guckmal nach Hohenlohe und Schwäbisch Hall 2017

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Entdecken. Erleben. Entspannen. Unter diesem Motto präsentiert das Freizeit- und Gästemagazin "guck mal" - nach Hohenlohe und Schwäbisch Hall einen bunten Strauß an Ideen für schöne Ausflüge in das Hohenloher Land.

Einige der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten stellen wir Ihnen in der Ausgabe 2017 vor, so zum Beispiel das Rätsel von Unterregenbach. Im Fokus sind auch Ziele, die besonders für Familien geeignet sind. Bei gutem Wetter lohnt sich beispielsweise ein Besuch des Wildparks in Bad Mergentheim, an Regentagen ein Puppenstück bei Gerhards Marionettentheater in Schwäbisch Hall. In der Rubrik "Hohenlohe aktiv erleben" finden Sie Tipps zum Wandern, Radfahren oder einen Aufenthalt mit dem Wohnmobil. Bei den "Kulturellen Highlights" stellen wir Ihnen unter anderem den neuen Intendanten der Freilichtspiele Schwäbisch Hall vor. Und eines darf nicht fehlen: Köstlichkeiten, die in der Genießerregion Hohenlohe gedeihen und verarbeitet werden. Mit einer ausführlichen Anleitung zum Blootz backen für Sie zu Hause. Nach einem Ausflug in die Heimat der spannenden Arbeitgeber und dem Veranstaltungskalender der Region ist wieder Schluss mit dem Lesevergnügen. Aber nur bis zur Ausgabe 2018!

www.guck-mal.info AUSGABE 2017

NACH HOHENLOHE UND SCHWÄBISCH HALL

Wanderparadies

Kulinarische Besonderheiten

Sehenswürdigkeiten

Kulturelle Highlights

Entdecken.

Erleben. Entspannen.


Verstehen

ist einfach.

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der die Region und

ihre Menschen kennt.

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

„Idyllisch, voll Poesie, eine besonders zärtlich ausgeformte Handvoll Deutschland“,

so beschreibt der schwäbische Dichter Eduard Mörike im 19. Jahrhundert Hohenlohe.

Wie recht er damit auch noch im 21. Jahrhundert haben soll, kann Mörike zu

dieser Zeit nicht ahnen.

Es ist in der Tat so, dass das Hohenloher Land ein besonders liebreizender Landstrich

im schönen Baden-Württemberg ist. Tiefe Täler, sanfte Hügel, kulinarische

Köstlichkeiten, kulturelle Höhepunkte noch und nöcher sowie herzliche Menschen

machen den Norden des Landes zu einer einzigartigen Region.

Am besten wäre es wohl, Sie überzeugen sich selbst davon und verbringen in

Hohenlohe einige schöne Tage. Wir sind uns sicher, dass Sie diese so schnell

nicht wieder vergessen werden, sondern, dass sie lange in guter Erinnerung

bleiben werden.

Bis es soweit ist, können Sie sich die Wartezeit mit unserem guckmal vertreiben. Bei

der Lektüre lernen Sie nicht nur Hohenlohe bereits im Vorfeld ein bisschen kennen;

die Vorfreude, Hohenlohe selbst bald live zu erleben, wächst obendrein und steigert

sich ständig.

Um Ihnen die Suche nach der passenden Freizeitaktivität einfacher zu machen,

haben wir die nachfolgenden 160 Seiten thematisch gegliedert. So finden Sie sich

inhaltlich gut zurecht und können nach Ihren eigenen Vorlieben schnell das richtige

Angebot finden.

Achten Sie dabei auf die nachfolgenden Zeichen, die Ihnen im gesamten Heft immer

wieder begegnen werden.

Dieser Hinweis zeigt Ihnen, dass hier Familien

besonders gut aufgehoben sind.

Unter dem Info-Symbol finden Sie interessante

Hintergrundinformationen zu den Texten.

Dieses Zeichen verweist auf zugehörige

Internet-Links.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen,

Entdecken und Kennenlernen.

Titelfoto: Olga Hörner

Lydia-Kathrin Hilpert

Redaktionsleitung

lydia.hilpert@pro-vs.de

2017

3


Inhalt

LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

10 Märchenhaftes Hohenlohe

8 Die Region aus Sicht der Landräte

Das Kloster Großcomburg ist außergewöhnlich gut erhalten. Foto: Andreas Scholz

12 Von Märchenschlössern und Adeligen

• Ein Streifzug durch die Schlösserund

Burgenlandschaft Hohenlohes

18 Hohe Mauern mit langer Geschichte

• Die Klöster der Region im Porträt

21 Blühendes Hohenlohe

• Neues Projekt „Park- und Gartenparadies

Hohenlohe“ ist gestartet

24 Als der Regen kam

• Rückblick: Die Flutkatastrophe 2016

26 Wer rastet, der betet

• Die Christopheruskapelle an der A6

28 Die Vergangenheit retten

• In Niedernhall werden historische

Scheunen zu Wohnhäusern

30 Ewige Laga-Stadt

• Öhringen nach der Gartenschau

DIE UNGEWÖHNLICHSTEN

SEHENSWÜRDIGKEITEN

32 Ein Landstrich voller Besonderheiten

34 In der Ruine daheim

• Die Burg in Krautheim wird

noch immer bewohnt

36 Dem Rätsel auf der Spur

• Unterregenbach im Jagsttal hat

eine mysteriöse Vergangenheit

38 Wo Erinnerung lebendig wird

• Die Burgruine Limpurg und ihre

Rolle in der Haller Stadtgeschichte

40 Die Mauer, die Geschichte erzählt

• Eine einsame Steinwand im Feld:

Die Anhäuser Mauer verblüfft

Hohenlohe + Schwäbisch Hall

Tourismus e. V.

Touristikgemeinschaft

Hohenlohe e. V.

Ein Koloss mitten im Nichts:

die Anhäuser Mauer. Foto: Lydia-Kathrin Hilpert

4 2017


AUSFLUGSZIELE FÜR DIE FAMILIE

42 Familie im Fokus

44 Ein Zuhause für Fabelwesen

• In Gerhards Marionettentheater in

Schwäbisch Hall tanzen die Puppen

46 Mit Straußen und Lamas

auf Tuchfühlung

• Auf der Jagsttalranch gibt es

exotische Tiere zu bestaunen

48 Wo der Wolf heult

• Im Wildpark Bad Mergentheim

kann man Tiere hautnah erleben

50 Hoch hinaus mit der ganzen Familie

• Selbstversuch im Waldkletterpark

Langenburg

Die Tiere im Wildpark Bad Mergentheim sind neugierig. Foto: Wildpark Bad Mergentheim

HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

52 Sportschuhe an – es lohnt sich

Foto: fotolia/MP2

54 Am Zwilling entlang

• Kathleen Lumma vom ADFC

über den Kocher-Jagst-Radweg

56 Alle Jahre wieder

• Der Kocher-Jagst-Radweg

ist bei Radlern sehr beliebt

58 Ein großes Herz für Radler

• Das Hotel Sölch in Schwäbisch Hall

hat häufig Radfahrer zu Gast

60 Über sieben Brücken

musst du fahren

• Der Ohrntalradweg ist neu in der

Radlerregion Hohenlohe

62 Über Stock und Stein

• Der Kocher-Jagst-Trail

lädt zum Wandern ein

65 Ein Pfad gegen das Vergessen

• Auf den Spuren von Hans und

Sophie Scholl in Forchtenberg

66 Zu sich finden

• Die Pfade der Stille laden zum

ruhigen Genießen ein

67 Kompetent unterhalten

• Führungen in der Region

68 Im Tal der Mühlen

• Der romantische Mühlen- und

Seeweg im Schwäbischen Wald

70 Artenvielfalt am Fluss

• Tiere an Kocher und Jagst

72 Professionelle Individualisten

• Urlaub im Wohnmobil

74 Geht nicht? Gibt‘s nicht!

• Das Öhringer Unternehmen HRZ

ist auf Reisemobile spezialisiert

75 Ausblick: Neuer Stellplatz

• Niederstetten bietet neuen Raum

für Wohnmobile in Hohenlohe

76 Der Wind weist den Weg

• Einzigartige Ausblicke im Ballon

78 Öhringen neu erleben

• GPS-Spiel und Lauschtour in

Öhringen

80 Auf die Plätze, fertig ...!

• Sportevents in der Region

81 Auf Asphalt durch die Natur

• Die Idyllische Straße wird 50

2017

5


Inhalt

KULTURELLE HIGHLIGHTS

82 Wo Kultur Kult ist

84 Dolls Kosmos

• Christian Doll ist neuer Intendant

der Freilichtspiele Schwäbisch Hall

86 Immer wieder Götz

• Das Programm der Burgfestspiele

Jagsthausen hat eine Konstante

88 „Ich spiele gerne böse Charaktere“

• Nadja Hrubesch im Interview

90 Klein, aber oho

Hohenlohes Open-Air-Bühnen

92 Von Schubert bis Cro

• Musik-Events in der Region

94 Wie Phönix aus der Asche

• Die Hohenloher Kultband Annâweech

96 500 Jahre auf 40 Hektar

• Ein Rundgang durch das Freilandmuseum

Wackershofen

98 Jeans und andere Kunst

• Ein Streifzug durch die Museen

der Region

100 Ein „Schwätzle“ muss sein

• Fünfte Jahreszeit auf der Muswiese

in Rot am See

102 Tage zum Feiern

• Die großen Feste in Hohenlohe

104 So reingerutscht

• „Max und Moritz“ gibt es jetzt auf

Hohenlohisch

106 Jenisch lebt

• Teile der Sprache sind heute noch

präsent

107 Reformator, Rebellin, Raumfahrer

• Berühmte Persönlichkeiten aus

Hohenlohe

Der Fackeltanz am Kuchen- und Brunnenfest

in Schwäbisch Hall. Foto: Ufuk Arslan

GENUSS PLUS

108 Kleiner Leckerbissen, großer Geschmack

110 Biowein in edlem Ambiente

• Das Weingut Fürst von Hohenlohe

hat eine Menge Tradition

112 So macht man Wein in Hohenlohe

• Alles rund um die edlen Tropfen

aus der Region

114 „Ich bin von hier –

und hier gehöre ich hin!“

• Die Hohenloher Weinkönigin

im Porträt

116 Wenn der Beruf Berufung ist

• Die regionalen Weinbauern

lieben ihren Job

118 Einen ganzen Tag

in den Weinbergen

• Die Kochertaler Genießertour –

Ein Erfahrungsbericht

120 Männer der edlen Tropfen

Hohenloher Unternehmen

stellen ihren eigenen Wein her

122 Die Geschichte

vom königlichen Schweine

• Das Schwäbisch-Hällische Landschwein

ist ein Symbol der Region

124 Rindviecher der besonderen Art

• „Boeuf de Hohenloheund andere

Kühe fühlen sich hier Zuhause

126 Vom Baum ins Glas

• Most ist das heimliche

Nationalgetränk der Hohenloher

128 Einfach macht Laune

• Genuss in Besenwirtschaften

130 Backe, backe Kuchen

• Schritt für Schritt zum Blooz

134 Kulinarische Grüße in die Heimat

• Spitzenköche aus Hohenlohe

136 Leckeres zu essen und zu kaufen

• Die regionale Vinothek „Sonne“

eröffnet

Die Hohenloher Weinhoheiten lassen es

sich schmecken. Foto: Elke Lehnert, Criesbach

6 2017


HEIMAT FÜR SPANNENDE ARBEITGEBER

140 Hohenlohe: ein Wirtschaftsriese

142 Die Genese einer Erfolgsgeschichte

• In Hohenlohe sitzen zahlreiche

Unternehmen in kleinen Dörfern

144 Wirtschaftsfaktor Tourismus

• Warum Besucher so wichtig sind

146 Neues Zuhause: Hohenlohe

• Professorin Gertraud Peinel über

ihre Erfahrungen als Zugezogene

147 Mehr Platz für Kultur

• Das Carmen-Würth-Forum

entsteht

148 Mode aus Hohenlohe

• An diesen Labels kommt man

nicht vorbei

Ziehl-Abegg ist einer der größten Arbeitgeber in Hohenlohe. Foto: Ziehl-Abegg

Verpassen Sie nicht unser großes

Gewinnspiel. Mehr Informationen dazu

finden Sie auf Seite 158.

SERVICE

150 Wo der Kunde König ist

•Shopping-Highlights

in Hohenlohe

152 Nachbarn mit Charme

• Umliegende Städte und Regionen

156 Messetermine

• Wichtige Messen der Region

158 guckmal-Gewinnspiel

• Mitmachen und Gewinnen

160 Veranstaltungen

• Da müssen Sie 2017 dabei sein

Auch in Hohenlohes Nachbarregionen, wie hier in Rothenburg ob der Tauber, gibt es

einiges zu entdecken. Foto: Rothenburg Tourismus Service

162 Impressum und Kontaktdaten

• Ansprechpartner aller Art

2017

7


DIE REGION AUS SICHT DER LANDRÄTE

DER SCHWÄBISCH HALLER

Den Landkreis Schwäbisch Hall habe ich, seit ich hier wohne, immer als den schönsten

Landkreis Deutschlands bezeichnet. Das ist nicht nur eine Floskel. Diese Schönheit endet

aber nicht an der Kreisgrenze, nein das gesamte Hohenloher Land ist ein so schöner

Flecken Erde, dass ich in dieser Region sicherlich ab und zu Urlaub machen würde, wenn

ich nicht schon das Glück hätte, hier wohnen zu dürfen.

Als passionierter Jogger und Radfahrer ist es ein tolles Gefühl, in kürzester Zeit mitten in der

Natur zu sein. Entweder laufe oder fahre ich direkt zu Hause los oder aber ich fahre an die

idyllischen Orte an Kocher, Jagst oder Bühler, um mich sportlich zu betätigen oder auch nur,

um ein wenig zu entspannen.

Aber nicht nur die Schönheit der Landschaft mit ihren zahlreichen Burgen und Schlössern

ist sehenswert, auch kulturell ist dieser Landstrich mit seinen wunderschönen Dörfern und

Städten immer eine Reise wert.

Die Gastronomie bei uns in Hohenlohe lässt keine Wünsche offen und ist bekannt für ihre

hervorragende regionale Küche. Außer dem weit über Hohenlohe hinaus bekannten

Schwäbisch-Hällischen Landschwein und dem Boeuf de Hohenlohe ist auch das Limpurger

Rind sehr beliebt. Zahlreiche Direktvermarkter bieten regionale Produkte an, sei es Käse aus

den örtlichen Käsereien, Saft aus den vielen Streuobstwiesen oder auch Bier aus hiesigen

Brauereien.

Auch die Infrastruktur unserer Region ist hervorragend.

Zahlreiche Weltmarktführer sind hier in Hohenlohe

ansässig. Selbst die medizinische Versorgung ist mit

dem Diakonieklinikum in Schwäbisch Hall und dem

neuen Crailsheimer Kreiskrankenhaus gut aufgestellt.

Ganz besonders sind aber die Menschen in unserer Gegend.

Hier auf dem Land gibt es zahlreiche Vereine und

noch mehr Ehrenamtliche, die unsere Gesellschaft mit

ihrem großartigen Engagement bereichern. Die Menschen

hier in Hohenlohe zeichnen sich vor allem

durch ihre liebenswerte und zupackende Art aus.

Kurz gesagt: Hohenlohe ist ein so besonderer

Landstrich, den man selbst erleben muss!

Gerhard Bauer (58)

Landrat im Landkreis Schwäbisch Hall

Fotos: Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus e.V./Rüdinger, Archiv/Ufuk Arslan


DER HOHENLOHER

Hohâloher Land, môr muâß ôôfach sehn,

Hohâloher Land, `s will kôôner meh gehn,

Hohâloher Land, bloß dô mecht ih sei,

Bei Reechâ und Wind un bei Sunnâschei`.

So besingt die MundArt-Band Annâweech unsere Heimat – das schöne Hohenloher Land.

Als Landrat des Hohenlohekreises kann ich dem natürlich nur zustimmen.

Hohenlohe hat einiges zu bieten, die Vielfältigkeit unserer Raumschaft im Herzen des

Südens lädt Gäste aus Nah und Fern zum Entdecken und Staunen ein. Kultur, Tradition

und Gastfreundschaft machen die Gegend zu etwas Besonderem. Obwohl aus unserer

ursprünglich ländlich geprägten Gegend ein innovativer, dynamischer und zukunftsfähiger

Wirtschaftsraum geworden ist, ist uns unberührte Natur und eine wunderschöne

Landschaft erhalten geblieben. Egal, ob im Urlaub, im Rahmen eines Ausflugs oder

nach Feierabend – das Hohenloher Land lädt zum Wandern, Radfahren und Erholen ein.

Wir alle leben in einem Naturparadies: zwischen Kocher und Jagst, vorbei an Burgen

und Schlössern, entlang dem Limes oder in den Weinbergen. Auch aus kulinarischer

Sicht verwöhnt die Genießerregion und lässt Besuchern und Einwohnern keinen

Wunsch offen.

Darüber hinaus bietet die Region der Weltmarktführer auch eine Vielzahl

an attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsplätzen in unterschiedlichen

Bereichen. Unzählige Vereine sorgen für eine aktive Gemeinschaft

und Freizeitangebote, sodass es sich in der Region hervorragend

leben und arbeiten lässt.

Ich freue mich, dass die Attraktivität unserer Region in

dieser Zeitschrift beleuchtet wird. Und ich freue mich über

die Gäste von Nah und Fern, die den Weg in unser schönes

Hohenlohe finden und ich bin überzeugt – „`s will kôôner

meh gehn.“

Dr. Matthias Neth (37)

Landrat im Hohenlohekreis


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

Hohenlohe ist bekannt für seine Vielzahl

an Burgen, Schlössern und Klöstern. Kloster

Schöntal ist eines der zahlreichen Prachtbauten,

die man hier entdecken kann.

Foto: Gemeinde Schöntal


MÄRCHENHAFTES

HOHENLOHE

Im Hohenloher Land thronen in fast jeder Gemeinde eine

Burg, ein Schloss, ein Kloster – oder zumindest eine Ruine der

beeindruckenden Gebäude. Sie alle sind einen Besuch wert und

versetzen die Gäste in vergangene Zeiten – und ins Staunen.


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

Schloss Neuenstein gehört zu den wohl schönsten Schlössern Hohenlohes. Es ist auch heute noch bewohnt. Foto: Dittmar Dirks

VON MÄRCHENSCHLÖSSERN

UND ADELIGEN

Hohenlohe ist ein Eldorado für Schloss- und Burgliebhaber. Sowohl im

Hohenlohekreis als auch im Landkreis Schwäbisch Hall befinden sich

herrschaftliche Häuser aus vergangenen Zeiten, die einen Besuch wert

sind. Manche von ihnen sind auch noch bewohnt.

Ein besonderes Prachtexemplar

ist Schloss Langenburg in der

gleichnamigen Stadt. Es wurde

in der Blüte der Renaissance erbaut.

Hier wohnt heute Fürst Philipp zu

Hohenlohe-Langenburg mit seiner

Frau und seinen drei Kindern. Er selbst

ist in dem Schloss, das schon damals

Touristen willkommen hieß, aufgewachsen.

Und so führt er es auch weiter:

„Langenburg soll für die Leute ein

schönes Ausflugsziel sein, das sich

lohnt, anzufahren“, sagt er. Deswegen

öffnet er das Schlosstor auch gerne für

Besucher. Dass es heute noch so gut

erhalten ist, ist erstaunlich. Denn ein

Teil des prachtvollen Anwesens ist

im Jahr 1963 einem Feuer zum Opfer

gefallen. Dabei sind der gesamte Ostund

teilweise auch der Nordflügel abgebrannt.

Ein schadhafter Kamin ver-

12 2017


ursachte dieses Feuer, das im tiefsten

Winter bei minus 20 Grad Celsius nur

schwer zu löschen war. Der Wiederaufbau

dauerte bis in den Sommer 1968.

Trotzdem zeigen weite Teile des Anwesens

die Historie des Adels und

geben Einblicke in die damalige Lebensweise.

Bei Führungen wirkt der

Innenhof immer wieder beeindruckend

auf Besucher. Denn mit seiner

berühmten Akustik gehört dieser

zu den bedeutendsten Schlosshöfen

Deutschlands. Desweiteren können

die Schlosskapelle und weitere sieben

Räume besichtigt werden. Ein

weiteres Highlight ist der ehemalige

Marstall, in dem früher die Pferde des

Fürsten untergebracht waren. Mit

vielen Säulen und einer beidseitigen

Fensterreihe bietet er ein besonderes

Ambiente für Feierlichkeiten. Gleichzeitig

ist er der Zugang zur großen

Halle des Deutschen Automuseums.

SCHLOSS NEUENSTEIN

Das Schloss Neuenstein befindet sich

im Hohenlohekreis. Schon von außen

ist es ein ganz besonderer Hingucker.

Denn es handelt sich dabei um eine

Wasserburg. Diese wurde in staufischer

Zeit auf einem Sandsteinfelsen

in einem Sumpfgebiet

erbaut und gelangte

um 1300 in den Besitz der Grafen

von Hohenlohe. Graf Ludwig

Casimir hat es im 16. Jahrhundert

zur Residenz im Stil der

Renaissance ausgebaut. Das

heutige Museum gibt einen

Einblick in die gesamte

Geschichte Hohenlohes.

Hier ist Inventar aus mehreren

Adelshäusern zusammengetragen

worden. Im

Schloss befindet sich das

Archiv des Hauses Hohenlohe,

außerdem wohnt Kraft Fürst

Aufmerksame Besucher

finden auch verspielte

Details am Schloss in

Neuenstein – etwa den

goldenen Hirschen.

Foto: Dittmar Dirks

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LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

zu Hohenlohe-Oehringen hier. Die

alte Küche des Schlosses ist außergewöhnlich.

Sie stammt noch aus spätmittelalterlichen

Zeiten, ist nahezu

im Originalzustand erhalten und dennoch

voll funktionsfähig. Aber auch

der Rittersaal ist einen Besuch wert:

Mit prachtvollen Decken- und Wandgemälden

beeindruckt der 41 Meter

lange und zehn Meter breite Raum.

SCHLOSS WEIKERSHEIM

Mit einer wunderschönen und farbenfrohen

Gartenanlage trumpft das

Schloss Weikersheim auf. Graf Carl

Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim

ließ den formenreichen Barockgarten

auf der Südseite seines Schlosses in

der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

anlegen. Wer durch den Garten

spaziert, erkennt schnell, dass die

Ausstattung sehr vielfältig ist. Viele

Skulpturen bevölkern den Garten. Berühmt

ist die „Zwergengalerie“, eine

Gruppe von steinernen Zwergenfiguren.

Im Schlossgarten befindet sich

die Orangerie. Mit ihren beiden Flügeln

erstreckt sie sich auf etwa 100

Meter Länge. Aber auch das Innere

des Schlosses lässt Besucher staunen.

Der 40 Meter lange Rittersaal

ist so üppig bestückt, dass man bei

einem Besuch kaum alles entdecken

kann. Besonders interessant sind die

Wohnräume von Graf Carl Ludwig

und seiner Gattin Elisabeth Friederike

Sophie, die einst hier wohnten.

Die prunkvollen Betten aus dem 18.

Jahrhundert lassen erahnen, wie die

Adeligen hier früher lebten.

Weitere Schlösser und Burgen gibt

es in Gaildorf, Kirchberg, Öhringen,

Künzelsau, Pfedelbach, Vellberg und

Waldenburg. Sie alle haben ihre ganz

individuelle Geschichte, können aber

größtenteils nicht besichtigt werden.

Dennoch lohnt sich ein Besuch. Kirchberg

an der Jagst ist ein idyllisches

Städtchen, dessen Mittelpunkt das

Schloss bildet. In Öhringen beheimatet

das Schloss mittlerweile die Stadtverwaltung.

Das Schloss Stetten in

Künzelsau wurde zu einem Altersruhesitz

umgebaut. Prof. Dr. Wolfgang

Freiherr von Stetten gründete diesen,

um die Burganlagen auf Dauer

zu erhalten. Das Schloss Pfedelbach

findet man direkt in der Ortsmitte

der gleichnamigen Gemeinde. Die

Schlosskapelle des Wasserschlosses

wird gerne für Hochzeiten genutzt.

Im Schloss selbst befinden sich Privatwohnungen.

Das Untere Schloss

Vellberg wurde um 1200 von den

Herren von Vellberg gebaut. Der urige

und beschauliche Ort besticht vor

allem durch sein mittelalterliches

Ambiente. Hier lohnt sich auch die

Besichtigung des historischen Wehrgangs.

Und von Schloss Waldenburg

aus – dem Balkon Hohenlohes – hat

man einen schönen Ausblick über

das Hohenloher Land. Anja Gladisch

Schloss Langenburg im Landkreis Schwäbisch Hall thront über dem Jagsttal und ist schon von Weitem gut zu sehen. Das

Renaissance-Schloss ist definitiv eine Reise wert. Foto: Schloss Langenburg

14 2017


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Weikersheim: Kommen,

Staunen, Genießen

Das imposante Schloss mitsamt prächtigem Garten und die wunderschöne

Altstadt von Weikersheim sind einen Besuch wert.

Geschichte erleben Schon von Weitem

grüßen die herrliche Fassade des wunderschönen

Renaissance-Schlosses und die

Orangerien den sich dem Taubertal nahenden

Besucher. Angekommen fällt dem Gast

der historische Stadtkern mit seinen heimeligen

Winkeln und Gassen ins Auge. Im

Kleinod Weikersheim ist die Vergangenheit

lebendig. Der Marktplatz mit der Stadtkirche

St. Georg lädt mit seinen stattlichen

Gebäuden aus dem Mittelalter und dem

gegenüber gelegenen Schlosseingang zum

Verweilen ein.

Kultur genießen Eine Schlossbesichtigung

ist für jeden, der nach Weikersheim

kommt, ein absolutes Muss. Der herrliche

Schlossgarten mit dem Herkulesbrunnen

und den abschließenden Orangerien lädt

zum Lustwandeln ein. Eingebettet in die

Weinberge beherbergt der Ort die in internationalen

Musikerkreisen wohlbekannte

„Jeunesses Musicales Deutschland“. Sie

ist Garant für immer wieder stattfindende

Konzerte. Das ganze Jahr über sorgen mannigfache

Veranstaltungen aus allen Genres

Stadt Weikersheim

Marktplatz 2, 97990 Weikersheim

Tel. 07934 / 10255

tourismus@weikersheim.de

www.weikersheim.de

und ein facettenreiches Kulturprogramm

für Kurzweiligkeit. Die kulinarischen Angebote

der Gastronomie verwöhnen den

Gaumen und die heimischen Winzer laden

zum Probieren der Weine ein.

Aktiv sein Die Freizeitmöglichkeiten umfassen

die verschiedensten Angebote, zum

Beispiel eine kleine und ausgedehnte Wanderungen

in reiner Natur bei klarer und

sauberer Luft. Diese lässt sich auch bei Radtouren

oder Erkundungen auf dem Pferderücken

im Lieblichen Taubertal oder in den

angrenzenden, umliegenden Regionen genießen.

Das Freibad und das Hallenbad der

Stadt gewähren eine kühle Erfrischung

an heißen Tagen. Für astronomisch Interessierte

ist die Sternwarte am Karlsberg

mit einem lichtstarken 50-Zentimeter-

Teleskop ein besonderer Anlaufpunkt.

Die Geschichte von Weikersheim und der

Grafen von Hohenlohe bietet zahlreiche ungeahnte

Geheimnisse. Es gilt viele Eindrücke

in der Stadt und seiner Umgebung zu

entdecken. Weikersheim ist zu jeder Jahreszeit

einen Besuch wert.

Rundgänge mit historischen Kostümen

entführen in die Zeit von Hof und Adel.

Foto: Schlossverwaltung Weikersheim

Besuchen Sie Stadt und Schloss Weikersheim!

Zu jeder Zeit im Jahr können Sie Kultur nicht

nur sehen sondern auch erleben.

01.01. Neujahrskonzert der Jeunesses

Musicales Deutschland

01.01 – 26.02. Ausstellung von Peruanischen

Krippen und Volkskunst aus

der Sammlung Carmen Würth

26.03. Tag der offenen Ateliers in

Weikersheim und Teilorten

14.05. Brauchtumsfest Maisingen

21.05.-24.09. SkulpturenSCHAU! Malgorzata

Chodakowska

18.06. Schlosserlebnistag

Schloss & Wein

01.-02.07. Kunsthandwerkermarkt

01.07. Musikfest mit Feuerwerk im

Rahmen des Hohenloher

Kultursommers

08.07. Jubiläum: Schloss Weikersheim

50 Jahre im Landesbesitz

27.07-06.08. Junge Oper der Jeunesses

Musicales Deutschland

„Hänsel und Gretel“ von

Engelbert Humperdinck

29.09-01.10. Textil- und Handarbeitsmesse

„Nadelkunst“ im Schloss- und

Schlossgarten

15.12.-17.12. Weihnachtsmarkt vor den

historischen Mauern des

Renaissance Schlosses

Nähere Informationen sowie weitere Veranstaltungstermine

finden Sie unter www.weikersheim.de

Schloss und Schlossgarten Weikersheim

Marktplatz 11, 97990 Weikersheim

Tel. 07934 / 992950

info@schloss-weikersheim.de

www.schloss-weikersheim.de

Foto: JMD

In den Kurs-Abschlusskonzerten der von der Jeunesses

Musicales Deutschland betriebenen Musikakademie

Schloss Weikersheim klingt das ganze Jahr Musik, hier:

Teilnehmer des International Chamber Music Campus.

2017

15


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

Tauberbischofsheim

Boxberg

Bad Mergentheim

Weikersheim

Limes

A81

Würzburg

Osterburken

Krautheim

Dörzbach

Jagst

Mulfingen

Möckmühl

Jagsthausen

Schöntal

Weißbach

Ingelfingen

Forchtenberg

Niedernhall

Künzelsau

Kocher-Jagst-Radweg

Zweiflingen

Kocher

Burgenstraße

Neuenstadt

(Kocher)

Kupferzell

Heidelberg

Mannheim

Karlsruhe

A6

Heilbronn

Neckarsulm

A81

Öhringen

Siebeneich

Bretzfeld

Pfedelbach

Neuenstein

Waldenburg

Braunsbach

Untermünkheim

Obersulm

Stuttgart

Breitenauer See

Michelfeld

Schwäbisch Hall

Wüstenrot

Mainhardt

Rosengarten

Michelbach/Bilz

B14 Stuttgart – Schwäbisch Hall

Oberrot

Fichtenberg

Gaildorf

Murrhardt

Kocher

Limes

16 2017 Grafik: Designbüro Ihro


ÜBERSICHTSKARTE

Niederstetten

Rothenburg o. d. T.

Schrozberg

Burgenstraße

Blaufelden

Langenburg

Gerabronn

Rot am See

Würzburg

Schillingsfürst

Wallhausen

A6

Nürnberg

Kirchberg

(Jagst)

A7

Satteldorf

Ilshofen

Wolpertshausen

Feuchtwangen

Crailsheim

Kreßberg

Vellberg

Frankenhardt

Stimpfach

Fichtenau

Dinkelsbühl

Jagst

Obersontheim

Bühlertann

Ellwangen (Jagst)

Bühlerzell

Sulzbach-Laufen

Füssen

Ulm

Kocher-Jagst-Radweg

Aalen

2017

17


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

HOHE MAUERN

MIT LANGER GESCHICHTE

Die beiden mittelalterlichen Klöster Schöntal und Großcomburg

sind zwei Perlen im Hohenloher Land und laden ihre

Besucher zu einer Reise in die Vergangenheit ein.

Wer sich im idyllischen Jagsttal

aufhält, der fühlt sich des

Öfteren so, als wäre die Zeit

stehengeblieben. Dieses Gefühl verstärkt

sich sogar noch, sobald man die

Anlage des Klosters Schöntal betritt.

In der Zisterzienserabtei aus dem 12.

Jahrhundert begibt man sich auf die

Spuren der Mönche, die hier mehr als

600 Jahre hausten. Viele der zugehörigen

Gebäude sind heute noch erhalten.

So errichteten die Mönche beim

Bau des Klosters im Halbkreis um die

Kirche alle Gebäude, die sie für ein

eigenständiges Wirtschaften benötigten,

wie zum Beispiel Mühle, Bäckerei,

Schlachterei, Fruchtscheuer. Auch ein

Nutzgarten wurde zur Selbstversorgung

angelegt. Heute werden einige

der ehemaligen Wirtschaftsgebäude

immer noch genutzt – allerdings für

andere Zwecke. Das einstige Brauhaus

wurde zum Bildungshaus umfunktioniert,

die Fruchtscheuer ist nun ein

Waldschulheim und im ehemaligen

Offiziantenbau sitzt heute die Verwaltung

der Gemeinde Schöntal.

Erlebe auf über 280 m 2 die spannende Geschichte der

ersten Europäischen Jeans-Marke – und welche Rolle

sechs Flaschen Schnaps darin spielten. In der Villa der

Gründerfamilie von MUSTANG erwartet Dich Raum für

Raum Wissenswertes, Erstaunliches und Amüsantes

rund um das Thema Jeans und ihre Macher.

Museum für die Zukunft

Austraße 10 · 74653 Künzelsau · Tel. +49 (0) 79 40/125-287

www.mustang-museum.de

Geöffnet von Dienstag - Freitag von 10 - 17 Uhr

Einlass bis eine Stunde vor Schließung.

An Feiertagen geschlossen.

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ältesten Denim-Marke Europas?

Dann besuche auch unser MUSTANG Outlet in der

Würzburger Straße 48, 74653 Künzelsau

Museum

für die Zukunft


Die Treppenläufe der Neuen Abtei im

Rokoko-Stil gehören zu den prächtigsten

Sehenswürdigkeiten im Kloster Schöntal.

Foto: Staatliche Schlösser und Burgen Baden-Württemberg

Auch wenn vieles nicht mehr in derselben

Weise verwendet wird wie im

Mittelalter, so sind die Gebäude doch

noch erstklassig erhalten und mit einer

besonderen Atmosphäre behaftet,

die an die Eigenheiten des Klosterlebens

erinnert. Im ehemaligen

Abtszimmer findet man beispielsweise

heute noch eine Geheimtür im

Wandschrank, die es dem Abt erlaubte,

die Gespräche seiner wartenden

Gäste im dahinter liegenden Ordenssaal

zu belauschen. Diese und einige

weitere versteckte Schätze wie

das Grabmal Götz von Berlichingens

im Kreuzgang lassen den Besucher

in Schöntal die Vergangenheit hautnah

erleben. Das bereits von Weitem

sichtbare Wahrzeichen des Klosters

allerdings geht nicht auf die Mönche

zurück. Die imposante Doppelturmfassade

der barocken Klosterkirche

entstand erst im 18. Jahrhundert. Die

Ordensvorschriften der Zisterzienser

sahen für das Kloster einst eine

schlichte Kapelle ohne Figuren und

hohen Turm vor.

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Zauberwald und Spielplatz

Im Fichtenauer Ortsteil Wildenstein warten Zauberer und Hexen auf ihre

Besucher. Ein besonderer Ausflug mit Wald-Erlebnis und tollem Spielplatz.

Wer das imposante Tor mit den wachenden

Zauberern durchschreitet, begibt sich

in eine andere Welt: in einen Wald voller

wundersamer Geschöpfe und riesenhafter

Pflanzen, die zum Träumen und Staunen

einladen. Der Troll dort im Dickicht, beobachtet

er uns? Und die Zwerge, wohin gehen

die? Wird uns die Hexe erlauben, den

Ring aus riesenhaften Pilzen zu betreten?

Mit einem Besuch im Zauberwald wird der

Wald zum Erlebnisort und birgt interessante

Möglichkeiten, um der Fantasie der Kinder

freien Lauf zu lassen.

Spiel und Spaß Direkt an den Zauberwald

grenzt der Spielplatz der Riesen an.

Er lädt Groß und Klein zum Spielen, Klettern

und Entdecken ein. An der Kletterwand

hoch hinaus, über die Rutsche ins Tal,

übers Seil balancieren, in den Ausguck des

Krähennestes oder über die großen Felsen

– all das ist hier möglich. Die Mehrgenerationengeräte

lassen auch die Mütter und

Väter, die Omas und Opas in Bewegung

kommen. Im Ortsteil Matzenbach lädt

der Minigolfplatz am Sportzentrum zu einem

spaßigen Nachmittag ein. Schlag auf

Schlag geht es von Station zu Station.

Rathaus Fichtenau

Hauptstraße 2

74579 Fichtenau-Wildenstein

Tel. 07962 / 892-0

info@fichtenau.de

www.fichtenau.de


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER


Zu Hohenlohe fällt mir insbesondere

der gute Wein

ein. Viele Familienbetriebe

sind im Weinbau tätig.

Sie erhalten eine große

Sortenvielfalt – und das

zeichnet den Wein Hohenlohes

aus.

Karl Kronmüller (61)

aus Schwäbisch Hall


Eine prachtvolle Klosterkirche aus

dem Barock kann man aber nicht nur

im Jagsttal bestaunen, sondern auch

im Kloster Großcomburg – oberhalb

des Schwäbisch Haller Stadtteils

Steinbach. Anders als in Schöntal

stammen die drei Türme der dort

herausragenden Stiftskirche St. Nikolaus

aber bereits aus der Romanik

und wurden bei der Umgestaltung im

18. Jahrhundert in den Neubau integriert.

Gleiches gilt für den riesigen

goldenen Radleuchter sowie die glänzende

Altarverkleidung im Inneren

der Kirche. Beide stammen aus dem

12. Jahrhundert, sind aber – wie die

gesamte Klosteranlage – noch außergewöhnlich

gut erhalten. Auch die

beiden kleinen, zierlichen Kapellen

St. Erhard und St. Michael sowie die

mächtige Ringmauer machen einen

Besuch auf der Anlage des ehemaligen

Benediktinerklosters lohnenswert.


Michael Bächle

Das Kloster Großcomburg ist eine eindrucksvolle

Erscheinung. Foto: Andreas Scholz

Klöster in Baden-Württemberg

Alle Informationen zu den Klöstern in

Hohenlohe und Baden-Württemberg

finden Sie unter www.schloesser-undgaerten.de/monumente/kloester

Das Land an Kocher, Jagst und Tauber bietet neben unberührter

Natur viele unentdeckte Schätze an Kunst und Kultur.

Reich geschmückte Kirchen, seltene Kunstsammlungen,

große und kleine Museen, Schlösser, Burgen und viel

Sehenswertes warten auf Sie.

Der Arbeitskreis „Museen und Schlösser in Hohenlohe-

Franken“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sie über die

schönsten Sehenswürdigkeiten zwischen Wertheim und

Schwäbisch Hall, Öhringen und Feuchtwangen, Osterburken

und Rothenburg zu informieren.

Lassen Sie sich kostenlos und unverbindlich unsere

Informationsbroschüre zusenden oder besuchen Sie unsere

Website.

Kontakt:

20 2017


BLÜHENDES HOHENLOHE

Immer wieder gibt es in Hohenlohe neue, innovative Ideen zur

Gestaltung der Tourismusregion. Eines der neuesten Projekte

ist das Park- und Gartenparadies Hohenlohe.

Der Barockgarten in Langenburg ist besonders

schön. Foto: Schloss Langenburg

Bereits vor der Landesgartenschau

2016 in Öhringen hatte Hohenlohe

satte Grünflächen, idyllische

Parks und eine außergewöhnlich schöne

botanische Landschaft zu bieten.

Eine Landschaft, die für ihre blühende

Pracht, aber über die Regionsgrenzen

hinaus noch nicht genügend Beachtung

gefunden hatte. Darin waren sich

die Mitglieder des Vereins „Schlösser

Burgen Gärten Baden-Württemberg“

einig. So wurde 2016 das Park- und

Garten-Netzwerk Hohenlohe ins Leben

gerufen, um den Besuchern die Vielfalt

der Region als ein gebündeltes Angebot

vorstellen zu können.

Dieses Projekt trägt den Namen

„Park- und Gartenparadies Hohenlohe

und startete im vergangenen

Jahr mit einer gleichnamigen Broschüre,

die in die schönsten Grünanlagen

an Kocher, Jagst und Tauber

einlädt. Ob einfache Baumlandschaften,

prächtige Schloss- und Burgparks

oder ruhige Klostergärten – für

Botanikliebhaber wird Hohenlohe hier

tatsächlich zum Paradies. Highlights

sind unter anderem der Hans-und-

Sophie-Scholl-Pfad in Forchtenberg,

der Schlossgarten in Langenburg, der

farbenfrohe Schlossgarten in Weikersheim

sowie der Kurpark Bad Mergentheim.


Michael Bächle

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Ankommen und genießen

Wer gerne genießt, sich von prachtvollen Gebäuden mitreißen lässt und

von unberührter Natur begeistert ist, der ist in Schöntal richtig.

Schöntal bietet in seinen neun Ortschaften

verschiedene Facetten für Erlebnisse aller

Art. Eine Reise durch die Gemeinde führt

auf den Spuren von Adel, Mönchen und

Spürnasen über alte Burgen, eindrucksvolle

Schlösser, prächtige Kirchen, romantische

Kapellen und nicht zuletzt die imposante

Klosteranlage der ehemaligen Zisterzienserabtei.

Diese Anziehungspunkte locken

ins herrliche Jagsttal und sorgen dafür,

dass Jung und Alt auf ihre Kosten kommen.

Mit allen Sinnen erleben Klare Bäche,

die wildromantische Jagst, Auen und

Wälder laden zum Verweilen in der Natur

ein. Selbst für den Gaumen bietet die Natur

ein Vergnügen: Sonne, Muschelkalkböden

und das besondere Klima lassen

in den Weinbergen edlen Wein heranreifen.

Auch Begeisterte von Sport und Bewegung

kommen in Schöntal nicht zu kurz.

Radtouren, Wanderungen oder Kanutouren

garantieren einen aktiven Urlaub. Interessante

Spielplätze bieten Kindern zudem

Platz, um sich auszutoben. Genuss und Erholung

werden in der Gemeinde großgeschrieben.

Sie verbindet Kunst und Kultur

auf höchstem Niveau. Die traditionsreiche

Gastronomie verwöhnt Besucher mit heimischen

Spezialitäten.

Infos und

Kartenmaterial

bei der

Gemeinde Schöntal

Klosterhof 1

74214 Schöntal

Tel. 07943 / 91000

www.schoental.de

info@schoental.de


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Noch heute ständiger Wohnsitz der Fürstenfamilie

zu Hohenlohe-Langenburg.

Fotos: Schloss Langenburg

Schloss Langenburg,

das Ausflugsziel für die ganze Familie!

Hoch über dem idyllischen Jagsttal, inmitten des Hohenloher Landes, liegt

Schloss Langenburg, eines der schönsten Schlösser Süddeutschlands.

Das großartige Flair von Schloss Langenburg

lässt sich auf vielfältigste Weise

entdecken. Ob Groß oder Klein, Jung

oder im besten Alter: Hier wartet

jede Menge Sehens-, Wissensund

Erlebenswertes.

Schlossanlage

und Museum

Bekannt als Juwel der

Renaissancebaukunst ist

das Schloss noch heute

Wohnsitz der fürstlichen

Familie zu Hohenlohe-

Langenburg. Es bestehen enge verwandtschaftliche

Beziehungen zu europäischen

Königs- und Adelshäusern

und der ein oder andere

royale Gast beehrte

bereits Schloss

Langenburg mit

seinem Besuch.

Das Schlossmuseum

bietet

abwechslungsreiche

und spannende

Einblicke

in die Wohn- und

Lebenskultur

früherer

Tage. Je

nach Führung

kann

man Privatgemächer

bewundern

oder einfach

nur den amüsanten

Anekdoten der Führer

lauschen. Ein ganz besonderes Highlight

ist der prächtige und schöne

Renaissance-Innenhof, der mit seiner einzigartigen

Akustik zu Deutschlands be-

22 2017


deutendsten Schlosshöfen

gehört.

www.schlosslangenburg.de

Deutsches

Automuseum

Im ehemaligen Marstall von

Schloss Langenburg ist das Deutsche

Automuseum beherbergt. Durch die Unterstützung

bedeutender Automobilhersteller

sowie deren Zulieferfirmen,

gelingt es dem Museum ständig wechselnde

Ausstellungen nach

Langenburg zu holen und

damit immer wieder

aufs Neue die Herzen

der Autofans

höher schlagen

zu lassen. Unter

dem Motto:

„Menschen, Autos

& Geschichte“

stehen sowohl

Persönlichkeiten

der Automobil-, Motorrad-

und Zulieferindustrie

als auch Raritäten

aus Chrom und Blech im Mittelpunkt.

Besonderer Wert wird auf die

Anfänge der Mobilität in Hohenlohe

gelegt.

www.deutsches-automuseum.de

Waldkletterpark Hohenlohe

Inmitten eines im 18. Jahrhundert auf

Schloss Langenburg angelegten Landschaftsparks

liegt der Waldkletterpark

Hohenlohe.

Die acht Fun-Parcours

in unterschiedlichen

Schwierigkeitsstufen

und die

über 90 Kletter-Elemente

bieten Spaß

und Abenteuer

für Jung und

Alt. Selbst Kinder

können bereits ab

einem Alter von

sechs Jahren in Begleitung

der Eltern

ihr Geschick unter

Beweis stellen. Alle,

die lieber dem bunten

Treiben zuschauen

möchten, können dies auf

der großzügigen Terrasse tun.

www.waldkletterpark-hohenlohe.de

Fürstliche Gartentage

Jährlich am ersten Septemberwochenende

verwandelt sich

Schloss Langenburg in ein

Mekka für Gartenliebhaber.

170 exklusive

Aussteller präsentieren

individuelle Ideen

für den Garten und

stilvolles Wohnen.

Mit umfangreichem

Rahmenprogramm

und regionaler Gastronomie

ein echtes Fest für

die Sinne.

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Schlosscafé im Rosengarten

Mit einem traumhaften Ausblick und der

einzigartigen Lage hoch über dem Jagsttal

ist das Schlosscafé eines der schönsten

Cafés in der Region. Herrliche Kaffeespezialitäten,

Kuchen und Torten aus

eigener Bäckerei, aber auch zahlreiche herzhafte

Hohenloher Spezialitäten und

Gerichte sorgen für die genussvolle

Abrundung Ihres Schlossaufenthaltes.

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Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg

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Gästeservice Schloss- und Automuseum

Tel. 07905 / 9419034

Tagesgenaue Öffnungszeiten finden Sie

auf unserer Website.

