Musiker Magazin 03/2016
Deutscher Rock & Pop Preis 2016 Annina Struve & HUGOONION – Funkustic Rock ’n’ Soul „Tanzmucke ade, willkommen eigene Pläne“ – Interview mit Linda Schinkel MAGISTARIUM – Eine internationale deutsche Metalband KLIMA – Irgendwann ist jetzt CENTURY LETTERS – Eine musikalische Reise durch Erfahrungen, eingebunden in ehrliche Texte FIETE – „Sie hört Musik“ SOLO – Seit 2011 machen die fünf Indie-Rocker zusammen Musik. Solo, aber nicht allein „Mit anderen Augen“ – Liedermacher, Songpoet und Gitarrist Volkwin Müller lädt ein zur Seelenschau eines Mannes mit Gefühl Von Bracken Duo – eingängige Songs von Jazz bis Pop Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 5: Unvergleichlich – Rory Gallagher Black Penny Records – Interview mit Kristian Pohlmann Das nackte Hören – Kann man als MusikerIn das Hören abstellen? Improvisation (auf der Gitarre) Musik-Charts – Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio?
Deutscher Rock & Pop Preis 2016
Annina Struve & HUGOONION – Funkustic Rock ’n’ Soul
„Tanzmucke ade, willkommen eigene Pläne“ – Interview mit Linda Schinkel
MAGISTARIUM – Eine internationale deutsche Metalband
KLIMA – Irgendwann ist jetzt
CENTURY LETTERS – Eine musikalische Reise durch Erfahrungen, eingebunden in ehrliche Texte
FIETE – „Sie hört Musik“
SOLO – Seit 2011 machen die fünf Indie-Rocker zusammen Musik.
Solo, aber nicht allein
„Mit anderen Augen“ – Liedermacher, Songpoet und Gitarrist Volkwin Müller lädt ein zur Seelenschau eines Mannes mit Gefühl
Von Bracken Duo – eingängige Songs von Jazz bis Pop
Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 5: Unvergleichlich – Rory Gallagher
Black Penny Records – Interview mit Kristian Pohlmann
Das nackte Hören – Kann man als MusikerIn das Hören abstellen?
Improvisation (auf der Gitarre)
Musik-Charts – Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio?
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C 10973 F | N o 3/<strong>2016</strong> | 3,00 Euro<br />
Kulturzeitschrift für Rock & Pop <strong>Musiker</strong><br />
www.musiker-online.tv<br />
Annina Struve &<br />
Hugoonion<br />
Funkustic Rock ’n’ Soul<br />
Volkwin Müller<br />
»Mit anderen Augen«<br />
Magistarium<br />
Eine internationale deutsche<br />
Metalband<br />
Deutscher<br />
Rock & Pop Preis <strong>2016</strong><br />
10. Dezember <strong>2016</strong><br />
Siegerlandhalle, Siegen<br />
KLIMA
Blaue Stunde mit bst.<br />
Damit auch die Zwischentöne gut ankommen.
DEUTSCHER ROCK & POP MUSIKERVERBAND E.V.<br />
DEUTSCHE POPSTIFTUNG<br />
MUSIKER MAGAZIN UND ERPAM<br />
PRÄSENTIEREN:<br />
MUSIKERVERBAND<br />
e.V.<br />
Bundesnachwuchswettbewerb für Rock & Pop Musikgruppen<br />
und SängerInnen aller musikstilistischen Bereiche<br />
Hauptkategorien<br />
beste Rockband<br />
Deutscher Rock Preis <strong>2016</strong><br />
beste Popband<br />
Deutscher Pop Preis <strong>2016</strong><br />
beste(r) Sänger(in) – Eigenkompositionen<br />
Deutscher Singer-Songwriter Preis <strong>2016</strong><br />
beste(r) Sänger(in) – Coversongs<br />
beste Hardrock-Band<br />
beste Alternative Band<br />
beste Country- & Folk-Band<br />
beste Funk- & Soul-Band<br />
64 Nebenkategorien<br />
25 Sonderkategorien<br />
28 Sonderauszeichnungskategorien<br />
Schirmherren<br />
Steffen Mues – Bürgermeister der Stadt Siegen<br />
Prof. Martin Maria Krüger – Präsident des Deutschen Musikrates<br />
Gefördert aus Mitteln der Deutschen Popstiftung,<br />
des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes e.V. und des Kulturellen Jugendbildungswerkes e.V.<br />
Bisher publiziert und gesendet vom ZDF (Heute Journal, Aspekte, 3SAT), der ARD (BR, SWF, SR, WDR, NDR, HR) sowie VH-1 und SAT1.<br />
Jährlich publiziert über dpa in über 2.000 Tageszeitungen und Musikzeitschriften.<br />
KONGRESSZENTRUM SIEGERLANDHALLE<br />
10. Dezember <strong>2016</strong> • 13:30–23:00 Uhr • Siegen<br />
Tickets: www.musiker-online.com/deutscher-rockpop-preis/tickets/ – Preis: 20,00 Euro – Einlass: 12:00 Uhr
10 FESTIVAL<br />
34. DEUTSCHER<br />
ROCK & POP PREIS <strong>2016</strong><br />
am 10. Dezember <strong>2016</strong>, Kongresszentrum Siegerlandhalle – Siegen<br />
1. ZIEL/KONZEPT<br />
In <strong>2016</strong> werden zum 34. Mal insgesamt über<br />
125 „Deutsche Rock & Pop Preise“ der verschiedensten<br />
musikalischen Bereiche an heraus ra -<br />
gende Nachwuchsmusikgruppen, Nachwuchs -<br />
einzel künstler/-innen sowie zum ersten Mal<br />
durch eine Fachjury ausgewählte professionelle<br />
Musik gruppen und Einzelkünstler/-innen mit<br />
Ton trä ger vertrag verliehen. So sollen auch in diesem<br />
Jahr Nachwuchskünstler so unterschiedlicher<br />
musik stilistischer Bereiche wie Rock, Pop,<br />
Country, Hard & Heavy, Alter native, Weltmusik,<br />
Reggae, Funk & Soul u.v.a.m. geehrt werden.<br />
Einziges Kriterium ist dabei der künstlerische<br />
Anspruch. In ihrer kulturellen und künstlerischen<br />
Aus rich tung steht diese Kultur ver an stal -<br />
tung damit im bewussten Gegensatz zu bisherigen<br />
Veranstal tungszeremonien von Industrie -<br />
preisen und TV-Anstalten.<br />
Durch die Auszeichnung in über 125 verschiedenen<br />
Musikgenres wird der heutigen musikalischen<br />
Vielfalt im Bereich der Rock- & Pop musik<br />
Rechnung getragen. Damit soll erreicht werden,<br />
dass sich möglichst viele Musikgrup pen, Einzel -<br />
künstlerinnen und -künstler in ihrer Stilistik wiederfinden.<br />
Diese Kulturveranstaltung soll wie bisher als<br />
Platt form des kreativen Nachwuchses, aber auch<br />
als Treffpunkt einzelner etablierter Künstler/-<br />
innen und Persönlichkeiten des musikalischwirtschaftlichen<br />
Umfeldes dienen.<br />
2. FINANZIERUNG<br />
Diese Kulturveranstaltung wird im Wesent li -<br />
chen – wie in den vergangenen Jahren auch –<br />
durch die Deutsche Popstiftung, den Deutschen<br />
Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V. und die am<br />
Wettbewerb beteiligten Musikgruppen und<br />
Künstler/-innen finanziert.<br />
Von allen Bewerbern dieses bundesweiten<br />
kulturellen Wettbewerbs wird – ebenfalls wie in<br />
den Jahren zuvor – ein Solidarbeitrag in Form<br />
einer geringen Anmeldegebühr verlangt. Alle<br />
durch die Bundesjury ausgewählten Final teil -<br />
nehmer sowie durch die Bundesjury nominierten<br />
Preisträger der Neben- und Sonderkate -<br />
gorien zahlen außerdem einen Teilnahme be trag<br />
pro Musiksparte, um die Selbstfinanzierung dieses<br />
musikereigenen Kulturfestivals auf Bundes -<br />
ebene zu gewährleisten. Diese solidarische<br />
Ge mein schafts finanzierung ist in Deutsch land<br />
einmalig: Damit wird auch der 34. Deutsche<br />
Rock & Pop Preis wieder ge meinschaftlich finanziert<br />
durch die Stiftungs- und Verbands trä ger,<br />
die ca. 3 000 Mu sik grup pen, Musi kerinnen und<br />
<strong>Musiker</strong> im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> -<br />
ver band e.V. sowie durch die über 1 000 Teil -<br />
neh mer dieses Festivals.<br />
3. KATEGORIEN<br />
Im Gegensatz zu anderen deutschen Musik -<br />
preisen werden die Deutschen Rock & Pop<br />
Preise <strong>2016</strong> in über 125 verschiedenen musikstilistischen<br />
Bereichen verliehen. Weitere Preise<br />
können an herausragende etablierte Musik -<br />
gruppen, <strong>Musiker</strong>innen und <strong>Musiker</strong> sowie in<br />
den Unterkategorien „Bester Gitarrist”, „Bester<br />
Keyboarder”, „Bester Schlagzeuger”, „Bester<br />
Bassist”, „Beste Komposition” etc. verliehen
11<br />
werden. Hierfür kann man sich direkt bewerben.<br />
Die Bundesjury entscheidet, ob besondere<br />
Leistungen in diesen Bereichen vorliegen.<br />
FOLGENDE EINZELKATEGORIEN<br />
WERDEN AUSGESCHRIEBEN:<br />
8 Hauptkategorien<br />
64 Nebenkategorien<br />
25 Sonderkategorien<br />
28 Sonderauszeichnungskategorien<br />
Durch die differenzierte Auswahl an Kate go -<br />
rien und Unterkategorien wird gewährleistet,<br />
dass eine große Anzahl vielversprechender<br />
Musik gruppen, Interpreten und Künstler/-innen<br />
in musikhistorisch bedeutenden, aber bisher<br />
bei Preisverleihungen vernachlässigten Musik -<br />
rich tungen ebenfalls gewürdigt werden können.<br />
In den acht Hauptkategorien werden die Final -<br />
aus scheidungen (und/oder Halbfinal vor ent -<br />
scheide) tagsüber live am Festivalort auf der<br />
Bühne er folgen. In den übrigen Kategorien entscheidet<br />
die Bundesjury allein aufgrund des<br />
eingeschickten Materials über eine Nominie -<br />
rung bzw. Aus zeichnung bei der Preisver lei hung.<br />
Mit der Aufnahme von Kategorien, die sich<br />
mit dem künstlerischen und technischen Um -<br />
feld einer CD-Produktion und des Musik ma na -<br />
ge ments auseinandersetzen (Studioproduktion,<br />
CD-Design, Independent-Label, Künstler agentur<br />
etc.), sollen – wie im Vorjahr – auch diese an -<br />
son sten im Schatten von künstlerischen Aus -<br />
zeich nungen stehenden Firmen und Personen<br />
geehrt werden.<br />
Jede Band/jeder Künstler kann sich mit einer<br />
CD/einem Musikvideo pro Kategorie (möglichst<br />
eine Liveaufnahme) bei der Deutschen Pop -<br />
stiftung für die verschiedenen Kategorien be -<br />
werben.<br />
ANMELDEGEBÜHR:<br />
DRMV-Mitglieder 20,– Euro,<br />
DRMV-Nichtmitglieder 30,– Euro.<br />
Nach dem Bewerbungsschluss ermitteln un -<br />
abhängige Expertenjuroren, die von der Deut -<br />
schen Popstiftung eingesetzt werden, die Teil -<br />
neh mer am Finale und die Preisträger der Nebenund<br />
Sonderkategorien des 34. Deut schen Rock<br />
& Pop Preises <strong>2016</strong>. Mithilfe eines detaillierten<br />
Bewertungsbogens (Arran ge ment, Instrumen -<br />
tierung, Gesang, Text, Kom position, Originali -<br />
tät, Kreativität etc.) ermittelt die Festivaljury die<br />
live im Finale des 34. Deutschen Rock & Pop<br />
Preises <strong>2016</strong> auftretenden Musikgruppen und<br />
Einzelinterpreten der Hauptkategorien. Um eine<br />
gerechte Preis ver leihung zu gewährleisten,<br />
kann die Bundes jury, wenn die Einordnung den<br />
Juroren passend erscheint, Preise auch in<br />
anderen als den durch die Künstler ursprünglich<br />
beworbenen Katego rien zuerkennen.<br />
4. PREISVERLEIHUNG/FESTIVAL<br />
Die Teilnehmer am Finale des 34. Deutschen<br />
Rock & Pop Preises <strong>2016</strong> erhalten durch die<br />
Deutsche Popstiftung eine Einladung nebst Teil -<br />
nahmeformular. Die in allen Sparten und Be -<br />
reichen nominierten Bands und Künstler/-innen<br />
werden persönlich eingeladen. Erst die Rück -<br />
sendung des ausgefüllten Teilnahmeformulars<br />
und die Entrichtung der Teilnahmegebühr in<br />
Höhe von 150,– Euro je Hauptkategorie sowie<br />
100,– Euro je Sonder- oder Nebenkategorie (je<br />
zuerkannter Preissparte) garantieren die Teil nah -<br />
me am 34. Deutschen Rock & Pop Preis <strong>2016</strong>.<br />
Die Finalisten (Einzelkünstler/-innen und Musik -<br />
gruppen) der Hauptkategorien erhalten im Ge -<br />
genzug je 50 Eintrittskarten im Gesamtwert von<br />
1 000,– Euro für den eigenen Gäste-/Fan kreis<br />
(s. zusätzliche Publikumsabstimmungen), die<br />
ausgezeichneten Preisträger der Sonder- und<br />
Nebenkategorien erhalten ebenfalls je 50 Ein -<br />
trittskarten im Gegenwert von 1000,– Euro für<br />
die eigenen Gäste/Fans. Mit der Nichtrück sen -<br />
dung des Anmeldeformulars und der Nicht ent -<br />
richtung der Teilnahmegebühr verfällt die Teil -<br />
nah me und Preiszuerkennung.<br />
Die Ergebnisse der Wahl und Auszeichnung<br />
durch die Festivaljury werden auf der Home -<br />
page des DRMV www.musiker-online.tv und<br />
durch die Kulturzeitschrift musiker <strong>Magazin</strong><br />
nach dem Festival veröffentlicht.<br />
Die jeweils ersten Preisträgerbands der<br />
Haupt kategorien „Rock“, „Pop“ und „Alter-<br />
na tive“ erhal ten eine einjährige kostenlose Mit -<br />
glied schaft im DRMV und ein einjähriges<br />
Rechts- und Fachberatungsprogramm. Die teil -<br />
nehmen den Preisträger der verschiedensten<br />
Deut schen Rock & Pop Preise <strong>2016</strong> erhalten<br />
als Auszei ch nung eine Ehrenurkunde. Die jeweils<br />
ersten Preis träger der Hauptkategorien erhalten<br />
zu sätzlich einen Rock- & Pop-Oscar.<br />
WEITERE INFORMATIONEN:<br />
WWW.DEUTSCHERROCKPREIS.DE<br />
TEXT: OLE SEELENMEYER<br />
FOTOS: LUDWIG CZAPLA
12 STORIES<br />
Annina Struve &<br />
HUGOONION<br />
Annina Struve, Markus „Hugo“ Schröder<br />
und Mario „Zwiebel“ Zielenbach touren<br />
als Hugoonion mit Bass, Gitarre, Schlagzeug<br />
und einer funkigen Rock-Mischung über die<br />
Bühnen. Im Interview spricht Annina über die<br />
Gründung der Band, Herausforderungen und<br />
zukünftige Projekte.<br />
MM: Die Gründung von ANNINA STRUVE &<br />
HUGOONION ist eher ungewöhnlich. Erzähl,<br />
wie es dazu kam.<br />
ANNINA STRUVE: Durch eine Reihe von<br />
Zufällen lernten Markus und ich uns bei der<br />
Arbeit für ein Musikprojekt kennen. Sofort beim<br />
ersten Auftritt funkte es zwischen uns auf der<br />
Bühne. Die Fotos des Auftritts benutzten wir<br />
sogar für unsere Hochzeitseinladungskarten.<br />
Denn es sah beinahe so aus, als würde mir<br />
Markus auf der Bühne einen Antrag machen.<br />
Zunächst spielten wir als Duo und schrieben<br />
unsere ersten Songs. Nach einiger Zeit suchten<br />
wir einen Percussionisten, der die Songs<br />
fühlen und umsetzen konnte. Markus hatte<br />
Jahre vorher mit Zwiebel zusammen Sessions<br />
gespielt. Er war sich sicher, dass er der Richtige<br />
für unser Projekt ist. Direkt bei der ersten Probe<br />
war uns allen klar, dass es passt.<br />
MM: Sowohl privat als auch auf der Bühne<br />
ein harmonisches Duo? Mal ehrlich, was sind<br />
Herausforderungen, wenn man so oft zusam -<br />
men ist?<br />
ANNINA STRUVE: Unser Proberaum ist zu<br />
Hause und es kann mal vorkommen, dass wir<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 13<br />
Funkustic<br />
Rock ’n’ Soul<br />
aus verschiedenen Richtungen zur Probe kommen. Denn im<br />
Alltag gibt es natürlich die üblichen Ehe-Nervigkeiten. Aber Musik<br />
ist ein wunderbares Kommunikationsmittel und bringt uns schnell<br />
wieder zusammen. Nach spätestes drei Takten ist die Welt in<br />
Ordnung und der gemeinsame Groove steht wieder.<br />
Du hast einen<br />
Weltstar in der<br />
Band<br />
So sehen Kultklassiker aus: Mikrofonstative von<br />
König & Meyer. Auf der ganzen Welt bewährt. Warum?<br />
Weil sie <strong>Musiker</strong> vor bösen Überraschungen bewahren.<br />
Weil solide Verarbeitung und Top-Materialien dafür sorgen,<br />
dass das Stativ auch nach vielen Auftritten und intensivem<br />
Gebrauch immer noch einwandfrei funktio niert. Das gibt<br />
Sicherheit und macht Lust auf den nächsten Auftritt. Keine<br />
Kompromisse: Highend-Zubehör von König & Meyer<br />
für Sänger & Co.<br />
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MM: Ihr spielt „Funkustic Rock ’n’ Soul“ – was kann man sich<br />
darunter vorstellen?<br />
ANNINA STRUVE: Funkustic ist eine Wortschöpfung unseres<br />
Bassmanns und stammt aus der Anfangszeit, in der wir noch in<br />
akustischer Besetzung aufgetreten sind. Von Beginn an war unsere
14 STORIES<br />
»Im Alltag gibt es<br />
natürlich die üblichen<br />
Ehe-Nervigkeiten,<br />
aber Musik ist<br />
ein wunderbares<br />
Kommunikationsmittel<br />
und bringt uns<br />
schnell wieder zusammen.<br />
Nach spätestes drei Takten<br />
ist die Welt in Ordnung<br />
und der gemeinsame Groove<br />
steht wieder.«<br />
Musik überwiegend funky angelegt, entwickelte<br />
sich über die Jahre aber absolut vielseitig.<br />
Unsere Live Gigs sind extrem dynamisch. Im<br />
Pro gramm gibt es vom sprichwörtlichen<br />
„Stecknadel-fallen-Hören“ bis zum Sound ge -<br />
witter alles Mögliche. Rock und Soul sind weitere<br />
wichtige Elemente. Wir haben sie hinzugefügt,<br />
um auch denen, die uns noch nicht gehört<br />
haben, eine bessere Vorstellung zu bieten.<br />
MM: Wie entstehen eure Songs?<br />
ANNINA STRUVE: Die meisten Songs stammen<br />
aus meiner Feder. Oft steht der Text oder zu -<br />
mindest eine Textzeile an erster Stelle. Mit der<br />
Gitarre finde ich schnell Harmonie, Melodie und<br />
Groove dazu. Die Jungs verstehen sofort, in<br />
welche Richtung meine Ideen gehen. Was sie<br />
spontan dazu spielen, ist oft schon so rund,<br />
dass wir die Songs direkt ins Programm nehmen<br />
und live spielen können. Mit der Zeit entwickeln<br />
sich die Songs weiter.<br />
MM: Im Dezember habt ihr den Deutschen<br />
Rock & Pop Preis in der Kategorie „Funk &<br />
Soul“ gewonnen. Was war das Besondere<br />
an diesem Event und eurem Auftritt?<br />
ANNINA STRUVE: Es war gar nicht so einfach,<br />
unseren Song „Unbreakable“ auf die geplante<br />
Zeit von drei Minuten zu kürzen. Wir haben ihn<br />
vorher oft live ohne Zeitbegrenzung, mit Im -<br />
provisation und Interaktion mit dem Publikum<br />
gespielt. Das ist stark im Unterbewusstsein<br />
verankert, sodass wir den gekürzten Ablauf oft<br />
proben mussten, damit die Gewohnheit nicht<br />
durchbricht. Da gab es kurz vor dem Event noch<br />
Unsicherheiten. Live hat es gut geklappt und<br />
unsere gewohnte Spielfreude kam auf.<br />
MM: Wie geht es nun mit Hugoonion weiter?<br />
ANNINA STRUVE: In erster Linie: spielen, spielen,<br />
spielen! Unser langfristiges Ziel ist es, be -<br />
kannter zu werden.<br />
Im Moment arbeiten wir mit einem mit uns<br />
befreundeten Produzenten, Robert Schuller, im<br />
Studio an einigen unserer Songs. Unsere bisherigen<br />
Aufnahmen haben wir selbst gemacht,<br />
auch das Bewerbungs-Demotape zum DRPP.<br />
Robert, der schon mal mit den Foo Fighters<br />
ge arbeitet hat, gibt uns Impulse, wie wir die<br />
Songs radiotauglicher arrangieren, ohne ihnen<br />
den Flair zu rauben, der die Songs live auszeichnet.<br />
MM: Einige Lieder von euch gibt es auch bei<br />
Soundcloud. Warum?<br />
ANNINA STRUVE: Um Veranstaltern und Kon -<br />
zertgängern einen schnellen Höreindruck zu ver -<br />
mitteln, ist es gut geeignet. Da wir uns um unser<br />
Booking selbst kümmern, ist Sound cloud ein<br />
unkomplizierter Weg, um Kontakt aufzunehmen<br />
und die Band kurz vorzustellen.<br />
MM: Wie beurteilt ihr Streaming?<br />
ANNINA STRUVE: Mit gemischten Gefühlen.<br />
Für die meisten User ist es sicherlich sehr<br />
praktisch, aber mal abgesehen von der oftmals<br />
schlechten Bezahlung der Künstler geht in<br />
unseren Ohren viel verloren. Viele tolle Künstler<br />
sind vor allem für die großen Anbieter uninte -<br />
ressant. Ein Album, das als Gesamtkunstwerk<br />
angelegt ist, wird wegen des Streamings oftmals<br />
nie komplett gehört. Vieles dreht sich nur<br />
um den einen großen Hit. Das ist für uns als<br />
<strong>Musiker</strong> – und als Musikhörer – eher kritisch zu<br />
sehen.<br />
MM: Mit wem – egal, ob schon gestorben<br />
oder noch voll am Rocken – würdet ihr gern<br />
mal gemeinsam musizieren? Warum?<br />
ANNINA STRUVE: Wir haben zwar in vielen<br />
musi kalischen Belangen ähnliche Vorlieben,<br />
aber nach einem gemeinsamen musikalischen<br />
Idol haben wir noch nicht gesucht. Zwiebel<br />
würde gerne mal mit Eddie Van Halen spielen,<br />
weil es sein größtes musikalisches Vorbild ist.<br />
Für Markus ist schon ein Traum in Erfüllung ge -<br />
gangen, als wir als Vorgruppe von Frank Zappas<br />
„(Grand)Mothers of Invention“ aufgetreten sind.<br />
Ich würde gere mal die Bläser von „Tower of<br />
Power“ in unseren Proberaum einladen, ein<br />
Glas Wein mit Sting in der Toskana trinken und<br />
dabei eine Akustiksession machen.<br />
WEB: WWW.HUGOONION.DE<br />
INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />
FOTOQUELLE: ANNINA STRUVE<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 15<br />
»TANZMUCKE ADE,<br />
WILLKOMMEN EIGENE PLÄNE.«<br />
Interview mit Linda Schinkel<br />
Nach neun Jahren<br />
als Sängerin<br />
in einer Top-40-Band<br />
singt Linda heute<br />
ihre eigenen Songs.<br />
Nebenbei schreibt<br />
und komponiert sie<br />
erfolgreich<br />
Kinderlieder.<br />
Im Interview hat sie<br />
uns erzählt,<br />
wie sie den Sprung<br />
geschafft hat.<br />
MM: Bis ins letzte Jahr bist du als Sängerin<br />
mit Top-40-Musik aufgetreten. Warum hast<br />
du das hinter dir gelassen? Welchen Tipp<br />
kannst du anderen <strong>Musiker</strong>n mitgeben, die<br />
von Covermusik auf eigene Songs wechseln<br />
wollen?<br />
LINDA SCHINKEL: Schon immer wusste ich:<br />
Nach der Schule werde ich Sängerin und spiele<br />
meine eigenen Songs. Nach meinem Abitur 2007<br />
stieg ich sofort in eine Top-40-Band ein, um erste<br />
Bühnenerfahrungen zu sammeln. Ab dem 7. Jahr<br />
Sängerin in ein und derselben Band sang ich<br />
zusätzlich in weiteren Bands als Aushilfe. Jedes<br />
Wochenende und jeden Feiertag ging’s ab auf<br />
die Bühne. Nebenbei studierte ich erst Sozio logie<br />
in Bremen und danach Musik auf Lehramt in<br />
Oldenburg. Beide Studiengänge habe ich nicht<br />
abgeschlossen. Es war durch die hohe Auftrags -<br />
lage einfach nicht möglich, seriös zu studieren.<br />
Überhaupt gab es für mich keinen Freiraum mehr,<br />
geschweige denn Zeit für meine eigenen Lieder<br />
und meine Freunde. Zusätzlich eine Karriere als<br />
Singer-Songwriterin – nicht dran zu glauben, keine<br />
freien Termine. Mein ursprüngliches Ziel verlor ich<br />
aus den Augen. Erst nach sage und schreibe<br />
neun Jahren riss ich mich endlich los.<br />
Auf der Top-40-Bühne war ich „Die-da, oder<br />
Lisa oder Lena oder wie-war-das-noch-mal?“.<br />
Auf der Singer-Songwriter-Bühne bin ich „Linda“.<br />
Hier sind die Beweggründe des Publikums ganz<br />
anders. Und auch ich habe als <strong>Musiker</strong> eine<br />
andere Aufgabe: Menschen emotional durch<br />
Musik zusammenführen und eine starke Ge mein -<br />
schaft bilden. Genau das möchte ich ihnen mit<br />
meinem Gesang und meiner Musik geben. Wenn<br />
auch mit weniger Gage, aber das ist mit steigendem<br />
Bekanntheitsgrad ausbaufähig.<br />
Ich stütze mich auf verschiedene musikalische<br />
Standbeine. Es gibt viele Arbeitsmöglichkeiten für<br />
<strong>Musiker</strong>.<br />
<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
16 STORIES<br />
designen und selbst drucken mit spezieller Soft -<br />
ware und CD-Drucker, Inlays für CDs herstellen,<br />
dann selbst schneiden, YouTube, Facebook,<br />
<strong>Musiker</strong>netzwerke, Kontakte pflegen, E-Mails<br />
rein und raus. Natürlich alles in professioneller<br />
Qualität. Außerdem ist die musikalische Aktivität<br />
am PC nicht zu unterschätzen. Ich arbeite mit<br />
der DAW (Digital Audio Workstation) Cubase.<br />
Hinzu kommen: Songs komponieren, Texte<br />
schreiben, Lieder üben, Klavier üben, für eine<br />
Trauung mit Wunschtiteln üben und vieles mehr.<br />
LINDA SCHINKEL<br />
WWW.FACEBOOK.COM/SAENGERIN.LINDASCHINKEL<br />
WWW.LINDA-SCHINKEL.DE<br />
WWW.KINDER-SCHLAFLIEDER.DE<br />
MM: Welchen Tipp kannst du anderen Mu si -<br />
kern mitgeben, die von Covermusik auf<br />
eigene Songs wechseln wollen?<br />
LINDA: Wer schon Tanzmusik macht oder beginnen<br />
möchte, sollte sich fragen, mit welchem Ziel.<br />
Um sich einen Namen als Künstler zu machen,<br />
ist die Top-40-Kiste nicht geeignet. Sie bietet kaum<br />
Raum für künstlerische Freiheit oder Anerken nung<br />
für die enorme Arbeit, die man auf der Bühne<br />
leistet, teilweise zehn Stunden am Stück unter<br />
Extrem-Bedingungen. Wer groß hinaus will, sollte<br />
lieber gleich mit seinem eigenen Repertoire<br />
starten und dafür noch mehr harte Arbeit in Kauf<br />
nehmen. Durchboxen muss man sich überall,<br />
dann kann man auch gleich mit seinem Vor haben<br />
starten. Also: „Tanzmucke Ade, willkommen eigene<br />
Pläne.“<br />
MM: Du schreibst, komponierst und produzierst<br />
deine Songs selbst. Bei wem holst du<br />
dir eine zweite Meinung ein?<br />
LINDA: Häufig produziere ich meine Lieder so,<br />
wie ich es auf der Bühne als Solistin anbieten kann.<br />
Sobald ein neuer Song fertig ist, nehme ich ihn in<br />
mein Bühnenrepertoire auf. Ganz gespannt bin ich<br />
dann auf die Reaktion des Publikums, die ist sehr<br />
entscheidend. Das ist die für mich wichtigste zweite<br />
Meinung. Außerdem nehme ich verschiedene<br />
Bandcontests wahr oder spiele auf sogenannten<br />
Singer-Songwriter-Slams. Ansonsten habe ich<br />
Kontakte zu einigen Radiosendern hergestellt, mit<br />
OSRadio 104.8 bin ich in regelmäßigem Aus -<br />
tausch. Auch hier bekomme ich wertvolles Feed -<br />
back.<br />
Für spezielle Details bezüglich Band arran ge -<br />
ments oder Soundqualität frage ich <strong>Musiker</strong> kol -<br />
le gen oder meine Familie. Einige Textschlüssig -<br />
keiten be spreche ich mit meiner Mutter, die gleichzeitig<br />
auch meine Kollegin ist.<br />
MM: Gibt es sonst Kollegen, mit denen du<br />
regelmäßig zusammenarbeitest?<br />
LINDA: Seit 2015 singe ich in der Band Red Noise.<br />
Wir covern die Sahnehäubchen aus Funk, Soul<br />
und Pop. Wir setzen uns stark mit den Arrange -<br />
ments auseinander und gestalten eigene Ver -<br />
sionen der Songs. Das ist enorm lehrreich und<br />
streckenweise sehr zeitaufwendig. Deshalb proben<br />
wir wöchentlich. Das ist alles andere als ein<br />
klassisches Top-40-Konzept. Hier habe ich sehr<br />
großen sängerischen Spielraum und auch meine<br />
Singer-Songwriter-Karriere kommt nicht zu kurz.<br />
Meine Mutter und ich führen zusammen unseren<br />
eigenen Musikverlag „Ardemus“. Über einen<br />
Onlineshop vertreiben wir personalisierte Kinder -<br />
schlaflieder-CDs. Meine Mutter ist Geschäfts füh -<br />
rerin und erledigt Management, Promotion, Buch -<br />
haltung, Media und vieles mehr. Ich komponiere,<br />
produziere und personalisiere die Lieder und Texte.<br />
Wir ar beiten jeden Tag zusammen.<br />
MM: Wie sieht ein typischer Arbeitstag für<br />
dich als hauptberufliche <strong>Musiker</strong>in aus?<br />
LINDA: Ab halb neun bin ich im Büro, das auch<br />
gleichzeitig das Aufnahmestudio ist. Zunächst<br />
arbeite ich die Bestellungen der Kinder schlaf lieder-<br />
CDs ab. Ich personalisiere die Lieder und Texte mit<br />
dem Namen des Kindes. Dies kann einige Zeit in<br />
Anspruch nehmen, je nach Auf trags lage.<br />
Es steht auch immer sehr viel Hintergrund -<br />
