Wallis. Das Magazin. - November 2015

valais

AUSGABE 2 20. N OVEMBER 2015

WALLIS

INS H ERZ GEMEISSELT

Pirmin Zurbriggen: Dienen als Leitmotiv

Kraftort Aletsch Spitzenkoch

Markus Neff Goms: Das endlose Gleiten

Dr’ Jope – das Buch Kräuterwissen

neu genutzt Freiheitsgefühl im Schnee


SEDRIK NEMETH

Verspricht Emotionen.

Der Wein ist eine Einladung zur Entdeckung,

zum Austausch und zur Freundschaft.

PROVINS.CH


Wer den Winter mag,

liebt das Wallis

Titel Massif des Combins fotografiert von Giovanni Castell

Welches ist für Sie die schönste Zeit des Jahres? Für uns ist

es der Winter. Wenn die Schneeflocken über den Himmel tanzen,

die Wälder und Wiesen in Weiss getaucht sind und die

rosarote Abenddämmerung eine stille, klare Nacht ankündigt.

Im Walliser Winter herrscht eine magische Stimmung.

Wir laden Sie ein, diesen Winterzauber mit uns zu erleben. Im

Wallis befinden sich die höchstgelegenen Skigebiete der

Schweiz, Schneesicherheit ist also garantiert! Und: Das Wallis

ist näher, als man denkt, da lohnt sich auch ein Wochenendausflug

– zum Skifahren, Wellnessen oder einfach, um das

schöne Bergpanorama und die Gaumenfreuden zu geniessen.

Lassen Sie sich von den vielfältigen Aktivitäten und dem

Charme der idyllischen Bergdörfer inspirieren.

Wussten Sie, dass wir dieses Jahr im Wallis 20 Hundertjährige

feiern durften? Ob das Erreichen dieses stolzen Alters an

der frischen Bergluft, den vielen Sonnentagen, dem hervorragenden

Wein und den geselligen Stunden liegt, wollen wir

mal vermuten. Stellvertretend für alle Frauen und Männer dieser

Generation haben wir uns bei Walliserinnen und Wallisern

mit Schnee aus ihrem Geburtsjahr bedankt. Snowboarderin

Patrizia Kummer, Hotelkönig Art Furrer, Skilegende Pirmin

Zurbriggen, der Nationalratspräsident 2014/15 Stéphane

Rossini und Spitzenkoch Markus Neff zeigen ihre Kraftorte und

sagen, wo das Wallis am schönsten ist. Wir wünschen Ihnen

eine spannende Lektüre und einen zauberhaften Winter.

Damian Constantin, Direktor Valais/Wallis Promotion

«Wallis» erscheint als Beilage der Schweizer

Illustrierten am 20. November 2015 Redaktion |

«Wallis», Schweizer Illustrierte, Dufourstrasse

23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63,

info@schweizer-illustrierte.ch Leitung/

Geschäftsführer Ringier Zeitschriften |

Urs Heller Chefredaktor | Stefan Regez

impressum

Redaktionsleitung | Monique Ryser

Bildchefin | Nicole Spiess Textchef | Jan

Morgenthaler Layout/Produktion | Simona

Guarino Satztechnik | Doris Wüthrich

Mitarbeiter dieser Ausgabe | Anita Lehmeier,

Thomas Kutschera, Verena Thurner

Bildredaktion | Sonia Favre, Martin Müller,

Haben Sie eine besonders

schöne Erinnerung an den

Winter im Wallis? Teilen Sie

diese auf Facebook, Twitter

oder Instagram mit dem

Hashtag

#MeinWinterimWallis

Fabienne Hubler Designkonzept | Beling

Thoenen Design Korrektorat | Barbara Siegrist

Bildbearbeitung | Ringier Redaktions-Services

Head of Marketing | Thomas Passen

Marketing | Verena Baumann Verlag | Ringier

AG, Zofingen Produktionsleiter | Michael

Passen Druck | Swissprinters AG, 4800 Zofingen

EDITO

3


52 48

Die Bahn auf

den Gemmipass.

Im Hintergrund

das Bäderdorf

Leukerbad.

Stéphane Rossini,

der höchste

Schweizer 2014/15,

spricht über seine

Heimatgefühle.

INHALT

62

74

Sophie Harnisch, 86, ist

eine von acht Walliserinnen

und Wallisern,

die mit Jahrhundertschnee

geehrt wurden.

Neuschneefahrt auf

der Fiescheralp:

Das Wallis bietet

exklusive Winter-

Specials für alle.

6

STERNE

Im Wappen des Wallis sind 13 Sterne,

hier stehen sie für 13 aussergewöhnliche

Menschen, Orte und Produkte.

12

MARKUS NEFF

Das «Fletschhorn» in Saas-Fee ist erste

Adresse für Spitzenküche. Der 18-GM-

Punkte-Koch zeigt seine Ruheoase.

18

GOMS

Nirgends sonst ist es schöner, mit den

Langlaufski durch die Landschaft zu

gleiten, als im Goms.

22

PIRMIN ZURBRIGGEN

Er hat im alpinen Skisport alles gewonnen,

was man gewinnen kann. Heute ist

er Hotelier und fördert die Ski-Jugend.

26

AUS ALT MACH NEU

Kräuter und Pflanzen haben heilende

Kräfte. Die Firma Pharmalp verbindet

altes Wissen mit Innovation.

29

FREERIDE

In Verbier messen sich die besten

Freerider der Welt an einer senkrechten

Felswand – verrückt!

30

PATRIZIA KUMMER UND ART FURRER

Beim Alter trennen sie Jahrzehnte,

trotzdem haben sie viele Gemeinsamkeiten.

Vor allem den Kraftort Aletsch.

36

DR’ JOPE

Ein Fotobuch, ein Veston, ein international

bekannter Designer und eine

Couture-Schülerin – ergibt Dr’ Jope.

48

STÉPHANE ROSSINI

Der Nationalratspräsident 2014/15

ist ein Walliser: der Politiker über

die Schweiz und seinen Kanton.

4


02

Inhalt

22 12

Pirmin Zurbriggen,

Idol und Hotelier,

vor dem Matterhorn

in Zermatt. Das

grosse Interview.

Markus Neff,

18-GM-Punkte-Koch

vom «Fletschhorn»

in Saas-Fee zeigt

seinen Rückzugsort.

Fotos Keystone (2), Sedrik Nemeth (2), Wallis Tourismus,

Sébastien Agnetti / 13 Photo

52

LEUKERBAD

Der Schnee, der heute auf den Berghängen

rund um Leukerbad liegt, ist

das Thermalwasser von morgen.

58

KUNSTBAU

Das Museum der Fondation Pierre

Arnaud in Lens ist ein architektonisches

Meisterwerk.

62

LEBEN IM WALLIS

Acht Frauen und Männer in gesetztem

Alter wurden mit Schnee aus dem

Rhonegletscher geehrt.

70

OVRONNAZ

Ein Thermalbad zum Austoben

mit Aussicht auf Berge und Pisten ist

der Geheimtipp im Unterwallis.

74

WINTER-SPECIALS

Winterzauber, Freiheitsgefühle und

Familienspass: exklusive Angebote

für einen erlebnisreichen Winter.

82

AGENDA

Im Wallis ist immer etwas los: Von

ausgelassenen Skirennen bis zu klassischen

Konzerten ist für alle was dabei.

DIE FOTOGRAFEN

Für dieses Wallis-Magazin

haben fotografiert:

Christian Pfammatter

Sedrik Nemeth

Giovanni Castell, Kurt Reichenbach,

David Carlier, Markus Eichenberger,

David Birri, Didier Martenet, Geri Born

5


STERNE

Grosse Künstler ganz nah

Das Musikfestival Zermatt Unplugged ist einmalig: Am Fuss

des Matterhorns treten Stars in ganz intimem Rahmen auf.

Zermatt | Gleich beim ersten Mal kam

ein Superstar: Chris de Burgh reiste ins

Dorf unter dem Matterhorn und sorgte

für einen Traumstart des Festivals Zermatt

Unplugged. 2007 von Thomas

Sterchi und Marco Godat als Singer- und

Songwriter-Festival gegründet, entwickelt

sich Zermatt Unplugged seitdem immer

mehr zum Treffpunkt für Anhänger

6

des unverfälschten Sounds. Nächster

Termin, den man sich jetzt schon vormerken

muss: 5. bis 9. April 2016. Das Programm

wird im Dezember bekannt gegeben.

Sterchi hat die Stimmung und den

unvergleichlichen Groove des Zermatter

Festivals auch nach Zürich gebracht. Im

Kaufleuten gingen im Oktober die drei

ersten Konzerte über die Bühne, weitere

sind geplant. Die Anfänge waren nicht

einfach, doch heute ist das Zermatt Unplugged

ein fester Bestandteil der Musikfestivals.

Und die Stars lieben es: Man

trifft sie auf den Pisten, sie posten Selfies

in den sozialen Medien, und die Starallüren

scheinen mit jedem Höhenmeter

mehr von ihnen abzufallen.

www.zermatt-unplugged.ch


Härtetest für

Hochalpinisten

Fotos Marc Kronig, HO, François Perraudin, Sedrik Nemeth

Der «1815 – 13 Sterne» ist der Whisky

zum Walliser Jubiläum.

Whisky aus

Walliser Roggen

Glis | Pünktlich zur 200-Jahr-Feier des

Beitritts des Wallis zur Eidgenossenschaft

füllte die Sempione Distillery

GmbH im Januar den ersten Oberwalliser

Whisky ab. Er wird aus Gersten- und

Roggenmalz hergestellt. Im Wallis war

der Roggen das wichtigste Brotgetreide

der Bevölkerung. Der Roggen ist robuster

als andere Getreidearten, und er ist

gegenüber dem harten Klima sehr anpassungsfähig.

Der Roggen für die Whisky-Produktion

wird von einheimischen

Produzenten auf den Safranäckern von

Mund angepflanzt. Nach dem Schroten,

Maischen, Gären und Destillieren des

Getreides wird der Whisky mindestens

drei Jahre in Barriquefässern gelagert.

Diese befinden sich übrigens in einem

stillgelegten Armeebunker im Fels. Die

fünf Geschäftsinhaber planen ab 2017

zwei weitere Sorten auf den Markt zu

bringen: einen Single-Malt und einen

Edelbrand aus Gersten- und Dinkelmalz.

Wichtig sind der Sempione Distillery die

lokalen Produkte und die regionale Verankerung.

Im Walliser Whisky ist auch

Wallis drin. Bestellen unter:

www.sempione-distillery.ch

Skialpinismus| Man muss ziemlich verrückt

sein, um an der Patrouille des Glaciers

mitzumachen. Das militärische Skitourenrennen

führt von Zermatt über

Arolla nach Verbier und muss in einer

Etappe absolviert werden. Gestartet

wird im Zeitfenster von 19. bis 23. April

2016. Letzes Jahr starteten 1800 militärische

und zivile Dreierseilschaften. Den

Rekord für die 110 Leistungskilometer

hält seit 2012 ein Team der Grenzwacht

mit den Walliser Spitzenalpinisten Florent

Troillet, Martin Anthamatten und

Yannick Ecoeur mit fünf Stunden und

52 Minuten.

www.pdg.ch

Der schwierigste Alpinwettkampf der

Welt: die Patrouille des Glaciers.

110 Kilometer

nächtlicher

Kraftakt im

Hochgebirge

Alte Ski als Dekoration, Walliser

Weine und Raclette: Roland Collombin

empfängt im «La Streif».

Collombin ehrt

die Streif

Martigny-Bourg| Der Mann hat Humor:

«La Streif – Chez Collombin» hat der

Ex-Abfahrtsstar Roland Collombin sein

Bistro in Martigny-Bourg genannt. Und

zur Eröffnung seinen ehemaligen Rivalen

und heutigen Freund Frank Klammer

eingeladen. «Zweimal gewann ich in

Kitzbühel die Streif, das waren meine

wertvollsten Siege», erklärt er die Namenswahl.

Collombin, der in drei Monaten

65 wird, war und ist Kult: Er war der

Wilde im Skizirkus und wurde seinem

Übernamen «la bombe» mit seinem Stil

auf und neben der Piste gerecht. Für

Franz Klammer war es eine Selbstverständlichkeit,

seinen Copain im Wallis zu

besuchen. «Roland war mein Vorbild!»,

so Klammer. «Heute treffen wir uns oft

beim Golf. In dieser Sportart bin ich aber

eindeutig der Bessere.» Neben der Bar

betreibt Collombin einen Weinhandel in

Verbier. Noch heute geht er im Winter

fast täglich auf die Ski: «Wenn die Sonne

nur ein bisschen scheint, gehts ab auf

die Piste.» In seine Bar kommen viele

ehemalige Fans. «Ich gebe zu, das rührt

mich.»

www.facebook.com/streifcollombin

7


Die familiäre

Ladenkette

STERNE

Nicolas Steiner porträtiert in

seinem Dokumentarfilm Heimatlose.

Ein Walliser

erobert die Welt

Kultur | Die Oberwalliser sind konsequente

Menschen: Lanciert einer von ihnen einen

neuen Film mit englischem Titel, wird

dieser sogleich «eingedialekt». So schreibt

der «Walliser Bote»: «Angesagt ist dann

‹Above and Below› (Drubär und Drunnär)

des Turtmänner Filmemachers Nicolas

Steiner». Der in den USA spielende Dokumentarfilm

zeigt Rick, der im Tunnelsystem

unter Las Vegas lebt, Dave aus einer

Aussteigerkommune und April, die sich in

der Wüste auf eine Mission zum Mars vorbereitet.

Manchmal beklemmend, manchmal

unfreiwillig komisch, aber in jedem

Fall packend von der ersten bis zur letzten

Minute hat «Above and Below» schon

zahlreiche Auszeichnungen gewonnen

und ist für den Europäischen Filmpreis

nominiert. «Ich wollte einen Film darüber

drehen, wie es ist, kein Daheim zu haben.

Als Gegensatz zu meinem Walliser Film

über den Kampf der Eringerkühe, bei dem

es um die Verwurzelung in der Heimat

ging», erklärt Nicolas Steiner. Der 31-Jährige

ist einem grossen Publikum als Rekrut

in der Komödie «Achtung, fertig, Charlie!»

bekannt. Trotzdem entschied er sich danach,

hinter die Kamera zu stehen.

www.aboveandbelowfilm.com

Gewerbe | Die Geschäfte von Edelweiss-Market

sind die Tante-Emma-

Läden des Unterwallis. Das Konzept ist

so einfach wie sympathisch: Qualitätsprodukte,

vor allem von Walliser Produzenten,

in einem einladenden und

freundlichen Ambiente anzubieten. 120

Angestellte arbeiten in 26 Läden. Auch

das Arbeitsklima sei familiär, so Direktor

Sébastian Bruchez. «Unsere Angestellten

können auch mal ihre Kinder von der

Schule abholen.» Das Edelweiss-Netz

vergrössert sich ständig. In Isérable,

Arbaz, Euseigne und Hérémence ist

eine Poststelle integriert, in Bramois

gibts eine Metzgerei und in Chermignon

ein Tea-Room. Jeder Laden offeriert

einen Einkaufs- und Lieferservice für ältere

Menschen, und für Partys kann ein

Catering bestellt werden. «Edelweiss

ist ein 100-prozentiges Walliser Unternehmen,

das sich als Botschafter des

Kantons sieht», erklärt Bruchez. Wachstum

ist für ihn gut, solange die Qualität

gewährleistet werden kann. «Das ist

oberste Maxime.»

www.edelweissmarket.ch

Dank

Edelweiss-

Market bleiben

die Läden

im Dorf

Ein Hotel wie

jedes andere

Besonders herzlich:

Julie Delez serviert im Hotel

und Restaurant mARTigny.

Martigny | Am 1. Oktober hat das Boutique-Hotel

mARTigny seine Türen geöffnet.

45 Personen kümmern sich um

das Wohl der Hotelgäste in den 52 Zimmern,

der Restaurantbesucher und der

Seminarteilnehmer. «Wir sind ein Hotel

wie jedes andere», sagt Jean-Marc Dupont,

Direktor der Stiftung Fovahm, die

sich um die Integration, Ausbildung und

Beschäftigung von geistig Behinderten

kümmert. Von den 45 Angestellten in

Martigny sind denn auch 30 geistig

behindert. «Das Hotel soll ein Schaufenster

für das Wallis sein», erklärt

Hoteldirektor Bertrand Gross sein Ziel.

