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Wallis. Das Magazin. - November 2015

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AUSGABE 2 20. N OVEMBER <strong>2015</strong><br />

WALLIS<br />

INS H ERZ GEMEISSELT<br />

Pirmin Zurbriggen: Dienen als Leitmotiv<br />

Kraftort Aletsch Spitzenkoch<br />

Markus Neff Goms: <strong>Das</strong> endlose Gleiten<br />

Dr’ Jope – das Buch Kräuterwissen<br />

neu genutzt Freiheitsgefühl im Schnee


SEDRIK NEMETH<br />

Verspricht Emotionen.<br />

Der Wein ist eine Einladung zur Entdeckung,<br />

zum Austausch und zur Freundschaft.<br />

PROVINS.CH


Wer den Winter mag,<br />

liebt das <strong>Wallis</strong><br />

Titel Massif des Combins fotografiert von Giovanni Castell<br />

Welches ist für Sie die schönste Zeit des Jahres? Für uns ist<br />

es der Winter. Wenn die Schneeflocken über den Himmel tanzen,<br />

die Wälder und Wiesen in Weiss getaucht sind und die<br />

rosarote Abenddämmerung eine stille, klare Nacht ankündigt.<br />

Im <strong>Wallis</strong>er Winter herrscht eine magische Stimmung.<br />

Wir laden Sie ein, diesen Winterzauber mit uns zu erleben. Im<br />

<strong>Wallis</strong> befinden sich die höchstgelegenen Skigebiete der<br />

Schweiz, Schneesicherheit ist also garantiert! Und: <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong><br />

ist näher, als man denkt, da lohnt sich auch ein Wochenendausflug<br />

– zum Skifahren, Wellnessen oder einfach, um das<br />

schöne Bergpanorama und die Gaumenfreuden zu geniessen.<br />

Lassen Sie sich von den vielfältigen Aktivitäten und dem<br />

Charme der idyllischen Bergdörfer inspirieren.<br />

Wussten Sie, dass wir dieses Jahr im <strong>Wallis</strong> 20 Hundertjährige<br />

feiern durften? Ob das Erreichen dieses stolzen Alters an<br />

der frischen Bergluft, den vielen Sonnentagen, dem hervorragenden<br />

Wein und den geselligen Stunden liegt, wollen wir<br />

mal vermuten. Stellvertretend für alle Frauen und Männer dieser<br />

Generation haben wir uns bei <strong>Wallis</strong>erinnen und <strong>Wallis</strong>ern<br />

mit Schnee aus ihrem Geburtsjahr bedankt. Snowboarderin<br />

Patrizia Kummer, Hotelkönig Art Furrer, Skilegende Pirmin<br />

Zurbriggen, der Nationalratspräsident 2014/15 Stéphane<br />

Rossini und Spitzenkoch Markus Neff zeigen ihre Kraftorte und<br />

sagen, wo das <strong>Wallis</strong> am schönsten ist. Wir wünschen Ihnen<br />

eine spannende Lektüre und einen zauberhaften Winter.<br />

Damian Constantin, Direktor Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion<br />

«<strong>Wallis</strong>» erscheint als Beilage der Schweizer<br />

Illustrierten am 20. <strong>November</strong> <strong>2015</strong> Redaktion |<br />

«<strong>Wallis</strong>», Schweizer Illustrierte, Dufourstrasse<br />

23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63,<br />

info@schweizer-illustrierte.ch Leitung/<br />

Geschäftsführer Ringier Zeitschriften |<br />

Urs Heller Chefredaktor | Stefan Regez<br />

impressum<br />

Redaktionsleitung | Monique Ryser<br />

Bildchefin | Nicole Spiess Textchef | Jan<br />

Morgenthaler Layout/Produktion | Simona<br />

Guarino Satztechnik | Doris Wüthrich<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe | Anita Lehmeier,<br />

