Lust auf was Besonderes in Basel? - Wenckeschmid

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Lust auf was Besonderes in Basel? - Wenckeschmid

Der Gundeldingerhof von Astrid und Dominic Lambelet ist ein sicherer Wert. Die Küche setzt Klassiker gekonnt ins

Moderne um, und im imposanten Weinkeller treffen sich grosse Namen mit unbekannten Provenienzen.

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Diesen Monat in: BASEL

Ein kulinarisches Licht ist im (St.) Johann aufgegangen. Mit den Machern Felix Walder, Martin Pont, Gerry Mac Laughlin und Georges Brunner .

Weltoffen und provinziell

Basel hat eine ordentliche Auswahl an Baizen (in Basel wird das e durch ein a

ersetzt), Knillen und bürgerlichen Gasthäusern. Auch findet sich der eine oder

andere gastronomische Fresstempel und einige Trendlokale. So steht es jedenfalls

auf dem Papier. Nur kann man Papier nicht essen und trinken. Denn oft ist das

Einkehrerlebnis nur korrekt, aber selten sinnlich.

Basel lässt sich sehr gut mit dem gewöhnungsbedürftigen «Vin

Jaune» aus dem französischen Jura vergleichen: Die Liebe zu

Stadt und Bewohnern (zum Wein) kann,muss aber nicht,beim

ersten Besuch (Schluck) ausbrechen. Ausser man ist aus

Zürich. Dann bricht sie nie aus.Womit wir schon beim ersten

Klischee wären, das an Basel haftet. Die Basler und Zürcher

mögen sich nicht, zumindest an der Fasnacht. Doch im Alltag

geht man schon fast freundschaftlich miteinander um.

Ausser man ist ein verkappter Fussballfan. Apropos Fussball:

Meisterlich war der FC Basel zwar nicht immer, doch die

Dauereuphorie hält an. Seit Jahren wehen in der Stadt mehr

rot-blaue Vereinsflaggen als solche mit dem schwarzweissen

Baslerstab oder gar jene mit dem Schweizer Kreuz. Basel gibt

sich gerne weltoffen und ist es oftmals nicht. In gar manchen

TEXT: MARTIN JENNI FOTOS: MARCEL STUDER

Dingen zeigt man sich sehr provinziell oder verfällt dem in der

Stadt grassierenden «Sauglattismus-Virus».Wie war das jetzt mit

der Basler Läckerlirösti in Berlin? Gähn! Auch die sich neu in

mintgrün präsentierenden Trämli sind nicht das Gelbe vom Ei.

Und das designte Edelstahl-Pissoir an der Grosstramhaltestelle

Barfüsserplatz schon erst recht nicht. Dafür hat man beim Umund

Neubau der Wettsteinbrücke die Chance vertan, ein

neues Wahrzeichen für Basel zu errichten. Wegen ein paar

Batzen haben die Stimmbürger das Projekt von Brückenbauer

Calatrava bachab geschickt. Alles halb so schlimm.

BASEL BIETET MEHR ALS MORGESTRAICH, ZOLLI UND

REAGENZGLÄSER. AUF UNSERER REISE TRAFEN WIR

BEKANNTE UND UNBEKANNTE ORIGINALE.

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Vedat und Bilgi Polat tischen im Kelim feine türkische

Spezilaitäten auf. Die Oase im tristen Steinenbachgässlein.

Heute hat die Stadt ein tolles Fussballstadion (mit Shoppingcenter),

bei dem das matte Grün des Rasens zu erklären versucht,

dass moderne Architektur sich besser mit Kunstrasen

versteht.

RUTH STALDER KOCHT MIT UND AUS LEIDENSCHAFT. IN

IHREM ART-DECO-TRAUM LÄSST ES SICH STIL- UND GENUSS-

VOLL DINIEREN.KONTAKT:BIRSIGSTRASSE 139, 061 281 13 10.

Trotzdem, Basel ist speziell und bietet viele Orte, die zum Verweilen

oder zum Bleiben einladen. Und auch wenn die Stadt

schrumpft und zum Teil verdreckt – trotz Stadtreinigung an

sieben Tagen in der Woche – so ist das ein globales gesellschaftliches

Problem und hat mit Basel an und für sich nichts

zu tun. Sehr seltsam muten auch die Unmengen von Leserbriefen

in der Basler Zeitung an, die das Baudepartement mit

seinen Vorschriften für die Normisierung von Boulevardmöbel

ausgelöst hat. Dabei ist die Idee – Plastikbestuhlung

und Werbesonnenschirme aus der Stadt zu verbannen – nicht

schlecht, ja lobenswert. Nur, dass die Pflanzen sich ebenso ein-

Anzeigen

Restaurant Chez Donati | St. Johanns-Vorstadt 48 | CH-4056 Basel

Phone +41 61 322 09 19 | Fax +41 61 322 09 81

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11.30 –14.00 Uhr, 18.30 – 22.00 Uhr

www.lestroisrois.com | chezdonati@lestroisrois.com

Diesen Monat in: BASEL

Michele Parisis Schmale Wurf ist nicht nur bei den «alt 68er»

beliebt, sondern ein echter Treffpunkt für alle.

heitlich zu präsentieren haben, gehört in die Schublade der

Abteilung Amtsschimmel. Viel wichtiger wäre es, die Kaugummivielfalt

am Boden einzudämmen oder aus dem Horror-

Steinenbachgässlein eine freundliche Gasse zu gestalten. Oder

zählt die Seite hinter den Kulissen etwa nichts? Die Oase in

dieser Betonwüste heisst Kelim. Murat Polat ist stolzer Türke

und ein guter Koch. Seine Vorspeisen (kalt und warm) sind mit

Sorgfalt zubereitet, die Nuancen beanspruchen den Gaumen

intensiv. Kein Einheitsbrei, sondern eine Vielfalt an Geschmäckern.

Kleiner Tipp am Rande:Auf die Hauptgänge kann man

zugunsten des rohen Thunfisches getrost verzichten. Sehr

freundlich wird man durch die Geschwister Bilgi und

Vedat Polat bedient. Ein kleines sympathisches Familienunternehmen

an der Schattenseite Basels.

ADRIAN GERBER IST DAS RHYTAXI «UFF EM BACH».