Die Behinderten sind in Sechsergruppen

eingeteilt, die jeweils von einem Sozialarbeiter

geführt und betreut werden.

Gross, Absolvent der Hotelfachschule

Lausanne, will auch mit peruanischer Küche

punkten, die er in seiner Zeit in Südamerika

kennengelernt hat. «Wir wollen

beweisen, dass behinderte Menschen

einen Platz in der Wirtschaft haben. Wir

werden uns durch unsere Herzlichkeit

profilieren.» Das Hotel wird unterstützt

von der Fondation Gianadda und deren

Stifter Léonard Gianadda.

www.martigny-hotel.ch

8


Luxus ganz

umweltgerecht

Das Original

kommt von hier

Das einzige Raclette mit Ursprungsbezeichnung

AOP kommt aus dem Wallis.

Eco-Luxury | Geodätisch heisst die

Form, luxuriös ist das Innere: Die Pods

im Eco-Luxury and Alpine Experience

Whitepod sind runde Häuser, die jeweils

ein Zimmer beherbergen. Rund 15 Minuten

dauert der Spaziergang von der

Rezeption bis zu den Pods – und das ist

durchaus gewollt! Die Pods sind sparsam

im Stromverbrauch, denn dank der Abwesenheit

von Winkeln ist der Innenluftstrom

kontinuierlich. Es braucht also

weniger Energie, um Luft zirkulieren zu

lassen und eine stabile Temperatur

beizubehalten. Alle Pods verfügen über

Quellwasser-Anschluss und werden

durch einen Holzfeuerofen geheizt.

Nachts müssen die Gäste unter Umständen

ein Scheit nachlegen, damit es auch

am Morgen noch warm ist. Aber das

gehört zum ökologischen Konzept des

Hotels, das sich aufs ganze Dorf Les Cerniers

oberhalb von Monthey erstreckt.

Das Morgenessen gibt es im Chalet Pod-

House und im Restaurant Les Cerniers.

Gute Schuhe und Winterkleidung werden

für den Besuch empfohlen – ist man

aber erst in seinem Pod, will man hier

nicht mehr weg.

www.whitepod.com

Fotos Aline Fournier, HO (2), Keystone

Spezialität | Er kommt aus dem Val

d’Anniviers, dem Val de Bagnes, aus dem

Goms, aus Simplon oder Isérable. Und ein

jeder dieser Käse schmeckt anders, von

zart-schmelzend bis rezent. Gemeinsam

ist ihnen allen: Nur sie dürfen das Ursprungslabel

AOP (Appellation d’Origine

Protégée) tragen. Zehn Seiten umfasst

das Reglement zur Herstellung des Käses.

Letztes Jahr wurden 1,6 Tonnen davon

produziert. Sein Geheimnis: Er wird

aus Rohmilch hergestellt. Und weil die

Kühe in den Walliser Seitentälern nur

bestes Gras und Heu von Naturwiesen

und Alpweiden zu fressen bekommen,

gibt es die typischen Geschmacksunterschiede

je nach Saison und Region.

www.walliserraclette.ch

Die Pods in Les Cerniers bekamen

Höchstnoten von Reisemagazinen.

9


STERNE

Berge im Licht

Die Aktion war einmalig: 13 Walliser Berggipfel wurden

gleichzeitig beleuchtet. Ein magisches Erlebnis.

Jubiläum | 70 Bergführer und Lichtspezialisten

haben am 18. März gleichzeitig

13 Walliser Berggipfel mit riesigen «bengalischen»

Feuern beleuchtet. Diese aufwendige

Aktion fand zur Jubiläumsfeier

der 200-jährigen Zugehörigkeit des

Wallis zur Eidgenossenschaft statt. Ins

Licht gerückt wurden Allalinhorn, Dom,

Taeschhorn, Dent Blanche, Petit und

10

Grand Muveran, Haut de Cry, Grand

Combin, Combin de Corbassière, Petit

Combin, Cime de l’Est, Cathédrale,

Haute Cime und das Bietschhorn. Das

einmalige Ereignis hat 18 Monate Vorarbeit

benötigt. 30 Fotografen haben die

Lichtbilder mit ihren Kameras eingefangen.

Drei Minuten dauerte die vergängliche

Kunst, die Tausende von Zuschauerinnen

und Zuschauern live und Zehntausende

per Internet verfolgten. Für die

Ewigkeit gemacht ist das Buch, das daraus

entstanden ist: Der Bildband zeigt bekannte

Berge in neuer, noch nie gesehener

Schönheit und Eindrücklichkeit. Das

Buch ist zweisprachig und kann bestellt

werden bei Edition Favre in Lausanne.

www.13etoilesausommet.ch


Fotos David Bumann, Sedrik Nemeth, Daniel Rihs

Gleich drei

Walliser

Projekte

ausgezeichnet

Das Wallis

räumt ab

Milestone | Bei der Verleihung des Tourismuspreises

Schweiz, dem Milestone,

holte das Wallis gleich drei Auszeichnungen.

In der Kategorie «Herausragende

Projekte» ehrte die Tourismusbranche

die Aktivitäten zum Jubiläum «150 Jahre

Erstbesteigung Matterhorn». Begangen

wurde dieses nicht mit einem rauschenden

Fest, «sondern mit Projekten,

die nachhaltig das Angebot der Destination

beeinflussen», schreibt die Jury.

In der gleichen Kategorie wurde auch

das Hotelkonzept von Montagnes

Alternatives ausgezeichnet. Inmitten des

Pays du St-Bernard haben die Betreiber

die über hundertjährigen Scheunen des

Weilers Comerin bei Orsière renoviert

und in eine Lodge verwandelt. Höchster

Komfort mitten in der Natur mit engem

Kontakt zum Team, das einem die Region

näherbringt. Für sein Lebenswerk geehrt

wurde Léonard Gianadda, der mit seiner

Fondation Gianadda in Martigny ein Museum

mit Weltruf aufgebaut hat. «Die

Stiftung ist ein touristischer Leuchtturm,

der weit über die Region hinausleuchtet»,

schreibt die Jury.

www.htr-milestone.ch

Weinautomat

für Geniesser

Sion | Provins ist der grösste Schweizer

Weinproduzent und repräsentiert ein

Fünftel der Walliser und zehn Prozent

der Schweizer Produktion. Mehr als

3400 Traubenlieferanten bringen der

Genossenschaft jedes Jahr ungefähr sieben

Millionen Kilo Trauben. Die Linien

«Maître de Chais», «Grand Métral» oder

«Crus des Domaines» gehören zu den

Spitzenweinen. Provins ist auch innovativ.

Im Espace Provins in Sion können

Weinliebhaber selbstständig an Abfüllzapfen

Weine degustieren. Daraus ist

der Enomatic für den Hausgebrauch entstanden.

www.provins.ch

Selber Wein einschenken im Espace

Provins in Sion.

Der Enomatic

ist der

Degustierapparat

für

zu Hause

Klaus Maria Brandauer ist Frank

Capelli, der Star der neuen Serie.

Tatort

Wallis

Filmserie | Eine Hochzeitsgesellschaft

wird im Wallis entführt, auch eine deutsche

Bundesministerin ist unter den Geiseln.

Der Entführer verlangt, dass sich ein

ehemaliger Profiler in die Verhandlungen

einschaltet. Dieser Plot ist Basis der 39-teiligen

Filmserie «Capelli Code». Die Besetzung

ist hochkarätig. Die Bundesministerin:

Iris Berben; der Profiler Frank Capelli:

Klaus-Maria Brandauer; die Verhandlungsführerin:

Heike Makatsch. Gedreht

wurde schon an der Grande Dixence,

beim Hotel Weisshorn oberhalb St-Luc

und in Sion. Produziert wird die Serie von

der Basler European Star Cinema (unter

den Privatinvestoren auch Nestlé-VR-Präsident

Peter Brabeck). «Capelli Code» ist

eine unabhängige Produktion, die ausserhalb

des klassischen TV-Betriebs hergestellt

wird. Die komplette Staffel eins wird

ab folgendem Oktober von TV-Zeitschriften

in Deutschland, in der Schweiz («Tele»)

und in Österreich mit einem noch nie

dagewesenen DVD-Release vertrieben.

Während acht Wochen verteilen fünf

Zeitschriften aus drei Ländern insgesamt

20 Millionen DVDs.

www.europeanstarcinema.com

11


WALLISER

Pause macht der «Fletschhorn»-Chef

gern in der Bärenfalle, wo sein eigenes

Quellwasser durchfliesst und sein Copain

Günther (hinten) Forellen züchtet.

12


STILLER

SCHAFFER

In Saas-Fee hat Markus Neff mit dem

«Fletschhorn» eine Oase des Genusses

geschaffen. Mit unermüdlichem Einsatz. Uns

zeigt der Spitzenkoch, wo er Kraft schöpft.

Text: Anita Lehmeier Fotos: Sedrik Nemeth

13


WALLISER

1

2

3

14


«Nimm den

Daumen vom

Flaschenhals.

Wir sind hier

im Wallis

1 «No en

Gutsch. Ein

Fisch will schwimmen»,

weist Neff den Koch-

Novizen an. In der Folie liegt eine

Forelle, die zehn Minuten vorher ins

Netz ging. 2 In seinem Zweitrestaurant

«Spielboden» hält sich Neff der Küche

fern. Das Arbeiten kann er aber

nicht lassen. 3 Seit 32 Jahren

ist der Vorarlberger

im Wallis

daheim.

Die schlechte Nachricht vorweg:

Für Üsserschwiizer ist die Reise

ins «Fletschhorn» lang, richtig

lang. Und langsam obendrein. Erst zwingen

die vielen und verflixt engen Kurven

von Visp das stotzige Saastal hoch zu gemässigtem

Tempo, selbst Einheimische

und PS-Protzer müssen runterschalten.

Von Saas-Fee aus schneggelt man dann

im Elektrobüssli über einen Waldweg

dem Ziel entgegen, jeder halbwegs fitte

Jogger könnte überholen. Endlich im

«Fletschhorn» angekommen, ist man

schon gehörig entschleunigt. Bereit für

das Verwöhnprogramm, das hier geboten

wird. Die Aussicht auf das Fletschhorn

und zwölf weitere Viertausendergipfel.

Die Ruhe hier oben auf 1800 Meter,

die Städtern und Gestressten nur am

Anfang schräg in die Ohren schiesst und

sie bald herrlich einlullt. Nach dem Einchecken,

das gern von einem Coup de

blanc begleitet wird, trägt jemand vom

Team die Koffer ins Zimmer. Mal ist das

die tatkräftige Maren Müller, mal der

charmante Sommelier Charlie Neumüller,

beide Neffs langjährige Freunde und

Compagnons. Zu dritt übernahmen sie

vor zwölf Jahren das «Fletschhorn» von

der legendären Irma Dütsch und führten

den Betrieb ganz im Freigeist der Grande

Dame der Kochtöpfe in die Zukunft.

Nicht selten legt Markus Neff höchstselbst

Hand ans Gepäck. Von seiner Küche

aus sieht er Neuankömmlinge und

eilt zur Begrüssung herbei. Der Chef

kocht zwar auf Top-Niveau, seit Jahren

ehrt ihn der GaultMillau mit 18 von 19

möglichen Punkten und lobt seine Kochkunst

und Kreativität in den höchsten

Tönen. Aber Neff kocht auch auf Augenhöhe

mit den Gästen. Seine Küche liegt

auf gleicher Ebene wie Restaurant, Empfang

und Zufahrt. So hat der Chef immer

15

die Übersicht, wer kommt und wer geht.

Spätestens nach der ersten Mahlzeit

merkt man, dass das «Fletschhorn» weit

mehr ist als Hotel und Restaurant. Es ist

ein kleines Universum, ganz auf Genuss

gepolt. Stammgäste wissen das, nehmen

darum die lange Reise auch gern in Kauf.

Jeder Bewohner dieses Planeten kümmert

sich um die Gäste, als wären es

gute Freunde. Allen voran der Küchenchef

und kreative Kopf des Trios. Durch

Neffs Hoheitsgebiet und Hände gehen

weit gereiste Delikatessen wie bretonischer

Hummer, Périgord-Trüffel, Foie

gras, Kaviar, Rentier, galizisches Bergrind,

edle Fische aus fernen Meeren,

aber auch jurassischer Wasserbüffel und

Basler Chriesi und – natürlich – die besten

Produkte, die das Wallis zu bieten

hat: heimisches Lamm, Kalb und Huhn,

Safran aus Mund. Und die Forellen aus

eigener Zucht im eigenen Wasser. Das

«Fletschhorn» verfügt nämlich über eine

Quelle. Die mündet in der Bärenfalle,

einem Waldstück einen Steinwurf vom

Haus entfernt, in grosse Bottiche für die

Aufzucht von Forellen. Fünfzig bis sechzig

Fische werden hier pro Jahr bis zur

Genussreife grossgezüchtet.

Die Bärenfalle ist auch der Ort, an

dem Neff quasi seine Zimmerstunden

verbringt, die wenige Zeit, die der stille

Chrampfer mal nicht in der Küche steht.

Neff arbeitet sieben Tage die Woche, auf

dem Planeten Fletschhorn gibts für die

Bewohner keine Ruhetage. Wohnen tut

Neff eigentlich in Saas-Fee. «Zu Hause

aber bin ich im ‹Fletschhorn›. Seit 1983.»

Spitzengastronomie ist in jedem Fall ein

Knochenjob, und Topköche sind immer

Workaholics. Anders kann man auf dem

hohen Niveau nicht mithalten. Neff aber

ist mit seinem Dauereinsatz nochmals

eine Klasse für sich. Denn auch wenn das


WALLISER

Haus zwischen der Sommer- und der

Wintersaison jeweils für wenige Wochen

geschlossen ist, ziehts ihn nicht in die

Ferne. Höchstens mal auf Familienbesuch

ins österreichische Bludenz. Jetzt

aber nutzt Neff die «Ferien», um einige

der 13 Zimmer umzubauen. «Auch für

Handwerker ist der Weg weit. Und das

kostet.» Also legt er auch hier selber

Hand an. Das Material liegt schon bereit

vor dem braun-weissen Fachwerkhaus.

Während andere Spitzenköche in ihrer

Freizeit den Golfsack, die Sporttasche

oder den Weekender packen, schnappt

sich Neff lieber im Schuppen eine Säge

und ein Fischernetz. So ausgerüstet

stapft er los zur Bärenfalle. Zu diesem

Ruhepol führt ein Waldweglein, auf dem

schon Mitte Oktober Schnee liegt. Fichtennadeln

überziehen die weisse Pracht

mit einer Schicht Gold, man fühlt sich in

einen Zauberwald versetzt. Das Knusperhäuschen,

das am Ende des Weges

steht, scheint ebenfalls einem Märchenbuch

zu entstammen. Davor wartet

schon Neffs langjähriger Freund Günther

Schaden. Zur Begrüssung entkorkt

er eine perfekt gekühlte Flasche «Petite

Arvine». Ganz nach Walliser Art wird

erst mal ein Coup de blanc getrunken,

die Männer machen es sich auf einer

Holzbank bequem. Bald packt Neff wieder

die Arbeitslust, er holt aus einem

Proviantsack einen Mocken Bergkäse

und selbst gemachtes Kernenbrot – nur

solches kommt im «Fletschhorn» auf den

Tisch, Ehrensache! Dann wird eine Forelle

gefangen, getötet, fachgerecht ausgenommen

und im offenen Kamin gegart.

Bei der Zubereitung gibts einen Basiskochkurs

für Günthers Enkel Anatol, der

heute ebenfalls einen freien Tag in der

Bärenfalle verbringt. «Wir garen die Forelle

im Weisswein. Sie schwamm schon

zu Lebzeiten gern. Also nimm den Daumen

vom Flaschenhals, wir sind hier im

Wallis!», rät der Koch schmunzelnd. Zehn

Minuten später ist der Fisch gegessen.

Damit fürs nächste Grillpicknick wieder

Holz vorrätig ist, sägen die zwei Freunde

einen dicken Ast in Stücke. «Bis bald»,

sagt Günther zum Abschied und klopft

Neff mit vielsagend hochgezogener

Braue auf die Schultern. Der Markus

käme viel zu selten vorbei, meint er.

Auch im «Spielboden», seinem Zweitrestaurant

hoch oben an der Skipiste,

verbringt Neff manchmal Mussestunden.