arbeit an: Fotos schießen, Fotos bearbeiten, Flyer<br />
designen, Visitenkarten designen, CDs selbst<br />
MM: Dein Herzensprojekt sind für dich deine<br />
Kinderschlaflieder. Warum ist dir das so<br />
wichtig?<br />
LINDA: Wir sind mit einer kleinen Idee gestartet<br />
und haben sie größer werden lassen. Nieder -<br />
lagen haben wir weggesteckt und weiterhin an<br />
unser Gelingen geglaubt. Alles notwendige Wissen<br />
haben wir uns Stück für Stück angeeignet. Wie<br />
gründet man einen Musikverlag, welche Voraus -<br />
setzungen gibt es? Welche Rolle spielt die GEMA?<br />
Durch viele Fragen haben wir uns durchgewühlt.<br />
Inzwischen haben wir zwei Alben veröffentlicht<br />
und bekommen täglich positive Rückmeldung von<br />
zufriedenen Eltern, Großeltern, Tanten und Onkels<br />
und auch von Hebammen werden wir weiterempfohlen.<br />
Wir haben große Gedanken zugelassen.<br />
Ich glaube, auch das war der Schlüssel zu<br />
diesem Erfolg. Diese Gedanken bewahre ich mir<br />
für alles Weitere.<br />
MM: Das Besondere an den Liedern ist, dass<br />
ihr die Kinder individuell ansprecht. Wie bist<br />
du auf diese Idee gekommen?<br />
LINDA: In meiner Kindheit habe ich abends auf<br />
einem Gute-Nacht-Lied bestanden und ich war<br />
immer hellauf begeistert, wenn meine Mutter<br />
meinen Namen einbaute. Also war es eigentlich<br />
meine Mutter, die den ersten Funken sprühte.<br />
Schlaflieder, weil wir den Kindern mit unseren<br />
Schlafliedern die ganz besondere Abendruhe<br />
geben möchten. Viele Eltern schreiben uns, dass<br />
unsere CDs das neue Einschlafritual für ihre<br />
Kinder seien und die Kleinen sich schon auf das<br />
Zubettgehen freuen würden, gerade weil sie persönlich<br />
angesprochen werden und sie genügend<br />
Zeit haben, sich auf den Schlaf einzulassen.<br />
MM: Gab es anfänglich Probleme bei der<br />
Um setzung? Wie hast du sie gelöst?<br />
LINDA: Zu Beginn gab es auf jeden Fall viele<br />
Bausteine und viele offene Fragen. Vor allem<br />
fehlte uns jedoch die Erfahrung mit solch einem<br />
Geschäft. Wir zahlten viel Lehrgeld und Zeit. Wir<br />
haben in ineffektive Werbung investiert, viele<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 17<br />
Bei uns läuft sehr viel über Mundpropaganda,<br />
und zusätzlich versuchen wir ständig, mit kleinen<br />
Mitteln zu werben. „Wer nicht wirbt, der stirbt.“ Wir<br />
legen Flyer aus, betreiben Facebook, schalten in<br />
Kinderzeitschriften kleine Artikel und wir lassen<br />
unsere CDs testen, zum Beispiel von Heb ammen<br />
und Eltern. Glückliche Zufälle sind natürlich auch<br />
dabei. Tatsächlich haben wir auch sehr viele<br />
Wieder holungsbestellungen, also Kunden, die<br />
zuvor das erste Album bestellten, bestellen nach<br />
einigen Wochen auch gleich das zweite Album.<br />
Online shops mussten getestet werden, weil nur<br />
wenige auf personalisierte Bestellungen ausgerichtet<br />
sind, das Equipment fürs Studio musste<br />
unseren Sound-Ansprüchen angepasst werden<br />
und viele Lieder und Texte wurden nochmals aufgenommen.<br />
Das sind Erfahrungen, die wir machen<br />
mussten, um unsere Strategie stetig zu verbessern.<br />
Jetzt arbeiten wir auf sehr hohem Niveau mit<br />
professioneller Qualität.<br />
MM: Kinder sind eine spezielle Zielgruppe.<br />
Wie schreibst und komponierst du kindgerechte<br />
Lieder?<br />
LINDA: Ich selbst habe meine Kindheit sehr gut<br />
in Erinnerung, diese Zeit nahm ich sehr intensiv<br />
wahr. Ganz bestimmt lag das auch an meinen drei<br />
Schwestern. Heute kann ich rückwirkend nachempfinden,<br />
warum und wann es mir gut ging und<br />
welche die besonders schönen Erinne run gen sind.<br />
Nach meiner Konfirmanden zeit habe ich ehrenamtlich<br />
Jahr für Jahr Kinderfreizeiten als Be treuerin<br />
begleitet. Auch hier erlebte ich bei Kindern gleiche<br />
oder ähnliche Empfindungen. Heute bin ich<br />
vierfach Tante. Meine Kindheit und der direkte<br />
Draht zu Kindern helfen mir sehr bei der Text -<br />
findung und Melodiegestaltung der Schlaf lieder.<br />
MM: Die Alben werden mittlerweile von He b -<br />
ammen empfohlen. Ist das ein glücklicher<br />
Zufall oder habt ihr die CD speziell in diesen<br />
Kreisen beworben?<br />
MM: Woran arbeitest du zurzeit noch?<br />
LINDA: Momentan arbeite ich an der Fertig stel lung<br />
des dritten Schlafliederalbums, das in Kürze veröffentlicht<br />
werden soll. Dazu geben wir Auskunft auf<br />
unserer Homepage: www.kinder-schlaflieder.de.<br />
An meinen eigenen Songs arbeite ich ebenfalls<br />
stetig. Meine Aktivität als Künstlerin kann gerne auf<br />
meiner Homepage www.linda-schinkel.de oder<br />
auf Facebook verfolgt werden.<br />
Über Anregungen und Feedback freuen wir uns<br />
immer sehr.<br />
INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />
FOTOS: CAROLIN SCHINKEL<br />
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18 STORIES<br />
EINE INTERNATIONALE DEUTSCHE<br />
METALBAND<br />
»Hard Rock ist die Musik, die uns geprägt hat.<br />
Die hat Eier. Wir spielen überall, wo es eine Steckdose gibt.«<br />
MM: Seit wann macht ihr zusammen Musik<br />
und wie habt ihr zueinander gefunden?<br />
MICHAEL: 2009 haben wir das erste Album „Faith<br />
In Salvation“ herausgebracht. Das ist das Ge burts -<br />
datum der Band. Die Wege des Zuein ander fin -<br />
dens waren unterschiedlich. 2006 lernte ich Oleg<br />
in einem Deutschsprachkurs kennen, bei dem<br />
wir nach unserer Auswanderung aus unseren<br />
Heimatländern mitmachten. Oleg kommt aus der<br />
Ukraine, ich aus Russland. Nach langer Suche<br />
stießen wir über ein Internetmagazin auf Sebastian<br />
und Volker. Unseren neuen Bassisten, Ingo, der<br />
mittlerweile ein Jahr bei uns ist und das letzte<br />
Album mit aufgenommen hat, lernte ich bei dem<br />
Heavy-Metal-Band-Projekt THOMSEN kennen.<br />
Ingo hat eine unglaubliche Spielkom petenz, enorme<br />
Live-Erfahrung und ein bisschen Dis zi plin in<br />
unsere Band gebracht.<br />
MM: Warum Metal? Was mögt ihr an den<br />
harten Sounds?<br />
MICHAEL: Seit meinem 14. Lebensjahr begleitet<br />
mich Metalmusik täglich. Ob Metal oder Hard<br />
Rock, für mich ist diese Musik längst zu meiner<br />
Lebenseinstellung geworden. Wir haben uns mit<br />
der Band nie extra zusammengesetzt und uns<br />
einen Kopf gemacht, was für Musik wir spielen<br />
wollen. Die Musik, die wir früher hörten und jetzt<br />
immer noch hören, hat es für uns entschieden.<br />
Sie war schon in uns drin. Ich glaube, dass viele<br />
mir zustimmen, dass diese Musik eine unglaubliche<br />
Energie in sich trägt und eine enorme An -<br />
ziehungskraft hat, die man in dieser Form kaum<br />
von den anderen Musikrichtungen kennt. Des -<br />
wegen Metal! Trotzdem muss man sich als<br />
<strong>Musiker</strong> auch für andere Musikrichtungen interessieren.<br />
Das Interessante bei uns ist, dass wir<br />
zur Hälfte aus Russen und Ukrainern bestehen.<br />
Deswegen haben wir einen leicht russischen Ein -<br />
schlag in der Musik. Und ein Ostfriese ist dabei.<br />
Das ist geil. Hard Rock ist die Musik, die uns<br />
geprägt hat. Die hat Eier. Wir spielen überall, wo<br />
es eine Steckdose gibt.<br />
MM: Im November habt ihr euer zweites<br />
Album „5’55’’ Till the End Of Days“ veröffentlicht.<br />
Wie hat sich eure Musik im Vergleich<br />
zum Debütalbum 2009 weiterentwickelt?<br />
MICHAEL: Ich finde, dass das aktuelle Album im<br />
Vergleich zu unserem Debütalbum viel anspruchs -<br />
voller und erwachsener klingt, weil wir als <strong>Musiker</strong><br />
erwachsener und anspruchsvoller geworden<br />
sind. Das zweite Album bietet eine breitere Palette<br />
der verschiedenen Metal-Genres an. Da ist alles<br />
von Heavy Metal über Power Metal bis hin zu<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
MAGISTARIUM<br />
Das sind<br />
Michael (Gitarre),<br />
Oleg (Gesang),<br />
Volker (Keyboard),<br />
Ingo (Bass) und<br />
Sebastian (Schlagzeug).<br />
Seit 2009 machen die<br />
fünf zusammen Musik.<br />
Metal. Harte Sounds<br />
mit ganzer Seeler<br />
und viel Energie.<br />
Beim Deutschen Rock &<br />
Pop Preis belegten<br />
sie in der Kategorie<br />
„Hard Rock“<br />
den ersten Platz.<br />
Im Interview erzählt<br />
Michael über die<br />
Anfänge, Streaming<br />
und Tourpläne.<br />
STORIES 19<br />
view-Anfragen, CD-Reviews und CD-Bestellungen<br />
aus Japan, Brasilien, Großbritannien, der Schweiz,<br />
Russland und, und, und.<br />
MM: Sind Platten zukunftsfähig? Warum<br />
bzw. warum nicht?<br />
MICHAEL: Ich glaube, ja. Denn es wird immer<br />
Menschen geben, die es schöner finden, eine<br />
CD mit einem farbigen Booklet in der Hand zu<br />
halten als noch einen Ordner auf ihrem PC oder<br />
noch eine Datei in ihrem Smartphone zu haben.<br />
MM: Ihr habt beim DRPP 2015 in der Ka -<br />
tegorie „Hard Rock“ die Jury als „Beste<br />
Band“ überzeugt. Glückwunsch. Wie war<br />
es, in Siegen auf der Bühne zu stehen?<br />
MICHAEL: Vielen Dank! Uns hat es sehr viel Spaß<br />
gemacht. Schade war nur, dass die Spielzeiten<br />
so kurz waren. Das ist bei so vielen teilnehmenden<br />
Künstlern allerdings kein Wunder. Der Auf -<br />
tritt war gut und schnell. Wir hätten natürlich die<br />
ganze Nacht gespielt.<br />
MM: Was waren besondere Herausfor de -<br />
run gen bei diesem Auftritt?<br />
MICHAEL: Das einzige, was mir sofort einfällt, ist,<br />
dass wir ganz lange diskutieren mussten, welchen<br />
Song wir spielen wollen. Das ist normalerweise<br />
bei uns nicht der Fall. Ach so, noch eins:<br />
die mit Sitzplätzen ausgestattete Halle bei unserer<br />
Show! Das haben wir noch nie gehabt. Ich<br />
meine, auf Metalkonzerten sieht man normalerweise<br />
nur stehendes Publikum.<br />
MM: Wie geht es nun weiter? Welche Ziele<br />
habt ihr als Band?<br />
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Progressive Metal vertreten. Was sich aber gar<br />
nicht verändert hat und sich hoffentlich nie verändern<br />
wird, ist, dass unsere Musik vom Herzen<br />
geschrieben und sehr melodisch ist. Gute Melo -<br />
dien stehen für uns im Vordergrund.<br />
MM: Eure neue CD gibt es auch bei iTunes<br />
und Amazon als MP3-Downloads. Warum<br />
habt ihr euch zu diesem Schritt entschieden?<br />
MICHAEL: Wir haben weder ein Label noch eine<br />
Promotionagentur und müssen uns daher selbst<br />
um die ganze Promotion kümmern. Es war für<br />
uns wichtig, alle Register zu ziehen, damit unsere<br />
CD möglichst viele Länder und ein breites<br />
Zuhörerspektrum erreicht. Ohne in irgendeiner<br />
Form Werbung für Streaming-Dienste zu machen:<br />
Das Ergebnis hat alle Erwartungen übertroffen!<br />
Wir haben momentan eine ganze Menge In ter -<br />
MICHAEL: Wir freuen uns auf die kommenden<br />
Konzerte und sind in bester Form, Leute mit<br />
unserer Musik zu begeistern. Momentan sind wir<br />
mitten in den Verhandlungen über eine mögliche<br />
Tour mit einer im Metalbereich sehr bekannten<br />
Band, deren Namen wir noch nicht nennen dürfen.<br />
Wir sind aber sehr optimistisch, dass das<br />
klappt. Nächstes Jahr wollen wir gern eine<br />
Europa tournee machen. Rock on!!!<br />
INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />
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20 STORIES<br />
KLIMA<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 21<br />
MM: Zwei Schwestern, die zusammen mu -<br />
sizieren – klappt das oder gibt es manchmal<br />
den berühmten Zickenterror?<br />
KLIMA: Beides! Das Musizieren klappt eigentlich<br />
immer sehr gut, nicht zuletzt dadurch, dass<br />
wir uns auf der Bühne praktisch blind verstehen.<br />
Das ist ein großer Vorteil. Wenn die eine<br />
den falschen Text singt, singt die andere automatisch<br />
mit. Zickenterror gibt es eher abseits der<br />
Bühne. Zum Beispiel waren wir sechs Wochen<br />
mit PUR auf Support Tour und hatten zusammen<br />
ein Doppelzimmer. Da kracht es dann doch<br />
ordentlich – wenn es nur eine Steckdose im<br />
Bad gibt …<br />
MM: Was hat euch und eure Musik geprägt?<br />
KLIMA: Wir sind in einer sehr musikalischen<br />
Familie aufgewachsen. Es wurde viel musiziert.<br />
Aus der Stereoanlage kam der Sound der 60er<br />
und 70er. Geprägt hat uns das Klangbild der<br />
„handgemachten“ Musik. Als wir Teenager<br />
waren, hatten wir natürlich unsere eigenen großen<br />
Idole. Bei Vera war das Alanis Morissette.<br />
Ihr Album „Jagged Little Pill“ lief rauf und runter.<br />
Das beeinflusst das eigene Songwriting.<br />
MM: Beeindruckend ist, wie gut eure Stim -<br />
men zueinander passen. Habt ihr euch dafür<br />
professionell gebildet oder harmoniert ihr<br />
von Natur aus?<br />
KLIMA: Das wurde uns in die Wiege gelegt. Wir<br />
sind füreinander geschaffen.<br />
MM: Wie entstehen eure Lieder? Schreibt<br />
ihr gemeinsam?<br />
Zwischen den beiden Schwestern<br />
Vera und Sarah Klima herrscht<br />
gutes Klima – sowohl musikalisch<br />
als auch emotional.<br />
Die beiden sagen, sie seien<br />
unzertrennlich. Ihren Songs merkt man<br />
das gemeinsame Ziel,<br />
zusammen Musik zu machen, an.<br />
KLIMA: Vera schreibt die Songs, den Fein -<br />
schliff machen wir zusammen. Die Entstehung<br />
ist unterschiedlich – manchmal sitzt man im<br />
Zug, schreibt den Text und vertont ihn hinterher.<br />
Manchmal pfeift man auf dem Fahrrad<br />
eine Melodie vor sich hin und sucht dafür<br />
nachträglich die richtigen Worte. Im besten Fall<br />
hat man beides gleichzeitig im Kopf. Auf jeden<br />
Fall schreibt Vera immer über Themen und<br />
Situationen, die sie selbst erlebt hat oder die<br />
sie bewegt haben. Über das Leben mit all seinen<br />
Höhen und Tiefen eben. Es gibt Songs, die<br />
an einem Tag entstehen, und andere, für die wir<br />
ein halbes Jahr brauchen. Da haben wir keine<br />
pauschale Vorgehensweise.<br />
<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
22 STORIES<br />
MM: Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen?<br />
KLIMA: Wenn wir mit unseren Songs die Men -<br />
schen berühren – egal, ob es 100 000 oder nur<br />
zehn sind –, haben wir alles erreicht. Natürlich<br />
wäre es schön, wenn wir von unserer eigenen<br />
Musik leben könnten. Dann könnten wir uns<br />
nur auf unsere große Leidenschaft konzentrieren.<br />
Man darf den Spaß an der Musik nicht verlieren.<br />
Wenn es dabei „nach oben“ geht und<br />
wir mehr Fans bekommen, ist das super.<br />
MM: Ihr wart vor vielen Jahren beim Deut -<br />
schen Rock & Pop Preis, habt dort mehrere<br />
Preise gewonnen. Beschreibt die Atmos<br />
phäre. Was waren eure Höhepunkte?<br />
KLIMA: Wow – das war 2004. Es gab für uns<br />
keinen einzelnen Höhepunkt. Es war von vorne<br />
bis hinten ein Abenteuer. Wir waren damals 18<br />
und 20 Jahre alt. Es war unsere erste weite<br />
Reise mit der Band. Wir waren ganz schön aufgeregt,<br />
als wir in Hamburg ankamen. Aber dann<br />
haben wir uns ziemlich schnell entspannt in der<br />
lockeren Atmosphäre dort. Bei den Vorrunden<br />
ging alles ganz schnell – einfach raus und spielen.<br />
Aber für die finalen Entscheidungen mussten<br />
wir auf die große Bühne im Theater „Neue<br />
Flora“. Da klopfte das Herz schneller. Zu dem<br />
Zeitpunkt hatten wir noch nicht so viel Bühnen -<br />
erfahrung. Als wir erfuhren, dass wir in drei Kate -<br />
gorien ausgezeichnet wurden, waren wir total<br />
happy!<br />
MM: Ihr habt eine Band zusammengestellt,<br />
die euch mit Bass, Schlagzeug und E-Gitarre<br />
unterstützt. Wie habt ihr euch gefunden?<br />
KLIMA: Unseren ersten Drummer haben wir<br />
gecastet. Wir haben eine Anzeige in ein Kultur -<br />
magazin gesetzt und aus einigen Bewerbern<br />
ausgewählt. Durch ihn haben wir unseren jetzigen<br />
Bassisten und Gitarristen kennengelernt.<br />
Der Drummer von damals ist mittlerweile nicht<br />
mehr in der Band – da gab es eine Umbeset -<br />
zung durch ein Casting. Man muss herumfragen.<br />
Die <strong>Musiker</strong>branche in München ist nicht<br />
groß. Jeder kennt jeden.<br />
MM: Seit April gibt es euer Album. Schon<br />
vorher habt ihr die Single „Schwesterherz“<br />
veröffentlicht. Was bedeutet das Album und<br />
speziell dieser Song für euch?<br />
KLIMA: Dieses Album ist unser drittes Album.<br />
Wir haben 2008 und 2012 in Eigenregie Alben<br />
aufgenommen, veröffentlicht und vertrieben.<br />
„Irgendwann ist jetzt“ ist aber trotzdem eine Art<br />
erstes Album für uns. Denn es ist unser Major<br />
Debut bei einer großen Plattenfirma. Da läuft<br />
einiges anders. Man gibt Dinge aus der Hand,<br />
um die man sich vorher selbst gekümmert hat.<br />
Das ist schwer, kann aber auch eine Erleichte -<br />
rung sein, weil man sich auf die Musik konzentrieren<br />
kann und sich nicht um das Drum herum<br />
kümmern muss. „Schwesterherz“ ist für uns ein<br />
ganz besonderer Song. Ich (Vera) habe ihn für<br />
Sarah geschrieben, als es ihr nicht gut ging. Da<br />
weiß man wieder, was im Leben wirklich wichtig<br />
ist. Das vergisst man viel zu schnell im Strudel<br />
des Alltags und der Unzufriedenheit. Für uns war<br />
klar, dass dieser Song unsere erste Single wird!<br />
MM: Wie wird es mit KLIMA weitergehen?<br />
KLIMA: Nachdem die Hallentour mit PUR sehr<br />
gut gelaufen ist, haben uns Band und Mana ge -<br />
ment gefragt, ob wir Lust hätten, auch auf der<br />
Festivaltour im Sommer bei einigen Terminen<br />
dabei zu sein. Das hat uns total gefreut. Wir<br />
sind jetzt bei elf Terminen mit von der Partie.<br />
Im Sommer wird es eine zweite Single geben,<br />
im Herbst vielleicht eine dritte. Wir hoffen, dass<br />
wir Anfang kommenden Jahres auf Clubtour<br />
gehen und uns viele PUR-Fans besuchen.<br />
INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />
FOTOQUELLE: KLIMA<br />
KLIMA<br />
„Irgendwann ist jetzt“<br />
VÖ: 01.04.<strong>2016</strong><br />
WWW.KLIMAMUSIK.DE<br />
/WWW.FACEBOOK.COM/<br />
KLIMAMUSIK<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 23<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
24 STORIES<br />
CENTURY LETTERS<br />
Eine musikalische Reise durch Erfahrungen,<br />
eingebunden in ehrliche Texte<br />
»Die Band erzeugt eine Dream-Pop-Soundkulisse aus ergreifenden Stimmen<br />
und Melodien, getragenen Delay-Gitarren und Synth-Flächen.«<br />
Melanie Kamper und Viktor Nordir machen<br />
erst seit letztem Jahr gemeinsam Musik.<br />
Im Dezember wurde ihre Arbeit mit dem Deut -<br />
schen Pop Preis ausgezeichnet. Uns haben sie<br />
erzählt, warum ihre Zusammenarbeit so gut funk -<br />
tioniert.<br />
MM: Ihr macht erst seit 2015 zusammen<br />
Musik und habt gleich den dritten Platz beim<br />
Deutschen Rock und Pop Preis ge macht. Wie<br />
könnt ihr euch den schnellen Erfolg erklären?<br />
CENTURY LETTERS: Vor den ersten Auftritten<br />
haben wir ein stimmiges Gesamtkonzept mit<br />
Songs, Performance und Projektionen für unser<br />
Projekt erarbeitet.<br />
MM: Wie ist eure Band im letzten Jahr entstanden?<br />
CENTURY LETTERS: Wir kannten uns schon aus<br />
der <strong>Musiker</strong>szene in Ulm. Wir beide haben uns<br />
bereits durch vorige Projekte einen Bekannt -<br />
heits grad in Ulm aufgebaut. Bei einem Konzert<br />
und gemeinsamen Austausch entstand die Idee,<br />
ein ganz neues Projekt zu starten. Die Songideen<br />
waren für beide sofort stimmig.<br />
MM: Eure Musik nennt sich Dream Pop.<br />
Wodurch zeichnet sich dieses Genre aus?<br />
CENTURY LETTERS: Eine klare, melodische<br />
Song struktur, die durch sphärische Elemente er -<br />
gänzt wird. Unsere Songs bekommen so ihren<br />
verträumten Charakter.<br />
MM: Eure Songs schreibt ihr gemeinsam.<br />
Könnt ihr uns einen Einblick in eure Zusam -<br />
men arbeit geben?<br />
CENTURY LETTERS: Wir bauen unsere musikalischen<br />
Arrangements bereits sehr früh im Pro -<br />
zess mit komplettem instrumentalen Grund ge -<br />
rüst aus und lassen sie reifen.<br />
MM: Wie habt ihr zu diesem Sound gefunden?<br />
CENTURY LETTERS: Zwei <strong>Musiker</strong> mit ähnlichen<br />
Vorstellungen und Visionen. Durch das ge mein -<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 25<br />
same Songwriting haben sich unsere musikalischen<br />
Vorlieben getroffen und gemeinsam weiterentwickelt.<br />
MM: Wie geht ihr mit Meinungsver schie den -<br />
heiten um?<br />
CENTURY LETTERS: Eine wichtige Qualität unserer<br />
Band ist, dass wir viel Wert auf klare und ehrliche<br />
Kommunikation legen.<br />
MM: Live unterstützt euch außerdem ein<br />
Schlagzeuger. Habt ihr euch bewusst gegen<br />
ein weiteres festes Bandmitglied entschieden?<br />
CENTURY LETTERS: Unser Livedrummer ist in<br />
unserem Bandgefüge voll integriert. Das Kon -<br />
zept, das wir nach außen geben, ist so, wie es jetzt<br />
ist, für uns stimmig und rund. Wir haben bewusst<br />
ein minimalistisches und außergewöhnliches Set -<br />
up gewählt.<br />
MM: Mit eurem Schlagzeuger nehmt ihr<br />
außerdem gerade Songs für euer erstes<br />
Album auf. Wer unterstützt euch noch bei<br />
der Produktion?<br />
CENTURY LETTERS: Wir nehmen alles in Eigen -<br />
regie auf.<br />
MM: Euer Booking läuft über salea music.<br />
Wie kam die Zusammenarbeit zustande?<br />
GOODBYE<br />
FEEDBACK.<br />
CENTURY LETTERS: Ein guter Freund der Band<br />
glaubt sehr an uns und hilft uns beim Erledigen<br />
der Bookingarbeit.<br />
MM: Habt ihr Tipps für andere <strong>Musiker</strong>, wie<br />
man wertvolle Kontakte schließen kann?<br />
KSM8<br />
DUALDYNE GESANGSMIKROFON<br />
CENTURY LETTERS: Gegenseitige Hilfe und<br />
Unterstützung sowie ein „Szenendenken“ helfen<br />
sehr weiter, um gemeinsam mit anderen gleichgesinnten<br />
Bands voranzukommen.<br />
MM: Auf Soundcloud und YouTube kann man<br />
bereits Songs von euch hören. Was können<br />
wir sonst noch auf dem Album erwarten?<br />
CENTURY LETTERS: Jeder Song hat seine sehr<br />
eigene Geschichte und seinen eigenen Charak ter.<br />
Die Zuhörer erwartet eine Bandbreite an musikalischer<br />
Vielfalt. Mit viel Liebe zum Detail und Leiden -<br />
schaft wurde fürs Album gearbeitet.<br />
die wir jemals entwickelt haben.<br />
Kabelgebundene und kabellose Optionen in schwarz<br />
oder gebürstetem Nickel erhältlich.<br />
WEB: FACEBOOK.COM/CENTURYLETTERS<br />
INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />
FOTOQUELLE: CENTURY LETTERS<br />
www.shure.de<br />
© <strong>2016</strong> Shure Europe GmbH
26 STORIES<br />
FIETE »Sie hört Musik«<br />
»Jeder<br />
Konzert abend ist<br />
einzigartig.<br />
Plötzlich steht ein<br />
Einkaufs wagen<br />
mit drei Betrunkenen<br />
vor der Bühne –<br />
das kann dir<br />
im Studio nur schwer<br />
passieren.«<br />
MM: Mit „Sie hört Musik“ habt ihr beim<br />
Deutschen Rock & Pop Preis 2015 den zweiten<br />
Platz in der Kategorie „Alternative“ ab -<br />
geräumt. Nun habt ihr ein Video dazu ge -<br />
dreht. Was passiert in dem Clip?<br />
FIETE: Das kann man am besten herausfinden,<br />
indem man sich das Video auf YouTube ansieht.<br />
Aber eine kleine Zusammenfassung kann ja nicht<br />
schaden: Die Protagonistin Maya streift durch die<br />
Straßen und sieht einen Zettel, der sie zu einem<br />
Privatkonzert einlädt. Sie geht zur angegebenen<br />
Adresse und – voilà – da sind die fünf Dullies von<br />
FIETE und spielen „Sie hört Musik“. Im Laufe des<br />
Videos hören immer mehr Menschen das Lied,<br />
reagieren darauf und lassen ihren Emotionen freien<br />
Lauf.<br />
MM: Warum wolltet ihr gerade diesen Song<br />
visualisieren?<br />
FIETE: Das hat sich irgendwie ergeben. Das Lied<br />
entstand kurz nach den Aufnahmen für unsere<br />
erste EP „Schimpansencrew“. Wir wollten nicht<br />
warten, bis wir wieder ein Album oder eine Single<br />
aufnehmen. Also haben wir „Sie hört Musik“ separat<br />
aufgenommen und für das Video verwendet.<br />
MM: Wie ist das Video entstanden?<br />
FIETE: Mit viel Stress und Arbeit. Wir hatten ziemlich<br />
größenwahnsinnige Ideen. Unser Regisseur,<br />
Mathias Gaumann, hat uns gedämpft. Wir haben<br />
mit ihm zusammen die aktuelle Idee erarbeitet.<br />
Anschließend mussten wir Komparsen akquirieren.<br />
Schließlich stand der Drehtag an. Weil unsere<br />
Location kurzfristig mitteilte, dass wir nur an<br />
einem einzigen Tag filmen könnten, wurde das<br />
ein 16-Stunden-Tag. Wir schafften es, fielen aber<br />
erschöpft ins Bett. Für das Filmteam fing dann die<br />
Arbeit mit Schneiden an.<br />
MM: Welche musikalischen Vorbilder habt<br />
ihr?<br />
FIETE: „Vorbilder“ ist, glaube ich, der falsche Begriff.<br />
Gerade in der Musik kann man schwer Karrieren<br />
nachstellen, weil neben Talent auch Back ground,<br />
Kontakte und Glück eine Rolle spielen. Deshalb<br />
muss man sich seinen eigenen Weg bahnen. Ein -<br />
flüsse haben wir allerdings viele: Von Hip-Hop über<br />
Elektro, Punk, Klassik und Jazz hören wir in der<br />
Band so ziemlich das ganze Genre-Register durch.<br />
Das hilft, sich nicht zu eng an einem Schema zu<br />
orientieren und aus Schubladen auszubrechen.<br />
MM: Spielt ihr lieber live oder im Studio?<br />
Warum?<br />
FIETE: Das kann man nicht direkt vergleichen,<br />
aber eher live. Dort bekommt man ein unmittel-<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 27<br />
bares Feedback vom Publikum. Jeder Konzert -<br />
abend ist einzigartig. Plötzlich steht ein Einkaufs -<br />
wagen mit drei Betrunkenen vor der Bühne – das<br />
kann dir im Studio nur schwer passieren. (lacht) In<br />
der Live-Situation hat man nur eine Chance: Der<br />
Auftritt muss sitzen, alles muss sichineinanderfügen.<br />
Man macht Fehler, die ein Konzert ein zigartig<br />
machen. Im Studio spielt man alles doppelt und<br />
dreifach ein. Natürlich kann man auch im Studio<br />
kreativ sein, aber irgendwann wird es repetitiv.<br />
MM: Was mögt ihr am meisten am FIETE-<br />
Sound?<br />
FIETE: Unsere Tightness gefällt uns sehr. Valentin<br />
spielt schöne Drumparts, die vom einfachen Vier-<br />
Viertel-Takt abweichen, ihn variieren. Das verleiht<br />
den Liedern Abwechslung. Dazu stimmen wir die<br />
Gitarren- und Bassparts ab, sodass am Ende<br />
nichts herummatscht. Das ist bei drei Gitarren<br />
essenziell.<br />
MM: Was können wir von FIETE in den<br />
nächsten Jahren erwarten?<br />
FIETE: Schlechte Wortwitze, lustige Facebook-<br />
Posts und energiegeladene Konzerte. Vielleicht<br />
