Reisegenuss eMag 2014-15

dtpclef

Reisegenuss stellt in hochwertigen und umfassenden Reportagen die schönsten Reiseziele der Welt vor. Reisegenuss berichtet kompetent und unterhaltsam, informiert über Trends, gibt umfassende Tipps und blickt auch hinter die Kulissen.
In dieser eMagazin-Ausgabe finden Sie eine Auswahl unserer Reportagen aus dem Print-Magazin:
Dubrovnik - Lyon - New York - Zürich
Elsässische Weinstraße - KwaZulu Natal
Kunst - Gourmet-Tipps - Hotel-Tipps - VIP-Service am Airport

Reise genuss

NEU !

URLAUB MIT GENUSS

GOURMET & LIFESTYLE

GESCHÄFTSREISEN

SOMMER

HERBST

2013

€ 4,80

€ 4,80 / Schweiz & Liechtenstein SFr 8,50 Sommer / Herbst 2013

METROPOLEN

Barcelona

New York

Zürich

GOURMET

Elsässische Weinstraße

Bon appétit Lyon

Dolder Grand

Wildlife, Berge, Meer

KwaZulu-Natal

Land mit vielen Gesichtern

SONNE & MEER

Die schönsten Strände

Korsika

Dubrovnik

Kunst: Alois Lichtsteiner

Gourmet: Sternekoch Thomas Kellermann

Business: VIP-Service am Airport

Hotels: Gesundes Schlafen

Special: Top-Spa & Wellness Hotels

Malaysia

1


Sportlich in

allen Facetten.

Erleben Sie den Audi Q3 mit der neuen

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2


Kraftstoffverbrauch, kombiniert: 7,7–5,2 l/100 km; CO 2

-Emissionen, kombiniert: 179–137 g/km.


stARt

Das ist Reisegenuss 2013/2014!

46

52

58

12

20

highlights

sONNE & MEER

MEtROPOlEN

06 Walhaie auf den Malediven

Albuquerque Balloon Fiesta

Jazz Festival Montreux

08 Mit der Ju 52 am Himmel

Merengue in Santo Domingo

Bregenzer Festspiele

10 Seefeste am Tegernsee

Foto-Safari in New Orleans

GolfMountain in Adelboden

ENtERtAiNMENt

20 Broadway, New York

Glanz, Glamour und große Stars

30 Luzern & Verona

Festspiel-Tipps

12 Dubrovnik

Perle mit bewegter Vergangenheit

14 Die schönsten Strände

Fotowettbewerb

gOURMEt & MEhR

32 Thomas Kellermann

Gourmet auf Burg Wernberg

36 Lyon

Bon apétit!

40 Elsass

unterwegs auf der Route des vins

Die besten Weingüter des Landes

46 Zürich

Lifestyle am See

hOtEls VON WElt

52 Dolder Grand

Das Gesamtkunstwerk

Heiko Nieder – kreative Gourmetküche

KUNst

58 Alois Lichtsteiner

Aktuelle Ausstellungen

4


36

60

64

14

Herzlich willkommen ...

... zur Premieren-Ausgabe

von Reisegenuss, dem

neuen Reisemagazin mit

großen und hochwertig

bebilderten Reportagen.

Gerne befassen wir uns

auch mit korrespondierenden

Themen wie Kunst,

Musik, Gourmet, Wein –

eben (fast) alles, was zum Genuss zählt!

Ab sofort werden wir jeweils für das Frühjahr,

den Sommer, Herbst und Winter vielfältige

Anregungen für interessante Reisen

geben – sowohl für urlaubs- als auch

für Geschäftsreisen. Zusätzlich nutzen wir

das Internet und die „sozialen Netzwerke“

für die Kommunikation mit Ihnen.

Wenn Sie Reisegenuss gut finden, dann

sagen Sie es uns per Brief, per E-Mail oder

auf Facebook. Anregungen und Kritik sind

immer willkommen, ebenso wie Lesertipps

zu besonderen Reisezielen, Hotels und Restaurants

etc.

und ganz besonders freuen wir uns natürlich,

wenn Sie sich die zukünftigen Ausgaben

von Reisegenuss jetzt bequem zu

sich nach Hause bestellen!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und

ganz viel Genuss auf Ihrer nächsten Reise.

ulrich Clef & die gesamte Redaktion

NAtUR

gEsUND REisEN

www.reise-genuss.info

60 KwaZulu-Natal

Wildlife, Berge, Meer

64 Himmlisch !

Eine Fahrt im Heißluftballon

bUsiNEss

74 Die neue Germanwings

Fliegen a la carte

75 VIP-Service

Flughafen Frankfurt

76 Gute Nacht !

Erholsamer Schlaf im Hotel

78 VisionAwards_13

10 Jahre Medieninnovationen

70 Spa- und Wellnessurlaub

Zertifizierte Hotels auf Rügen

sPOtlights

18 München: China Moon Terrasse

Hua Hin: Elefanten-Polo

Leser-Tipp: Cantina di Mario

35 Sylt: Festival der Sterne

Bergell: Kastanienfestival

Bensberg: Festival der Meisterköche

61 Reisebücher & Apps

Neue Hotels

82 Finale & Impressum

Titelbild: Clipdealer

5


Reisegenuss highlights IM SOMMER & Herbst

Malediven: Schwimmen mit Walhaien

6


Albuquerque: Balloon Fiesta

Einmal mit den Giganten der

Meere zu schnorcheln, neben

ihnen zu tauchen oder bei der

Erforschung dieser wenig bekannten

und vom Aussterben bedrohten

Tierart mithelfen: Diese Träume will

das Conrad Maldives Rangali Island

seinen Gästen erfüllen. Von September

2013 bis Februar 2014 begrüßt das

Luxusresort die Wissenschaftler des

Maldives Whale Shark Research

Programme (MWSRP), die ihre

Forschungsarbeit über die Walhaie

fortsetzen, auf Rangali Island.

Bei den Walhai-Beobachtungsexkursionen

können die Hotelgäste live

dabei sein. Diese bieten die einmalige

Gelegenheit Walhaie zu beobachten,

mit ihnen zu schwimmen und von den

Experten mehr über die unglaublichen

Tiere zu erfahren. Der dreistündige

Schnorchelausflug wird von den

Meeresbiologen des MWSRP geführt

und kostet ca. 150 Euro. Die Erlöse

kommen dem MWSRP zu Gute.

„Unsere Lage im South Ari Atoll ist

ideal. Nur eine kurze Bootsfahrt vom

Conrad Maldives entfernt befindet

sich das Riff, wo sich die Walhaie

gewöhnlich aufhalten.“ sagt General

Manager Peter Nilsson. „Wir sind das

einzige Resort des Landes, das ein

Forschungsprogramm unterstützt,

und können so aus erster Hand

Informationen über diese unglaublichen

Tiere mit unseren Gästen teilen.“

Freiwillige können selbst im Rahmen

des Forschungsprojekts aktiv für das

MWSRP tätig werden. Details über

die mindestens zweiwöchigen

ehrenamtlichen Aufenthalte gibt es

auf der Homepage des MWSRP.

www.conradhotels.com

http://maldiveswhalesharkresearch.org/

In New Mexiko treffen sich jährlich über 600 Heißluftballone zum größten Ereignis dieser

Art in der Welt. Eine der wenigen Veranstaltungen, bei denen man sich zwischen den

Ballonen aufhalten kann und Kontakt zu den Piloten hat. Die Albuquereque Balloon Fiesta

findet in diesem Jahr vom 5. bis 13. Oktober statt. Mehr dazu ab Seite 76. Foto: B. Bläss

montreux: Jazz Festival

Seit fast einem halben Jahrhundert pilgern Musikfans im Sommer für rund zwei Wochen

an den Genfersee. Der Charme des Montreux Jazz Festivals liegt in der Vielfalt der gebotenen

Musikstile von Jazz, Pop, Rock, Weltmusik und anderen. In diesem Jahr sind zwischen

dem 5. und dem 20. Juli über 60 Gruppen und Interpreten dabei, u.a.: Deep Purple,

Dieter Meier, George Benson, James Morrison, Joe Cocker, Kraftwerk, Leonard Cohen, Paul

Kalkbrenner, Prince, Sting, Wyclef Jean und ZZ Top. Angesichts der vergleichsweise kleinen

Locations sind die Eintrittspreise gerade bei Stars wie Prince und Sting recht üppig.

Fotos: Montreux Jazz Festival

Foto: Maldives Whale Shark Research Programme

7


Reisegenuss highlights IM SOMMER & herbst

„Tante Ju“: Faltenreich, aber topfit am Himmel

Fotos: Lufthansa

Auch im respektablen Alter von 77 Lenzen ist sie noch topfit

und voller Tatendrang: Die liebevoll „Tante Ju“ genannte Ju52

der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung ist das weltweit älteste

original bei Junkers in Dessau gebaute und noch funktionstüchtige

Flugzeug dieses Typs. Bis zu 16 Passagiere, alle auf Fensterplätzen,

können in dem Großraumflugzeug der 1930er Jahre das

Reisen im Stil der Anfangszeit der Passagierluftfahrt genießen – mit

Gardinen und Gepäcknetz.

Die Ju52 mit dem Kennzeichen D-AQUI hat eine bewegte Geschichte.

Schon bald nach ihrer Fertigstellung 1936 in den Dessauer Junkers-Werken

und ihrer Auslieferung an die damalige Lufthansa

begann für die dreimotorige Propellermaschine eine fünf Jahrzehnte

währende, abenteuerliche und nicht immer angenehme Flug-Odyssee

mit Stationen in Norwegen, im südamerikanischen Urwald von Ecuador

und in Nordamerika. Anfang der 1980er Jahre von Lufthanseaten in arg

ramponiertem Zustand auf einem Wüstenflugpatz im Südwesten der

USA entdeckt, wurde die verlorene Tochter von der Lufthansa zurückgekauft

und in 16-monatiger freiwilliger Handarbeit von Lufthansa-

Technikern in Hamburg liebevoll restauriert.

Wenn Sie einmal mitfliegen möchten: Die jeweils 30- oder 60-minütigen

Oldtimerflüge mit der Ju52 kosten 199 bzw. 372 Euro. Auch Vollcharter

ist möglich. Buchungen und Flugplan: www.lufthansa-ju52.de

8


SANTO DOMINGO: Merengue Festival

Anfang August findet das alljährliche „Festival de Merengue & Ritmos Caribeños Santo

Domingo Brugal“ in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik statt. Hier können Einheimische

wie Touristen Auftritte bekannter Tanzgruppen, Musiker und Bands – darunter

in der Merengue-Szene bekannte Interpreten wie Miriam Cruz, David Kada, Cocoband und

Vakero – erleben. Während des Festivals werden die Hauptstraßen und die uferpromenade

Malecón für den Verkehr gesperrt und es wird unter freiem Himmel getanzt. Ausstellungen

und Wettbewerbe verschiedenster Kunstrichtungen ergänzen das Programm.

Der Merengue verkörpert das karibische Temperament wie kein zweites Kulturgut und ist

für die Menschen mehr als nur eine landestypische Musik. Die wichtigsten Instrumente

des Merengue sind die Güira, die Trommel und das Akkordeon. In Mode kam der Merengue

im Jahr 1850. Er entwickelte sich aus verschiedenen kulturellen Einflüssen, darunter afrikanische

genauso wie spanische Elemente und präkolumbianische Gesänge der Taino-Indianer.

Aber auch der französische Salontanz „contradanza“ und die italienische „barcarola“

flossen in die im 19. Jahrhundert neu entstandene Musik ein.

Foto: Tourism Board Dominikanische Republik

BReGenz: Festspiele am Bodensee

1946 hatten die Festspiele Premiere auf

zwei Kieskähnen im See, heute kommen

über 200.000 Besucher an den Vorarlberger

Bodensee, um Musiktheater auf der

größten Seebühne der Welt und im Festspielhaus

zu erleben.

Bregenz steht für spektakuläre Inszenierungen

zeitgenössischer Komponisten und

für etablierte Werke gleichermaßen.

Ein Highlight wird die Aufführung von Mozarts

„Die Zauberflöte“ unter freiem Himmel.

Regie führt Festspielintendant David

Pountny.

Im Bregenzer Festspielhaus erwartet die

Gäste u.a. die Oper „Der Kaufmann von Venedig“.

Für Konzerte wurden außerdem die

Wiener Symphoniker verpflichtet.

www.bregenzerfestspiele.com - bis 18.8.13

Fotos: Bregenzer Festspiele / A. Köhlerche Republik

9


Reisegenuss highlights iM sOMMER & hERbst

TeGeRnSee: Seefeste

Romantik pur –

so erlebt man ein

Feuerwerk am Wasser.

Am Tegernsee, seit Jahrzehnten

Magnet für Familienurlauber und

Millionäre, werden den Gästen jeden

Sommer gleich drei imposante

Feuerwerke geboten, denn jede der

drei größeren Gemeinden am See will

sich im besten Licht präsentieren.

Den Anfang macht am 16. Juli

Rottach-Egern. Unser Tipp: Suchen

Sie sich einen schönen Platz an der

Promenade der Egerner Bucht

möglichst weit weg vom Seehotel

Überfahrt am Malerwinkel, von wo

eine schlechte und überlaute Band

den halben Tegernsee belästigt – das

ist leider prollig statt romantisch.

Das nächste Feuerwerk findet im Ort

Tegernsee am 30. Juli statt. Angesichts

der geringen Zahl an Parkplätzen ist

hier ein frühes Kommen angeraten.

Zum Finale des Sommers am See lädt

Bad Wiessee am 16. August zum

gemütlichsten der drei Seefeste.

Weniger schick als Rottach und mit

einer Vielzahl an Ständen am Seeufer.

Bei schlechtem Wetter ist der jeweils

darauffolgende Tag Ausweichtermin.

Infos: www.tegernsee.com

10


NEW ORLEANS: Foto-Safari

New Orleans und vor allem sein French Quarter bieten jedem Hobbyfotografen

eine enorme Vielfalt an Motiven. Von kreolischen Townhouses mit ihren

unverkennbaren, schmiedeeisernen Balkonen und der strahlend weißen St.

Louis Cathedral über Musiker, Künstler und die abendliche Bourbon Street bis

hin zum „Mighty Mississippi“.

Auch der Garden District ist ein Muss für Architektur-Fotografie: Opulente,

kunstvoll gestaltete Villen wie das Double Gallery House oder eine Reihe an

Häusern im viktorianischen Baustil sind empfehlenswerte Fotomotive. Wer

gerne Menschen fotografiert, ist in der Frenchmen Street an der richtigen

Adresse: Tagsüber eine farbenfrohe Straße mit Cafés und lässigen Menschen,

Künstlern und ganz viel Lebendigkeit, erwarten Sie hier am Abend

Clubs und Musikgenres jeglicher Art: Cajun, Latin, Rock, Folk, Punk und natürlich

Jazz.

Wenn man allein unterwegs ist oder die Stadt noch nicht kennt, kann man an

einer Foto-Sightseeing-Tour teilnehmen. Besonders gut eignen sich dafür aufs

Fotografieren spezialisierte Touren wie zum Beispiel von American Photo Safari.

http://americanphotosafari.eventbrite.com

adelBoden: GolfGenussMountain - dem Himmel so nah

Was den Schotten ein Links Course bedeutet, das mag für die Schweizer ein Golfplatz hoch oben in den Bergen sein. Bei beiden

spielt man in unverfälschter Natur und bei zuweilen rauen Wetterbedingungen. Gemeinsam mit Golf Mountain und dem Designhotel

The Cambrian findet vom 13. bis 15. September bereits zum zweiten Mal die GolfGenussMountainTrophy statt: Ein Golfturnier in

2000 Meter Höhe auf einem 18-Loch-Golfplatz, der nur sechs Wochen

pro Jahr geöffnet ist! Dazu Gourmetküche am Vorabend im

Hotel und ein zünftiges Käsefondue zur Siegerehrung.

www.golf-genuss.de/genusstrophy-adelboden.html

11


SONNE & MEER

dubrovnik

Perle mit bewegter Vergangenheit

Kroatien wirbt damit, als „Perle der Adria“ eine der letzten unverbrauchten Regionen am Mittelmeer zu sein. Neben den schönen

Stränden an der lang gezogenen Adriaküste hat sich auch Dubrovnik – als Exklave im Südzipfel des Landes gelegen – zu einem attraktiven

Reiseziel entwickelt. Mit dem offiziellen Beitritt als 28. Mitglied der EU rückte das kleine Land stärker in den Fokus Europas.

Kroatien hat eine wechselvolle Geschichte

hinter sich. Nicht immer sind

die damit verbundenen Anekdoten so

positiv, wie die der „Erfindung“ der Krawatte.

Kroaten brachten sie im Jahr 1635 mit einem

6000 Mann starken Regiment, das die Truppen

Ludwigs XIII unterstützen sollte, nach

Paris. Die Soldaten erregten in der Hauptstadt

der Haute Couture Aufsehen, denn alle

trugen besonders geknotete Halstücher – aus

Leinen für die einfachen Ränge, aus Baumwolle

oder Seide für die Offiziere. Ein paar

Jahre später galt die „cravate“ dann in Frankreich

als wichtiges modisches Accessoire.

Vor allem Dubrovnik dokumentiert die wechselvolle

Geschichte des Landes. Die Stadt

12

Fotos: U. Clef

liegt etwa 700 Kilometer südlich der italienischen

Festlandgrenze auf einem schmalen

Küstenstreifen zwischen Adria und der Grenze

zu Bosnien-Herzegowina und Montenegro.

Als „Ragusa“ hatte die Stadt über mehrere

Jahrhunderte hinweg bis Anfang des 19. Jahrhunderts

aufgrund ihrer großen Schiffsflotte

und der damit verbundenen Handelsmacht

den Status einer freien Republik. Erst 1918

wurde die Ragusa in Dubrovnik umbenannt.

Noch heute lebt innerhalb der mächtigen

Festungsmauern, die die Altstadt umgeben,

die Erinnerung an die mächtige Republik Ragusa

weiter. Aufgrund der zahlreichen Bauund

Kulturdenkmäler zählt die Altstadt zum

UNESCO Weltkulturerbe. Von der Mauer und

den integrierten fünf Festungen eröffnen

sich herrliche Ausblicke auf die Stadt und das

Meer. Idealer Ausgangspunkt für einen Spaziergang

ist das Pile Tor im Westen der Altstadt.

In kürzesten Abständen führt von hier

der Weg vorbei an Statuen, Brunnen, alten

Häusern, Kapellen und Kirchen.

Während der Sommerfestspiele im Juli und

August wird in der Altstadt auf zahlreichen

kleinen Bühnen Theater, Klassik, Jazz und

Folklore aufgeführt. Trotz aller Historie, in

Dubrovnik hat auch das 21. Jahrhundert Einzug

gehalten: Die gesamte Altstadt ist komplett

mit WLAN versorgt.

In den engen Gassen finden sich zahlreiche

kleine Geschäfte, Galerien und Restaurants.

Roher Schinken, Schafskäse und Wein, das

sind einige der leckeren Produkte Kroatiens.

Die mediterrane Küche ist eher von Fleisch

– Rind, Schwein und Lamm – geprägt, da die

feinen Fische aus der Adria relativ teuer sind.

Frische Goldbrasse (lavrata), Wolfsbarsch

(brancin) und Thunfisch (tuna) sind die häufigsten

Angebote auf den Speisekarten. Besonders

schmackhaft ist die Zubereitung von

weißem Fisch in der Salzkruste (riba u soli).

Das Angebot an Beilagen ist begrenzt, vegetarische

Angebote gibt es in Restaurants

kaum. Probieren Sie auch einmal kostradina

(gekochtes Lammfleisch mit Tomatensauce),

brodet od riba (Fischeintopf) oder pasticada

(mariniertes, in Rotwein gekochtes Rindfleisch).

Preiswerte, einfache rote und weiße Tischweine

gehören zu jedem Essen, oft von den

Bauern selbst gekeltert. Inzwischen hat eine

neue Generation von Winzern es geschafft,

mit Spitzenprodukten Anschluss an das gehobene

Niveau zu finden.

inseln und strände

Südlich der Altstadt liegt Dubrovniks Stadtstrand,

dort ist auch der East-West-Beachclub

mit Restaurant und Lounges.

Auf der nahegelegenen Insel Lokrum gibt es

mehrere kleine Kiesbuchten mit Altstadtpanorama.

Zur im Jahr 1859 vom österreichischen

Erzherzog Maximilian gekauften und

dann von ihm mit einem Schloss und subtropischem

Park bebauten Insel gelangt man

mit einem der Ausflugsboote von dem am

Ostzugang der Altstadt gelegenen Hafen

Plocetor.

Vor der Küste liegen die 13 Elaphitischen

Inseln. Nur drei der „Hirschinseln“ sind bewohnt,

sie sind ein beliebtes Ausflugsziel

mit schönen Badestränden und -buchten.

Nehmen Sie sich Zeit für die subtropische

Vegetation mit Orangen- und Zitronenbäumen,

Olivenhainen, Palmen, Zypressen, und

besichtigen Sie Ruinen aus verschiedenen

Epochen seit der Römerzeit, imposante

Häuser und Paläste aus der Blütezeit der

Region (15. Jahrhundert) und gemütliche

Ortschaften.

Noch etwas weiter nördlich erstreckt sich die

Halbinsel Peljesac über rund sechzig Kilometer

zwischen Dubrovnik und den Inseln Korcula

und Mljet. Sie hat als Teil der ehemaligen

Republik Ragusa eine große Seefahrer-Tradition

und gilt als Heimat der besten kroatischen

Rotweine. Bei einigen Winzern kann

man, oft allerdings nur nach Voranmeldung,

die Produkte probieren. Strände, Badebuchten

und historische Sehenswürdigkeiten lassen

sich ebenfalls erkunden.


18 JAHRE UNABHÄNGIGkeit

In und um Dubrovnik lässt sich Kroatien in

wenigen Minuten von West nach Ost durchqueren.

Gerade mal ein paar Kilometer breit

ist das Land zwischen der Küste und der

Grenze zu Bosnien-Herzegowina. Ursache

hierfür ist der kroatische Unabhängigkeitskrieg

der 1990er Jahre.

Seit dem Ende des 2. Weltkriegs hatte das

Land als eine von sechs Teilrepubliken zu Jugoslawien

gehört. Die Unabhängigkeitserklärung

im Mai 1991 führte zum Krieg mit der

serbisch dominierten jugoslawischen Volksarmee,

der insgesamt bis November 1995

dauerte. Dubrovnik traf es bei den Auseinandersetzungen

besonders hart, die Stadt wurde

von Juni 1991 bis Frühjahr 1992 rund

neun Monate lang durch Truppen Rest-Jugoslawiens

belagert und war in dieser Zeit ohne

Strom-, Gas- und Wasserversorgung völlig

isoliert. Granateneinschläge beschädigten

oder zerstörten zwei Drittel der historischen

Bauten in der Altstadt.

Heute erinnert kaum noch etwas an diese

Zeit, die alten Bauten sind wieder komplett

restauriert und repariert. Lediglich das Museum

auf Dubrovniks rund 400 Meter hohem

Hausberg Srd dokumentiert diese für

das Land so harte Zeit. Aus dem auf dem

Berg gelegenen, von Napoleon errichteten

Fort verteidigten die Kroaten Dubrovnik gegen

die Belagerer. Die damals zerstörte Seilbahn

wurde vor drei Jahren wieder eröffnet.

Seit gut 15 Jahren herrscht in dem durch den

Krieg stark gebeutelten Land mit viereinhalb

Millionen Einwohnern wieder Frieden. Vor allem

auch angesichts des EU-Beitritts versucht

das Land mit politischen und organisatorischen

Reformen, Bürokratie, Missmanagement

und Korruption zu bekämpfen und Anschluss

an den Westen zu finden. Zudem stellt

der EU-Strukturfonds für touristische Projekte

in den nächsten zwei Jahren 150 Millionen

Euro zur Verfügung. Das sollte zu einem kleinen

Aufschwung im stark vom Tourismus abhängigen

Kroatien führen. •

dubrovnik KOMPAKT

wissenswertes

Generelle Informationen:

www.tzdubrovnik.hr (in Englisch)

Anreise

Mit Star Alliance Partner Croatia Airlines,

Lufthansa und Germanwings nach Dubrovnik

Mietwagen gibt es inklusive Vollkaskoversicherung

besonders preisgünstig u.a. bei

www.reise-genuss.info/mietwagen.html

TIPPs

Ideale Reisezeiten für Kroatien sind Frühsommer

und Herbst. Im Juli und August kommen

die Kroaten aus den Regionen im Landesinneren

und vor allem Italiener. Hotels und Strände

sind dann überfüllt.

Im Mai, Juni, September und Oktober sind der

Erholungsfaktor deutlich höher und die Preise

niedriger.

13


sONNE & MEER

Reisegenuss-FoToWeTTBeWeRB

Die schönsten Strände der Welt

Nicht nur in der Karibik locken wunderschöne Strände,

auch Europa hat den Fans von Sonne und Meer viel zu bieten:

An der deutschen Nordseeküste, in Frankreich, Italien,

Griechenland und und und ...

Jeder hat seine eigenen Maßstäbe für die Schönheit eines

Strands. Wir wollen daher von Ihnen wissen, welches Ihr

liebster Strand in der Welt ist – und warum. Schreiben Sie

Ihre Meinung auf unsere Website www.reise-genuss.info

oder auf unsere Reisegenuss-Seite bei Facebook, senden

Sie uns Ihr schönstes Strandfoto und gewinnen Sie einen

von drei urlauben! Die 48 besten Bilder werden zudem

veröffentlicht. Mehr darüber auf den folgenden Seiten.

Die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria

Fotos: Span. Fremdenverkehrsamt (2), Schleswig-Holstein Tourismus

14


Nordeseestrand auf Amrum

TOP TEN

u

Jansom Bay, Kho Tao, Thailand

v

Tulum, Yucatan, Mexiko

w

Baros, Nord-Mahle, Malediven

x

Anse Lazio, Praslin, Seychellen

y

One Foot Island, Cook Inseln

Eine Hitliste von www.strandbewertung.de.

Das Portal hat sich zur Aufgabe gemacht, Strände

durch Urlauber-Meinungen zu bewerten.

15


Senden Sie uns ihr bestes strandfoto – und gewinnen sie

einen urlaub in Thailand, Österreich oder der Schweiz

Wir freuen uns auf Ihr schönstes

Strandfoto - egal von wo in der Welt!

Alle eingesandten Bilder werden von

einer unabhängigen Jury begutachtet.

Die Fotografen der zehn besten Bilder

erhalten folgende Preise:

1. 1 Woche im Anantara Resort Vietnam

2. 1 Woche im Kleinwalsertal

3. 3 Tage im Cabrian Hotel Adelboden

4.-10. Preis: je ein Jahresabo Reisegenuss

Die 48 besten Bilder werden nicht nur

in Reisegenuss veröffentlicht,

sondern werden zusätzlich Bestandteil

der innovativen Reisegenuss Kalender-App“,

die Mitte Dezember 2013

erscheint.

Einsendeschluss ist der 20.11.2013.