«Ich geniesse die Fahrt im Gondelbähnchen

jedes Mal neu. Ich sitze dann einfach

da und schaue. Herrlich!» Nach

zwanzig Minuten Fahrt oben angekommen

ist dann schon wieder Schluss mit

Nichtstun. Neff greift sofort zur Schneeschaufel

und schippt den Weg frei.

Dreinreden aber tue er dem Team in der

superschicken Skihütte hier oben auf

2500 Meter nicht. «Wenn ich mich in der

Küche blicken lasse, dann nur am Abwaschtrog.»

Ein 18-Punkte-Koch macht

den Abwasch? «Für mich ist das reine Erholung.

Schauen Sie sich mal die Aussicht

an!» Tatsächlich bietet das Fenster

über dem Spülbecken einen spektakulären

Ausblick auf die hochalpine Bergwelt.

Und dass man das «Fletschhorn»

von hier grad nicht sieht, tut Markus Neff

sicher auch gut …

Die gute Nachricht noch zum Schluss:

Am 12. Dezember öffnet das «Fletschhorn»

wieder seine Türen, und der Chef

steht erneut am Herd, fast immer.

Mehr Infos: www.fletschhorn.ch

Den kürzesten Weg dorthin bietet übrigens

der dicke Bildband: «Markus Neff. Küche

zwischen Berg und Tal», Paul Imhof (Text),

Andri Pol (Fotos), AT-Verlag.

«Ich sitze dann

nur da

und schaue.

Herrlich!

Immer wieder »

1

16


1 Ziemlich beste

Freunde: Pensionär

Günther Schaden

freut sich, wenn Markus Neff mal

aus der Küche rauskommt und in der

Bärenfalle mit anpackt. Oder einfach auf

ein Glas «Petite Arvine» vorbeikommt.

2 Die zwanzig Minuten im Seilbähnli

hoch zum «Spielboden»

ist Neff zum

Nichtstun verdonnert.

2

17


L A N G L A U F P A R A D I E S

Goms –

das endlose

Gleiten

Das östliche Hochtal im Wallis bietet optimale

Bedingungen für den Langlaufsport. Die Loipen

führen durch ursprüngliche Dörfer, über sanfte

Hügel und entlang der jungen Rhone.

LANGLAUF

Text: Verena Thurner

Foto Gaëtan Bally/Keystone

Der Anblick ist überwältigend.

Wenn man aus dem Furkatunnel

in Oberwald ins gleissende Licht

fährt, breitet sich das Hochtal vor einem

aus, wild und schön zugleich gibt es den

Blick frei bis zum erhabenen Weisshorn

in der Ferne. Die ursprünglichen Holzgaden

ducken sich unter der weissen Last,

unten dampft die junge Rhone und bahnt

sich ihren Weg zwischen den Schneemauern

entlang des Ufers. Daneben fallen

akkurat gezogene Spuren auf, die

sich durchs Tal schlängeln. Diese Spuren

verbinden 12 malerische Dörfer, von

Oberwald bis Niederwald. 90 Kilometer

Loipen stehen den Langlaufsportlern zur

Verfügung, in allen Schwierigkeitsstufen.

Das Langlaufparadies wird denn auch

rege genutzt, und trotzdem geht es ohne

grosses Gedränge. Die «Klassiker» gleiten

in den gespurten Loipen, während

die Skater mit ihren dynamischen

Schlittschuhschritten talabwärts sprinten.

Im Winter lebt das Tal vom Langlauf,

und dass diese Sportart sich hier in den

vergangenen 25 Jahren so rasant entwickelt

hat, ist nicht zuletzt das Verdienst

eines Einheimischen, des ehemaligen

Spitzenathleten Koni Hallenbarter.

In den 80er-Jahren war er einer der erfolgreichsten

Schweizer Langläufer. Als

erster Nichtskandinavier lief er den Wasalauf

unter vier Stunden, an den Olympischen

Spielen in Sarajevo belegte er

mit der 4x10-km-Staffel den fünften Platz

und über 50 Kilometer klassierte er sich

in den Top Ten, zweimal gewann er die

Worldloppet-Gesamtwertung. Als Koni

Hallenbarter seine Sportkarriere beendete,

stand ihm die Welt offen. Doch er

kam zurück ins Goms, ins Tal, in dem er

mit sechs Geschwistern aufgewachsen

18


19

Die Loipen im

Goms verbinden

12 malerische Dörfer von

Oberwald bis Niederwald.

Zwischen Ende November und April

stehen den Langlaufsportlern 90 Kilometer

Loipen zur Verfügung, sowohl

für Sportler mit dem klassischen

als auch für solche mit dem

technisch anspruchsvolleren

Skating-

Stil.


1

2

3

4

LANGLAUF

1 Fatbike:

mit übergross dimensionierten

Reifen durch

die Winterlandschaft. 2 Tief verschneit:

Weiler Bodmen bei Blitzingen.

3 Winterwanderwege: 78 Kilometer ausgeschilderte

Wege ziehen sich durchs

Goms. 4 Husky-Abenteuer:

2,5-Stunden-Fahrten

ab Oberwald.

www.goms.ch

20


Fotos Pascal Gertschen, Gaëtan Bally / Keystone, Jean-Christophe Bott /

Keystone, Obergoms Tourismus, Olivier Maire

Koni Hallenbarter, ehemaliger

Spitzenathlet: «Das Goms

bietet ideale Bedingungen für

den Langlaufsport.»

ist. «Das Goms ist meine Heimat. Hier

sind meine Wurzeln», meint der heute

62-Jährige. Sein Einsatz für den Langlaufsport

im Hochtal hat sich bezahlt gemacht.

Der nordische Treffpunkt mit

Sportgeschäft, «Vasa Bar» und Langlaufschule

mit grossem Kursangebot ist

beliebt und über die Landesgrenzen

hinaus bekannt. «Hier im Goms haben

wir die besten Voraussetzungen für den

Langlaufsport», ist er überzeugt. Während

früher dem Langlauf das Vorurteil

anhaftete, der Sport sei eher etwas für

ältere Jahrgänge, kamen in den letzten

Jahren vermehrt jüngere Freizeitsportler

ins Tal. Das technisch anspruchsvollere

Skating wird denn auch mehr gebucht

als die klassische Technik.

Aber der Langlaufsport ist nicht das

einzige Wintervergnügen im Goms. Seit

letzter Saison kann das Tal auf den offiziellen

Winterwanderwegen mit Fatbikes

erkundet werden. Die Bikes werden in

Kanada speziell für den Winter gebaut.

Sie haben übergross dimensionierte

Reifen. «Wir hatten schon Sportler, die

mit den Fatbikes auf den Grimsel fuhren»,

erzählt Koni Hallenbarter. Wer die

langsamere Variante vorzieht, ist beim

Schneeschuhlaufen genau richtig. Auf

zahlreichen markierten Schneeschuhtrails

mit einer Gesamtlänge von 36 Kilometern

lässt sich die Gommer Bergwelt

in aller Stille geniessen. Vielleicht hat

man dabei das Glück, eine der bedrohten

Tierarten zu beobachten, etwa einen

Steinadler, Bartgeier, Steinbock oder ein

Birkwild. Von jedem Dorf im Goms aus

können die Schneeschuhtouren gestartet

werden. Der schwierigste und auch

längste Trail führt von Münster zur Galmihornhütte

auf 2113 Meter Höhe. Belohnt

wird der Schneeschuhläufer und

Skitourenfahrer auch mit der Aussicht

von einem der schönsten Punkte im

Obergoms, dem Hungerberg. Das ganze

Tal liegt einem da zu Füssen!

Wer im Tal bleiben will, dem bieten sich

78 Kilometer ausgeschilderte Winterwanderwege.

Und ist der Weg zurück zu

anstrengend, steht jede halbe Stunde

ein Zug der Matterhorn–Gotthard-Bahn

für die Rückfahrt zur Verfügung. Ein Angebot,

das auch Langläufer sehr schätzen.

Fast so schnell wie mit der Bahn

gehts mit den Schlittenhunden vorwärts.

Ab 7. Januar 2016 startet das Winterabenteuer

wieder in Oberwald.

Trotz dem vielfältigen Angebot an

Winteraktivitäten, Langlauf bleibt die

Lebensader im Goms. «Wir müssen unserem

Tal Sorge tragen und dort stark

bleiben, wo wir es können», sagt Koni

Hallenbarter. Das Hochtal lebt vom Tourismus.

«Die Landwirtschaft im Goms

funktioniert gut. Es gibt wieder viele junge

Familien, die ihren Hof bewirtschaften.

Da haben wir den Turnaround geschafft»,

erklärt der ehemalige Spitzenathlet.

Wo würde er Ferien machen,

wenn er denn Zeit hätte? «Ich bin früher

viel gereist, aber es zieht mich immer

wieder zurück in mein Tal.» Das Meer ist

weniger Koni Hallenbarters Ding. Ferien

bedeuten für ihn Berge und Sport.

Und wie sieht er die Zukunft fürs Goms:

«Ich hoffe und glaube an die Jugend und

setze auf mehr Unternehmergeist. Die

Abwanderung ist bei uns ein grosses

Problem. Und natürlich hoffe ich, dass

der Winter so bleibt wie bisher. Mit viel

Schnee.»

21


S K I L E G E N D E

«Manche Gäste staunen,

wenn ich sie am Bahnhof

abholen komme»

Er war einer der herausragendsten Skifahrer aller

Zeiten und eine Ikone der Sportgeschichte.

Heute ist Pirmin Zurbriggen Hotelier und

Begründer der Ski-Nachwuchsförderung im Wallis.

INTERVIEW

Interview: Monique Ryser

Vier Weltmeistertitel, ein Olympiasieg,

40 Weltcupsiege, viermal

Gewinner des Gesamtweltcups,

13 Siege in den Disziplinenweltcups:

Von solchen Erfolgen träumen die

meisten Sportler, Pirmin Zurbriggen hat

alles erreicht, was es für einen Skisportler

zu gewinnen gibt. Und nicht nur das:

Der 52-Jährige wurde zum Idol – dank

seiner Höflichkeit, Disziplin und Professionalität.

Darum auch ist ihm der

schwierigste Schritt gelungen: der Übertritt

vom Sportlerleben ins Leben danach.

«Das ist für keinen Sportler einfach,

auch weil man ihm oft nicht hilft»,

sagt Zurbriggen. «Hier besteht noch

grosser Nachholbedarf, die Sportler hätten

es verdient, dass man ihnen beisteht,

diesen Einschnitt im Leben gut zu bewältigen.»

Es sei gut, dass die Kunstturnerin

Ariella Käslin in einem Buch offengelegt

habe, wie schwierig das Ende und der

Neuanfang nach einer Sportkarriere

seien. «Und mutig war es auch.»

Wie haben Sie es geschafft, vom erfolgreichen

Sportler zum erfolgreichen

Hotelier und Geschäftsmann zu

werden?

PIRMIN ZURBIGGEN: Das war nicht

einfach und kam nicht von heute auf

morgen. Ich war erst 27, als ich aufhörte,

also noch sehr jung. Zuerst brauchte ich

etwas Zeit, um überhaupt herauszufinden,

wie es weitergeht. Zudem wollte

ich etwas lernen und Erfahrungen sammeln.

Als Erstes konnte ich bei Marc

Biver in dessen Marketingfirma arbeiten

und danach bei der Skifirma Authier

Erfahrungen sammeln. Ich kam erst vier

Jahre nach Karriereende zurück ins Wallis

und habe das Hotel meiner Eltern

übernommen.

Und Sie hatten Glück, dass Ihre Frau

Moni eine Expertin war?

PZ: Ja, sie hat das Wirte- und Hotelpatent

gemacht. Die Tatsache, dass meine

Eltern das Hotel geführt hatten und ich

ja damit aufgewachsen bin, hat ebenfalls

geholfen. Am Ende war es ein ganzes Paket,

das dafür verantwortlich war, dass

es schliesslich klappte.

Heute führen Sie mit Moni das Suitenhotel

Zurbriggen in Zermatt und

sind zusammen mit Ihrer Schwester

Foto Sébastien Agnetti/13 Photo

22


23

Pirmin

Zurbriggen in

seinem Suitenhotel in

Zermatt, mit dem Matterhorn

im Hintergrund. «Als Hotelier

muss man immer wieder investieren

und langfristig denken.»

Infos zu den Zurbriggen-Hotels:

www.zurbriggen.ch


1 2

INTERVIEW

3 4

1 Das Suitenhotel Zurbriggen in

Zermatt hat unverstellte Sicht aufs

Matterhorn. 2 Pirmin Zurbriggen

macht Feuer im Design-Cheminee.

3 Ruheraum im Wellness- und Spa-

Bereich des Hotels Zurbriggen in

Saas-Almagell. 4 Das Hotel in Saas-

Almagell wird von Pirmins Schwester

Esther und deren Mann geführt.

Fotos Kurt Reichenbach, HO (3)

24


«Unser Beruf

hat mit

Dienen zu tun.

Freundlichkeit

ist

entscheidend»

Esther und Ihrem Schwager am Wellness-

und Spa-Hotel Zurbriggen in

Saas-Almagell beteiligt. Wie führt

man erfolgreich ein Hotel?

PZ:Ein Hotel kann man gleichsetzen mit

ständigen Investitionen. Man darf nie

stillstehen, muss immer nah am Markt

und bei den Bedürfnissen der Kundinnen

und Kunden sein. Die Investments

muss man sich aber zuerst verdienen.

Ein Hotel führen kann also nur, wer eine

langfristige Perspektive hat. Für mich

heisst das auch, dass wir etwas aufbauen

und erhalten, das von unseren Kindern

weitergeführt werden kann.

Die beiden Hotels sind verschieden

ausgerichtet und zeigen auch die Diversität

und Individualität des heutigen

Tourismus. Ist das Business

schwieriger als noch zur Zeit Ihrer

Eltern?

PZ: Wir haben andere Herausforderungen,

man muss sich klarer positionieren.

In Saas-Almagell setzen wir auf die idyllische

Atmosphäre und das Wohlbefinden

mit dem 1100 Quadratmeter grossen

Spa. Das Suitenhotel in Zermatt mit bis

zu 30 Betten setzt auf Design, Komfort

und eine atemberaubende Sicht aufs

Matterhorn. Alle Hotels sind aber darauf

angewiesen, dass die jeweilige Destination

Werbung macht, wir Hoteliers können

das nicht allein. Auf Ebene der einzelnen

Hotels ist Mund-zu-Mund-Propaganda

für uns das Beste – die meisten

Gäste in unseren beiden Hotels haben

wir dank der persönlichen Empfehlung.

Wie wirkt sich der Frankenkurs aus?

PZ: Die ganze Hotellerie hat Gäste aus

dem Euroraum und auch aus der Schweiz

verloren. Da muss man genug Atem haben,

das zu überbrücken. Da wir viele

langjährige Gäste haben, ist bei uns das

Problem etwas weniger akut. Zudem

kommen viele Asiaten, Amerikaner und

Australier ins Wallis und vor allem nach

Zermatt. Das hilft zu kompensieren.

Sie gehen selber auch mal mit dem

Elektroauto an den Bahnhof Zermatt,

um die Gäste bei ihrer Ankunft abzuholen.

Staunen diese nicht, wenn

plötzlich «der Pirmin» vor ihnen

steht?

PZ: Ja, doch, manchmal staunen sie

schon und haben Freude. Aber es ist

doch so: In der Hotellerie und Gastronomie

geht es ums Dienen. Freundlichkeit

und Hilfsbereitschaft sind entscheidend.

Ich gehe übrigens sehr gerne Leute

abholen und bin mir dafür überhaupt

nicht zu schade. Denn wenn dem so

wäre, würde das ja heissen, dass ich die

Arbeit des Fahrers und des Portiers als

minderwertig anschauen würde. Für

mich ist es selbstverständlich, jede Arbeit,

die unsere Angestellten machen,

wenn nötig auch selber zu erledigen. Ich

denke, dass sie das schätzen und dass

der Gast das merkt.

25

Was zeichnet die Walliser Gastfreundschaft

aus?

PZ: Es ist das, was man als Charakter der

Bergler bezeichnet. Wir sind ursprünglich

und urtümlich. Wir können sehr euphorisch

sein und Freude ausstrahlen. Unser

schöner Dialekt macht den Leuten ebenfalls

Freude. Und dann ist da natürlich die

Natur im Wallis: Die fulminante Bergwelt

hat die Fähigkeit, den Körper der Menschen

mit Kraft aufzuladen. Das sagen uns

viele Gäste, die, auch wenn sie nur ein

paar Tage da sind, gestärkt und wie neugeboren

aus dem Wallis abreisen.

