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vab.berlin

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Anja Hirsch, Moritz Neujeffski, Dieter Plehwe

Unternehmensnahe Stiftungen im

Spannungsfeld zwischen Gemeinwohl und

Partikularinteressen

Eine Exploration im Bereich Wissenschaft

Discussion Paper

SP I 2016–201r

Dezember 2016

Forschungsschwerpunkt

Bildung, Arbeit und Lebenschancen

Forschungsabteilung

Ungleichheit und Sozialpolitik


Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH

Reichpietschufer 50

D-10785 Berlin

www.wzb.eu

Das Urheberrecht liegt bei den Autoren.

Discussion Papers des WZB dienen der Verbreitung von Forschungsergebnissen

aus laufenden Arbeiten im Vorfeld einer späteren Publikation. Sie sollen

den Ideenaustausch und die akademische Debatte befördern. Die Zugänglichmachung

von Forschungsergebnissen in einem WZB Discussion Paper ist nicht

gleichzusetzen mit deren endgültiger Veröffentlichung und steht der Publikation

an anderem Ort und in anderer Form ausdrücklich nicht entgegen.

Discussion Papers, die vom WZB herausgegeben werden, geben die Ansichten

des jeweiligen Autors wieder und nicht die der gesamten Institution WZB.

Anja Hirsch, Moritz Neujeffski, Dieter Plehwe

Unternehmensnahe Stiftungen im Spannungsfeld zwischen Gemeinwohl

und Partikularinteressen. Eine Exploration im Bereich Wissenschaft

Discussion Paper SP I 2016–201r (überarbeitete Version, Dezember 2016)

Erstmalig erschienen: November 2016

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (2016)

Affiliation der Autoren:

Anja Hirsch, M.A.

Institut für Vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften

an der Universität Köln

anja.hirsch@smail.uni-koeln.de

Moritz Neujeffski

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

moritz.neujeffski@wzb.eu

Dr. Dieter Plehwe

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

dieter.plehwe@wzb.eu


Erratum

(zu: WZB Discussion Paper SP I 2016-201r „Unternehmensnahe Stiftungen

im Spannungsfeld zwischen Gemeinwohl und Partikularinteressen“)

Auf Seite 95 der Publikation, Tabelle, mittlere Spalte, muss es statt:

Die Bertelsmann Stiftung ist Hauptanteilseigner der Bertelsmann AG. Bertelsmann ist

ein „Fachverlag für Bildung, Beruf und Sozialforschung“; die Stiftung ist stark im

Bildungsbereich sowie auch in den Sozialwissenschaften aktiv. Aktuell wird besonders

die gleichzeitige Ausrichtung von Verlag und Stiftung im Bereich

Digitalisierung/digitale Bildung diskutiert (vgl. der Freitag).

richtigerweise wie folgt heißen:

Die Bertelsmann Stiftung ist Hauptanteilseigner der Bertelsmann AG, einem

international tätigen Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen. Die Stiftung

fördert u.a. zahlreiche Vorhaben im Bereich Bildungsforschung/Sozialwissenschaften.

Aktuell wird besonders die gleichzeitige Ausrichtung von Unternehmen und Stiftung im

Bereich Digitalisierung/digitale Bildung diskutiert (vgl. der Freitag).

***

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Berlin, Januar 2017


Zusammenfassung

Unternehmensnahe Stiftungen im Spannungsfeld zwischen Gemeinwohl und Partikularinteressen.

Eine Exploration im Bereich Wissenschaft

Über unternehmensnahe Stiftungen geben Unternehmer/innen und Unternehmen der

Gesellschaft etwas zurück, sie tun etwas für das Gemeinwohl – dies ist oft zu hören, wenn

man sich mit den als gemeinnützig anerkannten, unternehmensnahen Stiftungen befasst.

Andere Stimmen dagegen behaupten, unternehmensnahe Stiftungen seien nicht nur intransparent

und elitär (wie andere Stiftungen auch), sondern zudem mit Unternehmensinteressen

verflochten. Inwiefern das eine oder das andere tatsächlich der Fall ist, kann jedoch

aus politikwissenschaftlicher Perspektive bisher nur sehr schwer beurteilt werden:

de facto besteht nämlich keine empirische Forschung zu unternehmensnahen Stiftungen

in Deutschland. Dies liegt unter anderem daran, dass es keine zuverlässige Datenbasis gibt,

da Stiftungen keiner gesetzlichen Transparenzpflicht unterliegen – und das, obwohl sie

steuerlich (indirekt) subventioniert sind und mit ihren Aktivitäten öffentliche Belange

beeinflussen. Aufgrund fehlender Transparenz und Forschung ist nicht nur ungeklärt, was

überhaupt unternehmensnahe Stiftungen sind und wer sie steuert, sondern auch, ob und

inwiefern die Stiftungen tatsächlich gemeinnützig agieren. Auf der Basis vergleichender

Forschung zu unternehmensnahen Stiftungen im Bereich Wissenschaft soll ein Beitrag

dazu geleistet werden, unternehmensnahe Stiftungen besser und differenzierter zu beurteilen.

Schlüsselwörter: Stiftungen, Wissenschaft, Politikberatung, Think-Tanks

Abstract

Corporate foundations between public and private interest - An exploration in the

scientific field

Through corporate foundations, businesses and entrepreneurs give something back to the

community and contribute to the common good of society. This idea is often presented in

debates dealing with corporate foundations that are doing charity work. Others point out

that these foundations are not only intransparent and elitist institutions but also affected

by corporate interests. From a political science perspective, it is difficult to judge which

position holds true, as empirical studies on corporate foundations in Germany are absent.

Among other things, this is due to the lack of consistent data on corporate foundations.

Although they enjoy indirect tax concessions and effect public interests, foundations in

Germany are not obliged to be transparent by law. As transparency amongst corporate

foundations is absent and a clear definition of what qualities characterize corporate foundations

is not given, it remains unclear which foundations are actually close to business

and if they indeed work for the overall community. Taking a comparative approach, this

study sets out to analyse foundations having close ties to businesses, which are active in

the scientific field in Germany. In doing so, the study hopes to establish a more differentiated

view on corporate foundations.

Keywords: Corporate Foundations, Science, Political Consulting, Think Tanks


Inhalt

1. Einleitung ........................................................................................................................................................ 1

2. Forschungsstand zu unternehmensnahen (Wissenschafts-)Stiftungen:

Eine kritische Bestandsaufnahme im Hinblick auf das Spannungsverhältnis

Gemeinwohl und Partikularinteressen ............................................................................................... 6

2.1 Unternehmensnahe Stiftungen und partikulare Interessen ........................................... 6

2.2 Politischer Einfluss und institutionelle Strukturen ........................................................ 15

2.3 Transparenzstandards .................................................................................................................. 18

3. Exploration: Unternehmensnahe Stiftungen mit dem Stiftungszweck

„Förderung von Wissenschaft und Forschung“ ............................................................................. 21

3.1 Typen und Erscheinungsformen unternehmensnaher Stiftungen ........................... 21

3.1.1 Analyse ……………. ............................................................................................................................. 21

3.1.2 Zu unserem Sample: methodische Fragen .......................................................................... 23

3.1.3 Zwischenfazit: Existierende Typologie muss erweitert werden ................................ 38

3.2 Analyse von „klassischen“ unternehmensnahen Stiftungen mit dem

Stiftungszweck Förderung von Wissenschaft und Forschung .................................... 39

3.2.1 Stiftungsgremien und ihre personelle Besetzung ........................................................... 40

3.2.1.1 Analyse .............................................................................................................................. 40

3.2.1.2 Zwischenfazit: Unternehmensnahe und elitäre Besetzung von

Stiftungsgremien sind keine Ausnahme ............................................................. 53

3.2.2 Stiftungstätigkeiten im Bereich Wissenschaft und

wissenschaftsnaher Politikberatung .................................................................................... 56

3.2.2.1 Analyse .............................................................................................................................. 56

3.2.2.2 Zwischenfazit: Umfangreiche Möglichkeiten zur Realisierung

von Partikularinteressen ........................................................................................... 74

3.2.3 Der Umgang mit Transparenz .................................................................................................. 76

3.2.3.1 Analyse .............................................................................................................................. 76

3.2.3.2 Zwischenfazit: Intransparenz ist vorherrschend…..……………………………………84

4. Fazit: Unternehmensnahe Stiftungen - Unterschätzter Einfluss und Zweifel am

ausschließlich gemeinnützigen Charakter ..................................................................................... 85

Anhang: Tabellen ................................................................................................................................................. 89

Literatur ................................................................................................................................................................ 112

Internet-Quellen ................................................................................................................................................ 114


Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verfahren zur Stichprobengewinnung ....................................................................... 24

Abbildung 2: Verteilung der Typen unternehmensnaher Stiftungen im Sample ................ 26

Abbildung 3: Unternehmensträgerstiftung .......................................................................................... 27

Abbildung 4: Unternehmensbeteiligungsstiftung ............................................................................. 27

Abbildung 5: Unternehmensstiftung ...................................................................................................... 28

Abbildung 6: Unternehmer/innen-Stiftung ......................................................................................... 30

Abbildung 7: Unternehmensnahe Hybridform. .................................................................................. 32

Abbildung 8: Hybride aus öffentlicher und privater Finanzierung ............................................ 34

Abbildung 9: Akademische Titel der Mitglieder in Stiftungsgremien ....................................... 41

Abbildung 10: Beruflicher Hintergrund der Mitglieder in Stiftungsgremien .......................... 42

Abbildung 11: Personelle Verflechtungen unternehmensnaher Stiftungen

und Unternehmen ................................................................................................................ 48

Abbildung 12: Personalunionen höchster Stiftungs- und Unternehmensposten ................... 50

Abbildung 13: Personelle Verflechtungen zwischen Unternehmen und Stiftungen

vom Typ „Unternehmensstiftung“ ................................................................................ 51

Abbildung 14: Vernetzung der Stiftungen durch Interlock-Positionen ...................................... 55

Abbildung 15: Überschneidung der Wissenschaftsförderung von Stiftungen und der

Geschäftsfelder der verbundenen Unternehmen.................................................... 58

Abbildung 16: (Advokatorische) Politikberatung durch Stiftungen .............................................. 65

Abbildung 17: Transparenzmerkmale der Stiftungen und Förderungstypen ........................... 77

Abbildung 18: Angaben zum Stiftungsvermögen, Mittelherkunft und Mittelverwendung 81

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Überblick über Unternehmensbeteiligungsstiftungen ............................................. 28

Tabelle 2: Überblick über Unternehmensstiftungen ....................................................................... 29

Tabelle 3: Überblick über Unternehmer/innen-Stiftungen ......................................................... 31

Tabelle 4: Unternehmensnahe Hybridformen: Stiftungen, die von Unternehmen,

Unternehmensverbänden und/oder unternehmensnahen Stiftungen

gegründet wurden .................................................................................................................... 33

Tabelle 5: Hybride aus öffentlicher und privater Finanzierung ................................................. 35

Tabelle 6: Unternehmensnahe Stiftungen, fehlende Angaben zur Identifizierung

von Stiftungstypen ................................................................................................................... 37

Tabelle 7: Einschlägige Medienvertreter/innen ............................................................................... 43

Tabelle 8: Einschlägige Vertreter/innen aus der Wissenschaftsgemeinschaft .................... 45

Tabelle 9: Personalunionen in Stiftungsorganen ............................................................................. 52

Tabelle 10: Stiftungen mit nur einem Stiftungsorgan ..................................................................... 53

Tabelle 11: Personalunionen höchster Stiftungs- und Unternehmensposten ........................ 89

Tabelle 12: Überschneidung der Wissenschaftsförderung von Stiftungen und der

Geschäftsfelder der verbundenen Unternehmen; Politikberatung durch

Stiftungen .................................................................................................................................... 93


1. Einleitung

Arbeiten unternehmensnahe Stiftungen gemeinwohlorientiert und werden sie

deshalb zu Recht als gemeinnützig anerkannt und steuerlich begünstigt? Diese

Frage wird in der jüngeren Zeit häufiger gestellt. 1 Sie erlangt vor dem Hintergrund

des Booms unternehmensnaher Stiftungen (vgl. Speth 2010, S. 392) zunehmende

Relevanz: Denn mit deren steuerlichen Begünstigung entgeht dem öffentlichen

Haushalt ein beträchtliches Steueraufkommen. 2 Doch was bedeutet überhaupt

„gemeinnützig“? Gesetzlich wird eine Einrichtung als gemeinnützig anerkannt,

„wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem,

geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. (…)“ (§ 52 Abgabenordnung/AO).

3 Jedoch ist die Auslegung des Gemeinnützigkeitsrechts politisch umstritten:

Erst vor Kurzem wurde dem Verein Attac die Gemeinnützigkeit aberkannt.

4 Es stellt sich in der Praxis also immer wieder die Frage, welche Maßstäbe

angelegt werden, um einem Verein oder einer Organisation den Anspruch zu attestieren,

im Interesse der Allgemeinheit zu wirken.

Seit geraumer Zeit wird der Vorwurf laut, dass als gemeinnützig anerkannte

Unternehmensstiftungen politische Interessen und Interessen der Eigentümer

verfolgen. So hat im April 2016 die Fraktion der Piratenpartei im nordrheinwestfälischen

Landtag eine große Anfrage „zu Aktivitäten und politischen Initiativen

der Landesregierung im mittelbaren und unmittelbaren Zusammenhang mit

der Bertelsmann Stiftung (…)“ gestellt, weil die Stiftung und der Konzern „auf politische

und gesellschaftliche Debatten und die öffentlichen Meinungsbildungen

1 Zuletzt mit einem Schwerpunktheft „Helfen hilft und tut gut?“ in der Zeitschrift der Bildungsgewerkschaft

GEW, Erziehung und Wissenschaft, sowie in dem großen Artikel „Vom Profit der

Philanthropie“ im Freitag (vgl. Erziehung und Wissenschaft 2016; der Freitag 2015).

2 Wie hoch dieses entgangene Steueraufkommen ist, dazu liegen bisher keine Zahlen vor. Für

einzelne Stiftungen, wie die Bertelsmann Stiftung, wird es in Milliardenhöhe geschätzt (vgl. Holland-Letz

2015, S. 22).

3 Der vollständige Absatz 1 §52 AO lautet wie folgt: „Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige

Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem

oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Eine Förderung der Allgemeinheit ist nicht gegeben,

wenn der Kreis der Personen, dem die Förderung zugute kommt, fest abgeschlossen ist, zum

Beispiel Zugehörigkeit zu einer Familie oder zur Belegschaft eines Unternehmens, oder infolge

seiner Abgrenzung, insbesondere nach räumlichen oder beruflichen Merkmalen, dauernd nur

klein sein kann. Eine Förderung der Allgemeinheit liegt nicht allein deswegen vor, weil eine

Körperschaft ihre Mittel einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuführt.“ (Vgl. unter:

https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__52.html)

4 Bereits 2014 wurde dem Verein der Gemeinnützigkeitsstatus entzogen und der erste Einspruch

dagegen Anfang 2016 abgelehnt; im November 2016 wurde dem Verein schließlich der Gemeinnützigkeitsstatus

zurückgegeben. Das Finanzamt Frankfurt hatte eine Zweckentfremdung aufgrund

des Engagements für eine Finanztransaktionssteuer, die auf politische Einflussnahme

ziele, gesehen. Der Verein argumentierte dagegen, dass alle Aktivitäten mit der Satzung im Einklang

stehen, welche vom Finanzamt ursprünglich und nachfolgend wiederholt als gemeinnützig

anerkannt wurde. Das hessische Finanzgericht gab Attac nun Recht. (Vgl. unter:

www.attac.de/jetzt-erst-recht/, aber auch zur attac-kritischen und selbstkritischen Diskussion

www.tagesspiegel.de/themen/agenda/gemeinnuetzigkeitsrecht-in-deutschland-atta-cke-aufattac-mit-politischem-motiv/10896830.html)

1


Einfluss durch Modellprojekte, Initiativen, Veranstaltungen und Publikationen

sowie Partnerschaften mit anderen Stiftungen“ nähmen (vgl. Landtag Nordrhein-

Westfalen, Große Anfrage 21 der Fraktion der Piratenpartei, 2016). War somit bei

Attac nicht recht, was bei der Bertelsmann Stiftung billig ist? Oder müsste auch

der Gemeinnützigkeitsstatus der Bertelsmann Stiftung infrage gestellt werden,

wenn das bei Attac berechtigt ist? Die Diskussion über die Gemeinnützigkeit von

unternehmensnahen Stiftungen wird unnötig eingeschränkt, wenn über einen

ganz bestimmten (politisch kontroversen), möglicherweise aber eben auch kleinen

Teil von Stiftungsarbeit diskutiert wird und das Gros der Stiftungsaktivitäten unbeachtet

bleibt. Im Vergleich zur Arbeit der Bertelsmann Stiftung spielen deutlich

erkennbare politische Zwecke bei der Arbeit vieler unternehmensnaher Stiftungen

aber gar keine prominente Rolle. Kann deshalb bereits vermutet werden, dass

die Arbeit tatsächlich im Interesse der Allgemeinheit erfolgt? Immer mehr unternehmensnahe

Stiftungen arbeiten gemäß ihrer Satzungen offiziell anerkannt für

das Gemeinwohl; ist dies aber auch tatsächlich der Fall? Genau das stellt der Journalist

Matthias Holland-Letz in seinem Buch „Scheinheilige Stifter: Wie Reiche und

Unternehmen durch gemeinnützige Stiftungen noch mächtiger werden“ infrage.

Er trägt die Aktivitäten vieler privater und unternehmensnaher Stiftungen zusammen

und zeigt auf, welchen Nutzen Unternehmen aus der Gründung und der

Arbeit von Stiftungen ziehen können (vgl. Holland-Letz 2015).

Die Recherchen von Holland-Letz verweisen darauf, dass die öffentliche Debatte

und Erregung etwa über die Bertelsmann Stiftung eher wie eine Blendgranate

und nicht wie ein Scheinwerfer wirken, wenn es um den gesamten Sektor der unternehmensnahen

Stiftungen geht. In Anbetracht der wachsenden Zahl an unternehmensnahen

Stiftungen ist ein genauerer Blick darauf berechtigt, wie diese

strukturiert sind, von wem sie geführt werden und ob und inwiefern sie im Sinne

von öffentlichen bzw. Allgemeininteressen agieren. Denn viele segeln im Windschatten

der allseits diskutierten Bertelsmann Stiftung: zum Beispiel die Deutsche

Telekom Stiftung, die Robert Bosch Stiftung oder die Stiftung Mercator, um nur

einige zu nennen. Ihr Stiftungskapital stammt aus einem Unternehmen (Deutsche

Telekom Stiftung) bzw. aus Unternehmensbeteiligungen (Robert Bosch Stiftung)

oder aus dem Privatvermögen eines/einer Unternehmers/in (Stiftung Mercator).

Unternehmensnahe Stiftungen vergeben Stipendien, stiften Professuren, richten

Studiengänge oder gleich ganze Hochschulen ein, sie beauftragen wissenschaftliche

Studien und Forschungsprojekte, richten Kongresse, Workshops und Podien

aus. Mit ihren Studien, Preisen und Fachtagungen können sie öffentliche Diskurse

anstoßen und politischen Einfluss über Politikberatungsaktivitäten ausüben; mit

ihrem Wirken in Forschung und Lehre prägen sie den Hochschulbereich. 5

5 Das soziale Zusammenwirken von akademischen und nichtakademischen Akteuren, z.B. Universitätsinstituten

und unternehmensnahen Stiftungen, bei der Herstellung von autoritativem,

wissenschafts- oder gesellschaftspolitisch relevantem Wissen ist ein zentraler Gegenstand der

Wissenschaftsforschung. Während manche Autoren in diesem Zusammenhang von Demokratisierung

sprechen, thematisieren andere einseitigen, meist kommerziellen Einfluss und daraus

resultierende Probleme politischer – oder kommerzialisierter – Technokratie. Zur These der

Demokratisierung der Wissensproduktion vgl. Nowotny u.a. 2003. Kritisch demgegenüber: vgl.

Pestre 2003; Mirowski 2010.

2


Stiftungen fördern dabei stets „private Vision[en] der Gemeinwohlorientierung“

(Adloff 2010, S. 415) und befinden sich damit grundsätzlich in einem Spannungsverhältnis

zwischen Partikular- und Gemeinwohlinteressen. Bei unternehmensnahen

Stiftungen stellt sich dieses Spannungsverhältnis jedoch als besonders

prägnant dar, denn diese Stiftungen sind eben (auf ganz unterschiedliche Art

und Weise) mit einem (oder mehreren) Unternehmen verbunden. Trotz dieses offensichtlichen

Spannungsverhältnisses ist in den letzten Jahren ein allgemeiner

Stiftungsboom in Deutschland zu verzeichnen, bei dem gerade auch zahlreiche

unternehmensnahe Stiftungen neu gegründet wurden, für die wiederum der Wissenschaftsbereich

einen zentralen Förderbereich darstellt. 6 Der Boom ist auch eine

Folge einer zunehmend stiftungsfreundlichen Gesetzgebung, die Stiftungen in den

Jahren 2000 und 2007 zum wiederholten Male steuerlich begünstigt und gegenüber

anderen Non-Profit-Organisationen bevorzugt hat (vgl. Adloff 2010, S. 405).

Der steuerlichen Begünstigung sollte ursprünglich auch eine Gesetzesänderung

zur höheren Transparenz von Stiftungen folgen – bisher blieb diese jedoch

aus. Resigniert stellt der Journalist Thomas Schuler fest: „Die Öffentlichkeit wartet

bis heute darauf. Dabei war sie eigentlich eine Bedingung für die Steuererleichterungen“

(Schuler 2010, S. 245). Bis zum heutigen Tage fehlen daher basale Transparenzgrundlagen

wie ein Stiftungsregister, das Auskunft über die als gemeinnützig

anerkannten und deshalb steuerlich begünstigten Stiftungen gibt, die in

Deutschland wirken. So erklärt es sich dann auch, dass es zum Stiftungsengagement

im Wissenschaftsbereich bisher kaum (aktuelle) empirische Analysen gibt,

obwohl in diesem Bereich besonders viele kapitalstarke unternehmensnahe Stiftungen

wirken. 7

Trotz der fehlenden gesetzlichen Transparenzstandards prüfte die Bundesregierung,

wie im Armuts- und Reichtumsbericht von 2013 zu lesen ist, „wie weiteres

persönliches und finanzielles freiwilliges Engagement Vermögender in

Deutschland für das Gemeinwohl eingeworben werden kann“ (BMAS 2013,

S. XLVIII). Dabei ging die Regierung von der Annahme aus, dass das Stiftungswesen

„ein Bereich [sei], in dem das finanzielle und persönliche Engagement Vermögender

das Wohl der Allgemeinheit steigert” (ebd., S. XLVI). Das Zitat aus dem Armutsund

Reichtumsbericht verweist auf eine grundsätzlich positive Einschätzung von

Stiftungsarbeit, die im öffentlichen wie fachlichen Diskurs vielfach zu finden ist.

Oft wird die positive Sicht auf Stiftungen von der Argumentation begleitet, dass

Stiftungen Bedarfe dezentral aufgreifen und innovative Impulse setzen könnten,

6 22 Prozent der unternehmensnahen Stiftungen geben als Hauptzweck „Wissenschaft und Forschung“

an (vgl. Junck 2007. S. 42).

7 Eine noch nicht veröffentlichte empirische Studie zum Thema „Positionierung und Beitrag deutscher

Stiftungen“ des Centrums für Soziale Investitionen und Innovationen untersucht,

„[a]nhand der Wirkungsfelder Bildung und Erziehung, Wissenschaft und Forschung, Soziales sowie

Kunst und Kultur (…) wie deutsche Stiftungen arbeiten und was sie bewirken.“ (Ruprecht-

Carls-Universität Heidelberg 2015) Die Studie hat allerdings keinen dezidierten Fokus auf unternehmensnahe

Stiftungen. Zudem sei noch auf die Studie von Horst Hanke verwiesen, die allerdings

aus dem Jahr 1971 ist (vgl. Hanke 1971).

3


was nicht zuletzt zur Pluralität in liberalen Demokratien beitrage. 8 Allerdings gibt

es mittlerweile auch Vorbehalte gegenüber dieser Position und die Einsicht, dass

das „Engagement Vermögender“ nicht nur mit Altruismus, sondern auch mit Eigennutz

verbunden ist – zum Beispiel, wenn die Entscheidung des USamerikanischen

Facebook-Gründers Mark Zuckerberg, 99 Prozent der Facebook-

Aktien (45 Mrd. Dollar) in eine Stiftung zu transferieren, auf mögliche dahinterstehende

eigennützige Motive hinterfragt wird (vgl. u.a. Süddeutsche Zeitung,

20.01.2016).

Inwieweit die positive Einschätzung von Stiftungshandeln als innovative Impulsgeber

tatsächlich zutrifft, lässt sich unterdessen kaum ernsthaft beurteilen –

zumindest nicht auf Basis empirischer Befunde: Aufgrund der mangelnden Transparenz

fehlt es an Daten im Stiftungsbereich, auf die sich die sowieso schon eher

rudimentäre (und zudem meist stiftungsfinanzierte) Forschung beziehen kann.

Adloff merkt dazu bereits 2010 an, man habe in Deutschland „per se Stiftungen in

den letzten zehn Jahren eine Legitimität und damit auch spezifische Funktionen

und Leistungen für die Gesellschaft unterstellt, die niemals einem kritischen und

empirischen Test unterzogen wurden“ (Adloff 2010, S. 417). Gleichzeitig ist offensichtlich,

dass punktuelle Innovationen etwa im Gesundheits- oder Bildungssystem

erst dann wirksam werden, wenn sie für die breite Bevölkerung zugänglich

sind. Echter Erfolg verlangt demnach nach politischem Einfluss, der aber außerhalb

des Mandats der gemeinnützigen Organisation steht. Ein Widerspruch, der

viele Organisationen plagt. Während in den USA die Funktion von Stiftungen und

die Legitimität ihrer politischen Lobbyarbeit in der akademischen und in der breiteren

Öffentlichkeit schon länger kontrovers diskutiert wird, ist dies in Deutschland

bisher nicht der Fall (vgl. ebd.).

Wir nehmen diese Befunde zum Anlass für eine explorative Analyse einer größeren

Zahl von unternehmensnahen Stiftungen. Auch dieses Diskussionspapier

kann die Forschungslücke keineswegs schließen. Wir wollen aber zum einen auf

eklatante Defizite in der Quellenlage und der Forschung zu unternehmensnahen

Stiftungen aufmerksam machen. Zum anderen wollen wir erste Vorschläge liefern,

wie die Frage nach Strukturmerkmalen und Aktivitäten von Stiftungen angegangen

werden kann: mit Fokus auf die unverkennbare Überschneidung von

Gemeinwohl- und Partikularinteressen. Die Analyse von wissenschaftsnahen Aktivitäten

kann im Hinblick auf das Spannungsfeld von partikularen (Unternehmens-)

und allgemeinen Interessen zudem als besonders aufschlussreich gelten,

weil es etwa gegenüber den Stiftungszwecken Sport und Kultur viele Überschneidungen

von Geschäftsgebieten der Unternehmen und den Forschungs- und Themenfeldern

der Stiftungen gibt. Diese Überschneidungen wären u.E. bei einer Ge-

8 Die Studie “European Foundations for Research and Innovation“ (EUFORI), die das Center for

Philanthropic Studies für die Europäische Kommission erstellt hat, hebt diese Eigenschaft explizit

für Wissenschaftsstiftungen hervor: „(…) It is in this context, that foundations make their

truly distinct contribution to society: pluralism. By promoting diversity in thought, approaches

and practice they enable innovations and secure the problem-solving capacity of society. The

argument applies also for foundations that are active in the field of research and innovation.

These fields compromise high risks and low pay-off undertakings that other potential funders

or research institutions may not be willing to take on.” (Vgl. European Commission 2015a, S. 27)

4


samtbewertung der Aktivitäten von unternehmensnahen Stiftungen zu berücksichtigen

und auch unter wissenschaftspolitischen Gesichtspunkten zu bewerten.

Um im Rahmen einer begrenzten Exploration dem Stiftungswirken nachzugehen,

eignet sich das Feld der Wissenschaftsförderung demnach aufgrund seiner

unternehmens- und gesellschaftspolitischen Relevanz. Inwiefern kann und muss

für unternehmensnahe Stiftungen, die diesen Stiftungszweck haben und in

Deutschland agieren, von einer Überschneidung von Geschäfts- und Stiftungsinteressen

gesprochen werden? Wo gerät der gemeinnützige Zweck der Wissenschaftsförderung

zum Eigennutz? Wie stellt sich der Zusammenhang dar, wenn nicht eine

einzelne Stiftung, sondern eine größere Zahl von finanzstarken unternehmensnahen

Stiftungen untersucht wird?

Vor dem Hintergrund, dass im politischen und wissenschaftlichen Diskurs eine

noch weitreichendere steuerliche Begünstigung von Stiftungen diskutiert wird,

halten wir darüber hinaus weitere allgemeine und vertiefende Fragen für relevant:

Welche Formen von unternehmensnahen Stiftungen gibt es überhaupt? Von

welchen Personen werden diese Stiftungen geführt, wie sind ihre Gremien besetzt?

Welche Aktivitäten verfolgen die Stiftungen im Bereich Wissenschaft und

Forschung? Welche Überschneidungen weisen die wissenschaftlichen Stiftungsaktivitäten

mit den Geschäftsfeldern der Unternehmen auf? Welche unternehmensnahen

Stiftungen praktizieren Formen der Politikberatung, die sie u.a. mit dem

Stiftungszweck der Förderung von Wissenschaft und Forschung legitimieren können?

Und schließlich: Welche Transparenzstandards gibt es und wie transparent

sind diesen zufolge unternehmensnahe Stiftungen?

Um diesen Fragen nachzugehen werden in der nachfolgenden Explorationsstudie

9 drei Untersuchungsschritte durchgeführt: Zunächst wird der bisherige

sozialwissenschaftliche Forschungsstand zu dem Spannungsverhältnis von Partikular-

und Gemeinwohlinteressen skizziert, in dem sich unternehmensnahe (wie

zum Teil auch andere) Stiftungen befinden (Kapitel 2). Hierbei werden besonders

die Aktivitäten im Wissenschaftsbereich berücksichtigt. Eine kritische Bestandsaufnahme

des Forschungsstandes macht deutlich, dass als gemeinnützig anerkannte

Stiftungen unternehmensfern, demokratisch strukturiert und transparent

sein sollten, dies aber oftmals bezweifelt werden muss. Im Rahmen einer empirischen

Analyse wollen wir deshalb diese drei Merkmale näher betrachten (Kapitel

3).

Dazu analysieren wir zunächst, welche unternehmensnahen Stiftungstypen

sich in unserer Stichprobe finden lassen (Kapitel 3.1). Dies ist wichtig zu klären, da

sich mit unterschiedlichen Stiftungskonstruktionen unterschiedliche Interessen

9 Die Studie ist aus einem dreimonatigen Forschungsprojekt im Sommer 2015 entstanden, das

von der Hans-Böckler-Stiftung im Rahmen einer Praktikums-Kofinanzierung unterstützt wurde.

Die zugrunde gelegten Daten und Informationen wurden, sofern nicht anders ausgewiesen,

von August 2015 bis Oktober 2016 erhoben. Zur Durchführung haben wir auf Expertise im Stiftungs-

und Wirtschaftsrecht zurückgegriffen, sind aber für weiterführende Hinweise, Ergänzungen

und ggf. Korrekturen besonders dankbar. Wir verstehen dieses Papier in erster Linie als

eine Anregung für eine stärkere (politik)wissenschaftliche und öffentliche Diskussion über Stiftungen.

An dieser Stelle bedanken wir uns besonders beim Maecenata Institut, das so freundlich

war, uns einen umfangreichen Stiftungsdatensatz bereitzustellen.

5


ealisieren lassen. Zudem wird deutlich, dass es weitaus mehr unternehmensnahe

Stiftungen gibt als zunächst angenommen. Des Weiteren interessiert uns, welche

Stiftungsorgane unternehmensnahe Stiftungen haben und welche Entscheidungsträger/innen

und Repräsentanten/innen in diesen Organen vertreten sind. Darauf

folgt eine Analyse der Stiftungsaktivitäten im Wissenschaftsbereich (3.2) und der

Erfüllung von Transparenzkriterien (3.3). Im Fazit fassen wir die wichtigsten Ergebnisse

im Hinblick auf das Spannungsfeld von Gemeinnützigkeit und Partikularinteressen

von unternehmensnahen Stiftungen zusammen, verweisen auf Forschungsdesiderate

und bewerten die aktuelle politische Stiftungsdebatte.

2. Forschungsstand zu unternehmensnahen (Wissenschafts-)

Stiftungen: Eine kritische Bestandsaufnahme im Hinblick auf das

Spannungsverhältnis Gemeinwohl und Partikularinteressen 10

2.1 Unternehmensnahe Stiftungen und partikulare Interessen

Was ist eigentlich eine Stiftung? Dies ist nur scheinbar eine einfache Frage, auf die

es leider auch keine einfache Antwort gibt. Allen Stiftungen ist zwar gemeinsam,

dass sie über ein Stiftungskapital verfügen. Da aber das Label Stiftung „kein geschützter

Rechtsbegriff des Handelsrechts“ (vgl. Wigand u.a. 2015, S. 22) ist, verbirgt

sich dahinter ein Spektrum an höchst unterschiedlichen Rechtsformen, sei

es die Stiftung des bürgerliches Rechts oder die GmbH oder der Verein. 11 Stiftungen

können also sehr unterschiedlich ausgestaltet sein und im Prinzip ist jede einzelne

Stiftung eine eigene Konstruktion, ein Hybrid. Neben den Rechtsformen können

auch funktionale Stiftungsarten identifiziert werden: So gibt es unter anderem

kirchliche, parteinahe oder eben unternehmensnahe Stiftungen – sie können

in allen Rechtsformen organisiert werden sowie mit weiteren Stiftungen und

GmbHs verbunden sein.

Betrachtet man diese hier nur angedeutete Vielfalt an Stiftungen, so überrascht

und irritiert es, dass in bestehenden Untersuchungen zu Stiftungen oftmals

nur allgemein und wenig differenziert von „Stiftungen“ gesprochen wird. 12 Die

Vielfalt an Stiftungen - und somit auch unternehmensnahe Stiftungstypen - wer-

10 Dieses Kapitel wurde von Anja Hirsch verfasst.

11 Vergleiche ausführlich das Kapitel “Stiftungsrecht”, in: Strachwitz/Mercker 2005. Der Jurist

Peter Lex führt dazu aus: „Grundzüge des Stiftungsrechts ausfindig zu machen, ist ein schwieriges

Unterfangen. Wer unter Stiftungsrecht die Rechtsmaterie versteht, die sich auf Stiftungen

bezieht, wird an jeder Ecke unseres Rechtssystems fündig. Bundesrecht und Landesrecht, Verfassungsrecht,

privates und öffentliches Recht, Kirchenrecht und Steuerrecht begleiten die Stiftungen

von ihrer Errichtung bis zu ihrer Aufhebung.“ (Lex 2005, S. 205)

12 Zum Beispiel nennt die europäische Studie über „European Foundations for Research and Innovation“

eine solche Differenzierung zwar, benutzt sie aber kaum als Analysekategorie

(vgl. European Commission 2015a).

6


den überdeckt von einer Zahl: 95 Prozent. So hoch ist der Anteil der Stiftungen,

die in Deutschland als gemeinnützig anerkannt sind (vgl. Hartmann 2005, S. 381).

Doch die Gemeinnützigkeit ist eine steuerrechtliche Kategorie, die nichts über die

gesellschaftliche und politische Funktion von Stiftungen aussagt. 13 Genau diese

aber interessiert aus politikwissenschaftlicher Perspektive, in der Akteure und

ihre Rolle im politischen Prozess analysiert werden. Im Hinblick auf die Frage

„who or what makes things happen or prevents things from happening“ (Roelofs

2015, S. 657) scheinen Politikwissenschaftler/innen Stiftungen nur wenig Relevanz

zuzuschreiben – in Deutschland u.E. noch weniger als in den USA. 14

In den Vereinigten Staaten wurde und wird z.B. anhand der Arbeit der Rockefeller

Foundation, Ford Foundation oder Carnegie Foundation bzw. in jüngerer Zeit

auch am Beispiel der Stiftungen der Koch-Brüder (vgl. Mayer 2016) und der Gates

Foundation (siehe McGoey 2015) die Arbeit der „corporate foundations“ kritisch

untersucht. Dabei besteht kaum ein Zweifel am Erfolg großer US-Stiftungen, innen-

wie außenpolitisch gezielt zu wirken und partikulare Interessen geschickt als

Gemeinwohlinteressen zu verallgemeinern (vgl. Roelofs 2003; dies. 2015; Arnove

1980; ders./Pinede 2007). Demgegenüber gibt es in Deutschland bislang nur vereinzelte

Studien zum Wirken von unternehmensnahen Stiftungen: In die Kritik

gerieten sie zum Beispiel aufgrund einer marktliberal-ideologischen Ausrichtung

politischer und ökonomischer Bildungsangebote, die von unternehmensnahen

Stiftungen ko-finanziert werden (vgl. Wolf 2010; Möller/Hedtke 2015) oder, wie

eingangs erwähnt, aufgrund des Wirkens der Bertelsmann Stiftung als politischer

Think-Tank (vgl. Wernicke/Bultmann 2010). Zuletzt veröffentlichte Holland-Letz

(2015) eine kleine Studie mit Beispielen zur Überschneidung von Geschäftsinteressen

und Stiftungsarbeit, etwa bei der Finanzierung der Logistikforschung und –

ausbildung der Kühne-Stiftung (siehe Holland-Letz 2015, S. 54ff.). Der Wirtschaftswissenschaftler

Christian Kreiß hat die „Vernetzung von Industrie und Forschung

in der deutschen Wissenschaft“ 15 untersucht und erwähnt, „dass sich viele

Stiftungen als unabhängig deklarieren, in Wirklichkeit jedoch industrienahe Partikularinteressen

vertreten“ (Kreiß 2015, S. 178-179).

Schaut man sich die Leitbilder von gemeinnützig anerkannten, unternehmensnahen

Stiftungen an, verstehen sich diese als Teil der Zivilgesellschaft und

tatsächlich in der Regel als unabhängige, überparteiische oder sogar als „weltanschaulich

neutrale“ Akteure. 16 Die empirische Forschungsliteratur in den USA, die

sich mit der politischen Rolle von Stiftungen in liberalen Demokratien auseinandersetzt,

bezieht sich deshalb auf die Kulturelle-Hegemonie-Theorie (vgl. u.a. Roelofs

2003), die ursprünglich auf Antonio Gramsci zurückgeht. Aus dieser Theorieperspektive

werden scheinbar „neutrale“ zivilgesellschaftliche Akteure und ihre

13 So betont Hanke: „Aus dieser juristischen Zweckbestimmung läßt sich weder der wirtschaftliche

noch der politische Inhalt der Stiftungen ersehen.“ (Hanke 1971, S. 5)

14 Roelofs stellt für die USA fest, dass corporate foundations ein von Politikwissenschaftlern/innen

zu wenig beachteter Forschungsgegenstand seien (vgl. Roelofs 2003, S. ix).

