen zu Stör -<br />

sendern in der Umgebung erhielten und<br />

auch der erste LTE-Mast auf Sendung ging,<br />

mussten wir etwas tun“, so Hübener weiter.<br />

„In Zusammenarbeit mit der Hamburger<br />

Firma Zeigermann_Audio hatten wir dann<br />

mehrere Teststellungen unterschiedlicher<br />

Her steller hier im Haus und die Kombination<br />

aus QLX-D und ULX-D hat uns einfach<br />

überzeugt.” Insgesamt verteilen sich die di -<br />

gi talen Shure-Funkstrecken auf zehn Kanäle<br />

ULX-D für die Studiobühne, jeweils vier Ka -<br />

näle QLX-D für die Garage und den Ballsaal<br />

sowie 16 QLX-D-Kanäle für die beiden<br />

Probebühnen.<br />

Maßgeschneidert in mobile Racks eingebaut<br />

wurde das Shure-Drahtlossystem von<br />

Zeigermann_Audio unter der Leitung von<br />

Geschäftsführer Volker Zeigermann, mit<br />

dem das Thalia Theater seit dem Jahr 2014<br />

eng zusammenarbeitet. „Diese Partner schaft<br />

ist für uns ein Glücksfall, denn im laufenden<br />

Vorstellungsbetrieb ist ein kompetenter und<br />

zuverlässiger Service vor Ort sehr wichtig”,<br />

erklärt Ullrich Hübener.<br />

Insbesondere bei mehreren Bühnen und<br />

Funk setups, die teilweise auch parallel spielen,<br />

ist eine lückenlose Konfiguration und<br />

Überwachung von Frequenzen und Mikro -<br />

fonsetups ein wesentlicher Faktor für ein<br />

reibungslos funktionierendes System. Hierfür<br />

arbeitet die Tonabteilung des Thalia Theaters<br />

in der Gaußstraße mit der Shure Wireless<br />

Workbench.<br />

Von Beginn an arbeitete die Tonabteilung<br />

zudem mit den SB900 Lithium-Ionen Akku -<br />

packs für die QLX-D- und ULX-D-Sender<br />

und zeigt sich mit dieser Investition höchst<br />

zu frieden: „Seitdem müssen wir uns keine<br />

Ge danken mehr um Akkulaufzeiten machen.<br />

Ob bei den Proben oder den Abendvor stel -<br />

lungen – wir machen die Sender morgens<br />

an und spät abends wieder aus – und es<br />

läuft. Auch die unkomplizierte Synchro nisie -<br />

rung von Sender und Empfänger via Infrarot<br />

zählt für die Thalia-Tonabteilung zu den<br />

großen Vorteilen in der täglichen Praxis: die<br />

Einheiten sind verbunden. Einfacher geht’s<br />

nicht, “ so Rothstein abschließend.<br />

Weitere Informationen: www.shure.de<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