NebenIhremUnternehmenhabenSie

sich auch in der Förderung des Ski-

Nachwuchses engagiert. Warum?

PZ: Für sportinteressierte Kinder ist es

sehr schwierig, Sport und Schule zusammenzubringen.

Das wollte ich ändern,

denn Sport ist so wichtig, er ist wirklich

eine Lebensschule. Dabei geht es nicht

darum, dass möglichst viele an die Spitze

kommen, sondern dass sie ihre Freude

am Sport ausleben können. Der Skiverband

Wallis, dessen Präsident ich bin,

hat in den letzten zehn Jahren mit den

Schulen, Sponsoren und dem Kanton

zehn regionale Stützpunkte geschaffen,

an denen trainiert werden kann. Denn es

ist wichtig, dass die Kinder bis 15-, 16-jährig

zu Hause bleiben können. In der Familie

werden ihnen Werte vermittelt, die

für das ganze Leben wichtig sind: Liebe,

Wertschätzung, Zusammenhalt. So können

sie von zu Hause aus und mit Mitarbeit

der Schulen ein Training absolvieren,

das diesen Namen auch verdient.

DasModellscheintzufunktionieren…

PZ: ... ja, wir haben jetzt ein paar junge

Walliser im Weltcup. Aber wie gesagt, es

geht nicht nur um die Spitzenleistungen

– das ist das, was man einfach am meisten

wahrnimmt. Auch diejenigen, die es

nicht in den Welt- oder Europacup schaffen,

profitieren. Weil Sport uns lehrt,

Schwierigkeiten zu überwinden, er lehrt

uns zu verlieren und beim Siegen nicht

abzuheben.


INNOVATION

Foto Stephan Engler / Prisma

Edelweisse auf einem Feld in Orsières

im Val d’Entremont. Sie sind

Bestandteil der Pastilles des Alpes.

26


Altes Wissen

neu genutzt

Die Kraft der Alpenkräuter ist das Kapital

der Firma Pharmalp. Im Innovationspark

Phytoark in Conthey wird modernste Forschung

mit altem Wissen verbunden.

Text: Monique Ryser

Edelweiss hilft gegen Bronchitis und

Halsschmerzen, Zitronenthymian,

Aronia und Holunder haben antivirale

Eigenschaften, Zink stärkt die Immunabwehr,

und Akaziensaft lindert bei

Reizungen der Schleimhaut. Dies sind die

Zutaten der Pastilles des Alpes, die soeben

vom Walliser Pharma-Start-up

Pharmalp auf den Markt gebracht worden

sind. «Die Kräuter und Pflanzen kommen

fast alle aus dem Wallis, das Edelweiss

beispielsweise wächst auf einer

Wiese im Val d’Entremont», erklärt Firmenchef

und Gründer Philippe Meuwly.

Er ist Doktor der Biologie und verfügt

über Forschungserfahrung in der Pflanzenbiologie

und über Erfahrung in der

pharmazeutischen Industrie. «Die Firma,

die ich zuvor geleitet habe, wurde verkauft,

und ich sagte mir, das ist der Moment,

endlich etwas Eigenes zu beginnen.»

Er sei da bereits über 50 gewesen,

aber er habe sich gesagt, «wann, wenn

nicht jetzt?» und sei ins kalte Wasser gesprungen.

Meuwlys Vision: natürliche

und innovative Gesundheitslösungen für

Menschen, denen Gesundheit und Vorsorge

am Herzen liegen. Er siedelte sich

dort an, wo sich Forschung, Entwicklung

und Start-up-Hilfe vereinen: im Phytoark

Sion-Conthey – dem Innovationspark für

Pflanzen- und Kräuterwissen. Der Innovationspark

ist am Standort der eidgenössischen

Forschungsanstalt Agroscope

domiziliert und beheimatet mehrere

Firmen der Pharma- und Kosmetikbranche.

Viele von ihnen profitieren von

der von Mediplant zur Verfügung gestellten

Plattform, um ihre Innovationen in

geringen Produktionsmengen zu testen.

Philippe Meuwly hat zudem mit Christian

Abbet einen Spezialisten für altes

Kräuterwissen engagiert. Der Pharmazeutische

Biologe hat seine Doktorarbeit

über vergessene Medizinalpflanzen verfasst.

«Dafür besuchte ich im Wallis viele

alte Menschen, die mir erzählten, welche

Kräuter sie gegen welche Leiden eingesetzt

und welche Pflanzen sie gegessen

hätten», erzählt Abbet. In der

chinesischen und der indischen Medizin

habe man es geschafft, uraltes Wissen

27


INNOVATION

Fotos Sedrik Nemeth

zu bewahren und auch heute noch anzuwenden.

«Wir in Europa müssen aufpassen,

dass unser Wissen nicht verlorengeht.

Denn dieses Erbe ist ein richtiger

Schatz.»

In den vergangenen Jahrhunderten, in

denen sich der Zugang zur Medizin

schwierig gestaltete, die Transportmittel

unsicher waren und es immer wieder

Zeiten gab, in denen ein Mangel an Nahrungsmitteln

herrschte, behandelten

und ernährten sich die Bergbewohner

mit einheimischen Pflanzen. «Für die Zubereitung

von Suppen wurden die Pflanzen

verwendet, die in den stickstoffreichen

Böden rund um die Maiensässe

wuchsen, wie zum Beispiel Brennnesseln

und wilder Spinat», weiss Abbet. Im Lauf

der Jahreszeiten standen Kuren mit Löwenzahn,

Brennnesseln oder Enzianwurzeln

auf dem Programm, um den Organismus

zu reinigen oder zu stärken.

Einige der Pflanzen wurden von Kindern

und Frauen ganz gezielt gesammelt,

um Beschwerden aller Art vorzubeugen

oder zu behandeln. «Diese Traditionen

sind nach und nach in Vergessenheit

geraten, so dass es zu einer Marginalisierung

des überlieferten Wissens kam»,

bedauert Abbet. Glücklicherweise sei

es in den vergangenen Jahren dank der

Bergbauern im Wallis zum Anbau von

Alpenpflanzen gekommen. Inzwischen

boomt der Markt mit den Kräutern, und

70 Prozent der Schweizer Produktion an

aromatischen Kräutern und Heilpflanzen

stammen aus dem Wallis. Durch den

Anbau könne auch sichergestellt werden,

dass die Wirkstoffe in den Pflanzen

weniger Schwankungen unterliegen würden

und damit besser verwertbar seien.

Firmenchef Meuwly ist überzeugt: «Die

Schweiz kann aus ihrer jahrhundertelangen

Tradition schöpfen, um wissenschaftlich

validierte und qualitativ hochwertige

Produkte bereitzustellen.» Neben

den symbolträchtigen Alpenkräutern

Edelweiss und Enzian gebe es auch

noch zahlreiche andere alpine Arten, die

zur Gesundheit und zum Wohlbefinden

der Menschen beitragen könnten.

Um die Entwicklung der 2011 gegründeten

Firma zu ermöglichen, hat Gründer

Meuwly die Lizenz für probiotische

Produkte gegen Allergien und Verdauungsbeschwerden

gekauft, mit denen

sichere Einnahmen generiert werden

können. «Ich sehe in der Probiotik ein

grosses Potenzial», sagt Meuwly.

Das erste Produkt, das Pharmalp auf

den Markt brachte, war ein Intimpflegegel,

das mithelfen soll, Pilzinfektionen zu

verhindern. Zudem gibt es ein beruhigendes

Gel aus Bio-Alpenpflanzen gegen

Juckreiz, Hautirritationen und Sonnenbrand.

Mit den Pastilles des Alpes sind

nun auf den Winter Bonbons erhältlich,

die mithelfen, die Abwehr zu stärken.

1

2

1 Christian Abbet hat für seine Doktorarbeit

bei alten Wallisern vergessenes

Wissen über Pflanzen zusammengetragen.

2 Gründer Philippe Meuwly ist überzeugt

von der Kraft der Pflanzen.

3 Die Produktepalette von Pharmalp

wird laufend erweitert.

www.pharmalp.ch

3

28


Fast senkrecht ist der Bec des

Rosses – und jedes Jahr anders.

FREERIDE

Die Zauberer

der Vertikalen

Am Freeride-Spektakel Swatch Xtreme Verbier

dürfen nur die Besten der Besten starten. Zu Recht.

Fotos David Carlier, Tero Repo / Freeride World Tour

Verbier | Fast senkrecht fällt die 500

Meter hohe Wand des Bec des Rosses

in die Tiefe. Vom 2. bis 10. April 2016 treffen

sich dort zum 21. Mal die besten Freerider

der Welt, um sich mit ihren Skis

oder Boards runterzustürzen. Die Qualifikation

für den Saisonhöhepunkt läuft

über die Swatch Freeride World Tour.

Nicolas Hale-Woods ist der Gründer des

Events in Verbier, aus dem später die

weltweite Freeride World Tour (A-Liga)

und Freeride World Qualifier (B-Liga)

entstanden sind. Vor mehr als 20 Jahren

drehten er und sein Freund Philippe

Buttet einen Snowboardfilm an der

Steilwand des Bec des Rosses. «Auf dem

Col des Gentianes unten an der Wand

hatten wir die Kamera platziert, und

innert kürzester Zeit kamen zahlreiche

Skifahrerinnen und Skifahrer und schauten

den Snowboardern in der Wand zu.

Da wussten wir: Das wollen die Leute

sehen!» Der Brite Hale-Woods selber

hat nie am verrückten Wettbewerb teilgenommen

– «ich bin technisch zu wenig

gut». Er gibt zu, dass es schon ein wenig

exzentrisch gewesen sei, einen solchen

Event zu entwickeln. Aber der Erfolg

gab ihm recht, und heute ist er nicht

nur Chef des Swatch Xtreme Verbier,

sondern auch der Freeride-Touren.

www.freerideworldtour.com

Schwindel

Die Besten der Besten

der Freeride-Ski- und

Snowboardszene starten zwischen

dem 2. und dem 10. April 2016 in

Verbier. Auf dem Col des Gentianes ist das

Gelände für die Zuschauer. Die Tour (mit

allen Wettkämpfen und Junioren)

umfasst 4500 Athletinnen

und Athleten und 140

Wettkämpfe.

29


KRAFTORT

Foto Markus Eichenberger

30


KRAFTORT

ALETSCH

«Ruhe ist der wahre Luxus», sind Art Furrer

und Snowboard-Olympiasiegerin Patrizia

Kummer überzeugt. Die Aletsch Arena ist für

sie deshalb der Ort, wo sie Kraft tanken.

Text: Monique Ryser

31


KRAFTORT

2 3

1 Patrizia Kummer und Art Furrer auf

der Hohfluh, im Hintergrund der

Grosse Aletschgletscher, der längste

Eisstrom Europas. 2 Patrizia Kummer:

«Ich fühle mich nicht sehr wohl unter

vielen Menschen und brauche meine

Rückzugsorte.» 3 Art Furrer: «Wer in

den Bergen ist, wird gestärkt. Die

Energie ist kraftvoller – das spüren

alle, ob sie dran glauben oder nicht.»

Fotos David Birri

32


1

33

Art Furrer beobachtet Seltsames,

nachts, wenn er auf seine Hotels

auf der Riederalp schaut: In den

Zimmern der asiatischen Gäste brennt

bis weit nach Mitternacht Licht. Zuerst

denkt er nur an die Stromrechnung,

doch dann will er genauer wissen, warum

sie nicht ins Bett gehen und offenbar

so gar nicht müde sind. Und er entdeckt,

dass die Gäste aus China, Japan, Südkorea

oder Hongkong gar nicht im Zimmer

sind, sondern auf dem Balkon stehen

und in den Nachthimmel schauen. «Die

Sterne sind es, die sie andächtig betrachten.

Den klaren Himmel, das Leuchten

und Glitzern, das alles kennen sie

nicht in ihren Städten voller Smog.» Der

Hotelier und legendäre Skiakrobat kann

sie gut verstehen, die Touristen. Auch er

war mal weit weg von der Heimat, machte

als junger Mann sein Glück in den USA

und wurde bei seiner Rückkehr auf die

Riederalp zum Hotelier und zum leidenschaftlichsten

Botschafter, den sich eine

Feriendestination nur wünschen kann.

Winters ist er täglich auf den Ski, sommers

am Wandern. Er kennt die Aletsch

Arena wie seine Westentasche. Und

auch die Menschen, die hier leben und

verkehren. Deshalb kennt er auch Patrizia

Kummer bereits von Kindesbeinen

an. Die dreifache Snowboard-Weltcup-

Gesamtsiegerin und Olympiasiegerin im

Parallel-Riesenslalom verbringt viel Zeit

auf der Riederalp: Hier wohnt ihre

Grossmutter, und ihre Tante wirtet im

«Buffet» an der Bahnstation Mitte. «Wir

sind eine sehr sportliche Familie, und

sonntags fuhren wir jeweils auf die

Fiescheralp zum Skifahren und Snowboarden

und kamen hier auf der Riederalp

zum Mittagessen bei meiner Grossmutter.»

Auch an diesem Sonntag ist sie

hier, will noch ihre Tante besuchen.

Auch Patrizia Kummer träumte von der

grossen, weiten Welt und hatte als Jugendliche

nur einen Wunsch: die Welt

entdecken. Das konnte die 28-Jährige

dank ihrer Snowboardkarriere mehr als

viele andere. «Und jetzt wünsche ich mir,

mit meinen Eltern zusammen auf unserem

Grundstück in Mühlebach ein Café

zu bauen und zu betreiben und nach

Karriereende dort richtig einzusteigen»,

meint sie lachend. Patrizia hat bereits

einen Bachelor in Psychologie und arbeitet

nun an der Uni Bern an ihrem

Master in Neuro- und Entwicklungspsychologie.

Wann immer sie Zeit hat, kehrt

sie aber in «ihr» Wallis zurück. Auch während

der Rennsaison schaut sie, mindestens

einen Tag pro Woche zu Hause

verbringen zu können. «Die Aletsch

Arena ist mein Kraftort. Hier tanke ich

auf.» Auch Art Furrer spricht von Kraftort,

wenn er von seiner Heimat spricht.

«Man kann es spüren», ist er überzeugt.

Manchmal gehe er mit Gästen aufs Rinderhorn

und bitte sie, sich auf eine Bank

zu setzen und die Augen zu schliessen.

«Bei einigen beginnt es zu kribbeln, andere

beginnen laut zu lachen», erzählt er.

Die Aletsch Arena mit Riederalp, Bettmeralp

und Fiescheralp sowie Mörel,

Betten, Fiesch, Fieschertal und Lax hat

untersuchen lassen, warum diese Bergregion

hoch über dem Aletschgletscher

derartige Kraft verströmt, und herausgefunden,

dass sich hier regelrechte Kraftorte

befinden. Kein Wunder: Der Grosse

Aletschgletscher ist ein Anblick von

archaischer Schönheit. Hoch oben, auf

den Aussichtspunkten Moosfluh, Bettmerhorn

und Eggishorn, wird einem


KRAFTORT

die Grösse und Einzigartigkeit des Grossen

Aletschgletschers am eindrücklichsten

bewusst. Der Faszination des riesigen

Eisstroms, der sich über eine Länge

von 23 Kilometern von seinem Einzugsgebiet

in der Jungfrauregion auf rund

4000 Höhenmetern hinunterzieht bis

zur rund 2500 Meter tiefer gelegenen

Massaschlucht, kann sich niemand entziehen.

2001 wurde die Hochgebirgslandschaft

denn auch in die Liste des

Unesco-Welterbes aufgenommen.

Art Furrer weiss, dass nicht alle an Dinge

wie Kraftorte glauben. «Aber es ist

bekannt, dass die Erdstrahlung nicht

überall gleich stark ist, das bestreitet

niemand. Und hier ist einfach alles stärker,

intensiver und auch menschlicher. Ist

jemand in den Bergen unterwegs und

bleibt stehen, weil ihm nicht gut ist,

kommt sofort ein Wanderer oder Skifahrer

zu Hilfe. Das passiert einem an einer

Bahnhofstrasse in irgendeiner Schweizer

Stadt nicht.»

