ein Interview von Alexandra Kinsperger ... - Forel Klinik

forel.klinik.ch

ein Interview von Alexandra Kinsperger ... - Forel Klinik

120. Jahresbericht 2008

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Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser

Liebe Mitarbeitende, liebe Vereinsmitglieder

Wir halten Rückschau auf ein bewegtes und äusserst

geschäftiges Jahr in der Klinikgeschichte. Das Geschäftige

schlägt sich unter anderem darin nieder, dass der

Begriff «Klinik» nur noch für diesen Jahresbericht wirklich

zutrifft. Im nächsten wird zusätzlich über die Tagesklinik

und das Ambulatorium in Zürich zu berichten sein.

Beide Einrichtungen sind in Planung, das Ambulatorium

ist bereits konkret im Aufbau mit bald absehbarer Eröffnung.

Es geht dabei um die Umsetzung von strategischen

Zielen, wie wir sie 2006 erarbeitet hatten.

Dazu gehören: das neue Angebot einer deliktorientierten

Therapie – hauptsächlich für FiaZler (Fahren in angetrunkenem

Zustand) und die Beschäftigung mit dem

Thema «Altersalkoholismus» – mit Beratung und

Behandlung und als Auftrag für unsere Forschungsabteilung.

Altersalkoholismus ist denn auch Schwerpunktthema

dieses Jahresberichtes.

Insbesondere die ambulanten Einrichtungen (Tagesklinik,

Ambulatorium) stellen ein neues Tätigkeitsfeld

dar und erfordern ein grundlegendes Umdenken sowohl

im personellen Umfeld der Klinik selber als auch

bei den Zuweisern. Aktuelle Informationen und vieles

mehr sind ersichtlich auf unserer Internetplattform

www.forel-klinik.ch.

Vor einem Jahr mussten wir einen Rückgang der Zuweisungen

und der Belegung feststellen. Inzwischen

ist das Gegenteil eingetroffen. Nach einem schlechten

Start ins Jahr 2008 erholten sich die Zahlen, und es

kam zu einer anhaltenden Vollbelegung. Die Gründe für

diese starken Schwankungen sind uns nur teilweise

bekannt. Für den Erfolg spielten sicher die grossen Anstrengungen

der Klinikleitung unter anderem mit dem

Angebot für Assessments (vertiefte ambulante Abklärung

und Be ratung) eine Rolle. Trotz der inzwischen

wieder sehr guten Belegungsstatistik sind wir zur

Bettenreduktion gezwungen. Grund dafür ist der von

der Gesundheits direktion des Kantons Zürich erteilte


Auftrag zur Umlagerung in den ambulanten Bereich

unter Kostenneutralität. Ziel ist es, den klinischen Teil

zu straffen und die stationären Behandlungen wieder

auf lediglich einen Standort zu konzentrieren. Damit

verabschieden wir uns von der in der Fachwelt zunehmend

schlecht begründbaren frauen spezifi schen

Abteilung in Turbenthal zu Gunsten eines neuen

«frauengerechten» Angebotes in Ellikon a. d. Thur.

Der alte Landgasthof «Hirschen» in Turbenthal ist je

länger, desto schwieriger als Klinik nutzbar, er bereitet

auch massive Belegungsprobleme bei den zudem

deutlich teureren Betten als im Stammhaus. Nichtsdestotrotz

bleiben wir der frauenbezogenen Thematik

weiterhin verpfl ichtet und auch den Anliegen des

früheren Trägervereins, der das 1975 gegründete Behandlungszentrum

im Jahr 2000 in unsere Klinik

integriert hatte. Wer den inzwischen zwar wieder gut

belegten «Hirschen» mit seiner kompetenten Crew

noch nutzen möchte, soll die Chance ergreifen, es geht

noch sicher bis Ende 2009!

Ebenfalls einschneidend sind die beschlossenen

Veränderungen in der Struktur der Klinikleitung und der

Führung des Vereins. Die administrativen, betriebswirtschaftlichen

und verwaltungstechnischen Aufgaben

haben stark zugenommen und bedingen eine zunehmend

hohe Professionalität der Verantwortlichen.

Bisher nahm der Chefarzt in seiner Funktion als Direktor

diese Rolle wahr. Dies bedeutet, dass er sich immer

mehr mit therapiefremden Themen befassen muss.

Unser Chefarzt hat diese Doppelbelastung bisher mit

grossem Engagement sehr erfolgreich bewältigt. Es

nähert sich aber eine Grenze, wo das nicht mehr möglich

sein wird, dies insbesondere bei einem späteren

Chefarztwechsel. Wir werden deshalb in der zukünftigen

Führungsstruktur die oberste Verantwortung über

den gesamten Klinikbetrieb einer allein dafür zuständigen

Person übertragen.

Im Verein nehmen wir Abschied von der schwerfälligen

Doppelspurigkeit mit einem grossen Verwaltungsrat

(13 Mitglieder) und einem geschäftsführenden Ausschuss.

Die Entscheide des Ausschusses mussten jeweils

zweimal im Jahr vom Verwaltungsrat abgesegnet

werden, was eine enorme Zeitverzögerung bedeutete,

die bei vielen Geschäften gar nicht abgewartet werden

konnte. Neu wird es nur noch einen verkleinerten Vereinsvorstand

geben ohne weitere Untereinheiten, und

er wird bei allen Sitzungen mit der Klinikleitung vollzählig

anwesend sein. Der Ausschuss des Verwaltungsrates

war eigentlich nur noch das letzte Überbleibsel

einer früheren Organisationsstruktur. Damals hiess

dieser Ausschuss Hauskommission. Im übergeordneten

Verwaltungsrat waren nicht nur wie heute noch

die im Umfeld der Klinik fachlich tätigen Institutionen

vertreten, sondern auch Exponenten der Fürsorgedirektion

(damals noch möglich), über die ein Teil der

Klinik fi nanziert wurde. Dies erklärt die hohe Zahl

der Mitglieder im Verwaltungsrat, die trotz veränderten

Voraussetzungen bei behalten wurde.

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VORWORT

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An der ausserordentlichen Generalversammlung im

März 2009 werden die entsprechenden Änderungen in

den Statuten verabschiedet. Damit schaffen wir die

Grundlage für die neue Struktur in der Führung der

Klinik und des Vereins sowie für die neuen Angebote

im ambulanten Bereich. Damit sollten wir fi t und gewappnet

sein für die kommenden Herausforderungen

und unserem eigenen Anspruch, auch zukünftig das

Kom petenzzentrum in der Behandlung von Alkoholerkrankungen

zu sein, gerecht werden.

Der Klinikbetrieb steht und fällt mit dem Einsatz und

dem Zusammenspiel all unserer Mitarbeitenden, mit

einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der

Klinikleitung und den Exponenten des Vereins, denen

allen ich für ihr Wirken im vergangenen Jahr herzlich

danke, wie auch den stillen Vereinsmitgliedern als

tragendes Element des Betriebs überhaupt. �

Martin Eichenberger

Präsident


VORWORT


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Bericht der Direktion

Das Berichtsjahr war geprägt von zahlreichen Projekten,

die sich aus der vom Verwaltungsrat 2006 verabschiedeten

Strategie ergeben haben. Ein Teil dieser Vorhaben

wurde bereits im letzten Jahresbericht vorgestellt.

Sie befi nden sich mittlerweile bereits in oder kurz vor

der Umsetzung. Andere konnten erst im Laufe des

Jahres angegangen werden, da sie umfangreiche Vorarbeiten

erforderten.

Integrierte spezialisierte Versorgung

von Alkoholabhängigen

Das zentrale und gleichzeitig aufwändigste Projekt

er gab sich aus der vom Verwaltungsrat beschlossenen

Absicht, die Klinik aus dem stationären Bereich zu öffnen

und mit ausserstationären Angeboten zu ergänzen.

Diese Strategie wurde von der Gesundheitsdirektion

des Kantons Zürich begrüsst und der Forel Klinik ein

entsprechender Planungsauftrag erteilt. Um zu einer

fundierten Planungsgrundlage für ein zukunftsweisendes

Versorgungsangebot und zu einer bedarfsorientierten

Angebotsplanung zu kommen, wurden zahl-

reiche Abklärungen durchgeführt. Dazu gehörten

insbesondere die Sichtung der internationalen Versorgungsliteratur

der letzten Jahre, die Befragung der

renommiertesten internationalen Versorgungsexperten,

eine retrospektive Überprüfung der Behandlungs indikation

der KlinikpatientInnen, eine Analyse der Versorgungslage

von AlkoholpatientInnen anhand der Zürcher

Psychiatriestatistik, ein Kostenvergleich stationärer

Therapieangebote und eine qualitative Befragung aller

wesentlichen Anbieter im Alkoholberatungs- und

Alkoholtherapiebereich.

Aus der Gesamtanalyse ergab sich sehr klar die Konzeption

eines auf die Alkoholthematik spezialisierten

integrierten Versorgungssystems, bei dem PatientInnen

je nach Bedarf ambulant, tagesklinisch oder stationär

behandelt werden können. Die Gesundheitsdirektion

erteilte in der Folge nach zustimmender Kenntnisnahme

dieses Konzepts den Auftrag zur Planung eines

Ambulatoriums und einer spezialisierten Tagesklinik in

Zentrumslage, allerdings mit der Aufl age der Ressour-


cenneutralität, was wiederum eine Reduktion des

sta tionären Angebots bedeutet. Die Forel Klinik ist

überzeugt, mit diesem integrierten interdisziplinären

Angebot zu einer zukunftsweisenden Versorgung von

AlkoholpatientInnen im Kanton Zürich beizutragen.