MITTENDRIN STATT NUR DABEI HEISST DIE DEVISE. MIT

ETWAS GLÜCK MACHT ER SIE MIT DEM HEIMLICHEN

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60 7/2005


Der Teufelhof gefällt oder nicht. Über seinen Feinkostladen Falstaff

ist die Meinung jedoch klar: Delikat! Monica Thommy seis gedankt.

Für eine Aussicht auf Münster und Rhein empfiehlt sich das

Hotel Krafft an der Rheinpromenade. Sanft renoviert, bieten

die Zimmer zeitgemässen Komfort mit nostalgischem Flair.

Überzeugend ist auch die Küche von Andi Steiner (Gut lesen

liebe Basler Gault Millau-Tester),dessen Kombinationen abgehoben

klingen mögen,im Gaumen aber zu einer schönen Einheit

verschmelzen. Dennoch ist sie keine Pinzettenküche.

FÜR 150 FRANKEN IM JAHR WIRD MAN MITGLIED DER LESE-

GESELLSCHAFT BASEL.VON DER HAUSBIBLIOTHEK HAT MAN

EINEN TRAUMBLICK AUF DEN RHEIN. KONTAKT: MÜNSTER-

PLATZ 8, 061 261 43 49.

Am Morgen sitzen wir im Da Graziella an der Feldbergstrasse.

Zigarettenqualm beeinträchtigt die Duftnoten des Kaffees der

gleichwohl schmeckt. An die Kalorien der verführerischen

Cornettis denken wir schon gar nicht und beissen herzhaft zu.

Adrian Gerber holt uns mit seinem Rhytaxi bei der

Johanniterbrücke ab. Einfach schön, Grossbasel vom Rhein aus

anzusehen. Die Herbstsonne kämpft sich durch den letzten

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7/2005

Diesen Monat in: BASEL

Roger Malzachers Erfolgsrezept für sein Alter Zoll ist einfach:

Zahlbares und Gutes aus Küche und Keller.

DORIS UND STEFANO FILIPPINI SIND MIT IHRER RÖSTEREI

LA COLUMBIANA IN BASEL DIE GRALSHÜTER FÜR GUTEN

KAFFEE. KONTAKT: GÜTERSTRASSE 112, 061 361 02 12.

Morgennebel. Wir halten in der Nähe des Birskopfs an und

treffen uns mit Hugo Buser, der in Basel mit seiner Veronica

von April bis September für Furore sorgt. Bei ihm isst man

mitten auf dem Rhein im Rhybadhüsli. Ohne Verdeck an

Deck. Regnet es, findet die Gala nicht statt. Und von 9 bis 19

Uhr darf kein Alkohol ausgeschenkt werden. Die Polizei will

das so.Wegen der Möglichkeit im angetrunkenen Zustand zu

ertrinken. Beim Mittagessen mit der Krawatte? Nun denn. Ab

19 Uhr dürfen dann die Korken knallen – im Frühling 2006

wieder. Zeit für einen Apéro. Die Rio Bar hat etwas Verwunschenes

so «früh» am Morgen. Ein Suze hilft auf die Beine,

die Cornetti verursachen Nachwehen.Wir fahren mit dem Tram

Richtung St. Louis und machen Halt im Alten Zoll. Hier kocht

uns der Jurassier Gyl Voirol eine hervorragende Apfel-Selleriesuppe

und ein klassisches Schweinsvoressen mit Dörrbohnen und

Bratkartoffeln. Sein Geschäftspartner, Roger Malzacher, bedient

Restaurant

Luftschloss

Lauschiges, in seiner Form einzigartiges

Speiselokal mit meditarranem Ambiente, einem

ausgewogenen Verhältnis von vegetarischen

Köstlichkeiten und erlesenen Fischspezialitäten.

Restaurant Luftschloss

Luftgässlein 1

4051 Basel

Telefon +41 61 272 54 72

Fax +41 61 272 54 70

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Basels Bäcker

Diesen Monat in: BASEL

Rolf Bumann, Markus Krebs, Roland Häusler und Felix Burkhardt: Sie sind Verfechter des guten

Geschmacks in Sachen Brot und sichere Garanten gegen zuviel Einheitsbrei im Backgewerbe.

Mit dem Brot ist es wie mit vielem anderen: Man kann es sich nicht

aussuchen, man bekommt es vorgesetzt. Punkt. Zumindest zu

Beginn des Erdendaseins. Als Säugling hat man es nicht in der

Hand. Die elterliche Küche bestimmt das Ernährungsschicksal.

Doch mit den Jahren, mit den ersten freien Schritten als angehender

autonomer Konsument, ist man für das, was man sich zumutet,

selber verantwortlich. Nur im Militär wiederholt sich das Erlebnis

Muttermilch. Dann aber ist Schluss, muss Schluss sein. Ansonsten

ist man ein hoffnungsloser Fall. Und

heute? Ja, heute driftet die Gesellschaft

auseinander und kehrt unisono zur

Muttermilch zurück –, die der Grossverteiler

ausschenkt. Mit Billig- und Billigstangeboten

statt mit Qualität. Als verantwortlicher

Konsument ist es Zeit,

alteingesessene Betriebe mehr zu

schützen, indem man sie berücksichtigt

und etwas mehr zahlt, als nur blumig

darüber zu reden. Weg vom Industriebrot,

hin zu den letzten Musketieren der

Bäckerzunft: Das Brot von Rolf Bumann

sieht nicht nur aus wie Brot, es schmeckt

auch so. Und wie. Sein Weisses ist

schlicht ein Traum. Nicht nur für einige wenige Stunden, sondern

den ganzen Tag hinweg, und selbst am nächsten Tag weiss es sich

zu behaupten. Er ist Basels Weissbrotspezialist. Die Bäckerei

von Markus Krebs quillt am Samstag über. Eine Druggete, die einen

zum Frühaufsteher werden lässt. Schlumbi, Schwöbli, Wasserweggli,

Silserli und – und natürlich auch das Brot ist, schwupp, ausverkauft.