Technische Voraussetzung für die

Veröffentlichung ist die Druckfähigkeit

der Bilder (Mindestformat 18 x 26 cm

bei 300 dpi - je größer, umso besser).

Senden Sie Ihr bestes Strandfoto per

Mail an reisegenuss@clef.de

und posten Sie es auf der Facebook-

Seite von Reisegenuss.

Las Conchas auf Lanzarote

www.reise-genuss.info/foto.html

E-Mail: reisegenuss@clef.de

Playa de Esquinzo auf Fuerteventura

16


Koh Lipe-Satun, Thailand

TOP TEN

z Ankobra Beach, Axim, Ghana

{

Pasture Beach, Kleine Antillen

|

Dream Beach, Similan, Thailand

La Grande Motte, einer der berühmtesten Mittelmeerstrände Frankreichs

}

Cacimbinhas, Brasilien

Fotos: Span. Fremdenverkehrsamt (2), Atout France, Thailand Tourismus

~

Paradise Beach Mulloor Th., Indien

Eine Hitliste von www.strandbewertung.de.

Das Portal hat sich zur Aufgabe gemacht, Strände

durch Urlauber-Meinungen zu bewerten.

17


SPOTLIGHTS

China Moon Terrasse

Münchens kleines Sommergeheimnis

Die Frauenkirche in nächster Nähe, der Blick in Richtung Osten über die Isar auf das

Maximilianeum großartig. Zu Münchens schönster öffentlicher Dachterrasse gelangt

man nur über eine versteckte Treppe von der obersten Etage des Mandarin

Oriental – mit relativ wenigen Plätzen – oft nur mit Reservierung. Perfekt für einen

After-Work-Drink oder ein romantisches Rendezvous zum Sonnenuntergang. Das

Ambiente ist beinahe asiatisch, der Service leider etwas zu „mir san mir“-münchnerich,

schließlich hat man ja die Top-Terrasse ... Und: Kreditkarte nicht vergessen!

Anantara resort hua hin

Elefanten-Polo für einen guten Zweck

Ende August trifft sich die internationale

Polo-Elite im Anantara Hua Hin Resort & Spa

in Thailand und jagt auf den grauen Riesen

mit extralangen Poloschlägern einem winzigen

Ball hinterher.

Das King’s Cup Elephant Polo Tournament

wurde 2001 von den Anantara Hotels, Resorts

& Spas ins Leben gerufen und entwickelte

sich zu einer der größten Charity-Veranstaltungen

des Landes. Das viertägige

Spektakel zieht viele Zuschauer an. Ein abwechslungsreiches

Rahmenprogramm sorgt

für gute Stimmung.

Sämtliche Spendengelder und Erlöse, bisher

rund 600.000 US-Dollar, kommen dem Erhalt

und Schutz sowie der Erforschung der Elefanten

in Thailand zu Gute. Seit 2009 wird

das weltweit erste Elefanten-Therapieprogramm

(TETP) für autistische Kinder der Universität

in Chiang Mai und des Thai Elephant

Conservation Centre finanziert. Davon profitieren

nicht nur fünf Dickhäuter, die von

Bangkoks Straßen gerettet und für das Programm

trainiert werden, sondern auch betroffene

thailändische Kinder, die bei kostenfreien

Therapiestunden ihre sozialen und

emotionalen Fähigkeiten im Umgang mit den

sanften Riesen stärken. Weitere Unterstützung

kam dem Bau des ersten Elefantenkrankenhauses

in Krabi zu. Zudem flossen

Mittel in den Erhalt der wenigen noch frei

lebenden Wildelefanten.

Weitere Informationen: www.anantara.com,

www.anantaraelephantpolo.com,

www.helpingelephants.org

18

Lesertipp

Cantina di mario, in Latisana bei lignano sabbiadoro/italien

„Ich war im April mit Freunden für ein paar Tage in Lignano Sabbiadoro. Wir haben dort ein richtig schönes, traditionelles und typisch

italienisches Restaurant entdeckt: Cantina da Mario, in Latisana. Das Restaurant bietet Essen von exzellenter Qualität (Spargel, Rinderfilet,

Meeresfrüchte uvm.), wofür man in einer Metropole ein Vermögen zahlen würde. Dazu gab es einen köstlichen Hauswein, der von

den Reben rings um das kleine Anwesen stammt. Ein romantischer Ort, mit einer wunderschönen urigen Terrasse, die Aussicht auf die

schöne Landschaft und die Weinreben bietet. Abends waren dort immer Italiener zu Gast - kein typischer Touristenort!

Der Wirt, Mario, ist ein Italiener wie aus dem Bilderbuch und betreibt das Restaurant mit seiner Frau. Wir wurden wirklich ausgesprochen

gut umsorgt und mit den besten italienischen Speisen verwöhnt. Zu guter Letzt zahlt man noch einen unglaublich fairen Preis. Wir haben

sogar zusätzlich einige Flaschen des tollen Hausweins für Daheim eingekauft.

Ein echter Geheimtipp, den ich den Reisegenuss-Lesern empfehlen möchte. Vor allem für diejenigen, die Wert auf traditionellen und

italienischen Flair mit einem überragenden Preis-Leistungs-Verhältnis legen.

Ein Besuch lohnt sich wirklich: Via La Rotta 21, 33053 Latisana, Udine, Tel. +39 0431 520674.

Viele Grüße, Lisa

Haben auch Sie einen ganz besonderen Tipp? Schreiben Sie in unser Gästebuch auf www.reise-genuss.info/tipps.html

oder posten Sie auf der „Reisegenuss“-Fanpage bei Facebook.


20

ENTERTAINMENT


Broadway, New York:

Glanz, Glamour & große Stars

Eigentlich ist der Broadway nur ein alter Indianerpfad,

doch zwischen 41. und 53. Straße liegt der Abschnitt, der

zum Mythos wurde. New Yorks berühmtes Theatermekka

rund um den grell erleuchteten Times Square wirkt auch

heute noch wie ein Magnet. Für viele Theater- und

Musical-Liebhaber und auch für unsere Autorin Alexa

Christ ist der Broadway die Straße aller Straßen.

Fotonachweis

21


Es braucht nur ein paar Minuten bis der Zauber zu wirken

beginnt. Erst stirbt das funkelnde Licht des schweren

Kronleuchters. Der halbrunde Theatersaal versinkt

in nachtschwarzer Dunkelheit. Spannungsvolle Erwartung

überzieht die Reihen wie Zuckerguss einen Kuchen. Und

dann: Ein einsamer Lichtkegel erhellt die Bühne, auf der eine

Frau im engen, schwarzen Minikleid steht. Sie hebt den Kopf

und fängt an mit rauchiger Stimme zu singen – „Come on

Babe, why don‘t we paint the town and all that jazz?“

Das Publikum hält für einen Moment den Atem an. Im

nächsten Augenblick versprühen die Scheinwerfer ein Feuerwerk,

leichtbekleidete Tänzer wirbeln um die einsame

Sängerin herum, die Band dreht zu voller Lautstärke auf,

und die Zuschauer ergeben sich widerstandslos der Magie,

die der Broadway, New Yorks legendäres Theaterviertel, seit

jeher auf seine Besucher ausübt.

Die Geschichte der beiden Nachtclubsängerinnen Roxie

Hart und Velma Kelly gehört zu den größten Erfolgsstorys

des jüngeren amerikanischen Musiktheaters. Seit beinahe

siebzehn Jahren versetzt das Musical „Chicago“ die Zuschauer

in das Ambiente eines amerikanischen Nachtclubs

der 20er Jahre:

Als die ehrgeizige Roxie Hart nach dem Mord an ihrem Liebhaber

im Gefängnis landet, engagiert sie den aalglatten

Star-Anwalt Billy Flynn. Der gewiefte Rechtsverdreher

macht aus der Täterin einen Medienstar, der am Ende straffrei

aus dem Gerichtssaal geht. Da hat sich die Presse aber

längst schon auf die nächste, aufsehenerregendere Story

gestürzt.

Glitzer auf der Bühne,

nackte Leitungen hinter den Kulissen

„Chicago“ hat all das, was das Publikum am Broadway liebt

– schöne Frauen, viel Glitzer und noch mehr heiße Musik.

So glamourös das Geschehen auf der Bühne auch rüberkommt,

hinter den Kulissen sieht die Broadway-Welt deutlich

nüchterner aus.

Das Ambassador Theatre stammt aus dem Jahr 1921. Eine

schmale, steile Stiege führt die Stockwerke hinauf, auf die

sich im Backstage-Bereich Garderoben, Kostümfundus und

22


Technikräume verteilen. Viel Platz ist hier nicht, und es sieht

beinahe so aus, als wäre seit der Erbauung auch nicht mehr

renoviert worden. Nackte Rohrleitungen zieren die Wände

der Darsteller-Garderoben.

Eine Dreiviertelstunde vor Showbeginn fängt die aus Massachusetts

stammende Amy Spanger – alias Roxie Hart – an

sich zu schminken. Das muss sie selbst erledigen, denn eine

professionelle Visagistin gibt es nicht. „Aber mit der Zeit hat

man den Dreh raus“, sagt die zierliche blonde Frau und

greift nach den falschen Wimpern, die ihr den verruchten

Augenaufschlag verleihen, den ihre Rolle braucht.

Wenn man sie fragt, was es ihr bedeutet, am Broadway zu

spielen, strahlt sie über das ganze Gesicht. „Ich habe mir

damit einen absoluten Kindheitstraum erfüllt. Als ich im

College war, habe ich mir drei Jahre gegeben, um es an den

Broadway zu schaffen. Schlussendlich brauchte ich zwei

Jahre und zehn Monate.“

Eines der erfolgreichsten Musicals am Broadway ist „Chicago“, das im Jahr 2002 mit Renée Zellweger,

Richard Gere und Catherine Zeta-Jones verfilmt wurde und 2003 sechs Oscars gewann.

Bilder: J. Daniel/Chicago The Mucial

Riesige Konkurrenz bei den Castings

Ihre Kollegin Amra-Faye Wright, deren Garderobe schräg

gegenüber liegt, spielt die Rolle der Velma Kelly in „Chicago“

seit zwölf Jahren. Die gebürtige Südafrikanerin mit dem

platinblonden Raspelschnitt sieht dem deutschen Broadway-Star

Ute Lemper – eine ihrer Vorgängerinnen als Velma

– zum Verwechseln ähnlich. An das Casting, bei dem sie

2001 die begehrte Rolle ergatterte, erinnert sie sich noch

gut. 300 Mitbewerberinnen hat sie ausgestochen. „Es war

eine schreckliche Erfahrung. Da lag so viel Druck, so viel

Verzweiflung in der Luft. Immerhin sind 75 Prozent der

Schauspieler arbeitslos“, gibt sie einen Einblick in die Schattenseiten

des Showbiz.

Dennoch beweist die 52-Jährige, dass es auch im fortgeschritteneren

Alter noch möglich ist, eine sogenannte „Triple

Threat“-Rolle zu verkörpern. Die sind besonders begehrt,

weil die Darsteller singen, tanzen und schauspielern können

müssen. Die verführerische Velma hat Amra-Faye schon auf

fünf verschiedenen Kontinenten gespielt – in Tokio sogar

auf Japanisch. Acht Shows pro Woche spielt das Ensemble,

am Wochenende gibt es zwei Vorstellungen pro Tag. Neben

allem Glamour ist das ein echter Knochenjob.

23


Die Musicals Kinky Boots (oben) und Annie (rechts)

Vor jeder Vorstellung werden die rund 500 Kostüme des Musicals „Phantom der Oper“

sorgfältig mit heißem Wasserdampf gereinigt. Die Prachtkleider der Hauptdarstellerin

kosten bis zu 30.000 Dollar.

Verletzungen inklusive

Davon kann auch der 33-jährige Brad Holland ein Lied singen.

Er gehört zum 13-köpfigen Ensemble von „Stomp“. Die

Off-Broadway Show ist gerade beim internationalen Publikum

ein Renner, weil sie vollkommen ohne Worte auskommt.

Acht Akteure trommeln, stampfen, klopfen und

hauen auf alles, was nicht niet und nagelfest und garantiert

kein herkömmliches Musikinstrument ist. Stattdessen werden

Besen, Mülleimer, Spülbecken, Rohre, Feuerzeuge,

Gummireifen oder Einkaufswagen auf eine Weise eingesetzt,

die in der Gebrauchsanweisung sicherlich nicht vorgesehen

ist.

Zum Ensemble gehören professionelle Percussionisten genauso

wie ehemalige Pizzaboten. Zwei Stunden lang toben

die Akteure über die Bühne als litten sie unter Hyperaktivität.

Das treibt Schweißperlen auf die Stirn, die auch beim

Interview nach der Show noch nicht ganz getrocknet sind.

Die Verletzungsgefahr ist bei Stomp sehr groß. Brad hat gerade

erst eine Rückenverletzung auskuriert. „Man hat ständig

irgendwelche Blessuren – aufgerissene Finger, lädierte

Knie, schmerzende Hüften. Am Anfang haben wir einmal

pro Woche eine Massage bekommen“, erzählt er. Die

schwerwiegendste Verletzung erlitt einer seiner Kollegen

während einer Show. Ein Stock traf den Mann ins Gesicht

und schlitzte seine Wange auf.

Auch beim Musical „Spiderman – Turn of the Dark“ hätten

die Darsteller zu Anfang eine Risikozulage verlangen müssen.

Ein Spinnenmann brach sich bei einer verunglückten

Landung beide Handgelenke, ein anderer stürzte so schwer,

dass er wochenlang im Krankenhaus lag.

Die Show mit der Musik von U2-Sänger Bono galt wegen

der wiederholten Unfälle als „Skandalmusical“ und wurde

sogar eine zeitlang unterbrochen. Mittlerweile haben die

Produzenten die Technik aber im Griff, die Spinnenmänner

sausen in halsbrecherischen Flügen durch das Theater, und

das Publikum steht vor Begeisterung Kopf.

Entwicklung des viertels im 19. Jahrhundert

Die Geschichte um den jungen Peter Parker, der von einer

genetisch veränderten Spinne gebissen wird und danach

24


Superkräfte entwickelt, läuft im Foxwood Theatre in der 43.

Straße, also im Herzen des heutigen New Yorker Theaterviertels,

das ursprünglich um den Herald Square lag. Erst

Ende des 19. Jahrhunderts verlagerte es sich in die Gegend

um den Times Square, der aufgrund seiner überdimensionierten

Beleuchtung bald schon „The Great White Way“ genannt

wurde.

Zu Beginn standen am Times Square eigentlich nur Kutschenhäuser

und Pferdestallungen herum. Doch der Impresario

Charles Frohman pflanzte 1893 sein Empire Theatre

mitten auf den Broadway, zwischen die 39. und 40. Straße.

Damit war der Startschuss gefallen. Andere Theaterbesitzer

zogen nach, darunter die Shubert Brüder, die in den 20ziger

Jahren über 1000 Theater in den ganzen Vereinigten Staaten,

davon 17 am Broadway, betrieben.

Heute erstreckt sich der sogenannte Theatre District von

der 41. bis zur 53. Straße. Rund 40 große Theater liegen in

dieser Gegend, die mehr als 500 Plätze bieten und daher zu

den Broadway Bühnen zählen. Fassen die Theater zwischen

100 und 499 Zuschauern, gelten sie als Off-Broadway Häuser.

Alles unter 100 Sitzen läuft unter Off-Off Broadway.

Die großen Theater, in denen die bekannten Musicals gastieren,

bieten oft sogar 1500 und mehr Zuschauern Platz.

Und diese riesigen Häuser sind fast immer voll.

Treue Zuschauer

Das Publikum ist bunt gemischt, speist sich aus Einheimischen

wie internationalen Besuchern. Randy Morales aus

Seattle etwa gehört zu denen, die man getrost als Theater-

Fanatiker bezeichnen kann. Zwei- bis dreimal im Jahr kommt

er nach New York, um sich in komprimierter Zeit ein Maximum

an Stücken anzuschauen. Bei seinem Lieblingsmusical

„Wicked“ saß er bereits zwanzig Mal im Parkett. „In Seattle

bekommen wir einfach nicht diese Qualität zu sehen wie

hier am Broadway“, erklärt der 48-jährige Buchhalter seine

wiederholten Reisen nach Manhattan. Diesmal hat er sich

die Musicals „Once“, „Newsies“ und „Annie“ sowie die Theaterstücke

„Picnic“ und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“

angeschaut.

Sein Favorit? „Once“ – die Geschichte eines jungen Paars, das

sich über die Leidenschaft zur Musik findet. 2012 gewann das

Stück den Tony Award, den „Oscar“ der Theaterszene.

Auch die betagte Audrey Fray aus New Jersey kehrt immer

wieder an den Broadway zurück. Zu ihrem 80. Geburtstag

25


26

Da fließt der Schweiß. Das, was die Akteure der Erfolgsshow „Stomp“ auf

die Bühne bringen, erfordert hohe körperliche Fitness und den virtuosen

Umgang mit allerlei ungewöhnlichen „Rhythmusinstrumenten“.

Bilder: S. McNicholas/Stomp


hat sie sich in ihre Sonntagskleider samt feinem Mantel gehüllt

und gönnt sich eine Matinee-Vorstellung im Ambassador

Theatre. Ihr erstes Broadway-Musical, erinnert sie sich,

war „My Fair Lady“. Das war noch in den 1950ern. „Ich warte

darauf, dass sie ‚The Sound of Music‘ wieder aufnehmen,

denn das ist mein absolutes Lieblingsstück“, verrät die alte

Dame, die in ihrer Jugend Ballett getanzt hat.

RePeRToiRe zWiSCHen PoPCoRn-SHoWS

Und inTellekTUelleM SPReCHTHeaTeR

Es ist ein bemerkenswerter Spagat, den der Broadway heutzutage

schafft. Älteren Zuschauern wie Audrey Fray bietet

er bewährte Klassiker – „Mary Poppins“, „Cinderella“ oder

das süßliche „Annie“, in dem das gleichnamige Waisenkind

im New York der 30er Jahre das Herz eines steinreichen Unternehmers

erweicht.

Die jüngeren Zuschauer strömen eher in actiongeladene

Stücke wie „Spiderman“, „Rock of Ages“ oder „Flashdance“.

Hier sitzt die Popcorn-Generation in Jeans und Turnschuhen

mit riesigen Cola-Bechern und Chipstüten – sich für

den Theaterbesuch schick zu machen, wie man es noch aus

dem „alten Europa“ kennt, ist am Broadway nicht üblich.

Und dann sind da natürlich noch die Hardcore-Intellektuellen.

Die verschmähen die „seichten“ Musicals und widmen

sich den Theaterstücken – amerikanischen Klassikern wie

Tennessee Williams‘ „Die Katze auf dem heißen Blechdach“,

in dem im März noch Hollywood-Star Scarlett Johansson

brilliert hat.

Im selben Monat feierte Tom Hanks sein Broadway-Debüt

mit einem Stück der im vergangenen Jahr verstorbenen

Nora Ephron, und Ethan Hawks inszenierte „Clive“, nach

Bertolt Brechts Drama „Baal“.

BRoadWaY-inSTiTUTion „SaRdi‘S“

Die Premierenfeiern solcher Stücke finden übrigens gern in

einer echten Broadway-Institution statt. Seit seiner Eröffnung

am 5. März 1927 treffen sich Schauspieler, Regisseure,

Produzenten und Kritiker im „Sardi‘s“ auf der 44. Straße.

In dem Restaurant, das einst von italienischen Einwanderern

gegründet wurde, hängen lauter bunte Karikaturen,

1200 an der Zahl.

Sämtliche Broadway-Stars sind hier verewigt – allerdings

erst, nachdem sie sich die Aufnahme in diese heimliche

„Wall of Fame“ durch wiederholte Besuche verdient haben.

Zuletzt kam Barry Manilow hinzu. Von der Schauspielerin

Maureen Stapleton hieß es, dass sie ihre Karikatur absolut

nicht ausstehen konnte. Deshalb stibitzte sie das Bild als

gerade niemand hinsah, und verbrannte es – nur um sich

danach für lange Zeit nicht mehr ins Sardi‘s zu trauen.

Doch mal abgesehen von der interessanten Karikaturengalerie

ist das Restaurant das inoffizielle Machtzentrum des

Theaterdistrikts. Über typisch amerikanischen Gerichten

werden hier neue Produktionen ausgehandelt. Wie die von

Jerry Mitchell. Der ehemalige Tänzer und heutige Regisseur

und Produzent bringt gerade „Kinky Boots“ auf die Bühne,

ein Musical um einen jungen Mann, der die halb bankrotte

Schuhfabrik seines Vaters in England erbt und sich mit einem

Travestiekünstler zusammentut, der dringend ein Paar

stabile Stilettos benötigt. Die Musik stammt von der schrägen

Rockröhre und 1980er-Ikone Cindy Lauper.

Noch im März 2013 brillierte Hollywood-Star Scarlett Johansson in dem

Tennessee Williams Klassiker „Die Katze auf dem heißen Blechdach“.

Ob das Stück beim Publikum ankommt, hat Jerry bereits in

Chicago angetestet. „Du gehst nicht gleich kalt an den

Broadway, sondern probierst erst mal in einer anderen großen

Stadt aus, ob die Show läuft“, erklärt Jerry das Prozedere

und fügt hinzu: „Musicals bieten eine hervorragende

Gelegenheit für emotionale Fluchten. Mein Job ist es, dass

sich die Zuschauer in die Hauptfiguren verlieben.“

PRoBenPHaSe Und BUdGeT

Um bei Kinky Boots nur ja alles richtig zu machen, ist er

wochenlang durch das britische Northampton gereist und

hat sich Schuhfabriken angeschaut. Sogar wie ein ordentlicher

Lederschuh zusammengenäht wird, hat er gelernt. Sobald

das Ensemble stand, begannen die Proben. Fünf bis

sechs Wochen im Studio, dann zwei Wochen lang mit sämtlichen

Requisiten und Kostümen auf der Bühne.

Vor der offiziellen Premiere steht die Preview Phase, eine

Reihe ganz normaler Vorstellungen, bei denen Last Minute-

Änderungen vorgenommen werden können, falls bestimmte

Dinge nicht funktionieren oder dem Publikum nicht gefallen.

Denn letztlich entscheiden die Zuschauer über Erfolg

oder Scheitern.

Jerry, der seine Darsteller immer mit einem „Full out!“ anspornt,

also der Forderung, alles zu geben, gesteht offen,

dass sein letztes Stück – „Catch me if you can“ – floppte.

„Das Publikum hat einfach keine Verbindung zu dem Ge-

27


schehen auf der Bühne hergestellt“, sagt der 53-Jährige, der

immer noch über die Figur und Fitness eines Tänzers verfügt.

Ein einmaliger Misserfolg ist noch zu verkraften, wiederholen

darf er sich aber nicht. Denn in einer Broadway-Produktion

steckt jede Menge Geld. Für „Kinky Boots“ betrug Jerrys

Budget 14 Millionen Dollar. Erfolgreiche Shows spielen

das innerhalb des ersten Jahres wieder ein.

eRFolGSSToRY „PHanToM deR oPeR“

Der absolute Kassenschlager ist jenes Musical, das bereits

am längsten am Broadway läuft. Seit 25 Jahren begeistert

die Liebesgeschichte zwischen der jungen Sopranistin

Christine und dem „Phantom der Oper“ die Massen. Bei der

eleganten Premierennacht im Jahr 1988 war sogar Sarah

Ferguson, die Herzogin von York, zugegen.

Das Andrew Lloyd Webber-Musical läuft im ehrwürdigen

Majestic Theatre in der 44. Straße, in dem bereits ein Newcomer

namens Archie Leach seine Anfänge nahm und später

als Cary Grant in Hollywood Karriere machte.

Schräg links hinter der Bühne befindet sich der Raum, in

dem die aufwendigen Kostüme von „Das Phantom der

Oper“ vor jeder Vorstellung mit heißem Dampf gereinigt

werden. Für die 500 Kleidungsstücke brauchen die beiden

Garderobieren vier Stunden, wobei das schwerste Kostüm

ganze 45 Pfund wiegt. „Die Schauspieler versichern uns

aber immer, dass sich das Gewicht sehr gleichmäßig über

den ganzen Körper verteilt, sodass es nicht so erdrückend

wirkt“, sagt eine der beiden Frauen. Die Prachtkleider der

Hauptdarstellerinnen kosten zwischen 25.000 und 30.000

Dollar – Beträge, die im Angesicht der Summen, die das erfolgreichste

Musical aller Zeiten bereits eingespielt hat, jedoch

wie die berühmten Peanuts erscheinen: Allein am

Broadway sind es schon über 800 Millionen Dollar, weltweit

gar über fünf Milliarden.

Doch das interessiert die Zuschauer nicht. Sie kommen wegen

etwas anderem. Wenn die Bühne in dem sanften Licht

Hunderter Kerzen erstrahlt, ein feiner Nebel aufzieht und

das unglückliche Phantom seine Angebetete Christine in

sein unterirdisches Reich entführt, dann entfaltet er sich

wieder – dieser Zauber des Broadways. Und wieder leistet

niemand Widerstand.


28


Die Musical-Version von „Spiderman“ begeistert Jung wie Alt mit akrobatischen

Flugeinlagen. Die Veranstalter brauchten jedoch eine ganze Menge Zeit, bis die

Technik endlich sicher war.

broAdWAY KOMPAKT

WiSSenSWeRTeS

Generelle Informationen: www.broadwaycollection.com

anReiSe & BRoadWaY-TiCkeTS

Viele Reiseveranstalter bieten die Möglichkeit schon von Deutschland aus

Broadway-Tickets zu buchen. Spezielle Pakete gibt es bei: www.americaunlimited.de

(z.B. 7 Tage New York inkl. Flug, Flughafentransfers und 5

Übernachtungen im Beacon Hotel ab 1.199 Euro pro Person im DZ, Tickets

für viele Broadway-Musicals können individuell dazugebucht werden)

oder bei www.feinreisen.com.

TiPPS

Etliche Restaurants im

Theaterviertel bieten sogenannte

Pre-Theatre-Dinner

an. Besonders stilvoll speist

man im „54 Below“ (Bild

rechts), 254 West, 54th

Street (zwischen Broadway

und 8th Avenue), New York.

Das Design im Stil eines Nachtclubs der 20er und 30er Jahre stammt von

John Lee Beatty, der für seine Broadway-Bühnendesigns bereits mehrere

Tony Awards gewonnen hat. An den Wochenenden gibt es bis zu drei

Bühnenshows pro Abend, bei denen bekannte Broadway-Stars auftreten.

www.54below.com.

Ein weiterer Geheimtipp ist außerdem die 46th Street, die von New Yorkern

auch als „Restaurant Row“ bezeichnet wird. Hier reihen sich etliche

nette Restaurants und Bars aneinander, deren Besuch sich vor allem nach

dem Theater lohnt. Besonders zu empfehlen ist der Club „Don‘t tell

mama“, 343 West, 46th Street, New York. In der Piano Bar/Cabaret singen

die Kellner berühmte Broadway-Hits. www.donttellmamanyc.com

29


entertainment

Reise mit Chauffeur

Mit dem Autozug

in den Urlaub

VERONA

100 Jahre Opernfestspiele

58 Termine mit sechs verschiedenen Opern und drei Galaabende erwarten

die Gäste beim 91. Opernfestival ín der Arena di Verona. Es ist in diesem

Jahr dem großen Komponisten Giuseppe Verdi anlässlich seines 200. Geburtstags

gewidmet. Und es gibt noch einen weiteren Grund zu feiern, denn

vor genau einem Jahrhundert fanden die ersten Opernfestspiele statt.