Auf Anfrage und für Gruppen öffnen die

Museen auch außerhalb der Öffnungszeiten.

klettern@waldkletterpark-hohenlohe.de

www.waldkletterpark-hohenlohe.de

Tel. 07905 / 9419033

Öffnungszeiten in den Schulferien (BW)

Mo. – So. 10.00 – 18.00 Uhr

Außerhalb der Ferien (BW)

Fr. 13.00 – 18.00 Uhr

Sa. – So. 10.00 – 18.00 Uhr

Auf Anfrage und für Gruppen öffnen wir

auch außerhalb der Öffnungszeiten.

kontakt@schlosscafe-langenburg.de

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Tel. 07905 / 940540

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2017

23


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

ALS DER

REGEN KAM

Der Abend des 29. Mai 2016 wird in Hohenlohe

noch vielen Menschen im Gedächtnis sein.

Es war jener Sonntagabend, an dem viel zu

viel Regen Gemeinden verwüstet, Menschen

obdachlos gemacht und sogar Leben zerstört

hat. In Weißbach ist an diesem Abend ein

Mann gestorben.

Zuerst hat es nur geregnet. Es hätte ein normaler frühsommerlicher

Regenguss sein können. Dann wurde

dieser allerdings immer stärker. Es fing an zu schütten.

Die ersten Keller liefen voll. Dann nahm das Unglück seinen

Lauf. Ein 60 Jahre alter Mann ist im hohenlohischen Weißbach

ums Leben gekommen. Er befand sich in einer überschwemmten

Tiefgarage. Bäche traten über die Ufer, Autos

wurden weggeschwemmt, Bäume entwurzelt. Durch mehrere

Städte und Dörfer in Hohenlohe schob sich eine Sturzflut

und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Fotos und

Videos verbreiteten sich sofort über die sozialen Medien.

Alle möglichen Einsatzkräfte wurden mobilisiert. Sie haben

alles getan, was in ihrer Macht stand.

Auch die nächsten Tage war die Region von dem Wasser

gezeichnet. Manche Firmen konnten montags nicht

öffnen, da den Mitarbeitern der Weg versperrt war oder

sie selbst überflutet wurden. Andere Firmen stellten Mitarbeiter

frei, damit diese bei den Aufräumarbeiten in den

Gemeinden helfen konnten. Zig Autos mussten verschrottet,

zig Häuser wegen Einsturzgefahr abgerissen werden.

Geröll und Felsen, wohin man blickt: Die Gemeinde Braunsbach

hatte es im Jahr 2016 schwer getroffen. Foto: Ufuk Arslan

24 2017

Eine Gemeinde wurde von den Medien besonders beäugt.

Braunsbach mit seinem Teilort Steinkirchen hat es

im Südwesten Deutschlands am stärksten getroffen. Die

Bilder gingen um die ganze Welt. Vom einen Tag auf den

anderen war aus der beschaulichen Kochertalgemeinde

ein Trümmerfeld geworden. Viele Menschen standen vor

dem Nichts. Grobe Prognosen haben den Schaden allein

hier auf 104 Millionen Euro geschätzt. Aber eines war in

der gesamten Region zu spüren: die Hilfsbereitschaft.

„Wir haben Essen, Schaufeln, Schubkarren, Getränke und

einiges mehr bekommen“, erklärte Braunsbachs Bürger-


meister Frank Harsch. Auch an finanziellen Spenden und

ehrenamtlichen Helfern hat es nicht gemangelt. Die Region

hat zusammengehalten.

TOURISTEN HABEN KEINEN NACHTEIL

Wer heute nach Braunsbach fährt, wird noch Spuren der

Starkregenfälle entdecken können. „Wir müssen von einem

Wiederaufbau sprechen. Das wird sicher drei bis vier

Jahre dauern, bis alles erledigt ist“, erklärte Harsch 2016.

Wolpertshausen-Cröffelbach, Weißbach, Forchtenberg,

Niedernhall und Ingelfingen sind weitere Gemeinden,

die mit den Wassermassen sowie dem Schlamm und Geröll

im vergangenem Jahr zu kämpfen hatten. In Künzelsau

war vor allem die Innenstadt betroffen. Hier wurden

Geschäfts- und Verkaufsräume verwüstet. Auch hier habe

man die Hilfsbereitschaft und die Solidarität unter den

Menschen sehr gespürt, sagte Bürgermeister Stefan Neumann.

Aber alle sind bemüht, dass Urlauber von Schäden

nicht betroffen sind. „Es ist unser Bestreben, dass alles

funktioniert. Touristen haben keinen Nachteil“, betonte

Neumann. Der berichtete, dass der Kocher-Jagst-Radweg

in Künzelsau zwar überflutet war, es jedoch keine baulichen

Schäden gab.

Anja Gladisch

Das Wasser ist überall. Keller laufen voll und bringen Massen

von Schlamm mit sich. Foto: Ufuk Arslan

Das Herz des Oberen Bühlertals

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Erholungsort

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Schulzentrum/Haus der Bildung

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Bühlertalhalle

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Gemeindeleben

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Unterwegs im Oberen Bühlertal

Ruhe und Erholung pur – das verspricht ein Aufenthalt

im Oberen Bühlertal.

Die hervorragende Gastronomie, die reine Luft, die

hohe Sonnenscheinquote und zahlreiche Erholungseinrichtungen

bieten ideale Voraussetzungen, um richtig

auszuspannen.

Die beiden Gemeinden Bühlerzell und Bühlertann liegen

idyllisch im Tal der Bühler zwischen den Limpurger und

den Ellwanger Bergen direkt an der Deutschen Ferienroute

Alpen-Ostsee. In der teilweise unter Landschaftsoder

Naturschutz stehenden Landschaft finden Radfahrer

und Wanderer wunderschöne Wege, oft als

Themenwege ausgeschildert und mit Anschluss an den

beliebten Bühlertalradweg beziehungsweise den Bühlertalwanderweg.

Die Lourdes-Grotte bei Bühlerzell oder die spätstaufische

Tannenburg mit ihrer hübschen Kapelle im Burghof sind

dabei lohnenswerte Ausflugsziele.

Auch in der fünften Jahreszeit lohnt sich ein Besuch

beider Gemeinden mit ihren überwältigenden, farbenfrohen

Fastnachtsumzügen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch

im Oberen Bühlertal!

Staatlich anerkannter

Erholungsort

Herrliche Landschaft

mit über 200 km

ausgeschilderten Radund

Wanderwegen,

günstige Bauplätze,

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74426 Bühlerzell

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e-mail: info@buehlerzell.de

Internet: www.buehlerzell.de


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

WER RASTET, DER BETET

Wer verreist, kennt das: Vielen geht es darum, möglichst

schnell ans Ziel zu kommen. Doch es lohnt, sich Zeit zu

nehmen – etwa an der Christopheruskapelle an der A6.

Ich habe ein kleines Gebet gesprochen

und zwei Kerzen angezündet“,

sagt Martin Braun. Er hat mit seiner

Familie, auf dem Weg in den Süden,

an der Christopheruskapelle Rast gemacht.

Der Kaiserslauterner sei oft beruflich

bedingt auf der A6 unterwegs,

aber das Schild mit dem Hinweis zur

Kapelle hat er erst dieses Mal entdeckt.

Die Gegend, in der er sich gerade aufhält

Hohenlohe – kennt er nicht wirklich.

So geht es vielen, die an diesem

heißen Freitagnachmittag am Rastplatz

zu Füßen der Kapelle Rast machen.

Soeben haben sie die höchste

Autobahnbrücke Deutschlands passiert.

Viele sind auf der Durchreise.

Die dreiköpfige Familie Hopp nimmt

sich nur eben die Zeit, die Kofferraumklappe

zu öffnen und ein Weckle

mit Salami zu essen. Sie kommen aus

Stuttgart und machen einen Kurztrip

nach Tschechien. Hohenlohe, was

sich vor ihrer Stadt ausbreitet, kennen

sie ein bisschen, manchmal fahren

sie nach Crailsheim oder Schwäbisch

Hall zum Kaffee trinken.

Das Ehepaar Sieling sitzt mit ihrem

BESUCHEN SIE DIE

WELT UNTER TAGE

DAS PERFEKTE AUSFLUGSZIEL FÜR JUNG UND ALT

Aus Hektik und Licht des Alltags in die 200 Millionen Jahre alte abgeschiedene Welt

des Salzes. Möglich wird dies nach der Fahrt in 180 Meter Tiefe des Salzbergwerks

Bad Friedrichshall.

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26 2017


drei Monate alten Säugling auf einer

Bank und picknickt. Wo sie hier sind,

wissen sie nicht so genau. Sie kommen

aus Karlsruhe. Ihr nächstes Ziel

ist Ansbach. Und letztlich wollen sie

nach Berlin. Sie haben schon einen

Rastplatz vorher angehalten, aber

weil es keinen Schatten gab, sind sie

weiter gefahren. Hier sind sie vom

Kirchlein überrascht worden. „Ich

werde gleich mal reingehen“, sagt

die junge Mutter, „sie hat so schöne

bunte Fenster.“

Die Christopheruskapelle an der A6 wurde im April 2014 eingeweiht. Das kleine

Gotteshaus ist in Form eines Fisches gebaut. Foto: Sonja Alexa Schmitz

„Zufall“, nennt es auch die Essenerin,

die mit ihren drei Kindern und

ihrem Mann auf dem Weg in die Toskana

ist. Sie haben gebetet für eine

gute Weiterfahrt.

An der Autobahn einen Platz der

Ruhe und Einkehr zu haben, das gefällt

vielen Reisenden. Im Gästebuch

der Kirche loben die Besucher diesen

stillen Ort. „Herr Jesus, so eine schöne

Kapelle an der Autobahn habe

ich noch nicht gesehen“, steht da

– offenbar von einer Frau geschrieben.

Viele Einblicke in verschiedene

Leben werden hier festgehalten. Jemand

erzählt, dass er soeben die Notarztprüfung

bestanden hat. Er bittet

Gott, ihn zu den Menschen zu begleiten,

die ihm anvertraut werden.

Fast täglich schreiben Menschen ins

Buch, auf deutsch, französisch, englisch,

polnisch, alles ist dabei. „Segne

Deutschland, Europa und die ganze

Welt“, schreibt Selma aus Columbien.

„Danke für die Möglichkeit, an diesem

Highway zu Gott beten zu können“,

so Peter aus Australien. sasch

Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter.

Parkfläche mit Stromtankstelle

Liegt unsere Zukunft

eigentlich auf der Straße?

Und wie kann ich das

er-leben & er-fahren?

Antworten darauf bekommst Du in Der

Bauschule – und das macht richtig Spaß, denn

Du kannst selber zu Kelle und Schaufel greifen

und sogar einen Bagger bedienen. Eine tolle

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2017

27


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

DIE VERGANGENHEIT

RETTEN

Mit dem Projekt „Scheune sucht Freund“ hat

man in Niedernhall Kreativität und Liebe für

das Alte bewiesen. Geschichtsträchtige Scheunen

werden zu Wohnhäusern umgebaut.

Wer stellt sich die Frage nicht? – Was passiert mit

den alten Scheunen, die heute keinen Nutzen mehr

haben und an denen der Zahn der Zeit bedrohlich

knabbert? In Niederhalls denkmalgeschützter Altstadt stehen

rund 30 Scheunen und drei Keltern. In den meisten liegt

nur noch Gerümpel oder es steht ein alter Traktor darin.

Das Landesamt für Denkmalpflege stellte vier Architekten

die Aufgabe, für zehn dieser Scheunen Ideen zu entwickeln,

sie zu beleben und den Menschen schmackhaft zu

machen. Und wer weiß, vielleicht finden sich neue Freunde

für die alten Veteranen. Die Architektenhirne von Erhard

Demuth (Künzelsau), Sabine Reinosch (Öhringen),

Hansjörg Stein (Schwäbisch Hall) und Max Stemshorn

(Ulm) sprudeln vor Wiederbelebungsversuchen. Eine

Scheune wird zur Fahrradwerkstatt. Praktisch, denn sie

liegt gleich am Kocher-Jagst-Radweg. Oder sie wird ein

Ferienhäuschen mit großzügigen Räumen, einer offenen

Gestaltung und einer Wendeltreppe mittendrin. Eine andere,

die besonders hoch ist, könnte ein Kinderhaus wer-

In Niedernhall werden leerstehende Scheunen zu

hochwertigen Wohnungen umgebaut. Damit bewahrt

man das Alte in der Stadt. Foto: Sonja Alexa Schmitz

www.

Untermuenkheim.de

Urlaub auf Bauernund

Winzerhöfen

Genuss in der Natur

und Entspannung pur

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28 2017


den, die niedrige Zwischendecke ist für die Zwerge kein

Problem. Ein Bürohaus mit Wohlfühlklima im loftartigen

„Denkraum“ schlagen die Architekten außerdem vor. Drei

Scheunen, die nebeneinander stehen, werden zur Wohnung

über zwei Scheunen. Die dritte, schmale, wird als

Treppenhaus genutzt. Im Erdgeschoss parken die Autos.

Auch vorstellbar sei eine helle Künstleratelierwohnung,

belichtet durch Lamellenfenster im Dach.

„Statt Wein fließt Schweiß“ schlagen die Scheunenfreunde

für eine ehemalige Kelter vor. Sport treiben im historischen

Ambiente sei doch eine schöne Alternative zur

„Muckibude im Gewerbegebiet“. In Städten gibt es zu

wenig Parkraum, warum also nicht eine Scheune zur Garage

umfunktionieren? Eine schwer zu belichtende Scheune

könnte ein Musikproberaum werden oder ein Fotostudio.

Natürlich bietet sich auch an, eine Scheune für die Gastronomie

zu nutzen. Passend zur Scheunenatmosphäre stellen

die Planer sich eine kleine Weinstube vor.

Achim Beck, Bürgermeister in Niedernhall, ist begeistert

von dem „innovativen Projekt“. Er sieht es als Auftrag der

Kommunen, Lösungen für die Belebung der Ortskerne zu

suchen. So versucht Niedernhall seine schöne Altstadt –

in der mehr als 30 noch genutzte und ungenutzte Scheunenbauwerke

stehen – umzugestalten und die Altstadt

damit attraktiver zu machen. Die Scheunen seien zum Teil

in Privatbesitz, aber auch im Besitz der Stadt. Letztere

können grundsätzlich verkauft werden. Es werden aber

auch Scheunen in Privatbesitz an Interessenten verkauft.

PILATES AUF DEM HEUBODEN

„Bei der Scheune stellte sich die Frage: Abriss oder Sanierung?“,

sagt Alexander Hemming. Er und seine Frau Simone

aus Stetten bei Frankenhardt haben ihre alte Scheuer

gerettet. Die Idee hatte die Pilatestrainerin bei dem

Wunsch, eine schöne Umgebung für den Sport zu schaffen.

Aus der 220 Quadratmeter großen Scheune, wird nun

eine Sportscheune mit drei unterschiedlich großen Trainingsräumen,

Umkleide- und Sanitärräumen. Hier möchte

Simone Hemming Kurse anbieten. Und auch andere Tanzoder

Sportgruppen können die Räume mieten. „Ich stelle

mir ein buntes Miteinander vor: Vom Bauchtanz für Kinder

bis zum Entspannungskurs für gestresste Manager ist

hier Platz für vieles“, sagt Hemming. Sonja Alexa Schmitz

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Das Tor nach Hohenlohe

Die im idyllischen Jagsttal gelegene Gemeinde Jagsthausen bietet Kulturgenuss

und Erholung in der Natur.

Die einzigartige Verbindung von Kultur

und Natur macht den besonderen Reiz

der Gemeinde Jagsthausen aus. Jagsthausen

ist der Geburtsort des Ritters Götz von

Berlichingen, dem von Johann Wolfgang

von Goethe ein literarisches Denkmal gesetzt

wurde. Seit 1949 wird auf der historischen

Götzenburg alljährlich im Sommer

Goethes „Götz von Berlichingen“ aufgeführt.

Auf dem Programm der Burgfestspiele

Jagsthausen stehen zudem weitere

Schauspiele, Musicals und Kinderstücke.

Das Schlossmuseum zeigt die berühmte

„eiserne Hand“ des Götz von Berlichingen

im Original.

Vielseitigkeit Ergänzt wird das kulturelle

Angebot durch die römische Geschichte

der Gemeinde, die im Freilichtmuseum

Römerbad und im Museum im Alten Rathaus

zu bestaunen ist. Durch das Jagsttal

schlängelt sich der Kocher-Jagst-Radweg,

der zum gemütlichen Radeln einlädt. Rund

um die Gemeinde gibt es zahlreiche kürzere

Spazierwege und längere Wanderwege,

die einen herrlichen Ausblick über das

Jagsttal ermöglichen. Die Gastronomie mit

Biergärten inmitten des historischen Ambientes

lädt ebenfalls zum Verweilen ein.

Sind Sie neugierig geworden? Die Gemeinde

versorgt sie gerne mit weiteren Informationen.

Gemeinde Jagsthausen

Hauptstraße 3

74249 Jagsthausen

Tel. 07943 / 9101-0

www.jagsthausen.de

info@gemeinde.jagsthausen.de

www.facebook.com/GemeindeJagsthausen


LAND DER BURGEN, SCHLÖSSER UND KLÖSTER

Der Limes im Bereich Cappel bleibt auch nach der Landesgartenschau erhalten. Fotos: Landesgartenschau Öhringen, Lydia-Kathrin Hilpert

EWIGE LAGA-STADT

Die Landesgartenschau in Öhringen hat im Jahr 2016 ganz

Hohenlohe in Atem gehalten. Auch jetzt sind noch viele

Spuren von der Veranstaltung sichtbar.

Öhringen wird von nun an eine ewige Landesgartenschau-Stadt

sein. Auch wenn wir alle, die daran beteiligt

waren, nicht mehr da sind, wird man wissen,

dass im Jahr 2016 eine Laga bei uns stattgefunden hat“, sagt

Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler sichtlich zufrieden.

„Und man wird sich gerne daran zurückerinnern“, ist

das Stadtoberhaupt überzeugt.

Die Veranstaltung, die im vergangenen Jahr stattgefunden

hat, hat in Hohenlohe viel bewegt – nicht nur in Öhringen.

Für ganze 171 Tage stand das Städtchen im Hohenlohekreis

Kopf. Über 1,3 Millionen Besucher waren wegen der

Blumenschau nach Öhringen gekommen. Und obwohl die

Landesgartenschau seit Oktober 2016 vorüber ist, wirkt

sie auch heute noch nach. Die Spuren sind auch ein Jahr

Klostercafé

A. Hofmann OHG

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74214 Schöntal

Tel. 07943 / 608

zum Relaxen ein!

Rundum wohlfühlen,

ausspannen, Eis, Kaffee,

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genießen, die Seele so richtig baumeln lassen, all das

können Sie in unserem Café, auf unserer Terrasse oder im Klosterhof.

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Wir laden Sie

Mo.: Ruhetag · Di. – Fr. + So. 9.00 – 18.00 Uhr · Sa. 8.00 – 18.00 Uhr

30 2017


später noch zu sehen. Denn vieles ist von diesem Großevent

erhalten geblieben – ganz bewusst. „Uns war von

vornherein sehr wichtig, dass die Landesgartenschau

möglichst nachhaltig geplant und ausgerichtet

ist“, betont der Oberbürgermeister.

NACHHALTIGE STADTENTWICKLUNG

Nicht nur der historische Hofgarten,

der jetzt in neuem Glanz

erstrahlt, ist für Besucher weiterhin

zugänglich. Auch die

drei Kinderspielplätze, die

Wege, der Limes, der Landschaftspark,

die Aktionsflächen

– alles bleibt erhalten.

Besonders für Kinder und Jugendliche

ist auch nach der Landesgartenschau

viel geboten: Der Landkreispavillon,

indem sich über die 171 Tage hinweg

der gesamte Hohenlohekreis mit all seinen Gemeinden

präsentiert hat, wird zum Jugendhaus umgestaltet. Der

Skaterpark bleibt ebenso. Der Kletterturm, ein Projekt

des Laga-Freundeskreises, wird von nun an vom Deutschen

Alpenverein weiter betrieben.

„Die Stadt Öhringen hat außerdem die Hohenloher

Scheune gekauft“, erklärt

Michler. Über die Zeit der Laga hatten

sich hier die Landfrauen aus

Hohenlohe präsentiert, Kuchen

und Kaffee angeboten. „In den

Monaten von Mai bis Oktober

soll hier sonntags regelmäßig

bewirtet werden.“ Michler

denkt an die Zusammenarbeit

mit lokalen Weinproduzenten.

Gleiches

gilt für den Ohrnstrand und

die dazugehörige Cocktailbar. Sie

wird vom Schwimmbadbetreiber

weiterhin am Leben gehalten.

So können Öhringer und Besucher auch nach der Landesgartenschau

die Früchte der Veranstaltung ernten

und genießen. Lydia-Kathrin Hilpert

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Vellberg entdecken

Vellberg hat viel zu bieten: historische Sehenswürdigkeiten, idyllische

Natur, Rad- und Wanderwege, Kunst unter freiem Himmel.

Eine gewaltige Stadtmauer mit Bastion,

Türmen und Toren umgibt die mittelalterliche

Kulisse von Vellberg. Auf einem

Bergsporn hoch über der Bühler liegt die

Altstadt mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern,

imposanten Wehrtürmen

und einem unterirdischen Wehrgang. Dieser

ist durch Renovierung gut erhalten

und somit einzigartig in Süddeutschland.

Bei Ausgrabungen wurde im Steinbruch in

Vellberg-Eschenau die älteste Schildkröte

der Welt entdeckt: Das Fossil einer 240 Millionen

Jahre alten Ur-Schildkröte. Eine Kopie

davon ist im Heimatmuseum zu sehen.

Freizeitspaß In Vellberg gibt es neben

historischen Bauten viele Freizeitmöglichkeiten.

Auf zahlreichen Rad- und Wanderwegen

lädt das schöne Bühlertal zum

Genießen und Erkunden ein. An heißen Tagen

bietet das Mineralfreibad mit reinem

Quellwasser die perfekte Erfrischung. Aufgrund

der Lage ist das solarbeheizte Freibad

eine Perle im Bühlertal. Nach Sanierungsmaßnahmen

im Jahr 2016 haben

auch Menschen mit Behinderung bessere

Möglichkeiten, das Bad zu nutzen. Immer

am ersten Juliwochenende feiert Vellberg

sein traditionelles Weinbrunnenfest. 2017

findet das 50. Weinbrunnenfest mit umfangreichem

Programm vom 30. Juni bis

2. Juli statt.

Kunst und Kulisse

Stadt Vellberg

Im Städtle 28, 74541 Vellberg

Tel. 07907 / 8770, www.vellberg.de


DIE UNGEWÖHNLICHSTEN SEHENSWÜRDIGKEITEN

EIN LANDSTRICH VOLLER

BESONDERHEITEN

Langeweile kommt im Hohenloher Land so schnell nicht auf.

Nicht nur, weil man hier ausgezeichnet radeln und wandern

kann, sondern weil Hohenlohe selbst allerlei Ungewöhnliches zu

bieten hat.


Die Anhäuser Mauer steht verlassen auf

einem Feld in der Nähe der Gemeinde

Satteldorf. Sie ist der Rest einer Klosteranlage

und zählt zweifelsohne zu den Besonderheiten

Hohenlohes. Foto: Lydia-Kathrin Hilpert


DIE UNGEWÖHNLICHSTEN SEHENSWÜRDIGKEITEN

Wie im Märchen: Die Burgruine

Krautheim gehört zum Schönsten, was

das Hohenloher Land zu bieten hat.

Fotos: Stadt Krautheim

IN DER RUINE DAHEIM

Die Burgruine Krautheim ist ein echter Geheimtipp im Land der

Schlösser und Burgen und zieht viele Besucher in das kleine Städtchen

an der Jagst. Doch die Anlage ist nicht nur ein empfehlenswertes

Ausflugsziel, sondern auch Zuhause einer Familie.

Wo anno 1213 Wolfrad der Erste einzog, wohnt gut

800 Jahre später Petra Waizenhöfer. Seit mittlerweile

16 Jahren führt sie jeden Sommer von Mai

bis September Touristen und Besucher durch die zu großen

Teilen erhaltene Burgruine Krautheim. Für sie ist es quasi

eine Führung durch die eigenen vier Wände, denn ganz nebenbei

lebt sie selbst in einem Anbau der Burg. „Für mich

und meine Familie ist es ein Traum, hier zu wohnen“, sagt

sie. „Ich fühle mich hier einfach gut beschützt.“

Logisch, denn die alten Gemäuer haben in der Vergangenheit

schon so manchem Eindringling Einhalt geboten. Der

34 2017


wohl bekannteste ist Götz von Berlichingen, der 1516 einem

in der Burg sitzenden Amtsmann „Er soll mich hindhen

lekhen“ entgegen schrie und so nicht nur literarisch

Berühmtheit erlangte. Im kurz darauffolgenden deutschen

Bauernkrieg, in dem Götz ebenfalls eine wichtige Rolle

spielte, wurde die Anlage teilweise zerstört, ab dem 17.

Jahrhundert aber im Stil eines Schlosses wieder erweitert.

Die Stauferburg liegt im Zentrum der Stadt Krautheim an

der Jagst im Norden des Hohenlohekreises und ist deren

Wahrzeichen geworden, wie Bürgermeister Andreas Köhler

erklärt: „Die Burg strahlt eine gewisse Unvergänglichkeit

und Vertrautheit aus. Sie ist für uns Krautheimer

ein echter Ankerpunkt.“ Klar, denn die Ruine ist in dem

Städtchen aus allen Himmelsrichtungen sichtbar. Heute

stechen vor allen Dingen die 17 Meter hohe Schildmauer

und der 30 Meter hohe Bergfried heraus, der mit seiner

Aussichtsplattform einen hervorragenden Blick über das

Jagsttal bietet. Das kleine, pittoreske Torhäuschen der

Burg wirkt wie aus dem Märchen und springt dem Besucher

ebenfalls sofort ins Auge.

Es ist aber ein anderer Teil der Burg, der es Petra Waizenhöfer

besonders angetan hat. „Ich liebe die Kapelle.

Die ist einfach wunderschön und die Akustik dort ist eine

ganz Besondere“, schwärmt sie und erzählt von Besuchern,

die extra aus München anreisten und in der frühgotischen

Schlosskapelle einen ganzen Nachmittag lang

Lieder sangen, weil der Klang sie derart faszinierte. Die

beeindruckende Höhe des Innenraumes, die durch ihre

Architektur zusätzlich hervorgehoben wird, hat daran

sicher auch ihren Anteil. Trotzdem, betont Bewohnerin

Petra Waizenhöfer, sei es dort, aus welchen Gründen auch

immer, nie wirklich kalt. Vor sechs Jahren heiratete sie

selbst in der Kapelle.

Ihre Familie mag es hier. Die Kinder und mittlerweile

Enkelkinder genießen den Platz, den sie zur Verfügung

haben. Da lassen sich auch die vielen kleinen Probleme

und die damit verbundene Arbeit, die ein Leben in einer

mittelalterlichen Burg so mit sich bringt, verschmerzen.

Das Sammeln von Feuerholz gehört eben dazu, denn nur

so kann geheizt werden. Für viele mag das gewöhnungsbedürftig

klingen, aber andererseits: Wer hat nicht schon

einmal davon geträumt, in einer echten Burg zu leben?

Petra Waizenhöfer lebt diesen Traum und erzählt sichtlich

zufrieden: „Wir können uns zum Leben jetzt gar nichts

anderes mehr vorstellen.“

Michael Bächle

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jedes Jahr für ihre hohe Qualität und ihren guten Geschmack ausgezeichnet.

2017

35


DIE UNGEWÖHNLICHSTEN SEHENSWÜRDIGKEITEN

DEM RÄTSEL

AUF DER SPUR

Unterregenbach ist heute ein beschauliches Dorf.

Doch die Geschichte des 100-Seelen-Ortes wirft

Fragen auf. Wir gehen auf Entdeckungstour.

Foto: Lydia-Kathrin Hilpert

Unterregenbach ist heute ein

kleines Dorf im Jagsttal. Rund

100 Menschen leben hier. Ruhig

und beschaulich ist es. Die Menschen

kennen einander. Dass dies vor rund

1000 Jahren anders gewesen sein soll,

vermag sich heute kaum einer vorzustellen:

Im 11. Jahrhundert soll dort

ein religiöses Zentrum von europaweiter

Bedeutung gewesen sein. Doch von

außen betrachtet vermutet man das

ganz und gar nicht.

Wer nach Unterregenbach kommt,

passiert zunächst die hölzerne Jagstbrücke

von 1822. Generell wirkt das

Dorf geschichtsträchtig: Fachwerkhäuser,

schmale Sträßchen, Idylle pur.

Mittendrin die kleine Kirche St. Veit.

Sie wirkt wie eine Hohenloher Dorfkirche

unter vielen. Doch in ihrem

Inneren stößt man auf Verblüffendes:

Unter der Empore lässt sich eine Art

Falltür öffnen. Eine Eisentreppe führt

...mit allen Sinnen Landwirtschaft erleben!

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36 2017


und drei Meter in die Tiefe – senkrecht.

Hier sind die Mauerreste einer

Vorgängerkirche aus der Karolingerzeit

zu finden. „Es handelt sich um

die mit Abstand älteste Steinkirche in

Hohenlohe. Sie lässt sich auf das Jahr

um 700, 750 datieren“, sagt Hans-

Jörg Wilhelm, der vor fast vier Jahren

in das alte Pfarrhaus gezogen ist und

sich seither intensiv mit dem „Rätsel

von Unterregenbach“ beschäftigt.

WALLFAHRTSZENTRUM?

Rätsel geben die Reste des Baus gewiss

auf. Denn das ehemalige Gotteshaus

weist einige Besonderheiten

auf: Zwei große, kreuzförmige Vertiefungen

– sogenannte Kreuzkanäle

– füllen nahezu das kleine Kirchenschiff

aus. „Man vermutet, dass es

sich hierbei um Aufbewahrungsplätze

für Reliquien handelt, wie man

sie aus dem byzantinischen Raum

kennt“, schildert der 46-Jährige.

Unterregenbach – einst ein Wallfahrtsort

für Gläubige aus ganz Europa?

„Wir wissen es nicht. Fakt ist

aber, dass oberhalb von Unterregenbach,

auf dem Höhenrücken von Kocher

und Jagst, ein alter Handelsweg

verlief. Verkehrstechnisch waren wir

für die damalige Zeit also super angeschlossen.“

Münzfunde im Ort belegen

die internationale Bedeutung:

Die älteste Münze stammt aus dem

Venedig des Jahres 1020.

Dass Unterregenbach ein besonderes

religiöses Zentrum gewesen sein

muss, dafür spricht aber noch mehr.

Direkt neben der 1200 Jahre alten

Kirche St. Veit stößt man auf die Mauerreste

einer zweiten frühmittelalterlichen

Kirche. Im Pfarrgarten wird

die wahre Größe des vermutlich

zwischen 950 und 1000 errichteten

Baus deutlich: „Die große

Basilika war 47 Meter lang und

17 Meter breit. Für damals war

das exorbitant groß“, sagt Wilhelm

fasziniert.

Doch die Dimension ist nicht

die einzige Besonderheit: Die

kleine Krypta, die sich heute direkt

unter dem Pfarrhaus befindet,

hat die Zeit überdauert. Sie ist eines

der ältesten begehbaren Bauwerke

von Baden-Württemberg. Wer die

Stufen, die ins Innere führen, hinunter

schreitet, wird automatisch in

eine andere Zeit versetzt. Eine mystische

Stimmung scheint greifbar, es

ist frisch, die eigenen Worte hallen

von den Wänden zurück. „Grablegungen

fanden hier nicht statt“, klärt

Wilhelm auf und ergänzt: „Umso

mehr stellt sich die Frage, warum es

diese Krypta gibt?“

Diese Fragen wird vermutlich auch

in den kommenden Jahren ein Rätsel

bleiben – ein Besuch ist die vollständig

erhaltene Krypta umso mehr

wert.

Lydia-Kathrin Hilpert

Die originalen Pfeiler

stehen nicht mehr in

Unterregenbach. Sie

werden im Landesmuseum

in Stuttgart

aufbewahrt.

Foto: Lydia-Kathrin Hilpert

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37


Die Natur erobert das Gebiet langsam

zurück. Dennoch: Die Aussicht von der

Ruine ist fantastisch. Fotos: Ufuk Arslan

WO ERINNERUNG

LEBENDIG WIRD

Die Burgruine Limpurg steht nicht nur für ein einmaliges

Panorama über Schwäbisch Hall, sondern auch für jede Menge

Geschichte. Ein Streifzug durch die Historie der Burg.

Heute ist es vor allem der Blick nach unten, der fasziniert.

Die Burgruine Limpurg gewährt ihren Besuchern

eine Aussicht auf die Altstadt Schwäbisch

Halls, wie man sie sonst nur von Postkartenmotiven kennt.

Beschäftigt man sich mit dem Denkmal am südlichen Stadtrand,

lohnt aber auch der Blick zurück. Im Mittelalter spielte

die heutige Ruine eine wichtige Rolle für das Stadtleben.

Bewohnt wurde sie von den Schenken von Limpurg, einer

Adelsfamilie, die unter anderem bei Königs- und Kaiserkrönungen

als Erzschenken auftraten und zum engen Umfeld

des Königs von Böhmen gehörte.

Aufgrund ihrer damit verbundenen Macht beanspruchten

die Schenken ab der Erbauung der Burg um 1230 die

Stadtherrschaft für sich. Erst ein Schiedsspruch des deutschen

Königs Rudolf von Habsburg entschied zu Gunsten

Halls, das sich von nun an Reichsstadt nennen durfte. Wer

heute an der Spornspitze der weitläufigen Ruine steht,

dem wird klar, welche Gefahr die einst stattliche Festung

auch danach noch aufgrund ihrer dominanten Lage und

ihrer Erweiterung im Laufe der Jahre für die Haller Bevölkerung

ausstrahlte.

Obwohl die Stadt für den Betrieb ihrer Salinen auf das Holz

aus den Wäldern der Schenken angewiesen war, kam es

immer wieder zu – teils sogar militärischen – Konflikten,

auf deren Höhepunkt die Haller das Limpurger Tor, den

Hauptzugang der Schenkenfamilie zur Stadt, zumauerten.

All das kann heute nur noch erahnt werden. 1541 verkauften

die Schenken die Limpurg an die Stadt Schwäbisch

Hall. Die ließ die Festung aufgrund ihres maroden Zustands

abreißen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden

die Überreste ausgegraben und einzelne Teile der

Burg wiederhergestellt, die man heute, wie auch zahlreiche

unterirdische Gänge, besichtigen kann. Wenn man um

die Geschichte dieses Orts weiß, geschieht das noch einmal

mit ganz anderen Augen.

Michael Bächle

38 2017


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Radfahrer kommen in Crailsheim voll

auf ihre Kosten. Fotos: Stadt Crailsheim

Aktiver Genuss und

traditionsreiche Moderne

Shoppen, Radfahren, Entspannen, Genießen – Crailsheim bietet seinen

Gästen einfach alles, was eine Stadt braucht.

Egal, ob mit dem Auto, dem Zug oder natürlich

dem Fahrrad – viele Wege führen

nach Crailsheim. Besonders beliebt ist der

Kocher-Jagst-Radweg, der sich über 332

Kilometer entlang der Zwillingsflüsse

Kocher und Jagst schlängelt. Einen der

schönsten Abschnitte finden Radler im

Jagsttal rund um Crailsheim.

Gelungene Symbiose Als größte Stadt

an der Jagst vereint Crailsheim Tradition

und Moderne. Innovative Unternehmen

bieten vielfältige Arbeitsplätze. Gleichzeitig

wird traditionelles Brauchtum großgeschrieben

und aktiv gelebt. So lockt etwa

Kleine Boutique oder lieber traditionelles

Bekleidungsgeschäft? In Crailsheim

haben Gäste die Wahl. Foto: Stadt Crailsheim

das Fränkische Volksfest, das zweitgrößte

Volksfest in Baden-Württemberg, jedes

Jahr im September über 400 000 Besucher

an. Das Jubiläumsjahr der Reformation

steht auch in der „Europäischen Reformationsstadt“

Crailsheim im Fokus. Vielfältige

Veranstaltungen sowie der neue Reformationsweg

zeigen die Bedeutung der

kirchlichen Bewegung für die Stadt, die zu

den am frühesten protestantisch geprägten

Städten in Süddeutschland zählt.

Entspannte Atmosphäre Wer etwas

Ruhe sucht, kann sich im Stadtmuseum im

ehemaligen Spital kulturell inspirieren lassen

oder in der Saunalandschaft Parc Vital

entspannen. Zahlreiche Cafés und Eisdielen

in der Innenstadt laden zu einer Tasse

Kaffee oder Tee in der Sonne ein, bevor die

Innenstadt mit ihren vielfältigen Einkaufserlebnissen

lockt.

Nach einem erfolgreichen Shopping-Erlebnis

bieten die Crailsheimer Gastronomen

regionale und internationale Köstlichkeiten.

Wer dann zu müde für den Heimweg

ist, findet in einer der zahlreichen Unterkünfte

in der Stadt sicher noch ein Bett.

Der Weg nach Crailsheim lohnt sich für jeden

Besucher.

„Crailsheim bietet alles, was

eine Stadt braucht und kann

Gäste mit Lebensqualität,

Charakter und dem Charme

einer modernen Stadt überzeugen.“

Rudolf Michl,

Oberbürgermeister

Stadtverwaltung Crailsheim

Marktplatz 1 – 2

74564 Crailsheim

Tel. 07951 / 4030

Fax 07951 / 4031400

www.crailsheim.de

Anfahrt: A6 Nürnberg – Heilbronn,

Ausfahrt Satteldorf

2017

39


DIE UNGEWÖHNLICHSTEN SEHENSWÜRDIGKEITEN

Die Epitaphien, die in die Chorwand eingelassen sind, erinnern an die Herren von Bebenburg. Foto: Lydia-Kathrin Hilpert

DIE MAUER, DIE

GESCHICHTE ERZÄHLT

Die Anhäuser Mauer ist eine der wohl beeindruckendsten

Sehenswürdigkeiten in ganz Hohenlohe. Auf einem freien

Feld ragt sie fast 20 Meter in die Höhe. Sie ist Teil einer alten

Klosteranlage, von der sonst aber nichts mehr erhalten ist.

Einsam steht sie da. Ganz alleine

auf weiter Flur. 18 Meter ragt sie

in den Himmel. Ganze zehn Meter

misst sie in der Breite. Die Rede ist

von der Anhäuser Mauer – wohl eine

der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten

in ganz Hohenlohe. Wo im 14.

Jahrhundert eine Klosteranlage stand,

ist heute nur noch der letzte oberirdische

Rest davon zu sehen. Und zwar

in Form einer einzelnen Mauer, die

verlassen inmitten eines Ackers in der

Nähe der Gemeinde Satteldorf steht.

Es ist die nördliche Seitenwand des

hochgotischen Chores eines ehemaligen

Pauliner-Eremitenklosters. Es

muss ein beeindruckendes Bauwerk

gewesen sein – davon zeugt selbst

der letzte verbliebene Rest.

An der Innenseite der Chorwand

sind sogenannte Epitaphien, eine Art

Grabdenkmäler, zu sehen. Sie erinnern

an fünf Herren von Bebenburg,

eine fränkische Reichsministerialenfamilie:

an Lupold, Engelhardt, Wil-

40 2017


helm den Älteren, Wilhelm den Jüngeren

und Georg. Sie waren einst die

weltlichen Schutzherren des Klosters.

AUFSTAND DER BAUERN

Das Kloster hat eine bewegte Geschichte.

1344 entsteht in Anhausen

eine Marienkapelle. 1357 lässt Lupold

von Bebenburg diese Kapelle größer

ausbauen. Das Kloster Anhausen

wird im Jahr 1403 gegründet. Im Bauernkrieg,

der in den 1520er Jahren

auch in Hohenlohe tobt, stürmen wütende

Bauern das Kloster. Sie plündern

es, brennen es nieder, schlagen

die Mönche in die Flucht – diese retten

sich in den Wald. Im Heimatbuch

wird dazu aus einer Chronik Schwäbisch

Halls zitiert: „Am Vorabend

Philippi und Jakobi plünderten die

Crailsheimischen Bauern das Kloster

Anhausen, zogen den See auf, nahmen

die Fische daraus, fraßen sie

und verwüsteten alles.“ Im Jahr 1557

verlässt der letzte Mönch das Kloster;

dieses wird aufgehoben. Für die

nächsten 150 Jahre wird Anhausen

als Bauernhof genutzt. Im Jahr 1700

werden die Klostergüter verkauft,

das Klostergebäude wird schließlich

abgerissen. Noch zu Anfang des 19.

Jahrhunderts steht ein großer Teil

der schönen Kirche. Doch ihre Steine

sind begehrt. Niemand schützt die

ehemalige Klosteranlage. Die Ruine

verfällt zum Steinbruch. Bauern aus

der Umgebung bedienen sich. Auch

im Schloss in Kirchberg sollen Steine

aus Anhausen verbaut worden sein.

Erst im Jahr 1925 wird das, was

von der Klosterkirche übrig ist, unter

Denkmalschutz gestellt, rund 70

Jahre später saniert. Und so ragt bei

Satteldorf ein einsames Stück Geschichte

gen Himmel und prägt die

Landschaft. Lydia-Kathrin Hilpert

Die Anhäuser Mauser von Weitem: Heute

stehen die Überbleibsel unter Denkmalschutz.

Foto: Lydia-Kathrin Hilpert

Bio-Heumilchkäse aus Hohenlohe!

In unserer Dorfkäserei in Geifertshofen verarbeiten wir

nach traditioneller Handwerkskunst unsere Heumilch

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Diese erhalten Sie im Dorfladen Geifertshofen

direkt an der Dorfkäserei. Wenn Sie Glück

haben und gerade gekäst wird, können

Sie von der Balustrade aus direkt

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2017

41


AUSFLUGSZIELE FÜR DIE FAMILIE

Schon mal einen Vogelstrauß gefüttert?

Nein? Dann wird es Zeit. In

Hohenlohe ist das kein Problem.

Foto: H+S Tourismus/Michael Schultz


FAMILIE IM FOKUS

Hohenlohe – nur was für radfahrende Senioren? Nichts

da! Auch Kinder und Jugendliche kommen hier voll auf

ihre Kosten – ein Landstrich für die ganze Familie eben.


AUSFLUGSZIELE FÜR DIE FAMILIE

Der Blick hinter die Kulissen lohnt sich – schier unzählige Marionetten hängen hier. Foto: Annika Wieland

EIN ZUHAUSE FÜR

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Mehr Informationen

finden Sie in der Broschüre

„Kinder erleben Hohenlohe

und Schwäbisch Hall

Kinder erleben

Freizeittipps

für die

ganze Familie

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Hohenlohe + Schwäbisch Hall

2016 – 2017

In Gerhards Marionettentheater in Schwäbisch Hall machen

die Zuschauer einen Ausflug in die Welt der Fabeln. Es ist das

Richtige für eine Entschleunigung von Groß und Klein.

Mäuse, Hexen und andere Marionetten

hängen hinter dem

Vorhang leblos in den Seilen.

Volle Konzentration herrscht bei den

Puppenspielern – in wenigen Minuten

geht es los. Vor der Bühne sprüht

das Leben: Kinder wuseln aufgeregt

umher und können kaum still auf den

Sesseln sitzen. Die ersten Reihen sind

bereits besetzt. Gespannt blicken die

Kleinen immer wieder Richtung Bühne

– aber es tut sich noch nichts. Außer

der Bühne mit dem dicken Vorhang

sieht man nichts. Der Saal füllt sich

weiter. Nun sind fast alle der 172 Sitzplätze

besetzt. Die ebenholzfarbenen

Balken und die dunkelroten Wände

entführen die Zuschauer in eine andere

Welt. Weit ab vom Alltagsstress.

Dann öffnet sich der Vorhang und

gibt die Bühne frei: Alle Augen blicken

auf den Schauplatz, der umgeben

ist von Dunkelheit. Strahlende

Farben und ein Trommelschlag eröffnen

das Stück „Die kleine Hexe“

von Otfried Preußler. In Szene eins zu

sehen: Die kleine Hexe und ihr Rabe

Abraxas in ihrem windschiefen Häuschen

mit krummem Schornstein. Unbedingt

will die erst 127 Jahre junge

44 2017


Hexe bei der Walpurgisnacht mitfliegen.

Die Geschichte ist wie geschaffen

für das Marionettentheater – fliegende

und schwebende Fabelwesen,

wohin die Zuschauer auch blicken.

Die Figurengestaltung orientiert sich

an den Kinderbuchillustrationen. Die

Musik bietet von modern bis klassisch

alles. Im Tonstudio wurden

die Dialoge von den Puppenspielern

aufgenommen. Im Jahr werden etwa

zehn bis zwölf Stücke in Gerhards

Marionettentheater gezeigt. Weit

über 700 verschiedene Figuren sind

im Fundus des Theaters, ein großer

Teil davon ist mottensicher eingelagert.

Die Puppen sind in Handarbeit

in der eigenen Werkstatt entstanden.

Die Herstellung aller Puppen für eine

Inszenierung dauert etwa eineinhalb

Jahre. Jede Puppenfigur hat ihre eigene

Rolle. Im Laufe der Jahrzehnte

haben sich Form und Farbe der Marionetten

verändert: Auf das Wesentliche

reduziert sind die Figurenköpfe

aus den siebziger Jahren. Beinah wie

Karikaturen sehen dagegen andere

Puppen aus – jede Eigenschaft ist

übertrieben dargestellt. Allen gemeinsam

ist der überdimensionierte

Kopf. Karin Birkhold-Gerhards, 1. Vorsitzende

des Freundeskreis Gerhards

Marionettentheater, erklärt: „Das ist

bewusst so gewählt.“ So werde klar,

dass es eine Puppenfigur ist.

Nach jeder Vorstellung bietet sich

die Möglichkeit, hinter die Bühne

zu blicken. Alle sind neugierig und

möchten diese Gelegenheit nutzen.