auch eine Expedition zum Mond oder ein Akustik-<br />
Set im Bernsteinzimmer. Wir sind für alles offen.<br />
MM: Wie seht ihr den deutschen Musik -<br />
markt?<br />
FIETE: Es ist schön, dass im Radio mittlerweile<br />
viel deutschsprachige Musik läuft. Das war in den<br />
2000er-Jahren nicht der Fall. Ansonsten kennen<br />
wir das regionale Musikding. Das ist tricky. Man<br />
will aus der eigenen Region raus, seine Kreise<br />
auch außerhalb ziehen. Dort muss man viel Klin -<br />
ken putzen und bekommt teilweise nicht mal die<br />
Spritkosten herausgespielt. In Zeiten, in denen<br />
Tausende Leute jeden Sommer zu allen möglichen<br />
Festivals rennen, werden die kleinen Club kon zerte<br />
manchmal vergessen.<br />
MM: Könnt ihr von eurer Musik leben?<br />
FIETE: Bei uns läuft es noch besser: Wir müssen<br />
nicht von unserer Musik leben! Die Band trägt<br />
sich weitestgehend selbst, ist unser Hobby. Ein<br />
Hobby, das wir ernst nehmen, in das wir unsere<br />
Zeit stecken. Aber wir sind keine Berufsmusiker.<br />
So, wie wir momentan Konzerte spielen, könnten<br />
wir nicht davon leben. Dafür sind FIETE nicht<br />
ausgelegt.<br />
WEB: FACEBOOK.COM/FIETEOFFICIAL/<br />
INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />
FOTOQUELLE: FIETE
28 STORIES<br />
SOLO<br />
Seit 2011 machen<br />
die fünf Indie-Rocker<br />
zusammen Musik.<br />
Solo, aber nicht allein.<br />
Im Dezember wurden<br />
sie Dritter beim<br />
Deutschen Rock & Pop<br />
Preis in der Kategorie<br />
„Alternative“.<br />
MM: Wie habt ihr fünf musikalisch zueinander<br />
gefunden?<br />
SOLO: Wir haben ursprünglich zu zweit begonnen,<br />
hatten aber Bock, etwas mit Cajon zu machen.<br />
Torsten kannte Mario und es kam zu ersten<br />
gemeinsamen Test-Proben, die Spaß gemacht<br />
haben. Es hat sofort gefunkt. Nach ein paar<br />
Experimenten mit unterschiedlichen Instrumen -<br />
ten und <strong>Musiker</strong>n wurde Markus festes Mitglied.<br />
Er hatte schon bei unserem ersten Album Bass -<br />
spuren eingespielt. Heiko hatte die Produktion<br />
des ersten Albums übernommen und ist während<br />
der Aufnahmen zum zweiten Album dauerhaft<br />
bei SOLO eingestiegen. Durch seine Viel -<br />
seitigkeit – er spielt Piano, Akkordeon und Mando -<br />
line – haben wir neue musikalische Nuancen hinzugewonnen.<br />
MM: Was begeistert euch an Indie?<br />
SOLO: Der Terminus ist bandintern sehr umstritten.<br />
Für mich bedeutet Indie, keine klassischen<br />
Mainstream-Songs zu schreiben. Allerdings müssen<br />
wir uns eingestehen, dass unsere Entwick -<br />
lung zuletzt stark in Richtung Pop ging. Die Songs,<br />
an denen wir gerade arbeiten, werden wieder<br />
mehr Kante bekommen. Das Genre Indie ist<br />
extrem vielfältig. Dadurch wird die Musik spannend.<br />
Es gibt immer neue Seiten, Einflüsse und<br />
Instrumente zu entdecken. Das finden wir inspirierend.<br />
MM: Warum heißt ihr SOLO, obwohl ihr zu<br />
fünft seid?<br />
SOLO: Torsten ist Han-Solo-Fan. Das ist der Typ<br />
aus Star Wars. Torsten ist Urvater der Band und<br />
gibt Han Solo so eine Hommage.<br />
MM: Was hat Han Solo mit eurer Musik zu<br />
tun?<br />
SOLO: Nichts.<br />
MM: Ihr singt ausschließlich auf Deutsch.<br />
Warum hat deutsche Musik Zukunft?<br />
SOLO: Trotz immer stärkerer Globalisierung und<br />
Internationalisierung (nicht nur im Musikbusiness)<br />
hat deutsche Musik im deutschsprachigen Raum<br />
in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung<br />
gewonnen. Das ist toll, war für uns aber nicht<br />
ausschlaggebend. Wir fanden es einfach spannend,<br />
nach mehreren Jahren in englischsprachigen<br />
Bands in unserer Muttersprache zu schreiben<br />
und zu singen. Das macht es einerseits einfacher,<br />
weil die sprachlichen Möglichkeiten größer<br />
sind als in einer für uns fremden Sprache.<br />
Andererseits ist es schwierig, weil die Gefahr,<br />
sich „nackig“ zu machen, deutlich größer ist.<br />
Außer dem geht das Publikum mit deutschen<br />
Texten kritischer um. Da jedes Wort verstanden<br />
wird, wird es auf die Goldwaage gelegt. Wir sind<br />
überzeugt, dass deutschsprachige Musik hierzulande<br />
weiterhin erfolgreich sein wird. Die Gründe<br />
dafür sind vielschichtig.<br />
MM: Wie geht es mit SOLO weiter? Was<br />
sind eure Ziele?<br />
SOLO: Derzeit liegt der Fokus darauf, viele Kon -<br />
zerte zu spielen und unseren Radius zu erweitern.<br />
Außerdem arbeiten wir an neuen Songs.<br />
Wir sind keine 18-jährigen Teens mehr, auf der<br />
Suche nach dem großen Durchbruch. Gemein -<br />
sam Musik zu machen und in netten Locations<br />
zu spielen ist genau das, was wir wollen.<br />
MM: Eure Alben gibt es auch bei iTunes und<br />
Amazon als Download. Hört ihr selbst Musik<br />
digital oder analog? Warum?<br />
SOLO: Für unser letztes Album haben wir diesbezüglich<br />
noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen.<br />
Wir haben nicht alle die gleichen Hör -<br />
gewohnheiten. Martin hört zu Hause meistens<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 29<br />
MM: Wo würdet ihr gern mal ein Konzert<br />
spielen? Warum?<br />
SOLO: Wir würden gern mal auf einem größeren<br />
Festival wie dem Haldern Pop Festival spielen. Da<br />
würden wir gern die Dynamik mit vielen anderen<br />
aufstrebenden Bands erleben.<br />
MM: Welchen Stellenwert hat Musik bzw.<br />
eure Band in eurem Leben?<br />
»Das Publikum geht mit deutschen Texten<br />
kritischer um. Da jedes Wort verstanden wird, wird es<br />
auf die Goldwaage gelegt.«<br />
SOLO: Die Band hat wegen des zeitlichen Auf -<br />
wands einen hohen Stellenwert. Ohne die Band<br />
würden wir uns deutlich weniger sehen, was<br />
schade wäre. Musik nimmt in unser aller Leben<br />
einen wichtigen und großen Teil ein. Enden wir<br />
doch mit einem schönen Zitat von Yehudi<br />
Menuhin: „Die Musik spricht für sich allein. Voraus -<br />
gesetzt, wir geben ihr eine Chance.“<br />
INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />
FOTOQUELLE: SOLO<br />
Vinylplatten. Für ihn ist das Auflegen einer Platte<br />
eine Art sakraler Akt. Dadurch ist die Wertschät -<br />
zung der Platte und dem Künstler gegenüber<br />
eine ganz andere, als wenn man digital etwas hört.<br />
Auf Spotify und andere Streaming-Platt formen<br />
wollen wir trotzdem nicht verzichten. Es sind<br />
spannende Tools, um neue Musik zu entdecken<br />
oder unterwegs etwas zu hören. Wenn einem<br />
etwas wirklich gut gefällt, kauft er sich daraufhin<br />
die Platte oder die CD.<br />
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30 STORIES<br />
MM: Du bist als Liedermacher unterwegs, be -<br />
nutzt dabei auch Elemente der Rock-, Jazzund<br />
Folk-Musik. Wie kam es zu dieser Mi -<br />
schung?<br />
VOLKWIN MÜLLER: Das sind Musikstile, die ich<br />
im Laufe meiner 25 Jahre on the road gestreift<br />
habe. Ich habe viele Kollegen kennengelernt, die<br />
verschiedene Schwerpunkte hatten und mit<br />
denen ich eine Weile gespielt habe. So ist dann<br />
dieser spezielle Mix entstanden. Außerdem gibt<br />
es bekannte <strong>Musiker</strong>, an denen man sich im<br />
Laufe seiner Karriere orientiert. Bei mir waren das<br />
James Taylor, Jackson Browne oder auch Sting.<br />
MM: Wenn du solo auftrittst, spielst du Akus -<br />
tik- oder E-Gitarre, singst und begleitest dich<br />
selbst mit einem Fußschlagzeug. Wie schaffst<br />
du das? Was sind die Herausforde run gen?<br />
»MIT ANDEREN<br />
AUGEN«<br />
Liedermacher, Songpoet und Gitarrist<br />
Volkwin Müller lädt ein<br />
zur Seelenschau<br />
eines Mannes mit Gefühl<br />
VOLKWIN: Gerade weil ich solo spielen wollte,<br />
musste ich mir ein abwechslungsreiches Pro -<br />
gramm ausdenken. Dazu gehören abwechslungs -<br />
reiche Songs und Besetzungen, die ich allein anbieten<br />
muss. Gesang und Gitarre habe ich von Anfang<br />
an gemacht. Als ich den Kollegen Stoppok ent -<br />
deckte, war schnell klar, dass seine Art, das Fuß -<br />
schlagzeug zu spielen, etwas für mich war. Aber mir<br />
wird nachgesagt, dass ich beim Spielen von Songs<br />
immer eine Band im Kopf habe. Mit meiner Solo-<br />
Besetzung kann ich das gut abbilden.<br />
MM: Was möchtest du mit deinen Songs<br />
erreichen?<br />
VOLKWIN MÜLLER<br />
„Mit anderen Augen“<br />
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VOLKWIN.MULLER<br />
VOLKWIN: Es geht hauptsächlich darum, dass<br />
ich Dinge ausdrücken möchte, die mir auf der<br />
Seele brennen. Sachen, die mich berühren. Es<br />
geht in den Songs darum, wie man damit um -<br />
geht. Erst später wurde mir klar, dass andere<br />
Leute in meinen Songs und Texten Dinge von<br />
sich wiedererkennen. Das freut mich. Zum Bei -<br />
spiel geht es in meinen neuen Song „Du wirst<br />
Dich noch wundern“ darum, sich an seine Träume<br />
zu erinnern und zu fragen, wie viel davon geblieben<br />
ist. Ich habe festgestellt, dass dieses Thema<br />
viele berührt, die in meinem Alter sind.<br />
MM: Inwiefern haben John Lennon oder die<br />
Beatles deine Musik beeinflusst?<br />
MM: Wie kam es zur Begegnung mit dem<br />
Beatles-Freund Klaus Voormann?<br />
MM: Gemeinsam mit Achim Amme tourst<br />
du mit dem „Lennons letzte Jahre“ durch<br />
Deutschland. Was fasziniert dich an John<br />
Lennon?<br />
VOLKWIN: John Lennon ist für mich jemand, der<br />
eine Art „Seelenrock“ gemacht hat. Es ging ihm<br />
um persönliche Anliegen, die man am Anfang seiner<br />
wahnsinnig erfolgreichen Karriere gar nicht<br />
erkannt hat. Er hat besonders persönliche Texte<br />
geschrieben. Das hat mich fasziniert.<br />
VOLKWIN: Von John Lennon habe ich lernen<br />
können, wie ich persönliche Sachen so ausdrü -<br />
cken kann, dass andere Menschen nicht abgeschreckt<br />
werden, sondern ihre eigenen Bilder<br />
hineinprojizieren können. Das ist eine hohe Kunst.<br />
Außer Lennon beherrschen das Dylan, Spring -<br />
steen und Wolfgang Niedecken. Von den Beatles<br />
konnte man lernen, dass man Dinge in der Musik<br />
ausprobieren darf und soll. Nur so haben sie ihren<br />
hohen Stellenwert erreichen können. Sie waren<br />
mutig und authentisch.<br />
VOLKWIN: In meiner Jugendzeit war ich Bassist.<br />
Klaus Voormann war für mich ein besonderer<br />
<strong>Musiker</strong>. Und ich war Beatles-Fan. Eines Tages<br />
habe ich ihn einfach angeschrieben und gefragt,<br />
ob er für mich ein Cover machen kann. Er hat<br />
tat sächlich geantwortet und später haben wir<br />
telefoniert. Er hat mir Geschichten von früher er -<br />
zählt. Es war der reine Wahnsinn. Ich konnte es<br />
kaum glauben, als ich einen Monat später ein<br />
CD-Artwork von ihm in der Post hatte. Ich bin<br />
dankbar, dass ich ihn später persönlich kennen-<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 31<br />
VOLKWIN: Ich bin <strong>Musiker</strong> und Unternehmer. Wer<br />
heute mit Musik Geld verdienen möchte, muss<br />
beides sein. Musikmachen ist nur ein kleiner Teil<br />
dieser Aufgabe. Man hat viel mit Konzert booking<br />
und Vermarktung zu tun. Ich kenne Mu siker, die<br />
ihre eigenen Plakate für Konzerte kleben. Man<br />
muss in der Selbstvermarktung sehr kreativ sein,<br />
um davon leben zu können.<br />
MM: Ist es schwieriger geworden, von der<br />
Kunst zu leben? Wenn ja, warum?<br />
VOLKWIN: Es ist schwierig bis fast unmöglich<br />
ge worden, da den Konsumenten nicht bewusst<br />
ist, dass Musik zu produzieren Geld kostet. Ganz<br />
zu schweigen, dass Menschen davon leben müssen.<br />
Obwohl heutzutage mehr Menschen Kunst,<br />
Kultur und Musik als je zuvor für die seelische<br />
Ge sund heit bräuchten, ist es immer weniger im<br />
Be wusstsein der Gesellschaft wert. Das ist eine<br />
be denkliche Entwicklung.<br />
MM: Wie beurteilst du den Musikmarkt in<br />
Deutschland?<br />
VOLKWIN: Es gibt inzwischen doch recht viele<br />
jüngere <strong>Musiker</strong>, die erstaunliche Songs schreiben.<br />
Und daneben auch zahlreiche etablierte<br />
Song schreiber, die sich auf keinen Fall hinter<br />
internationalen Maßstäben verstecken müssen.<br />
Das finde ich sehr positiv. Auch im Radio kann<br />
man heute mehr als vor 20 Jahren deutschsprachige<br />
Musik hören. Das ist schon etwas. Aber<br />
ich frage mich, warum man stundenlang durch<br />
die USA auf der Route 66 entlangfahren kann<br />
und kein Schwanz auf die Idee kommt, ausländische<br />
Musik zu spielen. Dort hörst du ausschließlich<br />
amerikanische Musik. Warum hat man hier<br />
immer noch das Gefühl, dass wir deutschen<br />
Liedermacher hart für unsere deutschsprachigen<br />
Radioeinsätze kämpfen müssen?<br />
»Man muss in der Selbstvermarktung<br />
sehr kreativ sein, um von der Musik leben zu können.«<br />
lernen durfte und er für drei meiner CDs das Art -<br />
work gemacht hat.<br />
MM: Manchmal trittst du mit Band-Ver stär -<br />
kung auf. Was sind Vor- und Nachteile des<br />
Solo- und Band-Konzerts?<br />
VOLKWIN: Ich habe das Glück, dass ich als Band<br />
inzwischen mit Topleuten aus dem Umfeld des<br />
Hamburger Ausnahmegitarristen Uli Kringler spie -<br />
len darf. Ich habe Uli durch die Produktion meiner<br />
neuen CD kennengelernt. Bei einem Band -<br />
konzert mit diesen Topmusikern ist es möglich,<br />
die Songs so zu spielen, wie sie klingen sollen.<br />
Die Jungs können alles spielen. Sie sind so gut,<br />
dass es keine spieltechnischen Hürden gibt. Das<br />
macht Spaß. Auf der anderen Seite ist ein Band -<br />
konzert technisch wesentlich aufwendiger und<br />
teurer als ein Solo-Konzert.<br />
MM: Du bist freischaffender Künstler. Mal ehr -<br />
lich – wie kann man heutzutage davon leben?<br />
MM: Wie stehst du zu Streaming-Diensten?<br />
VOLKWIN: Man muss dort vertreten sein, da<br />
junge Leute sich fast nur dort orientieren. So ge -<br />
sehen sind Streaming-Dienste eine Art Google<br />
für Songs. Wenn du nicht dabei bist, dann bist<br />
du weg von der Bildfläche. Das Problem ist,<br />
dass kein <strong>Musiker</strong> davon leben kann. Selbst die<br />
großen Stars haben erhebliche Probleme. Falls<br />
die Streaming-Dienste weiter den Käufermarkt<br />
dominieren sollten, werden kaum noch talentierte<br />
Leute neue Musik produzieren, weil sie davon<br />
nicht leben können.<br />
WEB: WWW.VOLKWIN.DE<br />
INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />
FOTOS: WWW.SCHELPMEIER.COM<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
MUSIC IS OUR PASSION
34 STORIES<br />
VON BRACKEN DUO –<br />
EINGÄNGIGE SONGS VON JAZZ BIS POP<br />
Interview mit Rick und Andrea von Bracken<br />
Obwohl sie schon seit über 20 Jahren ein<br />
Ehepaar sind, existiert das Duo der Öhringer<br />
Profi-<strong>Musiker</strong> erst seit 2013.<br />
Lange beschritten sie musikalisch getrennte<br />
Wege, auf denen sie mit diversen Projekten und<br />
Ensembles unterschiedliche Genres pflegten.<br />
Von diesen vielfältigen, sich ergänzenden Er fah -<br />
rungen profitiert ihre heutige Zusammenarbeit,<br />
für die sie bekannte wie auch selten gehörte Jazz-<br />
Stan dards, Pop-Songs und Musical-Nummern zu<br />
einem attraktiven, kurzweiligen Cocktail mixen,<br />
gewürzt mit einer feinen Prise augenzwinkernder<br />
Selbstironie.<br />
MM: Was für Musik macht ihr?<br />
RICK: Wir spielen alte Musical-Nummern, ausgewählte<br />
Songs von den Beatles bis Norah<br />
Jones, Udo Jürgens und Jazz-Standards, die<br />
uns gefallen. Wir interpretieren alles im jazzigkammermusikalischen<br />
Stil.<br />
MM: Könnt ihr von eurer Musik leben?<br />
ANDREA: Vom Duo allein noch nicht, aber die<br />
An fragen häufen sich.<br />
RICK: Wir leben von Musik, geben Privat un ter -<br />
richt und wirken bei anderen Projekten mit.<br />
MM: Welche musikalische Ausbildung habt<br />
ihr, wie war euer Werdegang?<br />
RICK: Ich bekam als Kind 13 Jahre lang klassischen<br />
Klavierunterricht, habe mir ab 14 Saxofon -<br />
spielen selbst beigebracht. Mit 13 gründete ich<br />
als Pianist meine erste Schüler-Jazzband mit<br />
Nachbarschaftsjungs aus unserer Fahrrad bande.<br />
Das war 1977.<br />
ANDREA: Ich hatte klassischen Klavierunterricht,<br />
zusätzlich für zwei Jahre Geigenunterricht. Mit<br />
15 Jahren lernte ich Querflöte. Nach dem Abitur<br />
absolvierte ich ein klassisches Musikstudium mit<br />
Hauptfach Klavier.<br />
RICK: Ich habe theoretische Musikwissenschaft<br />
studiert. Währenddessen spielte ich in vielen<br />
Bands, von allen Jazzstilen bis hin zu Blues, Soul<br />
und sogar Punk. In den 80ern unterrichtete ich<br />
jede Woche mehr als 30 Saxofonschüler. Am<br />
Ende machte ich so viel Musik, dass ich keine<br />
Zeit mehr fürs Studieren hatte.<br />
MM: Andrea, wie kamst du auf Pop und Jazz?<br />
ANDREA: Über Querflöte. Schon mit 16 spielte ich<br />
die in einer Rockband, die neben eigenen Stücken<br />
auch welche von Jethro Tull im Programm hatte.<br />
Bald wirkte ich bei einer weiteren Band mit, die nur<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 35<br />
Eigenkompositionen aufführte. Ein Gitarren duo lud<br />
mich zur Zusammenarbeit, dort sang ich das erste<br />
und für lange Zeit letzte Mal. Jazz habe ich immer<br />
gern gehört – etwa das United Jazz- und Rock-<br />
Ensemble. Aber zur Jazz-Praxis kam ich erst<br />
durch Rick. Er gab mir Anregungen, half mir,<br />
Akkordsymbole umzusetzen. Ich kannte vorher so<br />
etwas wie Lead Sheets oder Real Books nicht.<br />
MM: Warum hast du so lange nicht gesungen?<br />
ANDREA: Nach einer Stimmbanderkrankung traute<br />
ich mich lange nicht, rockig „die Sau rauszulassen“.<br />
Irgendwann wurde mir bewusst, dass<br />
ich im Alltag oft leise singe – etwa auf dem Weg<br />
zum Einkauf. Der Durchbruch kam, als ich auf einer<br />
Jam-Session, auf der Rick spielte, zum Spaß einen<br />
Blues sang.<br />
MM: Rick, wie kamst du zum Saxofon spie -<br />
len?<br />
RICK: In den 1970ern gab es nicht E-Pianos mit<br />
gutem Sound, so wie heute, die man mit sich tragen<br />
kann. Also musste ich als Pianist entweder<br />
das Klavier nehmen, das am Auftrittsort vorhanden<br />
war, oder eines mieten. Das war natürlich<br />
teuer. Einmal machten das meine Eltern mit, dann<br />
streikten sie. Wir mussten Gigs absagen, weil ich<br />
als Bandleader nicht mitspielen konnte. Ich<br />
brauchte ein transportables Instrument. Saxofon<br />
hatten wir noch nicht, ich kannte niemanden, der<br />
es spielte. Ich bettelte meine Eltern an, bis sie mir<br />
ein gebrauchtes Tenorsaxofon kauften.<br />
MM: Wie lange arbeitet ihr gemeinsam?<br />
ANDREA: Seit 2013, als Rick mich für einen Auftritt<br />
zum Begleiten am Klavier überredet hat. Da war<br />
von Gesang noch keine Rede. Dafür musste er<br />
mich ein Jahr länger überreden!<br />
»Ich war es leid,<br />
überregional Begleiter<br />
engagieren zu müssen –<br />
wenn man eine<br />
talentierte Pianistin<br />
direkt im Haus hat!«<br />
RICK: Bei uns im Raum Heilbronn-Hohenlohe gibt<br />
es wenige gute <strong>Musiker</strong>. Ich war es leid, überregional<br />
Begleiter engagieren zu müssen – wenn<br />
man eine talentierte Pianistin direkt im Haus hat!<br />
MM: Welche anderen Projekte habt ihr außer<br />
eurem Duo?<br />
ANDREA: Ich habe sonst gerade nichts Festes,<br />
begleite auf Anfrage Solisten oder Chöre. Vor -<br />
wie gend gebe ich Klavierunterricht.<br />
RICK: Alles Mögliche vom Duo bis zur eigenen<br />
Big-Band. Leider spiele ich nur wenig in meiner<br />
Ge gend. Dafür unterrichte ich deutlich weniger als<br />
Andrea.<br />
MM: Wie ist die musikalische Zusammen ar -<br />
beit als Ehepaar? Gibt es da nicht manchmal<br />
Knatsch?<br />
RICK: Doch, das kommt natürlich vor, weil jeder<br />
seinen Dickkopf hat. Aber wir lösen unsere Kon -<br />
flikte möglichst konstruktiv.<br />
MM: Was plant ihr für eure musikalische<br />
Zukunft?<br />
ANDREA: Unser Duo wollen wir weiter ausbauen.<br />
Wir spielen jetzt oft mit zusätzlichen <strong>Musiker</strong>n wie<br />
Bassisten und Schlagzeugern. Ständig be kom -<br />
men wir neue Gig-Anfragen.<br />
RICK: Wir werden oft nach einer CD gefragt. Das<br />
wäre ein Ziel für uns. 2015 waren wir sogar im<br />
Studio. Allerdings nur für Demos, die man auf<br />
unserer Homepage findet. Eigene Lieder wären<br />
schön – mal sehen, was uns einfällt.<br />
WEB: WWW.VONBRACKEN.DE<br />
INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />
FOTOS: MICHAEL BREM<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
36 STORIES<br />
TEIL 5: UNVERGLEICHLICH –<br />
RORY GALLAGHER<br />
Ende der 1960er-Jahre gehörten Vorurteile<br />
der Erwachsenengeneration gegen Rock -<br />
musik längst nicht der Vergangenheit an. Die<br />
Elektrogitarre galt den Gegnern dieser Musik<br />
nach wie vor kaum mehr als ein Instrument,<br />
mit dem angebliche <strong>Musiker</strong>, denen fehlendes<br />
Interesse unterstellt wurde, ihren Lebens un ter -<br />
halt „ordentlich“ zu verdienen, elektrisch verstärkten<br />
Lärm produzierten. Die Unterschei dung<br />
zwischen E- und U-Musik (gemeint sind ernsthafte<br />
Musik und Unterhaltungsmusik) war an<br />
der Tagesordnung, und Rockmusik fiel in die<br />
zweite Kategorie, galt also von vornherein als<br />
geringwertig.<br />
Selbst die Beatles waren vielen weiterhin<br />
suspekt, obwohl sie sich mit Siebenmeilen -<br />
stiefeln weiterentwickelt hatten und ihre Musik<br />
mit dem Stereotyp „Beatmusik“ längst nichts<br />
mehr gemein hatte; in Deutschland hatte man<br />
ohnehin ja auch den Rock ’n’ Roll so gut wie<br />
verschlafen. Der heutige Klassiker Beat-Club<br />
war ein Nischenprodukt für junge Zuschauer.<br />
Dennoch zeichnete sich zögernd eine Änderung<br />
ab. Ende 1968 verordnete sich das ARD-<br />
Fernsehen eine Verjüngungskur und hob den<br />
Anteil von Pop- und Rockmusik im Unter hal -<br />
tungsprogramm auf immerhin 25 % an.<br />
Der Prozess des Umdenkens verlief gleichwohl<br />
schleppend. Im Frühjahr 1969 hatte ich mir<br />
während einer großen Schulpause die neueste<br />
Beatles-LP „Yellow Submarine“ gekauft und mit<br />
in den Klassenraum genommen, wo mich zu<br />
Unterrichtsbeginn mein Griechisch-Lehrer mit<br />
dem Album aufbrachte. Er zog die LP aus der<br />
Einkaufstragetasche und gab mir vor versammelter<br />
Klasse zu verstehen, in einen Abgrund<br />
zu blicken, weil ich mich für derart niveaulose<br />
Musik interessiere. Seufzend zog er die LP aus<br />
dem Cover und stieß auf der Innenhülle zu seiner<br />
Freude auf die Abbildung der LP, O Mosella<br />
– eine musikalische Moselfahrt. Diese Musik<br />
möge ich mir besser nicht anhören, riet er mir,<br />
und empfahl im gleichen Atemzug „Willy<br />
Schneider singt fröhliche Lieder vom Rhein“. Der<br />
Blaue Bock ließ also nachdrücklich grüßen, in<br />
dem derlei Musik ihren Platz hatte, durchaus<br />
eine Art Vorläufer des Jahre später ins Leben<br />
gerufenen und anscheinend nicht tot zu bekom-<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 37<br />
menden Musikantenstadl. Was hätte mein Leh -<br />
rer wohl gesagt, wenn er mich nicht mit zwei<br />
weiteren LPs erwischt hätte, auf die ich nun zu<br />
sprechen komme. Schon die Cover hätten ihn<br />
vermutlich endgültig verstört.<br />
Im Frühjahr 1969 waren mit nur etwas gutem<br />
Willen mit Eric Clapton und Jimi Hendrix<br />
wenigstens schon zwei absolute Virtuosen der<br />
Rockgitarre zu erkennen. Ihnen sollte in Kürze<br />
der irische Vollblut-Gitarrist und -Rocksänger<br />
Rory Gallagher folgen, für die nächsten gut 25<br />
Jahre einer der großen, charismatischen Live-<br />
Performer, der ästhetisch alle Gitarrentech niken<br />
beherrschte, reihenweise überzeugende Riffs<br />
schuf, sich die Seele aus dem Leib sang oder<br />
sogar schrie und zuweilen seine Stimme wie<br />
ein zweites Instrument neben seiner Gitarre<br />
klingen ließ. Dabei trat er gleichzeitig sympathisch<br />
bescheiden auf in verwaschenen Kauf -<br />
haushemden, vielbenutzten Turnschuhen und<br />
meist mit seiner schon in den 1960er-Jahren<br />
sehr stark mitgenommenen Stratocaster, die er<br />
nie optisch aufarbeiten ließ und der er bis ans<br />
Lebensende treu blieb. Glamour war nicht<br />
Gallaghers Sache.<br />
Man mag TASTE zwar zur „British Blues In -<br />
vasion“ zählen, die Gruppe war aber neben Van<br />
Morrisons Them eine der nur wenigen irischen<br />
pro gressiven Bands der 1960er-Jahre. Damals<br />
dominierten die sogenannten Showbands die<br />
Unterhaltungsmusik für Tanzveran staltungen irischer<br />
Jugendlicher mit US-amerikanischen und<br />
TASTEs musikalischer Wucht, und welche<br />
Vitalität geht von den langen Blues-Nummern<br />
„Sugar Mama“ und „Catfish“ aus, feste Be -<br />
stand teile des Taste-Live-Repertoires! Das<br />
nachfolgende Album „On The Boards“ beweist<br />
eine musikalische Weiter entwicklung in atemberaubendem<br />
Tempo mit dem komplexen Hit<br />
Mit der Band TASTE spielt Gallagher 1968<br />
zwei herausragende Alben ein, die zeitlich versetzt<br />
auf den Markt gebracht wurden, im<br />
Frühjahr 1969 das gleichnamige Debutalbum<br />
und Anfang 1970 „On the Boards“. Mit dem<br />
Bassis ten Richard McCracken und dem<br />
Drummer John Wilson tourte er seit 1968<br />
durch Groß britannien. TASTE trat unter anderem<br />
im Londoner Marquee Club auf, wo Ende<br />
Oktober 1968 eines der Konzerte der Band<br />
mitgeschnitten wurde, das 1977 als Ariola-LP<br />
„In Concert“ veröffentlicht wurde. Das Publikum<br />
wird das Feuer der drei <strong>Musiker</strong> gespürt haben.<br />
Bei den Cream-Abschiedskonzerten Ende<br />
November 1968 in der Londoner Royal Albert<br />
Hall und 1969 auf der US-Tournee der kurzlebigen<br />
Band Blind spielten TASTE als Vor -<br />
gruppe, und kein Geringerer als Jimi Hendrix<br />
antwortete, als er gefragt wurde, wie er sich als<br />
weltbester Gitarrist fühle: „Keine Ahnung, da<br />
müssen Sie Rory Gallagher fragen.“<br />
TASTE war durchaus nicht nur eine Band mit<br />
einem Star als Frontmann und einer „gesichtslosen<br />
Rhythmusgruppe“. Zweifelsohne stach<br />
der gerade einmal 21-jährige Gallagher hervor.<br />
McCracken und John Wilson waren beileibe<br />
nicht nur „notwendiges Beiwerk“, sondern mitprägende<br />
Musi ker, mit denen sich ihre Vor gän -<br />
ger, die Gallagher 1967 für ein erstes Album be -<br />
gleiteten, künstlerisch nicht messen konnten;<br />
