Snowtimes-2008-Davos

snowtimes

SNOWTIMES

WINTERSPORT ° LIFESTYLE ° PARSENNHÜTTE / / / / / / AUSGABE 2008

TOURISMUS

LEADER

WIE WIRD DAVOS DIE NUMMER

EINS IN DER ALPENREGION?

INTERVIEW MIT VISIONÄR DR. GRAF.

STAMMGAST

JOE

SEIT JAHRZEHNTEN SCHON KENNT

ER DIE PARSENNHÜTTE.

PORTRAIT EINES JUNGGEBLIEBENEN.

DREAMTEAM

WAS DIE CREW DER PARSENNHÜTTE

SO ERFOLGREICH MACHT.

STARS IN DAVOS

SARAH MEIER, JÖRG ABDERHALDEN

UND SCHÖNE MISSEN.

BERG-CHILLEN

ZURÜCKLEHNEN UND ENTSPANNEN

IN DER AVA-LOUNGE.

DIE PARSENNHÜTTE, SO VIELFÄLTIG WIE DAVOS. BELIEBTES ANLAUFSZIEL FÜR JUNG & ALT. DER TREFFPUNKT.

TRADITION SEIT 1906. QUALITÄTSKÜCHE FÜR MILLIONEN. UND DAS 2200 METER ÜBER MEER. WILLKOMMEN!


PARSENN

„I'm having a go

Die Parsennhütte: So vielfältig wie Davos. Hier treffen Winterspor

Per Handy schildert der Engländer

am Tisch gegenüber

seinen Tag: „I’m sitting here in

the Parsennhütte and having a

Birchermüesli“. Endlich! Darauf

habe ich lange gewartet,

dies von einem Engländer ausgesprochen!

Doch es ist kein

Zufall. In der Parsennhütte

trifft sich eine internationale

Gästeschar - die Parsennhütte

als Zentrum des Wintersport-

Tourismus von Davos und Klosters.

Der Aufstieg hierher ist

spektakulär, die Parsenn-Standseilbahn

eine Legende. Oben

angekommen, war ich dann,

trotz niedlich altehrwürdigem

Ambiente, irgendwie doch ein

wenig froh, aus dem „Bähnli“

raus und an die frische Bergluft

zu stürmen. Herrlich, diese

Landschaft!

Die Berge türmen sich mächtig

vor mir auf, der atemberaubende

Ausblick und der blaue

Himmel beweisen, dass unser

Wetterfrosch Thomas Bucheli

auch ab und zu einen

Volltreffer landet. Doch ich bin

nicht zum Träumen hier, sondern

für den Wintersport. Für

zwei Stunden stürzte ich mich

in die präparierten Pisten und

sah nicht schwarz, nicht rot,

sondern einfach schneeweiss!

Hungrig und erschöpft bin ich

nun also in der Parsennhütte.

Und was ich hier erlebe, gefällt

mir. Das helle Holz, das

Dach, die Balken, die grossen

Fenster wirken einladend und

strahlen Gemütlichkeit aus.

Dann ein geschichtsträchtiges

Plakat vom „Ski-Club-Davos“;

gerade sehe ich sie vor mir, jene

Ski-Pioniere, die um 1900

als erste in Davos Ski-Rennen

organisiert und die Welle der

Wintersportbegeisterung losgetreten

hatten. Ob die involvierten

Engländer schon damals


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od time today“

tbegeisterte aus aller Welt zusammen. Ich mittendrin.

Birchermüesli assen? Der Beschluss

des Ski-Clubs Davos

vom März 1905 an einer ausserordentlich

einberufenen Generalversammlung

sei jedenfalls

der Beginn der Erfolgsgeschichte

gewesen, der Bau

der Parsennhütte „zur Erleichterung

der Skitour“ beschlossene

Sache, sagt man. Das Resultat

ständiger Umbauten

und Anpassungen an die wachsende

Gästeschar ist seit

den 70er-Jahren ersichtlich:

Ein Bergrestaurant mit allem

drum und dran. Heureka!

Nun wird mir auch bewusst,

warum ich in meiner Snowboard-

und Skilaufbahn immer

wieder hier gelandet bin.

Es ist die Tradition. Die Gemütlichkeit.

Die einzigartige

Lage. Und bestimmt ist es

auch die gute Stimmung hier,

die mich stets hierhinauf zog.

Ein weiter Horizont, Sonne

und Schnee. Die Leute sind

gelöst, befreit. Irgendwie dem

Alltag entflohen. Umgeben von

grandioser Berglandschaft.

Schnitt. Messer und Gabel

kommen zum Handkuss. Die

Auswahl an Menue-Kreationen

ist gross, die Entscheidung

nicht einfach. Sie fällt

heute auf eine gehörige Portion

Schweineschnitzel mit Pommes

Frites. Das alles löst irgendwie

ein Rausch-Gefühl

aus, ich geniesse den Moment.

Wie „high“, 2200 Meter über

dem Meer. Die Wintersportbegeisterung

ist Lifestyle in

Davos, die Parsennhütte ein

Massstab. Hier, wo man sich

trifft, wo selbst Tradition einen

Namen hat. Hier will ich verweilen.

Der Engländer ist weg,

seine Botschaft bleibt. „I‘m having

a good time today.” En

Guete.

Autor Renato Kaiser, Foto Ennio Leanza


PARSENN

Dreamteam

auf Parsenn

Mit Weitsicht und viel Herz führen Urs und Maria die Hütte.

Maria Schmidt (Foto rechts) sagt über ihren Mann Urs: „Ich wusste ganz genau, dass er eines Tages mit mir ein Restaurant führen will.“ Sie hatte recht.

Foto Ennio Leanza

Urs und Maria Schmidt. Womit

beginnt Euer Tag auf der

Parsennhütte?

Urs Schmidt: Als erstes gibts' jeweils

einen Kaffee. Der ist besonders

wirksam, wenn frühmorgens

der Berg erwacht.

Maria Schmidt: Sobald sämtliches

Personal da ist, gehen die

Restaurant-Vorbereitungen los.

Mittlerweile ist davon sehr

viel zur Routinearbeit geworden.

Kommt Ihr täglich mit der

Bahn hier her?

Urs: Nein, wir wohnen während

der ganzen Saison in der

Parsennhütte. Dadurch behalten

wir den Überblick.

Maria: Im Frühling gehts' deshalb

immer ab in die Ferien.

Abwechslung muss sein. (SIE

LACHT)

Wer trinkt denn jeweils den

idyllischen Früh-Kaffee mit

Euch?

Maria: Oft sind Gäste hier, die

übernachten. Zwanzig Angestellte

wohnen auf dem Berg,

die anderen kommen etwas

später mit der Bahn hoch.

Am Mittag herrscht stets

Hochbetrieb. Was muss bis

dahin vorbereitet sein?

Urs: Wir legen Wert auf unsere

Frischprodukte. Dazu gehört

natürlich das Patisserie-Angebot,

die Salate, das Gemüse

und das Fleisch. Dazu werden

Teigwaren und Suppen ge-

kocht, sowie die kalten Teller

vorbereitet.

Zusammen seid Ihr selbst bereits

ein Dreamteam. Mit Euren

Mitarbeitern noch viel

mehr. Wie organisiert Ihr

Euch?

Maria: Urs schaut hauptsächlich

darauf, dass in der Küche

alles funktioniert. Ich unterstütze

den vorderen Bereich.

So haben wir eine gute Aufgabenteilung

und ergänzen uns.

Urs: Ich vertraue stets meinem

Bauchgefühl, wenn es

Entscheidungen zu fällen gibt.

Und auf unsere Mitarbeiter

ist Verlass, sie sind ein eingespieltes

Team.

Nebst dem gemeinsamen Job-

Engagement wohnt Ihr auch

die ganze Saison zusammen

in der Parsennhütte. Wo ist

da die Knautsch-Zone?

Urs: Wir sind 14 Jahre miteinander

verheiratet und aneinander

gewöhnt. Es ist schon

speziell, man muss wohl der

Typ dazu sein.

Maria: Am Abend kann ich jeweils

gut abschalten. Wenn

der Betrieb läuft, ist jeder mit

seiner Aufgabe beschäftigt. Gibt

es Meinungsverschiedenheiten,

dann werden diese halt ausdiskutiert,

bis wir eine Lösung

gefunden haben.

Dann kennt Ihr dieses Gefühl

gar nicht, einfach einmal

entfliehen zu wollen, wie zum


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Beispiel ein Stadtmensch, der

aus diesem Grund in die Berge

geht?

Urs: Hier oben erlebt man einfach

schon eine grosse Freiheit,

etwas Spezielles. Die Ruhe

am Abend ist einzigartig.

Für uns ist das ja der Alltag

(LACHT).

Maria: Als ich Urs geheiratet

habe, war er bereits im Gastronomie-Bereich

tätig. Ich wusste

ganz genau, dass er eines

Tages mit mir ein Restaurant

führen will. Als es so weit war,

gewöhnte ich mich ziemlich

schnell an den neuen Beruf.

Gleich zu Beginn gab es allerdings

Momente, wo ich wirklich

wieder die Koffer packen

wollte.

Was muss man mitbringen,

um eine so lebhafte Hütte zu

führen?

Urs: Koch- und Hotelfachschul-Kenntnisse

sind elementar.

Vieles ist learning by doing,

immer wieder. So bin ich

viel ruhiger geworden. Man

darf hier keine Angst vor Hektik

haben. Und: Die Qualität

muss einfach stimmen.

Maria: Und die Freude an Begegnungen

ist wichtig. Dazu

gehört Freundlichkeit, ein guter

Service, die Liebe zum Detail

und natürlich ein tolles

Team.

Klappt etwas nicht, sind wir

gefordert, dann wird selber

angepackt. Auch als Seelenhelfer

muss man immer wieder

einmal einspringen können...

Autor Marco Meyer

AM ANFANG STAND DER SKICLUB DAVOS

Die Geschichte der Parsennhütte ist eng verbunden

mit dem lokalen Skiclub. 1903 taten sich

Berggänger zusammen, um den Skiclub Davos

zu gründen. Ziel: Den Skisport „in allen Disziplinen

und Leistungsbereichen“ förden. Zu den erfolgreichsten

Sportanlässen des Clubs zählt das

„Parsenn-Derby“. Es ist das älteste Abfahrtsrennen

der Welt. Noch 1942 durfte jeder Fahrer seine

eigene Route verfolgen, was geschickte Fahrer zu

gezielten Abkürzungen nutzten. 1975 herrschte

stockdichter Nebel, weshalb die Absolventen

an den unterschiedlichsten Zielorten zu finden

waren. In den letzten Jahren führte die Strecke

jeweils vom Bereich Gipfelschuss auf 2710

M.ü.M. bis zum Gauderloch auf 2080 M.ü.M, was

einer Streckenlänge von rund drei Kilometern

entspricht. Aus der Nachwuchsförderung sind

Ausnahmesportler wie Paul Accola und Ambrosi

Hoffmann hervorgegangen.

Noch heute gehört die Parsennhütte, 1906 zur Erleichterung

der Parsenntour gebaut, dem Skiclub

Davos und liest sich in folgenden Zahlen: Mehr

als 30 Mitarbeiter, rund 1000 Sitzplätze, etwa

50 Gästebetten. An Spitzentagen werden bis zu

2500 Gäste mit Essen bedient. Vor Saisonbeginn

werden rund 200 Tonnen Esswaren, Getränke sowie

Verbrauchsmaterialien per Lastwagen auf die

Parsennhütte verfrachtet und eingekellert. Während

des Saisonbetriebs kommen wöchentlich

rund vier Tonnen Frischwaren hinzu.

Foto Luca Casetti

Ein eingespieltes Team: Auf die Mitarbeiter der Parsennhütte ist Verlass.

Foto Ennio Leanza


PARSENN

FEINSTE KOST

Der „à la carte“-Bereich

in der Parsennhütte

ist der Geheimtipp im

ganzen Skigebiet: Küchenchef

Klaus Renner und sein Team

sorgen hier für das gute Gelingen.