Unzählige Figuren hängen dort: eine

Mäusegruppe, verschiedene Hexen

sowie die kleine Hexe. Zu viert hat

das Team um Birkhold-Gerhards die

rund 25 Marionetten gespielt – zusätzlich

dazu hat ein Mitarbeiter die

Lichttechnik bedient. Sie erklärt:

„Puppenspielen ist wie eine Choreographie

und alle Wege sind festgelegt.“

Die Zusammenarbeit beim

Spielen sei sehr wichtig. Seit fast

40 Jahren macht sie das: „Es macht

mir noch immer viel Spaß, ich mag

die vielfältige Darstellung von den

Charakteren.“ Bis ein Stück auf die

Bühne kommt, vergehen Wochen.

Der Tonschnitt muss genau passen,

die Pausen exakt eingehalten werden.

„Es ist eine ständig ineinander

verzahnte Arbeit im Vorfeld und bei

der Aufführung“, macht die Puppenspielerin

deutlich. Etwa zweimal die

Woche finden Vorführungen statt.

Das Repertoire reicht von Kinderklassikern

bis zu Erwachsenenstücken

wie Goethes Faust. „Umso bekannter

die Geschichten sind, desto mehr Publikum

haben wir“, erklärt sie. Auch

für Erwachsene und Senioren können

Marionettentheaterbesuche entspannend

sein. Es ist genau das Richtige

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Scheune ganzjährig möglich

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Telefon: 07941/6 15 68 - Internet: www.camping-seewiese.de

Haben auch Plan B

bei schlechtem Wetter!

Bobachshof 11

74653 Ingelfingen

2017

45


AUSFLUGSZIELE FÜR DIE FAMILIE

MIT STRAUSSEN UND

LAMAS AUF TUCHFÜHLUNG

Ganz idyllisch und etwas versteckt liegt die Jagsttalranch von Martin

und Heidrun Bauer in Großforst in Gerabronn. Manche Radfahrer

oder Wanderer entdecken ihre exotischen Tiere schon von Weitem.

Denn die Strauße, Lamas und Angusrinder sind kaum zu übersehen.

Wer auf den Hof der Bauers in Gerabronn kommt,

kann sofort erkennen, dass die Jagsttalranch mit

viel Liebe betrieben wird. Kleine Details, liebevolle

Dekorationen und freundliche Gastgeber sorgen dafür,

dass man sich auf Anhieb willkommen fühlt.

Martin Bauer hat einst den landwirtschaftlichen Betrieb

seines Vaters übernommen. Er verdiente seinen Lebensunterhalt

mit Ferkeln. „Wir wollten anders sein als die

anderen“, erklärt Heidrun Bauer, die hauptberuflich Konditorin

ist. Die Ferkel haben sie nach einem Stallbrand aufgegeben.

Die Angusrinder haben sie übernommen.

Es war 1993, als die Strauße in der Landwirtschaft immer

beliebter wurden. Als dann einst Küken bei einem Hof in

30 Lamas leben heute auf der Jagsttalranch. Hier fühlen sich die

Tiere richtig wohl. Foto: Anja Gladisch

Münster ausgeschrieben waren, sind die Bauers hingefahren.

„Wir haben sie gesehen und dann war es Liebe

auf den ersten Blick“, erinnert sich Heidrun Bauer. Zehn

Küken haben sie kurze Zeit später nach Gerabronn geholt.

Später haben sie noch Eier gekauft und sie in einem

Brutkasten ausgebrütet, die Küken weiter verkauft. Mittlerweile

züchten die Bauers die Strauße nicht mehr. Die

elf Vögel, die noch auf ihrem Hof leben, verbringen nun

einfach ein schönes Leben auf der Jagsttalranch. Da Strauße

bis zu 70 Jahre alt werden können, sind sie auch noch

lange im Jagsttal zuhause.

1996 hat das Ehepaar Lamas dazu geholt. Sie wurden

ihnen von einem Händler angeboten. Die Tiere können

wunderbar für die Landschaftspflege eingesetzt werden.

Mittlerweile leben 30 Lamas auf der Jagsttalranch. Dazu

kommen 60 Angusrinder, Gänse, ein Hund und eine Katze.

Dass es den Tieren gut geht, ist der Familie besonders

wichtig. Sie stehen den Sommer über auf den großzügigen

Weiden – gemeinsam: Lama mit Rind, Rind mit Strauß: Alles

kein Thema bei Familie Bauer. „Die sind gut erzogen.“

Neben den Tieren betreibt die Familie in ihrer Freizeit

noch ein Hofcafé. Die Theke ist selbst gebaut, die Lampenschirme

sind kleine Kaffeetassen und die Blumengestecke

auf den Tischen erstrahlen in den Farben der Natur. Jeden

Sonntagnachmittag gibt es hier Kaffee und Waffeln

vom Straußenei mit Eis. Jeden zweiten Samstag gibt es

einen Cocktailabend in der alten, urigen Scheune. Dazu

gibt es eine Hofführung und jede Menge Infos über die

exotischen Tiere im Jagsttal. Der Familienbetrieb freue

sich über jedes „zufriedene Lächeln eines Gastes“. Wer

auf den Geschmack gekommen ist, kann Wurst vom Angusrind

und vom Lama, Nudeln vom Straußenei und auch

Rindfleisch kaufen. „Was es bei uns umsonst gibt, ist das

idyllische Jagsttal.“

Anja Gladisch

46 2017


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Mit Karacho geht es in

Tripsdrill in luftige Höhen.

Tripsdrill – der Erlebnispark

für Groß und Klein

Unweit von Stuttgart liegt der Erlebnispark Tripsdrill, der zum zweiten

Mal als „Europe`s Best Theme Park“ den European Star Award erhielt.

Über 100 Attraktionen, das Wildparadies

und das Natur-Resort begeistern im Erlebnispark

alle Generationen. Das Angebot

reicht von schnellen Achterbahnen über

wilde Wasserfahrten bis hin zu Abenteuern

für Familien und die Kleinsten. Das rasante

Highlight ist die Katapult-Achterbahn

„Karacho“ mit einer Beschleunigung

auf 100 Stundenkilometer in nur 1,6 Sekunden.

Im Wartebereich präsentiert Erfinder

Karle Kolbenfresser seine kuriosen Ideen.

Direkt bei der Karacho befindet sich das im

Stil eines alten Fabrikgebäudes neuerbaute

Themenrestaurant. Auf diesem Platz gibt

es auch die neue Familienattraktion „Heißer

Ofen“, bei der große und kleine Motorradfahrer

in die Steilkurve heizen können.

Bei jedem Wetter gut aufgehoben ist man

im Indoor-Spielebereich „Gaudi-Viertel“.

Tierisch gut Im Eintritt für den Erlebnispark

ist auch das Wildparadies enthalten.

Hier kann man rund 40 verschiedene

Tierarten erleben, die moderierte Fütterung

von Wolf, Luchs, Bär und Co. sowie die

Flugvorführungen in der Falknerei verfolgen

(täglich, außer freitags). Wer nach dem

Ausflug nicht nach Hause möchte, kann in

den Schäferwagen oder den Baumhäusern

im Natur-Resort übernachten. Die Baumhäuser

sind ganzjährig täglich buchbar.

Erlebnispark Tripsdrill

74389 Cleebronn

Tel. 0 71 35 / 99 99

www.tripsdrill.de

info@tripsdrill.de

Anfahrt:

A 81 Heilbronn – Stuttgart,

Ausfahrt Mundelsheim

4000 kostenlose Parkplätze

Das ganze Jahr Für alle, die noch öfter

Spaß und Abwechslung wollen, empfiehlt

sich der Tripsdriller Jahres-Pass, der sich bereits

nach dem dritten Besuch lohnt und

volle zwölf Monate gilt.

Die gemütlichen Baumhäuser mit Hotelkomfort

laden zu einer Nacht zwischen

Bäumen ein. Fotos: Tripsdrill

Highlights 2017 geht es dann mit einer

neuen interaktiven Attraktion für die

Größeren hoch hinaus. Veranstaltungshöhepunkt

sind die Pyro Games am 5. August:

Passend zur Musik kreieren Feuerwerksprofis

tausende Effekte und zaubern

funkelnde Sterne in den Himmel.

2017

47


AUSFLUGSZIELE FÜR DIE FAMILIE

WO DER

WOLF HEULT

Im Wildpark in Bad Mergentheim kann

man Tiere hautnah erleben. Das ist ein

spannendes Erlebnis für Jung und Alt.

Als Kind war der jährliche Ausflug in den Wildpark Bad

Mergentheim eines der Jahreshighlights für mich.

An der Vorfreude hat sich bis heute nichts geändert.

Jahrzehnte später bin ich immer noch regelmäßig dort. Schon

der Weg zum Park macht Spaß. Über begehbare Holzstämme

marschieren wir los. Am Eingang dann schnell die Tickets

gekauft und ganz wichtig: Päckchen mit Mais für die Fütterung

der Tiere. Täglich werden zwei Führungen angeboten,

die zweite um 13.30 Uhr. Wir sind schon eine halbe Stunde

früher da und entschließen uns, dem Rundweg zu folgen. Da

die Tiere die Zeiten der Führungen verinnerlicht haben, sind

die meisten von ihnen bereits in der Nähe des Weges zugegen.

Die Braunbären marschieren auf und ab. Sie warten

auf ihre Leckereien. Auch der Fischotter dreht seine Runden

im Teich. Interessant für Groß und Klein sind die Infotafeln.

Hinter Klappen sind die Antworten auf zahlreiche Fragen zu

den Tieren aufbereitet. Wer im Frühsommer dort ist, hat das

Glück, einige Tierbabys zu sehen. So hat die Elchkuh bei unserem

Besuch Zwillinge geboren, mit denen sie in sicherer

Entfernung durchs Gehege schreitet.

Und dann kommt er, mein absoluter Lieblingsort, das

Wolfsgehege. Als wir ankommen, schauen gerade drei

Wölfe über den Erdwall, der die Freifläche vom dahinterliegenden

Wald trennt. Mittlerweile hat die Gruppenführung

uns erreicht. Die Tierpfleger erscheinen im Gehege

mit Eimern voller Fleisch. Auf ihr Rufen kommt das Wolfsrudel

herbeigelaufen. Und mit ihm einige Wolfswelpen.

Spätestens jetzt wird mein Begleiter nochmal auf der Besucherbank

geparkt, auf der er bereits eine halbe Stunde

ausgeharrt hat. Die kleinen Wölfe fressen mit den erwachsenen

Tieren und bleiben anschließend noch eine ganze

Zeit, um miteinander zu spielen. Faszinierende Szenen

der Kommunikation im Familienverband zeigen sich. Ich

könnte stundenlang am Geländer stehen und zuschauen.

Doch wir ziehen weiter in Richtung Spielbauernhof

mit Streichelzoo. Hier warten die frechen Ziegen auf das

Körnerfutter. Eine Show mit Haustieren fasziniert vor allem

Kinder. Heimische Rinder- und Schweinerassen sowie

Schafe säumen anschließend unseren Weg, letztere sehr

48 2017


Wildpark Bad Mergentheim

Mehr Infos gibt‘s im Internet unter

www.wildtierpark.de

Mit den Tieren auf Tuchfühlung: Im Wildpark Bad Mergentheim ist das kein Problem.

Fotos: Wildpark Bad Mergentheim

interessiert an unseren Futterpäckchen. Bald erreichen

wir den Bau der Flughunde in der Form eines Iglus. Durch

eine Doppeltür geht es ins feucht-stickige und dunkle

Innere. Sogleich rauscht ein Flughund direkt an meinem

Kopf vorbei. Sehr cool. Wer nicht so nervenstark ist, kann

auch außen vorbei gehen. Weitere Tiere begegnen uns,

teilweise hautnah, bis wir wieder an der Koboldburg, einer

riesigen Kinderspielburg, ankommen. Hier kann man

Bollerwägen ausleihen, um Kind und Gepäck durch den

Park zu schieben. Leider ist der Rundgang schon zu Ende.

Aber der nächste Besuch kommt bestimmt. Der Freizeitpark

Bad Mergentheim ist ein Erlebnis für jede Generation

mit erfreulichen Eintrittspreisen, einem schönen Rundweg

und vielen tollen tierischen Begegnungen. Silke Rüdinger

www.psag.eu

Tiere sehen

und erleben

• über 70 Tierarten

• Europas größtes Wolfsrudel

• Streichelzoo, Biergärten uvm.

• Übernachtungen

• Feier und Tagen im Wildpark

• Ferienprogramm für Kinder

• 2000 m 2 Spielfläche in der Koboldburg

• Genießerabende und Veranstaltungen

• Waldschuldheim und -kindergarten

• Sommerfest und Weihnachtsmarkt

Genießen Sie auch die

besondere herbst- und

winterliche Atmosphäre

in unserem Park!

Saisonale Öffnungszeiten und viel mehr Informationen

finden sie unter www.wildtierpark.de

2017

49


AUSFLUGSZIELE FÜR DIE FAMILIE

HOCH HINAUS

MIT DER GANZEN FAMILIE

Heute wage ich den Selbstversuch in den Seilen: Auf nach

Langenburg zum Waldkletterpark: Klettern ist spannend, macht

viel Spaß und kostet am Anfang ganz schön Überwindung.

Montagmorgen, 11 Uhr. Mein

Auto habe ich oben auf

dem Schlossparkplatz abgestellt.

Ich spüre, wie mein Herz

schneller schlägt. Nur wenige

Gehminuten entfernt liegt inmitten

von Baumriesen der

Waldkletterpark Hohenlohe.

Hier bin ich also: in

bequemer Kleidung und

Sportschuhen.

Gut gesichert mit Helm und

Gurt geht‘s los: Der

Selbstversuch beginnt.

Foto: privat

Ausgerüstet mit Helm und Gurt geht

es nach Gurteinweisung und Absolvieren

des Einführungsparcours los.

Insgesamt gibt es acht Parcours in

den Schwierigkeitsklassen leicht,

mittel und schwer. Angst habe ich

nicht wirklich, eher Respekt. Eine

Stufe nach der anderen erklimme ich

die Leiter. Es kostet Überwindung,

hochzuklettern und den Seilen, der

Sicherung und sich selbst zu vertrauen.

Auf der ersten Plattform angekommen,

genieße ich die Aussicht.

Ich habe festen Boden unter den Füßen.

Überall das Grün der Blätter und

die riesigen Baumkronen. Senad Gastan,

Geschäftsführer des Waldkletterparks,

erzählt: „13 000 bis 14 000 Kletterer

kommen zwischen der Woche

vor Ostern und den Herbstferien zu

uns. Weil wir etwa 100 Gurte zur Verfügung

haben, ist eine telefonische

Anmeldung auf jeden Fall besser.“

Der 34-jährige Sporttherapeut und

Erlebnispädagoge klettert zusammen

mit mir den Parcours „Römerschlag“.

Währenddessen hält er meine Kletterkünste

mit der Kamera fest.

50 2017


Meine Knie zittern bei der ein oder anderen

Übung: etwa als ich über ein Seil

balancieren soll. Sicher auf den Brettern

der Plattform angelangt, informiere

ich mich bei Gastan, in welcher

Höhe wir uns befinden. „In acht bis

neun Meter sind wir schon“, antwortet

er. Und als ich über den Rand der

Holzplattform hinausschaue, kribbelt

es im Bauch und ich bin froh, dass

die Seilsicherung mich hält. Aber ich

genieße den Ausblick, der sich zeigt:

Laubbäume, soweit das Auge sehen

kann, und viele weitere Seile, die

darauf warten, erklommen zu werden.

Ein laues Lüftchen weht durch

den Wald und die Blätter rauschen.

Und immer wieder das Surren der

Drahtseile, an denen sich jemand zur

nächsten Plattform schwingt. Freudenschreie

unterbrechen die Stille.

Vor uns klettert eine Mutter mit ihren

zwei Kindern. Max, der Junge ist

etwa acht Jahre alt, ist ein bisschen

verängstigt als er über freihängende

Holzplatten klettern soll. Seine ältere

Schwester motiviert ihn und ruft:

„Maxi, das schaffst du.“

„Gerade Kinder haben wenig Angst

beim Klettern“, erklärt Gastan, „Es

sind eher die Eltern, die etwas ängst-

lich sind und auf die Kleinen abfärben.“

Der älteste Kletterer hier war

rund 80 Jahre alt, die jüngste sechs.

1,20 Meter müssen die Kinder groß

sein und ab elf Jahren dürfen sie ohne

Begleitperson klettern, allerdings mit

Einverständniserklärung der Eltern.

Etwa zwölf bis 16 Sicherheitstrainer

nehmen vor Kletterbeginn die Registrierung

vor, geben Einweisungen

und legen die Gurte an. Inzwischen

sind wir bei der letzten Übung und

ich freue mich, mich ins Stahlseil einzuhängen

und Richtung Boden zu düsen.

In die Hocke gehen, abspringen

und Füße in die Luft strecken. Unten

angekommen, fühlt es sich merkwürdig

an, sich nicht abzusichern. Zur

Entspannung gehe ich auf die Panoramaterrasse

und genieße die Umgebung.

Von unten sieht das viel einfacher

aus. Am Ende meines Ausflugs

freue ich mich, dass ich meine Furcht

überwunden habe. Und stolz bin ich

auch auf mich. Annika Wieland

Waldkletterpark Hohenlohe

Alles rund ums Klettern finden Sie unter

www.waldkletterpark-hohenlohe.de

Acht Parcours gibt es im Waldkletterpark

Hohenlohe. Foto: privat

Betrieb in Umstellung

auf Demeter

Idealer Ausflugspunkt für Ihre Wanderungen

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Naturparkführer Fritz Jäger. Individuell geführt vom „Frühstück“ bis zum „Vesper“

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Bitte beachten Sie weitere Termine

und Öffnungszeiten auf unserer Homepage.

Familie Jäger • Uhlbach 1 • Sulzbach-Laufen • Tel. 07976 213 • www.uhlbachhof.de


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN


Der Kocher-Jagst-Radweg führt durch die

Altstadt von Schwäbisch Hall.

Foto: Arbeitsgemeinschaft Kocher-Jagst-Radweg/Jan Bürgermeister

SPORTSCHUHE AN –

ES LOHNT SICH

Mit seinen sanften Hügeln und Tälern ist Hohenlohe wie

geschaffen für einen Aktivurlaub. Vor allem Radfahrer und

Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten. So lernt man die

Spitze Baden-Württembergs von einer neuen Seite kennen.


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

Schloss Kirchberg ist einer der Höhepunkte auf dem Kocher-Jagst-Radweg. Foto: Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus e. V./Michael Schultz

AM ZWILLING ENTLANG

Der Kocher-Jagst-Radweg ist ein ausgezeichneter Radweg –

im übertragenen wie auch im wörtlichen Sinne. Das bestätigt

auch Kathleen Lumma, Landesgeschäftsführerin

vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V. (ADFC).

Frau Lumma, der Kocher-Jagst-Radweg

wird von Radlern gerne genutzt. Was

macht die Strecke so besonders?

Lumma: Die Besonderheit des Radwegs

ist, dass man an Zwillings-Flüssen

unterwegs ist – also zwei Flüssen,

deren Quelle und Mündung nahezu

identisch sind und so einen tollen

Rundkurs für Radreisende ergeben,

der durch die schöne Landschaft und

historischen Städte im Nordosten Baden-Württembergs

führt.

Der Radweg wurde vom ADFC mit vier

von fünf möglichen Sternen ausgezeichnet.

Was sind die Kriterien, die ein Radweg

erfüllen muss, um prämiert zu werden?

Lumma: Bei der Bewertung zur ADFC-

Qualitätsradroute werden insgesamt

acht Kriterien überprüft. Dazu gehören

die Breite und Oberfläche der

Wege, die Wegweisung, die Sicherheit

der Strecken und die Routenführung,

die kilometergenau erfasst

und bewertet werden. Aber auch das

Vorhandensein von touristischer Infrastruktur

wie Rastplätze, Abstellanlagen

et cetera und die Vermarktung

der Route sowie die Anbindung der

Strecke an den öffentlichen Verkehr

werden bewertet. Diese Kriterien

gehen mit unterschiedlicher Gewichtung

in die Gesamtbewertung ein.

Die Sterne, die für die ausgezeichneten

Radrouten vergeben werden,

spiegeln also den objektiven Qualitätsdurchschnitt

der Route wider.

54 2017


Inwiefern erfüllt der Kocher-Jagst-Radweg

diese Anforderungen?

Lumma: Der Kocher-Jagst-Radweg

erreicht in fast allen Bewertungskategorien

vier Sterne und hat sich damit

diese insgesamt redlich verdient.

Lediglich die Routenführung und die

Anbindung an den öffentlichen Verkehr

wurden „nur“ mit drei Sternen

bewertet. Dafür ist aber die Wegweisung

mit fünf Sternen besonders gut.

Was fehlt denn zum fünften Stern?

Lumma: Für fünf Sterne muss wirklich

alles passen. Um dieses Qualitätssiegel

zu erhalten, muss eine Radroute

mindestens 91 Prozent der zu

vergebenden Punkte erreichen. Dafür

muss man in fast allen Bewertungskategorien

Bestnoten bekommen und

zwar möglichst über den gesamten

Streckenverlauf einer Radroute. Für

fünf Sterne werden nur wenige Abweichungen

vom Idealzustand eines

touristischen Radwegs akzeptiert.

Gibt es einen besonderen Service, der entlang

des Radwegs geboten wird?

Lumma: Es gibt Radservice-Stationen.

Für kleine Pannen oder platte

Reifen sind die Gastgeber am Kocher-Jagst-Radweg

ebenso gerüstet

wie für einen Zwischenstopp zum

Energie tanken für Mensch und Rad.

Was sollte man am Kocher-Jagst-Radweg

auf jeden Fall unternehmen?

Lumma: Man darf sich auf keinen

Fall die historischen Altstädte von

Aalen und Schwäbisch Hall entgehen

lassen. Auch das UNESCO-

Weltkulturerbe Limes und die Kaiserpfalz

in Bad Wimpfen sollten auf dem

Programm stehen. Interview: lyk


In Hohenlohe schätze ich

besonders die reichhaltige

Auswahl an regionalen

Produkten für die Küche.

Ich habe auch einen

eigenen Garten. Und kaufe

gerne Produkte von hier,

denn mir ist Nachhaltigkeit

sehr wichtig.

Claudia Herbst (51)

aus Michelfeld


DIE MITTE

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2017

55


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

ALLE JAHRE

WIEDER

Der Kocher-Jagst-Radweg

gehört zu den schönsten

Strecken Baden-Württembergs.

Kein Wunder, dass begeisterte

Radler diese Strecke

mehrmals radeln.

Ein Päuschen muss auch für erfahrene Kocher-Jagst-Radler einmal drin sein: Brigitte

Probst und Rainer Frenzel fahren hier regelmäßig. Foto: Sonja Alexa Schmitz

Brigitte Probst und Rainer Frenzel

wohnen in Döttingen, einem kleinen

Ort am Kocher, der zu Braunsbach

gehört. Der Kocher-Jagst-Radweg

führt mitten hindurch. Die beiden fahren

oft kleine Abschnitte die Route

entlang. So oft, dass sie die Schönheit

der Gegend beinah nicht mehr wahrnehmen.

„Betriebsblind“, nennen sie

es. Aber auch „wunderschön“ in dieser

Landschaft, Hohenlohe, für die sie

immer wieder schwärmen. Oft haben

sie Gäste aus München oder aus den

Niederlanden. Mit ihren Freunden aus

München sind sie den kompletten

Kocher-Jagst-Radweg gefahren. Drei

Tage haben sie sich gesetzt für die 332

Kilometer. Das fanden sie genau richtig,

von morgens bis abends fahren,

aber doch Zeit genug, um Pausen zu

machen – ein Picknick auf einer Wiese

oder irgendwo einkehren. Sie erinnern

sich gut und gerne an die schönen

Halteplätze. Besonders schön sei

es in Bächlingen in der Mosesmühle

gewesen, wo sie lange auf der Wiese

des Café-Restaurants gesessen ha-

Ab Sommer 2017 neu: Außenterasse

Ab Sommer 2017 neu: Außenterrasse

56 2017


en und die Füße in die Jagst haben

baumeln lassen. Die Pause brauchten

sie auch, denn danach kam die Burgruine

Leofels. Burgen liegen meist

hoch oben, so auch diese. Auch bei

Kirchberg muss man kräftig strampeln,

um die Steigung zu meistern.

Gerne denken sie auch an die Rast in

Neudenau.

Überraschend tauchte der wunderschöne

Marktplatz auf, sie bestaunten

die außergewöhnliche Architektur

und spritzten sich gegenseitig am

Brunnen nass. „Das finde ich besonders

schön, dass man Orte entdeckt,

in die man sonst nie gekommen

wäre“, sagt sie. Dazu zählen auch

Lokalitäten – wie das Gasthaus in

Schöntal, wo sie nicht nur gut gegessen,

sondern auch übernachtet haben.

Und gefreut haben sie sich über

ihre Unterkunft in Ellwangen, das

Hotel Königin Olga, wo ein schöner

Die Route des Kocher-Jagst-Radwegs

führt an vielen Kleinoden vorbei.

Foto: Sonja Alexa Schmitz

Biergarten dazu gehörte. Gar nicht

weit von Zuhause weg, in Schwäbisch

Hall, machten sie letzte Rast

im Anlagencafé, gleich am Radweg

gelegen. Als alle schon schlapp machen

wollten, holte sie ein Eiskaffee

wieder auf die Beine. Angekommen

in Döttingen, haben sie die Räder in

die Wiese geworfen, den Helm runter

gezogen und sind in voller Montur in

den Kocher gegangen.

Sie loben die gute Ausschilderung

und finden, dass er seine vier Sterne

verdient hat. Besonders schön sei

der Teil an der Jagst entlang, weil

die Landschaft noch ein bisschen

lieblicher sei, als im Kochertal. Das

Jagsttal ist tief eingeschnitten mit

Steilhängen und engen Flussschleifen,

besonders rund um Unterregenbach

und den vielen anderen kleinen

Ortschaften sollte die Tour am Besten

niemals enden. Sonja Alexa Schmitz

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2017

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HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

EIN GROSSES

HERZ FÜR RADLER

Das Hotel Sölch liegt auf einer leichten Anhöhe in Schwäbisch

Hall, nicht weit entfernt vom Kocher-Jagst-Radweg. Viele

Radler übernachten dort auf ihrer Tour.

Meistens rufen sie – die Radfahrer

– von Gaildorf aus an,

wenn sie ein Päusle machen,

und fragen nach einem Zimmer. „In

einer Stunde sind wir da“, sagen sie.

Dann gucken sich Pia und Martin Sölch

an und denken: „Also in zwei Stunden.“

Kommen die Radurlauber dann

an, hört das Gastronomenpaar immer

zuerst diesen Satz: „Puh, also die Strecke

von Gaildorf bis hierher hat es aber

ganz schön in sich!“

Pia und Martin Sölch begrüßen oft Gäste, die den Radweg radeln. Foto: Sonja Alexa Schmitz

Schwäbisch Hall ist für viele Radler

der Abschluss der ersten Etappe. In

Aalen wird der Kocher-Jagst-Radweg

vielfach begonnen, dann sind es

knapp 70 Kilometer bis Hall. Um den

Gästen den letzten Hügel von der

Stadt herauf kommend zu ersparen,

haben sie auf Höhe Uttenhofen ein

Hinweisschild zum Hotel aufgestellt.

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58 2017


Wenn es heiß ist, kommen die Radler

ermattet an, erzählen die Hotelbesitzer.

Dann brauchen sie eine Dusche,

dann sind sie „andere Menschen“. Es

hat sich mal einer entschuldigt, dafür,

dass er vorhin so „bruddelig“ war, er

sei einfach k.o. gewesen.

Wenn es stark geregnet hat und sie

patschnass ankommen, dann stellt

Pia Sölch ihnen einen Wäschekorb hin

und bringt die nassen Kleider in den

kleinen Raum, wo das Blockheizkraftwerk

steht. Die Schuhe, die oft quietschen

vor Nässe, stellt sie hochkant

an die Wärmequelle und am nächsten

Tag können die Gäste trocken weiter

fahren.

Das Hotel Sölch bietet nur Frühstück

an, aber in der Regel gehen die Gäste

gerne in die schöne Innenstadt runter.

„Wir nennen ihnen dann noch die

Buslinie, um hinauf zu fahren, aber

sie kommen dann doch sehr zufrieden

zu Fuß wieder hoch“, erzählen sie.

Morgens dann, am Frühstücksbuffet

unterscheiden sich die Radler deutlich

von den Geschäftsleuten und Arbeitern.

Müsli, Joghurt und Obst wird

hauptsächlich und in großen Mengen

von ihnen verputzt. Und dann ist

Stimmung im Frühstücksraum. Sind

mehrere Radler zu Gast, erkennen

sie sich an ihrer Kleidung und fangen

gleich ein Schwätzchen an. Und

wenn es dann losgeht, nehmen sich

viele noch Brezeln und Getränke von

der hoteleigenen Bäckerei mit.

Lustig sei es gewesen, als eine Gruppe

von Paaren ankam, der eine Teil

hoch motiviert, das waren die Männer,

der andere Teil erschöpft und

frustriert, die Frauen. Sie fuhren den

Burgenstraßen-Radweg. „Dass Burgen

immer auf Bergen liegen müssen“,

beschwerte sich eine Frau. Pia

Sölch hatte Mitgefühl und empfahl

ihnen den Kocher-Jagst-Radweg, der

gehe bis Bad Friedrichshall gemütlich

zu fahren, ohne Berge. Die Frauen

setzten sich durch und fuhren am

nächsten Tag den blau-grünen Schildern

folgend weiter.

Tatsächlich würden sich die Gäste oft

wundern, wie hügelig doch der Weg

sei. Mittlerweile sind die Hälfte ihrer

Gäste Pedelec-Fahrer. Sie bekommen

einen Steckdosenplatz gleich in

der Laube, wo die Räder des Bett &

Bike-Hotels untergestellt werden

oder nehmen den Akku mit aufs Zimmer.

Wenn sie eine Panne haben,

dann greift Sohn Florian, der mal ein

Praktikum beim Fahrradgeschäft gemacht

hat, zum Werkzeug. Und wenn

es mal ein Pflaster aufzukleben gibt,

dann kommt die Chefin mit ihrem

Verbandskasten. Sonja Alexa Schmitz

ERHOLUNGSORT

Durchatmen

Ausruhen und

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im Gewerbepark A 6 Kirchberg/Ilshofen

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in Kirchberg in den Baugebieten “Kreuzstein”, “Mühlau“

und “Sandbuck II”

in Gaggstatt im Baugebiet “Schutzäcker”

in Hornberg im Baugebiet “Dorfwiesen I” und

in Lendsiedel im Baugebiet “Gartenweg”

alle Schulen am Ort, Kindergärten in Kirchberg,

Lendsiedel, Gaggstatt und Weckelweiler,

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ein reiches kulturelles Angebot

wie Stadtfeiertag im Februar, Büchermarkt im Juni, Hofgartenfest

im Juli und Weihnachtsmarkt am 2. Adventswochenende.

Dazu Schloß-Konzerte, Tanzzentrum Kirchberg, Kino “Klappe”,

Ausstellungen im Sandelschen Museum und in

der Orangerie, Stadtbücherei

viele Sehenswürdigkeiten

Schloss, historische Altstadt, außergewöhnliche Kirchen

und Sandelsches Museum mit wechselnden Sonderausstellungen

abwechslungsreiche Rad- und Wanderwege

Info: Schloßstr. 10, 74592 Kirchberg/Jagst, Tel. 07954/9801-0, Fax 9801-19,

e-mail: info@kirchberg-jagst.de, www.kirchberg-jagst.de

2017

59


Fahren. Erleben.

Genießen.

Mobil in unserer Region –

mit Bus, Bahn und Stadtbahn

ÜBER SIEBEN

BRÜCKEN

MUSST DU

FAHREN

Im Juni vergangenen Jahres ist in Hohenlohe

ein neuer Radweg eingeweiht worden: Der

Ohrntalradweg verbindet von nun an die

Stadt Öhringen mit dem Kocher-Jagst-

Radweg.

Kostenlose Fahrradmitnahme

im Schienenverkehr (werktags ab 9 Uhr)

Der neue Ohrntalradweg lässt die Herzen von Radlern

definitiv höher schlagen. Nicht nur die Umgebung an

sich ist malerisch, auch das Konzept, das sich die Macher

für den 6,3 Kilometer langen Radweg ausgedacht haben,

ist besonders: Auf der Strecke passieren Radler sieben

neue Brücken. Alle sehen gleich aus – nur durch die Farbe

unterscheiden sie sich. Jeder Übergang erstrahlt in einer

anderen Farbe des Regenbogens. Das passt gut in das Naturschutzgebiet,

durch das sich der Ohrntalradweg schlängelt.

Hier leben Tiere, die besonderen Schutz brauchen: Im

Ohrntal sind 38 verschiedene Vogelarten beheimatet sowie

26 Tagfalterarten, wovon vier Arten auf der Roten Liste von

Baden-Württemberg stehen. Auch der Biber hat sich an der

Ohrn wieder niedergelassen und fühlt sich hier pudelwohl.

Die idyllische Radstrecke können Radler von Öhringen aus

über Unterohrn bis nach Ohrnberg am Kocher erkunden. Die

Strecke ist in beide Richtungen ausgeschildert und weist nur

wenige Höhenmeter auf. Damit ist sie auch für Familien und

Anfänger ein Vergnügen.

RADLERPARADIES DURCH UND DURCH

Doch Hohenlohe hat für Radler noch mehr zu bieten – und

zwar für beinahe alle Ansprüche. Das macht Hohenlohe zu

einem echten Radlerparadies.

Wer’s sportlich mag, kann sich etwa an der „Hohenloher

Buckelestour“ probieren. Die Strecke, die in Künzelsau

startet und endet, weist Steigungen von bis zu 20 Prozent

www.h3nv.de


auf. Eine gute Kondition kann da gewiss nicht schaden.

Anders der Brettachtal-Radweg. Die 22 Kilometer lange

Strecke durchquert drei Gemeinden: Bretzfeld, Langenbrettach

und Neuenstadt am Kocher. Grüne Talauen, kleine

Dörfer und bunte Streuobstwiesen machen den Radweg

einmalig. An verschiedenen Stellen entlang des Radwegs

wurden Objektschilder aufgestellt. Diese erläutern den

Radlern die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten entlang

des Radwegs – damit machen die Sportlichen nicht

nur etwas für ihre Gesundheit, sondern sie lernen auch

noch etwas über Hohenlohe.

Der neue Ohrntalradweg führt an sieben Stellen über den Fluss

und macht das Element Wasser damit erlebbar. Foto: Stadt Öhringen

Wer das Element Wasser mag, wird die BühlerTour lieben.

Die 46,2 Kilometer lange Strecke startet in Geislingen

am Kocher und führt zunächst durch das Untere Bühlertal

nach Cröffelbach und Oberscheffach. Ab hier heißt es,

kräftig in die Pedale treten: Wer Richtung Vellberg nach

oben kommen mag, braucht etwas Ausdauer. Doch das

Strampeln lohnt sich. Die Ilshofener Ebene bietet einen

tollen Ausblick, bevor es weiter nach Vellberg in das historische

Städtchen geht.

Wer Sport und Geschichte miteinander verbinden möchte,

ist auf der LimpurgTour richtig. Hier kann man sich im

wahrsten Sinn des Wortes auf die Spuren der Schenken

von Limpurg, einem schwäbisch-fränkischen Adelsgeschlecht,

machen. Die Tour startet und endet in Gaildorf

und ist stolze 86,8 Kilometer lang. Auf wenig befahrenen

Verkehrsstraßen sowie auf ausgebauten Feld- und Forstwegen

haben Radler ihre Ruhe, um die Umgebung zu

genießen und zu staunen. Hohenlohe – ein echtes Radlerparadies

eben.

Lydia-Kathrin Hilpert

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Natur pur um Waldenburg

Sieben Rundwanderwege führen um den staatlich anerkannten

Luftkurort Waldenburg.

Mit herrlichen Ausblicken ins Hohenloher

Land bietet die Stadt Waldenburg bei einem

Rundgang um das alte Bergstädtchen

Erholung pur. Idyllische Aussichten

auf grüne Hänge, plätschernde Bäche und

breite Täler sind begehrte Ziele bei Spaziergängen

in gemäßigter Höhenlage von

bis zu 500 Metern. Ein Highlight ist dabei

die reichhaltige Blumenpracht selten gewordener

und geschützter Pflanzen, wie

die Wildtulpe oder heimische Orchideen.

Die gut beschilderten Wanderwege durch

herrliche Mischwälder – neu integriert

ins Wanderleitsystem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer

Wald – eignen sich besonders

für kurze und leichte Tagestouren.

Teilweise sind diese auch barrierefrei.

Für jeden etwas dabei Im Sommer

lädt der Neumühlsee Jung und Alt zum

Sprung ins kühle Nass ein. Direkt am Wasser

liegt auch ein Campingplatz mit zahlreichen

Stellplätzen, die über Strom- und

Wasseranschlüsse verfügen. Neben Wandern

und Schwimmen sind Radfahren und

Reiten weitere sportliche Höhepunkte des

Luftkurorts. Die heimische Gastronomie

bietet ein umfangreiches Angebot für alle

großen und kleinen Besucher.

Touristinformation Waldenburg

Hauptstraße 13

74638 Waldenburg

Tel. 07942 / 108-25


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

ÜBER STOCK UND STEIN

Seit 2010 hat Hohenlohe seinen eigenen Weitwanderrundweg:

den Kocher-Jagst-Trail. In zehn Tagesetappen erlebt man

das Hohenloher Land von seiner schönsten Seite.

Jagst-, Bühler- und Kochersteig:

Diese drei Abschnitte bilden gemeinsam

den etwa 200 Kilometer

langen Weitwanderrundweg „Kocher-

Jagst-Trail“. Er untergliedert sich in

zehn Tagesetappen und führt durch

das Hohenloher Land und die Berge

Ellwangens. Er vereint Natur und Kultur

auf einmalige Weise und bietet dem

Wanderer dadurch eine ganz besondere

Perspektive auf Hohenlohe. Entlang

der Strecke liegen Burgen, Schlösser,

Ruinen und Kirchen mit wertvollen

Kunstschätzen. Aber auch das Naturerlebnis

kommt nicht zu kurz.

JAGSTSTEIG

Der Jagststeig startet in Blaufelden

und führt in vier Etappen über

Kirchberg, Crailsheim und Wildenstein

nach Ellwangen. Zu entdecken

gibt es auf dieser Strecke reichlich:

In Blaufelden steht die mittelalterliche

Wehrkirche St. Ulrich aus dem

Jahr 1423. Das kleine Kirchlein ist

mit einem wuchtigen Wehrkirchturm

ausgestattet, hat einen begehbaren

Turmkranz und bietet von dort aus

eine sagenhafte Aussicht über die

Hohenloher Ebene. Auf schmalen,

romantischen Pfaden geht es durch

die Flusstäler von Blaubach, Brettach

und Jagst, die der Landschaft ihren

eigenen Charakter verleihen. Im Brettachtal

überquert man das Flussbett

auf Trittsteinen, um trockenen Fußes

über das Wasser zu kommen. Hier

hat man auch die Möglichkeit, mehr


Der Trail bietet Abwechslung pur. Fotos: Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus e.V./Michael Hannemann

Informationen über den historischen

Salzabbau zu gewinnen. In Kirchberg

lohnt sich ein Besuch des Schlosses.

Die ehemalige Residenz über der

Jagst ist ein echter Höhepunkt auf

der Strecke. Weiter geht es über Wiesen,

Brücken und auf kleinen Wegen

nach Crailsheim. Vom Kreckelberg

aus hat man eine fantastische Aussicht

über die Stadt. Die geologische

Pyramide ist über 100 Jahre alt. Sie

stellt die Gesteinsarten der Crailsheimer

Umgebung mit ihren charakteristischen

Versteinerungen dar. Der

Weg geht weiter, vorbei an Schloss

Rechenberg, durch Wälder, in Richtung

Ellwangen.

BÜHLERSTEIG

Der Bühlersteig schließt sich nahtlos

an den Jagststeig an. Drei Etappen

sind hier vorgesehen: von Ellwangen

über Willa und Bühlertann führt

der Weg nach Hessental. Direkt nach

Ellwangen geht es hinauf auf die

Benzenruhe. Hier bietet sich noch

einmal ein atemberaubender Blick

auf das Ellwanger Schloss und die

Wallfahrtskirche Schönenberg. Mit

etwas Glück kann man von hier sogar

die Schwäbische Alb sehen – das ist

aber wetterabhängig. Vorbei kommt

man auch am Glasweiher. Wer aufmerksam

ist, entdeckt am Ufer vielleicht

eine Schwertlilie oder auf dem

Wasser einen Haubentaucher. An

der St. Jakobskirche begegnet man

unter Umständen dem einen oder

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Liebenswerte alte neue Stadt

In Möckmühl waltete der Götz von Berlichingen vor rund 500 Jahren.

Auch Schillers Schwester Luise lebte hier.

Der mittelalterliche Stadtkern mit seiner

Burg sieht heute noch so aus, wie er 1643

von der Künstlerin Merian gezeichnet worden

ist. Fachwerkhäuser und die erhaltene

Stadtmauer mit ihren Türmen zeugen davon.

Das Heimatmuseum und das Stadtarchiv

dokumentieren die Geschichte und

die Entwicklung auf liebevolle Weise. Wer

Möckmühls Geschichte erkunden möchte,

kann sich mit einem der Stadtführer oder

dem Nachtwächter auf den Weg über den

Schlossberg machen. Wer spontan einen

Abstecher in die Gemeinde macht, findet

am Rathaus einen Flyer zu seinem ganz individuellen

„historischen Stadtrundgang“.

Aktiv und fit An den Ufern der Jagst

genießt man im Sommer die Badequalität

des Flusses. Wer das Jagsttal näher kennenlernen

möchte, der kann sich zu Fuß,

mit dem Rad oder zu Wasser auf den Weg

machen. Gut beschilderte Wanderwege

oder der Kocher-Jagst-Radweg führen zu

den Sehenswürdigkeiten der Umgebung.

Wer es noch ruhiger liebt, der kann auf einem

Kanu die Jagst und ihren Lauf verfolgen.

Trotz der landschaftlichen Idylle liegt

Möckmühl verkehrstechnisch sehr günstig

an der A81 zwischen Heilbronn und

Würzburg, nicht weit vom Autobahnkreuz

Weinsberg und der A6 entfernt. Am Möckmühler

Bahnhof stoppen die Züge der Linie

Würzburg – Stuttgart.

Stadtverwaltung Möckmühl

Hauptstraße 23, 74219 Möckmühl

Tel. 06298 / 202-0

Fax 06298 / 202-70

info@moeckmuehl.de

www.moeckmuehl.de


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

Statement

„Der Bühlersteig als Teil des

Kocher-Jagst-Trails hat mich

durch seine abwechslungsreiche

Streckenführung überrascht.

Die Landschaft und die

einfach zu begehenden Wege

geben dem Wandern schon

fast eine meditative Note.

Wenn in Zukunft die Abstimmung

der Wege-Pflege weiter

optimiert wird und die kleinen

Highlights entlang der Strecke

behutsam in Szene gesetzt

werden, bietet der Bühlersteig

mit seinen drei Tagesetappen

einen perfekten Einstieg in

den Kocher-Jagst-Trail.“

Matthias Irle, Wegemanager

anderen Wanderer des Jakobsweges,

denn hier treffen die beiden Wanderwege

aufeinander. Über Stock

und Stein geht es nach Willa und

über Bühlertann – mit Blick auf die

Tannenburg – weiter in Richtung

Hessental. Die Klingen in den Wäldern

haben ihren ganz eigenen Reiz.

Hier wird einmal mehr deutlich, wie

steil es in Hohenlohe sein kann. Kurz

vor Hessental gelangt man auf den

Einkorn, den Hausberg von Schwäbisch

Hall. Die Aussicht von hier oben

ist großartig. Vom Turm auf dem Berg

ist sie sogar noch schöner.

KOCHERSTEIG

In Hessental angekommen, endet

der Bühlersteig, der Kochersteig beginnt.

Er führt von Schwäbisch Hall-

Hessental über Braunsbach und

Mulfingen-Heimhausen zurück nach

Blaufelden. Der historische Marktplatz

in Schwäbisch Hall mitsamt

der großen St. Michaelskirche lädt

zu einem Fotostopp ein. Er zählt zu

den schönsten Marktplätzen in Süddeutschland.

In Geislingen führt der

Weg auf einem Damm neben dem

Kocher entlang – über Streuobstwiesen

geht es in Richtung Braunsbach-Steinkirchen,

die mächtige Kochertalbrücke

im Rücken. Dann geht

es rauf zur Burg Tierberg, die aus

dem 13. Jahrhundert stammt. Wer

Natur mag, kommt hier voll auf seine

Kosten. Saftige Wiesen, dunkle Wälder

– auf diesem Streckenabschnitt

ist alles dabei. In Unterregenbach

lohnt sich ein Besuch der historischen

Krypta im alten Pfarrhaus. Durch das

Rötelbachtal, in dem die Zeit stehen

geblieben scheint, geht es zurück

zum Ausgangspunkt – dem Ort Blaufelden.

Damit endet der Kochersteig

und damit auch der Kocher-Jagst-

Trail.

Lydia-Kathrin Hilpert

Natur- und Kulturerlebnisse

Foto: H. Brütting

Familien unterstützend –

Generationen verbindend!

Auf sieben naturnahen Touren, einer

Gemeindegrenzwanderung, dem

Drei-Kirchen-Weg Gemeinde Michelfeld, Haller und Straße zwölf 35, 74545 kombinierbaren

Michelfeld

Fon 07 91/ 9 70

Rad-Rundstrecken

71-0, Fax 07 91/ 9 70 71-30

lässt

E-Mail: info@michelfeld.de, Internet: www.michelfeld.de

sich mit Fahrrad oder zu Fuß die

Region um Michelfeld erkunden.

Interessante Geschichten werden

Natur- und Geschichtsfreunden an

17 Stationen des Kulturlandschaftspfades

Gnadental unterhaltsam illustriert

erzählt.

Die Klosterkirche Gnadental ist seit

1246 ein beeindruckendes Zeugnis

der Baukunst der Zisterzienser.

Kulturlandschaftspfad Gnadental –

Zisterzienser Nonnenkloster –

Themenwanderungen und Radwege –

Jahrhundertfenster Haller Landhege

Am idyllisch gelegenen Waldjugendzeltplatz

Baierbacher Hof, der mit

allem ausgestattet ist, was man für

Gruppenfreizeiten braucht, zeigt die

Rekonstruktion einer sogenannten

Falle der Haller Landhege (Tordurchlass)

den historischen Grenzverkehr.