folgerichtig wurde diese LP auch erst nach dem<br />
durchschlagenden TASTE-Erfolg veröffentlicht.<br />
»Von 1971 bis 1982 brachte Rory Gallagher neun<br />
Studio- und drei Live-Alben heraus, prallvoll mit Songs<br />
unterschiedlichen Charakters, die den Künstler<br />
als einfallsreichen Rockmusik-Virtuosen ausweisen,<br />
der filigrane, melodische und knallharte Soli<br />
aus dem Ärmel geschüttelt zu haben schien, ohne dass<br />
sie sich in Wiederholungen ergingen.«<br />
britischen Hits, die sie mimikry-artig nachspielten,<br />
ohne Eigenes zu bieten. Der junge Rory<br />
Gallagher gehörte einer solchen Showband an<br />
und sammelte mit ihr auf Tourneen durch Europa<br />
Erfahrungen im Show geschäft. Musi kalisch<br />
war er bei seinem außergewöhnlichen Können<br />
damit unterfordert. Er löste sich von der Hit -<br />
pardenmusik anderer und wandte sich der<br />
Rock musik zu, bei der er mit einem Bluesrock-<br />
Schwerpunkt einen großen Facettenreichtum<br />
bewies. So ist bereits die erste mit McCracken<br />
und Wilson aufgenommene LP beeindruckend<br />
einfalls- und ab wechs lungsreich, bestückt mit<br />
immer neuen, überzeugenden Gitarrensoli. Ob<br />
die Stücke nun laut oder leise sind, die Band<br />
bleibt durch weg druckvoll. Solche Alben wirken<br />
auch nach dem soundsovielten Anhören<br />
Jahrzehnte nach der Veröffentlichung immer<br />
wieder aufs Neue frisch. Gleich der erste Titel<br />
„Blister On The Moon“ lässt keinen Zweifel an<br />
„What’s Going On“ (gegen Gallaghers Willen<br />
auch als Single veröffentlicht), den spannungs -<br />
geladenen Stücken „Railway And Gun“ und<br />
„Eat My Words“ mit wunderbaren Slide-Parts<br />
und unter anderem zwei ausgedehnten Aus -<br />
flügen in Jazzgefilde, bei denen Gallagher auch<br />
Saxophon spielte. Im Beat-Club war davon „It’s<br />
Happened Before, It’ll Happen Again“ zu be -<br />
wundern.<br />
Rory Gallagher hatte stets auch eine Vor liebe<br />
für nicht elektrisch verstärkt gespielte Songs,<br />
bei denen er mit seinem Fingerpicking brillierte.<br />
Schon auf dem Debütalbum finden sich davon<br />
„Leavin’ Blues“, „Hail“ und „I’m Moving On“, sie<br />
stehen im wunderbaren Kontrast zu den elektrischen<br />
Schwergewichten. Man kann sogar den<br />
Blues „Too Much Alcohol“ direkt ver gleichen,<br />
elektrisch gespielt auf dem Album „Irish Tour“<br />
und akustisch auf der National Steele Guitar<br />
<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
38 STORIES<br />
Ȇber das<br />
Auseinanderbrechen<br />
von TASTE gibt es<br />
unterschiedliche Versionen.<br />
Dass Gallagher als<br />
Aus nahmetalent<br />
mit wachsendem Erfolg<br />
von TASTE zielstrebig<br />
eine Solokarriere<br />
mit angestellten Begleit -<br />
musikern verfolgte,<br />
um allein zu bestimmen,<br />
wird aber kaum von der<br />
Hand zu weisen sein.«<br />
während Gallaghers Auftritt auf dem Montreux<br />
Jazz Festival 1975. Das war alles zu einer Zeit,<br />
als der Begriff unplugged für das Musik-<br />
Business noch unbekannt war. Als MTV seine<br />
„Unplugged“-Konzerte im Jahr 1989 startete,<br />
war Gallagher für das breite Musikpublikum leider<br />
nicht mehr „in“.<br />
Als Drei-Mann-Formation rückten TASTE mit<br />
ständiger Bühnenpräsenz für viele in die Nähe<br />
von Cream. Siedepunkt war Ende August 1970<br />
der fulminante Auftritt auf dem 3. Isle of Wight<br />
Festival. Spielfreude, Abwechslungsreichtum<br />
und druckvolle Energie waren unglaublich,<br />
Gallagher spielte sich entfesselt die Seele aus<br />
dem Leib, das Publikum war aus dem Häuschen<br />
und entlockte der Band drei Zugaben. Über<br />
viele Jahre war für mich TASTEs Auftritt auf dem<br />
Montreux Jazz Festival wenige Tage darauf das<br />
bessere Konzert, da es so überzeugend auf dem<br />
dritten Album der Band klingt: „TASTE Live“. Im<br />
Dokumentarfilm über das Isle of Wight Festival<br />
ist Gallagher nur allein mit „Gambling Blues“<br />
zu sehen. Meine Wertschätzung für das<br />
Montreux-Konzert hat überhaupt nicht gelitten<br />
– ein absolutes Muss für Freunde von TASTE<br />
und Gallagher –, aber seit Herbst 2015 lässt<br />
sich neu zu bewerten, welch ein Ereignis der<br />
TASTE-Auftritt auf der Isle of Wight gewesen<br />
ist. Sein größter Teil ist nun auf der DVD/Blu-Ray<br />
„What’s Going On – TASTE Live At The Isle Of<br />
Wight“ samt der frenetischen Reaktionen der<br />
Festivalbesucher zu bewundern. Auf der parallel<br />
dazu veröffentlichten CD sind es noch drei<br />
Stücke mehr (wobei gegenüber dem Film wiederum<br />
der „Gambling Blues“ fehlt). Die <strong>Musiker</strong><br />
harmonierten offenbar traumwandlerisch sicher<br />
miteinander, noch besser als auf den ebenfalls<br />
im Herbst 2015 in der 4-CD-Box erstmals veröffentlichten<br />
Live-Aufnahmen. Man mag es<br />
kaum glauben, dass Ende August 1970 die Auf -<br />
lösung der Band bereits beschlossene Sache<br />
war. Deswegen verwundert der darauf folgende<br />
vor zügliche Montreux-Auftritt noch mehr. Über<br />
das Auseinanderbrechen von TASTE gibt es<br />
unterschiedliche Versionen. Dass Gallagher als<br />
Aus nahmetalent (Gitarrist, Sänger, Songwriter<br />
und Performer) mit wachsendem Erfolg von<br />
TASTE zielstrebig eine Solokarriere mit angestellten<br />
Begleitmusikern verfolgte, um allein zu<br />
bestimmen, wird aber kaum von der Hand zu<br />
weisen sein. Ohne ihn war TASTE letztlich auch<br />
nicht vorstellbar: 2009 belebten McCracken und<br />
Wilson TASTE mit dem Gitarristen Sam<br />
Davidson auf dem Album „Wall to Wall“ neu,<br />
was nicht schlecht geriet, aber ein Schatten<br />
der Band blieb, der Gallagher angehört hatte.<br />
Bis Ende 1970 hielten TASTE durch, und<br />
danach gab es nur noch Rory Gallagher und<br />
seine Band. Von 1971 bis 1982 brachte er neun<br />
Studio- und drei Live-Alben heraus, prallvoll mit<br />
Songs unterschiedlichen Charakters, die den<br />
Künstler als einfallsreichen Rockmusik-Vir tuosen<br />
ausweisen, der filigrane, melodische und knallharte<br />
Soli aus dem Ärmel geschüttelt zu haben<br />
schien, ohne dass sie sich in Wiederholungen<br />
ergingen. Genau das fesselte Gallaghers Fans,<br />
die in seine Konzerte strömten und ihn in<br />
Deutschland zu einem Liebling der Rockmusik-<br />
Liebhaber machten, der immer wieder Gast im<br />
Beat-Club und im Rockpalast war.<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 39<br />
Gallagher hat damit neue Maßstäbe gesetzt.<br />
Aus der Fülle der zahlreichen einprägsamen<br />
Songs greife ich „Sinner Boy“, „Laundromat“,<br />
„In Your Town“, „Souped-Up Ford“, „Secret<br />
Agent“ und „A Million Miles Away“ heraus und<br />
die akustischen Publikums-Lieblinge „Pistol<br />
Snapper Blues“, „As The Crow Flies“, „Out On<br />
The Western Plain“, „Going To My Home Town“,<br />
„Barley And Grape Rag“ und „Ride On Red“.<br />
Dass die Rolling Stones an einem derart<br />
hochkarätigen Künstler Interesse zeigten, als<br />
1974 Mick Taylor die Band verließ, nimmt nicht<br />
Wunder. Tatsächlich spielte Gallagher mit der<br />
Band einige Konzerte. Als Frontmann mit eigener<br />
Band war es für ihn auf die Dauer aber kaum<br />
verlockend, bei den Stones als zweiter Gitarrist<br />
einzusteigen, dem Mick Jagger und Keith<br />
Richards nur von Zeit zu Zeit zugestanden hätten,<br />
einmal nach vorn zu treten, wohl kaum<br />
dann aber auch als Leadsänger. Dennoch blieb<br />
Gallagher ein gesuchter Gastmusiker, zum<br />
Beispiel an der Seite von Jerry Lee Lewis,<br />
Muddy Waters, Albert King, Chris Barber und<br />
den Dubliners.<br />
Als Publikumsliebling schrieb er mit insgesamt<br />
fünf Auftritten von 1976 bis 1990 im legendären<br />
Rockpalast TV-Geschichte, die wohl noch<br />
mehr als Tony Palmers Konzert-Dokumentar -<br />
film „Irish Tour“ von 1974 die Wertschätzung für<br />
Rory Gallagher gefestigt haben; sie sind alle<br />
auf DVD erhältlich. Welche Spannung lag in der<br />
Luft, als für den 23. und 24. April 1977 die erste<br />
Rockpalast-Nacht als Eurovisionssendung an -<br />
gekündigt wurde, mit parallel im Radio gesendetem<br />
Stereoton zu hören, und Rory Gallagher<br />
sollte sie eröffnen! Tonbandgeräte einschalten,<br />
war die Devise. Meine hohen Erwartungen wurden<br />
nicht enttäuscht, er spielte ein fantastisches<br />
Konzert und sprang mitunter wie ein Irrwisch<br />
über die Bühne, ohne nur einen Augenblick die<br />
Kontrolle über sein Gitarrenspiel zu verlieren.<br />
Wieder einmal gab er alles, und natürlich ge -<br />
hörte auch der beliebte „Bullfrog Blues“ zum<br />
Pro gramm. Staunen mit offenem Mund und<br />
unglaubliche Freude. (Überhaupt war diese<br />
Rock palast-Nacht, wie künftige auch, bis in die<br />
frühen Morgenstunden ein besonderes musikalisches<br />
Erlebnis.) Dass er sich im Handum -<br />
drehen auf andere <strong>Musiker</strong> einstellen konnte,<br />
zeigt eindrucksvoll sein Rocklife-Konzert in der<br />
Kölner Music Hall von 1990, als in der Reihe<br />
Ohne Filter auch ein anderes sehenswertes<br />
Gallagher-Konzert gesendet wurde. Jack Bruce<br />
hatte gerade sein eigenes Konzert in einem<br />
anderen Saal der Music Hall beendet und kam<br />
zu Gallagher, um mit ihm drei Stücke zu spielen,<br />
darunter den Cream-Klassiker „Politician“.<br />
Bevor dieser Set startete, sang Gallagher hinter<br />
der Bühne kurz diesen Song an, und schon<br />
brillierte Gallagher auf der Bühne aus dem Steg -<br />
reif mit einem auf das Stück zugeschnittenen<br />
Solo.<br />
Seine mitreißende Präsenz belegen natürlich<br />
auch Aufnahmen für die BBC und ein Live-<br />
Mitschnitt von 1979 in dem Set „Notes From<br />
San Francisco“, genauso die DVDs The Beat<br />
Club Sessions 1971–72“ (mit herrlichen Aufnah -<br />
men, die seinerzeit überwiegend nicht im Fern -<br />
sehen gezeigt worden waren – unglaublich, was<br />
man Jahrzehnte lang im Archiv hatte schmoren<br />
lassen) mit der Dokumentation „Ghost Blues“,<br />
Gallaghers Konzert aus dem Jahr 1987 im Cork<br />
Opera House, und seine fünf Auftritte auf dem <br />
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40 STORIES<br />
»Zuletzt konnte der einstmals<br />
wieselflinke <strong>Musiker</strong> nur noch im<br />
Sitzen spielen.«<br />
wickelt – fatal für einen <strong>Musiker</strong>, der rund um<br />
den Globus tourte. Nun nahm er auch noch<br />
Steroide ein. All das blieb nicht ohne körperliche<br />
Auswirkungen. War Gallagher bislang gertenschlank<br />
und drahtig gewesen, nahm er jetzt<br />
stark zu, worunter seine Agilität litt. Ver glichen<br />
mit seinem zuweilen ekstatischen Auftritt während<br />
der Rockpalast-Nacht Ende April 1977<br />
wirkte er Ende August 1982 auf der Loreley<br />
schon nicht mehr ganz so quirlig. Wenige Jahre<br />
später war er aufgedunsen und bot 1994 bei<br />
seinem letzten Konzert für das Montreux Jazz<br />
Festival ein Bild des Jammers, von den Folgen<br />
seines Alkoholismus zudem gezeichnet im<br />
Gesicht und an den Händen, die bei weiteren<br />
Auftritten sogar bluteten. Zuletzt konnte der<br />
einstmals wieselflinke <strong>Musiker</strong> auch nur noch<br />
im Sitzen spielen.<br />
Montreux Jazz Festival von 1975 bis 1994, festgehalten<br />
mit zahlreichen Ausschnitten auf einer<br />
Doppel-DVD. Viele Gallagher-Klassiker, und<br />
immer wieder dabei fantastische Blues-<br />
Variationen und akustische Bravour-Stücke.<br />
Seine legendäre „Irish Tour“ ist neben Palmers<br />
Film mittlerweile sogar auf sieben CDs ausführlich<br />
dokumentiert. Wer sich an dem Aus -<br />
nahmemusiker nicht sattgesehen hat, kann sich<br />
außerdem auf die Suche nach weiteren TV-<br />
Konzerten aus dem deutschsprachigen Raum,<br />
aus Frankreich und Großbritannien machen und<br />
das Sergeant-Pepper-Motto der Beatles bestätigt<br />
finden: „A splendid time is guaranteed for<br />
all“. 1992 brachte Gallagher übrigens getreu<br />
Frank Zappas Motto „Bootleg the Bootleggers“<br />
auch das Set „Official Bootleg Series Vol. 1“ mit<br />
drei Live-Konzerten heraus, die trotz aufnahmetechnisch<br />
bedingter Einschrän kungen viel<br />
Vergnügen bereiten. Posthum erschienen 2001<br />
der soundtechnisch leider unbefriedigende Mit -<br />
schnitt eines Konzerts kurz vor Weihnachten<br />
1993 unter dem Titel „Meeting With The G-<br />
Man“ (20<strong>03</strong> mit sechs zusätzlichen Titeln noch<br />
einmal veröffentlicht) und 20<strong>03</strong> das Album<br />
„Wheels Within Wheels“, das Gallagher überwiegend<br />
ohne seine Stratocaster mit rein akustischen<br />
Auf nahmen präsentiert, bei dem musikalische<br />
Ein flüsse seiner Heimat deutlich werden.<br />
Offenbar konnte Gallagher aus dem Vollen<br />
schöpfen und sich sogar leisten, ein 1978 in<br />
den USA eingespieltes Studioalbum nicht zu<br />
veröffentlichen, weil er mit der Produktion un -<br />
zufrieden war. Stattdessen kam Ende des Jahres<br />
die in Deutschland aufgenommene LP „Photo<br />
Finish“ heraus, die wieder einmal keine Wünsche<br />
übrig ließ. Das damals zurückgehaltene US-<br />
Album ist mittlerweile offiziell erhältlich, und es<br />
bereitet sehr viel Vergnügen. 1982 erschien mit<br />
„Jinx“ Gallaghers vorerst letzte LP in einem<br />
regel mäßigen Rhythmus, wovon sein Rock -<br />
palast-Auftritt auf der Loreley mit anschließender<br />
Jam Session nichts ahnen ließ. Sein Label<br />
erachtete seine Musik als überholt. Zu seinen<br />
Leb zeiten veröffentlichte er schließlich nur<br />
noch zwei Studioalben, 1987 „Defender“ und<br />
1990 „Fresh Evidence“, beide ohne Qualitätsein -<br />
bußen. So auch zwei akustische Stücke, die<br />
Gallagher im Mai 1994 eigens für die Tribute-<br />
Doppel-CD „Peter Green Songbook“ (wiederveröffentlicht<br />
als „Rattlesnake Guitar – The Music<br />
of Peter Green“) beisteuerte, den quälenden<br />
„Showbiz Blues“, der sich durchaus auch auf<br />
Gallaghers eigene verfahrene Situation beziehen<br />
lässt, und der „Leavin’ Town Blues“. Sie<br />
zählen zu den High lights dieses Projektes.<br />
In den ersten Jahren seiner Karriere soll<br />
Gallagher noch unwirsch reagiert haben, wenn<br />
in seiner Gegenwart auch nur Bier getrunken<br />
wurde. Im Laufe der Jahre verfiel er jedoch<br />
dem Alkohol und brauchte zuletzt bis zu zwei<br />
Flaschen Whiskey pro Tag. Womöglich kam er<br />
nicht damit zurecht, dass es ihm nicht gelungen<br />
war, eine Beziehung zu einer Frau aufzubauen<br />
und eine Familie zu gründen. Ende der<br />
1970er-Jahre hatte er überdies Flugangst ent-<br />
1995 musste Gallagher sich einer Leber -<br />
transplantation unterziehen, an deren Folgen er<br />
am 14. Juni 1995 verstarb. Sein Tod löste große<br />
Betroffenheit aus. Nicht einmal 50 Jahre ist<br />
dieser Ausnahmemusiker geworden, der sich<br />
immer gewünscht hatte, wie sein Vorbild Muddy<br />
Waters bis ins Alter auf der Bühne zu stehen. In<br />
freundschaftlicher Verbundenheit reagierte die<br />
Rockpalast-Redaktion vier Tage nach dem Tod<br />
des Gitarristen mit einem Nachruf, am 26. Juli<br />
1996 fand zu seinen Ehren auf der Loreley ein<br />
Open-Air-Konzert des Rockpalastes der Gruppe<br />
Nine Below Zero (sie nannte sich dabei Band<br />
of Friends) mit drei Mitgliedern von Gallaghers<br />
ehemaligen Bands, außerdem folgte eine 90-<br />
minütige Dokumentation über ihn.<br />
Nach seinem Tod hat Gallaghers Bruder und<br />
Manager Dónal das musikalische Erbe behutsam<br />
gepflegt. So hat er alle offiziellen Alben der<br />
Solokarriere mit hörenswerten Bonustracks<br />
wiederveröffentlicht und dazu viele Highlights<br />
herausgebracht. Bleibt zu hoffen, dass er dies<br />
mit weiteren spannenden Veröffentlichungen<br />
fortführt und eines Tages in Bild und Ton auch<br />
TASTEs vollständiger Auftritt in Montreux von<br />
Anfang September 1970 dabei sein wird.<br />
NÄCHSTE FOLGE:<br />
DAVID LINDLEY – DER SAITEN-WIZARD<br />
TEXT: DR. NORBERT APING<br />
FOTOQUELLE: WIKIPEDIA<br />
DR. NORBERT APING<br />
Geboren 1952, Buchautor<br />
und Leiter des Amtsgerichts<br />
in Buxtehude.<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
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MARSHALLAMPS.DE | #LIVEFORMUSIC
42 STORIES<br />
MM: Kris, du hast mit Black Penny Records<br />
ein Blues-Label gegründet. Wie kam es dazu?<br />
KRIS: Ich habe mir in den vergangenen zehn<br />
Jahren in der deutschen Bluesszene einen ganz<br />
guten Ruf erarbeitet. Bei meinem zweiten Album<br />
„One For Sorrow“, das 2012 erschienen ist,<br />
hatte ich das Interesse von zwei Blues Labels<br />
geweckt. Ich war überglücklich, als ich die Ver -<br />
tragsangebote bekommen habe, war aber er -<br />
staunt, wie wenig ich bei einem Bandüber nahme-<br />
Vertrag verdienen würde. Es war erschreckend,<br />
wie wenig Gewinnpotenzial da drin steckte. Ich<br />
hatte Tausende von Euro in die Aufnahmen investiert<br />
und damit ich einen Breakeven erreichen<br />
würde, müsste das Label Tausende CDs verkaufen.<br />
Als Künstler wenige Prozente vom Händler -<br />
ab gabepreis zu verdienen, finde ich nicht richtig.<br />
Mein Erfolg lag zu 100 Prozent in den Händen<br />
vom Label. Die Labels waren nicht transparent.<br />
Da war von Anfang an Misstrauen da. Alles, was<br />
sie als Mehrwert im Sinne von Werbung und<br />
Vertrieb verkauften, hatte ich bereits als Band -<br />
leader getan. Also entschied ich, selbst ein Label<br />
zu gründen, das fairer mit den Bands umgeht.<br />
Zur Veröffentlichung meines Albums „Taylor<br />
Road” im Januar 2015 habe ich Black Penny<br />
Records gegründet. Mit dem Album habe ich<br />
ver sucht, alle Labelaktivitäten zu verstehen, zu<br />
lernen und zu dokumentieren. Ich habe eine<br />
Blues-Presse-Datenbank mit allen Presse kon -<br />
tak ten, Kosten für Anzeigen in diversen Zeit -<br />
schriften und Radiosendern, die Blues spielen,<br />
erstellt. Ich habe mein Netzwerk erweitert, den<br />
Markt studiert und Vertriebspartnerschaften ge -<br />
schlossen. Dann war ich bereit für andere Bands.<br />
Ich habe ein Modell für die Zusammenarbeit mit<br />
jungen, hungrigen Bands entwickelt, damit die<br />
Bands auch etwas verdienen. Ich liebe Blues<br />
und habe vor zehn Jahren als Neuling angefangen.<br />
Ich wusste nicht, wie ich ein Album herausbringen<br />
kann. Keiner hat mir geholfen. Ich will nun<br />
anderen Bands helfen und ihnen die Chance<br />
geben, erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen.<br />
BLACK PENNY<br />
RECORDS<br />
Interview mit Kristian Pohlmann<br />
MM: Wonach entscheidest du, welche Bands<br />
du unter Vertrag nimmst?<br />
KRIS: Die Band muss Bluestalent haben. Ich<br />
muss die Band interessant finden. Musikalisches<br />
Können ist das A und O. Ich habe wenig Lust auf<br />
langweilige Zwölftaktschema-Bluesbands. Die gibt<br />
es in jeder Kneipe bei einer Jamsession. Die Band<br />
muss den Blues verstehen und ihn weiterbringen.<br />
Die Band muss hungrig und lernfähig sein<br />
und Businesskonzepte verstehen. Es macht keinen<br />
Sinn, wenn eine Band mich fragt, ob ich sie<br />
unter Vertrag nehmen kann, wenn sie nicht einmal<br />
fünf Konzerte im Jahr geben.<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
STORIES 43<br />
Der größte Merchandise- und Albumumsatz<br />
entsteht bei Live-Aufritten. Das Verdienstpotenzial<br />
muss hoch sein. Die Band muss motiviert sein,<br />
hart für den Erfolg zu arbeiten.<br />
MM: Wie entdeckst du neue Bands?<br />
KRIS: Ich lese viel und höre viel Musik. Ich schaue,<br />
wer live unterwegs ist. Außerdem bin ich Mit be -<br />
sitzer eines Tonstudios und arbeite mit zwei Pro -<br />
duzenten zusammen. So habe ich Minor Cabinet<br />
entdeckt. Mein Produzent hatte Minor Cabinet<br />
aufgenommen und hat sie mir empfohlen. Ich<br />
hörte die Aufnahmen an und suchte sofort den<br />
Kontakt. Ich wusste, dass ich diese Band unter<br />
Vertrag nehmen wollte. Die Band klang frisch<br />
und voller Energie. Mit Minor Cabinet läuft das alles<br />
super. Nun suche ich nach einer weiteren Band.<br />
MM: Du sagst, du nimmst nur Künstler, die<br />
mit dir auf einer Wellenlänge sind. Warum?<br />
Und wie sind solche Künstler drauf?<br />
KRIS: Bei Minor Cabinet war schon in den ersten<br />
Gesprächen deutlich, dass sie hungrig waren,<br />
dass sie den nächsten Schritt erreichen wollten.<br />
Die Band wusste etwas vom Markt, vom Album -<br />
prozess, von Marketing und Promotion. Die Band<br />
hatte viele Fragen gestellt. Ich konnte sehen, dass<br />
sie bereit waren zu lernen und hart zu arbeiten.<br />
Ich habe der Band erklärt, was ich als Label<br />
anbiete, was ich für sie tun würde und was ich<br />
von der Band erwarte. Ich bin vom Beruf her<br />
Berater und Projektmanager. Ich arbeite hart,<br />
aber effizient. Ich investiere meine Zeit nur da,<br />
wo es Sinn macht und wo ich das Maximale wiederbekomme.<br />
Nicht nur finanziell, sondern wo<br />
ich den Erfolg sehen kann. Bei Minor Cabinet<br />
»Ich arbeite hart, aber effizient. Ich investiere meine<br />
Zeit nur da, wo es Sinn macht und wo ich<br />
das Maximale wiederbekomme. Nicht nur finanziell,<br />
sondern wo ich den Erfolg sehen kann.«<br />
war das genau richtig. Ihr Debüt-Album „Black<br />
Ink On White Sheets“ wurde im September veröffentlicht<br />
und wurde als „Album des Monats“<br />
bei „Blues In Germany“ ausgezeichnet. Ein toller<br />
Erfolg für die junge Band und das Label.<br />
MM: Blues braucht Nachwuchs, „neues<br />
Blut“, so steht es auf deiner Website. Warum<br />
braucht der Blues das nötiger als andere<br />
Musikrichtungen?<br />
KRIS: Ich weiß nicht, ob es bei Blues notwendiger<br />
ist als bei anderen Musikrichtungen. Aber beim<br />
Blues ist es leider so, dass die Musik eher für<br />
etwas ältere Leute ist. In der Clubszene sind die<br />
Zuschauer im Schnitt um die 50 bis 60 Jahre alt.<br />
Die meisten Bands in der Szene sind auch seit<br />
Ewigkeiten aktiv. Es fehlt, zumindest in Deutsch -<br />
land, an jungen, wirklich frischen Bands. Das<br />
würde ich gerne ändern.<br />
MM: Du machst selbst seit vielen Jahren<br />
professionell Musik. Was war ausschlaggebend,<br />
dich mit Musik selbstständig zu<br />
machen?<br />
KRIS: Meine erste Band habe ich gegründet, als<br />
er mir bewusst wurde, dass ich es mit 28 nicht<br />
mehr schaffen würde, Profifußballer zu werden.<br />
Erst nachdem ich einige Konzerte gespielt hatte,<br />
wusste ich, dass ich das nicht halbherzig angehen<br />
kann. Ich habe, seit ich Teenager bin, Gitarre ge -<br />
spielt und studiert. Erst Ende 20 wurde mir be -<br />
wusst, wie toll es ist, Musik in einer Band live zu<br />
spielen. Mit der Zeit wurde das erfolgreicher. Meine<br />
eigene Band (Kris Pohlmann) und das Label laufen<br />
gut. Das motiviert mich, weiterzumachen.<br />
MM: Geboren bist du in England, kamst mit<br />
22 Jahren nach Deutschland. Warum?<br />
KRIS: Mein Vater ist Deutscher. Als ich ein Kind<br />
war, haben wir viel Zeit in Frankfurt bei meinen<br />
Großeltern verbracht. Später habe ich Informatik<br />
in Aachen studiert. Nach meinem Studium habe<br />
ich in Düsseldorf als Unternehmensberater an -<br />
gefangen. Ziel war, ein oder zwei Jahre hier zu<br />
bleiben. 16 Jahre später ist Düsseldorf zu meiner<br />
Heimat geworden.<br />
MM: Wie würdest du den deutschen Musik -<br />
markt beschreiben?<br />
KRIS: Die Bluesszene ist hart. Man tourt und<br />
spielt generell in kleinen Clubs. Wenn 100 Leute<br />
zu den Shows kommen, ist das wirklich gut.<br />
Dementsprechend können die meisten Blues -<br />
künstler nicht vom Blues leben. Man kämpft um<br />
jeden Zuschauer. Man kämpft um jeden CD-<br />
Verkauf. Aber die deutschen Bluesfans sind loyal<br />
und enthusiastisch, die Bluesszene ist eine schöne<br />
große Familie. Blues ist etwas Besonderes. Ich<br />
sage immer wieder, dass die Musik mich ausgesucht<br />
hat und nicht andersherum. Ich kann mir<br />
nicht vorstellen, irgendeinen anderen Musikstil zu<br />
spielen. Wenn aus meiner Leidenschaft Erfolg für<br />
mich und meine Bands entstehen kann, dann<br />
lebe ich meinen Traum.<br />
WEB: WWW.BLACKPENNYRECORDS.COM<br />
INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />
FOTO: OLIVER POHLMANN<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
44 MUSIKBUSINESS<br />
DAS NACKTE HÖREN<br />
Kann man als <strong>Musiker</strong>In das Hören abstellen?<br />
Ich bezweifle es. Und doch: manchmal, an<br />
schlechten Tagen, wünsche ich mir ein Sauer -<br />
stoffgerät, um mich damit in die Badewanne zu<br />
legen. Um für ein, zwei Stunden unterzutauchen<br />
und nichts – oder fast nichts mehr – zu hören bis<br />
auf das gedämpfte Gurgeln und Schwappen des<br />
Wassers, wenn ich mich bewege. Es erinnert mich<br />
an das dumpfe Geräusch im Film „Die Wand“, wo<br />
Martina Gedeck, die als Einsiedlerin irgendwo in<br />
einer Hütte in der Wildnis lebt, mitten auf dem<br />
Weg plötzlich gegen etwas stößt und nicht mehr<br />
weiterkommt. Sie entdeckt, dass sie von einer un -<br />
sichtbaren Wand umgeben und fortan in diesem<br />
Stück Wildnis wie in einem Kokon gefangen ist.<br />
All die vielen Geräusche, der Lärm von Straßen -<br />
verkehr und Baustellen, die Dauerberieselung<br />
mit (Werbe-)Musik in Bahnhöfen, Supermärkten,<br />
Arztpraxen – auch das vielleicht eine Form des<br />
Gefangenseins: der zivilisierte Mensch ist eingesperrt<br />
in eine Zelle mit tonalem Dauerbe schuss,<br />
ohne Tür und ohne Ausschaltknopf. Ich versuche,<br />
mich zu erinnern, wann ich das letzte Mal Stille<br />
erlebt habe. Eine Stille, in der nicht nur kein Fern -<br />
sehen, kein Handy und keine Musik zu hören<br />
war, sondern auch keine Motorengeräusche von<br />
der Straße, keine Baumaschinen aus dem Neu -<br />
bau viertel, keine Klimaanlage, kein Kühl schrank -<br />
surren, einfach gar nichts. Es muss damals bei<br />
dem Zweitagestrip in die Sahara in Tunesien/<br />
Nord afrika gewesen sein – ein Erlebnis, das ich<br />
nie vergessen werde: Nie zuvor habe ich einen<br />
Himmel mit Millionen und Abermillionen solch<br />
strahlender Sterne gesehen und einer so großen<br />
Stille gelauscht. Wo geht das noch? Hier, in<br />
Deutschland? Selbst kilometerweit in einen dichten<br />
Wald zu wandern schützt nicht vor Flugzeug -<br />
lärm. So, wie man in vielen Teilen Deutschlands<br />
keinen Fernblick mehr ohne die Windräder, die<br />