Doch seine, auf der Zunge zergehenden Whisky-Stengeli kann man

auch unter der Woche kaufen. Wer also den Samstag nicht braucht

schläft aus und kauft dienstags ein. Roland Häusler ist der Bio-Begg

der Stadt. Sein Holzofen-Buurebrot in Hell und Dunkel ist ein Renner,

trotz stattlichem Preis. Und für seine mastigen, aber göttlichen

Mohnschnitten reisen selbst die

deutschen Nachbarn an. Seine Produkte

sind grob, geradezu archaisch und

erinnern an die Verwandtschaft auf dem

Lande. Felix Burkhardt hat vor einigen

Jahren ein schweres Erbe angetreten,

als er die Bäckerei von Peter Schneider

an der Clarastrasse übernahm. Denn

Schneiders Halbweisses war legendär

und der Massstab aller Dinge. Nun,

Burkhardt hat es geschafft. Er und sein

Halbweisses sind von den Kunden

akzeptiert wie auch all die anderen

beibehaltenen Schneider-Klassiker. Und

mit dem Erfolg hat Felix Burkhardt seine

alte Bäckerei als Filiale aktiviert. Noch was? Nicht verpassen darf

man das Zwetschgenbrot vom Brothuus Zoller an der Hutgasse.

Dies, nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt.

Bumann. Bachlettenstrasse 11, 061 281 24 68. Krebs. Spalenring 100, 061 302 54 00. Häusler. Bio-Holzofenbäckerei, Andreasplatz 14,

061 261 84 86. Burkhardt. «Bäckerei Schneider», Clarastrasse 23, 061 692 24 31. Mit Filiale im «Gundeli» an der Blauensteinerstrasse 2.

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mit Übersicht. Niemand wartet zu lange, keiner hetzt. Er hat

seinen Laden im Griff,welchen Mitarbeiter aus der benachbarten

Chemie, Quartierbewohner und Gäste aus der Stadt regelmässig

aufsuchen.Alt ist hier nur der Name.Den Nachmittag verbringen

wir am Galgen.Genauer bei den Galgenfischern und deren Präsidenten

Pit Buchmüller.Er will uns in die Künste des Fischens mit

Netz einführen. Erfolglos. Dafür genehmigen wir uns einige

Sandwiches vom Zuggerbegg Bubeck: Mit Thon, Roastbeef und

Huhn. Dazu zwei Flaschen Vully von André Loup, die wir bei

Roney Müller von La Petite Cave (Weinloft) gekauft haben.

Traumhaft schön ist es hier am Rhein und sündhaft teuer sind

die begehrten Galgen, die nur unter der Hand weitergereicht

werden. Am Abend erwartet uns Adriano Giordano, der

umtriebige Gastgeber und Koch im Birseckerhof. Eine stilvolle

Brasserie mit viel Charme. Seine Trippa hat Biss, die Sauce

Pfiff. Der Laden brummt, und die zweite Portion Kutteln ist

des Guten zuviel. In der Teufelhof Bar lassen wir den Abend

kultiviert bei Jazz und Rauchtee ausklingen. Aus dem

Rauchtee wird ganz zum Schluss dann doch noch ein

rauchiger Port Ellen von Islay. Nur das Zigarrenrauchen sparen

wir uns für die Hotelzimmerterrasse im Krafft auf.

ROLANDO HARISBERGER ENTWICKELT SICH ZUM HAUS-

MANN. MIT BED & BREAKFAST INSTILVOLLEM ALTSTADT-

HAUS. KOSTEN 150 FRANKEN. MIT DACHTERRASSE. KON-

TAKT: LEONHARDSGRABEN 57, 078 751 71 91.

Heute steht ein Kochkurs bei Ruth Stalder auf dem Programm.

Wenn da nur nicht der brummende Kopf wäre.

Zuviel Rauch lag gestern Nacht in der Luft. Darum auf

zu einer kurzen Runde Morgensport im Zolli. Seinen

Bewohnern ist nicht nach Action zumute. Uns auch

nicht. Selbst das Geschnatter der Enten ist des Guten zuviel.

Um 10 Uhr sind wir an der Birsigstrasse bereits am Rüsten.

Aus Boskop-Äpfeln, Kartoffeln, etwas Lauch und frisch

geriebenem Meerrettich zaubern wir eine delikate Suppe.

Dazu gibt es auf die Suppe obendrauf, einen, in der Milch

pochierten, geräucherten Haddock. Der Rauchgeschmack

verfolgt uns. Mit einem Schluck Chenin blanc – mineralisch,

fruchtig und im grossen Holzfass ausgebaut – ist das Kopfweh

wie weggeblasen. Es ist sehr angenehm bei Ruth

Stalder. Stimmungsvoll und gediegen, aber keineswegs abgehoben.

So, das Entree ist vertilgt, der Hauptgang führt uns in den

Gundeldingerhof zu Astrid und Dominic Lambelet. Das

Cordon bleu ist ein Gedicht. Angefangen bei der Panade bis

hin zum zarten Fleisch. Die Füllung rundet das Gaumenerlebnis

perfekt ab. Sämiger Alpkäse in der Verbindung mit

einem kräftigen Beinschinken. Perfekt. Die Pommes sind

hausgemacht, nur das Frittieröl, obwohl frisch, stört mit seinem

intensiven Geschmack. Wir trinken die letzte Flasche Magdalener

«Rondell» von Franz Gojer und holen nach dem Essen

einige Flaschen in der l’enoteca Liechti an der Schneidergasse,

wo wir bei Astrid Salzmann den Restbestand an Magdalener

aufkaufen. Trinken verursacht Hunger. Für die besten

Frikadellen der Stadt pilgern wir in den Erasmus zu Ruedi

7/2005

Unsere Oase in der Stadt

Das Schifferhaus ist ein gemütliches, traditionelles Gasthaus

im alten Landhausstil. Wir bewirten Sie sowohl mit einer

thailändischen als auch einer europäischen Küche.

Ein gemütliches Beisammensein ist bei uns ebenso angesagt

wie eine grosse Gesellschaft bis 150 Personen.

Ein Fall für Ihr Firmenfest? Auf jeden Fall ein Fall für Sie.

Restaurant Schifferhaus

Bonergasse 75, 4057 Basel

061 631 14 00, Fax 061 631 12 60

www.schifferhaus.ch

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DER WEINKELLER DER REGION

In unserer international PRÄMIERTEN VINOTHEK finden

Sie als Weinkarten-Auswahl über 2000 PROVENIENZEN

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Interessiert? Gerne senden, faxen oder mailen wir Ihnen

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Geöffnet: Mittwoch bis Samstag von 10 bis 23 Uhr und sonntags bis 17 Uhr

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Diesen Monat in: BASEL

Die Metzger «vo hinge füre» – Stephan Aeschlimann, Martin Schaad, Remo Mathis und Christoph Jenzer – erobern die

Gaumen der Basler Baizer. Und ihre Qualitätsprodukte treiben die private Stadtkundschaft so nebenbei aufs Land.