60 CD-REZENSIONEN<br />

RENÉ MORENO<br />

»Cinco«<br />

Musik der Richtungen Latin – Reggae – Pop aus der Feder<br />

eines Singer-Songwriters mit lateinamerikanischen und<br />

karibischen Einflüssen in deutscher und spanischer Sprache.<br />

Sonnige Melodien sorgen akut für gute Laune, animieren<br />

zum Tanzen und die einzigartigen Texte mit Tiefgang laden<br />

zum Mitsingen ein.<br />

Frontman René Moreno, der dieser Band seinen Namen<br />

gibt, ist Deutsch-Peruaner. Er verbrachte seine Kindheit<br />

und Jugend in Peru, wo er musikalisch geprägt und erstmalig<br />

aktiv wurde. Die Frankfurter Rundschau beschreibt<br />

ihn als „eine Instanz in Sachen Reggae und Latin-Musik<br />

[…] der es schafft, dass sogar in der U-Bahn die Sonne<br />

scheint.“<br />

Begleitet wird René Moreno von vier weiteren <strong>Musiker</strong>n –<br />

Bass, Perkussion & Drums.<br />

Im Frühjahr <strong>2016</strong> erschien das neue Album „Cinco“, das<br />

mit zwölf neuen und selbstgeschriebenen Songs, darunter<br />

einigen Sommerhits, aufwartet.<br />

www.renemoreno.de<br />

SKANKIN’ SUN<br />

»Skankin’ Sun«<br />

Genau so stellt man sich eine neue Reggae-Scheibe vor: Im<br />

schlichten Kartonschuber mit einem sonnengelben Booklet.<br />

Die junge, neunköpfige Band von der Musikschule Klaus<br />

Neuhaus hat sich dem Skankin’, dem Rocksteady und dem<br />

Ska unter der Überschrift des Reggae verschrieben. Der<br />

Spaß ist der Band anzuhören, ohne ihre deutschen Roots<br />

verstecken zu wollen. Raggamuffin mit deutschen Rhymes,<br />

ohne gespielten jamaikanischen Akzent, wie bei vielen Art -<br />

genossen schon gehört. Optimale Arbeitsaufteilung herrscht<br />

bei der Gesangsriege: Darius ist für die Raps verantwortlich,<br />

Jasmin hat die betörende Frauenstimme und Ede<br />

macht die melodiösen Frontvocals. Mit Gitarren, Keys, Sax<br />

und natürlich Rhythmussektion wird ein optimaler Teppich<br />

gelegt. Dabei geht es nicht nur um Reggae. Immer wieder<br />

fallen die Songs nahe am Rock aus, wie in der Ballade<br />

„Looking Forward“. Der Zeitgeist wird voll getroffen in „One<br />

Day“, einem feinen Deutsch-Reggae. So klingt der moderne<br />

Aussteigertraum. Die jamaikanischen Heroen der Szene<br />

Lee Scratch Perry und Laurel Aitken sollten die neun<br />

<strong>Musiker</strong> schon mal gehört haben. In Zweisamkeit geht es<br />

richtig zur Sache und man hört im Rhythmus – ganz richtig<br />

– das: „Skat, skat, skat!“ des Offbeats. So skankten alle<br />

dann live zur Musik von SKANKIN’ SUN beim Ruhr Reggae<br />

Summer im deutschen Sommer <strong>2016</strong>.<br />

www.skankin-sun.com<br />

C.S.<br />

UNRAT<br />

»Eisenwelt«<br />

Der gelernte Bassist Stefan Frankenberg ist Mastermind,<br />

Texter, Arrangeur und der einzige <strong>Musiker</strong> des Projekts<br />

UNRAT. Mit „Eisenwelt“ legt der Multiinstrumentalist ein<br />

rockiges Progressive-Album vor. Von 1986 bis 1995 stand<br />

Frankenberg bei diversen Bands im Spektrum Rock, progressiver<br />

Metal und Deutschrock auf der Bühne. Nach<br />

einer Schaffenspause bis Ende 2009 begann er, Songs zu<br />

schreiben. Er griff zu Gitarre und Keyboard und programmierte<br />

Drums, um mit „Eisenwelt“ sein erstes Album zu<br />

veröffentlichen. Die Produktion und der Vertrieb entstanden<br />

mit Unterstützung des DRMV, und das ermöglichte ihm, sein<br />

Werk weltweit anzubieten. Das dreiteilige Titelstück eröffnet<br />

einen Reigen teutonischer Power-Rock-Songs, mal progressiv,<br />

mal näher an der Neuen Deutschen Härte. Dabei<br />

senden die Lyrics durchaus poetische Botschaften aus. So<br />

wie das im Arrangement an Kraftwerk erinnernde Lied<br />

„Regenbogensinfonie“. Wie ein Till Lindemann droht er in<br />

„Malus“, blutig und brutal. „Nord-Nord-West“ klingt vollends<br />

nach Rammstein. Abwechslung kommt bei „Evelyn“ auf,<br />

einer Uptempo-Nummer im Power-Metal-Stil, die richtig<br />

nach vorn geht. „Leben auf dem Mond“ ist schließlich eine<br />

stimmungsvolle Ballade, mit schönem Rock-Gitarren-<br />

Solo. „Eisenwelt“ ist eine bemerkenswert ambitionierte<br />

Scheibe voller toller Klänge. Und Frankenberg ist ein außerordentliches<br />

Multitalent.<br />

www.unrat-rocks.com<br />

C.S.<br />

GENTILITY<br />

»Wir haben der Welt noch<br />

was zu sagen«<br />

Gitarrensound und kritische Texte im Gewand aus Metal<br />

und Punk. Seit ihrem Wechsel ins lyrische deutschsprachige<br />

Fach kosten GENTILITY diese Möglichkeiten musikalisch<br />

aus. Aus der Hardrock-Formation wurde eine veritable<br />

Melodic-Deutsch-Punk-Combo. Julia Michaelis mit Bass -<br />

gitarre, Dirk Michaelis mit Gitarre und Gesang und Markus<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


