Wallis. Das Magazin. – Sommer 2016

valais

AUSGABE 3 13. MAI 2016

WALLIS

INS HERZ GEMEISSELT

Stauseen: Die Batterien der Schweiz Steve

Morabito der Walliser Bergfloh Die besten

Weine und ihre Schöpfer Die Architekten

Bonnard und Wœffray Sommer-Specials


EDDY PELFINI.CH

Diese Spezialausgabe 2016,

kreiert vom Walliser Grafiker Eddy Pelfini,

setzt für das Wallis symbolträchtige

sportliche Aktivitäten in Szene.

Das Design der PET-Flasche

«Valais naturelle» mit dem Relief des

Matterhorns erzählt die Geschichte

der Herkunft des Wassers.

www.valaiswater.com


Ein Sommer voller

Möglichkeiten

Was genau macht den Zauber des Wallis aus, der sogar

Dichter wie Rainer Maria Rilke in seinen Bann zog? Ist es die

einzigartige Natur mit den imposanten Bergen, der mediterranen

Talebene und dem milden Klima? Sind es die exzellenten

Weine, Fleischprodukte und die Käse- und Obstsorten?

Oder sind es die Walliser selbst, diese charakterstarken,

leidenschaftlichen und zugleich liebenswürdigen Typen?

Vielleicht liegt der Zauber in der einzigartigen Vielfalt des

Kantons. Dank seinen unzähligen Facetten beschenkt das

Wallis jeden Einzelnen mit einem ganz persönlichen magischen

Moment. Wir sind stolz, Ihnen den Zauber des Walliser

Sommers in diesem Magazin vorzustellen. Tauchen Sie ein in

die faszinierende Welt der Winzer von der Ernte bis zur

Degustation. Entdecken Sie einmalige Kraftorte für Körper

und Seele. Erleben Sie bereits jetzt, wie es sich für die Fahrer

der Tour de France anfühlen muss, wenn sie das Etappenziel

bei der imposanten Emosson-Staumauer auf 2000 Metern

Höhe erreichen und wie es der Tourdirektor umschreibt «in

einem Universum à la James Bond ankommen».

Das Wallis ist nicht nur ein Paradies für Velofahrer und

Mountainbiker, sondern auch für Familien. Denn hier liegen

die fami lienfreundlichsten Destinationen der Schweiz. Lassen

Sie sich verzaubern von der einzigartigen Vielfalt des Walliser

Sommers. Und entdecken Sie für sich das Geheimnis des

«Landes, das irgendwo zwischen Himmel und Erde liegt».

«… ein Land, das irgendwo

zwischen Himmel und

Erde hängt.»

Rainer Maria Rilke

(18751926) über

das Wallis. Rilke ist in

Raron beerdigt.

EDITO

Titel Stausee Salanfe fotografiert von David Carlier

Damian Constantin, Direktor Valais⁄Wallis Promotion

«Wallis» erscheint als Beilage der Schweizer

Illustrierten am 13. Mai 2016

Redaktion | «Wallis», Schweizer Illustrierte,

Dufourstrasse 23, 8008 Zürich,

Tel. 044 259 63 63, info@schweizer-illustrierte.ch

Leitung Wallis / Leiter Zeitschriften |

Urs Heller Chefredaktor | Stefan Regez

impressum

Redaktionsleitung | Monique Ryser

Bildchefin | Nicole Spiess Textchef |

Jan Morgenthaler Layout / Produktion |

Anka Wessely Mitarbeiter dieser

Ausgabe | Eva Maschek, Alejandro Velert

Bildredaktion | Martin Müller, Fabienne

Hubler Designkonzept | Beling

3

Thoenen Design Korrektorat | Irène Müller Bildbearbeitung

| Ringier Redaktions-Services Leitung

Vermarktung | Arne Bergmann Marketing | Verena

Baumann Anzeigen-Service | Esther Burger Trittibach

Verlag | Ringier Axel Springer Schweiz AG,

8008 Zürich Produktionsleiter | Michael Passen

Druck | Swissprinters AG, 4800 Zofingen


62 50

Die Winzer

François und Patrick

Schmaltzried haben

einen der «Etoiles

du Valais» gewonnen.

Nationalrätin

Viola Amherd im

Naturpark Binntal,

ihrem Kraftort.

INHALT

16

72

Der Veloprofi Steve

Morabito freut sich

auf den Halt der

grossen Radtouren

im Wallis.

Die Alphörner von

Gérald Pot sind

weltweit begehrt.

Vor allem von

Berufsspielern.

6

STERNE

Das Wappen des Wallis hat 13 Sterne.

Hier stehen sie für 13 ausser gewöhnliche

Menschen, Orte, Produkte.

12

ULTIMATIVERHÄRTETEST

Von Zermatt nach Verbier in sechs

Tagen. Auf dem Mountainbike.

Das ist das Perskindol Swiss Epic.

16

STEVEMORABITO

Der Walliser Radprofi ist ein begnadeter

Kletterer. Kein Wunder, sein

Revier ist das Wallis mit seinen Bergen.

22

WASSERKRAFT

Staumauern sind Monumente

der Baukunst und prägen die Natur.

Die eindrücklichen Bilder.

34

HELENGÜDEL

Ihre Kinderbücher werden sogar

auf Chinesisch übersetzt, und ihre

Bilder hängen im Museum.

36

SVENFURRER

Der Walliser Sven Furrer und seine

Familie öffnen das Fotoalbum

ihrer Ferien auf der Bettmeralp.

40

FAMILIEN-ANGEBOTE

Das Wallis ist die Familien-Destination

Nummer eins: die besten Angebote für

abenteuerliche Ferien.

44

VISIONEN

Das Architektenpaar Geneviève

Bonnard und Denis Wœffray arbeitet

und baut in perfekter Symbiose.

50

VIOLAAMHERD

Der Naturpark Binntal ist ihr

Kraftort. Deshalb engagiert sich die

National rätin für die Region.

4


03

Inhalt

22 44

Gewaltig schön: Das

Wallis ist mit seinen

Stauseen der

Wasserkraft-Kanton

der Schweiz.

Die Architekten

Geneviève Bonnard

und Denis Wœffray

wünschen sich eine

Vision fürs Wallis.

Fotos Robert Hofer, Sedrik Nemeth (3), Olivier Maire, David Carlier

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OVRONNAZ

«Rando-Bain» heisst das Festival

im Thermalort: Wandern und Baden

eine einmalige Kombination.

62

WINZER

Acht Sterne für die acht besten

Weine des Wallis. Das sind die Winzer,

und so beschreiben sie ihren Wein.

68

WEINBERGE

Die Weinberge erwandern ist der

beste Weg, den Wein kennenzulernen.

Die schönsten Routen.

72

ALPHORN

Gérald Pot baut in minutiöser

Kleinarbeit Alphörner, die Musiker

aus aller Welt kaufen.

75

DIEKLANG-PERFEKTIONISTEN

Die Lautsprecherboxen von Stenheim

in Vétroz sind weltweit begehrt.

Und aus Aluminium.

76

SOMMER-SPECIALS

Die besten Angebote für einen

genussvollen Sommer im Kanton

mit den 300 Sonnentagen.

DIEFOTOGRAFEN

Für dieses «Wallis»-Magazin

haben fotografiert:

Sedrik Nemeth

David Carlier

Robert Hofer, Olivier Maire,

Stefan Meyer, Christian Pfammatter,

Kurt Reichenbach, Nicolas Sedlatchek

5


STERNE

Das Beste aus dem Wallis

Wo Wallis draufsteht, ist Wallis drin: Die beste Qualität ist

mit dem Label «Marke Wallis» geschützt.

Spezialitäten | Symbolisch und gesellig

der traditionelle Walliser Teller kombiniert

die Vielfalt der Walliser Naturprodukte.

Neu können Gastronomiebetriebe und

Verkäufer mit dem Label «Marke Wallis»

auch öffentlich zeigen, dass bei ihnen

nur authentische Produkte auf die Teller

kommen. «Marke Wallis» steht für die

Walliser Herkunft der Produkte und garantiert

dem Kunden ein Qualitätsprodukt.

Die Produkte der «Marke Wallis»

erfüllen ein striktes Pflichtenheft und

stammen von Unternehmen, die für die

Achtung der Umwelt und der Sozialethik

besorgt sind. Walliser Spezialitäten mit

einer AOP (Appellation d’Origine) oder

IGP (Indication Géographique Protégée)

sind traditionelle Spezialitäten, die eine

6

starke Verbindung zur Ursprungsregion

haben. Mit acht Produkten zählt das

Wallis ein Viertel aller Schweizer AOP/

IGP-Produkte. Es sind unter anderem:

Walliser Trockenfleisch IGP, Walliser

Rohschinken IGP, Walliser Trockenspeck

IGP, Walliser Raclette AOP, Walliser

Roggenbrot AOP, Walliser Trockenwurst.

www.wallis.ch/marke


Der Walliser

Apfel

Fotos Sedrik Nemeth, Stefan Meyer, Pays St-Bernard

Schlafsäle, Küche, Essräume für

150 Mann in der Festung Champex.

Reise in die

Vergangenheit

Champex | Bis 1999 war sie als geheim

klassifiziert: die Festung von Champex.

Sie wurde während des Zweiten Weltkriegs

(von Oktober 1941 bis Dezember

1942) in die Südflanke des Berges

Catogne hineingebaut und diente der

Sicherung des Übergangs am Grossen

Sankt Bernhard. Später wurde sie nochmals

verstärkt und erneuert, um auch im

Fall eines Atomschlags benutzt werden

zu können. Diese unterirdische Behausung

mit insgesamt 600 Metern Galerien

hätte ein komplett autarkes Leben ermöglicht.

Die heute öffentlich zugängliche

Festung erlaubt einen Einblick in die

damaligen Ideen, wie die Schweiz hätte

verteidigt werden sollen: Zu sehen sind

unter anderem zwei Batterien mit 10,5-

und 7,5-Zentimeter-Kanonen, eine Kommunikationszentrale,

eine Kaserne für

150 Männer, eine eigene Quelle und zwei

Maschinensäle, welche die kleine, versteckte

Behausung am Laufen gehalten

hätte. Die Führung durch dieses Labyrinth

der Gänge, das rund eine Stunde

von Martigny entfernt liegt, dauert eine

Stunde. Die genauen Zeiten sind auf der

Website vermerkt. www.champex.ch

Martigny | Neuer Name, neue Produkte,

neuer Auftritt: Das Unternehmen Les

Fruits de Martigny SA heisst neu Iris und

liefert in die ganze Schweiz. Die Firma

wurde 2001 von fünf Früchte- und Gemüseproduzenten

und Händlern der Region

Martigny gegründet und ist einer

der wichtigsten Player in Produktion und

Vertrieb von einheimischen Früchten und

Gemüsen. Bekanntestes Produkt von Iris

sind die Äpfel der Sorte Antarès, die an

Hunderten von Bäumen im Wallis wachsen.

Iris hat die Lizenz dieser Sorte und

vertreibt die Äpfel über Grossverteiler

und den Detailhandel in der ganzen

Schweiz. Antarès-Äpfel gibt es auch als

Saft und neu als Apfelmus fürs Frühstücks

brot die gesunde Konkurrenz

zu Schoggiaufstrich. Zudem bietet die

Online-Boutique unter anderem Nektar

aus Aprikosen, Birnen und Erdbeeren

an. Die Lieferung erfolgt innert eines

Tages per Post. www.iris.swiss

Neu gibts

einen

Brotaufstrich

aus Antarès-

Äpfeln

Pianist Olivier Cavé

überzeugt weltweit.

Grosser Ruhm

für Pianist

Klassik | Jetzt gehört er zu den ganz

Grossen: Der Walliser Pianist Olivier Cavé

ist die Nummer eins auf der «Forbes»-

Liste der zehn besten Klassik-Alben 2015.

Mit seiner Einspielung «Chiaro e scuro»

mit Stücken von Joseph Haydn und Domenico

Scarlatti hat er die Kritiker überzeugt.

Olivier Cavés Musik «geht direkt

in die Seele, rührt zu Tränen, animiert

zum Tanzen vor Freude, um gleich noch

eine Pirouette hinzulegen», schreibt der

Musikkritiker Jens F. Laurson. Die Verbindung

von Haydn und Scarlatti sei eine

geniale Idee gewesen, rühmt der Kritiker.

Olivier Cavé, 38, begann sein Klavierstudium

am Konservatorium Sitten und setzte

es am Konservatorium Lausanne fort,

wo er sein Diplom als Pianist mit Auszeichnung

erhielt. Sein erstes Konzert

gab er 1991, begleitet von der Camerata

Lysy unter der Leitung von Yehudi Menuhin.

Das erste Album des Schweizers mit

neapolitanischen Wurzeln war den Sonaten

von Domenico Scarlatti gewidmet.

Joseph Haydn, Domenico Scarlatti:

«Chiaro e scuro», Piano-Sonaten, Olivier

Cavé (piano), Aeon.

www.olivier-cave.com

7


Hausen wie

die Vögel

STERNE

Nax | Das Projekt heisst «Nester von

Hérens», und damit gemeint sind Baumhäuser,

die Vogelnestern nachempfunden

sind. Diesen Sommer sollen die

ersten drei Baumhäuser in Nax, oberhalb

von Sion und am Eingang des pittoresken

Val d’Héréns bezugsbereit sein.

Neun Jahre lang dauerte die Planung

dieser originellen Beherbergungsmöglichkeiten:

Nicht nur bautechnische Fragen

waren zu klären, es musste auch eine

Ausnahmebewilligung von den bestehenden

Bestimmungen des Waldgesetzes

eingeholt werden. Die Idee wurde 2006

von Ber trand Bitz lanciert, dem Tourismusdirektor

von St-Maurice. Die komfortablen

Häuschen sollen rund drei bis

sechs Meter über dem Boden in den

Baum eingebaut werden und verfügen

über Wasser, Bett, Toilette, Kitchenette,

Holzschnitzelofen und eine kleine Aussenterrasse.

Es werden weder Schrauben

noch Nägel in den Baum getrieben. Am

Morgen wird den Gästen ein Korb mit

regionalen Lebensmitteln an den Baum

gebracht, den sie mit einem Flaschenzug

nach oben befördern können.

www.mont-noble-tourisme.ch

Die Hütten

in den Bäumen

sind drei bis

sechs Meter ab

Boden

Auf dem Weg

der Seelen

Fabienne Mathier zeigt mit dem Film «Winna»

das mythische und mystische Wallis.

Film | «Winna Weg der Seelen» ist ein

Film über ein Stück ursprüngliches und

mysteriöses Wallis. Über Sagen und Mythen

zum Thema Seelenwanderungen

und über Menschen, die Verstorbenen

begegnet sind. Der Film von Fabienne

Mathier ist ein Zeitdokument, das alten

Traditionen nachspürt und Sagenerzähler

und Sagensammler zu Wort kommen

lässt. Regisseurin Fabienne Mathier

stammt aus Salgesch und ist studierte

Psychologin und Psychotherapeutin.

Seit 2011 ist sie in Zürich als Regisseurin

und Produzentin tätig. Der Film wird im

Open-Air-Kino in Finnu bei Eggerberg

am 30. Juli 2016 um 17 Uhr in Anwesenheit

der Regisseurin aufgeführt.

www.winna.ch

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Internationale

Ausstrahlung

Fotos ZVG, Nicolas Sedlatchek

Hautschmeichler: Schon Kleopatra

schwor auf Eselsmilch.

Da sagt

die Haut: Iah

Martigny | Papst Franziskus trinkt sie

noch heute, die Milch von Eseln. Seine

Mutter hatte ihm, wie er erzählte, als

Kind oft Eselsmilch gereicht so wie das

bereits viel früher üblich war. In Paris

stand im 19. Jahrhundert neben dem

Kinderkrankenhaus ein Stall mit Eseln,

deren Milch den Neugeborenen als Muttermilchersatz

gegeben wurde. Nicht zum

Trinken, aber zum Pflegen der Haut sind

die Produkte von Câlinesse, einer Produktelinie

der Laboratorien von Newcos

in Martigny und der Lausanner Firma

Eurolactis, die mit Eselsmilch handelt.

Angereichert mit Kräutern wie Kamille,

Edelweiss oder Verbena, Bienenwachs

und wertvollen pflanzlichen Ölen, pflegen

die Produkte selbst sehr empfindliche

Haut. Produkte für Babys, Gesichtsund

Körpercremes, aber auch eine Seife

und natürlich ein Badezusatz bilden

das Angebot. Die Produkte sind ökozertifiziert.

Das gilt vor allem auch für die

Milch, bekommen die Esel doch nur Biofood

zu essen. Erhältlich sind Câlinesse-

Cremes und -Seifen in ausgewählten

Spas und bald in Amavita-Apotheken.

www.calinesse.com

Leukerbad und Ernen | Die beiden Walliser

Dörfer Leukerbad und Ernen haben

Grosses geschaffen: Beide organisieren

Festivals von internationaler Bedeutung.

In Ernen startet ab 1. Juli 2016 bis Ende

August der Musiksommer mit Kammermusik,

Klavierrezitalen, Orgel- und Barockmusik.

Zudem locken im Juli eine

Biografiewerkstatt und das Schreibseminar

mit Donna Leon. Im August startet

der Pianist Da Sol Kim das Projekt Ludwig

van Beethoven: Er will in dieser und

der nächsten Saison alle 32 Klaviersonaten

spielen!

Und in Leukerbad wird vom 1. bis 3. Juli

2016 das 21. Internationale Literaturfestival

ausgetragen. Aus der Schweiz

nehmen unter anderen Monique Schwitter,

Lukas Bärfuss und Pedro Lenz teil.