Thomas Kutschera, Verena Thurner<br />

Bildredaktion | Sonia Favre, Martin Müller,<br />

Haben Sie eine besonders<br />

schöne Erinnerung an den<br />

Winter im <strong>Wallis</strong>? Teilen Sie<br />

diese auf Facebook, Twitter<br />

oder Instagram mit dem<br />

Hashtag<br />

#MeinWinterim<strong>Wallis</strong><br />

Fabienne Hubler Designkonzept | Beling<br />

Thoenen Design Korrektorat | Barbara Siegrist<br />

Bildbearbeitung | Ringier Redaktions-Services<br />

Head of Marketing | Thomas Passen<br />

Marketing | Verena Baumann Verlag | Ringier<br />

AG, Zofingen Produktionsleiter | Michael<br />

Passen Druck | Swissprinters AG, 4800 Zofingen<br />

EDITO<br />

3


52 48<br />

Die Bahn auf<br />

den Gemmipass.<br />

Im Hintergrund<br />

das Bäderdorf<br />

Leukerbad.<br />

Stéphane Rossini,<br />

der höchste<br />

Schweizer 2014/15,<br />

spricht über seine<br />

Heimatgefühle.<br />

INHALT<br />

62<br />

74<br />

Sophie Harnisch, 86, ist<br />

eine von acht <strong>Wallis</strong>erinnen<br />

und <strong>Wallis</strong>ern,<br />

die mit Jahrhundertschnee<br />

geehrt wurden.<br />

Neuschneefahrt auf<br />

der Fiescheralp:<br />

<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> bietet<br />

exklusive Winter-<br />

Specials für alle.<br />

6<br />

STERNE<br />

Im Wappen des <strong>Wallis</strong> sind 13 Sterne,<br />

hier stehen sie für 13 aussergewöhnliche<br />

Menschen, Orte und Produkte.<br />

12<br />

MARKUS NEFF<br />

<strong>Das</strong> «Fletschhorn» in Saas-Fee ist erste<br />

Adresse für Spitzenküche. Der 18-GM-<br />

Punkte-Koch zeigt seine Ruheoase.<br />

18<br />

GOMS<br />

Nirgends sonst ist es schöner, mit den<br />

Langlaufski durch die Landschaft zu<br />

gleiten, als im Goms.<br />

22<br />

PIRMIN ZURBRIGGEN<br />

Er hat im alpinen Skisport alles gewonnen,<br />

was man gewinnen kann. Heute ist<br />

er Hotelier und fördert die Ski-Jugend.<br />

26<br />

AUS ALT MACH NEU<br />

Kräuter und Pflanzen haben heilende<br />

Kräfte. Die Firma Pharmalp verbindet<br />

altes Wissen mit Innovation.<br />

29<br />

FREERIDE<br />

In Verbier messen sich die besten<br />

Freerider der Welt an einer senkrechten<br />

Felswand – verrückt!<br />

30<br />

PATRIZIA KUMMER UND ART FURRER<br />

Beim Alter trennen sie Jahrzehnte,<br />

trotzdem haben sie viele Gemeinsamkeiten.<br />

Vor allem den Kraftort Aletsch.<br />

36<br />

DR’ JOPE<br />

Ein Fotobuch, ein Veston, ein international<br />

bekannter Designer und eine<br />

Couture-Schülerin – ergibt Dr’ Jope.<br />

48<br />

STÉPHANE ROSSINI<br />

Der Nationalratspräsident 2014/15<br />

ist ein <strong>Wallis</strong>er: der Politiker über<br />

die Schweiz und seinen Kanton.<br />

4


02<br />

Inhalt<br />

22 12<br />

Pirmin Zurbriggen,<br />

Idol und Hotelier,<br />

vor dem Matterhorn<br />

in Zermatt. <strong>Das</strong><br />

grosse Interview.<br />

Markus Neff,<br />

18-GM-Punkte-Koch<br />

vom «Fletschhorn»<br />

in Saas-Fee zeigt<br />

seinen Rückzugsort.<br />

Fotos Keystone (2), Sedrik Nemeth (2), <strong>Wallis</strong> Tourismus,<br />

Sébastien Agnetti / 13 Photo<br />

52<br />

LEUKERBAD<br />

Der Schnee, der heute auf den Berghängen<br />

rund um Leukerbad liegt, ist<br />

das Thermalwasser von morgen.<br />

58<br />

KUNSTBAU<br />

<strong>Das</strong> Museum der Fondation Pierre<br />

Arnaud in Lens ist ein architektonisches<br />

Meisterwerk.<br />

62<br />

LEBEN IM WALLIS<br />

Acht Frauen und Männer in gesetztem<br />

Alter wurden mit Schnee aus dem<br />

Rhonegletscher geehrt.<br />

70<br />

OVRONNAZ<br />

Ein Thermalbad zum Austoben<br />

mit Aussicht auf Berge und Pisten ist<br />

der Geheimtipp im Unterwallis.<br />

74<br />

WINTER-SPECIALS<br />

Winterzauber, Freiheitsgefühle und<br />

Familienspass: exklusive Angebote<br />

für einen erlebnisreichen Winter.<br />

82<br />

AGENDA<br />

Im <strong>Wallis</strong> ist immer etwas los: Von<br />

ausgelassenen Skirennen bis zu klassischen<br />

Konzerten ist für alle was dabei.<br />

DIE FOTOGRAFEN<br />

Für dieses <strong>Wallis</strong>-<strong>Magazin</strong><br />

haben fotografiert:<br />

Christian Pfammatter<br />

Sedrik Nemeth<br />

Giovanni Castell, Kurt Reichenbach,<br />

David Carlier, Markus Eichenberger,<br />

David Birri, Didier Martenet, Geri Born<br />

5


STERNE<br />

Grosse Künstler ganz nah<br />

<strong>Das</strong> Musikfestival Zermatt Unplugged ist einmalig: Am Fuss<br />

des Matterhorns treten Stars in ganz intimem Rahmen auf.<br />

Zermatt | Gleich beim ersten Mal kam<br />

ein Superstar: Chris de Burgh reiste ins<br />

Dorf unter dem Matterhorn und sorgte<br />

für einen Traumstart des Festivals Zermatt<br />

Unplugged. 2007 von Thomas<br />

Sterchi und Marco Godat als Singer- und<br />

Songwriter-Festival gegründet, entwickelt<br />

sich Zermatt Unplugged seitdem immer<br />

mehr zum Treffpunkt für Anhänger<br />

6<br />

des unverfälschten Sounds. Nächster<br />

Termin, den man sich jetzt schon vormerken<br />

muss: 5. bis 9. April 2016. <strong>Das</strong> Programm<br />

wird im Dezember bekannt gegeben.<br />

Sterchi hat die Stimmung und den<br />

unvergleichlichen Groove des Zermatter<br />

Festivals auch nach Zürich gebracht. Im<br />

Kaufleuten gingen im Oktober die drei<br />

ersten Konzerte über die Bühne, weitere<br />

sind geplant. Die Anfänge waren nicht<br />

einfach, doch heute ist das Zermatt Unplugged<br />

ein fester Bestandteil der Musikfestivals.<br />

Und die Stars lieben es: Man<br />

trifft sie auf den Pisten, sie posten Selfies<br />

in den sozialen Medien, und die Starallüren<br />

scheinen mit jedem Höhenmeter<br />

mehr von ihnen abzufallen.<br />

www.zermatt-unplugged.ch


Härtetest für<br />

Hochalpinisten<br />

Fotos Marc Kronig, HO, François Perraudin, Sedrik Nemeth<br />

Der «1815 – 13 Sterne» ist der Whisky<br />

zum <strong>Wallis</strong>er Jubiläum.<br />

Whisky aus<br />

<strong>Wallis</strong>er Roggen<br />

Glis | Pünktlich zur 200-Jahr-Feier des<br />

Beitritts des <strong>Wallis</strong> zur Eidgenossenschaft<br />

füllte die Sempione Distillery<br />

GmbH im Januar den ersten Oberwalliser<br />

Whisky ab. Er wird aus Gersten- und<br />

Roggenmalz hergestellt. Im <strong>Wallis</strong> war<br />

der Roggen das wichtigste Brotgetreide<br />

der Bevölkerung. Der Roggen ist robuster<br />

als andere Getreidearten, und er ist<br />

gegenüber dem harten Klima sehr anpassungsfähig.<br />

Der Roggen für die Whisky-Produktion<br />

wird von einheimischen<br />

Produzenten auf den Safranäckern von<br />

Mund angepflanzt. Nach dem Schroten,<br />

Maischen, Gären und Destillieren des<br />

Getreides wird der Whisky mindestens<br />

drei Jahre in Barriquefässern gelagert.<br />

Diese befinden sich übrigens in einem<br />

stillgelegten Armeebunker im Fels. Die<br />

fünf Geschäftsinhaber planen ab 2017<br />

zwei weitere Sorten auf den Markt zu<br />

bringen: einen Single-Malt und einen<br />

Edelbrand aus Gersten- und Dinkelmalz.<br />

Wichtig sind der Sempione Distillery die<br />

lokalen Produkte und die regionale Verankerung.<br />

Im <strong>Wallis</strong>er Whisky ist auch<br />

<strong>Wallis</strong> drin. Bestellen unter:<br />

www.sempione-distillery.ch<br />

Skialpinismus| Man muss ziemlich verrückt<br />

sein, um an der Patrouille des Glaciers<br />

mitzumachen. <strong>Das</strong> militärische Skitourenrennen<br />

führt von Zermatt über<br />

Arolla nach Verbier und muss in einer<br />

Etappe absolviert werden. Gestartet<br />

wird im Zeitfenster von 19. bis 23. April<br />

2016. Letzes Jahr starteten 1800 militärische<br />

und zivile Dreierseilschaften. Den<br />

Rekord für die 110 Leistungskilometer<br />

hält seit 2012 ein Team der Grenzwacht<br />

mit den <strong>Wallis</strong>er Spitzenalpinisten Florent<br />

Troillet, Martin Anthamatten und<br />

Yannick Ecoeur mit fünf Stunden und<br />

52 Minuten.<br />

www.pdg.ch<br />

Der schwierigste Alpinwettkampf der<br />

Welt: die Patrouille des Glaciers.<br />

110 Kilometer<br />

nächtlicher<br />

Kraftakt im<br />

Hochgebirge<br />

Alte Ski als Dekoration, <strong>Wallis</strong>er<br />

Weine und Raclette: Roland Collombin<br />

empfängt im «La Streif».<br />

Collombin ehrt<br />

die Streif<br />

Martigny-Bourg| Der Mann hat Humor:<br />

«La Streif – Chez Collombin» hat der<br />

Ex-Abfahrtsstar Roland Collombin sein<br />

Bistro in Martigny-Bourg genannt. Und<br />

zur Eröffnung seinen ehemaligen Rivalen<br />

und heutigen Freund Frank Klammer<br />

eingeladen. «Zweimal gewann ich in<br />

Kitzbühel die Streif, das waren meine<br />

wertvollsten Siege», erklärt er die Namenswahl.<br />

Collombin, der in drei Monaten<br />

65 wird, war und ist Kult: Er war der<br />

Wilde im Skizirkus und wurde seinem<br />

Übernamen «la bombe» mit seinem Stil<br />

auf und neben der Piste gerecht. Für<br />

Franz Klammer war es eine Selbstverständlichkeit,<br />

seinen Copain im <strong>Wallis</strong> zu<br />

besuchen. «Roland war mein Vorbild!»,<br />

so Klammer. «Heute treffen wir uns oft<br />

beim Golf. In dieser Sportart bin ich aber<br />

eindeutig der Bessere.» Neben der Bar<br />

betreibt Collombin einen Weinhandel in<br />

Verbier. Noch heute geht er im Winter<br />

fast täglich auf die Ski: «Wenn die Sonne<br />

nur ein bisschen scheint, gehts ab auf<br />

die Piste.» In seine Bar kommen viele<br />

ehemalige Fans. «Ich gebe zu, das rührt<br />

mich.»<br />

www.facebook.com/streifcollombin<br />

7


Die familiäre<br />

Ladenkette<br />

STERNE<br />

Nicolas Steiner porträtiert in<br />

seinem Dokumentarfilm Heimatlose.<br />

Ein <strong>Wallis</strong>er<br />

erobert die Welt<br />

Kultur | Die Oberwalliser sind konsequente<br />

Menschen: Lanciert einer von ihnen einen<br />

neuen Film mit englischem Titel, wird<br />

dieser sogleich «eingedialekt». So schreibt<br />

der «<strong>Wallis</strong>er Bote»: «Angesagt ist dann<br />

‹Above and Below› (Drubär und Drunnär)<br />

des Turtmänner Filmemachers Nicolas<br />

Steiner». Der in den USA spielende Dokumentarfilm<br />

zeigt Rick, der im Tunnelsystem<br />

unter Las Vegas lebt, Dave aus einer<br />

Aussteigerkommune und April, die sich in<br />

der Wüste auf eine Mission zum Mars vorbereitet.<br />

Manchmal beklemmend, manchmal<br />

unfreiwillig komisch, aber in jedem<br />

Fall packend von der ersten bis zur letzten<br />

Minute hat «Above and Below» schon<br />

zahlreiche Auszeichnungen gewonnen<br />

und ist für den Europäischen Filmpreis<br />

nominiert. «Ich wollte einen Film darüber<br />

drehen, wie es ist, kein Daheim zu haben.<br />

Als Gegensatz zu meinem <strong>Wallis</strong>er Film<br />

über den Kampf der Eringerkühe, bei dem<br />

es um die Verwurzelung in der Heimat<br />

ging», erklärt Nicolas Steiner. Der 31-Jährige<br />

ist einem grossen Publikum als Rekrut<br />

in der Komödie «Achtung, fertig, Charlie!»<br />

bekannt. Trotzdem entschied er sich danach,<br />

hinter die Kamera zu stehen.<br />

www.aboveandbelowfilm.com<br />

Gewerbe | Die Geschäfte von Edelweiss-Market<br />

sind die Tante-Emma-<br />

Läden des Unterwallis. <strong>Das</strong> Konzept ist<br />

so einfach wie sympathisch: Qualitätsprodukte,<br />

vor allem von <strong>Wallis</strong>er Produzenten,<br />

in einem einladenden und<br />

freundlichen Ambiente anzubieten. 120<br />

Angestellte arbeiten in 26 Läden. Auch<br />

das Arbeitsklima sei familiär, so Direktor<br />

Sébastian Bruchez. «Unsere Angestellten<br />

können auch mal ihre Kinder von der<br />

Schule abholen.» <strong>Das</strong> Edelweiss-Netz<br />

vergrössert sich ständig. In Isérable,<br />

Arbaz, Euseigne und Hérémence ist<br />

eine Poststelle integriert, in Bramois<br />

gibts eine Metzgerei und in Chermignon<br />

ein Tea-Room. Jeder Laden offeriert<br />

einen Einkaufs- und Lieferservice für ältere<br />

Menschen, und für Partys kann ein<br />

Catering bestellt werden. «Edelweiss<br />

ist ein 100-prozentiges <strong>Wallis</strong>er Unternehmen,<br />

das sich als Botschafter des<br />

Kantons sieht», erklärt Bruchez. Wachstum<br />

ist für ihn gut, solange die Qualität<br />

gewährleistet werden kann. «<strong>Das</strong> ist<br />

oberste Maxime.»<br />

www.edelweissmarket.ch<br />

Dank<br />

Edelweiss-<br />

Market bleiben<br />

die Läden<br />

im Dorf<br />

Ein Hotel wie<br />

jedes andere<br />

Besonders herzlich:<br />

Julie Delez serviert im Hotel<br />

und Restaurant mARTigny.<br />

Martigny | Am 1. Oktober hat das Boutique-Hotel<br />

mARTigny seine Türen geöffnet.<br />

45 Personen kümmern sich um<br />

das Wohl der Hotelgäste in den 52 Zimmern,<br />

der Restaurantbesucher und der<br />

Seminarteilnehmer. «Wir sind ein Hotel<br />

wie jedes andere», sagt Jean-Marc Dupont,<br />

Direktor der Stiftung Fovahm, die<br />

sich um die Integration, Ausbildung und<br />

Beschäftigung von geistig Behinderten<br />

kümmert. Von den 45 Angestellten in<br />

Martigny sind denn auch 30 geistig<br />

behindert. «<strong>Das</strong> Hotel soll ein Schaufenster<br />

für das <strong>Wallis</strong> sein», erklärt<br />

Hoteldirektor Bertrand Gross sein Ziel.<br />

Die Behinderten sind in Sechsergruppen<br />

eingeteilt, die jeweils von einem Sozialarbeiter<br />

geführt und betreut werden.<br />

Gross, Absolvent der Hotelfachschule<br />

Lausanne, will auch mit peruanischer Küche<br />

punkten, die er in seiner Zeit in Südamerika<br />

kennengelernt hat. «Wir wollen<br />

beweisen, dass behinderte Menschen<br />

einen Platz in der Wirtschaft haben. Wir<br />

werden uns durch unsere Herzlichkeit<br />

profilieren.» <strong>Das</strong> Hotel wird unterstützt<br />

von der Fondation Gianadda und deren<br />

Stifter Léonard Gianadda.<br />

www.martigny-hotel.ch<br />

8


Luxus ganz<br />

umweltgerecht<br />

<strong>Das</strong> Original<br />

kommt von hier<br />

<strong>Das</strong> einzige Raclette mit Ursprungsbezeichnung<br />

AOP kommt aus dem <strong>Wallis</strong>.<br />

Eco-Luxury | Geodätisch heisst die<br />

Form, luxuriös ist das Innere: Die Pods<br />

im Eco-Luxury and Alpine Experience<br />

Whitepod sind runde Häuser, die jeweils<br />

ein Zimmer beherbergen. Rund 15 Minuten<br />

dauert der Spaziergang von der<br />

Rezeption bis zu den Pods – und das ist<br />

durchaus gewollt! Die Pods sind sparsam<br />

im Stromverbrauch, denn dank der Abwesenheit<br />

von Winkeln ist der Innenluftstrom<br />

kontinuierlich. Es braucht also<br />

weniger Energie, um Luft zirkulieren zu<br />

lassen und eine stabile Temperatur<br />

beizubehalten. Alle Pods verfügen über<br />

Quellwasser-Anschluss und werden<br />

durch einen Holzfeuerofen geheizt.<br />

Nachts müssen die Gäste unter Umständen<br />

ein Scheit nachlegen, damit es auch<br />

am Morgen noch warm ist. Aber das<br />

gehört zum ökologischen Konzept des<br />

Hotels, das sich aufs ganze Dorf Les Cerniers<br />

oberhalb von Monthey erstreckt.<br />

<strong>Das</strong> Morgenessen gibt es im Chalet Pod-<br />

House und im Restaurant Les Cerniers.<br />

Gute Schuhe und Winterkleidung werden<br />

für den Besuch empfohlen – ist man<br />

aber erst in seinem Pod, will man hier<br />

nicht mehr weg.<br />

www.whitepod.com<br />

Fotos Aline Fournier, HO (2), Keystone<br />

Spezialität | Er kommt aus dem Val<br />

d’Anniviers, dem Val de Bagnes, aus dem<br />

Goms, aus Simplon oder Isérable. Und ein<br />

jeder dieser Käse schmeckt anders, von<br />

zart-schmelzend bis rezent. Gemeinsam<br />

ist ihnen allen: Nur sie dürfen das Ursprungslabel<br />

AOP (Appellation d’Origine<br />

Protégée) tragen. Zehn Seiten umfasst<br />

das Reglement zur Herstellung des Käses.<br />

Letztes Jahr wurden 1,6 Tonnen davon<br />

produziert. Sein Geheimnis: Er wird<br />

aus Rohmilch hergestellt. Und weil die<br />

Kühe in den <strong>Wallis</strong>er Seitentälern nur<br />

bestes Gras und Heu von Naturwiesen<br />

und Alpweiden zu fressen bekommen,<br />

gibt es die typischen Geschmacksunterschiede<br />

je nach Saison und Region.<br />

www.walliserraclette.ch<br />

Die Pods in Les Cerniers bekamen<br />

Höchstnoten von Reisemagazinen.<br />

9


STERNE<br />

Berge im Licht<br />

Die Aktion war einmalig: 13 <strong>Wallis</strong>er Berggipfel wurden<br />

gleichzeitig beleuchtet. Ein magisches Erlebnis.<br />

Jubiläum | 70 Bergführer und Lichtspezialisten<br />

haben am 18. März gleichzeitig<br />

13 <strong>Wallis</strong>er Berggipfel mit riesigen «bengalischen»<br />

Feuern beleuchtet. Diese aufwendige<br />

Aktion fand zur Jubiläumsfeier<br />

der 200-jährigen Zugehörigkeit des<br />

<strong>Wallis</strong> zur Eidgenossenschaft statt. Ins<br />

Licht gerückt wurden Allalinhorn, Dom,<br />

Taeschhorn, Dent Blanche, Petit und<br />

10<br />

Grand Muveran, Haut de Cry, Grand<br />

Combin, Combin de Corbassière, Petit<br />

Combin, Cime de l’Est, Cathédrale,<br />

Haute Cime und das Bietschhorn. <strong>Das</strong><br />

einmalige Ereignis hat 18 Monate Vorarbeit<br />

benötigt. 30 Fotografen haben die<br />

Lichtbilder mit ihren Kameras eingefangen.<br />

Drei Minuten dauerte die vergängliche<br />

Kunst, die Tausende von Zuschauerinnen<br />

und Zuschauern live und Zehntausende<br />

per Internet verfolgten. Für die<br />

Ewigkeit gemacht ist das Buch, das daraus<br />

entstanden ist: Der Bildband zeigt bekannte<br />

Berge in neuer, noch nie gesehener<br />

Schönheit und Eindrücklichkeit. <strong>Das</strong><br />

Buch ist zweisprachig und kann bestellt<br />

werden bei Edition Favre in Lausanne.<br />

www.13etoilesausommet.ch


Fotos David Bumann, Sedrik Nemeth, Daniel Rihs<br />

Gleich drei<br />

<strong>Wallis</strong>er<br />

Projekte<br />

ausgezeichnet<br />

<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong><br />

räumt ab<br />

Milestone | Bei der Verleihung des Tourismuspreises<br />

Schweiz, dem Milestone,<br />

holte das <strong>Wallis</strong> gleich drei Auszeichnungen.<br />

In der Kategorie «Herausragende<br />

Projekte» ehrte die Tourismusbranche<br />

die Aktivitäten zum Jubiläum «150 Jahre<br />

Erstbesteigung Matterhorn». Begangen<br />

wurde dieses nicht mit einem rauschenden<br />

Fest, «sondern mit Projekten,<br />

die nachhaltig das Angebot der Destination<br />

beeinflussen», schreibt die Jury.<br />

In der gleichen Kategorie wurde auch<br />

das Hotelkonzept von Montagnes<br />

Alternatives ausgezeichnet. Inmitten des<br />

Pays du St-Bernard haben die Betreiber<br />

die über hundertjährigen Scheunen des<br />

Weilers Comerin bei Orsière renoviert<br />

und in eine Lodge verwandelt. Höchster<br />

Komfort mitten in der Natur mit engem<br />

Kontakt zum Team, das einem die Region<br />

näherbringt. Für sein Lebenswerk geehrt<br />

wurde Léonard Gianadda, der mit seiner<br />

Fondation Gianadda in Martigny ein Museum<br />

mit Weltruf aufgebaut hat. «Die<br />

Stiftung ist ein touristischer Leuchtturm,<br />

der weit über die Region hinausleuchtet»,<br />

schreibt die Jury.<br />

www.htr-milestone.ch<br />

Weinautomat<br />

für Geniesser<br />

Sion | Provins ist der grösste Schweizer<br />

Weinproduzent und repräsentiert ein<br />

Fünftel der <strong>Wallis</strong>er und zehn Prozent<br />

der Schweizer Produktion. Mehr als<br />

3400 Traubenlieferanten bringen der<br />

Genossenschaft jedes Jahr ungefähr sieben<br />

Millionen Kilo Trauben. Die Linien<br />

«Maître de Chais», «Grand Métral» oder<br />

«Crus des Domaines» gehören zu den<br />

Spitzenweinen. Provins ist auch innovativ.<br />

Im Espace Provins in Sion können<br />

Weinliebhaber selbstständig an Abfüllzapfen<br />

Weine degustieren. Daraus ist<br />

der Enomatic für den Hausgebrauch entstanden.<br />

www.provins.ch<br />

Selber Wein einschenken im Espace<br />

Provins in Sion.<br />

Der Enomatic<br />

ist der<br />

Degustierapparat<br />

für<br />

zu Hause<br />

Klaus Maria Brandauer ist Frank<br />

Capelli, der Star der neuen Serie.<br />

Tatort<br />

<strong>Wallis</strong><br />

Filmserie | Eine Hochzeitsgesellschaft<br />

wird im <strong>Wallis</strong> entführt, auch eine deutsche<br />

Bundesministerin ist unter den Geiseln.<br />

Der Entführer verlangt, dass sich ein<br />

ehemaliger Profiler in die Verhandlungen<br />

einschaltet. Dieser Plot ist Basis der 39-teiligen<br />

Filmserie «Capelli Code». Die Besetzung<br />

ist hochkarätig. Die Bundesministerin:<br />

Iris Berben; der Profiler Frank Capelli:<br />

Klaus-Maria Brandauer; die Verhandlungsführerin:<br />

Heike Makatsch. Gedreht<br />

wurde schon an der Grande Dixence,<br />

beim Hotel Weisshorn oberhalb St-Luc<br />

und in Sion. Produziert wird die Serie von<br />

der Basler European Star Cinema (unter<br />

den Privatinvestoren auch Nestlé-VR-Präsident<br />

Peter Brabeck). «Capelli Code» ist<br />

eine unabhängige Produktion, die ausserhalb<br />

des klassischen TV-Betriebs hergestellt<br />

wird. Die komplette Staffel eins wird<br />

ab folgendem Oktober von TV-Zeitschriften<br />

in Deutschland, in der Schweiz («Tele»)<br />

und in Österreich mit einem noch nie<br />

dagewesenen DVD-Release vertrieben.<br />

Während acht Wochen verteilen fünf<br />

Zeitschriften aus drei Ländern insgesamt<br />

20 Millionen DVDs.<br />

www.europeanstarcinema.com<br />

11


WALLISER<br />

Pause macht der «Fletschhorn»-Chef<br />

gern in der Bärenfalle, wo sein eigenes<br />

Quellwasser durchfliesst und sein Copain<br />

Günther (hinten) Forellen züchtet.<br />

12


STILLER<br />

SCHAFFER<br />

In Saas-Fee hat Markus Neff mit dem<br />

«Fletschhorn» eine Oase des Genusses<br />

geschaffen. Mit unermüdlichem Einsatz. Uns<br />

zeigt der Spitzenkoch, wo er Kraft schöpft.<br />

Text: Anita Lehmeier Fotos: Sedrik Nemeth<br />

13


WALLISER<br />

1<br />

2<br />

3<br />

14


«Nimm den<br />

Daumen vom<br />

Flaschenhals.<br />

Wir sind hier<br />

im <strong>Wallis</strong>!»<br />

1 «No en<br />

Gutsch. Ein<br />

Fisch will schwimmen»,<br />

weist Neff den Koch-<br />

Novizen an. In der Folie liegt eine<br />

Forelle, die zehn Minuten vorher ins<br />

Netz ging. 2 In seinem Zweitrestaurant<br />

«Spielboden» hält sich Neff der Küche<br />

fern. <strong>Das</strong> Arbeiten kann er aber<br />

nicht lassen. 3 Seit 32 Jahren<br />

ist der Vorarlberger<br />

im <strong>Wallis</strong><br />

daheim.<br />

Die schlechte Nachricht vorweg:<br />

Für Üsserschwiizer ist die Reise<br />

ins «Fletschhorn» lang, richtig<br />

lang. Und langsam obendrein. Erst zwingen<br />

die vielen und verflixt engen Kurven<br />

von Visp das stotzige Saastal hoch zu gemässigtem<br />

Tempo, selbst Einheimische<br />

und PS-Protzer müssen runterschalten.<br />

Von Saas-Fee aus schneggelt man dann<br />

im Elektrobüssli über einen Waldweg<br />

dem Ziel entgegen, jeder halbwegs fitte<br />

Jogger könnte überholen. Endlich im<br />

«Fletschhorn» angekommen, ist man<br />

schon gehörig entschleunigt. Bereit für<br />

das Verwöhnprogramm, das hier geboten<br />

wird. Die Aussicht auf das Fletschhorn<br />

und zwölf weitere Viertausendergipfel.<br />

Die Ruhe hier oben auf 1800 Meter,<br />

die Städtern und Gestressten nur am<br />

Anfang schräg in die Ohren schiesst und<br />

sie bald herrlich einlullt. Nach dem Einchecken,<br />

das gern von einem Coup de<br />

blanc begleitet wird, trägt jemand vom<br />

Team die Koffer ins Zimmer. Mal ist das<br />

die tatkräftige Maren Müller, mal der<br />

charmante Sommelier Charlie Neumüller,<br />

beide Neffs langjährige Freunde und<br />

Compagnons. Zu dritt übernahmen sie<br />

vor zwölf Jahren das «Fletschhorn» von<br />

der legendären Irma Dütsch und führten<br />

den Betrieb ganz im Freigeist der Grande<br />

Dame der Kochtöpfe in die Zukunft.<br />

Nicht selten legt Markus Neff höchstselbst<br />

Hand ans Gepäck. Von seiner Küche<br />

aus sieht er Neuankömmlinge und<br />

eilt zur Begrüssung herbei. Der Chef<br />

kocht zwar auf Top-Niveau, seit Jahren<br />

ehrt ihn der GaultMillau mit 18 von 19<br />

möglichen Punkten und lobt seine Kochkunst<br />

und Kreativität in den höchsten<br />

Tönen. Aber Neff kocht auch auf Augenhöhe<br />

mit den Gästen. Seine Küche liegt<br />

auf gleicher Ebene wie Restaurant, Empfang<br />

und Zufahrt. So hat der Chef immer<br />

15<br />

die Übersicht, wer kommt und wer geht.<br />

Spätestens nach der ersten Mahlzeit<br />

merkt man, dass das «Fletschhorn» weit<br />

mehr ist als Hotel und Restaurant. Es ist<br />

ein kleines Universum, ganz auf Genuss<br />

gepolt. Stammgäste wissen das, nehmen<br />

darum die lange Reise auch gern in Kauf.<br />

Jeder Bewohner dieses Planeten kümmert<br />

sich um die Gäste, als wären es<br />

gute Freunde. Allen voran der Küchenchef<br />

und kreative Kopf des Trios. Durch<br />

Neffs Hoheitsgebiet und Hände gehen<br />

weit gereiste Delikatessen wie bretonischer<br />

Hummer, Périgord-Trüffel, Foie<br />

gras, Kaviar, Rentier, galizisches Bergrind,<br />

edle Fische aus fernen Meeren,<br />

aber auch jurassischer Wasserbüffel und<br />

Basler Chriesi und – natürlich – die besten<br />

Produkte, die das <strong>Wallis</strong> zu bieten<br />

hat: heimisches Lamm, Kalb und Huhn,<br />

Safran aus Mund. Und die Forellen aus<br />

eigener Zucht im eigenen Wasser. <strong>Das</strong><br />

«Fletschhorn» verfügt nämlich über eine<br />

Quelle. Die mündet in der Bärenfalle,<br />

einem Waldstück einen Steinwurf vom<br />

Haus entfernt, in grosse Bottiche für die<br />

Aufzucht von Forellen. Fünfzig bis sechzig<br />

Fische werden hier pro Jahr bis zur<br />

Genussreife grossgezüchtet.<br />

Die Bärenfalle ist auch der Ort, an<br />

dem Neff quasi seine Zimmerstunden<br />

verbringt, die wenige Zeit, die der stille<br />

Chrampfer mal nicht in der Küche steht.<br />

Neff arbeitet sieben Tage die Woche, auf<br />

dem Planeten Fletschhorn gibts für die<br />

Bewohner keine Ruhetage. Wohnen tut<br />

Neff eigentlich in Saas-Fee. «Zu Hause<br />

aber bin ich im ‹Fletschhorn›. Seit 1983.»<br />

Spitzengastronomie ist in jedem Fall ein<br />

Knochenjob, und Topköche sind immer<br />

Workaholics. Anders kann man auf dem<br />

hohen Niveau nicht mithalten. Neff aber<br />

ist mit seinem Dauereinsatz nochmals<br />

eine Klasse für sich. Denn auch wenn das


WALLISER<br />

Haus zwischen der Sommer- und der<br />

Wintersaison jeweils für wenige Wochen<br />

geschlossen ist, ziehts ihn nicht in die<br />

Ferne. Höchstens mal auf Familienbesuch<br />

ins österreichische Bludenz. Jetzt<br />

aber nutzt Neff die «Ferien», um einige<br />

der 13 Zimmer umzubauen. «Auch für<br />

Handwerker ist der Weg weit. Und das<br />

kostet.» Also legt er auch hier selber<br />

Hand an. <strong>Das</strong> Material liegt schon bereit<br />

vor dem braun-weissen Fachwerkhaus.<br />

Während andere Spitzenköche in ihrer<br />

Freizeit den Golfsack, die Sporttasche<br />

oder den Weekender packen, schnappt<br />

sich Neff lieber im Schuppen eine Säge<br />

und ein Fischernetz. So ausgerüstet<br />

stapft er los zur Bärenfalle. Zu diesem<br />

Ruhepol führt ein Waldweglein, auf dem<br />

schon Mitte Oktober Schnee liegt. Fichtennadeln<br />

überziehen die weisse Pracht<br />

mit einer Schicht Gold, man fühlt sich in<br />

einen Zauberwald versetzt. <strong>Das</strong> Knusperhäuschen,<br />

das am Ende des Weges<br />

steht, scheint ebenfalls einem Märchenbuch<br />

zu entstammen. Davor wartet<br />

schon Neffs langjähriger Freund Günther<br />

Schaden. Zur Begrüssung entkorkt<br />

er eine perfekt gekühlte Flasche «Petite<br />

Arvine». Ganz nach <strong>Wallis</strong>er Art wird<br />

erst mal ein Coup de blanc getrunken,<br />

die Männer machen es sich auf einer<br />

Holzbank bequem. Bald packt Neff wieder<br />

die Arbeitslust, er holt aus einem<br />

Proviantsack einen Mocken Bergkäse<br />

und selbst gemachtes Kernenbrot – nur<br />

solches kommt im «Fletschhorn» auf den<br />

Tisch, Ehrensache! Dann wird eine Forelle<br />

gefangen, getötet, fachgerecht ausgenommen<br />

und im offenen Kamin gegart.<br />

Bei der Zubereitung gibts einen Basiskochkurs<br />

für Günthers Enkel Anatol, der<br />

heute ebenfalls einen freien Tag in der<br />

Bärenfalle verbringt. «Wir garen die Forelle<br />

im Weisswein. Sie schwamm schon<br />

zu Lebzeiten gern. Also nimm den Daumen<br />

vom Flaschenhals, wir sind hier im<br />

<strong>Wallis</strong>!», rät der Koch schmunzelnd. Zehn<br />

Minuten später ist der Fisch gegessen.<br />

Damit fürs nächste Grillpicknick wieder<br />

Holz vorrätig ist, sägen die zwei Freunde<br />

einen dicken Ast in Stücke. «Bis bald»,<br />

sagt Günther zum Abschied und klopft<br />

Neff mit vielsagend hochgezogener<br />

Braue auf die Schultern. Der Markus<br />

käme viel zu selten vorbei, meint er.<br />

Auch im «Spielboden», seinem Zweitrestaurant<br />

hoch oben an der Skipiste,<br />

verbringt Neff manchmal Mussestunden.<br />

«Ich geniesse die Fahrt im Gondelbähnchen<br />

jedes Mal neu. Ich sitze dann einfach<br />

da und schaue. Herrlich!» Nach<br />

zwanzig Minuten Fahrt oben angekommen<br />

ist dann schon wieder Schluss mit<br />

Nichtstun. Neff greift sofort zur Schneeschaufel<br />

und schippt den Weg frei.<br />

Dreinreden aber tue er dem Team in der<br />

superschicken Skihütte hier oben auf<br />

2500 Meter nicht. «Wenn ich mich in der<br />

Küche blicken lasse, dann nur am Abwaschtrog.»<br />

Ein 18-Punkte-Koch macht<br />

den Abwasch? «Für mich ist das reine Erholung.<br />

Schauen Sie sich mal die Aussicht<br />

an!» Tatsächlich bietet das Fenster<br />

über dem Spülbecken einen spektakulären<br />

Ausblick auf die hochalpine Bergwelt.<br />

Und dass man das «Fletschhorn»<br />

von hier grad nicht sieht, tut Markus Neff<br />

sicher auch gut …<br />

Die gute Nachricht noch zum Schluss:<br />

Am 12. Dezember öffnet das «Fletschhorn»<br />

wieder seine Türen, und der Chef<br />

steht erneut am Herd, fast immer.<br />

Mehr Infos: www.fletschhorn.ch<br />

Den kürzesten Weg dorthin bietet übrigens<br />

der dicke Bildband: «Markus Neff. Küche<br />

zwischen Berg und Tal», Paul Imhof (Text),<br />

Andri Pol (Fotos), AT-Verlag.<br />

«Ich sitze dann<br />

nur da<br />

und schaue.<br />

Herrlich!<br />

Immer wieder »<br />

1<br />

16


1 Ziemlich beste<br />

Freunde: Pensionär<br />

Günther Schaden<br />

freut sich, wenn Markus Neff mal<br />

aus der Küche rauskommt und in der<br />

Bärenfalle mit anpackt. Oder einfach auf<br />

ein Glas «Petite Arvine» vorbeikommt.<br />

2 Die zwanzig Minuten im Seilbähnli<br />

hoch zum «Spielboden»<br />

ist Neff zum<br />

Nichtstun verdonnert.<br />

2<br />

17


L A N G L A U F P A R A D I E S<br />

Goms –<br />

das endlose<br />

Gleiten<br />

<strong>Das</strong> östliche Hochtal im <strong>Wallis</strong> bietet optimale<br />