CD-REZENSIONEN 61<br />

Wieking, Schlagzeuger, lassen mit Bandkollegen und Gästen<br />

auf diesem Album zu den harten Worten auch eine harte<br />

Mischung aus deutschem 80er-Streetpunk bis Heavy Rock<br />

erklingen. GENTILITY spielen – ähnlich wie die Zeitge nossen<br />

von Hämatom – ab und zu mit Texten der klassischen Mär -<br />

chen poeten vom Format der Gebrüder Grimm. Mal wird es<br />

erotisch, wie in „Mein niederer Instinkt“, oder kritisch gegen<br />

Militarismus in „Schritt für Schritt“. Stilistisch kommt die<br />

Gruppe immer wieder an deutschen Power Metal der Sorte<br />

Accept heran. Das mag auch an der rostigen, ausdrucksstarken<br />

Stimme von Sänger Dirk Michaelis liegen. Nostalgie<br />

kommt dabei nicht auf, den GENTILITY gehen neue Pfade mit<br />

ihrem Sound. Mit heavy Gitarre und kritischen Texten wissen<br />

sie sicher auch bei ihren Live-Auftritten zu überzeugen.<br />

www.gentility.de<br />

C.S.<br />

MICK ZIMMER<br />

»Ich bleibe nicht stehen«<br />

„Für jeden ist was dabei“<br />

„Musik aus dem Herzen“<br />

Mit seiner markanten Stimme und seiner einzigartigen Art<br />

müsste man ihn sofort im Radio wiedererkennen. Er klingt<br />

nicht wie Tim Benzko oder Phillipp Poisel. Doch der junge<br />

Sänger und Songwriter schreibt deutschsprachige Popsongs,<br />

die ans Herz gehen. Wären seine Songs von bekannten<br />

Namen wie von Silbermond oder Juli gesungen, würden sie<br />

wohl auch im Radio rauf und runter laufen, denn mit den<br />

deutschsprachigen Bands, die neben Udo Lindenberg und<br />

Nena zu seinen größten Einflüssen zählen, kann der junge<br />

Künstler schon locker mithalten. Die Songs: „Verlernt zu lieben“,<br />

„Fliegen“ und „Freundschaft“ haben großes Hitpoten -<br />

zial. Mick Zimmer aus München hat sich endlich seinen<br />

größten Kindheitstraum erfüllt und über das Label „RockWerk<br />

Records“ sein erstes eigenes Album veröffentlicht. Alle Songs<br />

wurden von dem Sänger selbst geschrieben und komponiert.<br />

Er arbeitete zwei Jahre mit tollen <strong>Musiker</strong>n an dem<br />

Album wie Curtis Lugay (ein Musikproduzent aus England)<br />

und auch sein Bruder beteiligte sich an der Komposition der<br />

Platte. Gemastert wurde die Platte von Stefan Noltemeyer,<br />

der unter anderem auch schon Songs für Rosenstolz und<br />

Ich und Ich gemastert hatte.<br />

Ab den 5. August ist das Gesamtkunstwerk auf dem Markt<br />

und weltweit in allen Online-Shops als CD und Download<br />

erhältlich. Und diese Nachricht ist wohl für alle Musikfans<br />

interessant.<br />

DIE PLATTE IST SEHR VIELSEITIG GEWORDEN.<br />

„Wir haben Rock-Elemente, Elektro, und wir haben einige<br />

Balladen, aber sogar einen Punk-Song“, so der 24-jährige<br />

Sänger. „Und so vielseitig wie der Sound ist, so vielseitig<br />

sind auch die Themen auf dem Album. Ich schreibe über<br />

alles, was mich bewegt, und spreche auch Themen an, die<br />

sonst nicht so oft angesprochen werden, wie zum Beispiel<br />

Mobbing! Das ist mir sehr wichtig, denn über so etwas sollte<br />

man nicht schweigen! Aber natürlich dürfen auch alltägliche<br />

Dinge wie Liebe und Freundschaft nicht fehlen. Und<br />

sogar über das alltägliche Berufsleben singe ich, allerdings<br />

mit einem kleinen Augenzwinkern, kritisiere ich die Arbeits -<br />

welt. Alles, was das Leben mit sich bringt, besinge ich gerne.<br />

Die Message meiner Songs ist mir sehr wichtig.“<br />

Weitere Infos gibt es auf der Homepage von Mick Zimmer,<br />

die er zusammen mit einem Kumpel betreibt. Denn dem<br />

Künstler ist es wichtig, dass er alles selbst macht, und das<br />

zahlte sich auch bei seinem Album aus.<br />

www.mick-zimmer.com<br />

EVA KYSELKA<br />

»New Romance«<br />

Ob Eva Kyselka mit zu den besten Interpretinnen gehört, die<br />

Deutschland zu bieten hat, kann man beim Genuss ihrer<br />

neuen Songs beurteilen. Eine Maxi-Single-CD mit den beiden<br />

Songs „New Romance“ und „Liebe und Gewalt“ ist erschienen.<br />

Die Musikhochschulabsolventin und Frontfrau ihrer<br />

früheren Rockbands Phonolog und Phönix hat jede Menge<br />

Bühnen- und TV-Erfahrung. Nach dem Preis eines Inter -<br />

preten wettbewerbs im damaligen Karl-Marx-Stadt vertrat<br />

sie Deutschland beim internationalen Pop Festival in Bregenz.<br />

Heute tritt sie mit weltbekannten <strong>Musiker</strong>n wie Ricardo<br />

Moreno, dem Cellisten Sonny Thet oder der Pianistin Carillio<br />

im Rahmen ihrer Clubkonzerte auf. Die Songs klingen nach<br />

Schlager, thematisch dreht es sich um die Emotionen rund<br />

um Liebe. „New Romance“ klingt angenehm gefällig, schwillt<br />

in seiner Dynamik rockig mit markanter E-Gitarre an. Liebe<br />

und Gewalt warten mit Romantik-Schlager auf und werden<br />

gewürzt – Achtung: so noch nie gehört – mit Raggamuffin-<br />

Gesang. Über allem schwebt Evas elfengleiche Stimme. Für<br />

Romantiker ein Muss und mit das Beste!<br />

www.evakyselka.de<br />

C.S.<br />

FÄHRHAUS<br />

»Wir können auch anders«<br />

Deutschsprachiger Poprock. Oder doch eher -Soul? Vielleicht<br />

auch ein bisschen -Jazz? Mit dem Album „Wir können auch<br />

anders“ von FÄHRHAUS ist Abwechslung auf jeden Fall<br />

garantiert. Mal rockig-frech wie in „Mit dir weitergehen“,<br />

mal schwärmerisch-verspielt wie in dem Duett „Lass uns<br />

träumen“. Die Texte schreibt die Songwriterin und Frontfrau<br />

Marita Boettcher selbst. Mitten aus dem Leben gegriffen,<br />

wirken die eingängigen Zeilen tiefsinnig und bisweilen kritisch.<br />

„Ist es nicht so, dass wir blind sind für das, was wirklich<br />

ist?“ Instrumental gesehen bestehen FÄHRHAUS aus<br />

einer klassischen Rockbandbesetzung: Bass, Schlagzeug,<br />

Gitarre & Keyboard. Für den Gesang holt sich Marita hier<br />

und da tatkräftige Unterstützung von ihren Band mitglie -<br />

dern, von denen einer sogar ihr Ehemann ist. Kein Wunder<br />

also, dass die Harmonie in der Mehrstimmigkeit nicht nur<br />

hör-, sondern regelrecht spürbar ist. Marita selbst überzeugt<br />

dabei mit ihrer klaren, tiefen Stimme, die den einen<br />

oder anderen an Nena erinnern mag.<br />

www.faehrhaus-musik.de<br />

C.H.<br />

HEJOE SCHENKELBERG<br />

»Ambiances«<br />

Hejoe Schenkelberg ist ein wahrer Musikmagier. In seinem<br />

Album „Ambiances“ lässt er, wie es der Titel schon ver muten<br />

lässt, mit jedem Stück eine einzigartige Atmosphäre entstehen.<br />

Er flechtet Verwebungen aus diversen Klängen,<br />

<br />

RECHTSANWALT<br />

WOLFGANG KRÜGER<br />

Wir beraten Sie in allen Fragen mit Bezug zur Musik- und Veranstaltungsbranche:<br />