Bereits am 30. Juni 2016 findet die literarische

Gemmi-Wanderung statt.

www.musikdorf.ch

www.literaturfestival.ch

Musiker und

Schriftsteller

von Weltruf

kommen jedes

Jahr ins Wallis

Innen topmodern, aussen ursprünglich:

die Anakolodge in Evolène.

Aus Alt wird

Neu vorbildlich

Evolène | Vier traditionelle Ställe und

Heuschober im typischen Walliser Stil

beleben den Weiler La Forclaz in der

Gemeinde Evolène. Es sind alte Gebäude,

die vom innovativen Walliser Architekten

Olivier Cheseaux im Val d’Hérens

vor dem Abbruch gerettet und hier wieder

aufgebaut wurden. Mit einem Unterschied:

Statt zur Lagerung von Heu oder

als Stall leben nun Feriengäste in den

über hundertjährigen Gebäuden mit

dem Komfort von heute. «Angefangen

hat alles mit einem Heuschober, den ich

unbedingt retten und einer neuen Funktion

zuführen wollte», so Cheseaux.

Dann kam die Abstimmung über die

Zweitwohnungsinitiative, und er sagte

sich: Ja, das ist die Lösung. Mit der Bewilligung

des Bundes, der Gemeinde

und von Helvetia Nostra konnte er weitere

dem Verfall geweihte Objekte kaufen,

zügeln und der Zukunft erhalten.

Der Architekt ist überzeugt: «Das ist der

neue, sanfte und nachhal tige Tourismus.»

Ab Juli sind die restlichen der vier Heuschober

fertig, alle benannt nach dem

Vornamen der ursprünglichen Besitzer.

www.anakolodge.ch

9


Prost aufs

Wasser

STERNE

Das selbst fahrende Postauto wird

in Sion getestet.

Zukunft ist

in Sion jetzt

Sion | PostAuto und die Stadt Sion testen

im Rahmen des Mobilitätslabors

Mobility Lab Sion Valais zwei autonome

Shuttles. Die zwei vom französischen

Unternehmen Navya entwickelten Fahrzeuge

werden zu 100 Prozent elektrisch

angetrieben. Die Shuttles können bis zu

neun Personen bei maximal 20 Kilometern

pro Stunde durch die Strassen des

Walliser Hauptorts fahren. Dabei sind sie

zwar immer von instruierten Personen

begleitet, verkehren aber vollautomatisiert

und verfügen weder über ein Lenkrad

noch über Brems- und Gaspedale.

Im Bedarfsfall steht jedoch ein Notfallknopf

zur Verfügung, um das Fahrzeug

anzuhalten. Dank modernsten Sensoren

können die Fahrzeuge tagsüber wie auch

nachts auf den Zentimeter genau fahren

und sämtliche Hindernisse und Signalisierungen

auf der Strasse erkennen. Im

Dezember hatten die Partner PostAuto

und Mobility Lab Sion Valais mit der ersten

Fahrt eine Weltpremiere hingelegt.

Nun wird auch «Smart City» getestet, mit

dem Busse dort hingelenkt werden, wo

die Passagiere sie brauchen.

www.mobilitylab.ch

Aproz | Das Wallis hat seine eigene

Flasche: Erstmals fürs Jubiläumsjahr

«200 Jahre Beitritt zur Eidgenossenschaft»

lanciert, kommt nun bereits die

zweite Edition der Walliser Spezialflasche

auf den Markt: Ein Edelweiss

ziert die Glasflasche mit Quellwasser

aus Aproz. Es ist ein ganz spezielles Edelweiss:

Seine Blätter sind stilisierte Bilder

von Sportarten, die das Wallis ausmachen

und für das es bekannt ist und

geliebt wird: Skifahren, Snowboarden,

Schlitteln, Gleitschirmfliegen, Golfen

und Biken. Gestalter der vieldeutigen

Bergblume ist Eddy Pelfini, Grafiker in

Sion. Die Migros als Betreiberin der

Aproz-Mineralquellen wird die Flasche

in verschiedenen Filialen zum Verkauf

anbieten. Wer will, kann sie auch über

die Website von Aproz bestellen.

www.aproz.ch

Stilisiertes Edelweiss auf der

Walliser Wasserflasche.

Am Weg der Minen sieht man

die ehemaligen Produktionsstätten.

Bergbau im

Wallis

Mont Chemin | In früheren Zeiten wurde

im Wallis Eisen, Blei, Fluor, Quarz und

Marmor abgebaut. Wichtigster Zweig

war das Eisen, das mit Unterbrüchen bereits

vor dem siebten Jahrhundert heraus

gearbeitet wurde. Letztmals gingen

Arbeiter im Zweiten Weltkrieg in den

Bau und förderten 54 000 Tonnen Eisen

zutage. Das Material wurde dann an

die Giesserei Von Roll in das Werk im

Jura geliefert. Da die Mine defizitär war,

stellte man den Betrieb 1943 definitiv

ein. Heute kann man auf dem Minenweg

oberhalb von Martigny die Geschichte

die ses Bergbaus nachvollziehen. Elf Infor

mationstafeln geben wertvolle Einblicke,

einige höhlenartige Eingänge kann

man besuchen gehen. Am besten nimmt

man den Bus ab Martigny nach Chemin

Dessus oder Col des Planches. Die Wanderung

durch den Wald dauert etwa

zwei Stunden. Dort ist der Weg gut

ausgeschil dert. Am 10. Juli findet eine

geo lo gisch-historische Führung von etwa

drei Stunden statt. Sie startet um 10 Uhr

am Col des Planches. Gruppen können

auf Anfrage einen Führer bestellen.

www.sentier-des-mines.ch

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Die Mätresse des Königs

Die Walliserin Noémie Schmidt ist auf dem Weg zu einer

ganz grossen Filmkarriere und spielt in «Versailles».

Fotos Sedrik Nemeth (2), HO

Film | Eigentlich hatte sie sich für einen

Film beworben, doch dann engagierte

man sie für die grösste, je in Frankreich

produzierte Fernsehserie «Versailles».

Dort spielt sie eine der Hauptrollen:

Hen riette, die Mätresse und Schwägerin

von König Louis XIV., der als Zeichen der

Grösse Frankreichs das Schloss Versailles

bauen lässt. Bereits wird die zweite

Staffel der auf Canal+ ausgestrahlten Serie

gedreht. Für die 24-jährige Noémie

Schmidt nurmehr ein weiterer Schritt in

ihrer erfolgreichen Karriere: Beim letzten

Filmpreis César war sie bereits als

europäi sche Nachwuchshoffnung nominiert,

und sie spielt im Film «Radin!»

neben Dany Boon mit. Im Wallis und in

ihrer Heimatstadt Sion ist sie deshalb

selten anzutreffen. Aber hier hat alles

angefangen, in der Schule, als sie mit

zwölf Jahren in einem Schulthea ter mitspielte.

«Ich fand es grossartig, jemand

anderes zu sein», meinte sie in einem

Interview mit der Zeitung «Le Nouvelliste».

Doch nie hätte sie gedacht, dass ihre

Karriere so schnell Fahrt aufnimmt.

versailles.canalplus.fr

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BIKE

G A N Z S C H Ö N

EPISCH

Das Perskindol Swiss Epic ist der ultimative

Härtetest für Biker. Für Profis wie für Hobbyfahrer.

Dafür erleben die Teilnehmenden

auf sechs Etappen von Zermatt nach Verbier

eine atemberaubende Landschaft.

Text: Alejandro Velert

Foto Andreas Dobslaff

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13

Spektakel am Abgrund. Am Swiss

Epic stehen Zweier-Teams am Start,

die auf 360 Kilometern 12 500 Höhenmeter

bewältigen müssen.


BIKE

Am Ziel fliessen die Tränen. Bei

einigen Teilnehmern vor Freude.

Bei manchen vor Anstrengung.

Bei den meisten wegen beiden. Denn

das Perskindol Swiss Epic ist in jeder

Beziehung ein Event der Superlative:

Das sechstätige Mountainbike-Etappenrennen

findet in einigen der besten Trailrevieren

der Welt, im Wallis, statt. Doch

wer die Etappenorte Zermatt, Leukerbad

und Verbier erreichen möchte, muss

sich episch anstrengen. 360 Kilometer

und 12 500 Höhenmeter sind bei der

dies jährigen Austragung zu bewältigen.

Wers lockerer mag, wählt die Flow-Variante.

Aber auch die ist mit 280 Kilometern

und 8000 Höhenmetern kein

Zuckerschlecken, dafür versprechen

über 15 000 Tiefenmeter auf spektakulären

Trails einen wahren Downhill-

Rausch. «Insgesamt haben wir die Anforderungen

reduziert, wir waren bei den

ersten beiden Austragungen am oberen

Limit», sagt Thomas Frischknecht, 46.

Der ehemalige Mountainbike-Welt meister

ist Mit-Initiator des Swiss Epic und

nimmt ebenfalls am Rennen teil. In diesem

Jahr bildet er zusammen mit Ralph

Näf, seinem ehemaligen Rennfahrer kollegen,

ein Team. «Anders als früher steht

nun der Spass im Vordergrund», sagt

«Frischi», wie ihn seine Fans nennen.

Über 200 Zweier-Teams nehmen das

Rennen in Angriff. Am Start stehen sowohl

Berufs- wie ambi tionierte Hobbyfahrer.

Die Amateure können sich eigentlich

glücklich schätzen, dass sie nichts

mit der Vergabe der 25 000 Franken

Preisgelder zu tun haben. Denn der

Streckenverlauf ist viel zu schön, um

möglichst schnell bewältigt zu werden:

Die Trails führen vorbei an schmucken

Weilern und urchigen Dörfern, an Rebbergen

und den typischen Walliser Bewässerungskanälen,

den Suonen. Und

wer seinen Blick auch mal zur Seite richtet,

erhält als Zugabe das Panorama der

majestätischen Alpengipfel. «Die Strecke

ist so konzipiert, dass Trails und Landschaft

immer wieder als Motivationsspritzen

dienen», sagt Frischknecht. Die

Etappenorte werden in diesem Jahr in

umgekehrter Reihenfolge befahren, es

geht von Zermatt quer durch das Wallis

nach Verbier. Dies ermöglicht eine neue

Streckenführung. «Das komplette Rennen

findet auf anderen Trails als in den

Vorjahren statt, die Möglichkeiten im

Wallis sind da praktisch unbegrenzt»,

sagt Frischknecht. Die Teilnehmer erfahren

den Streckenplan jeweils erst am

Vorabend, sodass niemand vorher auf

dem Parcours trainieren kann. «Nicht mal

ich weiss jeweils, wo es genau langgeht.»

Ob Profi oder Hobbyfahrer: Die Teilnehmer

erhalten während einer Woche

einen Rundum-Service, wie ihn kein

anderes Mountainbike-Rennen bietet.

Die Tränen im Ziel inbegriffen.

«Die Strecke ist

so konzipiert,

dass Trails und

Landschaft als

Motiva tionsspritzen

dienen »

0

„Die Möglichkeiten im

Wallis sind fast unbegrenzt“

Thomas Frischknecht,

Mit-Initiator Swiss Epic

Das dritte Perskindol Swiss Epic

findet vom 12. bis 17. September 2016

statt. Teilnehmen können Profis und

ambi tionierte Hobbyfahrer. Gefahren

wird in Zweier-Teams. Firmen oder

Vereine können sich einen Wochen startplatz

teilen. Kosten: 1475 Franken für

das Budget-Package, bis 3475 Franken

für das Heaven-Package.

Trainingscamps buchen oder weitere

Infos: www.swissepic.com

Fotos Alex Buschor, Geri Born

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Spektakulärer Start in Zermatt.

Nach dem Prolog am Fusse des

Matterhorns geht es auf den

fünf weiteren Etappen quer durchs

Wallis nach Verbier.


Steve Morabito ist einer der erfolgreichsten

Schweizer Radrennfahrer. Seine Heimat und sein

Trainingsgebiet ist das Wallis, besser gesagt die

kurvigen Bergstrassen mit ihren furchterregenden

Höhenunterschieden. Kein Wunder, wird der Edelhelfer

auch «Walliser Bergfloh» genannt. Dieses

Jahr freut er sich besonders darüber, dass die Tour

de France im Wallis haltmacht. Und: Er verrät seine

Lieblingsstrecken.

RAD

Der Walliser

Bergfloh

Text: Monique Ryser

Fotos: Sedrik Nemeth

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Wie in einer anderen Welt: Steve

Morabito bei Saint-Luc auf der

Strasse von Siders nach Chandolin.

Kahle Felswände wechseln sich ab

mit grünen Wiesen.


RAD

Chandolin, ganz hinten im Val

d’Anniviers, ist sein Rückzugsort.

In Zeiten ohne Rennen kommen

seine Frau Virginie und er in eine Ferienwohnung

am oberen Ende des Dorfes.

«Hier können wir ausspannen. Von der

Terrasse aus sehen wir bis zum Matterhorn

und geniessen die wunderbare

Landschaft», sagt der 33-jährige Radprofi.

Hier in Chandolin haben sie auch

ihre Hochzeit gefeiert, vor drei Jahren,

mit Freunden und Radstars aus aller

Welt. Seit zehn Jahren ist Steve Morabito

Profi. Begonnen hat er im Schweizer

Phonak-Team, heute ist er in der Mannschaft

von La Française des Jeux FDJ.

Zwischen 2010 und 2014 war er Mitglied

des Teams BMC Racing und dabei Edelhelfer

von Cadel Evans, dem Tour-de-

France-Sieger 2011. Einen Teil dieses

Erfolgs kann sich Steve Morabito auf die

Fahne schreiben: In den Bergetappen

der schwersten Tour der Welt war er es,

der das Team vorwärtszog und seinem

«Chef» zu Höchstleistungen verhalf.

In den letzten Jahren klassierte er sich

in der Tour de Suisse mehrfach unter

den ersten zehn und gewann 2006 die

Etappe in Leuk, in seinem Heimat -

kanton. «Das war für mich ein grossartiger

Moment, an den ich mich immer

noch erinnere all die Leute im Dorf, der

Jubel und die Freude, dass ich gerade

hier gewinnen konnte.»

Das Leben eines Radprofis ist hart. Und

das Training besteht aus Tausenden Kilometern,

die absolviert werden müssen.

So auch in den «Ferien»: Morabito holt

sein Tenue hervor, schultert das Velo

und macht sich bereit. Von Chandolin im

Höllentempo nach Siders hinunter, auf

der anderen Seite des Rhonetals nach

200 Kilometer

Auf und Ab

sind für Steve

Morabito ein

normales Training

zwischen

den Rennen

Crans-Montana rauf und das Ganze

wieder zurück, über 1400 Höhenmeter

allein zwischen Sierre und Chandolin.

Auch seine Frau Virginie ist passionierte

Velofahrerin, oft machen sie Touren zusammen.

Über Pässe, in versteckte Täler

und auch mal entlang der Rhone. Virginie

und er, das ist nicht nur die grosse Liebe,

sondern auch ein perfektes Team: Als

Physiotherapeutin sorgt sie dafür, dass

er sich gut erholt und eventuelle Zerrungen

und Verletzungen rasch verheilen

können. «Wenn möglich, gehe ich auch

mit ihm an Rennen. Bei den grossen wie

der Tour de France komme aber auch

ich nicht an ihn ran, dann reisen wir, die

Freunde von Steve, an den Strassenrand,

machen Raclette und jubeln ihm zu.»

Dieses Jahr ist das gleich mehrfach der

Fall: Sowohl die Tour de France als

auch die Tour de Suisse und die Tour

de Romandie haben einen Etappenhalt

im Wallis, und in Martigny findet die

Schweizer Meisterschaft statt. «Vor allem

der Etappenort der Tour de France

beim Staudamm Finhaut Emosson auf

1960 Metern wird spektakulär.» Virginie

wird viele Stunden vorher einen

Platz reservieren, um parat zu sein,

wenn Steve nach der Fahrt von Bern

über den Col des Mosses und den Col

de la Forclaz eintrifft. Bis dahin trainiert

Steve weiter, an Rennen und in den

Walliser Bergen.

Steve

Morabito mit seiner

Frau Virginie im Ferienchalet

in Chandolin. Virginie ist

Physiotherapeutin und muss ihn ab

und an «sehr motivieren», dass er nicht nur

auf dem Velo trainiert, sondern auch

seine Kräftigungsübungen absolviert.

«Zum Glück macht

sie das», meint Steve

lachend.

18


«Dank Steve komme ich gern

ins Wallis zum Trainieren»

Cadel Evans

Der Tour-de-France-Sieger Cadel

Evans kommt regelmässig zu Steve

Morabito ins Wallis, um gemeinsam zu

trainieren. «Mich faszinieren vor allem

die spektakulären Berge und das

an genehme Klima. Zwei sehr wichtige

Faktoren, um geniessen zu können»,

sagt der Australier. Selber ist er kein

Bergspezialist, liebt aber das Auf und

Ab trotzdem: «Einmal oben, geniesse

ich die Aussicht und freue mich auf

die Abfahrt», meint er schmunzelnd.

Wa l l i s e r

Etappenorte

Tour de Suisse

15. Juni: Brig-Glis

Schweizer Meisterschaft

22. bis 26. Juni: Martigny

Tour de France

20. Juli: BernFinhaut/Emosson

Cyclosportive des vins du Valais

1. August: Sion

D i e T i p p s

von Steve

Rhone-Route: Die Route führt von

Andermatt bis nach Genf. Im Wallis

erstreckt sich die Route von Oberwald

bis Le Bouveret und kann in mehreren

Tagesetappen bewältigt werden.

Mehrheitlich abwärts mit einigen Gegensteigungen.