Bedingungen für den Langlaufsport. Die Loipen<br />

führen durch ursprüngliche Dörfer, über sanfte<br />

Hügel und entlang der jungen Rhone.<br />

LANGLAUF<br />

Text: Verena Thurner<br />

Foto Gaëtan Bally/Keystone<br />

Der Anblick ist überwältigend.<br />

Wenn man aus dem Furkatunnel<br />

in Oberwald ins gleissende Licht<br />

fährt, breitet sich das Hochtal vor einem<br />

aus, wild und schön zugleich gibt es den<br />

Blick frei bis zum erhabenen Weisshorn<br />

in der Ferne. Die ursprünglichen Holzgaden<br />

ducken sich unter der weissen Last,<br />

unten dampft die junge Rhone und bahnt<br />

sich ihren Weg zwischen den Schneemauern<br />

entlang des Ufers. Daneben fallen<br />

akkurat gezogene Spuren auf, die<br />

sich durchs Tal schlängeln. Diese Spuren<br />

verbinden 12 malerische Dörfer, von<br />

Oberwald bis Niederwald. 90 Kilometer<br />

Loipen stehen den Langlaufsportlern zur<br />

Verfügung, in allen Schwierigkeitsstufen.<br />

<strong>Das</strong> Langlaufparadies wird denn auch<br />

rege genutzt, und trotzdem geht es ohne<br />

grosses Gedränge. Die «Klassiker» gleiten<br />

in den gespurten Loipen, während<br />

die Skater mit ihren dynamischen<br />

Schlittschuhschritten talabwärts sprinten.<br />

Im Winter lebt das Tal vom Langlauf,<br />

und dass diese Sportart sich hier in den<br />

vergangenen 25 Jahren so rasant entwickelt<br />

hat, ist nicht zuletzt das Verdienst<br />

eines Einheimischen, des ehemaligen<br />

Spitzenathleten Koni Hallenbarter.<br />

In den 80er-Jahren war er einer der erfolgreichsten<br />

Schweizer Langläufer. Als<br />

erster Nichtskandinavier lief er den Wasalauf<br />

unter vier Stunden, an den Olympischen<br />

Spielen in Sarajevo belegte er<br />

mit der 4x10-km-Staffel den fünften Platz<br />

und über 50 Kilometer klassierte er sich<br />

in den Top Ten, zweimal gewann er die<br />

Worldloppet-Gesamtwertung. Als Koni<br />

Hallenbarter seine Sportkarriere beendete,<br />

stand ihm die Welt offen. Doch er<br />

kam zurück ins Goms, ins Tal, in dem er<br />

mit sechs Geschwistern aufgewachsen<br />

18


19<br />

Die Loipen im<br />

Goms verbinden<br />

12 malerische Dörfer von<br />

Oberwald bis Niederwald.<br />

Zwischen Ende <strong>November</strong> und April<br />

stehen den Langlaufsportlern 90 Kilometer<br />

Loipen zur Verfügung, sowohl<br />

für Sportler mit dem klassischen<br />

als auch für solche mit dem<br />

technisch anspruchsvolleren<br />

Skating-<br />

Stil.


1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

LANGLAUF<br />

1 Fatbike:<br />

mit übergross dimensionierten<br />

Reifen durch<br />

die Winterlandschaft. 2 Tief verschneit:<br />

Weiler Bodmen bei Blitzingen.<br />

3 Winterwanderwege: 78 Kilometer ausgeschilderte<br />

Wege ziehen sich durchs<br />

Goms. 4 Husky-Abenteuer:<br />

2,5-Stunden-Fahrten<br />

ab Oberwald.<br />

www.goms.ch<br />

20


Fotos Pascal Gertschen, Gaëtan Bally / Keystone, Jean-Christophe Bott /<br />

Keystone, Obergoms Tourismus, Olivier Maire<br />

Koni Hallenbarter, ehemaliger<br />

Spitzenathlet: «<strong>Das</strong> Goms<br />

bietet ideale Bedingungen für<br />

den Langlaufsport.»<br />

ist. «<strong>Das</strong> Goms ist meine Heimat. Hier<br />

sind meine Wurzeln», meint der heute<br />

62-Jährige. Sein Einsatz für den Langlaufsport<br />

im Hochtal hat sich bezahlt gemacht.<br />

Der nordische Treffpunkt mit<br />

Sportgeschäft, «Vasa Bar» und Langlaufschule<br />

mit grossem Kursangebot ist<br />

beliebt und über die Landesgrenzen<br />

hinaus bekannt. «Hier im Goms haben<br />

wir die besten Voraussetzungen für den<br />

Langlaufsport», ist er überzeugt. Während<br />

früher dem Langlauf das Vorurteil<br />

anhaftete, der Sport sei eher etwas für<br />

ältere Jahrgänge, kamen in den letzten<br />

Jahren vermehrt jüngere Freizeitsportler<br />

ins Tal. <strong>Das</strong> technisch anspruchsvollere<br />

Skating wird denn auch mehr gebucht<br />

als die klassische Technik.<br />

Aber der Langlaufsport ist nicht das<br />

einzige Wintervergnügen im Goms. Seit<br />

letzter Saison kann das Tal auf den offiziellen<br />

Winterwanderwegen mit Fatbikes<br />

erkundet werden. Die Bikes werden in<br />

Kanada speziell für den Winter gebaut.<br />

Sie haben übergross dimensionierte<br />

Reifen. «Wir hatten schon Sportler, die<br />

mit den Fatbikes auf den Grimsel fuhren»,<br />

erzählt Koni Hallenbarter. Wer die<br />

langsamere Variante vorzieht, ist beim<br />

Schneeschuhlaufen genau richtig. Auf<br />

zahlreichen markierten Schneeschuhtrails<br />

mit einer Gesamtlänge von 36 Kilometern<br />

lässt sich die Gommer Bergwelt<br />

in aller Stille geniessen. Vielleicht hat<br />

man dabei das Glück, eine der bedrohten<br />

Tierarten zu beobachten, etwa einen<br />

Steinadler, Bartgeier, Steinbock oder ein<br />

Birkwild. Von jedem Dorf im Goms aus<br />

können die Schneeschuhtouren gestartet<br />

werden. Der schwierigste und auch<br />

längste Trail führt von Münster zur Galmihornhütte<br />

auf 2113 Meter Höhe. Belohnt<br />

wird der Schneeschuhläufer und<br />

Skitourenfahrer auch mit der Aussicht<br />

von einem der schönsten Punkte im<br />

Obergoms, dem Hungerberg. <strong>Das</strong> ganze<br />

Tal liegt einem da zu Füssen!<br />

Wer im Tal bleiben will, dem bieten sich<br />

78 Kilometer ausgeschilderte Winterwanderwege.<br />

Und ist der Weg zurück zu<br />

anstrengend, steht jede halbe Stunde<br />

ein Zug der Matterhorn–Gotthard-Bahn<br />

für die Rückfahrt zur Verfügung. Ein Angebot,<br />

das auch Langläufer sehr schätzen.<br />

Fast so schnell wie mit der Bahn<br />

gehts mit den Schlittenhunden vorwärts.<br />

Ab 7. Januar 2016 startet das Winterabenteuer<br />

wieder in Oberwald.<br />

Trotz dem vielfältigen Angebot an<br />

Winteraktivitäten, Langlauf bleibt die<br />

Lebensader im Goms. «Wir müssen unserem<br />

Tal Sorge tragen und dort stark<br />

bleiben, wo wir es können», sagt Koni<br />

Hallenbarter. <strong>Das</strong> Hochtal lebt vom Tourismus.<br />

«Die Landwirtschaft im Goms<br />

funktioniert gut. Es gibt wieder viele junge<br />

Familien, die ihren Hof bewirtschaften.<br />

Da haben wir den Turnaround geschafft»,<br />

erklärt der ehemalige Spitzenathlet.<br />

Wo würde er Ferien machen,<br />

wenn er denn Zeit hätte? «Ich bin früher<br />

viel gereist, aber es zieht mich immer<br />

wieder zurück in mein Tal.» <strong>Das</strong> Meer ist<br />

weniger Koni Hallenbarters Ding. Ferien<br />

bedeuten für ihn Berge und Sport.<br />

Und wie sieht er die Zukunft fürs Goms:<br />

«Ich hoffe und glaube an die Jugend und<br />

setze auf mehr Unternehmergeist. Die<br />

Abwanderung ist bei uns ein grosses<br />

Problem. Und natürlich hoffe ich, dass<br />

der Winter so bleibt wie bisher. Mit viel<br />

Schnee.»<br />

21


S K I L E G E N D E<br />

«Manche Gäste staunen,<br />

wenn ich sie am Bahnhof<br />

abholen komme»<br />

Er war einer der herausragendsten Skifahrer aller<br />

Zeiten und eine Ikone der Sportgeschichte.<br />

Heute ist Pirmin Zurbriggen Hotelier und<br />

Begründer der Ski-Nachwuchsförderung im <strong>Wallis</strong>.<br />

INTERVIEW<br />

Interview: Monique Ryser<br />

Vier Weltmeistertitel, ein Olympiasieg,<br />

40 Weltcupsiege, viermal<br />

Gewinner des Gesamtweltcups,<br />

13 Siege in den Disziplinenweltcups:<br />

Von solchen Erfolgen träumen die<br />

meisten Sportler, Pirmin Zurbriggen hat<br />

alles erreicht, was es für einen Skisportler<br />

zu gewinnen gibt. Und nicht nur das:<br />

Der 52-Jährige wurde zum Idol – dank<br />

seiner Höflichkeit, Disziplin und Professionalität.<br />

Darum auch ist ihm der<br />

schwierigste Schritt gelungen: der Übertritt<br />

vom Sportlerleben ins Leben danach.<br />

«<strong>Das</strong> ist für keinen Sportler einfach,<br />

auch weil man ihm oft nicht hilft»,<br />

sagt Zurbriggen. «Hier besteht noch<br />

grosser Nachholbedarf, die Sportler hätten<br />

es verdient, dass man ihnen beisteht,<br />

diesen Einschnitt im Leben gut zu bewältigen.»<br />

Es sei gut, dass die Kunstturnerin<br />

Ariella Käslin in einem Buch offengelegt<br />

habe, wie schwierig das Ende und der<br />

Neuanfang nach einer Sportkarriere<br />

seien. «Und mutig war es auch.»<br />

Wie haben Sie es geschafft, vom erfolgreichen<br />

Sportler zum erfolgreichen<br />

Hotelier und Geschäftsmann zu<br />

werden?<br />

PIRMIN ZURBIGGEN: <strong>Das</strong> war nicht<br />

einfach und kam nicht von heute auf<br />

morgen. Ich war erst 27, als ich aufhörte,<br />

also noch sehr jung. Zuerst brauchte ich<br />

etwas Zeit, um überhaupt herauszufinden,<br />

wie es weitergeht. Zudem wollte<br />

ich etwas lernen und Erfahrungen sammeln.<br />

Als Erstes konnte ich bei Marc<br />

Biver in dessen Marketingfirma arbeiten<br />

und danach bei der Skifirma Authier<br />

Erfahrungen sammeln. Ich kam erst vier<br />

Jahre nach Karriereende zurück ins <strong>Wallis</strong><br />

und habe das Hotel meiner Eltern<br />

übernommen.<br />

Und Sie hatten Glück, dass Ihre Frau<br />

Moni eine Expertin war?<br />

PZ: Ja, sie hat das Wirte- und Hotelpatent<br />

gemacht. Die Tatsache, dass meine<br />

Eltern das Hotel geführt hatten und ich<br />

ja damit aufgewachsen bin, hat ebenfalls<br />

geholfen. Am Ende war es ein ganzes Paket,<br />

das dafür verantwortlich war, dass<br />

es schliesslich klappte.<br />

Heute führen Sie mit Moni das Suitenhotel<br />

Zurbriggen in Zermatt und<br />

sind zusammen mit Ihrer Schwester<br />

Foto Sébastien Agnetti/13 Photo<br />

22


23<br />

Pirmin<br />

Zurbriggen in<br />

seinem Suitenhotel in<br />

Zermatt, mit dem Matterhorn<br />

im Hintergrund. «Als Hotelier<br />

muss man immer wieder investieren<br />

und langfristig denken.»<br />

Infos zu den Zurbriggen-Hotels:<br />

www.zurbriggen.ch


1 2<br />

INTERVIEW<br />

3 4<br />

1 <strong>Das</strong> Suitenhotel Zurbriggen in<br />

Zermatt hat unverstellte Sicht aufs<br />

Matterhorn. 2 Pirmin Zurbriggen<br />

macht Feuer im Design-Cheminee.<br />

3 Ruheraum im Wellness- und Spa-<br />

Bereich des Hotels Zurbriggen in<br />

Saas-Almagell. 4 <strong>Das</strong> Hotel in Saas-<br />

Almagell wird von Pirmins Schwester<br />

Esther und deren Mann geführt.<br />

Fotos Kurt Reichenbach, HO (3)<br />

24


«Unser Beruf<br />

hat mit<br />

Dienen zu tun.<br />

Freundlichkeit<br />

ist<br />

entscheidend»<br />

Esther und Ihrem Schwager am Wellness-<br />

und Spa-Hotel Zurbriggen in<br />

Saas-Almagell beteiligt. Wie führt<br />

man erfolgreich ein Hotel?<br />

PZ:Ein Hotel kann man gleichsetzen mit<br />

ständigen Investitionen. Man darf nie<br />

stillstehen, muss immer nah am Markt<br />

und bei den Bedürfnissen der Kundinnen<br />

und Kunden sein. Die Investments<br />

muss man sich aber zuerst verdienen.<br />

Ein Hotel führen kann also nur, wer eine<br />

langfristige Perspektive hat. Für mich<br />

heisst das auch, dass wir etwas aufbauen<br />

und erhalten, das von unseren Kindern<br />

weitergeführt werden kann.<br />

Die beiden Hotels sind verschieden<br />

ausgerichtet und zeigen auch die Diversität<br />

und Individualität des heutigen<br />

Tourismus. Ist das Business<br />

schwieriger als noch zur Zeit Ihrer<br />

Eltern?<br />

PZ: Wir haben andere Herausforderungen,<br />

man muss sich klarer positionieren.<br />

In Saas-Almagell setzen wir auf die idyllische<br />

Atmosphäre und das Wohlbefinden<br />

mit dem 1100 Quadratmeter grossen<br />

Spa. <strong>Das</strong> Suitenhotel in Zermatt mit bis<br />

zu 30 Betten setzt auf Design, Komfort<br />

und eine atemberaubende Sicht aufs<br />

Matterhorn. Alle Hotels sind aber darauf<br />

angewiesen, dass die jeweilige Destination<br />

Werbung macht, wir Hoteliers können<br />

das nicht allein. Auf Ebene der einzelnen<br />

Hotels ist Mund-zu-Mund-Propaganda<br />

für uns das Beste – die meisten<br />

Gäste in unseren beiden Hotels haben<br />

wir dank der persönlichen Empfehlung.<br />

Wie wirkt sich der Frankenkurs aus?<br />

PZ: Die ganze Hotellerie hat Gäste aus<br />

dem Euroraum und auch aus der Schweiz<br />

verloren. Da muss man genug Atem haben,<br />

das zu überbrücken. Da wir viele<br />

langjährige Gäste haben, ist bei uns das<br />

Problem etwas weniger akut. Zudem<br />

kommen viele Asiaten, Amerikaner und<br />

Australier ins <strong>Wallis</strong> und vor allem nach<br />

Zermatt. <strong>Das</strong> hilft zu kompensieren.<br />

Sie gehen selber auch mal mit dem<br />

Elektroauto an den Bahnhof Zermatt,<br />

um die Gäste bei ihrer Ankunft abzuholen.<br />

Staunen diese nicht, wenn<br />

plötzlich «der Pirmin» vor ihnen<br />

steht?<br />

PZ: Ja, doch, manchmal staunen sie<br />

schon und haben Freude. Aber es ist<br />

doch so: In der Hotellerie und Gastronomie<br />

geht es ums Dienen. Freundlichkeit<br />

und Hilfsbereitschaft sind entscheidend.<br />

Ich gehe übrigens sehr gerne Leute<br />

abholen und bin mir dafür überhaupt<br />

nicht zu schade. Denn wenn dem so<br />

wäre, würde das ja heissen, dass ich die<br />

Arbeit des Fahrers und des Portiers als<br />

minderwertig anschauen würde. Für<br />

mich ist es selbstverständlich, jede Arbeit,<br />

die unsere Angestellten machen,<br />

wenn nötig auch selber zu erledigen. Ich<br />

denke, dass sie das schätzen und dass<br />

der Gast das merkt.<br />

25<br />

Was zeichnet die <strong>Wallis</strong>er Gastfreundschaft<br />

aus?<br />

PZ: Es ist das, was man als Charakter der<br />

Bergler bezeichnet. Wir sind ursprünglich<br />

und urtümlich. Wir können sehr euphorisch<br />

sein und Freude ausstrahlen. Unser<br />

schöner Dialekt macht den Leuten ebenfalls<br />

Freude. Und dann ist da natürlich die<br />

Natur im <strong>Wallis</strong>: Die fulminante Bergwelt<br />

hat die Fähigkeit, den Körper der Menschen<br />

mit Kraft aufzuladen. <strong>Das</strong> sagen uns<br />

viele Gäste, die, auch wenn sie nur ein<br />

paar Tage da sind, gestärkt und wie neugeboren<br />

aus dem <strong>Wallis</strong> abreisen.<br />

NebenIhremUnternehmenhabenSie<br />

sich auch in der Förderung des Ski-<br />

Nachwuchses engagiert. Warum?<br />

PZ: Für sportinteressierte Kinder ist es<br />

sehr schwierig, Sport und Schule zusammenzubringen.<br />

<strong>Das</strong> wollte ich ändern,<br />

denn Sport ist so wichtig, er ist wirklich<br />

eine Lebensschule. Dabei geht es nicht<br />

darum, dass möglichst viele an die Spitze<br />

kommen, sondern dass sie ihre Freude<br />

am Sport ausleben können. Der Skiverband<br />

<strong>Wallis</strong>, dessen Präsident ich bin,<br />

hat in den letzten zehn Jahren mit den<br />

Schulen, Sponsoren und dem Kanton<br />

zehn regionale Stützpunkte geschaffen,<br />

an denen trainiert werden kann. Denn es<br />

ist wichtig, dass die Kinder bis 15-, 16-jährig<br />

zu Hause bleiben können. In der Familie<br />

werden ihnen Werte vermittelt, die<br />

für das ganze Leben wichtig sind: Liebe,<br />

Wertschätzung, Zusammenhalt. So können<br />

sie von zu Hause aus und mit Mitarbeit<br />

der Schulen ein Training absolvieren,<br />

das diesen Namen auch verdient.<br />

<strong>Das</strong>Modellscheintzufunktionieren…<br />

PZ: ... ja, wir haben jetzt ein paar junge<br />

<strong>Wallis</strong>er im Weltcup. Aber wie gesagt, es<br />

geht nicht nur um die Spitzenleistungen<br />

– das ist das, was man einfach am meisten<br />

wahrnimmt. Auch diejenigen, die es<br />

nicht in den Welt- oder Europacup schaffen,<br />

profitieren. Weil Sport uns lehrt,<br />

Schwierigkeiten zu überwinden, er lehrt<br />

uns zu verlieren und beim Siegen nicht<br />

abzuheben.