Assessmentangebot

Eine weitere strategische Vorgabe des Verwaltungsrates

bestand in der Weiterentwicklung der Forel Klinik

hin zu einer Lead Institution im Alkoholbereich, die nicht

nur selbst ein therapeutisches Angebot bereithält,

sondern die eigene diagnostische und therapeutische

Erfahrung und Kompetenz auch anderen Fachleuten,

Betroffenen und Angehörigen zugänglich macht. In

diesem Zusammenhang wurde Mitte Jahr das Assessmentangebot,

eine vertiefte, interdisziplinäre, ambulante

Abklärung, lanciert. Ziele des Assessments sind

vor allem die Schaffung umfassender diagnostischer

Grundlagen für einen angemessenen Behandlungsplan,

die Motivationsförderung von behandlungsbedürftigen

Alkoholabhängigen und deren bestmögliche Zuweisung

in eine weiterführende Behandlung. Das Angebot versteht

sich hauptsächlich als fachliche Unterstützung

von ärztlichen Grundversorgern, aber auch von Arbeitgebern,

Arbeits ämtern, Sozialämtern und -behörden.

Eine erste Auswertung des Assessments hat gezeigt,

dass mit diesem Angebot durchaus behandlungsbedürftige

Betroffene in einem Frühstadium erreicht und

damit die soziale Desintegration sowie psychische und

körperliche Folgeschädigungen reduziert werden

können.

Informationstechnologie – sind wir fi t genug

für die Zukunft?

Diese Frage stellte sich uns in Zusammenhang mit der

gesamten IT-Landschaft der Klinik. Anstoss für diese

Fragestellung gaben die sich verändernden Rahmenbedingungen

im Gesundheitswesen und die wachsenden

Ansprüche an die IT eines modernen Unternehmens,

wie es die Forel Klinik heute ist und auch in

Zukunft anstrebt. Mit den veränderten Rahmenbedingungen

ist hier insbesondere die von der Gesundheitsdirektion

angekündigte Einführung des DRG-Systems

(Diagnosis Related Group) in den psychiatrischen

Kliniken des Kantons Zürich gemeint. DRG kann man

als eine diagnosebe zogene Leistungsabgeltung bezeichnen.

Dabei wird jeder Patientenfall genau einer

DRG zugeordnet. Diese Klassifi zierung stationärer Patientenfälle

wird dann zu Vergütungszwecken genutzt,

indem jeder DRG eine Vergütungshöhe zugewiesen

wird. Damit wird dem Leistungserbringer im Gegensatz

zum bisherigen Tagespauschalen-basierten System die

Vergütung eines Patientenfalls spitalübergreifend und

unabhängig vom tatsächlichen Behandlungsaufwand

vorgegeben. Das System soll Kliniken einen Anreiz geben,

effi ziente Behandlungen zu möglichst niedrigen

Kosten anzubieten.

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DIREKTION


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Nebst der Einführung der Fallkostenpauschale waren

Aspekte wie Qualitätsziele, elektronische Krankengeschichte

(KG), die zukünftige Revisionsfähigkeit im

IT-Bereich, Erweiterung der Kompetenzzentrumsfunktion

auf den E-Health-Bereich ausschlaggebend für

die Lancierung eines längerfristigen und umfassenden

IT-Konzeptes. Als Erstes wurden eine Bestandesaufnahme

und Risikoanalyse der bestehenden Informatik-

Infrastruktur und des aktuellen Software-Einsatzes vorgenommen.

Dies ermöglicht ein effi zientes und

effektives Risikomanagement. Anhand der Analyse des

Bereichs Adressen mit Sicht auf Datenhaltung, -struktur

und Arbeitsabläufe wurden der Bestand und das

mögliche Optimierungspotenzial aufgezeigt. In einem

weiteren Schritt wurde der Prozess eines modellhaften

Patienten vom Erstkontakt bis zur Nachbehandlung in

der Forel Klinik skizziert und alle Informatik-relevanten

Datenfl üsse beschrieben.

Aus der Analyse der Gesamtsituation ergab sich ein

Portfolio für den IT-Bereich der Klinik, und entsprechende

Teilprojekte wurden initiiert. Dazu gehören die

Einführung der neusten Version unseres Klinikinformationssystems

und die schrittweise Überführung zur

elektronischen KG, der Aufbau einer systematisierten

Datenbank sowie die Prüfung der gesamten Auslagerung

unserer IT.

Das Herzstück im Informatikbereich stellte im Berichtsjahr

jedoch der Aufbau unserer neuen Homepage dar.

Informieren – Sensibilisieren – Befähigen. Diese drei

Grundsätze bildeten die Basis für die Entwicklung der

Homepage. Die Informationen wurden zielgruppengerecht

aufbereitet. Zu den umfassenden Fachinformationen,

die bisher auf der Site zu fi nden waren, kamen

neue Tools wie diverse Testverfahren mit automatischer

Auswertung, Foren für verschiedene Ansprechgruppen,

Online-Anmeldeverfahren, Online-Fragetools

u. a. hinzu. Hilfsmittel wurden neu entwickelt und ebenfalls

den BenutzerInnen angepasst. So erhalten zum

Beispiel Arbeitgeber über die Homepage Instrumente,

welche sie in ihrer täglichen Arbeit im Umgang mit

Alkohol am Arbeitsplatz unterstützen sollen. Die neue

Homepage stellt für die Forel Klinik einen weiteren

wichtigen Pfeiler des Kompetenzzentrums für die Behandlung

von Alkoholerkrankungen dar. Ausserdem

wurde damit ein wichtiger Schritt Richtung E-Health

gemacht. Ein herausforderndes Thema für die Kliniken

der Zukunft, das uns auch in den nächsten Jahren

begleiten wird. Eine Herausforderung, der wir uns gern

stellen.

Altersalkoholismus

Auf die zunehmende Bedeutung des Altersalkoholismus

wurde zum einen bereits im letzten Jahr hingewiesen,

zum andern wird das Thema in einem Fachbeitrag

von Herbert Leherr vertieft behandelt. Im Rahmen des

von der Forel Klinik initiierten Expertenforums Altersalkoholismus

kam es zu zahlreichen Aktivitäten: etwa

zur Erstellung eines Konzeptsyntheseberichtes für den


Kanton Zürich mit der Ableitung von Versorgungsgrundsätzen

(gemeinsam mit der Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme),

oder der Planung einer internetbasierten

Wissensplattform und einer gesamtschweizerischen

Studie zum Umgang mit Alkohol in Alters- und Pfl egeheimen.

Die Resultate dieser Studie werden demnächst

an einer Fachtagung der Fachöffentlichkeit zugänglich

gemacht.

Belegungsschwankungen

Aus bisher nicht völlig geklärten Gründen sank im Vorjahr

und zu Beginn des laufenden Jahres die Nachfrage

nach fachklinischer Behandlung, was u. a. zu einer unbefriedigenden

Bettenbelegung (Tiefststand 87%)

führte. Das Phänomen der reduzierten Nachfrage fand

sich übrigens in den meisten Regionen der Schweiz.

Die Forel Klinik reagierte auf dieses Phänomen mit

verschiedenen Massnahmen wie Flexibilisierung der

An gebote, Vereinfachung der Anmeldemodalitäten und

Klärung der Angebotsschnittstellen mit anderen Leistungserbringern.

Ab Mai des Berichtsjahres setzte,

wiederum praktisch gesamtschweizerisch, eine Nachfragesteigerung

ein, die in der Forel Klinik zu einer

Überbelegung und Verlängerung der Wartezeiten

führte. Diese Situation erforderte von allen Mitarbeitenden

ein ausserordentliches Mass an Flexibilität und

Einsatz. Ihnen soll an dieser Stelle ausdrücklich gedankt

werden. Schliesslich erreichte die kumulative Bettenbelegung

96%, was in den letzten Jahrzehnten noch

nie erreicht worden war. Dazu ist allerdings grundsätz-

lich anzufügen, dass kurzfristige Überbelegungen

durchaus zu bewältigen sind, über längere Zeit jedoch

betrieblich und personell kaum bewältigt werden

können.

Personal

Nebst der Belastung durch die andauernde Überbelegung

wurde das Personal, insbesondere die Mitarbeitenden

unserer Küche, durch einen Todesfall schwer

getroffen. Unser langjähriger stellvertretender Küchenchef,

Alfred Isler, verschied nach sehr kurzer Krankheit

im vergangenen Herbst. Er hat mit seinem plötzlichen

Tod bei Kolleginnen und Kollegen, insbesondere aber

bei seiner Familie, eine grosse Lücke hinterlassen. Den

Mitarbeitenden der Küche gilt unser besonderer Dank,

haben sie doch trotz der schweren Situation mit ihrem

grossen Einsatz stets dafür gesorgt, dass die Versorgung

der PatientInnen und des Personals im Gastronomiebereich

jederzeit sichergestellt war.