Für gute Fahrer empfiehlt

der Radprofi den Sanetschpass und den

Aufstieg auf die Moosalp.

Fotos Keystone, Sedrik Nemeth

19


Wa l l i s V e lo To u r

740 Kilometer | 18 500 Höhenmeter,

25 Aufstiege, aufgeteilt in 10 Etappen:

Dies sind die Eckdaten der Wallis Velo Tour.

Die Vielfalt des Wallis auf einer einzigen

Rundfahrt gemäss Ihrem Tempo in 7 bis

14 Tagen geniessen.

www.wallis.ch/cycling

Auf und Ab in freier Natur:

Biken in Verbier macht Spass.

wie die

Postkutschen

Vallée du Trient | Die Tour durch das

Trient-Tal geht durch kleine Dörfer, inmitten

einer wildromantischen Natur. Fahren Sie

ab Vernayaz auf der «Postkutschen-Strasse»,

der ersten historischen Strassen verbindung

von Martigny nach Chamonix. Der Weg führt

unter anderem durch die Dörfer Salvan,

Les Marécottes, Finhaut, Trient zum Forclaz-

Pass. Zurück fährt man durch kleine Dörfer

und den Weinberg über Martigny mit seinem

Turm aus dem Mittelalter. Ein Teil der Strecke

führt über Frankreich: Identitätskarte mitnehmen!

Gesamtstrecke: 51 Kilometer.

www.valleedutrient-vallorcine.com

CYCLING

Foto Wallis/Valais Promotion

Trophäe der Staudämme

9 Monumente | Einfach spektakulär: die

Ankunft bei einem imposanten Staudamm.

Auf dieser Tour befinden sich gleich neun dieser

faszinierenden Bauwerke, die sich auf einer

Höhe von 1483 bis 2364 Meter befinden.

www.wallis.ch/cycling

ALpine Bike

Verbier | Die Route «Valais Alpine Bike» führt

von Verbier nach Nendaz. Auf den Spuren

des legendären Grand Raid fahren Sie den

Col de la-Croix-de-Cœur hoch und geniessen

eine fantastische Sicht. Auf dem Pass

können Sie auf der einen Seite das Rhonetal

und auf der anderen das Val de Bagnes

bewundern. Verbier ist mit seinen als «bike

friendly» ausge zeichneten Hotels und der

tollen Atmosphäre der ideale Ausgangsoder

Endpunkt für diese schöne Route.

Gültig: von Mai bis Oktober

(je nach Schneeverhältnissen)

www.verbier.ch

Mythische Alpenpässe

Pässe | Hier gehts hoch hinaus!

Aber der Aufstieg auf einen der zwanzig

Walliser Alpenpässe lohnt sich. Denn oben

angekommen, wartet ein unvergleichlicher

Panoramablick. Sieben Alpenpässe knacken

gar die 2000-Meter-Grenze.

www.wallis.ch/cycling

Das Walliser

Freiheitsgefühl

Ob gemütlich der Rhone entlang oder über Stock

und Stein das Veloland Wallis bietet allen etwas.

Sportlich | Das Wallis ist das perfekte

Abenteuerland: Eine Spielwiese an Höhenmetern,

bestens markierte Fahrradwege,

grandiose Passrouten oder abenteuerliche

Bergsträsschen laden zum

Bike- und Velogenuss ein. Egal ob hoch

oben in den Bergen oder unten im Tal

auf den abwechslungsreichen Strecken

kommen alle auf ihre Kosten, Genuss fahrer

genauso wie Rennvelofahrer, Mountainbiker

und Downhill-Spezialisten. Dank

öffentlichen Verkehrsmitteln sowie den

weit über hundert Berg bahnen stehen

den Mountainbikern und Velofahrern

unzählige Möglichkeiten offen, um ihre

20

Touren zu planen. Das Bike- und Veloland

Wallis ist weit über die Landesgrenzen

hinaus bekannt und zieht immer

wieder grosse Sportveranstaltungen

an, dieses Jahr gleich die Tour de

Suisse, die Tour de Romandie und die

Tour de France. Am 20. Juli 2016 führt

eine Etappe von Bern ins Unterwallis

nach Finhaut-Emosson zum Staudamm

auf beinahe 2000 Metern über Meer.

Spektakel ist garantiert! Und wer selber

mit dem Velo raufpedalen will, sollte

bald mit dem Training beginnen!

Zum Bike- und Veloangebot im Wallis:

www.wallis.ch/cycling


WO SIND DIE ZWEI SCHÖNSTEN

PLÄTZE IM WALLIS ?

IM WORLD CAR OF THE YEAR.

DER NEUE M{ZD{ mX-5

Bei Mazda machen wir die Dinge immer wieder neu, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Unsere Ingenieure haben die

neuste Generation unseres Kult-Roadsters Mazda MX-5 in allen Einzelteilen leichter gebaut, den Schwerpunkt tiefergelegt, die

perfekte Gewichtsverteilung von 50 : 50 erreicht, die Motorleistung optimiert. So viel Agilität und Dynamik, verpackt im atemberaubenden

Design «KODO Soul of Motion», hat auch die Jury der renommierten «World Car Awards» begeistert. Erleben Sie puren

Roadster- Fahrspass im nicht nur schönsten, sondern auch im besten Auto der Welt. Vielleicht auf einer Probefahrt durch das Wallis?

Mazda. Leidenschaftlich anders.

www.mx-5.ch

Abgebildetes Modell (inkl. zusätzlicher Ausstattungen): Neuer Mazda MX-5 Ambition SKYACTIV-G 131, Energieeffizienz-Kate gorie F,

Verbrauch gemischt 6,0 l/100 km, CO 2

-Emissionen 139 g/km (Durchschnitt aller verkauften Neuwagen: 139 g CO 2

/km).


PORTFOLIO

Mauvoisin

Zuhinterst im Val de Bagnes, auf

1975 Metern gelegen, ist sie mit 250 Metern

die grösste Bogenstaumauer Europas

und punkto Höhe die zweitgrösste Walliser

Talsperre. Volumen des Sees: 211,5 Millionen

Kubikmeter. Wurde in den 1950er-

Jahren gebaut.

22


WASSERKRAFT

Strom aus Wasser ist die wichtigste

einheimische Energiequelle.

Das Wallis liefert rund einen Drittel

davon. Staumauern sind archi tektonische

Meisterwerke, die Stauseen

die Batterien der Schweiz.

Fotos: David Carlier

23


PORTFOLIO

Grande Dixence

Die Staumauer der Rekorde:

mit 285 Metern die höchste Gewichtsstaumauer

der Welt. An der Mauersohle

stemmen sich 200 Meter Beton gegen

das Wasser, bis zur Krone verjüngt

sie sich auf 15 Meter. Die Mauer ist

200 Meter tief im Fels verankert und

bildet eine 700 Meter breite Talsperre.

24


25


PORTFOLIO

26


Emosson

Der See von Emosson bei Finhaut ist das

zweitgrösste Staubecken der Schweiz, die

Bogenstaumauer ist 180 Meter hoch und

liegt 1930 Meter über Meer. Der See

wird gespiesen vom dahinter liegenden

See Vieux Emosson, dessen Staumauer

zurzeit auf 76,5 Meter erhöht wird (höchste

Baustelle Europas). Von Martigny aus

führen vier Bahnen bis zur Staumauer.


PORTFOLIO

28


Salanfe

Auf 1925 Metern liegt die Staumauer

von Salanfe. Mit einer Höhe von 52 Metern

und einem Stauvolumen von 40 Millionen

Kubikmetern ist sie eine der kleineren des

Wallis. Dafür hats im See viele Fische,

jährlich werden 40 000 Jungfische ausgesetzt

und sie ist nur 23 Kilometer von

Martigny entfernt.

29


PORTFOLIO

Foto Christian Pfammatter

30


Mattmark

Der Bau des grössten Erdschüttdamms

der Schweiz ist mit einer Tragödie verbunden:

1965 kamen bei einem Abbruch

des dahinter liegenden Allalingletschers

88 Bauarbeiter ums Leben. Die Dammkrone

ist 780 Meter lang, und der See

kann 100 Millionen Kubikmeter Wasser

zurückhalten.

31


PORTFOLIO

Tseuzier

Am Fusse des Rawyl-Passes liegt der

Stausee Tseuzier, der von einer 256 Meter

hohen Bogenstaumauer gebildet wird.

Er fasst seit 1957 das Wasser der Lienne

und liegt auf 1777 Metern. Ganz in der

Nähe ist die Suone Sion, die Wasser für

die Landwirtschaft ins Tal leitet.

32


Die Batterien

der Schweiz

Text: Monique Ryser

Die Alpen sind mit ihren Gletschern

der Wasserspeicher der Schweiz.

Und dieses Wasser liefert auch

rund 60 Prozent der schweizerischen

Energieproduktion. Das Prinzip ist einfach:

Das hohe Gefälle in den Bergen

erlaubt es, das Wasser über Druckrohrleitungen

mit den im Tal liegenden Generatoren

zu verbinden. Zwar gibts Laufwasserkraftwerke

entlang des Rheins

und der Aare, aber der überwiegende

Teil der Stromproduktion kommt aus den

Bergen. Das Wallis ist dabei die Num mer

eins der Schweiz: Über vierzig Stauseen

bilden Reservoirs, die das Wasser speichern,

damit dann Strom produziert werden

kann, wenn man ihn braucht. Einige

davon sind Pumpspeicherwerke, das

Wasser wird abgelassen, wenn Strom

produziert werden soll, und wieder in

den See hinaufgepumpt in Zeiten, in denen

es Stromüberschuss gibt.

Das Wallis hat noch eine weitere Sonderstellung:

Hier sind nicht nur die meisten,

sondern auch die höchsten Staumauern.

Die Grande Dixence ist mit einer Mauerhöhe

von 285 Metern die höchste Gewichtsstaumauer

der Welt. Und in Finhaut,

oberhalb von Martigny, befindet

sich zurzeit die höchste Baustelle Europas,

wird doch die Staumauer des Sees

Vieux Emosson um 20 Meter erhöht, um

so die Leistung des neuen Kraftwerks

Nant de Drance besser nutzen zu können.

Die beiden Vertikal schächte, durch

die das Wasser in die Generatoren geleitet

wird, sind je 425 Meter hoch, also

100 Meter höher als der Eiffelturm mit

seinen 324 Metern.

Die meisten grossen Kraftwerke im Wallis

gehören Konsortien von verschiedenen

Stromproduzenten und beispielsweise

den SBB. Die kleineren gehören

oft Gemeinden, die damit den eigenen

Strombedarf decken. Insgesamt bildet

der Energiesektor einen der wichtigsten

Pfeiler der Walliser Volkswirtschaft.

Nicht nur erhalten die Gemeinden sogenannte

Wasserzinsen, sondern die

Industrie schafft auch Arbeitsplätze und

hilft den vor- und nachgelagerten Branchen.

«Darauf sind wir stolz», sagt Paul

Michellod, Direktor der Walliser Elektrizitätsgesellschaft

FMV. «Vor mehr als

hundert Jahren wurde der Grundstein

dafür gelegt, indem Firmen, Banken,

Ingenieure und Baufachleute ihre Expertisen

zusammenlegten und die ersten

dieser eindrücklichen Bauwerke

erstellten. Es war eine solidarische Leistung

der Schweiz, auf die auch das ganze

Land stolz sein darf.» Die jetzige Zeit

sei schwierig: Die Nachfrage sei wegen

der schwachen Konjunktur tief, die historisch

tiefen Öl- und Gaspreise verzerrten

den Wettbewerb ebenso wie die

Subventionierung der Wind- und Solarenergie

und die billigere Stromproduktion

mit Atom- und Kohlekraftwerken.

«Das ist tragisch», sagt Michellod, «denn

die Wasserkraft ist sauber, zuverlässig,

nachhaltig und einheimisch.» Michellod

weiss, dass auch die schwierigen Jahre

überstanden werden können: «Es kann

ja nicht sein, dass wir ausgerechnet die

saubere Wasserkraft opfern! Ich bin

überzeugt, dass wir eine solidarische und

nachhaltige Lösung finden.»

Wer Staudämme im Wallis entdecken

will, kann dies auf Spaziergängen und

Wanderungen tun. Viele Anlagen bieten

Führungen an. Wichtig: Den Anweisungen

der Betreiber ist immer Folge zu leisten,

auch wenn der Stausee noch so

friedlich dazuliegen scheint.

www.wallis.ch/staudamm

33

«Die Wasserkraft

ist sauber,

zuverlässig,

nachhaltig und

einheimisch »


KUNST

1

1 «Ich

male nur, was

ich sehe und erlebe.»

Helen Güdel mit einem

ihrer Bilder und einer Geiss

im Weiler Burgen ob Törbel. 2 Die

Künstlerin in ihrer Küche im Haus in Törbel.

3 Das Kinderbuch «Apollo, das

Maultier» gibts nun auch auf

Chinesisch. Nach Arabisch,

Koreanisch und vielen

gängigen Sprachen.

2

34


K I N D E R B U C H

Von Törbel

nach China

«Apollo, das Maultier» ist ein Kinderbuch aus

Törbel, das weltweit Erfolg feiert. Die Autorin

Helen Güdel weiss aber nicht nur, wie man Kinder

begeistert, sie ist auch eine international

anerkannte Malerin.

Text: Monique Ryser Fotos: Kurt Reichenbach

Foto HO

Törbel heisst das Dorf, aus dem

die Geschichte des Kinderbuches

«Apollo, das Maultier» stammt.

Die Anfahrt ist ein Abenteuer. Schmale

Strasse, enge Kurven und der Abgrund

ganz nah. Dann endlich einige Häuser,

schwarz gebranntes Holz auf Steinmauern,

wie angeklebt am Hang. Nichts

hier ist flach, entweder gehts runter oder

rauf. Die Strasse leer, die Sonne heiss,

der Ausblick grenzenlos weit. «Hier ist

man auf sich selbst zurückgeworfen.

Hier habe ich gelernt, was das Leben ist»,

sagt Helen Güdel, die vor fast 30 Jahren

von Zürich hierhin gezogen ist. «Damals

habe ich erkannt, dass es zum Leben

nicht mehr braucht als Tisch, Stuhl und

Bett.» Helen Güdel hat nichts von einer

Aussteigerin, im Gegenteil: Die Künstlerin,

deren Werke auch im Musée d’Art

NaÏf in Paris ausgestellt sind, steht mit

beiden Beinen auf dem Boden und fährt

auch ihren Fiat Panda wie eine Einheimische

durch die Kurven.

In ihren Kinderbüchern erzählt sie vom

Leben hier in «Terbil», wie die Walliser

3

sagen. Apollo, das Maultier, hat wirklich

existiert. «Das Maultier war mein erster

Freund hier oben. Apollo lehrte mich viel

über mich, das ich erkennen und verinnerlichen

musste, bevor ich es schaffte,

ihn zu führen!»

Helen Güdel illustriert und schreibt zwar

auch Kinderbücher, aber hauptsächlich

ist sie Kunstmalerin. Sie malt Tiere, Landschaften

und die Bewohner des Dorfes.

Seit sechs Jahren betreibt sie in Törbel

eine eigene Galerie. «Ich habe im zweiten

Jahr eine Künstlerin aus Schweden

ausgestellt. Aber dann waren die Leute

enttäuscht. Sie wollten meine Bilder sehen.»

Noch immer malt sie jeden Tag

«man muss sich ja das Leben verdienen»,

meint sie trocken. Güdel betreibt auch

das Hosennenmuseum, benannt nach

Bruno Hosennen. Er war der Grund, warum

Helen Güdel nach Törbel gezogen

ist. Der einfache Bergler, Säumer und Mineur

im Tunnelbau war auch ein leidenschaftlicher

Landwirt und Weinbauer.

Bruno kam, wie Apollo, in Helen Güdels

Kinderbüchern vor und die waren so

beliebt, dass Menschen aus der ganzen

Welt nach Törbel pilgerten, mit den

Kinderbüchern unterm Arm, und zu Bruno

zu Besuch kamen. Vor sechs Jahren

ist er gestorben. Nun befindet sich das

Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus.

Es zeigt, wie man früher gelebt

hat, welche Werkzeuge und Utensilien

in Gebrauch waren. Man fühlt sich zurückversetzt

in eine ferne Zeit. Inzwischen

81-jährig, hat die Künstlerin nichts

von ihrem Humor und ihrer offenen Art

eingebüsst. Dass sie nun auch in China

gelesen wird, freut sie. Ihre Söhne überbrächten

ihr jeweils solche Good News.

Die liest sie dann per iPad, versteht sich.

www.helenguedel.ch

35


S V E N F U R R E R U N D F A M I L I E

Langeweile?

Hier ein Fremdwort

Berge, Wasser, Spiel und Action. Sven Furrer und

seine Familie zeigen ihre schönsten Handyfotos

aus ihrem Ferienparadies.

Text: Eva Maschek Fotos: Familie Furrer

FAMILIEN

Was kümmert Sven Furrer sein

immer kleiner werdendes

Auto auf dem Parkplatz.

Hebt die Luftseilbahn an der Talstation

Betten Richtung Bettmeralp in der

Aletsch Arena ab, ist es für ihn während

der siebenminütigen Fahrt viel spannender,

einen Blick auf weidende Hirsche

zu erhaschen oder das auftauchende

Bergpanorma mit den schönsten Viertau

sendern der Schweiz zu bewundern.

Gern schweigend, in Gedanken versunken

und immer wieder auch staunend,

wie mit jedem der zu überwindenden

1200 Höhenmeter der Alltag ein

Stück weiter in die Ferne rückt und wie

erlösend er dies empfindet. Mit dem

18 Monate alten Töchterchen Lilou auf

dem Arm und umringt von den laut gestikulierenden

Söhnen Janis, 13, Lias, 11,

und Matis, 8, die ihre Beobachtungen

und Empfindungen ebenfalls mit ihrem

Papa teilen wollen, ist dies allerdings

eine kleine Herausforderung.