INNOVATION<br />

Foto Stephan Engler / Prisma<br />

Edelweisse auf einem Feld in Orsières<br />

im Val d’Entremont. Sie sind<br />

Bestandteil der Pastilles des Alpes.<br />

26


Altes Wissen<br />

neu genutzt<br />

Die Kraft der Alpenkräuter ist das Kapital<br />

der Firma Pharmalp. Im Innovationspark<br />

Phytoark in Conthey wird modernste Forschung<br />

mit altem Wissen verbunden.<br />

Text: Monique Ryser<br />

Edelweiss hilft gegen Bronchitis und<br />

Halsschmerzen, Zitronenthymian,<br />

Aronia und Holunder haben antivirale<br />

Eigenschaften, Zink stärkt die Immunabwehr,<br />

und Akaziensaft lindert bei<br />

Reizungen der Schleimhaut. Dies sind die<br />

Zutaten der Pastilles des Alpes, die soeben<br />

vom <strong>Wallis</strong>er Pharma-Start-up<br />

Pharmalp auf den Markt gebracht worden<br />

sind. «Die Kräuter und Pflanzen kommen<br />

fast alle aus dem <strong>Wallis</strong>, das Edelweiss<br />

beispielsweise wächst auf einer<br />

Wiese im Val d’Entremont», erklärt Firmenchef<br />

und Gründer Philippe Meuwly.<br />

Er ist Doktor der Biologie und verfügt<br />

über Forschungserfahrung in der Pflanzenbiologie<br />

und über Erfahrung in der<br />

pharmazeutischen Industrie. «Die Firma,<br />

die ich zuvor geleitet habe, wurde verkauft,<br />

und ich sagte mir, das ist der Moment,<br />

endlich etwas Eigenes zu beginnen.»<br />

Er sei da bereits über 50 gewesen,<br />

aber er habe sich gesagt, «wann, wenn<br />

nicht jetzt?» und sei ins kalte Wasser gesprungen.<br />

Meuwlys Vision: natürliche<br />

und innovative Gesundheitslösungen für<br />

Menschen, denen Gesundheit und Vorsorge<br />

am Herzen liegen. Er siedelte sich<br />

dort an, wo sich Forschung, Entwicklung<br />

und Start-up-Hilfe vereinen: im Phytoark<br />

Sion-Conthey – dem Innovationspark für<br />

Pflanzen- und Kräuterwissen. Der Innovationspark<br />

ist am Standort der eidgenössischen<br />

Forschungsanstalt Agroscope<br />

domiziliert und beheimatet mehrere<br />

Firmen der Pharma- und Kosmetikbranche.<br />

Viele von ihnen profitieren von<br />

der von Mediplant zur Verfügung gestellten<br />

Plattform, um ihre Innovationen in<br />

geringen Produktionsmengen zu testen.<br />

Philippe Meuwly hat zudem mit Christian<br />

Abbet einen Spezialisten für altes<br />

Kräuterwissen engagiert. Der Pharmazeutische<br />

Biologe hat seine Doktorarbeit<br />

über vergessene Medizinalpflanzen verfasst.<br />

«Dafür besuchte ich im <strong>Wallis</strong> viele<br />

alte Menschen, die mir erzählten, welche<br />

Kräuter sie gegen welche Leiden eingesetzt<br />

und welche Pflanzen sie gegessen<br />

hätten», erzählt Abbet. In der<br />

chinesischen und der indischen Medizin<br />

habe man es geschafft, uraltes Wissen<br />

27


INNOVATION<br />

Fotos Sedrik Nemeth<br />

zu bewahren und auch heute noch anzuwenden.<br />

«Wir in Europa müssen aufpassen,<br />

dass unser Wissen nicht verlorengeht.<br />

Denn dieses Erbe ist ein richtiger<br />

Schatz.»<br />

In den vergangenen Jahrhunderten, in<br />

denen sich der Zugang zur Medizin<br />

schwierig gestaltete, die Transportmittel<br />

unsicher waren und es immer wieder<br />

Zeiten gab, in denen ein Mangel an Nahrungsmitteln<br />

herrschte, behandelten<br />

und ernährten sich die Bergbewohner<br />

mit einheimischen Pflanzen. «Für die Zubereitung<br />

von Suppen wurden die Pflanzen<br />

verwendet, die in den stickstoffreichen<br />

Böden rund um die Maiensässe<br />

wuchsen, wie zum Beispiel Brennnesseln<br />

und wilder Spinat», weiss Abbet. Im Lauf<br />

der Jahreszeiten standen Kuren mit Löwenzahn,<br />

Brennnesseln oder Enzianwurzeln<br />

auf dem Programm, um den Organismus<br />

zu reinigen oder zu stärken.<br />

Einige der Pflanzen wurden von Kindern<br />

und Frauen ganz gezielt gesammelt,<br />

um Beschwerden aller Art vorzubeugen<br />

oder zu behandeln. «Diese Traditionen<br />

sind nach und nach in Vergessenheit<br />

geraten, so dass es zu einer Marginalisierung<br />

des überlieferten Wissens kam»,<br />

bedauert Abbet. Glücklicherweise sei<br />

es in den vergangenen Jahren dank der<br />

Bergbauern im <strong>Wallis</strong> zum Anbau von<br />

Alpenpflanzen gekommen. Inzwischen<br />

boomt der Markt mit den Kräutern, und<br />

70 Prozent der Schweizer Produktion an<br />

aromatischen Kräutern und Heilpflanzen<br />

stammen aus dem <strong>Wallis</strong>. Durch den<br />

Anbau könne auch sichergestellt werden,<br />

dass die Wirkstoffe in den Pflanzen<br />

weniger Schwankungen unterliegen würden<br />

und damit besser verwertbar seien.<br />

Firmenchef Meuwly ist überzeugt: «Die<br />

Schweiz kann aus ihrer jahrhundertelangen<br />

Tradition schöpfen, um wissenschaftlich<br />

validierte und qualitativ hochwertige<br />

Produkte bereitzustellen.» Neben<br />

den symbolträchtigen Alpenkräutern<br />

Edelweiss und Enzian gebe es auch<br />

noch zahlreiche andere alpine Arten, die<br />

zur Gesundheit und zum Wohlbefinden<br />

der Menschen beitragen könnten.<br />

Um die Entwicklung der 2011 gegründeten<br />

Firma zu ermöglichen, hat Gründer<br />

Meuwly die Lizenz für probiotische<br />

Produkte gegen Allergien und Verdauungsbeschwerden<br />

gekauft, mit denen<br />

sichere Einnahmen generiert werden<br />

können. «Ich sehe in der Probiotik ein<br />

grosses Potenzial», sagt Meuwly.<br />

<strong>Das</strong> erste Produkt, das Pharmalp auf<br />

den Markt brachte, war ein Intimpflegegel,<br />

das mithelfen soll, Pilzinfektionen zu<br />

verhindern. Zudem gibt es ein beruhigendes<br />

Gel aus Bio-Alpenpflanzen gegen<br />

Juckreiz, Hautirritationen und Sonnenbrand.<br />

Mit den Pastilles des Alpes sind<br />

nun auf den Winter Bonbons erhältlich,<br />

die mithelfen, die Abwehr zu stärken.<br />

1<br />

2<br />

1 Christian Abbet hat für seine Doktorarbeit<br />

bei alten <strong>Wallis</strong>ern vergessenes<br />

Wissen über Pflanzen zusammengetragen.<br />

2 Gründer Philippe Meuwly ist überzeugt<br />

von der Kraft der Pflanzen.<br />

3 Die Produktepalette von Pharmalp<br />

wird laufend erweitert.<br />

www.pharmalp.ch<br />

3<br />

28


Fast senkrecht ist der Bec des<br />

Rosses – und jedes Jahr anders.<br />

FREERIDE<br />

Die Zauberer<br />

der Vertikalen<br />

Am Freeride-Spektakel Swatch Xtreme Verbier<br />

dürfen nur die Besten der Besten starten. Zu Recht.<br />

Fotos David Carlier, Tero Repo / Freeride World Tour<br />

Verbier | Fast senkrecht fällt die 500<br />

Meter hohe Wand des Bec des Rosses<br />

in die Tiefe. Vom 2. bis 10. April 2016 treffen<br />

sich dort zum 21. Mal die besten Freerider<br />

der Welt, um sich mit ihren Skis<br />

oder Boards runterzustürzen. Die Qualifikation<br />

für den Saisonhöhepunkt läuft<br />

über die Swatch Freeride World Tour.<br />

Nicolas Hale-Woods ist der Gründer des<br />

Events in Verbier, aus dem später die<br />

weltweite Freeride World Tour (A-Liga)<br />

und Freeride World Qualifier (B-Liga)<br />

entstanden sind. Vor mehr als 20 Jahren<br />

drehten er und sein Freund Philippe<br />

Buttet einen Snowboardfilm an der<br />

Steilwand des Bec des Rosses. «Auf dem<br />

Col des Gentianes unten an der Wand<br />

hatten wir die Kamera platziert, und<br />

innert kürzester Zeit kamen zahlreiche<br />

Skifahrerinnen und Skifahrer und schauten<br />

den Snowboardern in der Wand zu.<br />

Da wussten wir: <strong>Das</strong> wollen die Leute<br />

sehen!» Der Brite Hale-Woods selber<br />

hat nie am verrückten Wettbewerb teilgenommen<br />

– «ich bin technisch zu wenig<br />

gut». Er gibt zu, dass es schon ein wenig<br />

exzentrisch gewesen sei, einen solchen<br />

Event zu entwickeln. Aber der Erfolg<br />

gab ihm recht, und heute ist er nicht<br />

nur Chef des Swatch Xtreme Verbier,<br />

sondern auch der Freeride-Touren.<br />

www.freerideworldtour.com<br />

Schwindel<br />

Die Besten der Besten<br />

der Freeride-Ski- und<br />

Snowboardszene starten zwischen<br />

dem 2. und dem 10. April 2016 in<br />

Verbier. Auf dem Col des Gentianes ist das<br />

Gelände für die Zuschauer. Die Tour (mit<br />

allen Wettkämpfen und Junioren)<br />

umfasst 4500 Athletinnen<br />

und Athleten und 140<br />

Wettkämpfe.<br />

29


KRAFTORT<br />

Foto Markus Eichenberger<br />

30


KRAFTORT<br />

ALETSCH<br />

«Ruhe ist der wahre Luxus», sind Art Furrer<br />

und Snowboard-Olympiasiegerin Patrizia<br />

Kummer überzeugt. Die Aletsch Arena ist für<br />

sie deshalb der Ort, wo sie Kraft tanken.<br />

Text: Monique Ryser<br />

31


KRAFTORT<br />

2 3<br />

1 Patrizia Kummer und Art Furrer auf<br />

der Hohfluh, im Hintergrund der<br />

Grosse Aletschgletscher, der längste<br />

Eisstrom Europas. 2 Patrizia Kummer:<br />

«Ich fühle mich nicht sehr wohl unter<br />

vielen Menschen und brauche meine<br />

Rückzugsorte.» 3 Art Furrer: «Wer in<br />

den Bergen ist, wird gestärkt. Die<br />

Energie ist kraftvoller – das spüren<br />

alle, ob sie dran glauben oder nicht.»<br />

Fotos David Birri<br />

32


1<br />

33<br />

Art Furrer beobachtet Seltsames,<br />

nachts, wenn er auf seine Hotels<br />

auf der Riederalp schaut: In den<br />

Zimmern der asiatischen Gäste brennt<br />

bis weit nach Mitternacht Licht. Zuerst<br />

denkt er nur an die Stromrechnung,<br />

doch dann will er genauer wissen, warum<br />

sie nicht ins Bett gehen und offenbar<br />

so gar nicht müde sind. Und er entdeckt,<br />

dass die Gäste aus China, Japan, Südkorea<br />

oder Hongkong gar nicht im Zimmer<br />

sind, sondern auf dem Balkon stehen<br />

und in den Nachthimmel schauen. «Die<br />

Sterne sind es, die sie andächtig betrachten.<br />

Den klaren Himmel, das Leuchten<br />

und Glitzern, das alles kennen sie<br />

nicht in ihren Städten voller Smog.» Der<br />

Hotelier und legendäre Skiakrobat kann<br />

sie gut verstehen, die Touristen. Auch er<br />

war mal weit weg von der Heimat, machte<br />

als junger Mann sein Glück in den USA<br />

und wurde bei seiner Rückkehr auf die<br />

Riederalp zum Hotelier und zum leidenschaftlichsten<br />

Botschafter, den sich eine<br />

Feriendestination nur wünschen kann.<br />

Winters ist er täglich auf den Ski, sommers<br />

am Wandern. Er kennt die Aletsch<br />

Arena wie seine Westentasche. Und<br />

auch die Menschen, die hier leben und<br />

verkehren. Deshalb kennt er auch Patrizia<br />

Kummer bereits von Kindesbeinen<br />

an. Die dreifache Snowboard-Weltcup-<br />

Gesamtsiegerin und Olympiasiegerin im<br />

Parallel-Riesenslalom verbringt viel Zeit<br />

auf der Riederalp: Hier wohnt ihre<br />

Grossmutter, und ihre Tante wirtet im<br />

«Buffet» an der Bahnstation Mitte. «Wir<br />

sind eine sehr sportliche Familie, und<br />

sonntags fuhren wir jeweils auf die<br />

Fiescheralp zum Skifahren und Snowboarden<br />

und kamen hier auf der Riederalp<br />

zum Mittagessen bei meiner Grossmutter.»<br />

Auch an diesem Sonntag ist sie<br />

hier, will noch ihre Tante besuchen.<br />

Auch Patrizia Kummer träumte von der<br />

grossen, weiten Welt und hatte als Jugendliche<br />

nur einen Wunsch: die Welt<br />

entdecken. <strong>Das</strong> konnte die 28-Jährige<br />

dank ihrer Snowboardkarriere mehr als<br />

viele andere. «Und jetzt wünsche ich mir,<br />

mit meinen Eltern zusammen auf unserem<br />

Grundstück in Mühlebach ein Café<br />

zu bauen und zu betreiben und nach<br />

Karriereende dort richtig einzusteigen»,<br />

meint sie lachend. Patrizia hat bereits<br />

einen Bachelor in Psychologie und arbeitet<br />

nun an der Uni Bern an ihrem<br />

Master in Neuro- und Entwicklungspsychologie.<br />

Wann immer sie Zeit hat, kehrt<br />

sie aber in «ihr» <strong>Wallis</strong> zurück. Auch während<br />

der Rennsaison schaut sie, mindestens<br />

einen Tag pro Woche zu Hause<br />

verbringen zu können. «Die Aletsch<br />

Arena ist mein Kraftort. Hier tanke ich<br />

auf.» Auch Art Furrer spricht von Kraftort,<br />

wenn er von seiner Heimat spricht.<br />

«Man kann es spüren», ist er überzeugt.<br />

Manchmal gehe er mit Gästen aufs Rinderhorn<br />

und bitte sie, sich auf eine Bank<br />

zu setzen und die Augen zu schliessen.<br />

«Bei einigen beginnt es zu kribbeln, andere<br />

beginnen laut zu lachen», erzählt er.<br />

Die Aletsch Arena mit Riederalp, Bettmeralp<br />

und Fiescheralp sowie Mörel,<br />

Betten, Fiesch, Fieschertal und Lax hat<br />

untersuchen lassen, warum diese Bergregion<br />

hoch über dem Aletschgletscher<br />

derartige Kraft verströmt, und herausgefunden,<br />

dass sich hier regelrechte Kraftorte<br />

befinden. Kein Wunder: Der Grosse<br />

Aletschgletscher ist ein Anblick von<br />

archaischer Schönheit. Hoch oben, auf<br />

den Aussichtspunkten Moosfluh, Bettmerhorn<br />

und Eggishorn, wird einem


KRAFTORT<br />

die Grösse und Einzigartigkeit des Grossen<br />

Aletschgletschers am eindrücklichsten<br />

bewusst. Der Faszination des riesigen<br />

Eisstroms, der sich über eine Länge<br />

von 23 Kilometern von seinem Einzugsgebiet<br />

in der Jungfrauregion auf rund<br />

4000 Höhenmetern hinunterzieht bis<br />

zur rund 2500 Meter tiefer gelegenen<br />

Massaschlucht, kann sich niemand entziehen.<br />

2001 wurde die Hochgebirgslandschaft<br />

denn auch in die Liste des<br />

Unesco-Welterbes aufgenommen.<br />

Art Furrer weiss, dass nicht alle an Dinge<br />

wie Kraftorte glauben. «Aber es ist<br />

bekannt, dass die Erdstrahlung nicht<br />

überall gleich stark ist, das bestreitet<br />

niemand. Und hier ist einfach alles stärker,<br />

intensiver und auch menschlicher. Ist<br />

jemand in den Bergen unterwegs und<br />

bleibt stehen, weil ihm nicht gut ist,<br />

kommt sofort ein Wanderer oder Skifahrer<br />

zu Hilfe. <strong>Das</strong> passiert einem an einer<br />

Bahnhofstrasse in irgendeiner Schweizer<br />

Stadt nicht.»<br />

Die autofreien Alpen seien im Winter<br />

der ideale Ort für eine kurze Auszeit<br />

oder Ferien. <strong>Das</strong> bestätigt auch Patrizia<br />

Kummer: Sie erhole sich hier viel schneller<br />

als irgendwo sonst. Zudem: «Die Skipiste<br />

beginnt gleich vor dem Hotel», fügt<br />

Furrer an. «Alles ist hier nah und vor allem<br />

auch für Familien ideal.» Patrizia<br />

Kummer lobt die reine Luft und die Aussicht.<br />

«Seit ich in Städten gewesen bin,<br />

die unter Smog leiden, schätze ich die<br />

Luft hier oben erst recht» sagt sie. Und<br />

auch die Schneesicherheit: Die 104 Kilometer<br />

Pisten liegen zwischen 1845 und<br />

2869 Höhenmetern, was von Dezember<br />

bis April perfekte Bedingungen garantiert.<br />

Wer Ruhe sucht, findet sie auf den<br />

Winterwanderungen. 86 Kilometer präparierte<br />

Winterwanderwege mit Panoramablick<br />

auf die Viertausender des<br />

<strong>Wallis</strong> und den Aletschgletscher stehen<br />

zur Verfügung. «Ruhe ist der neue Luxus»,<br />

sagt Art Furrer. Natur, Bergpanorama<br />

und Spiritualität seien das, was die<br />

gestressten Menschen brauchten. «Und<br />

hier oben, auf diesem Sonnenplateau,<br />

können wir all das bieten.» Keinen Ballermann,<br />

sondern eindrückliches Alleinsein<br />

könne man hier pflegen, fügt Patrizia<br />

Kummer an. «Ich fühle mich nicht<br />

sehr wohl unter vielen Menschen, mir ist<br />

dann, als spürte ich mich nicht mehr.»<br />

Deshalb brauche sie regelmässig Zeit,<br />

um sich zurückzuziehen, und Orte, wo<br />

sie wisse, dass sie genau das könne.<br />

Wer problembeladen in die Aletsch<br />

Arena kommt, dem werden auch verschiedene<br />

«Mittelchen» geboten, sich<br />

von allem Schweren zu befreien. Eine<br />

Möglichkeit bieten die Steine, die im<br />

Dorf gratis abgegeben werden und die<br />

die Gäste auf dem Berg deponieren können.<br />

Und damit auch ihre Sorgen und<br />

Ängste. «Ja, das nützt», ist der Bergler<br />

Art Furrer überzeugt. Er sei lange genug<br />

als Skilehrer und Bergführer unterwegs<br />

gewesen, um die heilende Wirkung der<br />

Berge zu kennen. «Wer die Berge liebt,<br />

bleibt seelisch gesund», weiss er. Und:<br />