Das dortige Arboretum ist ebenfalls

beeindruckend.

Die Beachvolleyballanlage am Freisportgelände

Rote Steige bietet Spiel

und Spaß mit Strandfeeling.

Gemeinde Michelfeld, Haller Straße 35, 74545 Michelfeld

Fon 07 91 / 9 70 71-0, Fax 07 91 / 9 70 71-30

E-Mail: info@michelfeld.de, Internet: www.michelfeld.de

64 2017


Foto: fotolia/L.Bouvier

EIN PFAD GEGEN

DAS VERGESSEN

Der Hans-und-Sophie-Scholl-Pfad ist eine Besonderheit in

Hohenlohe. Hier wandelt man auf den Spuren der berühmten

Kinder der Stadt Forchtenberg.

Es gibt wohl kaum jemanden,

der die Namen der beiden nicht

kennt: Hans und Sophie Scholl.

Sie waren Widerstandskämpfer gegen

den Nationalsozialismus. Sie stellten

sich gegen den Krieg, gegen die Diktatur

und gegen Adolf Hitler. Beide haben

bei dem Kampf gegen das NS-Regime

ihr Leben verloren. Doch was haben

Sophie und Hans Scholl mit Hohenlohe

gemein? Nichts, könnte man meinen

– kennt man sie doch vor allem

als Münchner Studenten, die sich der

Weißen Rose angeschlossen hatten.

Doch das stimmt nicht. Die berühmten

Geschwister gehören ebenso

wie Blooz oder Gsälz zu Hohenlohe

– oder besser gesagt, zu Forchtenberg,

einer kleinen Stadt im Hohenlohekreis.

Es ist die Geburtsstadt von

Sophie Scholl. Hier wurde sie am 9.

Mai 1921 im heutigen Ratssaal geboren.

Ihr Vater, Robert Scholl, war von

1920 bis 1929 Schultheiß der Stadt.

Die Spuren der Widerstandskämpfer

sind im ganzen Ort zu finden – nicht

zuletzt deshalb hat man den berühmten

Kindern einen Pfad gewidmet,

auf dem man die Lebensspuren der

beiden nachverfolgen kann. Zum 85.

Geburtstag von Sophie Scholl wurde

der Pfad eröffnet – er ist der erste

seiner Art in Deutschland. An den

einzelnen Stationen – es sind zwölf

an der Zahl – wurden im Ort weiße

Rosen gepflanzt. Sie sind ein Symbol

und dienen der Erinnerung. lyk

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Die freundliche Stadt

Mit seinen historischen Gebäuden und der Vielzahl an sportlichen und

kulturellen Möglichkeiten ist Neuenstadt immer einen Besuch wert.

„In ein freundliches Städtchen tret ich

ein …“ – mit diesen Zeilen hat der Dichter

Eduard Mörike Neuenstadt beschrieben.

Das war 1834, als er seine Pfarrstelle

im Teilort Cleversulzbach antrat. Offenheit

und Freundlichkeit hat sich Neuenstadt

bewahrt und überzeugt als junge,

dynamische Stadt mit vielen Facetten. Die

Innenstadt des ehemaligen Herzogsitzes

verführt zu einem historischen Stadtrundgang

mit Start am Lindenplatz. Neben der

einmaligen Lindenanlage und dem Schloss

gibt es noch viele weitere Gebäude mit historischem

Hintergrund zu entdecken.

Großes kulturelles Angebot Sportlich

Interessierte können sich an dem großen

Rad- und Wanderwegnetz rund um

Neuenstadt erfreuen. In der Kocherstadt

treffen Kocher-Jagst-Radweg und Brettachtal-Radweg

aufeinander. Der ideale

Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region

und Naturgenuss. Neben den Freilichtspielen

Neuenstadt bieten das Mörike-Museum

Cleversulzbach und das Museum im

Schafstall abwechslungsreiche Ausstellungen.

Ergänzt werden sie von der Reihe „Kultur

im Schafstall“ mit zahlreichen Konzerten

und Kabarettaufführungen.

Stadtverwaltung Neuenstadt a. K.

Hauptstraße 50, 74196 Neuenstadt a. K.

Tel. 07139 / 970

post@neuenstadt.de

www.neuenstadt.de


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

ZU SICH FINDEN

Die Pfade der Stille sind einzigartig in Hohenlohe.

Fünf Gemeinden an der Jagst laden ein, in Ruhe die

Umgebung kennenzulernen.

Die Lourdesgrotte bei Krautheim liegt auf

dem Weg. Foto: Barbara Griesinger

Stille ist nicht nur das Fehlen

von Geräuschen. Stille ist vielmehr

auch das Einkehren in sich

selbst“, soll der deutsch-kanadische

Publizist Willy Meurer einmal gesagt

haben. Wie Recht er damit haben

sollte, wird bei einer Wanderung auf

den Pfaden der Stille deutlich. Diese

Rundwanderwege gibt es in Dörzbach,

Krautheim, Mulfingen, Schöntal und

Langenburg. Den Alltagsstress hinter

sich lassen, Ruhe und Erholung genießen

– das ist das Thema dieser Pfade.

Um diesem Anliegen nachzukommen,

stehen religiöse und touristische

Kleinode im Mittleren Jagsttal im Fokus

der Strecken. Das Konzept kommt

an. Die Pfade der Stille erfreuen sich

großer Beliebtheit und werden gerne

bewandert. Um die Wege noch

attraktiver zu machen, wird jetzt die

Routenführung überarbeitet und für

ältere und mobil eingeschränkte Personen

interessanter gestaltet. Dafür

fließt Geld aus dem Förderprogramm

LEADER der EU. Lydia-Kathrin Hilpert

Ausflugstipp:

Erholung für die ganze Familie

- Bade- und Angelsee

- Riesiger Abenteuer-Spielplatz

- Gaststätte mit Biergarten

- Familienfreundliche Preise

- Kaffee und Kuchen

- Bootsverleih

- Wanderwege

- Campingfass-Übernachtungen

Familie Wachter

Mönchswald 2

74673 Mulfingen-Hollenbach

Telefon 07938 7272

Fax 07938 7055

www.waldcamping-hollenbacher-see.de

66 2017


KOMPETENT UNTERHALTEN

Informationen über die Wandergegend sind dann am lebendigsten,

wenn man sie während der Tour erlebt. In Hohenlohe gibt es

zahlreiche Möglichkeiten, sich von Einheimischen führen zu lassen.

Als Soldat in Rüstung, Kaiser in

Toga oder als Philosoph: Torsten

Pasler schlüpft für seine

Gäste in verschiedene Rollen aus dem

alten Rom. Er ist einer von fünf Limes-

Cicerones, die entlang des römischen

Grenzwalls Führungen zu allen möglichen

Themen rund um den Limes und

das römische Reich anbieten. Ob als

Wanderung oder Vortrag, mit Kostüm

oder ohne, die Cicerones lassen keine

Wünsche offen. Wunschlos glücklich

macht den Naturfreund auch die

Hohenloher Landschaft.

Wer Flora

und Fauna aber

nicht nur erleben,

sondern mit allen wissenswerten

Facetten

kennenlernen möchte,

kann dies bei den zahlreichen Natur-

und Landschaftsführungen

Torsten Pasler als Römer.

Foto: Verband der Limes-Cicerones

quer durch Hohenlohe tun. Der

dafür zuständige Verein bietet

neben den Wandertouren

auch Themenführungen

an. Für Feinschmecker

bietet sich eine der vielen

Weinerlebnisführungen an.

Neben den erlesenen

Tropfen aus eigenem Anbau

kann man bei dieser

Art der Wanderung auch den

Ausblick von den Hohenloher

Weinbergen genießen. mib

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Nicht nur was für kühle Tage

An 362 Tagen im Jahr kann man im Schenkenseebad einen erholsamen

„Urlaub vom Alltag“ verbringen.

Für sportliche Schwimmer, Erholung suchende

Saunaliebhaber oder spaß- und

spielbegeisterte Familien werden im

Schenkenseebad viele Attraktionen und

Events geboten. Das Freizeitbad verspricht

neben Lehrschwimmbecken, 50m-Sportbecken,

Sprungturm und Außenbecken

mit der Reifenrutsche „X-Tube“ und der

„Black-Hole-Rutsche“ auch pures Rutschvergnügen.

Einen Abenteuerwasserspielplatz

mit lustigem Piratenschiff gibt es im

Kleinkinderparadies.

Urlaub Als idealer Ort der Ruhe, Entspannung

und Gesundheit präsentiert sich der

Saunapark. Wer sich für mehrere Stunden

oder einen ganzen Tag vom Alltagsstress

ausklinken möchte, ist hier richtig aufgehoben.

Auf einer Gesamtfläche von 1.500

m 2 verteilen sich 6 Saunen und 2 Dampfbäder.

Abkühlen kann man sich über die

unterschiedlichsten Düsen-, Schwall-, Erlebnis-

und Kübelduschen, Eis aus dem

Eisbrunnen oder im Tauchbecken. Im Freizeitbad

und Saunapark können Sie sich

mit kühlen Getränken, frischen Salaten

und kleinen Snacks nach Ihren Wünschen

stärken. Auf Beauty- und Wellnessliebhaber

warten Massagen aus aller Welt, die

Körper, Seele und Geist verwöhnen und

einen „Urlaubstag“ im Schenkenseebad

abrunden.

Schenkenseebad Schwäbisch Hall

Schenkenseestraße 76

74523 Schwäbisch Hall

www.schenkenseebad.de


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

Alte Mühlen, liebevoll restauriert, trifft

man zur Genüge auf dem Rundwanderweg

an. Fotos: Silke Rüdinger

IM TAL DER MÜHLEN

A wie abwechslungsreich, abenteuerlich und absolut

empfehlenswert – das sind die Attribute, die auf den

Romantischen Mühlen- und Seenweg zutreffen.

Sonntag, später Vormittag. Die Sonne scheint. Nach einem

leckeren Frühstück sitzen wir entspannt auf der

Couch – bis uns ein fragend-fixierender Blick trifft:

Marta, äußerst ausgehfreudige Hundedame, hält wenig

von Ruhe und Entspannung. Der Klügere gibt nach oder der

Hartnäckigere gewinnt: Kurz darauf stehen wir an der Haustür.

Da fällt mir ein, dass ich schon seit Längerem einen Kartenschuber

„Idyllische Straße – Wandern aktiv“ habe, der

18 Rundwanderungen verschiedener Längen- und Schwierigkeitsgrade

in einzelnen Flyern beinhaltet. Die Kurzbeschreibungen

hören sich alle gut an. Nach dem Motto „A wie

Anfang“ entscheiden wir uns für die Gemeinde Alfdorf und

die „Tour A – Romantischer Mühlen- und Seenweg“, zehn

Kilometer lang und somit ideal für einen Halbtagesausflug.

Der Parkplatz am Hagerwaldsee ist schon ziemlich voll.

Wir parken in der Nähe der Bushaltestelle auf der anderen

Straßenseite. Kurze Diskussion, in welche Richtung

wir loslaufen müssen, ich gewinne und so laufen wir –

natürlich falsch herum – los. Dank Rundwanderweg ist

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das aber völlig problemlos. Vorbei am ruhig daliegenden

Hüttenbühlsee und einem ersten Fußbad von Marta im

wegbegleitenden Bach, erreichen wir nach kurzer Zeit die

Vaihinghofer Sägmühle „Hummelgautsche“. Eine kleine

Holzbrücke lädt dazu ein, das Holzgebäude – vorbei an

dem großen Wasserrad – zu umgehen. Am Waldrand entlang,

über eine weitere Holzbrücke und durch bunt blühende

Sommerwiesen hindurch, treffen wir auf die Heinlesmühle.

Diese ist wunderschön restauriert und sieht

malerisch aus. Zwar sind wir noch nicht lange unterwegs,

aber in einem urigen Scheunentrakt entdecken wir eine

Eistruhe und einen Kühlschrank mit Getränken. Selbstbedienung

– eine bunt bemalte Kasse hängt an der Wand.

Frisch gestärkt geht es weiter. Nach Querung der Landesstraße,

kommt kurz darauf das wohl schönste Wegstück.

Über federnde Bodenlatten, dann auf einem schmalen Pfad

und über rustikale Holzbretter laufen wir über eine Wiese,

vorbei an der Hundsberger Sägemühle. Dann geht es auf

einem schmalen Waldpfad etwas aufwärts und auf einer

Forststraße durch den Wald. Hier ist es schön kühl, Zeit für

eine kurze Getränke- und Leckerli-Rast. Die Menzlesmühle,

dritte und letzte Mühle auf unserer Tour, liegt etwas

abseits vom Weg, sie streifen wir nur. Auch sie ist sehr

schön restauriert. Das nächste Wegstück führt auf geteerter

Straße bis nach Cronhütte. Gleich zu Beginn gibt es

Kunstwerke aus Holz, die zum Verkauf ausgestellt sind, zu

bestaunen. Mit schönen Weitblicken erreichen wir Strohhof.

Ein Ort mit offensichtlich humorvollen Einwohnern:

Ein Paar aus Stroh lädt Vorbeikommende ein, sich zu setzen.

Eine nette Idee für eine Fotopause, welche wir gleich

einlegen. Beim Hof um die Ecke lugt ein neugieriger Esel

über den Zaun. Geschwind verweilen und kraulen – entspannt

Esel und Mensch. Kurze Zeit später tauchen wir

wieder in den kühlen Wald ein. Entlang des Baches geht

es weiter bis zum Hagerwaldsee. Hier tummeln sich Sonnenhungrige

und Badegäste. Der Weg führt zurück zum

Parkplatz. Verschwitzt und glücklich steigen wir wieder

ins Auto. Resümee des Tages: Abwechslungsreiche Streckenführung

auf verschiedensten Untergründen, schöne

Mühlen, bunte Blumenwiesen und kühle Wälder, weite

Ausblicke und Trampelpfade, spannende Begegnungen,

gute Beschilderung – auch in die Gegenrichtung. Kurzum:

ideale Runde für Mensch und Hund. Wir sind infiziert vom

„Wandern-aktiv-Virus“ entlang der Idyllischen Straße – 17

weitere Touren warten darauf, von uns entdeckt zu werden.

Wir werden wieder kommen.

Silke Rüdinger

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Wo Geschichte lebendig wird

Historische Spürnasen, ob Jung oder Alt, kommen in Satteldorf voll auf

ihre Kosten. Aber auch landschaftlich kann die Gemeinde punkten.

Ein Besuch in Satteldorf lässt Geschichte

lebendig werden. Ausgangspunkt für viele

Ausflüge in die Vergangenheit ist die

im Gronachtal gelegene Hammerschmiede.

Die Ursprünge der Hammerschmiede

reichen bis ins Jahr 1804 zurück. Heute ist

sie als technisches Kulturdenkmal für die

Öffentlichkeit zugänglich. Außerdem wurde

zusätzlich eine Ölmühle mit Dampfmaschinenbetrieb

errichtet. An jedem ersten

Sonntag im Monat ist Schausonntag – da

gerät die ganze Familie ins Staunen.

Historische Schätze Neben der Hammerschmiede

haben sich im Jagst- und

Gronachtal auch viele Müller die dort vorhandenen

Wassermassen zu Nutzen gemacht.

Zahlreiche Mühlen können deshalb

auch heute noch erwandert und

erkundet werden. Auch die Anhäuser Mauer,

die letzten Reste des Klosters Anhausen,

versetzt seine Besucher in eine längst

vergangene Welt. Auf freiem Feld zwischen

der Kreisstraße von Bölgental nach

Wallhausen ragt eine ungefähr 20 Meter

hohe und zehn Meter breite Mauer in

die Höhe. Es ist die nördliche Seitenwand

des hochgotischen Chores des ehemaligen

Klosters. Das muss man gesehen haben.

Gemeinde Satteldorf

Satteldorfer Hauptstraße 50

74589 Satteldorf

Tel. 07951 / 47000

www.satteldorf.de


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

ARTENVIELFALT

AM FLUSS

Kocher und Jagst markieren nicht nur die Heimat von

rund 300 000 Hohenlohern. Entlang der Flussufer kann

man hier auch viele verschiedene Tierarten bestaunen.

Hohenlohe ist ein

Verbreitungsschwerpunkt

des Eisvogels. Foto: Torsten Haag

Mahlzeit Hohenlohe

Regional genießen

Wir sind regional – Wir kochen regional!

Wir, die Mahlzeit Hohenlohe-Betriebe, sind alle familiengeführt, Mitglied bei „Schmeck den

Süden“ und setzen auf Qualität, frische, regionale Produkte sowie guten und persönlichen

Service gegenüber unseren Gästen. Uns verbindet die Liebe zur Region und deren Erzeugnisse,

die jedes Haus individuell auf den Teller bringt. Vor allem ist es uns wichtig, dass die Gäste im

Mittelpunkt stehen, sich bei uns wohl fühlen und gute regionale Küche serviert bekommen.

„Schmeck den Süden“–

Initiative „Mahlzeit Hohenlohe

Zusätzlich zu den „Schmeck den Süden“-Kriterien hat jeder Betrieb das ganze Jahr über

mindestens ein Gericht auf der Speisekarte, dessen Zutaten (mit Ausnahme einiger Gewürze)

aus der Region Hohenlohe (Landkreis Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis,

der hohenlohische Teil des Lieblichen Taubertals und 20 Kilometer

Umkreis) stammen. In der Speisekarte sind die Mahlzeit-Hohenlohe-

Gerichte mit diesem Gütesiegel gekennzeichnet:

Als besonderes Angebot gibt es zu diesem Mahlzeit-Hohenlohe-

Gericht eine regionale Getränkeempfehlung als „Versucherle“

in Probiergröße (0,1l oder 0,2l). So kann auch einmal etwas Neues

probiert werden. Dafür steht dieses Siegel:

Eine Initiative von

Geprüfte Qualität in Baden-Württemberg

www.mahlzeit-hohenlohe.de

Teilnehmende Betriebe

• 1 Landgasthof Hotel

Krone***S

Untere Straße 2

74670 Forchtenberg-Sindringen

Tel. 07948 91000

info@krone-sindringen.de

www.krone-sindringen.de

Dienstag Ruhetag

• 2 Landgasthof Lell***

Leimengrube 7

74653 Künzelsau-Belsenberg

Tel. 07940 93540

kontakt@landgasthoflell.de

www.landgasthoflell.de

Mittwoch Ruhetag

• 3 Gasthof Lamm***

Kirchgasse 18

74585 Rot am See

Tel. 07955 2344

lamm-rotamsee@t-online.de

www.lamm-rotamsee.de

Donnerstag Restaurant

Ruhetag

• 5 Gasthof Linde

Waldbuch 13

74586 Frankenhardt-Waldbuch

Tel. 07959 925007

info@waldbuch.de

www.waldbuch.de

Montag Ruhetag

• 4 Landhotel Kirchberg*** • 6 Bio-Restaurant Rose

Eichenweg 2

Ortsstraße 13

74592 Kirchberg/Jagst 74541 Vellberg-Eschenau

Tel. 07954 98880

Tel. 07907 2294

info@landhotelkirchberg.de info@eschenau-rose.de

www.landhotelkirchberg.de www.eschenau-rose.de

kein Ruhetag

Montag Ruhetag

A81

B19

Kocher

Kocher

Jagst

B19

B290

Bühler

A7

7

3 Rot am See

Künzelsau-

Belsenberg 2 Kirchberg/

1 Künzelsau

Jagst

4

Forchtenberg-

Sindringen A6

Schwäbisch Hall

5

Mainhardt 8 Frankenhardt-

Vellberg-

B14

6 Waldbuch

B39

Eschenau

Crailsheim

Gaildorf-

Unterrot

• 7 Gasthof Kocherbähnle***

Schönberger Straße 8

74405 Gaildorf-Unterrot

Tel. 07971 260950

info@kocherbaehnle.de

www.kocherbaehnle.de

Sonntag ab 14 Uhr und

Montag Ruhetag

• 8 Hotel, Café, Restaurant

Schoch***S

Hauptstraße 40

74535 Mainhardt

Tel. 07903 91900

info@hotel-schoch.de

www.hotel-schoch.de

Donnerstag Ruhetag


Attraktion im Außenbereich der Badehallen ist der Salzsee - ein ganzjährig beheizter, zum Teil überdachter

Freiluftsee, der mit vollgesättigter Sole (26,9%) gespeist wird. Der hohe Salzgehalt sorgt für einen enormen Auftrieb

und lässt die Badenden förmlich auf dem Wasser schweben.

Wer schon einmal auf dem Kocher-Jagst-Radweg

unterwegs war, der weiß: Diese beiden Flüsse

sind ein Ort zum Wohlfühlen. Da erscheint es

nur logisch, dass auch viele Tiere in dieser Umgebung heimisch

sind. Einer der bekanntesten tierischen Einwohner

Hohenlohes ist der Eisvogel. Die Gattung, die sich durch ihr

blau-orange leuchtendes Federkleid auszeichnet, gräbt ihre

Brutröhren in Uferböschungen. Kocher und Jagst bieten dabei

mit ihren Steilufern einige perfekte Stellen und sorgten

dafür, dass der dezimierte Bestand des kleinen Vogels in den

vergangenen Jahren wieder zunahm. Auch der Graureiher

schätzt die Steilhänge entlang der Flüsse und errichtet hier

immer wieder seine Brutkolonien. Gerade an der Jagst kann

man ihn regelmäßig beobachten. Am Kocher bei Schwäbisch

Hall kann man im Winter außerdem häufig größere Scharen

von Kormoranen antreffen.

Durch die vielen angrenzenden Grünlandflächen sind die

beiden Nebenflüsse des Neckars auch einer Menge Insekten,

darunter einigen echten Raritäten, ein Zuhause.

Gerade Libellen und Schmetterlinge sind hier in hoher

Stückzahl und Vielfalt vorhanden, darunter der in Mitteleuropa

sehr seltene Schmetterlingshaft, den man mit

Geduld und Glück im Juni zwischen Dörzbach und

Krautheim finden kann.

Das Jagsttal bietet außerdem einige Möglichkeiten für

verschiedene Fledermausarten, ihr Quartier aufzuschlagen.

Das Gebiet ist bei den nachtaktiven Tieren sehr beliebt.

Noch nicht lange wieder in Hohenlohe unterwegs ist

der Biber. Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Württemberger

das Tier ausgerottet. Vor etwa 20 Jahren kehrte er

im Oberlauf der Jagst wieder in die Region zurück, in den

letzten Jahren wurden auch am Kocher wieder Exemplare

der streng geschützten Spezies gesichtet. Weiter verbreitete

Säugetiere entlang der beiden Flüsse sind Reh, Feldhase,

Rotfuchs und Dachs.

Die feuchte Umgebung von Kocher und Jagst bietet darüber

hinaus ein wahres Biotop für Reptilien. Vor allem

der Feuersalamander und die Blindschleiche finden hier

für sich ideale Verhältnisse vor, aber auch Zauneidechsen

und Schlingnattern sind häufig zu entdecken. Darüber hinaus

hausen auch einige Waldeidechsen in Hohenlohe.

Um dieses scheue Tier zu Gesicht bekommen, braucht es

allerdings etwas Glück.

Michael Bächle

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Entspannung in der Therme

Gelegen in Bad Windsheim, direkt neben dem Kurpark, ermöglicht die Franken-Therme

individuelle Erholung und entspannte Stunden fernab von Stress und Alltag.

Insgesamt vier Thermal-Sole-Becken im

Innen- und Außenbereich sorgen für Entspannung

und Abwechslung zugleich.

Sprudelnde Vielfalt bieten die Wasserattraktionen,

die vom Strömungskanal

über Massagedüsen bis zum Whirlpool reichen.

Im ganzjährig beheizten Salzsee, der

mit vollgesättigter Sole (26,9 Prozent Salzgehalt)

gespeist wird, kann man sich fast

schwerelos vom wohltemperierten Wasser

tragen lassen. Die Teilüberdachung des

Sees in Form einer transparenten Kuppel

ermöglicht auch an kälteren Tagen ein Bad

mit Panoramablick.

Therme bietet die Wellness-Oase ein umfangreiches

Angebot. Das Verwöhnprogramm

reicht von klassischen Massagen

mit hauseigenen Ölen über kosmetische

Behandlungen bis hin zu Wohlfühl-Bädern.

Die Therme hat täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet.

Für alle Behandlungen ist eine vorherige

Terminvereinbarung erforderlich.

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wird. Drei Thermal-Sole-Becken im Innenbereich und ein Außenbecken laden zum Entspannen ein. Die Becken haben

unterschiedliche Salzkonzentrationen von 1,5% bis 12% und Wassertemperaturen zwischen 30°C und 36°C.


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

PROFESSIONELLE

INDIVIDUALISTEN

Urlaub im Wohnmobil bringt viele Vorteile mit sich:

Man ist unabhängig, nicht ortsgebunden und zeitlich flexibel.

Das wissen auch unsere Befragten zu schätzen.

Mehr Informationen finden

Sie in unserer neuen Karte

„Wohnmobil-Entdeckertouren

mit Stellplatzverzeichnis“

Der Wohnmobilstellplatz in

Gaildorf liegt gut versteckt weit

abseits der Straße. Einen Kiosk

oder sanitäre Einrichtungen sucht man

hier vergebens. Genau dies macht den

Platz bei Individualisten so beliebt.

Insgesamt sechs kostenlose Stellplätze,

die fast immer alle belegt sind, gibt

es hier. Hartmut D. aus Pfaffenhofen an

der Ilm ist selbsternannter „Rentner

auf Reisen“. So steht es auf seiner Visitenkarte.

Gaildorf ist die bisher zweite

Station seiner vierzehntägigen Reise.

„Vor ungefähr zweieinhalb Jahren

habe ich meine erste Fahrt mit einem

Leihmobil unternommen“, erzählt der

Rentner, der gleichzeitig noch Sänger

und Gitarrist ist. Die Premiere gelang

und heute nennt er ein Wohnmobil

sein Eigen. „Mich interessieren alte

Städte und Geschichte.“ Aber auch die

Kunst hat es ihm angetan. So plant er

einen Besuch in der Kunsthalle Würth

in Schwäbisch Hall. Ansonsten ist er

autark: „Ich versorge mich überwiegend

selbst, einen Fernseher brauche

ich auch nicht.“

Zwei Stellplätze weiter entspannen

sich Sieglinde und Rüdiger Schwennig

aus Biberach an der Riß. „Wir

sind schon ein paar Mal hier gewesen“,

sagt Sieglinde Schwennig. Besonders

die nahgelegenen Einkaufsmöglichkeiten

schätzt das Ehepaar,

denn: „Einen Großteil unserer Kleidung

kaufe ich unterwegs. Da habe

ich Zeit“, verrät die sympathische

Frau.

Einer der schönsten Campingparks

Deutschlands ist der 5-Sterne-Platz

am Breitenauer See. Zahlreiche Möglichkeiten

zur aktiven Erholung und

vielseitige Angebote zur Freizeitgestaltung

machen das Areal besonders

für Familien attraktiv. Thomas Gerk

aus Großenlüder fühlt sich ausgesprochen

wohl. Der Selbstversorger

macht hier mit seiner Familie zwei

Wochen Urlaub. „Für unsere Kinder

AuthorizedTourOperator

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72 2017


Gemütlichkeit steht im Vordergrund bei einem Ausflug im Wohnmobil. Das ist auch im

Hohenloher Land so. Fotos: Anke Eberle

ist das hier ideal, die sind den ganzen

Tag unterwegs“, sagt er. „Sie haben

hier schon letztes Jahr Bekanntschaften

geschlossen und sich jetzt wieder

getroffen.“ Zum Essen säßen dann

aber wieder alle an einem Tisch, bemerkt

er schmunzelnd.

Ebenfalls mit Kindern unterwegs

sind Heiner und Anne Braungast

aus Weil der Stadt. Gemeinsam mit

den Enkelsöhnen Till und Nils sitzen

sie vor ihrem Wohnmobil und genießen

ihr selbstgegrilltes Abendessen.

„Von den vielen Angeboten nehmen

wir fast nichts in Anspruch – außer

den Brötchenservice“, sagt Anne

Braungast. Groß und Klein loben den

Campingplatz und die besondere Atmosphäre.

Heiterkeit herrscht, als

Nils betont, wie sauber die Toiletten

seien. „Er setzt eben Prioritäten.“

Roland Eger aus Erlangen wohnt

gleich nebenan. „Ich bin beruflich

hier. Das ist besser als ein Hotel, viel

entspannter“, betont er und genießt

weiter den Blick über die herrliche

Landschaft.

Anke Eberle

Ein Päuschen bei selbstgegrilltem Abendessen

ist bei Wohnmobil-Urlaubern

besonders beliebt. Da lässt sich auch die

Umgebung genießen.

HERZLICH WILLKOMMEN

Wohnmobilstellplatz

am Frickentalplatz Niederstetten

6 kostenfreie, zentrumsnah aber ruhig gelegene Stellplätze mit Versorgungsstationen, modernen Sanitäreinrichtungen sowie Entsorgungsstation

Niederstetten, mitten im Hohenloher Land, zwischen Tauber und Jagst gelegen, ist idealer Ausgangsort für Tagestouren in

die Feriengebiete Liebliches Taubertal, Franken und das Jagstal. Jakobsweg und Romantische Straße sowie ein gut

ausgebautes Rad- u. Wanderwegenetz locken. Nahegelegene hist. Stätten und Städte sowie Kunstschätze lassen erahnen,

dass man sich in altem Kulturland befindet. Ein hochwertiges Kulturangebot, Märkte und Feste, Badeseen und

Freizeitangebote laden zum Feiern und Verweilen ein.

www.niederstetten.de Stadt Niederstetten Albert-Sammt-Str.1 97996 Niederstetten Tel.: 09732.91020 info@niederstetten.de

2017

73


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

Das Öhringer Unternehmen

HRZ baut

Sprinter zu Wohnmobilen

um.

Foto: HRZ-Reisemobile

GEHT NICHT?

GIBT‘S NICHT!

Die Hohenloher Firma HRZ Reisemobile verwirklicht individuelle

Kundenwünsche in Sachen Wohnmobile. Sie bauen um, gestalten

neu – alles so, wie es der Kunde wünscht.

HRZ Reisemobile ist der Spezialist für hochwertige und

anspruchsvolle Reisemobile auf Basis des Mercedes-

Benz Sprinters. Das in der Branche renommierte Unternehmen

produziert bereits seit über 44 Jahren kompakte

Reisemobile. Die Philosophie der Manufaktur basiert auf der

vieljährigen Campingerfahrung seiner Gründer und dem beständigen

Streben der Mitarbeiter, Trendsetter bei neuesten

Entwicklungen zu sein. Makellose Verarbeitung, praktische

Raumaufteilung, hohe Sicherheit gepaart mit neuartigen

Technologien und Komfort sowie attraktives und modernes

Design stehen dabei im Vordergrund.

„Zu uns kommen Kunden, die auf der Suche nach einem

innovativen Reisemobil sind“, sagt Geschäftsführer Elia

Akkawi. Über 200 Möbeldekore, mehr als 100 Bodenbeläge

und unendliche Kombinationsmöglichkeiten bei den

Sitzstoffen stehen den Kunden dabei zur Verfügung. Insgesamt

zwölf Serienmodelle umfasst die HRZ-Manufaktur.

Jedes dieser Modelle bietet das passende Reisemobilkonzept

für unterschiedlichste Wünsche und Ansprüche. So

ist beispielsweise der HRZ Dream für Paare mit hohem

Komfortanspruch konzipiert, der HRZ Star für Familien

und der HRZ Freedom für Weltreisende optimiert.

Parallel zu den Serienmodellen baut das Öhringer Unternehmen

auch ganz individuell nach Kundenwunsch. Das

flexible und kreative Team passt den Ausbau an unterschiedlichste

Bedürfnisse an. „In unserer Manufaktur

realisieren wir alles technisch Machbare“, berichtet der

Unternehmenschef stolz. Auf diese Weise entstehen in

liebevoller Handarbeit behindertengerechte Modelle und

besondere Büro- und VIP-Fahrzeuge. Motorsport- und Allrad-Reisemobile

und andere ausgeklügelte Lösungen runden

das Paket rund ums Reisemobil ab. Anke Eberle

74 2017


AUSBLICK: NEUER STELLPLATZ

In Niederstetten ist 2016 ein neuer Wohnmobilstellplatz in

Betrieb genommen worden. Reisende auf vier Rädern haben

jetzt noch mehr Übernachtungsmöglichkeiten in Hohenlohe.

Wohnmobilfreunde dürfen

sich über einen neuen

Stellplatz in Niederstetten

freuen. Der Ort mit seinen neun Teilgemeinden

liegt idyllisch mitten im

Hohenloher Land, zwischen Tauber

und Jagst. Er ist ein idealer Ausgangspunkt

für Tagestouren in die Feriengebiete

Liebliches Taubertal, Franken

und das Jagsttal.

Der Wohnmobilstellplatz Frickentalplatz

Niederstetten wurde 2016 in

Betrieb genommen und verfügt über

insgesamt sechs Stellplätze mit einer

Größe von bis zu acht Metern. Die

technische Ausstattung ist auf dem

neuesten Stand. Reisende erwartet

ein voll gepflasterter Platz, der mit

WCs und Duschen ausgestattet ist.

Zentrumsnah und dennoch ruhig gelegen,

können Einkaufsmöglichkeiten,

Gastronomie und Ärzte fußläufig

erreicht werden. Eine Reservierung

ist nicht notwendig, um eine Anmeldung

im nahegelegenen Gasthaus Löwen,

das zirka eine Minute vom Platz

entfernt in Sichtweite liegt, wird jedoch

gebeten. Der Standplatz selbst

ist kostenfrei, Extrakosten entstehen

bei Nutzung der Duschen und

der Entnahme von Frischwasser

und Strom. Hunde sind

erlaubt. Anke Eberle

Auf zum neuen

Stellplatz in

Niederstetten. Da

lacht das Herz.

Foto: H+S Tourismus/ Schultz

GAILDORF –

ein Besuch wert!

in Rot am See-Musdorf

– ältester und größter Jahrmarkt

in Hohenlohe-Franken –

7. – 12. Oktober 2017

(Montag Ruhetag)

www.rotamsee.de

„Kultur im Bürgerhaus“ in Rot am See

13. Januar Mark‘n‘Simon – MusikComedy

10. Februar Die schrillen Fehlaperlen –

„Friede, Freude, Pustekuchen“

17. März Hans Gerzlich – „So kann ich nicht arbeiten!“

5. Mai Sia Korthaus - „Sorgen? Mache ich mir morgen!“

3. Nov. Matthias Jung – „Generation Teenietus-

Pfeifen ohne Ende ?!“

1. Dezember Chanson-Abend über Hildegard Knef –

So oder so ist das Leben!

Karten und Informationen: Rathaus Rot am See

Tel. 07955 381-11

Ganzjähriger

Reisemobilstellplatz

im Zentrum des

Limpurger Landes

• Mineralfreibad Gaildorf

• Altes Schloss

• Museen

• Wandern und Radfahren

• ruhig und zentral

• Sehenswürdigkeiten und Geschäfte

in 5 Minuten zu Fuß erreicht

• direkt am Kocher-Jagst-Radweg

gelegen

• keine Entsorgungs-, Frischwasser-,

Stellplatz- und Stromgebühr

• An- und Abfahrt jederzeit möglich,

ohne An- und Abmeldung

• geeignet für sehr lange Mobile

Kontakt:

tourist@gaildorf.de · Telefon 07971 / 235-0 · www.gaildorf.de


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

DER WIND WEIST

DEN WEG

Eine Fahrt im Ballon ist ein einmaliges Erlebnis. Die Welt

scheint einem zu Füßen zu liegen. Es ist ein Perspektivwechsel,

der sich lohnt.

Kultur, Natur &

jede Menge

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Jagsthausen

und

Bad Mergentheim

76 2017


Als gebürtige Schwäbisch Hallerin

kenne ich Hohenlohe wie

meine Westentasche. Kein

Wunder, wenn man – wie ich – einen

großen Teil der Kindheit in der Natur

verbracht hat: Sei es beim Reiten

durch die Wälder, beim Weinlesen in

Heuholz, beim Radfahren quer durchs

Hohenloher Land. Doch an einem heißen

Septemberabend des vergangenen

Jahres lerne auch ich Hohenlohe

von einer ganz neuen, mir bislang unbekannten

Seite kennen.

Rudi Höfer ist ein erfahrener Ballonpilot.

Seit über 25 Jahren fährt er Passagiere

durch die Lüfte – und zaubert vielen ein

Lächeln ins Gesicht. Fotos: Lydia-Kathrin Hilpert

Es geht hoch hinaus: Rudi Höfer

vom gleichnamigen Ballonteam aus

Schwäbisch Hall hat mich eingeladen.

Doch bevor es soweit ist, heißt

es erst einmal: den Ballon startklar

machen. Der Aufbau dauert zirka

eine halbe Stunde. Alle packen mit

an. Dann, endlich, geht es los.

Binnen Sekunden trägt uns der Wind

von unserem Startplatz unterhalb des

Diakonie-Klinikums gen Westen. Die

Altstadt von Schwäbisch Hall liegt

uns zu Füßen. Das Bild ist einmalig.

„Wunderschön“, findet auch Hans

Firnkorn, einer der Mitfahrenden. Für

den Geschäftsführenden Gesellschafter

der Löwenbrauerei Hall ist es

nicht die erste Fahrt im Ballon – dennoch

ist es auch für ihn immer wieder

ein Erlebnis, erzählt er.

Es ist unerwartet ruhig im Korb. Nur

über unseren Köpfen ertönt immer

wieder das Rauschen des Doppelbrenners,

der die Luft des Balloninneren

erhitzt. Rudi Höfer deutet

nach links, mal nach rechts. „Da hinten

ist Waldenburg“, erklärt er. Schemenhaft

zeichnet sich die Kulisse des

Schlosses ab.

Der gelbe Heißluftballon, der vor wenigen

Minuten gestartet ist, gleitet

jetzt in rund 750 Metern Höhe dahin.

Hohenlohe wirkt winzig unter uns –

wie eine Miniaturwelt. Rudi Höfer

erzählt von seinen Fahrten, die er

in der Vergangenheit unternommen

hat: davon, wie er in China die Große

Mauer überquert hat oder wie es war,

über die Alpen zu fahren. Seit 1990

ist er Ballonpilot – und zwar mit Leib

und Seele. Lydia-Kathrin Hilpert

Skitransport sicher & bequem

2017

77


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

Rätselhaftes Öhringen: Beim GPS-Teamspiel machen sich die Teilnehmer auf die Suche nach Hinweisen in der Altstadt. Foto: Stadt Öhringen

ÖHRINGEN NEU ERLEBEN

Normale Stadtführung? Kann jeder. In der Großen Kreisstadt

Öhringen gibt es nun die Möglichkeit, die Stadt bei einem

GPS-Spiel oder einer Lauschtour zu erkunden. Die guckmal-

Redaktion hat es ausprobiert.

Ein sprechender Kobold zeigt mir

meine eigene Heimatstadt. Was

ich mir nicht mal in meiner Kindheit

erträumt hatte, wird nun Realität.

Virtuelle Realität, um genau zu sein,

und zwar beim GPS-Spiel „Active-

Trail“. Hier kann man alleine oder in

einer Gruppe von bis zu fünf Spielern

auf Entdeckungstour durch Öhringen

gehen. Etwas globaler angelegt ist das

Ziel des Spiels: Nichts Geringeres als

die Rettung der Welt steht auf dem Programm.

Die Mission beginnt am Hotel

Württemberger Hof in Öhringen, wo

ich mit einem Tablet „bewaffnet“ werde.

Nachdem ich das Spiel öffne, erteilt

mir ein Kobold den Auftrag, Kristalle

zu sammeln, um damit ein Portal zu

schließen und die Erde vor Eindringlingen

zu schützen. Was sich wie ein Kindermärchen

anhört, entpuppt sich als

anspruchsvolle Schnitzeljagd, an der

man in jedem Alter Spaß haben kann.

Die Kristalle sind an verschiedenen

Punkten in der Öhringer Innenstadt

versteckt, zu denen ich mit einer

Karte auf dem Tablet gelange. Dort

angekommen, muss ich jeweils ein

Rätsel lösen und dafür teilweise an

den Häuserfassaden der Altstadt

nach Hinweisen suchen. Dabei lerne

selbst ich als gebürtiger Öhringer erstaunlich

viel Neues über meine Heimat.

Nach einiger Zeit weiß ich: Für

Ortsfremde bietet das GPS-Spiel eine

erstklassige Möglichkeit, die Stadt zu

entdecken – und das mit einer Menge

Spaß und Bewegung. Das Spiel führt

78 2017


mich durch die komplette Innenstadt

und an deren schönsten Punkten

vorbei. Vom Oberen Tor geht es zur

Stiftskirche, von dort an den Bahnhof,

zum Marktplatz, an die Schillerschule

und wieder zurück zum Marktplatz.

Im Team muss das Ganze sogar noch

mehr Spaß machen als für mich, der

ich alleine unterwegs bin. Nur deshalb,

da bin ich mir sicher, kann ich

am Ende auch keinen neuen High

Score aufstellen. Trotzdem habe ich

nach gut zwei Stunden alle Kristalle

gesammelt und die Welt vor dem Bösen

gerettet.

Ein Glück, denn ansonsten hätte ich

nicht mehr die Möglichkeit gehabt,

mir den zweiten digitalen Rundgang

durch Öhringen näher anzuschauen.

Zur Landesgartenschau 2016 entwickelte

die Stadt die sogenannte

Lauschtour, eine Art Audioguide fürs

Smartphone. Das geht denkbar einfach:

Lauschtour-App herunterladen,

Stadtführung Öhringen installieren,

Kopfhörer einstöpseln und schon

kann es losgehen. Während der Tour

achte ich zum ersten Mal bewusst

auf einige Details an den historischen

Fachwerkhäusern der Altstadt, die

mir vorher – in über 20 Jahren – nie

aufgefallen waren. Die Tour, die auch

einige O-Töne „echter“ Öhringer beinhaltet,

führt mich unter anderem

zur ehemaligen Schmiedewerkstatt

Pflaumer, zum Hoftheater und zu den

erhaltenen Teilen der Stadtmauer –

alles Orte, die nicht nur für Einheimische

interessant sind, aber über

deren Hintergründe ich nie Bescheid

wusste. Das hat sich heute zum Glück

geändert. Öhringen auf diese Weise

zu entdecken, lohnt sich definitiv –

egal, ob man es vorher schon kannte

oder nicht. Michael Bächle


Hohenlohe hat viel zu bieten.

In Schwäbisch Hall sind etwa

die Kirche Sankt Michael und

der Marktplatz toll. Aber

auch die kulturelle Vielfalt

mit Theatern, Konzerten und

Museen ist wunderbar. Und

die Landschaft gefällt mir.

Gunter König (70)

aus Schwäbisch Hall


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Alte Stadt modern gelebt

In Schrozberg trifft Tradition auf Modernität, Geschichte auf Gegenwart.

Wer beides mag, wird das Städtchen lieben.

Fotos: br.concept e.K. / Werbeagentur Wallhausen, Stadt Schrozberg

Auf mehr als 120 Kilometer bestens ausgebauten

Rad- und Wanderwegen können

Gäste wie Einheimische die Schönheit

Schrozbergs entdecken. Natur pur erleben,

historische Bauten und märchenhafte

Schlösser erkunden – in Schrozberg wird

es so schnell nicht langweilig.

Geschichtsträchtig Mittendrin, eingebettet

im Ortskern von Schrozberg, liegt

das ehemalige Wasserschloss. Das prächtige

Gebäude samt Berlichinger Turm und

schmucker Parkanlage war einst Heimat

geschichtsträchtiger Adelsfamilien. Heute

ist das Schloss Austragungsort attraktiver

Ausstellungen, unterhaltsamer Theateraufführungen

und schwungvoller

Konzerte. Nicht minder sehenswert ist ein

anderes Wahrzeichen von Schrozberg: die

Stadtpfarrkirche mit ihrem imposanten

Zwiebelturm. Sie bietet Pilgern einen besinnlichen

Ort der Einkehr auf ihrem Weg

auf dem durch Schrozberg führenden Jakobsweg.

Auch Schloss Bartenstein fasziniert:

Ein Rundweg durch Bartenstein ist

durch Haustafeln an den Gebäuden markiert.

Die naturkundlichen Besonderheiten

des Orts zeigt der Lehrpfad „Auf Spurensuche

im Ettetal“ im Ortsteil Ettenhausen.

Stadtverwaltung Schrozberg

Krailshausener Straße 15

74575 Schrozberg

Tel. 07935 / 7070, info@schrozberg.de

www.stadt-schrozberg.de


HOHENLOHE AKTIV ERLEBEN

AUF DIE PLÄTZE, FERTIG …!

Die schöne Landschaft Hohenlohes lädt naturgemäß dazu ein,

sich draußen zu bewegen. Klar, dass da auch die Sportevents

für jedermann in Hohenlohe Besucher anziehen.

Über 3000 Teilnehmer aus aller

Welt lockt der ebm-papst

Marathon jedes Jahr ins beschauliche

Niedernhall, von wo aus

die Strecke durch das Kochertal führt.

Sicherlich nicht die schlechteste Kulisse

für die Läufer, die über die volle

oder halbe Marathondistanz, als Zweier-Team

(26+16 Kilometer) und über

zehn Kilometer an den Start gehen

können. Darüber hinaus erfreuen sich

die Wettbewerbe für Handbiker, Inliner

und Nordic Walker sowie für Kinder

aller Altersklassen großer Beliebtheit.

Das Laufwochenende mit breitem

Rahmenprogramm findet dieses Jahr

am 9. und 10. September bereits zum

22. Mal statt.

Ein etwas jüngeres Lauf-Event ist

der 3-Berge-Cup der Stadtwerke

Schwäbisch Hall. Drei Läufe an drei

aufeinanderfolgenden Samstagen

in drei verschiedenen Gemeinden

rund um die Stadt sorgen für echtes

Wettkampffeeling. 2017 geht es am

1. April in Michelbach an der Bilz, am

8. April in Sulzdorf und am 15. April

in Obersontheim um den begehrten

Wanderpokal.

Für vielseitige Sportler bietet sich

der Ziehl-Abegg-Triathlon in Waldenburg

an, der in diesem Jahr am 16.

Juli stattfindet und auch als Staffel

absolviert werden kann. Ein besonderes

Privileg für alle Starter sind die

500 Meter Schwimmen zu Beginn, die

im idyllisch gelegenen Neumühlsee

absolviert werden. Anschließend stehen

noch 20 Kilometer Radfahren und

fünf Kilometer Laufen durch die reizvolle

Landschaft der Waldenburger

Berge auf dem Programm.