Das Festival eröffnet mit „Aida“ unter der Regie von Fura dels Baus. Verdis

Oper ist ab dem 10. August auch in der Inszenierung von 1913 zu sehen.

Außerdem stehen auf dem Programm das Drama „Nabucco“ zusammen mit

der Trilogie von „La Traviata“, „Il Trovatore“ und „Rigoletto“. Ab 31. August

wird auch „Roméo et Juliette“ von Charles Gounod aufgeführt.

www.arena.it - bis 8. September 2013

LUZERN am vierwaldstättersee

Begeisternde Klassik

Am idyllischen Vierwaldstättersee, in einer der schönsten historischen Altstädte

der Welt, treffen sich Jahr für Jahr die bedeutendsten Interpreten

aus aller Herren Länder und feiern gemeinsam ein Fest der Musik: Die berühmten

Orchester, die legendären Dirigenten, die virtuosen Solisten.

Im Konzertsaal von Jean Nouvel, gerühmt für seine phänomenale Akustik

wie seine exquisite Architektur, begegnen sie ihrem nicht minder polyglotten

Publikum. Eröffnet wird das Sommerfestival seit 2003 jeweils vom eigenen

Eliteorchester unter der Leitung von Claudio Abbado, das sich aus international

renommierten Solisten, Kammermusikern, Professoren und den

rund fünfzig Mitgliedern des Mahler Chamber Orchestra zusammensetzt.

Dieses Jahr gilt ein Schwerpunkt Richard Wagner, dessen Geburtstag sich

2013 zum 200. Mal jährt: Jonathan Nott, die Bamberger Symphoniker und

eine hochrangige Solistenriege präsentieren den kompletten Ring der Nibelungen,

an dem Wagner auch während seiner Jahre in Tribschen bei Luzern

arbeitete. www.lucernefestival.ch - bis 15. September 2013

Wie komm ich da bloß rauf? Angesichts der Doppeldecker-

Wagons und der Rampe vor mir wird mir doch etwas mulmig.

Nur noch wenige Minuten bis zur Verladung meines Wagens

auf den Autozug.

Bis jetzt hat alles gut geklappt: Der Weg zum Autozug-Terminal

am Hauptbahnhof war gut ausgeschildert, der freundliche Herr

im Kontrollhäuschen hat meine Tickets – eines für den Pkw und

eines für mich – kontrolliert und mir ein Schild mit dem Zielort

für die Windschutzscheibe gegeben. „Nehmen sie ihr Handgepäck

aus dem Wagen – also alles, was sie später im Zug benötigen“,

rät mir der Mann. „Später kommen sie ja nicht mehr an

ihr Fahrzeug.“

Ich reihe mich in die Schlange der wartenden Autos ein. Das

kann ja dauern, denke ich noch, als die Mitarbeiter der Verladestation

schon die ersten Wagen heranwinken. Motorräder,

Cabrios und Oldtimer kommen auf das erste Deck unters Dach,

normale Fahrzeuge oben.

Nun bin ich an der Reihe: Mit Schwung auf die Rampe und dann

langsam auf den Fahrzeug- Transportwagen rollen. Passt! Es ist

einfacher als es aussieht. Ich klettere aus meinem Wagen und

schließe ab. Während ich an den anderen Wagen vorbei zurückwandere,

befestigen die Männer von der Verladestation Parkkrallen

ähnliche Geräte an den Rädern. Schließlich sollen die

Autos ja nicht in der ersten Kurve vom Zug purzeln.

Mit meinem Handgepäck wandere ich auf den Bahnsteig Nummer

eins. Plötzlich sehe ich mein Auto vorbeirollen. Fährt das

jetzt ohne mich in den Urlaub? „Keine Sorge“, grinst der Familienvater,

der mit seinen Lieben ebenfalls auf die Abfahrt wartet.

„Die koppeln jetzt Auto- und Personenzug zusammen und

dann kann’s losgehen.“ Aha.

Kurze Zeit später schiebt sich der vereinte Autozug an den

Bahnsteig. Die freundliche Zugbegleiterin sieht sich meine

Fahrkarte an: „Schlafwagen Nummer 12, Abteil 5 – bitte hier

einsteigen.“ Sie führt mich in mein Abteil, das bis morgen früh

mein rollendes Hotelzimmer ist. Sehr komfortabel mit bequemen

Polstern, hellen Hölzern, Waschecke im Schrank und Klimaanlage.

Mein Nachbarabteil aber ist der Luxus pur: Hinter

der gewölbten Trennwand befindet sich das dazugehörige

Badezimmer mit Dusche und WC.

Lautlos setzt sich der Zug in Bewegung: Kein Rattern, kein

Quietschen stört den Ausblick auf vorbeiziehende Landschaften.

Während die Zugbegleiterin den Willkommensdrink serviert,

überreicht sie mir den Lochkartenschlüssel und fragt,

wann sie mein Bett richten soll. Später. Während andere sich

auf der Autobahn jetzt durch Staus und schlechtes Wetter

quälen, fährt mein Auto „huckepack“ mit und ich darf die Füße

hochlegen.

Abendessen im Zugrestaurant. Pasta oder Käseplatte, Nürnberger

Würstchen oder lieber ein Süppchen? Während die

Lichter der Städte vorbeiziehen, genehmige ich mir noch ein

Glas Wein und plausche mit den Tischnachbarn. Wie sich

herausstellt, alte Hasen in Sachen Autozug. „Lange Strecken

fahren wir nicht mehr selbst – da lassen wir uns fahren.“ Gar

nicht dumm.

Zeit, ins Bett zu gehen. Das wartet schon ausgeklappt mit

Daunendecke und Leselicht auf mich. Und während der Zug

30


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durch die Nacht rollt, schaukele ich langsam in den Schlaf – bis

es leise an meine Tür klopft: „Guten Morgen, es ist 7.30 Uhr. In

einer halben Stunde sind wir da“, meldet die Zugbegleiterin.

„Wann möchten sie Ihr Frühstück?“

Mein Bett wird wieder in ein Sofa verwandelt und dann wird

heißer Kaffee mit Orangensaft und frischen Brötchen serviert.

Pünktlich erreichen wir unser Ziel. So entspannt bin ich noch

nie angekommen. Kunststück. Daran könnte ich mich gewöhnen

– mich fahren zu lassen.

Die Terminals des Autozugs liegen idealerweise inmitten

der beliebtesten Regionen und bieten somit eine Vielfalt

an Urlaubsmöglichkeiten:

130 Kilometer von München entfernt, findet man in Nesselwang

die erste Laufarena des Allgäus: Ein Verbund aus läuferund

familiengerechten Unterkünften, hochklassigen Trainingsangeboten,

ein variantenreiches Streckennetz (420 km) sowie

Spezialbahnen im Trendsportzentrum. Der Luftkurort und

Sommersportplatz liegen zu Füßen der Alpspitze, eingebettet

ins Allgäuer Voralpenland, daher spielen auch Berg- und Wandertouren

eine große Rolle. www.nesselwang.de

Oder wie wäre es mit weiteren Besuchen im Allgäu: z.B. in der

Ferienregion Alpsee-Grünten, Sonthofen, Immenstadt, den

Hörnerdörfern (oder unweit von Oberstdorf im Kleinwalsertal).

Nur 20 Kilometer südlich des Terminals Innsbruck liegt das

Wipptal, von dem fünf reizvolle Hochtäler in die Gletscherwelt

der Stubaier und Zillertaler Alpen führen. Wander- und Bergfreunde

werden von 500 Kilometer markierten Wanderwegen,

25 Alm- und Berghütten und über 70 verschiedenen Routen mit

speziellen Themenwanderungen begeistert sein: Zum Beispiel

von der viertägigen Gschnitzer Hüttenrundtour oder der Bergtour

auf den Muttenkopf, rauf zu den höchsten Weideflächen

Tirols. www.wipptal.at

Autozug-Terminals gibt es z.B. in Narbonne/Südfrankreich, Alessandria und

Bozen/Italien, in Villach und Schwarzach-St. Veit/Österreich sowie in Berlin,

Hamburg, Hildesheim, Frankfurt-Neu-Isenburg, Lörrach und Düsseldorf.

Mit dem Angebot „Autozug-Spezial“

kostet der

Fahrzeugtransport innerdeutsch

inklusive einer

Person im Liegewagen

ab 99 Euro, jeweils pro

Strecke und solange der

Vorrat reicht. Weitere

Mitfahrer zahlen bei

diesem Angebot 60 Euro

pro Person. Das Autozug-

Spezial ist spätestens bis

eine Woche vor Abfahrt

erhältlich.

Weitere Information und

Buchung über die Service-

Nummer der Bahn unter

01805 - 99 66 33*

(Stichwort „Autozug“,

täglich von 8 bis 22 Uhr)

sowie im Internet unter

www.bahn.de/autozug

Alle Fahrpläne, Preise und hilfreiche Reiseinformationen enthält der

aktuelle Autozug-Katalog.

Tipp: Folgen Sie der kleinen Autozug-App auf

www.facebook.com/autozug auf ihrer

Deutschland-, Österreich- und Italien-Tournee!

*14 ct/Min. aus dem Festnetz,

Tarif bei Mobilfunk max. 42 ct/Min.,

täglich 8 -22 Uhr

31


Gourmet & meHr

THOMAS KELLERMAnn

Gourmet

auf Burg Wernberg

Burg Wernberg liegt in einer der abgelegensten

Gegenden Deutschlands. schon seit Jahren lohnt

der Weg in die oberpfälzer Burgidylle wegen der

ausgezeichneten Küche.

ulrich clef kochte einen nachmittag lang mit

Küchenchef Thomas Kellermann auberginenröllchen,

phönix aus der asche und mehr ...

32


Es war gewiss kein leichtes Erbe, das Thomas Kellermann im Sommer 2008 auf

Burg Wernberg antrat. Doch in kurzer Zeit schaffte es der gebürtige Bayer mit

einem eigenständigen Küchenstil neue Akzente zu setzen und mit zwei Michelin-

Sternen ausgezeichnet zu werden.

„Nach sieben Jahren in Berlin war es für meine Familie und mich etwas ganz Besonderes

wieder näher meiner Heimat zu kommen“, erklärt Thomas Kellermann, der unter

anderem in den 1990er Jahren als Demi Chef de Cuisine bei Lothar Eiermann (Friedrichsruhe)

und als Sous-Chef bei Hans Haas (Tantris) gearbeitet hat. „Ein Ortswechsel

führt auch immer zu neuen Eindrücken und Sichtweisen. Meine Gerichte sind klarer

geworden, ich koche noch intensiver und entwickle starke Kombinationen aus traditionellen

Produkten in moderner Interpretation“, beschreibt der 42-Jährige seine Arbeit.

Ein besonderes Augenmerk widmet die Küchencrew dem Einsatz von Gemüse, das im

Restaurant Kastell mehr als nur eine „Beilage“ ist. Denn bei der Kreation seiner fantasievollen

Gerichte steht oft ein aufwendig zubereitetes Gemüse im Vordergrund, erst

dann wird das passende Fleisch oder der passende Fisch dazu gewählt. So werden zum

Beispiel Artischocken, Auberginen und Kohlrabi bei Thomas Kellermann zu intensiven

Genüssen.

Der Weinkeller mit rund 550 verschiedenen Weinsorten, Schwerpunkt Europa, offeriert

zu jedem Gericht den passenden Tropfen. Seit 2005 – damals war er Küchenchef des

Vitrium im Berliner Ritz Carlton – wird Thomas Kellermann mit 17 Punkten und drei

Mützen im Gault Millau bewertet, seit 2006 erhält er regelmäßig mindestens einen

Stern im Guide Michelin, seit 2011 sogar zwei.

Die mit höchstem Aufwand stilvoll renovierte, romantische Burg Wernberg aus dem 12.

Jahrhundert beherbergt nicht nur das Restaurant, sondern auch eine Burgkapelle, ein

Standesamt, das Tagungszentrum „Gedankengebäude“ und ein kleines Hotel mit nur 24

individuell gestalteten Zimmern und fünf Suiten.

Degustationsmenü

Küchenchef Thomas Kellermann mit dem einzigen Gast auf Burg

Wernberg, der nicht wegen seiner vorzüglichen Küche kommt.

Amuse Bouche:

Carpaccio von der Dorade mit Salatgranité

und Erbseneis

Olive mit Trüffelmayonnaise und

Tomatencreme

Artischocke mit Senf, Garnelen

und Artischockenwürfel

~~~

Calamari-Paprika-Terrine (siehe Bild)

~~~

Languste mit gelierter Entenconsommé

und Tomatenschaum

~~~

Kohlrabi mit

Gelbschwanzmakrele und Algen

~~~

Phönix aus der Asche mit

Aalglace und Rhabarber-Ziegentopfen

~~~

Medaillon vom Lamm

mit Auberginenröllchen und gebundenem

Pernod-Olivenfond

~~~

Erdnussknusper

mit Petersilien-Bananeneis

~~~

Apfel-Koriander mit Eukalyptus

~~~

Patisserie und Pralinen

33


Thomas Kellermanns „Phönix aus der Asche“

Fenchel im Ganzen in Salz-Asche-Teig gegart mit Ziegenquark

fenchel Ganz MarinierT

4 Fenchel

Das Fenchelgrün und die äußeren Fenchelsegmente

entfernen.

Beides beiseite legen für spätere Verwendung.

fenchelfonD zuM Marinieren

die Fenchelabschnitte, klein geschnitten

1 EL Fenchelsamen, Hühnerfond oder Wasser

zum Aufgießen, etwas Salz

Alles zusammen in einen Topf geben, mit

Hühnerfond / Wasser leicht bedecken und 30

Minuten leicht köcheln lassen. Passieren.

600 ml Fenchelfond mit 4 Sternanis kochen,

dann 20 g Salz dazu. Passieren.

Den Fenchel in einen Vakuumierbeutel oder

verschließbaren Gefrierbeutel geben. Den

passierten Fond dazu, luftdicht verschließen und

im Wasserbad bei 80° C 80 Minuten garen.

Herausnehmen und auskühlen lassen.

salzTeiG

2 kg grobes Meersalz, leicht geräuchert

100 g Buchenholzasche oder Räuchermehl

(erhältlich im Anglershop)

2 EL Fenchelsamen, 200 ml flüssiges Eiweiß

Alles zusammen verkneten.

4 marinierte Fenchelknollen à 250 g, ca. 24

Scheiben Lardo di Colonnata, sehr dünn

geschnitten zum Einpacken des Fenchels

Für den „Phönix“ extrastarke Alufolie so

zusammenfalten, dass zwei lange, etwa

zehnlagige, 4 cm breite Streifen entstehen. Diese

um Ringe von 10 bis 12 cm Durchmesser legen

und mit Draht fest umbinden. Die Ringe

herausnehmen und die Aluformen auf ein mit

Backpapier belegtes Blech setzen.

Die Fenchelknollen in Lardo einwickeln und nochmals

kalt stellen bis der Lardo wieder fest ist.

Eine fingerdicke Lage Salzmasse in die beiden

Ringe füllen, leicht andrücken und die Fenchel in

die Mitte setzen. Rundherum mit Salzmasse

bedecken und im auf 200˚ C Ober- und

Unterhitze vorgeheizten Ofen 45 bis 55 Minuten

backen. Herausnehmen und ca. 10 Minuten

ruhen lassen. Die Alufolie entfernen. Den Phönix

mit Hilfe eines Brotmessers aufsägen.

Den Fenchel vorsichtig vom Salz befreien. Den

Lardo abmachen (kann mitserviert werden), den

Fenchel in vier Scheiben schneiden und sofort

servieren.

fenchelpüree

1 Stück Fenchel, nur das Weiße. Etwas Butter,

etwas Fenchelfond, wie oben beschrieben, fein

gehacktes Fenchelgrün, Rhabarberwürfel

Den Fenchel in Butter anschwitzen, mit

Fenchelfond auffüllen, weich kochen, pürieren

und durch ein Sieb streichen.

Kurz vor dem Anrichten die Rhabarberwürfel und

das fein gehackte Fenchelgrün dazugeben.

rhaBarBerWürfel

200 g geschälter Rhabarber, 50 g Weißwein, 1 Tl

Grenadine, 1 TL Zucker, etwas Salz

Den Rhabarber in feine Würfel schneiden.

Rhabarberabschnitte im Topf mit Weißwein,

Grenadine, Zucker, etwas Salz und Wasser

aufkochen und auskühlen lassen. Dann den

Rhabarber vorsichtig abtropfen lassen.

zieGenQuarK

100 g Ziegenbutter, weich, 50 g Ziegenquark, 2 Tl

Rhabarberbrunoise, 2 TL Rhabarberfond

Mit Salz und Pfeffer würzen.

Butter und Quark aufschlagen und den

Rhabarber mit Fond unterheben.

fenchelsauce

1 Fenchel ohne Grün und gewürfelt, 1 Schalotte,

geschält und gewürfelt, 1/2 Zehe Knoblauch

1 Scheibe Frühstücksspeck in Würfel, Buttermilch,

etwas Butter und Creme Fraiche

Schalotte, Frühstücksspeck und Knoblauch in

Butter anschwitzen. Den Fenchel dazugeben und

mit etwas Fenchelfond auffüllen. Einmal

aufkochen lassen und 1 Stunde ziehen lassen.

Passieren und mit Butter, Creme Fraiche, Salz

und etwas Tomatenessig abschmecken. Die

Sauce soll sämig sein. Vor dem Anrichten 1 EL

Buttermilch dazugeben.

anrichTen

Auf den Teller das leicht grüne Fenchelpüree

mit der Fenchelsauce anrichten. Auf das

Püree die Fenchelscheiben geben.

Darauf den Ziegenquark.

Im Kastell servieren wir dazu leicht

geräucherten Aal mit Aaljus.

Rezept für ca. 10 Personen

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SPotLIGHtS

FESTIVAL dER STERnE

Zu Gast bei Jens Rittmeyer auf Sylt

Vom 2. bis 5. November präsentiert das Budersand Hotel-Golf & Spa das 3. Festival der Sterne.

Bereits zum dritten Mal hat Gastgeber Jens Rittmeyer befreundete Köche und Kollegen zum

Festival eingeladen, über dem in diesem Jahr 25 Michelin-Sterne leuchten. Dem Küchenchef

des Restaurants KAI3 ist es erstmals gelungen, die gesamte Riege der Sylter Sterneköche zum

gemeinsamen Kochen zu vereinen. Beim Festivalauftakt servieren Holger Bodendorf vom

Restaurant Bodendorf’s in Tinnum, Johannes King vom Söl‘ring Hof in Rantum, Jörg Müller

vom gleichnamigen Restaurant und Hotel in Westerland, Alexandro Pape vom Fährhaus in

Munkmarsch, Sebastian Zier vom Restaurant La Mer in List und natürlich Jens Rittmeyer

selbst eine Auswahl ihrer Spezialitäten bei einem genussreichen „Walking Brunch“.

Auf den Gipfel der Sylter Top-Köche folgen vier Abende mit kulinarischen Höhepunkten und

echten Geheimtipps aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien und

Portugal. Die Abschlussgala „Rittmeyer & Friends“ bildet das große Festivalfinale. Dann stehen

sieben Küchenchefs zugleich am Herd des KAI3, um den Gästen ein unvergessliches

8-Sterne-Menü zu servieren.

www.festival-der-sterne.de

Die Sylter Sterneköche (von links): Jens Rittmeyer, Holger

Bodendorf, Johannes King, Jörg Müller, Sebastian Zier und

Alexandro Pape Foto: G. Supanz/www.aurora-sylt.de

BERGELL IM EnGAdIn

Kastanienfestival

Wenn die Wälder des Bergells im Oktober ein bezauberndes Farbenspiel

bieten, ist es Zeit für stimmungsvolle Feste rund um die Kastanie. Das

Bergell, gut vier Autostunden von München entfernt, ist eine Bilderbuchlandschaft

mit stolzen Bergen, romantischen Dörfern und tiefen Wäldern

nahe der italienischen Grenze.

Auf die Besucher des Kastanienfestivals warten verlockende Destillate,

schmackhafte Würste und feiner Käse. Neben gutem Essen stehen die

herrliche Natur und viele regionale Kulturschätze im Vordergrund.

Dazu gibt es attraktive Wochenendarrangements ab 213 CHF.

www.festivaldellacastagna.ch

FESTIVAL dER MEISTERKÖCHE

27 Sterne auf Schloss Bensberg

Zu Althoffs Festival der Meisterköche am 25. August

im Grandhotel Schloss Bensberg bei Köln kommen 16

Spitzenköche aus vier Nationen, die es gemeinsam

auf insgesamt 27 Sterne im Guide Michelin, 229,5

Gault-Millau-Punkte und 36,5 Feinschmecker „F“

bringen.

Mit einem Champagner-Empfang startet um 13 Uhr

der „Walking Lunch“ in allen Räumlichkeiten von

Schloss Bensberg begleitet von einem Rahmenprogramm

mit Live-Musik. Ende ist um 17 Uhr. Das Besondere:

Die Gäste erleben „Gourmetküche hautnah“,

denn die Köche agieren an mobilen Küchenmodulen.

Eine gute Gelegenheit mit den Kochstars ins Gespräch

zu kommen, ihnen über die Schulter zu schauen und

sich den ein oder anderen Trick und Tipp abzuschauen.

Mit dabei sind in diesem Jahr neben dem „Hausherrn“

Joachim Wissler, der Platz 10 der Weltrangliste

„World’s 50 Best Restaurants“ belegt und auch in diesem

Jahr wieder mit drei Michelin-Sternen und 19,5

Gault Millau Punkten ausgezeichnet wurde:

Tim Raue** Restaurant Tim Raue, Berlin

Christian Scharrer** Buddenbrooks

Restaurant, A-Rosa Resort Travemünde

Thomas Martin** Hotel Luis C. Jacob, HH

Onno Kokmeijer** Ciel Bleu Restaurant,

Hotel Okura, Amsterdam

Masaonori Tomikawa* Restaurant

Yamazato, Hotel Okura, Amsterdam

Christian Jürgens** Restaurant Althoff

Seehotel Überfahrt, Rottach-Egern

Nils Henkel** Gourmetrestaurant

Schlosshotel Lerbach, Bergisch Gladbach

Hans Sobotka* Gourmetrestaurant

Endtenfang, Hotel Fürstenhof, Celle

Thierry Thiercelin* Gourmetrestaurant

Belrose, Hotel Villa Belrose, Saint-Tropez

Michael Wignall** Restaurant The

Latymer, Pennyhill Park Hotel & Spa,

Bagshot, Großbritannien

William Drabble* Restaurant Seven Park

Joachim Wissler

Foto: Althoff Collection

Place, St. James‘s Hotel and Club, London

Marcus Graun Schlossgastronomie &

Trattoria Enoteca, Althoff Grandhotel

Schloss Bensberg

Erik van Loo** Restaurant Parkheuvel,

Rotterdam

Dirk Luther** Restaurant Meierei, Alter

Meierhof Vitalhotel, Glücksburg

Denis Feix** Gourmetrestaurant Il

Giardino, Columbia Hotel Bad Griesbach

www.schlossbensberg.com

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Gourmet & MEHR

Bon appétit,

Lyon !

„Ville de gueule“ – Gaumenstadt – so lautet der schmeichelhafte Beiname

von Lyon. Warum? Weil hier anspruchsvolle Volksküche und Haute Cuisine

seit jeher eine köstliche Verbindung eingehen. Für unsere Autorin Alexa

Christ eine Stadt mit Geschmack.

Ich esse nicht gern – tue es nur, weil es eine Notwendigkeit

ist. Diese beiläufige Aussage schlägt ein wie eine Bombe. Bei

jedem anderen wäre sie nicht eine solche Stolperfalle, aber

aus dem Mund eines Spitzenkochs? In der Schlemmerhauptstadt

Frankreichs? Unglaublich! Das muss Davy Tissot, 39 Jahre

alter, mit einem Michelin Stern dekorierter Chefkoch des

Nobel-Restaurants Les Terrasses de Lyon, dann doch ein bisschen

genauer erklären. Also doziert er:

„Es gibt zwei Sorten Köche. Jene, die gern essen und erstmal

sich selbst Genuss verschaffen und solche, die nicht gern essen,

aber anderen eine Gaumenfreude bereiten wollen.“ Er gehöre

eben zu letzterer Kategorie, fügt Monsieur le Chef lapidar

hinzu und marschiert danach schnurstracks zum Stand von

Maurice Trolliet, dem Fleischhändler seines Vertrauens.

Wir befinden uns in den Markthallen Paul Bocuse – dem

Bauch von Lyon, der lukullischen Schatzhöhle der Stadt, dem

„Sesam öffne dich“ aller Gourmets. Hier stapeln sich Hühnchen

aus Bourg-en-Bresse, Käse aus der Savoie, Rindfleisch aus Cha-

Davy Tissot gehört zu den jungen, innovativen Köchen, die in Lyon das Erbe des

großen Meisters Paul Bocuse antreten. Einen Michelin-Stern hat er sich bereits

erkocht.

rolais, Krebse aus Bugey, Früchte aus dem Rhônetal und Weine

aus dem Beaujolais, dazu Austern, Trüffel, Wurstwaren, Pasteten,

Petits Four und vor allem Foie Gras soweit das Auge reicht.

Wem bislang noch nicht klar war, dass sich in Lyon alles, aber

auch wirklich alles ums Essen dreht, dem dürfte spätestens hier

ein Lichtlein aufgehen, wie es so schön heißt.

Lyon ist die Hauptstadt des Departements Rhône-Alpes. In

der knapp 500.000 Einwohner zählenden Metropole gibt es

2000 Restaurants, 16 davon mit ein bis drei Michelin Sternen

ausgezeichnet. Wer hier zu McDonald’s geht, ist selber schuld.

Tissots Augen funkeln als er auf die gerupften Hühnerleiber

deutet, die sich in Trolliets Auslage dicht aneinander schmiegen,

so als könnten sie einander auf diese Art wärmen. Schon

schwärmt der sonst eher scheue Koch von „Poularde de Bresse

en vessie“. Da werde das Hühnchen in eine Schweineblase gesteckt

und gekocht. Auf diese Weise bleibe das Fleisch besonders

zart. Ehe Tissot weitere klassische Gerichte der Lyoner

Küche preisen kann, biegt der Fleischhändler Maurice Trolliet

ums Eck, um seinen Stammkunden persönlich zu begrüßen.

Trolliet trägt einen weißen Kittel, dessen Kragen die Farben der

Tricolore zieren und den Titel „Meilleur Ouvrier de France“, bester

Arbeiter Frankreichs.