«Ich war in meiner Familie schon immer<br />

der, der etwas mehr spürte als die anderen.<br />

Heute bin ich froh darüber»,<br />

meint er schmunzelnd. Dann mahnt er<br />

Patrizia, es sei jetzt Zeit, noch zu ihrer<br />

Tante Barbi ins «Buffet» zu gehen. Nur<br />

noch zwei Tage sei sie dort Wirtin, da<br />

wolle er unbedingt noch Adieu sagen.<br />

Und Honig vorbeibringen. Ein weiteres<br />

Heilmittel, das durch die Kraft der<br />

Berge wirkt.<br />

«Ruhe ist der<br />

neue Luxus.<br />

Gestresste<br />

Menschen<br />

brauchen<br />

Natur und<br />

Spiritualität»<br />

Fotos Keystone, Prisma, HO<br />

34


2<br />

1<br />

3<br />

1 Ruhe tanken beim Schneeschuhwandern<br />

durch die tief verschneite<br />

Natur. 2 Gemütliche Fahrt mit grandiosem<br />

Panorama. Ab Dezember<br />

fährt eine neue Kombibahn auf<br />

die Moosfluh. 3 Die Kapelle Maria<br />

zum Schnee auf der Bettmeralp<br />

wurde 1571 erbaut.<br />

Informationen zur Aletsch Arena:<br />

www.aletscharena.ch<br />

35


PORTFOLIO<br />

Jean-Pierre L. D’Alpaos,<br />

Kulturvermittler<br />

36


P O RTF O L I O<br />

Dr’ Jope<br />

Zum Jubiläum gibts einen Veston<br />

oder eben einen «Tschoope», wie er<br />

im <strong>Wallis</strong> heisst. Es gibt ihn in<br />

echt und als Buch. 37 <strong>Wallis</strong>er<br />

Persönlichkeiten präsentieren ihn als<br />

Sinnbild der Vielfältigkeit und<br />

des Savoir-faire des Kantons, der dieses<br />

Jahr den Beitritt zur Eidgenossenschaft<br />

vor 200 Jahren feiert.<br />

Fotos: Christian Pfammatter<br />

37


PORTFOLIO<br />

Fanny Clavien,<br />

Karateka<br />

38


39


PORTFOLIO<br />

Franz Julen,<br />

CEO Intersport


41<br />

Laura Zurbriggen,<br />

Elite Model


PORTFOLIO<br />

Steve Morabito,<br />

Radrennfahrer<br />

42


43


PORTFOLIO<br />

Stéphane Lambiel,<br />

Eiskunstläufer<br />

44


Nero, Schwarznasenschaf


PORTFOLIO<br />

Adrian Josef Margelist,<br />

Designer und Creative<br />

Director<br />

46


Dr’ Jope – zum Tragen<br />

und zum Anschauen<br />

Dr’ Jope ist ein edles Coffee-Table-<br />

Book, das sich das <strong>Wallis</strong> zum<br />

Jubiläum der 200-jährigen Zugehörigkeit<br />

zur Eidgenossenschaft schenkt.<br />

Der Band entstand in Anlehnung an das<br />

Buch von Karl Lagerfeld und Carine<br />

Roitfeld «The Little Black Jacket». Kuratiert<br />

wurde es von Adrian J Margelist,<br />

dem internationalen Modedesigner mit<br />

<strong>Wallis</strong>er Wurzeln (Vivienne Westwood,<br />

Esprit, Navyboot, MCM). Den «Tschoopen»<br />

gibts aber auch in echt. Inspiriert<br />

von der traditionellen Tiroler Jacke<br />

schwebte Damian Constantin, Direktor<br />

von Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion, ein Veston<br />

fürs <strong>Wallis</strong> vor. <strong>Das</strong> Projet «Dr’ Jope» –<br />

ausgesprochen «Dr Tschoope» – entstand<br />

mit einer klaren Vision: die intersektorielle<br />

Promotion des <strong>Wallis</strong> in einem<br />

Veston aufzugreifen. <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> als<br />

eine diversifizierte Region mit vielseitigen<br />

Kompetenzen, ein Wirschafts- und<br />

Kreativstandort, der junge Talente und<br />

spannende Persönlichkeiten hervorbringt.<br />

So erarbeiteten 15 Studierende<br />

der Ecole de Couture du Valais in Siders<br />

einen ersten Entwurf des Vestons als<br />

Abschlussarbeit und stellten ihr Projekt<br />

einer sechsköpfigen Jury vor. Gewonnen<br />

hat die 19-jährige Studentin Eliane Kuonen.<br />

«Ich habe überhaupt nicht erwartet,<br />

diesen Wettbewerb zu gewinnen,<br />

und war sprachlos», erinnert sie sich.<br />

Zu Beginn erhielten die Coutureschülerinnen<br />

und -schüler von Adrian J Margelist<br />

ein Briefing. «Am Anfang war ich<br />

total gestresst», so Eliane Kuonen. «Da<br />

kam dieser grosse Designer, der uns vom<br />

Buch erzählte und davon, wie man professionell<br />

entwirft.» Als Erstes habe sie<br />

sich dann in ihrem Umfeld erkundigt,<br />

was für dieses das <strong>Wallis</strong> ausmache. «Ich<br />

habe <strong>Wallis</strong>er gefragt, aber auch Üsserschwiizer<br />

und Ausländer, ich wollte<br />

einfach ein Maximum an Informationen<br />

zusammentragen.» Ein Produkt sei immer<br />

wieder erwähnt worden: der Wein.<br />

«Für mich war also klar, dass ich Wein in<br />

irgendeiner Form einbauen musste.»<br />

Zusätzlich hat sie zusammen mit Kolleginnen<br />

und Kollegen Bilder auf ein<br />

Moodboard geklebt mit Bergen, dem<br />

Matterhorn, einheimischen Tieren,<br />

Weinbergen, Landschaften und vielem<br />

mehr. «Und plötzlich sah ich, dass es<br />

die Rhone ist, die den ganzen Kanton<br />

verbindet», so Eliane Kuonen. Die Rhone<br />

nahm sie schliesslich als Steppnaht<br />

auf dem Veston auf, den Wein als Druck<br />

auf dem dazugehörigen Gilet und «als<br />

grosse Vestontaschen, die an die grossen<br />

Taschen der Winzer erinnern sollen».<br />

Ursprünglich war der Jope aus<br />

Softshell, einem modernen Material, und<br />

das Gilet aus Stoff. In der Endfassung<br />

war es dann umgekehrt. «Die Arbeit,<br />

das Entwickeln der definitiven Modelle<br />

gemeinsam mit anderen war sehr wertvoll<br />

und spannend», erklärt Kuonen.<br />

Geplant ist, Jope und Gilet auch in den<br />

Verkauf zu bringen.<br />

Aber als Erstes ist nun das Buch im<br />

Handel: 37 <strong>Wallis</strong>er Persönlichkeiten aus<br />

den unterschiedlichsten Bereichen wie<br />

Sport, Kultur, Politik, Wirtschaft, Kunst,<br />

Unterhaltung oder Musik werden mit<br />

dem <strong>Wallis</strong>er Veston in Szene gesetzt.<br />

Menschen, die durch den Verlauf der<br />

Rhone miteinander verbunden sind und<br />

jeweils eine persönliche Botschaft zu<br />

ihrem <strong>Wallis</strong> abgeben. Wie Liebeserklärungen<br />

an das <strong>Wallis</strong> – inspirierend,<br />

berührend und mit viel Herz!<br />

Bestellungen für Buch, Veston und Gilet<br />

sind möglich unter:<br />

www.wallis.ch/drjope<br />

47<br />

Eliane Kuonen (oben) von der Ecole<br />

de Couture du Valais gewann mit ihrem<br />

Prototyp den Wettbewerb um den <strong>Wallis</strong>er<br />

Jope. Adrian J Margelist (unten) war der<br />

kreative Kopf des Projekts.<br />

Wie eine<br />

Liebeserklärung<br />

ans <strong>Wallis</strong>,<br />

inspirierend<br />

und berührend


INTERVIEW<br />

Stéphane Rossini ist der achte<br />

<strong>Wallis</strong>er Nationalratspräsident.


N A T I ONA L R A T S P R Ä S I D E N T<br />

«Ob ich will oder nicht,<br />

ich bin ein<br />

<strong>Wallis</strong>er Original»<br />

Der höchste Schweizer ist bis Ende <strong>November</strong><br />

ein <strong>Wallis</strong>er. Stéphane Rossini über seinen<br />

Heimatkanton, seine Parteizugehörigkeit<br />

und die Leidenschaften der <strong>Wallis</strong>er.<br />

Text: Monique Ryser<br />

Foto Didier Martenet / L’illustré<br />

Manchmal staunt Stéphane Rossini<br />

selber über sich und sein<br />

Verhältnis zum <strong>Wallis</strong>. Und<br />

dann muss der 53-Jährige lachen. «Als<br />

Sohn eines Sozialisten bin ich selber in<br />

der SP, und trotzdem habe ich eine Seite,<br />

die mich zu einem <strong>Wallis</strong>er macht, der<br />

allen, wirklich allen Klischees entspricht.»<br />

Diese sind: Der <strong>Wallis</strong>er geht jagen, er ist<br />

uneingeschränkt Fan vom FC Sion, er<br />

verpasst keinen Eringerkuhkampf, und er<br />

trinkt gerne ein Glas Wein. Zudem ist der<br />

typische <strong>Wallis</strong>er nicht unbedingt bei der<br />

SP, sondern eher bei der CVP.<br />

Liebt man das <strong>Wallis</strong> und die <strong>Wallis</strong>er<br />

nicht gerade wegen dieser Klischees?<br />

STÉPHANEROSSINI:Ja, die Touristen<br />

kommen ins <strong>Wallis</strong>, weil sie genau das<br />

lieben. Die knorrigen Bergler, die gerne<br />

fröhlich sind und inmitten der imposanten<br />

Natur und Landschaft leben. Unsere<br />

Produkte – Raclette, Trockenfleisch,<br />

Roggenbrot, Wein – haben Erfolg, weil<br />

sie eben ursprünglich, also AOP (Appélation<br />

d’origine protégée) sind.<br />

Macht Sie das stolz?<br />

<strong>Das</strong> ist ein grosser Trumpf für uns, und<br />

ich bin auch stolz darauf. Mir ist einfach<br />

wichtig, dass wir zeigen, dass es auch<br />

noch etwas anderes gibt. Eigentlich sind<br />

wir eine Schweiz im Kleinen mit einer<br />

grossen Vielfalt: die Täler und Berge mit<br />

Tourismus und Landwirtschaft, die Rhonebene<br />

mit der Industrie und den innovativen<br />

Unternehmen. <strong>Das</strong> französischsprachige<br />

Unterwallis und das deutschsprachige<br />

Oberwallis, die so verschieden<br />

sind wie Deutsch- und Westschweiz.<br />

Der Tourismus im Oberwallis lebt vom<br />

traditionellen Baustil und vom Urtümlichen,<br />

während das Unterwallis auf internationale<br />

Hotels und Mondänität setzt.<br />

Wir sind ein Zusammenschluss von sehr<br />

individuellen Regionen und Menschen,<br />

eben, wie die Schweiz.<br />

<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> ist inmitten seiner Berge<br />

eine Welt für sich. Muss man raus,<br />

um wieder zurückkehren zu können?<br />

49


«Zusammen<br />

sind wir<br />

besser und<br />

intelligenter<br />

als alleine»<br />

INTERVIEW<br />

SR: Unbedingt! Alle, die an einer Uni<br />

studieren wollen, müssen das ja auch:<br />

Sie gehen an die Universität in anderen<br />

Kantonen, und sie finden Arbeit ausserhalb<br />

vom <strong>Wallis</strong>. Ich selber habe in Lausanne<br />

studiert und in Genf und Neuenburg<br />

an der Universität gelehrt. Aber ich<br />

habe immer in meiner Heimat, in Nendaz,<br />

gewohnt. Ich sehe mich als <strong>Wallis</strong>er,<br />

der seinen Kopf ausserhalb hat, aber mit<br />

dem Herzen stets hier zu Hause bleibt.<br />

Ich stelle aber fest, dass wir einen Braindrain<br />

haben, dass also viele Uniabgängerinnen<br />

und -abgänger und viele <strong>Wallis</strong>er<br />

mit spezialisierten Berufen nicht<br />

mehr zurückkehren. Oder nur noch für<br />

die Ferien. <strong>Das</strong> ist keine gute Tendenz,<br />

und ich bin sehr froh, dass wir mit einem<br />

erweiterten Bildungsangebot dagegen<br />

ankämpfen.<br />

Wie sahen die Kolleginnen und Kollegen<br />

im Nationalrat Sie und das <strong>Wallis</strong>?<br />

SR:Auch im Bundeshaus halten sich die<br />

Vorurteile des wilden und etwas sperrigen<br />

Kantons. Andererseits hat das <strong>Wallis</strong><br />

sehr gute Beziehungen zu Bundesbern.<br />

Seit Jahrzehnten kommt der gesamte<br />

Regierungsrat einmal pro Session<br />

nach Bern, um Gespräche zu führen und<br />

Kontakte zu pflegen. <strong>Das</strong> hilft, das gegenseitige<br />

Verständnis zu fördern.<br />

WiehatdieNeat mitdemLötschbergtunnel<br />

und der verkürzten Reisezeit<br />

ins <strong>Wallis</strong> die Anbindung an die «Üsserschwiiz»<br />

verändert?<br />

SR: <strong>Das</strong> hat alles geändert! Viele <strong>Wallis</strong>er<br />

und <strong>Wallis</strong>erinnen pendeln nun in die<br />

Deutschschweiz zur Arbeit. Und ein Kollege<br />

hat mir gerade erzählt, dass eine<br />

DeutschschweizerFamilieinsWelschwallis<br />

gezügelt ist, weil die Kinder so zweisprachig<br />

aufwachsen könnten und der<br />

Vater mit dem Zug problemlos täglich in<br />

die Deutschschweiz pendeln könne. Wir<br />

haben auch viel mehr Tagestouristen. Ich<br />

glaube, dass wir die Folgen des neuen<br />

Tunnels noch gar nicht richtig abschätzen<br />

können und dass er unserem Kanton<br />

noch viel bringen wird.<br />

<strong>Das</strong><strong>Wallis</strong>feiertediesesJahr200Jahre<br />

Beitritt zur Eidgenossenschaft.<br />

Was waren die schönsten Erlebnisse<br />

bei diesem Jubiläum?<br />

SR: Am grossen offiziellen Anlass im August<br />

in Sion sind Vertretungen vom Bund<br />

und von allen Kantonen angereist, es<br />

herrschte eine sehr freundschaftliche und<br />

fröhliche Atmosphäre. Ich glaube, man<br />

mag uns einfach. Besonders schön war<br />

auch das Alphornfestival in Nendaz, das<br />

jedes Jahr stattfindet. Ich habe meinen<br />

SVP-Kollegen Max Binder eingeladen,<br />

und er war beeindruckt. Er hatte nicht erwartet,<br />

dass wir Welschen auch Freude<br />

an Tradition und Alphörnern haben.<br />

Was kann die Schweiz<br />

vom <strong>Wallis</strong> lernen?<br />

SR: Den Stolz auf die eigene<br />

Identität. Jeder <strong>Wallis</strong>er<br />

ist stolz auf seine Wurzeln<br />

und seine Abstammung.<br />

Und wir im Gegenzug können<br />

von der Schweiz lernen,<br />

dass man zusammen<br />

immer besser und intelligenter<br />

ist als alleine.<br />

Die letzte Session hat er hinter sich, mit<br />

dem Höhepunkt Nationalratspräsidium<br />

tritt Rossini von der nationalen Politik<br />

zurück.<br />

Foto Keystone<br />

50


Schneller ins <strong>Wallis</strong>.<br />

www.bls.ch/autoverlad


WELLNESS<br />

Foto Ivan Kurinnoy<br />

<strong>Das</strong> Thermalwasser, das in<br />

Leukerbad aus etwa 65 Quellen<br />

sprudelt, zieht seit Jahrhunderten<br />

Menschen hierhin.<br />

52


HEISSE<br />

QUELLEN<br />

Der grösste Thermalbade- und Wellnessferienort<br />

der Alpen liegt im <strong>Wallis</strong>.<br />

Leukerbad bietet Wintersportlern Pisten<br />

mit Aussicht und Bäder mit heilenden Kräften.<br />

Text: Monique Ryser<br />

53


8.15 uhr 9.30 uhr<br />

Michèle und Oli beim Frühstück im Bett<br />

im Hotel Heliopark und Alpentherme.<br />

Mit der Torrentbahn gehts zur<br />

Bergstation Rinderhütte ins Skigebiet.<br />

WELLNESS<br />

12.00 uhr 14.30 uhr<br />

Neuschnee, Sonne, atemberaubendes<br />

Panorama: Piste am Torrenthorn.<br />

Ein <strong>Wallis</strong>er Teller stärkt nach<br />

den Schwüngen im Schnee.<br />

15.00 Uhr 17.00 uhr<br />

Sonnenbad bei der Rinderhütte vor<br />

dem nachmittäglichen Skifahren.<br />

Dieses Bad im Thermalwasser<br />

haben sich Oli und Michèle verdient.<br />

Foto Geri Born(3), HO (2), Christian Pfammatter<br />

54


Schon die<br />

Römer<br />

badeten hier<br />

und nutzten<br />

die heilende<br />

Kraft der<br />

Thermalquellen<br />

Mit täglich 3,9 Millionen Liter<br />

Thermalwasser, das mit bis zu<br />

51 Grad aus dem Boden sprudelt,<br />

verfügt Leukerbad über das grösste<br />

Thermalwasservorkommen Europas.<br />

Schon die Römer hatten das Gebiet besiedelt,<br />

im letzten Jahrhundert entwickelte<br />

sich das Dorf zum internationalen<br />

Hotspot für Badeurlauber und war 1889<br />

das erste <strong>Wallis</strong>er Dorf mit elektrischer<br />

Beleuchtung. Damals kannte man den<br />

Begriff Wellness noch nicht, doch Mark<br />

Twains (1835–1910) Schilderungen des<br />

heilenden Wassers der Thermalquellen<br />

lassen erkennen, dass man es sich schon<br />

damals gut gehen liess: «Diese Bäder beseitigen<br />

Fett und auch Hautkrankheiten.<br />

Die Patienten bringen mehrere Stunden<br />

hintereinander in den grossen Becken<br />

zu. Ein Dutzend Herren und Damen nehmen<br />

gemeinsam ein Becken ein und unterhalten<br />

sich mit Umhertoben und verschiedenen<br />

Spielen. Sie haben schwimmende<br />

Pulte und Tische, und in dem<br />

brusttiefen Wasser lesen sie, nehmen einen<br />

Imbiss ein oder spielen Schach.»<br />

In Leukerbad werden acht Quellgruppen<br />

für die Thermalbäder genutzt. Insgesamt<br />

sind rund 65 Thermalquellen in<br />

einem Kataster erfasst. Es handelt sich<br />

dabei um lauwarme Sickerwasseraustritte<br />

bis zu der 51 Grad warmen St.-Lorenz-<br />

Quelle, die eine sehr konstante Schüttung<br />

von rund 900 Liter pro Minute aufweist.<br />

Die Thermalquellen treten teilweise<br />

direkt aus dem Fels ans Tageslicht,<br />

andere müssen sich ihren Weg durch<br />

Massen von lockerem Gestein suchen.<br />

Die Menge an Wasser, die da aus dem<br />

Boden sprudelt, ist imposant: Rund<br />

3000 Liter pro Minute schiessen aus<br />

den verschiedenen Quellen hervor.<br />

W<br />

Sieger<br />

auf jedem<br />

Terrain.