Das Know-How zur

Umsetzung hat sich der Küchenchef

auf einer langen Reise

durch die Alpen erworben.

Garmischpatenkirchen, Staffelsee,

Murnau und weitere etablierte

Tourismus-Orte haben

seine Laufbahn geprägt. Ein

guter Koch verfüge über ein

breites Basiswissen und wisse

es raffiniert einzusetzen. Seine

Ausbildung sei intensiv gewesen.

Das kommt nun aber den

Gästen in der Parsennhütte

zu Gute. Verschiedenste feine

Fleischgerichte mit Gemüse,

Kartoffelbeilagen oder Pasta

stehen zur Auswahl. Stets dazu:

die passende Sauce, grüne

Kräuter, rote Beeren oder andere

saisonale Farbtupfer, die

den Menues eine besondere

Note verleihen. Jeder einzelne

Teller wird durch das Zusammenspiel

der verschiedenen

Komponenten zu einem vollendeten

Kunstwerk. „Jeden

Tag kreativ zu sein, das gefällt

mir sehr“, sagt er mit strahlendem

Lächeln. Dem Gast wird

das Essen mit viel Liebe zum

Detail serviert. Das Auge isst

bekanntlich mit. Klaus Renner

versucht täglich sich selbst zu

übertreffen. „Unsere Gerichte

sollen etwas besonderes sein.“

Abwechselnde Menues sind dabei

selbstverständlich. Jeden

Morgen wird das Tagesangebot

neu besprochen. Wir empfehlen

den Besuch im „à la carte-Bereich“.

Beste Aussichten

samt Gaumenfreunden sind

garantiert.

Autor Marco Meyer, Fotos Ennio Leanza,

Portrait Luca Casetti


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PATISSERIE

Jann Gadmer ist verantwortlich

für die hauseigene

Patisserie. Brot, Birchermüesli,

Cremeschnitten,

Schwarzwäldertorten und allerhand

Dessertvariationen stehen

zur Auswahl. Das meiste

was der Patissier der Parsennhütte

herstellt, basiert auf

Milch. Das Besondere: Nebenbei

ist Jann Gadmer auch noch

Landwirt und produziert Biomilch.

Das ist Familientradition.

Im Sommer bewirtschaftet

er die grünen Flächen in

Davos Glaris, im Winter

kommt er jeden Tag mit dem

Bus und den Skiern zur Parsennhütte

und verköstigt die

Gäste mit Süssem aus Milch.

Er freut sich über den Tourismus,

sagt aber, dass die Erhaltung

einer intakten Natur

damit einher gehen müsse. Sowohl

mit seiner exquisiten Patisseriepalette

als auch mit seinem

Landwirtschaftsbetrieb

will er ein Stück zur Lebensqualität

der Gäste von Davos

beitragen. Heute sei der Tourist

viel anspruchsvoller als

noch vor zwanzig Jahren, als

er bereits die erste Wintersaison

auf dem Berg verbrachte.

Dem Parsennhüttenbesucher

empfiehlt Jann Gadmer ganz

besonders seine Cremeschnitten.

Für die, wie alle anderen

Dessertangebote auch, werden

die frischen Zutaten täglich

mit der Parsennbahn in seine

Milchverarbeitungszentrale

geliefert. „Das ist meine Welt.“

Hier steckt viel Herzblut drin,

das merkt man. Es sei toll, die

landwirtschaftliche Tätigkeit

und die Parsennhüttenpatisserie

zu einem Engagement im

ganzen Jahr für den Davoser

Tourismus zu verbinden.

Autor Marco Meyer, Fotos Ennio Leanza,

Luca Casetti, Portrait Luca Casetti


PARSENN

BUFFET

Selbstverständlich darf

man sich in der Parsennhütte

auch selbst

bedienen. Dies empfiehlt sich

besonders für den Wintersportler,

der gerne schnell, aber

ebenso fein isst. Garantiert ist

dabei die Begegnung mit Joao

Barata. Er scheint stets überall

zu sein. Der Allrounder aus

Portugal bestreitet bereits seine

14. Winter-Saison auf der

Parsenn. Eigentlich fühlt sich

der Südländer wie ein Schweizer.

Wenn da bloss nicht die

Partie an der Fussball-EM zwischen

den beiden Nationen wäre.

Nun ja, Neutralität sei da

die Devise, formuliert er nachdenklich

- und hat sich somit

in den vergangenen Jahren bereits

eine wichtige schweizerische

Tugend angeeignet. Wer

sich gerne etwas länger Zeit

nimmt, entdeckt mit Joao Barata

die portugisische Gastfreundschaft.

Zum Beispiel

dass in dem Land der Gast mit

besonderer Herzlichkeit empfangen

wird und die Einheimischen

am Liebsten im eigenen

Land ihre Ferien verbringen.

A propos einheimisch:

Schweizerische Essensklassiker

in der Parsennhütte sind

die traditionellen Bündner-Gerichte

wie die Gerstensuppe

oder der Trockenfleisch-Teller.

Und dann das Bergpanorama

von Davos. Die Kulisse, die sich

rings um die Terrasse der Hütte

ausbreitet, ist fantastisch, da

heisst es, einfach geniessen.

Windgeschützt, natürlich.

Und da Bergluft hungrig macht,

lohnt es sich, bei einer guten

Mahlzeit etwas länger zu verweilen.

Bestimmt trifft man dabei

auch auf Allrounder Joao

Barata...

Autor Marco Meyer, Fotos Ennio Leanza,

Portrait Luca Casetti


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Stammgast Joe

Davos, die Parsennhütte und Joe. Ein untrennbares Trio.

JOE BETSCHART WÄRE OHNE

DAVOS NICHT DERSELBE, UND

ZUMINDEST DIE PARSENNHÜT-

TE WÄRE NICHT DIESELBE, GÄBE

ES JOE NICHT. DAVOS UND ER,

DAS IST, WIE DER ZUGER SAGT,

„EINE SEHR LANGE GESCHICH-

TE“. SIE BEGINNT IM JAHRE

1953, ALS JOE, DAMALS 21 JAH-

RE JUNG, ZUM ERSTEN MAL

HIER HINAUF KOMMT. SEINE

FREUNDIN MUSS ZUR KUR, ER

BEGLEITET SIE. „EIN JAHR VIEL-

LEICHT“, WERDE ER BLEIBEN,

HABE ER GEDACHT. DOCH DA-

VOS WÜRDE SICH NICHT SO

SCHNELL VON IHM TRENNEN.

Betschart findet eine

Stelle in einer

Davoser Druckerei.

Und er wird ein

Teil des Dorfes, Mitglied

des renommierten Männerchors

und des Skiclubs. Er

erinnert sich gerne an die Zeit

damals: „In den Fünfziger Jahren,

da ging man noch gut gekleidet

aus, in die Dancings

von Davos.“ Er holt ein Foto

hervor. Es zeigt inmitten einer

Grossfamilie einen jungen

Mann, gepflegt und elegant im

braunen Anzug. Richard Gere

als James Bond, meint der erste

Blick. Doch es ist Joe.

Nach sieben Jahren im Buchdruck

beschliesst Betschart Davos

zu verlassen. Nach verschiedenen

Anstellungen wird

er schliesslich Verkäufer bei

einem internationalen Druckmaschinenhersteller.

Anfangs

zuständig für den Schweizer

Markt, beginnt seine Erfolgsgeschichte.

Er kann den Verkauf

auf Österreich und den

kommunistischen Ostblock ausweiten.

Für sein Geschäft ist er

ständig unterwegs. Sofia, Moskau,

Wien, später New York,

Seine Augen leuchten, als habe er jemandem einen Streich gespielt. Joe

Betschart, der 50 Jahre Parsenngeschichte miterlebt hat.

gehören zu den Destinationen.

In dieser Zeit kehrt Betschart

jedoch immer wieder nach Davos

zurück. Wenn er seine Arbeitswoche

unterwegs in Zagreb

oder Brünn verbringt, ist

er am Wochenende zur Erholung

in seiner zweiten Heimat.

„Ich bin manchmal von New

York direkt nach Davos.“ Dreissig

bis vierzig mal im Jahr

reist er damals nach Graubünden.

Dann findet der begeisterte

Skifahrer auch immer

wieder den Weg in die Parsennhütte,

die er seit seinen

ersten Davoser Jahren kennt.

„Wir schätzten das rustikale und

günstige Essen.“ Joe nimmt

einen kleinen Schluck aus seinem

Weinglas. Ein jung gebliebener,

optimistischer Mensch

sitzt da. Er ist bester Verfassung

und seine Augen leuchten,

als habe er eben noch jemandem

einen Streich gespielt.

Seit einem Unfall vor 15 Jahren

war Joe stets mit seinem Chihuahua

unterwegs. Die Hündin

Carina kam überall hin

mit, auch auf die Skipiste. Joe

blättert durch das kleine Fotoalbum,

das er mitgebracht hat.

Da. Ein lachender Joe mit Sonnenbrille,

in einer roten Skijacke,

aus deren Mitte ein kleiner

Hund seinen Kopf hervor

streckt. Ein amerikanischer

Tourist habe die Aufnahme begeistert

geknipst. Heute noch

werde er auf der Skipiste darauf

angesprochen. „Where’s

the dog?“, fragten die Leute

dann.

Die Chihuahua-Dame Carina

begleitet Joe nicht mehr mit

ins Skigebiet. Vieles ist anders.

Joes Frau verstarb 1998, heute

hat er eine finnische Lebenspartnerin.

Doch noch immer

ist Joe ein aktiver und sporlicher

Mensch. „Ich muss einfach

an die Luft“, erklärt er.

Und so geht er auch mit 75 Jahren

„fast jeden Tag und bei

jedem Wetter“ auf die Skis.

Joe hat über 50 Jahre Parsenngeschichte

miterlebt und viele

Wirte kommen und gehen sehen.

„Doch seit Maria und Urs

das hier machen, ist es anders“,

schwärmt er. „Ein wahrer

Gourmet-Tempel“ sei die

Parsennhütte geworden. Urs

und Maria Schmidt sind gute

Freunde Joes geworden und der

Mann weiss um den Wert guter

Freundschaften. Sie liessen

Joe seit über 50 Jahren in

Davos Wurzeln schlagen, und

sie führen ihn bis heute dorthin

zurück. Eines ist gleichgeblieben:

Die Parsennhütte und

Joe, das sind zwei, die nicht

ohne einander können.

Autor Matthias Raaflaub, Foto Ennio Leanza


FASZINATION

Meine Welt sind

„Schacherseppli“ - Grösster Schweizer Hit und Mythos. Verkörper

Herr Rymann, sind Sie ein

Sommermensch oder ein Wintermensch?

Doch eher ein Sommer- und

Herbstmensch.

Aber der Winter hat doch

auch schöne Seiten. Man kann

zum Beispiel Skifahren gehen.

Waren Sie ein guter Skifahrer?

Es geht so. Als ich noch jung

war, ging ich oft Skifahren. Ich

bin überall runtergekommen,

ein Spitzenfahrer war ich jedoch

nicht. Ich habe aber gerne

Skitouren gemacht und in

den 37 Jahren, in denen ich als

Wildhüter gearbeitet habe, war

ich natürlich auch oft mit den

Skiern unterwegs.

Dem Skifahren haben Sie ja

sogar ein Lied gewidmet. Es

heisst „Mit Schii und Fäli“. Worum

geht es in diesem Lied?

Es geht darum, auf einer Skitour,

„mit Schii und Fäli“ eben,

einen schönen Tag zu erleben.

Man steigt immer weiter den

Berg hinauf und je höher man

kommt, desto ruhiger und schöner

wird es. Und irgendwann

ist man so im Reinen mit sich

und der Natur, dass man einen

„Juizer“ loslässt.

Als Wildhüter waren Sie ja

oft im Freien. Was bedeutet

Ihnen die Natur?

Die Natur bedeutet mir sehr

viel. Sie war stets ein Teil meines

Berufes und hat somit auch

für mein Auskommen gesorgt.

Wir dürfen nicht vergessen, dass

wir auf die Natur angewiesen

sind.

Und was bedeuten Ihnen die

Berge?