15 Dieses Zitat wurde dem Bucheinband entnommen (vgl. Kreiß 2015).

16 Beispielsweise schreibt die Körber Stiftung: „Die Körber-Stiftung ist politisch unabhängig und

weltanschaulich neutral.“ (vgl. Körber Stiftung, Wir über uns, 15.10.2015)

7


gemeinwohlorientierten Aktivitäten auf ihre Politizität und dahinter stehende

partikulare Interessen befragt. Zivilgesellschaftliche Akteure sind nach Gramsci

nicht per se etwas Gutes und Zivilgesellschaft wird hier auch keineswegs als herrschaftsfreier

Raum verstanden – sondern als ein umkämpftes Feld, auf dem unterschiedlich

starke Akteure um Konsens oder Widerspruch zu den bestehenden gesellschaftlichen

Verhältnissen ringen. Bei diesem „Ringen“ kommt dem Wissenschaftsbereich

und seinen Akteuren eine zentrale Rolle zu, da zum Beispiel mit

wissenschaftlichen Studien Deutungskonzepte für aktuelle gesellschaftliche Debatten

bereitgestellt werden (vgl. Becker u.a. 2013, S. 69).

Die These der politischen Funktion von unternehmensnahen Stiftungen belegt

z.B. die detaillierte Untersuchung von Thomas Schuler über die Bertelsmann Stiftung

(vgl. Schuler 2010): Die Stiftung nutzt den gemeinnützigen Satzungszweck

„Förderung der Wissenschaft“ dazu, um Studien und Policy Papers zu gesellschaftspolitischen

Themen zu erarbeiten und diese öffentlichkeitswirksam, z.B.

über Podien, Fachkongresse oder Kampagnen, in die Diskussion einzubringen.

Auch hat die Stiftung ein breites und hochkarätiges politisches Netzwerk aufgebaut,

in dem zahlreiche Spitzenpolitiker/innen – bis zu Bundeskanzler/in oder

Bundespräsidenten – zu finden sind. Schulers Analyse verweist zudem auf die politische

Orientierung der Stiftung, die sich zum Beispiel im Rahmen der Hartz-IV-

Reformen mit wissenschaftlichen Expertisen für den Rückbau des Sozialstaates

einsetzte. Der Satzungszweck Wissenschaft ermöglicht es Stiftungen folglich, sich

als Think-Tank zu profilieren und Politikberatung zu betreiben – steuerbegünstigt

und damit subventioniert von Steuerzahler/innen, wie Kritiker/innen der Bertelsmann

Stiftung seit Jahren bemängeln (vgl. Lindner 2015, zit. n. Schuler 2010,

S. 268). Bei der Bertelsmann Stiftung wird bis heute auf den Nutzen der Stiftungsarbeit

für den Bertelsmann-Konzern verwiesen (vgl. u.a. Füller 2016, S. 13ff.). Dabei

ist hervorzuheben, dass die Stiftung ausschließlich operativ tätig ist, das heißt,

keine Projekte anderer Institutionen oder Initiativen fördert; andere (unternehmensnahe)

Stiftungen sind dagegen auch fördernd oder sogar ausschließlich fördernd

tätig.

Neben der politischen Funktion von unternehmensnahen Stiftungen verweisen

amerikanische wie deutsche Autoren/innen auf deren ökonomische Funktion

(vgl. Arnove 2007; Hanke 1971). Diese besteht vor allem in umfangreichen Steuererleichterungen:

Je nach Stiftungskonstruktion werden Körperschafts-, Erbschafts-,

oder Gewerbesteuern eingespart. 17 Einige Stiftungen fungieren zudem als

„konzerneigene Bank […]“ (Hanke 1971, S. 19), da mit der Stiftung Gewinne im Unternehmen

gehalten werden können. Im Hinblick auf den Satzungszweck Förderung

von Wissenschaft und Forschung sind weitere ökonomische Funktionen zu

ergänzen: die Ausbildung des eigenen betrieblichen Nachwuchses oder die Durch-

17 Die Familie Bertelsmann hat 2009 geschätzte 4,62 Milliarden Euro Erbschaftssteuer „durch die

Stiftungskonstruktion gespart“ (Schuler 2010, S. 223), auch bei der Gründung der Ford Foundation

1936 soll „die Vermeidung von der Erbschaftssteuern in Höhe von über 300 Millionen ausschlaggebend“

(Hanke 1971, S. 14) gewesen sein.

8


führung von Forschungsvorhaben, um neue Entwicklungen für das Unternehmen

zu erfassen. 18

Sowohl die politischen als auch die ökonomischen Funktionen von unternehmensnahen

Stiftungen verweisen auf Partikularinteressen, die mit der Gründung

einer als gemeinnützig anerkannten, unternehmensnahen Stiftung verknüpft

werden können. Damit werden dem offiziellen gemeinnützigen Stiftungszweck

entsprechende Aktivitäten keineswegs in Abrede gestellt, aber es erscheint dringend

erforderlich, eine realistischere Analyse der Multifunktionalität von unternehmensnahen

Stiftungen an die Stelle einseitiger Postulate im Sinne des Gemeinnutzens

zu setzen.

Bislang wird der mitunter sehr enge Zusammenhang von Stiftungen und Unternehmen

kaum analysiert und insofern ist dieser Zusammenhang „empirisch

kaum untersucht“ (Eulerich/Welge 2011. S. 9). Die Wirtschaftswissenschaftler Eulerich

und Welge konstatieren in ihrer Studie über den Einfluss von Stiftungen auf

Unternehmen großen Bedarf an Grundlagenforschung (vgl. ebd., S. 93ff.). Ein Resultat

der fehlenden Grundlagenforschung ist der feststellbare Mangel an konzeptioneller

und begrifflicher Klarheit. In der Fachliteratur gibt es keine einheitliche

Verwendung von Begriffen: Zum Beispiel wird die Robert Bosch Stiftung in einer

Studie des Bundesverbands Deutscher Stiftungen (BDS) als Unternehmensbeteiligungsstiftung,

von dem Wirtschaftswissenschaftler Matthias Fifka als Beteiligungsträgerstiftung

bezeichnet (vgl. Junck 2007, S. 14; Fifka 2011, S. 121). Angesichts

der fehlenden Grundlagenforschung wundert es auch nicht, dass selbst der

BDS als größte Interessenvertretung deutscher Stiftungen keine Angaben darüber

machen kann, wie viele Stiftungen unter den Begriff „unternehmensnah“ fallen

bzw. was eigentlich eine unternehmensnahe Stiftung ist.

Zwar hat der BDS bereits im Jahr 2007 eine Studie zu unternehmensnahen

Stiftungen beauftragt, in der nach Definition, Stiftungstypen und Anzahl von unternehmensnahen

Stiftungen gefragt wird. 19 Dazu wurde ein erster Datensatz zusammengestellt,

in welchem drei Stiftungstypen (Unternehmensträger-, Unternehmensbeteiligungs-

und Unternehmensstiftung) unterschieden wurden. Weil

die Kategorie „unternehmensnah“ damals zu „unkonkret“ gefasst worden sei, stellt

der BDS den Datensatz aber für weitere wissenschaftliche Analysen nicht zur Verfügung.

20 Der Datensatz umfasst rund 1500 Stiftungen, wobei auch die rund 600

Sparkassenstiftungen aufgenommen wurden, die aber aus Sicht des BDS einen

„Sonderfall“ darstellen. 21

18 Darauf wies bereits Hankes Studie von 1971 hin (vgl. ebd., S. 50). Den Hinweis der Forschungsförderung

bezieht Hanke z.B. auf die Carl-Zeiss-Stiftung (vgl. ebd., S. 31).

19 Die Studie stellt damit einen Überblick über die zahlreichen Rechtsformen bereit, jedoch keine

Analyse der Stiftungsstrukturen und –funktionen unternehmensnaher Stiftungen.

20 Aufgrund der Schwierigkeit mit der Kategorie „unternehmensnah“ werde auch die Studie nicht

mehr öffentlich vertrieben bzw. stehe nirgends zum Download bereit. (Die Aussagen sind einem

Gespräch mit einer BDS-Mitarbeiterin im August 2015 entnommen.)

21 Junck 2007, S. 32. Die 600 Sparkassenstiftungen gehörten zu „den fünf kapitalstärksten Unternehmensstiftungen

Deutschlands“ (ebd.), würde man von ihrem Gesamtvermögen i.H.v. 1,3 Mrd.

Euro ausgehen. Wir halten diese für einen relevanten Untersuchungsgegenstand, können ihn

aber in dieser Exploration nicht näher erfassen.

9


Die Mängel bei der Definition und die unterschiedlichen Abgrenzungen zählen

also zu den wichtigen Gründen, warum es bis heute keinen Datensatz zu unternehmensnahen

Stiftungen in Deutschland und keine (darauf aufbauende) empirische

Forschung gibt. Folglich besteht die erste Herausforderung zur Exploration

des Themas „unternehmensnahe Stiftungsarbeit im Bereich Wissenschaft“ darin,

einen Datensatz mit unternehmensnahen Stiftungen zusammenzustellen, die in

diesem Bereich als relevante Akteure gelten können, um die bisherigen Arbeiten

in Bezug auf Definitionen und Klassifikationen zu prüfen. Dabei sind eine Präzision

der Definition des Begriffs „unternehmensnahe Stiftung“ und ggf. eine sachdienliche

Erweiterung der existierenden Klassifikationssysteme anzustreben.

Während in Bezug auf die US-Fachliteratur schon mehrfach der Begriff „corporate

foundation“ gebraucht wurde, ist in dieser Studie in Bezug auf Deutschland

nicht von „Unternehmensstiftungen“ oder „unternehmensverbundenen Stiftungen“

die Rede. Denn diese stellen u.E. nur bestimmte Typen dar, die wir (neben

anderen unternehmensnahen Stiftungsformen) unter dem Oberbegriff ‚unternehmensnahe

Stiftungen‘ zusammenfassen. Wir lehnen uns dabei begrifflich an

die Typologie unternehmensnaher Stiftungen aus der BDS-Studie an, gehen jedoch

- wie wir im Folgenden begründen werden - über diese hinaus. Die Autorin Sibylle

Junck unterscheidet drei Typen; sie stützt sich dabei auf die bestehende Fachliteratur

und verschiedene (meist vom BDS initiierte) Fachtagungen, die rund um das

Thema „Stiftung und Unternehmen“ stattfanden (vgl. Junck 2007, S. 9ff.):

- Typ 1: die Unternehmensträgerstiftung, bei der die Stiftung selbst am Markt

agiert, Unternehmens- und Stiftungszweck fallen bei diesen Stiftungen zusammen

(vgl. ebd., S. 14);

- Typ 2: die Unternehmensbeteiligungsstiftung, die Anteile am Unternehmen

hält, bei der aber Stiftungs- und Unternehmenszweck getrennt sind (vgl. ebd.);

- Typ 3: die Unternehmensstiftung (CSR-Stiftung), die ihr Vermögen vom Unternehmen

erhält und in der Regel keine Unternehmensanteile besitzt, wie

Junck ausführt (vgl. ebd.). Als „Unternehmensstiftung i.w.S.“ (Junck 2007, S. 14)

versteht Junck zudem die Unternehmer/innen-Stiftung, bei der sich die Stiftung

aus dem Vermögen eines/einer Unternehmers/in oder einer Unternehmensfamilie

finanziert.

Adloff weist darauf hin, dass es insbesondere in den 1990er Jahren im Kontext der

Debatte um Corporate Social Responsibility („soziale Unternehmensverantwortung“)

zu Neugründungen von Stiftungen kam (vgl. Adloff 2010, S. 375) und hebt in

dem Zusammenhang das Ergebnis der BDS-Studie hervor, wonach 37 Prozent der

vom BDS identifizierten 1500 unternehmensnahen Stiftungen „in den letzten zehn

Jahren errichtet“ wurden (Junck 2007, S. 36). Forschung zu den verschiedenen unternehmensnahen

Stiftungstypen wäre wichtig, da aus unterschiedlichen Stiftungstypen

unterschiedliche Spannungsverhältnisse von Gemeinwohl- und Partikularinteressen

resultieren; dies sei an einigen Beispielen erläuert:

Die CSR-Stiftung, bei der die Stiftung ihr Vermögen vom Unternehmen erhält,

erfüllt für das Unternehmen die Funktion, mit gemeinnützigen Aktivitäten die

10


soziale Verantwortung des Unternehmens zu demonstrieren 22 und ist dementsprechend

in die Unternehmenskommunikation eingebunden (vgl. ebd., S. 14). Die

Verknüpfung der unternehmerischen mit gemeinnützigen Interessen gehört somit

zur offiziellen Funktion der Stiftung. Das Beispiel der CSR-Stiftungen verweist

damit recht anschaulich auf die Notwendigkeit, den Einfluss von Unternehmen auf

Stiftungen genauer zu untersuchen. Bisher liegt aber nur die Untersuchung von

Eulerich und Welge zur umgekehrten Einflussnahme, nämlich von Stiftungen auf

Unternehmen, vor (die dort untersuchten Stiftungen sind im Übrigen keine CSR-

Stiftungen). 23 Die enge Unternehmensverbundenheit von CSR-Stiftungen und das

sich daraus ergebende Spannungsverhältnis von Gemeinnützigkeits- und Partikularinteressen

werden in der (deutschen) Forschungsliteratur bisher nur vereinzelt

thematisiert. 24 Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat 2010 zudem „Zehn

Empfehlungen für gemeinnützige Unternehmensstiftungen“ verabschiedet. Diese

Empfehlungen lassen jedoch viel Raum für Interpretation (z.B. wenn gefordert

wird, eine Unternehmensstiftung solle „vom Stifterunternehmen möglichst unabhängig

sein“ (BDS 02.05.2016)) und sie sind zudem nicht verpflichtend – auch nicht

für die Stiftungen, die Mitglied im BDS sind.

Der Konflikt von Gemeinnützigkeits- und Partikularinteressen ergibt sich jedoch

nicht nur aus der ökonomischen Funktion von Unternehmensstiftungen - als

einem speziellen Typ der unternehmensnahen Stiftung -, sondern dieser Konflikt

ist auch bei anderen Stiftungstypen zu finden: zum Beispiel bei Unternehmensbeteiligungsstiftungen.

Diese können, wie bereits erwähnt, als „konzerneigene Bank

[…]“ (Hanke 1971, S. 19) fungieren oder - wie Schuler zuspitzt - als „Sparbüchse“

(vgl. Schuler 2010, S. 279), da mit ihnen Gewinne im Unternehmen gehalten werden

können. Diese Tatsache sorgte in den USA für Stiftungsreformen, die Stiftungen

„nur noch“ 20 Prozent Anteile an einem Unternehmen erlauben. In Deutschland

gibt es demgegenüber bisher keine Beschränkungen. Darüber brachte die

Politikwissenschaftlerin Annette Zimmer im Kontext der Debatte um eine Reformierung

der Stiftungsgesetzgebung ihre Verwunderung zum Ausdruck:

„Wir sind eines der wenigen Länder, wo es möglich ist, dass Unternehmen und

Stiftungen in der Weise verkoppelt sind, wie es zum Beispiel bei der Bosch

Stiftung oder bei der Bertelsmann Stiftung der Fall ist. In den USA ist das verboten,

und ich glaube, es gibt auch gute Gründe, dass man diese beiden Bereiche

trennt. (…)“ (Zimmer, zit.n. Schuler 2010, S. 243)

22 Junck schreibt dazu: „Errichtet ein Unternehmen eine gemeinnützige CSR-Stiftung, zeigt es

öffentlich, dass ihm gesellschaftliche Verantwortung wichtig ist.“ (Ebd., S. 27)

23 Vgl. Eulerich/Welge 2011. Zudem ist soeben von Eulerich erschienen: Eulerich, Marc, Stiftungsverbundene

Unternehmen in Deutschland. Grundlagen, Ziele, Ausgestaltung, Berlin 2016.

24 So hat beispielsweise Jörg Ultsch untersucht, wie die zehn Empfehlungen des BDS für gemeinnützige

Stiftungen von Unternehmensstiftungen eingeschätzt werden (vgl. Ultsch 2011). Zu CSR-

Aktivitäten (in Deutschland) allgemein gibt es bisher kaum sozialwissenschaftliche Analysen:

2011 legte Fifka eine erste Bestandsaufnahme über Corporate Citizenship vor (vgl. Fifka 2011).

Auch gibt es Handbücher, die jedoch eher praxisorientiert sind und sich an potentielle Stiftungsgründer/Unternehmen

richten oder Sammelbände, die in denen kaum politikwissenschaftliche

Analysen zu finden sind (vgl. u.a. Backhaus-Maul et al. 2008; Schneider/Schmidpeter

2015; Hardtke/Kleinfeld 2010).

11


Ein Vorschlag für eine Stiftungsreform sah 1997 den Grundsatz vor, dass Stiftungen

keine Zwecke verfolgen dürften, die „auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb

gerichtet sind“. 25 Gegen die Reformvorschläge setzten sich die Bertelsmann

Stiftung und auch der Bundesverband Deutscher Stiftungen als Interessenvertretung

deutscher Stiftungen erfolgreich zur Wehr: Die Reform verschwand von der

politischen Agenda. 26 Das damals verhandelte Argument, dass Stiftungen keine

Geschäftsinteressen verfolgen sollten, wirkt vor dem heutigen Boom und zum Beispiel

der steuerlichen Begünstigung von CSR-Stiftungen fast schon antik. Denn

CSR-Stiftungen sind als Botschafter für ihre Unternehmen – hochoffiziell und für

jeden auf Anhieb ersichtlich – mit den Geschäftsinteressen ihrer Eigentümer verbunden.

Es wird bei der Durchsicht der bestehenden Forschungsliteratur schnell deutlich,

dass mit Stiftungsgründungen Eigeninteressen verfolgt werden, die Zweifel

an der ausschließlichen Gemeinnützigkeit von Stiftungen nähren. Dies wird aber

meist nur an Einzelfällen wie der Bertelsmann Stiftung gezeigt. Ist die Bertelsmann

Stiftung aber vielleicht nur ein „schwarzes Schaf“? Oder werden Stiftungen

und der Stiftungszweck „Förderung von Wissenschaft und Forschung“ von einer

größeren Zahl von unternehmensnahen Stiftungen zur erweiterten politischen

Einflussnahme genutzt?

Nach unserem Kenntnisstand gibt es bisher keine Studie, die das Wirken unternehmensnaher

Stiftungen in Deutschland in einem bestimmten Bereich, Themen-

oder Politikfeld untersucht, also auch nicht im Bereich Wissenschaft(spolitik).

In einer solchen Studie kann und muss dabei neben den weiterhin unterstellten

Gemeinnutzanliegen auch der grundsätzlichen Frage nachgegangen werden,

welche Möglichkeiten Unternehmen und Eigentümer haben, über Stiftungen

weitere Interessen zu verfolgen.

Die aktuelle Forschungsliteratur über in Deutschland agierende Wissenschaftsstiftungen

(in der unternehmensnahe Stiftungen nicht gesondert betrachtet

werden) ist leicht zu überblicken: Die internationale Studie „European Foundations

for Research and Innovation (EUFORI)“ aus dem Jahr 2015 untersucht die

Innovationsfähigkeit und Forschungsaktivitäten europäischer Stiftungen und hat

auch einen Länderreport zu Deutschland erstellen lassen (vgl. European Commission

2015a, dies. 2015b). Die Zusammenfassung der Forschungsergebnisse verweist

auf die Relevanz des Wissenschaftsbereichs für Stiftungen: Er sei ein relativ

neuer und sehr stark wachsender Bereich, in den Stiftungen investieren – traditionell

war das eher der soziale Bereich (vgl. ebd., S. 92). Im Jahr 2012 gaben Stiftungen

mindestens 5 Milliarden Euro im Wissenschaftsbereich aus (vgl. ebd.,

S. 92ff.)

Zudem wird deutlich, dass es eine starke Fragmentierung gibt: Nicht nur gesamteuropäisch,

sondern auch in den einzelnen Ländern gibt es eine Kluft zwi-

25 Deutscher Bundestag, Gesetzentwurf der Abgeordneten Dr. Antje Vollmer, Gerald Häfner, Albert

Schmidt (Hitzhofen), Christine Scheel und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Entwurf eines

Gesetzes zur Förderung des Stiftungswesens (StiftFördG), Drucksache 13/9320, 01.12.97. S. 3.

26 In diesem Zusammenhang verweist Schuler auch auf die starken Lobbyverbände im Stiftungsbereich

(vgl. Schuler 2010, S. 233ff.).

12


schen ressourcenstarken und -schwachen Stiftungen: „A few very large foundations

in Europe are responsible for the largest share of the total expenditure on

R&I [Research and Innovation; Anmerk. der Autoren/innen] in Europe“ (vgl. European

Commission 2015a, S. 94). Da die Stiftungsformen in der Studie zwar eingangs

kurz differenziert, dann aber weitgehend nicht gesondert analysiert werden,

ist unklar, ob es sich bei den besonders kapitalstarken um unternehmensnahe

Stiftungen handelt. Allerdings wird als ein Beispiel für die Dominanz in einem

Land die unternehmensnahe Stiftung Wellcome Trust in Großbritannien genannt. 27

Interessant ist der Befund, dass 18 Prozent der untersuchten Stiftungen von Unternehmen

und 54 Prozent von Individuen/Familien gegründet wurden (vgl. European

Commission 2015a, S. 10); bei letzteren wird aber nicht differenziert, inwiefern

es sich hier um das Privatvermögen (zu dem ggf. Unternehmensanteile und

Aktien gehören können) von Unternehmer/innen und Unternehmensfamilien

handelt.

Des Weiteren haben Donsbach und Brade 2013 „Forschungsfördernde Stiftungen

in der Wahrnehmung ihrer Stakeholder“ (Donsbach/Brade 2013) erforscht, um

zu prüfen, ob Stiftungen durch ihre Förderpolitik „eine wahrnehmbare und insgesamt

wichtige Rolle einnehmen“ (ebd. S. 83). Dazu haben sie die Einschätzung der

„wichtigsten Anspruchsgruppen“ der Stiftungen mittels einer Befragung erhoben

und Presseartikel analysiert (vgl. ebd.). Drei ihrer vier Partnerstiftungen in der

Studie sind unternehmensnahe Stiftungen (Fritz Thyssen Stiftung, Robert Bosch

Stiftung, Stiftung Mercator). In der Studie werden zwar explizite Fragen zur Wahrnehmung

unternehmensnaher Stiftungen gestellt, aber auf die Strukturen und

Funktionen unternehmensnaher Stiftungen gehen die Autoren/innen nicht ein.

Als Ergebnis wird festgehalten, dass Stiftungen „nicht stark im Bewusstsein der

Bevölkerung verankert“ (ebd.) seien. Speziell im Hinblick auf die Wahrnehmung

unternehmensnaher Stiftungen wird zusammengefasst: „Stiftungen, die (zumindest

vom Namen her) mit bedeutenden Unternehmen verbunden sind“ seien bekannter,

jedoch gehe damit

„auch die Vorstellung vieler Stakeholder [einher], dass die Unabhängigkeit der

Stiftungsarbeit nicht immer gewährleistet ist. Besonders die beiden wichtigen

Gruppen der Wissenschaftsgemeinschaft und der Journalisten haben hier

Zweifel. Zu dem etwas diffusen und schillernden Bild, das die Menschen von

Stiftungen haben, trugen sicher auch die nicht immer legalen Aktivitäten einiger

weniger Stiftungen bei: Immerhin ein Drittel der Bürger denkt bei Stiftungen

an ‚Steuersparmodelle‘.“ (Ebd.)

Die Autoren/innen ordnen diese Wahrnehmung als diffuses Bild ein und legen

damit nahe, dass diese Wahrnehmung auf ein Wissensdefizit zurückgehe (vgl. ebd.).

Hier taucht somit explizit die These vom schwarzen Schaf auf, welches ein

schlechtes Licht auf die Herde werfe. Ohne die eingehende Analyse der Aktivitäten

27 Nach der hier angewandten Typologie ist der Wellcome Trust eine Unternehmer/innen-Stiftung

(vgl. Kapitel 3.1); die Stiftung hält bis heute 3 Prozent an dem Pharmaziekonzern GlaxoSmithKline,

in dem die Anteile des Pharmazieunternehmers Henry Wellcome aufgegangen sind

(vgl. Wellcome Trust, 20.01.2016).

13


der Stiftungen selbst genauer zu untersuchen, muss die Einschätzung der Autoren

unterdessen als Meinungsäußerung gelten, nicht selbst schon als Beitrag zur Verringerung

eklatanter Wissensdefizite. Der Studie von Donsbach/Brade zufolge,

würden Stiftungen als Forschungsförderer von Wissenschaftsjournalisten/innen

„deutlich negativer“ beurteilt als von den Wissenschaftlern/innen (ebd., S. 84). Dies

spricht den Autor/innen zufolge „für eine Kommunikations-Offensive in Richtung

Multiplikatoren“ (ebd.). Wissenschaftler/innen und Antragsteller/innen würden

den Stiftungen insgesamt zugestehen, eine „‚relevante‘ und ‚weltanschaulich neutrale‘

Förderung“ zu betreiben. Im Vergleich zur DFG werde jedoch „ein manchmal

zu enges Spektrum dessen, was sie fördern“ (ebd., S. 83) bemängelt.

Als dritte aktuelle Quelle zum Wirken von Wissenschaftsstiftungen in Deutschland

ist auf einen „Ratgeber für die Praxis“ zu verweisen, den der BDS 2013 unter

dem Titel „Private Stiftungen als Partner der Wissenschaft“ (vgl. BDS 2013) herausgegeben

hat. Die Beiträge sind überwiegend von Repräsentanten/innen unternehmensnaher

Stiftungen verfasst; auch hier werden unternehmensnahe Stiftungen

nicht als spezieller Stiftungstyp, der in einem besonderen Spannungsverhältnis

zwischen Gemeinwohl- und Partikularinteressen steht, thematisiert.

Neben den genannten drei Beiträgen zu Wissenschaftsstiftungen gibt es zudem

Fachliteratur, die sich diesen Stiftungen unter dem breiteren Stichwort „zivilgesellschaftliche

Wissenschaftsförderung“ widmet – so titelt ein Sammelband von

Kocka und Stock (siehe Kocka/Stock 2011). Der Band konzentriert sich nicht nur

auf Stiftungen (bzw. unternehmensnahe Stiftungen), erwähnt aber bereits im

Vorwort den historisch schon lange anhaltenden Einfluss von „Wirtschaft oder

durch einzelne Industrielle“ (ebd. S. 8). Der Sammelband entstand im Anschluss an

eine Tagung, die „in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband für die Deutsche

Wissenschaft und dem Bundesverband Deutscher Stiftungen“ (Stock 2011, S. 7)

organisiert wurde; die Veranstalter der Tagung setzen sich für eine „Verstärkung

der zivilgesellschaftlichen Wissenschaftsförderung“ (Kocka 2011a, S. 13) ein. In

einigen Beiträgen werden Probleme im Stiftungssektor wie die fehlende Legitimität

(vgl. Lingelbach 2011, S. 53), mangelnde Transparenz (vgl. Kocka 2011b, S. 201)

oder die Verknüpfung von Geschäfts- und Stiftungsinteressen bei Unternehmensstiftungen

benannt (ebd., S. 200; Ders./Krull/Markschies, S. 187, 189). Ausgestattet

mit dem breiten Fokus auf „zvilgesellschaftliche Wissenschaftsförderung“ resümiert

einer der beiden Herausgeber im Fazit dennoch, dass „an der grundsätzlich

positiven Wirkung zivilgesellschaftlicher Wissenschaftsförderung kein […] Zweifel“

28 bestehe.

Die beiden genannten wissenschaftlichen Studien zu Wissenschaftsstiftungen,

wie auch der genannte BDS-Ratgeber oder der Sammelband von Stock/Kocka liefern

Anschauungsmaterial für das, was wir an der bestehenden Stiftungsforschung

grundsätzlich problematisch finden:

Erstens werden Entwicklungen im Stiftungswesen, die unter demokratischen

Gesichtspunkten problematisch sind, - wenn überhaupt - nur kurz benannt, nicht

aber eingehend und hinreichend kontrovers diskutiert. Stattdessen liegt oftmals

28 Als Beleg führt Kocka die Aufsätze des Sammelbandes an (vgl. Kocka 2011b, S. 198).

14


der Schwerpunkt auf der Frage, wie eine umfangreichere, bessere und effizientere

Stiftungsarbeit aussehen könnte (vgl. Donsbach/Brade 2013). So weist zwar auch

EUFORI auf die elitäre Ausrichtung von Stiftungen und auf fehlende Stiftungsregister

hin, 29 empfiehlt aber dennoch, dass gesetzliche Barrieren für die Gründung

von europäischen Forschungsstiftungen beseitigt und die steuerlichen Bedingungen

verbessert werden müssen (vgl. ebd., S. 18). Stiftungsregister und Transparenzstandards

werden somit nicht als Voraussetzung für solche Erleichterungen

genannt, erscheinen vielmehr als fakultative Verzierung.

Zweitens werden Forschungsprojekte zum Stiftungswirken oft von unternehmensnahen

Stiftungen finanziert oder stammen aus einem stiftungsnahen Umfeld.

So wurde der Länderbericht Deutschland für die EUFORI-Studie vom Centrum

für Soziale Investitionen (CSI) erstellt, das unter anderem von der Robert Bosch

Stiftung, der Fritz Thyssen Stiftung, der Deutschen Bank Stiftung und der Hertie-

Stiftung finanziert wird. Der Länderreport stützt sich bei der Frage nach „innovativen

Beispielen“ wiederum auf Studien, die von unternehmensnahen und privaten

Stiftungen (ko-)finanziert wurden (vgl. European Commission 2015b, S. 32). Als

ein innovatives Beispiel für Stiftungstätigkeit im Forschungsbereich wird die

Gründung innovativer Forschungseinrichtungen genannt, worunter das CSI selbst

falle und sich als solches auch benennt (vgl. ebd., S. 36). Die stiftungsfinanzierte

Stiftungsforschung verweist somit recht eindringlich auf Probleme mangelnder

Distanz der Forschung zum Gegenstand sowie auf eine wenig pluralistische Landschaft

der Stiftungsforschung: Philanthropie-kritische (notabene: nicht per se ablehnende)

Positionen, die nicht a priori von der Legitimität von Stiftungen ausgehen,

sind in der Forschung über Stiftungen (in Deutschland) bislang eher selten zu

finden.

2.2 Politischer Einfluss und institutionelle Strukturen

In der Stiftungsforschung wird oft betont, dass Stiftungen nicht sehr einflussreich

seien – zu klein sei ihr Budget für strukturelle Reformen. So konstatiert der Germany

Country Report der EUFORI-Studie: “Science foundations provide only about

1 % of public science funding” (ebd. S. 38). Auch Kocka befindet im Jahr 2011:

„Hier und heute stehen wir nicht vor der Notwendigkeit, übermäßigen Einfluss

nichtstaatlicher Akteure auf die Wissenschaft einzudämmen oder zu begrenzen;

denn weder existiert solch übermäßiger Einfluss, noch droht er auf absehbare

Zeit.” (Kocka 2011b, S. 201.)

Diese Sicht (entweder auf Stiftungen im Allgemeinen oder eben auf nicht staatliche

Akteure, von denen Stiftungen ein Teil sind) berücksichtigt jedoch nicht die

29 Vgl. European Commission 2015a, S. 119. So wird u.a. festgestellt: “Throughout history, foundations

in Europe have been established primarily by members of the elite: by entrepreneurs, the

nobility and members of the upper class.” (Ebd.)

15


hohe Konzentration an Stiftungskapital 30 und die damit potentiell einhergehenden

Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme. Der ausschließliche Fokus auf das

Geldvermögen kann dazu führen, dass die Steuerungskapazitäten und der Einfluss

von Stiftungen im Allgemeinen und von unternehmensnahen Stiftungen im Besonderen

systematisch unterschätzt werden. So sind beispielsweise Agenda Setting

und die Herausbildung von strategischen Koalitionen zur Durchsetzung von

bestimmten Orientierungen nicht – zumindest aber nicht alleine – durch den Anteil

der verfügbaren finanziellen Mittel in einem Arbeitsgebiet bestimmt. 31

Bei der Frage, wie einflussreich unternehmensnahe Stiftungen sind, ist zudem

zu beachten, dass diese als besondere Institutionen zu erachten sind. Denn sie vereinen

meist alle komplementär wirkenden Kapitalformen (im Sinne Pierre Bordieus):

32 Sie sind finanziell sehr gut ausgestattet und verfügen somit über ein hohes

ökonomisches Kapital; sie können (über Stiftungsgremien, Veranstaltungen, Projektkooperationen

usw.) ein hohes soziales Kapital, z.B. in Form von Netzwerken,

sowie ein hohes kulturelles Kapital erlangen, z.B. Wissen darüber, welche Verhaltensregeln

in einem sozialen Feld als anerkannt gelten. Aus diesen drei Kapitalien

generiert sich (jeweils und besonders im Zusammenspiel) zudem ein hohes symbolisches

Kapital, in Form von Reputation und gesellschaftlicher Anerkennung,

das auch durch die anerkannte Gemeinnützigkeit und ggf. das Image einer Wissenschafts-,

Bildungs- oder Kulturstiftung befördert wird. Schließlich können ressourcenstarke

unternehmensnahe Stiftungen als „ein spezieller Ort der Vermittlung

besagter Kapitalien an andere Akteure“ (Höhne 2012, S. 243) gelten.

Ignoriert man das Zusammenspiel der Kapitalformen, das oftmals bei den ressourcenstarken

unternehmensnahen Stiftungen anzutreffen ist, dann bleiben

Machtpotenziale von Stiftungen unerkannt: zum Beispiel der Einfluss von Machteliten,

die vielleicht nicht ein gesamtes Politikfeld dominieren, aber dafür in einem

Teilbereich beträchtlichen Einfluss ausüben können. Auch der Germany

Country Report der EUFORI-Studie weist darauf hin, dass es einige wenige große

Stiftungen gibt,

„which control the majority of the financial means of the sector. These big

foundations can in fact influence a certain field of research by funding either

a specialised infrastructure or individuals that fit into the foundations‘ focus

programs.“ (European Commission 2015b, S. 37).

Beispiele für die These liefert auch die Analyse von Thomas Schuler zur Rolle der

Bertelsmann Stiftung, zum Beispiel in der Hochschulpolitik (vgl. Schuler 2010,

S. 138ff.). Problematisch an solchem Einfluss ist, dass Stiftungen über keine - etwa

den politischen Parteien oder anderen Mitgliederorganisationen vergleichbare -

demokratische Legitimation und Rückbindung verfügen. Wie in der Stiftungsfachliteratur

regelmäßig festgestellt wird, sind Stiftungen nicht rechenschaftspflichtig

30 Vgl. European Commission (2015a), S. 94.

31 Kreiß benennt zudem „subtile Formen der Einflussnahme“ durch Konzerne auf Hochschulen und

Forschung, wozu er Stiftungsprofessuren zählt (vgl. ausführlich Kreiß 2015, S. 82-94).

32 Darauf weist der Erziehungswissenschaftler Thomas Höhne hin (vgl. Höhne 2012, S. 247).

16


gegenüber Mitgliedern, Wählern/innen oder Anteilseignern/innen – wie das zum

Beispiel bei einem Verein, einer Partei oder einem Unternehmen der Fall ist. 33

Hinzu kommt, dass die die bestehende Stiftungsforschung das Stiftungswesen

als „Elitenphilanthropie“ (Adloff 2010, S. 405) beschreibt und die innere Organisation

von Stiftungen insgesamt eher „vordemokratisch-dynastischen Entscheidungsstrukturen“

(Höhne 2012, S. 249) entspricht (was wiederum der Durchsetzung

partikularer Interessen Vorschub leistet):

„Der Stiftungssektor ist per Definition und Gesetz weitgehend undemokratisch,

denn wie sonst soll man eine wohlhabende Elite beschreiben, die steuerfreie

Dollars verwendet, um ihre Vision des öffentlichen Wohls geschehen zu

lassen?“ (Prewitt 2011, S. 96, zit. n. Schuler 2010, S. 281).

Anheier/Appel gehen bei Stiftungen von „engen Verbindungen zur politischen und

gesellschaftlichen Elite“ (Anheier/Appel 2004, S. 10) aus und stellen fest, dass „(i)m

Falle Großbritanniens und der USA (…) Stiftungen von der Elite des Landes nicht

nur gegründet, sondern auch geführt und kontrolliert werden“ (ebd., S. 9). Umso

mehr überrascht, wie wenig die elitäre Ausrichtung von Stiftungen in Deutschland

zur Diskussion steht und Gegenstand einer empirischen Forschung ist, zum Beispiel

mit Blick auf die Stiftungsorgane und Entscheidungsträger/innen.

Ein Blick auf die institutionelle Binnenstruktur und Gremien von Stiftungen

verrät, dass eine Stiftung nur ein einziges Organ besitzen muss: einen Vorstand,

der laut Gesetz sogar nur aus einer Person bestehen muss (s. Wigand et al. 2015,

S. 42). Der Vorstand wird manchmal auch als Stiftungsrat oder auch noch anderweitig

bezeichnet, was die Transparenz nicht erhöht. Der Vorstand „entscheidet (…)

alleine über die Geschäftsführungsmaßnahmen“ und „verfügt damit über einen

großen Handlungsspielraum“ (ebd., S. 47). Die Geschäftsführung beinhaltet die „(…)

Verwaltung des Stiftungsvermögens und die Verwirklichung der Stiftungszwecke

im Rahmen der Stiftungssatzung durch die Erträge des Stiftungsvermögens“ (ebd.,

S. 47). Laut Gesetz darf also nur eine einzige Person über die Verwendung des Stiftungsbudgets

bestimmen und ist gesetzlich nicht dazu verpflichtet, einem zweiten

kontrollierenden Organ Rechenschaft abzulegen. Oftmals wird der Vorstand um

ein zweites Organ, das Kuratorium, und ggf. um weitere Organe (z.B. einen Wissenschaftlichen

Beirat) ergänzt. Diesen weiteren Organen wird in der Fachliteratur

eine Kontrollfunktion zugesprochen, da sie unter anderem den Vorstand beraten,

die Haushalts- und Wirtschaftsführung prüfen, den Vorstand be- und abrufen

können (vgl. ebd., S. 49). Von Kontrolle kann indes kaum die Rede sein. Wie die

Organe ausgestaltet sind, wird von dem/ der Stifter/in festgelegt. Hinzu kommt,

dass - selbst wenn es ein Kuratorium gibt – dort auch Personen aus dem Stiftungsvorstand

in Personalunion vertreten sein dürfen. In manchen Stiftungen

fallen Stiftungsvorstand und Kuratorium in einem Organ zusammen (z.B. bei der

Robert Bosch Stiftung oder der Haniel Stiftung). Aus Sicht des/der Stifters/in

33 Vgl. u.a. Anheier/Appel 2004, S. 13. Eine gewisse demokratische Rückbindung kann hergestellt

werden, indem die Stiftung selbst als Verein organisiert wird oder sich erweiterte Mitbestimmungsstrukturen

gibt.