Die autofreien Alpen seien im Winter

der ideale Ort für eine kurze Auszeit

oder Ferien. Das bestätigt auch Patrizia

Kummer: Sie erhole sich hier viel schneller

als irgendwo sonst. Zudem: «Die Skipiste

beginnt gleich vor dem Hotel», fügt

Furrer an. «Alles ist hier nah und vor allem

auch für Familien ideal.» Patrizia

Kummer lobt die reine Luft und die Aussicht.

«Seit ich in Städten gewesen bin,

die unter Smog leiden, schätze ich die

Luft hier oben erst recht» sagt sie. Und

auch die Schneesicherheit: Die 104 Kilometer

Pisten liegen zwischen 1845 und

2869 Höhenmetern, was von Dezember

bis April perfekte Bedingungen garantiert.

Wer Ruhe sucht, findet sie auf den

Winterwanderungen. 86 Kilometer präparierte

Winterwanderwege mit Panoramablick

auf die Viertausender des

Wallis und den Aletschgletscher stehen

zur Verfügung. «Ruhe ist der neue Luxus»,

sagt Art Furrer. Natur, Bergpanorama

und Spiritualität seien das, was die

gestressten Menschen brauchten. «Und

hier oben, auf diesem Sonnenplateau,

können wir all das bieten.» Keinen Ballermann,

sondern eindrückliches Alleinsein

könne man hier pflegen, fügt Patrizia

Kummer an. «Ich fühle mich nicht

sehr wohl unter vielen Menschen, mir ist

dann, als spürte ich mich nicht mehr.»

Deshalb brauche sie regelmässig Zeit,

um sich zurückzuziehen, und Orte, wo

sie wisse, dass sie genau das könne.

Wer problembeladen in die Aletsch

Arena kommt, dem werden auch verschiedene

«Mittelchen» geboten, sich

von allem Schweren zu befreien. Eine

Möglichkeit bieten die Steine, die im

Dorf gratis abgegeben werden und die

die Gäste auf dem Berg deponieren können.

Und damit auch ihre Sorgen und

Ängste. «Ja, das nützt», ist der Bergler

Art Furrer überzeugt. Er sei lange genug

als Skilehrer und Bergführer unterwegs

gewesen, um die heilende Wirkung der

Berge zu kennen. «Wer die Berge liebt,

bleibt seelisch gesund», weiss er. Und:

«Ich war in meiner Familie schon immer

der, der etwas mehr spürte als die anderen.

Heute bin ich froh darüber»,

meint er schmunzelnd. Dann mahnt er

Patrizia, es sei jetzt Zeit, noch zu ihrer

Tante Barbi ins «Buffet» zu gehen. Nur

noch zwei Tage sei sie dort Wirtin, da

wolle er unbedingt noch Adieu sagen.

Und Honig vorbeibringen. Ein weiteres

Heilmittel, das durch die Kraft der

Berge wirkt.

«Ruhe ist der

neue Luxus.

Gestresste

Menschen

brauchen

Natur und

Spiritualität»

Fotos Keystone, Prisma, HO

34


2

1

3

1 Ruhe tanken beim Schneeschuhwandern

durch die tief verschneite

Natur. 2 Gemütliche Fahrt mit grandiosem

Panorama. Ab Dezember

fährt eine neue Kombibahn auf

die Moosfluh. 3 Die Kapelle Maria

zum Schnee auf der Bettmeralp

wurde 1571 erbaut.

Informationen zur Aletsch Arena:

www.aletscharena.ch

35


PORTFOLIO

Jean-Pierre L. D’Alpaos,

Kulturvermittler

36


P O RTF O L I O

Dr’ Jope

Zum Jubiläum gibts einen Veston

oder eben einen «Tschoope», wie er

im Wallis heisst. Es gibt ihn in

echt und als Buch. 37 Walliser

Persönlichkeiten präsentieren ihn als

Sinnbild der Vielfältigkeit und

des Savoir-faire des Kantons, der dieses

Jahr den Beitritt zur Eidgenossenschaft

vor 200 Jahren feiert.

Fotos: Christian Pfammatter

37


PORTFOLIO

Fanny Clavien,

Karateka

38


39


PORTFOLIO

Franz Julen,

CEO Intersport


41

Laura Zurbriggen,

Elite Model


PORTFOLIO

Steve Morabito,

Radrennfahrer

42


43


PORTFOLIO

Stéphane Lambiel,

Eiskunstläufer

44


Nero, Schwarznasenschaf


PORTFOLIO

Adrian Josef Margelist,

Designer und Creative

Director

46


Dr’ Jope – zum Tragen

und zum Anschauen

Dr’ Jope ist ein edles Coffee-Table-

Book, das sich das Wallis zum

Jubiläum der 200-jährigen Zugehörigkeit

zur Eidgenossenschaft schenkt.

Der Band entstand in Anlehnung an das

Buch von Karl Lagerfeld und Carine

Roitfeld «The Little Black Jacket». Kuratiert

wurde es von Adrian J Margelist,

dem internationalen Modedesigner mit

Walliser Wurzeln (Vivienne Westwood,

Esprit, Navyboot, MCM). Den «Tschoopen»

gibts aber auch in echt. Inspiriert

von der traditionellen Tiroler Jacke

schwebte Damian Constantin, Direktor

von Valais/Wallis Promotion, ein Veston

fürs Wallis vor. Das Projet «Dr’ Jope» –

ausgesprochen «Dr Tschoope» – entstand

mit einer klaren Vision: die intersektorielle

Promotion des Wallis in einem

Veston aufzugreifen. Das Wallis als

eine diversifizierte Region mit vielseitigen

Kompetenzen, ein Wirschafts- und

Kreativstandort, der junge Talente und

spannende Persönlichkeiten hervorbringt.

So erarbeiteten 15 Studierende

der Ecole de Couture du Valais in Siders

einen ersten Entwurf des Vestons als

Abschlussarbeit und stellten ihr Projekt

einer sechsköpfigen Jury vor. Gewonnen

hat die 19-jährige Studentin Eliane Kuonen.

«Ich habe überhaupt nicht erwartet,

diesen Wettbewerb zu gewinnen,

und war sprachlos», erinnert sie sich.

Zu Beginn erhielten die Coutureschülerinnen

und -schüler von Adrian J Margelist

ein Briefing. «Am Anfang war ich

total gestresst», so Eliane Kuonen. «Da

kam dieser grosse Designer, der uns vom

Buch erzählte und davon, wie man professionell

entwirft.» Als Erstes habe sie

sich dann in ihrem Umfeld erkundigt,

was für dieses das Wallis ausmache. «Ich

habe Walliser gefragt, aber auch Üsserschwiizer

und Ausländer, ich wollte

einfach ein Maximum an Informationen

zusammentragen.» Ein Produkt sei immer

wieder erwähnt worden: der Wein.

«Für mich war also klar, dass ich Wein in

irgendeiner Form einbauen musste.»

Zusätzlich hat sie zusammen mit Kolleginnen

und Kollegen Bilder auf ein

Moodboard geklebt mit Bergen, dem

Matterhorn, einheimischen Tieren,

Weinbergen, Landschaften und vielem

mehr. «Und plötzlich sah ich, dass es

die Rhone ist, die den ganzen Kanton

verbindet», so Eliane Kuonen. Die Rhone

nahm sie schliesslich als Steppnaht

auf dem Veston auf, den Wein als Druck

auf dem dazugehörigen Gilet und «als

grosse Vestontaschen, die an die grossen

Taschen der Winzer erinnern sollen».

Ursprünglich war der Jope aus

Softshell, einem modernen Material, und

das Gilet aus Stoff. In der Endfassung

war es dann umgekehrt. «Die Arbeit,

das Entwickeln der definitiven Modelle

gemeinsam mit anderen war sehr wertvoll

und spannend», erklärt Kuonen.

Geplant ist, Jope und Gilet auch in den

Verkauf zu bringen.

Aber als Erstes ist nun das Buch im

Handel: 37 Walliser Persönlichkeiten aus

den unterschiedlichsten Bereichen wie

Sport, Kultur, Politik, Wirtschaft, Kunst,

Unterhaltung oder Musik werden mit

dem Walliser Veston in Szene gesetzt.

Menschen, die durch den Verlauf der

Rhone miteinander verbunden sind und

jeweils eine persönliche Botschaft zu

ihrem Wallis abgeben. Wie Liebeserklärungen

an das Wallis – inspirierend,

berührend und mit viel Herz!

Bestellungen für Buch, Veston und Gilet

sind möglich unter:

www.wallis.ch/drjope

47

Eliane Kuonen (oben) von der Ecole

de Couture du Valais gewann mit ihrem

Prototyp den Wettbewerb um den Walliser

Jope. Adrian J Margelist (unten) war der

kreative Kopf des Projekts.

Wie eine

Liebeserklärung

ans Wallis,

inspirierend

und berührend


INTERVIEW

Stéphane Rossini ist der achte

Walliser Nationalratspräsident.


N A T I ONA L R A T S P R Ä S I D E N T

«Ob ich will oder nicht,

ich bin ein

Walliser Original»

Der höchste Schweizer ist bis Ende November

ein Walliser. Stéphane Rossini über seinen

Heimatkanton, seine Parteizugehörigkeit

und die Leidenschaften der Walliser.

Text: Monique Ryser

Foto Didier Martenet / L’illustré

Manchmal staunt Stéphane Rossini

selber über sich und sein

Verhältnis zum Wallis. Und

dann muss der 53-Jährige lachen. «Als

Sohn eines Sozialisten bin ich selber in

der SP, und trotzdem habe ich eine Seite,

die mich zu einem Walliser macht, der

allen, wirklich allen Klischees entspricht.»

Diese sind: Der Walliser geht jagen, er ist

uneingeschränkt Fan vom FC Sion, er

verpasst keinen Eringerkuhkampf, und er

trinkt gerne ein Glas Wein. Zudem ist der

typische Walliser nicht unbedingt bei der

SP, sondern eher bei der CVP.

Liebt man das Wallis und die Walliser

nicht gerade wegen dieser Klischees?

STÉPHANEROSSINI:Ja, die Touristen

kommen ins Wallis, weil sie genau das

lieben. Die knorrigen Bergler, die gerne

fröhlich sind und inmitten der imposanten

Natur und Landschaft leben. Unsere

Produkte – Raclette, Trockenfleisch,

Roggenbrot, Wein – haben Erfolg, weil

sie eben ursprünglich, also AOP (Appélation

d’origine protégée) sind.

Macht Sie das stolz?

Das ist ein grosser Trumpf für uns, und

ich bin auch stolz darauf. Mir ist einfach

wichtig, dass wir zeigen, dass es auch

noch etwas anderes gibt. Eigentlich sind

wir eine Schweiz im Kleinen mit einer

grossen Vielfalt: die Täler und Berge mit

Tourismus und Landwirtschaft, die Rhonebene

mit der Industrie und den innovativen

Unternehmen. Das französischsprachige

Unterwallis und das deutschsprachige

Oberwallis, die so verschieden

sind wie Deutsch- und Westschweiz.

Der Tourismus im Oberwallis lebt vom

traditionellen Baustil und vom Urtümlichen,

während das Unterwallis auf internationale

Hotels und Mondänität setzt.

Wir sind ein Zusammenschluss von sehr

individuellen Regionen und Menschen,

eben, wie die Schweiz.

Das Wallis ist inmitten seiner Berge

eine Welt für sich. Muss man raus,

um wieder zurückkehren zu können?

49


«Zusammen

sind wir

besser und

intelligenter

als alleine»

INTERVIEW

SR: Unbedingt! Alle, die an einer Uni

studieren wollen, müssen das ja auch:

Sie gehen an die Universität in anderen

Kantonen, und sie finden Arbeit ausserhalb

vom Wallis. Ich selber habe in Lausanne

studiert und in Genf und Neuenburg

an der Universität gelehrt. Aber ich

habe immer in meiner Heimat, in Nendaz,

gewohnt. Ich sehe mich als Walliser,

der seinen Kopf ausserhalb hat, aber mit

dem Herzen stets hier zu Hause bleibt.

Ich stelle aber fest, dass wir einen Braindrain

haben, dass also viele Uniabgängerinnen

und -abgänger und viele Walliser

mit spezialisierten Berufen nicht

mehr zurückkehren. Oder nur noch für

die Ferien. Das ist keine gute Tendenz,

und ich bin sehr froh, dass wir mit einem

erweiterten Bildungsangebot dagegen

ankämpfen.

Wie sahen die Kolleginnen und Kollegen

im Nationalrat Sie und das Wallis?

SR:Auch im Bundeshaus halten sich die

Vorurteile des wilden und etwas sperrigen

Kantons. Andererseits hat das Wallis

sehr gute Beziehungen zu Bundesbern.

Seit Jahrzehnten kommt der gesamte

Regierungsrat einmal pro Session

nach Bern, um Gespräche zu führen und

Kontakte zu pflegen. Das hilft, das gegenseitige

Verständnis zu fördern.

WiehatdieNeat mitdemLötschbergtunnel

und der verkürzten Reisezeit

ins Wallis die Anbindung an die «Üsserschwiiz»

verändert?

SR: Das hat alles geändert! Viele Walliser

und Walliserinnen pendeln nun in die

Deutschschweiz zur Arbeit. Und ein Kollege

hat mir gerade erzählt, dass eine

DeutschschweizerFamilieinsWelschwallis

gezügelt ist, weil die Kinder so zweisprachig

aufwachsen könnten und der

Vater mit dem Zug problemlos täglich in

die Deutschschweiz pendeln könne. Wir

haben auch viel mehr Tagestouristen. Ich

glaube, dass wir die Folgen des neuen

Tunnels noch gar nicht richtig abschätzen

können und dass er unserem Kanton

noch viel bringen wird.

DasWallisfeiertediesesJahr200Jahre

Beitritt zur Eidgenossenschaft.

Was waren die schönsten Erlebnisse

bei diesem Jubiläum?

SR: Am grossen offiziellen Anlass im August

in Sion sind Vertretungen vom Bund

und von allen Kantonen angereist, es

herrschte eine sehr freundschaftliche und

fröhliche Atmosphäre. Ich glaube, man

mag uns einfach. Besonders schön war

auch das Alphornfestival in Nendaz, das

jedes Jahr stattfindet. Ich habe meinen

SVP-Kollegen Max Binder eingeladen,

und er war beeindruckt. Er hatte nicht erwartet,

dass wir Welschen auch Freude

an Tradition und Alphörnern haben.

Was kann die Schweiz

vom Wallis lernen?

SR: Den Stolz auf die eigene

Identität. Jeder Walliser

ist stolz auf seine Wurzeln

und seine Abstammung.

Und wir im Gegenzug können

von der Schweiz lernen,

dass man zusammen

immer besser und intelligenter

ist als alleine.

Die letzte Session hat er hinter sich, mit

dem Höhepunkt Nationalratspräsidium

tritt Rossini von der nationalen Politik

zurück.

Foto Keystone

50


Schneller ins Wallis.

www.bls.ch/autoverlad


WELLNESS

Foto Ivan Kurinnoy

Das Thermalwasser, das in

Leukerbad aus etwa 65 Quellen

sprudelt, zieht seit Jahrhunderten

Menschen hierhin.

52


HEISSE

QUELLEN

Der grösste Thermalbade- und Wellnessferienort

der Alpen liegt im Wallis.

Leukerbad bietet Wintersportlern Pisten

mit Aussicht und Bäder mit heilenden Kräften.

Text: Monique Ryser

53


8.15 uhr 9.30 uhr

Michèle und Oli beim Frühstück im Bett

im Hotel Heliopark und Alpentherme.

Mit der Torrentbahn gehts zur

Bergstation Rinderhütte ins Skigebiet.

WELLNESS

12.00 uhr 14.30 uhr

Neuschnee, Sonne, atemberaubendes

Panorama: Piste am Torrenthorn.

Ein Walliser Teller stärkt nach

den Schwüngen im Schnee.

15.00 Uhr 17.00 uhr

Sonnenbad bei der Rinderhütte vor

dem nachmittäglichen Skifahren.

Dieses Bad im Thermalwasser

haben sich Oli und Michèle verdient.

Foto Geri Born(3), HO (2), Christian Pfammatter

54


Schon die

Römer

badeten hier

und nutzten

die heilende

Kraft der

Thermalquellen

Mit täglich 3,9 Millionen Liter

Thermalwasser, das mit bis zu

51 Grad aus dem Boden sprudelt,

verfügt Leukerbad über das grösste

Thermalwasservorkommen Europas.