Ich war mein ganzes Leben in

den Bergen. Ein Leben ohne sie

kann ich mir gar nicht vorstellen.

Wo Berge sind, da bin ich

daheim. Ich kann jetzt im Alter

nicht mehr oft hinauf, aber

sie umgeben mich ja immer

noch. Unsere Innerschweizer

Berge sind zwar keine extrem

hohen, aber das sind meine Berge.

Wo gibt es denn die schönsten

Berge in der Schweiz?

(lacht) Das kann man doch gar

nicht beantworten. Ein Walliser

sagt im Wallis, und ein Bündner

findet seine Berge am schönsten…

In Ihrer Karriere

„DADDY,

DU MUESCH

UF ZÜRI!“

als Jodler waren

Sie oft unterwegs,

hatten sogar Auftritte

in Kalifornien,

Japan, Südkorea

und Brasilien.

Haben Sie im Ausland

die Schweiz vermisst?

Oh ja, sehr sogar. Wysel Gyr,

der damalige Volksmusiks-TV-

Moderator hatte diese Reisen

organisiert und mich mitgenommen.

Es hat mir zwar auch gefallen,

es war einmal etwas anderes.

Aber am besten gefiel es

mir doch stets in meinem „Heimetli“.

In einer Passage des „Schacher

Seppli“ heisst es ja auch:

„Di Schwyz isch doch en

Traum“.

Das ist sie. Wenn man in einem

solchen Land daheim ist, müsste

man eigentlich nirgendwo

anders mehr hingehen. Wenn

man zum Beispiel

in der Nähe von

Davos daheim ist,

wo will man denn

da noch Schöneres

hin. Am Meer gibt

es sicher auch wunderbare

Gebiete.

Was hat Ihnen eigentlich auf

Ihren Auslandsreisen am meisten

gefehlt?

Meine Familie… und die Berge.

Mit der Wahl des „Schacher

Seppli“ zum „Grössten Schwei-


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Foto Ennio Leanza

die Berge

t von Ruedi Rymann, einem urchigen Original.

zer Hit“ sind Sie quasi über

Nacht zum Star geworden. Die

ganze Nation kennt Sie, Sie

sind eine nationale Legende.

Wie gehen Sie mit dieser späten

Popularität um?

Ach, bis ich das realisiert hatte,

war es dann eigentlich schon

geschehen. Ich wusste nichts

von dieser Sendung, dann kamen

meine Töchter, und sie

meinten: „Daddy, du muesch uf

Züri!“ Nun ist in den letzten Monaten

alles ein wenig hektischer

geworden und die Leute wissen

nun, wer hinter dem „Schacher

Seppli“ steht. Verändert hat

mich das aber nicht. Ich bin die

ganze Zeit der „Rymä Riüedi“ geblieben.

Wenn Sie das Lied vom „Schacher

Seppli“ in einem Satz beschreiben

müssten. Was beinhaltet

es, was drückt es aus?

(überlegt sehr lange) Der „Schacher

Seppli“ ist ein Lied, welches

einem aufzeigt, dass wir

am Ende alle gleich sind. Egal

ob arm oder reich, egal, was wir

in unserem Leben getan haben.

Das Lied war für mich schon

immer wie ein kleines Gebet.

Plötzlich berühmt: Ruedi Rymanns Schacher-Seppli wurde als grösster

Schweizer Hit ausgezeichnet. Foto Keystone

RUEDI RYMANN

Geboren am 31.1.1933 in Sarnen

OW. Rymann ist verheiratet

und hat sechs Kinder. Seine

grosse Leidenschaft ist das Jodeln.

Für den „Gemsjäger“ und

den „Schacher Seppli“ erhielt

der ehemalige Schwinger je eine

Goldene Schallplatte.

Der „Schacher Seppli“ stammt

jedoch nicht aus Rymanns Feder.

Das Originalwerk „Wackerseppli“

stammt aus dem Jahr

1950. Vom „Schacher Seppli“

gibt es wiederum eine Vielzahl

von Bearbeitungen. Seine Version

davon hat er 1978 aufgenommen.

Am 2.12.2007 wurde

in der Sendung „Die grössten

Schweizer Hits“ des Schweizer

Fernsehens Rymanns „Schacher

Seppli“ mit fast 50% der

Zuschauerstimmen zum Grössten

Schweizer Hit ausgezeichnet.

Autor Vincent Bongard


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Schnee auf Knopfdruck

SCHNEEKANONEN VERBRAUCHEN VIEL WASSER, JEDOCH RELATIV WENIG ENERGIE. FÜR DIE WASSER

VERSORGUNG WERDEN IN HÖHEREN REGIONEN, ZUM BEISPIEL IN DAVOS, EXTRA KÜNSTLICHE SPEI-

CHERSEEN ANGELEGT. DOCH GENAU DAS RUFT AUCH GEGNER AUF DEN PLAN.

Sie kritisieren den enormen

Wasserverbrauch. Unglaubliche

600'000 Kubikmeter oder

sagenhafte 21,5% des Gesamtverbrauchs

der Landschaft

Davos werden pro Jahr für

die Beschneiung der Davoser

Skigebiete Parsenn/Gotschna

und Jakobshorn versprüht. Im

Gegensatz dazu ist der mittlere

jährliche Stromverbrauch der

drei Regionen relativ gering. Er

beläuft sich auf je 1'700'000 Kilowattstunden

oder insgesamt

0,6% des Energiekonsums der

Landschaft Davos. Ausserdem

bemängeln die Kritiker die Eingriffe

in die Natur. Neuere Studien

des Instituts für Schneeund

Lawinenforschung zeigen

jedoch auch, dass die Beschneiungsmaschinen

ökologisch weniger

problematisch seien als

oft angenommen.

Mit Hilfe von Druckluft wird

das Wasser durch eine Düse

gepresst und sinkt als Schnee

zu Boden. Ideale Bedingungen

für die Inbetriebnahme einer

Schneekanone herrschen bei

einer Aussentemperatur von

minus 5 °C und einer relativen

Luftfeuchtigkeit von unter 60%.

Unter hohem Druck und der Beigabe

von Zusatzstoffen wäre

auch eine künstliche Beschneiung

oberhalb von 0°C denkbar,

weil dadurch die Eiskristallbildung

des versprühten Wassers

beschleunigt wird.

Immer mehr Kunstschnee

Lagen vor zehn Jahren auf lediglich

fünf Prozent der Schweizer

Skipisten Kunstschnee, so

waren es vor vier Jahren knapp

zehn Prozent. Derzeit werden

in der Schweiz rund 19% aller

Pisten beschneit. Die Entwicklung

wird sich in den kommenden

Jahren noch weiter beschleunigen.

So schätzen Experten,

dass sich diese Zahl der beschneiten

Pisten in den nächsten

fünf bis zehn Jahren verdoppeln

wird. Werden in Österreich

heute bereits weit über

die Hälfte der Pisten beschneit,

so sind es in Frankreich fast

zwei Drittel und in Italien sogar

fast vier Fünftel.

Schneesichere Pisten

Um auch in Zukunft auf beschneiten

und gut präparierten

Pisten den Skispass zu geniessen,

muss durch die Klimaerwärmung

wohl oder übel ein

grösserer Anteil an Kunstschnee

in Kauf genommen werden.

Ab welcher Höhenlage die

künstliche Beschneiung Sinn

macht, wird sich in den kommenden

Jahren klären.

Autor Martin Fuchs, Fotos Ennio Leanza


Eine Lichtreise in die W

LEUCHTEND

Skifahren unter dem Sternenhimmel. Ausgeklügelte Pistenbeleuch

Nachtskifahren ist ein besonderes Erlebnis. Für die Pistenbeleuchtung sorgen spezielle Strahler von Trilux.


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internacht

tung sorgt in Davos für Wintersportvergnügen bei Nacht.

Früher spielte der

gebürtige Davoser

Mario Brodmann

Eishockey, als Profi

beim HC Davos und

später bei Fribourg. Heute geht

er zusammen mit den Verantwortlichen

von Bergbahnen die

Skipisten ab. Als Lichtberater

der Firma Trilux sorgt er dafür,

dass die Schneebegeisterten in

Graubünden Tag und Nacht

Spass haben können.

Kreativer Lichteinsatz

Dafür braucht es Know-How

und verkäuferische Begeisterung,

aber auch Ideen bei der

Umsetzung und eine gesunde

Portion Pragmatismus. Denn

Scheinwerfer ist nicht gleich

Scheinwerfer. Und Licht wird

immer kreativer genutzt – als

Plastik, als Reiseerlebnis und

zur Erweiterung der menschlichen

Möglichkeiten.

Ein Unternehmen, das sich

auf kunstvolle Lichteinsätze

spezialisiert hat, ist Trilux.

Das Unternehmen setzt in

der ganzen Schweiz Akzente

mit ihren Leuchten, etwa um

Architektur in Szene zu setzen

- oder eben Skipisten. Der

Effekt von künstlichem Licht

kann bei unzähligen Gelegenheiten

angewendet werden,

und die technischen Möglichkeiten

werden immer ausgereifter.

Das lässt sich auch

im virtuellen Lichtstudio von

Trilux austesten, wo ständig

an ausgefeiltem Lichtdesign

geforscht wird.

Nachtskifahren im Trend

Eine ganz spezielle Art von

Aussenleuchten sorgt derzeit

in Graubünden für Furore -

die sogenannten Halogen-Metalldampflampen

für Pistenbeleuchtung.

Die Ansprüche

von Wintersportgäste steigen,

sie wollen auch am Abend

die frische, jungfräuliche Piste

geniessen. Sie suchen das

Besondere. Nachtskifahren ist

da gerade das richtige. Nach

einem anstrengenden Arbeitstag

noch beim Schneesport

entspannen - das wird durch

dieses Angebot ermöglicht.

Ausserdem ist es eine Alternative

zum „klassischen“ Skifahren

und Boarden. Ideal für

einen gemütlichen Skiabend

mit Freunden. Das finden

auch Corinna und Maria aus

Davos, die gerade die Piste

hinuntergesaust sind. Ausser

„MAN KANN

DURCHFETZEN,

BIS DER

EIGENE

SCHATTEN

KOMMT“

Atem und mit einem Leuchten

im Gesicht schildern sie ihren

Eindruck: „Sensationell, es

sind wenige Leute unterwegs

und die Pistenverhältnisse

sind einfach super.“ Maria

bringt es auf den Punkt: „Man

kann durchfetzen, bis der eigene

Schatten kommt.“

Nachtskifahren hat auch wirtschaftliche

Auswirkungen: Es

schlägt sich positiv auf den

Umsatz der Restaurationsbetriebe

nieder und ist ein idealer

Werbeaufhänger für jedes

Skigebiet. Lichtberater Mario

Brodmann kann auf eine breite

Palette von verschiedenen

Scheinwerfern zurückgreifen,

die neben ausgereifter deutscher

Technik auch spezielle

Eigenschaften mitbringen. So

leuchten die Halogen-Metalldampflampen

Optilux eben

nicht nur in die Breite, sondern

dazu auch noch in die

Tiefe. Ideal, wenn die Piste

nicht den Masten entlang verläuft.

Für die Bereiche direkt

neben den Masten verwendet

Brodmann ebenfalls 2000-

Watt-Lampen, allerdings das

Produkt Rectalux, das optimal

in die Breite leuchtet. Solche

Strahler müssen natürlich

auch widrigsten Wetterbedingungen

widerstehen können.

Daher ist das Aluminiumgehäuse

witterungsbeständig.

Und dank hoch entwickelter

Technik kann Trilux hier

auch relativ kleine Lampen

liefern. Sie sind sehr robust

und bieten dem Wind wenig

Angriffsfläche.

Pistenbeleuchtung in Davos

Skifahren unter dem Sternenhimmel

liegt im Trend und

verschiedene Gebiete sind bereits

mit nächtlicher Pistenbeleuchtung

ausgestattet. Der

jüngste Coup von Trilux in

Graubünden ist die Lichtinszenierung

auf der weltberühmten

Parsennpiste in Davos.