17


ergibt das (wie auch Personalunionen zwischen Vorstand und Kuratorium) Sinn,

um sich und den Nachfolgenden Einfluss zu sichern. Aus demokratietheoretischen

Überlegungen dagegen erscheint die fehlende öffentliche Kontrolle über das steuerlich

begünstigte Vermögen, das zu gemeinnützigen Zwecken eingesetzt werden

soll, problematisch. Die „Legitimationsprobleme“ von gemeinnützig anerkannten

Stiftungen stellen sich jedoch „besonders deutlich“, wenn sie ihre Tätigkeiten

„eng mit der Verfolgung kommerzieller Interessen ihnen nahestehender oder

mit ihnen verknüpfter Wirtschaftsunternehmen verbinden (…); und (b) wenn

Stiftungen ihren Verantwortungsbereich sehr politisch definieren und mit ihren

teilweise erheblichen, demokratisch nicht kontrollierten Mitteln gezielt

und praktisch (zum Beispiel in Form von Kampaganen und durch Einrichtung

von aktivierender Infrastruktur) zugunsten bestimmter politischideologischer

Optionen in den politischen Wettbewerb eintreten.“ (Kocka

2011b, S. 200)

Diese zwei von Kocka genannten Punkte werden besonders für die Bertelsmann

Stiftung diskutiert (vgl. ebd.), doch trifft dies auch auf andere unternehmensnahe

Stiftungen zu? Um dieser Frage nachzugehen, werden wir bei der Analyse der Stiftungen

in unserem Datensatz neben dem Fokus auf Stiftungsorgane (vgl. Kapitel

3.2.1) besonders auch die personellen und thematischen Überschneidungen zwischen

Stiftungen und Unternehmen sowie Stiftungsaktivitäten im Bereich wissenschaftsnaher

Politikberatung untersuchen (vgl. Kapitel 3.2.2).

2.3 Transparenzstandards

„Es ist ja nicht immer klar, wie viel Stiftungen mit Unternehmen zu tun haben, die

einen ähnlichen Namen tragen“ (Donsbach/Brade 2013, S. 31). Damit leiten Donsbach

und Brade eine der Fragen ein, mit der sie die Wahrnehmung forschungsfördernder

Stiftungen bei deren Stakeholdern erheben wollen. Doch warum ist das

eigentlich „nicht immer klar“? Auf die Frage könnte man mit einem gängigen

Bonmot über die mangelnden gesetzlichen Transparenzverpflichtungen von Stiftungen

antworten: „Jeder Betreiber einer Würstelbude muss mehr offenlegen als

eine Stiftung.“ 34 Jedoch lässt sich – im Gegensatz zur Würstelbude - ein essenzielles

öffentliches Interesse an der Mittelherkunft und -verwendung von Stiftungen

begründen, wie es auch gegenüber anderen gemeinwohlorientierten (oder auch

öffentlich finanzierten) Institutionen formuliert wird (vgl. Schuler 2010, S. 17).

Zum einen sind als gemeinnützig anerkannte Stiftungen in öffentlich relevanten

Bereichen (wie in der Wissenschaft, im Bildungs-, Sozial- und Kulturbereich) aktiv

und beeinflussen damit öffentliche Belange. Zum anderen sind Stiftungen aufgrund

der steuerlichen Vergünstigungen als „öffentlich subventioniert“ (Adloff

2010, S. 415) zu betrachten. So hebt Adloff hervor, dass ein

34 Dieser Vergleich kursiert unter Wirtschaftsprüfern/innen und Steuerberatern/innen (vgl. Schuler

2010, S. 218).

18


„Teil des sonst anfallenden Steueraufkommens der politischen Entscheidung

entzogen wird. Stiftungen nehmen also Einfluss auf die öffentliche Ressourcenallokation

und setzen eigene Förderschwerpunkte, die völlig abweichend

von denen des Staates sein können“. 35

Dass Stiftungen völlig andere Förderschwerpunkte als der Staat setzen, muss dabei

keineswegs problematisch sein bzw. dies wird sogar oftmals als Chance gesehen.

Jedoch könnte für Stiftungen dann trotzdem das gelten, was auch für öffentliche

Einrichtungen (wie Bundesbehörden) gilt: das Informationsfreiheitsgesetz,

das Bürgern/innen das Recht auf Akteneinsicht gewährt. 36 Das Gesetz beinhaltet

ein verbrieftes Recht für Bürger/innen, Unterlagen einsehen zu dürfen. Bei gemeinnützigen

Stiftungen können Bürger/innen das nicht – obwohl sie ja dem Anspruch

nach gemeinnützig sind und entsprechend nichts zu verbergen haben sollten.

Wie die stiftungsabhängige „private Vision des Gemeinwohls“ (Adloff 2010,

S. 415) aussieht, kann (zumindest ohne größeren Rechercheaufwand) momentan

nur anhand der Materialien beurteilt werden, die Stiftungen im Rahmen ihrer

eigenen Öffentlichkeitsarbeit bereitstellen. Dass dies unzureichend ist, zeigt

Schuler an zahlreichen Beispielen (vgl. u.a. Schuler 2010, S. 75).

Wie transparent sind Stiftungen also im Allgemeinen und unternehmensnahe

Stiftungen im Besonderen? Nicht besonders und besonders wenig könnte die Antwort

auf die Frage lauten, zumindest wenn wir den wenigen Untersuchungen

Glauben schenken, die sich bislang um eine Antwort bemüht haben. So zeigt

Schulers wissenschaftsjournalistische Analyse der Bertelsmann Stiftung beispielhaft

die fehlenden Transparenzstandards im Stiftungssektor auf: Es verlangt umfangreiche

Recherchearbeiten, wenn man sich für das Stiftungsvermögen, die

Herkunft der Stiftungseinahmen und deren Verwendung interessiert. Doch trifft

das nur auf die Bertelsmann Stiftung zu oder auf den Großteil der Stiftungen, die

große Vermögen verwalten?

Diese Frage ist kaum zu beantworten, weil als gemeinnützig anerkannte Stiftungen

in Deutschland nicht dazu verpflichtet sind, ihre Satzung zu veröffentlichen,

Rechenschaft über ihre Aktivitäten, ihr Stiftungsvermögen, ihr jährliches

Stiftungsbudget, ihre Mittelherkunft und -verwendung abzulegen. Ein großes

Transparenzdefizit ist dabei, dass es bis heute kein öffentlich gefördertes (und

damit auch öffentlich zugängliches) Register gibt, das alle Stiftungen, die in

Deutschland wirken, erfasst. 37 Ein solches Register wurde u.a. in einem Gesetzentwurf

aus dem Jahr 1997 vorgeschlagen, seine Notwendigkeit also auf politischer

Ebene nun schon seit fast 20 Jahren erkannt. In den USA gibt es ein Stiftungsregister

mit Informationen, die Stiftungen gegenüber der Steuerbehörde machen

35 Ebd., S. 378. Adloff verweist hierbei auf Münkler (vgl. Münkler 2007, S. 205).

36 Diesen Hinweis entnehmen wir der Analyse von Thomas Schuler (vgl. Schuler 2010, S. 17). Lobbyiert

wurde das Informationsfreiheitsgesetz, das mittlerweile für Bundesbehörden, nicht aber

für als gemeinnützig anerkannte Stiftungen gilt, ironischerweise von der Bertelsmann Stiftung.

37 Der Bundesverband Deutscher Stiftungen und das Maecenata Institut haben zwar ein Gesamtregister,

jedoch muss man sich den Zugang käuflich erwerben. Auf den jeweiligen Webseiten wird

jeweils nur ein Teil der Stiftungen bzw. der Informationen angezeigt; nicht angezeigt wird z.B.

die für die Öffentlichkeit relevante Information, wer die Stiftung gegründet hat.

19


müssen, darunter auch die Gehälter hoher Stiftungsmitarbeiter/innen (Schnurbein

et al. 2012, S. 14). Allerdings muss auch hier (ähnlich wie für vorhandene,

nicht öffentlich finanzierte deutsche Stiftungsregister) der Zugang käuflich erworben

werden. Obwohl in den letzten Jahren Stiftungen (und damit auch unternehmensnahe

Stiftungen) in Deutschland steuerlich stark begünstigt wurden und

dies in Zukunft noch stärker der Fall sein soll, wie es z.B. im Armuts- und Reichtumsbericht

von politischer Seite angedeutet (vgl. BMAS 2013, S. XLVIII) oder in

der EUFORI-Studie von wissenschaftlicher Seite gefordert wird (vgl. European

Commission 2015a, S. 18), gibt es immer noch kein Stiftungsregister.

In der Regel unterliegen Stiftungen der Stiftungsaufsicht des jeweiligen Bundeslandes.

Diese überprüft jedoch nur, ob die Stiftungen in den angegebenen Stiftungszwecken

engagiert sind. Sie ist eine rechtliche, keine inhaltliche Aufsicht:

„Die Stiftungsaufsicht ist eine reine Rechtsaufsicht. Die Aufsichtsbehörde darf daher

nicht an Stelle der Stiftungsorgane Entscheidungen treffen“ (Wiegand et al.

2015, S. 55). Des Weiteren diene die Aufsicht „dem Interesse des Stifters, nicht dem

Interesse des Staates. Sie hat den Zweck, die Stiftung vor Schäden zu bewahren.

Die Behörden prüfen, ob der Stifterwille verwirklicht wird und ob die Gesetze eingehalten

werden“ (vgl. ebd.). Von daher werde der Stiftungsaufsicht zwar „eine

Kontroll- und Überwachungsfunktion dahingehend zugesprochen, die Gemeinwohlverträglichkeit

einer Stiftung zu überprüfen” (vgl. BDS, 21.01.2016). Doch da

sich der Blick der Aufsicht nur auf die Stiftung, nicht aber auch auf die Unternehmen

richtet, die mit der Stiftung (auf unterschiedliche Weise) verbunden sind,

können Überschneidungen nicht in den Blick geraten (vgl. der Freitag 2015, S. 7).

Etliche große Stiftungen sind zudem als GmbH organisiert, wie die Stiftung Mercator

oder die Robert Bosch Stiftung, und unterliegen gar nicht der Stiftungsaufsicht.

Zur Letztgenannten merkt der Stiftungsexperte Adloff an:

„Bei der Robert Bosch Stiftung hat die Rechtsform dezidiert mit der Ablehnung

der Stiftungsaufsicht zu tun. Sie geht auf den Willen Robert Boschs zurück, der

keine staatliche Kontrolle wünschte und die Stiftungstätigkeit als Verlängerung

der Unternehmensführung betrachtete.“ (Adloff 2010, S. 389)

Eine höhere Transparenz wäre nicht nur wünschenswert im Hinblick auf das Argument

der öffentlichen Kontrolle, sondern auch in Bezug darauf, dass erhobene

Daten und gewonnene Erkenntnisse als öffentliches Gut und nicht nur „privatisiert“

den Stiftungen zur Verfügung stehen sollten. Denn die zunehmende steuerliche

Begünstigung von gemeinnützigen Stiftungen bringt genau das mit sich: die

Privatisierung von öffentlichen Gütern. Dies hat der Erziehungswissenschaftler

Thomas Höhne am Beispiel eines Bildungsprojektes herausgearbeitet – wiederum

für die Bertelsmann Stiftung, auf die sich das wissenschaftliche und öffentliche

Interesse zu fokussieren scheint. Bei dem Projekt „Selbstevaluation an Schulen

(SEIS)“ wurde der Stiftung „mit der Erhebung, Auswertung und Rückspiegelung

der Daten an Schulen und lokale Schulbehörden eine zentrale Aufgabe der Schulaufsicht

übertragen“ und damit „staatliche Steuerungskompetenz ‚ausgelagert‘“

(Höhne 2012, S. 252). Über die sensiblen Schuldaten, die erhoben wurden, kann die

20


Bertelsmann Stiftung auch nach Projektende frei verfügen und sie weiterverwenden

(vgl. ebd., S. 252f.). Die Privatisierung, die Höhne anhand der Untersuchung

eines speziellen Projekts beispielhaft problematisiert, wirft nicht nur Fragen für

zahlreiche weitere Projekte der Bertelsmann Stiftung auf, sondern auch für alle

anderen privaten und/oder unternehmensnahen Stiftungen, die im öffentlichen

Bereich agieren. Über das, was Stiftungen „privat“ gehört, können sie frei verfügen.

Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft - unterstützt vom BDS und anderen

Trägern - hat 2010 minimale Transparenzstandards für gemeinnützige Organisationen

entwickelt, denen sich Stiftungen freiwillig anschließen können. Zu

den Kriterien gehören unter anderem die Veröffentlichung der Satzung, die Berichterstattung

über die Tätigkeiten, Angaben zu Vermögen und zur Mittelverwendung

und -herkunft (einschließlich Großspenden) sowie Name und Funktion

von Entscheidungsträgern/innen (vgl. Transparency International Deutschland,

28.01.2016). Einige dieser Minimalstandards werden wir nachfolgend (in Kapitel

3.3) als Analyseraster für die explorative Untersuchung der Transparenz von unternehmensnahen

Stiftungen verwenden, um einen ersten Aufschlag für eine empirische

Forschung über das vermutlich nach wie vor erhebliche und weit verbreitete

Transparenzdefizit von Stiftungen zu leisten.

3. Exploration: Unternehmensnahe Stiftungen mit dem

Stiftungszweck „Förderung von Wissenschaft und Forschung“

3.1 Typen und Erscheinungsformen unternehmensnaher Stiftungen

3.1.1 Analyse

Wie bereits in Kapitel 2.1 ausgeführt, ist in dieser Studie nicht von „Unternehmensstiftungen“

oder „unternehmensverbundenen Stiftungen“ die Rede, da diese

u.E. nur bestimmte Typen darstellen, die wir (in Anlehnung an Junck 2007) unter

dem Oberbegriff „unternehmensnahe Stiftungen“ zusammenfassen. Sibylle Junck

(2007) unterscheidet drei Typen von unternehmensnahen Stiftungen (vgl. Junck

2007, S. 9ff.), die wir der Vollständigkeit halber hier noch einmal aufzählen:

- Typ 1: die Unternehmensträgerstiftung, bei der die Stiftung selbst am Markt

agiert, Unternehmens- und Stiftungszweck fallen bei diesen Stiftungen zusammen;

- Typ 2: die Unternehmensbeteiligungsstiftung, die Anteile am Unternehmen

hält, bei der aber Stiftungs- und Unternehmenszweck getrennt sind;

21


- Typ 3: die Unternehmensstiftung (CSR-Stiftung), die ihr Vermögen vom Unternehmen

erhält und in der Regel keine Unternehmensanteile besitzt, wie

Junck ausführt.

In Ergänzung zu der Studie von Junck und in Orientierung an Adloff (vgl. Adloff

2010, S. 375) kann ein weiterer Typ ergänzt werden:

- Typ 4: die Unternehmer/innen-Stiftung, bei der sich die Stiftung aus dem

Vermögen eines/einer Unternehmers/in oder einer Unternehmensfamilie finanziert.

Junck fasst diesen Stiftungstyp als „Unternehmensstiftung i.w.S.“ und

subsumiert ihn unter Typ 3. Sie bezieht sich dabei auf „eine Diskussion über

Begrifflichkeiten“ bei einer Tagung der Arbeitsgruppe Unternehmensverbundene

Stiftungen im Jahr 2007. Dort sei es „Tenor“ gewesen, „sich an der Praxis

zu orientieren und bei der Kategorisierung des Typs der Unternehmensstiftung

(i.w.S.) als Kriterien die Person des Stifters und die Vermögensquelle zu berücksichtigen“.

38

Wir behandeln also Unternehmer/innen-Stiftungen als eigenen Typ (bei uns: Typ

4), weil das Vermögen i.d.R. nicht direkt aus dem Unternehmen, sondern aus dem

Privatvermögen von Unternehmer/innen stammt. Unseres Erachtens unterscheidet

sich die Unternehmer/innen-Stiftung somit substanziell von dem Typ der Unternehmensstiftung,

die direkt von einem Unternehmen eingerichtet wird. Stifter/innen,

die ein Privatvermögen in eine Stiftung geben, mögen ihr Stiftungsengagement

nicht selten als eine rein „private“ Angelegenheit betrachten - und

nicht als etwas, das im Zusammenhang mit ihren aktuellen oder ehemaligen unternehmerischen

Tätigkeiten steht. Jedoch ist aufgrund fehlender Transparenzstandards

oft nicht bekannt, wie sich das Vermögen dieser Stiftungen genau zusammensetzt;

in der Regel gehören Aktien und Unternehmensbeteiligungen zu

dem privaten Vermögen von Unternehmer/innen und damit auch zum Stiftungsvermögen.

Dies wiederum deutet u.E. auf eine Merkmalsüberschneidung mit Unternehmensbeteiligungsstiftungen

– als einem eindeutig unternehmensnahen

Stiftungstypen - hin. Aus diesem Grund führen wir die Unternehmer/innen-

Stiftung im Folgenden als unternehmensnahe Stiftung. Zudem gehen wir von der

Annahme aus, dass solche Stiftungen – aufgrund eines oder einer Stifters/in mit

Unternehmensvergangenheit – Eigentümer/innen-Interessen nahestehen (die

nicht automatisch mit Gemeinwohlinteressen gleichzusetzen sind) und eine weltanschauliche

Nähe zu unternehmerischen Prinzipien haben (wie Wettbewerb, Eigentumsrechte,

Selbstverantwortung etc.).

Unterschiedliche Stiftungstypen können unterschiedliche politische und ökonomische

Funktionen haben (vgl. Kapitel 2.1). In unserer Untersuchung werden

wir nachfolgend zeigen, dass die sorgfältigere Unterscheidung von Stiftungstypen

38 Ebd., S. 13. Junck führt einerseits aus, dass die „Unternehmer-Stiftung“ zur „Unternehmensstiftung

i.w.S.“ gehört, andererseits steht bei der darauffolgenden Beschreibung nur noch die „Unternehmensstiftung

(CSR-Stiftung)“ im Titel (vgl. Junck 2007, S. 14). Es scheint somit, als bedürfe

es keiner näheren Betrachtung der „Unternehmer-Stiftung“.

22


aber auch noch aus einem zweiten Grund wichtig ist: nämlich um überhaupt eine

Unternehmensnähe zu identifizieren und zu benennen. Wenn keine Auseinandersetzung

mit unterschiedlichen Stiftungstypen erfolgt - wie bisher in der öffentlichen

Stiftungsdiskussion häufig der Fall -, so werden viele Stiftungen einfach

verallgemeinernd als „private Stiftungen“ beschrieben, obwohl an ihrer Gründung

und Finanzierung Unternehmen, Arbeitgeber- und Unternehmensverbände

und/oder unternehmensnahe Stiftungen beteiligt sind. Während jedoch Arbeitgeberinteressen

nicht mit Allgmeininteressen in eins gesetzt werden können, sind

private Stiftungen i.d.R. positiv konnotiert.

3.1.2 Zu unserem Sample: methodische Fragen

Die Erstellung eines Datensatzes mit unternehmensnahen Stiftungen ist grundsätzlich

schwierig, weil es kein staatliches Stiftungsregister gibt. Hinzu kommt,

dass es kaum Forschung zu unternehmensnahen Stiftungen gibt und es keinesfalls

eine triviale Frage ist, welche Stiftungen aus welchen Gründen als „unternehmensnah“

kategorisiert werden können. Bestehende Datenbanken erfassen zudem

nicht alle Stiftungen: So sammelt der BDS, dessen Stiftungsregister man käuflich

erwerben kann, zwar alle Namen in einer Datenbank und deckt damit den Großteil

der Stiftungen ab. Jedoch sind einige Stiftungen, die in Deutschland wirken, nicht

erfasst 39 – zum Beispiel, weil sie im Ausland registriert sind. Auch kann in der

Stiftungsdatenbank des BDS, ebenso wie in der zweiten großen Stiftungsdatenbank

des Maecenata Instituts, 40 nicht gezielt nach unternehmensnahen bzw. Unternehmensstiftungen

recherchiert werden – auch nicht nach denjenigen, die eindeutig

unternehmensverbunden sind, da sie Träger eines Unternehmens sind, Anteile

am Unternehmen halten oder ihr Budget von einem Unternehmen erhalten.

Zwangsläufig beruht unsere Vorgehensweise deshalb auf einem heuristischen

Verfahren. Wir haben im August 2015 einen Datensatz beim Maecenata Institut

angefragt, in dem alle Stiftungen der Maecenata-Datenbank aufgeführt sind, die

mindestens 200.000 Euro im Jahr ausgeben und die Förderung von Forschung und

Wissenschaft als einen ihrer Stiftungszwecke angeben. 41 Wir stellten bei der

Durchsicht des Datensatzes fest, dass nicht alle Stiftungen erfasst sind, auf die dieses

Merkmal in Deutschland zutrifft und einschlägige unternehmensnahe Stiftungen

mit dem Stiftungszweck Förderung von Forschung und Wissenschaft fehlen

(beispielsweise die Bertelsmann Stiftung). 42 Aus diesem Grunde haben wir noch 20

weitere, von uns als unternehmensnah eingestufte Stiftungen dazu genommen,

39 In unserem Datensatz trifft dies auf die L’Oréal-Unternehmensstiftung und die Jacobs Foundation

zu.

40 Das Maecenata Institut erfasst in seiner Datenbank Stiftungen mit jeweils 80 Items, darunter die

Satzungszwecke, Angaben zum Vermögen und zu den jährlichen Ausgaben.

41 Das Maecenata Institut war freundlicherweise bereit, uns einen solchen Datensatz kostenfrei zur

Verfügung zu stellen.

42 Zu den Ursachen konnte das Maecenata Institut uns gegenüber keine Angaben machen.

23


die den Stiftungszweck Förderung von Forschung und Wissenschaft haben. 43 Wir

betonen nachdrücklich, dass die Stiftungsauswahl eine Stichprobe darstellt.

Aus diesem so zusammengestellten Sample mit 164 Stiftungen (144 Stiftungen

aus dem Datensatz des Maecenata Instituts und 20 von uns hinzugefügten unternehmensnahen

Stiftungen) wurden insgesamt 78 unternehmensnahe Stiftungen

identifiziert; dabei waren 58 von insgesamt 144 Stiftungen (also rund 40 Prozent)

aus dem Datensatz des Maecenata Instituts als unternehmensnah einzuordnen.

Allerdings lassen sich die insgesamt 78 als unternehmensnah identifizierten Stiftungen

nicht alle den vier unternehmensnahen Stiftungstypen zuordnen, die wir

auf der Basis der Fachliteratur bestimmen konnten. Es mussten daher weitere Typen

ergänzt werden. Bislang existierende Typologien zu unternehmensnahen Stiftungen

legen vor allem das Kriterium einer mittelbaren und unmittelbaren Unternehmensverbindung

zugrunde und unterscheiden bis zu vier verschiedene

Formen, die sich (u.a.) in der Reichweite und Art der Kontrolle der Stiftung durch

das Unternehmen oder die Eigentümer unterscheiden. Weitere Formen von Unternehmenseinfluss

mit unterschiedlichen Stifterkonstellationen wurden in der bisherigen

Diskussion noch nicht berücksichtigt.

Abbildung 1: Verfahren zur Stichprobengewinnung

164 Stiftungen (Maecenata: 144 + Eigene: 20)

78 Unternehmensnahe Stiftungen

61 17

„Klassisch“

Unternehmensnah

„Nicht klassisch“

Unternehmensnah

Quelle: Eigendarstellung

Basierend auf dem Kriterium, dass mehrere Unternehmen, unternehmensnahe

Stiftungen, Unternehmer/innen, Arbeitgeber- und Unternehmensverbände als

43 Diese Namen haben wir größtenteils verschiedenen Studien entnommen (vgl. u.a. Eulerich/Welge

2011; BDS 2013). Um den Stiftungszweck „Förderung von Wissenschaft und Forschung“

bei den einzelnen Stiftungen zu identifizieren, haben wir uns an den Eintragungen zu

den jeweiligen Stiftungen und dem „Register nach Satzungszwecken“ im Verzeichnis Deutscher

Stiftungen orientiert (vgl. BDS 2014). Die bewussten Auswahlkriterien der Stichprobe zu unternehmensnahen

Stiftungen sind also Mindestgröße (Ausgaben mindestens 200.000 Euro) und ein

Stiftungszweck Wissenschaft. Leider kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige Stiftungen

nicht erfasst wurden, für die diese Kriterien ebenfalls zutreffen.

24


Stifter einer Stiftung auftreten können, schlagen wir daher eine neue Unterteilung

in sechs Typen vor, von denen sich die ersten vier Typen mit den vier bereits

in der Fachliteratur definierten Typen decken:

1) Unternehmensträgerstiftungen,

2) Unternehmensbeteiligungsstiftungen,

3) Unternehmensstiftungen (wozu auch die CSR-Stiftungen gehören) und

4) Unternehmer/innen-Stiftungen.

Diesen „klassischen“ unternehmensnahen Stiftungstypen konnten wir aus unserem

Sample insgesamt 61 Stiftungen zuordnen. Des Weiteren wurden 17 „nicht

klassische“ unternehmensnahe Stiftungen identifiziert: Es handelt sich dabei um

5) „Unternehmensnahe Hybridformen“: Stiftungen, die von Unternehmen, Unternehmens-

und Arbeitgeberverbänden gegründet wurden und

6) „Hybride aus öffentlicher und privater Finanzierung“: Stiftungen, an deren

Gründung neben öffentlich finanzierten Einrichtungen Unternehmen, unternehmensnahe

Stiftungen, Unternehmens- und Arbeiternehmer/innen-

Verbände beteiligt waren.

Hinzu kommen einige Stiftungen, zu denen wir leider keine hinreichenden Angaben

finden konnten, deren Unternehmensverbindung jedoch zum Beispiel anhand

des/der Stifters/in ersichtlich ist (zusammengefasst unter „Typ 7“ – von uns nicht

als wirklicher Typ, sondern vorläufig als Residualkategorie verstanden).

Die Typen-Zuordnung selbst ist rechercheintensiv, da herausgefunden werden

muss, wer die Stifter sind, 44 woher das Vermögen der Stiftung stammt und wie

sich dieses (zumindest in etwa) zusammensetzt, also z.B. auch aus Aktien, Immobilien

etc. Mangels Angaben ist eine Zuordnung nicht immer zweifelsfrei möglich.

Die nachfolgende Klassifizierung versteht sich daher ausdrücklich als vorläufig.

Sie dient insbesondere dem Zweck, der Vielfalt an Verbindungen zwischen Unternehmen

und Stiftungen Rechnung zu tragen und damit eine höhere Vollständigkeit

bei der Erforschung von unternehmensnahen Stiftungen zu erzielen. Ob und

wie stark sich ein mittelbarer Unternehmensbezug auf die Art der Kontrolle und

die Arbeitsweise einer unternehmensnahen Stiftung auswirken, gilt uns als empirische

Forschungsangelegenheit. Wir gehen jedenfalls davon aus, dass der Einfluss

von Unternehmen auf Stiftungen in der öffentlichen Diskussion massiv unterschätzt

wird, wenn wie bisher nur die direkteren Formen der Unternehmensbeteiligung

als Indikator für Unternehmensnähe dienen. Abbildung 2 fasst die Verteilung

der Typen in unserem Sample zusammen.

44 Bei der Identifizierung der Stifter war die Stiftungsdatenbank des BDS sehr hilfreich, auch wenn

sogar hier teilweise die Stifter/innen nicht angegeben werden (da diese Angabe auf der freiwilligen

Auskunft der Stiftungen beruht).

25


Abbildung 2: Verteilung der Typen unternehmensnaher Stiftungen im Sample

30

28

25

20

18

15

10

5

0

12

7

5

5

3

3,8% 15,4% 23,1% 35,9% 6,4% 9,0% 6,4%

Quelle: Maecenata und eigene Ergänzung unternehmensnaher Stiftungen im Bereich Wissenschaft

und Forschung, eigene Klassifikation. Die auf diese Weise gewonnenen

Informationen werden i.F. als „Stiftungsample“ aufgeführt.

Die Typologie verweist auf den Zusammenhang von Unternehmen/ unternehmensnahen

Stiftungen/ Arbeitgeber- und Unternehmensverbänden einerseits und

der jeweiligen Stiftung andererseits, die (außer bei der Unternehmensträgerstiftung)

formal getrennte organisatorische Einheiten sind:

26


1) Unternehmensträgerstiftung

Abbildung 3: Unternehmensträgerstiftung (Eigendarstellung in Anlehnung an Junck 2007)

Stiftung

Unternehmen

Die „Stiftung ist selbst als Unternehmen am Markt aktiv“ – Träger des Unternehmens

ist die Stiftung und es gibt „keine (weiteren) Gesellschafter des Unternehmens“,

das heißt, „(w)irtschaftlich sind Stiftung und Unternehmen eins“ (Junck

2007, S. 14). In unserem Sample befanden sich drei Unternehmensträgerstiftungen:

die SRH Holding, die unter anderem Hochschulen betreibt, die Stiftung Evangelisches

Kranken- und Versorgungshaus zu Mühlheim an der Ruhr und die Stiftung

Bildung und Handwerk.

2) Unternehmensbeteiligungsstiftung

Abbildung 4: Unternehmensbeteiligungsstiftung (Eigendarstellung in Anlehnung an

Junck 2007)

Stiftung

Unternehmen

Die Stiftung hält Anteile am Unternehmen, 45 aber Stiftung und Unternehmen sind

getrennte organisatorische Einheiten und „unterschiedliche juristische Personen.

(…) Dabei kann ein Unternehmer der Stifter sein“ (ebd.). Klassische Beispiele hierfür

sind die Bertelsmann Stiftung, die Robert Bosch Stiftung oder die Körber-

Stiftung, jedoch sind auch diese drei Stiftungen jeweils unterschiedlich struktu-

45 Ebd. Junck (2007) führt aus: „Unternehmensanteile sind ggf. langfristig ein Teil des Stiftungsvermögens.“

27


iert. 46 Insgesamt sind 15,4 Prozent Unternehmensbeteiligungsstiftungen in unserem

Datensatz.

Tabelle 1: Überblick über Unternehmensbeteiligungsstiftungen

Unternehmensbeteiligungsstiftungen

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

Bertelsmann Stiftung

Carl-Zeiss-Stiftung

Dieter Schwarz Stiftung

Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Freudenberg Stiftung

Jacobs Foundation

Körber-Stiftung

Possehl-Stiftung

Robert Bosch Stiftung

Software AG-Stiftung

Wüstenrot Stiftung

Quelle: Stiftungssample

3) Unternehmensstiftung (CSR-Stiftung)

Abbildung 5: Unternehmensstiftung (Eigendarstellung in Anlehnung an Junck 2007)

Unternehmen

Stiftung

Der Name „Unternehmensstiftung“ wird oftmals umgangssprachlich für alle Typen

von unternehmensnahen Stiftungen gebraucht. In der Fachterminologie steht er

jedoch für einen bestimmten Stiftungstyp, bei dem die Stiftung ihr Vermögen von

einem Unternehmen erhält. Junck führt aus, dass in der Regel keine Anteile am

46 So halten bei den Konzernen Bosch und Bertelsmann die Stiftungen den Großteil der Aktien am

Unternehmen, haben aber formal keine Stimmrechte. Da aber z.B. bei der Bertelsmann Stiftung

Liz Mohn nicht nur Mitglied im Stiftungsvorstand, sondern auch im Konzernvorstand ist, hat das

Unternehmen über diese personelle Verknüpfung ein Mitspracherecht.

28


Unternehmen gehalten werden. 47 Ob das allerdings nicht doch der Fall ist, ist oft

nicht ohne Weiteres ersichtlich. Zu den Unternehmensstiftungen zählen auch die

sogenannten CSR-Stiftungen. Bekannte Unternehmensstiftungen sind die Telekom

Stiftung, die BMW Stiftung Herbert Quandt oder die Vodafone Stiftung; insgesamt

sind 23,1 Prozent in unserem Sample Unternehmensstiftungen.

Tabelle 2: Überblick über Unternehmensstiftungen

Unternehmensstiftungen

Allianz Umweltstiftung

Altenheim-Stiftung der Stadtsparkasse Duisburg

Aventis Foundation

Bertelsmann Wissenschaftsstiftung

BMW Stiftung Herbert Quandt

Boehringer Ingelheim Fonds. Stiftung für medizinische Grundlagenforschung

Daimler und Benz Stiftung

Deutsche Telekom Stiftung

Eberhard von Kuenheim Stiftung

Haniel Stiftung

Koenig & Bauer-Stiftung zur Förderung des kulturellen Lebens in Würzburg

L'Oréal-Stiftung

McDonald's Kinderhilfe Stiftung

Museumsstiftung Post und Telekommunikation

RWE Stiftung

Siemens Stiftung

SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn

Vodafone Stiftung

Quelle: Stiftungssample

47 Vgl. Junck, S. 14. Unseres Erachtens wäre es wichtig zu prüfen, ob und in welchem Umfang Unternehmensstiftungen

auch Anteile halten und was daraus für die Stiftungsarbeit folgt.

29


4) Unternehmer/innen-Stiftung

Abbildung 6: Unternehmer/innen-Stiftung (Eigendarstellung)

Unternehmer/in

Stiftung

Wie bereits erwähnt, ist dieser Stiftungstyp schwierig zu bestimmen. Weil das

Vermögen dieser Stiftungen i.d.R. zu einem großen Anteil aus dem Privatvermögen

eines/r Unternehmers/in oder einer Unternehmensfamilie (und eben nicht

direkt aus dem Unternehmen) stammt, ist der Einfluss eines Unternehmens auf

die Stiftung – sofern überhaupt gegeben - keineswegs so direkt gestaltet wie bei

der Unternehmensstiftung. Wie bereits erwähnt, weist die Unternehmer/innen-

Stiftung vielmehr Überschneidungen mit der Unternehmensbeteiligungsstiftung

(vgl. Abb. 4) auf, weil zum Privatvermögen auch Aktien bzw. Unternehmensanteile

gehören können. Inwiefern und wie häufig das bei Unternehmer/innen-

Stiftungen der Fall ist, kann jedoch aufgrund fehlender Transparenzstandards

nicht gesagt werden: Unternehmer/innen sind nicht verpflichtet, öffentlich anzugeben,

in welcher Form sie ihr Vermögen in eine Stiftung einbringen und geben

dies dementsprechend oftmals nicht an. Dies lässt sich am Beispiel der Stiftung

Mercator verdeutlichen: Sie wurde von der Familie Schmidt gegründet, die zu den

Hauptanteilseignern der Metro Group gehört, und ist „mit erheblichen finanziellen

Mitteln“ (Stiftung Mercator, FAQ zur Stiftung, 28.10.2015) aus dem Vermögen der

Familie ausgestattet. Mehr Information gibt die Stiftung über die Herkunft ihres

Vermögens von 276 Millionen Euro nicht preis (Stiftung Mercator, Jahresbericht

2014, 21.01.2016). Folglich kann auch über die „Unternehmensnähe“ der Stiftung

Mercator nur spekuliert werden, da nicht bekannt ist, ob und in welchem Umfang

Aktien an der Metro Group zum Teil des Stiftungsvermögens gehören.

Verbindungen zum Unternehmen können bei der Unternehmer/innen-

Stiftung unterschiedlich aussehen: Sofern nicht verstorben, kann der/die Unternehmer/in

zum Beispiel auch noch im Unternehmen tätig sein. Dies war zum Beispiel

beim SAP-Gründer Dietmar Hopp der Fall, der 1995 eine Stiftung gegründet

hat und parallel dazu bis 1998 Vorstandsvorsitzender der SAP AG und bis 2005

Mitglied im Aufsichtsrat war. Ein weitere mögliche Verbindung zum Unternehmen

zeigt der Fall der Auerbach Stiftung: Sie wurde aus dem Privatvermögen von Tjark

Auerbach, Gesellschafter des IT-Unternehmens AVIRA, gegründet. Die Stiftung bezieht

5 Prozent aus jedem verkauften AVIRA-Online-Produkt 48 und der Umfang

eines Teils ihres Budgets hängt damit unmittelbar vom Umsatz des Unternehmens

48 „Von den Produkten für Privatanwender, die über den Onlineshop der Avira verkauft werden,

fließen jeweils fünf Euro in Stiftungsprojekte.“ (Auerbach Stiftung, Die Stiftung, 28.10.2015)

30


ab. Da das Stiftungsvermögen einer Unternehmer/innen-Stiftung aus Privatvermögen

stammt, könnten darin auch Aktien von unterschiedlichen Unternehmen

enthalten sein.

Tabelle 3: Überblick über Unternehmer/innen-Stiftungen

Unternehmer/innen-Stiftungen

Alfred Toepfer Stiftung F.V.S

Auerbach Stiftung

Carlo und Karin Giersch-Stiftung an der TU Darmstadt

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)

Deutsche Wildtier Stiftung

Dietmar Hopp Stiftung

Dräger-Stiftung

Friede Springer Stiftung

Fritz Thyssen Stiftung

Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin

Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Georg Ludwig Rexroth-Stiftung

Gerda Henkel Stiftung

G. u. L. Powalla Bunny's Stiftung

Hasso Plattner Förderstiftung

Heidehof Stiftung

Herbert Quandt-Stiftung

Hermann Reemtsma Stiftung

Joachim Herz Stiftung

Klaus Tschira Stiftung

Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung

Schader-Stiftung

Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Stiftung Mercator

Stiftung van Meeteren

Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung

ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Quelle: Stiftungssample

31


Des Weiteren kann es vorkommen, dass die Unternehmen auch nicht mehr existieren

oder kaum eine Verbindung zur Stiftung bestand bzw. mittlerweile nicht

mehr besteht. Es wird deutlich, dass im Falle von Unternehmer/innen-Stiftungen

immer Forschungsbedarf besteht, um Art und Umfang der „Unternehmensnähe“

zu ermitteln. Nur solche Unternehmer/innen-Stiftungen dürfen unterdessen eindeutig

als nicht unternehmensnah gelten, die ihre Vermögensstruktur offenlegen

und damit nachweisen, dass tatsächlich keine Unternehmensnähe zu konstatieren

ist. In unserem Sample lassen sich mit 28 der größte Teil des Samples, nämlich

35,9 Prozent der Stiftungen, dem Typen der UnternehmerInnen-Stiftung zuschreiben.

5) Unternehmensnahe Hybridformen: Stiftungen, die von Unternehmen, Unternehmens-

und Arbeitgeberverbänden gegründet wurden

Abbildung 7: Unternehmensnahe Hybridform (Eigendarstellung)

Unternehmen

Unterschiedliche

Konstellationen

von Stiftern

Stiftung

Unternehmensverbände

Arbeitgeberverbände

Unseres Erachtens gehören zu einem weiteren unternehmensnahen Stiftungstypen

solche Stiftungen, an deren Gründung Unternehmen, Unternehmens- und Arbeitgeberverbände

beteiligt sind. Die unten stehende Tabelle gibt einen Überblick

über Gründungskonstellationen von Stiftungen, auf die wir bei der Durchsicht

unseres Stiftungsdatensatzes gestoßen sind; insgesamt machen sie einen Anteil

von 6,4 Prozent aus.

32


Tabelle 4: Unternehmensnahe Hybridformen: Stiftungen, die von Unternehmen, Unternehmensverbänden

und/oder unternehmensnahen Stiftungen gegründet

wurden

Stiftung Stifterkonstellation Namen der Stifter

Papiertechnische

Stiftung (PTS)

Stiftung Stipendien-

Fonds des Verbandes

der Chemischen

Industrie

European School of

Management and

Technology Stiftung

(ESMT)

Stiftung für Lasertechnologie

in der

Medizin und Meßtechnik

an der

Universität Ulm

TSB

Technologiestiftung

Innovationszentrum

Berlin

Zwei Unternehmensverbände

und ein

Arbeitgeberverband

Ein Unternehmensverband

23 Unternehmen, ein

Unternehmensverband,

ein Arbeitgeberverband

Zwei Unternehmen

Neun Unternehmen

Verband Deutscher Papierfabriken e.V.