GEMA, GVL, Umsatzsteuer, Namensrecht, Vertragsrecht, Markenrecht etc.<br />

Weg beim Jäger 75 | 22453 Hamburg | Fon. 04057008781 | wolfgangkrueger44@googlemail.com<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


62 CD-REZENSIONEN<br />

Instrumenten und Gesängen. Elektrische Gitarrenriffs treffen<br />

auf Opernstimmen, spacig treibende Rhythmen auf Tango<br />

und Wasserplätschern. Schenkelberg spielt Melodien, die<br />

Geschichten erzählen. Gekonnt, gezielt und handgemacht.<br />

Hauptdarsteller ist dabei, na klar, das Akkordeon, Hejoes<br />

Markenzeichen. Auch wer diesem Instrument vorerst mit<br />

einem eher skeptischen Auge entgegensieht, wird sich bald<br />

in die Töne des Künstlers verlieben. Wie von Zauberhand<br />

verschmelzen alle Songelemente zu einem Fluss, getrieben<br />

von einer Strömung aus Leichtigkeit. Die Harmonien<br />

der einzelnen Songs werden einen jeden Hörer noch über<br />

das Album hinaus begleiten.<br />

http://hejosche.de<br />

C.H.<br />

GENTLEMAN &<br />

KY-MANI MARLEY<br />

»Conversations«<br />

Nachdenklicher als gewohnt kommt GENTLEMANs neues<br />

Album daher. Der deutsche Reggae-Künstler hat sich dieses<br />

Mal mit Ky-Mani Marley, dem Sohn von Bob Marley,<br />

zusammengetan. „Conversations“ – Gespräche – darum geht<br />

es den beiden Sängern. In unserer heutigen Zeit sollte wieder<br />

mehr miteinander geredet werden, so die Aussage des<br />

Albums. So kriegt man mehr „Quality Of Life“. Insgesamt sind<br />

die 18 Tracks sehr stimmig. Definitiv kein Party-Album, aber<br />

ein wunderschönes, um entspannt zuzuhören. Und sich zum<br />

Nachdenken anregen zu lassen. Musik, die die Seele be -<br />

rührt, mit Texten, die in die heutige Zeit sprechen. Trotz der<br />

kurzen Produktionszeit ist den beiden Künstlern ein Kunst -<br />

werk gelungen.<br />

http://conversations.gentleman-music.com J.H.<br />

BARBARA ZANETTI<br />

»Unser Sommerlied«<br />

Ein wunderbar ruhiges und gefühlvolles Sommerlied aus<br />

der Feder der Südtiroler Liedermacherin Barbara Zanetti.<br />

Mit Leichtigkeit in der Stimme lässt die Sängerin Sonnen -<br />

strahlen aufblitzen, Schmetterlinge fliegen und ein laues<br />

Lüftchen wehen. Ihre Stimme scheint mit der Gitarre zu<br />

tanzen. Ein Lied zum Augenschließen und Träumen. Am<br />

besten in der Hängematte. Es lohnt sich, auf den Text zu<br />

achten. Denn der ist ein wunderbar lyrisches Gedicht.<br />

Zanetti malt schöne Bilder – zwischen Sommer, Liebe und<br />

Treue. Wer noch einen Soundtrack für seinen Sommer ur -<br />

laub braucht, sollte zugreifen. Oder wer schon einmal vorsorgen<br />

will gegen graue, kalte Wintertage ...<br />

www.barbarazanetti.com<br />

J.H.<br />

RODGAU MONOTONES<br />

»Genial«<br />

Die „Hesse“ sind zurück! Und sie geben „Vollgas“! Die sieben<br />

eingefleischten Deutsch-Rocker fetzen auf ihrem neuen<br />

Album „Genial“ 15 Songs ab. Wie immer sorgen die Texte<br />

für Lacher, laden zum Mitsingen ein. Und wie immer sind sie<br />

mit hessischem Dialekt gefärbt. Bei den treibenden Beats,<br />

schnellen Riffs und Saxofonsoli muss man einfach mitschnipsen<br />

und tanzen. Gewohnt rotzig schmettert Rockröhre<br />

Kerstin Pfau ins Mikrofon. Besonders schön ist, dass im<br />

Booklet zu jedem Song eine kurze Erklärung steht. So erfährt<br />

man, dass die Hesse wohl (wie wir alle, so ihre Unterstellung)<br />

„erst sehr nobel daherkommen, nach drei Pils aber den<br />

Wochenendproll rauslassen“. Wer Deutschrock mag, für<br />

den führt kein Weg drumherum: Er muss das neue Album<br />

seiner Plattensammlung zuführen. Denn die Hesse machen<br />

„Immer noch Spaß“!<br />

www.rodgau-monotones.de<br />

LÖSEKES BLUES GANG<br />

»Old Masters And Soul«<br />

J.H.<br />

Seit mehr als 40 Jahren steht LÖSEKES BLUES GANG für<br />

soliden Blues aus Deutschland. Die sechs <strong>Musiker</strong> blicken<br />

swingend und groovend auf ihre Bühnen-Erfahrungen zurück.<br />

Auf Zeiten, in denen sie anderen Blues-Meistern begegneten,<br />

mit ihnen zusammen auftraten. Auf ihrem Album „Old<br />

Masters And Soul“ performen sie zwölf mitreißende Songs,<br />

teils selbstgeschrieben, teils Cover von Größen der Szene.<br />

Muddy Waters und B.B. King werden genauso gewürdigt<br />