Ehefrau Eveline, 42, hat derweil andere

Sorgen. Sie kontrolliert, ob es auch

wirklich alle Velos und Gepäckstücke

in die Gondel geschafft haben. Alles

in Ordnung. «Öffnen sich auf der auf

2000 Metern über Meer gelegenen

Bergstation dann die Türen und schnuppern

wir die frische, gute Alpenluft, fühlen

wir uns endgültig angekommen und

sind im Ferienmodus», verrät Furrer.

Das autofreie 400-Seelen-Dorf Bettmeralp

im Herzen der Aletsch Arena auf

2000 Metern über Meer zwischen der

Riederalp und der Fiescheralp gelegen

ist die zweite Heimat des bekannten

Edelmais-Komikers und seiner Familie.

Hier besitzen sie eine wunderschöne

Wohnung und verbringen jeweils drei

Wochen im Winter und drei bis vier

Wochen im Sommer.

«Schon als Kind war ich jeweils im

Aletsch gebiet in den Ferien», erzählt der

ge bürtige Briger, der seit 25 Jahren in

der Üsserschwyz, sprich in der Deutschschweiz,

lebt. «Mit dem sonnigen Hochplateau

hoch über dem Rhonetal verbinden

mich unzählige Erinnerungen.

Und vielleicht spüre ich deshalb immer

3

1 Sven und Janis unterwegs auf dem

Unesco-Höhenweg. 2 Eringer Kühe

sind Svens Lieblingstiere: «Harter

Grind, weicher Kern so wie wir

Walliser auch sind.» 3 Ein Seilpark-

Besuch stärkt Muskeln und Nerven.

36


1

2

37


1

2

5

6

FAMILIEN

1 Matis mit Cousine Malena im

Kinder-Mitmachzirkus Marotte.

2 Sven und Lias fischen den Znacht.

3 Eveline und Matis am Sünnele.

4 Matis beim Wandern. 5 Lias

und Matis stauen im Bergbach das

Wasser. 6 Pedalo fahren mit Freunden

auf dem Bettmersee. 7 Tolle

Ferien, glückliche Kinder. Matis mit

Lilou, Lias (l.) und Janis im Sportzentrum

von Bettmeralp.

38


3

4

7

ein tiefes Gefühl der Geborgenheit, sobald

ich hier oben ankomme.»

Auch seine Familie hat auf diesem Fleck

Erde bereits Wurzeln geschlagen. «Das

Aletschgebiet ist für uns Rückzugsort,

Naturferienoase und Kinderparadies in

einem», schwärmt Eveline Furrer. «Von

der Jüngsten bis zum Ältesten kommen

alle auf ihre Rechnung.» Janis spielt gern

Golf auf dem Neun-Loch-Platz auf der

Riederalp, Lias fischt lieber am Bettmersee,

Matis möchte beim Kinder-Mitmachzirkus

Marotte üben, Eveline bevorzugt

ausgedehnte Spaziergänge mit Lilou im

Kinderwagen, Sven zieht es auf eine Wanderung.

In der Aletsch Arena lassen sich

all diese so unterschiedlichen Wünsche

der sechsköpfigen Familie ohne Probleme

an einem einzigen Ferientag erfüllen.

Furrer: «Auf kleinstem Gebiet bietet sich

eine unglaubliche Vielfalt an möglichen

Aktivitäten, die Kinder gefahrlos auch

alleine ausüben können.»

Doch vor allem sind bei den Furrers gemeinschaftliche

Unternehmungen an gesagt.

Zum Beispiel eine Wanderung durch

den Aletschwald, wo man den ältesten

Bäumen der Schweiz begegnet. Oder

der Besuch des Pro-Natura-Zen trums

in der Villa Cassel auf der Riederfurka,

in der schon Winston Churchill zur Sommerfrische

war. Genauso Spass machen

auch ein Picknick am Bergbach mit

Wasserstauen, eine Pedalo-Fahrt auf

dem Bettmersee, Wildbeobachtungen

mit dem Wildhüter, der Besuch des

Seilparks oder eine Mountainbiketour.

«Diesen Sommer haben wir Grosses

vor. Ich möchte mit meinen drei Jungs

und einem Bergführer eine Tour über

den Aletsch gletscher unternehmen»,

verrät Furrer. Wissenswertes über den

mit 23 Kilometern längsten Eisstrom der

Alpen haben die Kids schon in der multimedialen

Ausstellung «Eiswelt» auf dem

Bettmerhorn erfahren. Wie es zu gelungenen

Familienferien gehört, trübt

schlechtes Wetter das Vergnügen nicht.

Furrer: «Wir geniessen es dann, Spiele

zu machen und zu jassen. Langeweile

und schlechte Laune gibts in der Aletsch

Arena nie.»

39


Abenteuer in Sicht:

Kinder oberhalb des

Aletschgletschers in der

Aletsch Arena. Sie ist mit Bellwald,

Blatten-Belalp, Crans-Montana, Grächen-

St. Niklaus, Nendaz, Saas-Fee und Zermatt-Matterhorn

mit dem Label

«Family Destination»

ausgezeichnet.

FAMILIEN

Foto Wallis/Vaudois Promotion

40


FAMILIEN

Kinder sind

die Stars

Das Wallis, ein Ferienparadies für Familien.

Acht Destinationen haben das Label

«Family Destination» und bieten Kindern und

ihren Eltern Familienvergnügen aller Art.

Das Wallis ist ein einzigartiger

Natur spielplatz und eine Erholungsoase

für Familien. Frische

Alpenluft, Spiel und Spass draussen in

der Natur, aktive Erholung und purer Genuss

das Wallis überrascht mit einem

breiten Angebot und familienfreundlichen

Infrastrukturen, die den Urlaub

zum Familienerlebnis machen. Im Sommer

wie im Winter. Egal ob Wanderplausch,

auf Entdeckungstour in der Natur

und bei Abenteuern in Freizeitparks

oder im Schnee: Im Wallis erleben Eltern

wie Kinder ihre Traumferien.

Wie die Umfrage von Schweiz Tourismus

aus dem Jahre 2013 (TMS ST 2013) zeigt,

ist das Wallis bei inländischen wie ausländischen

Familiengästen die Schweizer

Familiendestination Nummer 1. Besonders

familienfreundlich und mit dem Label

«Family Destination» ausgezeichnet

sind die acht Walliser Destinationen:

Aletsch Arena, Bellwald, Blatten-Belalp,

Crans-Montana, Grächen-St. Niklaus,

Nendaz, Saas-Fee und Zermatt. Sie alle

erfüllen die Qualitätskriterien des

Schweizer Tourismus-Verbands (STV) für

Ferienorte, die ihr Angebot in besonderem

Mass auf die Bedürfnisse der Zielgruppe

«Familie» ausrichten und ein

spezielles Augenmerk dabei auf die

Nachhaltigkeit ihrer Dienstleistungen

richten. Entdecken Sie die Highlights für

Familien im Wallis und die mit dem Label

«Family Destination» ausgezeichneten

Ferienorte!

41


K I N D E R-

PARADIES

Das Wallis ist die Familiendestination

Nummer 1. Das sind die Gründe.

1 Gute Verbindungen durchs

Rhonetal (Autobahn oder Zug);

kurze Transfers zu den Destinationen

in den Seitentälern.

1

2 Riesiger Naturspielplatz Viele

Aktivitäten sind kostenlos: Naturpfade

erkunden, Staudämme in

Bächen bauen, Entdecken der

Märchenwälder, Baden in Bergseen

und Grillieren von Würsten auf

einem Picknickplatz mit Feuerstelle.

Angebote

FAMILIEN

3 Ruhige Umgebung Verkehrsfreie

Bergstationen ermöglichen Kindern

ein sicheres Austoben und den

Eltern ein sorgloses Entspannen.

Einige Destinationen sind autofrei.

4 Entdecken mit Spass Dampflokomotiven,

Zahnradbahnen, Busse,

Seilbahnen und Gondeln sorgen

für ein einmaliges Erlebnis, zuverlässig

und minutiös aufeinander

abgestimmt.

5 Natur pur Reine Bergluft, reichlich

Sonnenschein sowie ausgewogene

und schmackhafte Walliser Küche.

6 Schweizer Qualität Professionelles

Personal zur Kinderbetreuung

gehört zu den Standards.

7 Einfaches Planen Artikel wie

Kinderwagen, -betten und Hochsitze

sowie Bücher und Spiele können

einfach gemietet oder ausgeliehen

werden. Familien reisen ohne überflüssiges

Gepäck!

8 Vielfältige Aktivitäten Rodelbahn,

Abenteuer- und Kletterparks,

Trottinett-Abfahrten und mehr.

9 Kulturelle Vielfalt Im Wallis

werden Traditionen zelebriert und

Mythen lebendig.

10 Vorteilspreise Animationsprogramme

in den Familiendestinationen

sind meist kostenlos

oder zumindest günstig.

Zauber des Grossen Aletschgletschers

Erleben Sie während Ihren Familienferien

in der Region Aletsch Arena den

Grossen Aletschgletscher hautnah. Von

zahlreichen Aussichtspunkten aus können

Sie den Gletscher in seiner ganzen

Pracht bewundern. Vergessen Sie nicht,

sich einen Glücksstein zu besorgen!

Schreiben Sie eine Nachricht auf den

Stein, und deponieren Sie ihn auf Ihrem

Weg. Für Nervenkitzel und Abenteuer für

die ganze Familie sorgen die schwindelerregende

Überquerung des Klettersteigs

Eggishorn und ein Gleitschirmflug

über den Gletscher.

Gültig: 11. 6. 2016 bis 23. 10. 2016

www.aletscharena.ch

Grächen: Erlebnis Suonen

Lassen Sie sich in Grächen vom Zauber

des Wassers verführen! Die Wasserleitun

gen, die in früheren Zeiten zur Bewässerung

der Wiesen erbaut wurden,

bieten unvergessliche Wanderungen für

Gross und Klein. Folgen Sie dem Wasser,

tauchen Sie ein in die faszinierende

Welt der Suonen Eggeri und Chilcheri,

und be wundern Sie dabei die herrliche

Berglandschaft von Grächen. Lassen Sie

die Ruhe des Grächnersees auf sich

wirken, bevor Sie ein Fussbad an einer

der berühmten «Genussinseln» entlang

der Suonen ausprobieren.

Gültig: 18. 6. 2016 bis 16. 10. 2016

Preis: gratis

www.graechen.ch

Nendaz: Schatzsuche entlang

der Suonen

Verpassen Sie während der Sommersaison

auf keinen Fall die Schatzsuche

entlang der Suonen! Ein spielerischer

Ausflug für Familien, die die Natur- und

Kulturvielfalt der Region entdecken

möchten: Im Sommer wie im Winter gilt

es, auf verschiedenen Routen in der

Umgebung von Nendaz einen Schatz zu

finden. Folgen Sie genussvoll dem Lauf

des Wassers auf einem leichten und

unterhaltsamen Spaziergang. Ein Heft,

das Sie vor Ort erhalten, führt die ganze

Familie durch das Abenteuer. Den

Schatz können Sie bei der Rückkehr im

Tourismusbüro von Nendaz abholen.

Package: Ein vor Ort erhältliches Heft,

Schatzsuche in der Umgebung von

Nendaz.

Gültig: bis 31. 10. 2016

Preis: gratis

www.nendaz.ch

42


2

Fotos Wallis/Vaudois Promotion

Familienspass im Saastal

Familienurlaub mit viel Spass in der Freien

Ferienrepublik Saas-Fee! Auch die

kleinen Gäste können im Saastal viel erleben.

Kindergerechte Animationsprogramme,

coole Kinderdiscos, Outdoor-

Aktivitäten, kreative Stunden und vieles

mehr sorgen für unbeschwerten Ferienspass.

Sie möchten die Umgebung von

Saas-Fee erkundigen? Mit dem Bürgerpass

entdecken Sie das ganze Saastal!

Package: Ferienwohnung für 7 Nächte,

freier Eintritt ins Aqua Allalin (Erlebnisbad

und Wellness), Teilnahme an den

Kids Days, PostAuto im gesamten Saastal,

alle Bergbahnen im Saastal inklusive

Metro Alpin (höchste Untergrundbahn

der Welt) mit dem Snow Fun Land, Eintritt

in den Eispavillon, Eintritt in den

Seilpark Abenteuerwald in Saas-Fee,

drei Fahrten mit der Sommerrodelbahn

Feeblitz.

Gültig: 13. 6. 2016 bis 31. 10. 2016

Preis: CHF 920. pro Person

www.saas-fee.ch/de/kids/

3

1 Familien spass und

schöne Wanderungen rund um

Saas-Fee. 2 Wald erleben in Grächen,

nicht nur darin spazieren gehen.

3 Die Schatzsuche in Nendaz weckt

die Abenteuerlust von Kindern

aus der ganzen Welt.

43


WALLISER

Architektur und Landschaft verbinden sich

in den Gebäuden von Bonnard und

Wœffray. Das Zentrum für Menschen in

Schwierigkeiten in Saxon fügt sich organisch

in die Umgebung ein.

44


SYMBIOSE

Sie gestalten das Wallis: das Architektenpaar

Bonnard und Wœffray. Fasziniert

vom Grau der kargen Felsen, dem Grün der

üppigen Vegetation und der Macht der

Berge, entwerfen sie Heimat für Menschen.

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

45


1

WALLISER

Lederjacken, Jeans, schwarz-weisse

Hemden das ist das heutige Tenue

von Geneviève Bonnard und Denis

Wœffray. Sie kommen im schwarzen

Sport wagen angebraust, und man weiss

sofort: Hier ist Effizienz gefragt und klare

Worte. Das Paar, privat und beruflich,

hat auch viel um die Ohren. Die Auftragsbücher

von Bonnard Wœffray Architectes

sind voll. Sie gewinnen Wettbewerb

um Wettbewerb und sind auf bestem

Wege, das Wallis zumindest zum Teil

neu zu gestalten.

Was sie dabei am meisten fasziniert, ist

der öffentliche Raum. «In der Schweiz

haben wir eine sehr hochstehende Architektur,

was die Gebäude von Gemeinden

und Kantonen angeht», so Denis

Wœffray. Die Schweiz habe auch immer

wieder grosse und weltweit prägende

Architekten hervorgebracht. Und nicht

nur Architekten: Bonnard geht zum Gestell

und nimmt ein Buch über den Ingenieur

Alexandre Sarrasin (18951976)

hervor, der das Wallis massgeblich geprägt

hat. Er hat 1925 nicht nur die wohl

schönste Staumauer die von Les Marécottes

mit Gewölben und Strebepfeilern

gebaut, sondern auch zahlreiche

feingliedrige Brücken wie die

Gueuroz-Brücke (1934) über die Trientschlucht.

Sie ist mit 187 Metern noch

heute die höchste Strassenbrücke der

Schweiz. Wie die ETH Lausanne anlässlich

einer Ausstellung über Sarrasin

schrieb, habe der Walliser Staatsrat mit

seinen Aufträgen zum Bau von Eisenbahn-

und Strassenbrücken den Kanton

in die Neuzeit geführt. Bonnard und

Wœffray sind sich einig: Es bräuchte

wieder einmal eine so mutige Tat wie zu

Anfang des 20. Jahrhunderts. Dass nämlich

Kantone und Gemeinden Visionen

über das künftige Zusammenleben und

damit eben auch über die Siedlungspolitik

entwickeln würden.

Ein Gebäude müsse mit der Umgebung

in Interaktion stehen, so das Credo des

Powerpaares. Ein Beispiel: das Zentrum

für Menschen in schwierigen Situationen

in Saxon; auf der einen Seite die Hauptstrasse

und in Sichtweite die Autobahn,

auf der anderen Seite Rebberge und

Landwirtschaft. «Das Gebäude soll den

Menschen, die vom Leben gebeutelt

wurden, vor allem ein Dach über dem

Kopf, Würde und eine klare Struktur geben.»

Das Zentrum fügt sich in die Landschaft

ein, nimmt die Farben der Umgebung

auf, gibt Stabilität und Sicherheit

im geschützten Innenhof. Ganz anders

ihr eigenes Büro und Haus in Monthey:

Der quadratische Bau hat grosse Fenster,

welche die Umgebung spiegeln und

das Aussen zum Innen machen. Trennwände

aus farbigem Plexiglas führen in

jedem Raum zu einer anderen Stimmung

und verbinden die Zimmer. «Beton, Plexiglas

und Farben sind sehr wichtig für

uns», so Bonnard.

Und wie arbeiten sie zusammen, wer ist

stärker? Die beiden lachen. «Viele Architektenpaare

und -partner arbeiten mit

2

und durch die Konfrontation. Bei uns

ist das ganz anders es ist eine Symbiose»,

erklärt Denis Wœffray. Zuerst

besich tigen sie den Ort, beobachten,

lassen sich inspirieren. Danach machen

sie sich einzeln erste Gedanken. «Diese

Ideen diskutieren wir dann wieder

zusammen und kommen immer schnell

1 Spiegelflächen

als Aussenfassade

und eine Konstruktion

wie ein Schutzwall: Schule in

Bovernier. 2 Geneviève Bonnard und

Denis Wœffray sind privat und beruflich

ein Paar. Er Walliser, sie ursprünglich

Waadtländerin, schätzen sie die

direkte Art der Walliser.

«Man weiss immer,

woran man ist.»