Schon die Römer hatten das Gebiet besiedelt,

im letzten Jahrhundert entwickelte

sich das Dorf zum internationalen

Hotspot für Badeurlauber und war 1889

das erste Walliser Dorf mit elektrischer

Beleuchtung. Damals kannte man den

Begriff Wellness noch nicht, doch Mark

Twains (1835–1910) Schilderungen des

heilenden Wassers der Thermalquellen

lassen erkennen, dass man es sich schon

damals gut gehen liess: «Diese Bäder beseitigen

Fett und auch Hautkrankheiten.

Die Patienten bringen mehrere Stunden

hintereinander in den grossen Becken

zu. Ein Dutzend Herren und Damen nehmen

gemeinsam ein Becken ein und unterhalten

sich mit Umhertoben und verschiedenen

Spielen. Sie haben schwimmende

Pulte und Tische, und in dem

brusttiefen Wasser lesen sie, nehmen einen

Imbiss ein oder spielen Schach.»

In Leukerbad werden acht Quellgruppen

für die Thermalbäder genutzt. Insgesamt

sind rund 65 Thermalquellen in

einem Kataster erfasst. Es handelt sich

dabei um lauwarme Sickerwasseraustritte

bis zu der 51 Grad warmen St.-Lorenz-

Quelle, die eine sehr konstante Schüttung

von rund 900 Liter pro Minute aufweist.

Die Thermalquellen treten teilweise

direkt aus dem Fels ans Tageslicht,

andere müssen sich ihren Weg durch

Massen von lockerem Gestein suchen.

Die Menge an Wasser, die da aus dem

Boden sprudelt, ist imposant: Rund

3000 Liter pro Minute schiessen aus

den verschiedenen Quellen hervor.

W

Sieger

auf jedem

Terrain.


WELLNESS

17.00 uhr

Blick von der Gemmi in die Walliser

Berge bei Sonnenuntergang.

20.00 Uhr 22.00 uhr

Safranfondue im «Sternen» stillt

den Hunger nach Sport und Wellness.

Ein Spaziergang im nächtlichen

Leukerbad beschliesst den Tag.

Fotos imago, Geri Born, HO

56


Was heute

Schnee ist,

verwandelt

sich in

40 Jahren

im Fels in

Thermalwasser

Das Wasser legt einen langen Weg zurück,

bis es mineralisiert und angereichert in

den Bädern landet: Der Fliessweg beginnt

östlich von Leukerbad im Gebiet zwischen

Majing- und Torrenthorn. Hier beim

Wysssee und Schwarzsee auf rund 2300

bis 3000 Meter über Meer versickern Regen

und Schnee und dringen durch steile

Klüfte bis rund 500 Meter unter dem

Meeresspiegel ins Gebirge ein. Das Wasser

sättigt sich mit Calcium und Sulfat

und steigt – als Folge der Erwärmung tief

in der Erde – als Thermalwasser nach

oben. Das Wasser ist mit Sicherheit länger

als 40 Jahre auf unterirdischen Fliesswegen

unterwegs. Der Schnee, auf dem

Skifahrer auf dem Torrent also heute ihre

Kurven ziehen, kommt in rund 40 Jahren

als Thermalwasser wieder hervor.

Es ist deshalb ein besonderer Spass, sich

mit den Bergbahnen auf den Torrent

zum Skiplausch fahren zu lassen. Wer

lieber dem Langlauf oder dem Schlitte

ln frönt, der geht auf die Gemmi. Tolle

Winter- und auch Schneeschuhwanderungen

werden in beiden Gebieten oder

rund ums Dorf angeboten. Im Snowpark

lernen Anfänger und Kinder in sicherer

Umgebung die ersten Schwünge.

Und was gibt es nach dem Winterplausch

in Schnee und Sonne Schöneres,

als die müden Glieder in einem der

warmen Bäder zu entspannen. Alle

Bäder haben Spezialangebote, besonders

originell sind die Irisch-Römischen

Nächte in der Alpentherme, wo man

baden und speisen kann wie zu Cäsars

Zeiten! Gerade wieder neu eröffnet

wurde die Leukerbad Clinic, die auch

Anti-Aging und Revitalisierungskuren

anbietet.

Weitere Infos: www.leukerbad.ch

W

Auch mit der

neuen A-Klasse 4MATIC.

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KULTUR

Foto Rainer Sohlbank

250 Quadratmeter misst die Fassade

des Kunstzentrums Pierre Arnaud in

Lens bei Crans-Montana. Sie besteht

aus gläsernen Solarpanels.

58


ORT DER

REFLEXION

Die Glasfassade spiegelt See und Berge –

und liefert gleichzeitig Energie. Spiegeln

und stärken sollen auch die Ausstellungen

in der Fondation Pierre Arnaud in Lens.

Text: Monique Ryser

59


«Das Wallis ist

prädestiniert

für die Symbiose

zwischen

Tradition und

Wandel»

KULTUR

Perlen wachsen unsichtbar in den

Muscheln der Austern. Erst wenn

man die harte Schale aufbricht,

kommen diese Wunderwerke der Natur

zum Vorschein. Ein bisschen ähnlich

ist es mit dem Kunstzentrum der Fondation

Pierre Arnaud in Lens. Von der

kurvigen Strasse aus, die von Sion nach

Crans-Montana führt, verdeckt ein

Dachgarten mit einer leichten Neigung

zur Strasse hin das aussergewöhnliche

Gebäude. Wer würde hier, im kleinen

Dorf Lens, ein Kunstmuseum von internationalem

Ruf vermuten? Zu verdanken

hat die 4000-Seelen-Gemeinde

das Museum dem Franzosen Pierre

Arnaud (1922–1996). Er wurde in Südfrankreich

geboren, war während des

Zweiten Weltkriegs Kämpfer der Résistance

und verbrachte einen grossen Teil

seines Lebens in Marokko, wo er sein

Geld mit dem Verkauf von Schiffen

machte. Als Bergsteiger entdeckte er

das Wallis und verliebte sich in die

Region. In Crans-Montana erwarb er

ein kleines Chalet, erwarb weitere Parzellen

und baute für sich und seine

Familie ein Wohnhaus. In die Schweiz

übersiedelt, gelang ihm eine Erfolgsstory

mit dem Fotolabo Club, einer

Firma, die er an Valora verkaufte.

Seine Tochter Sylvie und sein Schwiegersohn

Daniel Salzmann waren es, die

2007 in seinem Namen eine Stiftung

gründeten, die 2013 zum Kunstzentrum

Lens führte. «Mein Schwiegervater war

ein Mann von grosser Einfachheit, sehr

bescheiden, der ein Leben lang viel gearbeitet

hat. Er liebte die klassische Musik

und liebte die Malerei: Für ihn waren

die Bilder, die er gesammelt hat, emotional

wertvoll. Er liebte sie und fragte

nicht nach deren Wert.»

In der Sammlung, die von Sylvie und

Daniel Salzmann weitergeführt wurde,

befinden sich vor allem Bilder, die das

Wallis und die Schweiz, die Landschaften

und Bewohner, in einer teilweise idealistischen

Schönheit darstellen. Vertreten

sind neben eher unbekannten Malern

auch Künstler wie Cuno Amiet und Félix

Vallotton.

Mit der Stiftung Pierre Arnaud und dem

Kunstzentrum strebt das Ehepaar Salzmann

vor allem eines an. «Wir wollen mit

Hilfe der Kunst den Dialog zwischen den

Kulturen fördern», so Daniel Salzmann.

«Dieser Dialog soll zum Nachdenken anregen

sowie das Lokale und Regionale in

Zusammenhang mit der Universalität der

Menschen stellen.» Das Wallis sei prädestiniert

für diese Symbiose, so der studierte

Arzt und heutige Geschäftsmann

und Investor: «Das Wallis ist tief in seinen

Traditionen verwurzelt, und gleichzeitig

kommen seit dem Beginn des 20.

Jahrhunderts Gäste aus der ganzen

Welt hierher und haben zur Entwicklung

und zum Wallis, wie es heute ist, beigetragen.»

Auf zwei Ebenen und einer Fläche von

rund 1000 Quadratmetern kuratiert die

Stiftung pro Jahr mehrere Ausstellungen.

Bis im Oktober waren unter dem Titel

«Weisser Mann – Schwarzer Mann»

Werke von weissen und schwarzen

Fotos HO

60


1

2

1 Carl Gustav

Carus’ «Vision d’une

ville imaginaire»

ist eines der Ikonenbilder

der Ausstellung «Romantik».

2 Daniel Salzmann und seine Frau Sylvie

haben die Stiftung gegründet.

www.fondationpierrearnaud.ch

Öffnungszeiten: Mittwoch

bis Sonntag,

10 bis 19 Uhr

61

Künstlern zu sehen. Ab dem 19. Dezember

startet die Ausstellung «Romantik –

Melancholie der Steine», unter anderem

mit Werken von Alexandre Calame, Gustave

Doré, Francisco Goya, Victor Hugo,

John Ruskin und Caspar Wolf.

«Heute reicht ein traditionelles touristisches

Angebot nicht mehr», ist Daniel

Salzmann überzeugt. Man müsse den

Gästen Mehrwert bieten. Ein Kunstzentrum

sei dafür ideal, «denn in den Ferien

hat man Zeit, sich mit Kultur auseinanderzusetzen

und eine Ausstellung

zu besuchen». Das Museum werde von

Gästen aus aller Welt besucht, den Einwohnern

aus der Region, aber auch von

Kunstfreunden, die extra für eine Ausstellung

anreisten. Die Stiftung will aber

auch Kunstvermittlung betreiben, für Erwachsene

wie auch für Kinder, und bietet

neben geführten Ausstellungsbesuchen

zusätzlich Vorträge, Diskussionen,

Musik, Tanz und Performance an. «Wir

sehen unsere Rolle darin, Kultur weiterzugeben,

zu vermitteln, anzustecken.

Kultur soll uns motivieren, nachzudenken

und – im besten Fall – bessere Menschen

zu werden», so der Stiftungsratspräsident.

Die Fondation Pierre Arnaud setzt aber

nicht nur kulturelle Akzente, sondern

hat auch architektonisch eine Meisterleistung

vollbracht: Das Zentrum wurde

vom einheimischen Architekten Jean-

Pierre Emery aus Beton, Holz und Glas

gebaut. «Das Gebäude ist stark in seinem

Ausdruck und gleichzeitig diskret»,

beschreibt es Salzmann. Denn so unscheinbar

es von hinten wirkt, so gewaltig

ist es auf seiner südlichen Front: Eine

250 Quadratmeter grosse Fassade aus

Glas reflektiert bei jeder Witterung den

kleinen Lac du Louché, an dessen

Ufer es steht, und die imposante Bergwelt.

Was wie normales Glas aussieht,

sind in Wirklichkeit Solarpanels, die das

Sonnenlicht in Energie umwandeln.

15000 Kilowattstunden Strom kommen

so pro Jahr zusammen. Die Fassade ist

auch Wärmeisolation und filtert das

Licht, damit die Kunstwerke geschützt

sind. Nachts können darauf zudem

Lichtspiele erzeugt werden. Einen eigenständigen

Ruf hat sich das Museumsrestaurant

Indigo mit seinen 14 Gault-

Millau-Punkten erworben. Mit einzigartiger

Aussicht auf See und Berge bietet

es neben Snacks auch Mittagsmenus

und abends eine exklusive Menukarte.

Die Weinkarte besteht ausschliesslich

aus Walliser Weinen.

Die Glasfassade, in der sich die Landschaft

wie ein Gemälde spiegelt, hätte

Pierre Arnaud sicher gefallen: Sie zeigt

«sein» Wallis, das er in langen Wanderungen

erkundete. Doch nicht nur die

Landschaft hatte es ihm angetan. «Er

liebte auch die einfache und direkte Art

der Walliser», erinnert sich Daniel Salzmann,

der die herzliche und direkte Art

der Walliser ebenso schätzt. «Auch

wenn sie manchmal sehr direkt sind und

die Neigung haben, einen Konflikt in

Kauf zu nehmen, statt zu verhandeln.

Aber nichts und niemand ist perfekt,

oder?», meint er schmunzelnd.


Die Welt ist so, wie die Menschen sie machen.

Zum Winterauftakt hat Valais/Wallis Promotion

deshalb älteren Walliserinnen und Wallisern ein

Geschenk gemacht: Sie erhalten Eis vom Rhonegletscher

aus ihrem Geburtsjahr, von einem Glaziologen

in der richtigen Tiefe herausgebohrt. Es

ist ein Dank für das, was sie dem Wallis gegeben

haben. Sie stehen stellvertretend für alle Frauen

und Männer dieser Generation.

PIONIERE

Das pralle

Leben!

Aufzeichnung: Monique Ryser

Fotos: Sedrik Nemeth

62


Sophie Harnisch, 86

Ab nächstem Jahr will sie kürzertreten –

und den Touristenshop in Oberwald an

der Furka nur noch im 50-Prozent-Pensum

führen. Bis 1995 führte die Mutter

von vier Kindern das eleganteste Schuhgeschäft

in Brig. Nun möchte sie gerne

mehr Zeit mit ihrer Tochter, der Sopranistin

Rachel Harnisch, und deren Kindern

verbringen. Sophie Harnisch war eine der

ersten Frauen, die Ski fuhren. Und zwar

schnell: «Ich musste ja meinen beiden

Söhnen die Stange halten.»

63


PIONIERE

Arnold Andenmatten, 93

Schon als junger Mann lernte er Englisch und

Französisch. «Uphill and downhill», das musste

man können, als Skilehrer und als Bergführer.

Andenmatten ist der älteste noch lebende

Olympiasieger der Schweiz. 1948 gewann er in

St. Moritz Gold in der Militärpatrouille (heute

Biathlon). Im Jahr darauf kamen der Weltmeistertitel

dazu und vier Medaillen als Schweizer

Meister in der Staffel. Als Bergführer hatte er

am liebsten die Engländer, «die waren nicht

verwöhnt». 1951 gründete er in Saas-Fee eine

Skischule. Er weiss auch genau noch die Zeit,

die er als Sieger der ersten Gletscherabfahrt

Allalinhorn–Saas-Fee hatte: «8,07 Minuten.»


Jeannette Perrier, 101

Erst seit acht Monaten lebt die 101-Jährige im

Altersheim St-François in Sion. «Das Leben

hat sich ganz schön verändert, seit ich Kind

war», sagt sie schmunzelnd. Und sie erzählt,

dass die Toilette in ihrem Geburtshaus zwischen

Fels und Haus gelegen habe. Damals

gabs noch mehr Schnee, und die Gletscher

seien fast bis ins Tal gekommen. Sie versuche

nicht mehr, die Welt zu verstehen. Aber der

Winter sei heute einiges angenehmer als

früher. «Schon nur wegen der Toiletten.»

«Bergführer

war ein toller

Beruf. Man

verdiente

60 Franken pro

Viertausender»

65


PIONIERE

Martha Schmid, 81

Lehrerin, Posthalterin und die erste Dorfführerin

– kaum jemand ist so verwurzelt in der

Oberwalliser Gemeinde Ernen wie Martha

Schmid. In der Fernsehsendung «Chumm und

lueg» lehrte sie die Schweiz, wie man «Cholera»

macht: Teig, Kartoffeln, Äpfel, Käse und

Zwiebeln ergeben die typische Walliser Spezialität,

die ihren Namen von den Kohlen hat.

Bereits als junge Frau lernte sie Skifahren

und Schwimmen, später frönte sie dem Langlaufen

mit ihrem Mann. Sie freut sich auf den

ersten Schnee, denn: «Weihnacht ohne

Schnee geht gar nicht.»

«Bis in die

50er-Jahre

mussten wir

Frauen mit

Röcken

Ski fahren»

66


Denis Bertholet, 86

Er ist der Pionier des Tiefschneefahrens: Während

alle anderen Skilehrer mit ihren Schülern

auf der Piste waren, führte Denis Bertholet die

Touristen in steile Hänge und enge Couloirs.

Als Beruf hatte er Fotograf gelernt, seine Eltern

wollten, dass er was «Richtiges» lernt. Seinen

Traum, Bergführer und Skilehrer zu werden,

erfüllte er sich später. Die Verbindung beider

Berufe führte ihn auf Berge der ganzen Welt

und brachte ihm Foto- und Filmpreise ein. Seine

letzte Tiefschneeabfahrt machte er an den Hängen

der Rosablanche. Als seine Beine das Bergsteigen

nicht mehr erlaubten, ist er von Verbier

nach Orsières gezogen. Von hier aus betreut er

seine Stiftung für eine Schule in Nepal.