wie Little Walter und Jimmy Reed. Das Album überrascht<br />

zwar nicht, muss es aber auch nicht. Leicht und locker<br />

kommt es daher, mit einer spielerischen Selbstverständ lich -<br />

keit und sowohl schnellen als auch langsamen Blues-Songs.<br />

Hat das Potenzial, ein Geheimtipp-Klassiker für Blues freunde<br />

zu werden!<br />

http://loesekes-blues-gang.de<br />

J.H.<br />

SALTY MOUNTAIN BOYS<br />

»Gasoline«<br />

Frische Musik von den SALTY MOUNTAIN BOYS! Ihr zweites<br />

Album „Gasoline“ beinhaltet 14 bunte Country-Blues-<br />

Rock’n’Roll-Soul-Tracks. Off-Beats, einpägsame Refrains<br />

und entspannte Western-Guitar-Sounds lassen die Sonne<br />

in jedem Wohnzimmer aufgehen. Die CD ist wie ein geruhsamer<br />

Ritt durch die Prärie. Insgesamt ist das Album sehr<br />

entspannend – Musik zum Genießen und Seele-baumeln-<br />

Lassen. Die mit ihren fünf Jahren seit ihrer Gründung noch<br />

junge Band macht mit „Gasoline“ Lust auf mehr. Ein schönes<br />

Sommer-Album zum Augenschließen und Abschalten.<br />

Wer auf schnelle Songs steht, sollte allerdings die Finger<br />

davon lassen.<br />

www.saltymountainboys.com<br />

J.H.<br />

ELAIZA<br />

»Restless«<br />

Mit soulig-poppiger Stimme und schnellen Rhythmen überrascht<br />

das zweite Album des Berliner Damen-Trios ELAIZA.<br />

Es gibt ihn noch, den klassischen Folk-Pop der 90er! Gegen -<br />

über ihrem Debüt „Gallery“ klingt „Restless“ deutlich moderner<br />

und inspirierter. Die Ladys beweisen, dass Kontrabass,<br />

Akkordeon und Piano elektronisch aufgemöbelt werden<br />

können. Der Titel ist Programm – ohne Ruhe beschreiben<br />

sie ihre Zeit des Tourens und wie es ist, bekannt zu sein.<br />

„Shooting Star“ und „Summer Somewhere” klingen nicht nur<br />

fast forward, sondern auch einen Hauch melancholisch.<br />

Insgesamt könnte das Album von einer Girl-Band der 90er<br />

sein. Es mangelt etwas an Abwechslung. Dafür kommen<br />

Folk-Pop-Fans voll auf ihre Kosten. Den Namen ELAIZA sollte<br />

sich aber jeder merken – eine vielversprechende, junge<br />

Bandformation.<br />

www.elaiza.de<br />

J.H.<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>


CD-REZENSIONEN 63<br />

LLOYD RYAN’S JAZZ FORCE<br />

»Looking Back«<br />

Rhythmisch, swingend, jazzig! Der englische Meister an<br />

den Drums, Lloyd Ryan, ist mit seiner Band, der JAZZ FORCE,<br />

für ein neues Album ins Studio gegangen. Herausge kommen<br />

ist ein entspanntes Jazzalbum mit tollen Saxofon-Parts,<br />

Basslines, Piano-Soli und natürlich den hervorragend dezent<br />

und doch gerade dadurch hervorstechenden Drums. Nicht<br />

nur Jazzfans dürften die zehn Titel alter Jazzgrößen ge -<br />

nießen. Der Schlagzeuger wagt einen Rückblick auf die Ge -<br />

schichte „seiner“ Musik. Tatsächlich ist es ein tolles Swing-<br />

Album, eine Hommage an den Jazz. Beim Hören fühlt man<br />

sich auf das Parkett oder an den Tisch eines einstigen Swing-<br />

Salons versetzt. Ein Muss für jeden Swingliebhaber!<br />

http://lloydryansjazzforce.weebly.com<br />

J.H.<br />

ANDREA BRAND<br />

»The Only Way For Me«<br />

Brandneu ist das Album „The Only Way For Me” von Lieder -<br />

macherin Andrea Brand. Inbrünstig macht sie Mut, den<br />

eigenen Weg zu gehen. Die 13 Lieder fordern dazu auf, immer<br />

weiterzugehen, auch wenn es Rückschläge gibt. Insgesamt<br />

zeigt sich die Sängerin sehr vielseitig. Mal bluesig, mal mit<br />

Country-Elementen, mal pop-artig nimmt Andrea Brand<br />

ihre Hörer auf eine emotionale Reise mit. Wie das Leben<br />

hat das Album Höhen und Tiefen, ist laut und „Quiet“, stellt<br />

Fragen („Why“) und schwingt („Time For Joy“). Wegen seiner<br />

Bandbreite eignet es sich als tolle Begleit musik beim<br />

Autofahren. Also, CD einlegen und Track für Track die Straße<br />

(des Lebens) entlangfahren!<br />

www.andrea-brand.de/liedermacherin.html J.H.<br />

ACHIM SCHULTZ<br />

»Higher & Higher«<br />

Bekannt für seine 60er-Jahre-Musik nimmt Achim Schultz<br />

seine Hörer mit seinem neuen Album „Higher & Higher“ auf<br />

eine musikalische Zeitreise. „Girl No. 1“ ist im typischen 60er-<br />

Sound gehalten. Andere Songs wie „Lonely Nights” haben<br />

deutlich folkloristische Einflüsse. Übrigens: Der <strong>Musiker</strong> ist<br />