WELLNESS<br />

17.00 uhr<br />

Blick von der Gemmi in die <strong>Wallis</strong>er<br />

Berge bei Sonnenuntergang.<br />

20.00 Uhr 22.00 uhr<br />

Safranfondue im «Sternen» stillt<br />

den Hunger nach Sport und Wellness.<br />

Ein Spaziergang im nächtlichen<br />

Leukerbad beschliesst den Tag.<br />

Fotos imago, Geri Born, HO<br />

56


Was heute<br />

Schnee ist,<br />

verwandelt<br />

sich in<br />

40 Jahren<br />

im Fels in<br />

Thermalwasser<br />

<strong>Das</strong> Wasser legt einen langen Weg zurück,<br />

bis es mineralisiert und angereichert in<br />

den Bädern landet: Der Fliessweg beginnt<br />

östlich von Leukerbad im Gebiet zwischen<br />

Majing- und Torrenthorn. Hier beim<br />

Wysssee und Schwarzsee auf rund 2300<br />

bis 3000 Meter über Meer versickern Regen<br />

und Schnee und dringen durch steile<br />

Klüfte bis rund 500 Meter unter dem<br />

Meeresspiegel ins Gebirge ein. <strong>Das</strong> Wasser<br />

sättigt sich mit Calcium und Sulfat<br />

und steigt – als Folge der Erwärmung tief<br />

in der Erde – als Thermalwasser nach<br />

oben. <strong>Das</strong> Wasser ist mit Sicherheit länger<br />

als 40 Jahre auf unterirdischen Fliesswegen<br />

unterwegs. Der Schnee, auf dem<br />

Skifahrer auf dem Torrent also heute ihre<br />

Kurven ziehen, kommt in rund 40 Jahren<br />

als Thermalwasser wieder hervor.<br />

Es ist deshalb ein besonderer Spass, sich<br />

mit den Bergbahnen auf den Torrent<br />

zum Skiplausch fahren zu lassen. Wer<br />

lieber dem Langlauf oder dem Schlitte<br />

ln frönt, der geht auf die Gemmi. Tolle<br />

Winter- und auch Schneeschuhwanderungen<br />

werden in beiden Gebieten oder<br />

rund ums Dorf angeboten. Im Snowpark<br />

lernen Anfänger und Kinder in sicherer<br />

Umgebung die ersten Schwünge.<br />

Und was gibt es nach dem Winterplausch<br />

in Schnee und Sonne Schöneres,<br />

als die müden Glieder in einem der<br />

warmen Bäder zu entspannen. Alle<br />

Bäder haben Spezialangebote, besonders<br />

originell sind die Irisch-Römischen<br />

Nächte in der Alpentherme, wo man<br />

baden und speisen kann wie zu Cäsars<br />

Zeiten! Gerade wieder neu eröffnet<br />

wurde die Leukerbad Clinic, die auch<br />

Anti-Aging und Revitalisierungskuren<br />

anbietet.<br />

Weitere Infos: www.leukerbad.ch<br />

W<br />

Auch mit der<br />

neuen A-Klasse 4MATIC.<br />

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Die neue A-Klasse präsentiert sich mit ihrer Ästhetik und<br />

Athletik als idealer Partner für einen aktiven Lebensstil.<br />

Und mit dem Allradantrieb 4MATIC sind Sie in jeder Situation<br />

so sicher, dynamisch und kontrolliert wie Roger Federer<br />

auf dem Tenniscourt. Weitere Informationen unter<br />

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KULTUR<br />

Foto Rainer Sohlbank<br />

250 Quadratmeter misst die Fassade<br />

des Kunstzentrums Pierre Arnaud in<br />

Lens bei Crans-Montana. Sie besteht<br />

aus gläsernen Solarpanels.<br />

58


ORT DER<br />

REFLEXION<br />

Die Glasfassade spiegelt See und Berge –<br />

und liefert gleichzeitig Energie. Spiegeln<br />

und stärken sollen auch die Ausstellungen<br />

in der Fondation Pierre Arnaud in Lens.<br />

Text: Monique Ryser<br />

59


«<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> ist<br />

prädestiniert<br />

für die Symbiose<br />

zwischen<br />

Tradition und<br />

Wandel»<br />

KULTUR<br />

Perlen wachsen unsichtbar in den<br />

Muscheln der Austern. Erst wenn<br />

man die harte Schale aufbricht,<br />

kommen diese Wunderwerke der Natur<br />

zum Vorschein. Ein bisschen ähnlich<br />

ist es mit dem Kunstzentrum der Fondation<br />

Pierre Arnaud in Lens. Von der<br />

kurvigen Strasse aus, die von Sion nach<br />

Crans-Montana führt, verdeckt ein<br />

Dachgarten mit einer leichten Neigung<br />

zur Strasse hin das aussergewöhnliche<br />

Gebäude. Wer würde hier, im kleinen<br />

Dorf Lens, ein Kunstmuseum von internationalem<br />

Ruf vermuten? Zu verdanken<br />

hat die 4000-Seelen-Gemeinde<br />

das Museum dem Franzosen Pierre<br />

Arnaud (1922–1996). Er wurde in Südfrankreich<br />

geboren, war während des<br />

Zweiten Weltkriegs Kämpfer der Résistance<br />

und verbrachte einen grossen Teil<br />

seines Lebens in Marokko, wo er sein<br />

Geld mit dem Verkauf von Schiffen<br />

machte. Als Bergsteiger entdeckte er<br />

das <strong>Wallis</strong> und verliebte sich in die<br />

Region. In Crans-Montana erwarb er<br />

ein kleines Chalet, erwarb weitere Parzellen<br />

und baute für sich und seine<br />

Familie ein Wohnhaus. In die Schweiz<br />

übersiedelt, gelang ihm eine Erfolgsstory<br />

mit dem Fotolabo Club, einer<br />

Firma, die er an Valora verkaufte.<br />

Seine Tochter Sylvie und sein Schwiegersohn<br />

Daniel Salzmann waren es, die<br />

2007 in seinem Namen eine Stiftung<br />

gründeten, die 2013 zum Kunstzentrum<br />

Lens führte. «Mein Schwiegervater war<br />

ein Mann von grosser Einfachheit, sehr<br />

bescheiden, der ein Leben lang viel gearbeitet<br />

hat. Er liebte die klassische Musik<br />

und liebte die Malerei: Für ihn waren<br />

die Bilder, die er gesammelt hat, emotional<br />

wertvoll. Er liebte sie und fragte<br />

nicht nach deren Wert.»<br />

In der Sammlung, die von Sylvie und<br />

Daniel Salzmann weitergeführt wurde,<br />

befinden sich vor allem Bilder, die das<br />

<strong>Wallis</strong> und die Schweiz, die Landschaften<br />

und Bewohner, in einer teilweise idealistischen<br />

Schönheit darstellen. Vertreten<br />

sind neben eher unbekannten Malern<br />

auch Künstler wie Cuno Amiet und Félix<br />

Vallotton.<br />

Mit der Stiftung Pierre Arnaud und dem<br />

Kunstzentrum strebt das Ehepaar Salzmann<br />

vor allem eines an. «Wir wollen mit<br />

Hilfe der Kunst den Dialog zwischen den<br />

Kulturen fördern», so Daniel Salzmann.<br />

«Dieser Dialog soll zum Nachdenken anregen<br />

sowie das Lokale und Regionale in<br />

Zusammenhang mit der Universalität der<br />

Menschen stellen.» <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> sei prädestiniert<br />

für diese Symbiose, so der studierte<br />

Arzt und heutige Geschäftsmann<br />

und Investor: «<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> ist tief in seinen<br />

Traditionen verwurzelt, und gleichzeitig<br />

kommen seit dem Beginn des 20.<br />

Jahrhunderts Gäste aus der ganzen<br />

Welt hierher und haben zur Entwicklung<br />

und zum <strong>Wallis</strong>, wie es heute ist, beigetragen.»<br />

Auf zwei Ebenen und einer Fläche von<br />

rund 1000 Quadratmetern kuratiert die<br />

Stiftung pro Jahr mehrere Ausstellungen.<br />

Bis im Oktober waren unter dem Titel<br />

«Weisser Mann – Schwarzer Mann»<br />

Werke von weissen und schwarzen<br />

Fotos HO<br />

60


1<br />

2<br />

1 Carl Gustav<br />

Carus’ «Vision d’une<br />

ville imaginaire»<br />

ist eines der Ikonenbilder<br />

der Ausstellung «Romantik».<br />

2 Daniel Salzmann und seine Frau Sylvie<br />

haben die Stiftung gegründet.<br />

www.fondationpierrearnaud.ch<br />

Öffnungszeiten: Mittwoch<br />

bis Sonntag,<br />

10 bis 19 Uhr<br />

61<br />

Künstlern zu sehen. Ab dem 19. Dezember<br />

startet die Ausstellung «Romantik –<br />

Melancholie der Steine», unter anderem<br />

mit Werken von Alexandre Calame, Gustave<br />

Doré, Francisco Goya, Victor Hugo,<br />

John Ruskin und Caspar Wolf.<br />

«Heute reicht ein traditionelles touristisches<br />

Angebot nicht mehr», ist Daniel<br />

Salzmann überzeugt. Man müsse den<br />

Gästen Mehrwert bieten. Ein Kunstzentrum<br />

sei dafür ideal, «denn in den Ferien<br />

hat man Zeit, sich mit Kultur auseinanderzusetzen<br />

und eine Ausstellung<br />

zu besuchen». <strong>Das</strong> Museum werde von<br />

Gästen aus aller Welt besucht, den Einwohnern<br />

aus der Region, aber auch von<br />

Kunstfreunden, die extra für eine Ausstellung<br />

anreisten. Die Stiftung will aber<br />

auch Kunstvermittlung betreiben, für Erwachsene<br />

wie auch für Kinder, und bietet<br />

neben geführten Ausstellungsbesuchen<br />

zusätzlich Vorträge, Diskussionen,<br />

Musik, Tanz und Performance an. «Wir<br />

sehen unsere Rolle darin, Kultur weiterzugeben,<br />

zu vermitteln, anzustecken.<br />

Kultur soll uns motivieren, nachzudenken<br />

und – im besten Fall – bessere Menschen<br />

zu werden», so der Stiftungsratspräsident.<br />

Die Fondation Pierre Arnaud setzt aber<br />

nicht nur kulturelle Akzente, sondern<br />

hat auch architektonisch eine Meisterleistung<br />

vollbracht: <strong>Das</strong> Zentrum wurde<br />

vom einheimischen Architekten Jean-<br />

Pierre Emery aus Beton, Holz und Glas<br />

gebaut. «<strong>Das</strong> Gebäude ist stark in seinem<br />

Ausdruck und gleichzeitig diskret»,<br />

beschreibt es Salzmann. Denn so unscheinbar<br />

es von hinten wirkt, so gewaltig<br />

ist es auf seiner südlichen Front: Eine<br />

250 Quadratmeter grosse Fassade aus<br />

Glas reflektiert bei jeder Witterung den<br />

kleinen Lac du Louché, an dessen<br />

Ufer es steht, und die imposante Bergwelt.<br />

Was wie normales Glas aussieht,<br />

sind in Wirklichkeit Solarpanels, die das<br />

Sonnenlicht in Energie umwandeln.<br />

15000 Kilowattstunden Strom kommen<br />

so pro Jahr zusammen. Die Fassade ist<br />

auch Wärmeisolation und filtert das<br />

Licht, damit die Kunstwerke geschützt<br />

sind. Nachts können darauf zudem<br />

Lichtspiele erzeugt werden. Einen eigenständigen<br />

Ruf hat sich das Museumsrestaurant<br />

Indigo mit seinen 14 Gault-<br />

Millau-Punkten erworben. Mit einzigartiger<br />

Aussicht auf See und Berge bietet<br />

es neben Snacks auch Mittagsmenus<br />

und abends eine exklusive Menukarte.<br />

Die Weinkarte besteht ausschliesslich<br />

aus <strong>Wallis</strong>er Weinen.<br />

Die Glasfassade, in der sich die Landschaft<br />

wie ein Gemälde spiegelt, hätte<br />

Pierre Arnaud sicher gefallen: Sie zeigt<br />

«sein» <strong>Wallis</strong>, das er in langen Wanderungen<br />

erkundete. Doch nicht nur die<br />

Landschaft hatte es ihm angetan. «Er<br />

liebte auch die einfache und direkte Art<br />

der <strong>Wallis</strong>er», erinnert sich Daniel Salzmann,<br />

der die herzliche und direkte Art<br />

der <strong>Wallis</strong>er ebenso schätzt. «Auch<br />

wenn sie manchmal sehr direkt sind und<br />

die Neigung haben, einen Konflikt in<br />

Kauf zu nehmen, statt zu verhandeln.<br />

Aber nichts und niemand ist perfekt,<br />

oder?», meint er schmunzelnd.


Die Welt ist so, wie die Menschen sie machen.<br />

Zum Winterauftakt hat Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion<br />

deshalb älteren <strong>Wallis</strong>erinnen und <strong>Wallis</strong>ern ein<br />

Geschenk gemacht: Sie erhalten Eis vom Rhonegletscher<br />

aus ihrem Geburtsjahr, von einem Glaziologen<br />

in der richtigen Tiefe herausgebohrt. Es<br />

ist ein Dank für das, was sie dem <strong>Wallis</strong> gegeben<br />

haben. Sie stehen stellvertretend für alle Frauen<br />

und Männer dieser Generation.<br />

PIONIERE<br />

<strong>Das</strong> pralle<br />

Leben!<br />

Aufzeichnung: Monique Ryser<br />

Fotos: Sedrik Nemeth<br />

62


Sophie Harnisch, 86<br />

Ab nächstem Jahr will sie kürzertreten –<br />

und den Touristenshop in Oberwald an<br />

der Furka nur noch im 50-Prozent-Pensum<br />

führen. Bis 1995 führte die Mutter<br />

von vier Kindern das eleganteste Schuhgeschäft<br />

in Brig. Nun möchte sie gerne<br />

mehr Zeit mit ihrer Tochter, der Sopranistin<br />

Rachel Harnisch, und deren Kindern<br />

verbringen. Sophie Harnisch war eine der<br />

ersten Frauen, die Ski fuhren. Und zwar<br />

schnell: «Ich musste ja meinen beiden<br />

Söhnen die Stange halten.»<br />

63


PIONIERE<br />

Arnold Andenmatten, 93<br />

Schon als junger Mann lernte er Englisch und<br />

Französisch. «Uphill and downhill», das musste<br />

man können, als Skilehrer und als Bergführer.<br />

Andenmatten ist der älteste noch lebende<br />

Olympiasieger der Schweiz. 1948 gewann er in<br />

St. Moritz Gold in der Militärpatrouille (heute<br />

Biathlon). Im Jahr darauf kamen der Weltmeistertitel<br />

dazu und vier Medaillen als Schweizer<br />

Meister in der Staffel. Als Bergführer hatte er<br />

am liebsten die Engländer, «die waren nicht<br />

verwöhnt». 1951 gründete er in Saas-Fee eine<br />

Skischule. Er weiss auch genau noch die Zeit,<br />

die er als Sieger der ersten Gletscherabfahrt<br />

Allalinhorn–Saas-Fee hatte: «8,07 Minuten.»


Jeannette Perrier, 101<br />

Erst seit acht Monaten lebt die 101-Jährige im<br />

Altersheim St-François in Sion. «<strong>Das</strong> Leben<br />

hat sich ganz schön verändert, seit ich Kind<br />

war», sagt sie schmunzelnd. Und sie erzählt,<br />

dass die Toilette in ihrem Geburtshaus zwischen<br />

Fels und Haus gelegen habe. Damals<br />

gabs noch mehr Schnee, und die Gletscher<br />

seien fast bis ins Tal gekommen. Sie versuche<br />

nicht mehr, die Welt zu verstehen. Aber der<br />

Winter sei heute einiges angenehmer als<br />

früher. «Schon nur wegen der Toiletten.»<br />

«Bergführer<br />

war ein toller<br />

Beruf. Man<br />

verdiente<br />

60 Franken pro<br />

Viertausender»<br />

65


PIONIERE<br />

Martha Schmid, 81<br />

Lehrerin, Posthalterin und die erste Dorfführerin<br />

– kaum jemand ist so verwurzelt in der<br />

Oberwalliser Gemeinde Ernen wie Martha<br />

Schmid. In der Fernsehsendung «Chumm und<br />

lueg» lehrte sie die Schweiz, wie man «Cholera»<br />

macht: Teig, Kartoffeln, Äpfel, Käse und<br />

Zwiebeln ergeben die typische <strong>Wallis</strong>er Spezialität,<br />

die ihren Namen von den Kohlen hat.<br />

Bereits als junge Frau lernte sie Skifahren<br />

und Schwimmen, später frönte sie dem Langlaufen<br />

mit ihrem Mann. Sie freut sich auf den<br />

ersten Schnee, denn: «Weihnacht ohne<br />

Schnee geht gar nicht.»<br />

«Bis in die<br />

50er-Jahre<br />

mussten wir<br />

Frauen mit<br />

Röcken<br />

Ski fahren»<br />

66


Denis Bertholet, 86<br />

Er ist der Pionier des Tiefschneefahrens: Während<br />

alle anderen Skilehrer mit ihren Schülern<br />

auf der Piste waren, führte Denis Bertholet die<br />

Touristen in steile Hänge und enge Couloirs.<br />

Als Beruf hatte er Fotograf gelernt, seine Eltern<br />

wollten, dass er was «Richtiges» lernt. Seinen<br />

Traum, Bergführer und Skilehrer zu werden,<br />

erfüllte er sich später. Die Verbindung beider<br />

Berufe führte ihn auf Berge der ganzen Welt<br />

und brachte ihm Foto- und Filmpreise ein. Seine<br />

letzte Tiefschneeabfahrt machte er an den Hängen<br />

der Rosablanche. Als seine Beine das Bergsteigen<br />

nicht mehr erlaubten, ist er von Verbier<br />

nach Orsières gezogen. Von hier aus betreut er<br />

seine Stiftung für eine Schule in Nepal.