(VDP), Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung

e.V. (HPV), Forschungsvereinigung

Papiertechnik

e. V. (FPT)

Verband der Chemischen Industrie

Airbus Group, Allianz SE, Axel Springer

AG, Bayer AG, Bayerische Hypo- und

Vereinsbank AG, Bayerische Motoren

Werke AG, Bundesverband der Deutschen

Industrie e.V., Bundesvereinigung

der Deutschen Arbeitgeberverbände

e.V., Daimler AG, Deutsche Bank AG,

Deutsche Lufthansa AG, Deutsche Post

AG, Deutsche Telekom AG, E.ON SE, GA-

ZPROM Germania GmbH, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

MAN SE,

McKinsey & Company Inc., Münchener

Rückversicherungs-Gesellschaft AG,

Robert Bosch GmbH, RWE AG, SAP SE,

Siemens AG, The Boston Consulting

Group, ThyssenKrupp AG

Von der Aesculap AG & Co KG und der

Carl Zeiss AG gegründet. Zustiftungen

erfolgen durch die Richard Wolf GmbH

(seit 1993), die KaVo Dental GmbH

(1997-2010) und das Universitätsklinikum

Ulm (seit 1999).

Siemens AG, Dresdner Bank, Schering

AG, Deutsche Bank, Commerzbank,

Berliner Bank, Willy Vogel AG,

Cornelsen Verlag, Arthur D. Little

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample

33


6) Hybride aus öffentlicher und privater Finanzierung

Abbildung 8:

Hybride aus öffentlicher und privater Finanzierung

(Eigendarstellung)

Unternehmensnahe

Stiftungen

Unternehmensverbände

Unterschiedliche

Konstellationen

von Stiftern

Unternehmen

Stiftung

Öffentliche

Einrichtungen

Weitere

Organisationen

Schließlich sind wir noch auf Stiftungen gestoßen, an deren Gründung öffentlich

finanzierte Einrichtungen, Unternehmen, unternehmensnahe Stiftungen, Unternehmens-

und Arbeiternehmer/innen-Verbände beteiligt sind. Die folgende Tabelle

gibt einen Überblick über solche Stiftungen; insgesamt sind es 7 von 78 (9 Prozent)

Stiftungen in unserem Sample.

34


Tabelle 5: Hybride aus öffentlicher und privater Finanzierung

Stiftung Stifterkonstellation Namen der Stifter

Unterfränkische

Gedenkjahrstiftung

für Wissenschaft

Institut für Mikroelektronik

Stuttgart

Forschungsinstitut

für anwendungsorientierte

Wissensverarbeitung

Ulm

Stiftung Deutsches

Rheuma-

Forschungszentrum

Berlin

Bundesland,

Landkreise,

Unternehmen

Bundesland,

Unternehmen

Deutsches Bundesland,

österreichisches

Bundesland, acht

Unternehmen

Unternehmen,

Bundesland

Freistaat Bayern, Unterfränkische

Sparkassen und Landkreise

Das Land Baden-Württemberg ist als

einziger Stifter im BDS-Verzeichnis

eingetragen. Wikipedia ist zudem der

folgende Hinweis zu entnehmen: „Das

Institut für Mikroelektronik Stuttgart

wurde am 18. Juli 1983 auf Veranlassung

der damaligen baden-württembergischen

Landesregierung unter Beteiligung

der Unternehmen Daimler-

Benz, IBM, SEL und Siemens als Stiftung

des öffentlichen Rechts in Stuttgart

gegründet.“ 49

Baden-Württemberg, DaimlerChrysler

AG, Jenoptik AG, Kärnten, Deutscher

Sparkassenverlag, Hewlett-Packard

GmbH, Robert Bosch GmbH, Stadtsparkasse

Köln, Tecomac AG, ZF Friedrichshafen

AG

Immanuel-Krankenhaus GmbH,

Land Berlin

Stiftung Offshore-

Windenergie

Bundesministerium,

Bundesländer,

Unternehmen

Die Stiftung wurde 2005 auf Initiative

und unter Moderation des Bundesministeriums

für Umwelt, Naturschutz

und Reaktorsicherheit (BMU) mit Unterstützung

der deutschen Küstenländer

und der Wirtschaft (Betreiber und Hersteller

von Offshore-Windenergieanlagen)

gegründet (vgl. Stiftungshomepage).

Allerdings werden die genauen

Stiftungsgründer nicht im Verzeichnis

Deutscher Stiftungen aufgeführt.

49 Wikipedia, Institut für Mikroelektronik Stuttgart, 21.01.2016

35


Stiftung Neue

Verantwortung

RAG-Stiftung

Unbekannt, gefördert

durch öffentlich

finanzierte Einrichtungen,

Unternehmen

und Stiftungen

Unternehmen, Gewerkschaft,

Universität,

Stadt, Unternehmensverband,

Ar-

beitnehmer/innen-

Verband

Gefördert von: Allianz SE, A.T. Kearney,

Auswärtiges Amt, Bertelsmann Stiftung,

BSH Bosch und Siemens Hausgeräte

GmbH, Bundesverband Deutscher Stiftungen,

Egon Zehnder, Evonik Industries

AG, Hewlett-Packard Deutschland,

IBM Deutschland, Knauf Gips KG, KPMG

AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

Lanxess AG, Medienanstalt Berlin-

Branden-burg, Netflix, Omydiar Network,

Open Society Foundations (OSF),

ORRICK HÖLTERS & ELSING, Otto Beisheim

Holding GmbH, Pricewaterhouse-

Coopers AG WPG, Robert Bosch Stiftung,

RWE Stiftung, Stiftung Erneuerbare

Freiheit, Stiftung Mercator, Twitter

Deutschland, TUI Stiftung, United Internet

AG, Universität Siegen, Vodafone

Institut für Gesellschaft und Kommunikation

RAG Aktiengesellschaft, DMT Gesellschaft

für Lehre und Bildung mbH,

IG Bergbau, Chemie, Energie, Unternehmensverband

Ruhrbergbau, Essen,

Ruhr-Universität Bochum, Stadt

Bochum

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample

7) Residualtyp: Fehlende Angaben, aber Unternehmensverbindungen

ersichtlich

Zu einigen Stiftungen sind kaum Angaben zu finden, jedoch ist eine Unternehmensverbindung

ersichtlich, z.B. anhand der Stifter/innen. Für diese haben wir

uns mit einer Arbeitsdefinition beholfen und diese unternehmensnahen Stiftungen

vorläufig unter einem Residualtypen subsumiert. Die insgesamt fünf Stiftungen,

die wir diesem Residualtypen zuordnen, haben in unserem Sample einen Anteil

von 6,4 Prozent.

36


Tabelle 6: Unternehmensnahe Stiftungen, fehlende Angaben zur Identifizierung von

Stiftungstypen

Stiftung Stifter/innen Weitere Angaben

Stiftung zur Förderung

der European

Business School

Stiftung Lesen

Alfred Teufel-

Stiftung

Prof. Otto Beisheim-

Stiftung

Zeppelin-Stiftung

Klaus Evard ist als

Stifter eingetragen;

über das Stiftungsvermögen

liegen

keine genaueren Angaben

vor.

Unbekannt

Unbekannt

Unbekannt

Unbekannt

Die Stiftung wird öffentlich subventioniert

(Quelle: Lobbypedia) und von zahlreichen

Unternehmen gefördert; der

Stifter ist nur im BDS-Verzeichnis ersichtlich.

Das Vermögen besteht u.a. aus Zustiftungen

- von wem diese stammen, ist

nicht bekannt. Im Stiftungsvorstand

sitzt u.a. ein Vertreter der Unternehmen

DHL und Random House sowie des

Arbeitgeberverbands Verband Deutscher

Zeitschriftenverleger.

Alfred Teufel war Unternehmer (vgl.

Wikipedia); kein Eintrag im Stiftungsregister

des BDS.

Keine Angaben gefunden; die Stiftung

hält einen Anteil von 10,1 Prozent an

der Metro Group (vgl. Eulerich/Welge

2011, S. 53).

Die Zeppelin-Stiftung „ist eine rechtlich

unselbständige Gemeindestiftung. Das

Stiftungsvermögen stellt somit ein

städtisches Sondervermögen dar“. 50

„Die Zeppelin-Stiftung ist Hauptaktionärin

der ZF Friedrichshafen AG und

über die Luftschiffbau Zeppelin GmbH

an der ZEPPELIN GmbH beteiligt.“ 51

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample

50 Wikipedia, Zeppelin Stiftung, 18.07.2016

51 Zeppelin Stiftung, 18.07.2016

37


Weitere Hybridtypen

Neben diesen Hybridformen gibt es weitere als „unternehmensnah“ zu klassifizierende

Typen, die jedoch vertiefter Analyse bedürfen, um sie hinreichend abzugrenzen.

Zwei Formen, auf die wir gestoßen sind, sollen kurz genannt werden, um

einen Hinweis für künftige Forschung zu diesen vielfältigen Verbindungen zu geben:

- Landesstiftungen, wie die Baden-Württemberg Stiftung, deren Vermögen von

2,2 Milliarden Euro „im Wesentlichen aus Investmentfonds, Immobilien und

Unternehmensbeteiligungen“ (Baden-Württemberg Stiftung, 28.10.2015) besteht;

- öffentliche Stiftungen mit starker privatwirtschaftlicher Förderung, wie das

Deutsche Institut für Textil- und Faserforschung Denkendorf, das vom Württembergischen

Arbeitsministerium gestiftet wurde, aber sein Forschungsvolumen

von 18 Millionen Euro zu ungefähr 40 Prozent über „direkte Auftragsforschung

aus der Industrie” (DITF, 22.01.2016) finanziert.

Wandel des Stiftungstyps im Laufe der Zeit

Neben den Hybridformen ist im Hinblick auf eine Operationalisierung von unternehmensnahen

Stiftungstypen noch darauf hinzuweisen, dass manche Stiftungen

ihre institutionelle Struktur im Laufe der Zeit verändern. So war die Hertie Stiftung

früher eine Unternehmensbeteiligungsstiftung, ist nach dem Verkauf von

Aktienpaketen aber mittlerweile eine Unternehmer/innen-Stiftung. Die Carl-

Zeiss-Stiftung war bis 2004 eine Unternehmensträgerstiftung, ist jetzt jedoch dem

Typ der Unternehmensbeteiligungsstiftung zuzurechnen (vgl. Carl-Zeiss-Stiftung,

28.10.2015). Inwiefern sich dieser Wandel der Stiftungsform auf die Stiftungsaktivitäten

und –gremien auswirkt, ist u.E. ein weiterer relevanter Untersuchungsgegenstand,

kann aber im Rahmen dieser Studie leider nicht bearbeitet werden.

3.1.3 Zwischenfazit: Existierende Typologie muss erweitert werden

In Deutschland gibt es zahlreiche kapitalstarke private Stiftungen. Unsere Analyse

zeigt, dass von diesen privaten Stiftungen sehr viel mehr Stiftungen als „unternehmensnah“

gelten können als nur diejenigen, die eine direkte Unternehmensverbundenheit

aufzeigen: Als unternehmensnah müssen u.E. auch Stiftungen eingeordnet

werden, deren Vermögen aus dem Privatvermögen eines/einer Unternehmers/in

stammt, zu der oft auch Unternehmensbeteiligungen und Aktien gehören

– jedoch ist i.d.R. nicht bekannt, wie sich das Privat- und damit Stiftungsvermögen

zusammensetzt. Weiterhin sind u.E. Stiftungen, die von mehreren Unternehmen,

unternehmensnahen Stiftungen und Unternehmens- und Arbeitgeberverbänden

(ggf. auch unter Mitfinanzierung durch andere private und öffentliche

Geber) gegründet werden, als unternehmensnah einzuordnen. Schließlich gibt

es eine Reihe von Stiftungsformen, bei denen sich die „Unternehmensnähe“ über

38


das Stiftungsbudget erschließt; für eine genauere Aussage dazu bedarf es jedoch

weiterer Forschung.

Insgesamt waren in unserem Sample von 78 unternehmensnahen Stiftungen:

- 3 und damit 3,8 Prozent Unternehmensträgerstiftungen,

- 12 und damit 15,4 Prozent Unternehmensbeteiligungsstiftungen,

- 18 und damit 23,1 Prozent Unternehmensstiftungen (wozu auch CSR-

Stiftungen gehören),

- 28 und damit 35,9 Prozent Prozent Unternehmer/innen-Stiftungen,

- 12 und damit 15,4 Prozent hybride unternehmensnahe Stiftungsformen,

- 5 und damit 6,4 Prozent Stiftungen, bei denen eine Unternehmensverbindung

ersichtlich, aber (mangels leicht öffentlich zugänglicher Informationen) nicht

näher bestimmbar ist.

3.2 Analyse von „klassischen“ unternehmensnahen Stiftungen mit

dem Stiftungszweck Förderung von Wissenschaft und Forschung

In der Diskussion über die Bertelsmann Stiftung wurde eine starke personelle

Verstrickung zwischen Unternehmen und Stiftung festgestellt, die obendrein mit

einem eklatanten Mangel an Transparenz einhergeht, z.B. im Hinblick auf die Stiftungsziele

und die entsprechende Verwendung der Stiftungsmittel. Diese Befunde

verweisen darauf, dass Stiftungs- mit Unternehmensinteressen auf problematische

Weise verbunden werden können: zum Beispiel wenn Stiftungsprojekte im

Bildungs- und Wissenschaftsbereich dazu genutzt werden, neue Geschäftsfelder zu

erschließen. Zudem ist die Bertelsmann Stiftung für ihre Politikberatungstätigkeiten

bekannt, bei denen sie mit Hilfe von Studien und Tagungen Agenda Setting

betreibt, Politiker/innen Experten/innen-Kommissionen finanziert, politische

Netzwerke etabliert - und damit die Möglichkeit hat, Politik im Sinne der Stifterfamilie

(und somit den Mit-Eigentümer/innen der Bertelsmann AG) zu beeinflussen.

Formen der Politikberatung kann die Bertelsmann Stiftung mit ihren zahlreichen

Stiftungszwecken rechtfertigen – darunter auch die Förderung von Wissenschaft

und Forschung.

Kann die „Bertelsmannhypothese“ (deutliche Überlappung von Geschäftsinteressen

des Unternehmens und Stiftungsarbeit im Bereich Wissenschaft und Forschung,

die z.B. auch in der Personalverflechtung von Unternehmen und Stiftung

zum Ausdruck kommt) für viele weitere unternehmensnahe Stiftungen bestätigt

werden („Modell Bertelsmann“)? Oder wird die problematische Verquickung von

Partikularinteressen und Gemeinnützigkeit durch andere Stiftungen relativiert

(„Bertelsmann als schwarzes Schaf“)? Zur Beantwortung dieser Frage müssen im

Einzelnen die Besetzung der Stiftungsgremien (3.2.1), die Ferne bzw. Nähe der Tätigkeitsprofile

der Stiftungen zu den Geschäftsfeldern der Unternehmen (3.2.2)

39


sowie die Praktiken von unternehmensnahen Stiftungen im Bereich Transparenz

untersucht werden (3.2.3). Die 61 klassischen unternehmensnahen Stiftungen (Typ

1-4) in unserem Sample scheinen für eine erste Exploration des Spannungsverhältnisses

von Gemeinwohl- und Partikularinteressen besonders geeignet. Denn

i.d.R. weisen sie eine Verbundenheit oder Nähe zu nur (oder zumindest vor allem)

einem Unternehmen bzw. Großkonzern auf (vgl. Kapitel 3.2.1), während dies auf die

17 weiteren von uns identifizierten unternehmensnahen Stiftungstypen nicht in

der Klarheit ersichtlich ist (aufgrund ihrer Verbindung zu mehreren Unternehmen,

Unternehmensverbänden etc.).

3.2.1 Stiftungsgremien und ihre personelle Besetzung

3.2.1.1 Analyse

Die Untersuchung der Stiftungsgremien ist in zweifacher Hinsicht interessant.

Einerseits geht es um die Frage der personellen Verstrickung von Unternehmen

und Stiftung. Andererseits kann dem Forschungsstand die These entnommen werden,

dass unternehmensnahe Stiftungen von gesellschaftlichen Eliten gesteuert

werden. Im Folgenden ermitteln wir deshalb die Verflechtungsstrukturen für unser

Sample mit unternehmensnahen Stiftungen, die in Deutschland wirken, und

zeichnen damit gleichzeitig ein detaillierteres Bild der Sozialstrukturen von Stiftungsgremien.

Berücksichtigt werden die Mitglieder der Stiftungsvorstände (auch

Stiftungsräte genannt) und der Kuratorien (die bei manchen Stiftungen auch als

Vorstand fungieren).

Die Daten wurden zwischen dem 1. Oktober und dem 12. November 2015 erhoben,

wobei Informationen zu 536 Personen zusammengetragen werden konnten.

Neben Vor- und Nachnamen wurden auch das Geschlecht, höchste Bildungstitel

(Professor/Doktor), die Gremienzugehörigkeit und der berufliche Hintergrund in

die Analyse aufgenommen. Im Folgenden werden zunächst die deskriptivstatistischen

Ergebnisse aufgezeigt. Wir beginnen mit der allgemeinen Beschreibung

der Gremienmitglieder. Anschließend präsentieren wir die Ergebnisse einer

Vernetzungsanalyse.

Geschlechterverhältnis

Die bestehende Elitenforschung verweist auf die männliche Dominanz bei gesellschaftlichen

Eliten in Deutschland, die auch bei der Analyse der Stiftungsgremien

unseres Samples bestätigt wird. Der Frauenanteil liegt bei rund 21 Prozent. Das ist

bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass unternehmensnahe Stiftungen im Wissenschaftsbereich

auch Programme für Frauenförderung finanzieren und darauf

sogar teilweise einen Schwerpunkt legen (wie die L’Oréal-Stiftung oder die Robert

Bosch Stiftung). Bei der Stiftung Mercator scheint es diesbezüglich ein Problembewusstsein

zu geben. In ihrem Jahresbericht weist sie auf den hohen Prozentsatz

40


an Frauen bei den Beschäftigten der Stiftung im Gegensatz zum deutlich geringeren

Anteil bei hohen Ämtern hin:

„Zum 31. März 2015 arbeiten bei der Stiftung Mercator insgesamt 96 Mitarbeiter.

Davon sind 33 Prozent männlich und 67 Prozent weiblich. Von den Führungskräften

sind 62 Prozent männlich und 38 Prozent weiblich“ (Stiftung

Mercator 2015, S. 7).

Bildungsabschlüsse

Betrachtet man die höchsten Bildungsabschlüsse, so zeigt sich, dass mehr als die

Hälfte der Stichprobe einen Doktortitel bzw. einen Professorentitel tragen. Dabei

überwiegt die Bildungsgruppe der Professoren/innen, die i.d.R. habilitiert haben,

mit rund 29 Prozent sogar mit rund fünf Prozentpunkten die der Doktoren/innen.

Verglichen mit der Gesamtbevölkerung sind die Personen in unserem Sample

deutlich besser gebildet, da „nur“ 1,1 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine

Promotion abgeschlossen hat (vgl. DESTATIS, 06.07.2016). Einerseits kann dieses

Ergebnis dadurch relativiert werden, dass Stiftungen, die Forschung und

Wissenschaft fördern, sich auch um akademische Vertreter/innen bemühen.

Andererseits haben viele Stiftungen in unserem Sample mehrere Stiftungszwecke,

worunter auch zahlreiche nicht wissenschaftsnahe Bereiche fallen.

Abbildung 9: Akademische Titel der Mitglieder in Stiftungsgremien

300

250

249

200

150

156

131

100

50

0

29,1% 24,4%

46,5%

Habilitation (Prof.) Dr. Andere Bildungstitel

Quelle: Stiftungssample, eigene Auswertung der Bildungsabschlüsse von Gremienmitgliedern

41


Berufsgruppen

Der Großteil der Gremienmitglieder in den von uns untersuchten unternehmensnahen

Stiftungen rekrutiert sich aus der Privatwirtschaft (Abb. 10). Mit 44 Prozent

liegt dieser Teil deutlich höher als bei Personengruppen, welche ihre Hauptanstellung

im Universitätsbereich (13,6 Prozent), in Verbänden und Stiftungen (11,6 Prozent)

oder der Politik (8,8 Prozent) haben.

Abbildung 10: Beruflicher Hintergrund der Mitglieder in Stiftungsgremien

250

236

44,0%

200

150

100

50

0

73

62

13,6% 11,6%

47

8,8%

27

23

5,0% 20 4,3% 17 14 8

3,7% 6 2

3,2% 2,6% 1

1,5% 1,1% 0,4% 0,2%

Berufsgruppen

Quelle: Stiftungssample, eigene Auswertung der Tätigkeiten der Gremienmitglieder

Unter den Gremienmitgliedern sind einige hochrangige Politiker/innen, darunter:

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (im Kuratorium der Deutschen Telekom

Stiftung), NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (Alfried Krupp von Bohlen

und Halbach-Stiftung), die ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler (im Kuratorium

der Friede Springer Stiftung) und Roman Herzog (im Kuratorium der Hertie

Stiftung), der ehemalige und mittlerweile verstorbene Bundeskanzler Helmut

Schmidt (im Kuratorium der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius), die ehemaligen

EU-Kommissarinnen Monika Wulf-Mathies (im Beirat der Vodafone Stiftung)

und Michaele Schreyer (im Vorstand der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa).

Der Ehemann der Bundeskanzlerin, Joachim Sauer, ist Mitglied im Kuratorium der

Friede Springer Stiftung. Neben hochrangigen Politiker/innen sind auch hohe Re-

42


präsentanten/innen aus dem Medien- und Wissenschaftsbereich zu finden (vgl.

Tabelle 7 und 8).

Tabelle 7: Einschlägige Medienvertreter/innen

Stiftung Personen Berufsfeld

Alfried Krupp von

Bohlen und

Halbach-Stiftung

Bertelsmann

Stiftung

Deutsche Stiftung

Weltbevölkerung

(DSW)

Deutsche Stiftung

Weltbevölkerung

(DSW)

Eberhard von

Kuenheim Stiftung

Eberhard von

Kuenheim Stiftung

Freudenberg

Stiftung

Dr. h.c. Fritz Pleitgen

Rolf Schmidt-Holtz

Rolf Seelmann-

Eggebert

Von 1995 bis 2007 Intendant des Westdeutschen

Rundfunks; von 2001 bis

2002 Vorsitzender der ARD; 2006 bis

2008 Präsident der Europäischen Rundfunkunion

EBU; 2007 Vorsitzender der

Geschäftsführung der RUHR 2010

GmbH 52

2001 bis 2011 Vorsitzender der Bertelsmann

Music Group (BMG) in New

York (heute Sony Music Entertainment)

53

Sonderkorrespondent des

Norddeutschen Rundfunks 54

Prof. Dr. Alfred Biolek Fernsehmoderator 55

Dr. Wolfgang Kaden

Ulrich Wilhelm

Susanne Biedenkopf-

Kürten

Von 1968 bis 1994 in der Redaktion

„Der Spiegel“ tätig (Auslandsressort,

Bonner Büro, Wirtschaftsressort, Chefredaktion);

von 1994 bis 2003 Chefredakteur

„manager magazin“ 56

Seit 2011 Intendant des Bayerischen

Rundfunks; zwischen 2005 und 2010

arbeitete er als Chef des Bundespresseamts.

57

Leiterin der Hauptredaktion Wirtschaft,

Recht, Service, Soziales und Umwelt des

ZDF 58

Freudenberg

Stiftung

Dr. Petra Lidschreiber

Leiterin der Redaktion Mittel und Osteuropa

beim RBB 59

52 Wikipedia, Fritz Pleitgen, 08.07.2016

53 Wikipedia, Rolf Schmidt-Holtz, 08.07.2016

54 Wikipedia, Rolf Seelmann-Eggebert, 08.07.2016

55 Wikipedia, Alfred Biolek, 08.07.2016

56 Kressköpfe, 27.05.2016

57 Wikipedia, Ulrich Wilhelm, 08.07.2016

58 ZDF Presseportal, Susanne Biedenkopf-Kürten, 27.05.2016

59 Wikipedia, Petra Lidschreiber, 08.07.2016

43


Gemeinnützige

Hertie-Stiftung

Gemeinnützige

Hertie-Stiftung

Haniel Stiftung

Petra Gerster

Dr. Helmut Reitze

Dr. Uwe Jean Heuser

Hauptmoderatorin der heute-

Nachrichten des ZDF 60

Von 2003 bis 2016 Intendant des

Hessischen Rundfunks 61

Leiter des Wirtschaftsressorts der

Tageszeitung DIE ZEIT 62

Körber-Stiftung Dr. Peter Frey Chefredakteur des ZDF 63

Körber-Stiftung

Schwarzkopf-

Stiftung Junges

Europa

Peter-Matthias Gaede

Von 1994 bis 2014 Chefredakteur des

Magazins GEO 64

Theo Koll Seit 2014 Leiter des ZDF-Studios Paris 65

SK Stiftung Kultur

der Sparkasse

KölnBonn

Vodafone Stiftung

Vodafone Stiftung

ZEIT-Stiftung Ebelin

und Gerd Bucerius

Matthias Kremin

Andreas Lebert

Dr. Helmut Reitze

Giovanni di Lorenzo

Leiter des Programmbereichs „Kultur

und Wissenschaft“ des WDR 66

Chefredakteur des Magazins ZEIT-

Wissen 67

Von 2003 bis 2016 Intendant des

Hessischen Rundfunks 68

Chefredakteur der Tageszeitung

DIE ZEIT 69

ZEIT-Stiftung Ebelin

und Gerd Bucerius

Prof. Jobst Plog Von 1991 bis 2008 Intendant des NDR 70

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample

60 ZDF Presseportal, Petra Gerster, 27.05.2016

61 Wikipedia, Helmut Reitze, 08.07.2016

62 Wikipedia, Uwe Jean Heuser, 08.07.2016

63 ZDF, das Unternehmen, 27.05.2016

64 Wikipedia, Peter-Matthias Gaede, 08.07.2016

65 Auslandsjournal, 27.05.2016

66 Westdeutscher Rundfunk, 27.05.2016

67 ZEIT Online, 27.05.2016

68 Wikipedia, Helmut Reitze, 08.07.2016

69 Wikipedia, Giovanni di Lorenzo, 08.07.2016

70 Wikipedia, Jobst Plog, 08.07.2016

44


Tabelle 8: Einschlägige Vertreter/innen aus der Wissenschaftsgemeinschaft

Stiftung Person Position

Aventis Foundation

Carlo und Karin

Giersch-Stiftung an

der TU Darmstadt

Daimler und Benz

Stiftung

Eberhard von

Kuenheim Stiftung

Fritz Thyssen

Stiftung

Gemeinnützige

Hertie Stiftung

Prof. Werner

Mueller-Esterl

Prof. Hans Juergen

Prömel

Prof. Matthias Kleiner

Prof. Renate Köcher

Prof. Thomas Risse

Prof. Wolf Singer

2009-2014 Präsident der Goethe-

Universität Frankfurt a.M. 71

Präsident der TU Darmstadt

Seit 2014 Präsident der Leibniz-

Gemeinschaft; von 2007 bis 2012 Präsident

der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG) 72

Geschäftsführerin des Instituts für

Demoskopie Allensbach (IfD) 73

Professor für internationale Politik und

Direktor der Arbeitsstelle Transnationale

Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik

am Otto-Suhr-Institut für

Politikwissenschaft der Freien Universität

Berlin 74

Direktor am Max-Planck-Institut für

Hirnforschung, Frankfurt am Main 75

Gemeinnützige

Hertie Stiftung

Prof. Otmar D. Wiestler

Seit September 2015 Präsident der

Helmholtz-Gemeinschaft 76

Haniel Stiftung Dr. Sascha Spoun Präsident der Leuphana Universität 77

Jacobs Foundation

Klaus Tschira

Stiftung

Prof. Ulman Lindenberger

Prof. Werner Hofmann

Direktor des Forschungsbereichs Entwicklungspsychologie

am Max-Planck-

Institut für Bildungsforschung in Berlin

78

Direktor Max-Planck-Institut für

Kernphysik, Heidelberg 79

71 Wikipedia, Werner Müller-Esterl, 08.07.2016

72 Leibniz-Gemeinschaft, 27.05.2016

73 Wikipedia, Renate Köcher, 08.07.2016

74 Forum Internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung, 27.05.2016

75 Ernst Strüngmann Institute, 27.05.2016

76 Wikipedia, Otmar Wiestler, 08.07.2016

77 Leuphana Universität Lüneburg, 27.05.2016

78 Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, 27.05.2016

79 Wikipedia, Werner Hofmann, 08.07.2016

45


Schader-Stiftung

SRH Holding Stiftung

Rehabilitation

Heidelberg

SRH Holding Stiftung

Rehabilitation

Heidelberg

Wilhelm und Else

Heraeus-Stiftung

Wilhelm und Else

Heraeus-Stiftung

Wilhelm und Else

Heraeus-Stiftung

Prof. Hanns H. Seidler

Prof. Michael Hüther

Prof. Ernst-Ludwig

von Thadden

Prof. Johanna Stachel

Prof. Matthias

Steinmetz

Prof. Jürgen Mlynek

Kanzler a.D. der Technischen Universität

Darmstadt, Vorsitzender des Vorstands

des Zentrums für Wissenschaftsmanagement

Speyer (ZWM) 80

Direktor des Instituts der deutschen

Wirtschaft Köln 81

Rektor der Universität Mannheim 82

Vizepräsidentin der Deutschen Physikalischen

Gesellschaft (DFG), deren Präsidentin

sie von 2012 bis 2014 war 83

Wissenschaftlicher Vorstand des Leibniz-Instituts

für Astrophysik Potsdam 84

Von 2005 bis 2015 Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft;

von 2000 bis 2005

war er Präsident der Humboldt-

Universität zu Berlin; 85 von 1996 bis

2001 Vizepräsident der Deutschen

Forschungsgemeinschaft (DFG)

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample

Unternehmensnähe

Die Legitimität vieler Stiftungen basiert stark auf der Vermittlung eines hinreichenden

Abstandes zu Unternehmensinteressen. In der nachfolgenden Analyse

interessiert uns deshalb besonders, wie viele Personen in den Stiftungsgremien

Unternehmensbezüge aufweisen. Die Forschung zu personellen Verflechtungen

zwischen Unternehmen und politiknahen Beratungsorganisationen zeigt, dass Unternehmensinteressen

insbesondere dann eine größere Rolle spielen, wenn über

personelle Verflechtungen eine enge Bindung an die Beratungsorganisation gegeben

ist (vgl. Scott 1990); von dieser Annahme gehen wir auch in Bezug auf die personelle

Verflechtung von Unternehmen und unternehmensnaher Stiftung aus. Um

Hinweise über die personelle Verbundenheit der Stiftungen mit ihren jeweiligen

„Mutterkonzernen“ oder auch weiteren Unternehmen zu verifizieren, wurde erfasst,

ob die Mitglieder der Stiftungsorgane auch eine Position in einem Unter-

80 Technische Universität Darmstadt, 27.05.2016

81 Wikipedia, Michael Hüther, 08.07.2016

82 European Corporate Governance Institute, 27.05.2016

83 Universität Heidelberg, 27.05.2016

84 Wikipedia, Matthias Steinmetz, 08.07.2016

85 DAAD, 27.05.2016

46


nehmen innehaben. Bezüglich der Unternehmensnähe der einzelnen Personen

unterscheiden wir zwischen den folgenden Relationen (vgl. Abb. 11):

1) Sitz im Unternehmen: Eine gleichzeitige Position im Unternehmen

und in der Stiftung (rund 19 Prozent)

2) Verbindung zu einem anderen Unternehmen: Eine gleichzeitige Position in

einem anderen Unternehmen und in der Stiftung (rund 23 Prozent)

3) Ehemaliger Sitz im Unternehmen: Eine ehemalige Position im Unternehmen

in Verbindung mit einer aktuellen Position in der Stiftung (rund 6

Prozent)

4) Personen mit einer familiären Verbindung zum/zur Stiftungsgründer/in

(rund 4 Prozent)

5) Keine Verbindungen: keine Verbindungen zu Unternehmen, anderem Unternehmen

oder zum/zur Stiftungsgründer/in (rund 47 Prozent)

6) Keine Angaben gefunden (1 Prozent)

Zu Punkt 6 ist anzumerken, dass über die beruflichen Aktivitäten von vielen Personen

auf den Stiftungsseiten keine Angaben gemacht werden (dies trifft auf 184

Personen, 34,3 Prozent, zu). Wir konnten aber durch eigene Recherchearbeiten

entsprechende Informationen in fast allen Fällen ermitteln.

Der zu beklagende Mangel an Angaben dient im Übrigen in vielen Fällen nicht

der Verschleierung einer Unternehmensnähe der betroffenen Person: Der Anteil

von Personen ohne direkte Verbindung zum Unternehmen stieg nach unserer Recherche

mit ca. 15 Prozent am stärksten.

47


Abbildung 11: Personelle Verflechtungen unternehmensnaher Stiftungen und Unternehmen

(Eigendarstellung)

300

250

253

47,2%

200

175

32,6%

184

34,3%

150

100

103

19,2%

78

14,6%

122

22,8%

71

13,2%

50

0

20

3,7%

31

5,8%

8

1,5%

21

3,9%

6

1,1%

Stiftungsinformationen

Eigene Recherche

Quelle: Stiftungssample, eigene Auswertung

Immerhin 103 Personen (rund 19 Prozent) konnten wir aber identifizieren, die

einen Sitz im Unternehmen haben, das mit der Stiftung verbunden ist. Weitere

122 Personen (knapp 23 Prozent) halten eine Position in einem anderen Unternehmen.

31 Personen (rund 6 Prozent) hatten ehemals eine Position im Unternehmen.

Weitere 21 Personen (knapp 4 Prozent) konnten identifiziert werden, die

eine familiäre Bindung zum/zur Stiftungsgründer/in aufweisen. Summa summarum

wird im Rahmen unseres Samples lediglich in etwa der Hälfte der unternehmensnahen

Stiftungen schon dadurch Distanz zum verbundenen Unternehmen 86

oder auch weiteren Unternehmen gewahrt, dass die mögliche Einflussnahme im

86 Von „verbundenen Unternehmen“ sprechen wir in einem weiten Sinn, wenn rechtliche, personelle

Verbindungen oder Verbindungen durch Aktienbesitz zu verzeichnen sind. Es handelt sich

also um eine direkte oder um eine mittelbare Verbundenheit.

48


Unternehmensinteresse nicht über eine personelle Verflechtung organisiert wird.

Ob und inwiefern es den betreffenden Personen in der anderen Hälfte der Fälle

(also mit Personalunionen zwischen Unternehmen und Stiftung) tatsächlich gelingt,

sich jeweils die verschiedenen Hüte (Unternehmensinteresse oder Gemeinnützigkeit)

aufzusetzen, bedarf einer eingehenderen Untersuchung. Zweifel daran

sind aber vor dem Hintergrund der medialen Berichterstattung – mindestens in

Einzelfällen – durchaus berechtigt.

Personalunionen höchster Stiftungs- und Unternehmensposten

Im Dezember 2015 wurde in den deutschen Medien kritisch diskutiert, dass Rupert

Stadler nicht nur Audi-Chef und Mitglied im VW-Aufsichtsrat ist, sondern gleichzeitig

auch im Vorstand der drei Privatstiftungen der Familie Piech wirkt, die wiederum

zu den Hauptaktionären des VW-Konzerns gehört. Die Stiftungen sind zwar

nicht gemeinnützig, aber das Prinzip der „Überschneidung“ von Stiftungs- und

Unternehmensinteressen wird auch in diesem Fall im Hinblick auf „Interessenkonflikte“

(sueddeutsche.de, 22.01.2016) kritisch besprochen. Die Überschneidung

von hohen Unternehmensämtern und gleichzeitiger Besetzung des Stiftungsvorstandes

wird insbesondere bei den als gemeinnützig anerkannten unternehmensnahen

Stiftungen mit großer Skepsis betrachtet. Unlängst stand wieder einmal die

Bertelsmann Stiftung im Zentrum der Kritik, weil sie sich – genau wie die Deutsche

Telekom Stiftung – im Bereich Digitalisierung neu ausrichtet, während die

dazugehörigen Unternehmen Bertelsmann AG und Deutsche Telekom AG dies auch

tun (vgl. der Freitag, 29.10.2015). In beiden unternehmensnahen Stiftungen gibt es

auch Personalunionen in den höchsten Unternehmens- und Stiftungsgremien. Es

stellt sich im Übrigen schlicht die Frage: Was hat ein Unternehmensvorstand oder

-aufsichtsrat im Vorstand einer als gemeinnützig anerkannten Stiftung zu suchen,

die ihre Interessen unabhängig vom Unternehmen verfolgen soll? Die Vermutung

ist kaum von der Hand zu weisen, dass die Stiftung in solchen Fällen zumindest

auch zum Instrument von Unternehmensinteressen wird.

Doch sind hohe Unternehmensrepräsentanten/innen im Stiftungsvorstand

vielleicht eher eine Ausnahme? Keineswegs, wie unsere Analyse zeigt. Obwohl

solche Personalunionen öffentlich immer wieder beanstandet werden, kommen

sie bei vielen Stiftungen in unserem Sample vor: bei der Körber-Stiftung, der

Carl-Zeiss-Stiftung, der RWE Stiftung, der Haniel Stiftung usw. (vgl. Tabelle 11,

siehe Anhang). Besonders bemerkenswert ist der Fall der L’Oréal-Unternehmensstiftung,

bei der der Stiftungsvorsitzende der Konzernvorsitzende von L’Oréal

Deutschland ist.

Bei 22 unternehmensnahen Stiftungen finden sich insgesamt 51 Personen, die

neben ihrem Posten im Aufsichtsrat, Vorstand oder in einer hohen Leitungsfunktion

im Unternehmen auch einen Posten im Kuratorium oder Vorstand der jeweiligen

Stiftung halten. Darüber hinaus konnten wir fünf Personen identifizieren,

die neben ihrer hohen Position im Unternehmen einen Sitz im Kuratorium und im

Vorstand der Stiftung halten. Dies trifft neben Liz Mohn von der Bertelsmann Stiftung

auch auf Friede Springer von der Friede Springer Stiftung, Andreas Barner

49


vom Boehringer Ingelheim Fonds, Thomas Dannenfeldt von der Deutsche Telekom

Stiftung und Werner Redeker von der Körber-Stiftung zu (vgl. Tabelle 11 im Anhang).

Abbildung 12: Personalunionen höchster Stiftungs- und Unternehmensposten

(Stand: November 2015)

Deutsche Telekom Stiftung

Körber‐Stiftung

Carl‐Zeiss‐Stiftung

RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft

Bertelsmann Stiftung

BMW Stiftung Herbert Quandt

Haniel Stiftung

L'Oréal‐Stiftung

Else Kröner‐Fresenius‐Stiftung

Dräger‐Stiftung

Daimler und Benz Stiftung

Stiftung Deutsche Schlaganfall‐Hilfe

Siemens Stiftung

Robert Bosch Stiftung

Allianz Umweltstiftung

Software AG‐Stiftung

SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn

Gerda Henkel Stiftung

Friede Springer Stiftung

Freudenberg Stiftung

Eberhard von Kuenheim Stiftung

Boehringer Ingelheim Fonds

0 1 2 3 4 5 6 7 8

Quelle: Stiftungssample, eigene Auswertung (Eigendarstellung)

50


Stiftungstyp „Unternehmensstiftung“ und Gremienbesetzung

Unternehmensstiftungen, die wir in Kapitel 3.1 als „Typ 3“ aufgeführt haben und

zu denen auch die CSR-Stiftungen gehören, werden direkt vom Unternehmen gegründet.

In den Gremien dieses Typs sind (im Vergleich zu den anderen unternehmensnahen

Stiftungstypen) mehr Personen in den Stiftungsgremien vertreten,

die ehemals im Unternehmen gearbeitet haben (vgl. Abb. 13). Möglicherweise

spielt der Typ der Unternehmensstiftung eine größere Rolle in der Personalpolitik

der Unternehmen, als dies bei anderen unternehmensnahen Stiftungstypen der

Fall ist. Auch gibt es bei diesem Typ signifikant mehr direkte Verbindungen zum

Unternehmen als im Durchschnitt des Samples.