eingefleischter Beatles-Fan. Und das hört man besonders<br />

bei „Flashlight“ heraus. Insgesamt bleibt das Album eine<br />

Mischung aus Pop und bayerischer Schunkelmusik. Wer für<br />

zehn Songs etwa 50 Jahre in die Vergangenheit reisen will,<br />

sollte sich mit seiner Musikanlage „Higher & Higher“ begeben,<br />

die Augen schließen und Achim Schultz’ liebevoll<br />

zusam mengestelltes Album genießen.<br />

www.achim-schultz.de<br />

J.H.<br />

SIGGI SCHWARZ<br />

FEAT. ANDREAS KÜMMERT<br />

UND JESSY MARTENS<br />

»Heart & Soul«<br />

Für ein hammerstarkes Bluesrock-Album haben sich Siggi<br />

Schwarz, Andreas Kümmert und die junge Rockröhre Jessy<br />

Martens zusammengetan. Dabei singen und spielen sich<br />

die drei „Heart & Soul“ aus dem Leib! Jeder Song groovt,<br />

sowohl die schnellen als auch die ruhigen. Jessy Martens’<br />

rauchige Stimme hat sich unglaublich weiterentwickelt. Mit<br />

viel Gefühl interpretiert sie Titel von Curtis Mayfield, Gregg<br />

Alman und John Lennon. Ihr zur Seite steht Andreas<br />

Kümmert, ebenfalls ein junger <strong>Musiker</strong>, der von Gitarren-<br />

Legende Siggi Schwarz für sich entdeckt wurde. Seine kräftige,<br />

auch mal kieksende Stimme rockt! Gänsehaut bringt<br />

„Ain’t No Sunshine“, Hüftwackeln ist bei „Rock And Roll<br />

Hoochie Koo“ angesagt und der „Crossroads Blues“ groovt<br />

aus dem Album heraus. Viel zu schnell sind die 14 Titel ab -<br />

gespielt. Also lieber gleich die Wiederholungs funktion einschalten.<br />

Von den Nachwuchs-Bluesrockern kann man nicht<br />

genug hören!<br />

www.siggi-schwarz.de<br />

ADAM & BROOKS<br />

»Two Of A Kind«<br />

Ein einfühlsames Country-Album des Amerikaners Lutz<br />

Adam. Bei „Two Of A Kind” macht er gemeinsame Sache<br />

mit Elke Brooks, die mit ihrer warmen Stimme hervorragend<br />

zu Adams rauem Country-Sound passt. Die beiden<br />

sind eben „Two Of A Kind“. Sowohl eigene Songs als auch<br />

Cover hat das Duo zusammengestellt. Bekannten Songs<br />

wie „Jackson“ oder „Love Is All Around“ drücken sie dabei<br />

behutsam ihren Stempel auf. Alle elf Titel klingen wie eine<br />

Liebeserklärung an den Country. Wer also eine Hör-Reise in<br />

die Südstaaten machen will, sollte sich das Album gönnen.<br />

www.adams-brooks.com<br />

J.H.<br />

KLIMA<br />

»Irgendwann ist jetzt«<br />

Das Leben in vollen Zügen auskosten – das wollen auch<br />

die beiden Songwriterinnen Sarah und Vera Klima. In einer<br />

kreativen Familie aufgewachsen gehörte Musik für sie von<br />

Anfang an dazu. Wenn die beiden Schwestern gemeinsam<br />

singen, dann bleibt die Welt für einen Moment lang stehen.<br />

Kein Wunder also, dass sie mit ihrer Band KLIMA bereits bei<br />

einigen renommierten Nachwuchswettbewerben als klare<br />

Sieger hervorgingen, so z. B. auch beim Deutschen Rock &<br />

Pop Preis. Seit Kurzem ist nun ihr drittes Album erhältlich.<br />

„Irgendwann ist jetzt“ – also los! All den unnötigen Ballast<br />

zur Seite schieben und auf geht’s! Auf, Richtung Sommer –<br />

Richtung Freiheit, Glück, Zufriedenheit. Das neue Album<br />

von KLIMA nimmt dich an die Hand und startet mit dir einen<br />

gut 40-minütigen Kurzurlaub. Ein Road Trip über 13 Songs.<br />

Eine Mischung aus treibenden Rhythmen und dem Gefühl<br />

von totaler Geborgenheit. Stets begleitet von akustischen<br />

Gitarren à la Jack Johnson, perfekt gesetzten Geigen- sowie<br />

Klaviertönen, vor allem aber von den Stimmen der Schwes -<br />

tern Sarah und Vera Klima, die harmonischer nicht klingen<br />

könnten.<br />

Die erste Singleauskopplung „Schwesterherz“ ist der wohl<br />

persönlichste Song auf dem Album. Geschrieben für ihre<br />

Schwester bringt Vera Klima die Beziehung der beiden zu -<br />

einander auf den Punkt. „Ich seh dich immer noch so wie<br />

ein Kind.“ Doch auch in den Melodien von jedem der zwölf<br />

weiteren Lieder kann man die starke emotionale Bindung<br />

der Schwestern spüren. Ebenfalls nicht zu überhören: ihre<br />