Per 1.1. 2008 trat das überarbeitete Personalreglement

in Kraft. Darin sind die für die Klinik wesentlichen und

für alle Mitarbeitenden in gleicher Weise geltenden

Anstellungsbedingungen einheitlich geregelt. Das Reglement

bildet einen integrierenden Bestandteil des

Arbeitsvertrages. Teil des Reglements bildet zudem das

Merkblatt «Mobbing und sexuelle Belästigung am

Arbeitsplatz», welches ebenfalls per 1.1. 2008 in Kraft

trat. Damit kommt die Forel Klinik einerseits ihren

gesetzlichen Verpfl ichtungen nach, anderseits unter-

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KAPITEL

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KAPITEL DIREKTION


streicht sie den Grundsatz, dass die Forel Klinik jede

Form von Mobbing und sexueller Belästigung am

Arbeitsplatz verbietet und sich verpfl ichtet, angemessene

Mass nahmen zu ergreifen, um die Beschäftigten

davor zu schützen.

Die Zukunft kann kommen!

Es ist uns gelungen, gemeinsam mit allen Mitarbeitenden

– nebst dem Alltagsgeschäft – unser Image als das

schweizerische Kompetenzzentrum in der Behandlung

von Alkoholerkrankungen zu festigen. In der Klinik ist

ein frischer Geist spürbar geworden. Ein Geist, der für

ein gemeinsames Anliegen steht: die Bereitschaft,

gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten. Wir bedanken

uns ganz herzlich bei allen Mitarbeitenden und allen

Mitwirkenden, die das mit grossem Engagement und

Begeisterung möglich machen. �

Die Direktion

Thomas Meyer und Paola Giuliani

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DIREKTION


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Forschung und Psychodiagnostik

Hoffnung in der Behandlung von

Abhängigkeits erkrankungen

Sowohl in der therapeutischen Praxis als auch in der

empirischen Behandlungsforschung hat sich die Erkenntnis

durchgesetzt, dass eine adäquate und effektive

Behandlung von psychischen Störungen sich unter

anderem dadurch auszeichnet, dass die vorhandenen

Ressourcen der PatientInnen gefördert und genutzt

werden. Dies wird insbesondere auch bei der Behandlung

von alkoholabhängigen Menschen empfohlen.

So z. B. in den internationalen Leitlinien zur Postakutbehandlung

von alkoholbezogenen Störungen. Allerdings

sind bisher sowohl in Forschung und Praxis vorwiegend

störungsspezifi sche Perspektiven vertreten.

In den letzten Jahren hat v. a. die Positive Psychologie

versucht, den positiven und förderlichen Aspekten

mehr Rechnung zu tragen. Sie erforscht die Zusammenhänge

von persönlichen Lebensstilen und Charakterstärken

mit der Führung eines erfüllten Lebens.

In Zusammenarbeit mit dem Psychologischen Institut

der Universität Zürich, Fachrichtung Persönlichkeits-

psychologie und Diagnostik, wollte die Forel Klinik

untersuchen, inwiefern sich die bisherigen Befunde der

Positiven Psychologie auch bei alkoholabhängigen Menschen

wiederfi nden lassen. Im Sommer und im Herbst

2008 wurden bei 123 PatientInnen der Forel Klinik mithilfe

von Fragebogen Charakterstärken, Lebensstil und

Lebenszufriedenheit erfasst. Die detaillierten Analysen

der Ergebnisse erfolgen 2009.

Einen ersten Befund publizieren wir hier schon einmal:

Von den 24 erfassten Charakterstärken war «Hoffnung»

diejenige, welche am stärksten mit der Lebenszufriedenheit

zusammenhing, gefolgt von «Enthusiasmus»

und «Vergebungsbereitschaft». Das ist nicht nur bei

PatientInnen so. Ähnliche Resultate wurden auch aus

anderen Untersuchungen in der Schweizer Bevölkerung

berichtet. Hoffnung scheint eine wichtige Rolle zu spielen

bei der Bewertung und Bewältigung der eigenen

Lebenssituation. Auch wenn die genauen Ursache-

Wirkungs-Beziehungen noch ungeklärt sind, gibt es aus

den bisherigen Befunden der Positiven Psychologie


Hinweise darauf, dass eine Entwicklung der persönlichen

Stärken durchaus möglich ist und sich eine solche

auch positiv auf die Lebenszufriedenheit auswirkt.

Ob und vor allem auch wie Hoffnung im Behandlungskontext

entwickelt bzw. gefördert werden kann, könnte

sich somit als therapeutische Grundfragestellung

herausstellen. Wir bleiben dran.

Forschung und Psychodiagnostik in der Forel Klinik

Eine kurze Beschreibung einiger ausgewählter Projekte

bietet einen Einblick in unsere Arbeit.

Auswertung PatientInnenmonitoring: Mit den zur Verfügung

stehenden PatientInnenangaben aus der stationären

Psychiatriestatistik des Kantons Zürich PSYREC

sowie dem Monitoring-Netzwerk act-info werden fortlaufend

Analysen zu spezifi schen Themenbereichen

durchgeführt und jährlich ein zusammenfassendes

«Executive Summary» verfasst. Dieses gibt Auskunft

über Ausprägung, Verteilung und Entwicklung von

behandlungsrelevanten PatientInnenmerkmalen vor

und während der Behandlung und dient insbesondere

der konzeptionellen Planung und Optimierung der

Behandlungsangebote.

Zufriedenheitsbefragung: Auch 2008 nahm die Forel

Klinik wieder an der Stichtagserhebung zur KlientInnenzufriedenheit

in der stationären Suchttherapie teil. Das

Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF)

führt die institutionsübergreifenden Auswertungen

durch, welche von der Forel Klinik durch klinikspezifi

sche Analysen ergänzt und in einem Kurzbericht dargestellt

werden. Eine erste Sichtung der Daten zeigt,

dass die Forel Klinik im Vergleich zu den anderen stationären

Behandlungseinrichtungen auch im 2008 meist

überdurchschnittliche Zufriedenheitswerte erzielte.

Sowohl die Zusammenfassung der Zufriedenheitsbefragung

als auch die «Executive Summaries» sind auf

unserer Website publiziert.

Psychodiagnostik: Im Berichtsjahr wurde das psychodiagnostische

Instrumentarium weiter ausgebaut. Die

Forel Klinik führte ein computerbasiertes Testsystem

ein, welches für einen Grossteil der Testverfahren eine

internetbasierte Durchführung und Auswertung erlaubt.

Zusammen mit anderen stationären Einrichtungen für

die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen wurden

zudem die neuropsychologischen Untersuchungsinstrumente

überarbeitet. Nach einer Testphase im Laufe

des Jahres 2009 werden die Instrumente eingeführt.

Forschungsprojekte von Alkoholismus Therapieforschung

Schweiz (atf schweiz)

Die 2005 gegründete Forschungskooperation zwischen

der Klinik Südhang und der Forel Klinik hat sich inzwischen

zu einer voll funktionsfähigen Forschungsgemeinschaft

entwickelt. Es werden Forschungsprojekte

angedacht, verworfen, ausgearbeitet, beantragt, durchgeführt,

als Auftrag ausgeführt und abgeschlossen.

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FORSCHUNG


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Eine Übersicht über die aktuellen Forschungsaktivitäten

und Publikationen sind auf der Homepage

www.atf-schweiz.ch publiziert. Im Folgenden sind die

wichtigsten Projekte zusammengefasst.

Genderstudie: Die Studie mit dem Titel «Gender Role

Orientation and Masculinity – Therapeutic Relevance for

Inpatient Alcohol Treatment» soll dazu dienen, männerspezifi

sche Schwerpunktthemen vermehrt in die Behandlungskonzeption

einzubeziehen. Die Studie wurde

durch die Schweizerische Stiftung für Alkoholforschung

(SSA) mitfi nanziert und begann im Herbst 2006. Der

Schlussbericht, adressiert an die SSA, konnte Ende

2008 abgegeben werden. Er ist ebenfalls auf der atf-

Website ersichtlich. Als nächster Schritt wird im Mai

2009 ein Expertenhearing zur praktischen Umsetzbarkeit

der Studienbefunde durchgeführt. Zudem werden

die Ergebnisse in weiteren Artikeln und Vorträgen

einem breiteren Publikum bekannt gemacht.

Angehörigenstudie: Im Herbst 2007 beauftragte die

Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Kliniken und

Rehabilitationszentren für Alkohol- und Medikamentenabhängige

(SAKRAM) die atf schweiz mit der Durchführung

einer Angehörigenstudie. Sie soll die Alkoholabhängigkeit

sowie deren stationäre Behandlung aus der

Perspektive der PartnerInnen von alkoholabhängigen

Menschen beleuchten. Diese sind oft massiven und

chronischen Belastungen ausgesetzt, welche die eigene

Lebenssituation stark beeinträchtigen und auch den

Umgang mit den abhängigen PartnerInnen beeinfl ussen.

Die Befragung von stationären Behandlungseinrichtungen

über ihr Angebot für Angehörige hat 2008

stattgefunden, und ab Anfang 2009 werden in vier

Institutionen insgesamt 120 PartnerInnen von Alkoholabhängigen

in stationärer Behandlung zu ihrer Situation

befragt.