Abbildung 13: Personelle Verflechtungen zwischen Unternehmen und Stiftungen vom Typ

„Unternehmensstiftung“

80

70

67

60

50

47

40

30

20

10

0

28

2

41,1% 28,8% 17,2% 8,6% 1,2%

Keine Position im

Unternehmen

Position im

Unternehmen

Position in einem

anderen

Unternehmen

14

Ehemalige

Position im

Unternehmen

Familiäre Bindung

zum

Stiftungsgründer

5

3,1%

Keine Angaben

Unternehmensnähe

Quelle: Stiftungssample, eigene Auswertung (Eigendarstellung)

51


Institutionelle Struktur von Stiftungen und Kontrollmechanismen

Wenn eine unternehmensnahe Stiftung ihre Distanz zum verbundenen Unternehmen

durch eindeutig getrennte Führungsstrukturen und Beratungsgremien manifestiert,

die mit weiteren unabhängigen Personen besetzt sind, wird damit eine

Art der öffentlichen Kontrolle angestrebt: Eine öffentliche Kontrolle, die nach Legitimation

für die gemeinnützigen Ziele strebend aktiv Distanz zur Interessenlage

des jeweiligen Unternehmens sucht. Umgekehrt scheinen Stiftungen, die nur ein

Stiftungsorgan haben, und Stiftungen, die zwar zwei Organe haben, diese jedoch

teilweise in Personalunion besetzen, wenig daran interessiert zu sein, eine Art der

öffentlichen Kontrolle in ihrer Struktur zu verankern. Aus diesem Grunde haben

wir erhoben, welche Stiftungen Personalunionen innerhalb ihrer Stiftungsgremien

aufweisen (Tabelle 9) und welche Stiftungen über nur ein Stiftungsorgan verfügen

(Tabelle 10).

Tabelle 9: Personalunionen in Stiftungsorganen

Stiftung

Körber-Stiftung

Boehringer Ingelheim Fonds. Stiftung

Bertelsmann Stiftung

BMW Stiftung Herbert Quandt

Deutsche Telekom Stiftung

Friede Springer Stiftung

SRH Holding Stiftung Rehabilitation

Heidelberg

Anzahl Personalunionen

3 (Werner Redeker, Lothar Dittmer,

Thomas Paulsen)

3 (Andreas Barner, U. Benjamin Kaupp,

Jan-Michael Peters)

1 (Liz Mohn)

1 (Michael Schäfer)

1 (Thomas Dannenfeldt)

1 (Friede Springer)

1 (Christof Hettich)

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample

52


Tabelle 10: Stiftungen mit nur einem Stiftungsorgan

Stiftung

Auerbach Stiftung

Dräger-Stiftung

Eberhard von Kuenheim Stiftung

Fürst Donnersmarck-Stiftung

Haniel Stiftung

Herbert Quandt-Stiftung

Jacobs Foundation

L‘Oréal-Stiftung

Robert Bosch Stiftung

Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung

Schwarzkopf-Stiftung

Stiftung Ev. Kranken- und Versorgungshaus zu Mülheim

Wüstenrot Stiftung

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample

3.2.1.2 Zwischenfazit: Unternehmensnahe und elitäre Besetzung von

Stiftungsgremien sind keine Ausnahme

Die Gremienanalyse der 61 „klassischen“ unternehmensnahen Stiftungen bestätigen

die Vermutungen zum elitären Einfluss in und über Stiftungen, die in der Forschungsliteratur

zu finden sind: Die Gremien der von uns untersuchten unternehmensnahen

und als gemeinnützig anerkannten Stiftungen können als höchst

elitär gelten. Sie werden von einer akademischen, bei weitem überwiegend männlich

dominierten und in hohen gesellschaftlichen Positionen befindlichen Personengruppe

geleitet. Lediglich ca. 20 Prozent der Gremienmitglieder sind weiblich,

über 50 Prozent haben einen Doktor- oder Professoren-Titel. Zwar könnte der hohe

Anteil von Akademikerinnen und Akademikern mit dem Stiftungszweck Wissenschaftsförderung

im Zusammenhang stehen, aber es ist zu bedenken, dass fast

alle Stiftungen nicht ausschließlich im Wissenschaftsbereich tätig sind und keine

reinen Wissenschaftsstiftungen sind.

Rund 20 Prozent der Führungskräfte der Stiftungen haben auch eine Position

im mit der Stiftung verbundenen Unternehmen. Etwa die Hälfte der Personen

weist eine Unternehmensnähe auf – d.h. sie sind oder waren entweder in dem Un-

53


ternehmen beschäftigt, das mit der Stiftung (auf höchst unterschiedliche und, wie

dargestellt, nicht immer öffentlich einsehbare Weise) verbunden ist, oder sie haben

eine Funktion in einem anderen Unternehmen. Der Typ der Unternehmensstiftung

scheint in den Stiftungsgremien (im Vergleich zu anderen unternehmensnahen

Stiftungstypen) einen besonders hohen Anteil an Personen zu haben,

die aktuell im Unternehmen tätig sind oder ehemals waren; der Typ spielt also

möglicherweise in der Personalpolitik des mit der Stiftung verbundenen Unternehmens

eine eigenständige Rolle.

Neben dem hohen Anteil von Personen aus der Privatwirtschaft finden sich in

den Stiftungsgremien der untersuchten unternehmensnahen Stiftungen Politiker/innen,

Universitätsvertreter/innen und Stiftungs- und Verbandsvertreter/innen

zu jeweils rund 10 Prozent. Aus dem öffentlichen Bereich sind viele führende

Personen aus der Politik repräsentiert, darunter amtierende Politikerinnen

und Politiker, aber besonders viele ehemalige. Dabei spielt neben dem Dank für

die Übernahme von öffentlichen Ämtern sicherlich eine Rolle, dass ehemalige

Führungspolitiker/innen noch über gute Kontakte zur Politik verfügen. Während

die Karenzzeitdiskussion im Hinblick auf den Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft

eine große Rolle spielt und für Mitglieder der Bundesregierung und anderes

Spitzenpersonal 2015 Abkühlungsphasen von 12 bis 18 Monaten eingeführt wurden,

gibt es solche Vorschriften nicht für unternehmensnahe Stiftungen.

Besonders brisant im Hinblick auf Fragen der Kontrolle von Stiftungsaktivitäten

ist, dass es in 13 Stiftungen nur ein einziges Stiftungsorgan gibt und sich bei

rund 36 Prozent der untersuchten Stiftungen höchste Unternehmensvertreter/innen

in den höchsten Stiftungsgremien (Stiftungsvorstand/-rat, Kuratorium)

befinden. Daraus lassen sich u.E. Zweifel am ausschließlich gemeinnützigen Charakter

dieser Stiftungen ableiten.

Über das Verhältnis zwischen unternehmensnahen Stiftungen und verbundenen

Unternehmen hinaus erlaubt die Analyse der Stiftungsgremien ein Schlaglicht

auf die Verbindungen zwischen den Stiftungen unseres Samples.

Die folgende Abbildung 14 stellt anhand der Personalverflechtungen in den

Stiftungsgremien die Verbindungen zwischen Stiftungen dar. Die höchste Zahl von

Verflechtungen sind bei der Hertie (4) und der Thyssen Stiftung (4) zu finden, aber

auch die Bosch Stiftung, die Körber-Stiftung und die Telekom Stiftung sind mit

immerhin drei Stiftungen personell verflochten. Dieser Befund ist zunächst nur

ein Hinweis auf Formen der Koordination zwischen Stiftungen, die auch für die

mit den Stiftungen verbundenen Unternehmen von Belang sein könnten.

54


Abbildung 14: Vernetzung der Stiftungen durch Interlock-Positionen 87

Schader-Stiftung

Freudenberg

Stiftung

Deutsche Telekom Stiftung

Alfried Krupp von Bohlen

und Halbach-Stiftung

Vodafone

Stiftung

Rut- und

Klaus-Bahlsen-Stiftung

Gemeinnützige

Hertie-Stiftung

Daimler und

Benz Stiftung

Bertelsmann

Stiftung

Schwarzkopf-Stiftung

Junges Europa

Fritz Thyssen

Stiftung

Boehringer Ingelheim

Stiftung

Stiftung Deutsche

Schlaganfall-Hilfe

Körber-Stiftung

Allianz Umweltstiftung

Friede Springer

Stiftung

Deutsche Wildtier Stiftung

Eberhard von

Kuenheim Stiftung

Heidehof Stiftung

Carl-Zeiss-Stiftung

Robert Bosch

Stiftung

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample (Eigendarstellung)

87 Die Größe der Kreise ergibt sich aus der Anzahl sogenannter Interlock-Positionen. Interlock-

Positionen werden durch Personen erzeugt, die in verschiedenen Stiftungen Positionen in Gremien

halten.

55


3.2.2 Stiftungstätigkeiten im Bereich Wissenschaft und wissenschaftsnaher

Politikberatung

3.2.2.1 Analyse

Mit dem Fokus auf das Spannungsverhältnis Gemeinwohl und Partikularinteressen

rücken bei der Analyse von Stiftungstätigkeiten im Wissenschaftsbereich auch

Themen und Formate ins Zentrum der Aufmerksamkeit:

Über die Themenanalyse lässt sich ermitteln, welche Stiftungen Förderschwerpunkte

aufweisen, die sich mit den Geschäftsfeldern des verbundenen Unternehmens

überschneiden: zum Beispiel, ob eine Stiftung, die mit einem Pharmakonzern

verbunden ist, medizinische und pharmazeutische Forschung fördert.

Damit wird ausdrücklich nicht in Abrede gestellt, dass die Stiftungstätigkeit den

Charakter der Gemeinnützigkeit erfüllt. Aber es ist für die Bewertung der Stiftungsfunktionen

bereits von Interesse, ob und inwiefern ein engerer Zusammenhang

zwischen Geschäftsinteressen und Stiftungsarbeit besteht. So kann zum Beispiel

bei der Kühne-Stiftung (die jedoch nicht in unserem Sample ist) davon ausgegangen

werden, dass die Logistikschwerpunkte der Stiftung (u.a. im Bereich

Wissenschaft) auch etwas mit den Geschäftsinteressen der Großspedition Kühne &

Nagel AG zu tun haben (vgl. Holland-Letz 2015, S. 54ff.). Je weiter entfernt die Geschäftsinteressen

und die thematische Stiftungsarbeit auseinander liegen, desto

unwahrscheinlicher ist es, dass Unternehmensinteressen eine Rolle für die inhaltliche

Fokussierung der Stiftungsarbeit spielen.

Bei der Format-Analyse haben wir demgegenüber untersucht, ob Stiftungen

im Bereich der wissenschaftsnahen Politikberatung aktiv sind. Solche Formate

bieten politische Einflussmöglichkeiten, die auch dazu dienen können, Interessen

der verbundenen Unternehmen durchzusetzen bzw. Eigentümer/innen-Interessen

zu verallgemeinern. Viele Stiftungen geben z.B. an, bei Veranstaltungen Entscheidungsträger/innen

(meist ist nur von „Entscheidungsträgern“ die Rede) aus Politik,

Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen (zum Beispiel die Robert

Bosch Stiftung, die BMW Stiftung Herbert Quandt, die Stiftung Mercator) oder wissenschaftliche

Expertise für die Politik zu erarbeiten. Diese Stiftungen wurden

dann in die Kategorie „betreiben Politikberatung“ eingeordnet. Der über die Stiftungsarbeit

ermöglichte Zugang zu politischen Entscheidungsträgern/innen kann

bei der Verfolgung weiterer Unternehmensinteressen auch dann eine Rolle spielen,

wenn die Stiftungsschwerpunkte keine offensichtliche Überschneidung mit

dem Tätigkeitsprofil des Unternehmens erkennen lassen. Die Politikberatungsaktivitäten

deuten wir, genau wie die Überschneidung mit dem Unternehmensprofil,

als Möglichkeiten, Eigeninteressen zu realisieren. Ob und inwiefern dies jeweils

der Fall ist, lässt sich nur über eine vertiefende qualitative Studie ermitteln.

56


Über Stiftungszwecke

Zunächst sei einführend darauf hingewiesen, dass es üblich ist, dass Stiftungen

mehrere Zwecke haben; einen Stiftungszweck müssen sie mindestens angeben. In

der Regel sind es mehr als ein oder zwei Stiftungszweck/e – zum Teil wesentlich

mehr. In unserem Datensatz hat nur die Boehringer Ingelheim Fonds - Stiftung für

medizinische Grundlagenforschung einen einzigen Stiftungszweck angegeben. Die

Bertelsmann Stiftung, die RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft und die Altenheim-Stiftung

der Stadtsparkasse Duisburg geben 14 Stiftungszwecke an, die

Stiftung Mercator sogar 16. 88

In unserem Sample, zu dem unternehmensnahe Stiftungen gehören, die Stiftungszwecke

im Bereich Wissenschaft, Forschung und Studentenhilfe angeben,

waren für einige Stiftungen jedoch keine oder kaum Aktivitäten im Wissenschaftsbereich

zu finden. Darunter die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung, die G. u. L.

Powalla Bunny’s Stiftung, die Fürst Donnersmarck-Stiftung, die Altenheim-

Stiftung der Stadtsparkasse Duisburg, die Stiftung van Meeteren oder die höchst

intransparenten Stiftungen Dietmar Hopp Stiftung und Bertelsmann Wissenschaftsstiftung.

89 Bei den Stiftungen, die wissenschaftliche Aktivitäten betreiben,

ist es mangels Daten z.T. schwierig zu beurteilen, in welchem Verhältnis diese zum

Umfang der anderen Stiftungszwecke stehen. Damit ist es des Weiteren schwierig

zu bewerten, ob eine starke akademische Besetzung der Stiftungsgremien gerechtfertigt

werden kann.

Überschneidung Unternehmens- und Stiftungstätigkeit im Bereich Wissenschaft und

Forschung

Unserer Analyse zufolge weisen 41 Prozent der Stiftungen Aktivitäten im Förderbereich

auf, die sich mit einem der Geschäftsfelder des verbundenen Unternehmens

offensichtlich überschneiden. Bei rund 46 Prozent ist das nicht der Fall. Bei

rund 13 Prozent der Stiftungen fehlen die nötigen Angaben, um das beurteilen zu

können, wie Abbildung 15 zeigt (vgl. ausführlich: Tabelle 12 im Anhang).

88 Die Stiftungszwecke sind im Verzeichnis Deutscher Stiftungen zu finden (vgl. BDS 2014).

89 Vergleiche hierzu die Ausführungen in Kapitel 3.2.3.

57


Abbildung 15: Überschneidung der Wissenschaftsförderung von Stiftungen und der

Geschäftsfelder der verbundenen Unternehmen

30

25

25

28

20

15

10

8

5

0

41,0% 45,9% 13,1%

Überschneidungen Keine Überschneidungen Keine Angaben

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample (Eigendarstellung)

Wir betonen, dass es sich bei den nachfolgenden Ausführungen um Hinweise auf

eine sehr allgemeine Überschneidung der Stiftungsaktivitäten im Wissenschaftsbereich

mit dem jeweiligen Unternehmensprofil des Unternehmens handelt; sie

werden an einzelnen Fällen genauer erörtert. Erst vertiefte Recherchen ermöglichen

Differenzierungen bezüglich des Umfangs der Überschneidung und möglichen

weiteren Zusammenhängen. Dies trifft insbesondere auf die Unternehmer/innen-Stiftungen

zu, deren Verbindungen zu einem oder mehreren Unternehmen

genauer erforscht werden müssen.

Die Hinweise auf die Überschneidungen einiger Stiftungsaktivitäten mit den

Geschäftsfeldern der Unternehmen ist – wie bereits erwähnt – selbst noch kein

Beleg für die These, dass unternehmensnahe Stiftungen nicht gemeinnützig arbeiten,

sondern den Interessen des Unternehmens dienen. Diese These kann aufgrund

der begrenzten Ressourcen für diese Studie nicht überprüft werden. Die einzelnen

Fälle von Überschneidung müssten genauer untersucht werden. Vertiefende Fallstudien

könnten Aufschluss über die mögliche Verknüpfung von Unternehmensinteressen

mit Stiftungszielen geben, die über thematische Überschneidungen

hinausgehen. So kann ein Unternehmen auch gemeinnützige Anliegen der Stiftungsarbeit

mit standortpolitischen Anliegen verbinden: zum Beispiel, wenn die

Förderung von Grundlagenforschung gleichzeitig Einfluss an einer Hochschule

sichert, die auch unternehmensnahe Ausbildungsaufgaben übernimmt. Ferner

können gemeinnützige Aufgaben Maßnahmen zur Landschaftspflege darstellen,

also für einen regelmäßigen Zugang und Ansehen bei Entscheidungsträgern/innen

sorgen. Untersuchungen im Zeitverlauf könnten hierbei längerfristige Strategien

beteiligter Unternehmen sichtbar machen. Nachfolgend werden Einzelfälle angesprochen,

die sich für eine vertiefende Analyse anbieten. Es wird bei diesen Beispielen

deutlich, dass unternehmensnahe Stiftungen Forschungstätigkeiten för-

58


dern, die auch der Weiterentwicklung der Produkte für das Unternehmen zuträglich

oder der Ausbildung von Mitarbeitern/innen dienlich sein können. 90

- Die Wüstenrot Stiftung ist als Unternehmensbeteiligungsstiftung „über die

Wüstenrot Holding AG mit 66 Prozent an der Wüstenrot & Württembergische AG

beteiligt“, die im Bereich Versicherungen und Bausparkasse aktiv ist. Die Stiftung

betreibt Forschung „in den Bereichen Baukultur, Wohnen und Stadtentwicklung

sowie die Erforschung der Chancen und Gefahren des demografischen

Wandels in Bezug auf verschiedene Altersgruppen und deren Wohn-, Arbeitsund

Freizeitverhältnisse in den Städten und im ländlichen Raum“. 91

- In unserem Sample sind drei Stiftungen, die mit einem Pharma-Unternehmen

verbunden sind und medizinische Forschung betreiben:

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ist zu 27 Prozent Anteilseigner bei dem

Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius; die Stiftung „dient

der Förderung medizinischer Wissenschaft und unterstützt medizinischhumanitäre

Hilfsprojekte“. 92

Die Boehringer Ingelheim Fonds. Stiftung für medizinische Grundlagenforschung

„wurde 1983 von den Holdinggesellschaften des Unternehmensverbandes

Boehringer Ingelheim gegründet“. 93 Im Kuratoriumsvorstand der Stiftung

sitzt der Vorsitzende der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Andreas

Barner. Der Tätigkeitsschwerpunkt der Stiftung liegt auf der „Förderung

biomedizinischer Grundlagenforschung“. 94 In der taz wurde über den Verdacht

berichtet, dass der Unternehmenskonzern 150 Millionen Euro an die Johannes-

Gutenberg-Universität Mainz gespendet haben könnte, um sich etwaige Patente

zu sichern; die Spende tätigte die „formell vom Konzern getrennte Boehringer

Ingelheim Stiftung“ (vgl. taz, 16.01.2016). Unabhängig davon, dass es sich hier

um einen Verdacht handelt, verweist genau dieser Verdacht auf Möglichkeiten

der Einflussnahme und Instrumentalisierung einer Stiftung im Sinne der Geschäftsinteressen.

Jüngst wurde zudem bekannt, dass „einzelne Regelungen in

den Vereinbarungen“, die die Stiftung mit der Universität Mainz getroffen hat,

„gegen das Hochulrecht [verstoßen] oder (…) mit der grundgesetzlich geschützten

Forschungsfreiheit unvereinbar [sind]“ (vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung,

17.08.2016). So wird es als gesetzeswidrig eingeordnet, dass die Stiftung

eine Veto-Möglichkeit bei Berufungsverfahren erhält; der Verstoß gegen die

Forschungsfreiheit manifestiert sich darin, dass laut Kooperationsvereinbarung

alle Veröffentlichungen der Zustimmung der Stiftung bedürfen. Journalisten

90 Darauf weist auch die Studie von Hanke aus dem Jahr 1971 hin, in der Stiftungen „als Instrumente

der Monopolherrschaft“ untersucht werden (vgl. Hanke 1971, S. 50). Den Hinweis der Forschungsförderung

bezieht Hanke z.B. auf die Carl-Zeiss-Stiftung (vgl. ebd., S. 31).

91 Wüstenrot Stiftung, 14.01.2016

92 Else Kröner-Fresenius-Stiftung, 22.01.2016

93 Boehringer Ingelheim Fonds. Stiftung für medizinische Grundlagenforschung, 29.06.2016

94 Dies., 22.01.2016

59


konnten die Kooperationsvereinbarung einsehen, weil sich die Stiftung „zu ein

wenig Transparenz bewegen ließ“ (vgl. ebd.). 95

Die Aventis Foundation „wurde 1996 von der Hoechst Aktiengesellschaft als

Hoechst Foundation gegründet“ 96 und legt im Bereich Wissenschaft ihren

Schwerpunkt auf die „Verknüpfung der Forschungsgebiete Chemie-Biologie-

Medizin“. 97 Der Pharmakonzern Aventis besteht mittlerweile nicht mehr und ist

zum Teil in den heutigen Pharmakonzern Sanofi-Aventis aufgegangen; dieser

führt die Stiftung als eine seiner CSR-Initiativen. 98

- Die RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft ist die Unternehmensstiftung

der RWE AG. Sie hat eine wissenschaftliche Studie zu sogenannter „Energiebildung“

erstellen lassen und stellt hier einen Bedarf fest: “Jugendliche hierzulande

wissen zu wenig über Energie. So das Kernergebnis der ersten umfassenden

Studie zur Energiebildung an deutschen Schulen“ (RWE Stiftung für Energie und

Gesellschaft, Energie?, 14.01.2016). Dieses Ergebnis kann zur Legitimation der

Stiftungsziele verwendet werden, nämlich einer „umfassende[n] Energiebildung”,

die „Voraussetzung” für „energiemündige Bürgerinnen und Bürger”

(ebd., Was wir wollen, 22.01.2016) sei. Des Weiteren geht die Stiftung in einem

dreijährigen Forschungsprojekt Nutzerinnovationen für den Energiemarkt nach

und damit auch neuen Geschäftsmodellen und Produktlinien, wie das nachfolgende

Zitat von der Stiftungshomepage belegt: Im Auftrag der Stiftung untersucht

das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft,

„welche Gründe Nutzer zur Innovation antreiben und welche sie daran hindern,

sich für intelligente Stromtechnologien zu interessieren, diese zu implementieren

und sich in Online-Foren, offenen Werkstätten und mit Gleichgesinnten

darüber auszutauschen und diese weiterzuentwickeln. Dabei wird

auch erforscht, wie die Anbieterseite durch nutzerzentrierte Geschäftsmodelle

diese Entwicklung unterstützen kann. Wir möchten mit der Studie Grundlagenwissen

für Innovationen im Energiemarkt bereitstellen und Verhaltensweisen

von Nutzern aufzeigen. So kann eine Basis für Energieversorger geschaffen

werden, diese Erkenntnisse für Entwicklungen von Smart-Energy-

Technologien zu nutzen.“ (Ebd., Projekte, 14.01.2016)

Die Stiftung organisiert auch die jährliche Seminarwoche „Akademie für Energie

& Akzeptanz“, bei der sich 40 Studierende und Promovierende aus verschiedenen

Fachrichtungen austauschen. Im Hinblick auf die Akademie sieht die

Stiftung „eine ausgewogene Energiebildung als Grundstein für einen sachlichen

Diskurs über Chancen und Risiken, Möglichkeiten und Grenzen der Energie-

95 Auch im Kontext dieses Falls wirft der Wirtschaftswissenschaftler Christian Kreiß die Frage auf,

ob durch die zahlreichen Stiftungsprofessoren der Pharmaunternehmen nicht auch andere Forschungsfelder

vernachlässigt würden – wie z.B. „Prophylaxe vor Krankheiten, Folgen von Übermedikamentierung

und Naturheilverfahren“ (vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2016).

96 Aventis Foundation, Die Aventis Foundation, 14.01.2016

97 Dies., Was wir fördern, 14.01.2016

98 Vgl. Sanofi, 14.01.2016

60


wende. Dabei gilt es, Werte und Wirklichkeit in eine realistische Relation zueinander

zu bringen.” 99 Recht offensichtlich sind diese Themen von großem Belang

für einen großen Energiekonzern, der vom Kohle- und Atomausstieg betroffen

ist.

- Die Auerbach Stiftung wurde von Tjark Auerbach gegründet, der Gesellschafter

der Firma Avira ist, die Virenschutzprogramme für PCs herstellt. Die Stiftung

fördert zum Beispiel zwei Stiftungsprofessuren, die im Einklang mit dem Geschäftsfeld

von Avira stehen: die eine zu „IT-Sicherheit“ an der Hochschule

Ravensburg-Weingarten, 100 die andere zu „Datensicherheit in cloudbasierten

Systemen und IT-Forensik“ 101 an der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft

und Gestaltung (HTWG).

- Die L’Oréal-Unternehmensstiftung wurde vom Kosmetik-Konzern L’Oréal gegründet.

Die Stiftungshomepage läuft unter „loreal.de“ und es ist dort der direkte

Hinweis „Besuchen Sie die Webseite L’OREAL.DE“ zu finden. Die Stiftung

„engagiert sich in zahlreichen sozialen Projekten aus den Bereichen Wissenschaft

und Schönheit” 102 und gibt an, sie „vermittelt benachteiligten Menschen

mehr Selbstwertgefühl“. 103 Dazu führt sie aus:

„Wenn Sie jemandem dabei helfen, sein Aussehen wiederherzustellen, dann

fühlt sich diese Person wieder in die Gesellschaft eingegliedert, gewinnt Würde

und Selbstvertrauen, kann wieder selbstbewusst als Individuum auftreten

und ihre Rolle in der Gesellschaft spielen. Dieses Ziel will L'Oréal mit seinem

Wissen über Schönheit seit jeher erreichen.” (Ebd.)

Die Stiftung vergibt zum Beispiel zusammen mit der französischen Nationalbibliothek

BNF die „‚Art of Being and Appearance‘-Stipendien“ und möchte damit

„die Erarbeitung und Verbreitung von Wissen über die Bedeutung des physischen

Aussehens“ 104 unterstützen.

- Die Daimler und Benz Stiftung, die von der Daimler AG (ehemals Daimler-Benz

AG) gegründet wurde, fördert „gesellschaftsrelevante Forschungsprojekte von

interdisziplinärem Charakter. Dabei definiert sie klare Schwerpunktthemen,

von denen künftig weitreichende Auswirkungen zu erwarten sind“ (Daimler

und Benz Stiftung Forschung, 14.01.2016). Dazu gehört zum Beispiel eine Tagung

zum Thema „Roboterethik“ oder Publikationen zum Thema „autonomes

Fahren“ (vgl. ebd., Roboterethik, 14.01.2016).

99 RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft, Die Akademie für Energie und Akzeptanz, 18.01.2016

100 Auerbach Stiftung, IT-Sicherheit als Thema der Zukunft, 14.01.2016

101 Dies., Datensicherheit in cloudbasierten Systemen und IT-Forensik, 14.01.2016

102 L’Oréal-Stiftung, Wissenschaft und Schönheit, 14.01.2016

103 Dies., Mit Schönheit etwas erreichen, 14.01.2016

104 Dies., Wissen über Schönheit teilen, 14.01.2016

61


- Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung ordnen wir als Unternehmer/innen-

Stiftung ein: Sie ist von dem Ehepaar Rut und Klaus Bahlsen gegründet worden;

Klaus Bahlsen ist einer der Erben von Hermann Bahlsen, der das Backwaren-

Unternehmen Bahlsen gegründet hat. Die Stiftung legt einen ihrer Schwerpunkte

auf „Ökologische(n) Landbau und Gesunde Ernährung“. 105

- Die Deutsche Wildtier Stiftung ist eine „nach unternehmerischen Prinzipien

geführte private gemeinnützige Stiftung, die sich für den Schutz und die Förderung

heimischer Wildtiere einsetzt.“ 106 Der ehemalige Bundespräsident Roman

Herzog ist ihr Schirmherr. Die Stiftung ist eine Unterzeichnerin der Initiative

Transparente Zivilgesellschaft (die 7 der 61 „klassischen“ utnernehmensnahen

Stiftungen in unserem Sample unterzeichnet haben, vgl. Kapitel 3.2.3). Entsprechend

der ITZ-Kriterien gibt die Stiftung ihre gesellschaftsrechtliche Verflechtung

an: Zu 40 Prozent hält sie Anteile an der Gourmet Manufaktur Gut Klepelshagen

GmbH. Der Stiftungsvorstand besteht aus einer Person: Fritz Vahrenholt,

der auch einer der Geschäftsführer der Gourmet Manufaktur Gut Klepelshagen

ist. 107 Dieser Gourmet-Betrieb wiederum wirbt für seine Produkte – z.B. Wildfleisch

– auf der Stiftungshomepage. Die Stiftung selbst bietet auf ihrer Homepage

einen „Shop“ an und vertreibt dort „Naturschutzprodukte“, 108 zum Beispiel

Vogel- und Bienenhäuser. Die Stiftungsaktivitäten im Bereich Wissenschaft

umfassen zum Beispiel die Vergabe des Forschungspreises, „der intensive Forschungsvorhaben

rund um die heimische Tierwelt ermöglicht“. 109

- Die Dieter Schwarz Stiftung „ist eine gemeinnützige GmbH, die sich aus Ausschüttungen

der beiden Unternehmen Lidl Stiftung und Kaufland Stiftung um

die Schwarz-Gruppe finanziert“. 110 Diese Angabe ist jedoch nicht auf der Stiftungshomepage,

sondern bei Wikipedia zu finden. Zur Schwarz-Gruppe gehören

mehrere Supermarkt-Ketten, darunter Lidl und Kaufland. Die Stiftung fördert

u.a. Studiengänge zu Konsumgüterhandel und Dienstleistungsmanagement, die

in der Außenstelle der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach

in Heilbronn angeboten werden. Mit dem Campus Heilbronn hat die Stiftung

der DHBW „Tausende Quadratmeter Land und ein Ensemble moderner Seminargebäude

spendiert“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2016). Die Hochschule

steht im Kontext der Kooperation mit der Stiftung mittlerweile stark in

der Kritik: Zum einen würde der von der Schwarz-Stiftung geförderte Campus

ausgebaut, während die anderen Akademien der DHWB zunehmend geschröpft

seien; Studierende müssten zudem lange Anfahrten in Kauf nehmen, um den

Campus zu erreichen (vgl. ebd.). Zum anderen wechselte der Präsident der DHBW

im Februar 2016 in die Geschäftsführung der Stiftung und es steht der Ver-

105 Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, Projekte, 14.01.2016

106 Deutsche Wildtier Stiftung, Unser Leitbild, 14.01.2016

107 Vgl. Gourmet Manufaktur Gut Klepelshagen, 22.01.2016

108 Deutsche Wildtier Stiftung, Naturschutzprodukte, 15.01.2016

109 Deutsche Wildtier Stiftung, Forschungspreis, 25.06.2016

110 Wikipedia, Dieter Schwarz Stiftung, 18.01.2016

62


dacht im Raum, dass er hohe Beratungshonorare schon zu seiner Amtszeit als

Präsident von der Stiftung erhalten haben soll (vgl. ebd.). In Anspielung auf die

öffentliche Weiterfinanzierung des Campus Heilbronn urteilt die FAZ, dass sich

das Engagement der Stiftung für dieselbige gelohnt habe, da sie „dem Konzern

mit öffentlichen Geldern eine verlängerte Werkbank vor der Haustür verschafft“

(ebd.).

- Die Unternehmer/innen-Stiftung Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung wird

von dem Technologiekonzern Heraeus unter dem Stichwort „Verantwortung“ 111

auf der Homepage geführt; das Unternehmen ist in den Bereichen „Edel- und

Sondermetalle, Medizintechnik, Quarzglas, Sensoren und Speziallichtquellen“ 112

tätig. Die Stiftung fördert die „Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der

Naturwissenschaften“ 113 und viele Aktivitäten im Bereich Physik.

Grenzfälle und weiterer Forschungsbedarf zur Überschneidung von Unternehmensund

Stiftungstätigkeit im Bereich Wissenschaft und Forschung

Wir möchten beispielhaft auf einige Grenzfälle hinweisen, in denen die Stiftungsaktivitäten

im Dienste eher allgemeiner Interessen von Unternehmen stehen:

- Bei der Joachim-Herz-Stiftung stammt das Stiftungsvermögen aus dem Privatvermögen

des (bereits verstorbenen) Unternehmers Joachim Herz; es setzt

sich zu rund 65 Prozent aus „unternehmerischen Beteiligungen“ zusammen,

wobei „der Schwerpunkt (…) in der Beiersdorf AG“ liegt. Genauere Angaben

macht die Stiftung nicht. Sie hat einen ihrer Schwerpunkte auf „Wirtschaft verstehen

und gestalten“ gelegt und fördert u.a. Projekte zum Thema „Wirtschaftsbildung

erforschen“ sowie das Forschungsprojekt „Wie Emotionen die Unternehmensführung

beeinflussen”. 114

- Die Jacobs Foundation hält „sämtliche Vermögensrechte an der Jacobs Holding

AG“. 115 Zu dieser gehört die 50-prozentige Beteiligung an dem Unternehmen

Barry Callebaut, das wegen Kinderarbeit/-sklaverei in die Kritik geriet. 116 Ein

Schwerpunkt der Stiftung ist die Forschung zur Kinder- und Jugendentwicklung:

Sie „unterstützt Forschung und Praxisprojekte höchster Qualität, die

weltweit zu wichtigen Erkenntnissen und grundlegenden Verbesserungen für

Kinder und Jugendliche führen“. 117 Diese Stiftungsaktivitäten kann man im

Kontext einer Imageaufbesserung der Marke Jacobs verorten.

111 Heraeus Group, Verantwortung, 18.01.2016

112 Wikipedia, Heraeus (Unternehmen), 18.01.2016

113 Wilhelm und Else Heraeus Stiftung, 22.01.2016

114 Vgl. Joachim Herz Stiftung, Wirtschaftsbildung erforschen, 14.01.2016

115 Jacobs Foundation, Jahresbericht 2015, 29.06.2016

116 Wikipedia, Barry Callebaut, 29.06.2016

117 Jacobs Foundation, Jahresbericht 2015, 29.06.2016

63


- Die Possehl-Stiftung ist die alleinige Gesellschafterin der Unternehmensgruppe

Possehl, einem Lübecker Handelsunternehmen. 118 In Lübeck fördert sie

„alles Gute und Schöne“ und setzt sich „für die Erhaltung des schönen Bildes

der Stadt und ihrer Anlagen, die Förderung der Jugend, die Pflege von Kunst

und Wissenschaft und die Linderung der Not der Bedürftigen ein“ (ebd.). Dabei

habe die Stiftung „(v)on 1950 bis heute (…) mit knapp € 40 Mio. dazu beitragen

können, die Lübecker Altstadt in ihrer architektonischen Vielfalt zu erhalten

und gestalten.“ 119 Unseres Erachtens ist in solchen Fällen zu prüfen, inwiefern

die Stiftungsaktivitäten auch im Kontext einer Standortpolitik der Unternehmen

zu verstehen sind.

Auch wenn keine „offensichtliche“ Überschneidung schnell ersichtlich wird (also

zum Beispiel durch die Stiftungsschwerpunkte im Bereich Wissenschaft), können

vertiefte Recherchen zu einem anderen Ergebnis gelangen. Eine umfassendere

Forschung wäre hierfür notwendig.

Politikberatung

Unter dem Sammelbegriff Politikberatung werden unterschiedliche Aktivitäten

zusammengefasst, welche gemein haben, dass sie politische Fragestellungen handlungsorientiert

analysieren. Auftraggeber sind dabei längst nicht mehr nur politische

Institutionen, sondern auch private und zivilgesellschaftliche Organisationen,

jedoch bleiben politische Akteure meist Adressat der entwickelten Handlungsvorschläge.

Politikberatung geht dabei heutzutage über das klassische Beratungsformat

hinaus und kann in verschiedensten Formen realisiert werden. In

Bezug auf Think-Tanks unterscheidet Speth (2006) zwischen staatlichen, akademischen

und advokatorischen Akteuren. Letztere zeichnen sich aus durch die Produktion

einer „politikkompatiblen Form des Outputs: kürzere Texte mit handlungsorientierten

Inhalten (policy briefs), Konferenzen, Kurzstudien, mediengerecht

aufbereitete Inhalte und gezielte Information von Multiplikatoren und Entscheidungsträgern“.

120 Demnach können Kongresse, Podien und Policy Papers als

Formen der (advokatorischen) Politikberatung eingeordnet werden, sofern zumindest

auch politische Entscheidungsträger/innen angesprochen werden.

Rund 43 Prozent der unternehmensnahen Stiftungen in unserem Sample betreiben

(basierend auf dieser Definition) Politikberatung und können insofern als

Think-Tanks, mithin als Organisationen politiknaher Forschung und Beratung,

definiert werden. 121 Die nachfolgende Grafik (Abb. 16) und Tabelle 12 (vgl. Anhang)

geben einen Überblick.

118 Possehl-Stiftung, Die Stiftung, 30.06.2016

119 Dies., Engagement der Stiftung, 30.06.2015

120 Speth, 30.06.2016

121 In Orientierung an Speth verstehen wir den Begriff Think-Tank nicht als eine „(…) bestimmte

Organisationsform, sondern eher eine spezifische Handlungsweise und Funktion“(Speth 2010,

S. 394; vgl. auch Pautz 2011, S. 419ff.). Die Vodafone Stiftung hat in Zusammenarbeit mit dem

Bundesverband deutscher Stiftungen 2011 die Studie „Denken fördern. Think Tanks als Instru-

64


Abbildung 16: (Advokatorische) Politikberatung durch Stiftungen

30

25

26

28

20

15

10

7

5

0

42,6% 45,9% 11,5%

Beratend tätig Nicht beratend tätig Keine Angaben

Politikberatung

Quelle: Eigene Recherche (vgl. Tabelle 12 im Anhang), Stiftungssample (Eigendarstellung)

Anhand einiger Beispiele kann veranschaulicht werden, welche Aktivitäten im

Einzelnen verfolgt werden:

- Die RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft ist eine Unternehmensstiftung

des Energieversorgungskonzerns RWE. Sie erklärt auf ihrer Homepage:

„Es gilt Antworten auf drängende Fragen zu finden, vor die uns die Energiewende

stellt. Wir wollen Diskussionen anstiften und Prozesse initiieren, etwa

anhand aktueller Studienergebnisse oder mit Hilfe innovativer Ideen und Projekte.

Die Transformationsprozesse rund um das Themenfeld ‚Energie und Gesellschaft‘

sind von zahlreichen Interessenkonflikten gekennzeichnet, die wir

nicht lösen können. Wir verstehen es aber als unsere Aufgabe, sie zu thematisieren

und die unterschiedlichen Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen.“

122

Die von der Stiftung finanzierte Studie zum Thema „Energiebildung“ wurde im

Rahmen einer Podiumsdiskussion in Berlin besprochen. Eingeladen war u.a. die

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann.

mente wirkungsvoller Stiftungsarbeit“ (Berlin) publiziert, in welcher Stiftungen zu stärkerem

Engagement in der politiknahen Forschung und Beratung ermuntert werden (vgl. BDS/Vodafone

Stiftung (Hrsg.), Denken fördern. Think Tanks als Instrumente wirkungsvoller Stiftungsarbeit,

Berlin 2011; unter: am 06.07.2016).