wie überdimensionierte Spargelstangen in die Luft<br />
ragen, genießen kann, so findet man kaum noch<br />
Orte der Stille. Und doch nehmen wir das hin. Es<br />
ist halt so, sagen wir. Schon seltsam, dass für<br />
manche Menschen spielende Kinder und bellende<br />
Hunde viel häufiger Grund zur Beschwerde<br />
oder gar Klage sind als künstliche, maschinenproduzierte<br />
Geräusche. Und zu Hause funken<br />
Fern seher, Handy und Computer im Dauer betrieb<br />
Sig nale ans Hirn. Von wegen Entspan nung! Eher<br />
sind Kopfschmerzen, gestörte Kon zen tra tions -<br />
fähig keit oder gar Aggressionen die Folgen dieser<br />
permanenten Reizüberflutung. Und Kreati vität<br />
wird unter gepflügt, ist in diesem Messie-Chaos<br />
nicht mehr auffindbar. Für <strong>Musiker</strong> (wie für alle<br />
Künstler) eine Katastrophe wenn der Zustand<br />
anhält.<br />
Seit einigen Jahren liegen Schweigeseminare<br />
im Trend, in denen nicht nur gestresste Manager,<br />
sondern Menschen verschiedenster Berufs- und<br />
Altersklassen sich für ein paar Tage in ein Kloster<br />
begeben und dort im Schweigen Ruhe und Ein -<br />
kehr suchen, in der Hoffnung, wieder zu sich selbst<br />
zu finden. Die eigene, innere Musik wieder zu<br />
hören ist das Ziel – auch wenn viele Seminar -<br />
teilnehmer später erzählen, sie hätten während<br />
ihrer Exkursion ins Schweigen eher das Gefühl<br />
gehabt, in sich eine dröhnende Großbaustelle<br />
vor zufinden. Jedenfalls zuerst einmal. Nicht immer<br />
müssen solche Exerzitien eine dramatische innere<br />
Wandlung bewirken; aber es gibt sie, die Men -<br />
schen, die nach vier Tagen Schweigen plötzlich<br />
mit traumwandlerischer Sicherheit wissen, was<br />
sie nicht wollen – und Montagfrüh um acht dem<br />
Chef die Kündigung auf den Tisch knallen. Auch<br />
zu wissen, was man nicht will, kann ja sehr erhellend<br />
sein. Wie wäre es also mit einer Fastenkur<br />
für die Ohren oder für die Seele? Oder für beides?<br />
Und, ganz bestimmt, auch für Inspiration und<br />
Kreati vität? Zum Einstieg kann es ja – schon<br />
Herausforderung genug – erst mal ein Schweigeund<br />
Stilletag zu Hause sein.<br />
Und was dann? – Hören natürlich! So, als ob<br />
man es zum ersten Mal täte. Nach Tagen des<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
MUSIKBUSINESS 45<br />
Schweigens und der Stille ist „The Köln Concert“<br />
von Keith Jarrett einmal mehr eine Offenbarung,<br />
ein Fest. Was für eine Musik! Und: leises Lachen,<br />
vereinzeltes Hüsteln und gemurmelte Worte aus<br />
dem Publikum, das Geräusch, wenn Jarrett das<br />
Pedal tritt, wenn er summt, all das dringt intensiv<br />
ins Bewusstsein. Es ist ein bisschen wie der erste<br />
Apfelschnitz nach fünf Tagen Fasten: Zuerst riecht<br />
man den süßsäuerlichen Duft, dann, bei der Be -<br />
rührung des Apfels mit den Lippen, fühlt man die<br />
feuchte Kühle des rauen Fruchtfleisches und der<br />
glatten Schale, hört das Krachen beim Abbeißen<br />
eines Stückchens Apfel und spürt das wohligwarme<br />
Gefühl, das sich im Innern ausbreitet.<br />
Kurios: Das Schmecken schließlich kommt erst<br />
ganz zum Schluss.<br />
So können nach der Stille das Hören und die<br />
Musik wieder neu entdeckt werden, kann die<br />
lauschende Seele Ton für Ton bunte Klangsterne<br />
in den blauschwarzen Nachthimmel tupfen. Musik<br />
pur. Ohne Licht- und Lasereffekte, ohne gigantische<br />
Bildschirme, auf denen in halsbrecherischer<br />
Geschwindigkeit Filmszenen ablaufen, ohne<br />
Hightech-Effekte und all den anderen Schnick-<br />
»Wie wäre es also<br />
mit einer Fastenkur für die<br />
Ohren oder für die Seele?<br />
Und, ganz bestimmt,<br />
auch für Inspiration und<br />
Kreati vität?«<br />
Schnack: das nackte Hören – und dabei doch so<br />
viel sehen. Wie damals, in dem verrauchten kleinen<br />
Jazz-Club, wo der Kaffee so schwarz und<br />
stark war wie der Rioja dunkel und schwer. Oder<br />
zu Hause: mal wieder Musik über Kopfhörer hören<br />
– und nicht nebenbei bügeln, facebooken oder die<br />
Steuererklärung machen. Hören mit ge schlosse -<br />
nen Augen, bis der Regenbogen schimmert, den<br />
Jarretts Klavierspiel herbeizaubert. Und man den<br />
wohligen Schauer spürt, wenn sich die kleinen<br />
Härchen zu einer Gänsehaut aufrichten, als ob<br />
eine frische Meeresbrise sie streift. Fast glaubt<br />
man, den salzigen Duft zu schmecken und die<br />
Brandung der Wellen zu hören: zuerst nur als leises<br />
Rauschen, das sich bald zu einem Rausch<br />
aus Farben und Tönen steigert, wenn – gegen<br />
Ende von Part I – die Musik die Sonne hinter den<br />
Bergen aufgehen und den Tau glitzern lässt: Ein<br />
Hoch auf die Ohren, das Geschenk des Hörens,<br />
die Musik – und auf Keith Jarrett.<br />
MUSIKTIPP:<br />
KEITH JARRETT – „THE KÖLN CONCERT“<br />
TEXT: LEEZA NAIL<br />
FOTOS: © PATHDOC/FOTOLIA.COM
46 MUSIKBUSINESS<br />
IMPROVISATION<br />
(auf der Gitarre)<br />
Der Begriff Improvisieren geht auf das lateinische<br />
Wort improvisus zurück und be -<br />
deutet in etwa so viel wie unvorhergesehen oder<br />
unerwartet. Unvorhersehbare und unerwartete<br />
Ele mente in einem Vortrag, ganz gleich ob auf<br />
einer Theaterbühne, im Bundestag oder in einem<br />
Konzert, sind ein wichtiges Mittel, um ein Publi -<br />
kum zu unterhalten und einen direkten Draht zu<br />
ihm zu entwickeln. So ist die Fähigkeit zur Impro -<br />
visation eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit<br />
als Unterhaltungskünstler, ob als Talkmaster, Musi -<br />
ker, Schauspieler oder Comedian. Eine Darbie -<br />
tung wird erst lebendig, wenn ein Künstler auf<br />
eine bestimmte Atmosphäre oder Gefühlslagen<br />
und Stimmungen situativ reagieren kann.<br />
Mit Improvisation in der Musik verhält es sich<br />
genauso. In allen lebendigen, also sich weiterentwickelnden<br />
Musikrichtungen und Genres, ist<br />
Improvisation ein wichtiges Element. Improvi sierte<br />
Teile oder zumindest Elemente sind oft das Salz<br />
in der Suppe und manchmal sogar noch mehr.<br />
Improvisationen finden sich nicht nur in westlicher<br />
Musik, sondern auch in der indischen Musik<br />
(besonders der nordindischen) oder der orientalischen<br />
Musik (hier werden sie Taksim genannt).<br />
Es gab Improvisation (über Ostinatobässe) früher<br />
auch in der Renaissance und im Barock. Impro -<br />
visation ist wahrscheinlich das Wesens merkmal<br />
des Jazz, ist aber auch in verwandten populären<br />
Musikrichtungen wie Blues, Blues Rock, Classic<br />
Rock (Jimi Hendrix, Eric Clapton, Pink Floyd etc.)<br />
und dem Jazzrock zu Hause.<br />
✱ HISTORIE DER IMPROVISATION<br />
In der europäischen Musik seit der Re nai s -<br />
sance oder solcher Musik, die zumindest von<br />
europäischer Musikkultur beeinflusst ist (wozu<br />
auch Jazz, Blues und Rockmusik zählen), liegt<br />
der Improvisation meist ein harmonisches Gerüst<br />
(also eine bestimmte Akkordfolge) zugrunde. Die<br />
Improvisation in der europäischen Musik des<br />
Mittelalters basierte zumeist nur auf Melodien,<br />
die durch Verzierungen, Variationen und Impro vi -<br />
sationen ausgeschmückt wurde. Harmonik im<br />
engeren Sinn war damals noch unbekannt. In der<br />
Musik anderer Kulturkreise (z.B. orientalischer<br />
und indischer Musik) ist dies im Wesentlichen noch<br />
heute so. In diesen Musikrichtungen wird häufig<br />
durch eine bestimmte Skala der tonale Rahmen<br />
für Improvisationen vorgegeben. Diese Ton leitern<br />
werden in der indischen Musik als Ragas be zeich -<br />
net, in der arabischen Musik heißen sie Maqam<br />
(Einzahl) oder Maqamat (Mehrzahl). Sie geben<br />
(neben den rhythmischen Mustern bzw. Metren)<br />
den Improvisationen ihre Farbe, Stim mung und<br />
Struktur.<br />
Im Extremfall wird Improvisation als vollkommen<br />
voraussetzungsloses spontanes Spiel verstanden,<br />
wie in bestimmten Formen des Free<br />
Jazz. Etabliert hat sich dieser Ansatz nie. Offen -<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
MUSIKBUSINESS 47<br />
»Die Fähigkeit zur<br />
Impro visation ist eine<br />
wichtige Voraussetzung<br />
für die Arbeit als<br />
Unterhaltungskünstler.<br />
Eine Darbie tung wird<br />
erst lebendig, wenn<br />
ein Künstler auf eine<br />
bestimmte Atmosphäre<br />
oder Gefühlslagen und<br />
Stimmungen<br />
situativ reagieren<br />
kann.«<br />
bar sind (stilistische) Spielregeln und Strukturen<br />
für den Zuhörer von so großer Bedeutung, dass<br />
sich diese Versuche nie wirklich durchsetzen konnten.<br />
Wie sich am Jazz oder auch an der indi -<br />
schen Musik zeigen lässt, sind diese Spielregeln<br />
und Elemente tatsächlich so wichtig, dass im -<br />
pro visierende <strong>Musiker</strong> zum einen außerordentlich<br />
viel Zeit in das Studium des von ihnen verwendeten<br />
Materials investieren und zum anderen Mu -<br />
siker mit einem wirklich originären Individualstil<br />
von einem kundigen Hörer anhand charakteristischer<br />
Elemente sofort erkannt werden können.<br />
✱ IMPROVISATION IM JAZZ<br />
In keinem anderen Musikstil allerdings spielt<br />
die Improvisation eine so herausragende Rolle<br />
wie im Jazz. Die Improvisation gilt geradezu als<br />
DAS konstituierende Merkmal des Jazz. So hat<br />
sich im Jazz ein ausgeklügeltes System entwikkelt,<br />
das durch die arbeitsteilige Aufgaben ver -<br />
teilung erst das kollektive improvisierende Zu -<br />
sammenspiel in einer Gruppe ermöglicht. In der<br />
typischen Besetzung eines klassischen Jazz-<br />
Quartetts sieht die Besetzung und Aufgaben ver -<br />
teilung in etwa so aus: das Schlagzeug, das einzig<br />
und alleine rhythmische Aufgaben wahrnimmt und<br />
tonal nicht mit anderen Instrumenten in Konflikt<br />
geraten kann; der (Kontra-)Bass in der tiefen Lage;<br />
Klavier (oder Gitarre) als Akkordinstrument in der<br />
mittleren Lage sowie ein einstimmiges Me lodie -<br />
instrument in relativ hoher Lage (Saxo phon, Trom -<br />
pete). Alle Instrumentalisten können im Rahmen<br />
der ihnen zugewiesenen Aufgaben improvisieren,<br />
wobei immer das Aufeinandehören Voraus -<br />
setzung für das Funktionieren ist.<br />
✱ IMPROVISATION<br />
IN DER ROCKMUSIK<br />
Die Wurzeln der Improvisation in der Rock -<br />
musik liegen im Blues. In der Rockmusik wurde<br />
Improvisation ab ca. 1967 im Zuge des britischen<br />
Blues Revivals der 1960er-Jahre vor allem im<br />
Blues Rock und Psychedelic Rock (Acid Rock)<br />
sehr bedeutend. Pink Floyd, Soft Machine oder<br />
die deutsche Band Can verwendeten häufig Im -<br />
pro visationstechniken, die Spielweisen aus dem<br />
Blues mit Klangexperimenten und Live-Elektronik<br />
verbanden. Bei näher am Blues orientierten<br />
Bands, wie Deep Purple und Cream, be kamen<br />
die Improvisationen einen vergleichbaren Stellen -<br />
wert wie im Jazz. Hier konnten sich die Solisten<br />
mit langen Soli ausgiebig profilieren. Jimi Hendrix<br />
kann dabei als der Protagonist und Pionier in beiden<br />
Genres angesehen werden (u.a. mit seinem<br />
Album „Electric Ladyland“), der mit zu den über -<br />
zeugendsten Ergebnissen gelangte.<br />
Einen entsprechenden Stellenwert hat die<br />
Improvisation in der Rockmusik dann leider nicht<br />
behalten. Der Blues Rock mit Schwerpunkt Im -<br />
pro visation auf der E-Gitarre verband sich kulturell<br />
mehr und mehr mit dem Jazzrock (Prota go -<br />
nisten dieser Richtung sind Gitarristen wie Jeff<br />
Beck, Eric Johnson, Carl Verheyen und Scott<br />
Henderson) und wurde zu einer eher unkommerziellen<br />
Nebenströmung, während zwei andere,<br />
weitaus kommerziellere Strömungen in der<br />
Rock musik weitgehend ohne Improvisationen<br />
aus kamen. Einerseits war das die Entwicklung<br />
des Heavy Metal mit der eindimensionalen<br />
Fokussierung auf Geschwindigkeit und „Dampf-<br />
hammer-Riffs“ und der damit einhergehenden<br />
Not wendig keit zur Vorbereitung von fest ausgearbeiteten<br />
(Solo-)Passagen, andererseits die<br />
auch in anderen Bereichen des Rock (vor allem<br />
dem Progressive Rock) zu beobachtende Ent -<br />
wick lung, immer mehr auf Kosten der Impro visa -<br />
tion durchzukomponieren und durchzuarrangieren<br />
(wie bei Yes, Genesis, Queen); auch da,<br />
wo künst lerisch außerordentlich profilierte und<br />
stilbildende In stru mentalisten mitwirkten, wie z. B.<br />
Brian May in der Gruppe Queen.<br />
Trotzdem gab und gibt es auch im Rock -<br />
bereich außerordentlich versierte und eigenständige<br />
Improvisatoren wie Eric Johnson oder Jeff<br />
Beck. Um zu zeigen, aus welchen Elementen sich<br />
so ein eigenständiger (über die Jahre natürlich<br />
auch weiter entwickelnder) Stil bestehen kann,<br />
möchte ich an dieser Stelle eine kleine Stil ana lyse<br />
von Jeff Beck und Eric Johnson vornehmen:<br />
✱ JEFF BECKS GITARRENSTIL<br />
Jeff Beck kam 1965 als Nachfolger für Eric<br />
Clapton zu den Yardbirds und wurde später mit<br />
der Jeff Beck Group (in der anfangs Rod Stewart<br />
sang) bekannt. Jeff Beck hat immer wieder andere<br />
Pedale und Gitarreneffekte benutzt, ohne dass<br />
sich sein markanter Sound dadurch substantiell<br />
verändert hätte. Das zeigt, dass Sound in erster<br />
Linie im Kopf und mit den Fingern des Spielers<br />
erzeugt wird und nicht mit den verwendeten Gi -<br />
tarren, Verstärkern oder Effektgeräten. Zu Becks<br />
unverwechselbarem Stil und Marken zeichen ge -<br />
hören folgende „Trademark-Techniken“:<br />
Beck spielt wie Mark Knopfler mit den Fingern<br />
und nicht mit dem Plektrum. Im Gegensatz zu<br />
Knopfler ist sein Stil aber viel rauer. So lässt er<br />
auch gerne mal die Saiten wie ein Bassist beim<br />
Poppen auf das Griffbrett fatzen und erzeugt<br />
damit sehr expressive Sounds.<br />
Er benutzt den Lautstärkeregler der Gitarre häufig<br />
für sogenannte Volume Swells, also um den<br />
Attack der Noten zu unterdrücken und so ein violinartiges<br />
Einschwingen des Tons zu er zeugen.<br />
Er verwendet den Lautstärkeregler der Gitarre<br />
(wie viele andere Gitarristen übrigens auch), um<br />
den Verzerrungsgrad zu regulieren.<br />
Im Umgang mit dem Tremolo-Arm (Whammy<br />
Bar) ist Jeff Beck einer, wenn nicht gar der Groß -<br />
meister auf der E-Gitarre. Er benutzt ihn sowohl<br />
für sanftes Vibrato, Mikrotöne, als auch für thea- <br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
48 MUSIKBUSINESS<br />
tralischer Effekte wie „Dive Bombs“. Besonders<br />
gerne benutzt er ihn auch zum An schleifen von<br />
Tönen.<br />
Er nutzt ausgiebig die unterschiedlichen Klang -<br />
farben der verschiedenen Pickups: den Bridge-<br />
Pickup für Helligkeit und Biss, der Hals-Pickup<br />
für Schmelz im Ton. Dabei nutzt er zusätzlich<br />
noch die möglichen Klangfarben, die sich durch<br />
unterschiedliche Positionierung der Anschlag hand<br />
ergeben. Im Gegensatz zu traditionelleren Spielern<br />
wie Clapton beginnt und endet er seine Phrasen<br />
gerne auch mal mit ungewöhnlichen spannungsreicheren<br />
Intervallen wie einer Quarte oder Sexte.<br />
Beck hat auch einen ganz eigenen Slidestil auf<br />
einer in Standardstimmung gestimmten Gitarre<br />
entwickelt, bei dem er in der Lage ist, selbst Mikro -<br />
töne sehr genau zu intonieren und sich sogar<br />
den tonalen Feinheiten indischer Ragas gewachsen<br />
zeigt, wie man z. B. bei dem Stück „Nadia“<br />
hören kann. Auch seine Bending-Technik ist sehr<br />
eigenständig. Er kann damit u.a. auch den Sound<br />
eines Keyboard-Pitch-Wheel imitieren und hat<br />
sich auf diese Weise in den 1970er-Jahren schon<br />
regelrechte Battles mit dem Keyboarder Jan<br />
Hammer geliefert.<br />
✱ ERIC JOHNSONS GITARRENSTIL<br />
Am Beispiel von Eric Johnson lässt sich zeigen,<br />
wie sich durch gezielte Übernahme von Stil -<br />
elementen anderer Gitarristen ein ganz eigener<br />
Personalstil formen lässt. So hat Eric Johnson in<br />
seinem Spiel Elemente von gänzlich unterschiedlichen<br />
Gitarristen aus ganz verschiedenen Genres,<br />
»In allen „lebendigen“,<br />
also sich weiter<br />
entwickelnden<br />
Musikrichtungen und<br />
Genres, ist<br />
Improvisation ein<br />
wichtiges Element.<br />
Improvi sierte Teile<br />
oder zumindest<br />
Elemente sind oft<br />
das Salz in der Suppe<br />
und manchmal<br />
sogar noch mehr.«<br />
wie Eric Clapton, Jimi Hendrix, Jeff Beck, Wes<br />
Montgomery, Jerry Reed, Chet Atkins, Lenny<br />
Breau und Keith Richards, zu etwas ganz und gar<br />
Eigenem verwoben und transformiert. Die unterschiedlichen<br />
Elemente wie z.B. Wes’ Oktav technik<br />
oder Hendrix’ „Memphis-Soul“-Akkordtechnik<br />
fließen bei ihm auch in seinen Kompositionen so<br />
organisch ineinander und sind so miteinander ver -<br />
woben, dass sie zwar noch als unterschiedliche<br />
Elemente wahrgenommen werden, aber trotzdem<br />
einen neuen, eigenständigen Charakter be -<br />
kommen. Allerdings kann man ihn nicht auf dieses<br />
Übernehmen reduzieren. Er hat auch ganz eigene<br />
Elemente wie z. B. seinen originellen „Koto-<br />
Stil“ entwickelt und vieles von dem, was er ur -<br />
sprünglich einmal übernommen hat (z.B. von Keith<br />
Richards), noch einmal zu etwas Eigenständigem<br />
weiterentwickelt.<br />
✱ GEGENWART & AUSBLICK<br />
Durch viele am Jazz geschulte junge Rock -<br />
gitarristen ist das Thema Improvisation in den<br />
letzten Jahren zum Glück wieder aktueller ge -<br />
worden. Junge Gitarristen wie Guthrie Govan und<br />
Greg Howe, die im Jazz, Rock, Country und Blues<br />
gleichermaßen zu Hause sind, zeigen, dass Vir -<br />
tuosität und Spontaneität kein Widerspruch sein<br />
müssen und sorgen so dafür, dass das Thema<br />
auch für junge Gitarristen heute (wieder) aktueller<br />
ist denn je.<br />
TEXT: WIELAND HARMS<br />
GRAFIKEN: © BIGMEN/FOTOLIA.COM<br />
HÖRTIPPS (NICHT NUR)<br />
FÜR GITARRISTEN:<br />
In die folgende Liste (die keinen Anspruch<br />
auf Vollständigkeit erhebt) habe ich Gi tar -<br />
risten aus verschiedenen Stilrichtungen und<br />
Genres aufgenommen, bei denen Impro -<br />
visation einen relativ großen Stellenwert hat<br />
und die dabei zu einem eigenständigen Stil<br />
gefunden oder sogar stilprägend wurden<br />
(wie Jimi Hendrix, Wes Montgomery oder<br />
Django Reinhardt).<br />
CLASSIC BLUES: T-Bone Walker, Muddy<br />
Waters, B.B. King, Freddie King, Albert King,<br />
Albert Collins<br />
BLUES: Stevie Ray Vaughan, Eric Gale,<br />
Jeff Healey, John Mayer, Jonny Lang, Joe<br />
Bonamassa<br />
ROCK ‘N’ ROLL / ROCKABILLY: Chuck<br />
Berry, Brian Setzer<br />
CLASSIC BLUES ROCK: Mike Bloomfield,<br />
Mick Taylor, Eric Clapton, Peter Green,<br />
Duane Allman, Johnny Winter, Gary Moore<br />
CLASSIC ROCK: Jimi Hendrix, David<br />
Gilmour, Ritchie Blackmore, Carlos Santana<br />
CLASSIC COUNTRY: Chet Atkins, Jerry<br />
Reed, James Burton<br />
COUNTRY / COUNTRY ROCK: Danny<br />
Gatton, Albert Lee, Lenny Breau, Mark<br />
Knopfler, Jerry Donahue, Brent Mason, Greg<br />
Koch<br />
ROCK: Jeff Beck, Brian May, Steve Lukather,<br />
Slash<br />
HARD ROCK / HEAVY METAL: Jimmy<br />
Page, Randy Rhoads, Eddie Van Halen,<br />
Steve Morse, Michael Schenker, Uli Jon<br />
Roth, Yngwie Malmsteen, Joe Satriani,<br />
Steve Vai, Slash, Paul Gilbert, Ritchie Kotzen<br />
JAZZ: Eddie Lang, Django Reinhardt, Wes<br />
Montgomery, Joe Pass, George Benson,<br />
Pat Martino, Bireli Lagrene, Ulf Wakenius<br />
MODERN JAZZ: Pat Metheney, John<br />
Scofield, Bill Frisell, Mike Stern, Kurt<br />
Rosenwinkel<br />
WEST-COAST-FUSION: Lee Ritenour,<br />
Larry Carlton, Robben Ford<br />
JAZZROCK / FUSION: Larry Coryell, John<br />
McLaughlin, Al DiMeola, Terje Rypdal, Allan<br />
Holdsworth, Frank Gambale<br />
MODERN ROCK/JAZZROCK/FUSION:<br />
Eric Johnson, Michael Landau, Carl<br />
Verheyen, Scott Henderson, Shawn Lane,<br />
Andy Timmons, Guthrie Govan, Greg Howe<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
Angebot<br />
❶ Studiosendung<br />
Zur CD-Veröffentlichung oder einfach so – wir<br />
produzieren mit euch eine komplette Studiosendung<br />
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fernsehens. Mit Auftritt zu Playback (unplugged<br />
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➜ 1 000 Euro<br />
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im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />
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Die Vorteile im Überblick:<br />
❷ CD-Hearing /<br />
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künstler und euer musikalisches Schaffen.<br />
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• aufgezeichnet wird mit bis zu vier professionellen Kameras<br />
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• bei Bedarf inklusive Visagistin, die dafür sorgt, dass ihr gut ausseht<br />
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• Konzertbühne (8 m x 4 m) mit Licht, PA und Backline vorhanden*<br />
• ein großer Bildschirm (2 m x 1 m) im Studio steht euch als eure persönliche Werbefläche zur<br />
Verfügung – hier können wir euer Logo, das Albumcover, Werbung von Firmen oder sonstige Grafiken<br />
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• ein gut eingespieltes Team vor Ort kümmert sich um alle Belange<br />
• ihr bekommt eine geschnittene Sendung von RockTV inklusive Intro, animierten Bauchbinden und<br />
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• auf Wunsch stellen wir das Video On-Demand auf unserem YouTube-Kanal und sozialen Netzwerken<br />
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auch unplugged-Auftritte sind aber möglich und der Ton kann gegen einen geringen Aufpreis<br />
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Web. www.musiker-online.tv | Mail. info@musikermagazin.de | Fon. +49(0)4131-233<strong>03</strong>0 | Fax. +49(0)4131-233<strong>03</strong>15
50 MUSIKBUSINESS<br />
MUSIK-CHARTS<br />
Welchen Einfluss haben sie noch auf die Musikplanung im Radio?<br />
Im Jahr 20<strong>03</strong> stieg die Gesellschaft für Kon -<br />
sum forschung (GfK) mit in die Chart-Ermittlung<br />
ein, es entstand Media Control GfK International.<br />
2013 übernahm die GfK vollständig die Chart-<br />
Erstellung<br />
Zu aktuellen Fragen der Chart-Ermitt lung sprach<br />
RADIOSZENE mit GfK Entertainment-Ge schäfts -<br />
führer Dr. Mathias Giloth.<br />
GfK Entertainment erhebt im Auftrag für den<br />
Bundesverband Musikindustrie die wöchent -<br />
liche Bestenliste. Nach welchen Kriterien<br />
werden diese Charts ermittelt?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Basis der „Offiziellen<br />
Deutschen Charts“ sind die Verkäufe bzw. erzielten<br />
Umsätze von Musikprodukten in einer Chart -<br />
Woche (Freitag bis Donnerstag). Berücksichtigt<br />
für die Single-Charts werden physische Produkte<br />
(CD, DVD, Vinyl), digitale Produkte (Downloads)<br />
und Premium-Streams. Werbefinanzierte Streams<br />
oder auch Musikclips werden nach dem Regel -<br />
werk des BVMI nicht berücksichtigt. 2 800 Händler<br />
aller Absatzkanäle (stationärer Handel, E-Com -<br />
merce, Download, Streaming) liefern uns täglich<br />
ihre Verkaufsdaten, die geprüft, elektronisch verarbeitet<br />
und schließlich gemäß den Regularien<br />
zusammengestellt werden.<br />
Und wie läuft die Erfassung der Album-<br />
Charts?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Bei der Erfassung der<br />
Album-Charts spielen die gleichen Kriterien eine<br />
Rolle. Sogar Premium-Streams werden seit An -<br />
fang <strong>2016</strong> berücksichtigt.<br />
Wer bestimmt das Regelwerk und kontrolliert<br />
die Erhebung Ihrer Arbeit?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Das Regelwerk wird vom<br />
Bundesverband Musikindustrie erstellt. In Zu sam -<br />
menarbeit mit den Gremien des Bundes ver ban -<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
MUSIKBUSINESS 51<br />
des wird dieses immer wieder überprüft und auf<br />
aktuelle Marktveränderungen angepasst. So fließen<br />
seit Anfang <strong>2016</strong> Premium-Streams in die<br />
Album-Charts ein. Die Industrie hat in vielen Fällen<br />
ebenfalls Zugang zu Marktdaten und kann so die<br />
Charts nachvollziehen.<br />
Wie barrierefrei sind die Charts? Kann sich<br />
jeder Tonträger beziehungsweise jeder Song<br />
auch ohne Mitgliedschaft beim Verband in<br />
den Bestenlisten platzieren?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Grundsätzlich besteht<br />
für jeden Titel die Möglichkeit, sich in den Charts<br />
zu platzieren. Artikelstamminformationen müssen<br />
jedoch vorhanden sein. Diese können entweder<br />
über Phononet oder bei GfK angemeldet werden.<br />
Außerdem muss der Händler, der das Produkt ver -<br />
kauft, an unser Panel angeschlossen sein. Titel,<br />
deren Stammdaten unbekannt sind, können leider<br />
nicht erfasst werden.<br />
zu erkennen. Dies läuft unter dem Begriff „fraud<br />
detection“ und nimmt einen zentralen Platz in der<br />
Qualitätssicherung unserer Charts ein. Bei Ver -<br />
dachts fällen wird ein umfassender Prüf pro zess<br />
ausgelöst, den auch die Industrie und der Bundes -<br />
verband intensiv begleiten.<br />
Welche Arbeit steckt hinter der wöchentlichen<br />
Erhebung und wie groß ist das daran<br />
beteiligte Team?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Es ist ein aufwendiger<br />
Pro zess mit einem größeren Team, der insbesondere<br />
viele Prüfschritte wie z. B. auf Vollstän -<br />
dig keit und Richtigkeit der Händlerdaten und<br />
Qualitätssicherungsmaßnahmen enthält. Daneben<br />
aber auch und insbesondere vorbereitende<br />
Schritte, wie das Coding neuer Titel und Alben.<br />
Nicht zu vergessen die unterstützenden Aufgaben,<br />
wie Händlerbetreuung, die Pflege und Weiter ent -<br />
wicklung der Systeme, Anpassungen auf die sich<br />
In den Song-basierten Charts finden sich<br />
auffallend wenige Schlager-Titel …<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Das Genre Schlager funktioniert<br />
besser in den Album-Charts. Hier sind<br />
regelmäßig Schlagerkünstler auf den vorderen<br />
Plätzen vertreten. Fans von Schlagermusik kaufen<br />
lieber gleich das ganze Album als nur einen<br />
einzelnen Song oder eine Single.<br />
Welche aktuellen Trends kann man derzeit<br />