Hier hatte Mario Brodmann

natürlich einen gewissen Heimvorteil,

kannte er die örtlichen

Gegebenheiten doch schon von

Kindsbeinen an. Bis nun weitere

Skigebiete in die Fahrten

bei Nacht investieren, ist nur

eine Frage der Zeit...

Autor Corinne Hons, Fotos Ennio Leanza, Trilux


INSPIRATION


SEITE 16/17

SO VIELFÄLTIG WIE DAVOS.

Klarer Himmel, Piste, Schnee. Die passende Gelegenheit zum Geniessen gibts' in

der Parsennhütte. Hier, wo der traditionelle Davoser Wintersportler zuhause

is(s)t. Hier, wo man sich wohl fühlt - wo man sich trifft. Wieso „die Parsennhütte“

den repräsentativsten Moment für Davos beeinhaltet? - Weil sie vielfältig ist. So vielfältig

wie Davos; Eine Plattform gleichermassen für Geniesser, Visionäre, bodenständige

Slalom-Fahrer und Abfahrts-Spezialisten. Willkommen auf dem Berg. Willkommen in

Davos!


SEITE 18/19

Olympia vor Augen

Eiskunstläuferin Sarah Meier verzückt Davos .

SARAH MEIER IST VIEL UNTER-

WEGS. NEBST DEM EISKUNST-

LAUFEN BLEIBT ZWAR NICHT

VIEL ZEIT ÜBRIG, DENNOCH

MAG SIE DIE AUSFLÜGE AUF DIE

PISTE. „FRÜHER WAR ICH MIT

MEINEN ELTERN OFT IN DEN

SKIFERIEN. MIT ZWÖLF HABE

ICH DANN ANGEFANGEN ZU

SNOWBOARDEN“, SAGT SIE.

Besonders angezogen

fühlt sie sich von Davos.

Hier, wo die Parsennhütte

das repräsentativste

Wintersport-Zentrum ist. Hier

mag sie das Skigebiet. Und

die Vaillant-Arena. Es gebe

für sie wenige Möglichkeiten,

statt der Schlittschuhen das

Snowboard umzubinden. Aber

wenn es dazu komme, dann

hier oben, fügt

sie mit einem

Lächeln an.

Neben dem HC

Davos ist Sarah

AUSHÄNGE-

SCHILD AUF

KUFEN

Meier mittlerweile

das Davoser

Aushängeschild auf Kufen.

An der Eisgala verzaubert sie

die Massen. Auch Vaillant-

CEO Hansjürg Wasescha ist

hin und weg: „Innerhalb weniger

Jahre hat sich die Veranstaltung

zu einem Top-Event

entwickelt, Sarah ist dabei die

Konstante.“ Unter der Federführung

von Wasescha wird

weiter daran gearbeitet, das

Davoser Wintersport-Angebot

zu verbessern. So soll ein reger

Austausch unter den Eisprofis

stattfinden. Sarah Meier ist

deshalb auch während des

Spengler Cup jeweils in der

Vaillant-Arena direkt vor Ort

und begleitet den HCD. „Ich

schaue mir die Spiele gerne an,

auch meine Familie ist sehr

Hockey begeistert“, begründet

Sarah Meier. Ihr Bezug zu

Davos kommt noch in einer

weiteren Komponente zum

Ausdruck: „Ich habe eine Choreografie

zum Soundtrack von

„Finding Neverland“ einstudiert.

Es sind klassische Stücke,

die mir sehr gut gefallen.

Der Film gefällt mir übrigens

auch.“ Regisseur Marc Forster

ist ein Davoser.

Nicht nur die Inputs aus „Finding-Neverland“

machen Sarah

Meier zur Prinzessin

des Davoser

Wintersports.

Insgesamt sollen

die Einflüsse aus

dem Landwasser-

Tal dazu verhelfen,

dass Sarah Meier ihre beiden

grossen Ziele erreicht.

An der Europa-Meisterschaft

2008 hat sie wieder die Silber-

Medaille gewonnen. „Beim nächsten

Mal will ich auf den ersten

Platz“, sagt die Eisprinzessin.

Danach beginnen die Vorbereitungen

für die Olympiade

2010 in Vancouver. „Mein Traum

ist die Olympia Goldmedaille.

Geling ihr dies, wird sie zur Davoser

Königin.

Autor Florian Wehrli, Foto Marcel Giger

Eisprinzessin von Davos: Sarah Meier


LEADER

Parsenn Politik?

Nationalrat Tarcisius Caviezel fokussiert auf den Wintersport.

Tarcisius Caviezel (links) setzt in Davos politische und sportliche Akzente. Im Rahmen des Spengler Cups traf er sich mit Samuel Schmid und Arno del Curto.

Ein Wahldavoser, der die FDP-

Politik vertritt. Mit seinen verschiedenen

Mandaten kann Tarcisi

Caviezel auf ein weites Beziehungsnetzwerk

zurückgreifen.

„Ich möchte mich für die

Region Davos als attraktive Tourismusdestination

einsetzen.“

Grundsätze des Unternehmertums

stehen dabei im Vordergrund.

Weil der Kanton Graubünden

bloss im Raum Chur

auf eine florierende Industrie

zählt, macht er sich für Rahmenbedingungen

stark, in denen

sich Gewerbe und Tourismus

entfalten können. „Eine

intakte Umwelt liegt mir sehr

am Herzen“, sagt Caviezel, die

Erhaltung der vielfältigen Berglandschaft

komme der nachhaltigen

Tourismus-Entwicklung

zu Gute. Als HCD-Präsident

will er weiterhin dafür sorgen,

dass Hockeyfans grösstenteils

mit der Rhätischen Bahn nach

Davos kommen.

Unter der Führung des vielbeschäftigten

Nationalrates hat

sich der HCD längst als Spitzenklub

etabliert und die Finanzen

sind im Lot. Sportlich halten

Arno Del Curto, Trainer des

Jahres 2007, und sein Team den

HCD auf der Siegerstrasse. Der

Präsident ist ebenfalls erfolgreich

unterwegs. Geschäftlich

in Zürich, politisch in Bern, mit

der Familie in Davos. „Wenn immer

ich eine freie Minute habe,

geniesse ich unser grandioses

Skigebiet!“

Als Nationalrat sei es zwar

schwierig, sich speziell für die

Parsennhütte einzusetzen, sagt

er lachend, aber es komme oft

vor, dass er Leute nach Davos

einlade, um ihnen das vielfältige

Wintersportangebot hinzuweisen.

„Dabei ist die Parsennhütte

natürlich stets ein mögliches

Anlaufziel.“ Davon konnten

sich auch schon Bundesrätin

Eveline Widmer-Schlumpf

und Bundesrat Samuel Schmid

überzeugen. Beide zeigten sich

im Rahmen des Spengler Cups

an seiner Seite. Der Ausflug zur

Parsennhütte blieb dabei für einmal

aus. Sollte jedoch ein künftiger

Polit-Besuch den Wunsch

hegen, zusammen mit Tarcisi

Caviezel das Parsenngebiet als

grösste Davoser Wintersportarena

zu erobern, empfehlen wir

den traditionellen Besuch in der

Parsennhütte.

Autor Matthias Raaflaub, Foto spenglercup.ch


SEITE 20/21

Pöstliclub Nightlife

Seigi und sein Team sind voll durchgestartet. Tanzreport.

Guten Tag Seigi, heute früh

aufgestanden?

Wie immer; kurz nach Mittag.

Unser Beitrag zum Davoser Tourismus

ist ja die Belebung des

Nachtlebens. Da wollen wir mit

der bestmöglichen Qualität dabei

sein. Es verschiebt den persönlichen

Schlafrhythmus, das

ist klar. Aber man gewöhnt sich

daran.

Innert Kürze ist der Pöstli-

Club zum Davoser Trend-Lokal

geworden. Worauf ist dieser

Erfolg zurückzuführen?

Das wichtigste ist wohl das Herzblut,

das in der Arbeit steckt.

Das spüren die Gäste. Und Toni

Morosani, der Inhaber des Posthotels

hat uns mit der Auflebung

seines Clubs eine grosse

Chance gegeben. An einem andern

Ort wäre es wohl nicht so

schnell gegangen.

Er hat aber ausdrücklich

Dich hier haben wollen.

Wir haben uns an der Ski-WM

in St. Moritz kennen gelernt, als

ich die Eisbar führte. Mir hat

die Pöstliclub-Idee von Anfang

an gefallen, weil ich schon immer

sehr von Davos begeistert

war. Meine Bedingung war, dass

ich mit Didi Veraguth und meiner

Freundin Miryam Buchmann

als Barchefin die besten

Partner mitnehmen konnte. Ohne

sie ginge das nicht.

Im Jahre 2000 hast Du in Zürich

den Gastro-Award erhalten,

wurdest vom „Forecast-

Magazin“ zum Mann des Jahres

gewählt. Welchen Titel können

wir in Davos erwarten?

Damals führte ich den „dritten

Akt“ in Brugg, das ist eine alte

Geschichte. Hier in Davos wollen

wir das bestehende Nightlife

Angebot ergänzen, mit Qualität

und fairen Preisen. Die Bezeichnung

bester Club der Alpen wäre

doch gut, oder? (lacht) Dahin

wollen wir kommen.

Also geboren als „Macher“?

Jeder kriegt doch Talente mit auf

den Weg, was Du dann daraus

machst, ist Dir selber überlassen.

Die Gastronomie ist definitiv

mein Ding.

Es bleibt dabei: Gratis-Eintritt

trotz grossem Andrang?

Ja natürlich! Uns sind zufriedene

Gäste lieber als lange Diskussionen

um den Eintrittspreis.

Dafür wird etwas mehr konsumiert

und die Grosszügigkeit

wirkt sich auf die Atmosphäre

im Club aus. Hingegen sind wir

bei der Alterskontrolle strikt;

unter 23 kommt keiner rein.

Hast Du den Umzug nach Davos

noch nie bereut?

Davos ist eine geniale Abwechslung

zum Züricher Nachtleben,

es macht mächtig Spass. Wir

haben dieses Jahr wirklich ein

geniales Team. Und der Austausch

mit eingefleischten Davosern

funktioniert nun ja

auch ganz gut. Das freut mich

wirklich sehr.

Dann bist Du also auch dialogbereit,

um an einer Vision für

ein noch besseres Davos mitzubauen?

Ja klar. Gemeinsam sind wir

stärker. Bereits im Morosani

Posthotel funktioniert dies bestens.

Für den urbanen Charakter

in Davos sind wir doch alle

zur Zusammenarbeit aufgefordert.

(lacht).

Also hier eine Testfrage: Wieso

soll ein Gast nach Davos

kommen?

Wegen der Vielfalt. Dem tollen

Angebot für Wintersportler. Der

hohen Qualität. Und natürlich

wegen dem Pöstliclub.

Autor Marco Meyer, Foto Cornelius Fischer


WELTOFFEN

Der Chef des Hotel Steigenberger Belvedere, Ernst Wyrsch, begrüsst die amerikanische Aussenministerin Condoleezza Rice in Davos.

Sie alle waren schon im Belvedere: Bono, Sänger der Rockgruppe U2, Friedensnobelpreisträger Al Gore, die jordanische Königin Rania,

der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, Microsoft-Gründer Bill Gates und der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton.


SEITE 22/23

„Moment der

Wahrheit“

HOTEL-DIREKTOR ERNST WYRSCH (STEIGENBERGER BELVEDERE)

BEGEGNET IHNEN ALLEN: DEN PROMINENTEN GÄSTEN,

DIE DAVOS ZUR WELTSTADT MACHEN.

Herr Wyrsch, Davos hat als Tourismus-Destination

ein riesiges Potential. Sind Sie damit einverstanden?

Ja natürlich. Wir haben hier so viel zu bieten. Die

Vielfalt von Davos ist doch einzigartig!

Was gilt es davon besonders hervorzuheben?

Die Leaderfunktion im Qualitäts-/ Preis-Verhältnis.

Die Position als führende europäische

Tourismus-Destination für Kongresse,

Ferien und Incentives. Die Grösse. Die

Schnee-Garantie im Winter dank der

tollen Lage am Ende des Alpennordkamms.