Der ebm-papst Marathon ist das größte Sportevent in Hohenlohe. Foto: ebm-papst

Auch für Neues ist in der Sportlandschaft

Hohenlohes noch Platz. Das

Unternehmen Würth Elektronik veranstaltet

2017 zum ersten Mal das

Radtourenfahren „WEBike“. Am 28.

Mai geht es hier auf drei Strecken

um Niedernhall, die bei Länge und

Anspruch variieren. Ein echter Klassiker

unter den Hobbyradfahrern ist

mittlerweile die Tour de Hohenlohe.

Diese Erlebnistour findet seit 2007

auf wechselnden Strecken statt, in

diesem Jahr auf einem Rundkurs mit

Start und Ziel in Langenburg am 9.

und 10. September. Michael Bächle

80 2017


AUF ASPHALT

DURCH DIE NATUR

Die Autoroute Idyllische Straße im Schwäbischen

Wald feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag.

Zum alten Eisen gehört sie aber noch lange nicht.

Eine Tour auf der Idyllischen Straße bietet tolle Panoramablicke

über das Limpurger Land, wie hier bei Oberrot. Foto: Gemeinde Oberrot

Oft versprechen klangvolle Eigennamen nicht das,

was sie letztendlich halten können. Ganz anders bei

der Idyllischen Straße. Der über 100 Kilometer lange

Rundkurs durch den Schwäbischen Wald bietet abseits

verkehrsreicher Straßen die richtige Gelegenheit, um den

Alltag hinter sich zu lassen und das Leben trotz Fuß am Gaspedal

zu entschleunigen. Bereits im Jahre 1967 wurde die

Autoroute eingeweiht. Seitdem verläuft die Idyllische Straße

unter anderem durch den südlichen Teil des Landkreises

Schwäbisch Hall und macht auch einen kurzen Abstecher in

den Hohenlohekreis.

Die Route schlängelt sich durch malerische Täler und Wälder,

kleine Dörfer und Weiler, vorbei an Mühlen und Badeseen

und bietet mehrere eindrucksvolle Aussichtspunkte

an. Ganz klar: Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre

Kosten. Doch nicht nur mit Auto und Motorrad kann die

gut ausgeschilderte Strecke abgefahren werden, auch ein

Radweg entlang des Kurses ist vorhanden. Insgesamt 18

Wanderwege unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit

runden das Naturerlebnis Idyllische Straße ab. Ihr zum

runden Geburtstag einen Besuch abzustatten, lohnt sich

also allemal.

Michael Bächle

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Eine gelungene Landpartie

Fernab von Großstadtlärm und Abgasen finden Touristen in

Sulzbach-Laufen ein Stück heile Welt.

Wer einen Ausflug ins Grüne plant, ist in

Sulzbach-Laufen, der idyllischen Gemeinde

im Kochertal, genau richtig. Die Kochertaldraisine,

die zwischen Laufen und Untergröningen

aus eigener Muskelkraft betrieben

wird, ist eines von vielen Highlights

der Gemeinde. Auf der höchsten Erhebung

der Region Heilbronn-Franken und des

Landkreises Schwäbisch Hall ist der Altenbergturm

mit 42,5 Meter Höhe zu finden.

Die Schlosskirche in Schloßschmiedelfeld

liefert mit ihrer altertümlichen Atmosphäre

einen bleibenden Eindruck bei Jung und

Alt. Für die Kleinen sei als einer von vielen

der Spielplatz im Teilort Laufen genannt.

Mit seiner „kleinen Kransburg“ lässt er jedes

Kinderherz höher schlagen.

Natur erleben Die Wanderwege „Wasserwelt“

und „Natur und Tradition“ sowie

der Waldlehrpfad laden in die Natur

ein. Auf den Wegen erhält man Informationen

über den Wasserkreislauf und die

13 Quellen von Sulzbach-Laufen oder über

den Wald mit seinen Erzeugnissen und

Bewohnern. Inmitten einer Blumenwiese

platziert, befindet sich der nächste Höhepunkt:

ein überdachter und von Künstlerhand

bearbeiteter Holzpavillon direkt an

der Picknickstation. Er bietet für etwa 20

Personen Platz zum Entspannen.

Gemeinde

Sulzbach-Laufen

Eisbachstraße 24

74429 Sulzbach-Laufen

Tel. 07976 / 910750

info@sulzbach-laufen.de

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KULTURELLE HIGHLIGHTS

„Die Tochter des Salzsieders“ wurde 2016 auf der Großen

Treppe gespielt. Foto: Freilichtspiele Schwäbisch Hall/Jürgen Weller Fotografie


WO KULTUR KULT IST

Ob Profi- oder Laientheater, ob schnuckliges Museum oder

gigantische Sammlung, ob familiäres Konzert oder riesiges

Festival, ob Straßenfest oder Mega-Event – unsere Region bietet

einfach alles.


KULTURELLE HIGHLIGHTS

DOLLS KOSMOS

Seit August 2016 haben die Freilichtspiele Schwäbisch

Hall einen neuen Intendanten – den 44 Jahre alten

Christian Doll, der vorher die Gandersheimer

Domfestspiele im Bundesland Niedersachsen

leitete. Im Mai beginnen die Proben und

im Juni die Aufführungen der Saison 2017.

Man darf gespannt sein, was Doll sich hat

einfallen lassen.

Foto: Gela Megrelidze

Früh übt sich, wer ein Meister werden

will. Dieses Sprichwort trifft

dermaßen auf Christian Doll zu,

dass es eigens für ihn erfunden worden

sein könnte. An einem Mittwochvormittag

im Herbst erinnert sich der

44-Jährige in seinem neuen komfortablen

Büro: „Als ich in der fünften Klasse

war, haben wir ein Krippenspiel in

meinem Elternhaus für einen guten

Zweck veranstaltet.“ Die Fernsehecke

war das Herodesschloss, Nachbarn

wurden eingeladen und ein Körbchen

ging herum. „Das gesammelte Geld

wollten wir Blinden spenden“, erzählt

Doll. Schon damals habe er sich freiwillig

um Organisation und Realisierung

des heimischen Theaterstücks gekümmert.

„Ich war immer jemand, der das

große Ganze gedacht hat“, sagt der

Wahl-Schwäbisch-Haller und charakterisiert

sich damit selbst.


Ich war immer jemand,

der das große Ganze

gedacht hat.


Wo einst sein Vorgänger Christoph

Biermeier saß und mit Ideen

für die zweitältesten Freilichtspiele

Deutschlands jonglierte, hat sich seit

August vergangenen Jahres Christian

Doll niedergelassen. In die Siederstadt

gelockt hat den zweifachen

Vater unter anderem die Aussicht,

dass bald ein neues Globe-Theater

gebaut werden soll. „Eine Spielstätte,

die Neues sowie andere Erzählweisen

und Stoffe ermöglicht“, habe

ihn gereizt. Außerdem habe der Zeitpunkt

gut gepasst – auch privat, da

seine beiden Söhne noch nicht zur

Schule gehen. Nicht zuletzt habe

auch die Stadt Schwäbisch Hall selbst

Einfluss auf die Entscheidungsfindung

gehabt. Denn diese hat laut Doll

eine tolle Atmosphäre, kulinarisch ist

viel geboten, die Lebensqualität ist

hoch und man kann viel mit der Fa-

84 2017


milie unternehmen. „Die Stadt hat

was Idyllisches“, findet der Intendant.

Auch von seinen Kollegen bei

den Freilichtspielen wurde er mit offenen

Armen empfangen, erzählt der

Theaterleiter. Nun freut sich der gebürtige

Düsseldorfer auf die Herausforderung,

die vor ihm liegt. „Es ist

viel zu tun, aber man muss es anpacken“,

ist Doll überzeugt. Genaueres

zum Spielplan der Saison 2017 kann

er zu diesem frühen Zeitpunkt nicht

verraten. Nur so viel, dass es anlässlich

des 500. Jahrestags der Reformation

ein großes Projekt über Johannes

Brenz geben wird, was er als guten

Einstieg sieht, Schwäbisch Hall kennenzulernen.

Natürlich werden auch

wieder Musik- und Kinderstücke gezeigt

– Zweitere übergangsweise in

einem Zelt des hiesigen Circus Compostelli

im Teurershof, einem Stadtteil

Schwäbisch Halls. 2018 dann, so

ist es zumindest geplant, wenn das


Es ist ein großer Kosmos,

wo viele Fragen, Bilder,

Geschichten und Erlebnisse

herumschwirren und

sich Dinge begegnen.


neue Globe steht, wird das Theater

für die kleinen Zuschauer an seine

gewohnte Spielstätte zurückkehren.

„Die Freilichtspiele inszenieren sich

jedes Jahr neu“, stellt Doll fest. Somit

habe man auch jedes Jahr eine neue

Chance. Man sieht dem ehemaligen

Intendanten aus dem niedersächsischen

Bad Gandersheim an, dass er

große Lust darauf hat, diese zu nutzen,

spürt die Leidenschaft, mit der

er seine neue Aufgabe in Angriff nehmen

möchte, den Tatendrang und die

Vorfreude in seinen dunklen Augen.

„Für mich ist Intendant ein Beruf,

der gleichzeitig Berufung ist“, antwortet

Christian Doll auf die Frage,

was eigentlich die Quelle seiner Inspiration

ist. Das, was er wahrnehme,

verknüpfe er mit seinen Gedanken.

„Es ist ein großer Kosmos, wo viele

Fragen, Bilder, Geschichten und Erlebnisse

herumschwirren und sich

Dinge begegnen.“ Olga Lechmann

im Stadt-gut-Hotel und Gasthof

Goldener Adler

03.02.2017

Sherlock Holmes und die

vergiftete Maultäschlesupp

31.03.2017

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KULTURELLE HIGHLIGHTS

IMMER WIEDER GÖTZ

67 Jahre haben sie mittlerweile auf dem Buckel – und sind mit

ihrem abwechslungsreichen Programm überaus erfolgreich.

Eine Konstante gibt es dennoch bei den Burgfestspielen.

Wo einst ein Ritter mit einer

eisernen statt einer echten

Hand lebte, kommen heute

tausende Menschen aus allen Himmelsrichtungen

zusammen. Sie sehen

von Juni bis August unter freiem

Himmel anderen – verkleideten und

geschminkten – Menschen dabei zu,

wie sie vor jahrhundertealter Kulisse

Meilensteine der Literatur- oder Filmgeschichte

zum Leben erwecken. Die

Rede ist natürlich von der Götzenburg

und den Burgfestspielen Jagsthausen.

Diese sind eine feste Institution

und Pflichtveranstaltung mit roten

Kreuzen im Kalender für viele Kulturinteressierte

in der 1800-Einwohner-Gemeinde

im Landkreis Heilbronn

und weit darüber hinaus. Gegründet

durch den Heimat- und Verkehrsverein

Jagsthausen, Träger der Burgfestspiele,

wurde im Jahre 1950 die erste Spielzeit

der professionellen Freilichtbühne

eröffnet.

67 Jahre später ist das Theater erfolgreich

wie eh und je – und wartet

mit einem abwechslungsreichen und

alle Generationen ansprechenden

Programm auf: Von einer Welturaufführung

über weitere eigene Produktionen,

erfolgreiche Gastspiele bis

hin zu den seit jeher beliebten Kinderstücken

erstreckt sich der Spannungsbogen.

Zwischen dem 1. Juni

und dem 27. August werden an der

Jagst insgesamt 79 Aufführungen im

Burghof sowie im Gewölbe der Götzenburg

geboten.

Eröffnet wird die Spielzeit 2017 mit

dem Musical „Catch me if you can“,

eine Gaunerkomödie mit theatereigener

Livemusik, actionreichen

Verfolgungsjagden und einer raffinierten

Geschichte nach einer wahren

Begebenheit. Insgesamt sind 15

Aufführungen geplant. Mit „Die Analphabetin,

die rechnen konnte“ des

schwedischen Schriftstellers Jonas

Jonasson zeigen die Burgfestspiele

am 10. Juni eine Welturaufführung

als Eigeninszenierung, für die Axel

Schneider, Künstlerischer Leiter der

Festspiele, verantwortlich zeichnet.

Darüber hinaus werden „Backbeat –

Die Beatles in Hamburg“, „Goethes

sämtliche Werke … leicht gekürzt“,

Jules Vernes „In 80 Tagen um die

Welt“, „Pettersson, Findus und der

Hahn“ sowie „Ziemlich beste Freunde“

auf die Open-Air-Bühne gebracht.

Letzteres Stück ist am 3. und 4. sowie

am 16. und 17. Juli zu sehen.

Und natürlich darf ein Schauspiel

wieder keinesfalls fehlen: Der „Götz

von Berlichingen“ steht auch in der

68. Saison auf dem Spielplan – diesmal

mit einer Neuinszenierung in der

Regie von Peter Dehler. Premiere ist

am 23. Juni. Olga Lechmann

Burgschauspiele

Mehr Informationen gibt es im Internet

auf www.burgfestspiele-jagsthausen.de

Auch in der 68. Saison darf der „Götz von

Berlichingen“ auf dem Spielplan nicht

fehlen. Foto: Burgfestspiele Jagsthausen

86 2017


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angeboten. Und von Oktober

bis März kann man an jedem 1. Samstag

im Monat um 19.15 Uhr den Nachtwächter

auf seinem abendlichen Rundgang

begleiten. Treffpunkt ist jeweils vor

der Tourist Information am historischen

Marktplatz. Für Gruppen stehen thematische

Führungen zur Verfügung. Diese

können auch mit speziellen Gruppenangeboten

ergänzt werden. Zu den angesagtesten

Führungen gehören die in historischer

Kleidung wie „Mit einem Sieder

durch die Stadt“, „Eine Siedersmagd plaudert

aus dem Nähkästchen“ oder „Mit dem

Badersweib ins Feindesland“. Mitmachen

ist bei letzterer ausdrücklich erwünscht.

Die Stadtführer tragen ein traditionelles

Gewand und versetzen die Gäste so auch

optisch in längst vergangene Zeiten. Ganz

neu 2017 ist die Führung „Margarethe

Brenz erlebt die Reformation in Schwäbisch

Hall“ im Zuge des Reformationsjubiläums.

Die Stadtführerin im Gewand

nimmt Sie mit in die Biographie dieser geschätzten

Frau und in die reformatorischen

Geschehnisse dieser Zeit. Weiterer großer

Beliebtheit erfreut sich der viereinhalbstündige

Rundgang „Hall is(s)t gut – Ein

kulinarischer Streifzug durch Schwäbisch

Hall“. Hier werden regionale Spezialitäten

und Stadtführung miteinander kombiniert.

Genaue Termine sind auf der Internetseite

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selbst einen Eindruck und erleben Sie 2500

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ist besonders beliebt.

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Schwäbisch Hall

2017

Highlights

Schwäbisch Hall

19.2. Hallia Venezia

22.–26.3. Int. JazzArtFestival

6. /7. 5. Haller Frühling

6. /7. 5. Süddeutscher Käsemarkt

2. – 5.6. Kuchen- und Brunnenfest

24.5. Kinderfest

Juni–August Freilichtspiele

21.–24.7. Jakobimarkt

26.8. Sommernachtsfest

1.–3.9. Int. Vorderladerschießen

17.9. Freundschaftstag

23./24.9. Backofenfest

29.9.–1.10. Haller Herbst

8.10. Tag des Salzes

14.10. Lange Kunstnacht

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Heilbronn, Ausfahrt Schwäbisch Hall

2017

87


KULTURELLE HIGHLIGHTS

„ICH SPIELE GERNE

BÖSE CHARAKTERE“

Eigentlich wollte sie gar nicht schauspielern. Ein

Zufall brachte sie zum Theater im Fluss in Künzelsau.

Heute ist Nadja Hrubesch dankbar dafür.

Theater im Fluss

Mehr Informationen finden

Sie im Internet unter

www.theater-im-fluss.com

Frau Hrubesch, wie kamen Sie dazu, bei Theater im Fluss mitzumachen?

Hrubesch: Ich war früher Mitglied des Ensembles der

Burgfestspiele Schloss Stetten und bin 2010 quasi zu Theater

im Fluss mitgekommen. Zu den Burgfestspielen geriet

ich allerdings durch einen Zufall. Mein ehemaliger

Partner hatte damals als Schauspieler dort mitgewirkt.

Eines Tages ging seine Brille kaputt, weshalb ich ihn zur

Probe fuhr. Dort angekommen gab es eine kurze Unterhaltung

mit dem Regisseur Franz Bäck und dann stand

ich auch schon mit dem Textbuch auf der Bühne. So

kam irgendwie eins zum anderen und ich blieb bei der

Gruppe. Mittlerweile sind es bereits sieben Jahre bei

Theater im Fluss.

Fotos: privat

Sei von Anfang an dabei!

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88 2017


Und wie haben Sie Ihr schauspielerisches Talent entdeckt?

Hrubesch: Gar nicht. Ich hatte ja nicht vor, schauspielerisch

tätig zu werden. Nach und nach hat dann aber die

gemeinsame Zeit im Verein dazu beigetragen, wie ich

heute bin. Durch Proben und Zusammenarbeit mit unserem

Regisseur Franz Bäck kam dann auch die eine oder

andere größere Rolle. Ich habe das alles sehr wertschätzend

erlebt.

Haben Sie auch mal mit dem Gedanken gespielt, Ihr Hobby zum

Beruf zu machen?

Hrubesch: Natürlich habe ich schon daran gedacht. Aber

das wird nie passieren. Es wäre spannend, aber ich bin in

der Hinsicht ambivalent.

Sie sind berufstätig und arbeiten den ganzen Tag. Wie vereinbaren

Sie Job und Hobby miteinander?

Hrubesch: Es geht immer irgendwie. Ich weiß es nicht genau.

Manchmal geht es besser, manchmal ist es anstrengender.

Wie viel Zeit nimmt die Laienschauspielerei denn in Anspruch?

Hrubesch: Die Phase von März bis zur Premiere ist sehr

zeitaufwendig. Vieles steht hintenan. Heftig wird es ab

dreieinhalb Wochen vor der ersten Aufführung mit täglichen

Proben.

Welche war bisher die anspruchvollste Rolle, die Sie spielen

mussten?

Hrubesch: Jud Süß. Auch wegen des heißen Themas und

der Ungewissheit, wie das Stück ankommt. Ich musste

mich beispielsweise auch damit auseinandersetzen, wie

ich mir den jüdischen Slang, den Jud Süß hatte, aneigne.

Das habe ich dann über Youtube-Videos gelöst. Außerdem

musste ich lange Absätze sehr schnell sprechen. Aber wir

haben uns auch im Ensemble damit beschäftigt und das

hat mir Zuversicht gegeben.

Wie ist es für Sie, männliche Rollen zu spielen?

Hrubesch: Ich spiele die Hosenrollen genauso gerne wie

die weiblichen. Ich lasse mich darauf ein. Natürlich hole

ich mir Tipps von Männern. Die sind da sehr auskunftsfreudig

(lacht).

Haben Sie eine Traumrolle?

Hrubesch: Nein. Aber ich spiele gerne böse Charaktere.

Warum?

Hrubesch: Weil es Spaß macht, auf der Bühne Dinge zu

tun, die man im wahren Leben nicht tun würde oder nicht

tun darf.

Werden Sie eigentlich auf der Straße erkannt?

Hrubesch: Das ist tatsächlich der Fall. Wildfremde Menschen

sprechen mich in Künzelsau und Umgebung an der

Tankstelle oder auf der Straße an, stellen mir Fragen, äußern

aber auch Lob und Kritik. Zweitere nehme ich gerne

an, da sie oft konstruktiv ist. Interview Olga Lechmann

…ist mit d-c-fix® ganz einfach. Mit trendigen Designs auf

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KULTURELLE HIGHLIGHTS

KLEIN, ABER OHO

Nicht nur die Freilichtspiele Schwäbisch Hall verzaubern jede

Saison aufs Neue tausende Zuschauer. In Hohenlohe gibt es

etliche historische Open-Air-Bühnen. Drei Beispiele.

Seit mehr als 30 Jahren sind sie

aus dem Hohenloher Land nicht

mehr wegzudenken – die Burgschauspiele

Leofels bei Ilshofen. Um

das Stück „Die Reiter von Leofels“,

das aus seiner eigenen Feder stammt,

auf die Bühne bringen zu können,

hob Fritz Frank 1984 das Freilichttheater

aus der Taufe. Mittlerweile

besteht der Verein aus über 170 Mitgliedern.

Davon sind 49 als Schauspieler

oder hinter den Kulissen aktiv.

Das Repertoire der Burgschauspiele

Leofels setzt sich hauptsächlich aus

Theaterstücken mit regionalem Bezug

zusammen. Mit den Jahren und

der wachsenden Erfahrung wurde

das Laienensemble allerdings selbstbewusster

und traute sich auch an

populärere Werke wie „Die Tochter

des Salzsieders“ oder das auf dem

Kinderbuch von Paul Maar basierende

Stück „Eine Woche voller Samstage“

heran. Nach einer Unterbrechung,

während der die Burgschauspiele für

zwei Jahre von der Burgruine aufgrund

von Sanierungsarbeiten Abschied

nehmen mussten, kehrten sie

2016 mit den zwei Stücken „Schwabenkinder“

und „Oh wie schön ist

Panama“ schließlich an ihre vertraute

Spielstätte zurück. Dieses Jahr steht

„Die Päpstin“ unter der Regie von

Jan Käfer auf dem Programm. Das

Stück, das auf einem Roman von Donna

Woolfolk Cross basiert, wird vom

23. Juni bis zum 15. Juli gezeigt.

Etwas jünger als die Kollegen aus

Leofels ist die Theatertruppe Laienschauspiel

Mainhardter Wald, exakt

ausgedrückt 17 Jahre jünger. Rückblick:

Ende des Jahres 2002 traf

sich eine 30-köpfige Gruppe im Alter

zwischen 20 und 65 Jahren – mit

und ohne Schauspielerfahrung –, um

ihre gemeinsame Faszination für das

Stück „Die Räuber vom Mainhardter

Wald“ in ein konkretes Konzept münden

zu lassen. Nachdem zunächst

das Skript gelesen und Rollen verteilt

wurden, konnten schließlich die ersten

Proben vonstattengehen. Weil in

diesem Zuge die Frage nach der Organisation

der Gruppe laut geworden

war, fiel unvermeidbarerweise

der gemeinsame Entschluss, einen

Verein zu gründen. Dessen Geburtsstunde

war dann der 24. März 2003.

Auch der Ort, an dem die Stücke der

FREILICHTTHEATER AUF BURG BRATTENSTEIN

2017

Vollständiges Programm unter www.frankenfestspiele.de

Info & Karten: 09338/972855 22. Juni - 13. August

Die Dreigroschenoper

Theaterstück mit Musik von Bertolt Brecht / Kurt Weill

My Fair Lady

Musical in zwei Akten von Frederick Loewe / Alan J. Lerner

Der Brandnerkasper schaut ins Paradies

Volksstück von Joseph Maria Lutz

Zugaben, Gewölbekeller Röttingen

Sa, 14. Jan 2017, 19:30 Freifahrt im

Rad der Gedanken – Teresa Trauth

Fr, 10. Feb 2017, 19:30

Gatte gegrillt – Debbie Isitt

Junges Theater

19. - 22. März 2017

Kindertheater, diverse Spielorte

7. - 15. Mai 2017

Kinderfreilichttheater, Burg Brattenstein

90 2017


In der Saison 2015 brachten die Burgfestspiele

Schloss Stetten die Geschichte des

Casanova auf die Bühne. Fotos: Ralf Reichert

Laienschauspieler lebendig werden

sollten, war schnell gefunden: der

Gögelhof bei Ammertsweiler in der

Gemeinde Mainhardt. Dieser Hof

gehört zusammen mit einigen anderen

zu der Landschaft, die im 18.

Jahrhundert als der verschwiegene

Stammsitz der echten Räuberbande

vom Mainhardter Wald galt. Auf der

Grundlage der Erzählung eines gewissen

Egil Pastor, der Recherchen

zu der berühmt-berüchtigten Bande

angestellt hatte, schuf später Martin

Herrmann, Autor, Schauspieler und

Mitbegründer der Amateurgruppe,

das Stück „Die Räuber vom Mainhardter

Wald“. Dabei handelt es sich um

ein sogenanntes Stationentheater,

welches fortan an sieben verschiedenen

Standorten auf die Bühne gebracht

wurde und immer noch wird.

In dieser Saison steht allerdings die

Vorgeschichte „Aufstand im Mainhardter

Wald“ auf dem Spielplan der

Laiengruppe. Die Termine sind 16.,

17., 23., 24. und 30. Juni sowie 1. Juli.

Die Dritten im Bunde dieser Bühnen

unseres Landstrichs sind die Burgfestspiele

Schloss Stetten in Künzelsau.

Seit 1989 gibt es sie. Das erste

Stück trug den Titel „Hi Stetten – hi

Hohenloheund wurde vom Burgherrn

Wolfgang Freiherr von Stetten

selbst verfasst. Von den ursprünglich

nur sechs geplanten Vorstellungen

musste auf zwölf aufgestockt werden,

weil die Aufführung für unerwartet

große Begeisterung gesorgt hatte.

Mehr als 10 000 Zuschauer kommen

pro Saison zu den Burgfestspielen.

Nach 18 Jahren legte man schließlich

die alten heimatverbundenen, aber

erfolgreichen Stücke zu den Akten

und brach zu neuen Ufern auf, indem

man sich bekannten Literaturstoffes

wie Carl Zuckmayers „Schinderhannes“

annahm. Olga Lechmann

Juni Juli August 2017

Große Treppe

Brenz 1548

Maria, ihm schmeckt‘s nicht!

Don Camillo und Peppone

Urbanskirche

Judas

Haller Theaterzelt

Pinocchio

Lachen verboten!

Die Wahlverwandtschaften

Blue Moon - Unter dem blauen Mond


KULTURELLE HIGHLIGHTS

VON SCHUBERT BIS CRO

In Sachen Musikveranstaltungen lassen unsere Gefilde keine

Wünsche offen. Von Klassik über Blues bis hin zu Rap ist für

jeden das Richtige dabei.

Ob Violine, Gesang, Klavier oder

Posaune – die Konzerte des

Hohenloher Kultursommers

bieten für jeden Instrumenten- und

Musikgenre-Geschmack das

Richtige. Hochkarätige

Künstler, wie die Russische

Kammerphilharmonie

St. Petersburg und

der Pianist Haiou Zhang,

die die 31. Runde des Festivals

am 25. Mai eröffnen,

musizieren vor

geschichtsträchtigen

Kulissen wie

Klöstern, Kirchen,

Schlössern und

Burgen. Dabei verbinden

sich Musik,

Landschaft, Geschichte

und Raum

zu einer Einheit –

und lassen die Zuhörer

Musik an Orten

erleben, an denen sie

vor hunderten Jahren bereits erklungen

ist. Schwerpunkte in dieser Saison

sind Frankreich, die Reformation und

Vokalmusik. So findet auf Schloss Weikersheim

am 1. Juli das Musikfest

„Bonjour La France“ statt. Auch

der musikalische Nachwuchs

rückt wieder ins Rampenlicht.

In der Themenreihe „Junge Gesichter“

werden aufstrebende

Justus Frantz gastierte

mehrmals

beim Würth Open

Air. Foto: Carsten Heidmann

Solisten und Ensembles das Publikum

in ihren Bann ziehen, etwa beim internationalen

Wettbewerb für Violine im

Kloster Schöntal vom 24. August bis

zum 3. September. Seinen Abschluss

findet das Musikfestival am 1. Oktober.

Quantitativ reicht sie zwar nicht

ganz an den Hohenloher Kultursommer

heran, qualitativ steht die seit

20 Jahren existierende Schubertiade

auf Schloss Eyb dem Sommerfestival

allerdings in nichts nach. An

mehreren Sonntagen

zwischen Mai und September

taucht sich das in

privater Hand befindliche Schloss in

Dörzbach in eine musikalische Hülle.

Im Schlosshof, unter den Arkaden

oder im Schlosssaal wird musiziert.

Die junge fränkische Geigerin Martina

Trumpp, die selbst zur Spitzenklasse

zählt, nutzt als künstlerische

Leiterin ihre exzellenten Kontakte

zu ihresgleichen. Als Schubertiade

Besuchen Sie das

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in der Region

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Zeitreisen in die Vergangenheit

… dazu laden die historischen Gebäude im

Hohenloher Freilandmuseum ein. Originalgetreu

eingerichtet und umgeben von einem Gelände

mit Gärten, Feldern und vielen Tieren

vom Bauernhof bieten sie einzigartige

Einblicke in das Leben der Menschen

in früheren Jahrhunderten.

Hohenloher Freilandmuseum

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92 2017


werden eigentlich Musikfestspiele

tituliert, die eine Hommage an den

österreichischen Komponisten Franz

Schubert sind. Auch die Konzertreihe

im Eyb’schen Schloss bleibt dieser

Tradition treu. In der vergangenen

Saison huldigte beispielsweise

die Sopranistin Julia Küsswetter mit

ihrem Programm – neben Strauss,

Mendelssohn und Debussy – dem

Musiker der frühen Romantik. Neben

Vokal- und Instrumentalmusik wird

je nach Wetterlage im Hof oder unter

den Arkaden auch immer ein Musikfilm

gezeigt.

Wer mit vor hunderten Jahren verstorbenen

Komponisten nichts am Hut

hat, kommt in Hohenlohe im musikalischen

Sinne dennoch auf seine Kosten.

Denn es gibt einmal das Würth

Open Air in Künzelsau-Gaisbach und

das Bluesfest in Gaildorf. Ersteres

findet diesmal Ende Juli und nicht

wie in der Vergangenheit im Juni

statt und fällt mit einem weiteren bedeutenden

Ereignis zusammen – der

Einweihung des knapp 60 Millionen

Euro teuren Carmen-Würth-Forums

am 18. Juli, ein Kultur- und Kongresszentrum

des durch Schraubenhandel

international bekannt gewordenen

Unternehmens Würth. Während sich

die letzten Konzerte unter freiem

Himmel auf dem Betriebsgelände

des Konzerns abspielten, ziehen sie

2017 auf das Gelände der Großveranstaltungshalle

um, die zu Ehren der

Frau des Stiftungsaufsichtsratsvorsitzenden

Reinhold Würth benannt

wurde. Top-Act wird der 27-jährige

deutsche Rapper, Sänger, DJ und

Musikproduzent Cro sein. Carlo Waibel,

wie er mit bürgerlichem Namen

heißt, versteckt sein Gesicht hinter

einer Pandamaske, um nicht erkannt

zu werden. Den Durchbruch schaffte

er 2011 mit seinem Song „Easy“. Cro

kommt am 22. Juli zur 18. Auflage des

Musikevents nach Gaisbach, für das

10 000 Besucher erwartet werden.

Etwas kleiner als das dreitägige Freilichtkonzert

von Würth ist das Bluesfest

in Gaildorf Anfang Juli. Wie der

Name schon vorwegnimmt, handelt

es sich um eine Veranstaltung, die

dem Musikgenre Blues gewidmet ist.

Die Anfänge des im Zweijahresrhythmus

stattfindenden Bluesfests gehen

auf die 70er Jahre zurück. Organisiert

wird es von Ehrenamtlichen des Vereins

Kulturschmiede, der ebenfalls in

Gaildorf ansässig ist. Im Juni 2016 ist

das Event auf den Kocherwiesen von

einer Fachjury zum besten Bluesfestival

Deutschlands gekürt worden.

Dieses Jahr feiert es am 7. und 8. Juli

seinen 25. Geburtstag. Olga Lechmann

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Gartenschaustadt Öhringen

Das dynamische Zentrum im Herzen Hohenlohes ist besonders im Jahr

nach der Landesgartenschau einen Besuch wert.

Als ehemalige Fürstenresidenz ist Öhringen

schon lange eine bedeutende Stadt

auf der Hohenloher Landkarte. Das Städtchen

mit römischen Wurzeln bietet seinen

Besuchern ein besonderes Flair, vor

allem im Jahr nach der Landesgartenschau.

Mit der spätgotischen Stiftskirche,

dem Renaissance-Schloss, dem Hofgarten

und dem Oberen Tor zeigt sich die Große

Kreisstadt von ihrer schönsten Seite. Das

geschichtsträchtige Ambiente umrahmt

beliebte Veranstaltungen. Beim jährlichen

Weindorf lässt sich der Sommerabend bei

einem Hohenloher Tropfen genießen. Wer

Öhringen und seine Geschichte besser kennenlernen

möchte, wählt am besten eine

Stadtführung oder die neue Lauschtour-

App. Stadtführungen werden von Mai bis

Oktober (jeweils am zweiten und vierten

Sonntag im Monat) angeboten. Themenführungen

präsentieren die Besonderheiten

der Stadt: Von Kulinarik über Baukunst,

Mundart und Nachtwächterbräuche reicht

die Palette. Auch die Museen entführen

in vergangene Zeiten. Das Weygang-

Museum zeigt eine bedeutende Zinn- und

Fayencesammlung. Das monumentale, farbige

Limes Tor ist für Römerinteressierte

ebenfalls einen Besuch wert.

Große Kreisstadt Öhringen

Tourist-Information

Marktplatz 15, 74613 Öhringen

Tel. 07941 / 68-118, Fax 07941 / 68-176

tourist@oehringen.de, www.oehringen.de

2017

93


KULTURELLE HIGHLIGHTS

WIE PHÖNIX AUS DER ASCHE

Ihre Band gibt es länger, als manche Paare verheiratet sind.

2017 feiert das Ensemble Annâweech 22-jähriges Bestehen.

Bandleader Frank Winkler plaudert aus dem Nähkästchen.

Wo in gut acht Stunden der Duft von Gulaschsuppe,

Zwiebelkuchen sowie Käsespätzle gemischt

mit dem Klang von Lachen, Unterhaltungen

und Besteckgeklapper den Raum erfüllen wird,

herrscht beim Hereinkommen an diesem Freitagvormittag

fast andächtige Stille. Nicht

weniger einladend sind deshalb jedoch

Hat sich das Gitarrespielen selbst beigebracht:

Frank Winkler ist Bandleader der Hohenloher

Mundartgruppe Annâweech. Foto: Olga Lechmann

die rustikalen Holzstühle und -tische mit

den charmanten Platzdeckchen und Kerzen.

Dieses urige Ambiente ist es, was Winklers

Weinstube in Forchtenberg charakterisiert.

Wirt Frank Winkler alias Molle kommt in

legerer Kleidung – blaues Poloshirt,

schwarze Weste und graue Hose

– die Treppe hinunter. Seine

Frau Sigrid, mit der er seit

35 Jahren verheiratet

ist, wie er später verrät,

ist bereits fleißig

in der Küche zugange.

Bei einem leckeren von

Winklers Gattin zubereiteten

Milchkaffee

beginnt der 61-Jährige

seinen rhetori-

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schen Ausflug in die Vergangenheit. „Annâweech ist wie

Phönix aus der Asche entstanden“, vergleicht der Sänger.

Denn aus einer alten Musikgruppe sei kurzerhand eine

neue hervorgegangen. Aber der Reihe nach: Winklers Ex-

Band wollte sich damals auflösen. Doch zuvor hatte sie

noch eine CD aufgenommen, die auf wundersame und für

die fünf Mitglieder bis heute nicht nachvollziehbare Weise

beim ehemaligen Süddeutschen Rundfunk gelandet

war. Es folgte eine Einladung ins Studio. Doch was sollte

die Band, die praktisch nicht mehr existierte, im Radio erzählen?

„Die Story vom Pferd“ natürlich, wie es Molle beschreibt,

der gerne mit den Händen „redet“. „Noch auf der

Hinfahrt nach Stuttgart haben wir uns den Namen Annâweech

ausgedacht“, erinnert sich der dreifache Vater und

fünffache Opa. Rückblickend betrachtet findet er: „Wir

sind als die eine Band rein und als eine andere wieder

raus.“ Aber warum „Annâweech“? „Ich bin kein Freund

von Bandnamen, die sich kein Mensch merken kann“,

sagt Winkler. Und „annâweech“, das auf Hohenlohisch

„trotzdem“ bedeutet, sei in der Vergangenheit ein Allerweltswort

gewesen. Heute verwende er selbst es jedoch

weniger, um keine Werbung für das Hohenloher Mundartensemble

zu machen – außer „es rutscht mir mal raus“.

Das Telefon klingelt. Winklers Frau kann jedoch nicht

rangehen, da sie kurz etwas erledigen musste. Dem Wirt

bleibt nichts anderes übrig, als den Anruf selbst entgegenzunehmen.

Er entschuldigt sich. Als keine halbe Stunde

später wieder jemand anruft, echauffiert sich Molle:

„Ha, so kommen wir zu nix.“ So ist das eben, wenn man

eine Weinstube betreibt: Man hat alle Hände voll zu tun.

Apropos: Woher nimmt er eigentlich die Zeit für Familie,

Beruf und Annâweech? „Für mich ist alles gleich wichtig

– aber zum Glück nicht immer gleichzeitig“, stellt der

Bandleader, der sich nicht als Kopf, sondern als Bauch

der Gruppe bezeichnet, lachend fest. Man müsse eben

Prioritäten setzen. Und bisher habe das gut geklappt.

15-mal im Jahr treten die fünf Mitglieder Frank Winkler,

Peter Botsch, Volker Gässler, Harry Weber und

Rolf Schneider auf den Bühnen des Hohenloher und

Heilbronner Landes auf, singen über Dixiklos, Anlegeleitern,

Telefonsex sowie Midlife-Crisis – und die

Konzerte sind immer ausverkauft. Was kann man sich da

noch wünschen? „Nichts“, bringt es Winkler kurz und

knapp auf den Punkt. „Wir haben alles erreicht, was wir

wollten, und darüber hinaus.“ Ein persönliches Lieblingsziel

habe er jedoch schon: das Hohenloher-Landmusical

„Oggdowêrtee“, das die Band 2007 als CD herausgebracht

hat, auf die Bühne zu bringen oder einen Film

daraus zu machen. Doch leider fehle dafür tatsächlich die

Zeit, räumt der Musiker ein. Irgendwie tröstlich, dass es

einem unverkennbaren Zeitmanagementprofi wie Frank

Winkler auch mal so geht.

Olga Lechmann

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hatte Sophie davon geträumt, Lehrerin

zu werden – nun besucht sie das kurz zuvor

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jungen Frauen müssen in ihrer Ausbildung

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KULTURELLE HIGHLIGHTS

500 JAHRE AUF 40 HEKTAR

Von 50 angebotenen Gebäuden wird im Freilandmuseum

Wackershofen vielleicht eins aufgenommen, weiß Museumsleiter

Michael Happe. Vor Wissen sprudelnd nimmt er uns auf einen

Rundgang mit.

Wissen Sie eigentlich, woher

das Wort Wand kommt?“,

fragt Michael Happe. „Es

leitet sich von dem Verb winden ab“,

erklärt der Direktor des Freilandmuseums

Wackershofen, in einem Bauernhaus

aus Zaisenhausen von anno

1551 stehend. Dass es bereits mehrere

hundert Jahre „auf dem Buckel“

hat, riecht man. Es ist nicht unangenehm,

sondern historisch eben. Ein

Raum des Hauses im zweiten Stock

ist vollkommen leer – Decke, Boden

und vier Wände. Hier wurde für einen

bestimmten Zweck tabula rasa

gemacht: um den Fokus auf den sukzessiven

Entstehungsprozess einer

Wand zu legen. Happe deutet auf

ein Flechtwerk aus dunklen Zweigen

rechts neben der Tür. Früher sei eine

Wand so hochgezogen worden, dass

zunächst Hölzer wie bei einem Korb

gewunden wurden, die sozusagen

das Gerüst bildeten, dann Lehm darauf

verteilt und schließlich ein Putz

aufgetragen wurden, weiß der Museumsleiter.

Dies ist Wand für Wand

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96 2017


Michael Happe leitet seit 2013 das Freilandmuseum in Wackershofen. In den Werkstätten

der Häuser, auf die er zeigt, arbeiteten Wagner und Schmied. Foto: Olga Lechmann

für die Besucher nachempfunden.

Der Rundgang setzt sich in Richtung

Schlafzimmer fort. Was gleich

auffällt, sind die kurzen Holzbetten

mit den hohen Kopf- und Fußteilen –

wahrscheinlich, weil die Menschen

früher kleiner waren. „Nein“, widerspricht

Happe. „Der Grund ist, dass

man eine andere Schlafposition hatte“,

korrigiert er. Damals hätten die

Frauen und Männer eher gesessen

als gelegen, was der Angst geschuldet

war, durch das Liegen die grassierende

Tuberkulose, an der viele

litten, zu verschlimmern.

Draußen zeigt Michael Happe, der

seit 2013 Direktor des Freilandmuseums

Wackershofen ist, noch einmal

auf das Bauernhaus. „Nicht nur dieses

Gebäude, auch viele andere hier

auf dem Gelände, sind so gebaut,

dass unten Ställe oder Werkstätten

sind und oben Wohnungen“, erzählt

der 55-Jährige. Diese Trennung sei

auch am Baumaterial deutlich zu erkennen.

Unten Stein, oben Fachwerk.

Es ist warm, ein schöner Tag Mitte

September, an dem viele Besucher in

Sommerkleidung ins Museum strömen,

darunter etliche Gruppen. Rund

100 000 Gäste pro Jahr verzeichnet

das 1983 eröffnete Freilichtmuseum

im Durchschnitt. Dabei sind laut Happe

junge Familien die klassischen

Besucher. „Aber bei uns sind natürlich

alle Generationen willkommen“,

betont er. Auf 40 Hektar stehen mehr

als 60 von ihrem Ursprungsort – sei

es Hohenlohe, Heilbronn oder sogar

Ludwigsburg – aufs Museumsgelände

umgesetzte Häuser, Scheunen und

Gastwirtschaften. Doch welche Kriterien

muss ein Gebäude erfüllen, um

es überhaupt ins Freilandmuseum zu

schaffen? „Es darf keine Perspektive

auf Erhalt haben, das Objekt muss

ein Original, praktikabel und museumsgeschichtlich

sowie -wissenschaftlich

interessant sein“, erläutert

der ehemalige Thüringer. Ziel sei es,

mit dem Ensemble an Exponaten ein

möglichst vollständiges Bild der Vergangenheit

zu zeichnen. Angebote

restaurierungsbedürftiger Häuser

gebe es übrigens wie Sand am Meer.

Aber „von 50 angebotenen Gebäuden

wird vielleicht eins bei uns aufgenommen“.


Olga Lechmann

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2017

97


KULTURELLE HIGHLIGHTS

JEANS UND

ANDERE

KUNST

Museen sind Orte, wo Vergangenheit lebendig

wird. Im Hohenlohekreis und Landkreis

Schwäbisch Hall gibt es viele Paradebeispiele,

die ihresgleichen suchen.

Kunst vor historischer Kulisse: Hier ein Exponat aus der aktuellen

Ausstellung „WWW – Wasser, Wolken, Wind“. Foto: Ufuk Arslan

Kunst- und Geschichtsinteressierten bieten insbesondere

die beiden Städte Künzelsau und Schwäbisch

Hall diverse Anlaufstellen. Ein regelrechtes

Museumskonglomerat in Hohenlohe bilden die Kunsthalle

Würth, die der Unternehmer Reinhold Würth

2001 gründete, und dessen drei weitere Pinakotheken.

Neben den Ausstellungsräumen beinhaltet

die von einem dänischen Architekten geplante

Kunsthalle in Schwäbisch Hall einen Shop, eine

Cafeteria sowie verschiedene Veranstaltungsräume.

Besucher können auf drei Stockwerken und fast 3000

Quadratmetern regelmäßig wechselnde Exponate aus der

Sammlung Würth bestaunen. Diese umfasst heute rund

17 000 Werke. Der Fokus liegt dabei auf Skulpturen, Malerei

und Grafiken vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur

Gegenwart. Neben der Kunsthalle selbst nutzt der Mäzen

Reinhold Würth die Johanniterkirche, die sich ebenfalls in

Schwäbisch Hall befindet, das Museum Würth in Gaisbach

sowie die Hirschwirtscheuer in Künzelsau als Orte, um sei-

Unterwegs auf dem Jakobsweg

und Kocher-Jagst-Radweg

Sehenswürdigkeiten:

Kunsthistorisches Juwel spätgotische Marienkirche Rieden,

Technisches Baudenkmal Kochersteg Wilhelmsglück …

Geschichte live am Landhegturm bei Sanzenbach …

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98 2017


ner Leidenschaft zu frönen. Der Eintritt in alle Museen ist

frei. Zurzeit und noch bis zum 18. Juni ist in der Kunsthalle

die Ausstellung „WWW – Wasser, Wolken, Wind – Elementar-

und Wetterphänomene in Werken der Sammlung Würth“

zu sehen.

Ein weiteres Museum in der durch die Sieder und die Bausparkasse

bekannten Stadt ist das Hällisch-Fränkische

Museum. Auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern befasst

es sich mit Kunst- und Kulturgeschichte der ehemaligen

Reichsstadt Schwäbisch Hall und ihrer Umgebung.

Bereits 1851 wurde begonnen, die Sammlung aufzubauen

– damals noch in Künzelsau, wo auch der Vereinssitz war.

Seit 1872 befinden sich die Sammlungen allerdings in Hall,

seit 1936 im staufischen Wohnturm Keckenburg im Stadtkern.

Im älteren Gebäudeteil werden auf mehreren Etagen

die Haller Urbangeschichte, die mittelalterliche Frömmigkeit,

die Barockzeit sowie das Leben auf dem Land dargestellt.

Eine Besonderheit ist der Tretradkran im Keller,

mit dem im Mittelalter massive Steinquader hochgezogen

wurden. Die anderen Stockwerke behandeln die Geschichte

des 20. Jahrhunderts, vor allem das jüdische Leben. Neben

den Dauerexpositionen präsentiert das Museum jedes

Jahr drei oder vier Sonderausstellungen.

Last but not least gibt es noch das Jeansmuseum in Künzelsau.

Die zu einem Ort der Spurensuche umgebaute

Gründervilla des Ehepaars Hermann aus der Kreisstadt,

welches den Grundstein für die populäre Mustang-Jeans

legte, veranschaulicht anhand einer multimedialen und

interaktiven Inszenierung die Unternehmens- sowie die

Jeansgeschichte. Heuer wird die Marke mit dem Wildpferd-Logo

85 Jahre alt. Die Erfolgsstory in Gang gesetzt

hat eine Frau namens Luise Hermann, die eine Kleiderfabrik

gründete, um ihren Mann, dessen Holzgeschäft stagnierte,

finanziell zu unterstützen. Bei ihrer Schwester,

die selbst eine Berufskleiderfabrik hatte, lernte die patente

und 1,77 Meter große Frau das Schneiden und Nähen.