Was wie die Auszeichnung für den LPG-Genossen des Monats

klingt, ist in Wahrheit so etwas wie der französische Gastro-

Oscar. Es versteht sich von selbst, dass auch Davy Tissot in die

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illustre Riege der besten, ja Sie wissen schon, Arbeiter des Landes

gehört. Heute ist er mit einem Schüler in den Markthallen

unterwegs, der einen Meisterkurs bei ihm gebucht hat.

Der Zahnarzt Philippe Sauvages aus Lille ist bekennender Tissot-Fan.

Was er an der Küche des Spitzenkochs so schätzt?

„Nehmen Sie ein Symphonieorchester“, zieht er einen musikalischen

Vergleich. „Darin gibt es so viele Instrumente, aber man

hört noch ganz genau die Violinen heraus. Genauso ist es mit

Davys Gerichten auch.“

Aha, mit anderen Worten: Tissot hat das Credo der modernen

Küche verinnerlicht – den Zutaten ihren Eigengeschmack zu

belassen. Alles andere wäre auch verwunderlich, denn schließlich

ist Lyon die Stadt des wohl bekanntesten Kochs der Welt.

Seit 1965 räumt Paul Bocuse mit schöner Regelmäßigkeit Jahr

für Jahr drei Sterne im Guide Michelin ab. Er gilt als Revolutionär

der Küche, als Übervater der französischen Gastronomie.

Also ist in Lyon alles Paul Bocuse? Mitnichten. Es wächst eine

neue Riege junger, kreativer Köche heran, die mit erfrischender

Respektlosigkeit am Sockel des Altmeisters kratzen, der seit

Jahren ohnehin nur dasselbe kocht.

Nicolas Le Bec ist so einer. Über Bocuse sagt er: „Natürlich hat

er die Küche revolutioniert, aber das ist keine Küche für jeden

Tag. Es ist schlicht und einfach nicht das, was ich machen will.“

Als der Bretone nach Lyon kam, ließ er die Bocuse-Restaurants

(es gibt derer fünf in Lyon) folglich konsequenterweise links

liegen, heuerte im wunderschönen Hotel Cours des Loges an,

gewann im Handumdrehen einen Michelin-Stern und wurde

zum Dank gefeuert. Das Restaurant war auf Monate ausgebucht,

gab den Hotelgästen zu wenig Gelegenheit auch dort zu

speisen.

Le Bec nahm’s gelassen und eröffnete sein eigenes Restaurant,

in das ihm die Gäste schon bald treu folgten. Sein neuster

Geniestreich ist das Rue Le Bec im Stadtteil Confluence.

Dort zeigt sich Lyon, dessen Altstadt mit den vielen Renaissance-Bauten

Unesco-Erbe ist, von seiner modernen Seite. Zwischen

den Ufern der Flüsse Saône und Rhône entsteht gerade

ein Viertel mit Industrial Chic und erstklassiger Gastronomie.

Le Becs Speisentempel ist in einer großen ehemaligen Salzfabrik

untergebracht. Aber, was ist es denn nun eigentlich? Restaurant?

Markthalle? Einkaufszentrum? Ein bisschen von allem.

Die Markthallen „Paul Bocuse“ sind ein wahres Schlaraffenland für jeden

Gourmet. Hier kaufen die Lyoner Spitzenköche die Zutaten für ihre Menüs.

Im „Rue Le Bec“ zaubert der Bretone Nicholas Le Bec frische, leichte Küche mit

Niveau auf den Teller – so wie diesen Zander im Weißweinsud.

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Zweihundert Sitzplätze hat der Laden, rechts und links an den

Seiten befinden sich kleine „Shops“: Bäckerei, Fischhändler,

Metzger, Delikatessenladen, Weinkeller, ach ja und ein Zigarrenclub

ist auch noch da. Hier sitzt der Geschäftsführer neben

der Sekretärin und lässt sich Dorade auf Weißweinsauce, Lauch

und Spinat schmecken. Die Preise sind moderat, die Gerichte

unprätentiös, von bester Qualität und vor allem eines: leicht.

Die Altstadt von Lyon ist UNESCO-Weltkulturerbe. Hier halten die Einwohner

gern mal einen Schwatz oder kehren in stilvolle Restaurants wie das

„Grand Café des Négociants“ ein.

Die Wurzeln der Lyoner Küche

Ganz im Gegensatz zur traditionellen Cuisine Lyonnaise. Für

das, was in der Zwei-Flüsse-Stadt seit Jahrhunderten auf den

Teller kommt, braucht es mitunter einen starken Magen. Also

blicken wir einmal kurz in die Geschichte.

Heute ist die Welt der Spitzengastronomie von Männern dominiert,

doch den kulinarischen Ruhm Lyons begründeten Frauen.

Die „Mères Lyonnaises“ – die Mütter von Lyon – waren Köchinnen,

die mit der Wirtschaftskrise Ende des 19. Jahrhunderts

ihre Stellungen in großbürgerlichen Haushalten verloren. Daraufhin

eröffneten einige von ihnen kleine Restaurants und bekochten

hauptsächlich Handwerker, allen voran die in Lyon seit

Jahrhunderten ansässigen, „Canuts“ genannten Seidenweber.

Und was landete auf dem Teller? Viel Deftiges. Innereien aller

Art – Sie machen sich ja keine Vorstellung davon, welche

Teile des Tiers alle essbar sind. Schweineohren, Rinderkutteln,

Kalbsbries, Gänseleber, Schafsköpfe … Die Zeiten waren

hart. Als sie wieder besser wurden, fügten die Mütter

Gerichte wie Trüffelcremesuppe, überbackene Hechtklöße

mit Krebsbutter, Artischockenherzen mit Foie Gras und das

berühmte „Poulet de Bresse demi deuil“ (Huhn mit Trüffeln)

hinzu.

Letzteres stammt von der bekanntesten Mère überhaupt – der

Mère Brazier. 1933 erhielt sie als erste Frau drei Michelin-Sterne.

Bei ihr aßen General de Gaulle, Edith Piaf und Agha Khan.

Der Direktor des noblen Waldorf Astoria versuchte vergeblich

sie nach New York zu holen und ein indischer Maharadscha

lockte sie mit goldenen Kasserollen, in denen sie in seinem Palast

ihre göttlichen Speisen kochen könne. Eugénie Brazier entgegnete

trocken: „Glauben Sie, dass meine Gerichte aus Ihren

Goldkasserollen besser schmecken als aus meinen einfachen

Töpfen?“

Das freche Mundwerk gehörte ebenso zu den meisten Mères

Die Lyoner Küche reicht von Deftigem am Straßenrand über Klassiker wie Creme Brulée aus Foie Gras

bis hin zu verführerischen Süßigkeiten.

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wie das begnadete Talent fürs Kochen. In den „Bouchons“, den

traditionellen Lyoner Lokalen, kann der Gast noch heute die

von ihnen kreierten Speisen genießen. Oder vielleicht eher ihre

modernisierte, dem heutigen Zeitgeist und Geschmack angepasste

Version? So scheint es zumindest im Bouchon Le Canut

et les Gônes mitten in Croix Rousse. Das ehemalige Viertel der

Seidenweber ist schwer angesagt bei den so genannten „Bobos“,

den bourgeoisen Bohemiens.

Die auch in Frankreich bekannten Latte Macchiato-Mütter und

gut betuchten Kreativlinge aller Art leben hier in vier Meter

hohen Altbauappartements, in denen noch im 19. Jahrhundert

die Jacquard-Webstühle der Canuts standen. Mit seinen kleinen

Boutiquen und Designläden, den zahlreichen Cafés, Kneipen

und Restaurants erinnert Croix Rousse ein wenig an Berlins

Prenzlauer Berg. Folglich weicht das Le Canut et les Gônes

auch vom traditionellen Ambiente eines Bouchons deutlich ab.

Man speist an Tischen und Stühlen im Vintage-Design, an den

Wänden kleben unzählige Uhren der 1960er und 70er Jahre, an

der Decke hängen Glühbirnen in farbigen Glasflaschen und die

großgemusterte Retro-Tapete in Orange, Grün und Braun

müsste eigentlich Augenkrebs verursachen, wirkt in dieser

Umgebung aber schon wieder kultig. Und was gibt die Karte

her? Et voilà: „Das Beste vom Huhn an Blaubeersauce mit Pilzen

aus Lozère und Steckrübenkugeln“. Trendig und schick, wie

es die Bobos lieben.

Traditionelle Bouchons und ihre Gerichte

Ein derartig designtes Gericht käme bei Joseph Viola nicht auf

den Teller. Der Mann aus den Vogesen ist seit 2004 Chefkoch

des Daniel et Denise, einem von gerade mal noch sechs bis

sieben wahren Bouchons der Stadt, wie er behauptet. Wenn es

darum geht, was ein solches Restaurant ausmacht, vertritt

Monsieur Viola eine sehr entschiedene Meinung. „Ein Bouchon

ist ein Ort mit Geschichte. Dort serviert man traditionelle Gerichte

mit regionalen Produkten“, erklärt er streng und fügt

hinzu: „Ein Bouchon vermittelt ein Gefühl der Sicherheit. Es ist,

als wäre die Zeit stehen geblieben.“ Fürwahr.

Das Daniel et Denise war früher eine Metzgerei, woran noch

immer die zum Teil weiß gekachelten Wände erinnern. Im 2.

Weltkrieg versteckten die Besitzer in ihrem Keller Résistance-

Kämpfer wie Jean Moulin. Heute hängen Kupferpfannen und

–töpfe an den Wänden sowie diverse Auszeichnungen à la

„Bestes Restaurant in Lyon 2011“. Die einfachen Holztische zieren

Tischdecken mit rot-weißem Vichy Karo. Ein absolutes

Muss. „Paté en croûte“ ist das Gericht, das Viola am liebsten

kocht. Geflügelleber braucht diese Pastete, Kalbsbries, Schweinefleisch

und natürlich Foie Gras, denn ohne die berühmte

Gänsestopfleber, – die sicherlich Geschmacksache ist –, geht in

Lyon gar nichts.

2009 wurde sogar eine Bruderschaft der Paté en croûte gegründet

– man stelle sich mal eine Bruderschaft des Rheinischen

Sauerbratens oder dergleichen bei uns vor. Nun gut, in

Lyon ist eben alles, was mit Essen zu tun hat, ein Heiligtum. Vor

drei Jahren trug die Bruderschaft erstmals „Weltmeisterschaften“

im Paté en croûte-Kochen aus, und wer durfte den Titel

mit nach Hause nehmen? Richtig, Joseph Viola, der Bewahrer

der traditionellen Cuisine Lyonnaise.

Seine Klientel kennt der pfiffige Koch ganz genau. „Stellen Sie

Koch Joseph Viola bei der Arbeit. Er führt das Traditionslokal „Daniel et Denise“,

einen klassischen Lyoner Bouchon.

sich mal vor, ich würde hier ein Gericht mit Kaviar machen –

das würde nie funktionieren. Dafür kommen die Leute nicht

her.“ Recht hat er. Kritischere Gäste als die Einwohner von Lyon

kann ein Koch kaum haben. Taxifahrer Pierre Rüty zum Beispiel.

Der schimpft unumwunden: „Gehen Sie in ein Restaurant,

das Nouvelle Cuisine serviert, und Sie gehen mit Hunger

wieder raus. Das ist wie Kebab essen.“

Aber nicht doch, Monsieur! Das kann in Lyon wirklich nicht

passieren. Pas du tout!


LYON KOMPAKT

wissenswertes

Generelle Informationen: www.de.lyon-france.com

Anreise

Mit Lufthansa, Germanwings, Swiss, Austrian Airlines u.a.

von vielen Flughäfen direkt nach Lyon.

RESTAURANTS & MARKTHALLEN

Les Terrasses de Lyon (Chefkoch Davy Tissot):

25/27 Montée St Barthélemy, 69005 Lyon

Rue Le Bec (Chefkoch Nicolas Le Bec):

43 Quai Rambaud, 69002 Lyon

Daniel et Denise“(Chefkoch Joseph Viola):

156 Rue de Créqui, 69003 Lyon

Le Canut et les Gônes, 29 Rue Belfort, 69004 Lyon

Halles Paul Bocuse: 102 Cours Lafayette, 69003 Lyon

ÜBERNACHTEN

Villa Florentine:

Lyons schönstes Hotel in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert

mit herrlichem Blick über die Stadt. www.villaflorentine.com

Collège Hôtel:

Rezeption und Frühstücksraum sind mit alten Schulmöbeln aus Holz

eingerichtet. www.college-hotel.com

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GOURMET & MEHR

Route des vins de d‘alsace

Im Piemont der Vogesen

Die Römer waren es, die vor fast zwei Jahrtausenden die ersten Reben an den sonnenverwöhnten Ausläufern der Vogesen

pflanzten. Im Mittelalter zählten die elsässischen Weine zu den teuersten in Europa, wofür die prachtvollen Dorfbilder

auch heute noch ein Beleg sind. Rund 100 Weindörfer liegen an der Elsässischen Weinstraße. Sie schlängelt sich

entlang der Grenze zu Deutschland zwischen Marlenheim im Norden und Thann im Süden und verbindet auf 170 Kilometern

fast 1000 Weingüter und über 50 Grand-Cru-Spitzenlagen. Zum sechzigsten Geburtstag der Route des Vins d‘Alsace

hat die Region eine Menge an Veranstaltungen organisiert.

Frankreichs bekannteste Weinstraße führt bergauf und

bergab vorbei an mittelalterlichen Burgen, Häusern der

Renaissance, blumengeschmückten Dörfern und wunderschönen

Landschaften.

Als „Hauptstadt“ des elsässischen Weinbaus gilt Colmar. Sie

begeistert mit Kulturschätzen wie dem Isenheimer Altar, malerischen

Vierteln wie der Petite Venise, krummen Gassen und

prachtvollen Palais. Ganz in der Nähe liegen einige der schönsten

Dörfer Frankreichs: Eguisheim, Kaysersberg und Riquewihr.

Das in der Rheinebene gelegene Städtchen Neuf-Brisach wurde

wegen seiner lückenlos erhaltenen Festungsmauern zum

Weltkulturerbe erklärt.

Als „Herz des Elsass“ bezeichnet sich die Region zwischen dem

Winzerstädtchen Rosheim und Châtenois mit seiner romanischen

Kirche. Weitere Besuchermagnete sind der Mont Sainte-

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Odile, der heilige Berg des Elsass, und die Hohkönigsburg. In

nahezu allen Ortschaften laden kleine Weinstuben und gute

Restaurants zum Genießen ein.

Auch rund um die Landeshauptstadt Straßburg finden sich

reichlich Attraktionen: Großwinzer wie Arthur Metz in Marlenheim

laden zur Weinschule ein und die Lehrpfade in den Weinbergen

sind beliebte Ausflugsziele. Wichtigstes Ereignis ist der

alljährliche Marathon du Vignoble, der durch die Weinberge

führt.

Genusskultur hat im Elsass Tradition. Zum guten Wein gehört

vorzügliches Essen. Marc Haeberlin, ausgezeichnet mit drei

Michelin-Sternen für seine Auberge de L‘Ill in Illhausen, ist sicherlich

der bekannteste Küchenchef des Elsass. Aber auch

Köche wie Nicolas Stamm, La Fourchette des Ducs in Obernai,

Favien Mengus, Le Cygne in Gundershofen, Olivier Nasti,

Chambard in Kaysersberg und Jean-Yves Schillinger, JY‘s in

Colmar, haben es mit reichlich Sternen und Punkten von Gault

Millau zu Reputation gebracht. Es müssen aber nicht immer

die „großen Namen“ sein. Das gesamte Land bietet jede Menge

kulinarische Feinheiten und Leckereien.

Weinfeste

Mitfeiern können Sie im Sommer und Herbst auf zahlreichen

Winzer- und Weinfesten. Jedes Dorf pflegt seine eigene Tradition.

Die Foire Aux Vins d‘Alsace in Colmar, die in diesem Jahr

vom 9. bis 18. August stattfindet, ist nicht nur eine Messe für

Wein, sondern auch ein großes Volksfest mit Musikfestival. Auf

der Open Air-Bühne treten alljährlich bekannte Pop- und Rockgruppen

und -Interpreten auf. Bei der Weinmesse selbst treffen

die Fachleute und das breite Publikum auf rund 350 Aussteller.

Fotos: Cour du Bailli, Meyer, ZRTA Svardon (2), ZRTA Viateur

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tipps vom sommelier

Die Weine des Elsass

Kaysersberg

Foto: CRTA Zvardon

Das Elsass stellt aus verschiedenen Gründen einen Schnittpunkt in Europa dar. Eingebettet zwischen den Vogesen, jenseits

derer sich nach Westen zu das restliche Frankreich erstreckt, und dem Rhein mit dem östlich angrenzenden

Deutschland, ist es eines der attraktivsten Weinbaugebiete Frankreichs. Reisegenuss-Kolumnist Rakhshan Zhouleh,

mehrfach als „Sommelier des Jahres“ ausgezeichnet, kennt das Elsass von zahreichen Besuchen bei Winzern und nennt

die besten Weingüter der Region.

Mit den Wäldern und Seen der Vogesen, die in die Oberrheinische

Tiefebene übergehen, besitzt es einen ganz

eigenen Charakter. Klosterruinen und Königsburgen

aus dem 11. uns 12. Jahrhundert zeugen von einstiger kirchlicher

Machtentfaltung und fürstlichen Fehden im Elsass. Noch

heute veranstalten die Elsässer jedes Jahr folkloristische Feste,

deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Die Weinberge

des Elsass gehören zu den malerischsten Frankreichs. Als

schmales Band ziehen sie sich in einer Höhe von 183 bis 366

Metern zwischen den Ausläufern der Vogesen von Sraßburg im

Bas-Rhin gen Süden bis nach Thann im Haut-Rhin.

Die Vogesen sind das eigentliche Erfolgsgeheimnis der elsässischen

Weine. Sie halten die vorherrschend westlichen Winde

und Regenwolken ab und stellen die für den Weinbau so

idealen, nach Osten bis Süden gewandten, geschützten Abhänge.

Während die Niederschlagsmenge im Gebirge über

2000 mm liegt, beträgt sie im regionalen Durchschnitt nur

480 mm.

Im Sommer erfreut sich die Region, insbesondere um Colmar

im Haut-Rhin, langer Sonnenperioden. Die Weine aus dem

Haut-Rhin fallen in der Regel reicher aus als die des nördlichen

Départements, wo die Berge etwas niedriger sind und daher

weniger Schutz gewähren.

Das Elsass kann 14.000 Hektar Weinbauflächen und etwa 7300

Erzeuger vorweisen. Die Mehrzahl der Winzer besitzt weniger

als zehn Hektar und schließt Verträge mit größeren Produzenten,

négociants und caves coopération, die ihre Trauben verarbeiten

und die Weine vermarkten. In der Mehrzahl handelt es

sich um Weißweine; die einzige hier angebaute rote Rebsorte ist

Pinot Noir. Marktbeherrschend sind die sogenannten reinsortigen

Weine, die nur eine einzige Rebsorte enthalten und entsprechend

gekennzeichnet werden.

Man unterscheidet Edeltrauben und gewöhnliche Rebsorten.

Die vier „edlen“ weißen Sorten sind Gewürztraminer, Muskat,

Riesling und Tokay-Pinot Gris. Unter die zweite Kategorie fallen

Chassalas, Pinot Blanc und Sylvaner.

In Jahren, in denen auf einen guten Sommer ein außergewöhnlich

schöner Herbst folgt, belassen die Weinbauern bei

der Hauptlese ausgewählte Trauben zur weiteren Reifung an

den Reben. Diese spätgelesenen Trauben liefern aufgrund ihres

höheren Zuckergehalts tiefe, ausdrucksstarke Weine mit einem

Hauch Süße, zugleich aber jenem unverwechselbaren klaren,

frischen Charakter. Sie werden als vendange tardive (Spätlese)

deklariert.

Sehr viel seltener, exotischer und eleganter sind die sélections

de grains nobles, für die überreife Beeren einzeln gelesen werden.

In manchen Jahren erhalten sie durch Botrytis, die Edelfäule,

zusätzlich eine intensive honigartige Note. Wie Sauternes-Weine

sind auch diese Tropfen edelsüß und intensiv.

Es gibt mittlerweile 51 Grand Cru Lagen in Elsass.

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Namhafte Winzer im Elsass

Bas-Rhin

Frédéric Mochel (Traenheim)

Ausgezeichnete delikate Weine (Muskat und

Pinot Noir) und Grands Crus (Gewürztraminer,

Riesling Altenberg de Bergbieten), aber

auch Crémant d‘Alsac.

Mosbach (Merlenheim)

Einer der Marlenheimer Spitzenerzeuger.

Exzellenter Tokay-Pinot Gris und Gewürztraminer.

Marc Kreydenweiss (Andlau)

Engagierter Winzer und Experte, dessen

Etiketten den Stil der einzelnen Jahrgänge

künstlerisch umsetzen. Jahr für Jahr

überzeugen Klevner Kitt, Muscat Clos

Rebgarten, Tokay-Pinot Gris Moenchberg,

Gewürztraminer Kitt.

André Ostertag (Itterswiller)

Talentierter Erzeuger, dessen Qualitätsweine

das Terroir seiner neun Hektar in Epfig,

Nothalten und Itterswiller widerspiegeln.

Topweine des Weinguts: Sylvaner Vieilles

Vignes, Pinot Blanc, Gewürztraminer,

Muskat, Riesling Fronholz und Vieilles

Vignes, Tokay-Pinot Gris Muenchberg sowie

Riesling Heissenberg.

Willy Gisselbrecht & Fils

Seine Erzeugnisse werden regelmäßig

prämiert. 15 Hektar in Dambach-la-Ville,

Scherwiller, Dieffenthal und Châtenois.

Augenmerk verdienen Sylvaner, Gewürztraminer,

Pinot Blanc und Riesling Frankenstein.

Claude Bléger (Orschwiller)

Prämierte Weine von biologisch bewirtschafteten

Weinbergen: Sylvaner, Pinot

Blanc, Riesling, Gewürztraminer.

Haut-Rhin – in der Nähe Colmar

Müller-Koeberlé (Saint-Hippolyte)

Top-Weingut mit 23 Hektar. Ausgezeichneter

Tokay-Pinot Gris Vieilles Vieilles.

Domaine Rolly Gassmann

(Rorschwihr)

Insgesamt 17 Hektar, Erzeuger von Weinen

außergewöhnlicher Qualität: Muskat

Moenchreben, Auxerrois und Sylvaner,

Riesling Silberberg, Gewürztraminer.

André Kienzler (Ribeauvillé)

Das Familienunternehmen mit 10 Hektar in

Ribeauvillé gilt als eines der besten Weingüter

des Elsass. Auxerrois K, Muskat Kirchberg,

Riesling Geisberg, Riesling Osterberg,

der reine Chasselas Osterberg.

Trimbach (Ribeauvillé)

Er besitzt 14 Hektar in Ribeauvillé, Bergheim

und Hunawihr, hier u.a. den Clos Saint-Hune

mit 1,3 Hektar.

Jean Becker/Gaston Becker

(Zellenberg)

Kleiner, alter Familienbetrieb mit 15 Hektar

in Zellenberg, Riquewihr, Beblenheim,

Ribeauvillé und Hunawihr. Mit seinem

Engagement und Können hat das Haus viele

Auszeichnungen errungen. Riesling Réserve

und Hagenschlauf, würziger Gewürztraminer,

ob vom Froehn oder ohne Angabe.

Faller/Domaine Weinbach

(Kaysersberg)

Das größte Weingut in Kayersberg wird von

Colette Faller und ihrer Familie geleitet, der

der 25 Hektar große, ummauerte Clos des

Capucins gehört. Rieslinge (Réserve

Personelle, Cuvée Théo, Cuvée de la

Saint-Cathérine und Schloßberg) und

Gewürztraminer Cuvée Laurence.

Albert Boxler & Fils (Katzenthal)

Spitzenerzeuger, Tokay-Pinot Gris Sommerberg

und Brand. Gewürztraminer Brand.

Domaine Zind-Humbrecht

(Turckheim)

Die Weine des Elsässer Spitzenerzeugers

genießen wegen ihrer Qualität und ihres

ausgeprägten Stils internationales Ansehen.

Das Weingut unmfasst 30 Hektar in den

Toplagen des Haut-Rhin, 15 Hektar davon in

Turckheim, der Rest in Wintzenheim, Thann,

Gueberschwihr, Hattstatt und Pfaffenheim.

Albert Mann

(Wintzenheim, Wettolsheim)

Von seinen 12 Hektar, auf sechs hiesige

Dörfer verteilten Rebflächen gewinnt Albert

Mann zuverlässige, reiche, ausgewogene

Klasseweine: Pinot Blanc, Tokay-Pinot Gris,

Riesling Schlossberg, Gewürztraminer

Steingrubler.

Rakhshan Zhouleh

zählt seit vielen Jahren zu den Top-Sommeliers in

Europa. Er kam 1985 aus Persien, wo er Fußballprofi

war, nach Deutschland. Im Rahmen seiner

Ausbildung zum Restaurantfachmann wurde

seine Leidenschaft für die Welt des Weins geweckt.

Anschließend absolvierte er ein einjähriges

Praktikum bei Franz Keller im Weingut

„Schwarzer Adler“ und die Sommelierausbildung

an der IHK in Koblenz. Neben dem Restaurant

„Francais“ im Frankfurter Hof zählen die „Ente

vom Lehel“ im Nassauer Hof Wiesbaden, das Restaurant

„Haerlin“ im Vierjahreszeiten Hamburg,

das „Margeaux“ in Berlin, die „Elblounge“ in

Hamburg und das „Vitrum“ im Ritz Carlton Berlin

zu seinen Stationen. Von April 2009 bis Juli 2013

arbeitete Rakhshan Zhouleh, der mehrfach als

„Sommelier des Jahres“ ausgezeichnet wurde, als

Gastgeber und Repräsentant der Besitzerfamilie

das Sterne-Restaurant „Tantris“ in München.

www.vinavis.de

Ein Video von R. Zhouleh über elsässische

Weine sehen Sie auf YouTube.

Schreiben Sie unseren

Lesern Ihre Elsass-Tipps!

Ganz einfach posten im Gästebuch auf

www.reise-genuss.info oder auf der

Reisegenuss Facebook-Seite.

43


SPOTLIGHTS

maut auf europas autobahnen, schnellstrassen und pässen

Tiefer Griff in den Geldbeutel

In Europa ist die Benutzung der Autobahnen und Schnellstraßen häufig kostenpflichtig. Reisende sollten sich vor dem

Start in den Urlaub informieren, da bei einem Mautvergehen heftige Bußgelder drohen. Auf dem Weg über die Alpen

müssen Autofahrer an vielen Tunneln, Brücken oder Passstraßen oft noch einmal zusätzlich in die Tasche greifen. Der

ADAC hat eine aktuelle Übersicht zu Maut und Vignettenpflicht zusammengestellt.

Europas Staaten haben unterschiedliche Modelle, die Autofahrer

abzukassieren. Mal gibt es zeitbezogene Vignetten, mal

wird je nach Strecke abgerechnet.