122 RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft, Über die Stiftung, 18.01.2016

65


- Die BMW Stiftung Herbert Quandt ist eine Unternehmensstiftung der BMW

Group. 123 Ihre Hauptzielgruppe sind „internationale Führungspersönlichkeiten“;

124 ihre Zielgruppen-Ausrichtung ist somit als dezidiert elitär zu beschreiben

und ihre Veranstaltungen sind oftmals nicht für jede/n zugänglich: Sie

„bringen Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und dem Nonprofit-Bereich

zusammen. Teils öffentlich, teils auf Einladung.“ 125 Die Veranstaltungen

finden zu den Schwerpunkten „Pro bono und Engagement“, „Social Finance“,

„Social Entrepreneurship“, „Social Intrapreneurship“, „Europas Zukunft“,

„Europa und seine Nachbarn“, „Europa und die neuen Gestaltungsmächte“

statt. 126 Ein Event ist dabei der Munich Economic Summit, der sich als „politische

Plattform für einen intensiven Dialog über Kernfragen der wirtschaftlichen

Entwicklung in Europa und der Welt” 127 versteht. Die Einladungsliste 128

liest sich wie ein Who is Who der Industrie-, Finanz- und Versicherungswirtschaft,

ergänzt um Professoren/innen renommierter Institute, Vertreter/innen

der nationalen und EU-Politik sowie vereinzelte wirtschaftsnahe NGOs. Das Forum

ist damit vergleichbar der Praxis des Davoser World Economic Forum, wo

sich alljährlich die globale Wirtschafts- und Politikelite versammelt.

Gemeinsam mit dem Tönissteiner Kreis und dem Studentenforum hat die BMW

Stiftung Herbert Quandt 2013 eine Studie zum Thema „Seiteneinsteiger in die

Politik. Analyse, Bewertung und Empfehlungen“ veröffentlicht. Studierende haben

dafür 600 Lebensläufe „von Abgeordneten und über 70 Tiefeninterviews“

analysiert, die laut den Autorinnen und Autoren zeigen, „dass Seiteneinsteiger

überdurchschnittliche Führungskompetenz, internationale Erfahrung sowie Fachexpertise

haben und diese auch aktiv in die Gremienarbeit im Deutschen

Bundestag einbringen“. 129 Dieser Befund deutet unterdessen darauf hin, dass die

Studie nicht in erster Linie „Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen“ 130

dient, die in der Einleitung im Hinblick auf das Thema Seiteneinsteiger in der

Politik und auf (fehlende) Repräsentativität im politischen Raum erwähnt werden.

Nach Einschätzung der Autoren/innen würden Seiteneinsteiger aber jedenfalls

die „Chance“ bieten, „die Qualität und Akzeptanz der politischen Arbeit

zu erhöhen“ (ebd.). In den Handlungsempfehlungen werden „Ausstiegs- und

Rückkehrregelungen in die Privatwirtschaft“ gefordert,

„die nicht nur den Einstieg in die Politik ermöglichen, sondern auch die Rückkehr

erleichtern. (…) Berufliche Netzwerke unter den Parlamentariern und innerhalb

der Parteien könnten helfen, den Absicherungsdruck zu mindern und

zu einer höheren Durchlässigkeit des Parlaments in beiden Richtungen beizu-

123 Die BMW Stiftung Herbert Quandt ist im März 2016 mit der zweiten Unternehmensstiftung der

BMW Group, der Eberhard von Kuenheim Stiftung, zusammengeführt worden.

124 BMW Stiftung Herbert Quandt, Über uns, 18.01.2016

125 BMW Stiftung Herbert Quandt, Veranstaltungen, 18.01.2016

126 BMW Stiftung Herbert Quandt, Was wir tun, 18.01.2016

127 BMW Stiftung Herbert Quandt, 14th Munich Economic Summit, 18.01.2016

128 Vgl. Munich Economic Summit, List of Participants 2015, 06.07.2016

129 BMW Stiftung Herbert Quandt, Studie des Tönissteiner Kreises, 18.01.2016

130 BMW Stiftung Herbert Quandt/Tönissteiner Kreis/Studentenforum (Hrsg.), S. 5, 22.01.2016

66


tragen. Um der Gefahr illegitimer Einflussnahme durch Loyalitätskonflikte

von Seiteneinsteigern (z. B. gegenüber ehemaligen und zukünftigen Arbeitgebern)

entgegenzuwirken, könnte eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Offenlegung

potentieller Interessenkonflikte eingeführt werden (…)“ (ebd., S. 20).

Das Projekt versteht sich als „politisch unabhängig“ (ebd., S. 6). Die Empfehlung,

Seiteneinstiege zu befürworten und diese lediglich mit einer „freiwillige[n]

Selbstverpflichtung zur Offenlegung potentieller Interessenkonflikte“ (ebd., S.

20) zu belegen, stellt aber offensichtlich eine Intervention in eine gesellschaftliche

Debatte dar, in deren Rahmen Drehtüreffekte zwischen Politik und Wirtschaft

auf nationaler und europäischer Ebene kritisch analysiert wurden. 2015

wurde in Deutschland mit Karenzzeiten bis zu 18 Monaten der Missbrauch von

privilegiertem Zugang begrenzt; NGOs forderten dreijährige Karenzzeiten. Die

Empfehlungen aus der Studie lagen offenbar sehr viel näher bei den Interessen

der BMW Group und der Automobilbranche, die möglichst ohne Hindernisse erfahrenes

Personal aus dem Politikbetrieb rekrutieren will.

- Manche Stiftungen sehen ihre politische Arbeit explizit im Vordergrund ihrer

Aktivitäten, so zum Beispiel die Stiftung Weltbevölkerung, deren Stiftungsvermögen

unter anderem aus dem Privatvermögen von den Unternehmern Erhard

Schreiber und Dirk Roßmann stammt. Letztgenannter hält 60 Prozent der

Unternehmensanteile der von ihm gegründeten Drogeriemarktkette Rossmann.

Die Stiftung, die im Bereich Gesundheitspolitik engagiert ist, greift dabei auch

auf Großspenden des BASF-Konzerns zurück (als Unterzeichnerin der ITZ macht

die Stiftung Angaben zu Großspenden). Die Stiftung versteht sich als „parteipolitisch

unabhängig“, 131 verfolgt aber dezidiert politische Zielstellungen und ist

insofern wohl kaum politisch neutral: Sie

„setzt sich dafür ein, dass die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in

Entwicklungsländern – insbesondere im Bereich Aufklärung und freiwillige

Familienplanung – zur Priorität der nationalen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit

wird. Wir engagieren uns für die Erhöhung der öffentlichen

Mittel im Bereich Entwicklungszusammenarbeit, innovativer Finanzierungsmechanismen

wie zum Beispiel die Finanztransaktionssteuer sowie für

größere Transparenz und Effektivität bei der Verwendung der Mittel im Gesundheitsbereich.”

(Ebd.)

Der erklärte Einsatz für die Finanztransaktionssteuer ist insofern von besonderem

Interesse, als Attac in Frankfurt insbesondere deshalb der Status der Gemeinnützigkeit

abgesprochen wurde (vgl. w.o. die Einleitung dieser Studie). Um

politische Zielstellungen umzusetzen, wendet sich die Stiftung an „politische

Entscheidungsträger“: 132

131 Stiftung Weltbevölkerung, Auf einen Blick, 18.01.2016

132 Dies., Unsere politische Arbeit, 18.01.2016

67


„In Deutschland stehen wir in ständigem Austausch mit den politischen Entscheidungsträgern

im Deutschen Bundestag und den Ministerien – allen voran

dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

(BMZ) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).”

(Ebd.)

Die Stiftung verabschiedet politische Positionspapiere (z.B. 2013 zu „Bevölkerungsdynamiken

in der Post-2015-Entwicklungsagenda“ 133 ) und kommentiert

aktuelle politische Entscheidungen, zum Beispiel in Pressemitteilungen. 134 Im

Jahresbericht verweist sie auf ihre politischen Erfolge:

„Auch auf politischer Ebene haben wir viel erreicht. In Deutschland haben wir

unter anderem dazu beigetragen, dass sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag

dazu verpflichtet haben, einen stärkeren Fokus auf globale Gesundheit

zu legen und bis zum Jahr 2017 zwei Milliarden Euro zusätzlich für

Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen.“ 135

- Die Stiftung Mercator, deren Stiftungsvermögen aus dem Privatvermögen der

Familie Schmidt stammt, die wiederum ein Hauptanteilseigner der Metro Group

ist, hat Politikberatung als einen Schwerpunkt ihrer stifterischen Tätigkeiten.

Dies findet seinen Ausdruck in zahlreichen Veranstaltungsformaten mit Politiker/innen

und Studien. Aktuell (2014-16) lässt die Stiftung eine „Umfrage zur

Nutzung von wissenschaftlicher Politikberatung” erarbeiten. Befragt werden

Politiker/innen und Wissenschaftler/innen. Die Studie soll “klären, welche Mechanismen

dafür entscheidend sind, dass wissenschaftliche Expertise in politischen

Entscheidungsprozessen Beachtung findet“ (Stiftung Mercator 2015, S. 15,

21.01.2016).

Die Verbindungen zwischen der Mercator-Stiftung und bestimmten Wissenschaftszweigen

sind in Deutschland mittlerweile sehr eng: Zum Beispiel wird

die Erforschung des Klimawandels im Rahmen des Mercator Research Institute

on Global Commons and Climate Change (MCC) gefördert. Im Bereich Klimawandel

verfolgt die Stiftung Mercator (ebenso wie in anderen Bereichen) dezidiert

politische Ziele:

„Wir setzen uns dafür ein, die anthropogene Emission von im Kyoto-Protokoll

eingeschlossenen Treibhausgasen in Deutschland um 40 Prozent bis 2020 und

um mindestens 80 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990 zu senken.“ 136

Auch die China-Forschung wird stark von der Stiftung vorangetrieben und ist

beim Mercator Institute for China Studies (MERICS) angesiedelt. Es versteht sich

als

133 Dies., Positionspapier, 18.01.2016

134 Stiftung Weltbevölkerung, Blog, 18.01.2016

135 Dies., Jahresbericht 2013/2014. S. 2, 18.01.2016

136 Stiftung Mercator, Klimawandel, 18.01.2016

68


„ein unabhängiges Forschungsinstitut, das Erkenntnisse aus der China-

Forschung aktiv in die Öffentlichkeit hinein vermittelt. MERICS informiert

Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und ist ständiger

Ansprechpartner für die Medien“ (MERICS, Das Mercator Institute for China

Studies, 18.01.2016).

- Die Robert Bosch Stiftung richtet zahlreiche Konferenzen aus, bei der sie Entscheidungsträger/innen

und Wissenschaftler/innen zusammenbringt: Zum Beispiel

die „Transatlantic Academy“, die

„die transatlantische Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern

und damit die Nutzung wissenschaftlicher Expertise in politischen

Entscheidungsprozessen [fördert]“. 137

Mit dem EDAM Roundtable finanziert die Stiftung „eine Plattform, auf der sich

europäische und türkische Entscheidungsträger zu globalen, für die EU und

Türkei gleichermaßen relevanten Fragestellungen austauschen“. 138 Neben Konferenzen

initiiert die Stiftung auch „Expertenkommissionen“ – z.B. von März

2015 bis Januar 2016 die „Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik“.

139 In ihr hat die Stiftung

„zehn hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammengebracht,

um konkrete Reformvorschläge zur deutschen Flüchtlingspolitik

zu entwickeln. Die Kommission verstand sich dabei als ein parteiübergreifendes

und unabhängiges Gremium. Ihr ‚Mandat‘ beinhaltete den Auftrag, eine offene

und sachliche Diskussion zu ermöglichen, unterschiedliche Perspektiven

einzubeziehen und konstruktive Vorschläge und Konzepte zu entwickeln. (…)

Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis

entwickelte die Kommission Handlungsempfehlungen für die mittel- und

langfristige Integration von Flüchtlingen.“ (Ebd.)

Das Mandat setzt die Stiftung zu Recht in Anführungszeichen – schließlich verfügt

die Kommission über kein öffentliches Mandat. Den Kommissionsvorsitz

führte Armin Laschet, der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in NRW. In einem

von mehreren von der Kommission erarbeiteten Dossiers wird zur „Finanzierung

der Flüchtlingspolitik“ u.a. festgehalten:

„Gegenwärtige Staatsüberschüsse sind eine gute Ausgangslage. Sollten die

Einnahmen dennoch nicht für alle Staatsleistungen einschließlich Flüchtlingsleistungen

reichen, sind höhere Steuern das Mittel der Wahl – auch wenn sie

zuweilen inopportun erscheinen.“

So mag sich das Gremium zwar als parteiübergreifend und unabhängig verstehen

(was angesichts der Zusammensetzung des Gremiums kontrovers diskutiert

137 Robert Bosch Stiftung, Transatlantic Academy, 19.01.2016

138 Dies., EDAM Roundtable, 19.01.2016

139 Dies, Robert Bosch Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik, 29.06.2016

69


werden kann). 140 Die Ergebnisse seiner Arbeit sind jedoch – wie das Zitat zeigt –

hochpolitisch und natürlich auch parteiisch im Sinne einer politischen Positionierung.

Neben Konferenzen und Kommissionen ist die Bosch Stiftung auch über wissenschaftliche

Studien politikberatend tätig. Solche Studien gibt sie z.B. beim

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Auftrag, das als „arbeitgebernahes

wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut“ (vgl. Lobbypedia,

25.06.2016) gilt. So die Studie „Youth Unemployment in Europe - Appraisal

and Policy Options“, 141 die

„zeigt, wie sich die Arbeitslosigkeit junger Menschen in Europa in den letzten

Jahren entwickelt hat. Sie diagnostiziert die wichtigsten strukturellen Hürden

beim Berufseinstieg und entwickelt daraus allgemeine Handlungsempfehlungen.

Im Fokus stehen südeuropäische Länder, in denen die jungen Menschen

besonders unter Beschäftigungsproblemen leiden: Spanien, Italien und Portugal“.

142

Eingangs wurde unter Bezug auf den Forschungsstand die Annahme formuliert,

dass unternehmensnahe Stiftungen Eigentümer/innen-Interessen nahe stehen.

Unseres Erachtens sollte dieser These in vertiefter Forschung nachgegangen

werden – wie wir nachfolgend beispielhaft an einer Aussage aus der Studie

veranschaulichen, bei der Jugendliche, die i.d.R. als lohnabhängig Beschäftigte

ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt veräußern müssen, als Humankapital

verhandelt werden und Bildung als Mittel zur besseren Verwertung von Arbeitskraft

verstanden wird:

„(…) die Schwierigkeiten, die sowohl ungelernte als auch qualifizierte Jugendliche

bei der Arbeitsmarktintegration haben, [sind] ein Ausdruck von qualifikatorischem

Mismatch: Für einen Teil des angebotenen Humankapitals innerhalb

der jungen Generation haben die Arbeitgeber keinen Bedarf. Die Bekämpfung

solcher Ungleichgewichte erfordert eine Modernisierung der Bildungsund

Ausbildungssysteme. Ein wesentliches Element hierbei ist, die Unterneh-

140 Zu den Mitgliedern gehören: Armin Laschet (Stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU,

Fraktions- und Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen und ehemaliger Integrationsminister

des Landes Nordrhein-Westfalen); Heinrich Alt (Bundesagentur für Arbeit); Günter

Burkhardt (Geschäftsführer PRO ASYL); Peter Clever (Mitglied der Hauptgeschäftsführung der

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände); Michael Griesbeck (Vizepräsident des

Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge); Renate Köcher (Geschäftsführerin des Instituts für

Demoskopie Allensbach); Ulrich Maly (Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg und Vizepräsident

des Deutschen Städtetags); Bilkay Öney (Ministerin für Integration des Landes Baden-

Württemberg); Roland Preuß (Süddeutsche Zeitung); Hans Peter Wollseifer (Präsident des Zentralverbands

des Deutschen Handwerks) sowie Christine Langenfeld (Vorsitzende des Sachverständigenrats

deutscher Stiftungen für Integration und Migration) als ständiger Gast (vgl. Robert

Bosch Stiftung, Mitglieder der Expertenkommission, 30.06.2016).

141 Robert Bosch Stiftung, Youth Unemployment in Europe - Appraisal and Policy Options,

18.01.2016

142 Dies, Studie: Jugendarbeitslosigkeit in Europa, 19.01.2016

70


men stärker an Bildungs- und Qualifizierungsprozessen zu beteiligen.“ (Ebd.,

S. 10)

Wie der letzte Satz zeigt, wird die Studie auch dazu genutzt, die Aktivitäten von

Unternehmen im Bildungsbereich zu legitimieren. Entsprechend des Verständnisses

von Jugendlichen als Humankapital wird in der Studie resümiert, es gelte

„(s)prachliche und psychologische Mobilitätsbarrieren [zu] senken” (ebd.,

S. 11). Für globale Großkonzerne, wie die Bosch-Gruppe, ist es in Zeiten der

Vollbeschäftigung an zentralen Standorten wichtig, über international mobile

Arbeitskräfte zu verfügen. Die Studie wurde 2014 an den Staatssekretär des

Bundeswirtschaftsministierums überreicht, „der sie kurzfristig in Vertretung

für Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel entgegennahm” (ebd.). Im Anschluss

an die Studie gründete die Robert Bosch Stiftung zusammen mit dem

Verband Arbeitgeber Baden-Württemberg ein „(z)entrales Servicecenter in Baden-Württemberg

zur Internationalisierung beruflicher Bildung” – das Center

for European Trainees (CET). Diese Initiative, wie auch die Studie selbst, wird

auch in der „internationale[n] Mitarbeiterzeitung der Bosch Gruppe“, dem

„Bosch Zünder“, aufgegriffen. An diesem Beispiel wird deutlich, wie mit sozialwissenschaftlicher

Forschung politische Maßnahmen von unternehmensnahen

Stiftungen vorangetrieben und legitimiert werden und nicht zuletzt die Konzernmitarbeiter/innen

adressieren. Die Bosch Stiftung hat einen Schwerpunkt

bei ihrer wissenschaftlichen Förderung im Bereich Sozialwissenschaften und

lässt Studien u.a. in den Bereichen Asylpolitik, Bildungspolitik, Gesundheitspolitik

und –forschung, Arbeitsbedingungen und Arbeitsmarktpolitik erstellen.

- Die Körber-Stiftung ist Alleinaktionärin des internationalen Technologiekonzerns

Körber AG. Sie produziert Maschinen u.a. in einem politisch sensiblen Bereich,

nämlich für die Herstellung von Zigaretten. Ähnlich wie bei der BMW

Stiftung Herbert Quandt 143 verweisen bereits ihre Stiftungsschwerpunkte auf

Bezüge zur Politikberatung, z.B. „Internationale Politik“. 144 Die Körber-Stiftung

hat zahlreiche Veranstaltungsformate, bei der sie „Experten“ und „Politiker“ 145

zusammenbringt. Einige Beispiele:

- Bergedorfer Gespächskreis: „Seit 1961 diskutieren hochrangige internationale

Politiker und Experten in kleiner und vertraulicher Runde Grundfragen

deutscher und europäischer Außen- und Sicherheitspolitik“ (ebd.).

2015 fand ein Gesprächkreis in Peking statt – zu Gast war u.a. die Bundeskanzlerin

Angela Merkel. 146

- Berliner Forum Außenpolitik: Hier werden „Kernfragen deutscher und europäischer

Außenpolitik in einem internationalen Kreis von 200 hochran-

143 Die BMW Stiftung Herbert Quandt hat u.a. den Stiftungsschwerpunkt „Europas Zukunft“

(vgl. BMW Stiftung Herbert Quandt, Was wir tun, 18.01.2016).

144 Körber Stiftung, Internationale Politik, 20.01.2016

145 Dies., Bergedorfer Gesprächskreis, 20.01.2016

146 Vgl. dies., Angela Merkel besucht Bergedorfer Gesprächskreis in Peking, 20.01.2016

71


gigen Politikern, Regierungsvertretern, Experten und Journalisten [diskutiert]“.

147

- Körber Dialogue Middle East: Dies „bietet eine Plattform für multilaterale

Gespräche zu aktuellen außen- und sicherheitspolitischen Fragestellungen

des Nahen und Mittleren Ostens. In regelmäßigen Abständen kommen

außenpolitische Experten aus der EU, den USA sowie Staaten des Nahen

und Mittleren Ostens zusammen, um in vertraulicher Atmosphäre politikorientierte

Ideen zu entwickeln und Handlungsempfehlungen zu formulieren.”

148

- Politische Mittage: Hierbei „geben renommierte internationale Vordenker,

Praktiker, Politiker oder Wissenschaftler zu den Themenfeldern Alter/Demografischer

Wandel und Zivilgesellschaft Impulse für einen hochrangigen

Kreis aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und NGOs“. 149

Die Beispiele zeigen, dass Stiftungen politischen Einfluss geltend machen und dazu

der Stiftungszweck Förderung von Wissenschaft und Forschung genutzt werden

kann – durchaus auch in Verbindung mit anderen Stiftungszwecken, wie z.B. Völkerverständigung.

Die Stiftungen beeinflussen die politische Willensbildung zu

bestimmten Themen, zum Beispiel über die Einladung hochrangiger Politiker/innen

zu Veranstaltungen oder nutzen wissenschaftliche Studien, um Handlungsempfehlungen

an die Politik zu formulieren. An erarbeitete Studienergebnisse

knüpfen sie zudem mit konkreten Maßnahmen an.

Insbesondere durch die Zusammenarbeit mehrerer unternehmensnaher Stiftungen

(und ggf. noch weiterer Organisationen) kann dezidierter Einfluss über

Politikberatung ausgeübt werden, ebenso wie durch das vereinzelte Wirken mehrerer

großer Stiftungen in einem Themenbereich. Dies wird im Nachfolgenden

anhand einiger Beispiele aufgezeigt, bei denen ein starkes Agenda-Setting betrieben

wird. An diesen Beispielen wird einmal mehr deutlich, dass die Einflussmöglichkeiten,

die unternehmensnahe Stiftungen besitzen, allein mit dem Blick auf

die Summe der Stiftungsausgaben nicht erfasst wird:

- Die Stiftung Mercator, die Bertelsmann Stiftung, die Freudenberg Stiftung, die

Robert Bosch Stiftung und die Vodafone Stiftung Deutschland kooperieren (gemeinsam

mit der Volkswagen Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche

Wissenschaft) bei dem Sachverständigenrat Migration (SVR). Im SVR selbst

sitzen neun „Sachverständige“; das Gremium versteht sich als „ein unabhängiges,

interdisziplinär besetztes Expertengremium, das die Politik handlungsorientiert

berät und der Öffentlichkeit sachliche Informationen zur Verfügung

stellt“. 150

147 Körber Stiftung, Berliner Forum Außenpolitik, 20.01.2016

148 Dies., Körber Dialogue Middle East, 20.01.2016

149 Dies., Politische Mittage, 20.01.2016

150 Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, 22.01.2016

72


- Die Deutsche Telekom Stiftung, die Hertie-Stiftung, die Jacobs Foundation, die

Joachim Herz Stiftung, die Körber-Stiftung, die Siemens Stiftung kooperieren

(gemeinsam mit vielen anderen Partnern) bei dem Nationalen MINT Forum,

das sich „für die Förderung der Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften und Technik einsetzt (MINT-Bildung)“. 151

- Die Bosch Stiftung, die Deutsche Telekom Stiftung und die Bertelsmann Stiftung

haben 2014 das Positionspapier „Bildungsföderalismus mit Zukunft“ 152 herausgegeben.

Gemeinsam mit der Vodafone Stiftung wurde begleitend zu dem

Papier die Tagung „Bund, Länder und Kommunen in gemeinsamer Verantwortung:

Wege in einen leistungsfähigeren Bildungsföderalismus“ 153 durchgeführt.

Bei der Tagung waren neben Wissenschaftlern/innen und Stiftungsvertretern/innen

hochrangige Politiker/innen als Referenten/innen geladen. Darunter

die Bundesministerin für Bildung und Forschung, der Präsident der Kultusministerkonferenz

sowie mehrere Landesminister.

- Viele Stiftungen setzen sich wissenschaftlich mit dem Thema Social Entrepreneurship

auseinander, bei dem soziale Missstände mit einer unternehmerischen

Herangehensweise „gelöst“ werden sollen. 154 Die Stiftung Mercator hat

zum Beispiel einen Forschungsverbund zu dem Thema mit einer Million Euro

gefördert. In diesem Rahmen wurden „Handlungsempfehlungen für Politik,

Wissenschaft, Wirtschaft und Sozialunternehmer“ 155 sowie ein Policy Paper 156

entwickelt. Die Siemens Stiftung hat das „internationale Forschungsnetzwerk

IRENE I SEE” initiiert; dieses „erforscht die Wirkungsformen von Sozialunternehmen

und erarbeitet praktische Handlungsempfehlungen“. 157 Bei der BMW

Stiftung Herbert Quandt gehört das Thema zum Stiftungsschwerpunkt. 158 Sie

wie auch die Stiftung Mercator, die Vodafone Stiftung und der Stifterverband

für die deutschen Wissenschaft (und andere Akteure) unterstützen die Social

Entrepreneurship Akademie, die „den Aufbau eines breiten Netzwerks zur Verankerung

von Social Entrepreneurship in der Gesellschaft voran[treibt], um unternehmerisches

Handeln mit sozialem Denken in Einklang zu bringen“. 159 Die

Etablierung und Ausweitung der Entrepreneurship-Forschung und -Diskurse ist

ein bemerkenswerter Beitrag zur Deutung der Sozialpolitik, weil grundlegende

151 Nationales MINT Forum, 22.01.2016

152 Robert Bosch Stiftung, Bildungsföderalismus mit Zukunft, 18.01.2016

153 Robert Bosch Stiftung, Bund, Länder und Kommunen in gemeinsamer Verantwortung,

22.01.2016

154 So schreibt beispielsweise Ashoka, eine Non-Profit-Organisation zur Förderung von sozialem

Unternehmertum, auf seiner Homepage: „Dem Social Entrepreneur geht es darum, das richtige

Modell zu entwickeln, ein gesellschaftliches Problem nachhaltig zu lösen.“ Ashoka, 25.06.2016.

155 Stiftung Mercator (Hrsg.), Handlungsempfehlungen (…), 22.01.2016

156 Stiftung Mercator (Hrsg.), Sozialunternehmer (…), 22.01.2016

157 Siemens Stiftung, Forschungsnetzwerk IRENE I SEE, 22.01.2016

158 Vgl. BMW Stiftung Herbert Quandt, Was wir tun – Themenfeld Social Entrepreneurship,

22.01.2016

159 Vodafone Stiftung, Social Entrepreneurship Akademie, 22.01.2016

73


Prinzipien und Verhaltensweisen vermittelt werden, die sich an unternehmerischem

Denken und Handeln orientieren (Stichwort Eigenverantwortung, Initiative),

als dies die traditionelle Sozialpolitik (Unterstützung durch den Staat, die

Gemeinschaft, Versorgung etc.) getan hat.

Desiderate für die weitere Forschung

Bei der Analyse der Tätigkeiten von unternehmensnahen Stiftungen im Wissenschaftsbereich

wird deutlich, dass nicht nur über Politikberatung politischer Einfluss

ausgeübt werden kann. Viele Stiftungen betreiben institutionelle Förderung.

Nutznießer sind zum Beispiel private Hochschulen (Hochschule Witten-Herdecke,

Alanus Hochschule, Duale Hochschule Baden-Württemberg/DHBW) oder auch private

Law Schools (z.B. Bucerius Law School) und Governance-Universitäten (Hertie

School of Governance, NRW School of Governance). So sind die Alfried Krupp von

Bohlen und Halbach-Stiftung, die Bertelsmann Stiftung, die Robert Bosch Stiftung,

die Software AG-Stiftung, die Stiftung Mercator, die Stiftung van Meeteren, die

Vodafone Stiftung Deutschland und die Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

(gemeinsam mit weiteren Institutionen) Partner und Förderer der Hochschule Witten-Herdecke.

Mit der Unterstützung durch Unternehmen und unternehmensnahe

Stiftungen wurde hier ein ganz neuer Zweig an Hochschulen aufgebaut: private

Hochschulen, für die mitunter hohe Studiengebühren zu zahlen sind. Diese Hochschulen

kommen vor allem der gesellschaftlichen Elite zugute, die sich den Besuch

leisten kann – insofern lässt sich sicher darüber streiten, wie gemeinnützig die

Förderung privater Hochschulen ist.

Zur institutionellen Förderung gehört es zudem, Lehrstühle und Stiftungsprofessuren

einzurichten oder Forschungszentren zu etablieren. Institutionelle Förderungen

gehören nicht zur Politikberatung, verweisen aber als wissenschaftspolitische

Aktivität im Wissenschaftsbereich auf die politische Gestaltungskraft von

unternehmensnahen Stiftungen und damit auf wichtige Forschungsdesiderate zur

politischen Einflussnahme unternehmensnaher Stiftungen im Bereich Wissenschaft.

3.2.2.2 Zwischenfazit: Umfangreiche Möglichkeiten zur Realisierung von

Partikularinteressen

Mit der Analyse der Stiftungstätigkeiten im Bereich Wissenschaften sollte im

Rahmen dieser Exploration ausdrücklich nicht die Wirksamkeit unternehmensnaher

Stiftungen evaluiert werden. Es wurden Überschneidungen zwischen Stiftungs-

und Unternehmenstätigkeiten sowie die Aktivitäten im Bereich wissenschaftsnaher

Politikberatung in den Blick genommen, da dem Forschungsstand die

These zu entnehmen ist, dass unternehmensnahe Stiftungskonstruktionen zur

Verfolgung partikularer Interessen genutzt werden können. Für eine nähere Beurteilung

– auch zum Beispiel, ob und welcher gesellschaftliche Nutzen aus den vor-

74


handenen Überschneidungen und Politikberatungsaktivitäten ggf. gezogen werden

kann - bedarf es weiterer Forschung.

Festzuhalten bleibt nach der Analyse: Es bestehen umfangreiche Möglichkeiten,

Eigeninteressen über Stiftungsaktivitäten im Wissenschaftsbereich zu verfolgen.

Denn bei rund 40 Prozent der unternehmensnahen Stiftungen in unserem

Datensatz konnten wir eine (offensichtliche) Überschneidung von Stiftungstätigkeiten

mit Geschäftsfeldern der verbundenen Unternehmen feststellen. Zudem

betreiben ebenfalls rund 40 Prozent der untersuchten Stiftungen Politikberatung.

Es wird deutlich, dass über wissenschaftsnahe Veranstaltungsformate und Studien

sowie institutionelle Förderungen Möglichkeiten zur dezidierten politischen Einflussnahme

bestehen, womit selbstverständlich nichts über den Erfolg oder Misserfolg

versuchter politischer Einflussnahme gesagt ist. Offensichtlich erfolgreich

sind aber Strukturbildungen im Hochschulsektor und in der Forschungsförderung,

die recht unterschiedlichen Zwecken dienen und von denen keineswegs alle im

engeren Interesse der verbundenen Unternehmen liegen müssen - dies aber sehr

wohl können (z.B. Aus- und Weiterbildung).

An den Beispielen wird auch deutlich, dass etliche unternehmensnahe Stiftungen

Formen der Politikberatung betreiben, die im Kontext unmittelbarer Unternehmensinteressen

steht, zum Beispiel wenn die RWE Stiftung eine Energiebildungsstudie

macht oder die Daimler und Benz Stiftung Projekte im Bereich „Autonomes

Fahren“ durchführt. Auch können zahlreiche Politikberatungsformate im

Kontext mittelbarer Unternehmensinteressen gedeutet werden: Aus einer wissenschaftlichen

Studie über Seiteneinsteiger/innen in die Politik (BMW Stiftung Herbert

Quandt) lassen sich auch Schlüsse für den Lobbyismus der Automobilbranche

ziehen. Am Beispiel der Bosch Stiftung wurde gezeigt, dass in einer von ihr beauftragten

Studie zum Thema Jugendarbeitslosigkeit Jugendliche auch als Humankapital

verhandelt werden, das es zu optimieren gilt. Die Förderung naturwissenschaftlicher

Fächer (sog. MINT Forum) dürfte auch im Eigeninteresse der Technologiekonzerne

liegen, deren Stiftungen das Forum fördern (z.B. Körber-Stiftung, Telekom

Stiftung, Siemens Stiftung). Die Einführung unternehmerischer Prinzipien

im sozialen Bereich wird durch Social-Entrepreneurship-Geschäftsmodelle von

sehr vielen ressourcenstarken unternehmensnahen Stiftungen massiv vorangetrieben.

Insgesamt sind also partikulare Interessen - nämlich unmittelbare und

mittelbare Unternehmensinteressen - zu erkennen, was jedoch wenig überrascht

angesichts der elitär und unternehmensnah besetzten Stiftungsorgane. Politikberatung

ist zudem als ein Teil politischer Arbeit zu verstehen – dies wird deutlich

u.a. an Konferenzen, die sich an elitäre Kreise richten und z.T. deutliche Merkmale

interner Elitenkoordination tragen, weil sie nur geschlossenen Kreisen zugänglich

sind, oder auch an den genannten Positionspapieren und Policy Papers mit Handlungsempfehlungen.

Dem globalisierungskritischen Bündnis Attac wurde für zwei Jahre die Gemeinnützigkeit

aberkannt, weil mit der Arbeit allgemeinpolitische Ziele verfolgt

würden. Unsere Untersuchung zeigt, dass dies bei vielen unternehmensnahen

Stiftungen zweifelsfrei auch der Fall ist. Viele Stiftungen bezeichnen sich zwar

offensiv als unabhängig, neutral und parteipolitisch nicht gebunden. Aber zum

75


einen werden politische Haltungen auch dann vertreten, wenn sie keiner bestimmten

Partei zuzuordnen sind. Zum anderen werden Verbindungen von Unternehmens-

und Stiftungsinteressen nicht einfach sichtbar, wenn deren Zusammenhänge

nicht vertieft untersucht werden. Die rechtliche Fachaufsicht (z.B. Stiftungsaufsicht)

leistet dies nicht (vgl. Kapitel 2.3). Weil „politische Zwecke (Beeinflussung

der politischen Meinungsbildung) grundsätzlich nicht zu den gemeinnützigen

Zwecken“ gehören, 160 müssen solche aus steuerrechtlichen Gründen anders

gedeutet werden. Dies führt aber offenkundig eher zur Konfusion als zu einer realitätsnahen

Abwägung der Zusammenhänge der Arbeit von gemeinnützigen Organisationen.

Hier gibt es in Deutschland eine Schieflage, die sich langsam auch im

öffentlichen Bewusstsein niederschlägt (vgl. der Freitag, 29.10.2015). In den USA

wird gemeinnützigen Organisationen z.B. das Recht eingeräumt, bis zu 10 Prozent

ihres Budgets für Lobbyaufgaben einzusetzen. Solche Regeln verlangen unterdessen

offensichtlich nach transparenten Strukturen und Veröffentlichungspflichten,

die es erlauben, die Finanzierung der gemeinnützigen Organisationen sowie deren

Haushaltsgebahren zu untersuchen. Auf Fragen der Transparenz gehen wir im

nächsten Abschnitt ein.

Bei einer umfangreicheren Untersuchung von Stiftungen als politischen Akteuren

wäre zu berücksichtigen, welche Rolle Stiftungszwecke bei der Legitimierung

politischer Arbeit spielen, z.B. die Förderung von Wissenschaft und Forschung,

aber auch Bildung oder Völkerverständigung. Des Weiteren müsste die

Korrelation zwischen der Ausgestaltung der Stiftungsgremien und der Ausgestaltung

der politischen Arbeit der Stiftungen stärker berücksichtigt werden: Kann

hier ein Unterschied ausgemacht werden zwischen Stiftungen, die viele und z.T.

sehr hohe Unternehmensvertreter/innen in ihren Gremien haben und Stiftungen,

auf die das nicht zutrifft? Auch lassen sich Politikberatungsformate finden, die

sich momentan weder unmittelbaren noch mittelbaren Unternehmensinteressen

zuordnen lassen und die u.E. der vertieften Analyse bedürften, weil es gleichwohl

um elitäre Zusammenhänge und Interessen gehen kann, die nicht ohne weiteres

ersichtlich sind.

3.2.3 Der Umgang mit Transparenz

3.2.3.1 Analyse

Es gibt bis heute keine gesetzlichen Transparenzstandards für Stiftungen. Auch an

freiwillige Standards halten sich unternehmensnahe (wie auch andere) Stiftungen

kaum, z.B. durch die Beteiligung an der Initiative für eine transparente Zivilgesellschaft

(kurz: ITZ) (vgl. Transparency International Deutschland, 22.01.2016). Was

aber kann genauer über das Verhalten der Stiftungen diesbezüglich ausgesagt

werden? Wir haben die unternehmensnahen Stiftungen in unserem Sample auf

einige Transparenzkriterien hin analysiert, um jenseits von Mutmaßungen zu er-

160 Attac zitiert hier aus dem Aberkennungsbescheid des Finanzamtes (vgl. Attac, Kampagne Jetzt

erst recht, 25.06.2016).

76


örtern, ob und welche Mängel im Hinblick auf Transparenz bestehen. Im Einzelnen

diskutieren wir im Folgenden die Einträge im Verzeichnis deutscher Stiftungen

und die Beteiligung an der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Abbildung 17: Transparenzmerkmale der Stiftungen und Förderungstypen

Fördernd

21%

13

Fördernd und operativ

36%

22

Operativ

28%

17

Keine Angaben

15%

9

Satzung veröffentlicht

36%

22

Satzung nicht veröffentlicht

64%

39

ITZ Standards unterzeichnet

11%

7

ITZ Standards nicht unterzeichnet

89%

54

Regelmäßiger Tätigkeitsbericht

34%

21

Unregelmäßiger Tätigkeitsbericht

15%

9

Tätigkeitsbericht nicht vorhanden

51%

31

0 20 40 60

Transparenzmaßnahmen

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample (Eigendarstellung)

77


Eintrag im Verzeichnis Deutscher Stiftungen des Bundesverbands Deutscher Stiftungen

(BDS)

Die Angaben im Verzeichnis Deutscher Stiftungen des Bundesverbands Deutscher

Stiftung (BDS) beruhen auf den freiwilligen Angaben der Stiftungen und fallen in

ihrem Umfang sehr unterschiedlich aus. Bemerkenswert ist, dass in dem käuflich

zu erwerbenden Register die eher „sensibleren“ Daten zu finden sind (wie Angaben

zu den Stiftungsgründern/innen und –organen) – in der frei zugänglichen,

gekürzten Online-Version des Verzeichnisses (auf der Homepage des BDS) finden

sich diese Angaben nicht. Für Stiftungsanalysen sind dies bereits wichtige Informationen,

die durch Online-Recherchen nicht immer beschafft werden können.

Im Stiftungsverzeichnis des BDS waren insgesamt 3 von 78 Stiftungen nicht

aufgeführt:

- die Jacobs Foundation und die L’Oréal-Unternehmensstiftung, da sie Stiftungen

schweizerischen bzw. französischen Rechts sind (zumindest nehmen wir an,

dass die L’Oréal-Unternehmensstiftung eine Stiftung französischen Rechts ist);

- die Hasso-Plattner-Stiftung, von der nicht bekannt ist, ob sie eine Stiftung

deutschen Rechts ist; jedenfalls ist Hasso Plattner ein deutscher Unternehmer

(Mitbegründer des Software-Unternehmens SAP).

Anders als von der Jacobs Foundation und der L’Oréal-Unternehmensstiftung ist

von der Hasso-Plattner-Stiftung noch nicht einmal eine Adresse ausfindig zu machen.