Mit der Unterstützung von sechs Näherinnen nahm Luise

Hermann im Jahre 1932 im ersten Stock ihres Wohnhauses

die Produktion von Arbeitskleidung auf. Richtig bekannt

wurde Mustang jedoch erst durch Albert Sefranek,

der nach dem Zweiten Weltkrieg in die Familie Hermann

einheiratete. Dieser heuerte beim Unternehmen seiner

Schwiegereltern an und baute einen eigenen Vertrieb für

Berufsbekleidungsfachgeschäfte auf – der Startschuss für

die erste europäische Jeans. Und diese kommt, wie viele

möglicherweise gar nicht wissen, aus der 15 000-Einwohner-Stadt

Künzelsau.

Olga Lechmann

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Das Naherholungsgebiet Breitenauer See bietet zahlreiche Möglichkeiten

der aktiven Entspannung und Erholung.

Das Naherholungsgebiet Breitenauer See

ist das beliebteste Ausflugsziel für Erholungsuchende

aus Nah und Fern. Familien,

Badegäste, Jogger und Radfahrer sind gern

gesehene Gäste. Der 4,3 Kilometer lange

Seerundweg lädt zum Spazieren und Verweilen

ein. Für Kinder gibt es viel Platz zum

Toben und Spielen. Der breite Sandstrand

und weitläufige, gepflegte Liegewiesen

laden zum Räkeln in der Sonne oder im

Schatten der Bäume ein. Einfach mal die

Seele baumeln lassen.

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das Wasser scheut, findet trotzdem viele

Möglichkeiten, seine Freizeit aktiv zu

verbringen. Wandern, Radeln, Inlinern

oder Joggen – im und um das Naherholungsgebiet

gibt es unzählige Wege.

Abenteuerspielplätze, Spielwiesen, Ballspielflächen,

Beachvolleyballplätze, ein

Outdoor-Fitnesspark, die Boulebahn und

das neue Bodentrampolin bieten genug

Platz, um sich auszutoben. Der 17 Hektar

große Fünf-Sterne-Campingpark mit 300

Ferienstellplätzen liegt direkt am See. Die

Vorzüge eines modernen Campingurlaubs

erlebt man auch in den vollausgestatteten

Ferienblockhäusern oder in unseren neuen

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2016


KULTURELLE HIGHLIGHTS

Bilderbuchfamilie: Muswiesenwirt Christoph Pressler mit seiner Frau und dem fast einjährigen Töchterchen. Foto: Olga Lechmann

EIN „SCHWÄTZLE“

MUSS SEIN

Für die rund 300 Einwohner des Weilers Musdorf bei Rot am See gilt

sie als fünfte Jahreszeit. Wenn die Muswiese vor der Tür steht, gibt es

viel zu tun. Das weiß einer ganz genau: der Wirt Christoph Pressler.

Wenn sich der gesamte 300-Seelen-Weiler Musdorf,

ein Teilort von Rot am See im Landkreis

Schwäbisch Hall, in einen riesigen Jahrmarkt

verwandelt, dann ist wieder die Zeit der Muswiese gekommen.

Oder wie die Einwohner es nennen: die fünfte

Jahreszeit. Mit ihren fast 300 Ständen und etwa 500 Ausstellern

zieht die Muswiese an ihren fünf Festtagen jährlich

mehrere tausend Besucher aus Nah und Fern an. Doch

wer sich auf Karussells und Fahrgeschäften vergnügt oder

einen Shoppingmarathon durch die zahlreichen Stände

absolviert, bekommt früher oder später Hunger. Um da

Abhilfe zu schaffen, öffnen etliche Gastronomiebetriebe,

Bauernwirtschaften und Imbissbuden ihre Türen für

magenknurrende Besucher. Christoph Pressler ist einer

dieser Muswiesenwirte. Der 29-Jährige bewirtschaftet

zusammen mit seiner Familie das ehemalige Gasthaus

100 2017


„Zum Ochsen“, das heute selbstverständlich – wie sollte

es auch anders sein – „Zum Pressler“ heißt.

„Ab September muss man sich fast nur noch auf die Muswiese

konzentrieren“, sagt der Vater einer fast einjährigen

Tochter. Eine Woche vor dem Volksfest und bis zu

dessen Ende nimmt sich Pressler Urlaub. Anders wäre

das Mammutprojekt nicht zu schaffen. Doch der gelernte

Hotelfachmann und Landwirt ist nicht der Einzige – die

Aufgaben, die mit der Muswiese einhergehen, verteilen

sich auf viele Schultern. Da packt die ganze Familie mit

an. „Selbst wenn es nur heißt, auf unsere Kleine aufzupassen“,

merkt Pressler mit Blick auf seine Frau, die Töchterchen

Marlene auf dem Arm hält, an. Darum kümmere sich

dann beispielsweise die Schwiegermutter. Pressler, der

noch zwei Brüder hat, verlor seine eigene Mutter bereits

vor einigen Jahren. Auch der über 60-jährige pensionierte

Vater, in dessen Fußstapfen der Muswiesenwirt getreten

ist, scheut sich nicht vor körperlicher Arbeit. War es

denn eine Entscheidung auf freiwilliger Basis? Oder hatte

Pressler einfach keine andere Wahl, als den Job des Muswiesenwirts

zu übernehmen? „Man wird da hineingeboren

und identifiziert sich mit dem Ganzen“, antwortet der

junge Mann. Aber ohne die Familie im Hintergrund würde

das alles nicht funktionieren, betont er. Außerdem interessiere

er sich für Landwirtschaft – anders als einer seiner

Brüder. Insofern sehe er es nicht als Bürde oder Zwang.

Zweifellos sei es viel Arbeit – vor, während und nach der

Muswiese –, aber für Pressler spielen auch die positiven

Begleiterscheinungen des Jahrmarktes eine wichtige Rolle.

So freut er sich über die mannigfaltigen Besucher und

natürlich auch das dynamische Personal jedes Jahr aufs

Neue. „Es gibt einen Mann, der extra aus den USA rüberkommt“,

erzählt der Wirt. Aus den USA? „Ja, er hat hier

Verwandte, bei denen er vorbeischaut, und das legt er so,

dass es mit der Muswiese zusammenfällt.“ So etwas weiß

Pressler, weil er sich trotz 19-Stunden-Tagen während der

Festwoche immer wieder gerne Zeit für ein „Schwätzle“

mit seinen Gästen nimmt.

Nach der Muswiese ist vor der Muswiese: Wenn die letzten

Stühle und Tische aufgeräumt und das letzte Geschirr

und Besteck gespült sind und in Musdorf wieder die Routine

eingekehrt ist, atmet Christoph Pressler kurz durch

– nur um sich dann wieder gedanklich in 365 Tagen hinter

dem Tresen des aus allen Nähten platzenden Gasthauses

zu sehen. Denn in dem fränkischen Weiler ist man „das

ganze Jahr mit der Muswiese beschäftigt“. Olga Lechmann

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Abtsgmünd in voller Blüte

Wildblumensommer, Hochzeitsparadies, Kultur, Natur und eine Fülle an

Sehenswürdigkeiten – Abtsgmünd bietet einfach alles.

Für Wanderer gibt es im staatlich anerkannten

Erholungsort den Jakobusweg,

für Radfahrer oder Inliner die gut ausgebauten

Radwege durchs Leintal und den

Kocher-Jagst-Radweg. Zertifizierte Führer

bieten zudem spannende und themenbezogene

Führungen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer

Wald an. Die Spezialisten

leiten auch wieder durch den preisgekrönten

Wildblumensommer, der erneut mit

zahlreichen Attraktionen und Begleitveranstaltungen

aufwartet.

Idylle Der Hammerschmiedesee bei Pommertsweiler

lädt zum Campen, Erholen, zur

Bootsfahrt und sogar zum Heiraten ein. Als

Geheimtipp gilt der Laubbach-Stausee in

Abtsgmünd. Im Schloss Untergröningen

finden wechselnde Ausstellungen durch

den ansässigen Verein und die Kulturstiftung

statt. Dort hat ebenfalls das Museum

des Heimatvereins sein Zuhause. In

Hohenstadt sind Schloss, Wallfahrtskirche

und Heckengarten der Traum vieler Hochzeitspaare.

Ein Muss ist auch „Die Scheune“

in Leinroden mit ihren optischen Phänomenen.

Alle Infos über Abtsgmünd gibt

es auch in der gemeindeeigenen App.

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KULTURELLE HIGHLIGHTS

TAGE ZUM FEIERN

Feste soll man feiern, wie sie fallen – und in Hohenlohe

werden viele Feste gefeiert. Die folgenden sind nur einige

Beispiele von zahlreichen vergnüglichen Anlässen.

Kuchen- und Brunnenfest: Diese

Feierlichkeit, auch bekannt

als Salzsiederfest, ist seit dem

14. Jahrhundert überliefert. Ursprung

dürfte die Reinigung der Salzquelle gewesen

sein, die den mittelalterlichen

Reichtum Schwäbisch Halls begründete.

Diese schwere Arbeit belohnte der

Magistrat mit einem Fest. Heute bieten

mehr als 500 Akteure und Helfer eine

bunte Mischung von mittelalterlichem

Brauchtum und viel Musik. Dieses Jahr

wird es vom 2. bis zum 5. Juni gefeiert.

Hohenloher Weindorf: Freunde des

Rebensaftes sollten sich für den Zeitraum

vom 29. Juni bis zum 3. Juli

rote Kreuze in ihre Kalender machen.

Denn dann findet das Hohenloher

Weindorf in Öhringen statt. An fünf

Tagen kann die Vielfalt an regionalen

Weinen, Sekten und Köstlichkeiten

getestet werden. Livemusik sorgt für

gute Laune.

Pferdemärkte: Der zum größten

Volksfest im Limpurger Land avancierte

Pferdemarkt in Gaildorf lockt

am 13. Februar auf die Kocherwiesen

zu Pferdeprämierung, Festumzug

und Krämermarkt. Seit mehr als 400

Jahren gehört der Dörzbacher Pferdemarkt

zum festen Programm der

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Sehenswürdigkeiten

• Wachthaus am Limes, www.wachthausamlimes.jimdo.com

• Museum im alten Bahnhof

• Historisches Backhaus

• Heimatmuseum Unterkessach

• Das Dörnle

• Hörchers Pfarrer-Mayer-Hof in Unterkessach

• Zyllnhardt‘sches Schloss (altes Rathaus)

Freizeit

• Radfahren (Kocher-Jagst-Radweg,

Grünkernradweg und Limes-Radweg)

• Wandern (z. B. Jakobsweg und

Limes-Wanderweg)

• schöne Grillplätze

• Führung in Hörchers Pfarrer-Mayer-Hof

Events

• Internationaler

Holzfäller-

Wettbewerb

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102 2017


Stadt. Am 11. Februar gibt es hier einen

farbenprächtigen Festumzug. Darüber

hinaus reihen sich Niederstetten

(12. Januar), Öhringen (19. – 20.

Februar) und Gerabronn (28. Februar)

in die Riege der Pferdemarktstädte ein.

Kleidung, Tanzhaltung und Ablauf des

Siederfestes sind in der historischen

Festordnung vorgeschrieben.

Fränkisches Volksfest: Es ist das

größte Volks- und Heimatfest in der

Region Hohenlohe-Franken und markiert

den regelmäßigen Höhepunkt

im Jahresablauf der Stadt Crailsheim.

Vergnügungspark, Festumzüge und

Krämermarkt schlagen vom 15. bis

zum 18. September eine Brücke zwischen

Tradition und Moderne.

Käsemarkt: Wer Käse mag, wird dieses

Fest lieben. Über 40 Käsereien

bieten am 6. und 7. Mai im Freilandmuseum

in Wackershofen, einem

Stadtteil Schwäbisch Halls, mehr als

200 Spezialitäten des Milcherzeugnisses

an.

Das traditionelle Kuchen- und Brunnenfest

in Schwäbisch Hall geht auf das 14.

Jahrhundert zurück. Fotos: Ufuk Arslan

Motocross: Für Fans von Action und

Rennsport genau das Richtige – das

Motocross-Spektakel in Gaildorf. Das

Event des MSC Gaildorf bietet vom

25. bis 27. August ein unterhaltsames

Programm zwischen den Rennen und

abends wird im Festzelt bei ausgelassener

Stimmung gefeiert. ole

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Erholung in der Natur

Direkt am Kocher gelegen bietet der Naturcampingplatz Braunsbach

Ruhe und Nähe zur Natur, um Kraft für den Alltag zu tanken.

Der Naturcampingplatz Braunsbach ist das

perfekte Ausflugsziel für Erholung und Zeit

für sich und seine Liebsten. Der Platz bietet

ausreichend Fläche für Wohnwägen, Wohnmobile

oder Zelte aller Art. Alle Stellplätze

verfügen über Strom und eine Wasserstelle.

Passend in die Natur integriert, bietet

das Grundstück zusätzlich einen Kiosk

und Imbiss, kostenfreies WLAN und stationäre

Übernachtungsmöglichkeiten.

Idealer Startpunkt Der Campingplatz

liegt direkt beim Erholungsort Braunsbach,

wo Gastlichkeit großgeschrieben wird. Im

schönen Kochertal, umgeben von großen

Waldflächen, ist der Ort der perfekte

Ausgangspunkt für sportliche Aktivitäten

und Ausflüge in der Umgebung. Ob

Wandern, Radfahren auf dem nahegelegenen

Kocher-Jagst-Radweg oder Angeln

im Kocher – der sportlichen Entfaltung

sind keine Grenzen gesetzt. Die Campinganlage

ist auch möglicher Startpunkt für

die Kanutouren der Hohenlohe Aktivtours,

die organisierte Kanutouren für jedermann

bieten. Der Campingplatz ist von April bis

Oktober geöffnet.

Naturcamping Braunsbach

Tel. 07906 / 940673

www.camping-braunsbach.de

Hohenlohe Aktivtours

Tel. 07906 / 9403344

www.hohenlohe-aktiv-tours.de

74542 Braunsbach


KULTURELLE HIGHLIGHTS

SO REINGERUTSCHT

Die Lausbubengeschichte „Max und Moritz“ auf Hohenlohisch?

Ein Scherz? Ganz und gar nicht! Ein Redakteur hat sich

als Mundartübersetzer versucht – und war erfolgreich.

Jeder kennt sie, ist mit ihr aufgewachsen

und konnte sie als Kind

wahrscheinlich gar nicht oft genug

hören: die Geschichte von den

beiden Lausbuben Max und Moritz

und den Streichen, die sie anderen

gerne spielten. Dass es das Buch

von Wilhelm Busch in vielen anderen

Sprachen neben Deutsch gibt,

dürfte klar sein. Aber was ist mit

Dialekten? Natürlich! Auch das gibt

es. Der Verlag Edition Tintenfaß mit

Sitz im hessischen Neckarsteinach,

der Kinderbücher in Fremdsprachen,

Mundarten und Regionalia übersetzt

beziehungsweise übersetzen lässt,

zeichnet dafür verantwortlich.

Den Ausschlag für eine Mundartübersetzung

von „Max und Moritz“

hatte 2015 die Ausstellung zu Wilhelm

Busch in der Schwäbisch Haller

Kunsthalle Würth gegeben. Doch

wer sollte die Bildergeschichte wortgetreu

ins Hohenlohische wiedergeben?

Da kommt er ins Spiel: Sebastian

Unbehauen. Der 32-Jährige, der

als Redakteur bei der Tageszeitung

Hohenloher Tagblatt arbeitet, ist

durch Zufall an den „Job“ gelangt.

Der Verleger Walter Sauer habe sich

an die Zeitung in Crailsheim gewandt

und Unbehauen habe das Telefonat

Sebastian Unbehauen präsentiert

die von ihm übersetzte

Geschichte „Max und Moritz“

von Busch. Foto: Harald Zigan


zwischen Sauer und seinem Kollegen

Harald Zigan mitbekommen, weil er

im selben Büro sitzt. „Ich habe einfach

mal vorgeschlagen, mich an der

Übersetzung zu versuchen“, erzählt

Unbehauen. Zunächst waren es ein,

zwei Streiche. Dann habe die Arbeit

des Redakteurs dem Verleger allerdings

so gut gefallen, dass Unbehauen

das ganze Buch übersetzte.

Des Hohenlohischen mächtig ist er

übrigens, weil er in Reubach in Rot

am See damit aufgewachsen ist. „Das

ist meine Muttersprache“, sagt der

Crailsheimer und lacht. Damals war

der Dialekt jedoch noch verbreiteter.

Etwa zwei bis drei Stunden habe

er gebraucht, um einen Streich in

die Hohenloher Mundart zu übersetzen,

erinnert sich Unbehauen –

mal abends nach der Arbeit oder auch

im Urlaub. Insgesamt habe der Transkriptionsprozess

vielleicht zwei Monate

gedauert. Dabei ist es praktisch

bei der ersten Fassung geblieben.

„Es waren Kleinigkeiten, die Walter

Sauer anzumerken hatte“, kann sich

der Redakteur noch entsinnen.

Wie haben Familie, Freunde und

Kollegen darauf reagiert, dass Unbehauen

unter die Mundartübersetzer

gegangen war? „Positiv“, antwortet

er. „Sie fanden es witzig und es kam

rundum gut an.“ Ob er noch weitere

Bücher „verhohenlohischen“ möchte?

„Ich habe ja noch ‚Oh, wie schön

ist Panama‘ von Janosch übersetzt“,

sagt Unbehauen. Aber auch nur, weil

er großer Fan der Bücher dieses Autors

sei. Er habe nicht vor, an die zwei

veröffentlichten Werke anzuknüpfen.

„Ich bin da einfach so reingerutscht.

Es hat großen Spaß gemacht, aber

ich möchte jetzt nicht den Stempel

des Mundartübersetzers aufgedrückt

bekommen.“

Olga Lechmann

Zum Buch

„Dr Hohaloher Max und Moritz“

von Wilhelm Busch in der

Übersetzung von Sebastian

Unbehauen ist im November

2015 von dem hessischen

Verlag Edition Tintenfaß herausgegeben

worden. Das Buch

hat 64 Seiten, einen festen

Einband und farbige Illustrationen.

Es ist für 13,90 € in

Zeitungsshops in Crailsheim,

Gaildorf und Schwäbisch

Hall sowie im Buchhandel

erhältlich.

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Ein erfrischendes Erlebnis

Die Distelhäuser Brauerei ist eine ganz besondere: Bier in Spitzenqualität

gehört bei der „Brauerei des Jahres 2014“ zum Tagesgeschäft.

Kennen Sie die Distelhäuser Brauerei im

herrlich gelegenen Taubertal? Noch nicht?

Dann sollten Sie das schleunigst ändern.

Denn es lohnt sich. Davon können Sie sich

selbst ein Bild machen. Etwa bei der Distelhäuser

Erlebnisbesichtigung. Erfahren

Sie hautnah, mit welcher Sorgfalt und mit

wie viel Fingerspitzengefühl die natürlichen

Rohstoffe zu einem perfekten Distel-

quer 200 x 115 mm

häuser Bier verarbeitet werden. Eine Multivisionsschau

informiert in brillanter Qualität

über Distelhäuser.

Die Mischung macht‘s Denn erst die

richtige Mischung aus der Liebe zum Bier

und dem nötigen Fachwissen macht aus

dem Bierbrauen echte Braukunst. Bei einem

Rundgang werden die Herzstücke

der Brauerei präsentiert und so manche

Anekdote rund ums Bierbrauen erzählt.

Im Schalander können Sie sich vom Geschmack

unserer Biere überzeugen. Und

das alles zu einem Preis von 14,90 Euro pro

Person – inklusive eines deftigen Vespertellers

und eines kleinen Erinnerungsgeschenks.

Lassen Sie sich mit allen Sinnen

in der Distelhäuser Brauerei verwöhnen.

Distelhäuser Brauerei

Ernst Bauer GmbH & Co. KG

Grünsfelder Straße 3

97941 Tauberbischofsheim

Tel. 09341 / 805488

info@distelhaeuser.de

www.distelhaeuser.de


KULTURELLE HIGHLIGHTS

JENISCH LEBT

Noch nie gehört, was Jenisch ist? Die Antwort dürfte in

vielen Fällen Nein sein. Im Hohenloher Land wird das

Idiom heute noch verstanden – und sogar gesprochen.

Illustration: shutterstock/MaKars

Sie galten und gelten als sogenanntes

fahrendes Volk am Rande

der Gesellschaft im mittleren

und westlichen Europa. Auch in Hohenlohe

lebten die Jenischen – Vaganten,

die von Armut gezeichnet waren

und nicht selten mit Sinti und Roma

verwechselt wurden. Sie arbeiteten als

Geschirrhausierer, Messer- oder Scherenschleifer,

Händler sowie Schausteller.

Neben ihrer eigenen Lebensweise

besaß diese Volksgruppe auch

ihre eigene Sprache.

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Pfedelbach im Hohenlohekreis und

Matzenbach im Landkreis Schwäbisch

Hall sind Beispiele dafür, wo

Jenisch gesprochen wurde oder noch

wird. Vor mehreren Jahren wurde

das Idiom, das eine Varietät des

Deutschen ist, sogar an einer Schule

in Öhringen im Fach Heimatkunde

unterrichtet. Heute soll mutmaßlich

etwa ein halbes Dutzend aktive Sprecher

in Pfedelbach leben. Die Zahl

derer, die Jenisch verstehen, sei allerdings

höher.

Jakob Kronenwetter aus Unterdeufstetten

in der Gemeinde Fichtenau,

die zum Landkreis Schwäbisch

Hall gehört, beherrscht das Jenische

ebenfalls, da seine familiären Wurzeln

dieser Volksgruppe entstammen.

Er hat drei Bücher über die Jenischen

geschrieben – zum einen, um Licht in

die Geschichte dieses fahrenden Volkes

zu bringen und zum anderen, um

mit Vorurteilen aufzuräumen. Und

natürlich auch, damit es nicht in Vergessenheit

gerät. Olga Lechmann

Alles, was das Herz begehrt

Eingebettet in den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald liegt

Wüstenrot – eine Gemeinde zum Wohlfühlen.

In Wüstenrot fühlen sich Einwohner wie

Besucher „pudelwohl“. Von großen und

kleinen Wellness-Oasen bis zu Schmuckstücken

in Sachen Erholung, Kosmetik

und kulinarische Spezialitäten ist hier

alles vertreten. Ein ausgebautes Wandernetz

sorgt mit interessanten Höhepunkten

wie dem 30 Meter hohen Steinknickle-

Aussichtsturm, den verganenes Jahr 150

Jahre alt gewordenen Mammutbäumen

oder auch den beiden vermeintlichen

Silberstollen für Abwechslung.

Für die Familie Auch für die jüngeren

Gäste ist viel geboten. Am Finsterroter See

lockt der neu angelegte „Dachsi-Naturerlebnispfad“,

der kindgerechte Einblicke

in die Natur bietet. Wer es lieber ein bisschen

wilder hat, der sucht die Greifvogelanlage

auf. Auch die sportlicheren Gäste

kommen mit mehreren DSV-zertifizierten

Nordic-Walking-Strecken oder schönen

Radwanderwegen voll auf ihre Kosten. Im

beschaulich idyllischen Bergörtchen Maienfels

gibt es eine Burg, die als Hochzeitslocation

beliebt ist. Im Sommer finden dort

Konzerte im Burghof statt. Glas-, Heimatund

Bausparmuseum ergänzen das vielseitige

kulturelle Angebot.

Gemeinde Wüstenrot

Eichwaldstraße 19, 71543 Wüstenrot

Tel. 07945 / 91990

Fax 07945 / 919960

www.gemeinde-wuestenrot.de


REFORMATOR, REBELLIN,

RAUMFAHRER

Die Region Heilbronn-Franken steht nicht nur für Weltmarktführer

und florierende Industrie. Sie ist auch mit bekannten

Persönlichkeiten verbunden – lebenden wie verstorbenen.

Drei Menschen, einer im Jahre 1499 geboren, der andere

1921 und der dritte 1976; einer Theologe, der

andere Student und der dritte Astronaut; zwei sind

bereits tot, einer lebt noch. Warum werden diese drei Persönlichkeiten

überhaupt in einem Atemzug genannt? Weil

es eine Verbindung zwischen ihnen gibt. Vielleicht keine

offensichtliche. Aber Johannes Brenz, Sophie Scholl und Alexander

Gerst haben doch etwas gemeinsam. Sie alle haben

Berührungspunkte mit Hohenlohe.

Der Älteste in der Liste ist der Reformator Johannes

Brenz. Bereits im Alter von 15 Jahren begann Brenz zu

studieren, mit 21 wirkte er an der Liturgie an der Heiliggeistkirche

in Heidelberg mit. Von dort wurde

er 1522 nach St. Michael in Schwäbisch Hall zum

Prediger berufen – und bereitete in der ehemaligen

Reichsstadt der Reformation den Boden.

Durchgesetzt wurde diese schließlich mit einer

von Brenz im Jahre 1543 verfassten Kirchenordnung,

in der beispielsweise Predigt, Taufe und

Abendmahl modifiziert wurden. Darüber hinaus

reformierte er das Eherecht und das Schulwesen.

Brenz verstarb 1570 in Stuttgart, wo er auch beigesetzt

wurde.

Insbesondere Forchtenbergern, Ulmern

und Münchnern ist diese

junge Dame ein Begriff: Sophie

Scholl. Die Tochter eines Politikers

und einer Diakonisse

wurde 1921 in der 5000-Einwohner-Stadt

Forchtenberg

Ist in Künzelsau geboren und in

Hohenlohe aufgewachsen: der

Astronaut Alexander Gerst. Foto: ESA

im Hohenlohekreis geboren. Während ihres Studiums in

München schloss sich die damals 21-Jährige einer Gruppe

an, die der NS-Herrschaft ablehnend gegenüberstand. Die

Widerständler, die allesamt Studenten waren – darunter

auch Sophie Scholls Bruder Hans –, nannten sich „Weiße

Rose“. Sie erstellten Flugblätter, in denen sie dazu aufriefen,

das Regime der Nationalsozialisten zu stürzen. 1943

wurde Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder von der

Gestapo festgenommen, verhört und schließlich mit der

Guillotine enthauptet.

Spätestens als im September 2011 ein Mann namens

Alexander Gerst von der Europäischen Weltraumorganisation

(ESA) für einen Flug zur Internationalen

Raumstation ISS im Jahre 2014 nominiert

wurde, war Künzelsau in aller Munde. Denn

dort erblickte der Astronaut 1976 das Licht

der Welt. Nach dem Abitur am Technischen

Gymnasium leistete Gerst Zivildienst beim

Deutschen Roten Kreuz und bereiste schließlich

als Backpacker die Welt. Danach studierte

er Geophysik in Karlsruhe und

Geowissenschaften im neuseeländischen

Wellington. 2010

promovierte der Hohenloher

über Eruptionsdynamik. Vor

zwei Jahren wurde der heute

41-Jährige mit dem Bundesverdienstkreuz

sowie

dem Verdienstorden des

Landes Baden-Württemberg

ausgezeichnet. Außerdem

ist er Ehrenbürger

der Stadt Künzelsau. 2018

begibt sich Gerst erneut ins

All – diesmal sogar als Kommandant.

Olga Lechmann

2017

107


GENUSS PLUS

KLEINER LECKERBISSEN,

GROSSER GESCHMACK

Kulinarisch kann dem Hohenloher Land so schnell keine andere Region

in Baden-Württemberg oder Deutschland etwas vormachen.

Nicht umsonst trägt der Landstrich das offizielle Siegel „Genießerregion“.

Wir verraten, warum das so ist.


Liebevoll angerichtete Teller gehören

in Hohenlohe einfach zum guten Ton.

Egal, ob in der gehobenen Gastronomie

oder in der Gaststube von nebenan.

Foto: Mawell Resort/Andi Schmid


GENUSS PLUS

Joachim Brand ist Betriebsleiter des

ältesten Familienunternehmens

Deutschlands.

Das edle Ambiente zeigt sich schon von

außen. Alles ist sehr gepflegt und am

vorgesehenen Platz. Fotos: Sonja Alexa Schmitz

BIOWEIN IN EDLEM

AMBIENTE

Das Weingut der Fürsten Hohenlohe-Oehringen ist das älteste seiner

Art in Deutschland und damit sogar das älteste Familienunternehmen

der Bundesrepublik. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt,

dass hier aber noch lange nichts eingestaubt ist.

Es gibt viele Winzer in Hohenlohe,

aber nur einen Fürsten, der

Wein macht. Dementsprechend

ist das Ambiente im Weingut Fürst von

Hohenlohe-Oehringen. Die Zeitschrift

„Spiegel“ hat herausgefunden, dass

es das älteste Weingut Deutschlands

ist. Im Jahr 1256 wurde es erstmals urkundlich

erwähnt. Derzeit wird es von

der 28. Generation bewirtschaftet.

Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen

selbst ist nicht der Winzer, der im

edlen Weinkeller die Oberaufsicht

hat. Diese Aufgabe hat sein Sohn, der

Erbprinz Kraft Prinz zu Hohenlohe-

Oehringen, inne. Er hat die Geschäftsführung

im Weinbau, der Forstwirtschaft,

der Landwirtschaft und der

Hohenloher Kunststofftechnik übernommen.

Winzer ist er nicht, Jagd

und Forst sind die Steckenpferde des

Diplom-Forstwirts. Dennoch kommt

er des Öfteren in den Weinkeller und

probiert zusammen mit dem Betriebsleiters

Joachim Brand den köstlichen

Rebensaft. Wohnen tut die fürstliche

Familie im Schloss Neuenstein, zirka

zehn Kilometer von Verrenberg – und

damit dem fürstlichen Weingut –

entfernt.

110 2017


In Verrenberg befindet sich das Weingut

mit mittlerweile 28 Hektar Rebfläche.

Sie erzeugen jährlich 150 000 bis

180 000 Flaschen Wein.

Es ist ruhig an diesem Vormittag im

Sommer. Hin und wieder fährt ein

Auto die elegante Einfahrt hinein

und Privatleute kaufen ein paar Kartons

Wein. Im großen Verkaufsraum

stehen viele Vitrinen, edel beleuchtet,

Glaskunst aus zerbrochenen Flaschen

ist zu bestaunen, ein großer

Kronleuchter hängt über dem Verkostungstisch,

an dem zwanzig Mann

Platz haben. Brand öffnet eine riesige

Tür in einen dunklen Raum. Fast mystisch

beleuchtet stehen dort große

Holzfässer. Hier lagern die Barriqueweine.

Es ist kühl. Über der Decke

liegt Beton und dann eine dicke

Schicht Erde, darauf wächst Gras. 95

Prozent des Gebäudes befinden sich

unter der Erde. Eine weitere hohe

Tür geht in den Weinkeller.

Hier gärt der Rebensaft

in Stahltanks. Ein

Mann geht dazwischen

hin und her, legt Schläuche

vom Tank ins Fass. Er

verschneidet die einzelnen

Weine miteinander zu Cuvées. Es

herrscht eine meditative Ruhe.

Zu Zeiten der Weinlese, ab Oktober,

sieht das anders aus. Da helfen zirka

35 Saisonkräfte in den Weinbergen

bei der Ernte. Früher waren das vielfach

ältere Frauen aus der Gegend,

mittlerweile sind es Zugezogene, die

in der Region zuhause sind. Damit

die frisch geernteten Trauben nicht

zu lange in der Sonne liegen, werden

sie rasch in den Weinkeller zur Weiterverarbeitung

gefahren. Am Ende

der Lesezeit gibt es ein Fest mit einem

gemeinsamen Essen. Und dann

kommt die liebste Zeit von Joachim

Nur die besten Trauben

kommen in den „adeligen“

Wein. Schlechte

Früchte werden aussortiert.

Foto: fotolia/Unclesam

Brand, wenn danach wieder Ruhe

einkehrt. Vorher ist es oft laut und

es gilt, Lösungen für manches Problem

zu finden. Danach hat er wieder

Zeit, sich ganz dem Wein zu widmen.

„Ich bin Winzer geworden, weil ich

so gerne Reben schneide“, sagt er.

Im Verrenberger Weinberg ist er allerdings

selten zu sehen. Weinbergarbeit

macht er in seinem eigenen,

fünf Ar großen Weinberg. Daraus

macht er Traubensaft für seine

Kinder.

Sonja Alexa Schmitz

Bahnhof Busch Gastro GmbH | Bahnhofstraße 23 | 74626 Bretzfeld

WINZER DES JAHRES

Winzer des Jahres 2016/2017

Von der Traube bis ins Glas

2016 2017

KARL BUSCH WEINGUT

Das Weingut Karl Busch startete im Jahr 2002. Innerhalb weniger Jahre etablierte sich das Weingut zu einem Erzeuger von Spitzenweinen aus der Genießer

Region Hohenlohe. Durch konsequente Ertragsreduzierung und schonende Verarbeitung von Markus Busch entstehen edle Weine mit einem gewissen etwas.

Seit 2011 präsentiert Markus Busch seine Weine in einem außergewöhnlichen Ambiente dem 150 Jahre alten Bretzfelder Bahnhof. Das Gebäude von 1862

wurde im Jahr 2011 von der Familie Busch komplett saniert. Heute befindet sich im Eingangsbereich die Vinothek des Weinguts. Die ehemalige Bahnhofshalle

dient als Restaurant, hier trifft der Wein aus dem eigenen Gut auf eine regionale Küche mit mediterranen Anklängen. Wer mehr über das Weingut und den

Wein erfahren möchte, kann an einer Weinerlebnistour mit begleitenden Weinen teilnehmen. Für den längeren Aufenthalt auf unserem Weingut wurden die

oberen Geschosse des Bahnhofs zu modernen Hotelzimmern umgebaut.

Angebote:

Fon: 07946 9473894 | info@bahnhof-busch.de | www.bahnhof-busch.de

● Weinmenüs

● Weinverkostungen

● Weinerlebnistouren

durch Weinberg und Keller

● Restaurant mit innovativer

Küche im denkmalgeschützten

Bahnhof von 1862

● direkt an der

S4-Stadtbahn-Haltestelle


GENUSS PLUS

SO MACHT MAN WEIN

IN HOHENLOHE

In Hohenlohe sind über 700 Hektar mit Rebstöcken bepflanzt. Davon

sind 60 Prozent Rotweinreben, allen voran der Trollinger, und bei den

restlichen 40 Prozent weißen Reben hat Riesling die Nase vorn.

Die genaue Aufteilung sieht so aus: Trollinger (72 Hektar),

Lemberger (58 Hektar), Schwarzriesling (52 Hektar),

Spätburgunder (48 Hektar), außerdem Dornfelder,

Samtrot, Portugieser, Acolon und Merlot. Bei den Weißweinen

folgt auf den Riesling (125 Hektar), Müller-Thurgau (24

Hektar), Silvaner (17 Hektar), Kerner (15 Hektar), Grauburgunder

(7 Hektar), sowie Weißburgunder, Muskateller und

Chardonnay.

Der Boden in Hohenlohe besteht im Kocher- und Jagsttal

vor allem aus Muschelkalk, rund um Öhringen und Bretzfeld

ist es ein Keuperboden. Letzterer gefällt vor allem

dem Trollinger, einem „Dreckbatscha“, wie Winzer die

Rebe gerne nennen. Am beliebtesten, den Verkaufszahlen

zufolge, sei in Hohenlohe halbtrockener Wein. So erzählt

es Renate Gysin. Sie ist Weinerlebnisführerin bei der

Weinkellerei Hohenlohe Fürstenfass und vor vielen Jah-

ren, nämlich 1978, sogar einmal Weinkönigin und im Folgejahr

Weinprinzessin gewesen. Die neue Linie „süß und

fruchtig“ würde nun auch Biertrinker auf den Wein bringen.

Generell stellen sie alles her, „von trocken bis mild“.

Bei der Weinkellerei Hohenlohe arbeiten 600 Winzerfamilien

aus 28 Weinorten für die Genossenschaft und das auf

einer Fläche von 500 Hektar. Die ergeben etwa fünf Millionen

Liter Wein. Seit Sommer 2016 gehört die Weingärtnergenossenschaft

Heuholz dazu und bringt weitere 110

Hektar Rebfläche mit ein.

Typisch für die Hohenloher Weine sei, dass sie nicht so

säurebetont sind. Natürlich sorgt das Klima für jahreszeitliche

Schwankungen. Im Jahr 2015 gab es spät noch Frost

und Hagel in Teilen des Kochertals. Die Blüte kam spät,

dementsprechend verzögert sich auch die Weinlese.

Was ist typisch? Woran erkennt man Hohenloher Wein?

„Daran, dass Fürstenfass auf dem Etikett steht“, sagt

Hartmut Reichert, Kellermeister bei der Weinkellerei Hohenlohe

lachend. Was nun für jeden einzelnen „typisch hohenlohisch“

ist, müsse jeder selber entscheiden. Generell

bauen sie eher leichtere Stahltankweine an, der Anteil der

im Holzfass gereiften Weine liegt bei unter zehn Prozent.

Das ändert sich je nach Jahrgang. Die Weinkellerei Hohenlohe

macht keine Bio-Weine. Sie achten bei der Arbeit im

Weinberg auf eine selektierte Ernte. In welcher Intensität,

ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. „Wir richten uns nach

der Natur“, sagt Hartmut Reichert.

Der Weinanbau hat in Hohenlohe eine lange Tradition. Auch

heute ist die Landschaft von Reben geprägt. Foto: Lydia-Kathrin Hilpert

Der Weinbau hat in Hohenlohe eine lange Tradition. Nach

dem Befall der Reblaus um das Jahr 1860, wovon alle

Weinregionen Europas betroffen waren, stockte man auch

im Kochertal neu auf. Man veredelte die Rebstöcke, das

heißt einheimische Edelreiser wurden auf die Wurzeln Reblaus-immuner

Unterlagsreben gepfropft. Aber nicht das

gesamte Kochertal wurde neu angelegt. Nur die besten

Hänge wurden neu bepflanzt. Sonja Alexa Schmitz

112 2017


Anzeige

Haller Gastfreundschaft in

der vierten Generation

In bester Aussichtslage von Schwäbisch Hall betreibt die Familie Dürr zwei Hotels,

die sich perfekt ergänzen – das Ringhotel „Hohenloheund das „qubixx“.

1968 erbaut, zählt das mehrfach umund

ausgebaute Vier-Sterne-superior

Hotel „Hohenlohe“ zu den führenden

privaten Häusern in Deutschland. 2008

und 2011 wurde der Hotelpark um zwei

Gästehäuser in der Zwei-Sterne-Kategorie

unter der Marke „hotel-21.de“ erweitert.

Mit „qubixx – StadtMitteHotel“ sollen

nun junge Familien, Fahrradtouristen

und Geschäftsreisende preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten

in der Stadtmitte

finden. Jedes der Häuser trägt die

individuelle Handschrift der Gastgeberfamilie

Dürr, deren Geschichte sich

bis zum Erwerb des Landgasthofes „Die

Krone“ in Hessental im Jahr 1873 zurückverfolgen

lässt. Traditionelle schwäbischhällische

Gastfreundschaft und die enge

Verbundenheit mit der Region haben für

das Familienunternehmen einen hohen

Stellenwert.

Gastlich und komfortabel Direkt

am Kocher-Jagst-Weg und in Fußnähe zu

den Freilichtspielstätten heißt das „Hohenlohe

einheimische Genießer, Festspielbesucher,

Wellnessurlauber und Geschäftsreisende

herzlich willkommen.

Auf der Speisekarte stehen frische, regionaltypische,

auch vegetarische Gerichte,

die man im Aussichtsrestaurant oder

auf der überdachten Terrasse genießen

kann. Alternativ dazu lockt die Bistro Bar

„jenseits Kochers“ mit einer umfangreichen

Bistro- und Getränkekarte täglich

ab 17 Uhr. Nach umfassender Modernisierung

2015 beherbergt das Haus 117 komfortable

Zimmer und Suiten mit geräumigen

Design-Bädern, Balkonen oder Dachterrassen

und vielen Extras. Zum weitläufigen

Hotelkomplex gehört auch das Solebad

mit Saunaerlebniswelt und den Salzgrotten.

Von den Zimmern aus gelangt man

direkt in den Spa-Bereich, wo man sich von

Kopf bis Fuß verwöhnen lassen kann.

Stylisch und stadtnah Wohlfühlkomfort

zu Bestpreisen bietet das neue

Zwei-Sterne-Hotel „qubixx“ mit 70 Zimmern,

davon 14 Mini-Apartments und zwei

Tagungsräumen. Die Ausstattung konzentriert

sich auf die wesentlichen Dinge, die

der moderne Mensch auf Reisen zu schätzen

weiß. Dazu gehören Boxspringbetten,

eine Klimaanlage, ein Bad mit Wellnessdusche

und kostenloser WLAN-Zugang

im ganzen Haus. Erste Anlaufstelle ist die

qubixx-Lounge mit 24-Stunden-Rezeption,

Snackbar, Frühstücksbuffet am Morgen

und einem Selbstbedienungsbereich

mit Getränken und Snacks rund um die

Uhr. Parkplätze befinden sich im Parkhaus

Weilerwiese inklusive Fahrradraum und

Ladestation für E-Bikes.

Fotos: U. Arslan, A. Schmid / fotolevel, München

Ringhotel Hohenlohe

Weilertor 14, Schwäbisch Hall

www.hotel-hohenlohe.de

Tel. 0791 / 7587-0

qubixx – StadtMitteHotel

Weilerwiese 3, Schwäbisch Hall

www.hotel-qubixx.de

Tel. 0791 / 97804141

2017

113


GENUSS PLUS

„ICH BIN VON HIER – UND

HIER GEHÖRE ICH HIN!“

Isabell Hütter ist die Hohenloher Weinkönigin. Verena Heyer die

Weinprinzessin. Zusammen sind sie die Hohenloher Weinhoheiten

und vertreten ein Jahr lang ihre Region bei Weinfesten, Messen und

vielen weiteren Veranstaltung, die meist ein Thema haben: Gutes

Essen und Trinken.

Zu den Personen

Isabell Hütter ist 24 Jahre alt

und seit August 2016 die 43.

Hohenloher Weinkönigin. Sie

stammt aus dem Öhringer

Stadtteil Verrenberg und studiert

in Ulm Fahrzeugtechnik.

Verena Heyer ist die 43.

Hohenloher Weinprinzessin.

Sie vertritt Isabell Hütter. Die

26-Jährige stammt aus Niedernhall.

Sie ist Produktund

Projektmanagerin in

einer Full-Service-Agentur.

Es ist der Freitag nach der Wahl

der Weinhoheiten. Isabell Hütter,

die in Ulm Fahrzeugtechnik studiert,

kommt übers Wochenende nach

Hause. Ihre ganze Familie ist zuhause.

Die Eltern, der Bruder, die Schwester,

Oma, Opa – alle da. Sogar ihre Mitbewohnerin

aus der Studentenbude ist

mitgekommen. Der Grill wird angeheizt,

Stehtische raus getragen. Noch

weiß Isabell nicht, dass es ihre Party

werden wird. Die Eltern überraschen

sie, haben Nachbarn und Freunde eingeladen,

um das neue Amt der Tochter

zu feiern.

„Ich habe mich mega gefreut“, sagt

die 24-Jährige über ihren Sieg. Auch

wenn es nur zwei Kandidatinnen auf

die Posten Königin und Prinzessin

waren, so hat sie doch die goldene,

statt der silbernen Krone erreicht.

Nun wird sie bis zum Spätsommer

2017 an vielen Wochenenden unterwegs

sein, oft ein Glas Wein in der

Hand halten, viele Gespräche über

eben diesen führen und dabei wunderschön

aussehen in ihren Dirndln,

die sie für ihr Amt kaufen durfte.

Eigentlich sei sie gar kein Kleidtyp,

erzählt sie. Eigentlich ist sie

auch kein typischer Mädchen-will-

Prinzessin-werden-Typ. Das zeigt einerseits

ihr für Frauen außergewöhnlicher

Studiengang der Fahrzeugtechnick,

zum anderen ihre Hobbys,

die sie teilweise zum Beginn des

20. – 29. Januar

14. – 19. März

21. April – 01. Mai

29. + 30. April

„Tag der offenen

Weingüter“

11. – 20. August

30. September – 03. Oktober

10. – 19. November

14. – 17. Dezember

7

Unsere Heimat, die Landschaft und die

Menschen – das liegt uns am Herzen.

In dieser Verantwortung betreiben wir unseren Obsthof

mit moderner Brennerei und verwöhnen unsere

Gäste in der Winzerstube mit typischen Besengerichten,

saisonalen Spezialitäten und edlen Tropfen.

Wir freuen uns auf Sie!

Regional. Ehrlich. Gut.

WINZERSTUBE | OBSTBAU | WEINBAU

Do. 12.01. – So. 15.01.

Do. 26.01. – So. 29.01.

Do. 09.02. – So. 12.02.

Do. 23.02. – So. 26.02.

Do. 09.03. – So. 12.03.

Do. 30.03. – So. 02.04.

Spargelbesen

Do. 20.04. – So. 05.06.

Do. 22.06. – So. 25.06.

Di. 04.07. – So. 09.07.

Di. 08.08. – So. 13.08.

Di. 22.08. – So. 27.08.

Do. 07.09. – So. 10.09.

Erntebesen

Do. 28.09. – Mi. 01.11.

Terminänderungen

vorbehalten.

Adolzfurter Str. 33 · 74629 Windischenbach · Tel. 07941 602364

www.weinstube-hohenlohe.de

114 2017


Studiums ablegen musste: Fußball

spielen, Kunstrad fahren, Marathon

laufen.

Isabell Hütter war nach dem Abitur

am Technischen Gymnasium in

Öhringen für ein paar Monate in

Kanada, hat auf einem Weingut im

Verkauf geholfen und als Studentin

verbrachte sie ein Semester in Norwegen.

Seit sie fort war, weiß sie erst

so richtig, was sie an ihrer Heimat

besonders schätzt. „Seitdem spreche

ich noch mehr Dialekt“, sagt sie und

lacht. Menschen, die keinen Dialekt

sprechen sind ihr suspekt und Orte,

an denen sie hochdeutsch sprechen

soll, ebenso.

In der Liebe zu ihrer Heimat

sieht sie auch den Grund,

Weinkönigin sein zu wollen.