«Beton,

Plexiglas und

Farben sind

sehr wichtig

für uns »

46


2

1

47


1

1 Die

Vergrösserung

der Schule in Salvan

nimmt die dortigen mehrstöckigen

Gebäude auf.

2 Schwarz als Schutz vor der Kommerzialisierung:

die Primarschule in Conthey,

mitten in einem Quartier mit Einkaufszentren.

3 Die Schule in Conthey

von innen: Gelb dominiert

und steht im Kontrast

zum schützenden

Schwarz.

2

3

WALLISER

48


«Eine Schule in Schwarz

lange fragten wir uns, ob

man das darf »

auf Gemeinsamkeiten. Unsere Arbeitsweise

ist sehr effizient», sagt Geneviève

Bonnard.

Obwohl sie auch Wohnbauten realisieren,

sind doch die meisten Projekte

Schulen und medizinisch-soziale Zentren.

Die Schule in Salvan gestalteten

sie mit Beton, der Kraft, Farbe und Struktur

der Felsen aufnimmt. Teilweise dreistöckig,

um die typischen hohen Gebäude

des Dorfes aufzunehmen. Oder

die Vergrösserung der Primarschule in

Bovernier «das ist ein Gebäude wie

eine Staumauer», sagt Bonnard. Das

Dorf liegt unten an steilen Felswänden,

die Gefahr von Lawinen ist immer da.

Um diese Stärke und Härte zu konterkarieren,

sind die Aussenelemente aus

Aluminium und Spiegelglas, in denen

sich die Berge, Wolken und das Grün der

Wiesen spiegeln.

In Conthey steht die Primarschule in

einem Quartier voller Einkaufszentren:

funktionelle Bauten, viele Parkplätze,

grau in grau. «Also haben wir einen

schwarzen, blockartigen Bau mit einem

offenen Rundgang in der zweiten Etage

geplant. Wir überlegten lange, ob wir

das können ein Schulhaus in Schwarz»,

erklärt Wœffray. Nur die Decke des

Rundgangs leuchtet goldfarben und

lockt nach innen. Schwarz sei ein Signal,

so Bonnard. «Wir schirmen die Schule bewusst

ab gegen die Konsumtempel ringsum

und schaffen eine Art Kokon für die

Schüler.» In Farbe, versteht sich: Denn

innen kommt das ganze Spektrum der

Farbenwelt zum Einsatz. Das Innen ist

farbig, das Lernen ist farbig, das Leben

ist farbig so die Botschaft gegen die

Tendenz, alles im Aussen zu suchen, sich

durch Äusserlichkeiten zu definieren.

Die Schule in Conthey, in einem halb gewerblichen,

halb landwirtschaftlichen

Umfeld, führt die beiden Architekten

auch immer wieder auf eines ihrer Lieblingsthemen

zurück: die Verstädterung

respektive die Städteplanung. «Was ist

ein Gewerbequartier? Ist das nun urban,

oder ist es eben gerade unstädtisch?»,

fragt Geneviève Bonnard. Ihnen mache

die Zersiedelung der Landschaft grosse

Sorgen. «In der ganzen Schweiz, wohlgemerkt.»

Wir verbauten viel zu viel

Land, würden einen Siedlungsbrei schaffen,

ohne Konzept und Idee dahinter.

«Damit verbauen wir für Jahrzehnte die

Zukunft der nächsten Generation», so

Wœffray. Doch es gebe auch gute Beispiele:

die Stadt Sion, mit der Place du

Midi, die zur Begegnungszone geworden

sei, eine neue Pflästerung erhielt und

nun zum Flanieren und Verweilen einlade.

Oder Martigny mit der Place Central

und Monthey, das ebenfalls Begegnungszonen

schaffe. «All das führt zu

einer besseren Lebensqualität für die

Bewohnerinnen und Bewohner», sind

die beiden überzeugt.

Einen grossen Wunsch hat das Paar:

«Ein mal möchten wir ein Hochhaus,

einen Turm bauen können. Uns fasziniert

die Vertikale geprägt von den Felsen

hier im Wallis, ist sie für uns immer eine

Herausforderung und eine Initiation», so

Geneviève Bonnard. Und von noch etwas

träumen sie: «Die Rhone, diese Lebensader,

sollte in die Städteplanungen

der Walliser einbezogen werden.» In Sion

gebe es ein erstes Projekt. «Aber wir sollten

gesamthaft versuchen, den Fluss in

unser Leben, in unsere Siedlungen einzuladen.»

Die Natur in den Städten, das

ist das Gegenkonzept zur Zersiedelung

der Landschaft, sind sie überzeugt. Mit

ihrer Effizienz sollten sie ihre Träume

eigentlich verwirklichen können.

www.bwarch.ch

49


Viola Amherd ist Juristin, Nationalrätin, Vize-

Fraktionschefin der CVP-EVP-Bundeshaus fraktion

und Walliserin mit Leib und Seele. Deshalb

engagiert sie sich als Präsidentin für den Landschaftspark

Binntal «eine der vielfältigsten und

schönsten Regionen der Schweiz». Hier erholt

sich die 53-jährige Brigerin und verrät uns ihre

Lieblingswanderung.

INTERVIEW

In der Ruhe

liegt die Kraft

Interview: Monique Ryser

Fotos: Sedrik Nemeth

50


51

Es gibt nichts Besseres gegen

den Durst als Wasser vom Brunnen:

Nationalrätin Viola Amherd

im Dorf Binn.


INTERVIEW

Es ist still im Dorf. Man hört nur das

Plätschern der Binna, die Schmelzwasser

von den Bergen ins Tal

bringt und unter der 452 Jahre alten

steinernen Bogenbrücke durchfliesst.

Die Luft riecht nach feuchter Erde und

spriessender Vegetation. Im Restaurant

Zur Brücke sind die Tische auf der Terrasse

bereit, aber noch nicht besetzt,

im Belle-Epoque-Hotel Ofenhorn die

Fensterläden noch zu, der Mineralienladen

ist geschlossen. Morgenstimmung

in Binn. Auszeit für die Sinne, die für einmal

jeder Reizüberflutung entkommen

und gerade deshalb alles viel intensiver

wahrnehmen. Viola Amherd passt genau

hier hin: Sie hat ein herzliches Lachen im

Gesicht, spricht leise, bewegt sich gemessen.

Die Walliser und Walliserinnen

sind sonst eher bekannt für lautstarke

und kantige Ausdrucksformen. Viola

Amherd macht es anders, bei ihr liegt

die Kraft im ruhigen Standhalten, in beharrlicher

Geduld und unspektakulärem

Umsetzen.

Die Natur prägt die Menschen. Was

hat Sie geprägt?

VIOLA AMHERD: Eines der prägendsten

Erlebnisse war die Überschwemmung

in Brig 1993. Ein Jahr zuvor war ich in den

Stadtrat gewählt worden und war zuständig

für das Ressort Bau. In dieser

Funktion durfte ich das neue Parkhaus

einweihen, was ein grosses Ereignis war.

Und ein paar Monate später lag nicht

nur das Parkhaus, sondern das ganze

Zen trum von Brig unter Schutt und Geröll

begraben. Die Überschwemmung

durch die Saltina war in diesem Ausmass

nicht vorstellbar gewesen. Zwei Frauen

starben, weil die Fluten und das Geröll

den Schuhladen, in dem sie arbeiteten,

verschütteten und sie sich nicht mehr

retten konnten. Lange wussten wir auch

nicht, ob in besagtem Parkhaus noch

Menschen eingeschlossen waren. Die

Kraft der Zerstörung war schrecklich,

Schlamm und Schutt lagen zwei Meter

hoch in den Strassen. Von meinem Büro

aus hätte man vom ersten Stock nach

draussen treten können. Das lehrte mich

Demut und dass die Natur immer und

überall stärker ist.

Es dauerte Jahre, bis die Schäden

wieder behoben waren. Wie erlebten

Sie diese Zeit?

VA: Der Stadtrat hatte für gut ein Jahr

Notrecht beschlossen, weil wir in kurzer

Zeit sehr viele Entscheide treffen mussten.

Ich selber hatte wöchentlich Sitzungen

mit immer sechzig bis siebzig Traktanden.

Wir mussten rasch und unkompliziert

planen und umsetzen. Oder auf

Walliserdeutsch: Wir mussten «di Butzi

gä». Die Zeit war sehr intensiv, und ich

habe damals gelernt, schnell zu entscheiden.

Wir mussten gut zusammenarbeiten,

für Kraftmeiereien war kein Platz.

Was ist Ihnen aus dieser Zeit der

Katastrophe sonst noch geblieben?

VA: Ich habe immer noch das Geräusch

des Gerölls, der sich aneinander reibenden

Steine, im Ohr. Wie das Wasser Gestein,

Holz und Erdreich vor sich hintrieb.

Und der Geruch nach Erde, die von

den Ufern mitgeschwemmt wurde. Noch

heute, wenn es heftig regnet, sehe ich

oft ältere Leute, die an die Saltina eilen

und ängstlich beobachten, wie wild und

«Die Kraft der

Zerstörung war

schrecklich.

Das lehrte

mich, dass die

Natur immer

stärker ist »

wie hoch der Fluss daherkommt. Und

etwas habe ich auch noch gelernt: Viele

Alltagsdinge sind nicht so tragisch, wie

sie vielleicht scheinen mögen. Das lernt

man in einer solchen Situation.

Wie sind Sie aufgewachsen?

VA: Ich bin eine richtige Brig-Gliserin.

Dort bin ich auch zur Schule gegangen.

Gut erinnere ich mich an die Sommer

meiner Kindheit: Wir waren immer für

zwei Monate auf der Bettmeralp. Nach

meinem Rechtsstudium an der Uni Freiburg

habe ich ab 1991 als selbstständige

Advokatin und Notarin in Brig gearbeitet.

Dann kam die Politik, in die ich einfach

reingerutscht bin. Schön waren die

zwölf Jahre als Gemeindepräsidentin

von Brig-Glis. Ich bin sehr glücklich, was

ich erleben und erreichen durfte.

Sie sind auch Präsidentin des Landschaftsparkes

Binntal. Was reizt Sie

an diesem Amt?

VA: Ich liebe diese Region und war

sofort bereit, dieses Ehrenamt anzunehmen.

Der Park umfasst sechs Gemeinden,

die dadurch enger zusammenarbeiten

müssen. Dabei mitzuhelfen, ist

mir ein grosses Anliegen.

Haben kleine Gemeinden und Täler

überhaupt eine Zukunft? Wollen die

52


1

1 Auf dem Weg von Binn nach Ernen

durchstreift man saftige Wiesen,

kühle Wälder und die Twingi-Schlucht

mit ihren kargen und steilen Felswänden.

2 Viola Amherd in Binn

inmitten von alten Stadeln, die den

Charakter vieler Dörfer im Naturpark

Binntal prägen. «Hier ist das Wallis

noch ganz echt.»

2

53


INTERVIEW

2

2

Fotos Sedrik Nemeth, ZVG

54


«Mitten in unberührter

Natur auftanken

und Kraft schöpfen »

1 Zum Mässersee gelangt man von

Binn via den Weiler Fäld mit der

weltberühmten Mineraliengrube und

dann entlang des Lengenbachs.

Hier wächst das seltene See-Brachsenkraut.

2 Ab Juni präsentieren

Walliser Künstler ihre Werke entlang

der Twingi-Schlucht. 3 Das Belle-

Epoque-Hotel Ofenhorn in Binn.

1

jungen Menschen nicht weg, in die

Stadt? Auch weil es keine Arbeit gibt?

VA: Das ist ein Problem. Im Goms hatten

wir in den letzten Jahren sehr wenig

Geburten. Es ist wichtig, dass wir Arbeitsplätze

erhalten und schaffen, damit

Junge auch in einem kleinen Dorf oder

der Region eine Zukunft sehen.

Das Konzept des Landschaftsparkes

soll genau das: eine Region touristisch

bekannt machen und die wirtschaftliche

Entwicklung fördern.

VA: Der Landschaftspark zwingt die

Bewohnerinnen und Bewohner dazu,

sich mit ihrem Lebensraum auseinanderzusetzen.

Es ist faszinierend, zu sehen,

wie das zu Innovation und Entwicklung

führt. Wir machten beispielsweise

einen Designwettbewerb, um für den

Park Bänke und Tische zu beschaffen

und dann auch zu verkaufen. Die sollen

aus einheimischem Holz sein und in hiesigen

Schreinereien produziert werden.

Zurzeit können sich Produzenten aus

dem Naturpark bewerben.

Wie sollen sonst noch Arbeitsplätze

geschaffen werden?

VA: Der Tourismus ist sehr wichtig. Nicht

nur hier, sondern im ganzen Wallis und

in allen Bergregionen. Leider haben aber

Berufe in der Hotel- und Restaurantbranche

keine hohe Anerkennung. Das

ist sehr schade, denn hier liegt ein grosses

Potenzial. Es ist eine Zwickmühle:

Alle sehen ein, dass es gut wäre, wenn

im Tourismus mehr Einheimische arbeiten

würden, aber wenn man eigene Kinder

hat und die sagen, sie würden gern

im Service arbeiten, rät man ihnen als

Eltern ja eher ab. Wir haben ein Imageproblem,

an dem wir arbeiten sollten.

Dabei ist der Landschaftspark Binntal

kulinarisch gut positioniert …

VA: … ja, wir haben gleich vier Restaurants

mit GaultMillau-Punkten: das Hotel

Restaurant Castle in Blitzingen (16),

das Restaurant Gommerstuba und das

«St. Georg» in Ernen (je 15) sowie das

Restaurant Pension Albrun in Binn (14).

Beschreiben Sie uns die verschiedenen

Dörfer im Park.

VA: Ernen ist das Musikdorf und erhielt

1979 den Wakkerpreis. In Blitzingen kann

man Trockenmauern und -hecken sehen.

In Grengiols blüht in der zweiten Mai-

Hälfte eine einmalige Wildtulpe. Bister

ist eine der kleinsten Schweizer Gemeinden

und sehr ursprünglich. Niederwald

ist der Geburtsort von Hotelier Cäsar

Ritz, und Binn ist das Mineraliendorf. Zur

Mineraliengrube pilgern Menschen aus

der ganzen Welt. Und nicht zu vergessen

der zwei Kilometer lange Felstunnel ins

Binntal ein ganz besonderes Erlebnis.

Was ist Ihre Lieblingswanderung?

VA: Von Binn aus zum Mässersee. Es ist

eine fünfstündige Rundwanderung, die

auch für Familien geeignet ist. Der Mässersee

ist wunderschön und hat ebenfalls

eine Attraktion zu bieten: Hier wächst

das See-Brachsenkraut, eine geschützte

Pflanze, die es fast nirgends sonst gibt.

Der Naturpark Binntal ist kein Vergnügungspark,

sondern ein Park, in dem das

Vergnügen darin besteht, mitten in unberührter

Natur aufzutanken und Kraft

zu schöpfen.

55


1 Kraft der Steine im

Aletschgebiet, mitten in

der wilden Natur. 2 Das Wasser

der Thermalquelle von Ovronnaz hat

die ganze Kraft der Alpen in sich: Durch

jahrzehntelanges Sickern im Berg ist

es mineralisiert und sprudelt

als warme Quelle hervor.

1

2

KRAFTORT

OVRONNAZ

Wellness-Wanderung im Herzen der Alpen

Entspannung pur! Ovronnaz bietet eine Fülle

von Wanderwegen aller Schwierigkeitsgrade,

die Sie mitten in die Naturwunder der Region

führen. Bei lehrreichen Spaziergängen oder

sportlichen Wanderungen entdecken Sie die

Reichtümer des Wallis, bevor Sie sich jeweils

in der Cabane Rambert und der Cabane

du Fénestral stärken. Nach der Anstrengung

haben Sie eine Erholungspause in den

Thermalbädern verdient! Es gibt nichts Entspannenderes

als ein Bad im warmen Thermalwasser

mit Sicht auf die Walliser Alpen.

Package: 3 Übernachtungen in

einer Ferienwohnung, Eintritt in die Thermalbäder

und das Spa

Gültig: 18. 6. 2016 bis 30. 10. 2016

Preis: CHF 221. pro Person

www.walliser-sommer.ch/ovronnaz

Durchatmen,

auftanken und erholen

Berge, Thermalwasser und frische Luft:

Das ist das Rezept fürs Krafttanken.

ALETSCH ARENA

Sinneserlebnis im Unesco-Welterbe

Tauchen Sie ein in die einmalige, kraftspendende

Naturlandschaft der Alpen. Einzigartige

Berggipfel, der Grosse Aletschgletscher

und atemberaubende Panoramen: ein

idealer Rahmen für einen Aufenthalt in freier

Natur. Mit Atemtherapien, Wanderungen mit

Atemübungen oder einem Yogakurs erholen

Sie sich mitten im Herzen des eindrucksvollen

Kraftorts Aletsch Arena. Weit weg vom

Alltagstrubel fällt das Loslassen leicht.

Gültig: 11. 6. 2016 bis 23. 10. 2016

Preis: ab CHF 10. pro Person bei Vorlage

einer Gästekarte

www.aletscharena.ch

Natur | Nirgendwo auf der Welt scheinen

die Alpen und die majestätischen

Gipfel so nahe wie im Wallis. Eintauchen,

durchatmen und sich entspannen. Mit

seinen romantischen Landschaften und

den wohltuenden Thermalquellen stellt

das Wallis die ideale Umgebung dar, um

der Hektik des Alltags zu entfliehen und

neue Energie zu tanken.

Hier liegen unzählige Orte inmitten

einer einzigartigen Naturarena, die eine

aussergewöhnliche Kraft ausstrahlen. In

der Aletsch Arena, mitten im Unesco-

Weltnaturerbe mit dem Aletschgletscher

als längstem Eisstrom Europas, liegen

die typischen Walliser Dörfer Riederalp,

Bettmeralp und Fiesch-Eggishorn.