«Basels» Metzger

Oh Zeiten, oh Sitten. In Basel sind die Metzgermeister rar geworden.

Die Städter ziehts, wenn es um das Fleisch geht, aufs Land. Gut.

Basel hat in der Stadt – in den Aussenquartieren – noch

unabhängige Metzger. Namen wie Schulthess und Eiche sind zwar

renommiert, nur war der eine in einen Fleischskandal verwickelt und

der andere ging mit seinem unnötigen Millionenprojekt an der Gerbergasse

Konkurs. Zwar sind sie noch da, aber eine gewichtige

Rolle spielen sie in Basel nicht mehr. In der Elsässerstrasse wäre da

noch Pippo Sequenzia, für dessen Fenchelwürste die Kundschaft

am Samstag Schlange steht. Und

sonst? An der Klybeckstrasse, Ecke

Feldbergstrasse ist die türkische

Metzgerei von Yildirim Ismet. Hier kauft

man vorzügliche Lammkoteletts, in der

Webergasse wird hingegen bestes

Pferdefleisch verkauft: Ungeeignet für

alte Dragoner und Polospieler. In der

Sattelgasse, mitten in der Innenstadt,

kann einem in der Metzgerei Kuhn der

Appetit vergehen: Hier ist alles – vom

Wädli bis zum Filet – portioniert und in

Plastik vakuumiert. Wo bleibt da die Sinnlichkeit? Ein letzter Stadt-

Mohikaner findet sich noch auf dem Bruderholz: Heinz Frey hält

die Stellung für seine wählerische Quartierkundschaft. Doch die

grossen Pilgerorte der Fleischliebhaber befinden sich auf dem Land.

Stephan Aeschlimann ist unlängst von Biel-Benken nach Oberwil

gezügelt. Der Qualität seiner Produkte hat dies keinen Abbruch

getan, nur ist seither in Biel-Benken der Einkaufskreislauf gestört. Die

Oberwiler haben ihn mit Freuden empfangen und für die Stadtbasler

ist er und sein delikates Jura-Lammfleisch in «Sichtweite» gerückt.

Für die würzigen Bratwürste und die berühmten Blut- und

Leberwürste von Martin Schaad muss der Geniesser schon einige

Kilometer mehr durchs Leimental kurven. Oder er fährt mit der Tramlinie

10 direkt nach Flüh und trinkt vor oder nach dem Fleischeinkauf

bei Werner Martin eine gute Flasche

Wein. So wird Einkaufen zur Kür. Noch

weiter – über den Chall – gehts zu

Remo Mathis nach Röschenz, für

dessen Kalbfleisch Fleischkenner

meilenweit gehen. Gut, die meisten

nehmen das Auto. Dass er seinen

Umsatz – wegen des in die

Schlagzeilen gekommenen Pfarrers

Franz Sabo – markant gesteigert

haben soll, ist jedoch nur ein Gerücht.

Die «Schlaraffia» von Christoph Jenzer

bietet viele Leckereien. Selbst seine Weisswürste schmecken besser

als die meisten Originale aus Bayern. Und wer nicht weiss, welchen

Wein er zu welchem Fleisch oder Fisch nehmen soll – einfach nur

Metzger Otto Fleury fragen. Er weiss, sein Name verpflichtet.

Aeschlimann. Hauptstrasse 28, 4104 Oberwil, 061 401 47 90. Schaad. Steinrain 4a, 4112 Flüh, 061 731 10 18. Mit Filiale in Aesch.

Mathis. Oberdorfstrasse 6, 4244 Röschenz, 061 761 64 11. Mit Filiale in Therwil. Jenzer. Ermitagestrasse 16, 4144 Arlesheim, 061 706 52 22.

Mit Filialen in Reinach und Muttenz.

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Zeitlos.

Die NZZ hält sich an Werte, die nicht zeitgebunden sind: Geradlinigkeit, Genauigkeit, Unabhängigkeit. Erleben

Sie 5 Wochen lang kostenlos, wie spannend eine Zeitung zu lesen ist, die präzis analysiert und dezidiert ihre Meinung

vertritt. Telefon 044 258 15 30 oder www.nzz.ch/probeabo-nzz

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Basels Brauer

Diesen Monat in: BASEL

Das von den Profis ungeliebte Gruppenbild in der Brauerei Fischerstube: Udo Remarken, Braumeister;

Thierry Colin, Brauer; Erwin Lenherr und Daniel Nüesch – zwei sympathische «Amateure».

Wie beim Reben- steht auch beim Gerstensaft Klasse vor Masse. Dies

bekommen die «Global Players» wie Feldschlösschen (Carlsberg)

oder Calanda-Haldengut (Heineken) in der Schweiz unsanft zu

spüren. Auch ausländische Schaumkronen sind in Helvetien nicht

mehr «en vogue» – in Basel schon gar nicht. Einst eine Bierstadt mit

19 Brauereien, ist heute so etwas wie eine Renaissance eingekehrt:

«Think global – drink local» heisst in Basel die

Devise. Das ist «Unser Bier» sagten sich einige

Basler Heimbierbrauer, die vor acht Jahren in

einer banalen Spaghettipfanne 18 Liter Bier

brauten. Daraus hat sich eine Erfolgsgeschichte

mit 3290 Aktionären der Brauerei Unser Bier AG

entwickelt. Amber, Naturblond, Weizen und

Weihnachtsbier werden in Bio-Knospen-Qualität

gebraut. Mit dem Ziel zur Abschaffung der Biersteuer

wurde 1999 eine hauseigene Partei

gegründet, die – da es am Gründungstag Freibier

gab – mit einem Schlag Basels grösste Partei

wurde. Auch an den Nationalratswahlen beteiligte

sich die «Wirtschafts»-Partei mit dem

Slogan: «Wählt lieber unsere Flaschen.» Erfolglos.

Erfolgreich ist seit 26 Jahren die Brauerei

Fischerstube im Kleinbasel. Es ist dem Firmengründer

Hans Jakob Nidecker zu verdanken, dass im November 1974

das erste Ueli-Bier floss. Und die junge Brauerei stiess auf grosse

Sympathie beidseits des Rheins. Geliebt wurde auch die

Verpackung – der westfälische «Bier-Siphon» – dessen Ursprung auf

das 18. Jahrhundert zurückgeht. Gleichzeitig läutete die Brauerei

Fischerstube eine neue Bier-Aera in der Schweiz ein. Nach ihr entstanden

eine ganze Reihe neuer Kleinbrauereien. Der langjährige

Meister der Kleinbasler Ehrengesellschaft, Hans Jakob Nidecker,

hatte Weitblick und sein Braumeister Anton Welti die richtige Biernase.