PIONIERE

Pierre Chapatte, 99

Mit vollem Namen heisst er Arsène Louis

Pierre, und geboren wurde er im Jura. Von

Berufes wegen kam er ins Wallis – und ist

geblieben. Sein Arbeitsplatz war der Flugplatz

Sion, wo er als Mechaniker arbeitete. «Ach, das

Wallis! Die Menschen sind herzlich, das Wetter

schön, die Landschaft atemberaubend. Und

dann noch der Fendant …!» Noch heute dankt

der Aktivdienstler Gott, dass die Schweiz vom

Krieg verschont geblieben ist. Und er bedankt

sich täglich für jeden Tag, den er erleben darf.

Er sei nicht pressiert «abzutreten», viel lieber

erzählt er von seinen ersten Skis und den schönen

Tagen auf der Langlaufloipe.


Otto Burgener, 86

Die Leder-Bergschuhe, die er als Schuhmacher

anfertigte, sind legendär: In dritter Generation

betrieb Otto Burgener das gleichnamige

Schuhgeschäft in Zermatt. Seine grosse

Leidenschaft ist aber seit Kindesbeinen an die

Musik: Beim bekannten Akkordeonspieler

Bobby Zaugg lernte er das Handorgelspiel,

«im Winter spielte er immer auf der Riffelalp

und ich stieg zu Fuss rauf und fuhr mit

den Ski wieder runter». Über 350 Stücke hat

er komponiert, als Bläser und Dirigent

geamtet. Über die Landesgrenzen hinaus

bekannt wurde er mit seinem Glockenspiel.

Julia Michelet, 90

Mit dem Schlitten ist sie winters jeweils von

ihrem Wohnort Basse-Nendaz zu ihrem

Arbeitsort in den Ortsteil Aproz hinuntergeglitten.

Bis sie als eine der ersten Frauen Auto

fahren lernte. Ihr letztes Auto war übrigens

ein BMW, der jetzt noch in der Garage steht.

Sie hat jahrzehntelang den Laden in Aproz

geführt, heute lebt sie im Altersheim in Basse-

Nendaz. Den Winter heute findet sie schöner

als früher: «Heute ist überall geheizt.» Als Julia

Michelet vier war, starb ihre Mutter, ihr Ehemann

ist 1965 verstorben. «Es war nicht immer

einfach, aber ich hatte ein schönes Leben und

möchte kein anderes.»

69


1

ORTE

2

70


O V RON N A Z

Noch ein

Geheimtipp

Auf einer Sonnenterrasse gelegen, sticht

der Unterwalliser Ferienort Ovronnaz mit zwei

Trümpfen: seinen Thermalbädern samt modernem

Wellnessbereich und dem attraktiven Skigebiet.

Fotos: Sedrik Nemeth

Foto HO

3

1 Der ehemalige Fussball-Profi

Christophe Bonvin oberhalb seines

Wohnorts Ovronnaz; im Hintergrund

die Gipfel rund um den Grand

Muveran. 2 Von den Thermalbädern

bietet sich – über das Rhonetal hinweg

– ein traumhafter Panoramablick

auf die Walliser Alpen. 3 Ein Zimmer

im historischen Gebäude des Hotels

Chalet de Kalbermatten.

Traumhaft sei es, hier zu wohnen,

sagt Christophe Bonvin und

macht einen Freudensprung.

«Schauen Sie, diese Berge!» Vorne, in der

Ferne, das Panorama mit den majestätischen

Gipfeln des Mont-Blanc-

Massivs und der Walliser Alpen: Matterhorn,

Mont Fort, Grand Combin. «Und

hier», Bonvin zeigt nach hinten, die

Gipfel rund um den Grand Muveran.

«Da bin ich mit meiner Familie regelmässig

am Skifahren.» Dann gehts meist

ins Thermalbad zum Entspannen. «Wir

haben ja alles vor Ort!»

Seit 21 Jahren lebt Christophe Bonvin

hier in Ovronnaz, einem kleinen Ort auf

einer Sonnenterrasse (Südlage, mildes

Klima) hoch über dem Rhonetal, auf

1350 Meter über Meer. Mit seiner Familie:

Drei Kinder haben er und seine Frau

Christine, die als Buchhändlerin in Martigny

tätig ist. Aufgewachsen ist Christophe

unten in Riddes, auf halber Strecke

zwischen Sion und Martigny. Bekannt

wurde der heute 50-Jährige als Fussballer.

Zwischen 1987 und 1996 spielte er

45 Mal für die Schweizer Fussballnati,

schoss acht Tore. Bonvin war eine treue

Seele – die meiste Zeit stürmte er für

den FC Sion. 1997 beendete er seine

Sportlerkarriere. Heute ist er Vizedirektor

der Weinkellerei Bonvin 1858 in Sion;

2014 erhielt die Firma die Auszeichnung

«Schweizer Weingut des Jahres».

30 Minuten habe er mit seinem Auto für

einen Arbeitsweg, erzählt der Unterwalliser.

Die Strasse von Leytron hoch nach

Ovronnaz ist steil und eng, viele Kurven

schlängeln sich durch die unzähligen

Weinberge. Der Walliser lacht. «Schnell

fahren kann man hier hinauf nicht. Dafür

geniesse ich auf dem Heimweg die schöne

Gegend. Und komme total relaxt an.»

Relaxen ist auch in Ovronnaz selber angesagt.

Die Hauptattraktion des weitläufigen,

familiären Bergdorfs mit seinen

vielen heimeligen Holzchalets: das Thermalbad-Zentrum

«Les Bains d’Ovronnaz»

(www.bains-ovronnaz.ch). Es umfasst

drei Bäder (eines indoor, zwei outdoor)

mit Temperaturen von 32 bis 35 Grad,

freitagabends mit Light & Sound (Soi-

71


Fotos François Perrodin (2), HO

ORTE

rées Lounge, bis 22.30 Uhr). Das Thermalwasser

entspringt der nahen Salentze-Schlucht.

Das Wasser in den 1990 eröffneten

Bädern ist reich an Sulfaten,

Kalzium und Magnesium. Serge Beslin

von der Geschäftsleitung: «Der hohe Mineralgehalt

tut besonders Personen mit

Bewegungsproblemen, Rheuma und

Kreislaufkrankheiten gut.»

Seit Dezember 2013 wird die grosszügig

gestaltete Bäderlandschaft durch das

Panoramic Alpine Spa ergänzt (Baukosten:

10 Millionen Franken) – eine 1000

Quadratmeter grosse, moderne Wellnesszone.

Sie umfasst Sauna mit Wassermühle,

Whirlpool, Hammam aus Carrara-Marmor,

ein mit Licht- und Aromatherapie

kombiniertes Dampfbad, Kneipp-

Parcours, Fitnessraum. Der Ruheraum

wird von schwachem, ultraviolettem

Licht erhellt. Zu den Hausspezialitäten

gehört die Hot-Stone-Massage mit dem

seltenen Arganöl. Ästhetische Medizin

rundet das Angebot ab.

Doch Ovronnaz lockt auch mit einem attraktiven

Skigebiet. Pisten aller Schwierigkeitsstufen

stehen zur Verfügung: für

Anfänger genauso wie für Fans von Buckelhängen

und schwarzen Pisten. Das

Gebiet hat einen sehr alpinen Charakter.

So gibts auch sichere Pisten zwischen

Felsen und durch Wälder. Dazu:

vier Ski- und drei Sessellifte (darunter einen

Baby-Lift, www.teleovronnaz.ch),

zwei Ski- und Snowboardschulen. Für

die Kinder gibts Snowpark, Skicrosspiste

und Bigairbag. Hoch gehts bis Tsantonnaire

auf 2500 Meter über Meer. Von

dort bietet sich ein überwältigendes Panorama

auf 30 Viertausender. Verpflegen

kann man sich im Restaurant Jorasse

und in den Buvettes «Petit-Pré» und

«Tsantonnaire». Auf deren Terrassen

gibts feine Walliser Spezialitäten und

eine schöne Aussicht (von Liegestühlen

aus). Das «Jorasse» ist auch für Fussgänger

erreichbar, per Sessellift. Der Clou:

In der Kombitageskarte (Familienrabatt!)

sind sowohl die Skibetriebe wie auch der

Thermalbadeintritt inbegriffen (einzigartig

im Unterwallis). Kinder unter sechs

Jahren zahlen für beides nichts. Zur Talstation

Jorasse gelangt man mit dem kostenlosen

Shuttlebus. Für andere Outdooraktivitäten

gibts Langlaufloipen

(22 km), präparierte Winterwanderwege

und Schneeschuhrundstrecken.

Wo übernachten? Ovronnaz bietet diverse

Mietwohnungen und vier Mittelklassehotels:

«L’Ardève», «Chalet de Kalbermatten»

(unter Denkmalschutz), «Le

Petit Muveran» und das «Les Bains

d’Ovronnaz» (unter anderem mit Wohnungen

für bis zu sechs Personen; auf

Wunsch Hotelservice). Von den Hotelzimmern

gehts über geheizte Gänge ins

Bad. In der Wintersaison 2014/15 verzeichnete

man 70 000 Übernachtungen.

Auch verhungern müsse man nicht, sagt

Christophe Bonvin und lacht. «Wir haben

diverse Restaurants und Bars, auch

fürs Après-Ski.» Raffinierte Küche findet

man im Restaurant des Hotels L’Ardève

– und die Brasserie ist bekannt für Fondue

und andere Käsespezialitäten. Der

Keller ist reich bestückt mit vorzüglichen

einheimischen Weinen. Bonvin kommt

ins Schwärmen: «Was gibts Schöneres,

als mit einem Glas Johannisberger dazusitzen

und in unsere wunderschönen

Walliser Alpen zu schauen?»

Reportage in Zusammenarbeit mit Thermalp

und den Bergbahnen von Ovronnaz.

Der Clou:

Mit der Kombitageskarte

gehts nicht nur

auf die Skipisten,

sondern

auch ins

Thermalbad

Diesen Winter ist was los!

Vertical Night Rasante Skiabfahrt unter

Sternenhimmel

Lucky Luke in the Dark Kulinarische

Wanderung. En Guete!

The Big Kahuna Kicker Demonstration von

Ski- und Snowboard-Freestylern

Dies und das Durch den Winter gibts

wöchentlich diverse Animationsprogramme

72


1 2

3 4

5

1 Skicross-Plausch für die Jüngsten.

2 Das Skigebiet bietet Pisten für jeden

Geschmack. 3 Auf Tsantonnaire

gibts eine grandiose Aussicht in

die Walliser Alpen. 4 Im Panoramic

Alpine Spa lässt sich wunderbar

entspannen und neue Kräfte tanken.

5 Auch wohltuende Massagen

gehören zum Angebot im Spa.

73


WINTER-

SPECIALS

Der Winter im Wallis ist eine lebendige

Erlebniswelt für Wintersport.

Profitieren Sie von attraktiven Angeboten.

ANGEBOTE

Foto Valais/Wallis Promotion

Blick von der Fiescheralp ins Tal.

Das Wallis hat die höchstgelegenen

Skigebiete und garantiert

Schneesicherheit.

74


75


WALLISER

WINTERZAUBER

www.wallis.ch/winterzauber

ANGEBOTE

Tief verschneite Wälder, ein atemberaubendes

Bergpanorama

und eine maximale Vielfalt an Wintersportmöglichkeiten:

Willkommen

in der schönsten Zeit des Jahres.

Im Walliser Winterzauber werden

Sie von einem farbenprächtigen

Sonnenaufgang geweckt.

Und schon lockt Sie der tiefblaue

Himmel hinaus an die frische Luft.

Ob auf den Pisten, einer Schneeschuhwanderung

oder im dampfenden

Thermalbad – Sie werden den

Winter im Wallis lieben. Wer von

so vielen Aktivitäten Hunger kriegt,

darf sich auf regionale Spezialitäten

auf einer sonnigen Terrasse an

der frischen Bergluft oder in wohliger

Wärme eines Chalets freuen.

Buchen Sie die folgenden Angebote

unter:

www.wallis.ch/winterzauber

Aktivitäten

View Point Ticket Aletsch und das

perfekte 360-Grad-Panorama –

Aletsch Arena – Eggishorn, Fiesch-

Fiescheralp

Den Grossen Aletschgletscher in seiner

ganzen Länge und imposanten Grösse bestaunen,

ist vom View Point auf dem Eggishorn

möglich. Bei einer Drehung um die

eigene Achse lassen sich unter anderem

die majestätischen Viertausender Mönch,

Eiger, Jungfrau und Matterhorn bestaunen.

Gültigkeit:vom05.12.2015bis09.04.2016

Preis: ab CHF 22.– pro Person

Lounge Abend – Ovronnaz

Jeweils am Freitagabend verwandeln

sich die Thermalbäder in drei verschiedene

Atmosphären, die durch Lichtspiele,

Kerzen und Musik in Szene gesetzt

werden. Ebenfalls werden Sie im Panoramic

Alpine Spa mit einem Glas Prosecco

verwöhnt.

Gültigkeit:vom08.12.2015bis09.04.2016

Preis: ab CHF 21.– pro Person

Cocooning im Herzen der Natur –

Ovronnaz

In den Thermalbädern und dem Panoramic

Alpine Spa erleben Sie einen Moment

für sich selbst. Verwöhnt werden

Sie mit einem Tagesteller und einer Körperpflege,

die mit verschiedenen Methoden

durchgeführt wird. Zudem haben

Sie Zugang zu den Bädern, dem Spa und

dem Fitnessbereich.

Gültigkeit: vom 18.12.2015 bis 09.04.2016

Preis: ab CHF 134.– pro Person

Ski- und Badespass für ein Maximum

an Vergnügen – Ovronnaz

Nichts erscheint angenehmer, als sich

nach einem intensiven Skitag in der beruhigenden

Wärme der Thermalbäder

zu entspannen. Der Panoramic Alpine

Spa bietet zudem auf 1000 Quadratmetern

spezifische Erholungsangebote mit

Saunen, Dampfbädern und Whirlpools.

Gültigkeit: vom 26.12.2015 bis 03.04.2016

Preis: ab CHF 57.– pro Person

Aqua Allalin, Wellness auf höchstem

Niveau – Saas-Fee

Modernste Technik und hochwertige, natürliche

Materialien sind im Wellnessund

Fitnesstempel Aqua Allalin auf wundervoll

alpine Weise kombiniert. Wer das

Aqua Allalin betritt, erholt sich mit Blick

auf das spektakuläre Bergpanorama, das

sich einem vom Whirlpool aus eröffnet.

Gültigkeit: Winter 2015/2016

Preis: ab CHF 12.– pro Person

76


1

Pauschalangebote

2

Fotos Valais/Wallis Promotion

Winterliche Magie – Ovronnaz

In den Thermalbädern von Ovronnaz

lassen Sie sich in eine Wellnessoase entführen.

Das wohltuende und heilende

Wasser der Bäder enthält wertvolle Mineralstoffe,

die Entspannung und Wohlbefinden

schenken. Ausserdem bietet

das Thermalbad Zutritt sowohl zum neu

eröffneten Panoramic Alpine Spa als

auch zum Fitness. Im Anschluss geniessen

Sie eine traditionelle Massage und

gewinnen so Ihre innere Energie zurück.

Package/Pauschal: 1 Übernachtung mit

Frühstück im Doppelzimmer im Hotelkomplex

«Les Bains d’Ovronnaz », freier

Eintritt in die Thermalbäder, in den Panoramic

Alpine Spa und ins Fitness, traditionelle

Massage von 25 Minuten.

Gültigkeit: Winter 2015/2016

Preis: ab CHF 209.50 pro Person

Erholung in den Alpen –

Mayens-de-Chamoson

Nur drei Kilometer vom Thermalzentrum

von Ovronnaz entfernt ist die Hostellerie

de l’Ardève eine Oase des Friedens in den

Alpen und liegt an idealer Lage für Ferientage

nahe der Natur. Optimal erholen Sie

sich in den warmen und stillen Thermalbädern.

Erlangen Sie durch eine Hydromassage

und eine traditionelle Massage tiefe

Ruhe und innere Heiterkeit.