pure Lust am Leben. Ergänzt wird sie durch ehrliche, ein -<br />

gängige Texte, die trotz überwiegend melancholischer Zeilen<br />

nie die Hoffnung verlieren. KLIMA schaffen es, dass sich<br />

selbst ein „Mir wird klar, wie du mir fehlst, und die Nacht<br />

hat grad erst angefangen“ positiv anhört. Deutsch sprachi -<br />

ger Pop auf höchstem Niveau.<br />

www.klimamusik.de<br />

C.H.<br />

J.H. – JANINA HEINEMANN<br />

C.H. – CELIA HOFFMANN<br />

C.S. – CHRISTIAN SCHÖNING<br />

3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN


64 TITELSCHUTZANZEIGEN<br />

Titelschutzanzeigen müssen uns fertig layoutet<br />

zugesandt weden.<br />

Sie können nur noch gegen Bargeld<br />

veröffentlicht werden<br />

Anzeige 45 x 20 mm<br />

(fertig layoutet):<br />

20,– € für Mitglieder<br />

30,– € für Nichtmitglieder<br />

CLAUDIA K.<br />

„Unser Song für Gräfelfing“<br />

VÖ: 24.04.2015<br />

ckuzee_fysio@hotmail.com<br />

KARIN DEVAKI & PETER<br />

PANDURA BAYREUTHER<br />

„Paradies auf Erden“<br />

VÖ: 19.08.<strong>2016</strong><br />

www.peterbayreuther.com<br />

NIMA LINDNER<br />

„Follow“<br />

VÖ: 18.<strong>03</strong>.<strong>2016</strong><br />

www.nima-lindner.de<br />

PURZEL PI!IPER<br />

Olaf Maureschat | Birkenweg 42 | 22885 Barsbüttel<br />

olafmaureschat@aol.com | 040-6 70 <strong>03</strong> 08<br />

OLIVER SCHELL<br />

„Morning Sun“<br />

VÖ: 10.04.2015<br />

emotion.tm@t-online.de<br />

PETER PANDURA<br />

BAYREUTHER<br />

„Healing Nurturing Loving“<br />

VÖ: 19.08.<strong>2016</strong><br />

www.peterbayreuther.com<br />

WOODWIND & STEEL<br />

„Stony Path“<br />

VÖ: 19.02.<strong>2016</strong><br />

www.woodwind-steel.de<br />

Unter Hinweis auf §5 Abs 3 Markengesetz nehme ich Titelschutz in Anspruch für:<br />

Jan Sebo<br />

In allen Schreibweisen, Schriftarten, Abkürzungen, Variationen und<br />

Darstellungsformen für öffentlich dargebotene Musik, Bühnen- oder sonstige<br />

Werke sowie Musikprojekt-, Band-, Künstler-, Label,- Verlags- und<br />

Produktnamen in alle in- und ausländischen Print-, Bild-, Ton-, Daten- und<br />

Video- und Nachfolgemedien aller Art, sowie in Software- und<br />

Multimedia-Produktionen, Fernsehen, Film, Rundfunk, Bühnen, Off- und<br />

Onlinediensten, Merchandising und sonstigen vergleichbaren Werken.<br />

Reinhold Lischewski, Mariabrunnstrasse 11, 88097 Eriskirch<br />

PETER BAYREUTHER<br />

„Liebeslieder“<br />

VÖ: 27.<strong>03</strong>.2015<br />

kindervomuniversum@<br />

t-online.de<br />

LIONCEAU<br />

„Noble Earth“<br />

VÖ: 19.08.<strong>2016</strong><br />

www.lionceau.de<br />

REIDAR JENSEN<br />

„Silent Travelling“<br />

VÖ: 12.02.<strong>2016</strong><br />

www.reidarjensen.com<br />

PETER BAYREUTHER<br />

„Love Songs“<br />

MICK ZIMMER<br />

„Ich bleibe nicht stehen“<br />

SABRINA GERARD<br />

„En attendant“<br />

VÖ: 27.<strong>03</strong>.2015<br />

kindervomuniversum@<br />

t-online.de<br />

VÖ: 05.08.<strong>2016</strong><br />

www.mick-zimmer.com<br />

VÖ: 05.02.<strong>2016</strong><br />

www.walter-strom.com<br />

ALWIN SMOKE<br />

„Spirit’s Free“<br />

VÖ: 31.<strong>03</strong>.2015<br />

a.w.office@t-online.de<br />

FARYNA<br />

„Musik, die Kinder in<br />

Bewegung bringt“<br />

VÖ: 22.07.<strong>2016</strong><br />

www.faryna-musik.de<br />

EDGAR WEILER<br />

„LET IT BE ME“<br />

VÖ: 05.02.<strong>2016</strong><br />

LAST JETON<br />

„Next Level“<br />

VÖ: 20.<strong>03</strong>.2015<br />

lastjeton@gmx.de<br />

REIDAR JENSEN FEAT.<br />

DETLEF BLANKE<br />

„Covered by shame“<br />

VÖ: 15.07.<strong>2016</strong><br />

www.reidarjensen.com<br />

NIMA LINDNER<br />

„Learn to fly“<br />

VÖ: 15.01.<strong>2016</strong><br />

www.nima-lindner.de<br />

Martin Halm<br />

– Stimme mit Herz –<br />

www.halm.biz<br />

JÖRG KUHFUSS<br />

„The Sound of Rock<br />

Mounten“<br />

VÖ: 13.<strong>03</strong>.2015<br />

joerg-kuhfuss@t-online.de<br />

REINHARD MARKOWSKY<br />

„Wie der Wind“<br />

VÖ: 08.07.<strong>2016</strong><br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