Unsere Skigebiete. Die Parsennregion

mit seiner sinnvollen Entwicklung

über die letzen Jahre. Und dann

die ganzen Vorzüge, die man als Schweizer

Gastgeber-Ort vorzuweisen hat.

Ausserdem haben sich die Davoser in

den letzten Jahren auch auf der Charme-

Ebene stetig gesteigert.

Was sind denn die Schweizer Vorzüge?

Vor allem eine stets funktionierende Organisation,

Zuverlässigkeit, keine Streiks, Neutralität und die

tolle Verkehrs-Infrastruktur.

Wir gratulieren, Sie sind ein hervorragender

Verkäufer.

Wir wollen ja, dass unsere Gäste wiederkommen.

Dazu muss stets ein aktives, offensives Marketing

betrieben werden. (lacht)

Insbesondere während des World Economic Forum

gehen bei Ihnen im Hotel hochkarätige Entscheidungsträger

und Prominente aus der ganzen

Welt ein und aus. Betreiben Sie da auch so

aktives Marketing für Davos?

Wichtig sind die persönlichen Begegnungen. Sie

sind Momente der Wahrheit. Manchmal habe ich

aber nur wenige Sekunden Zeit, um einem Gast zu

begegnen. In diesen Sekunden muss dann alles

stimmen. Auf keinen Fall darf die Begegnung aufdringlich

sein. Trotzdem beeinhaltet die Rolle des

optimalen Gastgebers natürlich auch einen Top-

Service. Wenn es uns gelingt, dass sich der Gast

rundum wohl fühlt, dann haben wir unsere Arbeit

gut gemacht. Das Resultat ist eine zufriedene

Stammkundschaft.

Wieviele der WEF-Gäste kommen denn wieder?

Viele. Wiederkehrende WEF-Gäste während des

Jahres machen mittlerweile den gleichen Umsatzanteil

aus, den wir während des Anlasses

selbst generieren.

Trotzdem: Wer vom Davoser-Potential

spricht, der meint damit eben oft

die zahlreichen WEF-Teilnehmer,

die nur während des Forum und

sonst nicht wieder da sind. Das heisst

also, dass noch Handlungsbedarf

besteht?

Vielleicht müssten die Hoteliers noch

mutiger auf die Gäste zugehen und mit

grossem Selbstvertrauen für Davos

werben. Hier liegt schon noch eine Steigerung drin.

Wir streben klar ein Cross-Selling an, was bei uns ja

bestens funktioniert.

Wie gehen Sie das im Belvedere an?

Wir wollen das erfolgreichste Ferien-Hotel der

Schweiz bleiben, indem wir unsere Philosophie

konsequent umsetzen: Erstens, der Gast soll König

sein; zweitens, sagen wird doch mehr Ja statt

Nein; drittens, Flexibilität an den Tag legen, und

zwar unaufgefordert. Und viertens, Spass an der

Arbeit haben und vermitteln.

Also optimistischer denken?

Ja, viele von uns Touristikern wissen nicht, wohin

die Reise geht, oft fehlt es an grossen Visionen.

Das darf nicht sein. Positives Denken ist

gefragt. Und Perspektiven für die Zukunft sind

wichtig. Aber ohne konsequentes Umsetzen mit

permanenten Kontrollen funktioniert das nicht. Erfolgreich

ist, wer in der Lage ist, die Leute für die

eigene Vision zu gewinnen. Dabei ist ein vorbildliches

Verhalten matchentscheidend.

Autor Marco Meyer


ZUKUNFT

Vision 203

DR. VOLKER GRAF ERLÄUTERT IN DER PARSENNHÜTTE SEINE VISION 2030 FÜRS LANDWASSERTAL. DAVOS ALS TOURISMUSDESTINATI-

ON HAT EIN SEHR GROSSES POTENTIAL, KÖNNTE NOCH VIEL ERFOLGREICHER SEIN! WENN BLOSS MEHR ZUSAMMENGEARBEITET WÜRDE,

SAGT DER ERFOLGREICHE UNTERNEHMER UND STAMMGAST VON DAVOS.

Herr Graf, sind Sie noch nie

gestürzt auf der Heim-Abfahrt

vom Parsenn-Skigebiet?

Nein, mit der Familie sind wir ja

meistens gestärkt durch einen

Parsennhütte-Aufenthalt (lacht).

Ausserdem sind die Fortschritte

in der Beschneiungs-Technik

toll, dadurch hat die Qualität des

Wintersportangebotes markant

zugenommen.

Es hat sich einiges bewegt in

Davos.

Mit Interesse habe ich die Entwicklung

der verschiedenen

Projekte verfolgt. Viele gute und

kreative Ideen waren vorhanden.

Jetzt frage ich mich aber, ob

die Initianten träge werden oder

ob der Mut fehlt. Was gefährlich

ist. Denn der Vergleich zu anderen

Tourismusorten zeigt: Will

Davos weiter eine Top-Adresse

sein, muss noch mehr investiert

werden.

Wo sind die Investoren?

Die kommen automatisch, wenn

alles stimmt. Ein guter Business

plan scheitert nie am Geld!

Was stimmt denn noch nicht?

Im Moment werden zu viele

kleine Projekte unabhängig voneinander

angegangen. Eine Fokussierung

auf die Stärken und

auf die Kernkompetenzen wäre

doch viel sinnvoller, um sich

im globalen Alpenraum klar

zu positionieren. Mit den Qualitäten,

die Davos vorzuweisen

hat, ist vieles möglich. Grosse

Ziele könnten angegangen werden.

Was stellen sie sich vor?

Davos als Tourismusdestination

„number one“ bezüglich Qualität,

weltweit. Ich bin überzeugt,

dass das irgendwann der Fall

sein wird. Fragt sich nur, wie

lange das dauert und ob dabei

wertvolle Zeit verloren geht.

Wie kann das erreicht werden,

Tourismusdestination „number

one“?

Davos verfügt über verschiedene

Standbeine: Kongresse, Sommertourismus,

Gesundheitssektor

und den Wintertourismus.

Würde eine klare Linie verfolgt

werden und überall die gleiche

oder zumindest ähnliche Zielgruppe

angesprochen, wäre Davos

in naher Zukunft der grosse

Gewinner im Alpenraum.

Von alleine geht das aber nicht.

Wo fehlt denn die klare Linie?

Es gibt einige Beispiele, ich bin

gespannt, wann Davos endlich

aufwacht und sich zielgerichtet


SEITE 24/25

0 Davos

im Tourismus-Markt positioniert.

Mit welchem Weckruf wollen

Sie dazu beitragen?

Meine Vision Davos 2030 beinhaltet

eine erfolgreiche Zusammenarbeit,

eine Fokussierung

auf den Qualitätstourismus und

die Umsetzung neuer kreativer

Ideen in den bewährten Davoser

Tourismus-Segmenten, die

sich aber nicht konkurrenzieren

dürfen. Sie müssen einander befruchten.

Wer würde davon profitieren?

Das ist die Krux. Eine Vision erreicht

nur, wer sie zusammen

trägt und teilt. In den meisten

Unternehmen ist es heutzutage

gang und gäbe, dass alle am Erfolg

beteiligt sind. Ich bin überzeugt,

dass dies auch im „Unternehmen“

Davos funktionieren

würde. Nur so können sich alle

Beteiligten mit der Vision und

den Projekten identifizieren. Dazu

muss allerdings der älteste

Davoser, „der Neid“, überwunden

werden.

Das tönt alles etwas illusorisch.

Unternehmerischer Erfolg zahlt

sich auch in weichen Faktoren

aus. Davos bleibt Heimat für

die Davoser, ist für sämtliche

Gäste aber auch ein Ort zum Auftanken

und um die Natur zu

erleben.

Wie stellen Sie sich Davos im

Jahre 2030 konkret vor?

Davos ist zum grössten Teil autofrei,

verfügt über effiziente sowie

umweltverträgliche Zubringerdienste.

Drei grosse Naturparks

im Dischma-, Sertig- und

Flüela-Tal laden zum erholsamen

Spaziergang ein. Viele der

heutigen Bauten sind ersetzt

durch stilvollere. Die Freizeitindustrie,

von der ja alle Davoser

profitieren, setzt klare Schwerpunkte

für den Qualitätstourismus

und ist erlebnis- und eventorientiert.

Teilnehmer des WEF

sind wiederkehrende Feriengäste,

was dem Tourismus verschiedentlich

zu Gute kommt.

In den Skigebieten werden laufend

naturverträgliche Investitionen

gemacht. Kurz: Spätestens

2030 wird Davos weltweit

bekannt sein für: Höchste Qualität,

intakte Umwelt und Sicherheit,

das Bergparadies als Tankstelle

für Körper, Geist und Seele.

Welches wären die wirtschaftlichen

Standbeine?

Die gleichen wie heute, allerdings

als Branchenführer. Ein

Tourismusangebot für jede Jahreszeit,

welches auf eine einheitliche

Zielgruppe abgestimmt

ist. Dann der Bereich „Bildung“

mit verschiedenen Kongressen

und Internaten. Sowie das Gesundheitswesen,

das hauptsächlich

revolutionäre Kliniken als

Beautifarmen und eine Art übergreifendes

Wellness beinhaltet.

Wer garantiert dafür die Zusammenarbeit?

Ein Zusammenschluss aller Gewerbebetriebe,

Bahnen und Ho-


VISIONÄRE

Parsennhütten-Atmosphäre bei Dämmerung; genau der richtige Nährboden

für Visionäre wie Volker Graf.

tels zu einem einzigen markanten

Tourismus-Unternehmen

wäre sinnvoll. Und durch Aktien

und Optionen könnten alle

Davoser mitbeteiligt werden.

Gemeinsame Ziele, Networking,

dazu ein ganzheitliches Vorgehen

und Mitverantwortung, das

sind aber Voraussetzungen dazu.

Ein Unternehmen ist so stark

wie seine Führung.

Charismatische Personen sind

gefragt. Visionäre gleichwohl

wie Spezialisten. Zuoberst müsste

ein Patron sein. Einer, der

für den ganzen Ort sorgen kann,

sich selber nicht mehr zu verwirklichen

braucht.

Ihre Vision beinhaltet den

Satz: „Die Welt ist nicht linear.“

Was meinen Sie damit?

Sehr kleine Unterschiede entscheiden

zwischen Erfolg und

Misserfolg. Je nach definiertem

Zielpublikum zahlt sich dieser

mehrfach aus. Multipliziert man

beispielsweise die Qualität des

Services mit dem Faktor 2, kann

beim Preis eine Multiplikation

mit dem Faktor 10-50 erreicht

werden.

Welche Sofortmassnahmen

schlagen Sie zur Ausführung

vor?

Umnutzung der Kliniken für

neue Business Cases, diverse

Fassaden-Renovationen im Dorf,

Hotel-Faceliftings, überdenken

der Winter-Seenutzung, Verkehrsberuhigung,

weitere Optimierung

der Zubringerdienste

nach Davos und Einrichtung einer

Denk- und Zukunftswerkstatt,

um Vision, Leitbild und

Zielpublikum zu definieren. Alle

sollten mit ins Boot geholt

werden.

Bieten Sie dazu Umsetzungshilfe?

Es gibt viele CEO’s, die heimliche

Davos-Fans sind und an einer

nachhaltigen Entwicklung

dieses schönen Plätzchens interessiert

sind. Ich bin überzeugt,

dass es kein Problem wäre,

eine illustre Runde zu initiieren,

zum Beispiel während

des WEF, um gemeinsame Projekte

anzugehen.

Autor Marco Meyer, Martin Fuchs,

Foto Ennio Leanza

ZUR PERSON

Dr. Volker Graf (1951) ist

Physiker, lebt mit seiner

Frau und seinen 7 Kindern

seit 1982 in der Schweiz

in Wollerau und in Davos.

Er hatte 1997 Uniphase

Laser Enterprise als spinout

aus dem IBM Forschungslabor

in Rüschlikon

gegründet und in

Zürich Halbleiterlaser für

Telecomapplikationen

hergestellt. Seit 2002

engagiert er sich in Strategie-

und Visions-Planungen

für Gemeinden

und Kirchgemeinden.