Vignetten mit unterschiedlichen Geltungsdauern gibt es in

Bulgarien, Österreich, Rumänien, Slowenien, Tschechien und

Ungarn sowie in der Schweiz und der Slowakei. In manchen

Ländern wird die Maut zum Teil mit Hilfe von elektronischen

Systemen erhoben.

In Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Griechenland, Irland,

Italien, Kroatien, Mazedonien, Norwegen, Polen, Portugal,

Serbien, Spanien und in der Türkei zahlt man pro zurückgelegten

Kilometer. Die Kosten richten sich also nach der Streckenlänge.

Anders als bei der Bezahlung an Mautstationen kann der Kauf

einer Vignette oder das Anmelden an elektronischen Systemen

übersehen werden. Doch Vorsicht: Die Strafen sind oftmals

drastisch. Bei einem Mautvergehen in Slowenien werden

bis zu 800 Euro fällig. In der Slowakei ist eine Strafe vom Dreifachen

des Vignettenpreises üblich, doch auch das Zehnfache

ist möglich. Auch das Nachbarland Österreich versteht bei

Mautprellern keinen Spaß: Hier muss eine Ersatzmaut von 120

Euro oder ein Bußgeld von mindestens 300 Euro entrichtet

werden.

Maut für besondere Strecken

Neben der Vignette und der streckenbezogenen Maut wird in

vielen Ländern noch zusätzlich eine Sondermaut für einzelne

Strecken, Brücken, Tunnel oder Innenstadtgebiete fällig. Das

ist beispielsweise in Österreich, der Schweiz, Italien, Kroatien,

Frankreich und Spanien der Fall.

maut auf europas autobahnen und schnellstrassen

44


Pfändertunnel und kufstein

Deutsche und Schweizer Urlauber richtig abzukassieren, das

scheint das Ziel der österreichischen Autobahnbetreiber zu

sein. Nicht nur, dass auch schon für das kommende Jahr wieder

eine Preiserhöhung angekündigt wurde, auch wurde mit

der Eröffnung der zweiten Röhre des Pfändertunnels an der

A14 im Juli die sinnvolle und angemessene Korridorvignette

Hörbranz-Hohenems abgeschafft. Zum Dezember soll darüber

hinaus die Kulanzregelung zur mautfreien Nutzung des

Autobahnabschnitts von der bayerischen Landesgrenze bis

zur Ausfahrt Kufstein-Süd gestrichen werden.

Der einfachste Weg, die unverhältnismäßig hohen Kosten für

ein paar Kilometer Autobahn in Vorarlberg oder Tirol zu sparen,

ist natürlich, nicht mehr in Österreich Urlaub zu machen.

Für Reisegenuss hat der ADAC im Folgenden zwei gute

Ausweichrouten - ohne Vignettenpflicht - zusammengestellt.

ausweichroute oberbayern - Kitzbühel

Vom Autobahndreieck Inntal auf der A93 Richtung Innsbruck. Abfahrt

Kiefersfelden (60) auf die St2589 Richtung Kiefersfelden.

Weiter bis Kufstein Weissach. Am Grenzübergang auf die Tiroler

Bundesstraße B171. In Kufstein weiter auf der B171 bleiben. An der

Ortsausfahrt auf die B173 Beschilderung „Innsbruck/Salzburg/

München/A12“. Nach etwa neun Kilometern abbiegen auf die Loferer

Bundestraße B178, dann auf die Reither Landesstraße und die Rerobichlstraße

Richtung Oberndorf in Tirol. Am Ortsausgang auf die Pass

Thurn Bundesstraße B161, die später in die B170 nach Kitzbühel mündet.

ausweichroute allgäu - Lustenau

A 96, Ausfahrt Lindau (2) . In Reutin im Kreisverkehr an der dritten Ausfahrt

Richtung Reutin, auf die B12 Richtung Zech, auf der B12 weiter bis

zur Landesgrenze. Von dort auf der L190 Richtung Bäumle und Bregenz.

In Bregenz weiter auf der Schweizer Straße L202. Ortsausfahrt Bregenz

weiter auf der Rheinstraße E43/E60/L202. Links abbiegen in die L203

und auf ihr weiter Richtung Lustenau. Und von dort in die Schweiz.

So viel kostet die Fahrt über die Alpen

45


Metropolen

Zürich

Lifestyle am See

46


Zürich ist das wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Zentrum der Schweiz. Rund um

die 400.000-Einwohner-Stadt leben noch einmal etwa eieinhalb Millionen Menschen. Wer nun meint,

Zürich sei nur etwas für Geschäftsreisen, der irrt gewaltig. Die Stadt am gleichnamigen See hat sich in

den vergangen zehn Jahren zu einem höchst attraktiven Reiseziel für Urlaub und Business entwickelt,

denn sie bietet nahezu alles, was das Herz begehrt - von Sport bis Kunst, von Gourmet bis Nachtleben.

47


Zürich ist Vielfalt auf bestem Niveau: eine aktive Kulturszene

mit über 50 Museen und mehr als einhundert

Galerien, Top-Hotels und -Restaurants, schöne

Einkaufsstraßen, reichliche Natur und ein wunderbarer See

sowie ein pulsierendes Nachtleben. Mitten in der Stadt befinden

sich zahlreiche See- und Flussbäder und der Uetliberg

lädt zum Wandern ein.

Zürich hat sich längst von dem schlechten Image der 1980er

Jahre mit Demonstrationen und Drogenexzessen verabschiedet

und sich zu einer entspannten Stadt entwickelt,

auch wenn man weiterhin Wert auf korrekte Kleidunglegt

- im Büro und beim Business-Lunch. Es

wird viel gearbeitet und viel Geld verdient. Und

zwischendurch, da versteht man zu leben. So werden

in der Mittagspause schnell mal für eine knappe Stunde

Anzug und Krawatte gegen die Badehose eingetauscht. An

vielen Stellen locken kleine Strände oder Badeanstalten zu

einem Sprung in den See. Und für das Wochenende reichen

Flip-Flops und Shorts, um sich ins sportliche Freizeitvergnügen

zu stürzen oder auf einer der kleinen Jachten im

See einen Apero zu trinken.

Der ersTe einDrucK

Die meisten Sehenswürdigkeiten Zürichs liegen in der Altstadt

und sind am einfachsten zu Fuss oder per Tram erreichbar.

Am Bellevue oder am Bürkliplatz hat man einen

schönen Blick auf den See und die Alpen. Beide Seeufer mit

ihren Promenaden und Parkanlagen sind auch Anziehungspunkte

für die Einheimischen. Man liegt im Gras, sitzt auf

den Kiesstränden oder in einem der vielen Cafés, Biergärten

und Badeanstalten.

Die gut erhaltene Altstadt liegt links und rechts des Flusses

Limmat. In der östlichen der Limmat gelegenen Altstadt sind

das alte Rathaus im Renaissance-Stil, das Grossmünster, Aus-

48


gangspunkt der Reformation unter Zwingli, sowie die Zunfthäuser

entlang des Limmatquais besonders sehenswert. Ein

Turm des Grossmünsters ist zugänglich und bietet eine gute

Aussicht über die Altstadt. Am Zähringerplatz steht neben

der Zentralbibliothek die gotische Predigerkirche.

Die Altstadt westlich der Limmat bietet ebenfalls schöne

Gassen mit mittelalterlichen Häusern. Sehenswert sind die

Fraumünsterkirche mit Fenstern von Marc Chagall und einem

von Paul Bodmer ausgemalten Kreuzgang. Einen Besuch

wert ist der Lindenhof, von dem sich ein schöner Ausblick

auf die Altstadt bietet. Für eine Rast bietet sich

zahlreiche Cafés an, besonders die nostalgische Konditorei

Schober., einem original Süsswarenladen aus Mitte des 19.

Jahrhunderts.

Shopping macht nicht nur in der City Spaß. Die jüngste

Attraktion sind die Eisenbahn-Viaduktbögen in Zürich-

West. Design, Handwerk und urbane Zürcher Labels findet

man im „Viadukt“ ebenso wie frische Lebensmittel vom

Bauernhof.

viel erleBen MiT Der zürichcarD

Ideal für Entdeckungstouren in und um Zürich herum ist die

ZürichCard. Mit ihr kann man 24 oder 72 Stunden lang

Tram, Bus, Bahn, Schiff und Seilbahn nutzen. Darüber hinaus

ist der Eintritt in die meisten Museen frei und es gibt

Rabatte in zahlreichen Geschäften und Restaurants.

Das Umland von Zürich lässt sich besonders schön und vor

allem stressfrei mit dem Schiff erkunden. Nahezu alle Orte

am See werden häufig angefahren. Man sollte sich schon

einen ganzen Tag Zeit nehmen und den ganzen See kennen

lernen. Nahegelegene Orte wie Rapperswill haben echten

Urlaubsflair und bieten regelmäßig Veranstaltungen verschiedenster

Art. Die Anlegestellen sind meist am Ortszentrum,

ebenso wie die Stationen der S-Bahn.

49


Il Tavolo in der Großmarkthalle (unten) mit Live-Auftritt von

Dieter Meier (ganz rechts) und in der Züricher Top-Hotels (rechts)

KunsT & KulTur

2013 steht auch Zürich im Zeichen von Richard Wagner, der

neun Jahre in der Stadt verbrachte. In einem wahren Schaffensrausch

definierte er seine Ideen von Kunst und Künstlertum neu

und verwiklichte im Mai 1853 zum ersten Mal seine eigenen Festspiele.

Er arbeitete in Zürich am vierteiligen Ring des Nibelungen

und leitete mit der Komposition von Tristan und Isolde die musikalische

Moderne ein. Die Stadt würdigt Wagner 2013 mit Musiktheater,

Oper, Schauspiel, Konzerten und Ausstellungen.

Seit Jahrhunderten ist Zürich immer wieder Ausgangspunkt,

Zentrum und Durchgangsstation von avantgardistischen

Schriftstellern und Künstlern. 1916 entstand im Cabaret Voltaire

an der Spiegelgasse die Kunstrichtung Dada aus „Protest

gegen den Wahnsinn der Zeit“. Begründet wurde diese revolu-

BAuR Au LAC

Mitten drin und direkt am See

nahe am See gelegen ist das Baur au Lac

seit fast 170 Jahren die Topadresse in der

Züricher City. Schon mit wenigen Schritten

galangt man vom Hotel mit eigenem

kleinen Park zum See oder zum Bankenzentrum

und den Shopping-Meilen.

International geht es in diesem Traditionshaus

zu. Für Amerikaner, Asiaten und Russen

auf Weltreise zählt das Baur au Lac zu den

Hotels, die man gesehen haben muss, für die

Geschäftsleute ist die Terrasse des Hotels im

Sommer zudem eine schöne Adresse für einen

ausgezeichneten Business-Lunch.

Am Flussufer gelegen und rundum verglast,

gilt der Pavillon mit prächtiger Rotonde,

gestaltet von Stararchitekt Pierre-Yves Rochon,

als Anziehungspuntk für Gourmets. Die

Küche von Chefkoch Laurent Eperon ist eine

leichte, offene Interpretation der klassischen

Haute Cuisine. Der vom Gault Millau mit 17

Punkten und von Guide Michelin mit einem

Stern ausgezeichnete Waadtländer ist bekannt

für seine 36 Stunden gegarte glasierte

Kalbshaxe und vorzügliche Fischkreationen.

Lässiger geht es im trendigen Restaurant

Rive Gauche mit Bar zu, das auf der rückliegenden

Seite des Hotels zum Bankenviertel

hin liegt. Der moderne mediterrane Grill mit

Terrasse ist beliebter Treffpunkt für das Züricher

Business.

Das Baur au Lac ist in der sechsten Generation

im Familienbesitz und wurde bis vor kurzem

50 Jahre lang von der selben Direktionsfamilie

geführt. Ohne den Glanz alter Zeiten

anzutasten, wurde das Haus grundlegend modernisiert.

Alle Zimmer und Suiten mit großzügigen

Marmorbadezimmern sind stilvoll

renoviert und bieten einen hohen Level an

Komfort, Luxus und Privatsphäre. Der Stil variiert

von Art Deco, French Louis XVI und English

Regency kombiniert mit zeitgemässen

Elementen und exklusiven französischen, italienischen

und englischen Stoffen. Alle Möbel

und Lichtelemente wurden maßgefertigt.

50


SPotLIGHtS

tionäre Bewegung von Emigranten und politische Flüchtlingen,

die hier ihre Ideen von einer innovativ aufgemischten Welt mit

gewaltlosen künstlerischen Mitteln umzusetzen versuchten. Im

Cabaret Voltaire trafen sich damals Maler, Musiker, Tänzer, Literaten

und stellten die gesamte bestehende

Kunst in Frage. Im Oktober

2004 wurde das Cabaret Voltaire in

der Altstadt wieder eröffnet.

Das beeindruckende Kunsthaus Zürich

beherbergt eine bedeutende

Modernesammlung. Neben Werken

Alberto Giacomettis sind erlesene

mittelalterliche Skulpturen und Tafelbilder,

Gemälde des niederländischen

und italienischen Barock sowie

Höhepunkte der Schweizer

Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts zu finden. Zu den internationalen

Schwerpunkten gehören die größte Munch-Sammlung

außerhalb Norwegens, wichtige Bilder von Picasso, die

Expressonisten Kokoschka, Beckmann und Corinth sowie bedeutende

Werke von Monet und Chagall.

KULINARISCHER SOMMER MIT IL TAVOLO

Im Sommer locken unzählige Bars und Restaurants am See und

an der Limmat. Originell ist die Freiluftbar Rimini am Schanzengraben;

tagsüber döst sie als Flussbad vor sich hin. Sobald es

dunkel wird, hüllen Lampen exotische Pflanzen in geheimnisvolles

Licht. In dieser magischen Stimmung chillt das adrette Zürcher

Ausgehvolk als befände es sich tatsächlich – in Rimini.

Über die Grenzen der Stadt hinaus ist das Food-Festival „Il Tavolo“

bekannt. An einem langen Sommerwochenende wird

gemeinsam mit den besten Hotelrestaurants der Stadt – Baur

au Lac, Dolder Grand, Eden au Lac, Park Hyatt, Storchen und

Widder – ein abwechslungsreicher Gourmet-Event veranstaltet.

Den Auftakt macht ein gemeinsames Kochen prominenter

Schweizer mit Küchenchefs der Hotels.

Freitagabends wirbeln und rasen die Köche von Küche zu Küche

der Gastgeberhotels und kochen je einen Gang. Pascal Schmutz

vom Restaurant Epoca im Waldhaus Films, einer der „rasenden

Köche“, umschreibt das so: „Das Konzept ist einfach sexy für

einen Spitzenkoch! Es braucht eine gute Organisation, da man

maximal 15 Minuten in jeder Küche steht. Für mich war es genial,

an einem Abend in verschiedenen Restaurants zu sein und

die Gäste mit meinen Gerichten zu überraschen. Kochen bedeutet

für mich: Emotionen geben! An so einem Abend darf der

Gast so viel erleben. Wunderschön auch für mich!“

Der „Il Mercato Luch“ am Samstagsmittag bietet besonders

viel für‘s Geld: An verschiedenen Kochstationen bereiten zehn

Köche aus dem Kreis der besten Chefs der Zürcher Gastroszene

zwölf köstliche Gerichte zu. Man sitzt an einer 200 Meter langen

Tafel im Zürcher Engrosmarkt und kann sich zum Pauschalpreis

von 50 Franken an allen Ständen nach Belieben bedienen.

Höhepunkt des Festivals ist die „Lange Nacht der Tavola“ am

Samstagabend im Engrosmarkt. Dabei bereiten die Spitzenköche

ein gemeinsames Menü zu, das an der langen Tafel serviert

wird. Und als besonderes Schmankerl tritt auf der After Party

der fast schon legendäre Dieter Meier, Yello-Sänger und Besitzer

des Restaurants Bärengasse, mit seiner Band „Out of Chaos“

live auf. Ein echtes Erlebnis!


REISEFÜHRER

MMTravel Guides als App

1979 gegründet ist der Michael Müller Verlag heute noch einer der

wenigen unabhängigen Reisebuchverlage in deutschland. Im be acht lichen

Sor ti ment von rund 200 Ti teln sind schwer ge wich ti ge Län derkom

pen di en, schma le re Re gio nal rei se füh rer, Städ te füh rer und

Wan der füh rer. Mit den MMTravel Guides gibt es das geballte Reise-

Know-how nun auch elektronisch.

Bei den MMTravel Guides han delt sich nicht ein fach nur um wei te re,

funktionale Reiseapps mit beschränktem Nutzen. Denn die schön designten

City- und Wan der füh rer leis ten etwas, woran viele an de re schei tern:

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be reit – und pas sen sich gleich zei tig in tel li gent und fle xi bel an die

Rei se be din gun gen vor Ort an. Und das voll kom men un ab hän gig davon, ob

man ein Smart pho ne mit iOS-, Android- oder Windowsphone-Betriebssystem

nutzt.

Je nach

Wetterlage,

Art der

Reisegruppe,

persönlichen

Vorlieben

und

Beförderungsmittel

schlägt der MMTra vel Guide aktiv vor, was in den nächs ten zwei bis acht

Stun den alles un ter nom men wer den kann. Mit dem GPS-Emp fän ger und

einem in te grier ten Kom pass ist der mo der ne Rei sen de immer über den

eigenen Standort informiert. Da alle benötigten Karten bereits gespeichert

sind und die kom plet te App offline und ohne Mo bil funk ver bin dung

funk tio niert, sind teure Mo bil funk kos ten kein Thema. Statt des sen klickt

man ein Hotel oder eine Se hens wür dig keit auf der Karte an und springt

di rekt zur pro fes sio nel len Ein schät zung – und um ge kehrt.

Der MMTra vel Guide hilft so ohne gro ßen Pla nungs auf wand, kei nen

Ge heim tipp auf der Wegstre cke zu ver pas sen: zum Bei spiel das von

Einheimischen empfohlene Restaurant, das gemütliche Seitenstraßen-Café,

die charmante Modeboutique oder das versteckt liegende Museum.

Er hält lich sind die Städ te- und Wan der-Apps zu Preisen zwischen 3,59 Euro

und 9,99 Euro: itunes.apple.com, play.google.com und windowsphone.com

MM-City: Amsterdam, Bar ce lo na, Budapest, Berlin, Brüs sel, Dres den,

Dublin, Flo renz, Istan bul, Köln, Kopenhagen, Kra kau, Lissabon, Ljublja na,

Lon don, Madrid, Moskau, München, Lü beck, Nea pel, New York, Nürnberg,

Paris, Prag, St. Petersburg, Shanghai, Vendig, Warschau, Wien, Zagreb.

MM-Wandern: Elsass, Gomera, Madeira, Mallorca, Münchner Ausflugsber

ge, Provence, Santa Monica Mountains, Te ne rif fa.

51


HOTELS VON WELT

Dolder Grand Zürich

Das Gesamtkunstwerk

„Das Dolder Grand ist jetzt auch ein Museum“ titelte Zürichs größte Tageszeitung. Urs E. Schwarzenbach, Sammlerpersönlichkeit

und Eigentümer des Dolder Grand Zürich, hatte seine Sammlung von etwa 100 Kunstwerken in das

von ihm übernommene und weitgehend neu erbaute Hotel gebracht. Dadurch ist das Dolder Grand ist in seiner Art

einzigartig. Hier erlebt der Gast nicht nur ein Spitzenhotel mit einen entspannten Service in Perfektion, dazu die

herausragende, mit zwei Michelin-Sternen anerkannte Küche von Heiko Nieder, sondern auch ein außergewöhnliches

architektonisches Ambiente verbunden mit dem Kunstkabinett eines leidenschaftlichen Sammlers.

Man liebt es innig oder man mag es überhaupt nicht.

Wie das immer so ist bei Dingen mit außergewöhnlichem

Charakter. Nach dem vier Jahre währenden

und 440 Millionen Schweizer Franken teuren Umbau und

Anbau von zwei Flügeln durch die renommierten britischen

Architelten Sir Norman Foster and Partners thront das

ursprünglich als „Curhaus“ geplante Hotel seit fünf Jahren

wieder mächtig oberhalb von Zürich, etwa zehn Minuten vom

Stadtzentrum entfernt.

Seit der Wiedereröffnung konnte das Haus bedeutende

Namen wie Vladimir Putin und der Emir von Katar, Bill und

Hillary Clinton, Prinz William und David Cameron, Leonardo di

Caprio und Rihanna als Gäste begrüßen.

Der reichlich umbaute Raum wurde aber nicht für eine Flut an

Zimmern genutzt, im Gegenteil. Das Hotel mit gerade einmal

rund 170 großzügigen Zimmern und Suiten, von denen man

einen herrlichen Blick auf die Stadt, den See und die Alpen

hat, geht mit dem Platz fast schon verschwenderisch um.

Abgestimmt mit der außergewöhnlichen Architektur wurde

ein gelungens Interior Design stringent in allen Bereichen

umgesetzt. Man muss sich fast wünschen, dass es ein

Wochenende lang regnet oder schneit, wenn man im Dolder

Grand absteigt. Denn es gibt hier mehr zu entdecken, als in

vielen Museen.

In den öffentlich zugänglichen Räumen, der Lobby, den

Restaurants und der Bar, sogar im Außenbereich haben die

Gäste exquisiten Kunstgenuss zum Nulltarif. Dabei spielt es

keine Rolle, dass der Wert der Kunstwerke vielleicht dem des

ganzen Hotels entspricht. So wurde zum Beispiel Warhols „Big

Retrospective Painting“ von 1979 vor drei Jahren auf der Art

Basel von Schwarzenbach für 74 Mio. Dollar angeboten, aber

nicht verkauft. Daher ziert das gut 2 x 10 Meter große Werk

weiterhin die Rezeption des Hotels und kann bei Kaffee und

Kuchen oder beim Check-In bewundert werden.

Botero, Dali, Haring, Mirò, Warhol ...

Fast alle Kunstwerke des Dolder Grand befinden sich in frei

zugänglichen Räumen, nur einige wenige sind Hausgästen auf

einzelnen Stockwerken vorbehalten. Im Außenberiech finden

sich unter anderem Joan Mirós „Grand personnage: projet

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Andy Warhols „Big Retrospective Painting“ (oben), „Woman with fruit“ von

Fernando Botero (rechts), Takashi Murakamis „Trolls umbrella“ (unten) und

“Conversation Piece“ von Juan Muñoz (ganz links unten).

Unten das Curhaus 1899 und das Dolder Grand 2013 Fotos: Dolder Grand

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pour un monument“ und zwei Werke von Keith Haring. In den

Lobbys sind neben Warhol u.a. noch Werke von Gerhard

Richter, Jean Tiguely, Miquel Barceló und noch einmal Keith

Haring zu bewundern. Salvador Dalis „Femmes métamorphosées

- Les sept arts“ empfängt den Gast beim Eingang zum

Gourmetrestaurant, die vier Gemälde „Les Quatre Saisons“

von Camille Pissarro schmücken die Blattsilberwände im

Private Dining Room. Henry Moores imposante Skulptur

„Three-piece reclining figure: Draped“ nimmt seinen Platz auf

der Terrasse des Garden Restaurants ein. Auf dem Gang zum

Spa ist unverkennbar „Le Monde“ von Niki de Saint Phalle und

Jean Tinguely zu entdecken. Und mit einem Augenzwinkern

ist wohl Fernando Boteros opulente „Women with fruit“ auf

der Spa-Terrasse zu verstehen.

Max Ernst, Zaha Hadid, Jörg Immendorf, Damien Hirst,

Takashi Murakami ... – die Liste der insgesamt 124 Werke von

90 Künstlern ist lang. Damit der Gast den Überblick nicht

verliert, gibt es an der Rezeption iPads mit einer App, die zu

den Kunstwerken führt und sie beschreibt.

Mehr als nur bilder und skulpturen

Auch das Spa mit einem großzügigen Pool und japanisch

inspirierten Sunaburo ist ein architektonisches Kunstwerk. Die

Sauna- und Dampfbad-Bereiche sind, wie in der Schweizer

Luxushotellerie üblich, für Damen und Herren getrennt und

haben daher jeweils nur ein Dampfbad und eine Sauna.

Oben: Salvador Dalis Werk in „The Restaurant“

Links: Spa mit europäisch-japanischem Ambiente

Unten: Bar des Dolder Grand

Ein weiteres optisches Highlight ist die moderne Bar des

Dolder Grand. Ein außergewöhnliche Lichterhimmel sorgt für

ein stimmungsvolles Ambiente, das durch Live-Musik ergänzt

wird. Ein wundervoller Platz, um den Tag gebührend zu

abzuschließen. Hier, wie auch im gesamten Hotel, wird man

von einem perfekten, aber trotzdem entspannten Service

umsorgt. Auch das ist eine Art Kunst ...

Neben dem mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten „The

Restaurant“ - siehe übernächste Seite - hat das helle „Garden

Restaurant“ den ganzen Tag über geöffnet. Und da auch das

allerbeste Hotel nicht absolut perfekt sein kann, ist hier unser

einziger Kritikpunkt: Wenn man den Servicegedanken schon

konsequent verfolgt und kein Frühstücksbüffet aufbaut,

sondern ein a-la-carte-Frühstück bietet, dann sollte das

vorgegebene Standardfrühstück für 45 Franken doch mehr

Vielfalt und individuelle Wahlmöglichkeiten bieten. Ein Tag in

diesem grandiosen Hotel sollte mit einem interesanteren

Frühstück beginnen! Aber die Stunden bis zu Heiko Nieders

kreativen Menüs in „The Restaurant“ vergehen angesichts der

vielen Freizeitangebote in Zürich und im Hotel ja wie im Flug.

54


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55


Heiko Nieder im Dolder Grand

Kreative Gourmetküche

Zwei Michelin-Sterne, 18 Punkte im Gault Millau, Auszeichnung als „Aufsteiger des

Jahres“ im Gault Millau 2013 – Heiko Nieder hat in jüngster Zeit reichlich Anerkennung

erfahren. Sein Erfolgsgeheimnis ist eine junge und innovative Gourmetküche mit einem

großen Aromenspektrum, das auf typisch klassische Geschmacksmuster verzichtet

ohne die Wünsche und Vorlieben der Gäste aus den Augen zu verlieren.

Pünktlich zur Wiedereröffnung des

Dolder Grand im Jahr 2008 trat auch

Heiko Nieder seinen Job als Küchenchef

von „The Restaurant“ an. Sein Engagement

zeigt auch den Mut des Hotelbetreibers,

anders zu sein, denn die Schweizer Küche ist

zwar für qualitativ beste Kochkunst, aber

nicht unbedingt für Innovation bekannt.

Heiko Nieders bisherige berufliche Stationen

können sich sehen lassen: Nach der Ausbildung

im Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg

ging Heiko Nieder 1994 zu Josef Viehausers

Le Canard in Hamburg und 1995 ins

Restaurant Zur Traube in Grevenbroich. 1997

wechselte er in Vau in Berlin. 2002 kam er

als Küchenchef ins L‘Orquivit in Bonn, wo

2003 vom Gault Millau als „Entdeckung des

Jahres“ und 2005 vom Guide Michelin mit

einem Stern ausgezeichnet wurde.