Der Bergfrühling, der bis in den Juni

hineinreicht, zeigt das Erwachen der

Natur im Hochgebirge, und im Sommer

kann man der drückenden Hitze im Tal

entgehen.

Ovronnaz im Unterwallis wiederum lockt

mit einer Thermalquelle, welche die

Kraft der Berge als mineralreiches Wasser

weitergibt. Nach einer Wanderung

über Stock und Stein ins warme Wasser

abtauchen und die müden Glieder entspannen

das ist das ultimative Rezept

zur Erholung vom Alltagsstress.

Fotos Wallis/Valais Promotion

56


SO NAH!

Näher, als man denkt: Die Walliser Berge und sind der von Schnee einem Grossteil sind von einem der

Schweiz Grossteilaus derin Schweiz nur wenig ausmehr in nurals wenig drei mehr Stunden als erreichbar. drei Stunden erreichbar.

Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn durch

den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am Lötschberg.

Wer auf Genuss setzt, nimmt den «Lötschberger» der BLS und fährt über

die «alte», landschaftlich spektakuläre Strecke.

Ovronnaz

Zürich 3:45 h 3:12 h

Bern 2:40 h 1:58 h

Luzern 3:47 h 3:02 h

Basel 3:48 h 2:59 h

Genf 2:44 h 2:07 h

Lausanne 2:02 h 1:28 h

Neuchâtel 2:54 h 2:12 h

Crans-

Montana

Zürich 3:10 h 3:17 h

Bern 2:05 h 2:04 h

Luzern 3:12 h 3:08 h

Basel 3:13 h 3:05 h

Genf 2:39 h 2:14 h

Lausanne 1:51 h 1:34 h

Neuchâtel 2:38 h 2:18 h

Leukerbad

Zürich 3:05 h 3:32 h

Bern 2:00 h 2:19 h

Luzern 3:07 h 3:07 h

Basel 3:08 h 3:19 h

Genf 3:04 h 2:20 h

Lausanne 2:22 h 1:41 h

Neuchâtel 3:06 h 2:25 h

Riederalp

Champéry

Zürich 3:47 h 2:40 h

Bern 2:45 h 1:28 h

Luzern 4:23 h 2:33 h

Basel 3:48 h 2:28 h

Genf 2:16 h 1:35 h

Lausanne 1:34 h 0:57 h

Neuchâtel 2:45 h 1:33 h

Zürich 2:48 h 2:39 h

Bern 1:41 h 2:18 h

Luzern 2:50 h 2:23 h

Basel 2:51 h 3:19 h

Genf 3:08 h 2:40 h

Lausanne 2:29 h 2:00 h

Neuchâtel 2:49 h 2:44 h

Infografik Laura Bendixen, Simona Guarino

Fotos Pascal Gertschen, Valais/Wallis Promotion

Verbier

Zürich 3:33 h 3:17 h

Bern 2:31 h 2:04 h

Luzern 4:05 h 3:07 h

Basel 3:34 h 3:04 h

Genf 2:32 h 2:13 h

Lausanne 1:44 h 1:34 h

Neuchâtel 2:31 h 2:17 h

Zermatt

Zürich 3:11 h 3:45 h

Bern 2:06 h 2:32 h

Luzern 3:13 h 3:15 h

Basel 3:14 h 3:32 h

Genf 3:40 h 2:54 h

Lausanne 2:52 h 2:14 h

Neuchâtel 3:12 h 2:58 h

Saas-Fee

Zürich 3:02 h 3:45 h

Bern 2:03 h 2:32 h

Luzern 3:04 h 3:16 h

Basel 3:05 h 3:29 h

Genf 3:31 h 2:54 h

Lausanne 2:43 h 2:14 h

Neuchâtel 3:03 h 2:58 h

57 81


Wegen der Liebe zog Reem Huguet nach Ovronnaz.

Jetzt hat sie sich zur Wanderleiterin ausbilden

lassen und will den Gästen die Region um das

Dorf näherbringen. «Ovronnaz ist meine Heimat,

ich möchte an keinem anderen Ort zu Hause

sein», sagt Reem. Sie bietet auch entspannende

Yoga-Wanderungen an. Und: «Ein Bad in der Therme

gehört natürlich dazu.»

KRAFTORT

Sprudelnde

Energie

Foto: Sedrik Nemeth

58


59

Reem Huguet in der Grotte

des Géants am Flüsschen

Salentse. Sie bietet in Ovronnaz

auch Yoga-Wanderungen an.


KRAFTORT

Ovronnaz ist bekannt für seine

Thermalquelle, aber auch für

ein ausgedehntes und über

150 Kilometer langes Wanderwegnetz.

Was gibt es also Besseres, als diese beiden

Angebote zusammen zu verbinden?

«Rando-Bains» heisst das charmant auf

Französisch morgens macht man sich

auf den Weg zu einer Wanderung, und

bei der Rückkehr am späteren Nachmittag

erholt man sich im Thermalwasser.

Das macht auch Reem Huguet-Pesse regelmässig.

«Nach einer Wanderung gibt

es nichts Besseres als ins warme Bad,

um sich zu entspannen», sagt sie. Weil sie

ihre Begeisterung teilen will, hat Reem

die Ausbildung zur Wanderleiterin mit

eidgenössischem Fachausweis absolviert.

Diesen Sommer gibt es gleich einen

ganz speziellen Anlass, auf den sie

sich freut: die erstmalige Durchführung

des Fes tivals «Rando-Bains» vom 16. und

17. Juli 2016. An diesen beiden Tagen

werden thematische Wanderungen mit

Wanderleitern angeboten und vieles

mehr. Reem freut sich riesig auf dieses

Sommer wochenende, an dem sie ebenfalls

im Einsatz sein wird.

Das Jahr 2016 ist für Ovronnaz ein ganz

spezielles Jahr: Die SAC-Hütte Rambert,

auf 2580 Metern im Massiv des Grand

Muveran gelegen, wird nach einer umfassenden

Renovation und einer Vergrösse

rung eingeweiht. Sie ist moderner

und komfortabler geworden. Der grosse

Tag ist der 17. Juli, während des Festivals

«Rando-Bains», der der Eröffnung der

Rambert-Hütte und einer damit verbundenen

Wanderung gewidmet ist.

Sessellift Jorasse: Der Sessellift auf Jorasse

ist Start für alle Wanderungen. Er

ist vom 18. Juni bis am 30. Oktober offen.

Auf Jorasse gibt es auch einen kleinen

Kinderzoo und einen grossen Kinderspielplatz.

Zudem können Trottinette

für eine lustige Abfahrt gemietet werden.

Kinder unter 16 Jahren in Begleitung

eines Elternteils dürfen täglich den

Sessellift gratis benützen und jeweils

mittwochs (ab dem 24. August) gratis ins

Bad gehen.

Bäder: Die Bäder von Ovronnaz drei

Becken sind ideal, um sich nach einer

Wanderung so richtig zu entspannen.

Von den Aussenbecken aus hat man eine

wunderbare Sicht auf die Alpen. Das

Thermalwasser von Ovronnaz enthält

viel Kalzium und Magnesium und ist für

seine beruhigende Wirkung bekannt.

Und auch dafür, dass es eine positive

Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System

sowie den Bewegungsapparat hat. Die

Wassertemperatur von rund 35 Grad

ist geeignet, um auch in den Muskeln

Tiefen entspannung auszulösen also

genau das Richtige nach einer Wanderung.

Verstärkt wird die Wirkung durch

Anwendungen im Panoramic Alpine Spa

mit Sauna, Dampfbad, Hammam, Kneippanwendungen

und einem Ruheraum mit

Wood-Beleuchtung (langwellige Ultraviolettstrahlen).

Murmeltiere beobachten. Frühmorgens

von Jorasse nach Petit Pré d’Euloi (ca.

30 Minuten). Viele unterirdische Gänge

von Murmeltieren. Die Chancen, einige

zu sehen, ist sehr gross. Hört man ein

Pfeifen, das Warnsignal der Tiere, sofort

in den Himmel schauen, dann kann man

oft sogar Adler sehen.

Für Neugierige: Tour de la Seya/Grande

Garde. Wanderzeit: 3 Stunden, von

Juni bis Oktober, mittelschwer. Von Jorasse

über Petit Pré d’Euloi zum La Seya

Mit «Rando-

Bains» wird die

Kombination

Wanderung

und Baden

gefeiert

auf 2182 Metern Höhe. Entlang der

Krete bis zum Grande Garde und wieder

hinab nach Ovronnaz. Fantastisches Panorama

auf über dreissig Viertausender!

Über 150 seltene Pflanzen wachsen hier,

und bei Grande Garde kann man sogar

jahrhundertealte Lärchen entdecken.

Diese Wanderung wird dienstags von

Reem Huguet-Pesse geführt und ist gratis.

Wer teilnehmen will, muss sich aber

obligatorisch einschreiben.

Cabane Rambert (2582 m). Wanderzeit:

5 1/2 Stunden, von Juni bis Oktober, mittelschwer.

Ein Must in der Region. Wilde

und majestätische Landschaften und als

Ziel die frisch renovierte SAC-Hütte

Rambert. Reems Lieblingsroute startet

auf Jorasse und führt über Plan Coppel

und Plan Salentse zur SAC-Hütte Rambert,

die nach der Renovierung in neuem

Glanz erstrahlt. Die neuen Hüttenwarte

servieren feine Gerichte für eine

Stärkung am Mittag. Die atemberaubende

Aussicht gibts gratis dazu: Dents du

Midi, Montblanc, Combins, die Walliser

Alpenkette mit ihren Viertausendern

und die imposante Formation des Grand

und Petit Muveran begeistern alle. Über

die Alpen Chamonsentze und Loutze

kehrt man nach Ovronnaz zurück. Die

wilde Landschaft ist einmalig, und man

kann fast immer Steinböcke beobachten.

www.ovronnaz.ch

60


1

2

3

4

1 Auf Plan Coppel hat man eine

grandiose Aussicht. 2 Nach der Wanderung

ein Bad im warmen Thermalwasser

der Bäder von Ovronnaz.

3 Die Bäder von Ovronnaz haben

zwei Aussen- und ein Innenbecken.

4 Eindrückliche Landschaft zwischen

Col de Fenestral und Jorasse.

Fotos ZVG

61


WEIN

62


É T O I L E S D U V A L A I S

Der Wein

ihrer

Pierre und

Martine Vocat

Joseph Vocat et

Fils SA, Noës

Ausgezeichneter Wein:

Heida Domaine des Crêtes 2014

Die Rebberge der Domaine Les

Crêtes liegen an bester hügeliger

Lage und erzeugen den reifsten

Heida aller Tage. Den leichten,

kalk- und sandhaltigen Boden

kann man nur loben. Dieser edle,

intensive und fruchtige Walliser

Heida ist für jeden Gaumen eine

Freude.

Das sagen sie über ihren Wein:

Wein ist Know-how, verbunden

mit Tradition. Es sind die kleinen

Geheimnisse der Weinbereitung,

die von Generation zu Generation

weitergegeben werden. Im Wein

steckt aber vor allem auch der

Winzer, der das Terroir bearbeitet

und seine Werte hervorbringt.

Wein heisst nicht zuletzt auch geteilte

Freude, der Ausdruck von

Trunkenheit in ihrer edelsten Form.

www.vocatvins.ch

Träume

Acht Sterne für sieben Winzer:

Der Branchenverband der Walliser

Weine hat auch 2015 die

besten Tropfen aus dem Wallis

ausgezeichnet. Allen Winzern eigen

ist die Passion für ihr Handwerk.

Fotos: Robert Hofer

63


Tief verwurzelt ist

die Liebe der Walliser

zum eigenen Land,

zum Terroir, zur Heimat

WEIN

Tradition, Echtheit, Passion: «Diese

drei Worte charakterisieren die

Winzer und die Weine des Kantons

Wallis am besten», sagt Gérard-

Philippe Mabillard, Direktor des Branchenverbandes

Walliser Weine. Er ist

stolz auf die Winzer, auf alle, auch wenn

beim jährlichen Wettbewerb «L’Etoile

du Valais» nur acht gewinnen können.

Es ist die höchste Auszeichnung für

Weine mit der geschützten Ursprungsbezeichnung

AOC Wallis. Prämiert

wird immer je ein Wein der Sorten Cornalin,

Humagne Rouge, Syrah, Dôle,

Fendant, Petite Arvine, Johannisberg

und Heida. Dieses Jahr gab es nur sieben

Personen, die ausgezeichnet wurden,

da André Fon tannaz gleich bei

zwei Sorten obenaus schwang: Beim

Weisswein mit dem Fendant de Vétroz

Grand Cru 2014 und beim Rotwein mit

dem Humagne Rouge Nid d’Aigle élevé

en barrique 2013.

Mabillard ist immer wieder begeistert,

welche Qualität «seine» Mitglieder errei

chen. «Ein Dankeschön geht an alle

unsere Winzerinnen und Winzer, die

jede Facette ihrer Weine hegen und

pflegen. Ihre Inspirationen sind tief verwurzelt

in Winzertraditionen und kulturellen

Besonderheiten ihres Heimatbodens.

Der Wein ist ein Destillat ihrer

Träume. Um einen grossen Wein zu machen,

bedarf es auch der Poesie», wird

Mabillard selber poetisch.

Das Wallis ist der grösste Weinproduzent

der Schweiz. Rund 5000 Hektaren

Reben wachsen an den Hängen des Rhonetals.

Auf 3000 Hektaren gedeihen

rote, auf rund 2000 Hektaren weisse

Trauben. Mit 300 Sonnentage im Jahr

und der genau richtigen Menge

Niederschlag ist das Wallis ideal für

das Reifen der Trauben. Hauptrebsorten

sind immer noch Pinot noir (31 Prozent),

Chasselas (19 Prozent) und Gamay

(12 Prozent). Aber in den letzten Jahrzehnten

haben sich auch vermehrt Spezialitäten,

allen voran die autochthonen

Sorten Petite Arvine und Cornalin,

ihren Platz geschaffen. Heute machen

die Spezialitäten über einen Drittel der

Walliser Weinproduktion aus.

Bei den Weinbergen ein Weinstock

ist im Durchschnitt 52 Jahre im vollen

Saft gibt es nach und nach Erneuerungen.

Es zeigt sich auch, dass die

einheimischen Sorten Petite Arvine,

Cornalin und Humagne Rouge an Beliebtheit

gewinnen, während die Flächen

von Pinot noir und Chasselas leicht abnehmen.

«Egal, welche Weinsorte: Was für alle

Winzer gilt, ist ihre Passion und ihre

Liebe zum Terroir», schwärmt Mabillard.

Ja, der Walliser und seine Erde, das sei

schon etwas Spezielles tief verwurzelt

sei diese Liebe zum eigenen Land und

zur Scholle. Mabillard freut sich auch,

dass die Weinberge von Generation zu

Generation weitergeführt werden und

die Jungen immer neue Impulse bringen.

Die Tradition wird hochgehalten, das

Neue darf aber wachsen.

Damian und

Jörg Seewer

Kellerei

Leukersonne,

Susten

Ausgezeichneter Wein: Dôle 2014

Das traditionelle Bündnis zweier

Rebsorten zu einem eigenständigen

Cru mit echtem Walliser

Charakter. Ein lebhafter, temperamentvoller

Wein und dennoch

angenehm rund mit herrlich

samtigen Gerbstoffen.

Das sagen sie über ihren Wein:

War der Wein als Getränk für

unsere Vorfahren vor allem eine

unverzichtbare Notwendigkeit, so

ist er heute ein Produkt, von dem

man sich sensorische Entdeckungen,

Geselligkeit und gemeinsame

Genüsse verspricht. Bei gewissen

Weinen haben wir den Mut zur

Innovation, bei anderen bleiben

wir den althergebrachten, tief

in unserem Terroir verwurzelten

Tradition verbunden.

www.leukersonne.ch

64


Frédéric Dumoulin

Cave L’Orpailleur,

Uvrier

Véronyc und

Philippe Mettaz

Cave Mettaz, Fully

Ausgezeichneter Wein:

Syrah Cuvée St-Gothard

Der heilige Gotthard, Schutzpatron

unseres Dorfes Mazembre,

begleitet unsere Familie seit

Jahr und Tag. Wir haben ihm

unsere im Barrique-Fass ausgebaute

Weinauswahl gewidmet.

Dank dem warmen Klima auf

den Terrassen von Les Claives

ist unser Syrah dicht und vollmundig,

würzig, strukturiert und

hat einen schönen Tanningehalt.

Das sagen sie über ihren Wein:

Um sicherzustellen, dass sie

reif sind, kosten wir die Trauben

am Weinstock. Der Önologe

verfeinert die Trauben, die der

Winzer in die Kellerei bringt,

indem er sie sorgfältig behandelt.

Der im Keller gereifte und abgefüllte

Wein eignet sich perfekt für

gesellige Stunden unter Freunden.

www.mettaz.ch

Ausgezeichneter Wein:

Petite Arvine L’Orpailleur 2014

In der Nase Grapefruit, Glyzine,

Zitrusfrüchte. Im Mund frisch,

komplex, strukturiert und lebhaft.

Wer mich trinkt, befindet sich in

guter Gesellschaft mit angeregten

Gesprächen, Lachen, heiterer

Stimmung.

