Herausforderungen der Familienmedizin - Združenje zdravnikov ...

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Radakovič B: Erkennung des Patienten mit akuter Pankreatitis 491

SPÄTKOMPLIKATIONEN

Die häufigsten Spätkomplikationen sind akute Pseudozyste, Abszess, pankreatischer Aszites

oder pleuraler Ausguss.

Akute Pseudozyste:

Die akute Pseudozyste ist die Pankreassaftansammlung, umgeben von der Bindegewebe-

/Granulationsgewebewand. Die Flüssigkeit in ihr ist steril und entsteht vier oder mehrere

Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit. Einen Verdacht auf die Entwicklung der

Pseudozyste hat man erst, wenn die Amylase mehr als eine Woche lang erhöhte Werte

aufzeigt, oder wenn man eine Verhärtung im Oberbauchbereich ertasten kann. Gewöhnlich

resorbiert sie spontan, wobei eine größere Zyste auch rupturieren oder bluten kann, des

Weiteren kann sie Gelbsucht verursachen oder sich sekundär anstecken (2). Wir können sie

mit Hilfe der Punktierung mit dem Ultraschall entleeren - entweder endoskopisch oder

operativ.

Abszess:

Akuter Pankreasabszess ist eine eingeschränkte Ansammlung von Eiter, die bei den schweren

Formen der Pankreatitis vorkommt (3). Die Diagnose wird mit dem Ultraschall bestätigt. Es

wird mit Ultraschallwasserdrainage und lokaler Applikation von Antibiotika bzw. mit einem

chirurgischen Eingriff behandelt.

Pankreatischer Aszites oder pleuraler Ausguss

Pankreatischer Aszites oder pleuraler Ausguss sind Folgen des Flüssigkeitsausflusses aus der

rupturierten Pseudozyste oder der Pankreasleitung (2). Die Diagnose lässt sich mit der

endoskopischen retrograden Pankreatografie stellen.

LEITUNG DES PATIENTEN MIT DER AKUTEN PANKREATITIS

Es ist wichtig, die Ursache rechtzeitig zu erforschen und diese dementsprechend zu

behandeln. Wie erwähnt ist die schnelle Beseitigung der Ursache nur bei der biliären

Pankreatitis mit der chirurgischen Entfernung der Gallensteine möglich.

Die zweithäufigste Ursache für die akute Pankreatitis ist Alkohol, deswegen ist die

Kooperation des Familienarztes bei der Leitung des Patienten sehr wichtig. Eigentlich sollte

ein paar Monate lang die Alkoholabstinenz gesichert sein. Für Patienten, die chronische

Probleme mit Alkohol haben, sind stetige Begleitung und Beratung wichtig (individuelle

Beratung für einzelne Personen und Gruppen). Auf jeden Fall ist die Aufmerksamkeit nötig,

denn der schädliche Alkoholkonsum führt zu einer schlechteren Kooperation bei der

restlichen Behandlung und zur möglichen Rückkehr der Krankheit.

Eine weitere Aufgabe des Familienarztes ist es, den Patienten zu begleiten und die anderen

Ursachen, die die akute Pankreatitis wieder auslösen könnten (z.B. Hyperlipidämie,

Medikamentenmissbrauch, Atemnotsyndrom bei Erwachsenen, Wiederauftreten von

Gallensteinen) zu beheben. Außerdem ist eine Kooperation im Falle des Fastens nötig

(wichtig ist vor allem eine Ernährung mit niedrigen Fett- und Proteinwerten), wie auch die

langsame Entnahme der Analgetika um die Abhängigkeit zu vermeiden (4). Bei Patienten mit

insistierendem Schmerz muss man die Erscheinungsmöglichkeit der Komplikationen bei der

Herausforderungen der Familienmedizin – Sammelband der Seminararbeiten von Studenten der medizinischen

Fakultät der Universität in Maribor (MF UM), 2007/2008

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