Operativ und fördernd

Das Verzeichnis Deutscher Stiftungen erfasst i.d.R. die Art der Förderung (sofern

Stiftungen dies angeben) und damit die Weise, wie sie ihr Stiftungsengagement

realisieren: „operativ“ oder „fördernd“. „Operativ“ bedeutet, dass sie vorwiegend

eigene Projekte umsetzen, „fördernd“ bedeutet, dass sie auch Projekte anderer

Einrichtungen oder von Einzelpersonen finanzieren. Die Förderungsart hilft als

ein Kriterium bei der Beurteilung der Frage, wie stark Stiftungen zur Pluralität in

liberalen Demokratien beitragen: Denn wer „fördert“, fördert auch andere Institutionen,

verzichtet in höherem Maße auf eigene Kontrolle über die Arbeit mit den

Geldern der Stiftung. „[U]m wirklich Vielfalt und Zivilgesellschaft zu fördern“

spricht sich die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan deshalb für eine Begrenzung

operativer Stiftungen aus – sie sollten „allenfalls 10 oder 20 Prozent für operative

Zwecke“ (Kocka u.a. 2011, S. 187) verwenden. Ob Stiftungen nur operativ

oder auch fördernd tätig sind, reicht als Kriterium natürlich nicht aus, um zu beurteilen,

inwiefern Stiftungen zur Pluralität beitragen. So hebt Adloff hervor, dass

auch fördernde Aktivitäten einen operativen Charakter haben, da entschieden

wird, was oder wer gefördert wird (vgl. Adloff 2010, S. 390). Für operative Stiftungen

gilt dennoch festzuhalten, dass sie ausschließlich Projekte fördern, die sie

selbst konzipieren, und somit eine starke Steuerung vornehmen.

78


In unserem Datensatz waren 28 Prozent der Stiftungen ausschließlich operativ

tätig – fast ein Drittel also. 21 Prozent der Stiftungen sind dagegen ausschließlich

fördernd und 36 Prozent Stiftungen operativ und fördernd tätig; bei 15 Prozent

konnten keine (eindeutigen) Angaben gefunden werden.

Teilnahme an Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ)

Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) wurde 2010 von Transparency

International angestoßen, weil es keine „(e)inheitliche[n] Veröffentlichungspflichten

für gemeinnützige Organisationen (…) in Deutschland” 161 gibt. Nach Meinung

der Initiatoren soll eine Einrichtung, die „für das Gemeinwohl tätig wird, (…) der

Gemeinschaft dennoch sagen, welche Ziele die Organisation genau anstrebt, woher

die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer die Entscheidungsträger

sind.” (Ebd.)

Aktuell (Oktober 2016) haben 786 Organisationen die Initiative unterschrieben,

womit sich erst ein Bruchteil der gemeinnützigen Organisationen in Deutschland

angeschlossen hat. 162 Der Mangel an Transparenz ist also eher die Regel als

eine Ausnahme. Da unternehmensnahe Stiftungen oft kapitalstark sind und bei

diesen Organisationen partikulare und gemeinnützige Interessen häufig eng beieinander

liegen oder zusammenhängen, halten wir die Beachtung der ITZ-

Kriterien aber gerade bei diesen Stiftungen für ein wichtiges Kriterium, um den

gemeinnützigen Charakter der Arbeit zu beurteilen. Wenn es um öffentliches Wohl

geht, dann sollten unternehmensnahe Stiftungen nichts zu verbergen haben.

Insgesamt 54 und damit 89 Prozent der untersuchten Stiftungen haben die ITZ

nicht unterzeichnet. Auch gibt es Stiftungen, die angeben, die ITZ unterzeichnet zu

haben, aber nicht von der ITZ-Datenbank angezeigt werden (Haniel-Stiftung). Die

Körber Stiftung wird zwar in der ITZ-Datenbank angezeigt, erfüllt die Kriterien

aber im Vergleich zu anderen Stiftungen in unserem Sample eher nachlässig: Sie

veröffentlicht beispielsweise keinen Jahresbericht (sie versteht ihre Homepage als

Bericht über ihre Tätigkeiten). Die ITZ hat als Initiative zudem zu wenig Mittel, um

ihre Mitglieder auf die kontinuierliche Einhaltung der Kriterien zu überprüfen.

Das kann dazu führen, dass selbst die Stiftungen, die mitmachen, nicht allen Anforderungen

der ITZ gerecht werden.

Zu den Stiftungen, die die ITZ unterzeichnet haben, gehören (neben der Haniel

Stiftung und der Körber Stiftung): die Deutsche Telekom Stiftung, die Siemens

Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und

die Deutsche Wildtier Stiftung.

Es kann vorkommen, dass weitere unternehmensnahe Stiftungen diese Transparenz-Standards

erfüllen oder sogar über diese hinausgehen, aber – aus welchen

Gründen auch immer – nicht an der ITZ teilnehmen. Umgekehrt kann vermutet

werden, dass viele Stiftungen, die die ITZ nicht unterzeichnet haben, unter den

Minimalanforderungen der ITZ liegen, da Stiftungen eher für ihre Verschwiegen-

161 Transparency International Deutschland, 22.01.2016

162 Vergleiche zum Umfang des „dritten Sektors“: Priller/Zimmer, 06.07.2016

79


heit als für ihre hohe Transparenz bekannt sind. Einige ITZ-Standards haben wir

nachfolgend deshalb genauer analysiert.

Satzungen

Satzungen geben Auskunft über den Stiftungszweck, über den Umgang mit dem

Stiftungsvermögen, über die Zusammensetzung und Aufgaben der Stiftungsorgane.

Sie sind relevant, um Kenntnisse über die institutionelle Struktur einer Stiftung

zu gewinnen. Dennoch gibt es keine gesetzliche Verpflichtung, dass Stiftungen

ihre Satzung veröffentlichen müssen. 163 Nur 36 Prozent der untersuchten unternehmensnahen

Stiftungen veröffentlichen ihre Satzung, also gerade einmal gut

ein Drittel der Stiftungen im Sample. Mit der Größe bzw. den Ressourcen der Stiftungen

hat das offenbar nichts zu tun: So veröffentlicht die Körber Stiftung ihre

Satzung, die Robert Bosch Stiftung dagegen nicht. Auch gibt es Stiftungen, die nur

Auszüge veröffentlichen, so zum Beispiel die Aventis Foundation; dies haben wir

als „Nicht-Veröffentlichung“ eingeordnet.

Tätigkeitsberichte

Tätigkeitsberichte (oder Jahresberichte) geben einen Überblick über die Verwendung

der Mittel, idealerweise unter Angabe der aufgewandten Summen. Bei den

unternehmensnahen Stiftungen unseres Samples unterscheiden sich die Tätigkeitsberichte

in Bezug auf Inhalte und Erscheinungsrhythmus stark. In umfangreicheren

Berichten findet sich meist ein Überblick über die durchgeführten Programme

und Stiftungsschwerpunkte, ein Organigramm und Angaben zu Mittelherkunft

und -verwendung. Manche Stiftungen geben alle ein bis zwei Jahre einen

Bericht heraus, andere lassen keine Regelmäßigkeit erkennen. So haben manche

Stiftungen trotz langjährigem Bestehen bisher nur einen Tätigkeitsbericht publiziert

(z.B. die Freudenberg Stiftung).

Insgesamt gibt rund die Hälfte der Stiftungen unseres Samples keinen Bericht

heraus. Von den 30 Stiftungen unseres Samples (49 Prozent), die einen Bericht

veröffentlichen, tun dies 9 Stiftungen nur unregelmäßig. Lediglich gut ein Drittel

(34 Prozent) der Stiftungen unseres Samples erfüllen die Anforderung, mindestens

einmal im Jahr regelmäßig über ihre Förderaktivitäten zu informieren.

Der größte Mangel an Transparenz herrscht bei Stiftungen, die keinen Tätigkeitsbericht

publizieren und über die auch sonst kaum etwas herausgefunden

werden kann: Darunter die Bertelsmann Wissenschaftsstiftung, auf deren Homepage-Link

wir über einen Zeitraum von 15 Monaten (August 2015 bis Oktober

2016) die Angabe fanden, dass die Seite nicht verfügbar ist, aber es „in Kürze“ 164

sein soll. Ihre Stifterin, die Bertelsmann AG, konnten wir nicht durch Internetrecherchen,

sondern nur mit dem Stiftungsverzeichnis des BDS ermitteln.

163 Auf Basis des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) kann man aber bei den zuständigen Stiftungsaufsichten

Satzungen anfragen. Allerdings sind zahlreiche Stiftungen vom IFG ausgenommen.

164 Vgl. Bertelsmann Wissenschaftsstiftung, 29.10.2015

80


Stiftungsvermögen, Mittelherkunft und Mittelverwendung

Geprüft werden kann, ob die Stiftungen auf ihrer Homepage oder in ihrem Jahresbericht

(sofern vorhanden) Angaben zu Stiftungsvermögen, Mittelherkunft und -

verwendung machen. In der Stiftungsdatenbank des Maecenata Instituts finden

sich auch Angaben zu Vermögen und jährlichen Ausgaben der Stiftungen. Jedoch

sind diese nicht für jede/n zugänglich, oftmals veraltet und obendrein beruhen sie

auf unterschiedlichen Jahresangaben; sie sind deshalb oft nicht vergleichbar. Im

Folgenden haben wir erhoben, welche Stiftungen auf ihrer Stiftungshomepage

oder im Jahresbericht Angaben machen und welche nicht.

Abbildung 18: Angaben zum Stiftungsvermögen, Mittelherkunft und Mittelverwendung

45

40

35

30

25

20

15

10

5

0

39

64%

6

4 4 4

2

3

7% 7%

3% 7% 10%

5%

31

31

51%

51%

22

21

36%

34%

16

26%

Stiftungsvermögen Mittelherkunft Mittelverwendung

Aufschlüsselung aktueller/vergangener Werte

Lediglich (grobe) Summe genannt

Aufschlüsselung aktueller Werte

Keine Angabe

Quelle: Eigene Recherche, Stiftungssample (Eigendarstellung)

81


Stiftungsvermögen

Die Angabe des Stiftungsvermögens ist prinzipiell schlecht vergleichbar, da es auf

unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen beruht. Unternehmensbeteiligungsstiftungen

geben ihr Stiftungsvermögen z.B. manchmal basierend auf dem Buchwert,

manchmal basierend auf dem Verkehrswert an. Indem der Buchwert und

nicht der Verkehrswert angegeben wird, wird das Vermögen ‚klein gerechnet‘.

Dies kann dazu dienen, geringe Ausschüttungen des Unternehmens an die Stiftung

zu kaschieren. Auf wen das zutrifft, konnten wir im Rahmen dieser Studie nicht

umfassend recherchieren. Bei den Unternehmer/innen-Stiftung ist (wie bereits in

Kapitel 2.1 erwähnt) zudem in der Regel nicht ersichtlich, wie sich das Privatvermögen

zusammensetzt – zum Beispiel, ob Aktien und Unternehmensbeteiligungen

enthalten sind. Beispiele hierfür wären neben der Stiftung Mercator die ZEIT-

Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Insgesamt 31 Stiftungen und damit mehr als

die Hälfte (51 Prozent) der Organisationen in unserem Sample machen gar keine

Angaben zu ihrem Stiftungsvermögen (s. Abb. 18). Die Stiftungen wiederum, die

Angaben zu ihrem Stiftungsvermögen machen, tun dies auf sehr unterschiedliche

Weise: z.T. schlüsseln sie es auf, z.T. nicht. Diese Unterschiede (bei Umfang und Differenziertheit

der Angaben zum Stiftungsvermögen) haben wir nicht erhoben,

sondern wir weisen lediglich auf ihr Bestehen hin.

Mittelherkunft

39 der Stiftungen (64 Prozent) machen gar keine Angaben zur Mittelherkunft. Bei

den Stiftungen, bei denen wir Angaben finden konnten, sind die Angaben zur Mittelherkunft

überwiegend als ungenau zu bewerten: Gibt eine Stiftung zum Beispiel

an, dass die Mittel von einem Unternehmen stammen, so ist – da es sich bei den

Stiftern in unserer Studie nicht selten um Großkonzerne handelt – nicht bekannt,

aus welchen Tochterfirmen die Mittel stammen. Auch werden oft Immobilien und

„weitere Unternehmensbeteiligungen“ ohne nähere Angaben genannt.

Mittelverwendung

Wir haben erhoben, bei welchen Stiftungen sich Angaben zur Mittelverwendung

finden lassen (auf der Homepage oder im Tätigkeitsbericht). Auch hier haben wir

bei mehr als der Hälfte der Stiftungen (51 Prozent) unseres Samples keine Angaben

zur Mittelverwendung gefunden, wie etwa Angaben über Aufwendungen für

bestimmte Programme. Die Stiftungen, die Angaben machen, unterscheiden sich

im Umfang ihrer Angaben erheblich. Bei der Angabe der Mittelverwendung wären

Angaben zu Personalkosten, zu Honoraren für Mitglieder der Stiftungsorgane, zu

den finanziellen Ausgaben je größerer Programmlinie und Förderschwerpunkten

wünschenswert. Letzteres ist relevant, da hier zum Beispiel ersichtlich werden

kann, in welchem Maße eine Stiftung operativ und fördernd tätig ist und für welche

Stiftungszwecke sie überwiegend aktiv ist.

82


Angaben zu Funktionsträgern/innen

Die ITZ-Richtlinien verlangen lediglich, dass die Personen aus Vorstand und Kuratorium

genannt werden (nicht aber deren Berufe und Funktionen). Dieser Forderung

kommt die große Mehrheit der von uns untersuchten Stiftungen nach. Es

gibt nur vereinzelte Ausnahmen: Zum Beispiel benennt die finanzstarke und im

Bereich Forschungsförderung und Politikberatung sehr aktive Stiftung Mercator

nicht die Mitglieder der Gesellschaftsversammlung, die das zentrale Entscheidungsorgan

der Stiftung ist. 165 Für die RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft

weist das BDS-Stiftungsverzeichnis auf die Existenz einer Gesellschafterversammlung

hin – auf der Stiftungshomepage lassen sich jedoch keine Informationen

über diese Gesellschafterversammlung finden. Ob es noch mehr Stiftungen gibt,

die Organe haben, die nicht auf der Homepage ausgewiesen sind, konnten wir

nicht überprüfen. Die Hasso-Plattner-Förderstiftung oder die Bertelsmann Wissenschaftsstiftung

benennen gar keine Stiftungsorgane, folglich auch nicht deren

Mitglieder. Bei einigen Stiftungen muss man die Homepages genauestens durchforsten

und wird u.a. erst im Impressum fündig (welches eigentlich zur Identifikation

der presserechtlichen Verantwortung der Webseite dient); dies ist z.B. bei der

SRH Holding der Fall.

Wie bereits erwähnt, wird von der ITZ nicht gefordert, dass die Berufe und

Funktionen der Gremienmitglieder angegeben werden sollen. Viele Stiftungen

geben dies jedoch an, was sehr zu begrüßen ist. Daneben gibt es zahlreiche Stiftungen,

die unvollständige Angaben machen, also z.B. von einigen Kuratoriumsmitgliedern

Funktionen und beruflichen Hintergrund benennen, von anderen

nicht. Wir halten diese Angaben für wichtig, da sie zum Beispiel Auskunft darüber

geben können, welche Mitglieder der Stiftungsgremien auch in Unternehmen,

Verbänden, Parteien usw. tätig sind. Ein Beispiel: Die Robert Bosch Stiftung gibt

die Berufe ihrer Gremienmitglieder nicht an. Durch eine Recherche wird ersichtlich,

dass in der Gesellschafterversammlung der Stiftung, welche zugleich auch als

Kuratorium dient, Christoph Bosch Mitglied ist, der auch Mitglied im Aufsichtsrat

der Bosch AG ist.

Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit

Eine weitere ITZ-Forderung ist die Angabe der gesellschaftsrechtlichen Verbundenheit,

mithin Angaben zur „(g)esellschaftsrechtliche[n] Verbundenheit mit Dritten,

z.B. Mutter- oder Tochtergesellschaft, Förderverein, ausgegliederter Wirtschaftsbetrieb,

Partnerorganisation“ (vgl. Initiative Transparente Zivilgesellschaft,

22.01.2016). Im Rahmen dieser Analyse haben wir auf die (eigentlich relevante)

Erhebung von Angaben zur gesellschaftsrechtlichen Verbundenheit verzichtet,

weil überprüft werden müsste, ob diese Angaben vollständig wären. Eine solche

165 Die Stiftung beschreibt sich „(a)ls eine führende Stiftung in Deutschland” (Stiftung Mercator,

Unsere Stiftung, 22.01.2016); eine Angabe der Mitglieder der Gesellschafterversammlung

scheint u.E. dringend geboten.

83


Überprüfung, die mit vertiefter Recherchearbeit verbunden ist, konnte im Rahmen

dieser Explorationsstudie nicht geleistet werden. Wir halten aber die Angabe

der gesellschaftsrechtlichen Verbundenheit für ein sehr zentrales Transparenzkriterium,

da es über Verbindungen zu Unternehmen, weiteren Stiftungen und

Organisationen Auskunft gibt (bzw. umfänglich Auskunft geben müsste).

3.2.3.2 Zwischenfazit: Intransparenz ist vorherrschend

Bei unserer Untersuchung hat sich herausgestellt, dass manche Kriterien – wie die

gesellschaftsrechtliche Verbundenheit – schwer zu überprüfen, andere Daten wiederum

schwer vergleichbar sind (wie das Stiftungsvermögen). Nur sehr wenige

Stiftungen (11 Prozent) haben die ITZ unterzeichnet. Die Untersuchung zeigt zudem,

dass viele wichtige ITZ-Kriterien (unabhängig von der Unterzeichnung der

Initiative) nur sehr nachlässig erfüllt werden. So veröffentlichen nur rund 40 Prozent

der als gemeinnützig anerkannten Stiftungen unseres Samples ihre Satzungen

und nur rund 30 Prozent geben einen regelmäßig erscheinenden Tätigkeitsbericht

heraus. Darüber hinaus machen mehr als die Hälfte der Stiftungen gar keine

Angaben zum Stiftungsvermögen, der Mittelherkunft sowie der Mittelverwendung.

Es bestehen große Transparenzlücken bei dem überwiegenden Teil der untersuchten

unternehmensnahen Stiftungen. In einzelnen Fällen geht dies so weit,

dass noch nicht mal eine Adresse oder die Mitglieder der Stiftungsorgane genannt

werden. Gleichzeitig gibt es einige Stiftungen – hier sind die sieben Stiftungen,

die die ITZ unterzeichnet haben, hervorzuheben – die sich ernsthaft um Transparenz

bemühen.

Durch die Verwendung der Kriterien der ITZ als Analyseraster haben wir auch

einen ersten Eindruck von der Zweckmäßigkeit dieser Kriterien erhalten. Die Kriterien

der ITZ sind ein guter Anfang, um die Transparenz von Stiftungen erheblich

zu erweitern: Wenn die vollständige Satzung, ein regelmäßiger Tätigkeitsbericht,

Angaben zur gesellschaftsrechtlichen Verbundenheit, zu Stiftungsvermögen, Mittelverwendung

und –herkunft veröffentlicht werden, weiß man offenkundig mehr

über eine Stiftung, als wenn dies nicht der Fall ist. Gleichzeitig sind die Kriterien

der ITZ u.E. als Mindeststandards zu bezeichnen, über die in einem Gesetz zur Verbesserung

der Transparenz von gemeinnützigen Stiftungen hinausgegangen und

welche für gemeinnützige Stiftungen konkretisiert werden sollten. So werden von

der Initiative Transparente Zivilgesellschaft z.B. keine Vorgaben gemacht, wie der

Tätigkeitsbericht inhaltlich aussehen soll oder in welcher Form Angaben über das

Stiftungsvermögen und die Mittelverwendung/-herkunft zu leisten sind.

84


4. Fazit: Unternehmensnahe Stiftungen - Unterschätzter Einfluss und

Zweifel am ausschließlich gemeinnützigen Charakter

Unternehmensnahe Stiftungen bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen

Gemeinwohl und Eigennutz. Bereits der Forschungsstand macht deutlich, dass

Stiftungen neben gemeinnützigen auch partikulare Interessen verfolgen bzw. dass

die gemeinnützigen Arbeiten durchaus auch Eigeninteressen dienen (können),

dass sie als elitäre Institutionen gelten und der deutsche Gesetzgeber sie nicht zu

Transparenz verpflichtet. Aus politikwissenschaftlicher Sicht ist dies als problematisch

einzuordnen, da gerade als gemeinnützig anerkannte Stiftungen aufgrund

ihrer steuerlichen Begünstigung und ihrem Wirken in öffentlichen Bereichen belastbar

gemeinwohlorientiert und in maximalem Maße unternehmensfern, demokratisch

(im Sinne von Kontrollmöglichkeiten) strukturiert und hinreichend

transparent sein sollten. Diesbezüglich bestehen große Zweifel. Es gibt jedoch bislang

kaum empirische Untersuchungen über die Aktivitäten unternehmensnaher

Stiftungen.

Im Rahmen unserer Analyse wurde deshalb eine Stichprobe von insgesamt 78

unternehmensnahen Stiftungen zusammengestellt, um verschiedene Stiftungstypen

näher zu betrachten. Ein Sample mit 61 „klassischen“ unternehmensnahen

Stiftungen 166 wurde hinsichtlich der drei Merkmale genauer analysiert, die einen

ausschließlich gemeinnützigen Charakter infrage stellen: eine elitäre Ausrichtung,

eine Überschneidung der Arbeit der Stiftungen mit den Interessen der verbundenen

Unternehmen und Intransparenz. Dazu wurden Stiftungsgremien, Tätigkeiten

im Wissenschaftsbereich und die Einhaltung von Transparenzstandards näher betrachet.

Auf der Basis der Ergebnisse dieser Studie kann zum einen gesagt werden,

dass der Einfluss unternehmensnaher Stiftungen bisher unterschätzt wird. Denn

viele Stiftungen werden nicht in den bestehenden Kategorien unternehmensnaher

Stiftungstypen erfasst – sie werden also überhaupt nicht als ‚unternehmensnah‘

eingeordnet, obwohl ihr(e) Stifter, Mittelherkunft und –verwendung auf dezidierte

Unternehmensnähe verweist. Auch wird deutlich, dass sich bei dem Typ der „Unternehmer/innen-Stiftung“,

bei der das Stiftungsvermögen aus dem Privatvermögen

eines/r Unternehmers/in oder einer Unternehmensfamilie stammt, die Verbindung

zum Unternehmen (z.B. über Aktien) unterschiedlich gestaltet und wenig

transparent ist. Dadurch bleiben partikulare Interessen im Dunkeln. Durch die

fehlende Forschung werden aktuell viele Stiftungen (oftmals gerade auch die Unternehmer/innen-Stiftungen)

einfach als ‚private Stiftungen‘ eingeordnet und

somit nicht als ‚unternehmensnah‘ identifiziert.

Die Zweifel an dem ausschließlich gemeinnützigen Charakter unternehmensnaher

Stiftungen finden im Rahmen der Analyse der Stiftungen unserer Stichprobe

weitere Nahrung: Erstens: Die führenden Kräfte der Stiftungen bilden eine

166 Als „klassische“ unternehmensnahe Stiftungen wurden in dieser Studie die folgenden Typen

verstanden: Unternehmensträgerstiftungen, Unternehmensbeteiligungsstiftungen, Unternehmensstiftungen,

Unternehmer/innen-Stiftungen (vgl. Kapitel 3.1).

85


höchst elitäre Klasse, die häufig eng mit verbundenen und/oder weiteren Unternehmen

verflochten ist. Es lassen sich zahlreiche Personalunionen zwischen

höchsten Stiftungs- und Unternehmensgremien finden (bei 22 Stiftungen); insgesamt

haben zudem 225 von 536 Gremienmitgliedern (42 Prozent) einen aktuellen

Posten in einem Unternehmen. Etwa die Hälfte der Gremienmitglieder hat einen

Doktortitel, 80 Prozent sind Männer. In Verbindung mit führenden Kräften der

privaten Wirtschaft bestimmen sie als überwiegend männliche Akademiker über

die Verwendung von Mitteln, die der Allgemeinheit dienen sollen und werden dabei

zudem kaum kontrolliert.

Zweitens werden Überschneidungen von Stiftungs- und Unternehmenstätigkeit

bei mehr als 40 Prozent der Stiftungen schon mit wenig Recherchearbeit (z.B.

anhand der Stiftungsschwerpunkte) ersichtlich. Wie umfangreich diese Überschneidungen

sind, konnten wir in dieser Untersuchung nicht erheben, hier bedarf

es vertiefter Forschung. Ebenfalls mehr als 40 Prozent der Stiftungen verbinden

wissenschaftliche Aktivitäten mit Formen der Politikberatung, einige leisten

dezidierte politische Arbeit, über deren Charakter durchaus gestritten werden

kann. Dabei wird am Beispiel der Unterstützung für die Finanztransaktionssteuer

durch die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung deutlich, dass offenbar zumindest

mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn unternehmensnahe Stiftungen oder Aktionsbündnisse

wie Attac als gemeinnützige Organisationen dieselben Ziele verfolgen,

letzterer dann aber deshalb die Gemeinnützigkeit abgesprochen wird. 167

Drittens untermauert die Überprüfung der Einhaltung freiwilliger Transparenzstandards

die These hoher Intransparenz, auch wenn es große Unterschiede

zwischen den Stiftungen gibt. Lediglich ein Drittel der Stiftungen in unserem

Sample veröffentlicht zum Beispiel eine Satzung.

Für eine höhere Glaubwürdigkeit der gemeinnützigen Ausrichtung unternehmensnaher

Stiftungen wäre also noch sehr viel zu leisten: demokratischere Strukturen,

Unternehmensferne und Transparenz. In Anbetracht der Personalunionen

von Unternehmen und Stiftungen und der Nähe der Stiftungstätigkeiten zu den

Geschäftsfeldern der Unternehmen kann die Behauptung, dass Stiftungen weit

weg von Unternehmensinteressen arbeiten, nur sehr schwer aufrechterhalten

werden. 168 Der Verdacht ist groß, dass Stiftungen mehr mit Partikularinteressen

zu tun haben, als es der Status der Arbeit im allgemeinen Interesse (gemeinnützig)

nahelegt. Und die hier betrachtete Stichprobe legt nahe, dass dies unabhängig davon

gesagt werden kann, um welche unternehmensnahe Stiftungskonstruktion es

sich handelt.

Den Zweifeln am ausschließlich gemeinnützigen Charakter vieler unternehmensnaher

Stiftungen gilt es u.E. in einer umfassenderen Forschung nachzugehen.

Es muss genauer untersucht werden, ob und in welcher Form elitäre Interessen

und Firmeninteressen grosso modo den gemeinnützigen Charakter der Stif-

167 Wie weiter oben bereits erläutert, wurde Attac (kurz vor Erscheinen dieses Diskussionspapiers)

die Gemeinnützigkeit wieder zuerkannt.

168 Wobei gerade bei dem Stiftungstypen der Unternehmensstiftungen sowieso davon ausgegangen

wird, dass sie „geschäftliche Interessen“ des Unternehmens „auf eine zurechenbare Weise fördern“

(Ultsch 2011, S. 2).

86


tungsarbeit insgesamt und die vorbildliche Arbeit einzelner Stiftungen beschränken.

Zumindest muss für eine hinreichende Informationsgrundlage gesorgt werden,

damit die Arbeit der Stiftungen untersucht werden kann. Damit könnte dann

möglicherweise auch die Spreu vom Weizen getrennt werden. Ohne verpflichtende

und verbindliche Angaben der Stiftungen kann dies unterdessen nicht gelingen.

Weder kritischen Journalistinnen und Journalisten, noch der wissenschaftlichen

Forschung ist es zudem zuzumuten, dass im Zeitalter der Digitalisierung und vermeintlich

umfassender Information derartig im Nebel herumgestochert werden

muss, wenn es darum geht, Informationen über gemeinnützige Stiftungen einzuholen.

Wenn gemeinnützige Organisationen allgemeinpolitische Ziele verfolgen, kann

dies zur Aberkennung des Gemeinnützigkeitsstatus führen, wie 2014 bei der globalisierungskritischen

NGO Attac in Deutschland geschehen. Dieser Fall verweist

u.E. nicht darauf, dass auch unternehmensnahen Stiftungen die Gemeinnützigkeit

aberkannt werden sollte, sondern auf die dringend notwendige Reform des Gemeinnützigkeitsrechts.

Diese sollte mit einer Stiftungsreform verbunden sein, die

nicht wie bisher vor allem die verstärkte steuerliche Begünstigung zur Folge hat,

sondern als allererste und oberste Priorität die Einführung gesetzlich verpflichtender

Transparenzstandards; diese sind längst überfällig. Ein öffentliches Stiftungsregister

und die Minimalstandards der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

- als verpflichtende und einheitliche Angaben zu Vermögen, Mittelverwendung/-herkunft

und zur gesellschaftsrechtlichen Verbundenheit – sind als absolute

Mindestanforderung zu begreifen. Eine weitere Diskussion sollte es um die Ausdehnung

des Informationsfreiheitsgesetzes auf Stiftungen geben, da sie zunehmend

öffentliche Belange beeinflussen. Das Gesetz gewährt Bürgern/innen das

Recht auf Akteneinsicht in Bundesbehörden – warum sollte das Gesetz nicht auch

für das Stiftungswesen gelten, das über Steuervergünstigungen steuerlich subventioniert

ist? Es gäbe den Stiftungen die Chance, die angezweifelte Gemeinnützigkeit

unter Beweis zu stellen – fühlen sich doch nicht wenige von ihnen einem

demokratischen Gemeinwesen verpflichtet und möchten genau dieses in ihren

Stiftungstätigkeiten fördern. Reformen sollten aber nicht nur auf mehr Transparenz

zielen: Einige unternehmensnahe Stiftungen sind Hauptanteilseigner von

Unternehmen – in den USA ist das beispielsweise verboten; und obwohl das deutsche

Recht hier großzügiger als das amerikanische ist, gibt es für diese Stiftungen

noch nicht einmal eine Mindestausschüttungsquote. Auch dies wird in den USA

gesetzlich geregelt; Deutschland hinkt den USA weit hinterher.

Viele Stiftungen geben jährlich zwei bis dreistellige Millionenbeträge aus und

verfügen z.T. über ein milliardenschweres Stiftungsvermögen. Zu diesem gehört

ein Steueraufkommen, dass sich die Unternehmen und Unternehmer/innen als

Stifter/innen sparen und das dem öffentlichen Haushalt somit entgeht – die Stiftungen

„[verfügen] privat über Steuergelder“. 169 Werden die Stiftungen mit ihrer

Arbeit wirklich den Aufgaben gerecht, für die sie so viele Vorschub-Lorbeeren

169 Adloff 2010, S. 415. Das vollständige Zitat von Adloff lautet: „Stellt man die durch den Steuervorteil

gewährten entgangenen Steuergelder hierbei ebenfalls in Rechnung, kann man die These

vertreten, dass Stiftungen privat über Steuergelder verfügen.“ (Ebd.)

87


einheimsen? Tragen sie tatsächlich zur Bearbeitung großer gesellschaftlicher

Probleme bei, die etwa in der wachsenden sozialen Ungleichheit in der EU sowie

derzeit anhand der dramatischen Flüchtlingsbewegung erkennbar werden? In der

Politik entscheiden Wahlen über die Programme und die Bewertung der Verwendung

der Steuermittel. In der Wirtschaft entscheiden Geldgeber und Anteilseigner

über den effizienten und gewinnbringenden Einsatz der Mittel. Wer entscheidet

über den Einsatz der Stiftungen? Und warum wird so viel Schatten oder Halbschatten

gewährt bei dieser Arbeit?

Die Stiftungen bzw. die gesellschaftlichen Eliten in den Stiftungen entscheiden,

was mit dem dort vorgehaltenen „privaten“ Kapital in öffentlichen Bereichen

wie der Wissenschaft, Bildung, Kultur und dem Sozialem geschieht. Dies führt u.E.

zu einer politischen Frage, die in der breiteren Öffentlichkeit grundsätzlicher diskutiert

werden sollte: Wollen wir überhaupt private Stiftungen und damit eine

„wohlhabende Elite (…), die steuerfreie Dollars verwendet, um ihre Vision des öffentlichen

Wohls geschehen zu lassen?“ (Prewitt 2011, S. 281), wie Prewitt es für

das US-Stiftungswesen ausdrückt. Diese (offensichtlich rhetorisch gemeinte) Frage

mit ja zu beantworten, fiele deutlich leichter, wenn mit der Umsetzung der genannten

Reformvorschläge für ein gemeinnützigeres Stiftungswesen ein erster

ernsthafter Schritt hin zu mehr Öffentlichkeit und Verantwortung im Stiftungssektor

unternommen würde.

88


Anhang: Tabellen

Tabelle 11: Personalunionen höchster Stiftungs- und Unternehmensposten

Stiftungen

Personen

Stiftungsgremium

Funktion

im Unternehmen

Allianz

Umweltstiftung

Dr. Werner

Zedelius

Kuratorium

(Stellv.

Vorsitzender)

Mitglied des Vorstands der

Allianz SE

Bertelsmann

Stiftung

Stiftung Deutsche

Schlaganfall-

Hilfe

Liz Mohn

Vorstand

(Stellv. Vorsitzende)

& Kuratorium

Kuratorium

Mitglied des Aufsichtsrats

der Bertelsmann SE &

Co.KGaA

Bertelsmann

Stiftung

Stiftung Deutsche

Schlaganfall-

Hilfe

Brigitte Mohn

Kuratorium

Kuratorium

(Vorsitzende)

Mitglied des Aufsichtsrats

der Bertelsmann SE &

Co.KGaA

Bertelsmann

Stiftung

Dr. Wulf H.

Bernotat

Kuratorium

Mitglied des Aufsichtsrats

der Bertelsmann SE &

Co.KGaA

Bertelsmann

Stiftung

Christoph

Mohn

Kuratorium

Mitglied des Aufsichtsrats

der Bertelsmann SE &

Co.KGaA

BMW Stiftung

Herbert Quandt

Dr. Friedrich

Eichiner

Kuratorium

Mitglied des Vorstandes

der BMW AG

BMW Stiftung

Herbert Quandt

Stefan Quandt

Kuratorium

Mitglied des Aufsichtsrats

der BMW AG

BMW Stiftung

Herbert Quandt

Dr. Norbert

Reithofer

Kuratorium

Vorsitzender des Aufsichtsrats

der BMW AG

89


Boehringer Ingelheim

Fonds.

Stiftung für medizinische

Grundlagenforschung

Prof. Dr. Dr.

Andreas Barner

Vorstand

(Vorsitzender) &

Kuratorium

Vorsitzender der Unternehmensleitung

von

Boehringer Ingelheim

Carl-Zeiss-

Stiftung

Dr. Hermann

Gerlinger

Vorstandsbeirat

Mitglied des Konzernvorstands

der Carl Zeiss AG

Carl-Zeiss-

Stiftung

Dr. Matthias

Metz

Vorstandsbeirat

Mitglied des Vorstands der

Carl Zeiss AG

Carl-Zeiss-

Stiftung

Dr. Ludwin

Monz

Vorstandsbeirat

Mitglied des Konzernvorstands

der Carl Zeiss AG

Carl-Zeiss-

Stiftung

Thomas

Spitzenpfeil

Vorstandsbeirat

Mitglied des Konzernvorstands

der Carl Zeiss AG

Carl-Zeiss-

Stiftung

Dr. Michael

Kaschke

Vorstandsbeirat

Vorstandsvorsitzender

Carl Zeiss AG

Daimler und Benz

Stiftung

Wilfried Porth

Stiftungsrat

Vorstandsmitglied der

Daimler AG

Daimler und Benz

Stiftung

Prof. Dr.

Thomas Weber

Stiftungsrat

(Vorsitzender)

Vorstandsmitglied der

Daimler AG

Deutsche Telekom

Stiftung

Timotheus

Höttges

Kuratorium

(Vorsitzender)

Vorstandsvorsitzender

Deutsche Telekom AG

Deutsche Telekom

Stiftung

Christian P.

Illek

Kuratorium

Vorstand Personal Deutsche

Telekom AG, Europa und

Technik

Deutsche Telekom

Stiftung

Claudia Nemat

Kuratorium

Mitglied des Vorstandes

der Deutschen Telekom AG

90


Deutsche Telekom

Stiftung

Reinhard

Clemens

Kuratorium

Geschäftsführer der

T-Systems

Deutsche Telekom

Stiftung

Thomas

Dannenfeldt

Vorstand

(Vorsitzender) &

Kuratorium

Vorstandsmitglied Finanzen

Deutsche Telekom AG

Deutsche Telekom

Stiftung

Niek Jan

van Damme

Kuratorium

Sprecher der Geschäftsführung

der Telekom

Deutschland GmbH

Deutsche Telekom

Stiftung

Wolfgang Kopf

Kuratorium

Leiter Politik und Regulierung

Deutsche Telekom AG

Deutsche Telekom

Stiftung

Thomas Kremer

Kuratorium

Vorstandsmitglied Datenschutz,

Recht und Compliance

Deutsche Telekom AG

Dräger-Stiftung

Stefan Dräger

Vorstand

(Vorsitzender)

Vorstandsvorsitzender

der Drägerwerke AG

Dräger-Stiftung

Claudia Dräger

Vorstand

(Vorsitzende)

Leiterin des Corporate

Office der Drägerwerke AG

Eberhard von

Kuenheim

Stiftung

Dr.-Ing. Klaus

Draeger

Kuratorium

(Stellv.

Vorsitzender)

Vorstandsmitglied

der BMW AG

Else Kröner-

Fresenius-

Stiftung

Dr. Karl

Schneider

Stiftungsrat

(Stellv.

Vorsitzender)

Aufsichtsratsmitglied der

Fresenius Management SE

Else Kröner-

Fresenius-

Stiftung

Dr. Dieter

Schenk

Stiftungsrat

(Vorsitzender)

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

der

Fresenius Management SE

und der Fresenius Medical

Care AG & Co. KGaA

Freudenberg

Stiftung

Dr. Mohsen

Sohi

Mitglied der

Gesellschafterversammlung

Sprecher des Vorstands

der Freudenberg SE

91


Friede Springer

Stiftung

Dr. h.c. Friede

Springer

Vorstand

(Vorsitzende) &

Kuratorium

Stellv. Aufsichtsratsvorsitzende

der

Axel Springer SE

Gerda Henkel

Stiftung

Prof. Dr.

Ulrich Lehner

Kuratorium

Mitglied des Gesellschafterausschusses

der Henkel AG

& Co. KGaA

Haniel Stiftung

Franz M. Haniel

Kuratorium

(Vorsitzender)

Aufsichtsratsvorsitzender

der Franz Haniel & Cie.

GmbH

Haniel Stiftung

Stephan

Gemkow

Kuratorium

Vorstandsvorsitzender der

Franz Haniel & Cie. GmbH

Körber-Stiftung

Dr. Werner

Redeker

Stiftungsrat &

Kuratorium

Aufsichtsratsvorsitzender

der Körber AG

Körber-Stiftung

Christian

Wriedt

Kuratorium

(Vorsitzender)

Aufsichtsratsmitglied

der Körber AG

Körber-Stiftung Richard Bauer Kuratorium

Vorstandsvorsitzender

der Körber AG

Körber-Stiftung Stephan Seifert Kuratorium

Vorsitzender des Vorstands

der Körber AG

Körber-Stiftung

Dr. Klaus

Wehmeier

Kuratorium

(Vorsitzender)

Aufsichtsratsmitglied

der Körber AG

L’Oréal-Stiftung Laurent Attal Vorstand

Vorsitzender und Executive

Vice-President Forschung &

Innovation von L’Oréal

L’Oréal-Stiftung

Jean-Paul Agon

Vorstand

(Vorsitzender)

Konzernvorsitzender der

L’Oréal S.A.