aus den deutschen Charts ableiten?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: In den „Offiziellen Deu t -<br />
schen Album-Charts“ sind Genres wie Hip-Hop<br />
und Schlager sehr beliebt. Außerdem geht der<br />
Trend hin zu deutschen Künstlern. Diese platzieren<br />
sich häufiger bzw. sind länger dabei als internationale<br />
Künstler. In den Single-Charts ist das<br />
anders. Hier haben internationale Künstler in vielen<br />
Fällen die Nase vorn.<br />
»In den „Offiziellen Deu t schen Album-Charts“ geht<br />
der Trend hin zu deutschen Künstlern.<br />
Diese platzieren sich häufiger bzw. sind länger dabei<br />
als internationale Künstler.«<br />
Die „Offiziellen Deutschen Charts“ haben<br />
eine hohe Bedeutung für Handel, Medien<br />
und Öffentlichkeit. Zu welchem Zeitpunkt<br />
und über welche öffentliche Kanäle werden<br />
die Ranglisten verbreitet?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Die „Offiziellen Deutschen<br />
Charts“ erscheinen jeden Freitag um 15 Uhr. Dazu<br />
gibt es eine Pressemeldung und Posts auf unseren<br />
Social-Media-Kanälen. Außerdem sind sie über<br />
unsere Website www.offiziellecharts.de zugänglich.<br />
Zu unseren Partnern und Kunden gehören<br />
Zeitungen, Radiosender, TV-Sender, Onlineseiten<br />
(VIVA, Ampya), die regelmäßig die Top 100, Genre -<br />
Charts oder auch Auszüge daraus veröffentlichen.<br />
Wer finanziert die doch offenbar sehr aufwendige<br />
Erhebung dieser Bestenlisten?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: In Deutschland werden<br />
die Charts über die Partnermedien finanziert, die<br />
die Veröffentlichungsrechte an den Charts er wer -<br />
ben.<br />
Wie sichern Sie das System gegen mögliche<br />
Manipulationsversuche ab?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Unsere Systeme sind darauf<br />
ausgelegt, mögliche Manipulationen sofort<br />
verändernden Marktbedingungen wie Streaming<br />
und eben die Kommunikation der Charts und die<br />
Verleihung des „#1 Award der Offiziellen Deut -<br />
schen Charts“.<br />
Erhebt Ihr Unternehmen noch weitere Be s -<br />
tenlisten aus dem Musikbereich bzw. weiterer<br />
Mediengattungen?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Ja, GfK Entertainment ist<br />
seit vielen Jahrzehnten offizieller Chart-Ermittler<br />
und betreibt Marktforschung im Entertainment-<br />
Be reich. Wir erstellen offizielle Charts in den Be -<br />
reichen Musik, Buch, Video und Games. Hier ar -<br />
beit en wir eng mit den entsprechenden Ver bän den<br />
zusam men und sind insgesamt als 100 pro zentige<br />
Tochter der GfK in mehr als 30 Ländern weltweit<br />
tätig.<br />
Neben den „Offiziellen Deutschen Musik-Charts“<br />
entstehen in Baden-Baden viele weitere Hit listen.<br />
Musik: u.a. Streaming-Charts, Download-<br />
Charts, Vinyl-Charts, Musikvideo-Charts, Hip-<br />
Hop-Charts, Dance-Charts etc.;<br />
Buch: Sachbuch, Ratgeber, Belletristik, Kinder -<br />
bücher, Jugendbücher etc.<br />
Video: DVD, Blu-Ray, Neuerscheinungen;<br />
Games: PC, einzelne Konsolen (Xbox One,<br />
Xbox 360, PS4, PS3, Wii, Wii U, NDS etc.).<br />
Zuletzt erreichen im Vergleich zu früheren<br />
Jahren relativ viele zuvor unbekannte Künst -<br />
ler die Song-Charts. Gibt es hierfür besondere<br />
Gründe?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Es gibt mehrere Ein -<br />
fluss faktoren. Zum einen haben sich die technischen<br />
Voraussetzungen, Musik in guter Qualität<br />
zu produzieren, enorm verbessert, und so ist es<br />
für Künst ler einfacher geworden, sich mit ihrer<br />
Kreati vität dem Wettbewerb zu stellen. Zum anderen<br />
haben sich mit Social Media Plattformen herausgebildet,<br />
die es ermöglichen, neue Songs ohne<br />
hohe Kosten vorzustellen und zu verbreiten.<br />
Steht dann noch ein gutes Label mit einer guten<br />
Kampagne hinter dem Künstler und treffe ich mit<br />
meiner Musik den Geschmack der Fans, steht<br />
einer Chart-Platzierung eigentlich nichts mehr im<br />
Wege.<br />
Gibt es Erkenntnisse, welche medialen oder<br />
sonstige Quellen besonderen Einfluss auf die<br />
Platzierungen der Charts haben?<br />
DR. MATHIAS GILOTH: Man merkt es immer wieder,<br />
dass nach Großereignissen oder großen TV-<br />
Shows die Künstler in den „Offiziellen Deutschen<br />
Charts“ nach oben klettern. Das ist bei Kon zerten<br />
nicht anders. Befindet sich eine Band gerade auf<br />
Tour, kann man fast davon ausgehen, dass sie<br />
auch in den Charts höher platziert ist als sonst.<br />
Auch Titelsongs von Kinofilmen profitieren oft vom<br />
Erfolg des Films.<br />
WEB: WWW.OFFIZIELLECHARTS.DE<br />
TEXTQUELLE: WWW.RADIOSZENE.DE<br />
FOTO: © DENISISMAGILOV/FOTOLIA.COM<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
52 PRODUKT-NEWS<br />
DA-3000 – HOCHAUFLÖSENDER STEREORECORDER<br />
A/D- / D/A-WANDLER<br />
Entwickelt als Nachfolger des weithin bekannten DV-<br />
RA1000HD – einem 2006 eingeführten, hochauflösenden<br />
Masterrecorder, der eine Festplatte oder DVDs als Speicher -<br />
medien nutzte –, ist der DA-3000 Tascams neues Flagg -<br />
schiff für hochauflösende Audioaufnahmen sowie A/D- und<br />
D/A-Wandlung.<br />
Der schlanke, moderne DA-3000 passt in jedes professionelle<br />
oder Heimstudio, ob für die Aufnahme, das Mastering<br />
oder als Live-Einspieler in Sendestudios, ist ideal als Ersatz<br />
für einen DAT-Recorder oder für Audiophile, die den nächs -<br />
ten Schritt hin zur Perfektion nehmen wollen. Der Re corder<br />
zeichnet auf hochgradig zuverlässige SD- oder Compact-<br />
Flash-Medien auf und bietet herausragende Klang qualität<br />
dank weithin geachteten Burr-Brown-Wandlern sowie hochentwickelten<br />
Vorverstärkern aus selektierten Komponenten.<br />
Durch den Verzicht auf Lüfter oder andere mechanische<br />
Geräuschquellen ist das Gerät zudem wartungsfrei und arbeitet<br />
völlig lautlos und äußerst zuverlässig.<br />
Der DA-3000 unterstützt Abtastraten bis 192 kHz (PCM)<br />
und 5,6 MHz (DSD). Hochpräzise temperaturkompensierte<br />
Quarzoszillatoren und getrennte Mono-Wandler in jedem<br />
Kanal ermöglichen die Taktsynchronisation mit Sample -<br />
genauigkeit und natürlichen Klang bei der Aufnahme und<br />
Wiedergabe. Mehrere DA-3000 können auf einfache Weise<br />
miteinander verbunden werden, um synchrone Mehrkanal-/<br />
Mehrspuraufnahmen zu ermöglichen. Und eine Vielzahl von<br />
Anschlüssen auf der Rückseite erlaubt die Einbindung in<br />
praktisch jedes Umfeld. Große, hell leuchtende LED-Pegel -<br />
anzeigen und ein OLED-Display sorgen für einen weiten<br />
Ablesewinkel und gute Lesbarkeit selbst bei ungünstigen<br />
Lichtverhältnissen.<br />
Der DA-3000 wird mit einer Infrarot-Fernbedienung und<br />
einem Anschluss für eine Computertastatur ausgeliefert,<br />
mit der sich Dateien/Ordner einfach benennen lassen und<br />
der Recorder auch gesteuert werden kann.<br />
Tascam hat seinem Master-Recorder DA-3000 ein größeres<br />
Firmware-Update auf Version 2.0 spendiert. Neben verschiedener<br />
Bugfixes bietet die neue Firmware Anwendern<br />
die Möglichkeit, SDXC-Speicherkarten mit Kapazitäten bis<br />
256 GByte für die Aufnahme zu verwenden. Zudem lassen<br />
sich SD-Karten künftig auch vollständig formatieren, um<br />
typbedingten Problemen bei sehr häufigem Gebrauch über<br />
einen langen Zeitraum zu begegnen.<br />
Der DA-3000 ist Tascams Flaggschiff für die hochauflösende<br />
Audioaufnahme im PCM- oder DSD-Format und bereits<br />
mehrfach ausgezeichnet worden. Die neue Firmware steht<br />
auf der Tascam-Website zum Download bereit.<br />
Weitere Informationen: www.tascam.eu<br />
NEUE FUNKTIONEN FÜR TASCAM-FELDRECORDER HS-P82<br />
Tascam hat ein größeres Firmware-Update für seinen professionellen<br />
8-Spur-Feldrecorder HS-P82 veröffentlicht.<br />
Die neue Firmware 2.00 ergänzt das Gerät um eine Reihe<br />
neuer Merkmale, die von professionellen Dialogeditoren und<br />
Sounddesignern gefordert wurden.<br />
So beherrscht der Recorder nun die gespiegelte Aufnahme,<br />
bei der er identische Dateien auf beiden CompactFlash-<br />
Karten aufzeichnet. Dies dient nicht nur der Redundanz im<br />
Falle eines Kartenfehlers, der Nutzer kann sein Tageswerk<br />
auch jeweils direkt an zwei Teams weitergeben. Take-Be -<br />
zeich nungen, Löschvorgänge und alle Änderungen an den<br />
Metadaten werden auf beiden Karten synchron gehalten.<br />
Zu den weiteren neuen Merkmalen gehören eine optionale<br />
Anzeige für den Timecode-Generator, Kurzbefehle für das<br />
schnelle Benennen von Takes am Set, verbesserte Kom pa -<br />
tibilität von Metadaten für Avid-Nutzer sowie eine Reihe<br />
neuer Tastenbefehle, die die Bedienung beschleunigen.<br />
Die neue Firmware steht auf der Tascam-Website zum<br />
Down load bereit.<br />
Weitere Informationen: www.tascam.eu<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
PRODUKT-NEWS 53<br />
NEUES KÖNIG & MEYER<br />
LOGISTIKZENTRUM<br />
Von Februar bis Oktober dieses Jahres wurde auf dem<br />
Reinhardshof Wertheim ein neues König-&-Meyer-Logistik -<br />
zentrum gebaut. Mit dieser Expansion macht König & Meyer<br />
die größte Investition seit der Errichtung des Werks II 1969.<br />
Da die Lagerkapazitäten am Hauptstandort in Bestenheid<br />
an die Grenzen stoßen, entschloss man sich, rund 7000<br />
neue Palettenplätze zu schaffen. So wird man die ausgezeichnete,<br />
vom Kunden auch geforderte Warenverfüg bar keit<br />
sowie Lieferfähigkeit weiterhin sicherstellen.<br />
Es ist ein großer und wichtiger Schritt in die Zukunft und<br />
gleichzeitig eine Reminiszenz an die Vergangenheit. Mit dem<br />
Bau des neuen Logistikzentrums, für das Mitte Februar<br />
symbolisch der erste Spatenstich gesetzt wurde, kehrt die<br />
Firma König & Meyer auf den Reinhardshof in Wertheim<br />
zurück, wo vor nunmehr fast 70 Jahren die Geschichte des<br />
Unternehmens begann, das sich zu einem weltweit führenden<br />
Hersteller von Musikzubehör entwickelt hat.<br />
Man habe sich diesen Schritt lange überlegt und darüber<br />
diskutiert, sagte Gabriela König. Aber am Hauptstandort seien<br />
die Lagerkapazitäten an ihre Grenzen gestoßen, so die kaufmännische<br />
Geschäftsführerin. „Unsere Produkt vielfalt ist in<br />
den letzten Jahren stark angestiegen und wächst weiter.<br />
Viele Produkte werden voluminöser, außerdem nehmen die<br />
individuellen Kundenwünsche weiter zu. Durch eine bessere<br />
Warenverfügbarkeit werden wir unsere ausgezeichnete,<br />
vom Kunden aber auch geforderte Lieferfähigkeit weiterhin<br />
sicherstellen und dadurch den Kundenservice weiter verbessern<br />
können.“<br />
Da sich am Hauptstandort leider keine Möglichkeit ergab,<br />
weiter zu wachsen, habe man schließlich nach einem alternativen<br />
Standort in Wertheim für das Lager gesucht und ihn<br />
gefunden.<br />
Das neu entstandene Logistikzentrum hat eine Lagerhöhe<br />
von 7,50 Metern, eine Kapazität von gut 7 000 Paletten -<br />
plätzen, Büro- und Sozialräume und einen Betriebshof und<br />
Parkplätze. Nach dem für das Frühjahr 2017 geplanten<br />
Umzug sollen etwa 25 Beschäftigte aus dem bisherigen Per -<br />
sonalbestand im neuen Lager arbeiten. Veränderungen soll es<br />
dann auch im Hauptwerk geben, kündigte Gabriela König an.<br />
Dort erhalte man mehr Fläche für Prozessan pas sungen in der<br />
Produktion. „Durch entsprechende Umstruk turierungen können<br />
wir hier kürzere Wege für die Fertigung und damit einen<br />
besseren Produktionsfluss erreichen, um weiterhin effizient<br />
und effektiv zu arbeiten. Denn nur mit qualitativ hochwertigen<br />
Produkten und gutem Service können wir uns am Markt auch<br />
zukünftig behaupten. Das dient letztlich auch der Wett be -<br />
werbsfähigkeit und dem Erhalt der Ar beitsplätze am Standort<br />
Wertheim“, so die Geschäftsführerin.<br />
Der Bau des Logistikzentrums ist nach ihren Angaben die<br />
größte Investition der Firma seit der Errichtung des Werks II<br />
im Jahr 1969 und werde „weit in die Zukunft des Unter -<br />
nehmens reichen“. Auf dem ersten Spatenstich baue alles<br />
auf. „So muss danach das Fundament stimmen, das Ge -<br />
bäude muss fest im Boden verankert sein, damit es einen<br />
guten Stand hat. Eben genau wie ein Unternehmen eine<br />
sichere Basis braucht.“<br />
In einem Grußwort würdigte der Oberbürgermeister der großen<br />
Kreisstadt Wertheim Stefan Mikulicz die Lebens leis tung<br />
von Martin König, der Anfang Februar seinen 80. Geburts -<br />
tag feiern konnte und der die Entwicklung von König & Meyer<br />
aus kleinen Anfängen durch seine Beharrlichkeit entscheidend<br />
mit vorangetrieben habe. Wie zuvor Gabriela König<br />
hob Mikulicz die gute Zusammenarbeit zwischen der Firma,<br />
der Kommunalpolitik und der Verwaltung hervor. Er lobte<br />
den gezeigten unternehmerischen Mut und den Weitblick<br />
der Verantwortlichen.<br />
Weitere Informationen: www.k-m.de<br />
Albert Hoppenrath<br />
Peter Kittler<br />
Mirko Lo Porto<br />
Thomas Kittler<br />
CORDIAL VERSTÄRKT VEETRIEB DURCH VIER NEUE HANDELSVERTRETER<br />
Gleich vier neue Handelsvertreter verstärken ab September<br />
<strong>2016</strong> die CORDIAL-Präsenz in den Bereichen MI und In -<br />
dustrie.<br />
Albert Hoppenrath, studierter <strong>Musiker</strong> und Ingenieur<br />
Nach richtentechnik, übernimmt die Vertriebsrepräsentanz<br />
Deutsch land West. Albert arbeitet zudem nebenberuflich<br />
als Toningenieur mit Spezialgebiet Orchester/Gala/TV.<br />
Die Brüder Peter und Thomas Kittler übernehmen die Re prä -<br />
sentanz Deutschland Süd/Ost. Beide sind studierte Diplom-<br />
Volkswirte und bereits das ganze Berufsleben über im Pro-<br />
Audiobereich tätig.<br />
Im Gebiet Süd/West wird CORDIAL künftig durch den Kom -<br />
munikationselektroniker Mirko Lo Porto präsentiert. Mirko<br />
ist seit 1993 in der Veranstaltungstechnik tätig und darüber<br />
hinaus Inhaber einer eigenen Eventservice-Firma.<br />
Weitere Informationen: www.cordial.eu<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
54 PRODUKT-NEWS<br />
VON DANIEL VINCENT MULLOWNEY<br />
DRUMMER WANTED<br />
A Reference Guide to Prepare Drummers<br />
for Real-World Gig<br />
SHURE SE535LTD<br />
SOUND ISOLATING OHRHÖRER<br />
ALS SPECIAL EDITION<br />
Sowohl anspruchsvollen <strong>Musiker</strong>n als auch Musiklieb ha -<br />
bern ermöglicht der SE535 mit seinen drei High-Definition<br />
MicroDrivers, bestehend aus einem Hochtöner und zwei<br />
Tieftönern, ein räumliches, lebendiges Klang er lebnis. Die<br />
Limited Edition SE535LTD bietet zudem eine erweiterte<br />
Feinzeichnung der hohen Frequenzen.<br />
Achieve versatility. Become more marketable. Get realworld<br />
gigs. Drummer Wanted is a styles book and playalong<br />
that provides intermediate to advanced drummers<br />
with a foundation necessary to play a multitude of gigs:<br />
Broadway, West End, Vegas, cruise ships, theme parks, studio,<br />
television, casinos, resorts, and theatre. Loaded with<br />
84 stylistic beats and 29 tailored play-along charts, this<br />
book opens the door to real-life drumming skills and provides<br />
the tools essential in succeeding as a working drummer.<br />
Der Shure SE535 Sound Isolating Ohrhörer bekommt eine<br />
spezielle Sonderedition zur Seite gestellt. Während das<br />
bekannte SE535-Modell sich vor allem durch einen räumlichen<br />
Klang mit sattem Bass auszeichnet, liefert die limitierte<br />
SE535LTD Special Edition darüber hinaus eine verbesserte<br />
Abbildung der hohen Frequenzen. Auch optisch ist der<br />
SE535LTD dank seiner auffälligen, roten Farbgebung ein<br />
echtes Highlight. Die Länge des abnehmbaren Kabels be -<br />
trägt 116 cm, perfekt für den mobilen Musikgenuss.<br />
Der Shure SE535LTD wird mit einer großen Auswahl an<br />
Zubehör geliefert, darunter mehrere Ohrpassstücke in verschiedenen<br />
Größen für die Reduzierung von Umge bungs -<br />
geräuschen um bis zu 37 dB. Das ergonomisch geformte<br />
Gehäuse, das am Ohr formstabile Kabel und die große Aus -<br />
wahl an Ohrpassstücken garantieren einen sicheren, angenehmen<br />
Sitz. Die Kabel sind per Bajonett-Clip mit dem Ohr -<br />
hörer verbunden, können dabei aber leicht abgenommen<br />
und bei Bedarf ausgetauscht werden.<br />
Die limitierte Sonderedition SE535LTD ist ab sofort im autorisierten<br />
Fachhandel verfügbar.<br />
Weitere Informationen: www.shure.de<br />
Stilistische Vielseitigkeit erreichen, um sich besser als<br />
Drummer vermarkten und weltweit gebucht werden zu<br />
können, ist das Thema von „Drummer Wanted“. Es wendet<br />
sich an fortgeschrittene Drummer, die sich darauf vorbereiten<br />
wollen, am Broadway, West End, Vegas, auf Kreuz fahrt -<br />
schiffen, in Themenparks, im Studio, Fernsehen, in Casinos,<br />
Resorts und am Theater spielen zu können. Angelegt als<br />
„Style Book“ mit dazugehörigen Play-alongs auf der beiliegenden<br />
CD bietet diese englischsprachige Alfred-Publi -<br />
kation eine breite Palette an Drum-Stilistiken. Ausgestattet<br />
mit 84 stilistischen Beats und 29 zugeschnittenen Playalongs,<br />
öffnet es das Tor zu den „real-life“-Anforderungen<br />
an Drummer und stellt die grundlegenden Werkzeuge zur<br />
Verfügung, die ein Drummer benötigt, der von seiner Kunst<br />
leben möchte.<br />
DRUMMER WANTED<br />
Buch & CD | 230 x 305 mm<br />
ISBN 978-1-4706-1674-8 | Art.-Nr.: 42882<br />
80 Seiten | 23,95 Euro<br />
Weitere Informationen: www.alfredmusic.de<br />
VON JIM RILEY<br />
SURVIVAL GUIDE FOR<br />
THE MODERN DRUMMER<br />
A Crash Course<br />
in All Musical Styles for Drumset<br />
Jim Riley, einer der gefragtesten Drummer in Nashville, bietet<br />
in seinem neuesten Werk „Survival Guide for the Modern<br />
Drummer“ jedem Drummer zahlreiche Tools, mit denen<br />
Ein steiger, Fortgeschrittene oder Profis ihre stilistischen<br />
Kenntnisse erweitern können. Von Pop bis Country, Metal<br />
bis Jazz, Latin bis Motown hat Jim dieses Buch mit seinen<br />
beachtlichen Bühnen- und Studioerfahrungen vollgepackt.<br />
Die beiden MP3-CDs enthalten u.a. 124 Play-along-Tracks,<br />
eingespielt von Spezialisten jedes Genres, sowie 318 Drum<br />
Grooves. Wer sein Spiel auf das nächste Level bringen möchte,<br />
der ist mit „Survival Guide for the Modern Drummer“,<br />
dem Guide für den Dschungel durch das Musikbusiness, in<br />
jeglicher musikalischen Gig-Situation gut beraten.<br />
Buch & 2 CDs | 80 Seiten | 230 x 305 mm | ISBN 978-0-692-28408-7 | Art.-Nr.: 98-0692284087 | 29,95 Euro<br />
Weitere Informationen: www.alfredmusic.de<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
PRODUKT-NEWS 55<br />
PERFEKTER KLANG ZUM FEST:<br />
SENNHEISERS WIRELESS-KOPFHÖRER SIND DAS<br />
IDEALE GESCHENK FÜR MUSIKLIEBHABER<br />
Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – und<br />
damit beginnt wie in jedem Jahr auch die<br />
Suche nach passenden Geschenken. Mit<br />
einer Auswahl an ausgezeichneten Wireless-<br />
Kopfhörern bietet Audiospezialist Sennheiser<br />
das perfekte Weihnachtsgeschenk für an -<br />
spruchsvolle Musikliebhaber und Technik-<br />
Fans.<br />
Immer mehr Menschen schätzen die Frei -<br />
heit kabelloser Kopfhörer. Vom Reise kopf -<br />
hörer mit ausgezeichneter Geräusch unter -<br />
drückung bis hin zum Lifestyle-Hörer im<br />
edlen Design – Sennheiser bietet für jeden<br />
Anspruch den perfekten Wireless-Kopf hörer,<br />
der für Begeisterung unter dem Weihnachts -<br />
baum sorgen wird.<br />
PXC 550 WIRELESS:<br />
DIE PERFEKTE WAHL FÜR BUSINESS-<br />
REISENDE<br />
Musikliebhaber, die viel unterwegs sind, werden<br />
über dieses Upgrade in die First Class<br />
der Audiowelt begeistert sein: Der brandneue<br />
Sennheiser PXC 550 Wireless wurde<br />
als smarter Reisebegleiter für anspruchsvolle<br />
Reisende entwickelt. Der leichtgewichtige,<br />
kabel lose Kopfhörer liefert Sennheisers aus -<br />
gezeichnete Soundqualität und ist mit der<br />
adaptiven Geräuschunterdrückung Noise -<br />
GardTM Hybrid ausgestattet. Die Akku lauf -<br />
zeit von bis zu 30 Stunden reicht aus, um<br />
einmal die Welt zu umfliegen.<br />
Der aus hochwertigen Materialien gefertigte<br />
und flach zusammenfaltbare Reise kopf -<br />
hörer ist nicht nur schick, sondern auch<br />
smart: Der PXC 550 Wireless erlaubt müheloses<br />
NFC-Pairing und verwendet apt-X®<br />
für eine qualitativ hochwertige Bluetooth-<br />
Audioübertragung mit unverfälschtem Klang.<br />
Ein Touch-Panel an der Ohrmuschel, mit dem<br />
sich der Kopfhörer intuitiv steuern lässt, und<br />
Sprachmeldungen, die beispielsweise den<br />
Ladezustand des Akkus angeben, machen<br />
den kabellosen Kopfhörer besonders einfach<br />
zu bedienen. Zudem kann der PXC 550<br />
Wireless Musik und Anrufe automatisch<br />
pausieren, sobald der Kopfhörer abgesetzt<br />
wird. Mit Sennheisers CapTune App lässt<br />
sich das Hörerlebnis dabei an die individuellen<br />
Vorlieben anpassen.<br />
MOMENTUM WIRELESS UND MOMENTUM<br />
ON-EAR WIRELESS:<br />
KOMPROMISSLOS GUTER SOUND,<br />
MINIMALISTISCHES DESIGN UND EDLE<br />
MATERIALIEN<br />
Soll es für Puristen ein Geschenk mit zeitlosem<br />
Design sein, dann sollte ein Modell der<br />
MOMENTUM-Reihe unter dem Weihnachts -<br />
baum liegen. Die Modelle MOMENTUM<br />
Wireless und MOMENTUM On-Ear Wireless<br />
vereinen kompromisslose Klangqualität,<br />
minimalistischen Stil und luxuriöse, hoch-<br />
wertige Materialien mit innovativer Wireless-<br />
Technologie. Edle, leichtgewichtige Edelstahl -<br />
bügel sorgen für einen puristischen Look.<br />
Großartigen Tragekomfort bieten die weichen<br />
Ohrpolster, die für den MOMENTUM Wireless<br />
aus feinem Leder und für den MOMENTUM<br />
On-Ear Wireless aus geschmeidigem Alcan -<br />
tara® gefertigt werden.<br />
Die kabellosen MOMENTUM-Modelle nutzen<br />
NFC-Technologie für bequemes Pairing und<br />
apt-X® für eine Bluetooth-Audioübertra -<br />
gung, die den einzigartigen MOMENTUM-<br />
Sound unverfälscht wiedergibt – detailreich,<br />
klar und mit dezenter Bassbetonung.<br />
Sowohl der MOMENTUM Wireless als auch<br />
der ohraufliegende MOMENTUM On-Ear<br />
Wire less ist mit der aktiven Geräusch un ter -<br />
drückung NoiseGard ausgestattet, die<br />
Um gebungsgeräusche zuverlässig herausfiltert<br />
und selbst in lauten Umgebungen per -<br />
fekten Hörgenuss garantiert. Das macht die<br />
MOMENTUM-Kopfhörer zu einem Geschenk,<br />
das sowohl zu Hause als auch unterwegs<br />
für viel Freude sorgen wird.<br />
Weitere Infos: www.sennheiser.com<br />
THOMAS WAETKE – RECHTSANWALT IM EVENTRECHT<br />
MIKE SABOKAT – SHOP FÜR EVENTBEDARF<br />
CHRISTIAN RAITH – SPEZIALVERSICHERUNGSMAKLER FÜR EVENTS<br />
ROADSHOW<br />
EVENTS – SICHER ANDERS<br />
Unter dem Motto „Events – sicher anders“ veranstaltete Eberhard, Raith & Partner GmbH gemeinsam mit allbuyone<br />
GmbH und Schutt, Waetke Rechtsanwälte eine Roadshow zum Thema Veranstaltungssicherheit etc. für Berufs -<br />
schüler und eingefleischte Kenner der Entertainment- und Eventbranche.<br />
Sie sind die handelnden Akteure und seit vielen Jahren in der Szene<br />
bekannt. Wie wichtig die Spezialisierungen und deren richtige Ver -<br />
net zung für eine erfolgreiche Veranstaltung sind, haben die Veran -<br />
stalter schon früh erkannt und sich entschlossen, eine Reihe von<br />
Aktionstagen in ganz Deutschland zu veranstalten – aber eben nicht<br />
nur mit langweiligen Monologen, wie man sie bei Veranstaltungen an<br />
jeder Ecke bekommt, sondern mit praktischen Elementen, wobei<br />
durchaus auch einmal etwas in Flammen aufgehen kann ...<br />
Immer steht jedoch das Thema Sicherheit im Vordergrund.<br />
Die Veranstalter beleuchteten die rechtlichen Aspekte und deren Ab -<br />
sicherungsmöglichkeiten und zeigten auf, dass das richtige Equipment<br />
auch zur Sicherheit bei Veranstaltungen beitragen kann.<br />
Weitere Infos unter: facebook.com/EventsSicherAnders<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
56 PRODUKT-NEWS<br />
2525H MINI JUBILEE –<br />
20-WATT-VOLLRÖHREN-TOPTEIL<br />
• Silver-Jubilee-Preamp-Funktion und -Sound<br />
• Ausgangsleistungs-Umschaltung 20 W auf 5 W<br />
• Effekt-Loop<br />
• ECC83- und EL34-Röhrensatz<br />
• 4-/8-/16-Ohm-Boxenausgänge<br />
• Fußschalter für Kanalumschaltung inklusive<br />
• Made in England<br />
2525H MINI JUBILEE / SPEZIFIKATIONEN<br />
• Modell 2525H Mini Jubilee<br />
• 20 Watt RMS Ausgangsleistung<br />
• Vollröhrentechnik<br />
• 2 fußschaltbare Kanäle - Rhythm und Lead<br />
• Elektronik<br />
• High/Low Output (Pentode-/Triode-Umschaltung der End -<br />
stufe von 20 Watt auf 5 Watt)<br />
• Presence-, Bass-, Middle-, Treble-Regler<br />
MINI JUBILEE<br />
TOPTEIL UND COMBO<br />
Die JCM25/50 „Silver Jubilee“-Serie wurde 1987 aufgelegt,<br />
um 25 Jahre MARSHALL Amplification und 50 Jahre<br />
Jim Marshall erfolgreich im Musikbusiness zu feiern.<br />
Im letzten Jahr haben wir die Neuauflage dieses Klassikers<br />
vorgestellt. Inspiriert von diesem gefeierten Verstärker kom -<br />
binieren das neue 2525H „Small Box“-Topteil und der 2525C<br />
1x12’’-Combo die Silver-Jubilee-Preamp-Charakteristik und<br />
die besondere Optik mit niedrigerer Lautstärke – nicht nur<br />
für das Wohnzimmer.<br />
2525C MINI JUBILEE – 20-WATT-VOLLRÖHREN-COMBO<br />
• Klassische Silver-Jubilee-Preamp-Funktion und -Sound<br />
• Ausgangsleistungs-Umschaltung 20 W auf 5 W<br />
• Effekt-Loop<br />
• ECC83- und EL34-Röhrensatz<br />
• 4-/8-/16-Ohm-Boxenausgänge<br />
• Fußschalter für Kanalumschaltung inklusive<br />
• Made in England<br />
2525C MINI JUBILEE / SPEZIFIKATIONEN<br />
• 2 fußschaltbare Kanäle - Rhythm und Lead<br />
• High/Low Output (Pentode-/Triode-Umschaltung der End -<br />
stufe von 20 Watt auf 5 Watt)<br />
• Presence-, Bass-, Middle-, Treble-Regler<br />
• Output-Master-Regler (die Pull-Channel-Funktion =><br />
dient der Kanalumschaltung)<br />
• Lead Master (regelt die Lautstärke des Lead-Kanals)<br />
• Schaltbares Input Gain (Pull Rhythm Clip => Poti mit Pull-<br />
Funktion für die Vorwahl eines satteren Crunch-Pegels)<br />
• Serieller Effektweg<br />
• DI Output zum Anschluss an die PA oder für Recording<br />
• 4-, 8- & 16-Ohm-Lautsprecheranschlüsse<br />
• Lautsprecher: Celestion G12M-25<br />
• Röhren: Vorstufenröhren: 3 x ECC83; Endstufenröhren:<br />
2 x EL34<br />
• Inklusive Fußschalter für die Kanalumschaltung (PEDL-<br />