Heute werden Lager hell, Revernez spezial,

Robur dunkel und Weizen obergärig nebst

einigen saisonalen Spezialsorten gebraut. Erwin

Lenherr ist von Beruf Elektroniker, Bier brauen

seine Passion. Er ist Mitglied des Vereins Unser

Bier und gehört zu den Ur-Brauern des Unser

Biers, also zu jenen, die mit der Spaghettipfanne...

Er gibt im Vereinslokal im Gundeli

Braukurse, die sehr gefragt sind. Daniel Nüesch

ist stolzer Besitzer einer kleinen Hinterhofbrauerei.

Probleme mit dem Hausbesitzer gibts

keine, da ihm das Haus gehört. Die Parterrewohnung

wurde zum Sudhaus umfunktioniert.

Anfänglich war es das eigene Badezimmer – zum

Leidwesen seiner Frau –, welches zum Bierbrauen

herhalten musste. Seine Käppelijoch-

Biere sind sehr gehaltvoll und werden nach englischer

(Pale Ale), tschechischer (Spezial hell) oder belgischer Art

(Gueuze, Trapiste) gebraut. In der Basler Bierszene gärts und das ist

gut so.

Remarken. Brauerei Unser Bier, Laufenstrasse 16, 061 338 83 83. www.unser-bier.ch Colin. Brauerei Fischerstube, Rheingasse 45,

061 692 94 95, www.uelibier.ch Lenherr. Verein Unser Bier, Hochstrasse 64, 079 699 61 85 oder 076 366 12 97. Nüesch. Brauerei

Käppelijochbier, Colmarerstrasse 16, 061 321 80 28 oder 079 483 12 60.

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DIE WEINNASE

Weine aus Italien sind die Passion von Felix

Liechti. Das verdeutlichen seine funkelnden

Augen, wenn er über seine Produzenten spricht.

Leuchtende Augen sieht man bei ihm aber auch,

wenn er vom Essen philosophiert. Naturalmente

von der cucina italiana. Eine Ausnahme mit

Schwärmen wäre da noch. Dann nämlich, wenn

es um die Frauen geht. Genauer, um seine Mitarbeiterinnen,

die ihn perfekt unterstützen. Einige

französische und deutsche Flaschen, Destillate,

Olivenöle, Aceto Balsamico und, und… runden

das interessante Sortiment ab.

l’enoteca Liechti Weine

Schneidergasse 10, 061 261 60 71. Di-Fr 10-14 und

15-18.30 Uhr, Sa 9-17 Uhr. www.liechti-weine.ch

Müller. Glück gehabt. Sie kommen frisch aus der Küche.Welche Düfte. Eine Baiz

zum Überhocken.Wenn da nur nicht die Termine wären. Basel in drei Tagen? Die

von der S&P-Geschäftsleitung sind Schreibtischtäter. Am Abend sind wir im

Johann. Sakral die Einrichtung, herzlich der Empfang durch Felix Walder und

Georges Brunner. Hinter dem Herd stehen ein real Englishman und ein

Scotsman.Vollkommen friedlich, nicht im blutigen Duell, sondern im kreativen

Duett. Peas mit warmer Foie gras, Hühnerleber-Paté, Schwein mit püriertem

Apfel und gestampfter Kartoffel sowie mein bester Bread and Butter Pudding

ever. Bleibt zu hoffen, dass die Johann-Crew dem Gästeansturm gewachsen ist

und das sie nicht zu übermütig und zu teuer werden. Zwar wissen wir nicht, wie

ihre Kalkulation aussieht, aber zwei oder drei Tische weniger und das Ganze wäre

noch angenehmer.

RONEY MÜLLER, BENTLEYFAHRER A.D., HAT AUF SEINEN REISEN IN DIE CHAM-

PAGNE IN PIERRY DAS KLEINE FAMILIENUNTERNEHMEN HENRI MANDOIS

ENTDECKT. ER IMPORTIERT DAS MASSGESCHNEIDERTE GETRÄNK FÜR

BONVIVANTS NACH BASEL UND IN DIE SCHWEIZ. KONTAKT: WEINLOFT,

GRENZACHERSTRASSE 62, 061 683 33 66.

Es ist schon etwas spät, aber der am Teufelhof angegliederte Feinkostladen Falstaff

kann man zu fast jeder Zeit über die Hotelreception betreten. Noch eine spezielle

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DIE VERFÜHRERIN

Wencke Schmid ist das pure Gegenteil von Angela

Merkel. Sinnlich, verführerisch und unheimlich

anziehend – sind ihre süssen Kunstwerke. Gut, sie

hat auch kein Kabinett zu führen, sondern ihre

Kunden wollen Marzipanreliefs, Petit Fours oder

Rosentorten mit Feuerwerk und Tamtam – nicht

leere Versprechungen. Einige Standardprodukte

der Konditorin finden sich im Globus Basel, alles

andere sind Einzelwerke für 1 bis 1000 Gäste.

Dolce Farniente

Kein Ladengeschäft. Bestellungen: 079 776 89 18

oder wenckeschmid@dolce-farniente.ch

www.dolce-farniente.ch

THE CONNOISSEUR

Christian Lang ist nicht «nur» Architekt, sondern auch

ein hervorragender Koch, dessen Können so

manchen Berufsbratkünstler vor Ehrfurcht erblassen

lässt. Nun, Thomas Straumann war gut beraten, einen

Genussmenschen – der für seine Lammgerichte das

Black Face Sheep von The Outer Hebrides bevorzugt

– für den Umbau seines Millionenprojekts «Trois Rois»

auszuwählen. Ganz Basel ist gespannt auf das

Endresultat, und welches Leben ihm Direktor Rudolph

Schiesser einzuhauchen vermag.

Hotel Drei Könige am Rhein

Blumenrain 8, 061 260 50 50

www.drei-koenige-basel.ch

Lust auf was Besonderes in Basel?