ADHS und Alkoholabhängigkeit: Bereits im letzten

Jahresbericht wurde aufgezeigt, dass der Beachtung

einer möglichen ADHS (Aufmerksamkeits-Defi zit/Hyperaktivitäts-Störung)

bei Erwachsenen in der Behandlung

von suchtmittelabhängigen Menschen zunehmend Bedeutung

zukommt. Das Vorkommen einer ADHS bei

Suchtmittelabhängigkeit wird auf bis zu 70% geschätzt.

Allerdings zeigen die entsprechenden Angaben erhebliche

Schwankungen und sind in Ermangelung zuverlässiger

Diagnoseinstrumente (insbesondere bei Erwachsenen)

im Moment noch wenig aussagekräftig.

Auf diesem Hintergrund hat die internationale Forschungskooperation

ICASA (International Collaboration

on ADHD and Substance Abuse) ein länderübergreifendes

Forschungsprojekt initiiert: Darin sollen möglichst

viele Länder mit standardisierten Erhebungsinstrumenten

das gemeinsame Vorkommen von ADHS und

Suchtmittelabhängigkeit erfassen. Aus der Schweiz

nehmen an diesem Projekt die Universitätsklinik und

Poliklinik für Psychiatrie (UPD) Bern sowie atf schweiz

mit der Klinik Südhang und der Forel Klinik teil. Finanziert

wird die Erhebung in der Schweiz durch die SSA.


Konsum während der Therapie: Das Suchtversorgungssystem

ist einem steigenden Legitimitätsdruck ausgesetzt

und hat eine evidenzbasierte Praxis nachzuweisen.

Traditionelle Therapieziele und die traditionelle

Therapiepraxis werden entsprechend hinterfragt. So

nimmt beispielsweise die Abstinenzregel einerseits

eine zentrale Bedeutung im Behandlungskonzept von

Suchtfachkliniken ein. Andererseits weisen die Daten

des nationalen Monitorings darauf hin, dass die normative

Geltung dieser Vereinbarung eher gering ist und es

bei einem beträchtlichen Anteil der PatientInnen zu

«Konsumvorfällen» während der Therapie kommt.

Diese Studie soll beleuchten, wie PatientInnen und Personal

die Nützlichkeit der Abstinenzregelung und deren

Kontrolle während der Therapie bewerten und welche

Auswirkungen diese letztendlich haben.

Diese Studie wird ebenfalls durch die SSA fi nanziert.

Die Daten erhebung in der Klinik Südhang und der

Forel Klinik erfolgt voraussichtlich ab Herbst 2009. �

Peter Eggli

Leiter Forschung und Psychodiagnostik

FORSCHUNG


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«Sucht im Alter» – Tabuthema?

Beim Eintritt ins Rentenalter hat ein Mann in der

Schweiz gute Aussichten, 83-jährig zu werden, Frauen

sogar 87-jährig (durchschnittliche Lebenserwartung).

Damit tritt eine Generation in diesen Lebensabschnitt,

die häufi g noch mobil und aktiv ist. Historisch ist das

neu. Die «neuen Alten» sind eine interessante Zielgruppe

für die Werbung. Reisen im Alter, Pfl egeartikel für

die Haut ab 60 oder das Kreieren neuer Wohnformen

jenseits der Altersheime sind spannende Themen

geworden. Eine Mehrheit der 65- bis 70-Jährigen hat

Wohneigentum. In einer Mehrgenerationenfamilie

wohnen heute gerade noch 3%.

Strittig bleibt, wer festlegt, wann man zu den Alten gehört.

Die Grenzen 62 für Frauen und 65 für Männer sind

sozialpolitische Konstrukte. Medizinisch hat sich in den

industrialisierten Ländern eher der Begriff des «dritten

Lebensabschnitts» (60/62 bis etwa 75 Jahre) durchgesetzt.

Danach erst – also ab 75 Jahren – gehört man zu

den «alten Alten». Und beide Gruppen wachsen stetig.

Im Jahre 2030 werden in den städtischen Kantonen

etwa 40 Rentner auf 100 Erwerbstätige kommen, in der

Agglomeration und auf dem Land sind es etwa 50.

Statistiken zeigen, dass wir in der Schweiz im 2030 im

Vergleich zu heute mit 80% mehr Achtzigjährigen

rechnen müssen.

Alterstypische Leiden

Neben den erfreulichen Aspekten dieser Entwicklung

geht damit aber auch ein höheres Risiko einher, an

alterstypischen Leiden zu erkranken – etwa Alzheimer.

Die Diagnostik dieser Erkrankung, mögliche Therapieansätze

und differenzierte Versorgungsstrukturen beschäftigen

Fachleute, Politiker, Betroffene und ihre

Angehörige bereits seit 20 Jahren. Das Thema «Sucht

im Alter» ist dagegen erst seit wenigen Jahren in Fachkreisen

der betreuenden Pfl ege und der Sucht- und

Therapieforschung auf Interesse gestossen. Das Problem

wird aber von politischer und fachlicher Seite

weiterhin unterschätzt.


Warum ist das Thema «Sucht im Alter»

ein spezielles Problem?

Ältere Menschen haben meistens keine berufl iche

Kontrolle mehr und eingeschränkte soziale Kontakte.

Und im Alter reagiert der Körper sensibler auf Alkohol.

Da der prozentuale Wasseranteil des Körpers abnimmt,

führt die gleiche Menge Bier oder Wein zu höheren

Alkoholisierungsgraden. Die Leber arbeitet nicht mehr

so gut, es kommt eher zu Stürzen und Schädigungen

des Gehirns. Eine Alkoholabhängigkeit kann sich auch

noch im höheren Alter entwickeln (late-onset) bzw.,

wenn sie schon früher bestanden hat, weiter verfestigen

(early-onset). In unseren Therapiegesprächen mit

älteren PatientInnen hören wir häufi g die Argumentation,

der Alkohol helfe, körperliche Beschwerden zu

lindern, Einsamkeit besser zu ertragen und die nach der

Pensionierung auftretende Langeweile und das Gefühl

des «Überfl üssigseins» auszuhalten. Neben dem

Alkohol als Genuss- und Suchtmittel ist natürlich auch

die Verabreichung von Benzodiazepinen im Alter immer

wieder einem kritischen Diskurs unterzogen. Doch in

diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Thema

Alkohol.

Die Menge des insgesamt konsumierten Alkohols sinkt

ab dem 60. Lebensjahr. Das «soziale Trinken» nimmt

ab, es wird nicht mehr so viel vertragen. Krankheiten,

die Alkoholreduktion erforderlich machen, nehmen zu.

Teilweise lässt die AHV-Rente auch nicht mehr so viele

Stangen Bier zu, wie sie früher im Kollegenkreis zum

Feierabend üblich waren. Die Prävalenz (Häufi gkeit

einer Krankheit oder eines Symptoms in einer Bevölkerung

zu einem bestimmten Zeitpunkt) von Alkoholkrankheit

im Alter ist im Vergleich zu früheren Lebensabschnitten

konstant etwas niedriger (zwischen 0,5 und

3%). Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass

das Problem Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit im

Alter aufgrund der demografi schen Entwicklung an Bedeutung

weiter zunehmen wird.

Behandlung und Angebote

In Fachkreisen ist das Thema auf Tagungen und in

wissenschaftlichen Fachzeitschriften ungenügend vertreten.

Zusammen mit der Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme

hat die Forel Klinik 2007 eine Bestandesaufnahme

zum Altersalkoholismus im Kanton Zürich

durchgeführt. Fort- und Weiterbildungen für Spitex- und

Pfl egeheim-Mitarbeitende werden genauso notwendig

sein wie entsprechende Angebote für die Haus ärzte.

Supervision und Balintgruppen sollten diese Angebote

ergänzen. Die Betreuung und Behandlung fi ndet möglichst

im bestehenden Umfeld statt, sei dies ambulant

bei selbstständigen PatientInnen oder in den Kranken-

und Pfl egeheimen. Weitere Spezialeinrichtungen zu

schaffen wird wegen der möglichen «Ghettoisierung»

wohl eher die Ausnahme sein. Aktuell fl iesst ein Grossteil

der Mittel für Prävention in den Bereich Jugendalkoholismus,

das darf überdacht werden.

Eine wichtige Frage wird auch sein, ob und wie ältere

PatientInnen in bestehende stationäre Behandlungsein- 17

SCHWERPUNKT


ichtungen integriert werden können – und ob das sinnvoll

ist. Für die Gruppe 65+ braucht es vielleicht höhere

Betten oder Sitze in den Duschen, eine andere Form

von Sport- und Therapiemodulen mit einem spezifi schen

Gedächtnistraining. Braucht es auch geschlossene

Gruppen für diese PatientInnen? Das könnte helfen, die

gemeinsamen Erfahrungen des Älterwerdens zusammen

zu teilen und die Problemlösungsstrategien mit

der Hilfe von Alkohol oder anderen suchtbildenden Substanzen

kritisch zu hinterfragen. Aber kann es nicht

auch sinnvoll sein, ambulante oder stationäre Gruppenangebote

anzubieten, in denen sowohl der 40-jährige

Arbeit suchende und frisch geschiedene Patient sitzt,

aber auch der 68-Jährige, der seit drei Jahren nicht

mehr berufstätig ist und seit einem Jahr als Witwer

lebt?