Bei der Entscheidung für das Fine Dining

Restaurant im Dolder Grand musste er nicht

lange überlegen. Abgesehen von der

Herausforderung, einem Gourmetrestaurant

von Beginn an in einem quasi neuen Hotel

seinen Stempel aufzudrücken, war es, so

Heiko Nieder, „die Lebensqualität der

Schweiz, die Atraktivität von Zürich und

sicherlich auch die guten Schweizer

Arbeitsbedingungen,“ die für eine einmütige

Entscheidung der ganzen Familie sorgten.

Neben qualifizierten und engagierten

Mitarbeitern ist auch der Einkauf für den

Erfolg von Bedeutung: „Gerade das Fleisch

ist in der Schweiz sensationell, Käse sowieso.

Wir beziehen unser Fleisch vor allem aus der

Gegend von Luzern – aus den Bergen.“

Die Menükarte von „The Restaurant“ ist ein

Spiegel der Experimentierfreudigkeit des

41-Jährigen. Dazu gehören Languste mit

Kokosnuss, Erdnuss, Mango, Kaffee, oder Bar

de Ligne und Seeigel mit Chorizo, Gurke,

Mandel und Orange. Überraschend sind auch

die Desserts, bei den manchmal sogar

Gemüse verwendet wird: etwa bei gewürzte

Schokolade mit Mais und Koreander.

Mittags empfiehlt sich das Amuse-Bouche-

Menü, das einen Querschnitt durch die

Menükarte des Restaurants bietet, oder ein

4- oder 5-Gang-Menü. Abends wird ein

5- und 8-Gang-Menü, das spezielle vegetarische

Menü und das 12-Gang-Tasting-Menu

angeboten.

56


Heiko Nieders Hummer

mit Erdbeeren, Randen, Estragon und Senf

Hummer

2 Hummer à 500-600 g

Den Hummer in reichlich kochendes Salzwasser

geben, einmal aufkochen und ca. 3,5 Minuten bei

niedrigerer Hitze garen. In gesalzenem Eiswasser

abschrecken. Die Scheren anschliessend nochmals

eine Minute nachgaren. Das Fleisch aus dem Panzer

holen und beiseite stellen.

Limonenöl-Marinade

150 ml Geflügelfond reduziert auf 100 ml, 60 ml

Limonenolivenöl, 2 g Limonensaft

Das Limonenolivenöl mit einem Löffel (nicht mit

Schneebesen, damit es klar bleibt) in den reduzierten

Geflügelfond einrühren. Die Marinade mit Limonensaft

abschmecken.

Estragonschaum

2 Bd Estragon, 250 g Mineralwasser, 3 g Himalaya-

Salz, 1 Spritzer Limonensaft, 3 Blatt Gelatine

Estragon mit Wasser und Salz fein mixen und

passieren. Eingeweichte Gelatine in etwas Wasser

auflösen und dazu geben. Die Masse in ein Sahnebläser

geben und ca. 30 Minuten kaltstellen. Anschliessend

den leicht gelierten Saft in ein Gefäss spritzen

und im Kühlschrank durchkühlen lassen. Den

erkalteten Schaum in gleichmässige Würfel

schneiden.

Erdbeersalat

100 g Erdbeeren, 10 g Himbeeressig, 10 g Limonenolivenöl,

1 Prise Salz, 2 Spritzer Limonensaft

Erdbeeren in kleine gleichmässige Würfel schneiden

und mit den restlichen Zutaten marinieren

Estragon-Panade

2 Bd Estragon, ½ Tl Senfpulver, 100 g Semmelbrösel,

7 g Maldon Sea Salt

Alle Zutaten mixen und durch ein grobes Sieb geben.

Randen

2 Randen (Rote Bete)

Randen waschen, in Aluminiumfolie einschlagen und

im Ofen bei 180°C ca. 3 bis 4 Stunden garen. Dann

schälen und in gewünschte Form bringen.

Randen-Chips

150 g Randen, 20 g Olivenöl, Salz, Zucker

Randen mit restlichen Zutaten in Alufolie dünsten.

Alles im Mixer pürieren.

3 Bl Gelatine

Gelatine in der Masse auflösen und alles passieren.

Masse dünn aufstreichen und trockenen lassen.

Hummerschere gebacken in Kapuzinergrün-Panade.

Hummerschwanzmedaillons mariniert.

Erdbeerscheiben mariniert, Randenkresse, Orangenabrieb,

Estragonblätter gezupft, Kapuzinerblüten,

Crème fraiche, Maldon, Senf

The Restaurant Tasting Menu

Gambero Rosso aus Italien

Mariniert, gebraten, Avocado, Tamarillo, Molke

Geangelte Rotbarbe und Calamares aus der

Bretagne. Gebraten, Pfirsich, Limone,

geräucherte Mandelmilch

Kaviar und Stör aus Frutigen.

Rande, Wiesengras, Banane

Taschenkrebs aus der Bretagne und

Gänsemastleber. Mariniert, Crème, Apfel,

Meeresgrün, Vadouvan

Tomate. Eingelegt, rote Bohnen, Kaffee, Chili

Waldpilz-Essenz. Steinpilze, Pfifferlinge, Eigelb,

Brie de Meaux, Brennnesseln

Melone und Gurke. Eiskalt, Dill und Senf

Geangelter Steinbutt aus der Bretagne

Gegrillt, Süsskartoffel, Rucola, Knoblauch,

Kokosnuss

Wagyu Rib-Eye aus Amerika

Gebraten, Röstzwiebel, Ingwer, Zimt

Reh aus Österreich

Gebraten, geschmort, Gartenkräuter,

Sonnenblumenkerne, Angostura

Walderdbeeren. Mariniert, Schaum,

Erdartischocke, weisse Schokolade, Basilikum

Kirschen. Gefroren, mariniert, Crème, Oliven,

Sellerie, eingelegte Pilze, Geisskäs

57


KunSt

ALOIS LICHTSTEInER BEI IVO KAMM

Kunstvielfalt in Zürich

nicht nur das dolder Grand bietet exquisiten Kunstgenuss. „Art & the City“ – mit dieser

letztjährigen, größten temporären Freilichtgalerie der Schweiz zeigte man in Zürich,

dass man wieder im internationalen Geschäft ist. die Szene hat zusätzlich mit neuen

Galerien und Museen globale Aufmerksamkeit geweckt, nicht nur im und rund um das

neue Löwenbräu-Areal mit der beeindruckenden Kunsthalle Zürich. die Stadt dürfte eine

der größten Galerien-dichte haben – gemessen an der Bevölkerungszahl. Sammeln und

Zeigen, Besitzen und Teilen hatte in Zürich immer schon Tradition.

Im Schatten der etablierten Züricher Händler steckt eine junge Generation von Galeristen

ihre Claims ab. Zusätzlich wechseln bekannte Häuser den Besitzer und verjüngen sich.

Beispiel ist die Galerie Jamileh Weber: 2012 von dem jungen unternehmer Ivo Kamm

übernommen, trägt sie jetzt seinen namen. Gerade hat er Werke von Alois Lichtsteiner

ausgestellt: „Berge o. T.“ und „nude f/m“. reisegenuss-Autor Ike Clef-Prahm beobachtet

die Entwicklung des erfolgreichen Schweizer Künstlers bereits seit vielen Jahren.

Alois Lichtsteiner in seinem Atelier in Murten bei Bern

Fotos: Galerie Ivo Kamm

Lichtsteiner gilt als der „moderne Alpenmaler“,

auch wenn ihn das nur auf einen

Teilaspekt seines Werks reduziert. Eberhard

W. Kornfeld, Autor, Kunstsammler und

-händler in Bern, meint zu Lichtsteiner: „... er

ist eine der markantesten Figuren der schweizerischen

Kunstszene ... Die klare, einfache

Bildsprache mit der fein abgestuften Tonalität

der Gebirgsbilder fasziniert, in anderer

Ausdrucksweise führt sie die große Tradition

der Schweizer Alpenmalerei am Ende des 19.

und zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiter“.

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Viele Jahre hat sich der Maler fast asketisch

beschränkt auf Grautöne zwischen Schwarz

und Weiß. Sie zeigen Farbe, die keine Farbe

ist. Vordergründig sind schneebedeckte

Berghänge zu sehen, deren Schneedecke teilweise

abgetaut erscheint und die darunter

liegenden schwarzgrauen Felsen freigibt. Dabei

ist die räumliche Unterscheidung, was

liegt oben und was liegt unten, nicht zu erkennen.

Seine dargestellten Werkzyklen (Birke

1997-2000) oder Berge (1998 – 2013) sind

aber weder dem Abbild noch der Abstraktion

gänzlich verpflichtet. Sie zeigen das Feingefühl

des Künstlers für Farben, die nicht bunt

sind.

Seit diesem Jahr nun sind Lichtsteiners „Berge

o. T.“ „bunt“. Farbige Felsen in der Berglandschaft.

Gleichzeitig findet sein Werkzyklus

rund um das Gefäß nach einer sechsjährigen

Pause in der Serie „nude f/m“ seine

Fortsetzung in Glas. Farblose Gefäße, die sich

selbst zum Inhalt haben. Sie bündeln das

Licht und lassen es zu einem überwältigenden

Erlebnis für Auge und Geist werden. Beides

zeigt der Galerist Ivo Kamm noch bis Juni

2013, dessen Schwerpunkt ansonsten auf

südamerikanischer Gegenwartskunst liegt.

lichTsTeiner auf KreuzfahrT

Sollten Sie die Kunst von Alois Lichtsteiner

nicht mehr in Zürich bewundern können, bietet

sich ein Galeriebesuch auf hoher See an.

Die MS Europa gilt als das luxuriöseste

Kreuzfahrtschiff der Welt. In deren Bordgalerie

zeigt Ivo Kamm neue Werke von Alois

Lichtsteiner (Berge o.T., 2013) - auf zwei See-

Reisen zwischen dem 30. Juni und dem 22.

Juli.

Ivo Kamm erwartet spannende Wechselwirkungen

zwischen Lichtsteiners Werken und

den landschaftlichen Eindrücken auf der

Fahrt in den Norden: „Alois Lichtsteiner hat

zudem tatsächlich Fotografien aus der Antarktis

in Malerei umgesetzt. Darüber hinaus

war es für mich als Schweizer Galerist auch

stimmig, für meine erste Ausstellung auf der

MS Europa einen Schweizer Künstler zu präsentieren.“

Die Kunst sticht auf der MS Europa seit 2006

mit auf See: Eine schwimmende Mini-Messe

fernab der Hektik der Art Basel, Art Cologne

oder Art Miami.

Meer und Berge bekommen so eine neue Beziehung.

Und machen sicher: Nicht nur die

Wellen bewegen die Reisenden, auch der

Kunstgenuss.


www.ivokamm.com

www.alois-lichtsteiner.ch

www.hl-kreuzfahrten.de

59


natur

KwaZulu-Natal

Wildlife, Berge, Meer

KwaZulu-Natal liegt an der Ostküste des Indischen

Ozeans. Die südafrikanische Provinz entstand

1994 aus der Zusammenlegung von Natal

und dem früheren Homeland KwaZulu. Sie hat

vielfältige touristische Attraktionen – von endlosen

weißen Sandstränden über eine herrliche

Bergwelt bis zu großen Tierreservaten. Die Region

ist eine echte Alternative zum Kap – hat

Ulrich Clef auf seiner Reise festgestellt.

Aus drei ganz unterschiedlichen Regionen

setzt sich KwaZulu-Natal zusammen: die

flachen Küstengebiete mit zahlreichen schönen

Stränden, die hügeligen Hochebenen im Inland

sowie das Limpopo-Gebirge im Norden und die

Drakensberge im Westen.

Das Klima ist ganzjährig warm, nur in den Bergen

kann es im Winter (Juni bis August) recht trocken

und kalt werden. KwaZulu-Natal wird auch die

„Gartenprovinz“ genannt. Im überwiegend subtropisch

warmen und feuchten Klima gedeihen das

ganze Jahr über Gemüse aller Art sowie tropische

Früchte wie Bananen, Mangos, Ananas und Guaven.

Im südafrikanischen Sommer (Januar bis März)

ist es an der Küste relativ heiß bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Die Zulu machen den größten Teil der Bevölkerung

aus. Die verschiedenen Zulu-Stämme wurden im 19.

Jahrhundert von Zulukönig Shaka zu einem Volk

vereinigt. Heute überwiegt der englische Einfluss in

KwaZulu-Natal, obwohl die Republik Natalia einst

von Buren gegründet wurde. Zahlreiche Inder wurden

im 19. Jahrhundert als Arbeiter für die Zuckerrohrplantagen

nach Südafrika gebracht, zogen aber

größtenteils in die Städte. Auch deutsche Einwanderer

ließen sich in KwaZulu-Natal nieder. Deutschsprechende

Südafrikaner leben auch heute noch

zahlreich westlich von Durban.

Wo Erde und Wasser

aufeinander treffen

Durban ist in der Sprache der Zulu „der Ort, wo Erde

und Wasser aufeinander treffen“. Rechtzeitig zur

Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hat sich die Stadt

mit dem größten Hafen Südafrikas ein modernes

Gesicht gegeben. Es wurde viel in die Infrastruktur

investiert, nicht nur durch den Bau des neuen King

Shaka International Airports. Im November 2011

stand Durban als Gastgeber der 11. Weltklimakonferenz

erneut im Rampenlicht.

60


Die mit über drei Millionen Einwohnern

drittgrößte Stadt ist nicht nur überaus

sportlich – Surfer und Jogger prägen das

Bild der Stadt ebenso wie die überwiegend

indisch-stämmige Bevölkerung. In der Nähe

der City finden sich orientalische, nach Gewürzen

und Räucherstäbchen duftende Basare,

die Seidenstoffe, Saris und Schmuck

anbieten. Einen Besuch wert ist auch die

Marine World mit einem großen Aquarium

und der Botanische Garten.

An der Beachfront, auch Golden Mile genannt,

säumen sich Bars und Restaurants.

Die Stadt mit dem wohl schönsten aller Fußballstadien

ist heute für Touristen deutlich

attraktiver geworden. Die Fahrt mit einer

Standseilbahn auf die kleine Plattform hoch

oben auf dem Bogen des Moses-Mabhida-

Stadions ist ein Muss. Von hier aus eröffnet

sich der Ausblick über die Stadt, das weite

Land bis in die Berge und auf das Meer. Direkt

zu Füßen des Stadions und somit fast

mitten in der Stadt liegt der renommierteste

Golfclub der Provinz, der Durban Country

Club.

Der prestigeträchtige Platz wurde vor über

80 Jahren in einem Sumpfgebiet und auf den

angrenzenden Dünen gebaut. Bis vor kurzen

galt der Durban Country Club noch als reiner

Privatclub, inzwischen hat er sich auch

Greenfee-Spielern geöffnet, einige Hotels

bieten günstige Packages. Auch im direkt am

18. Loch gelegenen großen Clubhaus mit sehr

gutem Restaurant und feiner Terrasse ist

man herzlich willkommen.

Der Bade-Vorort von Durban

Umhlanga Rocks (sprich: „umschlanga“),

gerade einmal 20

Kilometer nördlich von Durban,

ist ein mondäner Vorort, der

sich an einem schier endlosen

Sandstrand erstreckt. Hier

wohnt die reichere Bevölkerung,

auch gibt es zahlreiche

Hotels und Appartementhäuser.

Auf der Promenade kann man

stundenlang flanieren, im Norden

grenzt sie an das Umhlanga

Nature Reserve mit subtropischem

Küstenwald und einer

bunten Tierwelt.

Ein Erlebnis ist auch das größte Einkaufszentrum

Afrikas, das Gateway Theater of

Shopping mit zahlreichen Läden und Restaurants,

einer Indoor-Kletterwand, einer

Surfanlage mit künstlichen Wellen und

vielem mehr.

Umhlanga Rocks ist auch Sitz des Natal

Shark Boards, das die Küste und die kilometerlangen

Hainetze vor den Badestränden

überwacht. Hier erfährt man

alles über Haie und ihre Gewohnheiten.

Linke Seite:

Giraffe im Nambiti

Game Reserve

Oben:

Durban bei Nacht

Rechts:

Umhlanga Rocks

Links:

Durban Country Club

mit Stadion und Stadt

Fotos:

U. Clef und Satour

61


Umhlanga Rocks beherbergt auch die „Grand

Dame“ der Hotels von KwaZulu-Natal, The

Oyster Box Hotel. Man wohnt direkt am

Ufer. Seit 1947 verwöhnt das Hotel mit sehr

individuellem Design und kolonialer Eleganz

seine Gäste. Ein Erlebnis ist der abendliche

The Oyster Box Hotel in Umhlanga Rocks

KWAZULU-NATAL KOmPAKT

WissENsWErtEs

Beste Reisezeit: April bis Dezember

Offizielle Website: www.southafrica.net

hotEls

Cleopatra Mountain Farmhouse:

www.cleomountain.com

Grannie Mouse Country House:

www.granniemouse.co.za

Nambiti Plains Private Game Lodge:

www.nambitiplains.com

Oyster Box Hotel:

www.oysterboxhotel.com

Cocktail auf der Terrasse; dass die Auswahl

an Weinen kaum besser sein kann, versteht

sich hier auch von selbst. Ein Muss ist das indische

Büffet mit zahlreichen verschiedenen

Curries – von mild bis „extra hot“.

KWAZUlU-NATAlS BeRgWelT

Auf dem Weg in die Welt der Drakensberge

lohnt ein Stopp bei Tsonga Shoes. Peter und

sein Sohn Adrian Maree sahen sich mit ihrer

Firma Corrida Shoes immer mehr Wettbewerb

durch Billigschuhe aus China ausgesetzt. Um

sich hinsichtlich der Produkte stärker von den

Importen abzuheben, kreierten sie vor rund

15 Jahren mit Tsonga eine Marke, die erfolgreich

Arbeit zu den Arbeitern bringt – und

nicht umgekehrt. Dadurch werden Jobs in

vielen kleineren Orten auf dem Land geschaffen.

Inzwischen produzieren 170 Frauen rund

um die „Thread of Hope“-Farm in Lidgetton

und über 700 in ganz KwaZulu-Natal selbständig

handgemachte Schuhe aus feinstem

Leder und hochwertige Flip-Flops, Tslops genannt.

Das System ist denkbar einfach: In einem

Container wird eine „Mini-Fabrik“ gebaut

KWAZULU-NATAL

• Nambiti Game Reserve

Drakensberge

• Durban

und diese wird direkt im Ort platziert, sodass

die Arbeiterinnen keine Anreise haben und

sich ihre Arbeitszeit auch selbst einteilen

können. Die Maschinen, Designs und Materialien

werden von der Familie Maree gestellt,

die auch Marketing und Vertrieb verantworten.

Inzwischen werden handgefertigte Tsonga

Tslops sogar in Europa, Kanada, Australien

und Neuseeland verkauft (www.tsonga.com).

Ein paar Kilometer von der „Tread of Hope“-

Farm entfernt lädt das Grannie Mouse Country

House, ein guter Standort für Ausflüge

in die Umgegend, zum Stopp ein. Das traditionsreiche

Hotel wurde komplett renoviert

und erweitert. Man wohnt in geschmackvoll

eingerichteten Suiten mit Panorama-Balkon.

Das Gourmet-Restaurant ist außergewöhnlich

gut, die Auswahl an Weinen tadellos, die

Beratung durch den deutschstämmigen Sommelier

(in zweiter Generation) vorzüglich.

DIe DRACHeNBeRge

Von hier ist es quasi nur ein „Katzensprung“

zu den Drakensbergen, die mit bis zu fast

3500 Metern das höchste Gebirge des südlichen

Afrikas sind und eine natürliche Grenze

zwischen Südafrika und Lesotho bilden. Vor

gut zehn Jahren wurden sie von der Unesco

zum Weltnaturerbe und Weltkulturerbe erklärt.

Die Drakensberge sind ein herrliches,

schier endloses, hoch gelegenes Wandergebiet,

das man einmal besucht haben muss.

Im nördlichen Teil des Gebirges liegt das sogenannte

Amphitheater, eine acht Kilometer

lange, fast senkrechte, 1000 Meter hohe

Felswand. Touristisch am besten erschlossen

ist die Region um das Giant’s Castle. An Unterkünften

gibt es viele kleine Hotels, Lodges

und Guest Houses.

Eines dieser Lodges ist das in wunderschöner

Natur eingebettete Cleopatra Mountain

Farmhouse. Gastgeber sind Richard und

62


Mouse Poynton, die die alte Familien-Farm

zu einem „romantic gourmet getaway“ gemacht

haben, das gerade einmal elf individuell

eingerichtete Zimmer hat. Am Abend wird

ein feines 7-Gang-Menü serviert, auch hier

ist das Weinangebot bestens.

Bilder oben: Cleopatra Mountain Farmhouse und der

Sommelier des Grannie Mouse Country Hauses

Wunderbares Wildlife

Ein Urlaub in KwaZulu-Natal wird erst durch

den Besuch eines der Tierreservate komplett.

Die bekanntesten sind die Ithala-, Mkhuzeund

Hluhluwe-Imfolozi Game Reserves.

Mehr als zweitausend weiße und schwarze

Nashörner bilden die größte Konzentration

ihrer Art auf der Erde. In diesen Tierreservaten

werden unter anderem auch Löwen,

Elefanten, Leoparden, Büffel, Giraffen, Geparden

und verschiedene Antilopenarten

geschützt.

Eines der jüngeren Reservate, das zudem

auch sehr gut von Johannesburg oder Durban

(jeweils etwa drei Stunden) und den Drakensbergen

(gut eine Stunde) zu erreichen

ist, ist Nambiti. Im malaria-freien Wildreservat,

das auch die „Big 5“ beherbergt, liegen

eine Handvoll kleiner Luxus-Lodges, darunter

die Nambiti Plains Private Game Lodge. Sie

verfügt über nur zehn Suiten in einzelnen Villen,

das sorgt für eine persönliche Atmosphäre.

Die Besitzer der Lodge sind Wally und

Debby Fry, die mit ihren vegetarischen Supermärkten

in Südafrika bekannt geworden

sind. Aber keine Angst, bei den vorzüglichen

Speisen müssen Sie hier nicht auf Fleisch verzichten.

Auf den Game Drives bei Sonnenaufgang

oder vor Sonnenuntergang sieht man im

Nambiti Game Reserve reichlich Wild und

kommt auch Löwen, Elefanten und Nashörnern

im großen Jeep sehr nah. Wenn es dunkel

ist, wird man zum Zimmer eskortiert. Hier

kann es durchaus passieren, dass Elefanten in

der Trockenzeit nachts den Swimmingpool

leertrinken, dass junge Büffel unbedingt die

Kraft mit Ihrem Mietwagen messen wollen

oder dass sich eine Giraffe wenige Meter

vom Frühstückstisch entfernt an den Blättern

eines Baums labt. Aber keine Angst, auf

Sicherheit wird höchster Wert gelegt. •

63


NATUR

Himmlisch !

Eine Fahrt im Heißluftballon macht süchtig

Wer hoch hinaus will, muss sehr zeitig aufstehen. Wenn die Sonne hinter dem

Horizont empor kriecht und die letzten Fetzen nächtlicher Kälte die müden Passagiere

frösteln lässt, genau dann ist der richtige Zeitpunkt, um mit einem der knallbunten

Heißluftballons aufzusteigen. Die Thermik ist um diese Tageszeit – ebenso wie am

frühen Abend – stabil, es herrschen kaum gefährliche Auf- oder Abwinde. Ideale

Verhältnisse für die Kapitäne ihre Luftgefährte in Stellung zu bringen.

64


Fotos: E. Clef-Prahm (7), B. Bläss (1)

65


Fotos dieser Seite: Alpenüberquerung im Winter

Rechte Seite: die Kathedrale, einer der beeindruckendsten Heißluftballons, vor dem Original

Fotos: E. Clef-Prahm, L. Ackermann

mit Sachverstand und einer Schar Helfer hauchen sie unter

dem bedrohlichen Fauchen der Brenner den fröhlichen

Riesen Leben ein. Wenn dann die Heißluftballons stolz

aufgerichtet und nervös wie junge Pferde tänzelnd an ihren Ankerseilen

dem Himmel entgegenstreben und alles auf Sicherheit geprüft

ist, heißt es: Korb besteigen und Leinen los!

Der uralte Wunsch des Menschen sich von der Erde abzuheben,

dieses lautlose, schwebende Ein-„Tauchen“ in das Reich der Vögel,

wird kaum angenehmer befriedigt als von einer Fahrt in einem Ballonkorb.

Zwar ist eine Reise in einem solchen Gefährt heute kein wirkliches

Abenteuer mehr, das großartige Gefühl von Freiheit aber

hat seit den Gebrüdern Montgolfier nichts von seiner Faszination

verloren. Die Stille, die nur ab und an unterbrochen wird

vom Einsatz des Brenners oder den entrückten Geräuschen,

die vom Boden heraufdringen, ist unbeschreiblich. Einzig der

Wind bestimmt, wohin die Reise geht.

Angebote für Ballonfahrten gibt es heute in fast allen Regionen

der Welt. Ein echtes Erlebnis sind die Ballonfestivals. Da hängt

der Himmel voller bunten „Kugeln“, zu denen sich in den letzten

Jahren mehr und mehr auch Special Shape-Ballone gesellen.

Von einer fliegenden Kirche über Gabelstapler bis zum Bierglas

– kaum ein Objekt, das nicht am Himmel auszumachen ist.

Schade nur, die hübsch anzuschauenden Fluggeräte haben oft

eine geringere Steuerfähigkeit und Tragkraft vorzuweisen als

die Klassiker.

Zwischen 15 und 250 Ballone schweben bei Festivals hierzulande

ähnlich einem Schwarm vom Startplatz in Richtung Horizont.

Im Ausland sind es oft noch mehr. Je nach Wind und Thermik

lassen sich dabei Distanzen von zehn Kilometern und mehr

zurücklegen, bis die Piloten zur unvermeidlichen Landung ansetzen.

Dort mit Champagner und einer Urkunde vom Tross der

Bodencrew empfangen, dürfen sich erstmalig Mitreisende als

„getauft“ betrachten. Währenddessen beginnt im „Fahrerlager“

solcher Veranstaltungen das obligatorische Rahmenprogramm.

Wer dann noch nicht genug hat, der sollte am Abend erneut

den Ballonfahrern folgen. Die treffen sich zum Schauspiel des

sogenannten Night Glow, des nächtlichen Ballonglühens. Synchron

zu Musik befeuern sie die am Boden verankerten Ballone

und zelebrieren eine Art Reigen in die Dunkelheit. Und spätestens

jetzt versteht jeder, warum es heißt: Eine Fahrt im Heißluftballon

macht süchtig.