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American Restaurant &

Caribbean Cocktail Bar

am Barfüsserplatz

Tel. 061 225 93 94

www.papajoes.ch

Italianità

aus Küche und Keller

Küchengasse 3

Tel. 061 205 85 50

www.da-roberto.ch

Fast-Fresh-Friendly

Steinenvorstadt 1a

Centralbahnplatz 1

www.mister-wong.ch

Französischer Charme

und gutbürgerliche Küche

am Barfüsserplatz

Tel. 061 225 93 96

www.casino-brasserie.ch

Café-Piano-Bar

am Barfüsserplatz

www.galileos.ch

The place

where people meet

Steinenvorstadt 13

www.pickwick.ch

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In der Papiermühle der dynamischen Katharina Baur tischt Basels

sympathischster Garçon, Serge Scheidegger, Süsses und Saures auf.

Diesen Monat in: BASEL

Ruth Stalder war schon als Störköchin unterwegs, bevor Basel wusste,

was das überhaupt ist. Heute lädt sie in ihre Art-Deco-Kochstätte ein.

Seine «Trippa» ist Pflicht. Adriano Giordano ist Baizer mit Leib

und Seele und im Birseckerhof jahraus, jahrein omnipräsent.

Hugo Busers Veronica hat zwar Winterpause, doch nach der

Igeho kommt der Frühling bald.

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Polenta als Geschenk und einige Flaschen Pelaverga aus Verduno

– und ab ins Bett.Denkste.Im «Schmale Wurf»,direkt neben dem

Krafft, geht die Post ab und wir hinein. Bei Michele Parisi wird

gesungen und gelacht.Also gut, aber über die Folgen...

HANS-UELI GUBSER IST DER CEO DES CLUB GRAND HÔTEL

& PALACE, DER DIE GRÖSSTE SAMMLUNG VON HIS-

TORISCHEN ANSICHTSKARTEN UND PROSPEKTE ALLER

GRAND- UND PALACE HOTELS DER SCHWEIZ BESITZT.

KONTAKT: FELDBERGSTRASSE 86, 061 693 44 88.

Die Termine am Morgen fallen aus und wir liegen flach. Erst

beim elften Glockenschlag der Martinskirche verlassen wir das

Hotel. Der St. Alban-Fährimaa führt uns über den Rhein,

sozusagen vor die Haustüre der Papiermühle. Serge Scheidegger

serviert uns mit Grandezza eine Quiche und Katharina Baur

erzählt uns wie sie «ihre» Männer-Crew im Zaune hält. Und

obwohl der Magen nein sagt, verdrücken wir zum Schluss noch

ein Stück Aprikosenkuchen und genehmigen uns dazu eine

Abricotine. Am Nachmittag gehts zu Chris Jellie zum O-Ton-

Interview. Zwischendurch treffe ich mich mit Christian Lang

auf seiner Baustelle im Hotel Drei Könige am Rhein. Beeindruckend

wie mit Millionen im Hintergrund und dem Willen

diese zu investieren, ein Märchen entstehen kann. Basel wird im

kommenden März über das schönste Hotel der Schweiz verfügen,

auch wenn es zur Zeit nur schwer vorstellbar ist. «Wir

halten unseren Planungstermin ein» sagt Christian Lang.

DR DALBE FÄHRIMAA HEISST MARTIN REIDIGER UND

BIETET IN DEN WINTERMONATEN LESUNGEN, KLEINE

KONZERTE UND FONDUEABENDE AN. KONTAKT: BEIM

LETZITURM 12, 061 312 52 73.

7/2005

DIE PATRONNE

Der Patron ist tot, es lebe die Patronne. Selbst der Tod ihres

Mannes Germano, der zur Osteria gehörte wie Papst Johannes

Paul II zu Polen, konnte Verena Donati nicht erschüttern.

Zumindest liess sie ihre Gäste in diesem Glauben.

Sie war und ist der Fels in der Brandung im Familienunternehmen

Donati, auch wenn nun ihre Jungmannschaft mit Schwager

die Osteria in bester Tradition weiterführen. Künstler, Bonvivants,

Politiker, Architekten, Dichter und Denker und ganz Normalsterbliche

verkehren hier am Kleinbasler Brückenkopf

der Johanniterbrücke.

Osteria Donati

Feldbergstrasse 1, 061 692 33 46, Di geschlossen,

www.osteriadonati.ch

DER MILCHMANN

Sein Vater war schon der Milchmann im Quartier. Milch von hier

statt Milch von dort ist auch Alex Wirth ein grosses Anliegen. So

fördert und unterstützt er den regionalen Milch-Gedanken und

andere lokale Innovationen mit kreativen Ideen. Und so nebenbei

hat er sich in den letzten Jahren zum Käsespezialisten der

Region gemausert. Ja, es sind nicht mehr viele Basler, die in den

Sundgau nach Vieux Ferrette zu Altmeister Maître Antony pilgern,

sondern die die raffinierte Käseauswahl, den Buttenmost, das

Käppelijochbier der Hausbrauerei von nebenan und sonstiges

Feines bei Alex Wirths Spezialitätenladen zu schätzen wissen.

Käse- und Molkereispezialitäten

Colmarerstrasse 10, 061 381 85 95

Mo-Fr 7.30-12.15 und 14-18.30; Sa 7.30-16 Uhr

DER APOSTEL

Pierre Buess wird es in Basel

nicht einfach gemacht. Würden

all die Latrinengerüchte

stimmen, gäbe es ihn und sein

Restaurant schon lange nicht

mehr. Er nimmts mit Humor und

hält fest: «Totgesagte leben

länger.» Recht hat er – und setzt

sich weiterhin vehement für eine

Spitzengastronomie in Basel ein.

Wie ein Apostel eben.

Bruderholz

Bruderholzallee 42, 061 361 82 22,

www.stucki-bruderholz.ch

So, Mo geschlossen.

Durst: Im Sperber lasse ich mir ein Belhaven im Pint

kredenzen.A real Scotish Ale. Cheers. Bevor ich mich langsam

wieder aufs Schiff im Westquai begebe, schaue ich bei Kurt

Grässli am Totentanz vorbei und kaufe einige Flaschen

Lambrusco. Als er Freunden von seiner Idee – Lambrusco zu

importieren – erzählte, schüttelten diese nur den Kopf. Die

erste Ladung war innert einer Woche ausverkauft, die zweite

hielt etwas länger – und heute ist der rote Schäumer fest im

Sortiment von «Einfach Wein».

S&P-Chefredaktor Simon hat mit Chris Jellie fertig geplaudert.