SEITE 26/27

Stakeholder Davos

Klaus Schwab hat seine Vision längst erreicht. Was nun?

„Der Stakeholder wurde am WEF erfunden“ - Nicht nur wegen der Beziehung zwischen Klaus Schwab und Davos.

Klaus Schwab mag Davos. So

sehr, dass er 1970 bei den damaligen

Entscheidungsträgern

von Davos, Dr. Christian Jost

(Landammann) und Bruno Gerber

(Tourismusdirektor) vorsprach.

Die Idee: Im eben umgebauten

Davoser Kongresshaus

ein Management Symposium

durchzuführen. Klaus

Schwab war 31, hatte die Universität

gerade mit mehreren

Studiengängen und als Professor

abgeschlossen. Inzwischen

ist das World Economic Forum

ein fester Bestandteil von

Davos. Mehr noch: „Die grösste

Kontaktbörse des Planeten“

oder “die geheime Weltregierung“,

schreibt „die Bilanz“.

„Und was in Davos immer wieder

besprochen wird, ist nicht

das Einmaleins des Profits (das

können die Anwesenden auswendig),

sondern jene Aufgaben,

die das nur Gewinnbringende

übersteigen: der Stakeholder

wurde in Davos erfunden,

Social Responsibility und

Global Citizenship beschworen“,

ist im „Tagblatt“ zu vernehmen.

In der ganzen Welt

wird Davos im Zusammenhang

mit dem WEF wahrgenommen.

Wer nach neuen Wirtschafts-

Theorien zur Verbesserung des

Ist-Zustandes sucht, kommt

nicht um „die Ideen von Davos

herum. Beispielsweise das

Modell der Stakeholder, das

sämtliche Anspruchsgruppen

(Stakeholder) eines Unternehmens

in einen sinnvollen

sozialökonomischen Kontext

zu bringen versucht. Wie

man eine Vision erfolgreich

umsetzt, macht Klaus Schwab

vor. Sein ursprüngliches Ziel

ist längst erreicht. Nun gibts'

neue Visionen: „Der Schlüssel

für eine bessere Zukunft und

für bedeutende Innovationen

ist die Zusammenarbeit“ - so

die Botschaft an die WEF-Teilnehmer

2008. Worte, die um

die Welt gehen. Ob auch in Davos

als Gastgeber-Ort davon

etwas hängen bleibt? Nicht nur

das aufwändige Sicherheitskonzept

für die Gewährleistung

des Anlasses zieht jeweils

kritische Stimmen nach sich.

Die rasante Entwicklung der

WEF-Idee stellt den Gastgeber-Ort

vor grosse Herausforderungen.

Investitionen in eine

neue Infrastruktur stehen

an. Die Bündelung der einheimischen

Davoser Kräfte - „Stakeholder“

des WEF - ist dazu

aber nötig. Und eine gemeinsame

Vision. Niemand weiss

das besser als Klaus Schwab.

Autor Marco Meyer, Foto www.weforum.org

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WELTOFFEN

Hotel

Seehof

ARABELLASHERATON HOTEL SEEHOF MIT DIREKTEM PARSENN-ANSCHLUSS

Fotos ArabellaSheraton Hotel Seehof

Seehof nennt sich das ArabellaSheraton Hotel am kleinen

Seeli bei der Parsennbahn. Zwar ist das Hotel grösser als der

See, aber der Ausblick vom Wintergarten-Restaurant Palais

bringt das richtige Ambiente.

Der Seehof ist eines der ältesten Hotels in Davos und stammt

aus dem 14. Jahrhundert. Bevor es als Gasthaus erwähnt

wurde, war es der Landammann-Sitz in Davos. 1991 wurde

das 4-Sterne-Superior Hotel am Dorfeingang mit dem Seeli

vor der Haustüre glanzvoll wiedereröffnet. Mit 118 Zimmern

und Suiten gehört es zum erlauchten Kreis der WEF-Hotels.

Die grosszügigen Wellnessanlagen und die unmittelbare

Nähe zur Parsennbahn lassen das Hotel auch bei Sportlern

hoch im Kurs stehen. Vom Hotelskiraum sind es nur wenige

und zudem überdachte Schritte zur Parsennbahn.

Nach dem Skivergnügen ist das Restaurant Paulaner’s mit

der Sonnenterrasse der Treffpunkt für den Apéro auf dem

Heimweg. Am Abend geniessen Sie kulinarische Köstlichkeiten

im Arvenstübli Seehof.


SEITE 28/29

„In der Hotellerie

Gas geben“

JEAN-PIERRE GALEY, DIREKTOR DES ARABELLASHERATON HOTEL

SEEHOF, ÜBER DIE HERAUSFORDERUNGEN DES TOURISMUS IN DAVOS,

SEINE GÄSTE UND DAS WORLD ECONOMIC FORUM (WEF).

Wie sieht eigentlich Ihr Arbeitstag während des

WEF aus? Es beginnt um sechs Uhr morgens mit dem

ersten Arbeitsfrühstück, wir checken die Räume und

bereiten uns auf die anstehenden Aufgaben vor. Gegen

neun Uhr besprechen wir im Detail die Anlässe

des Tages. Dazu kommen kurzfristige Massnahmen,

etwa Wünsche von Gästen. Wir haben 120 Anlässe

an 5 Tagen - also 20 bis 30 pro Tag.

Zwischendurch begrüsse ich immer wieder

Gäste persönlich. Jeden Abend gibt

es eine Besprechung mit der Polizei, weil

ja die Sicherheit der WEF-Teilnehmer

gewährleistet sein muss. Meistens endet

mein Arbeitstag nachts um etwa zwei

Uhr, nach der letzten Veranstaltung im

Hotel.

Ist denn die Betreuung der Gäste ausschliesslich

„Business“ oder entstehen

auch persönliche Kontakte? Beides.

Manche Gäste kehren jedes Jahr wieder. Diese

Leute kennt man, und so sind mit der Zeit auch persönliche

Kontakte entstanden. Zum Beispiel mit dem

israelischen Präsidenten Shimon Peres. Aber selbstverständlich

ist es gleichzeitig Business.

Kommen die WEF-Gäste denn auch nach Davos

zurück? Nur bedingt, das ist ausbaufähig. Auch für

andere Wirtschaftskongresse, die nichts mit dem Forum

zu tun haben.

Wo liegt denn das Problem? Ein Beispiel: Das Kongresszentrum

ist zu klein, es sollte ausgebaut werden.

In der Hotellerie müssen wir Gas geben und

die Standards erhöhen. Stillstand ist Rückschritt.

Ein Problem sehe ich darin, dass laufend Hotels der

2-3-Sterne-Klasse aufgeben müssen.

Das ist ja eigentlich ganz praktisch für gehobene

Hotels. Nicht unbedingt. Oft weichen die ehemaligen

Hotels dem Zweitwohnungsbau. Davos als Geisterstadt

dürfen wir aber nicht zulassen; im Winter

belebt und im Sommer ausgestorben.

Dazu scheint die Infrastruktur ausbaufähig zu

sein. Der Verkehr ist das grosse Problem; ausgerechnet

in Davos, das einst für seine Höhenluft weltbekannt

war und deshalb Kurgäste anlockte. Das derzeitige

Verkehrsaufkommen widerspricht daher dem

Geist von Davos. Ich meine, wir sollten den öffentlichen

Verkehr stärken, über eine verkehrsfreie Meile

diskutieren und die Innenstadt entlasten.

„Zusammenarbeit“ war Leitthema des WEF 2008.

Wie steht es um die Zusammenarbeit in Davos

selbst? Wir müssen sicherlich das „Gartenhag-Denken“

überwinden; es ist aber seit den 80er Jahren, als

ich nach Davos gekommen bin, deutlich

weniger geworden. Die Zeiten der einsamen

Kämpfe sind vorbei. Wir sollten

aber noch mehr nach dem Prinzip arbeiten

Davos sind wir“. Beispielsweise für

den Ausbau des Kongresszentrums: Wir

Hoteliers werden alle einen gewissen Beitrag

in einen Fonds geben. Dieser berechnet

sich nach Anzahl Übernachtungen,

die im Zusammenhang mit Kongressen

generiert werden.

Wäre eine starke Dachorganisation

für die Zusammenarbeit zwischen Davoser Hotels

und Unternehmen sinnvoll? Ja, das würde ich

begrüssen. Derzeit treffen sich Davos-Tourismus, Hotellerie,

Politik und Handels- und Gewerbeverein einmal

im Monat. Aber ich denke, das ist noch deutlich

ausbaufähig. Wir bräuchten eine Art Think Tank.

Wie beurteilen Sie die Chancen von Davos für die

Zukunft? Es gibt viele Argumente dafür, dass Davos

erfolgreich sein wird. Aber wir müssen gewisse

Hausaufgaben lösen.

Und welche haben für Sie Priorität? Das sind vor

allem die angesprochenen Schwachstellen: Verkehr,

Infrastruktur, Zweitwohnungsbau. Abgesehen davon

dürfen wir auch nicht vergessen, bei all unseren

Vorhaben die Bevölkerung einzubinden. Sie muss

überzeugt sein vom Tourismus in Davos. Und dann

ist der Service ein entscheidender Punkt. Wir sollten

eine Umwelt schaffen, die einlädt zum Wohlfühlen.

Viele träumen davon, Davos zur Tourismusdestination

Nummer 1 in der Welt zu machen. Kann

das gelingen? Es ist absolut möglich. Wenn wir vernetzt

denken, den Tourismus ernst nehmen und an

wichtigen Hebeln ziehen, dann wird Davos eine führende

Rolle spielen.

Autor Christoph Siegert


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Trends im Skigebiet

Ein praktischer Service lokalisiert Freunde per GPS.

Wer kennt es nicht,

dieses ewige „Scotland

Yard“-Spiel auf

den Skigebieten. Handy-Kurznachrichten

mit dem Wortlaut

„bin im Jatz-Quattro unten eingestiegen,

warte dort“ oder

„treffen wir uns nachher beim

roten Bähnli oben“ stiften Verwirrungen

und enden meist

mit einigen Stunden einsamer

Pistenfahrt. Denn: Beim

Scotland Yard als Brettspiel

macht es ja Spass den Mr. X

durch einzelne Hinweise zu

suchen. Wenn das Spielbrett

jedoch ein Skigebiet und Mr.

X eine Misses X ist, nämlich

die Freundin, hat der Spass

ein Ende. Dieses Problem soll

nun durch Skimondo gelöst

werden.

Was ist Skimondo?

Skimondo ist ein Service, der

weitreichende Informationen

über ein Skigebiet, aber auch

über eine Gruppe von Skifahrern,

Snowboardern oder Skiwanderern

auf einfache Weise

vermittelt. Auf Standard-Mobiltelefonen

oder über das

Internet können diese Informationen

auf entsprechendem

Kartenmaterial angezeigt

werden. Konkret geht es um

die Fragen: Wo genau befinde

ich mich im Moment, auf

welchem Lift oder auf welcher

Piste? Wie komme ich von

meinem aktuellen Standort zu

einem bestimmten Lift, einer

Piste oder einem Restaurant?

Wo befinden sich gerade meine

Familienangehörigen oder

meine Freunde? Diese Fragen

kann Skimondo beantworten.

Per GPS Standorte abfragen

Um den Service betreiben zu

können, braucht der Benutzer

ein Mobiltelefon mit eingebautem

Empfänger für

GPS (Global Positioning

System). Heute funktioniert

der Skimondo Service

auf den Nokia Mobiltelefonen

der N-Serie

(N95, N95 8GB) und

6110 Navigator. Andere

Mobiltelefone mit GPS

werden unterstützt, sobald

sie auf dem Markt

verfügbar sind. Neben

den Mobiltelefonen

kommen auch andere

GPS-Geräte wie zum

Beispiel die Mambos

von Falcom zum Einsatz.

Es handelt sich dabei um

kleine, handliche Geräte, die

in der Jacke oder Hosentasche


mitgeführt werden können

und alle jederzeit die

aktuelle

Position an Skimondo senden.