66


67


die termine der bekanntesten Ballonfestivals

1.Juni - 11. August

3. taituNg hot air BallooN fiEsta,

taiWaN

Im Südosten der Insel findet während 10

Wochen das „längste“ Ballontreffen des Jahres

mit Teilnehmern aus aller Welt statt. Taitung

gilt als das schönste touristische Gebiet

Taiwans. www.balloontaiwan.taitung.gov.tw

21. - 30. Juni

7. WarstEiNEr BallooN sail, KiEl

Die Kieler Woche ist an sich schon eine Reise

wert. Hier starten bis zu 70 Ballone im

maritimen Flair vor der Kulisse der Ostsee.

www.balloon-sail.de

28. – 30. Juni

BalloNfEstiVal BoNN,

frEiZEitparK rhEiNauE

Ein kleines, familiäres Treffen mit ca. 20

Ballonen und buntem Rahmenprogramm.

Ein schönes Maritim Hotel liegt gleich neben

dem Veranstaltungsgelände. Ideal

auch in Verbindung mit einem Besuch des

Weltkulturerbes „Oberes Mittelrheintal“.

Das beginnt zwar erst in Koblenz, ist aber

nicht weit von Bonn entfernt.

www.ballonfestival-bonn.de

stadt des Ballonsports. In der Nähe von

Metz/Lothringen treffen sich alle zwei Jahre

viele hundert Ballone. Ob es mehr werden

als in Albuquereque (600 Ballone) ist

umstritten. www.pilatre-de-rozier.com

15. – 18. August

BalloNMagiE iN MagdEBurg

Im Elbauenpark am Messegelände starten

ca. 30 Ballone. Incl. Ballonglühen am Samstag

Abend. www.ballonmagiemagdeburg.de

16. - 18. August

MosEl BalloNfiEsta, triEr

Bis zu 70 Ballone treffen sich auf dem

Flugplatz Trier-Föhren. Veranstaltet von

Deutschlands Ballonhersteller schroeder

fire balloons. www.moselballonfiesta.de

30. August – 7. September

WarstEiNEr MoNtgolfiadE

Mitten im Sauerland: Deutschlands größte

Veranstaltung mit ca. 250 Ballonen -

die gleichnamige Biermarke ist der größte

Ballonsponsor weltweit. Mit Feuerwerk, Kirmesplatz,

Budenstadt. Also eher eine Massenveranstaltung

als ein gemütliches Beisammensein.

www.warsteiner-wim.de

5. – 13. Oktober

alBuQuErEQuE BallooN fiEsta

In New Mexiko treffen sich jährlich 600

und mehr Ballone zum größten Ereignis

diese Art in der Welt. Eine der wenigen Veranstaltungen,

bei denen man sich zwischen

den Ballonen aufhalten kann und Kontakt

zu den Piloten hat. www.ballonfiesta.com

25. – 28. Juli

19. saXoNia BallooN fiEsta, lEipZig

Das Besondere: mit über 40 Ballonen startet

man „mitten in der Stadt“ auf der Festwiese

vor der Red Bull Arena. So lernt man

diese schöne Stadt auch aus der Luft kennen.

www.balloonfiesta.de

26. Juli – 4. August

lorraiNE MoNdial air BallooNs,

fraNKrEich

Die Veranstaltung nennt sich Welt-Haupt-

22.- 24. September

3. ha’gilBoa BallooN fEstiVal,

israEl

Sollten Sie Ende September eine Reise nach

Israel planen: in Ha’Gilboa im Norden – in

Galiläa nahe des See Genezareth – starten

am 22./23.9. viele Ballon-Sonderformen

auch aus Deutschland, der Schweiz und

Österreich. Am 24.9. nochmals, dann am

nördlichen Rand der Negev, im Eskol Nationalpark.

An beiden Orten gibt es Night

Glows. www.hotairballoonworx.de

Termine weiterer Ballonfestivals auf der

ganzen Welt finden sie unter

www.reise-genuss.info

und www.balloonevents.org

68


Balloon

calendar

Ballon

Kalender

EiN „Muss“ fÜr JEdEN

faN VoN hEissluftBalloNs

reisegenuss präsentiert die schönsten Beißluftballon-Bilder

als Kalender-App für iphone und ipad

Eine echte Innovation sind Kalender-Apps von reisegenuss mit

einer Auswahl wunderschöner Bilder. Der Ballon-Kalender erhält

bereits wichtige Festivaltermine - und zeigt Ihre eigenen,

persönlichen Termineinträge, die Sie bereits in Outlook oder iCal

am PC oder MAC eingetragen haben, an. Mit der Kalender-App

können Sie Ihre gesamte Terminplanung in toller Oprtik vornehmen,

neue Ereignisse eintragen, bestehende Termine ändern und

verwalten sowie mit Ihrem persönlichen Kalender auf dem PC

bzw. MAC synchronisieren.

Die Ballon-Kalender-App von Reisegenuss funktioniert zeitlich

unbegrenzt mit Ihrem iPhone oder iPad und ist zum Preis von

nur 4,49 € im AppStore von iTunes erhältlich.

Weitere Kalender-Apps von Reisegenuss erscheinen in Kürze

auch zu den Themen „Strände“, „Berge“, „Segeln“ und mehr.

Fotos: E. Clef-Prahm, B. Bläss

69


GesunD reisen

So erkennt man ein gutes Spa-Angebot

Spa- & Wellnessurlaub mit Vergnügen

ein umfassendes Spa- und Wellness-Angebot ist inzwischen

für 4- und 5-Sterne-Hotels quasi ein „muss“. Häufig halten

die leistungen aber nicht das, was sie versprechen. mal entsprechen

die Räumlichkeiten nicht den Anforderungen, mal

hapert es an der Aus- und fortbildung der mitarbeiter. Dank

des „Wellness & SPA europa Qualitätssiegel“ können anspruchsvolle

Urlauber nun bereits vor der Anreise erkennen,

ob ein Hotel-Spa hält, was der Reiseprospekt verspricht.

mehr dazu im gespräch mit Dr. Hans Jörg Schmeisser, dem

gründer des europäischen Prüfinstituts für Wellness & SPA e.V.

Herr Dr. Schmeisser, was zeichnet einen guten Spa aus?

„Es gibt klare Anforderungen des Gastes für eine moderne

Wellness & Spa-Einrichtung: Nicht der Stil selbst ist entscheidend,

sondern das vermittelte Ambiente und die transportierte

Individualität für den Gast! Qualitätsfaktoren sind:

• Ruhige und naturnahe Lage des Hotels

• Bauliche und funktionelle Einheit des Gesamtkonzepts

• Room-Setting: Ambiente und Ästhetik vor Funktionalität und

Praktikabilität (Gestaltung, Farben, Dekoration, Klang, Licht)

• Erlebnisorientierte Gastführung in den verschiedenen Spa-

Zonen

• Authentisches auf den individuellen Gast spürbar abgestimmtes

Behandlungskonzept

• Qualität der Mitarbeiter.“

Wie erkennt ein Urlauber, ob die angekündigte „moderne Wellness-Oase“

wirklich eine gute Qualität bietet?

„Vor allem Neulinge sollten eher nicht vorbuchen, sondern sich

am Anreisetag vor Ort den Spa zeigen lassen und sich dann

für ein oder zwei Treatments entscheiden. Oft werden auch

preisgünstigere sogenannte Einsteiger- oder Schnupper-Pakete

angeboten.

Was macht ein gutes Treatment aus?

„Hohe Qualität entsteht nur dann, wenn das ganzheitliche

Konzept des Hauses und das Personal stimmen! Ohne beste

Qualifikation und absolute Serviceorientierung der Behandler

Dr. Hans Jörg Schmeisser MBA hat Humanmedizin,

Sport, Betriebswirtschaft und

Politik studiert. Er arbeitet als Medizin-,

Sport- und Wellness-Sachverständiger.

Nachdem er rund 20 Jahre eine eigene Praxis

für Allgemein- und Sportmedizin sowie

Naturheilverfahren geführt hat, arbeitet er

seit 2003 als öffentlich bestellter und

vereidigter Sachverständiger für die

Bewertung von Arztpraxen, Wellness- und

Fitnesseinrichtungen. Im April 2008 gründete

er zusammen mit Wellness-Sachverständigen

aus Österreich und der Schweiz das

Europäische Prüfinstitut Wellness & SPA e.V..

www.wellness-audits.eu

gibt es keine exzellente Wellness-Qualität. Die fachlich-medizinische

Qualität ist für Laien oder Einsteiger nur schwer zu

beurteilen, da ist das subjektive Gesamterlebnis ausschlaggebend.

Erfahrene Wellness-Gäste hingegen legen auch Wert

auf eine technisch akkurate Ausführung. Empfehlungen von

Freunden und Bekannten, die das Hotel möglicherweise bereits

besucht haben, oder auch anerkannte Zertifizierungen wie die

unseres Europäischen Prüfinstituts für Wellness & Spa sind

eine gewisse Garantie für die Spa-Qualität.“

Wie stellt das Europäische Prüfinstitut während der Zertifizierungsphase

sicher, dass ein Hotel die Kriterien für das Gütesiegel

erfüllt?

„Nach dem sogenannten Pre-Check, bei dem wir einige Grundvoraussetzungen

bereits im Vorhinein durch einen vom Hotel

beantworteten Fragebogen abchecken, kommt es zum „Mystery

Check“, der vor Ort im Hotel stattfindet. Ohne Wissen des

Hotels und der Angestellten buchen sich unsere ausgebildeten

Tester im Hotel ein und arbeiten einen Fragenkatalog mit mehr

als 800 Einzelfragen genauestens ab. Selbstverständlich werden

dabei auch Wellnessanwendungen getestet, sodass wir

die getestete Qualität mit unserem Wellness Europa Gütesiegel

garantieren können.“

Herr Dr. Schmeisser, Sie sind nicht nur Mediziner und Wellness-Experte,

sondern auch seit Jahrzehnten ein passionierter

Golfer. Daher abschließend die Frage, welche Treatments sind

für sportliche Urlauber besonders geeignet?

„Wenn ein Urlaub vom täglichen Sport dominiert wird, dann

kommen Kombinationsbehandlungen über mehrere Stunden

eher nicht infrage. Entspannende Massagen aller Art, auch exotische

Varianten, sind besonders geeignet sich und die Muskulatur

zu entspannen und auf den nächsten Tag vorzubereiten.

Weniger geeignet für Golfer, die täglich abschlagen, sind gymnastische

oder isometrische Bewegungsübungen (Dehnungsanwendungen,

Halteübungen) oder zum Beispiel Shiatsu: Muskelkater

oder Reizungen an den Gelenken sollte man vermeiden,

wenn man am nächsten Tag 18 oder 36 Loch spielt.“

reisegenuss stellt in dieser und in den nächsten

Ausgaben vom europäischen Prüfinstitut für Wellnes &

SPA zertifizierte Hotels vor.

70


SPA & GOLF

5 Sterne

5 Golfplätze

5 Restaurants

500 Jahre Geschichte

2500 m 2 Wellness

Familie Seyrling – seit 200 Jahren

Romantikstrasserl 1, A-6100 Seefeld /Tirol, Tel. +43.5212.26210, Fax +43.5212.3885, info@klosterbraeu.com

www.klosterbraeu.com

71


Ostseebad Rügen

Rugard Strandhotel

Das „Rugard Strandhotel“ befindet sich direkt

an der Strandpromenade von Binz. Das

Ortszentrum mit den noch vielen Bauten der

typischen Bäder-Architektur liegt nur wenige

Gehminuten vom 4,5-Sterne-Wellnesshotel

entfernt.

In den erstklassig eingerichteten 231 Zimmern

und 31 Suiten erwartet den Gast

höchster Komfort. Die Ausstattung umfasst

einen Farb-TV mit Radio, ein Telefon, eine Minibar,

einen Safe sowie ein Badezimmer mit

Dusche und WC oder Badewanne und WC,

einen Bademantel und einen Haartrockner.

Die Doppelzimmer verfügen teilweise über

einen Balkon und sind bis zu 3 Personen

buchbar. Die Junior-Suiten sind optisch in

Wohn- und Schlafbereich gestaltet. Alle Zimmerkategorien

sind wahlweise zur Land- und

zur Seeseite buchbar.

In der 5. und 6. Etage finden sich zwei einzigartige

Panoramarestaurants mit einem reichhaltigen

Frühstücksbuffet sowie einer Bio- und

Diätecke und dem Gourmet-Schlemmerbuffet

am Abend, nebst einer reichhaltigen á-lacarte-Auswahl.

Das Restaurant RUGARD’s Gourmet hat sich

als eine der Top-Adressen in Binz etabliert,

nicht nur Feinschmecker schätzen die innovative

und ausgezeichnete Küche. Die Küchencrew

des Rugard Strandhotel konnte so

schon mehrfach den begehrten „Rügenpokal“

erkochen.

Das „Rugard Royal Spa“ bietet auf ca. 3000

m² ein 18 x 6 m Hallenbad auf Salzwasserbasis

mit Gegenstromanlage (29°C), eine finnische

Bio-Sauna (95°C), eine Bio-Kräutersauna

(55°C), eine römische Steinsauna (55°C),

eine Edelstein-Dampfgrotte (45°C), ein Tepidarium

(39°C), ein Laconium (75°C), ein Fußsprudelbecken,

einen Eisbrunnen und vieles

mehr. Der Wellnessbereich wurde vom Europäischen

Prüfinstitut Wellness & SPA mit

dem Prädikat „Premium Spa Selection“ zertifiziert.

Hierzu gehört auch eine besondere

Konzeption von Ayurveda-Anwendungen

einschließlich ayurvedischer Küche durch

den Küchenchef.

Das Beauty Spa verwöhnt (gegen Gebühr)

mit Floating Pool, Schönheitsbad für Körperbäder,

Soft-Pack-Liege mit Körperpackungen,

Serail Bad mit drei verschiedenen

Schlämmen sowie entspannenden und pflegenden

Gesichtsbehandlungen, Lymphdrainagen

und Massagen. Für die Behandlungen

in der Beautyfarm wählen die Gäste aus Produkten

der Firmen Clynol, Clarins Paris, Thalgo

Cosmetics und SPA Ritual.

Zum Ausklang eines erholsamen Tages auf

Rügen bietet die Hotel Bar STÖRTEBEKER

Cocktails in gemütlicher Atmosphäre und mit

Live Musik.

Dr. Schmeisser vom Prüfinstitut wertet das

Angebot zusammenfassend so: „Das Strandhotel

Rugard ist besonders geeignet auch für

Gäste, die einmal in ayurvedische Behandlungen

und ayurvedische Küchenkonzepte

„reinschnuppern“ möchten.

www.rugard-strandhotel.de

72


Ostseebad Rügen

Grand Hotel Binz

Umgeben von liebevoll restaurierten, historischen

Altbauvillen liegt das im Stil der für

Rügen typischen Bäderarchitektur neu erbaute

„Grand Hotel Binz“ am ruhigen und

exklusiven Teil der Strandpromenade des bekannten

Ostseebades Binz auf Rügen. Direkt

vor dem Hotel beginnt ein schmaler Dünenstreifen

und unmittelbar dahinter liegt der

feinsandige Ostseestrand der Binzer Bucht.

Gleich hinter dem Hotel beginnen die imposanten

Buchenwälder der Granitz.

Im Grand Hotel Binz finden sich 120 komfortable,

lichtdurchflutete Zimmer und vier exklusiv

ausgestattete Suiten. Die modernen

und großzügigen Bäder verfügen über Badewanne

oder Dusche und bieten zudem ein

separates WC mit Fußbodenheizung.

Alle Gästezimmer und Suiten sind mit Safe,

Minibar, zwei Telefonen, Internetzugang,

Fernseher sowie teilweise mit einem begehbaren

Kleiderschrank ausgestattet.

In der geschmackvollen Hotelbar erwartet

die Gäste zusätzlich ein professionelles Bar-

Team mit kreativen Ideen für den individuellen

Geschmack jedes Gastes.

Der Wellnessbereich ist eine Oase für Körper,

Geist und Seele. Auf über 750 m² fügen sich

geschmackvolle Räume für Wellness- und

Beauty-Behandlungen, Sport- und Fitnessangebote,

eine finnische Sauna, Duftsauna,

Hamam sowie ein Schwimmbecken mit Gegenstromanlage

zu einem vielfältigen Wellness-

und Fitnessangebot zusammen.

An der Bar des Wellnessbereichs werden Sie

mit frisch gepressten Säften, Cocktails, hausgemachten

Fitnessdrinks und leichten Speisen

verwöhnt.

Das besondere Juwel ist der Thai-Bali Spa -

ein kleines Paradies der asiatischen Entspannung.

Nach einem Entwurf des Architekten

Chantaka Puranananda öffnen sich original

thailändische Tempeltüren zu einer einzigartigen

Symbiose asiatischer und europäischer

Wellness-Elemente. Als Enkel des thailändischen

Königs Rama IX. weiß Chantaka Puranananda,

worin wahrer Luxus besteht und

schaffte im Grand Hotel Binz auf Rügen einen

thailändischen Wohlfühltempel.

Bestens ausgebildete Wellness-Therapeuten

sorgen mit behutsamer, individueller Behandlung

in authentischer Umgebung für

echte asiatische Entspannungsatmosphäre.

Das Thai-Bali Spa wurde vom Europäischen

Prüfinstitut Wellness & SPA e.V. mit dem Prädikat

„Leading Spa Selection“ zertifiziert und

ausgezeichnet.

Das Restaurant Ruiani verwöhnt mit einer

zeitgenössischen, leichten Küche, in der auch

regionale Produkte Verwendung finden sowie

einer erlesenen Weinauswahl aus verschiedenen

Regionen Deutschlands und der

Welt. „Ruiani“ steht für Rügen auf Slawisch.

Dr. Schmeisser vom Prüfinstitut bewertet das

Gesamtangebot so: „Das Grand Hotel Binz

besticht durch beste ruhige Lage direkt am

Strand und ist doch zentral gelegen. Die Qualität

der Spa-Angebote im Thai Spa überzeugt

neben der authentischen Atmosphäre

mit bestens qualifizierten und engagierten

Behandlern.“

www.grandhotelbinz.com

73


Business

STUDIE

Die besten Buchungs- und Vergleichsportale für Flüge

Auch wenn das gute Reisebüro dank persönlicher Beratung gerade bei hochwertigen Urlaubsreisen – schließlich geht es um die „kostbarsten

Wochen“ des Jahres - weiterhin en vogue ist, werden inzwischen vor allem Flüge und Mietwagen vermehrt direkt über das Internet

gebucht. An der Hochschule Rosenheim befassten sich Studenten in einer Studie mit den wichtigsten Buchungs- und Vergleichsportalen.

Dabei führten 45 Personen unterschiedlichen Alters jeweils mehrere Testbuchungen durch.

Bereits zu Anfang der Studie ergab sich ein überraschendes Ergebnis.

Die meisten Testpersonen hatten kein „Lieblingsportal“, sondern etwa

die Hälfte der Probanden geht meist via Google auf die Suche nach

dem passenden Flug.

Generell wurden von den Testpersonen bei den Flugportalen „zuviel

Werbung“ und „versteckte Kosten“ kritisiert sowie die guten und

schnellen Vergleichsmöglichkeiten gelobt.

Bei der Übersichtlichkeit der Website und hinsichtlich der Eingabe der

Flugdaten schnitten die Vergleichsportale swoodoo.de und skyscanner.de

am besten ab. Bestes Buchungsportal bei diesen beiden Aspekten

war ebookers.de. Bei der Frage nach einer ausreichenden Aufklärung

über Informationen wie Stornierung, Versicherungen und

Gepäckvorschriften landete bei den Vergleichsportalen wieder swoodoo.de

an erster Stelle, bei den Buchungsportalen opodo.de.

Insgesamt schnitten in der Studie bei den Vergleichsportalen swoodoo.de

und bei den Buchungsmaschinen ebookers.de am besten ab.

Jetzt können Fluggäste zwischen einer günstigen

Reise ohne Zusatzleistungen und einem

hochwertigen Passagiererlebnis mit Annehmlichkeiten

und Extras wählen und ein

individuelles Paket zusammenstellen, das zu

den persönlichen Bedürfnissen passt. Dazu

wird die „neue Germanwings“ drei Tarife mit

verschiedenen Leistungs- und Servicepaketen

anbieten: „Best“ als hochwertigstes AngermAnwings

mit neuem konzept

Fliegen „à la carte“

Dass die Lufthansa nahezu alle innerdeutschen und europäischen Strecken mit Ausnahme

von und nach Frankfurt und München an die Tochtergesellschaft Germanwings abgibt,

hat sich bereits herumgesprochen und bei Vielfliegern für Unruhe gesorgt. Dabei hat

Germanwings seit ihrer Gründung mit modernen Maschinen und einem sehr guten Preis-

Leistungsverhältnis durchaus überzeugt. Mit einem neuen Produktkonzept will man sowohl

Low-Cost-Fluggäste als auch Passagiere mit Premiumanspruch zufriedenstellen.

gebot, das insbesondere die Bedürfnisse von

Geschäftsreisenden abdeckt, „Smart“ als Tarifangebot

mit inkludierten sowie individuell

ergänzbaren Zusatzleistungen und „Basic“ als

reines Low-Cost-Angebot.

Der Best-Tarif offeriert dem Fluggast einen

Platz in einer der drei vordersten Reihen. Dort

genießt er den großzügigen Sitzabstand von

32 Zoll (81,2 Zentimeter) und den freien Mittelsitz

neben sich, wie bisher aus der Lufthansa

Business Class gewohnt. Weitere Komponenten

sind: Zugang zu Lufthansa-Lounges, Priority

Check-In und Benutzung der Fastlane bei

der Sicherheitskontrolle, erhöhte Meilengutschrift

bei Miles & More, HON Circle Meilen,

doppelte Freigepäck-Menge (zweimal 23 Kilogramm),

Catering à la carte an Bord, flexible

Umbuchung und Stornierbarkeit des Tickets.

Der Smart-Tarif entspricht einem klassischen

Economy-Produkt mit hoher Qualität: In diesem

Tarif sind für die Passagiere die Reihen

im vorderen Bereich des Flugzeugs reserviert,

die mit 32 Zoll (81,2 Zentimeter) denselben

großzügigen Sitzabstand wie beim Best-Tarif

bieten. Smart beinhaltet Catering in Form eines

Snacks und alkoholfreien Getränken sowie

23 Kilogramm Freigepäck.

Der günstigste Tarif ist der Basic-Tarif, der einem

Low-Cost-Produkt entspricht: Man verzichtet

auf kostenfreie Speisen und Getränke

sowie Freigepäck und kann im Flugzeug ab

Reihe elf Platz nehmen. Das Besondere: Auch

in den beiden Tarifen Smart und Basic können

Zusatzleistungen hinzugebucht werden.

Mit dem neuen Konzept reagiert das Unternehmen

auf die schwierigen Marktbedingungen

im Luftverkehr. Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender

der Deutschen Lufthansa

AG: „Damit wird es uns gelingen abseits unserer

großen Drehkreuze wieder profitabel zu

fliegen und gleichzeitig unsere Gäste mit einem

modernen Angebot zu begeistern.“

Mit circa 90 Flugzeugen sollen bis zu 20 Millionen

Gäste im europäischen Direktverkehr

pro Jahr befördert werden.

74


FLUGATLAS 2013

Die besten Low-Cost-Airlines

Der Verein „Mobil in Deutschland“ hat pünktlich zur Sommerzeit sieben der bekanntesten Low-Cost-Airlines mit der Lufthansa

verglichen. Entstanden ist der „Flugatlas 2013“. Er soll aufzeigen, welche Fluggesellschaft günstig und fair ist. Dabei

schneidet Germanwings genauso gut ab wie die Lufthansa, EasyJet und Ryanair landen auf den letzten Plätzen.

Beim Test wurden Aspekte wie die Anzahl der Flugziele, die Klicks bis zum

Abschluss der Buchung, die Buchungs- und Stornomodalitäten, die Gebühren

bei Kreditkartenzahlung, die Preise für Kinder und Hunde, für Reservierung,

für Handgepäck, Gepäck und Übergepäck, die Verpflegung, der Sitzabstand,

das Alter der Flotte und das Bonusprogramm herangezogen. Der Vergleich

brachte 2013 zwei Sieger: Das sind Germanwings und Lufthansa. Platz 2 geht

dieses Mal an TuiFly. Die hinteren Plätze belegen Ryanair und EasyJet.

Rang 1: Germanwings & Lufthansa (Note 2,0)

Rang 2: TuiFly (Note 2,18)

Rang 3: Air Berlin (Note 2,24)

Rang 4: Condor & Vueling (Note 2,35)

Rang 5: EasyJet & Ryanair (Note 2,65)

komfortabler kann ein check-in nicht sein

Der VIP-Service am Flughafen Frankfurt

Wichtige Politiker oder berühmte Künstler sieht man so gut wie nie am „normalen“ Check-

In, denn sie werden individuell betreut und abseits der Massen „abgefertigt“. Solche höchst

angenehmen Privilegien sind an vielen Flughäfen inzwischen auch für jedermann erhältlich.

So verspricht der „Fraport-VIP-Service“ ein „exklusives und stressfreies Reisen bereits am

Flughafen“. Reisegenuss hat das Angebot, das sowohl Geschäfts- als auch Urlaubsreisende

bei Abflug, Transit und Ankunft in Anspruch nehmen können, getestet.

Die Vielflieger kennen es: Umsteigen am Frankfurter Flughafen

ist oft mit Hektik verbunden, und gerade nach einem Interkontinentalflug

wünscht man sich am Morgen einen Rundum-

Service, um für den nächsten Geschäftstermin fit zu sein.

Wenn dann schon an der Tür des Flugzeugs ein persönlicher

Betreuer wartet, den Reisenden per Limousine oder VIP-Bus

zur speziellen, top-ausgestatteten Lounge bringt, dann ist das

ein perfekter Start in den Tag. Am Gepäckband zu warten, ist

auch nicht notwendig: Selbstverständlich wird das Gepäck

auch individuell abgeholt und zur Lounge gebracht. Sollte Ihr

Auto vom VIP-Service geparkt worden sein, erhalten Sie es nur

wenige Meter von der Lounge entfernt zurück. Und als Transitgast

wird man rechtzeitig zum Anschlussflug gefahren.

Beim Abflug empfiehlt es sich, spätestens 90 Minuten vor Abflug

mit dem PKW am VIP-Tor (Tor 13) einzutreffen. Dort

nimmt ein persönlicher Betreuer den Fluggast in Empfang und

kümmert sich um Valet-Parking, Check-In, Gepäckabfertigung

und die Ein- bzw. Ausreiseformalitäten. Währenddessen kann

man sich in der VIP-Lounge bei kleinen Speisen und Getränken

entspannt zurücklegen, das Medienangebot – darunter selbstverständlich

auch Reisegenuss und golfgenuss – sowie

kostenfreies WLAN nutzen. Kurz vor dem Abflug bringt der

persönliche Betreuer die Gäste dann zum Flugzeug, wo sie je

nach Wunsch als erste oder letzte boarden.

Das kostet der VIP-Service am flughafen

Die erste Person bezahlt pro Betreuungstag 298 Euro zuzüglich

MwSt., jede Begleitperson 110 Euro zuzüglich MwSt. Weitere

Informationen und Buchung beim VIP-Servie der Fraport

AG, Tel. +49 69 690-70366.

75


BUSINESS

„deep sleep“-Zimmer sorgen für erholsamen schlaf

Gute Nacht!