PIONIERE<br />

Pierre Chapatte, 99<br />

Mit vollem Namen heisst er Arsène Louis<br />

Pierre, und geboren wurde er im Jura. Von<br />

Berufes wegen kam er ins <strong>Wallis</strong> – und ist<br />

geblieben. Sein Arbeitsplatz war der Flugplatz<br />

Sion, wo er als Mechaniker arbeitete. «Ach, das<br />

<strong>Wallis</strong>! Die Menschen sind herzlich, das Wetter<br />

schön, die Landschaft atemberaubend. Und<br />

dann noch der Fendant …!» Noch heute dankt<br />

der Aktivdienstler Gott, dass die Schweiz vom<br />

Krieg verschont geblieben ist. Und er bedankt<br />

sich täglich für jeden Tag, den er erleben darf.<br />

Er sei nicht pressiert «abzutreten», viel lieber<br />

erzählt er von seinen ersten Skis und den schönen<br />

Tagen auf der Langlaufloipe.


Otto Burgener, 86<br />

Die Leder-Bergschuhe, die er als Schuhmacher<br />

anfertigte, sind legendär: In dritter Generation<br />

betrieb Otto Burgener das gleichnamige<br />

Schuhgeschäft in Zermatt. Seine grosse<br />

Leidenschaft ist aber seit Kindesbeinen an die<br />

Musik: Beim bekannten Akkordeonspieler<br />

Bobby Zaugg lernte er das Handorgelspiel,<br />

«im Winter spielte er immer auf der Riffelalp<br />

und ich stieg zu Fuss rauf und fuhr mit<br />

den Ski wieder runter». Über 350 Stücke hat<br />

er komponiert, als Bläser und Dirigent<br />

geamtet. Über die Landesgrenzen hinaus<br />

bekannt wurde er mit seinem Glockenspiel.<br />

Julia Michelet, 90<br />

Mit dem Schlitten ist sie winters jeweils von<br />

ihrem Wohnort Basse-Nendaz zu ihrem<br />

Arbeitsort in den Ortsteil Aproz hinuntergeglitten.<br />

Bis sie als eine der ersten Frauen Auto<br />

fahren lernte. Ihr letztes Auto war übrigens<br />

ein BMW, der jetzt noch in der Garage steht.<br />

Sie hat jahrzehntelang den Laden in Aproz<br />

geführt, heute lebt sie im Altersheim in Basse-<br />

Nendaz. Den Winter heute findet sie schöner<br />

als früher: «Heute ist überall geheizt.» Als Julia<br />

Michelet vier war, starb ihre Mutter, ihr Ehemann<br />

ist 1965 verstorben. «Es war nicht immer<br />

einfach, aber ich hatte ein schönes Leben und<br />

möchte kein anderes.»<br />

69


1<br />

ORTE<br />

2<br />

70


O V RON N A Z<br />

Noch ein<br />

Geheimtipp<br />

Auf einer Sonnenterrasse gelegen, sticht<br />

der Unterwalliser Ferienort Ovronnaz mit zwei<br />

Trümpfen: seinen Thermalbädern samt modernem<br />

Wellnessbereich und dem attraktiven Skigebiet.<br />

Fotos: Sedrik Nemeth<br />

Foto HO<br />

3<br />

1 Der ehemalige Fussball-Profi<br />

Christophe Bonvin oberhalb seines<br />

Wohnorts Ovronnaz; im Hintergrund<br />

die Gipfel rund um den Grand<br />

Muveran. 2 Von den Thermalbädern<br />

bietet sich – über das Rhonetal hinweg<br />

– ein traumhafter Panoramablick<br />

auf die <strong>Wallis</strong>er Alpen. 3 Ein Zimmer<br />

im historischen Gebäude des Hotels<br />

Chalet de Kalbermatten.<br />

Traumhaft sei es, hier zu wohnen,<br />

sagt Christophe Bonvin und<br />

macht einen Freudensprung.<br />

«Schauen Sie, diese Berge!» Vorne, in der<br />

Ferne, das Panorama mit den majestätischen<br />

Gipfeln des Mont-Blanc-<br />

Massivs und der <strong>Wallis</strong>er Alpen: Matterhorn,<br />

Mont Fort, Grand Combin. «Und<br />

hier», Bonvin zeigt nach hinten, die<br />

Gipfel rund um den Grand Muveran.<br />

«Da bin ich mit meiner Familie regelmässig<br />

am Skifahren.» Dann gehts meist<br />

ins Thermalbad zum Entspannen. «Wir<br />

haben ja alles vor Ort!»<br />

Seit 21 Jahren lebt Christophe Bonvin<br />

hier in Ovronnaz, einem kleinen Ort auf<br />

einer Sonnenterrasse (Südlage, mildes<br />

Klima) hoch über dem Rhonetal, auf<br />

1350 Meter über Meer. Mit seiner Familie:<br />

Drei Kinder haben er und seine Frau<br />

Christine, die als Buchhändlerin in Martigny<br />

tätig ist. Aufgewachsen ist Christophe<br />

unten in Riddes, auf halber Strecke<br />

zwischen Sion und Martigny. Bekannt<br />

wurde der heute 50-Jährige als Fussballer.<br />

Zwischen 1987 und 1996 spielte er<br />

45 Mal für die Schweizer Fussballnati,<br />

schoss acht Tore. Bonvin war eine treue<br />

Seele – die meiste Zeit stürmte er für<br />

den FC Sion. 1997 beendete er seine<br />

Sportlerkarriere. Heute ist er Vizedirektor<br />

der Weinkellerei Bonvin 1858 in Sion;<br />

2014 erhielt die Firma die Auszeichnung<br />

«Schweizer Weingut des Jahres».<br />

30 Minuten habe er mit seinem Auto für<br />

einen Arbeitsweg, erzählt der Unterwalliser.<br />

Die Strasse von Leytron hoch nach<br />

Ovronnaz ist steil und eng, viele Kurven<br />

schlängeln sich durch die unzähligen<br />

Weinberge. Der <strong>Wallis</strong>er lacht. «Schnell<br />

fahren kann man hier hinauf nicht. Dafür<br />

geniesse ich auf dem Heimweg die schöne<br />

Gegend. Und komme total relaxt an.»<br />

Relaxen ist auch in Ovronnaz selber angesagt.<br />

Die Hauptattraktion des weitläufigen,<br />

familiären Bergdorfs mit seinen<br />

vielen heimeligen Holzchalets: das Thermalbad-Zentrum<br />

«Les Bains d’Ovronnaz»<br />

(www.bains-ovronnaz.ch). Es umfasst<br />

drei Bäder (eines indoor, zwei outdoor)<br />

mit Temperaturen von 32 bis 35 Grad,<br />

freitagabends mit Light & Sound (Soi-<br />

71


Fotos François Perrodin (2), HO<br />

ORTE<br />

rées Lounge, bis 22.30 Uhr). <strong>Das</strong> Thermalwasser<br />

entspringt der nahen Salentze-Schlucht.<br />

<strong>Das</strong> Wasser in den 1990 eröffneten<br />

Bädern ist reich an Sulfaten,<br />

Kalzium und Magnesium. Serge Beslin<br />

von der Geschäftsleitung: «Der hohe Mineralgehalt<br />

tut besonders Personen mit<br />

Bewegungsproblemen, Rheuma und<br />

Kreislaufkrankheiten gut.»<br />

Seit Dezember 2013 wird die grosszügig<br />

gestaltete Bäderlandschaft durch das<br />

Panoramic Alpine Spa ergänzt (Baukosten:<br />

10 Millionen Franken) – eine 1000<br />

Quadratmeter grosse, moderne Wellnesszone.<br />

Sie umfasst Sauna mit Wassermühle,<br />

Whirlpool, Hammam aus Carrara-Marmor,<br />

ein mit Licht- und Aromatherapie<br />

kombiniertes Dampfbad, Kneipp-<br />

Parcours, Fitnessraum. Der Ruheraum<br />

wird von schwachem, ultraviolettem<br />

Licht erhellt. Zu den Hausspezialitäten<br />

gehört die Hot-Stone-Massage mit dem<br />

seltenen Arganöl. Ästhetische Medizin<br />

rundet das Angebot ab.<br />

Doch Ovronnaz lockt auch mit einem attraktiven<br />

Skigebiet. Pisten aller Schwierigkeitsstufen<br />

stehen zur Verfügung: für<br />

Anfänger genauso wie für Fans von Buckelhängen<br />

und schwarzen Pisten. <strong>Das</strong><br />

Gebiet hat einen sehr alpinen Charakter.<br />

So gibts auch sichere Pisten zwischen<br />

Felsen und durch Wälder. Dazu:<br />

vier Ski- und drei Sessellifte (darunter einen<br />

Baby-Lift, www.teleovronnaz.ch),<br />

zwei Ski- und Snowboardschulen. Für<br />

die Kinder gibts Snowpark, Skicrosspiste<br />

und Bigairbag. Hoch gehts bis Tsantonnaire<br />

auf 2500 Meter über Meer. Von<br />

dort bietet sich ein überwältigendes Panorama<br />

auf 30 Viertausender. Verpflegen<br />

kann man sich im Restaurant Jorasse<br />

und in den Buvettes «Petit-Pré» und<br />

«Tsantonnaire». Auf deren Terrassen<br />

gibts feine <strong>Wallis</strong>er Spezialitäten und<br />

eine schöne Aussicht (von Liegestühlen<br />

aus). <strong>Das</strong> «Jorasse» ist auch für Fussgänger<br />

erreichbar, per Sessellift. Der Clou:<br />

In der Kombitageskarte (Familienrabatt!)<br />

sind sowohl die Skibetriebe wie auch der<br />

Thermalbadeintritt inbegriffen (einzigartig<br />

im Unterwallis). Kinder unter sechs<br />

Jahren zahlen für beides nichts. Zur Talstation<br />

Jorasse gelangt man mit dem kostenlosen<br />

Shuttlebus. Für andere Outdooraktivitäten<br />

gibts Langlaufloipen<br />

(22 km), präparierte Winterwanderwege<br />

und Schneeschuhrundstrecken.<br />

Wo übernachten? Ovronnaz bietet diverse<br />

Mietwohnungen und vier Mittelklassehotels:<br />

«L’Ardève», «Chalet de Kalbermatten»<br />

(unter Denkmalschutz), «Le<br />

Petit Muveran» und das «Les Bains<br />

d’Ovronnaz» (unter anderem mit Wohnungen<br />

für bis zu sechs Personen; auf<br />

Wunsch Hotelservice). Von den Hotelzimmern<br />

gehts über geheizte Gänge ins<br />

Bad. In der Wintersaison 2014/15 verzeichnete<br />

man 70 000 Übernachtungen.<br />

Auch verhungern müsse man nicht, sagt<br />

Christophe Bonvin und lacht. «Wir haben<br />

diverse Restaurants und Bars, auch<br />

fürs Après-Ski.» Raffinierte Küche findet<br />

man im Restaurant des Hotels L’Ardève<br />

– und die Brasserie ist bekannt für Fondue<br />

und andere Käsespezialitäten. Der<br />

Keller ist reich bestückt mit vorzüglichen<br />

einheimischen Weinen. Bonvin kommt<br />

ins Schwärmen: «Was gibts Schöneres,<br />

als mit einem Glas Johannisberger dazusitzen<br />

und in unsere wunderschönen<br />

<strong>Wallis</strong>er Alpen zu schauen?»<br />

Reportage in Zusammenarbeit mit Thermalp<br />

und den Bergbahnen von Ovronnaz.<br />

Der Clou:<br />

Mit der Kombitageskarte<br />

gehts nicht nur<br />

auf die Skipisten,<br />

sondern<br />

auch ins<br />

Thermalbad<br />

Diesen Winter ist was los!<br />

Vertical Night Rasante Skiabfahrt unter<br />

Sternenhimmel<br />

Lucky Luke in the Dark Kulinarische<br />

Wanderung. En Guete!<br />

The Big Kahuna Kicker Demonstration von<br />

Ski- und Snowboard-Freestylern<br />

Dies und das Durch den Winter gibts<br />

wöchentlich diverse Animationsprogramme<br />

72


1 2<br />

3 4<br />

5<br />

1 Skicross-Plausch für die Jüngsten.<br />

2 <strong>Das</strong> Skigebiet bietet Pisten für jeden<br />

Geschmack. 3 Auf Tsantonnaire<br />

gibts eine grandiose Aussicht in<br />

die <strong>Wallis</strong>er Alpen. 4 Im Panoramic<br />

Alpine Spa lässt sich wunderbar<br />

entspannen und neue Kräfte tanken.<br />

5 Auch wohltuende Massagen<br />

gehören zum Angebot im Spa.<br />

73


WINTER-<br />

SPECIALS<br />

Der Winter im <strong>Wallis</strong> ist eine lebendige<br />

Erlebniswelt für Wintersport.<br />

Profitieren Sie von attraktiven Angeboten.<br />

ANGEBOTE<br />

Foto Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion<br />

Blick von der Fiescheralp ins Tal.<br />

<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> hat die höchstgelegenen<br />