900<strong>03</strong>)<br />
• Abmessungen in mm: (B x H x T) 490 x 475 x 280<br />
• Silber Vinyl und silberne Frontplatte<br />
• Gewicht: 19 kg<br />
Weitere Informationen: www.marshallamps.de<br />
www.musik-meyer.de<br />
• Output-Master-Regler (die Pull-Channel-Funktion =><br />
dient der Kanalumschaltung)<br />
• Lead Master (regelt die Lautstärke des Lead-Kanals)<br />
• Schaltbares Input Gain (Pull Rhythm Clip => Poti mit<br />
Pull-Funktion für die Vorwahl eines satteren Crunch-<br />
Pegels)<br />
• Serieller Effektweg<br />
• DI Output zum Anschluss an die PA oder für Recording<br />
• 4-, 8- & 16-Ohm-Lautsprecheranschlüsse<br />
• Röhren: Vorstufenröhren: 3 x ECC83; Endstufenröhren:<br />
2 x EL34<br />
• Inklusive Fußschalter für die Kanalumschaltung (PEDL-<br />
900<strong>03</strong>)<br />
• Abmessungen in mm: (B x H x T) 510 x 232 x 220<br />
• Gewicht: 10 kg<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
PRODUKT-NEWS 57<br />
IMMANUEL BROCKHAUS<br />
DER KEYBOARDPROFI<br />
Von Pop bis Jazz mit Piano und elektronischen<br />
Tasteninstrumenten<br />
Technik, theoretische Grundlagen,<br />
Voicings, Begleitung,<br />
Harmonisation und Reharmonisation,<br />
Improvisation, stiltypische Grooves,<br />
Sound- und Spieltipps,<br />
Tipps für live und Studio, Equipment-Tipps,<br />
Play-alongs, Hörbeispiele und Midi-Files,<br />
Hörtipps, Bonusmaterial, 2 CDs<br />
ISBN 978-3-89775-160-6, 39,80 Euro<br />
224 Seiten mit 2 CDs<br />
Die CDs enthalten folgendes Material:<br />
CD 1 (enhanced CD) Hörbeispiele Track 1-57.<br />
Daten Teil: 1.) Midi Files 1 - 25, 2.) PDF-Dateien<br />
CD 2 Play Alongs 1-26<br />
Weitere Informationen: www.leu-verlag.de<br />
Dieses Buch behandelt in der überarbeiteten 2. Auflage die<br />
wichtigsten Grundlagen, um sich als Pianist und Key boar -<br />
der in vielfältigen musikalischen Situationen professionell<br />
zu bewegen. Besonders berücksichtigt werden dabei die<br />
stiltypischen Spielweisen, auch auf den gerade so populären<br />
Instrumenten wie Rhodes, Clavinet oder Synthesizer.<br />
Mit den beiliegenden Play-alongs und lebendigen Hör bei -<br />
spielen gibt es die Möglichkeit, jede Übung im Tempo zu<br />
ver tiefen und zu festigen. Das zusätzliche Bonusmaterial<br />
eröffnet weitere Themenfelder rund um die Spielpraxis. Alle<br />
Beispiele liegen als Audiodateien und als MIDI-Files vor. Die<br />
Midi-Files entsprechen exakt der Notenvorlage und können<br />
ebenfalls zu Übungszwecken verwendet werden.<br />
Die MIDI-Files geben die Möglichkeit, die einzelnen Stimmen<br />
in ein Notensatz-Programm zu importieren und dort zu<br />
transponieren oder zu bearbeiten. Sie können auch in ein<br />
Sequenzer-Programm importiert werden. Meist muss man<br />
Anpassungen vornehmen und die richtigen Klänge einstellen,<br />
dann wird’s ein flexibles Play-along. Man kann die<br />
Midi-Files auch direkt in eine iTunes-Bibliothek importieren.<br />
IMMANUEL BROCKHAUS ist Keyboarder, Komponist, Päda -<br />
goge und Wissenschaftler im Bereich Sound Studies. Er<br />
absolvierte ein Jazzstudium in Bern. Von 1989 bis 1993<br />
war er als Dozent an der Musikhochschule und an der Jazz<br />
& Rock Schule Freiburg im Breisgau tätig. Seit 1991 arbeitet<br />
er als Dozent in verschiedenen Bereichen der Hoch schule<br />
der Künste Bern, HKB. Mitwirkung in unzähligen Live- und<br />
Studioprojekten in Deutschland und der Schweiz. Nebenbei<br />
komponierte er Theatermusik in Warschau, Stockholm und<br />
Bern. 2001 Aufbau des Studiengangs Musik und Medien -<br />
kunst. Seit 20<strong>03</strong> ist er Leiter der Master of Advanced Studies<br />
in Pop & Rock an der HKB Bern.<br />
Die passenden Spielstücke zu diesem Buch bietet die BAND-<br />
BUCH-Serie (29,80 Euro je Band) von Immanuel Brockhaus:<br />
FUNK – ISBN 978-3-89775-120-0<br />
HOUSE & DISCO – ISBN 978-3-89775-121-7<br />
ACID – ISBN 978-3-89775-122-4<br />
Je 212 Seiten mit Partitur, Einzelstimmen, Leadsheets in C,<br />
Bb, Eb, Rhythm Section, Vokal Hook, Background und Per -<br />
cussion. CD Audio, live eingespielt plus Midi-Files.<br />
MUSIC STORE verlost 2 x 2 Kombitickets für Freitag und<br />
Samstag! Schreibt einfach eine E-Mail mit dem Betreff<br />
„Ruhrpott Metal Meeting“ an gewinnspiel@musicstore.de<br />
und mit etwas Glück könnt ihr schon bald in erster Reihe<br />
mitbangen!<br />
Tagesticket Freitag: 38,50 Euro<br />
Tagesticket Samstag: 49,50 Euro<br />
Kombiticket Freitag + Samstag: 75,90 Euro<br />
DAS KOMPLETTE LINE-UP<br />
FREITAG – 02.12.<strong>2016</strong> – RUHRPOTT STAGE<br />
ICED EARTH, ENSIFERUM, KATAKLYSM, UNEARTH, IZEGRIM,<br />
NAILED TO OBSCURITY<br />
HART, HÄRTER, RUHRPOTT METAL MEETING!<br />
MUSIC STORE präsentiert das härteste Festival Deutsch lands Zusätzlich kommen auf der FLÖZ Stage lokale Bands zum<br />
– das Ruhrpott Metal Meeting am 02. und <strong>03</strong>.12.<strong>2016</strong> in Zug. Hier geht es mit Rage meets Refuge, Darkness, Words<br />
der Turbinenhalle Oberhausen!<br />
of Farewell und anderen ordentlich zur Sache!<br />
Bei diesem Line-Up wird jeder noch so harte Metal-Fan weich: Tickets sind ab sofort auf der Internetseite des Ruhrpott<br />
Freut euch auf Blind Guardian, Iced Earth, Saxon, Ensiferum, Metal Meeting und bei den bekannten Vorverkaufsstellen<br />
Kataklysm, Legion of the Damned und viele weitere! erhältlich.<br />
SAMSTAG – <strong>03</strong>.12.<strong>2016</strong> – RUHRPOTT STAGE<br />
BLIND GUARDIAN, SAXON, LEGION OF THE DAMNED,<br />
DESASTER, BLIKSEM, SISTER<br />
SAMSTAG - <strong>03</strong>.12.<strong>2016</strong> – FLÖZ STAGE<br />
RAGE/REFUGE, DARKNESS, WORDS OF FAREWELL,<br />
TEUTONIC SLAUGHTER, DELIRIOUS, HOPELEZZ<br />
Weitere Informationen: www.musicstore.de<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
58 PRODUKT-NEWS<br />
HEISSE ÄXTE<br />
EIN ÜBERBLICK ÜBER HEAVY-GITARREN<br />
Die Geschichte der Heavy-Gitarren startet<br />
1958 mit einem Versuch Gibsons, mit Ex -<br />
plorer und Flying V von den traditionellen<br />
Korpusformen abzuweichen und den eigenen<br />
Gitarren einen etwas modernen Touch<br />
zu verleihen. Zielgruppe waren damals eigentlich<br />
die Jazz-Gitarristen, und wie wir wissen,<br />
ging dieses Experiment relativ unspektakulär<br />
in die Hose. Die Produktion wurde schnell<br />
wieder eingestellt und erst Ende der 1960er-<br />
Jahre mit der Flying V und Mitte der 1970er<br />
mit der Explorer wieder aufgenommen.<br />
Grund dafür war, dass einige Hardrock-<br />
Gitarristen die Gitarren mit den zackigen<br />
Formen für sich entdeckt hatten. Diese beiden<br />
Modelle kann man ganz klar als die Ur -<br />
typen der Heavy-Gitarren bezeichnen, die<br />
folgerichtig auch bald von anderen Her stel -<br />
lern kopiert bzw. in leicht abgewandelter<br />
Form auf den Markt gebracht wurden. So<br />
orientierte sich zum Beispiel das Randy-<br />
Rhoads-Modell von Jackson eindeutig an<br />
der Flying V, lediglich ein „Flügel“ wurde<br />
gekürzt. Die Ibanez Iceman, lange Zeit die<br />
Hauptgitarre von Paul Stanley (Kiss), ist stark<br />
von der Korpusform der Explorer beeinflusst.<br />
In den 1980er-Jahren traten dann mit dem<br />
Metal-Boom immer mehr Hersteller auf den<br />
Plan, die sich in besonderem Maße diesem<br />
Gitarren-Genre widmeten: Charvel/Jackson,<br />
Dean, ESP, Kramer, Hamer oder BC Rich.<br />
Heavy-Gitarren unterscheiden sich von<br />
„normalen“ Instrumenten wie Stratocaster<br />
oder Les Paul einerseits durch ihr extravagantes<br />
Korpus-Design, aber in den meisten<br />
Fällen sind sie auch mit leistungsstarken<br />
Hum bucker-Pickups bestückt, um dem Amp<br />
noch die letzte Portion Verzerrung zu entlocken.<br />
In den 1980er-Jahren war ein Floyd-<br />
Rose-Tremolosystem extrem angesagt, das<br />
heute jedoch wieder etwas in den Hinter -<br />
grund gerückt ist. Mittlerweile wird sehr<br />
gerne und oft mit unterschiedlichen Down -<br />
tunings experimentiert, wofür dieses System<br />
nicht unbedingt geeignet ist. Mit dem Nu-<br />
Metal-Style Mitte der 1990er wurden die<br />
Gitarren vermehrt tiefer gestimmt und 7-<br />
saitige Instrumente mit tiefer B-Saite waren<br />
die logische Entwicklung. Ein erstes Serien -<br />
modell war die Universe von Ibanez, ein<br />
Instrument, das von Steve Vai mitentwickelt<br />
wurde. Mittlerweile sind achtsaitige Gitarren<br />
keine Besonderheit mehr, hier gibt es im<br />
Vergleich zum sechssaitigen Standard eine<br />
tiefere und eine höhere Saite mehr – die<br />
Allzweckwaffe für tiefes Riffing und hohe<br />
Soloparts.<br />
Das Feld der Heavy-Gitarren ist inzwischen<br />
recht breit aufgestellt und Hersteller wie<br />
Dean, ESP, Ibanez, Jackson oder Schecter<br />
gehören zu den beliebtesten Marken.<br />
GITARRISTEN &<br />
GITARREN<br />
Natürlich orientiert man sich gerne an seinen<br />
Helden, wenn es um die Wahl des eigenen<br />
Instrumentes geht. Viele bekannte<br />
Gitarristen im Heavy-Bereich arbeiten mit<br />
Herstellern zusammen, die ihnen ein Sig na -<br />
ture-Modell nach ihren Bedürfnissen anfertigen,<br />
das dann in der Regel auch in Serie<br />
gefertigt wird. Hier eine kleine Auswahl di -<br />
verser Gitarristen aus dem Heavy-Rock-Be -<br />
reich mit ihren bevorzugten Instru menten:<br />
JAMES HETFIELD (METALLICA): Hetfield<br />
spielt ESP und hat mehrere Signature-Mo -<br />
delle am Start (Iron Cross, Snakebyte, Truck -<br />
ster). Die Gitarren sind mit aktiven EMG-<br />
Pickups bestückt und ohne Tremolosystem<br />
– für seine Riffs benutzt Hetfield bomben -<br />
feste Tune-O-Matic Bridges mit Stop Tail piece.<br />
TONY IOMMI (BLACK SABBATH): Tony Iommi<br />
spielt überwiegend SG-Modelle von Gibson.<br />
Daher hat der Hersteller ihm eine SG Sig -<br />
nature mit 24 Bünden und Custom-Hum -<br />
bucker auf den Leib geschneidert, wobei die<br />
Pickups auch separat erhältlich sind. Die<br />
Gi tarre haben wir auch als preisgünstige<br />
Va riante von Epiphone.<br />
DIMEBAG DARRELL (PANTERA, DAMAGE -<br />
PLAN): Der leider viel zu früh verstorbene<br />
Gitarrist hat eine enge Verbindung zu Dean<br />
Guitars, einem Hersteller, der mittlerweile ver -<br />
schiedene Instrumente unter seinem Namen<br />
veröffentlicht hat. Die bevorzugte Korpus -<br />
form ist eine Kreuzung aus Explorer und<br />
Flying V und meist mit zwei Humbucker-<br />
Pickups bestückt. Darrell hat auf seinen<br />
Gitarren sehr häufig ein Floyd-Rose-Tre mo -<br />
los ystem installiert.<br />
JEFF LOOMIS<br />
(NEVERMORE, ARCH ENEMY): Jeff Loomis<br />
ist mit Schecter-Gi tar ren unterwegs. Das<br />
Hauptmodell ist seine Signature mit Strat-<br />
Style-Korpus, die als Sechs- oder Sieben -<br />
saiter erhältlich ist. Loomis bevorzugt<br />
Seymour Duncan Hum bucker und hat seine<br />
Gitarren entweder mit Floyd-Rose-Tremolo<br />
oder mit einer festen Brücke ausgestattet.<br />
Die Pickups sind auch als Set von Seymour<br />
Duncan einzeln erhältlich.<br />
SCOTT IAN (ANTHRAX): Scott Ian spielt seit<br />
langer Zeit Gitarren aus dem Hause Jackson.<br />
Seine Signature-Instrumente sind Soloist<br />
oder King-V-Modelle. Hierbei gibt es unterschiedliche<br />
Bestückungen – die Soloist wahl -<br />
weise mit zwei Humbuckern und Floyd Rose<br />
oder in einer abgespeckten Version mit einem<br />
Humbucker und fester Brücke. Ganz neu ist<br />
aktuell ein King-V-Modell mit zwei Hum -<br />
buckern erschienen und wahlweise mit oder<br />
ohne Floyd-Rose-Tremolo. Die Signature-<br />
Gitarren sind in der preisgünstigen X- oder<br />
in der USA-Serie erhältlich, für die man<br />
allerdings sehr tief in den Geldbeutel greifen<br />
muss.<br />
FREDRIK THORDENDAL/<br />
MARTEN HAGSTROM (MESHUGGAH): Die<br />
beiden Meshuggah-Gitarristen benutzen<br />
Werk zeuge aus dem Hause Ibanez, wobei<br />
der Hersteller zwei Meshuggah-Signature-<br />
Modelle anbietet, beides Achtsaiter-Gitarren<br />
in schwarzem Finish und mit Double-Cut -<br />
away-Korpus. Bestückt sind die Instrumente<br />
mit einem Lundgren M8P Pickup (passiv)<br />
und einem Edge-III-8-Tremolosystem. Eine<br />
weitere Besonderheit ist der sehr lange<br />
Hals mit einer Mensur von 749 mm. Das ist<br />
auch nötig, denn die Saiten werden weit<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
PRODUKT-NEWS 59<br />
heruntergestimmt, tiefster Ton ist das F1,<br />
also fast eine Oktave tiefer als eine normale<br />
Gitarre.<br />
TOSIN ABASI (ANIMALS AS LEADERS): Tosin<br />
Abasi ist mittlerweile ebenfalls überwiegend<br />
mit acht Metalldrähten unterwegs. Ibanez hat<br />
zwei Signature-Modelle (TAM-100, TAM-10)<br />
nach seinen Wünschen angefertigt. Die Gi -<br />
tarren haben HSH (Humbucker-Single Coil-<br />
Humbucker) Pickup-Bestückungen von<br />
DiMarzio und eine etwas längere Mensur<br />
von 686 mm, denn die tiefste Saite wird nach<br />
E1 hinuntergestimmt, eine Oktave tiefer als<br />
eine Standard-Gitarre. Daher ist bei Animals<br />
As Leaders auch kein Bassist auf der Bühne.<br />
WAS IST WICHTIG BEI<br />
EINER HEAVY-GITARRE?<br />
KORPUS/HOLZ: Die Form ist natürlich in<br />
erster Linie Geschmackssache. Beim Korpus -<br />
holz gibt es unterschiedliche Ansätze und<br />
auch keine eindeutige Richtung, die Ge sch -<br />
mäcker sind eben verschieden. Tradi tio nell ist<br />
Mahagoni eine gute Wahl, das vor allem durch<br />
ein ausgezeichnetes Sustain ver halten und<br />
einen weicheren Ton besticht, der sich gut mit<br />
aggressiv klingenden Pick ups kombinieren<br />
lässt. Linde ist bei Heavy-Gitarren ebenfalls<br />
sehr beliebt; dieses Holz bringt zwar nicht so<br />
viel Sustain, aber einen sehr knackigen,<br />
anschlagsbetonten Sound, der bei schnellem<br />
Riffing für Klarheit sorgen kann.<br />
HALS/BÜNDE: Beim Hals ist überwiegend<br />
Ahorn oder Mahagoni im Einsatz und das<br />
Griffbrett besteht primär aus Palisander.<br />
Während diese Bauweise grundsätzlich dem<br />
Standard entspricht, ist das Profil der Hälse<br />
ein auffälliges Merkmal, denn diese sind in<br />
der Regel eher schlank und das Griffbrett<br />
hat eine geringere Wölbung. Die Saitenlage<br />
sollte auch recht flach sein, um schnelles<br />
Spiel zu begünstigen. Bei den Bünden sind<br />
Medium-Jumbo oder Jumbo-Ausfertigun gen<br />
erste Wahl, vor allem die massiven Jumbo-<br />
Bünde sind für Bendings sehr gut geeignet,<br />
weil man weniger Reibungsfläche am Griff -<br />
brett hat. Ritchie Blackmore oder Yngwie<br />
Malmsteen haben aus diesem Grund bei<br />
ihren Instrumenten das Griffbrett zwischen<br />
den Bünden zusätzlich aushöhlen lassen<br />
(Scalloped Fretboard). Die Anzahl der Bünde<br />
ist auch eine wichtige Sache, denn wer in<br />
hohen Gefilden solieren möchte, der sollte<br />
sich auf jeden Fall ein Instrument mit 24 Bün -<br />
den zulegen.<br />
TREMOLO ODER FESTE BRÜCKE? Die<br />
Frage ist eigentlich schnell beantwortet: Wenn<br />
ihr mit verschiedenen Downtunings arbeitet,<br />
wird ein frei schwebendes Tremolo keinen Spaß<br />
machen, denn bei diesem System verstimmen<br />
sich auch die Nachbarsaiten, sobald man eine<br />
Saite umstimmt. Die Saitenspan nung wird üblicherweise<br />
von den Tremolofedern aus geglichen,<br />
und sobald nur ein Element verändert wird,<br />
geht die komplette Stimmung aus dem Leim.<br />
Also mal eben von Standard-Tuning auf Drop D<br />
stimmen geht nicht so einfach wie mit einer<br />
fest eingestellten Bridge. Ein fester Steg ist für<br />
wechselnde Downtunings die einzig richtige<br />
Wahl. Wer aber auf Dive Bombs und harte<br />
Tremolo-Aktionen steht, der sollte mit einem<br />
stimmstabilen Tremolosystem arbeiten, eine<br />
Aufgabe, die auf vielen Gitarren einem Floyd-<br />
Rose-System überlassen wird. Bei ihm werden<br />
die Saiten am Sattel festgeklemmt und können<br />
mit den Feinstimmern an der Bridge ge stimmt<br />
werden. Die nahezu fehlende Rei bung erl aubt<br />
verstimmungsfrei auch extreme Tremolo arm-<br />
Bewegungen. Oftmals wird das Floyd Rose am<br />
Korpus unterfräst, um auch ordentlich nach<br />
oben „tremolieren“ zu können. Ein weiterer<br />
Knackpunkt ist die Auflagefläche, die bei der<br />
Brücke für die rechte Hand beim wichtigen<br />
Palm-Mute-Spiel zur Verfügung steht. Hier muss<br />
jeder selbst ausprobieren, denn eini gen Gitar -<br />
risten sind die Feinstimmer des Floyd Rose bei<br />
sie Technik im Weg. Wer es mag, seine Spiel -<br />
hand auch noch recht fest auf zulegen, wird<br />
zudem Probleme mit einem frei schwebenden<br />
Tremolo haben, denn durch den Druck des<br />
Hand ballens wird die Bridge bewegt und die<br />
Stimmung geht nach oben. Kerry King bevorzugt<br />
beim Tremolo aus diesem Grund das<br />
Kahler-System, weil das etwas unempfindlicher<br />
beim Palm-Mute-Spiel mit fester Hand auf lage<br />
ist.<br />
PICKUPS: Die Tonabnehmer sollten auf jeden<br />
Fall eine amtliche Ausgangsleistung mitbringen,<br />
denn es wird überwiegend mit hohem Zerr -<br />
grad gespielt und der wird besonders gut mit<br />
ordentlich Dampf von den Pickups erzeugt, weil<br />
diese die Vorstufe des Amps bzw. das Distortion-<br />
Pedal erst richtig in die Übersteuerung treiben.<br />
Aktive Pickups haben sich hier vielfach etabliert,<br />
weil sie außerdem den Vorteil mitbringen, recht<br />
unempfindlich gegenüber Nebengeräuschen zu<br />
sein. Die beliebtesten Hersteller im Heavy-Be -<br />
reich sind DiMarzio, EMG und Seymour Duncan.<br />
Alle Heavy-Gitarren erhältlich bei Thomann:<br />
www.thomann.de<br />
Text: MEON<br />
Textquelle: www.thomann.de/blog/de<br />
SHURE<br />
DRAHTLOSSYSTEME<br />
IM THALIA THEATER<br />
HAMBURG<br />
Reibungsloser Ablauf auf<br />
der Bühne und<br />
hinter den Kulissen<br />
SHURE ULX-D UND QLX-D LIEFERN DIGITALEN<br />
KOMFORT FÜR DEN BÜHNENKOMPLEX<br />
Das Hamburger Thalia Theater gehört zu den<br />
drei Staatstheatern der Hansestadt und bietet<br />
seinen Besuchern neben dem Großen<br />
Haus in der Hamburger Altstadt auch das<br />
dazugehörige „Thalia in der Gaußstraße“ im<br />
Stadtteil Altona. Hier findet seit der Eröff nung<br />
im Jahr 2000 auf insgesamt drei Bühnen<br />
(Studiobühne, Garage, Ballsaal, vier Probe -<br />
büh nen) sowohl modernes als auch experimentelles<br />
Theater statt, begleitet von gelegentlichen<br />
Lesungen und Konzerten. Zudem<br />
beherbergt das Thalia in der Gaußstraße zwei<br />
Probebühnen für das Ensemble des „großen“<br />
Thalia Theaters. Für die qualitativ hochwertige<br />
und vor allem zuverlässige Funk über tra -<br />
gung der vielfältigen Aufführungen und Ver -<br />
anstaltungen setzt die Tonabteilung des Thalia<br />
bereits seit Mitte 2015 auf eine Kom bination<br />
der digitalen Shure-Drahtlossys teme ULX-D<br />
und QLX-D und hat bislang nur positive Er -<br />
fahrungen damit gemacht.<br />
ÜBERZEUGENDES SYSTEM<br />
„Wir mussten ein System finden, das für<br />
sämtliche Bühnen und Räume hier in diesem<br />
Komplex funktioniert und das sich je<br />
nach Produktionsgröße bei Bedarf gegenseitig<br />
ergänzen kann“, erläutert Ullrich<br />
Hübener, Leiter der Tonabteilung im Thalia<br />
Theater. Neben diesen Vorgaben spielte na -<br />
türlich auch die Digitale Dividende eine entscheidende<br />
Rolle bei der Auswahl. „Nach-<br />
dem wir die ersten Warnungen zu Stör -<br />
sendern in der Umgebung erhielten und<br />
auch der erste LTE-Mast auf Sendung ging,<br />
mussten wir etwas tun“, so Hübener weiter.<br />
„In Zusammenarbeit mit der Hamburger<br />
Firma Zeigermann_Audio hatten wir dann<br />
mehrere Teststellungen unterschiedlicher<br />
Her steller hier im Haus und die Kombination<br />
aus QLX-D und ULX-D hat uns einfach<br />
überzeugt.” Insgesamt verteilen sich die di -<br />
gi talen Shure-Funkstrecken auf zehn Kanäle<br />
ULX-D für die Studiobühne, jeweils vier Ka -<br />
näle QLX-D für die Garage und den Ballsaal<br />
sowie 16 QLX-D-Kanäle für die beiden<br />
Probebühnen.<br />
Maßgeschneidert in mobile Racks eingebaut<br />
wurde das Shure-Drahtlossystem von<br />
Zeigermann_Audio unter der Leitung von<br />
Geschäftsführer Volker Zeigermann, mit<br />
dem das Thalia Theater seit dem Jahr 2014<br />
eng zusammenarbeitet. „Diese Partner schaft<br />
ist für uns ein Glücksfall, denn im laufenden<br />
Vorstellungsbetrieb ist ein kompetenter und<br />
zuverlässiger Service vor Ort sehr wichtig”,<br />
erklärt Ullrich Hübener.<br />
Insbesondere bei mehreren Bühnen und<br />
Funk setups, die teilweise auch parallel spielen,<br />
ist eine lückenlose Konfiguration und<br />
Überwachung von Frequenzen und Mikro -<br />
fonsetups ein wesentlicher Faktor für ein<br />
reibungslos funktionierendes System. Hierfür<br />
arbeitet die Tonabteilung des Thalia Theaters<br />
in der Gaußstraße mit der Shure Wireless<br />
Workbench.<br />
Von Beginn an arbeitete die Tonabteilung<br />
zudem mit den SB900 Lithium-Ionen Akku -<br />
packs für die QLX-D- und ULX-D-Sender<br />
und zeigt sich mit dieser Investition höchst<br />
zu frieden: „Seitdem müssen wir uns keine<br />
Ge danken mehr um Akkulaufzeiten machen.<br />
Ob bei den Proben oder den Abendvor stel -<br />
lungen – wir machen die Sender morgens<br />
an und spät abends wieder aus – und es<br />
läuft. Auch die unkomplizierte Synchro nisie -<br />
rung von Sender und Empfänger via Infrarot<br />
zählt für die Thalia-Tonabteilung zu den<br />
großen Vorteilen in der täglichen Praxis: die<br />
Einheiten sind verbunden. Einfacher geht’s<br />
nicht, “ so Rothstein abschließend.<br />
Weitere Informationen: www.shure.de<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
60 CD-REZENSIONEN<br />
RENÉ MORENO<br />
»Cinco«<br />
Musik der Richtungen Latin – Reggae – Pop aus der Feder<br />
eines Singer-Songwriters mit lateinamerikanischen und<br />
karibischen Einflüssen in deutscher und spanischer Sprache.<br />
Sonnige Melodien sorgen akut für gute Laune, animieren<br />
zum Tanzen und die einzigartigen Texte mit Tiefgang laden<br />
zum Mitsingen ein.<br />
Frontman René Moreno, der dieser Band seinen Namen<br />
gibt, ist Deutsch-Peruaner. Er verbrachte seine Kindheit<br />
und Jugend in Peru, wo er musikalisch geprägt und erstmalig<br />
aktiv wurde. Die Frankfurter Rundschau beschreibt<br />
ihn als „eine Instanz in Sachen Reggae und Latin-Musik<br />
[…] der es schafft, dass sogar in der U-Bahn die Sonne<br />
scheint.“<br />
Begleitet wird René Moreno von vier weiteren <strong>Musiker</strong>n –<br />
Bass, Perkussion & Drums.<br />
Im Frühjahr <strong>2016</strong> erschien das neue Album „Cinco“, das<br />
mit zwölf neuen und selbstgeschriebenen Songs, darunter<br />
einigen Sommerhits, aufwartet.<br />
www.renemoreno.de<br />
SKANKIN’ SUN<br />
»Skankin’ Sun«<br />
Genau so stellt man sich eine neue Reggae-Scheibe vor: Im<br />
schlichten Kartonschuber mit einem sonnengelben Booklet.<br />
Die junge, neunköpfige Band von der Musikschule Klaus<br />
Neuhaus hat sich dem Skankin’, dem Rocksteady und dem<br />
Ska unter der Überschrift des Reggae verschrieben. Der<br />
Spaß ist der Band anzuhören, ohne ihre deutschen Roots<br />
verstecken zu wollen. Raggamuffin mit deutschen Rhymes,<br />
ohne gespielten jamaikanischen Akzent, wie bei vielen Art -<br />
genossen schon gehört. Optimale Arbeitsaufteilung herrscht<br />
bei der Gesangsriege: Darius ist für die Raps verantwortlich,<br />
Jasmin hat die betörende Frauenstimme und Ede<br />
macht die melodiösen Frontvocals. Mit Gitarren, Keys, Sax<br />
und natürlich Rhythmussektion wird ein optimaler Teppich<br />
gelegt. Dabei geht es nicht nur um Reggae. Immer wieder<br />
fallen die Songs nahe am Rock aus, wie in der Ballade<br />
„Looking Forward“. Der Zeitgeist wird voll getroffen in „One<br />
Day“, einem feinen Deutsch-Reggae. So klingt der moderne<br />
Aussteigertraum. Die jamaikanischen Heroen der Szene<br />
Lee Scratch Perry und Laurel Aitken sollten die neun<br />
<strong>Musiker</strong> schon mal gehört haben. In Zweisamkeit geht es<br />
richtig zur Sache und man hört im Rhythmus – ganz richtig<br />
– das: „Skat, skat, skat!“ des Offbeats. So skankten alle<br />
dann live zur Musik von SKANKIN’ SUN beim Ruhr Reggae<br />
Summer im deutschen Sommer <strong>2016</strong>.<br />
www.skankin-sun.com<br />
C.S.<br />
UNRAT<br />
»Eisenwelt«<br />
Der gelernte Bassist Stefan Frankenberg ist Mastermind,<br />
Texter, Arrangeur und der einzige <strong>Musiker</strong> des Projekts<br />
UNRAT. Mit „Eisenwelt“ legt der Multiinstrumentalist ein<br />
rockiges Progressive-Album vor. Von 1986 bis 1995 stand<br />
Frankenberg bei diversen Bands im Spektrum Rock, progressiver<br />
Metal und Deutschrock auf der Bühne. Nach<br />
einer Schaffenspause bis Ende 2009 begann er, Songs zu<br />
schreiben. Er griff zu Gitarre und Keyboard und programmierte<br />
Drums, um mit „Eisenwelt“ sein erstes Album zu<br />
veröffentlichen. Die Produktion und der Vertrieb entstanden<br />
mit Unterstützung des DRMV, und das ermöglichte ihm, sein<br />
Werk weltweit anzubieten. Das dreiteilige Titelstück eröffnet<br />
einen Reigen teutonischer Power-Rock-Songs, mal progressiv,<br />
mal näher an der Neuen Deutschen Härte. Dabei<br />
senden die Lyrics durchaus poetische Botschaften aus. So<br />
wie das im Arrangement an Kraftwerk erinnernde Lied<br />
„Regenbogensinfonie“. Wie ein Till Lindemann droht er in<br />
„Malus“, blutig und brutal. „Nord-Nord-West“ klingt vollends<br />
nach Rammstein. Abwechslung kommt bei „Evelyn“ auf,<br />
einer Uptempo-Nummer im Power-Metal-Stil, die richtig<br />
nach vorn geht. „Leben auf dem Mond“ ist schließlich eine<br />
stimmungsvolle Ballade, mit schönem Rock-Gitarren-<br />
Solo. „Eisenwelt“ ist eine bemerkenswert ambitionierte<br />
Scheibe voller toller Klänge. Und Frankenberg ist ein außerordentliches<br />
Multitalent.<br />
www.unrat-rocks.com<br />
C.S.<br />
GENTILITY<br />
»Wir haben der Welt noch<br />
was zu sagen«<br />
Gitarrensound und kritische Texte im Gewand aus Metal<br />
und Punk. Seit ihrem Wechsel ins lyrische deutschsprachige<br />
Fach kosten GENTILITY diese Möglichkeiten musikalisch<br />
aus. Aus der Hardrock-Formation wurde eine veritable<br />
Melodic-Deutsch-Punk-Combo. Julia Michaelis mit Bass -<br />
gitarre, Dirk Michaelis mit Gitarre und Gesang und Markus<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
CD-REZENSIONEN 61<br />
Wieking, Schlagzeuger, lassen mit Bandkollegen und Gästen<br />
auf diesem Album zu den harten Worten auch eine harte<br />