Gestresste Geschäftsleute, Reisende mit Jetlag und Menschen mit Schlafproblemen liegen

hier richtig: Das SwissÔtel in Berlin ist das erste Hotel in Deutschland, das mit einem

sogenannten DeepSleep-Package für einen besseren und erholsameren Schlaf sorgen

kann. Das Angebot basiert auf dem Chrono-Health-Konzept des Kölner Schlafmediziners

Dr. Michael Feld. Reisegenuss-Chef Ulrich Clef hat sich einmal eine Nacht so richtig

ausgeschlafen, oder?

Schlafprobleme sind heutzutage ein fast

schon alltägliches Problem. Sie treffen

etwa 20% der Menschen, Tendenz

steigend. Schlafstörungen können physischer

Natur sein – beispielsweise Schnarchen und

Zähneknirschen – oder psychische Gründe

wie Ängste und Sorgen haben. Einzelne Ursachen

sind etwa die zunehmende nervliche

Anspannung im Berufs- oder Privatleben,

Störungen der Tag-Nacht-Rhythmik, Alkohol,

falsche Ernährung, Medikamente und spätabendliche

Aktivitäten.

Hat sich eine Schlafstörung erst einmal festgesetzt,

- ausgenommen davon ein gelegentlicher

Jetlag -, kann man sie nur schwer

wieder loswerden. Denn die Sorge um den

Schlaf in der nächsten Nacht führt zu noch

mehr innerer Anspannung, was das Ein- oder

Durchschlafen noch schwerer macht.

All das zählt zum Einsatzgebiet des Schlafmediziners

Dr. Michael Feld, Mitglied der

Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung

und Schlafmedizin. Gemeinsam mit Dr.

Samia Little Elk eröffnete er im vergangenen

Jahr auch eine Praxis direkt im Swissôtel Berlin

am Kurfürstendamm.

DEep Slep im swissÔtel

Das von Dr. Feld und dem Swissôtel entwickelte

DeepSleep-Package zum Preis von 60 Euro

(zusätzlich zur aktuellen Zimmerrate) bietet

ein wissenschaftlich fundiertes Konzept zur

Regeneration des Körpers mittels einer speziellen

Kombination von Lichttheraphie, Power-

Napping, Höhenluftatmung, Aromatheraphie,

bestimmten Nahrungsergänzungen und binauralen

Beats des Sound-Kissens.

Als „DeepSleep-Tester“ startete ich den Tag in

meinem Zimmer mit einer dreißigminütigen

Session vor einer Bright-Light-Lampe (10.000

Lux). Das macht selbst an düsteren Wintermorgenden

herrlich wach! Für eilige Gäste,

gibt es auch „Light to go“ als Headset. In dieser

Zeit vor dem Frühstück sorgt ein Kräuter-

Drink für eine zusätzliche Aktivierung. Dazu

gibt es eine kleine Aromatheraphie mit Zitronengrasduft

und Zitrusölen. Die Gerüche sollen

direkt in die „emotionalen Hirnteile“ eindringen

und dadurch einen vitalisierenden

Effekt haben. Trotz des grauen Wetters draußen

gehe ich vitaler als sonst in den Tag.

Ideal für Tagungsgäste und gestresste Manager

– da fühle ich mich absolut angesprochen

– ist die PowerNap-Lounge des Hotels.

Auf den Napping-Liegen kann man das bei

den meisten Menschen übliche biologische

Tief am Nachmittag überbrücken. 20 bis maximal

30 Minuten dauert der Ruhezustand

von Körper, Geist und Seele, der in Kombination

mit entspannenden Klängen für Erholung

und einer deutlichen Steigerung der

Leistungsfähigkeit in den darauffolgenden

Stunden führt. Und das funktioniert!

Am Abend bewirkt das Einatmen von Höhenluft

- auch im Leistungssport üblich – in der

PowerNap Lounge (oder auf dem Zimmer) die

Freisetzung des gefäßerweiternden und entspannungsfördernden

Stickstoffmonoxids im

Blut, wodurch sich eine Blutdrucksenkung

und angenehme Entspannung einstellt, was

einen besseren und tieferen Schlaf fördert.

Ergänzt werden diese Komponenten mit einem

DeepSleep-Drink. Der sehr nach Schokolade

schmeckende Kräuterdrink hat jedoch

bei mir keine „den Organismus herunterfahrende

Wirkung“, da Süßes zu später Stunde

nicht nach meinem Geschmack ist.

Die Aromatheraphie mit beruhigenden Düften

wie Lavendel zu später Stunde auf meinem

Zimmer verfehlt ihre Wirkung allerdings

nicht. Zudem bringt mich „Sound-Kissen“ mit

sogenannten binauralen Beats angenehm

und schnell in den Tief- oder Traumschlaf

(REM-Schlaf).

schlafen sie gut?

» Brauchen Sie abends länger als 20

Minuten, um einzuschlafen?

» Liegen Sie nachts häufig wach?

» Können Sie schwer oder gar nicht

wieder einschlafen?

» Kribbeln Ihnen abends oder nachts

die Beine?

» Leiden Sie unter Alpträumen?

» Sind Sie tagsüber müde, erschöpft,

gereizt oder unkonzentriert?

Wenn ja, dann sollten Sie Ihren Hausarzt

konsultieren.

Volkskrankheit schlafstörung

Ein DeepSleep-Package lohnt wirklich einmal

auszuprobieren, wird jedoch keine Ursachen

für erhebliche Schlafstörungen beheben. Um

solche zu erkennen und zu behandeln, bedarf

es einer Schlafanalyse, Polyosomnographie

genannt, mit vollständiger mobiler Verkabelung,

wie sie Schlaflabore, speziell ausgerüstete

Kliniken und ambulant auch Dr. Little Elk

in der Praxis im Swissôtel anbieten. Dabei

wird der individuelle Schlafprozess des Patienten

detailliert analysiert.

Weitere Informationen:

Swissôtel Berlin: www.swissotel.com/berlin

Dr. Little Elk: www.schlafpraxis-berlin.de

76


Dr. Samia Little ELK

„Wie eine kleine Schlafkur“

Frau Dr. Little Elk, Sie haben gemeinsam

mit Dr. Feld im Swissotel Berlin eine Praxis

für Stress- und Schlafmedizin eröffnet. Für

die Hotelgäste wird ein DeepSleep-Package

angeboten.

„Man muss das Package ganz klar von der

Leistung der Praxis trennen, auch wenn es sich

wunderbar ergänzt. Das DeepSleep-Package

ist eine Art Wellness-Produkt, um herunterzufahren

und sich ein bisschen um guten Schlaf

zu kümmern. Dabei gibt es aber keine Untersuchung

und Behandlung wie in der Praxis.“

Worauf basiert das DeepSleep-Package?

„Dr. Feld hat ursprünglich ein sogenanntes

Chrono-Health-Konzept entwickelt. Die

Chronobiologie wird heutzutage immer wichtiger.

Man weiß, dass der Mensch einen

25-Stunden-Rhythmus hat, der sich immer

wieder über Hell und Dunkel auf 24 Stunden

synchronisiert. Viele Schlafstörungen haben

damit zu tun, dass wir aus diesem Takt geraten,

ganz extrem bei Schichtarbeit.

Heute weiß man,

dass es unterschiedliche

Chrono-

Typen gibt, also zum

Beispiel Menschen

mit Veranlagung,

früh aktiv zu werden

und früh Schlafen

gehen zu müssen,

und es gibt

„Mitteltypen“ und

„Spättypen“.

Kann sich diese Typologie

im Laufe

Dr. Samia Little Elk des Lebens zum Beispiel

durch dauerhafte

Früh- oder Spätschichten verändern?

„Nein, der ist fest. Man kann sich nur daran

gewöhnen, so wie man sich an unterschiedliche

Zeitzonen gewöhnen kann, wobei dort

das Hell und Dunkel unterstützend wirkt.“

Wie lange braucht ein Körper, um einen

Jetlag zu verarbeiten?

„Man sagt, pro Zeitzone einen Tag.“

Was genau bewirkt das DeepSleep-Package?

„Die Komponenten des Packages sollen bewirken,

dass eine innere Uhr, die nicht mehr

richtig mit Tag und Nacht, mit Hell und Dunkel

synchronisiert ist, wieder in den Takt

kommt. Nur wer morgens fit in den Tag

kommt, kann dann abends gut einschlafen.

Das heißt, wir starten den Tag mit viel Licht

(Bright Light), wodurch das Schlafhormon

herunterreguliert und der Körper aktiviert

wird. Selbst im Sommer haben dunkle Büroräume

einen negativen Effekt auf die innere

Uhr. Lichttheraphie, die ja auch bei Depressionserkrankungen

genutzt wird, ist stimmungsaufhellend.“

Geschäftsreisende, Flugzeug-Besatzungen

und Leistungssportler, die über mehrere

Zeitzonen reisen, dürften ja die Top-Zielgruppe

sein?

„Gerade bei Jetlag ist das Package super,

auch wenn man es nicht einfach wegpusten,

kann, da unterschiedliche Zeitzonen für den

Körper unnatürlich sind.“

Kann ich denn, wenn ich das Package buche,

meine Business-Termine machen?

„Die Zeiten können individuell abgestimmt

werden. Wenn sie sehen, dass 80% der

Schlafstörungen nicht körperlich bedingt

sind, sondern auf dem Verhalten oder auf

psychischen oder kognitiven Problemen beruhen.

Und somit geht es schon darum, sich

ein Stündchen Zeit zum Herunterzufahren zu

nehmen, z.B. für das Power Napping. Sie

werden auf vielen Ebenen heruntergefahren:

Sie haben ein Atemerlebnis, ein Geschmackserlebnis,

ein Geruchserlebnis, ein auditives

Erlebnis ...“

Wie funktioniert denn ein Sound-Kissen?

„Dieses Kissen spielt eine beruhigende, entspannende

Musik und darunter liegen sogenannte

binaurale Beats, das sind Töne, die

man nicht wahrnimmt. Sie klingen in Frequenzen

wie die Schlafhirnwellen, die im

Laufe der Nacht je nach Schlafphase ihre

Geschwindigkeit verändern. Zusätzlich lenkt

die Musik noch von den eigenen Gedanken

ab, die einen wachhalten.“

Reicht es, das Package einen Tag lang auszuprobieren?

„Wenn jemand über viele Reisen, lange Meetings,

zeitweisen Stress klagt, dann ist das

sinnvoll, einen oder zwei Tage das DeepSleep-

Package zu buchen, um ein bisschen „herunterzufahren“.

Wenn man das über mehrere

Tage macht, dann stellt sich ein bleibenderer

Effekt ein, dann ist das wie eine kleine Schlaf-

Bild links: „Light to go“ am Morgen

Oben: Kräutercocktail am Morgen

Unten rechts: Einatmen von Höhenluft am Abend

kur. Einzelne Komponenten kann der Gast anschließend

durchaus auch zuhause fortführen.“

Wenn Schlafstörungen chronisch sind, dann

reichen sicherlich auch nicht mehrere Tage?

„Dann sollte man einen Arzt aufsuchen, um

abzuklären, was ursächlich für die Schlafstörungen

ist. Wir sind hier ein ambulantes

Schlaflabor. Wir können inzwischen sehr viele

Untersuchungen ambulant machen – zuhause

oder hier im Hotel, für die man früher ins

Krankenhaus musste.“


77


BusineSs

Verleihung der VisionAwards_13 beim c/c/c-MedienSommerFest in München

10 Jahre Medieninnovationen

In den Medien herrscht ein steter Wandel.

Neue Zeitschriften, neue TV-Sender,

neue Apps und neue Webangebote

kommen und gehen. Vieles wird ausprobiert,

manches wird erfolgreich.

Schon seit einem Jahrzehnt beschäftigt

sich ein Symposium in München mit dem

Wandel der Medien und zeichnet Jahr für

Jahr spannende Medieninnovationen aus.

Rund 200 geladene Gäste waren diesmal

in den Gobelinsaal des Rilano No.6 im

Münchner Lenbach Palais zur

Verleihung der VisionAwards_13 bei der

MedienSommerNacht und zum

Symposium „Visionen: Menschen.

Medien. Marketing“ gekommen.

Neben der Verleihung der Awards für

Medieninnovationen gab es am Abend

gleich mehrere gute Gründe zu feiern:

Zehn Jahre Symposium „Visionen“

undzwanzig Jahre c/c/c, das Medienunternehmen,

das auch Reisegenuss

produziert.

Von links: Ulrich Clef (c/c/c, Juryvorsitzender), Raffaele Sorrentino und Dr. Jens Schmidt-Ehmcke (beide smartConcierge),

Michael Loehr (Tiramizoo), Christian Vater (Deutschland rundet auf), Lars Olbrich und René Marcel Schretzmann

(AoTerra), Marius Schulze, Robert und Stephan Henker (alle drei Refined Investment) Fotos: E. Clef-Prahm

Zum Zehnjährigen hatten die Veranstalter

besonders viel Aufwand getrieben.

Nachmittags wurde im großen Forum

der IHK getagt, für den Abend hatte man eine

der schönsten Locations in München gebucht:

den edlen Gobelinsaal des Rilano No.6 im

Lenbach Palais. Dort erwartete die Gäste ein

entspannter Abend im exklusiven Ambiente

mit einem exzellenten 8-Gänge-Flying-Büffet

und feinen Weinen von „Taste of Africa“.

Nach der gewohnt souveränen Keynote von

IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen,

dem der Gastgeber herzlich für die nun schon

viele Jahre währende tatkräftige Unterstützung

dankte, wurden am Abend fünf hochinteressante

Unternehmen und Organisationen

mit einem VisionAward_13 durch Initiator

Ulrich Clef und seine renommierte Jury ausgezeichnet.

Der Juryvorsitzende überreichte einen Vision

Award_13 an Michael Loehr, Gründer von

Tiramizoo. Die beiden AoTerra-Gründer Lars

Olbrich und René Marcel Schretzmann erhielten

den in diesem Jahr neu gestalteten

Kristall-Quader aus der Hand von Moritz

Roth (Microsoft), 2013 erstmals in der Jury.

Jurymitglied Birgit Ströbel (feegoo Consulting)

übergab einen VisionAward_13 an Raffaele

Sorrentino und Dr. Jens Schmidt-

Ehmcke vom Start-up smartConcierge aus

Berlin, Mathias Wündisch (Managing Director

Publicis München) zeichnete Robert und

Stephan Henker sowie Marius Schulze von

Refined Investment aus. Zusätzlich gab es

in diesem Jahr noch einen VisionAward_13

für die Aktion Deutschland rundet auf von

Christian Vater, der seinen Preis von Jurymitglied

Dr. Peter Wehner erhielt.

Die Award-Gewinner reihen sich damit in die

Liste ehemaliger und inzwischen sehr erfolgreicher

VisionAward-Preisträger wie Amiando,

Betterplace, Brands for Friends, my-

Taxi, Last.fm und Seedmatch ein.

Bei der MedienSommerNacht feierten auf

Einladung von Ulrich Clef (c/c/c) und Mathias

Wündisch (Publicis München) zahlrei-

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Ganz oben: Michael Loehr (Tiramizoo) und Birgit Ströbel (Jury)

Oben links: Stephan Henker, Marius Schulze und Robert Henker (Refined Investment) mit Mathias Wündisch (Publicis)

Oben rechts: René Marcel Schretzmann und Lars Olbrich (beide AoTerra) mit Jrymitglied Moritz Roth (Microsoft)

Links: Peter Driessen (IHK) und Ulrich Clef (c/c//c)

che Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien

und Gesellschaft, darunter die Manager

Horst Wagner (Pixelpark), Dr. Hans-Peter

Kleebinder (Audi), Sven Holsten (NBRZ),

Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach (Achtung!),

Philipp Riediger (Combera), Ralph

Fürther (Sky), Christoph von Tschischnitz

(BMW), Andreas Struck, Gregor Abt (Xing),

Thomas Kirchner (First Mile), Claudia von

Fuchs (Lotto Bayern), Valerie Heller (DAB

Bank), Ralf Mager (Lodenfrey), Steffen Zölzer

(Siemens), Claudia Wulf (Nakama), Helmut

Sußbauer (Deutsche Telekom) u.a.

Gastgeber Ulrich Clef, selbst Lehrbeauftragter

für Medienmanagement, Marketing und

Kommunikation an vier Hochschulen in Bayern

und Berlin, konnte viele seiner hauptberuflichen

Kollegen begrüßen: Die Marketingbzw.

Medien-Professoren Anton Meyer

(Ludwig-Maximilians-Universität), Oliver

Hackl (Hochschule Ingolstadt), Brigitte

Kölzer (Hochschule Rosenheim), Alexander

Moutchnik (Mediadesign München), Lars

Rademacher (Macromedia München) und

Geert Peters (Hochschule Rosenheim).

Ebenfalls dabei die TV-Moderatoren Julia

Scharf, Michael Sporer und Tamara Sedmak

sowie die Schauspieler Daniel Urban,

Christina Polzin und Gudrun Meincke.

Ein weiteres Highlight des Abends war der

Auftritt der Sängerin Sharyhan, begleitet

vom Pianisten Andy Lutter. Sie begeisterte

mit Songs wie „New York“ (Alicia Keys) und

„Sie sieht mich nicht“ (Xavier Neidoo), die in

ihrer Live-Version den Originalen absolut

ebenbürtig waren, sowie mit ihrem selbst geschriebenen

Hit „I Feel The Nile“, dem Titelsong

ihrer aktuellen CD. Als Geburtstagsüberraschung

gab es für Gastgeber Ulrich

Clef als letzte Zugabe des Song „Skyfall“ (von

Adele) und eine große Geburtstagstorte.

Am Nachmittag hatten Top-Referenten beim

Symposium VISIONEN: Menschen. Medien.

Marketing im Forum der IHK darüber

referiert und diskutiert, wie sich unsere Medienlandschaft

in Zukunft entwickeln wird.

Dr. Hans-Peter Kleebinder, bei Audi zuständig

für Social Media Kundenbindung,

stellte drei spannende Thesen zur Medienentwicklung

auf. Pixelpark-Vorstandschef Horst

Wagner zeigte eindrucksvoll, wie sich die

Medien in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt

haben und was wir in den kommenden

Jahren erwarten dürfen. Nach Wagners

Auffassung werden wir im Jahr 2020 „im unzertrennlichen

Einklang mit digitalen Technologien

leben. Eine Unterscheidung in virtuell

und real wird es dann kaum mehr geben“.

Diese Auffassung stützte Microsoft Chief

Marketing Officer Moritz Roth und betrachte

das Thema unter den Gesichtspunkten

Markt, Menschen und Technologie. Für ihn

sind die Erwartungen an 2020: Computing

ist überall, kontextbezogen und übernimmt

immer mehr Aufgaben des Menschen. Der

Hamburger Social-Media-Experte Wolfgang

Lünenbürger-Reidenbach heizte die Diskussion

an unter dem Titel „Wer glaubt Jugendliche

mit Facebook zu erreichen, schreibt

denen wohl auch noch SMS“ mit der Frage,

was kommt, wenn Facebook demnächst vergreist.

Professor Alexander Moutchnik von

der Mediadesign Hochschule in München

brachte zu seinem Vortrag über Blogging

gleich den erfolgreichen Blogger Balaz Gal

mit. Darüber hinaus präsentierten sich alle

VisionAward_13-Preisträger umfassend mit

ihren Geschäftsmodellen.

79


Von links: Raffaele Sorrentino und Dr. Jens Schmidt-Ehmcke (beide smartConcierge), Dr. Peter

Wehner, Birgit Ströbel (Jury), Christian Vater (Deutschland rundet auf), Lars Olbrich (AoTerra),

Mathias Wündisch (Publicis, Jurymitglied), Ulrich Clef (c/c/c, Juryvorsitzender), René Marcel

Schretzmann (AoTerra), Prof. Brigitte Kölzer (Jury), Christian Biller (Jury), Robert Henker, Marius

Schulze, Stephan Henker (alle drei Refined Investment) und Moritz Roth (Microsoft, Jury)

Links: Sharyhan mit tollem Live-Auftritt

Fotos: E. Clef-Prahm

Die Ausgezeichneten 2013

Mit einem VisionAward werden Unternehmen und Unternehmer ausgezeichnet,

die mit einer New-Business-Idee in den Medien Akzente setzen.

Das Geschäftsmodell soll international relevant sein und sich der technischen

Möglichkeiten von Online- und/oder mobilen Medien bedienen. Es

kann bereits am Markt sein oder muss zumindest vor der Markteinführung

stehen. Initiator des Symposiums und der VisionAwards ist seit 2003

der Münchner Medienunternehmer Ulrich Clef, zur elfköpfigen Jury zählten

in diesem Jahr u.a. Chritsian Biller, Robert Bosch, Dr. Hans-Peter

Kleebinder (Audi) Moritz Roth (Microsoft), Jens-Uwe Sauer (Seedmatch),

Birgit Ströbel (feegoo), Dr. Peter Wehner (Internet Entrepreneur) und Mathias

Wündisch (Publicis).

Oben: Michael Loehr (Tiramizoo) und RaffaeleSorrentino (smartConcierge)

Unten öinks: Ulrich Clef(c/c/c) und Christoph von Tschischnitz (BMW)

Unten rechts: Mathias Wündisch (Publicis)

Mit einem VisionAward_13 wurden ausgezeichnet:

AoTerra verbindet zwei bislang völlig getrennte Märkte: Wärme und Rechenleistungen.

Dabei werden in Immobilien Computer eingebaut, deren Rechenleistung

in der Cloud genutzt wird, und deren dabei entstehende Wärme zum

Heizen und Erwärmen von Wasser genutzt wird. www.aoterra.de

Die von Refined Investment entwickelte Technologie- und Webplattform

ermöglicht erstmals auch Privatanlegern bereits mit geringen Anlagebeträgen

und ohne Vorkenntnisse ihr Geld mit automatisierten Handelssystemen

gewinnbringend zu investieren. www.refinedinvest.com

smartConcierge bietet alle Services rund ums Wohnen und das persönliche

Wohlbefinden. Von der Wohnungsreinigung über Yoga und Dog-Walking

bis zum Personal Trainer empfiehlt smartConcierge die besten Aktivitäten,

Events oder Restaurants der Stadt - alles sofort buchbar und auf persönliche

Empfehlung eines Weltklasse Concierges. www.smartconcierge.de

Tiramizoo ist der deutsche Pionier bei Warenlieferungen am Bestelltag,

ein Markt, dem hohe Wachstumschancen bescheinigt werden. Für die Auslieferung

der Kundenbestellungen hat das Start-Up verschiedene Kurierdienste

unter Vertrag, denen der Zustellauftrag vermittelt wird.

www.tiramizoo.com

Einen VisonAward_13 in der Kategorie „Social“ erhielt die Aktion Deutschland

rundet auf, eine anerkannt gemeinnützige Organisation, die es jedem

ermöglicht, freiwillig und unaufgefordert beim Bezahlen an der Kasse oder

online den Endbetrag um maximal 10 Cents aufzurunden und diese zu

spenden. www.deutschland-rundet-auf.de

Filme von der Veranstaltung sehen Sie auf

www.visionaward.de

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aus uNsErEM oNliNE-gÄstEBuch www.visionaward.de

„Die bisherigen Preisträger sind eindeutiger Beweis: der Vision

Award ist nicht irgendeine Preisverleihung. Jene Visionen, die

hier bestehen und ausgezeichnet werden, haben eine große

Zukunft vor sich. Uli Clef hatte selbst die Vision mit Symposium

und Preisverleihung eine Veranstaltung zu schaffen, die ihren

hohen Stellenwert in Sachen Zukunftsgestaltung Jahr für Jahr

wieder unter Beweis stellt. Diese Vision haben er und sein Team

in die Realität umgesetzt. Gratulation!“

M. Sporer

„Tolle Visionen, tolle Menschen, tolle Gewinner, tolle Laudatoren

– vielen Dank für die Veranstaltung, die Rundumversorgung, die

Inspirationen und die Feier zum Abschluss – ich freue mich schon

jetzt auf den Vision-Award_14 im nächsten Jahr :-)“ J. T. Knauf

„Ein ganz toller Tag mit vielen interessanten Vorträgen am Nachmittag

und einer sehr gelungen Preisverleihung am Abend.

Vielen Dank für die Ausrichtung des Symposiums und die

Verleihung des VisionAwards!“

T. Serio

„Ich bin beeindruckt. Ich hatte zwar auf Grund der interessanten

Referenten und Themen viel erwartet, aber dann haben mich

auch die Preisträger bei der Präsentation ihrer tollen und

innovativen Geschäftsideen wirklich mitgerissen!

Gute neue Kontakte machen, alte Kontakte wieder erneuern,

interessante Gespräche führen und hoffen, dass ich für einen

innovativen Start-up Sprungbrett sein kann - so soll es sein :-)“

C. von Fuchs

„Thomas Woodrow Wilson, 28. Präsident der Vereinigten Staaten

von Amerika, soll einmal gesagt haben: „Wer keine Vision hat,

vermag weder große Hoffnung zu erfüllen noch große Vorhaben

zu verwirklichen.“ Visionen beginnen immer erst im Kopf, werden

genährt im Herzen, absolvieren ihre ersten Gehversuche in

kleinen Garagen, unscheinbaren Büros oder Hinterhof-Werkstätten.

Wenn sie sich dann groß und stolz etabliert haben, hat es

doch jeder längst gewusst, wollte nur nicht vorgreifend etwas

dazu sagen. Nun ja, einer der offensichtlich wirklich ein Gespür

für derlei geistige Kinder hat und der bereit ist diese Kinder zu

fördern, indem er ihnen mit VisionAwards und Symposium

Visionen eine Plattform gibt, ist Uli Clef – nicht laut, nicht

aufdringlich, analytisch und grundsolide! Wie richtig er damit

liegt, beweisen die, die auch Dank seiner Hilfe sich heute stark in

der Welt behaupten. Chapeau!“

H. Paetow

„Es war ein hervorragender Tag: zuerst ein ausgezeichnetes

Symposium mit sehr kompetenten Vortragenden und sehr

aktuellen Themen, am Abend eine sehr vergnügliche Feier in

tollem Ambiente. Das Symposium hätte noch mehr Teilnehmer

verdient, am Abend waren dann alle da. Vielen Dank für den

schönen Event.“

Dr. A. Schirmer

„Spannende Projekte, interessante Vorträge und große Visionen!

Vielen Dank für das spannende Symposium!“ R. Moser

Wir sehen uns wieder am 11. Juni 2014

bei der Verleihung der

VisionAwards_14

Atemberaubende Kulisse zum Golfen

und Erholen in The Cambrian

Golf Mountain auf der Engstligenalp

Vom 7. September bis 20. Oktober 2013

erwartet Sie auf 2000 Meter Höhe ein außergewöhnliches

Golferlebnis in wilder Natur:

18 Loch spielen und hinterher in der urigen

Sennhütte ein frisches Raclette genießen.

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mit seiner Kulinarik, seinem Spa und dem

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der Engstligenalp.

Vom 13. bis 15. September 2013 findet hier

die GolfGenuss-Trophy zum zweiten Mal

statt, die Sie nicht verpassen sollten!

The Cambrian

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