Die Frage, welches Therapieangebot das richtige ist,

das ist noch nicht entschieden. Vielleicht braucht es

beide Möglichkeiten.

Forschung

Die Gruppe von PatientInnen, die erst im Alter durch

Umstellung der Lebensumstände oder durch einschneidende

Lebensereignisse vermehrt zur Flasche greift,

könnte neben den ambulanten oder teilstationären

Hilfsangeboten auch von stationären fachklinischen

Angeboten profi tieren. Hier gibt es Forschungsbedarf,

wie solche Therapien zu gestalten sind. Stehen

Demenz oder Depression als Erkrankung neben dem


Alkohol im Vordergrund, dann sollte die Behandlung des

Grundleidens Priorität haben. Besteht die Suchtproblematik

schon seit Jahrzehnten, wird häufi g nur der Therapieansatz

einer Schadensminderung gewählt werden

können. Um den Weg zwischen Laisser-faire und Ignoranz

oder unnötiger Bevormundung zu fi nden, werden

kritische ethische Diskurse notwendig sein. Die Forel

Klinik leistet dazu ihren Beitrag: Dr. Thomas Meyer,

Chefarzt der Forel Klinik, gründete 2007 das Expertenforum

«Altersalkoholismus».

Junge TherapeutInnen – ältere Menschen

Ebenfalls wenig erforscht wurde bisher, welche Rolle

dabei das Alter der im ambulanten oder stationären

Setting tätigen PsychotherapeutInnen spielt. Junge

PsychologInnen oder ÄrztInnen sehen sich damit

konfrontiert, dass ältere PatientInnen aufgrund ihrer

Sozialisation es weniger gewohnt sind, über schwierige

Gefühle oder schambesetzte Situationen zu reden.

Die vom Alter her eher als Kind oder sogar als Enkel

erlebten TherapeutInnen werden aber gleichzeitig trotzdem

mit einer Art Heilserwartung konfrontiert – die

ExpertInnen werden schon eine Lösung wissen. Daher

wird es sehr wichtig sein, dass jüngere TherapeutInnen

sich über ihre eigene Einstellung, über Ängste und

Vorurteile beim Thema Alter bewusst werden.

Katamnesen zeigen, dass spezifi sche Therapieangebote

gute Ergebnisse erzielen und die Erfolge stabil sind.

Allerdings fi nden nur etwa 1% aller Psychotherapien im

Alter ab 65 statt, obwohl therapeutische Interventionen

bei älteren Menschen mindestens so erfolgreich sind

wie bei jüngeren. Das sollte uns optimistisch stimmen,

das Thema «Sucht im Alter» zu enttabuisieren und

mit (altersunabhängiger) Neugierde nach Mitteln und

Wegen zu suchen, differenzierte Angebote zu entwickeln.

So differenziert, wie es die Gruppe von älteren

Menschen mit und ohne Suchtprobleme ist. �

Herbert Leherr

Oberarzt SCHWERPUNKT

19


20

Altern, Alkohol und allein sein

Im Jahr 2008 lernte ich im Rahmen meiner berufl ichen

Tätigkeit als Psychotherapeut einen 69-jährigen Mann

kennen, den ältesten Patienten, mit dem ich bislang

zu tun hatte. Er stammte aus einer sehr kinderreichen

Familie aus dem Zürcher Weinland. Er schilderte sich

als sehr tüchtigen Berufsmann mit guter Ausbildung

und zeitgemässen Weiterbildungen. Er ging bis zum

Erreichen seines Pensionierungsalters einer Erwerbstätigkeit

nach.

In seinen Schilderungen der Lebensgeschichte und der

aktuellen Lebensumstände fi el mir zum einen auf, dass

er in den letzten Jahren zunehmend an Vereinsamung

litt (z. B. wegen Trennung und Pensionierung). Zum anderen

war auffällig, dass er sich während seiner erwerbstätigen

Zeit durch Engagement und mit viel persönlichem

Einsatz – zeitweilig gegen widrige Umstände

– die Möglichkeit erhalten hatte, gebraucht zu werden.

Seine berufl iche Tätigkeit hatte ihm erlaubt, soziale

Kontakte auf weitgehend selbstverständliche Art

herzustellen.

Kurz vor der Hospitalisation bei uns war er nebst einer

Alkoholentzugsbehandlung auch zur psychischen Stabilisierung

(wegen gelegentlich auftretender Todessehnsucht,

verunsichertem Selbstwert, Belastung durch

körperliche Beeinträchtigungen) in mehrwöchiger stationärer

Behandlung. Zum Kontext seines abhängigen

Konsums konnte er angeben, dass sich unter Alkohol

ein angenehmer Zustand von Verbundenheit mit der

Herkunftsgegend einstelle. Dies stand im Gegensatz zu

seinem gewohnten Empfi nden von Einsamkeit, bedingt

u. a. durch früh erlebte Erfahrungen in der Familie.

Während seines mehrmonatigen Aufenthaltes in der

Forel Klinik blühte er regelrecht auf, berichtete ausführlich

und auch mit Witz von seinem Leben. Er meinte

ausserdem, dass in seiner Patientengruppe ein «toller

Geist» herrsche.

Der erwähnte «tolle Geist» machte mich nachdenklich

und warf Fragen auf. Ältere Menschen mit fehlender

strukturgebender Erwerbstätigkeit, mit einer Zunahme


körperlicher Gebrechen und einem allgemeinen Empfi nden

eines gesellschaftlichen «vorig seins» sind vermehrt

mit oft plötzlich brüchig erlebten Verhältnissen

und Lebensumständen konfrontiert, die die Erfahrung

eines «tollen Geistes» wohl immer seltener möglich

sein lassen.

Warum dann nicht den «Geist des Weines» suchen

und fi nden? Was soll denn dann der subjektive Gewinn

einer Alkoholabstinenz für einen suchtgefährdeten

älteren Menschen sein? Und wen interessiert dies dann

auch noch? Und wie sollen denn diese Menschen ihren

Konsum selbst verstehen wollen oder können, wenn

soziale Kontakte mit den dabei auch spielenden Kontrollmechanismen

(Kollegen am Arbeitsplatz, Verwandte

oder Freunde) fehlen?

Es gibt keine einfachen Lösungen für das Bewältigen

von typischen schwierigen Aspekten des Lebensabends.

Ich kann aber aus der erlebten Zusammenarbeit

mit dem Patienten Folgendes hervorheben:

Es brauchte Mut von mir, seinen teilweise schonungslosen,

nicht beschönigenden Äusserungen offen zuzuhören

– ohne in Mitleid zu verfallen. Mit ihm aufrichtig

das Erkennen zu teilen, dass es eine einfache, schnelle

Lösung der Problematik nicht geben kann. Ihm war,

wie er sagte, wichtig, Respekt und Aufrichtigkeit zu

erfahren, wahrgenommen und beachtet zu werden.

Am Ende des stationären Aufenthaltes des Patienten

wurde mir einmal mehr klar, dass auch ältere Men-

schen mit einem Beziehungswunsch leben, wenn er

auch noch so schwer fassbar ist, sehr subtil von ihnen

übermittelt werden mag oder von sozialem Rückzug

und Trost aus der Flasche bis zur Unkenntlichkeit verzerrt

ist. Es wurde mir auch deutlich, dass es Mut von

mir brauchte, mich auf die trostlos anmutende Situation

dieses Patienten einzulassen. Dieses Einlassen bedeutete

für mich Wahrheit der Situation. Im Konfrontiertsein

mit dem Alter und dem Altern ist für mich zum

Beispiel eine Wahrheit der Situation:

Der vereinsamte, «nutzlose» Mensch, dem ich bei meiner

Arbeit oder auch in meinem sonstigen Alltag begegne,

hat Bedürfnisse, und zusätzlich hat er Angst, dass

diese Bedürfnisse sichtbar werden könnten – ich als

jüngerer, sozial integrierter und gesellschaftlich (noch)

gebrauchter, wertvoller Mensch habe in dieser Begegnung

Angst, dass meine Angst vor den für mich zukünftigen

und möglicherweise auch grossen Problemen

meines Alterns sichtbar werden könnte.

Sich dem Gedanken der Wahrheit der Situation zu

stellen gibt diesem Augenblick der Zusammenarbeit

meiner Ansicht nach erst die Würde und das Gewicht,

die ihnen zustehen. Sich dem Gedanken der Wahrheit

der Situation zu stellen habe ich in der Arbeit mit

diesem älteren Herrn als zunehmend einfach, klärend,

stärkend und für beide Seiten nährend empfunden.

Der Patient hat sich wahrgenommen, beachtet gefühlt.

21

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

THERAPIE

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL


22

Dieser Patient besuchte uns nach seinem Austritt wiederholt,

wozu wir ihn auch ermutigten. Zum Zeitpunkt

des Erfassens dieses Artikels (Februar 2009) war er

weiterhin alkoholabstinent. �

Ottmar Kolbe

Psychotherapeut


THERAPIE


24

Einblick in den Patienten-Alltag – ein Interview von

Alexandra Kinsperger, Psychotherapeutin

Herr Y. ist zum zweiten Mal in der Forel Klinik. Im Frühjahr

letzten Jahres war er für einen Time-out-Aufenthalt

einige Wochen in Ellikon hospitalisiert. Nach der kurzen

Auszeit ist er ins Ausland zurückgekehrt, wo er mit

seiner damaligen Freundin gelebt hat.