92


Robert Bosch

Stiftung

Matthias Georg

Madelung

Kuratorium

Mitglied des Aufsichtsrats

der Bosch-Gruppe

Robert Bosch

Stiftung

Christof Bosch

Kuratorium

Mitglied des Aufsichtsrats

der Bosch-Gruppe

RWE Stiftung

für Energie und

Gesellschaft

Peter Terium

Stiftungsrat

Vorstandsvorsitzender

der RWE AG

RWE Stiftung

für Energie und

Gesellschaft

Dr. Frank

Weigand

Kuratorium

Kaufmännischer Geschäftsführer

der RWE Generation

SE

RWE Stiftung

für Energie und

Gesellschaft

Dr. Arndt

Neuhaus

Stiftungsrat

Vorstandsvorsitzender

der RWE Deutschland AG

RWE Stiftung

für Energie und

Gesellschaft

Dr. Filip Thon

Kuratorium

Vorstandsvorsitzender

der RWE Polska SA

Siemens Stiftung Janina Kugel Kuratorium

Mitglied des Vorstands

der Siemens AG

Siemens Stiftung

Dr. Nathalie

von Siemens

Kuratorium

Geschäftsführendes Mitglied

des Aufsichtsrats

der Siemens AG

SK Stiftung

Kultur der Sparkasse

KölnBonn

Artur Grzesiek

Vorstand

(Vorsitzender)

Vorstandsvorsitzender der

Sparkasse KölnBonn

Software AG-

Stiftung

Markus Ziener

Vorstand

Mitglied des Aufsichtsrats

der Software AG

Quelle: Eigene Recherche

93


Tabelle 12: Überschneidung der Wissenschaftsförderung von Stiftungen und der

Geschäftsfelder der verbundenen Unternehmen; Politikberatung durch

Stiftungen

Stiftung Überschneidung Politikberatung

Alfred Toepfer

Stiftung F.V.S

Keine Überschneidung

Keine Politikberatung

ersichtlich

Alfried Krupp

von Bohlen und

Halbach-Stiftung

Allianz Umweltstiftung

Altenheim-

Stiftung der

Stadtsparkasse

Duisburg

Auerbach

Stiftung

Keine Überschneidung

Das Projekt „vorsorgender Hochwasserschutz

an der Elbe“ weist die

Möglichkeit einer Überschneidung

mit dem Versicherungsgeschäft der

Allianz SE auf, 170 die wiederum die

Allianz Umweltstiftung gegründet

hat.

K.A. (Kaum Angaben über die Stiftungsaktivitäten

erkennbar)

Die Stiftung wurde von Tjark Auerbach,

einem Gesellschafter des IT-

Unternehmens AVIRA, gegründet.

Die Stiftung bezieht 5 Prozent aus

jedem verkauften AVIRA-Online-

Produkt 172 und der Umfang eines

Teils ihres Budgets hängt damit unmittelbar

vom Umsatz des Unternehmens

ab. Die Auerbach Stiftung

hat u.a. zwei Stiftungsprofessuren

für die Bereiche IT-Sicherheit und

Datensicherheit eingerichtet. 173

Keine Politikberatung

ersichtlich

Organisation von Veranstaltungsreihen,

z.B. Benediktbeurer

Gespräche. Hierbei

treffen sich „Naturwissenschaftler

und Politiker, Manager

aus Wirtschaft und

Kultur, Vertreter von Umweltverbänden

und Presse

zum Gedankenaustausch“. 171

K.A. (Kaum Angaben über die

Stiftungsaktivitäten erkennbar)

Keine Politikberatung

ersichtlich

170 Allianz Umweltstiftung, Vorsorgender Hochwasserschutz an der Elbe, 25.05.2016

171 Allianz Umweltstiftung, Benediktbeurer Gespräche, 25.05.2016

172 „Von den Produkten für Privatanwender, die über den Onlineshop der Avira verkauft werden,

fließen jeweils fünf Euro in Stiftungsprojekte.“ (Auerbach Stiftung, Die Stiftung, 28.10.2015)

173 Auerbach Stiftung, Stiftungsprofessuren, 25.05.2016

94


Aventis

Foundation

Bertelsmann

Stiftung

Stiftung

Bildung & Handwerk

Die Stiftung „wurde 1996 von der

Hoechst Aktiengesellschaft als

Hoechst Foundation gegründet“. 174

Die Hoechst Aktiengesellschaft fusionierte

1999 mit einem anderen

Unternehmen zu Aventis S.A., Aventis

wiederum fusionierte 2004 zu

Aventis-Sanofi. Bis heute führt der

Pharmakonzern SANOFI die Aventis

Foundation als ein Projekt im Bereich

Unternehmensverantwortung.

175 Die Aventis Foundation fördert

u.a. Stiftungsprofessuren im

Bereich Chemie und Biologie. 176

Die Bertelsmann Stiftung ist Hauptanteilseigner

der Bertelsmann AG.

Bertelsmann ist ein „Fachverlag für

Bildung, Beruf und Sozialforschung“;

die Stiftung ist stark im Bildungsbereich

sowie auch in den Sozialwissenschaften

aktiv. Aktuell wird besonders

die gleichzeitige Ausrichtung

von Verlag und Stiftung im

Bereich Digitalisierung/digitale Bildung

diskutiert (vgl. der Freitag).

Die Stiftung ist eine Unternehmensträgerstiftung,

d.h. Stiftungs- und

Unternehmenszweck fallen zusammen.

Keine Politikberatung

ersichtlich

Zahlreiche Veranstaltungsformate,

in denen Vertreter/innen

aus Wirtschaft,

Wissenschaft und Politik

zusammengebracht werden.

Zahlreiche Publikationen und

Forschungsprojekte zu gesellschaftlichtspolitischen

Themen; Fragen in der

Governance-Debatte werden

ebenfalls durch die (Bertelsmann)

Stiftung bearbeitet

und gleichzeitig vom (Bertelsmann)

Verlag publiziert.

177

Keine Politikberatung

ersichtlich

174 Aventis Foundation, Die Aventis Foundation, 29.06.2016

175 Sanofi, Unternehmensverantwortung CSR, 14.01.2016

176 Aventis Foundation, Stiftungsprofessur, 25.05.2016

177 Vergleiche die Publikationen der Bertelsmann Stiftung zur Governance-Debatte: https://

www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/to-the-man-with-a-hammer/,

14.01.2016

95


BMW Stiftung

Herbert Quandt

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Stiftung schreibt in ihrem

Eintrag im Stiftungsverzeichnis

des BDS: „(…) die

gezielte Förderung eines

internationalen und gemeinwohlorientierten

Dialogs

zwischen Politik, Wirtschaft

und Wissenschaft [ist]

die erste Aufgabe der BMW

Stiftung Herbert Quandt.

Indem wir ein jährlich wechselndes

Thema zu handlungsrelevanten

Fragen der Globalisierung

setzen, fördern wir

den Meinungsaustausch,

stärken tragfähige persönliche

Netzwerke und zeigen

konkrete Möglichkeiten auf,

sich mit den von ihnen geführten

Unternehmen oder

Organisationen sowie individuell

an der verantwortungsbewussten

Entwicklung

der Gesellschaft zu beteiligen.“

178 Entsprechend dieses

Selbstverständnisses führt

sie zahlreiche Veranstaltungsformate

mit Politiker/innen

durch, gibt Policy

Papers heraus und lobbyiert

bestimmte politische Anliegen.

Zum Beispiel will sie

„die Akzeptanz von Sozialunternehmern

erhöhen und sie

durch die Vernetzung mit

Unternehmen, privaten Investoren,

Staat und Verwaltung

fördern.“ 179

178 BDS 2014, S.392

179 BMW Stiftung Herbert Quandt, Was wir tun – Themenfeld Social Entrepreneurship, 22.01.2016

96


Boehringer

Ingelheim Fonds.

Stiftung für medizinische

Grundlagenforschung

Carlo und Karin

Giersch-Stiftung

an der TU Darmstadt

Carl-Zeiss-

Stiftung

Die Stiftung wurde 1983 von den

Holdinggesellschaften des Unternehmensverbandes

Boehringer

Ingelheim gegründet. 180 Der Hauptschwerpunkt

der Stiftung liegt in

der „Förderung biomedizinischer

Grundlagenforschung“ 181 ; sie ist damit

im selben Geschäftsfeld wie der

Pharmakonzern Boehringer Ingelheim

tätig.

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Stiftung ist die Eigentümerin der

Carl Zeiss AG und der Schott AG. Unter

anderem fördert die Stiftung in

Kooperation mit dem Optik-

Unternehmen Carl Zeiss AG und dem

Technologiekonzern Schott AG Stiftungsprofessuren

in Physik und

Chemie. 182 Das wissenschaftliche

Nachwuchsförderprogramm 2016

fokussiert die Schwerpunkte „Mathematik,

Informatik, Big Data/Digitalisierung,

Geowissenschaften

und Physik“. 183

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

180 Boehringer Ingelheim Fonds. Stiftung für medizinische Grundlagenforschung, 29.06.2016

181 Dies., Unser Leitbild, 22.01.2016

182 Carl Zeiss Stiftung, Geförderte Stiftungsprofessuren, 29.06.2016

183 Ebd.

97


Daimler und Benz

Stiftung

Deutsche Stiftung

Weltbevölkerung

(DSW)

Die Stiftung wurde 1986 von der

Daimler Benz AG gegründet. Sie förderte

u.a. ein Forschungsprojekt zum

Thema des autonomen Fahrens 184

sowie eine Tagung zur Roboterethik.

185

Keine Überschneidungen ersichtlich

Zum Beispiel die Veranstaltungsreihe

„Berliner Kolloquium“,

bei dem sich jährlich

„Experten aus Wissenschaft,

Wirtschaft und Politik“ treffen:

„Die Themenkomplexe

werden von der Stiftung

vorgegeben. Sie reichen von

aktuellen Fragestellungen

der Mensch-Maschine-

Schnittstelle, der Molekularmedizin,

der Neuro- und

Kulturwissenschaften über

die Psychologie, Ökologie,

Urbanistik und Informatik

bis hin zu Kommunikationsund

Managemententwicklungen.“

186

Die Stiftung weist einen

Schwerpunkt in der politischen

Arbeit auf. 187 Sie

nimmt an Gesprächsrunden

zur Entwicklungszusammenarbeit

teil, 188 erstellt Positionspapiere

und stellt konkrete

Forderungsmaßnahmen

an die Politik. 189

184 Daimler und Benz Stiftung, Autonomes Fahren im Straßenverkehr der Zukunft, 14.01.2016

185 Dies., Roboterethik, 14.01.2016

186 Dies., Berliner Kolloquium, 25.05.2016

187 Vgl. Stiftung Weltbevölkerung, Auf einen Blick, 18.01.2016

188 Dies., Themenschwerpunkt Gesundheit, 25.05.2016

189 Dies., Mitteilung, 25.05.2016

98


Deutsche

Telekom Stiftung

Deutsche Wildtier

Stiftung

Dieter Schwarz

Stiftung

Die Stiftung wurde von der Deutschen

Telekom AG gegründet. Sie

fördert MINT-Fachdidaktik und

MINT-Fachwissenschaften 190 sowie

Forschungsprojekte zur digitalen

Bildung u.a. 191

Die Stiftung hält 40 Prozent Anteile

an der Gourmet Manufaktur Gut Klepelshagen

GmbH, die u.a. Wildfleisch

verkauft; der Stiftungsvorstand wird

durch den Geschäftsführer der

Gourmet Manufaktur Gut Klepelshagen

gehalten. Auf der Stiftungshomepage

befindet sich ein „Shop-

Bereich“ mit einem Link zur Gourmet

Manufaktur. 195 Die Stiftungsaktivitäten

im Bereich Wissenschaft

umfassen zum Beispiel die Vergabe

des Forschungspreises, „der intensive

Forschungsvorhaben rund um die

heimische Tierwelt ermöglicht“. 196

Die Stiftung hält 99,9 Anteile an den

Unternehmen Lidl und Kaufland. Sie

fördert u.a. einen Studiengang in

Heilbronn (DHBW) zum Konsumgüterhandel.

198

Veröffentlichung eines Positionspapiers;

Ausrichtung

bildungspolitischer Symposien,

192 mehrere politische

Initiativen im Bereich MINT-

Bildung. 193 Darunter findet

sich auch die Förderung des

Vereins „MINT Zukunft schaffen“,

der vom BDA und BDI

gegründet wurde, und darauf

abzielt, dem „MINT-Fachkräftemangel

hierzulande

entgegenzuwirken“. 194

Die Stiftung hat zum Beispiel

die Studie „Energiewende

und Naturschutz – Windenergie

im Lebensraum

Wald“ erstellen lassen und

darin auch „Forderungen zu

Energiegewinnung im

Wald“ 197 veröffentlicht.

Keine Politikberatung

ersichtlich

190 Deutsche Telekom Stiftung, Bildungsinnovationen, 29.06.2016

191 Dies., Schule digital, 29.06.2016

192 Dies., Pressemitteilung, 25.05.2016

193 Dies., MINT-Initiativen, 29.06.2016

194 Ebd.

195 Deutsche Wildtier Stiftung, Naturschutzprodukte der Deutschen Wildtier Stiftung, 15.01.2016

196 Dies., Forschungspreis, 25.06.2016

197 Dies. (Hrsg.), Energiewende und Naturschutz, 29.06.2016

198 DHBW Heilbronn, Studiengang Konsumgüterhandel, 25.05.2016

99


Dietmar Hopp

Stiftung

Dräger-Stiftung

Eberhard von

Kuenheim

Stiftung

Else Kröner-

Fresenius-

Stiftung

Der StiftungsgründerDietmar Hopp

ist Unternehmer und gehört zu den

Mitgründern des Softwareherstellers

SAP. Die Dietmar Hopp Stiftung hält

28,8 Prozent Aktienanteile an der

SAP-AG. 199 Hopp besitzt zudem das

Software-Unternehmen im Gesundheitswesen,

InterComponentWare

AG, und das Bioinformatikunternehmen

Molecular Health. Zu den

Schwerpunkten der Stiftung gehört

die Förderung medizinischer Forschung:

„Die Bandbreite umfasst die

Unterstützung von Präventionsprogrammen,

Studien zur Erforschung

von Krankheitsursachen und Prüfung

neuer Therapieformen sowie

die Finanzierung innovativer Geräte

für eine exzellente technische Ausstattung

medizinischer Einrichtun-

200 201

gen.“

Die Stiftung „hält 23,15 Prozent der

Aktienanteile der Drägerwerk AG &

Co. KGaA“, 202 die u.a. im Bereich Medizintechnik

tätig ist. Zu den Förderbereichen

der Stiftung gehört u.a.

Medizin. 203

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Stiftung ist zu 27 Prozent Anteilseigner

bei dem Gesundheitskonzern

Fresenius; sie „widmet sich der

Förderung medizinischer Forschung

und unterstützt medizinischhumanitäre

Projekte“ und vergibt

Preise in der medizinischen Forschung.

205

Keine Politikberatung

ersichtlich

Publikationen und Veranstaltungen

zu Themen wie

„Good Governance“ und ordnungspolitischen

Fragestellungen

sowie zum

Keynesianismus. 204

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

199 Vgl. Eulerich/Welge 2011, S. 56

200 Dietmar Hopp Stiftung, Medizin, 29.06.2016

201 Tagesspiegel, Molecular Health, 25.05.2016

202 Eulerich/Welge 2011, S. 48

203 Dräger-Stiftung, Allgemeine Zielsetzungen, 29.06.2016

204 Dies., Konferenzen, 25.05.2016

205 Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Über die Stiftung, 25.05.2016

100


Freudenberg

Stiftung

Friede Springer

Stiftung

Fritz Thyssen

Stiftung

Fürst Donnersmarck-Stiftung

G. u. L. Powalla

Bunny's Stiftung

Keine Überschneidungen ersichtlich

K.A. (Kaum Angaben über die Stiftungsaktivitäten

erkennbar)

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Überschneidungen ersichtlich

K.A. (Kaum Angaben über die Stiftungsaktivitäten

erkennbar)

Die Stiftung fördert u.a. den

Sachverständigenrat deutscher

Stiftungen für Integration

und Migration (SVR), 206

der als eine Institution für

Politikberatung gegründet

wurde. 207 Außerdem fördert

die Stiftung die Weinheimer

Initiative, die ein bundesweiter

Zusammenschluss von

Städten und Landkreisen ist,

„der sich für die Gestaltung

gelingender Übergänge für

alle jungen Menschen von

der Schule in die Arbeitswelt

einsetzt.“ 208

K.A. (Kaum Angaben über die

Stiftungsaktivitäten erkennbar)

Die Stiftung fördert u.a. das

Programm „THESEUS“, das

mittlerweile „zu einem wichtigen

Netzwerk der gemeinsamen

Reflektion von Wissenschaft

und Politik über

europäische Herausforderungen

geworden [ist].“ Zu

den Teilnehmenden gehören

„Wissenschaftler, Experten,

Politiker, Beamte und Nachwuchsforscher“.

209

Keine Politikberatung

ersichtlich

K.A. (Kaum Angaben über die

Stiftungsaktivitäten erkennbar)

206 Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, 29.06.2016

207 Ebd.

208 Freudenberg Stiftung, "Weinheimer Initiative" - Lokale Verantwortung für Bildung und Ausbildung,

29.06.2016

209 Fritz Thyssen Stiftung, Sonderprogramm Theseus, 25.05.2016

101


Gemeinnützige

Hertie-Stiftung

Georg Ludwig

Rexroth-Stiftung

Gerda Henkel

Stiftung

Haniel Stiftung

Hasso Plattner

Förderstiftung

Heidehof Stiftung

Kein Überschneidungen ersichtlich

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Überschneidungen ersichtlich

K.A. (Kaum Angaben über die Stiftungsaktivitäten

erkennbar)

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Stiftung fördert u.a. gemeinsam

mit der Beauftragten

der Bundesregierung für

Migration, Flüchtlinge und

Integration (und anderen

Partnern) das Institut für

empirische Integrations- und

Migrationsforschung (BIM).

Mit dem BIM werde „ein systematischer

Forschungstransfer

in den öffentlichen

Raum angestrebt, der von

der kritischen Begleitung

politischer Debatten über

öffentlichkeitsorientierte

Veranstaltungen bis hin zu

medialen Interventionen

reicht.“ 210

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

Veranstaltungen aus der

Reihe „Haniel Circle“ und

„Haniel Lecture“ „beleuchten

stets aktuelle Themen aus

Wirtschaft, Wissenschaft,

Politik und Gesellschaft, wobei

unterschiedliche berufliche

und nationale Perspektiven

der Referenten zu einer

intensiven Auseinandersetzung

beitragen.“ 211

K.A. (Kaum Angaben über die

Stiftungsaktivitäten erkennbar)

Keine Politikberatung

ersichtlich

210 Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung, Über uns, 29.06.2016

211 Haniel-Stiftung, Über die Stiftung, 25.05.2016

102


Herbert Quandt-

Stiftung

Hermann

Reemtsma

Stiftung

Jacobs

Foundation

Joachim Herz

Stiftung

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Überschneidungen ersichtlich

In der Veranstaltungsreihe

„Gedanken zur Zukunft

Schwerin“ widmen sich „Gäste

aus Politik, Wirtschaft,

Wissenschaft, Medien und

Zivilgesellschaft“ in „nicht

öffentlichen Hintergrundgespräche[n]

(…) aktuellen gesellschaftlichen

Fragen

und entwerfen Gestaltungsmöglichkeiten

für die Zukunft.“

212 Bei den „Sinclair-

Haus-Gesprächen“ führt die

Stiftung „internationale Persönlichkeiten

aus Politik,

Wirtschaft, Wissenschaft,

Kultur und Religion

zum Austausch

über grundlegende Fragen

der Gegenwart zusammen.“

Dieses Format findet ebenfalls

„in einem geschlossenen

Kreis“ 213 statt.

Keine Politikberatung

ersichtlich

Agendasetting wird als Stiftungsziel

im Jahresbericht

genannt. 214

Die Stiftung fördert das MINT

Forum und will „(d)urch die

Vernetzung von Akteuren,

die Ausrichtung von Konferenzen,

Thementagen oder

Wettbewerben (…) die Bedeutung

exzellenter MINT-

Bildung in das Bewusstsein

von Eltern, Schülern, Lehrern

und Entscheidungsträgern

[rücken]“. 215

212 Herbert Quandt Stiftung, Gedanken zur Zukunft Schwerin, 29.06.2016

213 Dies., Sinclair-Haus-Gespräche, 29.06.2016

214 Jacobs Foundation, Jahresbericht 2014, 29.06.2016

215 Joachim Herz Stiftung, Wer wir sind, 29.06.2016

103


Klaus Tschira

Stiftung

Koenig & Bauer-

Stiftung zur Förderung

des kulturellen

Lebens

in Würzburg

Körber-Stiftung

Die Stiftung wurde von Klaus Tschira

gegründet, der das Software-

Unternehmen SAP mitgegründet hat;

die Stiftung hält 5 Prozent Anteile

am Unternehmen SAP. 216 Die Stiftung

fördert die Bereiche Naturwissenschaften,

Mathematik und Informatik.

217 Die Stiftung fördert u.a. auch

das Heidelberg Laureate Forum, in

dessen Rahmen „aktuelle wissenschaftliche

Fragen” in den Bereichen

Mathematik und Informatik diskutiert

werden. 218

K.A. (Kaum Angaben über die Stiftungsaktivitäten

erkennbar.)

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

K.A. (Kaum Angaben über die

Stiftungsaktivitäten erkennbar)

In unterschiedlichen Formaten

diskutieren Experten und

Politiker aktuelle, außenpolitische

Themen (u.a. Bergedorfer

Gesprächskreis, 219

Körber Policy Game, 220 Berliner

Forum Außenpolitik, 221

Körber-Netzwerk Außenpolitik,

222 Politische Frühstücke,

223

Politische Mittage 224 ).

216 finanzen.net, Tschira-Stiftung senkt Anteil an Softwarekonzern SAP, 29.06.2016

217 Klaus Tschira Stiftung, Aktivitäten, 29.06.2016

218 Dies., Operative Projekte, 25.05.2016

219 Körber Stiftung, Bergedorfer Gesprächskreis, 20.01.2016

220 Dies., Körber Policy Games, 25.05.2016

221 Dies., Berliner Forum Außenpolitik, 20.01.2016

222 Dies., Körber Netzwerk Außenpolitik, 29.06.2016

223 Dies., Politische Frühstücke, 29.06.2016

224 Dies., Politische Mittage, 20.01.2016

104


L’Oréal-Stiftung

McDonald's Kinderhilfe

Stiftung

Museumsstiftung

Post und Telekommunikation

Possehl-Stiftung

Die Stiftung wurde vom Kosmetikkonzern

L’Oréal gegründet; sie „unterstützt

Menschen dabei, durch

Aufwertung ihres Aussehens die

physische, psychische oder soziale

Wiedereingliederung zu erreichen.

Sie unterstützt außerdem Menschen,

die eine Ausbildung im Schönheitsbereich

anstreben.“ 225 Die Stiftung

führt aus: „Wir bevorzugen Projekte

aus unseren Fachgebieten, die (…)in

Einklang mit den Werten des Konzerns

oder der Stiftung stehen.“ 226

Bei der Projektauswahl „achtet die

Stiftung auch darauf, ob (…) das Projekt

Auswirkungen auf die L'Oréal-

Mitarbeiter hat.“ 227

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Stiftung wird „(f)inanziell getragen

(…) von der Deutschen Post AG

und der Deutschen Telekom AG“. Ihr

„Zweck ist die Sammlung, Bewahrung,

Erschließung und Vermittlung

der gesamten Entwicklung der Nachrichtenübermittlung

in den Bereichen

Post und Telekommunikation“.

228

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

225 L'Oréal-Stiftung, Programme der Stiftung, 29.06.2016

226 Ebd.

227 Ebd.

228 Museumsstiftung Post und Telekommunikation, 25.05.2016

105


Robert Bosch

Stiftung

Rut- und Klaus-

Bahlsen-Stiftung

Keine Überschneidungen ersichtlich

Klaus und Rut Bahlsen haben ihr

Erbe in die Stiftung eingebracht. 236

Inwiefern Bezüge zur Bahlsen AG

bestehen, die heute von ihrem Neffen

Werner Michael Bahlsen geleitet

wird, ist nicht bekannt.

Ein Stiftungsschwerpunkt liegt auf

Ökologischem Landbau und Gesunder

Ernährung, 237 in dessen Rahmen

auch Forschungsprojekte durchgeführt

werden. 238

Die Stiftung fördert zahlreiche

Veranstaltungsformate,

in deren Rahmen ein Austausch

zwischen Politiker/innen,

Wissenschaftler/innen

und Experten/innen

stattfinden soll:

z.B. Berliner Wissenschaftsgespräche,

229 Berliner Demographiegespräche

230 , Expertenkommission

zur Neuausrichtung

der Flüchtlingspolitik,

231 Euroscience Open Forum,

232 Transatlantic

Academy, 233 EU Integration,

Migration Strategy Group on

Global Competitiveness

(MSG). 234 Die Stiftung beauftragt

wissenschaftliche Studien

zu gesellschaftlichen

Debatten wie etwa Migration

und Teilhabe, Asyl-, Arbeitsmarkt-,

Gesundheits-, Familien-,

Bildungs-, und Kulturpolitik,

International Relations,

Good Governance und

dem demographischen Wandel.

235

Keine Politikberatung

ersichtlich

229 Robert Bosch Stiftung, Berliner Wissenschaftsgespräche, 29.06.2016

230 Dies., Berliner Demographiegespräche, 29.06.2016

231 Dies., Robert Bosch Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik, 29.06.2016

232 Dies., ESOF, 29.06.2016

233 Dies., Transatlantic Academy, 19.01.2016

234 Dies., Migration Strategy Group, 29.06.2016

235 Vergleiche dazu die Publikationsdatenbank auf der Seite der Robert Bosch Stiftung, 29.06.2016

236 Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, Stifter, 29.06.2016

237 Dies., Aufgaben, 29.06.2016

238 Dies., Projekte der Stiftung, 25.05.2016

106


RWE Stiftung für

Energie und

Gesellschaft

Schader-Stiftung

Schwarzkopf-

Stiftung Junges

Europa

Die Stiftung wurde von dem Energiekonzern

RWE AG gegründet und

fördert u.a. Forschungsprojekte rund

um das Thema Energie. 239 Ein Forschungsprojekt

zielt auf die Untersuchung

von Nutzerinnovationen für

den Energiemarkt. 240 Auch hat die

Stiftung eine Studie „zur Energiebildung

an deutschen Schulen“ beauftragt.

241

K.A. (Keine Angaben zur Zusammensetzung

des Stiftungsvermögens)

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Stiftung beschreibt ihr

Selbstverständnis wie folgt

(Auszug): „Wir wollen Diskussionen

anstiften und Prozesse

initiieren, etwa anhand

aktueller Studienergebnisse

(…). Die Transformationsprozesse

rund um das Themenfeld

‚Energie und Gesellschaft‘

sind von zahlreichen

Interessenkonflikten gekennzeichnet,

die wir nicht

lösen können. Wir verstehen

es aber als unsere Aufgabe,

sie zu thematisieren und die

unterschiedlichen Akteure

miteinander ins Gespräch zu

bringen.“ 242

Die Stiftung möchte „den

Praxisbezug der Gesellschaftswissenschaften

und

deren Dialog mit der Praxis

stärken. (…) Praxis kann die

Anwendung in Politik, Wirtschaft,

Gesellschaft, Kommunen,

dem Dritten Sektor und

der angewandten Wissenschaft

sein.“ 243

Keine Politikberatung

ersichtlich

239 RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft, Projekte der Stiftung, 25.05.2016

240 Dies., Projekte, 14.01.2016

241 Dies., Studie: Energiebildung an deutschen Schulen, 25.05.2016

242 Dies., Über die Stiftung, 18.01.2016

243 Schader Stiftung, Förderung, 29.06.2016

107


Siemens Stiftung

SK Stiftung Kultur

der Sparkasse

KölnBonn

Software AG-

Stiftung

SRH Holding Stiftung

Rehabilitation

Heidelberg

Stiftung Deutsche

Schlaganfall-

Hilfe

Die Stiftung wurde von dem Technologiekonzern

Siemens AG gegründet

und setzt sich für eine „nachhaltige

gesellschaftliche Entwicklung ein.

(…) In unserer internationalen Projektarbeit

unterstützen wir deshalb

Menschen darin, diesen Herausforderungen

unserer Zeit eigeninitiativ

und verantwortungsvoll zu begegnen.

Hierfür entwickeln wir mit

Partnern Lösungsansätze und Programme

und setzen diese gemeinsam

um. Eine zentrale Rolle spielen

dabei technologische und soziale

Innovationen.“ 244 Die Stiftung hat so

z.B. eine Studie zur frühkindlichen

Sprachförderung herausgegeben und

eine Lernsoftware zur Sprachförderung

entwickelt. 245

Keine Überschneidungen ersichtlich

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Stiftung ist eine Unternehmensträgerstiftung,

d.h. Stiftungs- und

Unternehmenszweck fallen zusammen.

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Siemens Stiftung hat u.a.

ein Grundsatzpapier zur

MINT-Bildung mitherausgegeben.

246 Die Stiftung betreibt

zudem umfangreiche

Förderungen im Bereich

Social Entrepreneurship. Das

von der Stiftung geförderte

IRENE I SEE ist ein internationales

Forschungsnetzwerk

und „erforscht die Wirkungsformen

von Sozialunternehmen

und erarbeitet praktische

Handlungsempfehlungen.“

247

Die Stiftung richtet einmal

im Jahr eine Konferenz zum

Arbeitsmarkt im Bereich

Medien und Kultur aus. Die

Konferenz ist eine „Diskussions-Plattform

für Medienund

Kulturschaffende, Unternehmen

der Kultur- und

Medienwirtschaft, Multiplikator/innen

aus Wissenschaft

und öffentlichen Einrichtungen“.

248

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

Keine Politikberatung

ersichtlich

244 Siemens Stiftung, Mission, 29.06.2016

245 Dies., KIKUS digtial, 29.06.2016

246 Dies., Publikationen Grundsatzpaper MINT-Bildung, 25.05.2016

247 Dies., Forschungsnetzwerk IRENE I SEE, 22.01.2016

248 SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, 25.05.2016

108


Stiftung Evangelisches

Krankenund

Versorgungshaus

zu

Mühlheim an der

Ruhr

Stiftung Mercator

Stiftung van

Meeteren

Die Stiftung ist eine Unternehmensträgerstiftung,

d.h. Stiftungs- und

Unternehmenszweck fallen zusammen.

Keine Überschneidungen ersichtlich

K.A. (Kaum Angaben über die Stiftungsaktivitäten

erkennbar)

Keine Politikberatung

ersichtlich

Die Stiftung hat einen

Schwerpunkt in der Politikberatung:

Dies berührt zum

einen ihr grundsätzliches

Verständnis, in dem sie sich

als Einrichtung sieht, die „die

Phantasie aller anregt, die in

Politik und Gesellschaft besondere

Verantwortung tragen“.

249 Zudem lässt sie aktuell

eine „Umfrage zur Nutzung

von wissenschaftlicher

Politikberatung“ durchführen.

250 Schließlich richtet sie

sich mit zahlreichen Studien

251 und wissenschaftsnahen

Veranstaltungsformaten

an Politiker/innen (z.B.

„Rethink: Europe“, Mercator

Lecture, Mercator Salon, Neujahrsempfang)

252 und hat

Forschungsinstitute zur Erforschung

des Klimawandels

oder zur China-Forschung

gegründet, die auch als

Think-Tanks fungieren. 253

K.A. (Kaum Angaben über die

Stiftungsaktivitäten erkennbar.)

249 Stiftung Mercator, Unser Leitbild, 29.06.2016

250 Dies. Jahresbericht 2014, S. 15

251 Über die Studien kann man sich hier einen Überblick verschaffen: Stiftung Mercator, Publikationen,

25.05.2016

252 Dies., RETHINK: EUROPE, 29.06.2016; dies., Mercator Lecture, 29.06.2016; dies., Mercator Salon,

29.06.2016; dies., Neujahrsempfang der Stiftung Mercator, 29.06.2016

253 Vgl. MERICS, Das Mercator Institute for China Studies, 18.01.2016; Stiftung Mercator, Mercator

Research Institute on Global Commons and Climate Change, 29.06.2016

109


Vodafone

Stiftung

Wilhelm und Else

Heraeus-Stiftung

Die Stiftung wird „(g)etragen (…) vom

deutschen Telekommunikationsanbieter

Vodafone sowie von Mitteln

der Vodafone Foundation“. 254 Die

Stiftung fördert u.a. das Forum für

Soziale Innovationen, das 2015 zum

Thema „Digitaler Wandel“ tagte. 255

Laut Wikipedia hinterließen Wilhelm

und Else Heraeus ihre „Anteile an

dem Technologie-Konzern Heraeus

(…) der Stiftung“. 258 Die Heraeus Holding

GmbH ist „ein Technologiekonzern

mit den Schwerpunkten Edelund

Sondermetalle, Medizintechnik,

Quarzglas, Sensoren und Speziallichtquellen“.

259 Die Stiftung fördert

„Forschung und Ausbildung auf dem

Gebiet der Naturwissenschaften“; 260

dabei hat sie einen Schwerpunkt im

Bereich Physik.

Die Stiftung versteht sich als

„Think-Tank“ und möchte

Wissen u.a. als „Politikempfehlungen“

aufbereiten. 256

Die Stiftung gibt die Schriftenreihe

„Transmission“ heraus:

„In unserer Schriftenreihe

‚Transmission‘ greifen

wir drängende gesellschaftliche

Probleme auf. Hierfür

bitten wir renommierte Wissenschaftler

und erfahrene

Praktiker aus dem jeweiligen

Bereich ihre Ideen in Form

von möglichst anwendungsorientierten

Lösungsvorschlägen

zu erläutern. Diese

Sammelbände versenden wir

an die relevanten Entscheidungsträger

in Parlamenten,

Parteien und Administrationen

in Bund, Ländern und

Kommunen.“ 257

Keine Politikberatung

ersichtlich

254 Vodafone Stiftung, Stiftung, 29.06.2016

255 Dies., Forum für Soziale Innovationen 2015, 25.05.2016

256 Dies., Ideen fördern, 29.06.2016

257 Dies., Schriftenreihe Transmission, 29.06.2016

258 Wikipedia, Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, 29.06.2016

259 Wikipedia, Heraeus (Unternehmen), 18.01.2016

260 Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, Stiftungszweck, 29.06.2016

110


Wüstenrot

Stiftung

ZEIT-Stiftung

Ebelin und Gerd

Bucerius

Die Wüstenrot Stiftung ist als Unternehmensbeteiligungsstiftung

„über

die Wüstenrot Holding AG mit

66 Prozent an der Wüstenrot & Württembergische

AG beteiligt“, die im

Bereich Versicherungen und Bausparkasse

aktiv ist. Die Stiftung betreibt

Forschung „in den Bereichen

Baukultur, Wohnen und Stadtentwicklung

sowie die Erforschung der

Chancen und Gefahren des demografischen

Wandels in Bezug auf verschiedene

Altersgruppen und deren

Wohn-, Arbeits- und Freizeitverhältnisse

in den Städten und im ländlichen

Raum“. 261

Keine Überschneidungen ersichtlich

Die Stiftung hat z.B. die Studie

„Fokus Innenstadt“ beauftragt:

„Im Mittelpunkt

dieser Studie standen die

wichtigsten Aufgaben und

Herausforderungen, denen

Mittelstädte in Baden-

Württemberg aktuell und in

den kommenden Jahren gegenüber

stehen. Zugleich

wurde eine Bilanz der Effekte

aus den zentralen Programmen

und Maßnahmen der

Stadterneuerung erstellt und

die wichtigsten Konzepte für

die kommunale Steuerung

der zukünftigen Entwicklung

erarbeitet.“ 262

Zahlreiche Veranstaltungsformate

bringen Wissenschaftler/innen

und Politiker/innen

in den Austausch

(ZEIT Forum Wissenschaft,

Schlagabtausch zur Demografie,

Zur Zukunft des Friedens

in Europa); 263 in der von

der Stiftung geförderten

Bucerius Summer School on

Global Governance kommen

junge Führungskräfte aus

Politik, Medien und Wirtschaft

zusammen. 264

Quelle: Eigene Recherche

261 Wüstenrot Stiftung, Über die Stiftung, 14.01.2016

262 Dies., Zukunft Innenstadt, 29.06.2016

263 ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius; ZEIT Forum Wissenschaft, 29.06.2016; dies., Schlagabtausch

zur Demografie, 29.06.2016; dies., Zur Zukunft des Friedens in Europa, 29.06.2016

264 Dies., Bucerius Summer School on Global Governance, 25.05.2016

111


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ZDF Presseportal, Petra Gerster; am 27.05.2016

ZDF Presseportal, Susanne Biedenkopf-Kürten; unter: am 27.05.2016

ZDF, das Unternehmen, Dr. Peter Frey Chefredakteur; unter:

am 27.05.2016

ZEIT Online, Andreas Lebert wird Chefredakteur von ZEIT WISSEN; unter:

am 27.05.2016

ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Bucerius Summer School on Global Governance;

unter: am

25.05.2016

ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Schlagabtausch zur Demografie; unter: am 29.06.2016

ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, ZEIT Forum Wissenschaft; unter: am

29.06.2016

ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Zur Zukunft des Friedens in Europa; unter:

am 29.06.2016

Zeppelin Stiftung, Unsere Stiftung – Ganz nah am Menschen (Broschüre), Stand: März 2011.

S. 6; unter: am 18.07.2016

126


Discussion Papers des Forschungsschwerpunkts

Bildung, Arbeit und Lebenschancen 2014-2016

Forschungsabteilung: Ungleichheit und Sozialpolitik

Sujoy Dutta SP I 2015-201

An Uneven Path to Accountability: A Comparative Study of MGNREGA

in Two States of India

Forschungsabteilung: Ausbildung und Arbeitsmarkt

Heike Solga SP I 2015-501

“A Fault Confessed is Half Redressed”

Review Essay on Low-achieving School Leavers’ Access to Apprenticeships

and their Returns to Participation in Prevocational Training

Measures

Jan Paul Heisig, Heike Solga SP I 2014-503

Skills Inequalities in 21 Countries

PIAAC Results for Prime-age Adults

Heike Solga, Paula Protsch, Christian Ebner, Christian Brzinsky-Fay SP I 2014-502

The German Vocational Education and Training System:

Its Institutional Configuration, Strengths, and Challenges

Jonna M. Blanck SP I 2014-501

Organisationsformen schulischer Integration und Inklusion

Eine vergleichende Betrachtung der 16 Bundesländer

Projektgruppe: Nationales Bildungspanel: Berufsbildung

und lebenslanges Lernen

Annika Grieb, Cornelia Gresch, Reinhard Pollak SP I 2014-504

Ehemalige Schülerinnen und Schüler von Förderschulen und Menschen

mit Beeinträchtigung auf dem Arbeitsmarkt

Erste Auswertungen und Analysepotenziale der Erwachsenenkohorte des

Nationalen Bildungspanels

All discussion papers are downloadable:

https://www.wzb.eu/de/publikationen/discussion-papers/bildung-und-arbeit

Alle Discussion Papers sind online abrufbar:

http://www.wzb.eu/de/publikationen/discussion-papers/bildung-und-arbeit

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