Müde lehnt er sich im roten Kunstlederstuhl zurück. Chic? Mir

gefällt der 70er-Schrott nicht. Hat mir noch nie gefallen. Doch

das Partyschiff boomt. Wer also die aussergewöhnliche Küche

von Jellie kennen lernen will, darf sich von der gewöhnungsbedürftigen

Ambiente nicht einschüchtern oder gar den Appetit

verderben lassen. Skurril ist das Ganze auf alle Fälle. Die Küche

(Achtung liebe Basler Gault Millau-Tester, erneut gut lesen) ist

ein ausserodentliches, fantastisches kulinarisches Erlebnis. Er ist

für mich nicht nur in Basel, sondern in der Schweiz die Entdeckung

des Jahres. Nur seinen Pasta-Gang, den kann man sich

schenken.

«EINFACHWEIN» IST KURT GRÄSSLI UND DER RESIDIERT

AM TOTENTANZ. DORT KREDENZT ER KEINE WEINE,

SONDERN VERKAUFT

061 261 16 00.

SIE. KONTAKT: TOTENTANZ 5,

Basel liebt man oder eben nicht. Nadyrlig! Doch wie kann

man eine Stadt und ihre Bewohner nicht lieben, in der man

sich auf französisch entschuldigt und auf baseldeutsch flucht?

Eben und adie.

69


Eine Runde Basel

BAIZEN

A POINT

Ungewöhnliche Baizen aus der

roten Fibel.

Charon

Schützengraben 16

061 261 90 80, So, Mo zu.

Sein Kuttelmenü, seine gebratenen

Nieren und die Blutwürste sind

genial. Bei einigen À-la-carte-

Gerichten ist Urs Weidmann gut

beraten, wenn er sich auf seinen

Leitspruch «die einfache Küche ist

die beste» zurückbesinnt.

St. Alban Eck

St. Alban Vorstadt 60, Ecke Malzgasse,

061 271 03 20

Sa mittag und So geschlossen.

Andreas Plüss wurde mit einem

GM-Punkt mehr belohnt. Man

schlemmt nun bei 13 Punkten.

BESTSELLER

Grosse Küche

Bruderholz

Adresse siehe Seite 69

Patrick Zimmermann beherrscht

den Spagat zwischen Tradition

und Innovation. Und Patissier

Julien Duvernais zaubert bei den

Desserts «marvellous», wie eine

Stammkundin zu sagen pflegt.

Drei Könige

Marktgasse 4, 061 262 28 88

Jean-Claude Wicky zelebriert die

klassische französische Küche.

Mit viele Liebe und noch mehr

Rahm.

Teufelhof Bel Etage

Leonardsgraben 47

061 261 10 10

Michael Baader bietet eine

kreative Küche, die immer wieder

mit unkonventionellen Kreationen

zu begeistern vermag. Dabei lässt

er sich nicht von der harschen

GM-Kritik aus der Ruhe bringen.

Anzeigen

Im alten Stil gehaltene, wunderschöne Räume mit alter Tradition,

die den Gästen das Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Aus der

Küche und Keller werden Sie rundum verwöhnt.

Auf Ihren Besuch oder eine Reservation freuen sich

Familie Bättig und das Paradies-Team

Cordulaplatz, 5400 Baden, Tel. 056 221 50 58, Fax 056 221 57 12

Diesen Monat in: BASEL

Les Quatre Saisons

Clarastrasse 43, 061 690 87 20

Peter Moser ist in Basel Garant

für eine ausgewogene Haute

Cuisine. Und dies schon seit

Jahren. Seine gebratene Kalbsmilke

ist legendär.

EXOTIK

Die Welt in Basel.

Jay’s Indian Restaurant

St. Johanns Vorstadt 13

061 681 36 81. Klein, aber fein mit

durchdachter Frischküche.

Angenehme Atmosphäre.

Kelim

Steinenbachgässlein 3

061 281 45 95. Nur abends ab

18 Uhr geöffnet. So geschlossen.

Chanthaburi

Feldbergstrasse 57

061 683 22 23

Basel hat einen neuen Thailänder,

der im Begriff ist, den anderen

den Rang abzulaufen.

KLASSIKER

Basel ohne sie, wäre wie die Fasnacht

ohne Morgestraich.

Bodega

Barfüsserplatz 16, 061 261 22 72

Mr Freeman’s Dauerbrenner läuft

und läuft. Die Baiz brummt. Ob

mittags oder abends, ob im

Parterre oder einen Stock höher.

Das Ganze ist mehr Kult als Esskultur.

Es schmeckt trotzdem.

Chez Donati

St. Johanns Vorstadt 48

061 322 09 19. Unter dem neuen

Inhaber, Thomas Straumann, soll

die schönste Baiz Basels in neuem

lukullischen Glanz erstrahlen.

Höchste Zeit dafür ist es.

Adrian Gerber ist nicht nur ein Stadtoriginal, sondern kennt

Hugo, die Wildgans, und den Rhein wie seine Westentasche.

Kunsthalle

Steinenberg 7, 061 272 42 33

Wie schön wäre es, wenn die

Kunsthalle nicht nur kunstvoll ist,

sondern ihre Gäste auch

freundlich bedienen und

kulinarisch ansprechend verwöhnen

würde. Eine Traumbeiz,

die Albträume verursachen kann.

Rio Bar

Barfüsserplatz 12, 061 261 34 72

Das Pièce de Résistance in Basel.

Schlicht unverwüstbar. Ein wenig

mehr Speuz im Angebot könnte

jedoch nicht schaden. Wie in

Solothurn, wo in der «Grünen Fee»

elf Absinthe-Sorten aus dem Valde-Travers

ausgeschenkt werden.

Sperber

Spalenberg, 061 264 68 00

«A taste of Britain» gepaart mit

Basler Allerlei, so heisst das

Erfolgsrezept im Sperber. Herzhaftes

Ale im Pint serviert und auf

Bestellung «real Sandwiches» von

«Ham» bis «Cucumber».

KLEINE FLUCHTEN

Hier kann man essen und trinken,

schlafen, die Seele baumeln lassen

oder einfach nur sein.

Krafft

Rheingasse 12, 061 690 91 30

Nach der Renovation der Hotelzimmer

hat man noch einen

Grund mehr, um hinzugehen.

Fazit: Gutes aus Küche und

Keller, kleine Lounge für den Tee,

und Zimmer mit Aussicht auf

Rhein und Münster. Nicht billig,

dafür mit viel Charme.