Nach der Rückkehr verlor er seine Arbeitsstelle, seine

Liebe und zuletzt den Mut (Fahrausweis, Krankheit,

Motorradunfall, Freundin ist ihm nicht in die Schweiz

gefolgt). Vielleicht, weil er zu empfi ndlich war, vielleicht,

weil er seine Gefühle nicht ernst genommen hat,

vielleicht, weil er zu wenig für seine Bedürfnisse eingestanden

ist, hat Herr Y. seine Probleme mit Alkohol

runtergespült. Im Herbst hat sich Herr Y. zu einem

längeren stationären Aufenthalt angemeldet und lernt

jetzt, mit seiner Sucht und seiner Geschichte

umzugehen.

Was gefällt Ihnen an den Behandlungsmethoden

in der Forel Klinik?

Vor allem das ausgewogene Programm zwischen Einzel-,

Gruppen-, Gestaltungs- und Sporttherapie. In der

Gruppentherapie lerne ich am meisten. Schön ist, dass

ich so viele Menschen und deren Geschichten kennen

lerne. Der Austausch mit anderen hilft, mein Selbstbild

zu ergänzen. Ausserdem steigt mein Bewusstsein über

die Alkoholabhängigkeit. Die Forel Klinik gibt mir die

Struktur, die ich brauche, um mit meinen Gefühlsschwankungen

zurechtzukommen. Im letzten halben

Jahr ist vieles hochgekommen, was ich vorher mit

Alkohol weggeschwemmt habe (z. B. Druck als Vater,

Partner, sich selber ernst nehmen).

Von welchem Therapieangebot profi tieren Sie

persönlich am meisten?

Von der Einzeltherapie, weil ich dort unterstützt werde,

aktiv zu werden, und das aus mir herausbringe, was mir

nützt. Die Ärzteschulung schätze ich sehr. Die Lek-


tionen sind wirklich interessant und lehrreich. Bei

meinem ersten Aufenthalt habe ich gemeint, schon

alles zu wissen, was natürlich nicht so ist.

Wie beschäftigen Sie sich in der therapiefreien Zeit?

Ich arbeite viel am Computer – momentan mache ich

einen Online-Kurs. Das Gestaltungs-Atelier, das glücklicherweise

auch abends geöffnet ist, benutze ich auch

häufi g. Ansonsten schaue ich fern oder mache Spiele

mit MitpatientInnen.

Wie ist das Verhältnis zu Ihren MitpatientInnen?

Wie gehen Sie miteinander um?

Der Umgang ist sehr unterschiedlich und von der

Gruppenzusammensetzung abhängig. Der Zusammenhalt

scheint mir kleiner, je mehr PatientInnen nur für

kurze Zeit in der Klinik weilen – dies ist bei uns momentan

der Fall.

Und wie fühlen Sie sich als Patient?

Als Patient fühle ich mich sehr gut, sehr respektvoll

behandelt. Das könnte man nicht besser haben.

Gibt es etwas, das Sie hier neu für sich entdeckt

haben?

Hm, vor allem kommt man hier auf den Boden der Realität

zurück und sieht sich mit Problemen konfrontiert,

die man nüchtern anpacken muss.

Ich male hier mehr, was ich vorher vernachlässigt habe.

Und ich habe Zeit, Gitarre zu spielen und mich körperlich

fi t zu halten.

Können Sie anderen Alkoholgefährdeten etwas auf den

Weg mitgeben, was Sie in der Forel Klinik gelernt

haben?

Einfach, wie heimtückisch der Alkohol ist und man

nicht früh genug merken kann, wann aus Genuss ein

Problem wird.

25

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

INTERVIEW

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL


26

Öffentlichkeitsarbeit

Name/Vorname Ort und Datum

der Veranstaltung

Eggli Peter Zürcher Hochschule für Angewandte

Wissenschaften, ZHAW, Winterthur,

21.5.08

Art der Veranstaltung Titel der Veranstaltung

Referat Kontrolliertes Trinken

Keller Anne Alkoholfachstelle Kloten, 16.9.08 Referat Psychiatrische Diagnostik

Sozialberatungsstelle

Aeugst am Albis, 28.10.08

Referat Alkoholismus

Meyer Thomas Universität Zürich, Medizinische

Fakultät, 28.4.08

Referat Einführung in die Alkohologie

Psychiatrische Universitäts klinik,

Zürich, 9.5.08

Kongress-Moderator Kontrolliertes Trinken – Stand der

Debatte in der Schweiz

Gebrauch als Behandlungsziel –

Integration statt Ausgrenzung

Spital Bülach, 19.5.08 Fortbildung für Ärzte Der ambulante Alkoholentzug

Hausärzteverein der Bezirke

Winterthur und Andelfi ngen,

Winterthur, 9.7.08

Referat Der ambulante Alkoholentzug

Blaukreuzwohnheim Felsengrund,

24.7.08

Behördenausfl ug Rickenbach,

23.8.08

Referat Thesen zur Alkoholismus therapie

Vortrag Vorstellung der Forel Klinik


Meyer Thomas SWICA Case-Manager-Tagung,

Winterthur, 2.10.08

Universität Zürich, Medizinische

Fakultät, 9.10.08

Zürcher Hochschule für Angewandte

Wissenschaften, Winterthur, 14.10.08

Hausärzteverein der Bezirke

Winterthur und Andelfi ngen,

Seuzach, 21.10.08

Bewährungs- und Vollzugsdienste

der Justizdirektion des Kantons

Zürich, Zürich, 23.10.08

Lehrerkonvent der Kantons schule

Wiedikon, 27.10.08

Verein der Gemeindeschreiber und

Verwaltungsfachleute des Bezirks

Winterthur, 31.10.08

Referat Alkohol-Assessment

Referat Einführung in die Alkohologie

Referat Alkoholismus

Referat Der ambulante Alkoholentzug

Referat Thesen zur Alkoholismus therapie am

Beispiel der Forel Klinik

Vortrag Alkohol: Probleme? Bei Jugendlichen?

In einer Kantonsschule?

In der Kantonsschule Wiedikon?

Vortrag Alkohol: Lust und Frust

Top on Job, Weinfelden, 4.11.08 Vortrag Sucht im Alter

Psychiatrische Klinik Münsterlingen,

10.11.08

Gesundheitsdepartement Basel,

Forum für Suchtfragen, 13.11.08

Fortbildung Von den heiligen Kühen in der Suchtmedizin

und deren Schicksal

Referat Stationäre Behandlung in der

Forel Klinik

Infodrog, Bern, 18.11.08 Vortrag Genderunterschiede in der Suchtbehandlung

vor, während und nach

der Therapie

Fachtagung atf schweiz (Alkoholismus

Therapieforschung), 28.11.08

Vortrag «…und am Besten läuft die Klinik

ohne PatientInnen»

6. Winterthurer Suchtapéro, 11.12.08 Referat Angebotsentwicklung der Forel Klinik

Miranda Matteo Momentum Akademie, Karlsruhe,

DVGS e.V.

31.10. – 2.11.08

Lehrtätigkeit Grundlagen der Sport- und

Bewegungstherapie Psychiatrie,

Psychosomatik und Sucht

27

ÖFFENTLICHKEIT


28

Schmitz Martin Weiterbildung Assistenz- und

Oberärzte Psychiatrie, Forel Klinik,

Ellikon, 16.4.08

Dezentrale Kurse Assistenz- und

Oberärzte Psychiatrie, Forel Klinik,

Ellikon, 23.4.08

POL-Kurse (Problem orientiertes

Lernen) Assistenz- und Oberärzte

Psychiatrie, Forel Klinik, Ellikon,

7.5.08

Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung,

Zürich, 20.10.08

Weiterbildung Assistenz- und

Oberärzte Psychiatrie, Forel Klinik,

Ellikon, 5.11.08

Dezentrale Kurse Assistenz- und

Oberärzte Psychiatrie, Forel Klinik,

Ellikon, 12.11.08

POL-Kurse (Problem orientiertes

Lernen) Assistenz- und Oberärzte

Psychiatrie, Forel Klinik, Ellikon,

19.11.08

Im Jahr 2008 wurden in der Forel Klinik durchgeführt:

– 27 Veranstaltungen mit externen Gruppen

– 12 Informationsveranstaltungen für einen möglichen

Klinikaufenthalt

Weiterbildung Bipolare Störungen

Weiterbildung

Weiterbildung Fallspezifi sch

Grundkurs für EinsteigerInnen

in das Arbeitsfeld

Suchthilfe 2008

Alkohol: Wirkung und Folgen

Weiterbildung Forensik und angrenzende Gebiete

Weiterbildung

Weiterbildung Fallspezifi sch

Schwemmer Heike 6. Winterthurer Suchtapéro,10.11.08 Vortrag Der betrunkene Zappelphilipp –