Diese Position wird dann auf



dem mobilen Empfangsgerät

angezeigt. Ein Beispiel: Wenn

ein Kind solch ein Gerät

mit sich führt, können die

Eltern jederzeit auf dem Mobiltelefon

oder auf dem Computer

zu Hause den Standort

abfragen. Die kleinen Geräte

verfügen nicht nur über GPS,

sondern auch über die Möglichkeit

per Freisprechanlage

ein Telefongespräch zu führen.

Per Knopfdruck kann

sich das Kind mit einer vordefinierten

Telefonnummer

verbinden lassen oder einen

Anruf empfangen.

Kontrolle auf zehn Meter

Das Satelliten-Navigationssystem

GPS besteht aus über

zwanzig Satelliten. Sie kreisen

unaufhörlich um die Erde, um

aktuellen Standort, Geschwindigkeit,

Meereshöhe und Fahrtrichtung

zu vermitteln. Die

Genauigkeit beträgt bei gutem

Empfang zehn Meter. Auf den

Mobilgeräten können die Informationen

auf Rasterkarten

oder panoramischen Karten

des Skigebiets dargestellt werden.

Skimondo wurde im Dezember

2007 in Verbier / 4 Vallées

lanciert. Die Regionen

Montana und Zermatt sind in

Vorbereitung, weitere Gebiete

werden kontinuierlich erschlossen.

Der Service kann derzeit

kostenlos heruntergeladen

und benutzt werden. Es

entstehen aber Kommunikationskosten

von etwa zwei

Franken pro Tag für die Datenverbindung.

WEITERE INFOS:

www.skimondo.com

www.novasys.com

Autor Urs Dennler, Foto Skimondo


STRAHLEND

www.spenglercup.ch


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Missen in Davos

Das schönste was die Schweiz zu bieten hat. Schnappschuss.

Sie sind garantiert

Schweizerinnen. Ledig,

nicht geschieden

und sie haben kein

Kind. Ihr Alter liegt

zwischen 17 und 24 Jahren. Sie

sind mindestens 168 cm gross

und mögen traditionellerweise

Davos; die Missen der Schweiz.

Xenia Tchoumitcheva ist die

heimliche Miss Schweiz aller

Zeiten. Zu viel Erotik ist aber

nicht förderlich für eine demokratisch

gewählte Miss. Frauen

oder anders ausgedrückt die

Konkurrenz wählt ja mit. Deshalb

ist „Xenia“ seit 2006 als

Vize-Miss bekannt. In Davos

kommt ihr eine ganz besondere

Ehre zu. Kurz bevor jeweils

der Umbau im Kongresshaus

für das World-Economic-Forum

stattfindet, geht dort noch eine

„Xenia“ – Silvesterparty über

die Bühne. „Weil Xenia Tchoumitcheva

für uns ein optimales

Aushängeschild ist“, sagen die

Organisatoren.

Xenia Tchoumitcheva (oben), die erfolgreichste Vize-Miss Schweiz aller

Zeiten und die aktuelle Miss Schweiz, Amanda Amman (links).

sator des Spengler Cup. Beide

schätzen das breite Wintersportangebot

in Davos, insbesondere

das hochklassige Eishockey

zwischen Weihnachten und Neujahr,

sagen sie.

Miss zu sein, ist also ein super

Job, meinen die einen. Bestens

geeignet, um beispielsweise neben

dem Studium Geld zu verdienen.

Bloss im Amtsjahr ist

kaum Zeit für anderes. Die aktuelle

Miss Schweiz, Amanda

Amman, hat für ihren letzten

Ausflug nach Davos „nur 90 Minuten

Schlaf“ in Kauf genom-

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Lebenslanger Ruhm?

Die einen finden, es sei eine

riesen Chance, die Misswahl

zu gewinnen. Eine Miss bleibt

ein Leben lang eine Miss. Oder

zumindest so lange sie jung

und schön ist. Sie kann mit

dem blossen Lächeln Geld verdienen.

Es gibt Modelaufträge

für Schuhe. Und schnelle Autos.

Und ab und zu - zum Beispiel

bei Geburt des ersten Kindes

oder wenn sie endlich das

Glück in der Liebe gefunden

hat, einen liebevollen Artikel in

irgendeiner Illustrierten. Ach

übrigens; Ex-Miss Anita Burri

ist kürzlich mit ihrem neuen

Lebenspartner Armin Meier in

Davos aufgekreuzt. Er ist ex-

Radprofi und heute Mitorganimen.

Weil sie stets Termine hat,

sich aber trotzdem „so auf Davos

freute“.

Gutes Händchen

Sie kommt aus einer Wintersport-Familie.

Ihr Vater war Eishockey-Spieler.

Für ein Rendez

vous am Eisfeld ist sie also bestens

geeignet. Was in der Vaillant-Arena

natürlich ein Kinderspiel

ist. Bundesrat Samuel

Schmid und der frisch gewählte

Nationalrat Tarzisius Caviezel

vermochten sie da schon besonders

zu überzeugen. „Von

dieser Begegnung werde ich bestimmt

noch meinen Grosskindern

erzählen“, resümierte sie.

Dabei hatte die aktuelle Miss

Schweiz ein gutes Händchen bewiesen;

mit HCD-Schal gings'

zum Foto-Shooting. Was sie

dann noch verriet, das erstaunt

kaum; sie fahre am liebsten

Snowboard, wenn sie nicht gerade

für einen Missen-Termin

gebucht sei. Davos ist dafür natürlich

bestens geeignet. Die Parsennhütte

sowieso. Die Frage,

die uns dazu interessiert: Wo

bleiben weitere skifahrende

Missen? Deshalb gleich noch in

der Parsennhütte das Anmeldeformular

ausfüllen. Und vielleicht

steht Dir dann schon bald

die Welt offen! Nicht vergessen:

Das an Dich selbst adressierte

Antwort-Couvert. Am besten

gleich noch den liebsten Kollegen

die Handy-Nr. durchgeben.

Als Miss-Schweiz stehst Du

nämlich nicht mehr im Telefonbuch.

Dann zusammen mit einem

Foto im Skianzug (Format

9 x 13 cm oder grösser) an

die Miss-Organisation schicken.

Und an unsere Wintersportmagazin-Redaktion.

Autor Nina Engel, Luc Müller


DYNAMISCH

Rückhalt des HCD

Wieder einmal setzt Davos auf junge Talente im Tor.

Leonardo Genoni, ein weiterer Aufsteiger im Dress des HCD?

Verwundert rieb sich die Augen,

wer im Sommer 2004

die Goalie-Rochade beim HC

Davos mitverfolgte. Routinier

Lars Weibel musste ersetzt werden.

Zwei Junge kamen. Beide

unerfahren; Thomas Bäumle

und Jonas Hiller. Anfänglich

wurde Lehrgeld bezahlt. Vieles

- aber nicht alles - klappte

auf Anhieb. Das Ende des kontinuierlichen

Aufstiegs ist bekannt.

Der HCD fand in Jonas

Hiller seinen neuen Stammtorhüter.

Daraus resultierte der

Meistertitel - auch dank der

Mithilfe der amerikanischen

NHL-Lockout-Stars Thornton,

Nash und Hagmann. Die definitive

Aufstiegsbestätigung

dann zwei Jahre später. Im

Frühling 07 ist Jonas Hiller

statistisch bester Torhüter der

Schweizerischen NLA, kämpft

sich als „Nummer eins“ in die

Nationalmannschaft und hext

die Davoser zum erneuten Gewinn

der Meisterschaft. Diesmal

ohne NHL-Stars. Jetzt ist

Jonas Hiller selbst ein solcher.

Er steht beim Stanley Cup Sieger

Anaheim Ducks unter Vertrag.

Und Thomas Bäumle ist

beim HC Ambri-Piotta ebenfalls

zum Nationaltorhüter

avanciert.

Geringe finanzielle Belastung

Arno Del Curto, Schweizer

Trainer des Jahres 2007, und

sein Team haben mehrfach

profitiert; der Zuzug eines

jungen Torhüters belastet das

Club-Budget kaum. Ehrgeiz

und Potential sind gross, Starallüren

dagegen ein Fremdwort.

Champions von morgen formen

Mit Stefan Kull verfügt der HCD

über einen Torhüter-Trainer,

der, so scheint es, nur darauf

wartet, die nächsten Champions

zu produzieren. Die neuen

Anwärter sind der 19-jährige

Leonardo Genoni und der

20-jährige Reto Berra, beide

Nachfolger von Jonas Hiller.

Mit der Unterzeichnung der

Zweijahresverträge gelang es

dem HCD die grössten Torhütertalente

der ZSC Lions wegzulotsen.

Experten sind sich

einig: Beide haben grosses

Potential - Der Entwicklungs-

schub wird mit Spannung verfolgt.

Wie gehen sie damit um?

„Die Erwartungshaltung ist

gross, doch der Trainer und

das ganze Team stehen hinter

uns. Wir dürfen uns einfach

selber nicht zuviel Druck machen“,

sagt Leonardo Genoni.

Die beiden Jung-Goalies kennen

sich schon ziemlich lange.

„Wir sind gute Freunde, aber ein

positiver Konkurrenzkampf

ist vorhanden. Wir pushen uns

gegenseitig zu mehr Leistung

und unterstützen uns in jeder

Situation.“ Dann zeigt sich

Leonardo Genoni kämpferisch:

„Ich will einfach immer Vollgas

geben. In den Trainings. In den

Spielen. So kann ich weiterkommen

und beim HCD die

Nummer 1 werden.“ An Davos

schätzt er die grosse Hockey-

Tradition, die grosse Fangemeinde

und „die wunderbare

Bergkulisse“. Der Snowboardund

Skifahrer Genoni kommt,

wenn einmal trainingsfrei, sehr

gerne auf die Parsenn, um

zu entspannen. Auch in der

Parsennhütte soll am Ende der

Hockeymeisterschaft jeweils

auf das Erreichte angestossen

werden. Möglichst wie bei Jonas

Hiller. Der brachte gleich

in der ersten Saison als Stammkeeper

den Pokal mit.

Autor Christian Scherrer,

Foto www.spenglercup.ch


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Ein moderner König

Jörg Abderhalden begeistert als Schweizer des Jahres.

Der Toggenburger Schwinger Jörg Abderhalden präsentiert am eidgenössischen Schwingfest stolz seinen Siegerpreis, den Muni Dobi.

Jörg Abderhalden reiht Erfolg

an Erfolg. Er hat sogar seine eigene

Strasse. Zum dritten Mal

konnte er 2007 am Eidgenössischen

Schwingfest den Schlussgang

für sich entscheiden. Mit

diesem Sieg schwang sich der

sympathische und bodenständige

Nationalsportler in die Herzen

der Schweizer. Der Toggenburger

ist „Schweizer des Jahres

2007“.

Keine Zeit zum Ausruhen

Ausruhen ist bei Jörg Abderhalden

jedoch nicht angesagt.

Nach eigenen Angaben befindet

er sich schon wieder im Aufbautraining.

Konditions- und

Krafttraining stehen momentan

im Vordergrund.

Die Titelverteidigung der nur

alle sechs Jahre stattfindenden

Kilchbergschwinget ist selbsternanntes

Saisonziel. Seit diesem

Jahr muss er nicht nur einen

Titel, sondern auch einen

Strassennamen verteidigen. Die

Gemeinde taufte nach den kürzlichen

Erfolgen die Strasse vor

seinem Haus kurzerhand von

„Lindenstrasse“ auf „Königsstrasse“

um. Der frischgebackene

König freut sich über diese

Anerkennung im eigenen Dorf.

Obwohl das Trainingspensum

einem Profisportler ebenbürtig

ist, kann Jörg Abderhalden

nicht vom Sport alleine leben;

im Gegensatz zu anderen Spitzensportlern.