Package/Pauschal: 1 Übernachtung mit

Halbpension im Doppelzimmer in der Hostellerie

de l’Ardève, freier Eintritt in die

Thermalbäder und Hydromassage und

traditionelle Massage von 25 Minuten.

Gültigkeit: Winter 2015/2016

Preis: ab CHF 257.– pro Person

Alpine Energiequelle – Leukerbad

Schnee- und Badespass lassen sich im

Winter perfekt kombinieren. Nach einem

aktiven Tag auf den Pisten geniessen Sie

entspannende Momente in den Thermalbädern

von Leukerbad. Inmitten einer

imposanten Bergwelt sammeln Sie im

natürlichen Thermalwasser Kräfte und

lassen sich im Wellnessbereich mit einer

Massage verwöhnen. Für weitere sportliche

Aktivitäten – von Curling über

Tennis bis zu Fitness – steht Ihnen die

Sportarena zur Verfügung.

Package/Pauschal: 2 bis 3 Übernachtungen

mit Frühstück (im Hotel Ihrer Wahl),

2 Tage Schnee- und Badespass für freie

Fahrt mit den Bergbahnen (inklusive Skipass)

und freien Eintritt in die Thermalbäder,

1 Leukerbad-Massage, freie Fahrt

mit dem Ortsbus und Benutzung der Anlagen

der Sportarena mit der Leukerbad

Card Plus.

Gültigkeit: Winter 2015/2016

Preis: ab CHF 321.– pro Person

3

1 Abfahrt in

Ovronnaz bei Petit-Pré.

2 Neuschneetraum auf der Fiescheralp

in der Aletsch Arena.

3 Den Winter im warmen Wasser

geniessen in Leukerbad.

77


FREIHEITSGEFÜHLE

MITTEN IN DER NATUR

www.wallis.ch/freiheitsgefuehl

ANGEBOTE

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn sich

Ihr Blick in der Weite verliert, Sie

die Bergstille in sich aufnehmen und

Ihre Gedanken verfliegen? Dieses

unbezahlbare Gefühl von Freiheit

erleben Sie im Wallis inmitten von

45 Viertausendern. Beim Besteigen

oder Befahren der tief verschneiten

Gipfel rückt das Tal in die Ferne,

genauso wie Ihr Alltag – bis er

schliesslich ganz weg ist. Beinahe

unendliche Möglichkeiten, von

Schneeschuhwanderungen bis

Gleitschirmfliegen oder Skitouren,

machen das Wallis zum perfekten

Abenteuerspielplatz mit Suchtpotenzial

nach Freiheitsgefühlen.

Buchen Sie die folgenden Angebote

unter:

www.wallis.ch/freiheitsgefuehl

Aktivitäten

Auf leisen Sohlen durch den Winter –

Aletsch Arena – Riederalp, Bettmeralp,

Fiesch-Fiescheralp

Das Schneeschuhlaufen durch die tief

verschneite Landschaft fühlt sich nahezu

schwerelos an und bringt Bewegung an

der frischen Luft. Auf 14 Kilometer Schneeschuhtrails

geniessen Sie in der Aletsch

Arena Stille und einen atemberaubenden

Panoramablick.

Gültigkeit: vom 05.12.2015 bis 09.04.2016

Preis: ab CHF 19.20 pro Person (Bergbahn-Einzelfahrt)

Sanftes Abenteuer in der

verschneiten Schlucht – Saas-Fee

Zwischen Schnee und Eiszapfen, bizarren

Felsen und Himmel führt ein Klettersteig

in die tief verschneite Schlucht

zwischen Saas-Fee und Saas-Grund.

Rasante Seilbahnen, Pendelquergänge,

Leitern und imposante Nepalhängebrücken

tragen – unter Begleitung eines

Bergführers – zum Abenteuer bei.

Gültigkeit: vom 01.01.2015 bis 31.05.2016

Preis: ab CHF 80.– pro Person

3

78


1

Pauschalangebote

2

Foto Pascal Gertschen, Ilfe Bekker, Valais/Wallis Promotion

Der Traum vom Fliegen – Aletsch

Arena – Riederalp, Bettmeralp,

Fiesch-Fiescheralp

Die Aletsch Arena bietet ein besonderes

Erlebnis: Skifahren oder Snowboarden

im Gebiet eines Unesco-Welterbes.

Durch ihre intakte Natur und einzigartige

Schönheit imponiert die authentische

Hochgebirgslandschaft. Gut gesichert

haben Sie aber auch die Möglichkeit, wie

ein Adler über der Aletsch Arena zu kreisen.

Sich schwerelos von der Thermik

über den grössten Gletscher der Alpen

tragen zu lassen, ist wohl eine der befreiendsten

Erfahrungen.

Package/Pauschal: 3 Übernachtungen mit

Frühstück im Doppelzimmer (im Hotel

Ihrer Wahl), 3 Tage Skipass Aletsch Arena

(ohne Zubringerbahn), Gleitschirm-

Tandemflug auf der Fiescheralp zum Preis

von CHF 99.– (Normalpreis: CHF 130.–).

Gültigkeit: vom 12.12. bis 19.12.2015, vom

09.01. bis 30.01.2016, vom 05.03. bis

19.03.2016

Preis: ab CHF 355.– pro Person in Riederalp,

ab CHF 355.– pro Person in Bettmeralp,

ab CHF 343.– pro Person in

Fiesch

Weisse Wochen – Aletsch Arena –

Riederalp, Bettmeralp, Fiesch-

Fiescheralp

Während einer Woche dreht sich in der

traumhaft winterweissen Landschaft des

Unesco-Welterbes alles ums Skifahren

oder Snowboarden. Damit Sie die Pisten

wie ein Profi hinunterfahren können,

gibt es Ski- oder Snowboardunterricht vor

Ort. Gut gesichert haben Sie aber auch

die Möglichkeit, wie ein Adler über der

Aletsch Arena zu kreisen. Sich schwerelos

von der Thermik über den grössten Gletscher

der Alpen tragen zu lassen, ist wohl

eine der befreiendsten Erfahrungen.

Package/Pauschal: 7 Übernachtungen

mit Halbpension (im Hotel Ihrer Wahl),

7 Tage Skipass Aletsch Arena (ohne Zubringerbahn),

6 Tage Skiunterricht oder

5 Tage Snowboardunterricht, Gleitschirm-Tandemflug

auf der Fiescheralp

zum Preis von CHF 99.– (Normalpreis

CHF 130.–), diverse Zusatzleistungen der

einzelnen Destinationen.

Gültigkeit: vom 09.01. bis 30.01.2016, vom

12.03. bis 19.03.2016

Preis: ab CHF 900.– pro Person in Riederalp,

ab CHF 1038.– pro Person in Bettmeralp,

ab CHF 972.– pro Person in Fiesch

1 Ein Gleitschirmflieger

startet vom Eggishorn

in der Aletsch Arena.

2 Tourenfahrer auf der Haute Route

zwischen Chamonix und Zermatt, entlang

der gesamten Walliser Alpen.

3 Schneeschuhtrekking durch

verschneite Wälder.

79


FAMILIENSPASS

IM SCHNEE

www.wallis.ch/familienspass

ANGEBOTE

Winterferien mit der Familie sind

Aktivferien. Schneeballschlachten,

Schneeengel machen und Iglu

bauen gehören genauso zum Programm

wie die heisse Schoggi nach

einem Tag draussen an der frischen

Bergluft. Das Wallis ist ein einziger,

grosser Naturspielplatz mit einer

unendlichen Vielfalt an Aktivitäten

für die ganze Familie. Erfreuen Sie

sich an Angeboten und Infrastrukturen,

die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten

sind. Skischulen, Animations-

und Betreuungsprogramme

sowie Bergausflüge, die für bleibende

Erinnerungen sorgen, lassen

Sie die sonnenverwöhnteste Winterregion

der Schweiz neu entdecken.

Buchen Sie die folgenden Angebote

unter:

www.wallis.ch/familienspass

Aktivitäten

Winterwanderpass Aletsch+ Aletsch

Arena – Riederalp, Bettmeralp, Fiesch-

Fiescheralp

Winterwandern ist die wohl ruhevollste

Art, die winterliche Traumkulisse der

Aletsch Arena zu entdecken. Gewärmt

von der Walliser Sonne und begleitet von

funkelnden Schneekristallen werden Sie

mit einem Panoramablick auf die Walliser

Viertausender und den Aletschgletscher

belohnt.

Gültigkeit:vom05.12.2015bis09.04.2016

Preis: ab CHF 25.– pro Person

Nostalgie pur: Saas-Fee feiert

den Wintertourismus von früher.

Pauschalangebote

Nostalgischer Januar – Saas-Fee

Im Januar herrscht in Saas-Fee eine nostalgische

Stimmung. Durch eine Zeitreise

ins Jahr 1849, wo man noch auf Holzbrettern

die Hänge hinunterfuhr, erleben Sie

winterlichen Spass auf den Spuren von

Pfarrer Josef Imseng, dem Tourismuspionier

der Schweiz, und dies mit nostalgischen

Preisen und Pauschalen wie vor

30 Jahren. Während Ihrem Aufenthalt erblicken

Sie unter anderem den Viertausender

Allalinhorn, anerkannt als beliebter

Hausberg von Saas-Fee.

Package/Pauschal: 2 bis 7 Übernachtungen

mit Frühstück (im Hotel Ihrer Wahl),

Skipass analog Anzahl Übernachtungen,

Keycard im Wert von CHF 5.–, Bürgerpass.

Gültigkeit: vom 08.01. bis 22.01.2016

Preis: ab CHF 225.– pro Person

Was gibt es Schöneres als

eine Schneeballschlacht?

80


SO NAH!

Näher als man denkt: Die Walliser Berge und der Schnee sind von einem

Grossteil der Schweiz aus in nur wenig mehr als drei Stunden erreichbar.

Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn durch

den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am Lötschberg.

Wer auf Genuss setzt, nimmt den «Lötschberger» der BLS und fährt über

die «alte», landschaftlich spektakuläre Strecke.

Ovronnaz

Zürich 3:45 h 3:12 h

Bern 2:40 h 1:58 h

Luzern 3:47 h 3:02 h

Basel 3:48 h 2:59 h

Genf 2:44 h 2:07 h

Lausanne 2:02 h 1:28 h

Neuchâtel 2:54 h 2:12 h

Crans-

Montana

Zürich 3:10 h 3:17 h

Bern 2:05 h 2:04 h

Luzern 3:12 h 3:08 h

Basel 3:13 h 3:05 h

Genf 2:39 h 2:14 h

Lausanne 1:51 h 1:34 h

Neuchâtel 2:38 h 2:18 h

Leukerbad

Zürich 3:05 h 3:32 h

Bern 2:00 h 2:19 h

Luzern 3:07 h 3:07 h

Basel 3:08 h 3:19 h

Genf 3:04 h 2:20 h

Lausanne 2:22 h 1:41 h

Neuchâtel 3:06 h 2:25 h

Riederalp

Champéry

Zürich 3:47 h 2:40 h

Bern 2:45 h 1:28 h

Luzern 4:23 h 2:33 h

Basel 3:48 h 2:28 h

Genf 2:16 h 1:35 h

Lausanne 1:34 h 0:57 h

Neuchâtel 2:45 h 1:33 h

Zürich 2:48 h 2:39 h

Bern 1:41 h 2:18 h

Luzern 2:50 h 2:23 h

Basel 2:51 h 3:19 h

Genf 3:08 h 2:40 h

Lausanne 2:29 h 2:00 h

Neuchâtel 2:49 h 2:44 h

Infografik Laura Bendixen, Simona Guarino

Fotos Pascal Gertschen, Valais/Wallis Promotion

Verbier

Zürich 3:33 h 3:17 h

Bern 2:31 h 2:04 h

Luzern 4:05 h 3:07 h

Basel 3:34 h 3:04 h

Genf 2:32 h 2:13 h

Lausanne 1:44 h 1:34 h

Neuchâtel 2:31 h 2:17 h

Zermatt

Zürich 3:11 h 3:45 h

Bern 2:06 h 2:32 h

Luzern 3:13 h 3:15 h

Basel 3:14 h 3:32 h

Genf 3:40 h 2:54 h

Lausanne 2:52 h 2:14 h

Neuchâtel 3:12 h 2:58 h

Saas-Fee

Zürich 3:02 h 3:45 h

Bern 2:03 h 2:32 h

Luzern 3:04 h 3:16 h

Basel 3:05 h 3:29 h

Genf 3:31 h 2:54 h

Lausanne 2:43 h 2:14 h

Neuchâtel 3:03 h 2:58 h

81


Kultur, Sport & Brauchtum

Im Wallis ist immer etwas los. Eine Übersicht über

die vielfältigen Veranstaltungen und Events.

www.wallis.ch/event

AGENDA

Dezember

Fondation Pierre Gianadda –

Ausstellung von Zao Wou-Ki

4. 12. 2015 bis 12. 6. 2016, Martigny.

Spezialbillette der SBB nach Martigny.

www.gianadda.ch

Die Märkte der Genüsse und

Handwerker

4. bis 6. 12., Martigny. Die Messe

der AOP-IGP-Produkte.

www.saveursetartisans.ch

Polaris – Electronic Music Festival

11. bis 12.12., Verbier. DJs zwischen

14 und 22 Uhr, Clubs am Abend.

www.polarisfestival.ch

Weihnachts- und Silvesterkonzert –

Musikdorf Ernen

25. und 30. Dezember, Ernen. Die

schönste Kulisse für ein Konzert.

www.musikdorf.ch

Januar

Traditionelle Fasnacht

6. 1. bis 9. 2.2016, Evolène.

Fell- und Strohfiguren mit Masken.

www.carnaval-evolene.ch

Belalp Hexenwoche mit Volksabfahrt

9. bis 16.1.2016, Blatten/Belalp

Die verrückteste Abfahrt der Schweiz!

www.belalphexe.ch

Famigros Ski Day

10.1.2016, Morgins. Ein Skitag für

die ganze Familie.

www.morgins.ch

Ballet «Giselle»

20.1.2016, Monthey. Das Yacobson

Ballet aus St. Petersburg.

www.crochetan.ch

Ice Climbing Worldcup

22. bis 23. 1. 2016, Saas-Fee.

Eisklettermeisterschaften im Parkhaus.

www.saas-fee.ch

Februar

Grosser Tschäggättu-Umzug

4. Februar 2016, Lötschental.

Der urtümliche Fasnachtsumzug.

www.loetschental.ch

AUDI FIS Skiweltcup (Damen)

13. bis 14.2.2016, Crans-Montana.

Abfahrt und Kombination.

www. skicm-cransmontana.ch

44. Internationaler Gommerlauf,

Langlauf

27. bis 28.2.2016, Obergoms.

Halbmarathon und Marathon.

www.gommerlauf.ch

März

Ringkuhkampf im Schnee

5.3.2016, Leukerbad. Eringer Rinder

kämpfen um den Sieg.

www.leukerbad.ch

Récital de piano mit Béatrice Berrut

6. März 2016, Sion. Die renommierte

Walliser Pianistin in der Heimat.

www.theatredevalere.ch

Glacier Bike Downhill

12.3.2016, Saas-Fee. Adrenalin pur bei

den Downhill-Mountainbikern.

www.saas-fee.ch

Ensemble Cabaret 21 mit

Franziska Heinzen

20. 3. 2016, St-Maurice. Werke

von Bernstein, Weill und Strauss.

www.theatredumartolet.ch

Saas-Fee Filmfest

30. 3. bis 3. 4. 2016, Saas-Fee.

Innovatives Kino aus der Schweiz.

www.sfff.ch

Tanzspektakel «Inferno –

von der Hölle ins Paradies»

30. bis 31. 3. 2016, Visp.

Akrobatisches Lufttanzspektakel.

www.lapostevisp.ch

April

Swatch Xtreme Verbier

2. bis 3. 4. 2016, Verbier.

Mutprobe in Schnee und Fels.

www.verbier.ch

8. Zermatt Unplugged

5. bis 9. 4. 2016, Zermatt.

Hochstehende Musik in grosser Höhe.

www.zermatt-unplugged.ch

Caprices Festival

7. bis 10. 4. 2016, Crans-Montana.

Elektronische und urbane Musik.

www.caprices.ch

Patrouille des Glaciers

19. bis 23. 4. 2016, Zermatt/Arolla/

Verbier. Spektakuläre Skitour.

www.pdg.ch

82


wallis.ch

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