Alkohol und ADHS

Forum Suchtmedizin Ostschweiz

(Fosumos), 13.11.08

Vortrag Ambulante vs. stationäre Behandlung

– 2 Arbeitgebertage für die Vorgesetzten unserer

Patientinnen und Patienten

– 4 Therapiebörsen, d. h. Anlaufstellen für Therapieangebote

nach dem stationären Aufenthalt


Publikationen

– Klingemann, H., Gomez, V., Eggli, P., und Meyer, T. (2008):

Potenzialanalyse des nationalen Patientenmonitorings actinfo,

eine Bestandesaufnahme in den beiden Kliniken Forel

und Südhang und Erarbeitung eines Executive Summary,

Projekt fi nanziert durch das BAG Nr. 07.00686520.0001-426

– Meyer, T. (2008): Paradigmenwechsel in der Alkoholismusbehandlung,

Synapse 1/08, S. 2, ipw Winterthur

– Meyer, T. (2008): Kontrolliertes Trinken: Stand der Debatte

in der Schweiz. Referat am Kongress «Moderater Konsum

als Behandlungsziel – Integration statt Ausgrenzung» der

Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich am 9.5.2008, www.

puk-west.uzh.ch/de/forschung/substanz_ publikat_01.shtml

– Meyer, T. (2008): Konzeptentwicklung «Tagesklinik in

Zentrumslage», Bestandesaufnahme, unveröffentlicht

– Meyer, T. (2008): Lead Institution: Kompetenzzentrumsfunktion

der Forel Klinik, unveröffentlicht

– Meyer, T., Giersch, D. (2008): Standardisierte Alkoholismusdiagnostik,

Lernskript mit Prüfungsfragen, Arbeitsgruppe

Prof. W. Greil, Campus Psychiatrie,

www.campus-psychiatrie.de

– Meyer, T. (2008): Alkoholismus – eine aussergewöhnliche

Krankheit, Abhängigkeiten 2/08, S. 5 –14, Ispa-Press,

Lausanne

– Meyer, T., Willimann, B. (2008): Altersalkoholismus – eine

Bestandesaufnahme, Zürcher Expertenforum für Altersalkoholismus,

unveröffentlicht

– Schlüsselberger, M., Eggli, P., Meyer, T., Klingemann, H.,

und Gomez, V. (2008): act-info – Patientenmonitoring –

Forel Klinik, atf-schweiz Ellikon/Kirchlindach

– Klingemann, H., Gomez, V., Eggli, P., Meyer, T., Schlüsselberger,

M. (2008): act-info – Patientenmonitoring – Klinik

Südhang, atf-schweiz Ellikon/Kirchlindach

– Schlüsselberger, M., Eggli, P., Meyer, T., Klingemann, H.,

und Gomez, V. (2008): act-info – Patientenmonitoring –

Mühlhof, atf-schweiz Ellikon/Kirchlindach

– Schlüsselberger, M., Eggli, P., Meyer, T., Klingemann, H.,

und Gomez, V. (2008): act-info – Patienten monitoring –

Klinik im Hasel, atf-schweiz Ellikon/Kirchlindach

– Schlüsselberger, M., Eggli, P., Meyer, T., Klingemann, H.,

und Gomez, V. (2008): act-info – Patientenmonitoring –

Effi ngerhort, atf-schweiz Ellikon/Kirchlindach

– Schlüsselberger, M., Eggli, P., Meyer, T., Klingemann, H.,

und Gomez, V. (2008): act-info – Patientenmonitoring –

Klinik Wysshölzli, atf-schweiz Ellikon/Kirchlindach

– Schlüsselberger, M., Schwemmer, H., Meyer, T. (2008):

Auswertung der ersten Erfahrungen mit dem «Assessment»

als innovatives Angebot der Forel Klinik, interner Bericht

– Endrass, J., Rosegger, A. (2008): Postakutbehandlung alkoholbezogener

Störungen in der Forel Klinik – Differentielle

Indikationsprüfung anhand internationaler Leitlinien,

unveröffentlicht

– Klingemann, H. (2008): Zur Relevanz und Reichweite von

Tageskliniken im Gesamtangebot des Versorgungssystems

für Suchtkranke – Ergebnisse einer Expertenumfrage und

Hinweise zum Stand der Forschung, Arbeitsbericht,

unveröffentlicht

– Klingemann, H., Gomez, V., Eggli, P., und Schlüsselberger,

M. (2008): Geschlechtsrollenorientierung und maskuline

Iden tität. Dimensionalität und Therapierelevanz bei Patienten

in der stationären Suchttherapie. Schlussbericht zuhanden

der Schweizerischen Stiftung für Alkoholforschung (SSA).

atf schweiz, Kirchlindach

– Eggli, P., Schlüsselberger, M., und Meyer, T. (2008): Klientenzufriedenheit

in der Forel Klinik 2007, Forel Klinik, interner

Forschungsbericht

– Rossegger A., Keller A., Odenwald J., Endrass J. (submitted):

Post-acute Treatment of Alcohol Dependence Disorder in

Switzerland. The International Journal of Mental Health

Systems

29

ÖFFENTLICHKEIT


30

MitarbeiterInnen 2008

Aeschbach Mirjam

Albrecht-Gamper Doris

Anderegg Barbara

Andreato Mario

Bättig Margrit

Bayer Magdalena

Begert Heidi

Berger Urs

Bischofberger-Thompson Joanne

Bosshart Beat

Bührer-Ehrlich Andrea

Burgherr Annemarie

Burth Myriam

Denzler Erika

Duffner Axel

Dürr Max Rudolph

Eggli Peter

Eicher Johanna

Fluri Oliver

Frey-Schwager Monika

Furrer Kathrin

Geiger Dirk

Giuliani Paola

Gloor Katharina

Graf Maria Anna

Hofmann Walter

Huber Denise

Huber Peter

Hug Stella-Maria

Jochem Christian

Kehrli Judith

Keller Anne

Kinsperger Alexandra

Kobel Ida

Koch Monika

Kolbe Ottmar

Koller Tamara

Kölliker Tim

König Moser Eveline

Krasniqi-Ljucovic Ljulja

Kündig Claudia

Kurz Bistra

Langmaier-Beck Manuela

Lauffenburger-Näf Martha

Leherr Herbert

Leuenberger-Ragauerova Jana

Loosli Christina

Lüscher Susanne

Marbach-Hofer Jacqueline

Materna Daniela

Meyer Thomas

Miranda Matteo

Müller Sibylle

Oberholzer Yvonne

Pejic-Jevtic Djuka

Pereira Bonelli Maria

Petrovic-Vilimonovic Slavica

Pfeiffer Kaufmann Doris

Reichard Marcus

Sanfi lippo Sabrina


Santschi Ueli

Schellenberg Stefanie

Schlüsselberger Monika

Schmitz Martin

Schneider Sophie

Scholz-Gubser Silvia

Schwemmer Heike

Seng Miriam

Sibrava-Huber Priska

Simic-Vrhovac Gordana

Späh Oskar

Stadelmann Ivo

Starc Trachsler Tatiana

Strebel Maya

Studer Beatrix

Stüssi Jörg

Suter Felix

Tännler-Schönenberger Maria

Trenker Susanne

Vukota-Bijelic Dragica

Wälti Andrea

Wechner Hermann

Weiss Jürg

Wunderle Anne

Würde Sebastian

Würde Tina

Wüst Melanie

Wydler Nicolas

Wyss Hans

Zemp Peter

Zenelaj-Boletinaj Fahrije

Zimmerli Brigitte

Zubler Isabella

Zysset Therese

Austritte 2008

Bär-Brändli Stephanie

Bigler Marianne

Böhme Melanie

Degen Elisabeth

Hangarter Roman

Malang Sandra

Maurer Eva

Meier Sabrina

Müller Olivia

Oesch Schöni Verena

Raju Barbara

Schmid Barbara

Spitzer Corina

Trulec Sandra

Wagner Jens

Verschieden

Isler Alfred

Dienstjubiläum 2008

10 Jahre: Begert Heidi,

Bünter Ursula, Pejic-Jevtic Djuka,

Reichard Marcus, Zubler Isabella

15 Jahre: Sibrava-Huber Priska

25 Jahre: Bayer Magdalena

Pensionierungen

Bünter Ursula (vorzeitig)

Aus- und Weiterbildungen 2008

Schneider Sophie, Psychoanalytische

Psychotherapie, Titel Fachpsychologin

FSP, Psychologisches

Seminar, Zürich und Bern/Bewilligung

der selbstständigen Berufsausübung

im Kanton Zürich

Seng Miriam, Titel Master of

Advanced Studies, MASP, Postgraduale

Weiterbildung in kognitiver

Verhaltenstherapie und

Ver haltensmedizin, Universität

Zürich

31

MITARBEITENDE


32

Organe des Vereins Forel Klinik

Verwaltungsrat

Präsident: Dr. med. Martin Eichenberger, Psychiater,

Kreuzlingen

Vizepräsidentin: Barbara Erb-Largiadèr, Zürich

Aktuar und Quästor: Robert Zangger, ehemaliger

Verwaltungsdirektor, Bubikon

Mitglieder:

Cornelia Benz, ehemalige Präsidentin Hirschen

Turbenthal, Zug

Josef Binder, Zentralpräsident Sobrietas, Dietikon

Gitti Hug, Rechtsanwältin, Küsnacht

Verena Hunziker, Team- und Organisationsberaterin,

Zürich

Christof Nauck, Architekt ETH/SIA, Männedorf

Dr. sc. nat. Kathy Riklin, Nationalrätin, Zürich

Hans Rüttimann, Blaukreuz-Vertreter, Rickenbach

Dr. phil. Holger Schmid, Vizedirektor SFA, Lausanne

Dr. med. Gerhard Schmidt, Psychiater, Erlenbach

Rudolf Winkler, Gemeindepräsident, Ellikon a. d. Thur

Ausschuss des Verwaltungsrates

Vorsitzende: Barbara Erb-Largiadèr, Zürich

Mitglieder:

Dr. med. Martin Eichenberger

Christof Nauck

Robert Zangger

Direktion

(mit beratender Stimme in Verwaltungsrat und

Ausschuss des Verwaltungsrates)

Dr. med. Thomas Meyer, Direktor/Chefarzt,

Ellikon a. d. Thur

Paola Giuliani, Stellvertretende Direktorin,

Unterengstringen

Kontrollstelle

Samuel Herter, Andelfi ngen

Ulrich Zellner, Abteilungsleiter Finanzkontrolle

Kanton Zürich


Beauftragte

Hausärzte:

Dr. med. Christoph Graf, Gemeinschaftspraxis

Sulz-Rickenbach

Dr. med. Alfred Pfi ffner, Gemeinschaftspraxis

Sulz-Rickenbach, Stellvertreter von Dr. Graf

Dr. med. Hans Wehrli, Turbenthal

Supervision:

Thomas Disler, Psychotherapeut/Supervisor, Zürich

Jürgen Gramberg, Diplompsychologe/Psychotherapeut,

Zürich

Marietta Haller, Psychologin, Zürich

Franziska Keller, Organisationsentwicklung und

Teamberatung, Steckborn

Christian Lauffenburger, lic. phil. I, Psychotherapeut,

Winterthur

Liona Staehelin, Organisationsberaterin/Supervisorin,

Zürich

Dr. med. Daniel Strassberg, Psychoanalytiker, Zürich

MITARBEITENDE


34

Bilanz und Erfolgsrechnung 2008, Kennzahlen

Bilanz per 31.12.2008 31.12.2007

Fr. Fr.

Aktiven

Umlaufvermögen 2’207’026 2’173’624

Anlagevermögen 2’554’108 2’386’221

Total Aktiven 4’761’134 4’559’845

Passiven

Fremdkapital 736’770 808’075

Eigenkapital 3’068’663 2’841’505

Fondskapital 955’701 910’265

Total Passiven 4’761’134 4’559’845

Die detaillierte Rechnung kann unter www.forel-klinik.ch heruntergeladen werden.


Erfolgsrechnung 2008

Rechnung Voranschlag Rechnung

2008 2008 2007

Zusammenfassung Fr. in % Fr. Fr.

Total Besoldungen 7’321’945 73,43 7’350’000 7’018’854

Total Sachaufwand 2’649’247 26,57 2’587’000 2’409’233

Total Betriebsaufwand 9’971’192 100,00 9’937’000 9’428’087

Erlöse aus stationären Leistungen 6’935’486 87,76 6’600’000 6’286’169

Erlöse aus ambulanten Leistungen 169’278 2,14 200’000 176’794

Übriger Betriebsertrag 797’831 10,10 800’000 801’057

Total Betriebsertrag 7’902’595 100,00 7’600’000 7’264’020

Gesamtergebnis –2’068’597 –2’337’000 –2’164’067

Betriebliche Kennzahlen

Jahre 2008 2007 2006 2005 2004

Total Abklärungsgespräche 666 595 538 561 545

Total Pfl egetage 32’512 30’253 31’723 32’049 31’599

Total Bettenbelegung in % 96 89 93 94 93

Total Austritte 380 353 321 296 298

Total Anzahl Betten 93 93 93 93 93

Durchschnittliche Stellenprozente 61,4 62,3 64,7 66,1 66,7

Anzahl MitarbeiterInnen per 31.12. 93 92 92 93 96

35

RECHNUNG


36

Kommentar zur Rechnung 2008

Mit Genugtuung dürfen wir auch dieses Jahr wieder auf

ein gutes Jahresergebnis zurückblicken. Im Vergleich

zum Globalbudget resultiert gar eine Budgetunterschreitung

von ca. Fr. 268’000.00. Davon können – vorbehältlich

der defi nitiven Abrechnung und Genehmigung

durch die Gesundheitsdirektion – ca. Fr. 238’000.00

den Rücklagen zugewiesen werden. Dieses erfreuliche

Resultat konnte dank dem wirtschaftlichen Denken

und Handeln auf allen Stufen, ohne aber das «soziale

Umfeld und Menschliche» zu vernachlässigen, erreicht

werden. Ebenfalls erwähnenswert ist die überdurchschnittliche

Bettenbelegung im zweiten Halbjahr.

Diese Gründe erforderten von allen Mitarbeitenden

sehr viel Engagement. Dafür danken wir allen, die sich

für unsere kranken Mitmenschen voll und ganz, oft

über das Pfl ichtsoll hinaus eingesetzt haben.

Unser herzlicher Dank gilt auch allen privaten Spendern

und Mitgliedern die uns im vergangenen Jahr mit

Fr. 25’344.00 wohlwollend unterstützt haben. �

Robert Zangger, Quästor

Bericht der Kontrollstelle

an die Generalversammlung

Verein Forel Klinik, Ellikon an der Thur

Als Kontrollstelle haben wir die Jahresrechnung (Bilanz,

Erfolgsrechnung und Anhang) des Vereins Forel Klinik,

Ellikon a. d. Thur, für das am 31. Dezember 2008 abgeschlossene

Geschäftsjahr geprüft.

Für die Jahresrechnung ist der Ausschuss des Verwaltungsrats

verantwortlich, während unsere Aufgabe

darin besteht, diese zu prüfen. Wir bestätigen, dass wir

die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Zulassung

und Unabhängigkeit erfüllen.

Unsere Revision erfolgte nach dem Schweizer Standard

zur Eingeschränkten Revision. Danach ist diese Revision

so zu planen und durchzuführen, dass wesentliche

Fehlaussagen in der Jahresrechnung erkannt werden.

Eine Eingeschränkte Revision umfass hauptsächlich

Befragungen und analytische Prüfungshandlungen sowie

den Umständen angemessene Detailprüfungen der

beim geprüften Unternehmen vorhandenen Unterlagen.

Dagegen sind Prüfungen der betrieblichen Abläufe und

des internen Kontrollsystems sowie Befragungen und

weitere Prüfungshandlungen zur Aufdeckung deliktischer

Handlungen oder anderer Gesetzesverstösse

nicht Bestandteil dieser Revision.


Bei unserer Revision sind wir nicht auf Sachverhalte

gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass die

Jahresrechnung nicht Gesetz und Statuten entsprechen.


Männedorf/Andelfi ngen, 17. April 2009

Die Kontrollstelle

Ulrich Zellner Samuel Herter

zugelassener zugelassener

Revisionsexperte Revisionsexperte

RECHNUNG

KAPITEL


38

Anreise

Die Forel Klinik erreichen Sie

– per Bahn: Station Rickenbach-Attikon

auf der Strecke Winterthur – Frauenfeld,

von dort Busverbindung nach Ellikon

– mit PW: Ausfahrt A1 Oberwinterthur

oder Frauenfeld West (Achtung: nicht mit

Ellikon am Rhein verwechseln)

Das Behandlungszentrum für Frauen

der Forel Klink erreichen Sie

– per Bahn: Station Turbenthal auf der

Strecke Winterthur – Rapperswil

– mit PW: von Bauma oder Winterthur her

nach Turbenthal. Das Behandlungszentrum

für Frauen steht im unteren Dorfteil bei der

nördlichen Abzweigung nach Girenbad


Werden Sie Mitglied, GönnerIn des Vereins

Forel Klinik

Unsere Fachklinik hat sich auf die Behandlung von

suchtkranken Menschen spezialisiert. Es freut uns sehr,

wenn Sie diese unentbehrliche Arbeit unterstützen.

Ihre Mitgliederbeiträge, Spenden und Legate kommen

ausschliesslich unseren PatientInnen zugute.

Die Forel Klinik ist von der Gesundheitsdirektion des

Kantons Zürich als Akuteinrichtung anerkannt und auf

der «Zürcher Spitalliste Psychiatrie».

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL

KAPITEL


Inhaltliche

Verantwortung

Thomas Meyer und

Paola Giuliani,

Direktion Forel Klinik

Fotos

Fabian Biasio, Luzern

Gestaltung und

Produktion

Text Bild Technik

Walter Schmid, Zürich

Druck

Fotorotar AG, Egg

Forel Klinik

Fachklinik für alkohol-, medikamenten- und tabakabhängige Frauen und Männer

Islikonerstrasse 5, 8548 Ellikon a. d. Thur, Telefon 052 369 11 11, Fax 052 369 11 12

info@forel-klinik.ch

Forel Klinik, Behandlungszentrum für Frauen

Tösstalstrasse 65, 8488 Turbenthal, Telefon 052 396 28 00, Fax 052 396 28 10

behandlungszentrumfrauen@forel-klinik.ch

www.forel-klinik.ch

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