Skigebiete und garantiert<br />

Schneesicherheit.<br />

74


75


WALLISER<br />

WINTERZAUBER<br />

www.wallis.ch/winterzauber<br />

ANGEBOTE<br />

Tief verschneite Wälder, ein atemberaubendes<br />

Bergpanorama<br />

und eine maximale Vielfalt an Wintersportmöglichkeiten:<br />

Willkommen<br />

in der schönsten Zeit des Jahres.<br />

Im <strong>Wallis</strong>er Winterzauber werden<br />

Sie von einem farbenprächtigen<br />

Sonnenaufgang geweckt.<br />

Und schon lockt Sie der tiefblaue<br />

Himmel hinaus an die frische Luft.<br />

Ob auf den Pisten, einer Schneeschuhwanderung<br />

oder im dampfenden<br />

Thermalbad – Sie werden den<br />

Winter im <strong>Wallis</strong> lieben. Wer von<br />

so vielen Aktivitäten Hunger kriegt,<br />

darf sich auf regionale Spezialitäten<br />

auf einer sonnigen Terrasse an<br />

der frischen Bergluft oder in wohliger<br />

Wärme eines Chalets freuen.<br />

Buchen Sie die folgenden Angebote<br />

unter:<br />

www.wallis.ch/winterzauber<br />

Aktivitäten<br />

View Point Ticket Aletsch und das<br />

perfekte 360-Grad-Panorama –<br />

Aletsch Arena – Eggishorn, Fiesch-<br />

Fiescheralp<br />

Den Grossen Aletschgletscher in seiner<br />

ganzen Länge und imposanten Grösse bestaunen,<br />

ist vom View Point auf dem Eggishorn<br />

möglich. Bei einer Drehung um die<br />

eigene Achse lassen sich unter anderem<br />

die majestätischen Viertausender Mönch,<br />

Eiger, Jungfrau und Matterhorn bestaunen.<br />

Gültigkeit:vom05.12.<strong>2015</strong>bis09.04.2016<br />

Preis: ab CHF 22.– pro Person<br />

Lounge Abend – Ovronnaz<br />

Jeweils am Freitagabend verwandeln<br />

sich die Thermalbäder in drei verschiedene<br />

Atmosphären, die durch Lichtspiele,<br />

Kerzen und Musik in Szene gesetzt<br />

werden. Ebenfalls werden Sie im Panoramic<br />

Alpine Spa mit einem Glas Prosecco<br />

verwöhnt.<br />

Gültigkeit:vom08.12.<strong>2015</strong>bis09.04.2016<br />

Preis: ab CHF 21.– pro Person<br />

Cocooning im Herzen der Natur –<br />

Ovronnaz<br />

In den Thermalbädern und dem Panoramic<br />

Alpine Spa erleben Sie einen Moment<br />

für sich selbst. Verwöhnt werden<br />

Sie mit einem Tagesteller und einer Körperpflege,<br />

die mit verschiedenen Methoden<br />

durchgeführt wird. Zudem haben<br />

Sie Zugang zu den Bädern, dem Spa und<br />

dem Fitnessbereich.<br />

Gültigkeit: vom 18.12.<strong>2015</strong> bis 09.04.2016<br />

Preis: ab CHF 134.– pro Person<br />

Ski- und Badespass für ein Maximum<br />

an Vergnügen – Ovronnaz<br />

Nichts erscheint angenehmer, als sich<br />

nach einem intensiven Skitag in der beruhigenden<br />

Wärme der Thermalbäder<br />

zu entspannen. Der Panoramic Alpine<br />

Spa bietet zudem auf 1000 Quadratmetern<br />

spezifische Erholungsangebote mit<br />

Saunen, Dampfbädern und Whirlpools.<br />

Gültigkeit: vom 26.12.<strong>2015</strong> bis 03.04.2016<br />

Preis: ab CHF 57.– pro Person<br />

Aqua Allalin, Wellness auf höchstem<br />

Niveau – Saas-Fee<br />

Modernste Technik und hochwertige, natürliche<br />

Materialien sind im Wellnessund<br />

Fitnesstempel Aqua Allalin auf wundervoll<br />

alpine Weise kombiniert. Wer das<br />

Aqua Allalin betritt, erholt sich mit Blick<br />

auf das spektakuläre Bergpanorama, das<br />

sich einem vom Whirlpool aus eröffnet.<br />

Gültigkeit: Winter <strong>2015</strong>/2016<br />

Preis: ab CHF 12.– pro Person<br />

76


1<br />

Pauschalangebote<br />

2<br />

Fotos Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion<br />

Winterliche Magie – Ovronnaz<br />

In den Thermalbädern von Ovronnaz<br />

lassen Sie sich in eine Wellnessoase entführen.<br />

<strong>Das</strong> wohltuende und heilende<br />

Wasser der Bäder enthält wertvolle Mineralstoffe,<br />

die Entspannung und Wohlbefinden<br />

schenken. Ausserdem bietet<br />

das Thermalbad Zutritt sowohl zum neu<br />

eröffneten Panoramic Alpine Spa als<br />

auch zum Fitness. Im Anschluss geniessen<br />

Sie eine traditionelle Massage und<br />

gewinnen so Ihre innere Energie zurück.<br />

Package/Pauschal: 1 Übernachtung mit<br />

Frühstück im Doppelzimmer im Hotelkomplex<br />

«Les Bains d’Ovronnaz », freier<br />

Eintritt in die Thermalbäder, in den Panoramic<br />

Alpine Spa und ins Fitness, traditionelle<br />

Massage von 25 Minuten.<br />

Gültigkeit: Winter <strong>2015</strong>/2016<br />

Preis: ab CHF 209.50 pro Person<br />

Erholung in den Alpen –<br />

Mayens-de-Chamoson<br />

Nur drei Kilometer vom Thermalzentrum<br />

von Ovronnaz entfernt ist die Hostellerie<br />

de l’Ardève eine Oase des Friedens in den<br />

Alpen und liegt an idealer Lage für Ferientage<br />

nahe der Natur. Optimal erholen Sie<br />

sich in den warmen und stillen Thermalbädern.<br />

Erlangen Sie durch eine Hydromassage<br />

und eine traditionelle Massage tiefe<br />

Ruhe und innere Heiterkeit.<br />

Package/Pauschal: 1 Übernachtung mit<br />

Halbpension im Doppelzimmer in der Hostellerie<br />

de l’Ardève, freier Eintritt in die<br />

Thermalbäder und Hydromassage und<br />

traditionelle Massage von 25 Minuten.<br />

Gültigkeit: Winter <strong>2015</strong>/2016<br />

Preis: ab CHF 257.– pro Person<br />

Alpine Energiequelle – Leukerbad<br />

Schnee- und Badespass lassen sich im<br />

Winter perfekt kombinieren. Nach einem<br />

aktiven Tag auf den Pisten geniessen Sie<br />

entspannende Momente in den Thermalbädern<br />

von Leukerbad. Inmitten einer<br />

imposanten Bergwelt sammeln Sie im<br />

natürlichen Thermalwasser Kräfte und<br />

lassen sich im Wellnessbereich mit einer<br />

Massage verwöhnen. Für weitere sportliche<br />

Aktivitäten – von Curling über<br />

Tennis bis zu Fitness – steht Ihnen die<br />

Sportarena zur Verfügung.<br />

Package/Pauschal: 2 bis 3 Übernachtungen<br />

mit Frühstück (im Hotel Ihrer Wahl),<br />

2 Tage Schnee- und Badespass für freie<br />

Fahrt mit den Bergbahnen (inklusive Skipass)<br />

und freien Eintritt in die Thermalbäder,<br />

1 Leukerbad-Massage, freie Fahrt<br />

mit dem Ortsbus und Benutzung der Anlagen<br />

der Sportarena mit der Leukerbad<br />

Card Plus.<br />

Gültigkeit: Winter <strong>2015</strong>/2016<br />

Preis: ab CHF 321.– pro Person<br />

3<br />

1 Abfahrt in<br />

Ovronnaz bei Petit-Pré.<br />

2 Neuschneetraum auf der Fiescheralp<br />

in der Aletsch Arena.<br />

3 Den Winter im warmen Wasser<br />

geniessen in Leukerbad.<br />

77


FREIHEITSGEFÜHLE<br />

MITTEN IN DER NATUR<br />

www.wallis.ch/freiheitsgefuehl<br />

ANGEBOTE<br />

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn sich<br />

Ihr Blick in der Weite verliert, Sie<br />

die Bergstille in sich aufnehmen und<br />

Ihre Gedanken verfliegen? Dieses<br />

unbezahlbare Gefühl von Freiheit<br />

erleben Sie im <strong>Wallis</strong> inmitten von<br />

45 Viertausendern. Beim Besteigen<br />

oder Befahren der tief verschneiten<br />

Gipfel rückt das Tal in die Ferne,<br />

genauso wie Ihr Alltag – bis er<br />

schliesslich ganz weg ist. Beinahe<br />

unendliche Möglichkeiten, von<br />

Schneeschuhwanderungen bis<br />

Gleitschirmfliegen oder Skitouren,<br />

machen das <strong>Wallis</strong> zum perfekten<br />

Abenteuerspielplatz mit Suchtpotenzial<br />

nach Freiheitsgefühlen.<br />

Buchen Sie die folgenden Angebote<br />

unter:<br />

www.wallis.ch/freiheitsgefuehl<br />

Aktivitäten<br />

Auf leisen Sohlen durch den Winter –<br />

Aletsch Arena – Riederalp, Bettmeralp,<br />

Fiesch-Fiescheralp<br />

<strong>Das</strong> Schneeschuhlaufen durch die tief<br />

verschneite Landschaft fühlt sich nahezu<br />

schwerelos an und bringt Bewegung an<br />

der frischen Luft. Auf 14 Kilometer Schneeschuhtrails<br />

geniessen Sie in der Aletsch<br />

Arena Stille und einen atemberaubenden<br />

Panoramablick.<br />

Gültigkeit: vom 05.12.<strong>2015</strong> bis 09.04.2016<br />

Preis: ab CHF 19.20 pro Person (Bergbahn-Einzelfahrt)<br />

Sanftes Abenteuer in der<br />

verschneiten Schlucht – Saas-Fee<br />

Zwischen Schnee und Eiszapfen, bizarren<br />

Felsen und Himmel führt ein Klettersteig<br />

in die tief verschneite Schlucht<br />

zwischen Saas-Fee und Saas-Grund.<br />

Rasante Seilbahnen, Pendelquergänge,<br />

Leitern und imposante Nepalhängebrücken<br />

tragen – unter Begleitung eines<br />

Bergführers – zum Abenteuer bei.<br />

Gültigkeit: vom 01.01.<strong>2015</strong> bis 31.05.2016<br />

Preis: ab CHF 80.– pro Person<br />

3<br />

78


1<br />

Pauschalangebote<br />

2<br />

Foto Pascal Gertschen, Ilfe Bekker, Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion<br />

Der Traum vom Fliegen – Aletsch<br />

Arena – Riederalp, Bettmeralp,<br />

Fiesch-Fiescheralp<br />

Die Aletsch Arena bietet ein besonderes<br />

Erlebnis: Skifahren oder Snowboarden<br />

im Gebiet eines Unesco-Welterbes.<br />

Durch ihre intakte Natur und einzigartige<br />

Schönheit imponiert die authentische<br />

Hochgebirgslandschaft. Gut gesichert<br />

haben Sie aber auch die Möglichkeit, wie<br />

ein Adler über der Aletsch Arena zu kreisen.<br />

Sich schwerelos von der Thermik<br />

über den grössten Gletscher der Alpen<br />

tragen zu lassen, ist wohl eine der befreiendsten<br />

Erfahrungen.<br />

Package/Pauschal: 3 Übernachtungen mit<br />

Frühstück im Doppelzimmer (im Hotel<br />

Ihrer Wahl), 3 Tage Skipass Aletsch Arena<br />

(ohne Zubringerbahn), Gleitschirm-<br />

Tandemflug auf der Fiescheralp zum Preis<br />

von CHF 99.– (Normalpreis: CHF 130.–).<br />

Gültigkeit: vom 12.12. bis 19.12.<strong>2015</strong>, vom<br />

09.01. bis 30.01.2016, vom 05.03. bis<br />

19.03.2016<br />

Preis: ab CHF 355.– pro Person in Riederalp,<br />

ab CHF 355.– pro Person in Bettmeralp,<br />

ab CHF 343.– pro Person in<br />

Fiesch<br />

Weisse Wochen – Aletsch Arena –<br />

Riederalp, Bettmeralp, Fiesch-<br />

Fiescheralp<br />

Während einer Woche dreht sich in der<br />

traumhaft winterweissen Landschaft des<br />

Unesco-Welterbes alles ums Skifahren<br />

oder Snowboarden. Damit Sie die Pisten<br />

wie ein Profi hinunterfahren können,<br />

gibt es Ski- oder Snowboardunterricht vor<br />

Ort. Gut gesichert haben Sie aber auch<br />

die Möglichkeit, wie ein Adler über der<br />

Aletsch Arena zu kreisen. Sich schwerelos<br />

von der Thermik über den grössten Gletscher<br />

der Alpen tragen zu lassen, ist wohl<br />

eine der befreiendsten Erfahrungen.<br />

Package/Pauschal: 7 Übernachtungen<br />

mit Halbpension (im Hotel Ihrer Wahl),<br />

7 Tage Skipass Aletsch Arena (ohne Zubringerbahn),<br />

6 Tage Skiunterricht oder<br />

5 Tage Snowboardunterricht, Gleitschirm-Tandemflug<br />

auf der Fiescheralp<br />

zum Preis von CHF 99.– (Normalpreis<br />

CHF 130.–), diverse Zusatzleistungen der<br />

einzelnen Destinationen.<br />

Gültigkeit: vom 09.01. bis 30.01.2016, vom<br />

12.03. bis 19.03.2016<br />

Preis: ab CHF 900.– pro Person in Riederalp,<br />

ab CHF 1038.– pro Person in Bettmeralp,<br />

ab CHF 972.– pro Person in Fiesch<br />

1 Ein Gleitschirmflieger<br />

startet vom Eggishorn<br />

in der Aletsch Arena.<br />

2 Tourenfahrer auf der Haute Route<br />

zwischen Chamonix und Zermatt, entlang<br />

der gesamten <strong>Wallis</strong>er Alpen.<br />

3 Schneeschuhtrekking durch<br />

verschneite Wälder.<br />

79


FAMILIENSPASS<br />

IM SCHNEE<br />

www.wallis.ch/familienspass<br />

ANGEBOTE<br />

Winterferien mit der Familie sind<br />

Aktivferien. Schneeballschlachten,<br />

Schneeengel machen und Iglu<br />

bauen gehören genauso zum Programm<br />

wie die heisse Schoggi nach<br />

einem Tag draussen an der frischen<br />

Bergluft. <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> ist ein einziger,<br />

grosser Naturspielplatz mit einer<br />

unendlichen Vielfalt an Aktivitäten<br />

für die ganze Familie. Erfreuen Sie<br />

sich an Angeboten und Infrastrukturen,<br />

die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten<br />

sind. Skischulen, Animations-<br />

und Betreuungsprogramme<br />

sowie Bergausflüge, die für bleibende<br />

Erinnerungen sorgen, lassen<br />

Sie die sonnenverwöhnteste Winterregion<br />

der Schweiz neu entdecken.<br />

Buchen Sie die folgenden Angebote<br />

unter:<br />

www.wallis.ch/familienspass<br />

Aktivitäten<br />

Winterwanderpass Aletsch+ Aletsch<br />

Arena – Riederalp, Bettmeralp, Fiesch-<br />

Fiescheralp<br />

Winterwandern ist die wohl ruhevollste<br />

Art, die winterliche Traumkulisse der<br />

Aletsch Arena zu entdecken. Gewärmt<br />

von der <strong>Wallis</strong>er Sonne und begleitet von<br />

funkelnden Schneekristallen werden Sie<br />

mit einem Panoramablick auf die <strong>Wallis</strong>er<br />

Viertausender und den Aletschgletscher<br />

belohnt.<br />

Gültigkeit:vom05.12.<strong>2015</strong>bis09.04.2016<br />

Preis: ab CHF 25.– pro Person<br />

Nostalgie pur: Saas-Fee feiert<br />

den Wintertourismus von früher.<br />

Pauschalangebote<br />

Nostalgischer Januar – Saas-Fee<br />

Im Januar herrscht in Saas-Fee eine nostalgische<br />

Stimmung. Durch eine Zeitreise<br />

ins Jahr 1849, wo man noch auf Holzbrettern<br />

die Hänge hinunterfuhr, erleben Sie<br />

winterlichen Spass auf den Spuren von<br />

Pfarrer Josef Imseng, dem Tourismuspionier<br />

der Schweiz, und dies mit nostalgischen<br />

Preisen und Pauschalen wie vor<br />

30 Jahren. Während Ihrem Aufenthalt erblicken<br />

Sie unter anderem den Viertausender<br />

Allalinhorn, anerkannt als beliebter<br />

Hausberg von Saas-Fee.<br />

Package/Pauschal: 2 bis 7 Übernachtungen<br />

mit Frühstück (im Hotel Ihrer Wahl),<br />

Skipass analog Anzahl Übernachtungen,<br />

Keycard im Wert von CHF 5.–, Bürgerpass.<br />

Gültigkeit: vom 08.01. bis 22.01.2016<br />

Preis: ab CHF 225.– pro Person<br />

Was gibt es Schöneres als<br />

eine Schneeballschlacht?<br />

80


SO NAH!<br />

Näher als man denkt: Die <strong>Wallis</strong>er Berge und der Schnee sind von einem<br />

Grossteil der Schweiz aus in nur wenig mehr als drei Stunden erreichbar.<br />

Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn durch<br />

den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am Lötschberg.<br />

Wer auf Genuss setzt, nimmt den «Lötschberger» der BLS und fährt über<br />

die «alte», landschaftlich spektakuläre Strecke.<br />

Ovronnaz<br />

Zürich 3:45 h 3:12 h<br />

Bern 2:40 h 1:58 h<br />

Luzern 3:47 h 3:02 h<br />

Basel 3:48 h 2:59 h<br />

Genf 2:44 h 2:07 h<br />

Lausanne 2:02 h 1:28 h<br />

Neuchâtel 2:54 h 2:12 h<br />

Crans-<br />

Montana<br />

Zürich 3:10 h 3:17 h<br />

Bern 2:05 h 2:04 h<br />

Luzern 3:12 h 3:08 h<br />

Basel 3:13 h 3:05 h<br />

Genf 2:39 h 2:14 h<br />

Lausanne 1:51 h 1:34 h<br />

Neuchâtel 2:38 h 2:18 h<br />

Leukerbad<br />

Zürich 3:05 h 3:32 h<br />

Bern 2:00 h 2:19 h<br />

Luzern 3:07 h 3:07 h<br />

Basel 3:08 h 3:19 h<br />

Genf 3:04 h 2:20 h<br />

Lausanne 2:22 h 1:41 h<br />

Neuchâtel 3:06 h 2:25 h<br />

Riederalp<br />

Champéry<br />

Zürich 3:47 h 2:40 h<br />

Bern 2:45 h 1:28 h<br />

Luzern 4:23 h 2:33 h<br />

Basel 3:48 h 2:28 h<br />

Genf 2:16 h 1:35 h<br />

Lausanne 1:34 h 0:57 h<br />

Neuchâtel 2:45 h 1:33 h<br />

Zürich 2:48 h 2:39 h<br />

Bern 1:41 h 2:18 h<br />

Luzern 2:50 h 2:23 h<br />

Basel 2:51 h 3:19 h<br />

Genf 3:08 h 2:40 h<br />

Lausanne 2:29 h 2:00 h<br />

Neuchâtel 2:49 h 2:44 h<br />

Infografik Laura Bendixen, Simona Guarino<br />

Fotos Pascal Gertschen, Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion<br />

Verbier<br />

Zürich 3:33 h 3:17 h<br />

Bern 2:31 h 2:04 h<br />

Luzern 4:05 h 3:07 h<br />

Basel 3:34 h 3:04 h<br />

Genf 2:32 h 2:13 h<br />

Lausanne 1:44 h 1:34 h<br />

Neuchâtel 2:31 h 2:17 h<br />

Zermatt<br />

Zürich 3:11 h 3:45 h<br />

Bern 2:06 h 2:32 h<br />

Luzern 3:13 h 3:15 h<br />

Basel 3:14 h 3:32 h<br />

Genf 3:40 h 2:54 h<br />

Lausanne 2:52 h 2:14 h<br />

Neuchâtel 3:12 h 2:58 h<br />

Saas-Fee<br />

Zürich 3:02 h 3:45 h<br />

Bern 2:03 h 2:32 h<br />

Luzern 3:04 h 3:16 h<br />

Basel 3:05 h 3:29 h<br />

Genf 3:31 h 2:54 h<br />

Lausanne 2:43 h 2:14 h<br />

Neuchâtel 3:03 h 2:58 h<br />

81


Kultur, Sport & Brauchtum<br />

Im <strong>Wallis</strong> ist immer etwas los. Eine Übersicht über<br />

die vielfältigen Veranstaltungen und Events.<br />

www.wallis.ch/event<br />

AGENDA<br />

Dezember<br />

Fondation Pierre Gianadda –<br />

Ausstellung von Zao Wou-Ki<br />

4. 12. <strong>2015</strong> bis 12. 6. 2016, Martigny.<br />

Spezialbillette der SBB nach Martigny.<br />

www.gianadda.ch<br />

Die Märkte der Genüsse und<br />

Handwerker<br />

4. bis 6. 12., Martigny. Die Messe<br />

der AOP-IGP-Produkte.<br />

www.saveursetartisans.ch<br />

Polaris – Electronic Music Festival<br />

11. bis 12.12., Verbier. DJs zwischen<br />

14 und 22 Uhr, Clubs am Abend.<br />

www.polarisfestival.ch<br />

Weihnachts- und Silvesterkonzert –<br />

Musikdorf Ernen<br />

25. und 30. Dezember, Ernen. Die<br />

schönste Kulisse für ein Konzert.<br />

www.musikdorf.ch<br />

Januar<br />

Traditionelle Fasnacht<br />

6. 1. bis 9. 2.2016, Evolène.<br />

Fell- und Strohfiguren mit Masken.<br />

www.carnaval-evolene.ch<br />

Belalp Hexenwoche mit Volksabfahrt<br />

9. bis 16.1.2016, Blatten/Belalp<br />

Die verrückteste Abfahrt der Schweiz!<br />

www.belalphexe.ch<br />

Famigros Ski Day<br />

10.1.2016, Morgins. Ein Skitag für<br />

die ganze Familie.<br />

www.morgins.ch<br />

Ballet «Giselle»<br />

20.1.2016, Monthey. <strong>Das</strong> Yacobson<br />

Ballet aus St. Petersburg.<br />

www.crochetan.ch<br />

Ice Climbing Worldcup<br />

22. bis 23. 1. 2016, Saas-Fee.<br />

Eisklettermeisterschaften im Parkhaus.<br />

www.saas-fee.ch<br />

Februar<br />

Grosser Tschäggättu-Umzug<br />

4. Februar 2016, Lötschental.<br />

Der urtümliche Fasnachtsumzug.<br />

www.loetschental.ch<br />

AUDI FIS Skiweltcup (Damen)<br />

13. bis 14.2.2016, Crans-Montana.<br />

Abfahrt und Kombination.<br />

www. skicm-cransmontana.ch<br />

44. Internationaler Gommerlauf,<br />

Langlauf<br />

27. bis 28.2.2016, Obergoms.<br />

Halbmarathon und Marathon.<br />

www.gommerlauf.ch<br />

März<br />

Ringkuhkampf im Schnee<br />

5.3.2016, Leukerbad. Eringer Rinder<br />

kämpfen um den Sieg.<br />

www.leukerbad.ch<br />

Récital de piano mit Béatrice Berrut<br />

6. März 2016, Sion. Die renommierte<br />

<strong>Wallis</strong>er Pianistin in der Heimat.<br />

www.theatredevalere.ch<br />

Glacier Bike Downhill<br />

12.3.2016, Saas-Fee. Adrenalin pur bei<br />

den Downhill-Mountainbikern.<br />

www.saas-fee.ch<br />

Ensemble Cabaret 21 mit<br />

Franziska Heinzen<br />

20. 3. 2016, St-Maurice. Werke<br />

von Bernstein, Weill und Strauss.<br />

www.theatredumartolet.ch<br />

Saas-Fee Filmfest<br />

30. 3. bis 3. 4. 2016, Saas-Fee.<br />

Innovatives Kino aus der Schweiz.<br />

www.sfff.ch<br />

Tanzspektakel «Inferno –<br />

von der Hölle ins Paradies»<br />

30. bis 31. 3. 2016, Visp.<br />

Akrobatisches Lufttanzspektakel.<br />

www.lapostevisp.ch<br />

April<br />

Swatch Xtreme Verbier<br />

2. bis 3. 4. 2016, Verbier.<br />

Mutprobe in Schnee und Fels.<br />

www.verbier.ch<br />

8. Zermatt Unplugged<br />

5. bis 9. 4. 2016, Zermatt.<br />

Hochstehende Musik in grosser Höhe.<br />

www.zermatt-unplugged.ch<br />

Caprices Festival<br />

7. bis 10. 4. 2016, Crans-Montana.<br />

Elektronische und urbane Musik.<br />

www.caprices.ch<br />

Patrouille des Glaciers<br />

19. bis 23. 4. 2016, Zermatt/Arolla/<br />

Verbier. Spektakuläre Skitour.<br />

www.pdg.ch<br />

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