Mit Stolz möchte sie zeigen,

wo sie herkommt und wie

wunderschön es in Hohenlohe

ist. Gerne spaziert sie

durch die Weinberge hinauf

zum Goldberg und genießt den Blick

über das Land. Das Haus ihrer Eltern,

in Öhringen-Verrenberg, ist eingekesselt

in Weinberge. Schaut sie aus

ihrem Fenster, sieht sie die Reben

des Fürsten von Hohenlohe. Ihr Mutter

kommt aus einer Obstbaufamilie,

ihr Onkel ist Wengerter. Als Kind war

sie in den Weinbergen und half, was

Kinder eben so helfen können.

30 Fragen bekam sie als Vorbereitung

auf die Wahl. Zehn davon wurden

gestellt, es waren Fachfragen

zum Wein. Sie paukte mit Bekannten

und ging mal wieder mit Oma in den

Weinberg zum Rebschnitt. Zehn weitere

Fragen wurden gestellt zum Allgemeinwissen.

„Nennen Sie zehn Minister

aus Baden Württemberg?“ war

eine davon. „Einen hab ich nur zusammen

bekommen“, erzählt Isabell

Hütter lachend. Sie lacht sehr viel,

auch dann, wenn andere das vielleicht

nicht mehr tun. Ihre Kommilitonen

bewundern ihren Optimismus

in Zeiten der Bachelor-Arbeit. „Ja

ich habe schon ein fröhliches Gemüt“,

sagt sie. Sie ist gerne unter

Menschen, aber hin und wieder

mag die Königin auch

mal ihre Ruhe, einen Tag

nur für sich, in die Weinberge

oder ein Buch lesen.

Diesen Luxus darf

sich eine Königin auch

mal gönnen.

Sonja Alexa Schmitz

Isabell Hütter (links) und

Verena Heyer sind die neuen

Weinhoheiten Hohenlohes.

Foto: Elke Lehnert, Criesbach

Hohenloher Weindorf,

Öhringen:

29.06. – 03.07.17

SlowFood Messe Stuttgart:

20.04. – 23.04.17

Weinprobiertage

11 – 18 Uhr

29.04. + 30.04.17

25.11. + 26.11.17

Terminänderungen

vorbehalten

Weinstube täglich

ab 11 Uhr geöffnet

10.01. – 15.01.17

07.02. – 12.02.17

14.03. – 19.03.17

25.04. – 30.04.17

16.05. – 21.05.17

13.06. – 18.06.17

25.07. – 30.07.17

05.09. – 10.09.17

07.11. – 12.11.17

21.11. – 26.11.17

Das Weingut Borth ist ein familiengeführtes Weingut.

Wir haben ein vielfältiges, facettenreiches Angebot an fruchtigen Weißweinen,

maischevergorenen Rotweinen und geschmackvollem Weißherbst.

Unsere urige Weinstube mit Gewölbekeller ist zweimal im Monat geöffnet. (Termine

auf Homepage)

Seit Anfang 2015 können Sie in unseren

Wein-Appartements übernachten.

Die nach Rebsorten benannten

Appartements sind mit einer

Küchenzeile,Bad, TV und

Internet ausgestattet.

Weingut, Weinstube, Wein- Appartements Borth, Unterheimbacherstraße 35

74626 Bretzfeld, Tel. 07946 2139, Mail: weingut-borth@gmx.de

Internet: www.weingut-borth.de

2017

115


GENUSS PLUS

WENN DER BERUF

BERUFUNG IST

Viele Hohenloher Weinbauern machen ihren Job mit Leib und Seele.

Die Mitglieder der Bretzfelder Selbstvermarktung können davon ein

Liedchen singen. Familie Birkert steht stellvertretend für sie.

Verwurzelt“ – so steht es als

Leitwort auf ihrem Prospekt. Es

steht für den Rebstock, der tief

in die Erde wurzelt, es steht aber vor

allem für die Familie Birkert. Seit zwei

Generationen wird dort ausschließlich

Weinbau und Obstanbau betrieben.

Zuvor war der Hof ein landwirtschaftlicher

Mischbetrieb. Die Wurzeln sehen

die Birkerts in ihrer Verbundenheit mit

der Heimat. Er ist aus Adolzfurt, sie

aus dem nahe gelegenen Michelbach

am Wald. Kennengelernt haben sie

sich auf einer Weinmesse. Sie war als

Weinprinzessin dort, er als Winzer.

Boris Birkert folgte seinem Vater und

übernahm den Weinbaubetrieb, wobei

der Vater durchaus nicht ausgeschieden

ist. Er schafft weiterhin seine

acht bis zehn Stunden täglich. Der

Sohn kommt auf 14 bis 16 Stunden.

„Die grüne Hölle“ nennen die Winzer

die Zeit zwischen Mai und Juli. Da

erzeuge der Weinberg mehr Kohlendioxid

wie der Wald, ein Beispiel für

sein enormes Wachstum. Dann muss

Wir sind Winzer aus

Wassergasse 4

74626 Bretzfeld-Dimbach

Telefon 07946 1418

kontakt@schwab-wein.de

Leidenschaft

Weinberg und Keller werden optimal

aufeinander abgestimmt.

Täglich Weinverkauf.

Weinstube an 6 Tagen im

Monat geöffnet.

Genaue Termine im Internet unter

www.schwab-wein.de

Reisegruppen nach telefonischer

Absprache willkommen.

Rebenhof Ferdinand Fröscher

Weißbacher Straße 6 74670 Forchtenberg

Telefon 07947 7171 E-Mail: info@rebenhof-ff.de

Wein im Einklang mit der Natur

Bereits seit vielen Jahren hat die Familie Fröscher

ihre Wurzeln in Forchtenberg – und schon immer spielte

der Weinbau eine große Rolle für sie. Mehr als Hobby im Nebenerwerb

begann die Selbständigkeit von Ferdinand und seitdem wird

auch unser eigener Wein vinifiziert. Ein weiterer Zugewinn: die

Übernahme des Weinbaubetriebs von Frank Winkler, der auch als

Molle von der Hohenloher Mundartband Annâweech bekannt ist.

2010 übernahm Familie Ferdinand Fröscher den Betrieb und

bewirtschaftet mittlerweile 16 Rebsorten auf 12 Hektar.

„Wir betreiben Weinbau im Einklang mit der

Natur“, erklärt der 25-jährige Ferdinand Fröscher,

der sich bereits mit 20 nach Abschluss seiner

Winzerausbildung selbstständig machte – mit

Unterstützung seiner Eltern und der beiden

Geschwister.

116 2017


cher war, da habe man tagsüber Wein

getrunken. Heute lasse die Schnelligkeit,

mit der gearbeitet werden muss,

das nicht mehr zu.

Boris und Regina Birkert aus Bretzfeld sind Teil der großen Bretzfelder Selbstvermarktungsfamilie.

Foto: Sonja Alexa Schmitz

der Winzer mit seinen Mitarbeitern

ständig in die Weinberge.

Mittags dann geht es zurück auf den

Hof. Da hat Regina Birkert gekocht.

Die Familie isst zusammen mit den

Mitarbeitern. Manchmal essen zehn

Personen mit, manchmal 25 – das ist

abhängig von der Jahreszeit. Regina

Birkert ist das Kochen in großen

Mengen gewohnt. Für die Besenwirtschaft,

die zum Hof gehört, steht sie

zusammen mit ihrer Schwiegermutter

am Herd. Übrigens, das schöne Bild

der Erntehelfer in der Mittagspause,

mit Picknickkorb und gefülltem

Rotweinglas stimme so nicht mehr.

Früher, als die Arbeit noch gemächli-

Für Boris Birkert ist die schönste

Zeit im Jahr der Winter. Wenn er im

Januar ganz alleine im Weinberg ist

und den Rebschnitt vornimmt, dann

kann er in Ruhe genießen. Der Druck

ist raus, der Wein im Tank vergoren,

dann kann sogar mal an einen Urlaub

gedacht werden. Der geht dann mal

ans Meer, mal in die Berge zum Skifahren,

mal nach Südafrika. In Südafrika

hat Boris Birkert mehrere Praktika

auf Weingütern gemacht. „Fernweh

habe ich immer“, sagt er. Darüber

denkt er aber nicht nach, während er

durch den Weinberg geht. Denn dabei

ist in seinem Kopf nur eins: Wie

kann ich die Abläufe noch weiter optimieren,

damit der Wein noch besser

schmeckt? Sonja Alexa Schmitz

Landgasthof „Zum Stern“

in Bühlertann

Unsere Philosophie heißt: „Geht nicht, gib es nicht“. Für uns ist der Kunde

König. Wir beraten Sie individuell bei Ihren Veranstaltungen, Hochzeiten,

Kommunionen, Taufen usw.

Unsere gute bürgerliche Küche wird um spezielle Highlights aus dem

Steakhouse-Restaurant ergänzt – etwa dem „Ripple all you can eat“ jeden

Mittwoch.

Im Sommer wird der neue Biergarten eröffnet, in dem die Gäste das

leckere Essen genießen können. Zusätzlich sind Musikveranstaltungen

geplant. Geparkt werden kann dann im Innenhof.

Besondere Angebote gibt es für die Biker, die einen Garagenplatz erhalten.

Auf Wunsch und Anfrage organisiert Fam. Rueda Motorradtouren in der

schönen Region, hier rund um das Kochertal.

Unser Haus bietet Platz für 15 Zimmer, die

aufgeteilt sind in Einzel-, Doppel-, Dreibett- und

Familienzimmer. Alle Zimmer verfügen über

Highspeed WLAN, Flachbild TV, Boxspringbetten,

Schreibtisch uvm.

Fühlen Sie sich bei uns wie zu Hause.

Ihre erste Adresse für Ihr zweites Zuhause.

Ihre Familie Rueda und das Stern Team

EIN UNTERNEHMEN DER GEMÜ GRUPPE

Weine von der Weinmanufaktur

Ingelfinger Fass

im Schloßhotel erhältlich!

Den Genüssen

Genüssen

erliegen!

Im Schlosshotel Ingelfingen sind Sie als Gast für uns der Mittelpunkt!

Lassen Sie sich mit individuellem Service in unserem Restaurant, unserer

Weinstube, Hotelbar oder auf unserer idyllischen Terrasse verwöhnen und

verbringen Sie eine angenehme Zeit. Unseren Gästen bieten wir eine regionale

und saisonale Frische küche auf gehobenem, gutbürgerlichen Niveau.

Ob mit Geschäftspartnern den erfolgreichen Abschluss feiern, ein Jubiläum

würdig begehen, etwas Leichtes während der Tour-Pause genießen oder

ein Essen im Kreise der Familie erleben. Wir werden Sie begeistern!

Landgasthof & Hotel „Zum Stern“

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MEHR ALS NUR WOHLFÜHLEN

Warme Küche: Montag bis Samstag, 11.30–14.00 Uhr und 18.00–22.00 Uhr

Sonntag von 11.30–14.00 Uhr und 18.00–21.00 Uhr

Weinstube geöffnet: Montag bis Samstag, 18.00–23.00 Uhr

Schlossstraße 14 . 74653 Ingelfingen . Telefon 07940 | 9165-0 . Telefax -50

info@schloss-hotel-ingelfingen.de . www.schloss-hotel-ingelfingen.de

2017

117


GENUSS PLUS

EINEN GANZEN TAG

IN DEN WEINBERGEN

Die Kochertaler Genießertour findet jedes Jahr im August

statt. Im vergangenen Jahr sind wir selbst mitgelaufen – ein

Erfahrungsbericht über eine spannende Veranstaltung.

Das ist mal eine schöne einfache

Sache. Bei der Kochertaler Genießertour,

die jedes Jahr im

August in den Weinhängen zwischen

Künzelsau und Forchtenberg stattfindet,

kann jeder mitgehen. Man braucht

keine sportlichen Leistungen erbringen,

sich keine komplizierte Wanderstrecke

einprägen, sich nicht anmelden,

keinen Eintritt zahlen. Es bedarf

lediglich der Freude am Blick über

Weinberge und im besten Fall Durst

auf einen leichten Wein und Appetit

auf lokale Spezialitäten.

Wir starten unsere Tour in Criesbach.

Das liegt mittendrin in der 15 Kilometer

langen Wegstrecke. Wir parken

im Ort und bald sehen wir das

erste Hinweisschild, auf dem steht:

Kochertaler Genießertour“. Auf dem

Boden sind zusätzlich rote Pfeile aufgesprüht.

Der erste Weg führt immer

bergauf. Sozusagen auf der zweiten

von Reben bestückten Etage geht es

weiter.

Kein Wölkchen trübt den blauen Himmel,

das Thermometer steigt. Immer

wieder kommen uns Menschen entgegen,

nie zu viel und nie zu wenig.

Sie tragen Sandalen oder Wanderschuhe,

Strohhut oder Baseballkappe

und ein leeres Glas um den Hals. Das

hängt an einer Art Brustbeutel. Glas

und Brustbeutel kauft man für wenige

Euro beim ersten Wein, den man

bestellt.

Zirka alle zwei Kilometer ist

eine – unromantisch gesagt –

„Verpflegungsstation“ aufgebaut.

Einzelne Winzer oder die Hohenloher

Weingenossenschaft haben einen

Stand und schenken aus, in Zelten

werden dazu Schmankerln verkauft.

Manche bieten edle Speisen an:

Dammhirschbraten, Schweinsbäckle,

Rinderbrust in Meerrettichsauce. An

anderen Stationen geht es rustikaler

zu, mit Wurstsalat und Reibekuchen.

Wir holen uns ein „Dünnele“ und setzen

uns mit dem Hefefladen, belegt

mit Käse und Gemüse, an einen Biertisch,

der mitten in den Rebstöcken

steht. „Something stupid“ und weitere

Swingmusik erklingen, gespielt

von einem Duo am Wegesrand. Dazu

Das Weinberg-Taxi der etwas anderen

Art: Ein Traktor übernimmt den Shuttelservice.

Foto: Sonja Alexa Schmitz


gibt es ein Glas Sekt. Die Preise für

Wein und Essen sind günstig.

Wir gehen weiter durch die sonnigen

Weinberge. Menschen, die uns entgegen

kommen, grüßen. Manche sind

als Paar unterwegs, die meisten aber

gehen in einem Grüppchen. Oft sind

es Familien, durchweg mehr Menschen

über 50 Jahre als darunter. Drei

Frauen kommen mit einem Regenschirm

in der Hand des Weges. „Das

ist in all den Jahren das erste Mal,

dass wir den als Sonnenschutz dabei

haben“, sagen sie, „man wird halt älter.“

80 Jahre ist eine von ihnen bereits.

Sie gehen nur die fünf Kilometer

von Niedernhall nach Criesbach, wo

sie zuhause sind. „Aber wir halten an

jeder Station an“, betonen sie.

Schade, dass man irgendwann satt

wird. Es werden auch Eis, Eiskaffee

sowie Kaffee und Kuchen angeboten.

Viel los in den Weinbergen: Bei der

Kochertaler Genießertour wandern Tausende

durch Hohenlohe. Fotos: Henry Doll

An der fünften und für uns schönsten

Station, in den Weinbergen Forchtenberg-Büschelhof,

wo wir Gewürztraminer

und Kaffee trinken und der live

gespielten Musik von zwei sympathischen

Altrockern lauschen, überlegen

wir, hier unseren Abschluss

zu machen. Aber dann lockt uns die

Neugier auch noch zur letzten Station.

In sechs Stunden sind wir ungefähr

acht Kilometer gelaufen. Nicht

viel, aber dafür haben wir die Veranstaltung

beim Wort genommen: Wir

haben das Kochertal genossen, mit

den Augen und natürlich auch mit

dem Bauch. Sonja Alexa Schmitz

Unser familiär geführtes Stadthotel liegt im Herzen von Crailsheim und direkt

am Kocher-Jagst-Radweg. Von hier aus können Sie das Hohenloher Land

nach Lust und Laune erkunden. Alle Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet

und laden zum Wohlfühlen ein. Nach einem reichhaltigen Frühstück auf

unserer Terrasse oder im Wintergarten können Sie gestärkt in den neuen

Tag starten.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Familie Ernst

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8 EZ: Bad, Du, WC, ÜF, Bk, ZB, NR 69 – 80

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Kinderermäßigung, Haustier 8 1 / Nacht

Bei weiteren Fragen jederzeit gerne anrufen.

Worthingtonstraße 39 I 74564 Crailsheim

Telefon 07951 2960-0 I Fax 07951 2960-123

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2017

119


GENUSS PLUS

Die Weinmanufaktur Ingelfinger Fass und

der Sigloch‘sche Weinkeller laden zum

Genießen ein. Fotos: Gemü, Sigloch‘scher Weinkeller

MÄNNER DER

EDLEN TROPFEN

Auch aus der Hohenloher Wirtschaft ist der Wein nicht mehr wegzudenken.

Zwei erfolgreiche Unternehmer aus der Region widmen sich dem

Thema besonders intensiv – und stellen ihren eigenen Rebensaft her.

Als echter Hohenloher kann man

sich einem guten Tropfen Wein

nur schwer entziehen. Professor

Helmut Sigloch ist so einer. Der Inhaber

und Geschäftsführer der Sigloch

Distribution GmbH mit Sitz in Blaufelden

stammt aus einer Familie, in der

die Reben schon immer eine große Rolle

spielten. „In der Familiengeschichte

wurde in einer Urkunde von 1575

Herr Hans Georg Sigloch, Schultheiß

und Weingärtner, erwähnt. Seit dieser

Zeit beschäftigt sich die Familie mit

Wein“, so Sigloch. Dementsprechend

wurde seinen Angaben zufolge auch

Prämiertes Mineralwasser der Haller

Wildbadquelle, Apfel- und Johannisbeer-Direktsaft

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120 2017


in seinem Elternhaus ausschließlich

Wein und Wasser getrunken, wobei

Wasser nur bedingt akzeptiert wurde.

Dem Künzelsauer wurde die Vorliebe

für das Getränk also quasi in die Wiege

gelegt. Eine Vorliebe, die auch in

das bereits 1881 gegründete Familienunternehmen

Einzug hielt, nachdem

Helmut Sigloch 1970 in den Betrieb

einstieg. Er baute die elterliche Buchbinderei

nicht nur zum heute global

agierenden Distributionsdienstleister

aus, sondern übernahm auch die Weingärtnergenossenschaft

Künzelsau-

Nagelsberg vor deren Schließung. In

den Folgejahren machte er sie zur Sigloch’schen

Weinkellerei Künzelsau,

die heute ein eigenständiges

Unternehmen, gleichzeitig

aber laut Helmut Sigloch auch

„der beste Werbeträger des Unternehmens

Sigloch“ ist. Seit

2001 vertreibt die Weinkellerei

ihre eigenen Tropfen von den

Weinbergen im Stadtteil Belsenberg

zusammen mit anderen

hausgemachten Delikatessen

in der Verkaufsstelle „Buch

& Wein“ in Künzelsau. In

der gleichen Stadt betreibt

das Unternehmen

auch die „Sigloch’sche

Vinothek“ mit rund 500

verschiedenen Weinen

aus Deutschland und

Frankreich. Diese kann

für Weinproben, aber

auch für Firmen- und

Privatveranstaltungen

gemietet werden.

Nur wenige Kilometer

entfernt, im benachbarten

Ingelfingen, erging

es einem anderen

bekannten Hohenloher

Unternehmer ähnlich

wie Helmut Sigloch.

Auch Fritz Müller,

In edle Flaschen wird der

Wein der Unternehmer

abgefüllt. Foto: fotolia/TrudiDesign

Gründer von Gemü, Weltmarktführer

im Armaturen- und Automatisierungsbereich,

kam bereits früh mit

dem Wein in Berührung. Sein Großvater

war Kellermeister bei der Weingärtnergenossenschaft

Ingelfingen.

Müller selbst hielt sich als Kind oft

in den Weinbergen hinter seinem Elternhaus

auf. Auch als Jungunternehmer,

der bereits mit 23 Jahren Gemü

gründete, riss sein Interesse am Wein

nicht ab. Müller nahm zu seinen bald

folgenden Geschäftsterminen in aller

Welt gerne einen guten Tropfen

aus der Heimat als Geschenk mit.

Da diese gut ankamen, entschloss er

sich, seinen eigenen Wein zu

keltern.

Doch damit nicht genug. Im

Jahr 2002 wurde in Müllers

Weinberg am Ingelfinger

Hohen Berg das „Ingelfinger

Fass“ eingeweiht, ein

Weinbaumuseum in Form

eines Fasses und nebenbei

die größte selbsttragende

Fasskonstruktion Europas.

Selbst das bekannte

Fass im Heidelberger

Schloss hat ein geringeres

Volumen als das

begehbare Holzgebilde

im Kochertal. Fritz

Müllers Wein wird

vom Schlosshotel Ingelfingen

vertrieben,

das wie das Fass

zur GEMÜ-Gruppe

gehört. Gegenüber

dem Schlosshotel eröffnete

im März 2016

die Weinmanufaktur

Ingelfinger Fass,

wo Besucher auf 70

Quadratmetern die

hauseigenen Weine,

aber auch andere Rebensäfte

aus Württemberg

und weitere

kulinarische Spezialitäten

aus der Region

probieren können.

Michael Bächle

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UND WEINBERGEN

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2017

121


GENUSS PLUS

DIE GESCHICHTE VOM

KÖNIGLICHEN SCHWEINE

Das Schwäbisch-Hällische Landschwein fällt mit seiner

charakteristischen schwarz-rosa Färbung sofort ins Auge.

Zuhause ist es vor allem in Hohenlohe.

Ein Schwein und ein König – wie

gehört das zusammen? Im Landkreis

Schwäbisch Hall lebten im

19. und 20. Jahrhundert zahlreiche

schwarz-rosafarbene Schweine. Daher

stammt der Name des Schwäbisch-

Hällischen Landschweins. Aber woher

haben die Tiere ihr markantes Aussehen?

Der württembergische König

Wilhelm I. ließ um 1820 chinesische

Maskenschweine mit heimischen

Schweinerassen kreuzen. Dies sollte

der Förderung der Landwirtschaft dienen.

So erhielt das Schwäbisch-Hällische

Landschwein sein charakte-

122 2017


Die Schweine und Ferkel fühlen sich

auf der Wiese und im Stroh sauwohl.

Fotos: BESH

ristisches Aussehen. Wegen seinem

schwarzen Kopf wird das Schwein

auch liebevoll „Mohrenköpfle“ genannt.

Der Siegeszug dieser Schweine

begann. Schließlich hatten sie eine

hohe Fleischqualität und sehr gute

Muttereigenschaften. Zeitweise waren

beinah alle Schweine im Hohenloher

Land Schwäbisch-Hällische.

GERADE NOCH GERETTET

Doch dann kam die Wende im Denken

der Verbraucher: Statt dem feinmarmorierten

und fetteren Fleisch

der Mohrenköpfle bevorzugten die

Fleischesser jetzt eher mageres

Fleisch. So kam es, dass diese Rasse

in den 1980er Jahren als ausgestorben

galt. Eine Gruppe Landwirte

nahm sich dem einzig noch lebenden

Eber und der letzten sieben Sauen an

und gründete eine Zucht.

BESTAND HAT SICH ERHOLT

Die Bemühungen haben sich gelohnt

und der Bestand des Schwäbisch-

Hällischen Landschweins hat sich

wieder erholt. Heute leben über 3500

Muttersauen in der nordwürttembergischen

Region und werfen jährlich

70 000 Ferkel. Einen großen Anteil

hat daran die bäuerliche Erzeugergemeinschaft

Schwäbisch Hall (BESH).

Sie arbeitet nach dem Prinzip der

bäuerlichen Selbsthilfe. Weiter engagiert

sich die Erzeugergemeinschaft

für die bäuerliche Regionalentwicklung

in Hohenlohe.

Das dunkelrote, gut marmorierte

Fleisch mit seinem nussigen

Geschmack ist beliebt bei Feinschmeckern

und hat inzwischen die

geografisch geschützte Herkunftsbezeichnungen

„g.g.A.“. Weit über

seine ursprüngliche Grenze hinaus

ist das Schwäbisch-Hällische Landschwein

bekannt. Es ist jetzt so etwas

wie das Maskottchen Hohenlohes.

Ob der württembergische König

diesen aufregenden Weg des Tieres

erwartet hätte? Annika Wieland

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123


GENUSS PLUS

RINDVIECHER DER

BESONDEREN ART

Hohenlohe mit seiner Hügellandschaft ist Heimat

vieler Kühe: Fleckvieh und fränkisches Gelbvieh etwa

werden als „Boeuf de Hohenlohe“ gehalten.

So lässt‘s sich leben. Das Fleckvieh fühlt sich draußen auf seiner grünen Weide sichtlich wohl. Foto: BESH

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124 2017


Weite Wiesen, idyllische

Flussläufe und Hügellandschaften

machen Hohenlohe

aus. Inmitten dieses Landstrichs stehen

zahlreiche Rinder, Schweine, Gänse

und Schafe auf den Wiesen. Immer

wieder sieht man auf den Weiden

einfarbig hell- bis rotgelbe Kühe: Es

sind die Limpurger Weiderinder. Sie

weiden etwa an den Flusstälern von

Bühler, Kocher und Jagst und werden

im Herbst nach historischem Vorbild

in die Ställe getrieben. Seinen Namen

hat das Rind von der Grafschaft

Limpurg, die südlich von Schwäbisch

Hall rund um Gaildorf ihre Wurzeln

hat. Das Limpurger Weiderind ist die

älteste noch lebende Rinderrasse in

Württemberg. Anfang der 1980er

Jahre galt sie als fast ausgestorben.

Heute leben im ursprünglichen

Gebiet etwa 500 Rinder.

Schätzungsweise im 18. Jahrhundert

kreuzte man das Rote Landvieh

mit dem Allgäuer Vieh: Das

Limpurger Rind war geboren.

Die Marke „Boeuf de Hohenlohe

bezeichnet die Art der Erzeugung

des Mastviehs, das auf Hohenloher

Weiden steht. Die Tiere der Rassen

Fleckvieh, Limpurger Weiderind

und fränkisches Gelbvieh werden in

Weidemast nach historischem Vorbild

und verbindlichen Richtlinien

gehalten. Dabei spielen Fütterung

und Haltung eine Rolle. Das gemeinsame

Wirken dieser Faktoren macht

ZUNGE

die Fleischqualität aus. Der Name

hat eine historische Bedeutung: Im

18. Jahrhundert wurden die Tiere bis

nach Paris getrieben – wegen seiner

Zartheit und seines Geschmacks war

das Fleisch in der französischen Küche

beliebt.

KULINARISCHER GENUSS

Die Rinder sind nicht nur schön anzusehen.

Viele Köche im Hohenloher

Land verarbeiten das Fleisch des

Limpurger Weideochsen auch zu kulinarischen

Spezialitäten wie gefüllte

Nudeln – eine Leibspeise, die es insbesondere

im Jagsttal gibt. Auch gibt

es Restaurants, die von „der Zunge

bis zum Schwanz“ alles verarbeiten.

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WADE

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UND RIPPE

BRUSTKERN

FEINSCHMECKERPARADIES

Auch in Schwäbisch Hall gibt es eine

Markthalle. Die Kornhausscheune

liegt im Herzen Schwäbisch Halls im

Kocherquartier und lädt zum Schlemmen

und Einkaufen ein. Sie bietet

eine große Auswahl an Käsesorten,

Wurst- und Fleischwaren. Auch

Dry-Aged-Beef kann hier erworben

werden. Feinschmecker und Kulinarikliebhaber

kommen hier also auf

ihre Kosten. Auch frisches Obst und

Gemüse aus regionalem Anbau gibt

es hier zu kaufen. Wer Leckereien

zum Verschenken oder selbst genießen

sucht, findet hier auch außergewöhnliche

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2017

125


GENUSS PLUS

Bis aus den Äpfeln Most wird, sind einige Schritte notwendig. Außerdem braucht der Most Zeit bis Weihnachten. Foto: Yvonne Tscherwitschke

VOM BAUM INS GLAS

Bereits die Römer und Germanen stellten Wein aus Äpfeln

und Birnen her. Der Most, lange das Getränk der armen Leute,

ist heute das heimliche Nationalgetränk Hohenlohes.

Es ist der zweite Samstag im Februar:

Der Frühjahrspferdemarkt in

Dörzbach lockt viele Besucher an.

Auf dem Marktplatz, der Drehergasse,

dem Schlossweg und dem Gewerbegebiet

finden Krämermarkt, Festumzug

und auch die jährliche Mostprämierung

statt. In der Gemeindehalle Universum

sind Mosterzeuger aus dem gesamten

Umkreis gekommen, um bei der Prämierung

der Moste teilzunehmen und

ihre Tropfen zu präsentieren. Die Gemeindeverwaltung

lädt dazu am Vormittag

ein. Zwischen zehn und zwölf

Uhr werden die besten Moste ausgesucht

und prämiert. Dabei werden in

manchen Jahren über 100 Mostproben

durchgeführt. Und es kann jeder mitmachen,

der selbst mostet. Einfach den

eigenen Most in herkömmlicher Weinflasche

mitbringen, am Flaschenboden

mit Namensetikett versehen und Flasche

vor der Prämierung abgeben.

Bis aus einer Apfelblüte Most wird,

ist es ein langer Weg. Die Obstbaumblüte

beginnt im April und dauert

je nach Witterung einige Wochen.

Zu dieser Zeit blühen tausende kleine

Blumen an den Ästen der Bäume

126 2017


von weiß über hellrosa bis pink: Der

Frühling ist in vollem Gange. Die Bienen

schwirren bei Sonnenschein und

sind schwer beschäftigt. Schließlich

gilt es, Blütennektar zu sammeln. Der

positive Nebeneffekt dabei ist die Bestäubung

der Apfel- und Birnenblüten,

die Grundzutaten für den Most.

Im Juni dann erkennt man schon

kleine Äpfelchen und unförmige Miniatur-Birnen.

Den ganzen Sommer

über sammelt das Obst die Energie

der Sonne und wächst mit jedem Regenguss.

Ende September dann sind

die ersten Früchte reif und frühe Apfelsorten

können bereits geerntet

werden. Die Oktobersonne taucht

die Streuobstwiesen in Hohenlohe in

goldenes Licht. Rote oder gelbe Farbtupfer

hängen an den Apfelbäumen

und strahlen mit der Sonne um die

Wette. Das Farbenspiel ist nicht nur

schön anzuschauen – die knackigen

Äpfel schmecken auch. Ob pur oder

gepresst als Most.

Die Äpfel und Birnen werden zum

Mosten gebracht: Durch Keltern,

also Pressen, wird der Fruchtsaft gewonnen.

Wenn dieser vergoren ist,

bezeichnet man ihn als Most. Dieser

wird in Holz- oder Plastikfässer gefüllt

und gelagert. Dort gärt er vor

sich hin – mindestens bis Weihnachten.

Anfang Februar können dann

bei der Mostprobe die einzelnen

„Mouschde“ probiert werden. Bewertet

bei der Prämierung werden

die Farbe des Getränks, der Duft und

der Geschmack. Wichtig ist, dass der

Most klar ist.

Annika Wieland

Most wird von Äpfeln und Birnen von Streuobstwiesen

der Region gewonnen. Fotos: Andreas Scholz, Heiko Fritze

2017

127


GENUSS PLUS

EINFACH MACHT LAUNE

Besen geöffnet: Die Freude bei Liebhabern deftiger Hausmannskost

und Anhängern edler Tropfen ist groß, wenn sie

in Ortschaften einen Reisigbesen oder Strauß sehen.

Besenwirtschaften

im Hohenlohekreis

Weingut Birkert

www.weingut-birkert.com

Weingut Borth

www.weingut-borth.de

Winzerstube Lösch

www.weinstube-hohenlohe.de

Weinausschank Helga Lederer

www.weingut-lederer.de

Baldele‘s Weinstube

www.baldeles-weinstube.de

„Mammutstüble“ Stahl GbR

www.mammutstueble.de

Weinstube Schwab

www.schwab-wein.de

Weinstube Karl Busch

www.karlbusch-wein.de

Nach altem Brauch wird am Straßenrand

oder direkt vor der

Tür ein Reisig-Besen befestigt:

Besen hat geöffnet. Wahlweise werden

als Erkennungsmerkmal auch die

Triebe einer Rebe nach unten gebogen

und am Stamm zu einem Bündel fest

gezurrt. Besen-, Hecken- oder Straußwirtschaften

haben eine lange Tradition.

Regional sind außerdem noch

die Begriffe Rädlewirtschaft (Bodenseeregion)

und Häckerwirtschaft

(Franken) verbreitet. Besenstuben,

die Most ausschenken, werden im

Schwäbischen als Mostbesen bezeichnet.

Besenwirtschaften öffnen

nur zu bestimmten Zeiten im Jahr

und dann auch nur kurz – maximal

zweimal zwei Monate im Jahr. Durch

die Besenwirtschaft verdienen sich

Winzer oft ein „Zubrot“ – der selbst

erzeugte Wein wird direkt vermarktet

und dazu einfache und deftige Gerichte

gereicht. Oft hilft die gesamte

Familie beim Ausschank mit – neben

Vater, Mutter, Tochter und Sohn auch

die Großmutter oder der musikalisch

begabte Schwager. Schließlich lässt

sich durch die Ziehharmonika die

gute Stimmung in der weinseligen

Besenrunde noch weiter anheizen.

Traubensaftschorle, frischer Federweißer,

Schorle rot-süß, feuriges

Obstwässerle oder milder Beerenlikör

– die Getränkeauswahl ist groß.

Manche Winzer reichen nicht nur

Wein, sondern sind obendrein zertifizierte

Weinkultur-Führer – so kann

der Weinlehrpfad im Weinberg interessierten

Besuchern erklärt werden.

Einfach, deftig, aber preiswert – so

liest sich die Speisekarte. Neben der

„obligatorischen“ Maultasche in vielen

Variationen gibt es auch Schlachtplatte

mit Blut- oder Leberwurst,

Salzfleisch mit Kraut oder den klassischen

Vesperteller mit Hausmacher-

Wurst. Auch im Hohenlohekreis gibt

es urige Besenwirtschaften, die sich

GENUSS IM URSPRUNG

Das Landhaus Rössle in Schwäbisch

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Raum für Veranstaltungen jeglicher

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werden traditionelle schwäbische

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Wir freuen uns Ihren Besuch.

128 2017


Weinausschank Banzhaf

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Weinbau Weibler

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Weingut Weihbrecht

www.weingut-weihbrecht.de

Beim Verdauungsspaziergang in den Weinbergen klingt der Tag aus. Fotos: Andreas Scholz

oft am Fuße von idyllischen Weinbergen

„verstecken“. Wer beispielsweise

den nostalgischen Häldener Besen

betritt, braucht nur drei Dinge, um

glücklich zu sein: ein deftiges Essen,

einen leckeren Tropfen und fröhliche

Musik. Oder anders ausgedrückt: in

vino veritas – im Wein liegt die Wahrheit

und der Besen ist Hort guter

Laune. Auch beim „Lederer“ in Unterheimbach

sind in geselliger Runde

schnell Kontakte geknüpft – und

„fruchtbare“ Geschäftsbeziehungen

entstehen. Früher war die Dorfschänke

dafür der traditionelle Treffpunkt.

Wer zum ersten Mal die Besenwirtschaft

der Familie Birkert in Bretzfeld

oder die Weinstube in Adolzfurt

betritt, sollte sich bei verfänglichen

Gesprächsthemen zurückhalten: die

gelten im „Besen“ nämlich eher als

Gute-Laune-Killer. Andreas Scholz

Weinstube Mai

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„Zum Bout“

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Weingut Ungerer

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Inmitten der reizvollen Hohenloher Landschaft

zwischen dem Frankenland und

der Schwäbischen Alb liegt das Flair Park-

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den Städten Schwäbisch Hall und Crailsheim

besitzt das Hotel eine zentrale Lage,

die der perfekte Ausgangspunkt für die

vielen Sehenswürdigkeiten der Region

ist. Ideales Ambiente lädt ein, sich ein

paar Tage zu erholen, zu genießen und zu

entspannen.

Aktiv Neben der exzellenten Küche bietet

das Hotel viele Freizeitmöglichkeiten,

um aktiv zu sein. Hohenlohe-Franken hat

außerdem nahezu alles, was das Wanderoder

auch das Radler-Herz begehrt. Zwischen

den Seitentälern der Zwillingsflüsse

Kocher und Jagst, den Weinbergen sowie

Wiesen und Wäldern der Hohenloher Ebene

kann man nach Herzenslust die Gegend

erkunden und sich passend dazu ein Fahrrad

oder E-Bike leihen. Nach einem erlebnisreichen

Tag verwöhnen beide Restaurants

mit regionalen Spezialitäten. Die

Erlebnisse lassen sich am besten in der

Bistro-Bar-Lounge „Bajazzo“ Revue passieren.

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dazu ein, Körper und Seele wieder aufzutanken.

Flair Park-Hotel Ilshofen

Parkstraße 2, 74532 Ilshofen

Tel. 07904 / 7030, Fax 07904 / 703222

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GENUSS PLUS

BACKE, BACKE KUCHEN –

ODER BESSER: SCHRITT FÜR SCHRITT-

ANLEITUNG FÜRS BLOOZ-BACKEN

Wenn man Hohenlohe besucht, gehört die Verkostung

des Blooz unter allen Umständen dazu. Also habe ich mit

meinen Freunden den Selbstversuch gewagt.

Da ich aus dem Rems-Murr-Kreis (einem Nachbarlandkreis

von Schwäbisch Hall) stamme,

nennen wir dieses Gebäck Salzkuchen.

Fotos: privat

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Landhotel-Restaurant „Beck“

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Telefon: 07944 91700

E-Mail: info@landhotel-beck.de

130 2017


Meine Cousine und meine Tante haben schon einige

Male Salzkuchen und Brot gebacken, deshalb

schließen meine Freundinnen und ich uns ihnen

an und befolgen ihre Tipps. Blooz gibt es schon seit der Zeit,

in der noch in Holzöfen gebacken wurde und die Temperatur

nur schwer geregelt werden konnte. Bevor das Brot also in

den Ofen kam, musste man warten, bis die passende Temperatur

erreicht war. Die Hitze ungenutzt zu lassen, kam

aber nicht infrage.

Deshalb hat man den Brotteig dünn ausgewellt, in eine

runde flache Form gelegt und mit einer Mischung aus

Creme fraîche und Eiern bestrichen. Der Belag bestand

dann aus allem, was die Vorratskammer hergab: Lauch,

Zwiebeln, Kartoffeln und an Festtagen auch mal Speck

und Rauchfleisch. Im Spätsommer waren auch Zwetschgen

und Äpfel beliebt. Und dann ab in den heißen Steinofen

damit. Die Backdauer hängt von der Temperatur ab.

Sobald der Blooz etwas gebräunt ist, wird er mit einem

Holz-Schieber aus dem Ofen geholt, geschnitten und noch

lauwarm aus der Hand gegessen. Ich kann mich noch gut

daran erinnern, dass meine Oma früher dazu Most in blaugrauen

Steinkrügen servierte. Zum Essen kamen die gesamte

Großfamilie und die Nachbarn zusammen. awi

Blooz-Rezept (für 4 Portionen)

Die genauen Schritte sind auf den

Seiten 132 und 133 zu finden.

Teigzutaten: 500 g Mehl, 20 g Hefe, 300 ml Wasser,

2 TL Salz. Daraus einen Hefeteig zubereiten.

Für den Belag pro Blooz: 1 Becher Creme fraîche,

1 Ei, sowie Zwiebeln, Schnittlauch, Kümmel

und Speck nach Belieben.

Sie haben es sich

verdient…

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2017

131


GENUSS PLUS

1. Backofen vorheizen. In

unserem Fall: Frühzeitig

einheizen, damit eine

Hitze von etwa 350 Grad

entsteht. Mit Omas Ofen

klappt das super.

2. Wir backen etwa fünf

mal im Jahr mit dem Ofen.

Deshalb sind die verarbeiteten

Mengen an Mehl

und Wasser im Kilo- statt

im Grammbereich. Ein

Glück – die Knetmaschine

von Oma funktioniert noch.

3. Während der Teig geht,

werden die einzelnen Zutaten

geschnitten. Drauf

kommt, was der Garten

so hergibt: Schnittlauch,

Zucchini, Zwiebel und

auch Kümmel oder Speck

landen auf dem Blooz.

4. Die Bleche werden vor

dem Backen gefettet – wie

beim herkömmlichen Backen

auch. Die Teigkugeln

dann später platt drücken,

in Kreisform ziehen

und mit dem Wellholz auf

Blechgröße bringen.

5. Nach einer ersten Gehzeit,

den Teig nochmals

kurz durchkneten. Für

den Belag zunächst Eier

vermengen, dann Creme

fraîche und Schmand unterheben

und salzen.

6. Den Teig zu Kugeln

formen, die etwa so groß

sind wie zwei Fäuste.

Großzügig Mehl auf der

Arbeitsfläche verteilen,

die Teigkugel darauf setzen

und rund auswellen.

Fotos: privat

www.fuerstenfass.de

132 2017


7. Mit letzten Handgriffen

den Teig vorsichtig an die

Form anpassen und einen

kleinen Rand hochziehen.

Den Teig lieber nicht zu

dünn und groß auswellen.

Auch hier heißt es: Übung

macht den Meister.

8. Nun einen Schöpflöffel

der Creme fraîche-Masse

auf den Teigling geben.

Nach Belieben mit den

vorbereiteten Zutaten

belegen: beispielsweise

Kümmel, Schnittlauch,

Zucchini und Speck.

9. Die vorbereiteten Blooze

in den etwa 300 Grad heißen

Steinofen einschieben

und abwarten. Je nach

Hitze dauert das zwischen

fünf und zwölf Minuten –

also im Auge behalten.

10. Lecker knusprig sehen

die Blooze aus und schmecken

lauwarm am besten.

In Stücke geschnitten

sind sie ruck, zuck vernascht.

Dazu schmecken

Apfelschorle, Most oder

Federweißer.

Gasthaus Waldhorn

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2017

133


GENUSS PLUS

KULINARISCHE GRÜSSE

IN DIE HEIMAT

Drei Spitzenköche aus Hohenlohe leben fernab ihrer Heimat. Wir

haben nachgefragt, was sie mit Hohenlohe verbinden. In Erinnerung

geblieben sind vor allem die Menschen und Spätzle mit Soße.

Daniel Kämmer hat viele schöne Erinnerungen

an Hohenlohe. Foto: Chefs Culinar

Daniel Kämmer, aufgewachsen

in Niedernhall, Forchtenberg

und Künzelsau, ist gelernter

Koch. Ihm ist von Hohenlohe etwas

Bestimmtes in Erinnerung geblieben:

„Die Gelassenheit, mit der dem Leben

begegnet wird. Außerdem denke ich

oft an die Wälder, die ich als Kind immer

gerne durchstreift habe.“ Besonders

geprägt habe ihn diese Lebensphilosophie.

„Die Ruhe habe ich mir

angeeignet. Ich bin in meiner Art sehr

überlegt und treffe selten eine wichtige

Entscheidung, ohne eine Nacht

darüber zu schlafen.“ Der 36-Jährige

fährt fort: „Was in Hohenlohe auch immer

schon besonders war, ist die Art

und Weise, mit unterschiedlichen Menschen

und Kulturen umzugehen.“ Er

ist sich sicher, dass Hohenlohe durch

die starke Wirtschaft schon immer eine

Region gewesen sei, die Menschen aus

der ganzen Welt anziehe. „Das hat mir

in der Küche geholfen. Denn kaum ein

Gewerbe ist so bunt wie die Gastronomie“,

resümiert der gebürtige Stuttgarter.

Inzwischen arbeitet Kämmer

in einem großen Foodserviceunternehmen

in Deutschland und pendelt

zwischen Weeze und Ulm. Eine Anekdote,

die ihm zu süddeutschem Essen

einfällt: „Ich hatte ein nettes Erlebnis

mit einem Amerikaner. Er war Gast in

einem Stuttgarter Hotel.“ Kämmer sei

zur gleichen Zeit dort gewesen und

habe im Restaurant gegessen. Der

Mittdreißiger fährt fort: „Weil es sehr

voll war, hat man ihn zu mir gesetzt.“

Er erläuterte dem Gast, welche Gerichte

auf der Karte standen. „Als ich

erklärte, dass es einen schwäbischen

Wurstsalat gibt, ist er beinahe vom

Stuhl gefallen. Seine Frau sagte nämlich

immer, er solle mehr Salat essen.

Und so war er glücklich und seine

Frau über Umwege wohl auch.“










Familie Kraft






Montags

Frische Bauernbrote

(versch. Sorten)

Hefegebäck

Freitags

Frische Brötchen und

Hefezopf, hausmacher

Nudeln, Eier, Kartoffeln,

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Bauernhofkäse, Eierlikör,

Hochlandkaffee,

Wolle u.v.m.

Familie V. Bühl

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Tel. 07942 2228

Öffnungszeiten:

Montag und Freitag

11.00 – 19.00 Uhr

134 2017


Philipp Haiges (links) führt ein Restaurant

in Graz. Das Ehepaar Pfeifer lebt in den

USA. Dort betreiben sie das Fischrestaurant

„Middendorf‘s“. Fotos: Werner Krug, privat

Auch der 34-jährige Philipp Haiges

schickt kulinarische Grüße nach Hohenlohe.

Er ist Küchenchef des Restaurants

„carl“ im österreichischen

Graz und seit 2014 auch dessen Eigentümer.

Haiges Empfehlungen aus

der Hohenloher Küche sind Sauerbraten,

Spätzle und Ackersalat: „Wenn

Mama oder Oma Haiges dies machen,

ist das zugleich mein Geheimtipp“,

gesteht der geborene Schwäbisch

Haller schmunzelnd. Mit diesen Gerichten

verbinde er Familie, Zusammenhalt,

Kindheit, ein besonderes

Lebensgefühl und „mittlerweile etwas

Heimweh“, wie der 34-Jährige

zugibt. Die Menschen seien es, die

ihm aus Hohenlohe besonders in Erinnerung

geblieben sind. Das trifft

ebenso auf die Umgebung zu und

vor allem auf „unser Schwäbisch-

Hällisches“. Das Landschwein, das

inzwischen Kultstatus über seine ursprünglich

Grenzen hinaus erlangt

hat, ist auch bei Spitzenköchen wie

Haiges beliebt. Auf seiner Speisekarte

lassen sich einige Spezialitäten aus

Hohenlohe entdecken: Maultaschen,

Trüffelei oder gelierte Rindersuppe.