Das sagt er über seinen Wein:

Der Wein ist nicht intellektuell,

er ist ein Lebenskünstler. Er ist

kein Snob, sondern volksnah. Er

ist weder elitär noch steif, sondern

wärmt den Geist, löst die Zunge,

stärkt die Seele. Er hilft, Kontakte

zu knüpfen, begleitet einen schönen

Abend, tröstet an schlechten

Tagen und drückt Emotionen aus.

www.orpailleur.ch

65


André Fontannaz

Cave La Madeleine,

Vétroz

WEIN

Ausgezeichneter Wein: Fendant

de Vétroz Grand Cru 2014

Die Fendants Grand Cru de

Vétroz gehören seit Jahren zu

den edlen Walliser Fendant-

Weinen. Die alten Rebstöcke auf

den Schieferterrassen bringen

Jahr für Jahr einen mineralischen

Wein hervor.

Ausgezeichneter Wein:

Humagne Rouge Nid d’Aigle

élevé en barrique 2013

Der Humagne Rouge wird zwölf

Monate im Barrique-Fass gereift.

Seine rustikale und komplexe

Note passt ausgezeichnet zu

Wild und rotem Fleisch.

Das sagt er über seine Weine:

Es geht um die Leidenschaft des

Winzers und des Önologen, um

das Zusammensein unter Freunden,

aussergewöhnliche Reisen

und Landschaften, eine Familientradition,

die weitergeführt wird,

Kindheitserinnerungen.

www.fontannaz.ch

François und

Patrick

Schmaltzried

Caves Petite Vertu,

Chamoson

Ausgezeichneter Wein:

Johannisberg 2014

François Schmaltzried:

Mit dem Johannisberg 2014 habe

ich versucht, meinen Charakter

zum Ausdruck zu bringen: ein Terroir-Wein

von Chamoson, in dem

sich Offenheit, Grosszügigkeit,

gewürzt mit einer Prise Bitterkeit,

vermischen. Ein Wein, der in den

nächsten Jahren mit Sicherheit

zahmer wird!

Das sagen sie über ihren Wein:

Der Wein ist der Spiegel der

Menschen, die ihn geniessen: mal

lustvoll, mal sinnlich, mal charakterlich.

Er zeigt seine wahre Persönlichkeit

erst, wenn er in guter

Gesellschaft getrunken wird.

www.petite-vertu.ch

66


Kilian und

Marie-Louise

Plaschy

Kellerei Plaschy,

Naters

Ausgezeichneter Wein:

Cornalin 2013

Der Wein ist eine Symbiose

aus dem Rebberg, der ihm das

Terroir (den Charakter) gibt,

und dem Keller, welcher dank

sauberer und gezielter Vinifizierung

Gaumenfreude ermöglicht.

Das Produkt ist der Lohn des

Winzers und seiner Mitarbeiter,

denen ein grosser Dank zusteht.

Das sagen sie über ihren Wein:

Das Ziel ist es, durch naturnahe

Produktion edle und gehaltvolle

Weine zu erzeugen. Die Philosophie

besteht darin, den Beruf mit

Liebe auszuüben und den Respekt

vor der Natur zu bewahren.

www.kellereiplaschy.ch

67


ÖNOTOURISMUS

Den Wein

erwandern und

erfahren

Wein trinken ist schön. Entdecken, wo die Reben

gedeihen und die Trauben reifen, macht den

Genuss noch grösser. Verschiedene Erlebnisse in

den Walliser Weinbergen vermitteln Wissen.

WEIN

Fotos: Sedrik Nemeth

Die Terrassen an den Südhängen

des Rhonetals prägen die Landschaft.

Mauern aus Stein, sogenannte

Trockensteinmauern, stabilisieren

die Terrassen seit Jahrhunderten.

Kanäle mit Gletscherwasser, Suonen genannt,

liefern vielerorts das nötige Nass.

Gleichzeitig zeichnet sich das Wallis

durch eine grosse Palette verschiedener

Böden, Lagen und Kleinklimazonen aus,

kurz: durch seine Terroirs. Es ist also

nicht erstaunlich, dass hier eine Vielzahl

von Rebsorten ideale Bedingungen für

ihre Entfaltung vorfinden. Die alten einheimischen

Sorten Amigne, Cornalin,

Humagne, Petite Arvine und Resi wurden

nach und nach durch andere, damals

als zeitgemässer geltende Sorten ersetzt.

«Zu Beginn des 20. Jahrhunderts

wurde wegen einer Krankheit ein grosser

Teil der alten Sorten durch pflegeleichtere

und besser tragende Sorten

wie Chasselas ersetzt», erklärt José

Vouillamoz. Er ist Wein-Genetiker und

Co-Autor des Standardwerkes «Wine

Grapes», die weltweite Referenz zum

Thema Rebsorten.

«Erst Ende der 1980er-Jahre begann

man wieder vermehrt, traditionelle Sorten

anzubauen.» Auch wenn die traditionellen

Rebsorten (Pinot noir, Gamay,

Marsanne, Pinot gris, Sauvignon blanc,

Sylvaner und Syrah) in vielen Weinregionen

der Welt anzutreffen sind,

erwerben sie im Wallis doch eine ganz

eigene und attraktive Identität. Das

gilt noch mehr für die einheimischen

Rebsorten: «Wenn wir Spezialisten hier

haben, die Wein degustieren, suchen sie

oft nach Ver gleichen. Ich sage immer,

68


69

Seit

Jahrhunder ten

wachsen hier Reben. Der

Weinbau im Wallis hat den

Kanton nicht nur landschaftlich, sondern

auch wirtschaftlich geprägt. Spaziergänge,

Wanderungen oder Velotouren

lassen die Gäste in eine eigene

Welt eintauchen. Natürlich

gehört Degustieren

dazu.


1

2

3

4

WEIN

1 Die Weinberge

an den Südhängen

der Rhone. 2 Trockensteinmauern

halten am Weg

der Clavau-Suone die Terrassen stabil.

3 Von den Weinbergen aus hat man eine

schöne Sicht auf die Rhone. 4 José Vouillamoz

vor Reben des ältesten Rebberges

mit der Sorte Walliser

Landroter in Flanthey.

70


sucht nicht, denn es gibt nichts Vergleichbares,

diese Weine sind wirklich

an Land und Boden gebunden und haben

ganz eigene Noten.» Auf den Etiketten

der Walliser Weine sind denn auch

immer die Rebsorten vermerkt (im Gegensatz

zu anderen Regionen, die eher

den Namen des Weinguts oder einer

Marke hervorheben). Um die Sortenvielfalt

zu bewahren und den Winzern gesunde

Pflanzen von hoher Qualität zu

bieten, hat der Kanton Wallis vor rund

zwanzig Jahren ein Programm ins Leben

gerufen. Dafür wird in gewissen aussergewöhnlichen,

teilweise jahrhundertealten

Rebbergen eine Anzahl von Pflanzen

zahlreicher Rebsorten gesammelt.

Dieses Pflanzenmaterial erlaubt es den

Rebschulen, das Fortleben der betreffenden

Sorten zu garantieren. Eine so

begründete Neuanpflanzung bekommt

dann das Label «Sélection Valais».

José Vouillamoz ist selber Mitbesitzer

eines Weinbergs in Flanthey. Darin wachsen

auch Reben der Sorte Landroter,

heute Cornalin genannt. Eine kleine Präferenz

hat er zudem für den Humagne

Blanche. Seine Wurzeln gingen auf das

Jahr 1313 zurück, damals sei diese Rebsorte,

wie auch die Sorte Resi, in einem

Register von Anniviers erstmals erwähnt

worden. So zelebrierte Vouillamoz 2013

den 700. Geburtstag dieser beiden Rebsorten

im Château de Villa in Sierre.

Genau dort kann man jederzeit Walliser

Weine aller Couleur und Provenienzen

degustieren. Und dies gleich zum Anlass

nehmen, einen Ausflug in die Rebberge

zu starten. Beispielsweise mit dem Velo

in die Weinmuseen in Sierre und Salgesch:

Hier wird die Geschichte dieses

aussergewöhnlichen Weinbaus erzählt.

Am besten mietet man bei «Wallis rollt»

ein Elektrovelo für den Tag und erkundet

auf der zehn Kilometer langen Strecke

Landschaften und Weinberge der

Region. Ebenfalls mit dem Velo von

«Wallis rollt» entdeckt man den 26 Kilometer

langen Weinweg von Martigny

nach Saillon. In der Distillerie Morand in

Martigny, in der Vinothek Fol’terres in

Fully oder in der Caveau de Saillon

macht man eine Rast und kostet saisonale

Spezialitäten. Auf der Rückreise

lohnt sich ein Halt in den Bädern von

Saillon mit einer Massage mit warmem

Öl mit Aprikosen- oder Arnikaduft, bevor

man die Panoramastrecke der Rhone-Route

unter die Räder nimmt.

Beliebt ist auch der Spaziergang entlang

der Suone von Clavau, inmitten des terrassenförmig

angelegten Weinbergs. Der

Fusspfad folgt über Überhangkonstruktionen

entlang der Holzkännel des alten

Bewässerungssystems. Zahlreiche Rebhäuschen

an der Strecke laden zur Degustation

regionaler Produkte ein.

Lohnenswert auch der Besuch des

höchsten Weinbergs der Schweiz. Ein

Lehrpfad führt von Visp zum Dorf Visperterminen

besser bekannt als Heidadorf.

Der Weinberg reicht bis auf eine

Höhen von mehr als 1150 Metern. Die

Heimat der typischen Rebsorte Heida

mit ihrem fruchtigen und mineralischen

Geschmack ist ein ganz spezieller Ort:

Auf dem Weinberg mit einem Höhenunterschied

von mehr als 500 Metern

wird die Sonnenwärme mit Trockensteinmauern

eingefangen, um hervorragende

Jahrgänge herzustellen.

www.wallis.ch/weinreisen

71


1

HANDWERK

5

72


A L P H O R N

Auf der Suche

nach Perfektion

2

Nichts ist Zufall beim Alphorn «Pot». Benannt

nach seinem Schöpfer Gérald Pot, ist es vor allem

bei Musikern gefragt, die klassische Werke spielen.

Höchste Qualität, bestes Material und reine

Handarbeit sind das Geheimnis.

Text: Monique Ryser Fotos: Olivier Maire

3

4

1 Gérald Pot in der Nidwaldner

Trachtenbluse, die er sich nähen

liess, «weil sie so schön ist».

2 Der Resonanzschutz, auf den

das Füsschen des Alphorns gelegt

wird. 3 Die gröbste Arbeit ist das

Schneiden mit der Kettensäge, um

aus einem Holzblock ein Alphorn zu

machen. 4 Fertige Instrumente aus

zusammensteckbaren Teilen: Becher

mit Becherrohr, Mittel- und Handrohre.

5 Das Mundstück muss an der

richtigen Stelle Verengungen haben.

Die Fichten, die Gérald Pot zur

Herstellung seiner Alphörner

braucht, werden nur im Herbst

geschlagen, zu einem ganz bestimmten

Zeitpunkt, berechnet nach Mondkalender,

Planetenstand und Sternenkonstellation.

Alte Bäume müssen es sein, mindestens

400 Jahre langsam gewachsen.

Und weich fallen müssen sie, weshalb

ihnen ein Bett aus Ästen gemacht wird.

Die Nordseite wird mit roter Farbe gekennzeichnet,

denn Gérald Pot hat herausgefunden,

dass das Holz der Westseite

bei Weitem die beste Resonanz

ergibt. Auf tausend Kubikmeter Holz

sind nur etwa zehn bis zwölf Kubikmeter

gut genug für Alphörner der Marke Pot.

Erst nach acht Jahren Lagerzeit, in denen

die elf Zentimeter breiten Bretter

trocknen, legt der Autodidakt im Alphornbau

dann richtig Hand an.

73

Seit 40 Jahren stellt er Alphörner her,

rund acht Monate dauert es von der Bestellung

bis zur Auslieferung, zehn bis

zwölf pro Jahr werden nach Fertigstellung

in alle Welt geschickt. Mehr nicht.

Schliesslich stellt er sie in seiner Freizeit

her. Jetzt, da er pensioniert ist, ist diese

zwar grosszügiger bemessen, trotzdem

will er nicht mehr produzieren. Jeder

Handgriff braucht seine Zeit, jedes Detail

will sorgfältig ausgearbeitet werden.

Und überhaupt: Gérald Pot ist überzeugt,

dass es noch besser geht, dass das

unberechenbare Hirtenhorn noch Potenzial

in der Herstellung hat. Denn: Am

einen Tag tönt es gut, am nächsten ohne

ersichtlichen Grund schlecht, «Eigentlich

ist es ein undankbares Instrument»,

meint der Walliser, der mit seiner Frau

Josiane in Choëx oberhalb von Monthey

lebt. Er selber hat das Spielen des ur-


HANDWERK

sprünglichen In stru ments der Hirten,

das es in verschiedenen Ausprägungen

überall auf der Welt gibt, von seinem Vater

gelernt. «Man muss das Alphorn spielen,

wie man einen Naturjodel singt das

Horn hat keine Hilfsmittel wie Ventile

oder Zug, alles muss vom Spieler selber

kommen.» Ein Hornist habe ihm das

Spiel dann richtig beigebracht. Später

lernte er auch den Schweizer Komponisten

und Wahl-wal liser Jean Daetwyler

kennen und war fasziniert von den klassischen

Werken, die dieser für Alphorn

geschrieben hat. Heute spielen Koryphäen

wie Jozsef Molnar seine Hörner.

Doch egal, wer ein Instrument bei ihm

bestellt: Jede und jeder bekommt den

gleichen Service. Pot nimmt zwei ausgehöhlte

Holzblöcke. Diese klebt er zusammen,

wobei er die Klebstellen mit

Zeitungspapier belegt, damit er sie später

wieder problemlos trennen kann.

Dann schneidet er die Blöcke mit der

Kreissäge in die ungefähre Form. Das ist

die gröbste Arbeit am Ganzen. Danach

wird von Hand weiter ausgehöhlt und geschliffen.

Aus vier Stücken fabriziert der

Präzisionsmechaniker seine Instrumente.

Das erlaubt einerseits einen bequemen

Transport, andererseits aber auch,

das Horn je nach Tonfolge, die man spielen

will, zusammenzusetzen. Denn: Kurze

Hörner erlauben wenig Töne, lange

Hörner mehr. Jedes Teil, ausser dem

Becher, wird mit Peddigrohr umwickelt

und mit Verbindungshülsen aus Aluminium

versehen. Der Becher schliesslich

entsteht aus Nussbaumholz, die Mundstücke

sind aus Ahorn gefertigt. Normalerweise.

Denn Gérald Pot stellt auch

solche aus Buchsbaumholz her. «Das ist

noch besser.» Er sei schon in Deutschland

gewesen, um eins seiner Instrumente

bei einem Hornfabrikanten testen

zu lassen. «Er bestätigte mir, dass

man theo retisch bessere Hörner machen

könnte. Aber er konnte mir nicht

sagen wie.»

Da die Alphörner von Pot zu einem Quali

tätsmerkmal geworden sind, macht er

sich Gedanken, wie er sein Metier weitergeben

könnte, und arbeitet mit dem

Schreinerlehrling Lionel Perrin zusammen.

Das Teamwork ist schon so weit

gediehen, dass er die Alphörner nun Pot

& Perrin nennt. «Lionel hat vor Kurzem

eine neue Verpackung ent wickelt, da ein

Alphorn auf dem Transport in die USA

kaputtgegangen ist», so Pot. Und auch

sonst mache er ihm viel Freude, und er

sei sehr talentiert. Neulich war gar ein

chinesisches Fernsehteam bei ihnen in

Choëx zu Gast. «Das war lustig», sagt

Pot. Er weiss: Die Töne des Alphorns

sind universell und lassen bei allen Menschen

tief innen etwas anklingen.

«Alphornklänge

sind wie

Naturjodel

sie treffen

das Innerste

der Menschen »

1

1 Mundstücke aus Buchsbaumholz

sind der Stolz von Gérald Pot. 2 Von

einem Hornisten hat Pot die Technik

des Alphornblasens gelernt: «Man

muss die Luft nach vorn stossen.»

Alphorntreffen 2016 und Eidg. Jodlerfest 2017

Val-d’Illiez | Am 16. Juli 2016 findet in Val-d’Illiez das weltweite Pot-Perrin-Alphorntreffen statt.

Infos unter www.alpinehorn.com

Nendaz | Das Alphornfestival in Nendaz mit Wettbewerben und Volksfest findet vom 22. bis

24. Juli 2016 statt. Infos: www.nendazcordesalpes.ch/de

Brig | Das Eidgenössische Jodlerfest 2017 findet vom 22. bis 25. Juni in Brig statt.

Aktuelle Informationen laufend unter www.jodlerfest-brig.ch

2

74


Dem perfekten

Klang auf der Spur

Bei Stenheim in Vétroz werden

High-End-Lautsprecher hergestellt.

Aluminium

Jean-Pascal Panchard

und seine Kollegen

sind Aficionados des Klangs, wie

sie selber sagen. Die High-End-Boxen

von Stenheim sind aus Aluminium und

garantieren höchste Tonqualität. Die

Lautsprecher werden weltweit

exportiert und sind im ausgewählten

Fachhandel

erhältlich.

Foto Sedrik Nemeth

Vétroz | Jean-Pascal Panchard und seine

Kollegen sind Suchende: Wie muss

ein Lautsprecher beschaffen sein, dass

die abgespielten Tonträger in ihrer absoluten

Qualität wiedergegeben werden?