Mischung aus deutschem 80er-Streetpunk bis Heavy Rock<br />
erklingen. GENTILITY spielen – ähnlich wie die Zeitge nossen<br />
von Hämatom – ab und zu mit Texten der klassischen Mär -<br />
chen poeten vom Format der Gebrüder Grimm. Mal wird es<br />
erotisch, wie in „Mein niederer Instinkt“, oder kritisch gegen<br />
Militarismus in „Schritt für Schritt“. Stilistisch kommt die<br />
Gruppe immer wieder an deutschen Power Metal der Sorte<br />
Accept heran. Das mag auch an der rostigen, ausdrucksstarken<br />
Stimme von Sänger Dirk Michaelis liegen. Nostalgie<br />
kommt dabei nicht auf, den GENTILITY gehen neue Pfade mit<br />
ihrem Sound. Mit heavy Gitarre und kritischen Texten wissen<br />
sie sicher auch bei ihren Live-Auftritten zu überzeugen.<br />
www.gentility.de<br />
C.S.<br />
MICK ZIMMER<br />
»Ich bleibe nicht stehen«<br />
„Für jeden ist was dabei“<br />
„Musik aus dem Herzen“<br />
Mit seiner markanten Stimme und seiner einzigartigen Art<br />
müsste man ihn sofort im Radio wiedererkennen. Er klingt<br />
nicht wie Tim Benzko oder Phillipp Poisel. Doch der junge<br />
Sänger und Songwriter schreibt deutschsprachige Popsongs,<br />
die ans Herz gehen. Wären seine Songs von bekannten<br />
Namen wie von Silbermond oder Juli gesungen, würden sie<br />
wohl auch im Radio rauf und runter laufen, denn mit den<br />
deutschsprachigen Bands, die neben Udo Lindenberg und<br />
Nena zu seinen größten Einflüssen zählen, kann der junge<br />
Künstler schon locker mithalten. Die Songs: „Verlernt zu lieben“,<br />
„Fliegen“ und „Freundschaft“ haben großes Hitpoten -<br />
zial. Mick Zimmer aus München hat sich endlich seinen<br />
größten Kindheitstraum erfüllt und über das Label „RockWerk<br />
Records“ sein erstes eigenes Album veröffentlicht. Alle Songs<br />
wurden von dem Sänger selbst geschrieben und komponiert.<br />
Er arbeitete zwei Jahre mit tollen <strong>Musiker</strong>n an dem<br />
Album wie Curtis Lugay (ein Musikproduzent aus England)<br />
und auch sein Bruder beteiligte sich an der Komposition der<br />
Platte. Gemastert wurde die Platte von Stefan Noltemeyer,<br />
der unter anderem auch schon Songs für Rosenstolz und<br />
Ich und Ich gemastert hatte.<br />
Ab den 5. August ist das Gesamtkunstwerk auf dem Markt<br />
und weltweit in allen Online-Shops als CD und Download<br />
erhältlich. Und diese Nachricht ist wohl für alle Musikfans<br />
interessant.<br />
DIE PLATTE IST SEHR VIELSEITIG GEWORDEN.<br />
„Wir haben Rock-Elemente, Elektro, und wir haben einige<br />
Balladen, aber sogar einen Punk-Song“, so der 24-jährige<br />
Sänger. „Und so vielseitig wie der Sound ist, so vielseitig<br />
sind auch die Themen auf dem Album. Ich schreibe über<br />
alles, was mich bewegt, und spreche auch Themen an, die<br />
sonst nicht so oft angesprochen werden, wie zum Beispiel<br />
Mobbing! Das ist mir sehr wichtig, denn über so etwas sollte<br />
man nicht schweigen! Aber natürlich dürfen auch alltägliche<br />
Dinge wie Liebe und Freundschaft nicht fehlen. Und<br />
sogar über das alltägliche Berufsleben singe ich, allerdings<br />
mit einem kleinen Augenzwinkern, kritisiere ich die Arbeits -<br />
welt. Alles, was das Leben mit sich bringt, besinge ich gerne.<br />
Die Message meiner Songs ist mir sehr wichtig.“<br />
Weitere Infos gibt es auf der Homepage von Mick Zimmer,<br />
die er zusammen mit einem Kumpel betreibt. Denn dem<br />
Künstler ist es wichtig, dass er alles selbst macht, und das<br />
zahlte sich auch bei seinem Album aus.<br />
www.mick-zimmer.com<br />
EVA KYSELKA<br />
»New Romance«<br />
Ob Eva Kyselka mit zu den besten Interpretinnen gehört, die<br />
Deutschland zu bieten hat, kann man beim Genuss ihrer<br />
neuen Songs beurteilen. Eine Maxi-Single-CD mit den beiden<br />
Songs „New Romance“ und „Liebe und Gewalt“ ist erschienen.<br />
Die Musikhochschulabsolventin und Frontfrau ihrer<br />
früheren Rockbands Phonolog und Phönix hat jede Menge<br />
Bühnen- und TV-Erfahrung. Nach dem Preis eines Inter -<br />
preten wettbewerbs im damaligen Karl-Marx-Stadt vertrat<br />
sie Deutschland beim internationalen Pop Festival in Bregenz.<br />
Heute tritt sie mit weltbekannten <strong>Musiker</strong>n wie Ricardo<br />
Moreno, dem Cellisten Sonny Thet oder der Pianistin Carillio<br />
im Rahmen ihrer Clubkonzerte auf. Die Songs klingen nach<br />
Schlager, thematisch dreht es sich um die Emotionen rund<br />
um Liebe. „New Romance“ klingt angenehm gefällig, schwillt<br />
in seiner Dynamik rockig mit markanter E-Gitarre an. Liebe<br />
und Gewalt warten mit Romantik-Schlager auf und werden<br />
gewürzt – Achtung: so noch nie gehört – mit Raggamuffin-<br />
Gesang. Über allem schwebt Evas elfengleiche Stimme. Für<br />
Romantiker ein Muss und mit das Beste!<br />
www.evakyselka.de<br />
C.S.<br />
FÄHRHAUS<br />
»Wir können auch anders«<br />
Deutschsprachiger Poprock. Oder doch eher -Soul? Vielleicht<br />
auch ein bisschen -Jazz? Mit dem Album „Wir können auch<br />
anders“ von FÄHRHAUS ist Abwechslung auf jeden Fall<br />
garantiert. Mal rockig-frech wie in „Mit dir weitergehen“,<br />
mal schwärmerisch-verspielt wie in dem Duett „Lass uns<br />
träumen“. Die Texte schreibt die Songwriterin und Frontfrau<br />
Marita Boettcher selbst. Mitten aus dem Leben gegriffen,<br />
wirken die eingängigen Zeilen tiefsinnig und bisweilen kritisch.<br />
„Ist es nicht so, dass wir blind sind für das, was wirklich<br />
ist?“ Instrumental gesehen bestehen FÄHRHAUS aus<br />
einer klassischen Rockbandbesetzung: Bass, Schlagzeug,<br />
Gitarre & Keyboard. Für den Gesang holt sich Marita hier<br />
und da tatkräftige Unterstützung von ihren Band mitglie -<br />
dern, von denen einer sogar ihr Ehemann ist. Kein Wunder<br />
also, dass die Harmonie in der Mehrstimmigkeit nicht nur<br />
hör-, sondern regelrecht spürbar ist. Marita selbst überzeugt<br />
dabei mit ihrer klaren, tiefen Stimme, die den einen<br />
oder anderen an Nena erinnern mag.<br />
www.faehrhaus-musik.de<br />
C.H.<br />
HEJOE SCHENKELBERG<br />
»Ambiances«<br />
Hejoe Schenkelberg ist ein wahrer Musikmagier. In seinem<br />
Album „Ambiances“ lässt er, wie es der Titel schon ver muten<br />
lässt, mit jedem Stück eine einzigartige Atmosphäre entstehen.<br />
Er flechtet Verwebungen aus diversen Klängen,<br />
<br />
RECHTSANWALT<br />
WOLFGANG KRÜGER<br />
Wir beraten Sie in allen Fragen mit Bezug zur Musik- und Veranstaltungsbranche:<br />
GEMA, GVL, Umsatzsteuer, Namensrecht, Vertragsrecht, Markenrecht etc.<br />
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3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
62 CD-REZENSIONEN<br />
Instrumenten und Gesängen. Elektrische Gitarrenriffs treffen<br />
auf Opernstimmen, spacig treibende Rhythmen auf Tango<br />
und Wasserplätschern. Schenkelberg spielt Melodien, die<br />
Geschichten erzählen. Gekonnt, gezielt und handgemacht.<br />
Hauptdarsteller ist dabei, na klar, das Akkordeon, Hejoes<br />
Markenzeichen. Auch wer diesem Instrument vorerst mit<br />
einem eher skeptischen Auge entgegensieht, wird sich bald<br />
in die Töne des Künstlers verlieben. Wie von Zauberhand<br />
verschmelzen alle Songelemente zu einem Fluss, getrieben<br />
von einer Strömung aus Leichtigkeit. Die Harmonien<br />
der einzelnen Songs werden einen jeden Hörer noch über<br />
das Album hinaus begleiten.<br />
http://hejosche.de<br />
C.H.<br />
GENTLEMAN &<br />
KY-MANI MARLEY<br />
»Conversations«<br />
Nachdenklicher als gewohnt kommt GENTLEMANs neues<br />
Album daher. Der deutsche Reggae-Künstler hat sich dieses<br />
Mal mit Ky-Mani Marley, dem Sohn von Bob Marley,<br />
zusammengetan. „Conversations“ – Gespräche – darum geht<br />
es den beiden Sängern. In unserer heutigen Zeit sollte wieder<br />
mehr miteinander geredet werden, so die Aussage des<br />
Albums. So kriegt man mehr „Quality Of Life“. Insgesamt sind<br />
die 18 Tracks sehr stimmig. Definitiv kein Party-Album, aber<br />
ein wunderschönes, um entspannt zuzuhören. Und sich zum<br />
Nachdenken anregen zu lassen. Musik, die die Seele be -<br />
rührt, mit Texten, die in die heutige Zeit sprechen. Trotz der<br />
kurzen Produktionszeit ist den beiden Künstlern ein Kunst -<br />
werk gelungen.<br />
http://conversations.gentleman-music.com J.H.<br />
BARBARA ZANETTI<br />
»Unser Sommerlied«<br />
Ein wunderbar ruhiges und gefühlvolles Sommerlied aus<br />
der Feder der Südtiroler Liedermacherin Barbara Zanetti.<br />
Mit Leichtigkeit in der Stimme lässt die Sängerin Sonnen -<br />
strahlen aufblitzen, Schmetterlinge fliegen und ein laues<br />
Lüftchen wehen. Ihre Stimme scheint mit der Gitarre zu<br />
tanzen. Ein Lied zum Augenschließen und Träumen. Am<br />
besten in der Hängematte. Es lohnt sich, auf den Text zu<br />
achten. Denn der ist ein wunderbar lyrisches Gedicht.<br />
Zanetti malt schöne Bilder – zwischen Sommer, Liebe und<br />
Treue. Wer noch einen Soundtrack für seinen Sommer ur -<br />
laub braucht, sollte zugreifen. Oder wer schon einmal vorsorgen<br />
will gegen graue, kalte Wintertage ...<br />
www.barbarazanetti.com<br />
J.H.<br />
RODGAU MONOTONES<br />
»Genial«<br />
Die „Hesse“ sind zurück! Und sie geben „Vollgas“! Die sieben<br />
eingefleischten Deutsch-Rocker fetzen auf ihrem neuen<br />
Album „Genial“ 15 Songs ab. Wie immer sorgen die Texte<br />
für Lacher, laden zum Mitsingen ein. Und wie immer sind sie<br />
mit hessischem Dialekt gefärbt. Bei den treibenden Beats,<br />
schnellen Riffs und Saxofonsoli muss man einfach mitschnipsen<br />
und tanzen. Gewohnt rotzig schmettert Rockröhre<br />
Kerstin Pfau ins Mikrofon. Besonders schön ist, dass im<br />
Booklet zu jedem Song eine kurze Erklärung steht. So erfährt<br />
man, dass die Hesse wohl (wie wir alle, so ihre Unterstellung)<br />
„erst sehr nobel daherkommen, nach drei Pils aber den<br />
Wochenendproll rauslassen“. Wer Deutschrock mag, für<br />
den führt kein Weg drumherum: Er muss das neue Album<br />
seiner Plattensammlung zuführen. Denn die Hesse machen<br />
„Immer noch Spaß“!<br />
www.rodgau-monotones.de<br />
LÖSEKES BLUES GANG<br />
»Old Masters And Soul«<br />
J.H.<br />
Seit mehr als 40 Jahren steht LÖSEKES BLUES GANG für<br />
soliden Blues aus Deutschland. Die sechs <strong>Musiker</strong> blicken<br />
swingend und groovend auf ihre Bühnen-Erfahrungen zurück.<br />
Auf Zeiten, in denen sie anderen Blues-Meistern begegneten,<br />
mit ihnen zusammen auftraten. Auf ihrem Album „Old<br />
Masters And Soul“ performen sie zwölf mitreißende Songs,<br />
teils selbstgeschrieben, teils Cover von Größen der Szene.<br />
Muddy Waters und B.B. King werden genauso gewürdigt<br />
wie Little Walter und Jimmy Reed. Das Album überrascht<br />
zwar nicht, muss es aber auch nicht. Leicht und locker<br />
kommt es daher, mit einer spielerischen Selbstverständ lich -<br />
keit und sowohl schnellen als auch langsamen Blues-Songs.<br />
Hat das Potenzial, ein Geheimtipp-Klassiker für Blues freunde<br />
zu werden!<br />
http://loesekes-blues-gang.de<br />
J.H.<br />
SALTY MOUNTAIN BOYS<br />
»Gasoline«<br />
Frische Musik von den SALTY MOUNTAIN BOYS! Ihr zweites<br />
Album „Gasoline“ beinhaltet 14 bunte Country-Blues-<br />
Rock’n’Roll-Soul-Tracks. Off-Beats, einpägsame Refrains<br />
und entspannte Western-Guitar-Sounds lassen die Sonne<br />
in jedem Wohnzimmer aufgehen. Die CD ist wie ein geruhsamer<br />
Ritt durch die Prärie. Insgesamt ist das Album sehr<br />
entspannend – Musik zum Genießen und Seele-baumeln-<br />
Lassen. Die mit ihren fünf Jahren seit ihrer Gründung noch<br />
junge Band macht mit „Gasoline“ Lust auf mehr. Ein schönes<br />
Sommer-Album zum Augenschließen und Abschalten.<br />
Wer auf schnelle Songs steht, sollte allerdings die Finger<br />
davon lassen.<br />
www.saltymountainboys.com<br />
J.H.<br />
ELAIZA<br />
»Restless«<br />
Mit soulig-poppiger Stimme und schnellen Rhythmen überrascht<br />
das zweite Album des Berliner Damen-Trios ELAIZA.<br />
Es gibt ihn noch, den klassischen Folk-Pop der 90er! Gegen -<br />
über ihrem Debüt „Gallery“ klingt „Restless“ deutlich moderner<br />
und inspirierter. Die Ladys beweisen, dass Kontrabass,<br />
Akkordeon und Piano elektronisch aufgemöbelt werden<br />
können. Der Titel ist Programm – ohne Ruhe beschreiben<br />
sie ihre Zeit des Tourens und wie es ist, bekannt zu sein.<br />
„Shooting Star“ und „Summer Somewhere” klingen nicht nur<br />
fast forward, sondern auch einen Hauch melancholisch.<br />
Insgesamt könnte das Album von einer Girl-Band der 90er<br />
sein. Es mangelt etwas an Abwechslung. Dafür kommen<br />
Folk-Pop-Fans voll auf ihre Kosten. Den Namen ELAIZA sollte<br />
sich aber jeder merken – eine vielversprechende, junge<br />
Bandformation.<br />
www.elaiza.de<br />
J.H.<br />
musiker MAGAZIN 3/<strong>2016</strong>
CD-REZENSIONEN 63<br />
LLOYD RYAN’S JAZZ FORCE<br />
»Looking Back«<br />
Rhythmisch, swingend, jazzig! Der englische Meister an<br />
den Drums, Lloyd Ryan, ist mit seiner Band, der JAZZ FORCE,<br />
für ein neues Album ins Studio gegangen. Herausge kommen<br />
ist ein entspanntes Jazzalbum mit tollen Saxofon-Parts,<br />
Basslines, Piano-Soli und natürlich den hervorragend dezent<br />
und doch gerade dadurch hervorstechenden Drums. Nicht<br />
nur Jazzfans dürften die zehn Titel alter Jazzgrößen ge -<br />
nießen. Der Schlagzeuger wagt einen Rückblick auf die Ge -<br />
schichte „seiner“ Musik. Tatsächlich ist es ein tolles Swing-<br />
Album, eine Hommage an den Jazz. Beim Hören fühlt man<br />
sich auf das Parkett oder an den Tisch eines einstigen Swing-<br />
Salons versetzt. Ein Muss für jeden Swingliebhaber!<br />
http://lloydryansjazzforce.weebly.com<br />
J.H.<br />
ANDREA BRAND<br />
»The Only Way For Me«<br />
Brandneu ist das Album „The Only Way For Me” von Lieder -<br />
macherin Andrea Brand. Inbrünstig macht sie Mut, den<br />
eigenen Weg zu gehen. Die 13 Lieder fordern dazu auf, immer<br />
weiterzugehen, auch wenn es Rückschläge gibt. Insgesamt<br />
zeigt sich die Sängerin sehr vielseitig. Mal bluesig, mal mit<br />
Country-Elementen, mal pop-artig nimmt Andrea Brand<br />
ihre Hörer auf eine emotionale Reise mit. Wie das Leben<br />
hat das Album Höhen und Tiefen, ist laut und „Quiet“, stellt<br />
Fragen („Why“) und schwingt („Time For Joy“). Wegen seiner<br />
Bandbreite eignet es sich als tolle Begleit musik beim<br />
Autofahren. Also, CD einlegen und Track für Track die Straße<br />
(des Lebens) entlangfahren!<br />
www.andrea-brand.de/liedermacherin.html J.H.<br />
ACHIM SCHULTZ<br />
»Higher & Higher«<br />
Bekannt für seine 60er-Jahre-Musik nimmt Achim Schultz<br />
seine Hörer mit seinem neuen Album „Higher & Higher“ auf<br />
eine musikalische Zeitreise. „Girl No. 1“ ist im typischen 60er-<br />
Sound gehalten. Andere Songs wie „Lonely Nights” haben<br />
deutlich folkloristische Einflüsse. Übrigens: Der <strong>Musiker</strong> ist<br />
eingefleischter Beatles-Fan. Und das hört man besonders<br />
bei „Flashlight“ heraus. Insgesamt bleibt das Album eine<br />
Mischung aus Pop und bayerischer Schunkelmusik. Wer für<br />
zehn Songs etwa 50 Jahre in die Vergangenheit reisen will,<br />
sollte sich mit seiner Musikanlage „Higher & Higher“ begeben,<br />
die Augen schließen und Achim Schultz’ liebevoll<br />
zusam mengestelltes Album genießen.<br />
www.achim-schultz.de<br />
J.H.<br />
SIGGI SCHWARZ<br />
FEAT. ANDREAS KÜMMERT<br />
UND JESSY MARTENS<br />
»Heart & Soul«<br />
Für ein hammerstarkes Bluesrock-Album haben sich Siggi<br />
Schwarz, Andreas Kümmert und die junge Rockröhre Jessy<br />
Martens zusammengetan. Dabei singen und spielen sich<br />
die drei „Heart & Soul“ aus dem Leib! Jeder Song groovt,<br />
sowohl die schnellen als auch die ruhigen. Jessy Martens’<br />
rauchige Stimme hat sich unglaublich weiterentwickelt. Mit<br />
viel Gefühl interpretiert sie Titel von Curtis Mayfield, Gregg<br />
Alman und John Lennon. Ihr zur Seite steht Andreas<br />
Kümmert, ebenfalls ein junger <strong>Musiker</strong>, der von Gitarren-<br />
Legende Siggi Schwarz für sich entdeckt wurde. Seine kräftige,<br />
auch mal kieksende Stimme rockt! Gänsehaut bringt<br />
„Ain’t No Sunshine“, Hüftwackeln ist bei „Rock And Roll<br />
Hoochie Koo“ angesagt und der „Crossroads Blues“ groovt<br />
aus dem Album heraus. Viel zu schnell sind die 14 Titel ab -<br />
gespielt. Also lieber gleich die Wiederholungs funktion einschalten.<br />
Von den Nachwuchs-Bluesrockern kann man nicht<br />
genug hören!<br />
www.siggi-schwarz.de<br />
ADAM & BROOKS<br />
»Two Of A Kind«<br />
Ein einfühlsames Country-Album des Amerikaners Lutz<br />
Adam. Bei „Two Of A Kind” macht er gemeinsame Sache<br />
mit Elke Brooks, die mit ihrer warmen Stimme hervorragend<br />
zu Adams rauem Country-Sound passt. Die beiden<br />
sind eben „Two Of A Kind“. Sowohl eigene Songs als auch<br />
Cover hat das Duo zusammengestellt. Bekannten Songs<br />
wie „Jackson“ oder „Love Is All Around“ drücken sie dabei<br />
behutsam ihren Stempel auf. Alle elf Titel klingen wie eine<br />
Liebeserklärung an den Country. Wer also eine Hör-Reise in<br />
die Südstaaten machen will, sollte sich das Album gönnen.<br />
www.adams-brooks.com<br />
J.H.<br />
KLIMA<br />
»Irgendwann ist jetzt«<br />
Das Leben in vollen Zügen auskosten – das wollen auch<br />
die beiden Songwriterinnen Sarah und Vera Klima. In einer<br />
kreativen Familie aufgewachsen gehörte Musik für sie von<br />
Anfang an dazu. Wenn die beiden Schwestern gemeinsam<br />
singen, dann bleibt die Welt für einen Moment lang stehen.<br />
Kein Wunder also, dass sie mit ihrer Band KLIMA bereits bei<br />
einigen renommierten Nachwuchswettbewerben als klare<br />
Sieger hervorgingen, so z. B. auch beim Deutschen Rock &<br />
Pop Preis. Seit Kurzem ist nun ihr drittes Album erhältlich.<br />
„Irgendwann ist jetzt“ – also los! All den unnötigen Ballast<br />
zur Seite schieben und auf geht’s! Auf, Richtung Sommer –<br />
Richtung Freiheit, Glück, Zufriedenheit. Das neue Album<br />
von KLIMA nimmt dich an die Hand und startet mit dir einen<br />
gut 40-minütigen Kurzurlaub. Ein Road Trip über 13 Songs.<br />
Eine Mischung aus treibenden Rhythmen und dem Gefühl<br />
von totaler Geborgenheit. Stets begleitet von akustischen<br />
Gitarren à la Jack Johnson, perfekt gesetzten Geigen- sowie<br />
Klaviertönen, vor allem aber von den Stimmen der Schwes -<br />
tern Sarah und Vera Klima, die harmonischer nicht klingen<br />
könnten.<br />
Die erste Singleauskopplung „Schwesterherz“ ist der wohl<br />
persönlichste Song auf dem Album. Geschrieben für ihre<br />
Schwester bringt Vera Klima die Beziehung der beiden zu -<br />
einander auf den Punkt. „Ich seh dich immer noch so wie<br />
ein Kind.“ Doch auch in den Melodien von jedem der zwölf<br />
weiteren Lieder kann man die starke emotionale Bindung<br />
der Schwestern spüren. Ebenfalls nicht zu überhören: ihre<br />
pure Lust am Leben. Ergänzt wird sie durch ehrliche, ein -<br />
gängige Texte, die trotz überwiegend melancholischer Zeilen<br />
nie die Hoffnung verlieren. KLIMA schaffen es, dass sich<br />
selbst ein „Mir wird klar, wie du mir fehlst, und die Nacht<br />
hat grad erst angefangen“ positiv anhört. Deutsch sprachi -<br />
ger Pop auf höchstem Niveau.<br />
www.klimamusik.de<br />
C.H.<br />
J.H. – JANINA HEINEMANN<br />
C.H. – CELIA HOFFMANN<br />
C.S. – CHRISTIAN SCHÖNING<br />
3/<strong>2016</strong> musiker MAGAZIN
64 TITELSCHUTZANZEIGEN<br />
Titelschutzanzeigen müssen uns fertig layoutet<br />
zugesandt weden.<br />
Sie können nur noch gegen Bargeld<br />
veröffentlicht werden<br />
Anzeige 45 x 20 mm<br />
(fertig layoutet):<br />
20,– € für Mitglieder<br />
30,– € für Nichtmitglieder<br />
CLAUDIA K.<br />
„Unser Song für Gräfelfing“<br />
VÖ: 24.04.2015<br />
ckuzee_fysio@hotmail.com<br />
KARIN DEVAKI & PETER<br />
PANDURA BAYREUTHER<br />
„Paradies auf Erden“<br />
VÖ: 19.08.<strong>2016</strong><br />
www.peterbayreuther.com<br />
NIMA LINDNER<br />
„Follow“<br />
VÖ: 18.<strong>03</strong>.<strong>2016</strong><br />
www.nima-lindner.de<br />
PURZEL PI!IPER<br />
Olaf Maureschat | Birkenweg 42 | 22885 Barsbüttel<br />
olafmaureschat@aol.com | 040-6 70 <strong>03</strong> 08<br />
OLIVER SCHELL<br />
„Morning Sun“<br />
VÖ: 10.04.2015<br />
emotion.tm@t-online.de<br />
PETER PANDURA<br />
BAYREUTHER<br />
„Healing Nurturing Loving“<br />
VÖ: 19.08.<strong>2016</strong><br />
www.peterbayreuther.com<br />
WOODWIND & STEEL<br />
„Stony Path“<br />
VÖ: 19.02.<strong>2016</strong><br />
www.woodwind-steel.de<br />
Unter Hinweis auf §5 Abs 3 Markengesetz nehme ich Titelschutz in Anspruch für:<br />
Jan Sebo<br />
In allen Schreibweisen, Schriftarten, Abkürzungen, Variationen und<br />
Darstellungsformen für öffentlich dargebotene Musik, Bühnen- oder sonstige<br />
Werke sowie Musikprojekt-, Band-, Künstler-, Label,- Verlags- und<br />
Produktnamen in alle in- und ausländischen Print-, Bild-, Ton-, Daten- und<br />
Video- und Nachfolgemedien aller Art, sowie in Software- und<br />
Multimedia-Produktionen, Fernsehen, Film, Rundfunk, Bühnen, Off- und<br />
Onlinediensten, Merchandising und sonstigen vergleichbaren Werken.<br />
Reinhold Lischewski, Mariabrunnstrasse 11, 88097 Eriskirch<br />
PETER BAYREUTHER<br />
„Liebeslieder“<br />
VÖ: 27.<strong>03</strong>.2015<br />
kindervomuniversum@<br />
t-online.de<br />
LIONCEAU<br />
„Noble Earth“<br />
VÖ: 19.08.<strong>2016</strong><br />
www.lionceau.de<br />
REIDAR JENSEN<br />
„Silent Travelling“<br />
VÖ: 12.02.<strong>2016</strong><br />
www.reidarjensen.com<br />
PETER BAYREUTHER<br />
„Love Songs“<br />
MICK ZIMMER<br />
„Ich bleibe nicht stehen“<br />
SABRINA GERARD<br />
„En attendant“<br />
VÖ: 27.<strong>03</strong>.2015<br />
kindervomuniversum@<br />
t-online.de<br />
VÖ: 05.08.<strong>2016</strong><br />
www.mick-zimmer.com<br />
VÖ: 05.02.<strong>2016</strong><br />
www.walter-strom.com<br />
ALWIN SMOKE<br />
„Spirit’s Free“<br />
VÖ: 31.<strong>03</strong>.2015<br />
a.w.office@t-online.de<br />
FARYNA<br />
„Musik, die Kinder in<br />
Bewegung bringt“<br />
VÖ: 22.07.<strong>2016</strong><br />
www.faryna-musik.de<br />
EDGAR WEILER<br />
„LET IT BE ME“<br />
VÖ: 05.02.<strong>2016</strong><br />
LAST JETON<br />
„Next Level“<br />
VÖ: 20.<strong>03</strong>.2015<br />
lastjeton@gmx.de<br />
REIDAR JENSEN FEAT.<br />
DETLEF BLANKE<br />
„Covered by shame“<br />
VÖ: 15.07.<strong>2016</strong><br />
www.reidarjensen.com<br />
NIMA LINDNER<br />
„Learn to fly“<br />
VÖ: 15.01.<strong>2016</strong><br />
www.nima-lindner.de<br />
Martin Halm<br />
– Stimme mit Herz –<br />
www.halm.biz<br />
JÖRG KUHFUSS<br />
„The Sound of Rock<br />
Mounten“<br />
VÖ: 13.<strong>03</strong>.2015<br />
joerg-kuhfuss@t-online.de<br />
REINHARD MARKOWSKY<br />
„Wie der Wind“<br />
VÖ: 08.07.<strong>2016</strong><br />
bilgin.oktay@t-online.de<br />
CASSROLL<br />
„Frieden“<br />
VÖ: 15.01.<strong>2016</strong><br />
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LOMKINA & LECHAIM<br />
„A. Lomkina & Lechaim“<br />
VÖ: 13.<strong>03</strong>.2015<br />
lomkina@hotmail.com<br />
MICHAEL ZIMMERMANN<br />
„Verlernt zu lieben“<br />
VÖ: 17.06.<strong>2016</strong><br />
www.mick-zimmer.com<br />
VOCALENSEMBLE<br />
MEMORIES<br />
„Let the sunshine in“<br />
VÖ: 27.11.2015<br />
www.memories-web.de<br />
STÉPHANE ZAMBLÉ<br />
„Espoir“<br />
DIE PLANK<br />
„Wildes Herz“<br />
Bauer sucht Eich<br />
„Endlich wieder feiern“<br />
UNRAT<br />
„Eisenwelt“<br />
VÖ: 29.05.2015<br />
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VÖ: 13.11.2015<br />
sfrankenberg@web.de<br />
CASSROLL<br />
„Zeig uns“<br />
VÖ: 29.05.2015<br />
bilgin.oktay@t-online.de<br />
NIMA LINDNER<br />
„Colours passing by“<br />
VÖ: 21.10.<strong>2016</strong><br />
www.nima-lindner.de<br />
MICHAEL GEMKOW<br />
„Ein kleiner Dinosaurier“<br />
VÖ: <strong>03</strong>.06.<strong>2016</strong><br />
kindermusikkaufhaus.de<br />
A73<br />
„Nämberch“<br />
VÖ: 09.10.2015<br />
ferdl.kreim@texas-radio.de<br />
GREYHOUND GEORGE &<br />
KARL VALTA<br />
„Apple Street Boogie“<br />
VÖ: 29.05.2015<br />
www.greyhound-george.de<br />
CASSROLL<br />
„Alkohol“<br />
– Video –<br />
14.10.<strong>2016</strong><br />
bilgin.oktay@t-online.de<br />
MAX KERN<br />
„One Man Band“<br />
VÖ: 13.05.<strong>2016</strong><br />
michaelvonheimendahl.de<br />
CASSROLL<br />
„Zeig uns“ (Video)<br />
VÖ: 09.10.2015<br />
bilgin.oktay@t-online.de<br />
GINO SIMONS<br />
„Singen, lachen, tanzen“<br />
VÖ: 30.04.2015<br />
www.walter-strom.com<br />
FÄHRHAUS<br />
„Wir können auch anders“<br />
VÖ: 30.09.<strong>2016</strong><br />
www.faehrhaus-musik.de<br />
EXAT<br />
„Hauptsache es knallt“<br />
VÖ: 18.<strong>03</strong>.<strong>2016</strong><br />
www.exatpunkrock.de<br />
MYSTERY GIRL<br />
ATK<br />
Alex Trindade & Kalangu Music<br />
ATK<br />
„ MYSTERY GIRL“<br />
VÖ: 01.08.2015<br />
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Herausgeber:<br />
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Telefon: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong>-0<br />
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Redaktion<br />
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21339 Lüneburg<br />
Telefon: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong>-0<br />
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Verantwortl. Redakteur (V.i.S.d.P.):<br />
Ole Seelenmeyer, os@musiker-online.com<br />
Freie Mitarbeiter und Gastautoren:<br />
Norbert Aping, Wieland Harms, Janina<br />
Heinemann, Celia Hoffmann, Jana Moysich,<br />
LeeZa Nail, Ronja Rabe, Katja Rake,<br />
Christian Schöning, Walter Siegler<br />
Anzeigenleitung:<br />
Ole Seelenmeyer<br />
Anzeigenassistenz:<br />
Katja Rake<br />
Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 30<br />
vom 1. Januar <strong>2016</strong> gültig.<br />
Layout:<br />
Ana Seelenmeyer<br />
Lektorat:<br />
Heike Funke<br />
Druck:<br />
L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG<br />
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<strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> erscheint 4 x jährlich<br />
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Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,<br />
sowie Vervielfältigungen jeder Art<br />
nur mit schriftlicher Genehmigung des<br />
Heraus gebers. Druckirrtümer vorbehalten.<br />
Namentlich gekennzeichnete Beiträge<br />
stellen nicht unbedingt die Meinung der<br />
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