Sein Arbeitspensum

hat der gelernte Schreiner

auf 60 Prozent reduziert, um

alle wichtigen Aspekte unter einen

Hut zu bringen. Training,

Arbeit, Sponsorenverpflichtungen

und natürlich das wichtigste,

die Familie. Hauptsponsoren

wie Vaillant ermöglichten

ihm diesen Schritt. Die Begeisterung

für das Skigebiet und

die Parsennregion in Davos entstand

dann auch aus einer

freundschaftlichen Beziehung

mit Hans-Jürg Vasecha von

Vaillant.

Fast wäre er Skiprofi geworden

Als begeisterter Skifahrer, bekennender

HCD Fan am Spengler

Cup oder bei der Eis Gala

kann man Jörg Abderhalden

auch in Davos antreffen. Besonders

empfehlenswert sei auch

das Nachtleben, fügt er mit einem

Lachen im Gesicht hinzu.

Seit sein Sohn Terry (2) und sein

Töchterchen Lynn (4) auf der

Welt sind, bleibe dafür jedoch

weniger Zeit. Mit Vaterstolz und

einem Glänzen in den Augen

fügt er hinzu: „Im Moment lernen

wir gerade unsere Tochter

das Skifahren“. Als früheres

Mitglied des Ostschweizer Skikaders

steht er aber auch noch

heute zur Abwechslung gerne

auf den Skiern. Auf die Frage, ob

dabei auch Muskeln oder Techniken

für das Schwingen trainiert

werden können, antwortet

er mit einem Schmunzeln:

„Leider sind vor allem die Verletzungen

sehr ähnlich. Kreuzband-

sowieso Knieverletzungen

sind häufig.“ Und sollten

doch mal eine Rückenlandung

vorkommen, so nimmt der Ausnahmeschwinger

diese nach eigenen

Angaben lieber im Schnee

als im Sägemehl in Kauf.

Autor Martin Fuchs, Foto Monika Flückiger


NATÜRLICH

Überlebenskünstler d

Nicht alle Vögel ziehen im Winter Richtung Süden. Einige haben si

Die Alpen bieten nicht nur beliebte

Ausflugsziele für herrliche

Wanderungen und sportliche

Freizeitaktivitäten, sondern

dienen auch vielen Tieren und

Pflanzen als Lebensraum. Das

gilt besonders auch für die Vogelwelt,

die das alpine Ökosystem

hinauf bis zum ewigen

Schnee erobert hat. Vor allem

die Bergwälder oberhalb der

1000-Meter-Grenze gehören zu

den artenreichsten Habitaten

der Schweiz.

tet. Dabei hat sich der mit über

2,6 Meter grösste Vogel der Alpen

fast ausschliesslich auf Knochen

von Aas spezialisiert, die

er dank starken Magensäften zu

verdauen vermag. Sind solche

Knochen zu gross um ganz verschlungen

zu werden, lässt er

DER

BARTGEIER

IST ZURÜCK

verlassen kann. Gar oberhalb

der Baumgrenze lebt das Alpenschneehuhn.

Ab September

bildet es ein weisses, dichteres

Winterkleid und ist damit

auch optimal getarnt um Angriffe,

besonders von Steinadlern,

zu vermeiden. Da Raufusshühnern

über den Winter möglichst

sparsam mit ihrer Energie

umgehen sollten, leiden diese

stark unter der wachsenden

Zahl an Störungen durch den

Menschen.

Bis zu 50 Vogelarten

nutzen das

reichhaltige Angebot

an verschiedensten

Lebensräumen.

Singvögel wie Drosseln

und Meisen aber auch Eulen,

Spechte und Greifvögel finden

hier optimale Bedingungen.

Weiter oben, wo die Bäume

langsam seltener werden und

auch kleineres Gebüsch allmählich

verschwindet, befindet

sich die natürliche, obere

Verbreitungsgreze vieler Vogelarten.

Doch selbst an die Zone

zwischen alpinem Grasland,

nacktem Fels und ewigem

Schnee konnten sich einige wenige

Vogelarten anpassen. Mit

den hier herrschenden harten

Lebensbedingungen kommt unter

anderen der Bartgeier, der

Steinadler, das Alpenschneehuhn,

der Schneesperling oder

die Alpendohle zurecht.

Der Aas- und Knochenfresser

Er ist wohl eine der imposantesten

Erscheinungen in den

Schweizer Alpen. Bis zum Ende

des 19. Jahrhunderts wurde

der Bartgeier aus Konkurrenzüberlegungen

gezielt dezimiert

und schliesslich sogar ausgerot-

sie aus grosser Höhe fallen, damit

diese zersplittern. Seit 1986

läuft in den Alpen ein Projekt

zur Wiedereinbürgerung des

Bartgeiers. Im Jahr 2007 konnte

zum ersten Mal wieder in

der Schweiz eine Brut dieses

eindrücklichen Vogels verzeichnet

werden.

Tagelang Nadeln essen

Den ganzen Winter in den Bergen

bleiben auch die Vertreter

der Familie der Raufusshühner.

Während das Auerhuhn

in den Bergwäldern lebt, bevorzugt

das Birkhuhn hauptsächlich

die halboffenen, reich gegliederten

Lebensräume der

oberen Waldgrenze. Im Winter,

bei geschlossener Schneedecke,

können Auerhühner einige

Tage oder gar Wochen auf

der gleichen Konifere verharren

und sich von dessen Nadeln ernähren.

Auch das Birkhuhn reduziert

seinen Energieverbrauch drastisch

und beschränkt die Nahrungssuche

auf den Tagensanbruch

und den späteren Nachmittag.

Die restliche Zeit verbringt

es in selbst gegrabenen

Schneehöhlen, die es bei Gefahr

in Sekundenbruchteilen

Tannenhäher als

Überlebenskünstler

An der Baumgrenze trifft man

oft auch auf Rabenvögel. Der

Kolkrabe gilt dabei mit einer

Flügelspannweite von bis zu

1,3 Meter als der grösste Singvogel

in den Alpen. Eindrucksvoll

ist auch die Taktik der Tannenhäher.

Ab Juli beginnen die

mit den Sammelflügen zur Vorratshortung,

bei denen er hauptsächlich

Arven- und Haselnüsse

sammelt und diese an vegetationsarmen

Stellen vergräbt.

Im Winter ernährt sich der Tannenhäher

fast ausschliesslich

von dieser Reserve, die er zu

80 bis 85% auch tatsächlich

wieder findet. Dies ist sehr beachtlich,

wenn man bedenkt,

dass er mindestens 6000 Bodenverstecke

anlegen muss, um

auch überleben zu können.

Den wichtigsten Schutz vor der

Kälte bildet das Federkleid deren

Isolationsfähigkeit durch

Aufplusterung noch gesteigert

werden kann. Bei schlechtem,

rauhem Wetter können sie

dank ihrer grossen Mobilität

auch in tiefere Lagen ausweichen...

Autor Manuel Lingg,

Foto Dr. Christoph Meier-Zwicky

Der Birkhahn (oben links), das Schneehuhn (o


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er Schweizer Alpen

ch hervorragend an die harten Lebensbedingungen angepasst.

ben rechts), der Tannenhäher (unten links) und die Alpendohle bereichern auch im Winter das alpine Ökosystem der Schweiz.


BEQUEM

Ein Tourist aus der Stadt

klärt uns auf: „Wenn ich

wieder einmal durch

nichts mehr, was ein urbanes

Umfeld so an Entspannungsmöglichkeiten

zu bieten hat, in

einen akzeptablen Zustand der

Harmonie zu bringen bin, dann

gehts' so schnell wie möglich

ab in die Berge. Vielleicht nicht

gerade auf Goethes Spuren, der

auf einer seiner waghalsigen

Bergtouren im unteren Wallis

beinahe ums Leben gekommen

wäre, sondern eher im Stile

von Albrecht von Haller, der

mit seinem Gedicht „Die Alpen“

den Bergtourismus überhaupt

begründet hat.“

Chillen bei Cello

Ava-Lounge Ein neuer Megatrend?

Lieber Gast!

Unsere Ava-Lounge bei der Parsennhütte lädt zum

Verweilen ein. In ausgiebiger Handarbeit haben wir die

ehemalige Skiliftstation in die sonnengetränkte Ava-

Lounge ungewandelt. Mit ein Grund, warum mir der neue

Arbeitsplatz „en u huara Fröid“ macht. Im unteren Stock

gibts' was zu Essen. Oben laden Tischchen, Sofas und Hocker,

zum „chillen“ ein. Für eine warme Atmosphäre sorgt

neben dem Interieur auch die grosse Fensterfront. Sie

lässt die Sonne rein und ermöglicht das amüsante „people

watching“ auf der Skipiste. Allerdings aufgepasst; Die

vorbeifahrenden Freunde, die ein „Hallo“ zurufen, sehen

bei dem Tempo alle gleich aus! Bis bald auf Parsenn.

Euer Cello

Umgebung wirkt

Angebote zur Erholung vom

Alltagstress nehmen laufend

zu. Marcello Pfister, genannt

„Cello“, hat ein ganz besonderes.

Er führt die sonnige Ava-

Lounge bei der Parsennhütte.

„So etwas gibts’ nirgendwo

sonst“, sagt Cello Pfister stolz.

Man glaubt es ihm, wenn er

das mit einem Strahlen sagt.

Der Tourist aus der Stadt fügt

an: „Einzig die neue Umgebung

wirkt nun auf mich ein,

und fast beiläufig finde ich in

meinem Gepäck ein Snowboard,

Schneeschuhe oder ähnliches,

welches die Vorfreude

auf dem Anreiseweg mit jedem

Gedanken daran merklich

steigern lässt. Egal, welche

Betätigung man sich

aussucht; In diesem Umfeld

ausgeübt, rundet sie den Aufenthalt

ideal ab.“ Das warme

Plätzchen von Cello fällt schon

aus der Ferne auf; rundum geschmückt

mit Sonnenliegen.

Weil „alles andere Verschwendung

wäre.“ Ein Berg-Liegestuhl

als innovativste Form zur

Erholung und Rückgewinnung

der Balance. Weder in der Ferne

entdeckt, importiert oder

entwickelt. Sondern einfach

auf 2200 Metern über Meer unter

die Sonne gesetzt. Der Tourist

aus der Stadt erklärt: „Für

mich bedeutet Erholung und

Entspannung in erster Linie

zurücklehnen, abschalten und

mich verwöhnen lassen. Für

diese etwas passivere Art zur

Regenerierung der eigenen Ressourcen

sind dem Stadtmenschen

Wellnesszentren oder

Spas ein Begriff.“

Junge und Familien

Dabei gibts’ das alles auch in

Cellos’ Ava-Lounge. Einst holten

hier Skilift-Bügel Schwung

für den Aufstieg zum Weissflujoch,

als der moderne Sessellift

noch nicht war. Nun

fliesst die Energie vor allem

ins Fastfood-Repertoire. „Cello“

setzt auf Schnitzelbrote,

Chicken Nuggets und Hamburger.

„Es sind insbesondere

Junge, die hierher kommen,

aber auch Familien nutzen das

Angebot“, freut sich der Initiant.

Der Tourist bemerkt: „Erst

einmal anreisen und nur die

neue Umgebung wirken lassen.

Das Klima in hohen Lagen

trägt seinen Teil bei und

entspannt auf der Stelle. Die

Raumzeit verzerrende Vorrichtungen

wie Stau im Stadtkern

oder irgendwo scheinen

nun fiktional und überflüssig.

Nichts ist erholsamer und

bereitet gleichzeitig optimal

wieder vor auf die zahlreichen

Kontraste des heutigen

Alltags.“

Autor Matthias Raaflaub, Florian Geissenbühler

Foto Ennio Leanza

inhaber:m .vogt


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Impressum

Herausgeber: artikuliert

(www.artikuliert.ch)

Gesamtleitung:

Martin Fuchs

(fuchs@artikuliert.ch),

Marco Meyer

(meyer@artikuliert.ch)

Chefredakteur:

Christoph Siegert

(siegert@artikuliert.ch)

Bilder:

Ennio Leanza,

Luca Casetti,

Cornelius Fischer

Druck: extremprint.ch

Produziert für die

Parsennhütte, Davos

Auflage: 10'000 Exemplare

© artikuliert

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