CASSROLL<br />

„Frieden“<br />

VÖ: 15.01.<strong>2016</strong><br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

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Infos: info@musikermagazin.de<br />

LOMKINA & LECHAIM<br />

„A. Lomkina & Lechaim“<br />

VÖ: 13.<strong>03</strong>.2015<br />

lomkina@hotmail.com<br />

MICHAEL ZIMMERMANN<br />

„Verlernt zu lieben“<br />

VÖ: 17.06.<strong>2016</strong><br />

www.mick-zimmer.com<br />

VOCALENSEMBLE<br />

MEMORIES<br />

„Let the sunshine in“<br />

VÖ: 27.11.2015<br />

www.memories-web.de<br />

STÉPHANE ZAMBLÉ<br />

„Espoir“<br />

DIE PLANK<br />

„Wildes Herz“<br />

Bauer sucht Eich<br />

„Endlich wieder feiern“<br />

UNRAT<br />

„Eisenwelt“<br />

VÖ: 29.05.2015<br />

www.panafrika-zamble.de<br />

21.10.<strong>2016</strong><br />

www.julia-plank.de<br />

VÖ: 10.06.<strong>2016</strong><br />

www.t-shirt-drucker.de<br />

VÖ: 13.11.2015<br />

sfrankenberg@web.de<br />

CASSROLL<br />

„Zeig uns“<br />

VÖ: 29.05.2015<br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

NIMA LINDNER<br />

„Colours passing by“<br />

VÖ: 21.10.<strong>2016</strong><br />

www.nima-lindner.de<br />

MICHAEL GEMKOW<br />

„Ein kleiner Dinosaurier“<br />

VÖ: <strong>03</strong>.06.<strong>2016</strong><br />

kindermusikkaufhaus.de<br />

A73<br />

„Nämberch“<br />

VÖ: 09.10.2015<br />

ferdl.kreim@texas-radio.de<br />

GREYHOUND GEORGE &<br />

KARL VALTA<br />

„Apple Street Boogie“<br />

VÖ: 29.05.2015<br />

www.greyhound-george.de<br />

CASSROLL<br />

„Alkohol“<br />

– Video –<br />

14.10.<strong>2016</strong><br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

MAX KERN<br />

„One Man Band“<br />

VÖ: 13.05.<strong>2016</strong><br />

michaelvonheimendahl.de<br />

CASSROLL<br />

„Zeig uns“ (Video)<br />

VÖ: 09.10.2015<br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

GINO SIMONS<br />

„Singen, lachen, tanzen“<br />

VÖ: 30.04.2015<br />

www.walter-strom.com<br />

FÄHRHAUS<br />

„Wir können auch anders“<br />

VÖ: 30.09.<strong>2016</strong><br />

www.faehrhaus-musik.de<br />

EXAT<br />

„Hauptsache es knallt“<br />

VÖ: 18.<strong>03</strong>.<strong>2016</strong><br />

www.exatpunkrock.de<br />

MYSTERY GIRL<br />

ATK<br />

Alex Trindade & Kalangu Music<br />

ATK<br />

„ MYSTERY GIRL“<br />

VÖ: 01.08.2015<br />

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MAGAZIN<br />

Herausgeber:<br />

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V.<br />

Kolberger Straße 30, 21339 Lüneburg<br />

Telefon: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong>-0<br />

Telefax: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong> 15<br />

www.musiker-online.tv<br />

www.musikermagazin.de<br />

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Kreditinstitut: Postbank Hamburg<br />

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Redaktion<br />

Kolberger Str. 30<br />

21339 Lüneburg<br />

Telefon: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong>-0<br />

Fax: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong> 15<br />

Verantwortl. Redakteur (V.i.S.d.P.):<br />

Ole Seelenmeyer, os@musiker-online.com<br />

Freie Mitarbeiter und Gastautoren:<br />

Norbert Aping, Wieland Harms, Janina<br />

Heinemann, Celia Hoffmann, Jana Moysich,<br />

LeeZa Nail, Ronja Rabe, Katja Rake,<br />

Christian Schöning, Walter Siegler<br />

Anzeigenleitung:<br />

Ole Seelenmeyer<br />

Anzeigenassistenz:<br />

Katja Rake<br />

Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 30<br />

vom 1. Januar <strong>2016</strong> gültig.<br />

Layout:<br />

Ana Seelenmeyer<br />

Lektorat:<br />

Heike Funke<br />

Druck:<br />

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG<br />

DruckMedien<br />

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<strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> erscheint 4 x jährlich<br />

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Zu bestellen über: <strong>Musiker</strong> Press, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg, Telefon: (0 41 31) 23 30 30, info@drmv.de<br />

Copyright und Copyrightnachweis für alle<br />

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,<br />

sowie Vervielfältigungen jeder Art<br />

nur mit schriftlicher Genehmigung des<br />

Heraus gebers. Druckirrtümer vorbehalten.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge<br />

stellen nicht unbedingt die Meinung der<br />

Redaktion dar.<br />

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Eberhard, Raith & Partner.....….............................................39<br />

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König & Meyer………………...........................................…….13<br />

RA Wolfgang Krüger........….......................................……...61<br />

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Musik Meyer................…..….............................…...................41<br />

Pro Music..........………..................................................….....65<br />

Rock TV..........………..................................................….....49<br />

Sennheiser.........……...............................…......…......……....29<br />

Shure.............………....................................….................….25<br />

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Tascam..............…..........................................…....….............3U<br />

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