SCHÖNE KNILLEN

Hier wird gelacht, diskutiert, geraucht

und getrunken. Was aus der

Küche kommt, ist gut und frisch.

Erasmus

Breisacherstrasse 38

061 691 64 33, So geschlossen

Ruedi Müller kocht nach wie vor

gut und gibt sich launisch wie eh

und je. Ein sympathischer

Zeitgenosse, dessen Kalbereien,

sprich Metzgete vom Kalb,

schmerzlich vermisst werden.

Kornhaus

Kornhausgasse 10, 061 261 46 04

Ob zum Apéro, Nightcup oder

zum Essen: die Mangolds haben

aus dem Kornhaus wieder eine

echte Baiz gemacht.

Ristorante Italiano

per Tutti ...

AMBIENTE ~ Ristorante Italiano

Parkallee 7 4123 Allschwil

Tel. 061 485 33 99 Fax 061 485 30 01

Montag geschlossen

Weiteres finden Sie auch hier: www.az-ambachgraben.ch/Ambiente

70 7/2005


Schmale Wurf

Rheingasse 10, 061 683 33 25

Kultur, Politik, Essen und Trinken

und mittendrin Michele.

SORRY, NO SNOBS

Gutes aus Küche und Keller

bei sympathischen Gastgebern.

Alter Zoll

Elsässerstrasse 127

061 322 46 26

Birseckerhof

Binningerstrasse 15

061 281 50 10

Gundeldingerhof

Hochstrasse 56, 061 361 69 09

Johann

St. Johanns Ring 34

061 321 32 32

A Englishman and a Scotsman

kochen harmonisch im Duett.

Papiermühle

St. Alban Tal 35, 061 272 48 48

Di-Sa 11.30-18, So 10-18 und

am Fr «serata italiana», 19.30 Uhr.

Treibgut

Westquaistrasse 19

061 631 42 40, Mi-Sa ab 18 Uhr.

Chris Jellie kocht eine elaborierte

Küche und ist die Entdeckung.

Veronica

St. Alban Rheinweg 195

061 311 25 75. Geöffnet von

Ostern bis September.

TIME OUT

Zum Innehalten. So oder so.

Campari Bar

Steinenberg 7, 061 272 83 83

Für die Schönen und Reichen –

oder so.

Da Graziella

Feldbergstrasse 74

061 692 49 40. Ab 7 Uhr eine

Räucherhöhle, ab 9 Uhr wirds

intellektuell und rauchfrei, und ab

10 Uhr sind die kleinen,

7/2005

Gepflegte Küche

Ausgesuchte Weine

Feldbergstrasse 1, Postfach, 4004 Basel

Telefon 061 692 33 46, Fax 061 693 46 40

Dienstag geschlossen

www.osteriadonati.ch

Diesen Monat in: BASEL

quäkenden Siruptrinker mit von

der Partie. Ansonsten hat es

beste Cornetti, Panini – und der

Kaffee hat Klasse.

Des Art’s

Barfüsserplatz 6, 061 273 57 37

Die Küche hat zugelegt, in der

Lounge ist es zu eng und zu laut.

Die Atmosphäre schwankt

zwischen Paris und Chicago.

Paganini

Birmannsgasse 1, 061 261 50 55

Die Nonna kocht bei sich

zuhause für Giuseppe Nibali

Pasta, ansonsten gibt es kalte

und warme Panini, Kaffee,

Schnäpse, Weine und Säfte –

gute Italianità.

Stoffero

Stänzlergasse 3, 061 281 56 56

Die besten Panini im Zentrum mit

Allerlei.

UND AUSSERDEM

Gewöhnliches, Ungewöhnliches,

Verrücktes und Banales.

Acqua

Binningerstrasse 14

061 271 63 00.

Basels Trendbaiz, die zu stottern

beginnt. Ein wenig innehalten

und über Sauberkeit, Freundlichkeit

und dicht gedrängtem Platzangebot

nachdenken.

Brauerei

Grenzacherstrasse 60

061 692 49 36. Ambitionierte

Küche in viel altem Holz und aufgemotzten

Stuckaturen.

Cantina Don Camillo

Burgweg 7, 061 693 05 07

Euro-asiatische Küche mit

frechen Kombinationen unter den

Augen von Don Camillo.

Die Rio Bar am Barfi ist ein Klassiker, die alle Trends

überlebt. Allerdings nicht ganz ohne Blessuren.

Eo ipso

Dornacherstrasse 192

061 333 14 90

Von Gin and Tonic, über eine

Bloody Mary – nach allen Regeln

der Kunst zubereitet – bis hin zu

den Single Malts trinkt sichs in

ehemaligen Fabrikräumlichkeiten

auf Sofas bequem.

Luftschloss

Luftgässlein 1, 061 272 54 72

Tofu-Medaillons auf Läckerli-

Kürbis-Ragout, Penne an

Orangen-Rucola-Pesto und

andere Nettigkeiten. In Pastelltönen

isst sich alles gut.

Nur für Freunde der Gaumenspielerei.

Oliv

Da war der Empereur schneller

als wir. Siehe Seite 28

Schuhmachernzunft

Hutgasse 6, 061 261 20 91

Maja Schneiter hat sich im ersten

Stock der Schuhmachernzunft

etabliert. Mit blauem Sessel,

Bildern an den Wänden und

Edlem aus Küche und Keller. Das

hat seinen Preis. Doch was ist

schon der schnöde Mammon

gegen den Charme von Maja

Schneiter? Eben!

Torstübli

Riehentorstrasse 27

061 692 01 10. «Zem Lotti, wott i».

Wollen nicht alle, aber Serge

Droesch kocht nun einmal gut

und die Baiz ist ein Schmuckstück.

STADTFLUCHTEN

Wenn Basel zu eng wird.

Farnsburg

4466 Ormalingen, 061 985 90 30

Ausserhalb und diverse Kurven

den Berg hinauf (ausgeschildert)

landet man bei Andreas Putzi

und beim Weideschwein auf dem

Teller. Mit Zimmern und

Hofmetzgerei.

Ochsen

Ermitagestrasse 14,

4144 Arlesheim, 061 706 52 00

Eine spezielle Metzgete findet

vom 17. bis 19. November statt.

Jenzers Bluthund ist berühmt.

Und wer sich zuviel des balsamischen

Beistands zumutet –

der Ochsen hat Zimmer.

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