Noch ein Spitzenkoch, der gebürtiger

Hohenloher ist, lebt im Ausland. Horst

Pfeifer hat sich mit seiner Frau Karen

im Bundesstaat Louisiana im Süden

von Amerika niedergelassen. Und

auch ihn hat der Sauerbraten vom Kaninchen

mit Spätzle, Gurkensalat mit

Dill und Sahne sowie Acker- und Kartoffelsalat

nach dem Rezept seiner

Mutter nicht mehr losgelassen. Deshalb

bietet er jährlich in seinem Fischrestaurant

seinen Lieblingsbraten an.

Während seines Oktoberfests gibt es

typisches „German food“: Schlachtplatte,

Schnitzel und Schweinshaxe.

Stilecht untermalt Pfeifers Bruder

Heinz das Fest mit Akkordionmusik.

Der Koch führt in Manchac am Pontchartrain-See

mit seiner Frau Karen

das Restaurant „Middendorf’s“. Der

1962 in Gerabronn geborene Auswanderer

schwärmt von der Schönheit

und Landschaft Hohenlohes

sowie den Menschen dieser Region.

Das Ehepaar erzählt: „Jeden Sommer

bringen wir amerikanische Freunde

nach Bächlingen, um ihnen die Landschaft

zu zeigen.“ Pfeifer ist in Bächlingen

aufgewachsen. Auf die Frage,

wie ihn seine hohenloher Wurzeln

geprägt haben, antwortet er: „Die

Arbeitsmoral dieser – unserer – Region

hat mich sehr beeinflusst. Eine

kleine Gemeinschaft von Menschen,

die sich gegenseitig hilft und unterstützt.

Dabei wächst das Dorf zusammen

und ein Zusammengehörigkeitsgefühl

entsteht.“ Annika Wieland

2017

135


GENUSS PLUS

LECKERES ZU ESSEN

UND ZU KAUFEN

Ein Kleinod für Leckereien aus der Region ist die Pfedelbacher Sonne. Die

Vinothek eröffnete 2016 und dient seitdem auch als Verkaufsort für

kulinarischer Besonderheiten. Einige Selbstvermarkter und die Pächter

des Pfedelbacher Bürgerstübles haben sich dafür zusammengetan.

Im Herzen von Pfedelbach ist die Vinothek „Sonne“. Hier kann gespeist, zudem können

kostbare Spezialitäten von Selbstvermarktern gekauft werden. Foto: PMF-DESIGN

Ein Besuch der Oberderdinger

Vinothek regte den Gemeinderat

im Jahr 2015 dazu an, „die historische

Kulisse der ‚Sonne‘ für eine eigene

Vinothek zu nutzen“, erklärt der für

Tourismus und Kultur zuständige Klaus

Uhl von der Gemeinde Pfedelbach. Er

erläutert: „Diese Besichtigung war der

Anstoß zu einem Meinungsbildungsprozess

in eigener Sache.“ Egal, ob

Honig, Likör, Apfelchips oder Wein –

über 16 Selbstvermarkter aus der Gesamtgemeinde,

der Weingenossenschaft

Heuholz und der Weinkellerei

Hohenlohe verkaufen in der Sonne

inzwischen ihre Schätze. Pfedelbachs

Bürgermeister Torsten Kunkel erklärt,

die Vinothek sei keine geschlossene

Gesellschaft, die Türen stünden

auch für weitere Interessenten offen.

Für mundende regionale Speisen sorgen

die Pächter der Sonne: Volker

Zum vierten Mal ausgezeichnet mit der

höchsten Ehrung für deutsche Brauereien:

B undesehrenpreis

136 2017


Föll und Dieter Schultheiß. Seit drei

Jahren führen die beiden das Bürgerstüble

in Pfedelbach. Sie bieten bodenständige

Gerichte mit Raffinesse

an. Unter dem Motto: „Gemeinsame

Sache – die Pfedelbacher Sonne beweist:

zusammen geht mehr“ haben

sich einige Selbstvermarkter und die

beiden zusammengetan. Die Vinothek

hat von Donnerstag bis Sonntag

geöffnet. Zwei Säle für kleinere Festlichkeiten

befinden sich im Obergeschoss.

Im Sommer können die Gäste

auch auf der Terrasse essen.

GESCHICHTSTRÄCHTIG

Direkt gegenüber des Wasserschlosses

liegt das Gasthaus. Das im Jahr

1662 erbaute Gebäude diente im

18. Jahrhundert als Witwensitz der

Fürstin Anna Felicitas. Der Fassmaler

Johann Michael Probst erwarb

1781 das Anwesen. Er richtete dar-

in erstmals das Gasthaus Sonne ein.

In den folgenden Jahren – bis heute

– erfuhr es einige Besitzerwechsel.

Die Gemeinde erwarb das denkmalgeschützte

Gebäude 1990 und ließ es

sanieren. Nicht nur Genüsse für den

Gaumen, sondern auch für die Augen

gibt es hier. Im ersten Obergeschoss

haben die virtuellen Limeswelten ihre

Heimat gefunden. Uhl erklärt: „Dabei

handelt es sich um einen Reiseführer

in die antike Welt der Römer, der neben

historisch fundierten Erkenntnissen

jede Menge Spaß bringt“. Mithilfe

von 3D-Technik sei diese Zeitreise

ins römische Imperium möglich. awi

Vinothek Sonne

Weitere Informationen finden Sie unter

www.vinothek-pfedelbach.de

10 Jahre Genießerregion

Bereits seit 10 Jahren gilt

die Landschaft rund um

Kocher, Jagst und Tauber als

Genießerregion. Hier wird

Genussvolles angeboten, das

direkt aus Hohenlohe kommt

und hier hergestellt wird. Die

heimische Regionalküche

lockt mit ihrer Vielfalt – und

dem passenden Wein oder

auch Bier aus der Umgebung.

Juergen Koch, Genießer und

Journalist, hat sich zu einer

kulinarischen Heimatexpedition

aufgemacht und seine

Eindrücke in der Broschüre

„Genießerregion Hohenlohe

veröffentlicht. Darin macht er

Appetit auf die Region.

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2017

137


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Unberührte Natur: Die Jagst beim Langenburger Teilort Unterregenbach verspricht Idylle pur. Foto: Erlebnis Mittleres Jagsttal

Zwischen Burgfest und Kräuterwanderung

Unter dem Motto „Wiesen riechen – Landschaft schmecken“ findet die Jagsttal Wiesen Wanderung 2017 am

Samstag 27. und Sonntag 28. Mai statt. Jedes Jahr lockt die einzigartige Veranstaltung viele Besucher an.

Die Jagsttalgemeinden Langenburg, Mulfingen,

Dörzbach, Krautheim sowie das

Herrenhaus Buchenbach laden dieses Jahr

zum achten Mal zur Jagsttal Wiesen Wanderung

ein. Die rund 38 Kilometer lange

Gesamtstrecke zwischen Langenburg-

Bächlingen und Krautheim-Gommersdorf

ist in 13 Stationen aufgeteilt, die im halbstündlichen

Takt von einem Pendelbus

angefahren werden. Der Wanderer kann

so seine individuelle Strecke zusammenstellen,

die Programmpunkte seiner Wahl

besuchen oder sich seine kulinarischen

Highlights aussuchen. Führungen, geführte

Wanderungen, Ausstellungen und

Infostände spiegeln die gesamte Vielfalt

von Natur, Kunst und Kultur dieser Region

wider. Es werden Kräuter-Erlebnis- und

Gesundheitswanderungen, Orts- und

Burgführungen, geologische Führungen

oder Führungen zu Fledermäusen und

Schmetterlingen angeboten. Infostände

zu Bienen, Zecken, Hornissen, zu den Urschafen

oder zur Elektrobefischung vermitteln

Wissenswertes für Erwachsene

und Kinder. Regionale und selbsthergestellte

kulinarische Köstlichkeiten bestimmen

die Speisekarte. Beispielsweise gibt es

Gerichte vom Hällischen Schwein oder eigenen

Zebu, traditionelle Ailringer Nudeln

und selbstgebackene Kuchen. Zum Trinken

wird Apfelsaft oder Schaumwein von

Hohenloher Streuobstwiesen und Weine

aus regionalen Weinbaubetrieben angeboten.

Viele Aktionen richten sich speziell

an Kinder, wie Ponyreiten, Falknereivor-

führungen, ein aufgebauter Sandkasten

oder ein Kinderspielplatz. Zahlreiche Stationen

warten auch mit Hohenloher Livemusik

auf: Stony Waters & Friends, Kurt

Rösch und Kurt Klawitter, die Hohenloher

Mundartbarden, das Jazzkränzchen und

der Jagsthausener Chor sorgen für Stimmung

und eine urgemütliche Atmosphäre.

Informationen dazu gibt es beim Herrenhaus

Buchenbach unter Tel. 07938 / 992035

oder www.erlebnis-mittleres-jagsttal.de.

Prospekte mit Programmpunkten und Busfahrplan

liegen im Herrenhaus, bei den

teilnehmenden Gemeinden oder an allen

Veranstaltungsstationen aus.

138 2017


DÖRZBACH

Eingebettet zwischen Weinbergen liegt

die Gemeinde Dörzbach im mittleren

Jagsttal. Die Wohngemeinde hat mit seinen

drei Teilorten Hohebach, Laibach und

Meßbach neben der guten Lage das ganze

Jahr viel zu bieten für Jung und Alt. Zahlreiche

Wanderwege laden zum Ausflug in

der Gemeinde ein, die zu allen Jahreszeiten

die Schönheit der Kulturlandschaft mit

den typischen Trockenhängen im mittleren

Jagsttal zeigt. Foto: Gemeinde Dörzbach

MULFINGEN

Das Leben am Fluss prägt das Gesicht Mulfingens

maßgeblich. In malerischem Einklang

mit der altehrwürdigen Bausubstanz

schlängelt sich die Jagst durch die Teilorte.

Gewaltig ist die üppige Naturlandschaft,

welche von und mit der Jagst lebt. Die kulturellen

Höhepunkte bestehen in der großen

Anzahl sakraler Kunstwerke. In Kirchen

und überall entlang der alten Wege stehen

Zeugen dieser von Frömmigkeit bestimmten

alten Zeit. Foto: Henry Doll

Krautheim, Dörzbach, Mulfingen, Langenburg

sowie die Touristikgemeinschaften

Hohenlohe und Schwäbisch-Hall präsentieren

das mittlere Jagsttal mit seiner

herausragenden Natur, der einzigartigen

Kulturlandschaft und seinen besonderen

Menschen im Herrenhaus in Buchenbach.

Die Höhepunkte und Geheimnisse der

Landschaft werden im Herrenhaus zeitgemäß

gezeigt. Ausgestellt ist die Kulturlandschaft

sowie das Jagsttal als Lebensund

Naturraum. Foto: Erlebnis Mittleres Jagsttal

LANGENBURG

Fachwerkhäuser, Stadttor, romantische

Gassen und Winkel laden zum Träumen

von vergangenen Zeiten ein. Die mächtige

Schlossanlage, deren Ursprünge ins zwölfte

Jahrhundert zurückgehen, ist ein Juwel

der Renaissancebaukunst und Residenz

der fürstlichen Familie zu Hohenlohe Langenburg.

Wanderführer zeigen die schöne

Hohenloher Landschaft und führen zu Teilorten

der Gemeinde. Foto: Stadt Langenburg

KRAUTHEIM

Krautheim liegt idyllisch im mittleren

Jagsttal. Die Jagst mäandriert hier und ist

in die Muschelkalklandschaft der Hohenloher

Ebene eingegraben. Das charakteristische

Wahrzeichen Krautheims ist weithin

sichtbar die Burg Krautheim, die mit einer

hohen und dicken Schildmauer aufwartet.

Der mächtige Bergfried mit einer Höhe von

30 Metern bietet einen umfassenden Ausblick

in das Jagsttal und die umliegende

Landschaft. Foto: Stadt Krautheim

Erlebnis Mittleres Jagsttal

Herrenhaus Buchenbach

Langenburger Straße 10

74673 Mulfingen-Buchenbach

Tel. 07938 / 992035

Fax 07938 / 992442

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2017

139


EINE HEIMAT FÜR SPANNENDE ARBEITGEBER

Moderne Technik, motivierte

Mitarbeiter und ein

starker Bezug zur Heimat

– das zeichnet viele Arbeitgeber

Hohenlohes aus.

Foto: Bürkert Fluid Control Systems


HOHENLOHE:

EIN WIRTSCHAFTSRIESE

Die Wirtschaft boomt in Hohenlohe. Hier gibt es

schier unzählige Unternehmen, die als Global

Player am Markt mitmischen und mit ihren

Innovationen weltweit von sich reden machen.


EINE HEIMAT FÜR SPANNENDE ARBEITGEBER

Hohenloher Unternehmen setzen auf

ihre Mitarbeiter. Sie sind der Schlüssel

zum Erfolg. Fotos: Berner, Optima, Ziehl-Abegg

DIE GENESE EINER

ERFOLGSGESCHICHTE

Wer aufmerksam durch das Hohenloher Land reist, dem fällt

eines auf: zahlreiche Unternehmen haben hier ihren Sitz –

teilweise in den kleinsten Dörfern. Das ist kein Zufall.

Hohenlohe hat nicht nur landschaftlich

und kulinarisch eine

Menge zu bieten, auch wirtschaftlich

steht der Landstrich gut

da: Viele erfolgreiche Firmen haben

im Hohenlohekreis und im Landkreis

Schwäbisch Hall ihren Sitz. Der Hohenlohekreis

hat sogar – gemessen an den

Einwohnern – die deutschlandweit

höchste Dichte an Weltmarktführern

vorzuweisen. Das hat seinen Grund.

„Dass wir heute so eine Vielzahl an

Weltmarktführern in Hohenlohe haben,

hängt auch mit einigen historischen

Zufällen zusammen“, schildert

Dr. Thomas Kreutzer, Kreisarchivar

aus dem Hohenlohekreis. Zahlreiche

Unternehmen sind während und nach

dem Zweiten Weltkrieg aus den zerstörten

Städten, etwa Stuttgart, hierher

gekommen – auf der Suche nach

einem Standort, der nicht in Schutt und

Asche lag. „In Hohenlohe war ausreichend

Fläche vorhanden, der Platz war

da – und günstig obendrein. Bombardiert

wurden ja vor allem die Ballungszentren,

weniger der ländliche Raum.“

Warum sich das Ganze genau so entwickelt

hat, ist nicht eindeutig zu beantworten.

„Ich denke, dass es auch

mit den Menschen von hier zu tun

hat. Ohne die richtigen Persönlich-

142 2017


keiten vor Ort wäre das sicher nicht

denkbar gewesen“, sagt Kreutzer.

PRÄGENDE LANDWIRTSCHAFT

Dem pflichtet auch Dr. Walter Döring,

ehemaliger Wirtschaftsminister

des Landes Baden-Württemberg,

bei: „Tüfteln und Schaffen sind hier

Tugenden, die die Menschen prägen.

Sie geben sich bei Vielem erst

zufrieden, wenn etwas besser ist als

zuvor“, weiß der in Schwäbisch Hall

lebende Döring. Diese Mentalität

stamme aus der Landwirtschaft und

sei den Hohenlohern, wenn man so

will, in die Wiege gelegt worden – damals

wie heute.

Auch heute spielt im Norden Baden-

Württembergs die Land- und Forstwirtschaft

eine große Rolle. Das sieht

man auf den ersten Blick. Die Landschaft

ist geprägt von Feldern, Wiesen

und Wäldern. Darauf achten die

Menschen. Das landschaftliche Idyll

ist ihnen wichtig „Sie sind sehr darauf

bedacht, die Natur zu erhalten.

Der Aufschrei ist groß, wenn beispielsweise

Windparks gebaut werden

sollen. Viele sprechen sich gegen

solche Maßnahmen aus, weil sie die

Umgebung nicht zerstören möchten“,

schildert Kreutzer.

Das richtige Augenmaß, Erfindergeist

und Bodenständigkeit sind Eigenschaften,

die den Menschenschlag

hier ausmachen. Kein Wunder daher

auch, dass zahlreiche Firmen Familienunternehmen

sind. Hier stehen

der Mensch und seine Bedürfnisse

im Mittelpunkt. Die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf ist immens

wichtig. Gleiches gilt in Sachen Fortund

Weiterbildung oder Gesundheit.

Auch hierauf legen viele Unternehmen

großen Wert. Lydia-Kathrin Hilpert


Den Wein aus Hohenlohe

mag ich sehr gerne. Ob

weiß oder rot, hängt vom

Anlass ab. Die Weine sind

hochwertig und ich unterstütze

gerne regionale

Produkte. Außerdem gibt

es hier auch gutes Essen,

das passt hervorragend.

Felix Munk (31)

aus Gnadental


Von Waldenburg in die

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2017

143


EINE HEIMAT FÜR SPANNENDE ARBEITGEBER

WIRTSCHAFTSFAKTOR

TOURISMUS

Der Tourismus nimmt als Standortfaktor eine wichtige Rolle ein.

Nicht nur als Branche, die Arbeitsplätze sichert, ist er

wichtig, sondern auch für das kulturelle Angebot drumherum.

Der Tourismus ist bekanntlich ein starker Wirtschaftsund

Standortfaktor. Auch im Hohenloher Land spielt

dieser eine wichtige Rolle. Zahlreiche Menschen arbeiten

in der Branche. Viele Angebote können auch deshalb

geboten werden, weil sie nicht allein von Einheimischen,

sondern auch von Besuchern genutzt werden. Rund 551 000

Übernachtungen hat im Jahr 2015 der Landkreis Schwäbisch

Hall verzeichnet, im Hohenlohekreis waren es rund

390 000. Diese Zahlen können sich sehen lassen. Der Tourismus

boomt in Hohenlohe und nimmt jedes Jahr weiter

zu. Im ersten Halbjahr 2016 zählte man im Haller Kreis

259 143 Übernachtungen. Im Hohenlohekreis waren es im

selben Zeitraum 189 823 – die traditionell stärkere zweite

Jahreshälfte nicht mit eingerechnet.

Wie wichtig der Tourismus in Hohenlohe ist, betonen auch

Silke Rüdinger, Leiterin der Geschäftsstelle des Hohenlohe

+ Schwäbisch Hall Tourismus e. V., und Andreas Dürr,

Geschäftsführer der Touristikgemeinschaft Hohenlohe

e. V.. „Besuchermagnete wie Schloss Langenburg, der Kocher-Jagst-Radweg

oder die Kunsthalle Würth locken jedes

Jahr viele Gäste – zunehmend auch aus dem Ausland

nach Hohenlohe“, schildert Rüdinger. Dies stärke nicht

nur die Hotellerie und die Gastronomie, sondern schaffe

auch zahlreiche Arbeitsplätze. „Dadurch bleibt gerade die

Gastronomie im ländlichen Raum für die Einwohner erhalten“,

lautet das Resümee von Rüdinger. Das hat natürlich

auch Auswirkungen auf die Wirtschaft.

„Beide Märkte – Tourismus und Wirtschaft – bilden einen

erfolgreichen und nachhaltigen Synergismus“, betont

auch Dürr. Es besteht eine Art Wechselbeziehung. Das

eine wirke auf das andere ein – und befruchte sich gegenseitig.

„Dies betrifft nicht nur die ökonomischen Effekte

unserer Weltmarktführer, die neben ihrem eigentlichen

Unternehmen auch noch ein touristisches Standbein haben,

sondern auch in besonderem Maße die segensreiche

Win-win-Situation der dem Tourismus zurechenbaren Ge-

Der Tourismus belebt auch die Hohenloher Gastronomie.

Foto: Mawell Resort/Andi Schmid

schäftsreise“, so der Geschäftsführer. „Oder mit anderen

Worten: Geht es unseren Firmen gut, dann haben auch

die Übernachtungs- und Verpflegungsbetriebe gute wirtschaftliche

Kennzahlen.“ Rüdinger kann da nur zustimmen:

„Der Geschäftstourismus trägt zur Belegung der Unterkünfte

in nicht unerheblichem Maße bei.“

Hinzu kommt: Zahlreiche Unternehmen fördern und unterstützen

das touristische sowie kulturelle Angebot – etwa

durch Sponsoring von Veranstaltungen. „Viele Unternehmen

unterstützen Feste und Veranstaltungen finanziell

oder investieren in außergewöhnliche Projekte“, sagt Rüdinger

und ergänzt: „Auch bei der von uns jährlich durchgeführten

Tour de Hohenlohe sind wir auf Unternehmen

aus der Region angewiesen. Die Wildbadquelle Schwäbisch

Hall sponsert beispielsweise seit der ersten Tour

vor zehn Jahren Freigetränke für die mittlerweile 1400

Radfahrer.“

Lydia-Kathrin Hilpert

144 2017


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EINE HEIMAT FÜR SPANNENDE ARBEITGEBER

NEUES ZUHAUSE:

HOHENLOHE

Wie ist es wohl für einen Auswärtigen, in Hohenlohe zu

arbeiten und zu leben? Wir haben nachgefragt:

bei der Hochschulprofessorin Gertraud Peinel. Seit August 2015

lebt sie in Ingelfingen und arbeitet am Campus in Künzelsau.

Das Erste, was ich von Hohenlohe gesehen habe, war

der Bahnhof in Schwäbisch Hall-Hessental. Und der

ist alles andere als einladend. Ich komme aus einem

Vorort von Ulm. Ich dachte, dort gäbe es hässliche Bahnhöfe.

Aber der toppt ja wirklich alles“, sagt Prof. Dr. Gertraud Peinel

lachend. Es war im Herbst 2014, als sie das erste Mal in

Hohenlohe war. Damals hatte sich die heutige Hochschuldozentin

an der Hochschule Heilbronn, Campus Künzelsau,

Reinhold-Würth-Hochschule auf eine Stelle im Studiengang

Wirtschaftsingenieurwesen beworben.

„Es gab am Bahnhof nicht viele

Sitzgelegenheiten, der Kiosk war

geschlossen – es war schlichtweg

nichts los“, erinnert sich die

52-Jährige. Zugegeben – der Bahnhof

in Schwäbisch Hall-Hessental

ist nicht die beste Adresse, um

sich einen authentischen Eindruck

von Hohenlohe zu verschaffen. Das

hat auch Peinel schnell gemerkt. Mit

dem Bus ging es für sie nach

Künzelsau – zum „Vortanzen“,

wie ein Bewerbungsgespräch

an Hochschulen genannt

wird. „Auf dem Weg

dahin war ich fasziniert.

Die Gegend und die vielen

kleinen Orte haben

mir sehr gut gefallen.

Alles war so gepflegt,

Prof. Dr. Gertraud Peinel

lebt und arbeitet

seit 2015 in Hohenlohe.

Foto: Lydia-Kathrin Hilpert

mit viel Liebe hergerichtet“, schildert die studierte Wirtschaftsmathematikerin

ihren zweiten ersten Eindruck.

Die gebürtige Nürnbergerin hat damals in Nordrhein-

Westfalen gelebt und gearbeitet. In Hohenlohe traf sie auf

eine beinahe andere Welt. „Erstaunt hat mich, dass in vielen

noch so kleinen Ortschaften so viel Leben herrschte.

Man hat gespürt, dass sich die Menschen in Hohenlohe

mit ihrer Heimat verbunden fühlen und mit Liebe, Verantwortungsbewusstsein

und Engagement bereit sind, Geld

in diese zu investieren.“ Das sei etwas Besonderes. In

Raumschaften, in denen größere Städte in der Umgebung

sind, seien oft Dörfer ausgestorben. „Kein Bäcker mehr,

kein Metzger mehr – dafür Matratzenläden.“ Auch der

erste Kontakt zu einem Hohenloher ist Peinel in guter

Erinnerung geblieben: „Nach dem Vortanzen habe

ich am Campus an der Bushaltestelle gewartet.“

Eine ältere Dame im Mercedes habe plötzlich angehalten

und gefragt, ob sie am Straßenrand „verhungern“

wolle. Sie würde auf den Bus warten, hat Peinel

geantwortet, woraufhin die Dame sie einlud, sie in die

Stadt mitzunehmen.

Das Vorstellungsgespräch lief gut – sehr gut sogar.

Peinel bekam die Stelle. Im April 2015 sagte

sie zu. Der Umzug nach Hohenlohe folgte im

August. Seitdem lebt sie hier und hat sich inzwischen

gut eingelebt. „Ich bin ein süddeutscher

Mensch“, sagt Peinel von sich selbst. Die

Menschen, die Mentalität seien ihr vertrauter

als anderswo. So auch in Hohenlohe. „Die Menschen

in NRW haben einen tollen Humor, aber

es sind so viele dort, dass man manchmal das

Gefühl hat, dass der Einzelne nicht mehr wichtig

ist.“ Dieses Gefühl hat sie im Hohenloher

Land nicht. Hier fühlt sie sich willkommen – ja

sogar angekommen. Lydia-Kathrin Hilpert

146 2017


MEHR PLATZ FÜR KULTUR

Mit dem Bau des Carmen-Würth-Forums entsteht in Hohenlohe

eine neue Kultur- und Kongresshalle. Am 18. Juli soll sie eingeweiht

werden – am 80. Geburtstag von Carmen Würth.

Die Adolf Würth GmbH & Co. KG

baut gegenüber dem Firmengelände

in Künzelsau-Gaisbach

eine Kultur- und Kongresshalle: das

Carmen-Würth-Forum. Der Termin für

die Einweihung des Neubaus steht

bereits: Es ist der 18. Juli. An diesem

Tag feiert Carmen Würth ihren 80. Geburtstag.

Der Entwurf des Stararchitekten

Professor Alexander Schwarz

aus dem Büro David Chipperfield Architects

Berlin überzeugt durch ein beeindruckendes

und zeitloses Äußeres.

Hinter der reduzierten Bauweise und

dem eleganten Fassadenkonzept verbergen

sich eine hochwertige Bühnenund

Medientechnik sowie eine ausgefeilte

Klima- und Lüftungsanlage. Das

Gebäude soll über eine große Veranstaltungshalle

verfügen, die für 2500

Sitzplätze ausgelegt ist, und einen

Kammerkonzertsaal, der 500 Besucher

fasst. Architektonisch besonders reizvoll:

Die oberste Ebene der Veranstaltungshalle

ist auf allen Seiten verglast

und liegt auf dem höchsten Punkt des

Areals. Der intime Kammerkonzertsaal

ist unter der Erde gelegen. Als Forum

für Freiluftveranstaltungen, etwa das

jährlich stattfindende Würth Open

Air, dient der Vorplatz vor dem Haupteingang.

Dieses Gelände ist für 2000

bis 10 000 Personen ausgelegt.

Bernd Herrmann, Mitglied der Konzernführung

der Würth-Gruppe, sieht

den Neubau als „Begegnungsstätte

für Mitarbeiter des Konzerns sowie

für die Region“. Es freue ihn, dass

es den Namen von Carmen Würth

tragen werde. Niemand könne besser

beschreiben, wie wichtig es sei,

Raum für Dialog, Begeisterung und

Freude zu schaffen. Anke Eberle

So soll der Neubau aussehen: schlicht,

aber elegant. Foto: David Chipperfield Architects

Der Weltmarktführer für

Färbereimaschinen

Bei vielen Dingen macht man sich kaum Gedanken darüber,

wie sie entstehen. Textilien beispielsweise.

Wir nehmen es da etwas genauer. Schließlich entwickeln und

produzieren wir die Färbetechnik, mit der die aktuelle Mode hergestellt

wird - qualitativ hochwertig, kostengünstig und umweltfreundlich.

Technologische Spitzenprodukte und ein weltweites Servicenetz

machen uns zum führenden und einem der erfolgreichsten Anbieter.

Daher sind unsere Färbereisysteme weltweit bei fast allen namhaften

Textilherstellern im Einsatz.

Für unser Team suchen wir laufend Nachwuchskräfte

und bieten praxis- und zukunftsorientierte Ausbildungen an.

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EINE HEIMAT FÜR SPANNENDE ARBEITGEBER

MODE AUS HOHENLOHE

Zwar ist Hohenlohe kein Modemekka wie Paris oder Mailand, dennoch

kommen auch von hier bekannte Marken. Ob Mustang, Jako oder Hakro

– an diesen Labeln kommt man im Hohenloher Land nicht vorbei.

Das Hohenloher Land hat auch in

Sachen Mode und Bekleidung

einiges zu bieten: Mustang,

Jako, Hakro und Blaumann-Jeans sind

erfolgreiche und bekannte Marken.

Mustang-Jeans aus Künzelsau blickt

auf über 80 Jahre Jeans-Geschichte

zurück. Die älteste Jeansmarke Europas

steht aber auch für ein Stück

deutscher Unternehmergeschichte.

Albert Sefranek hat im Jahr 1949

damit begonnen, die sogenannten

„Röhrlhosen“ serienmäßig herstellen

zu lassen. Es folgten 1953 die ersten

Cordjeans und 1961 schließlich die

ersten Stretchjeans. Die Denimmarke

erfreut sich einer Marktbekanntheit

von annähernd 90 Prozent und sieht

seine Stärke vor allem in der Produktentwicklung.

Am Tag des Mauerfalls ließ Rudi

Sprügel die Jako Sportartikelvertriebs

GmbH registrieren. Seine Idee:

Die heimischen Sportvereine zwischen

Jagst und Kocher sollten eine

Kollektion bekommen, die immer verfügbar

ist. Das Unternehmen startete

ehrgeizig durch und etablierte sich

schnell am Markt. Knapp zwei Jahre

später gab es Jako als Eigenmarke

im Sportfachhandel. Die Kleidung der

Hollenbacher ist aus den Sporthallen

und -plätzen mittlerweile nicht mehr

wegzudenken. Ob Fussball, Basketball,

Volleyball oder Eishockey: Das

passende Outfit kommt aus der Gegend

zwischen Jagst und Kocher.

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Hosen in Hülle und Fülle: Hohenlohe ist

ein echtes Jeans-Eldorado.

Foto: Mustang

Das Familienunternehmen Hakro

wurde 1987 in Schrozberg von Harry

Kroll gegründet. Der Anspruch:

hochwertige Textilien für Beruf und

Freizeit in Premiumqualität zu entwickeln

und zu verkaufen. Die Unternehmensführung

legt großen Wert

auf Qualität und Langlebigkeit der

Produkte. Angeboten werden diese

ausschließlich über autorisierte Fachhändler

in Europa. Hakro stellt zudem

Bekleidung für die Eigenmarken anderer

Handelsunternehmen her.

Peter Baettig, Christian Hampel, Guido

Wetzels und Gerd Walz haben sich

2014 einen Traum erfüllt: Damals

kam die erste Blaumann-Jeans auf

den Markt. Die Hosen werden zwar

in einer Manufaktur in Nittenau genäht

und stammen damit aus deutscher

Fertigung, der Firmensitz aber

ist Künzelsau. Die Blaumänner sind

in zwei Formen, die in jeweils zwei

Waschungen angeboten werden, erhältlich

und zeichnen sich durch einen

hochwertigen Stoff, Kippnähte

und extra verstärkte Gesäßtaschen

mit verdeckten Nieten aus. Gefertigt

werden nur kleine Stückzahlen.

Last but not least ist in diesem Zusammenhang

die Friedrich Stark GmbH &

Co. KG zu nennen. Der Hosenhersteller

blickt auf eine über 100-jährige

Tradition zurück. Das Besondere am

Obersontheimer Unternehmen: Stark

verkauft nicht nur in Hohenlohe, die

Firma produziert auch hier – ein echtes

Stück Hohenlohe. Anke Eberle

Die Schlossstadt Schillingsfürst

ist anerkannter Erholungsort im Landkreis Ansbach und bietet alles was

man zum Leben benötigt. Weithin sichtbar ragt das Barockschloss mit Sitz

der Adelsfamilie der Hohenlohe in die Ferne. Zahlreiche interessante

Museen sowie die einheimische Gastronomie freuen sich auf Ihren Besuch.

In Nachbarschaft der Städte Rothenburg o. d. Tauber, Feuchtwangen und

Dinkelsbühl liegt die Stadt direkt an der Romantischen Straße. Mit

Kinderkrippe und Kindergarten, Mittelschule und Realschule, Ärzten und

Apotheken, Kirchen und Vereinen bietet die Stadt den Familien auf dem

höchsten Punkt der Frankenhöhe günstige Bauplätze an.

Die Stadt hält für Sie mitten am

„Nabel von Europa“ Gewerbegrundstücke

zwischen 7.800 m² und

16.000 m² voll erschlossen bereit.

Für Unternehmen bedeutet die

strategische Lage der Stadt

Schillingsfürst mit den beiden

Autobahnausfahrten Dorfgütingen

(A6/E50) und Wörnitz (A7),

Bundes- und Staatsstraßen einen

erheblichen Standortvorteil.

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91583 Schillingsfürst

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149


SERVICE

Da haben alle Generationen ihren Spaß: bei einer Shoppingtour durch ein Hohenloher Städtchen. Foto: Stadt Crailsheim

WO DER KUNDE KÖNIG IST

Shopping-Freunde aufgepasst: In den Städten im Hohenloher

Land lässt sich wunderbar einkaufen. Hier gibt es noch inhabergeführte

Läden, in denen Beratung das A und O ist.

An vielen Orten in unserer schönen

Region lässt es sich nach

Herzenslust shoppen. Ob lauschige

kleine Boutiquen, inhabergeführte

Traditionsunternehmen oder

moderne Einkaufszentren und hochfrequentierte

Outlet-Center – Hohenlohe

bietet Einkaufsmöglichkeiten für jeden

Geldbeutel und Geschmack.

Wir starten unsere Shoppingtour in

der Salzsiederstadt Schwäbisch Hall.

Unweit der einzigartigen historischen

Altstadt liegt das im Jahr 2011

eingeweihte Kocherquartier, zu dessen

Kunden längst nicht nur Stadtbewohner,

sondern auch überregionale

Besucher und Touristen zählen.

Das breite Angebot aus bekannten

Filialisten wie beispielsweise New

Yorker, Esprit Store und Görtz wird

VOM NATURPARK FRANKENHÖHE

ZUR ROMANTISCHEN STRASSE

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150 2017


ergänzt durch allerlei Gastronomieangebote.

Etwaigen Parkplatzproblemen

können Besucher hier getrost

Lebewohl sagen: Von der centereigenen

Tiefgarage gelangt man direkt

und bequem in das Quartier und kann

ganz entspannt mit der Shoppingtour

beginnen.

Bisher noch ein kleiner Geheimtipp

unter den Einkaufsstädten ist

Crailsheim. Die moderne Innenstadt

mit kurzen Wegen überzeugt durch

ein vielseitiges Shopping-Angebot

und verfügt über 1000 Parkplätze im

Citybereich. Die Haupteinkaufsmeilen

hier sind die Karlstraße und die

Wilhelmstraße sowie die Lange Straße.

In eben dieser, in der Langen

Straße 41, findet man die Boutique

„Findling“, die durch eine ganz besondere

Atmosphäre besticht. Das

Sortiment umfasst unter anderem

kreative Mode und designte Produkte

von Künstlern der Region. Der kleine

Laden ist eine wahre Fundgrube für

all jene, die etwas Originelles oder

das Außergewöhnliche suchen.

In Künzelsau, der Kreisstadt des Hohenlohekreises,

steht Einkaufen unter

dem Motto „Bekannte Marken, regionale

Spezialitäten“. In den vielen inhabergeführten

Fachgeschäften gibt

es viele schöne Dinge zu entdecken.

Für den kulinarischen Einkauf halten

die Familienbetriebe ein großes

Angebot an hausgemachten Waren

bereit – von Wein über Feinkostspezialitäten

bis hin zu handgemachten

Pralinen vom Konditor: Hier findet

man alles, was das Herz begehrt. Das

renommierte Modehaus Mode Münch

ist direkt an der Künzelsauer Hauptstraße

gelegen und führt Premiummarken

wie Tommy Hilfiger, Closed,

Drykorn oder Marc Cain. Aber auch

in Sachen Outlet-Shopping hat die

Kocherstadt etwas zu bieten: Eine

große Auswahl an Markenjeans bietet

der Mustang- und Bogner-Jeans-

Store.

Gleich mit zwei Hot-Spots wartet

Öhringen auf. In der mittelalterlich

geprägten Innenstadt finden sich viele

Traditionsunternehmen, in denen

Wert auf Beratung und Service gelegt

wird. Die Hohenlohe’sche Buchhandlung

Rau befindet sich seit 1876 im

Herzen Öhringens in der Bahnhofstraße.

Bücher, Kalender, Papeterie,

Schreibwaren und andere Kleinigkeiten,

die Freude machen, sowie Bücher

und Produkte rund um Öhringen und

die Region sind hier in großer Auswahl

erhältlich. Abseits der City liegt

das Ö-Center direkt an der Autobahnausfahrt.

Mit über 30 Fachgeschäften

und mehr als 650 kostenlosen Parkplätzen

ist „das Ö“ ein wahrer Shopping-Tempel.


Anke Eberle

FEUCHTWANGEN

Festspielstadt an der Romantischen Straße

Feuchtwangen ist facettenreich und belohnt mit

fränkischem Flair: Festspiele unter freiem Himmel,

sehenswerte Museen, malerische Landschaft zum Radfahren

und Wandern, die Spielbank, tolle Veranstaltungen und

köstliche regionale Spezialitäten.

fränkisch

charmant

Tourist Information · 91555 Feuchtwangen

Telefon 09852 904-55 · www.feuchtwangen.de

2017

151


SERVICE

NACHBARN MIT CHARME

Im Hohenloher Land gibt es einiges zu entdecken. Wer davon

noch nicht genug hat, dem bieten auch die Städte und Regionen

in unmittelbarer Umgebung verschiedenste Attraktionen.

Ein Überblick über die Nachbarschaft.

Wer in Hohenlohe entdecken,

erleben und entspannen

möchte, der muss sich nicht

strikt an die Grenzen der Region halten.

Auch der Blick über die Gemarkung

des Hohenlohekreises und des

Landkreises Schwäbisch Hall lohnt.

In manchen Fällen führt dieser Blick

sogar über die Landesgrenze Baden-

Württembergs hinaus. So liegt direkt

an der nordöstlichen Grenze des Kreises

Schwäbisch Hall die Kleinstadt

Rothenburg ob der Tauber, die den

Beginn des Freistaats Bayern markiert.

Die überwiegend gut erhaltene Altstadt

gilt als Paradebeispiel für eine

mittelalterliche deutsche Stadt und

ist als Reiseziel bei Touristen aus aller

Welt beliebt. In Rothenburg kreuzen

sich die unter anderem durch Hohenlohe

verlaufende Burgenstraße und

die beliebte Romantische Straße, zwei

der schönsten Ferienstraßen Deutschlands.

Wer dort unterwegs ist, sollte

den Zwischenstopp in Rothenburg auf

keinen Fall verpassen.

Auch ein Trip in das ebenfalls an

der Romantischen Straße gelegene

Feuchtwangen ist von hier aus nicht

weit. Gerade mal 30 Kilometer südlich

von Rothenburg lädt dort nicht

nur die Umgebung zum Wandern und

Radfahren ein. Vor allem die Kreuzgangfestspiele,

die von Juni bis August

vor dem Kreuzgang des ehemaligen

Benediktinerklosters stattfinden,

machen Feuchtwangen zu einem

empfehlenswerten Ausflugsziel für

kulturell Interessierte.

Gleiches gilt für Ellwangen, das im

Südosten fast direkt an den Landkreis

Schwäbisch Hall anschließt.

Hier gibt es mehrere mittelalterliche

Bauwerke zu bestaunen, darunter die

spätromanische Basilika am Marktplatz,

die Schönenbergkirche und

das weitläufige Schloss Ellwangen.

Wiederum in unmittelbarer Nachbarschaft

zu Ellwangen befindet sich

mit Aalen die größte Stadt des Ostalbkreises.

Hier kann man 400 Meter

unter Tage das ehemalige Bergwerk

„Tiefer Stollen“ besichtigen und anschließend

im Wasser der Heilquelle

der Limes-Thermen entspannen.

Vom westlichen Teil Hohenlohes ist

es nur noch ein Katzensprung nach

Heilbronn, der mit gut 120 000

Rothenburg ob der Tauber ist mit seiner altehrwürdigen Innenstadt

immer eine Reise wert. Foto: Rothenburg Tourismus Service

Das Renaissanceschloss Ellwangen thront über der Innenstadt

der Stadt im Ostalbkreis. Foto: Stadt Ellwangen

152 2017


Das Ellwanger Jahr

– facettenreich, spannend, erholsam

MÄRZ

FRÜHLING SOMMER HERBST WINTER

APRIL

MAI

JUNI

JULI

AUGUST

SEPTEMBER

OKTOBER

NOVEMBER

DEZEMBER

JANUAR

FEBRUAR

BAROCKKIRCHE SCHÖNENBERG · SCHLOSSMUSEUM · KALTER MARKT · SIEGER KÖDER

MUSEUM · RADFAHREN · NATUR-/BADESEEN · WANDERN · SCHLOSS OB ELLWANGEN

· KRIPPENAUSSTELLUNG · ERLEBNIS-WELLENBAD · ALAMANNENMUSEUM

Tourist-Information Ellwangen

Spitalstr. 4, 73479 Ellwangen (Jagst)

Tel. 07961 84303

tourist@ellwangen.de

www.ellwangen.de


SERVICE

Die Concordes im Technikmuseum Sinsheim sind Ausstellungsstücke, die

nicht zu übersehen sind. Foto: Technikmuseum Sinsheim

Einwohnern größten Stadt der näheren

Umgebung. Wahrzeichen der

Käthchenstadt ist der Turm der 1529

vollendeten Kilianskirche gegenüber

dem Marktplatz, ihre beliebteste

Attraktion aber das 2009 eröffnete

Science-Center experimenta. Auf vier

Stockwerken können Besucher jeder

Altersgruppe rund 150 interaktive

Exponate aus den Bereichen Naturwissenschaft

und Technik bestaunen

und ausprobieren.

Wen die experimenta begeistert, sollte

einen Abstecher ins Audi Forum im

nahegelegenen Neckarsulm machen.

Auto- und Technikfans kommen hier

voll auf ihre Kosten. Fährt man von

der Anschlussstelle Neckarsulm aus

weiter auf der A6 in Richtung Westen,

gelangt man direkt zum nächsten

Auto- und Technikmuseum in Sinsheim.

Hier sind auch Flugzeuge und

Formel-1-Wagen ausgestellt. Nach

einer anstrengenden Tour dort kann

man sich die wohlverdiente Entspannung

in der nur wenige Gehminuten

entfernten Badewelt gönnen. In deren

Spa-Bereich befindet sich unter

anderem die größte Sauna der Welt.

In der experimenta Heilbronn kann jede Menge entdeckt und gleich selbst ausprobiert

werden. Foto: experimenta

Auch wenn er rein geografisch heute

nicht mehr dazu gehört, ist auch der

südliche Teil des Main-Tauber-Kreises

Bestandteil der Landschaft Hohenlohe.

Hier findet sich der idyllische

Kurort Bad Mergentheim sowie

das Schloss Weikersheim, der Stamm-

Auto & Technik MUSEUM SINSHEIM

Immer wieder

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154 2017


In Ludwigsburg gibt es einige herrliche

Schlösser wie das Favorite zu bestaunen.

Foto: Shutterstock/mary416

Der Kurpark in Bad Mergentheim lädt zum Entspannen ein. Er gilt als die grüne Lunge

der Stadt. Foto: Stadt Bad Mergentheim

sitz der Herren von Hohenlohe. Das

„Liebliche Taubertal“ bietet außerdem

landschaftlich beeindruckende

Rad- und Wanderwege.

Wer zur Abwechslung zum ländlichen

Flair in Hohenlohe das Großstadt-Feeling

sucht, muss keine weiten

Wege zurücklegen. Je nachdem,

wo man sich in der Region aufhält,

kann man einige der schönsten Metropolen

Süddeutschlands problemlos

in unter einer Stunde erreichen.

Egal, ob die Residenzstadt Würzburg

im Norden, Nürnberg mit seiner historischen

Innenstadt im Osten, die

Landeshauptstadt Stuttgart und

das nahegelegene Blühende Barock

in Ludwigsburg im Süden oder die

Touristenhochburg Heidelberg und

das angrenzende Mannheim im Westen

Hohenlohe ist in sämtlichen

Himmelsrichtungen besonders gut

aufgestellt. Michael Bächle

Festspielstadt

Feuchtwangen

BÜHNE. BAR. RESTAURANT. CASINO.

MOMENTE

VOLLER GLÜCK

Kreuzgangspiele

Feuchtwangen

Sommer 2017

www.kreuzgangspiele.de

/// Cole Porter / Samuel und Bella Spewack

Kiss me, Kate

/// nach Camille Thomasson und Bart Gavigan

Luther

/// Michael Ende

Jim Knopf und

Lukas der Lokomotivführer

Am Casino 1 | 91555 Feuchtwangen | Tel.: 0 98 52/90 06-0

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Glücksspiel kann süchtig machen. Spielteilnahme ab 21 Jahren.

Informationen und Hilfe unter www.spielbanken-bayern.de

2017

155


SERVICE

TERMINE DER SCHWÄBISCH HALLER TOURISTIKER

• 11. – 15.01.

Vakantiebeurs Utrecht (Niederlande)

• 18.06.

AOK-Radsonntag, Heilbronn

• 14. – 22.01.

• 20. – 23.04.

Caravan, Motor, Touristik (CMT)

Stuttgart

„Markt des guten Geschmacks“,

Slow Food Messe, Stuttgart

• 25.06.

• 16.07.

• 02.09.

Kastanienradtour, Kochertürn

Naturparkmarkt, Alfdorf

Holiday on Bike, Friedrichshafen

• 07.05.

• 06. – 07.05.

Fahrradtag SHA im Rahmen des Haller

Frühlings, Schwäbisch Hall

Süddeutscher Käsemarkt,

Schwäbisch Hall-Wackershofen

• 01. – 03.09.

• 09. – 10.09.

Fürstliche Gartentage, Langenburg

Tour de Hohenlohe, Langenburg

• 21.05.

Naturparkmarkt, Welzheim

• 10. – 11.06. Voraussichtlich: Monnem Bike –

das Festival (200 Jahre Erfindung

des Fahrrads), Mannheim


Änderungen möglich


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Lebendige Geschichte

Enge Gässchen, prachtvolle Patrizierhäuser und Zeitzeugen vergangener Epochen: Nirgendwo

lässt sich so leicht der Gegenwart entfliehen wie in Rothenburg ob der Tauber.

Das ganze Jahr über ist in Rothenburg etwas