Panchard, selber Elektroingenieur,

und sein Team tüfteln seit Jahren an genau

dem herum. «Wir sind Fanatiker,

wenn es um die Klangqualität geht»,

meint Panchard. Ihr Vorzeigemodell sind

die Boxen «Alumine» aus, wie der Name

sagt, Aluminium: «Wichtig ist die Membran

und dass das Gehäuse ein absolutes

Minimum an Vibration zulässt», erklärt

er. Denn: Wenn bei einer Geige das

richtige Holz und seine Vibration den

Klangkörper erst perfekt machen, darf

genau das bei einem Lautsprecher nicht

passieren: «Denn dieser soll uns den

Klang der Geige möglichst genau wiedergeben

und nichts anderes.» Die High-

End-Produkte werden in Zusammenarbeit

mit den Präzisionsmechanikern der

Firma Soew SA in Uvrier hergestellt ein

reines Walliser Produkt also. Beim günstigsten

Modell kostet das Paar Boxen

7950 Franken. Vertrieben werden sie im

Detailhandel in der ganzen Welt und gekauft

von anspruchsvollen Kunden.

www.stenheim.com

75


SOMMER-

SPECIALS

Der Sommer im Wallis ist magisch.

Ob auf dem Velo in den Weinbergen

oder zu Fuss über Stock und Stein

es gibt für alle etwas.

ANGEBOTE

Foto Wallis/Vaudois Promotion

76


77

Weinweg zwischen Martigny und

Leuk, der nicht nur erwandert,

sondern auch mit dem Velo abgefahren

werden kann.


WALLISER

SOMMERTRAUM

www.walliser-sommer.ch

ANGEBOTE

Der Sommer im Wallis bietet allen

etwas: Biken und sich im Thermalbad

erholen, einen historischen

Pilgerweg beschreiten, die grösste

Staumauer der Welt besichtigen

oder in einem Luxus-Chalet übernachten

alles ist möglich!

www.walliser-sommer.ch

Bike und Therme in Leukerbad

In Leukerbad erwarten Sie 300 Kilometer

ausgeschilderte Velorouten mit

insgesamt 9000 Metern Höhenunterschied.

Folgen Sie den zwanzig ausgeschilderten

Routen zum Beispiel dem

berühmten «Torrenttrail» oder dem neuen

«Flowtrail» , und erleben und erkunden

Sie die wunderschöne Region mit

ihren Berg seen, Alpen und Hütten. Nach

der Anstrengung haben Sie Erholung

verdient! Entspannen Sie sich weitab

vom Trubel des Alltags im wohltuenden

Wasser der Thermalbäder und geniessen

Sie das umwerfende Alpenpanorama

und den Sonnenschein.

Angebot: 2 Übernachtungen im Hotel,

1 Tag Berg- und Badepass, 1 Eintritt in die

Thermalbäder (3 Stunden gültig), abgeschlossene

Veloräume, Waschzone für

Velos, Wäscheservice für Velokleidung.

Gültig: 25. 6. 2016 bis 23. 10. 2016

Preis: ab CHF 199. pro Person

www.walliser-sommer.ch/leukerbad

Pays du St-Bernard: auf der Via Francigena

Treten Sie in die Fussstapfen der Pilger,

und wandern Sie auf der Via Franci gena,

der Europarat-Kulturstrasse, die Canterbury

in England über Frankreich und die

Schweiz mit Rom verbindet. Die Strecke

gilt seit dem 14. Jahrhundert als einer der

wichtigsten europäischen Pilgerwege. Sie

wandern im Wallis acht Tage auf diesem

Weg und kommen an St-Maurice, Orsières

und Bourg-St-Pierre vorbei, bevor

Sie nach Aosta gelangen. Entlang der

Strecke bereichern Dörfer und kultu relle

Sehenswürdigkeiten Ihren Weg. Ent spannung

garantiert!

Angebot: 7 Übernachtungen im Doppelzimmer

mit Halbpension, Gepäcktransport,

3 kulturelle Besichtigungen, Reiseunterlagen.

Gültig: 15. 6. 2016 bis 15. 9. 2016

Preis: ab CHF 799. pro Person

www.walliser-sommer.ch/

paysdust-bernard

Rundwanderung im Val d’Anniviers

Entdecken Sie mit einer auf Sie zu geschnitt

enen Rundwanderung das Val

d’An ni viers zu Fuss. Die traditionelle

Schleife führt von Sierre über Chan dolin,

St-Luc, Zinal und Grimentz nach Vercorin

durch die typischen Dörfer. Sie übernachten

jeden Tag in einer anderen Ortschaft.

Sie wandern in Ihrem eigenen Tempo und

können sich die Zeit nehmen, um die Orte

kennenzulernen und die einzigartige

Berglandschaft im Zentralwallis zu geniessen.

Sie picknicken im Freien und können

kostenlos an Veranstaltungen und Aktivitäten

teilnehmen. Die Marschzeit pro Tag

beträgt ungefähr fünf Stunden.

Angebot: 4 bis 10 Übernachtungen im

Hotel (Hütte), Vollpension (Halbpension

mit Picknick am Mittag), Gepäcktransport,

2 Fahrten mit dem PostAuto, Wander

karte und andere Reiseunterlagen.

Gültig: 13. 6. 2016 bis 11. 10. 2016

Preis: ab CHF 606. pro Person

www.walliser-sommer.ch/anniviers

78


1 Das Luxus-

Chalet de Kalbermatten

in Ovronnaz.

2 Leukerbad mit seinen

warmen Thermalquellen bietet auch

Bikern und Wanderern viel. 3 Aletschgletscher.

4 Der Pilgerweg Via Francigena

verbindet Canterbury mit

Rom und führt durch das

Pays du St-Bernard

im Wallis.

1

Fotos Valais/Wallis Promotion

2

3

4

Rundwanderung im Val d’Hérens

Traditionen, Natur und Authentizität:

Erwandern Sie das Val d’Hérens. Sie

werden Gelegenheit haben, die Staumauer

Grande Dixence zu besichtigen,

die höchste Gewichtsstaumauer der

Welt, Berggipfel mit über 3500 Metern

Höhe zu bewundern und typische Dörfer

wie Thyon, Arolla, Evolène, Les Haudères

und La Sage zu besuchen. Die

Wanderung ist nicht begleitet und für

geübte und berggewohnte Wanderer.

Die Marschzeit pro Tag beträgt fünf bis

sechs Stunden.

Angebot: 4 Übernachtungen in Hotels

und Hütten, Frühstück, Picknick und

Abendessen, Gepäcktransport, Reiseunterlagen,

Wanderkarte, Degustation

von regionalen Spezialitäten.

Gültig: 25. 6. 2016 bis 2. 10. 2016

Preis: ab CHF 471. pro Person

www.walliser-sommer.ch/herens

Luxus und Wellness in Ovronnaz

Sie möchten Luxusferien in den Bergen

verbringen? Reservieren Sie einen

Aufenthalt im Chalet de Kalbermatten,

einem im Wallis einmaligen historischen

Gebäude unter Denkmalschutz aus dem

frühen 20. Jahrhundert. Das Chalet ist

sorgfältig wiederaufgebaut worden und

bietet luxuriöse Zimmer, die historischen

Charme mit modernem Komfort vereinen.

Mayens-de-Chamoson, nur drei

Kilometer von Ovronnaz entfernt, liegt

inmitten idyllischer Natur. Sie werden

sich bestens erholen, und der im Ange-

bot enthaltene Eintritt in die Thermalbäder

sorgt zusätzlich für maximale Entspannung.

Gültigkeit: bis 31. 10. 2016

Preis: CHF 145. pro Person

www.walliser-sommer.ch/ovronnaz

Aletsch Arena: Wanderarrangement

Die Region Aletsch Arena ist ein Paradies

für Familien, die gern etwas erleben

möchten. In Ihren Ferien haben Sie die

Gelegenheit, Orte wie die Riederalp,

Bettmeralp und Fiesch-Eggishorn zu

entdecken. Ihre Kinder erfahren bei einem

Besuch des Alpmuseums und des

Pro Natura Zentrums Aletsch in der

Villa Cassel mehr über die grossartigen

Besonderheiten der hochalpinen Landschaft

und das Leben der Bauern in früheren

Zeiten. Das sportlich-spielerische

Angebot mit Minigolf, Tennis, Pedalo und

gar einem Gleitschirmflug rundet Ihre

Familienferien ab.

Angebot: 3 Übernachtungen im Doppelzimmer,

4 Tage freie Fahrt mit den

Bergbahnen, 4 Tage freie Benutzung

der Minigolfanlage, jeweils dienstags

freier Eintritt ins Alpmuseum, Gutschein

für 1 Eintritt ins Pro Natura Zentrum

Aletsch, Gutschein für 1 Gleitschirmflug

für CHF 99. anstatt CHF 130., 1 Stunde

Ruderboot/Pedalo, 1 Stunde Tennis.

Gültig: 11. 6. 2016 bis 23. 10. 2016

Preis: ab CHF 269. pro Person

www.walliser-sommer.ch/aletsch

79


S O M M E R S PA S S

AN DER FRISCHEN LUFT

www.walliser-sommer.ch

ANGEBOTE

2

3

Grächen: Tageserlebnis Wald

Sie träumen davon, den Wald besser

kennenzulernen? Mit einem einheimischen

Förster begeben Sie sich auf eine

spannende Entdeckungstour durch den

Grächner Wald. Lassen Sie sich von den

abwechslungsreichen Waldlandschaften,

vielseitigen Ökosystemen und kulturellen

Besonderheiten überraschen. Sie

werden zudem die Gelegenheit haben,

Ihr eigenes Souvenir aus Grächner Holz

herzustellen. Der Wald wird Ihnen all seine

Geheimnisse offenbaren! Auch für

Stärkung ist gesorgt: Der Rucksack des

Försters ist speziell für Sie mit Walliser

Spezialitäten aus der Region gefüllt.

Gültig: 21. 7. 2016, 4. 8. 2016, 13. 10. 2016

Preis: ab CHF 5. für Kinder bis 5 Jahre,

ab CHF 10. für Kinder von 6 bis 15 Jahren,

ab CHF 17. ab 16 Jahren

www.walliser-sommer.ch/graechen

Panoramawanderweg Nendaz

Nendaz bietet Familienspaziergänge in

Hülle und Fülle, wie zum Beispiel den

Panoramaweg, der zum Lac Noir auf der

Alp Tracouet führt. Auf dem 2,5 Kilometer

langen Spaziergang gelangen Sie

zu den schönsten Aussichtspunkten der

Region. Gönnen Sie sich auf einer der

Aussichtsplattformen eine Pause an der

Sonne, und bewundern Sie das herrliche

Panorama. Infotafeln und Spielposten

bieten Ihnen die Gelegenheit, Ihr Wissen

und Ihre Geschicklichkeit zu testen.

Vergessen Sie nicht, beim Foto-Point

vorbeizuschauen, um Ihren Familientag

für die Ewigkeit festzuhalten, bevor Sie

sich auf dem Picknickplatz eine wohlverdiente

Essenspause gönnen.

Gültig: 1. 6. 2016 bis 30. 9. 2016

Preis: gratis (ausser den Kosten für die

Seilbahn)

www.walliser-sommer.ch/nendaz

Abenteuer in Saas-Fee

Ein Sommer voller Abenteuer erwartet

Familien in Saas-Fee. Der Klettersteig

Mittaghorn führt über den Nordwestgrat

zum Gipfel und verspricht ein atemberaubendes

Panorama auf die umliegenden

Viertausender und das Saastal.

Eine geführte Tour führt Sie durch die

Feeschlucht von Saas-Fee nach Saas-

Grund. Höhepunkte der Begehung sind

die Tyro lienne und das Abseilen von der

Hängebrücke. Und mit dem Bürgerpass

entdecken Sie die Umgebung mit den

öffentlichen Verkehrsmitteln.

Angebot: 2 Nächte in einem Hotel Ihrer

Wahl, Halbpension, Bürgerpass, geführte

Begehung Klettersteig Mittaghorn und

Gorge Alpine.

Gültig: 2. 7. 2016 bis 20. 8. 2016

Preis: CHF 395. pro Person

www.walliser-sommer.ch/saasfee

Bikepark Verbier

Verbier gehört bei den Bikefans zu den

beliebten Reisezielen: Sieben Abfahrtspisten

mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden,

von der blauen Anfängerpiste

über verschiedene mittlere Pisten

bis zur Wettkampfstrecke für Meister-

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1

1 Das Vallée

du Trient und seine

Bahnen. 2 Mit dem Förster

in den Wald in Grächen.

3 Suone Clavau oberhalb von Sion.

4 Panoramaweg zum Lac Noir in Nendaz.

5 Die Gorge Alpine in Saas-Fee ist

für Jung und Alt ein Abenteuer.

6 Verbier ist ein Paradies

für Biker.

Fotos Valais/Wallis Promotion, Sedrik Nemeth, François Perraudin

schaften hier finden Sie alles. Drei der

Pisten sind mit dem Zeitmesssystem

Free lap ausgestattet: Messen Sie sich

mit den Besten, und führen Sie kleine

Wettkämpfe unter Freunden durch. Und

das alles in einer atemberaubenden

Landschaft mit einem spektakulären Panoramablick.

Gültig: 4. 6. 2016 bis 30. 10. 2016

Preis: CHF 34. pro Person

www.walliser-sommer.ch/verbier

Weinweg mit dem Velo

Mieten Sie ein Velo bei «Wallis rollt», und

entdecken Sie das Rhonetal auf zwei Rädern.

Auf der Strecke von Martigny nach

Saillon liegen Ihnen die Weinberge und

die kleinen Weinbaudörfer zu Füssen.

In der Distillerie Morand in Martigny, in

der Vinothek Fol’terres in Fully oder im

Caveau de Saillon legen Sie einen Zwischenstopp

ein und kosten saisonale

Spezialitäten. Halten Sie auf der Rückreise

bei den Bädern von Saillon an, und

gönnen Sie sich eine Massage mit warmem

Öl mit Aprikosen- oder Arnikaduft,

bevor Sie die Panoramastrecke der Rhone-Route

unter die Räder nehmen.

Angebot: Miete eines Elektrovelos ab

Martigny.

Gültig: 25. 5. 2016 bis 30. 10. 2016

Preis: CHF 45. Pro Person (Reservierung

und Miete Elektrovelo, CHF 20.

Kaution pro Velo)

www.walliser-sommer.ch/weinweg

Vallée du Trient: Fahrt mit drei Bahnen

VerticAlp Emosson bringt Sie von Le

Châtelard, einem malerischen Dorf im

Trient-Tal, mitten hinein ins Herz des Espace

Mont-Blanc, bis zur beeindruckenden

Krone des Staudamms von Emosson,

des zweitgrössten Stausees der Schweiz.

In weniger als einer Stunde erklimmt man

mit drei spektakulären Schienenbahnen

eine Höhe von 1965 Metern, von wo aus

der Blick auf den Montblanc frei ist. Ein

ausgeschilderter Wanderweg führt zur

Staumauer des Vieux Emosson. Von dort

aus kann man auf einem Spaziergang

Spuren der Dinosaurier entdecken.

Gültig: Die Bahnen fahren vom 21. 5. 2016

bis 23. 10. 2016

Preis: Hin- und Rückfahrt für alle drei

Bah nen (Standseilbahn, Panoramazug

und Mini-Standseilbahn): Erwachsene

CHF 40. pro Person; Kinder von 6 bis

16 CHF 20. (GA und Halbtaxabo bezahlen

Kindertarif, Kinder unter 6 Jahren

gratis)

www.walliser-sommer.ch/trient

4

5

6

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Musik, Sport und Feste

Im Wallis ist den ganzen Sommer über etwas los: Bike- und

Velorennen, Festivals sowie Wein- und Raclette-Feste.

www.wallis.ch/events

AGENDA

juni

SlowUp Valais

5. 6. 2016, zwischen Sierre und Sion.

Spass und Sport mit dem Velo.

www.slowupvalais.ch

Schweizer Rad-Meisterschaft

22. bis 26. 6. 2016, Martigny. Die besten

Schweizer Radprofis am Start.

www.martigny2016.ch

Aletsch Halbmarathon

26. 6. 2016, Bettmeralp. Der Gletscherlauf

von Bettmeralp aufs Bettmerhorn.

www.aletsch-halbmarathon.ch

juli

Internationales Literaturfestival

1. bis 3. 7. 2016, Leukerbad. Bereits zum

21. Mal, mit Autoren aus aller Welt.

www.literaturfestival.ch

Musikdorf Ernen

1. 7. bis 28. 8. 2016, Ernen. Barock- und

Kammermusik auf höchstem Niveau.

www.musikdorf.ch

Sierre Blues Festival

7. bis 9. 7. 2016, Sierre. Mit u. a.

The JB’ Original James Brown Band,

Candy Dulfer.

www.sierreblues.ch

Trail Verbier St-Bernard

8. bis 10. 7. 2016, Verbier. Berglauf für

gute bis sehr gute Läufer (110/61/29 km).

www.trailvsb.com

Tour de France

20. 7. 2016, Finhaut-Emosson. Das spek-

takuläre Etappenziel nach der

Fahrt von Bern bis zur Staumauer.

www.finhaut-emosson.ch

Valais Drink Pure Alphornfestival

22. bis 24. 7. 2016, Nendaz. Internationales

Alphorntreffen, mit Volksfest.

www.nendazcordesalpes.ch

Verbier Festival

22. 7. bis 7. 8. 2016, Verbier. Klassische

Musik im Herzen der Alpen.

www.verbierfestival.com

Schäferfest Gemmi

31. 7. 2016, Gemmi. Über tausend Schafe

bekommen das «Gläck» (Salz).

www.gemmi.ch

august

Cyclosportive des Vins du Valais

1. 8. 2016, Sion. Vier Rundstrecken für

alle Stärkeklassen.

www.cyclosportive.ch

Guinness Irish Festival

4. bis 6. 8. 2016, Sion. Keltische Musik

unter freiem Himmel.

www.guinessfestival.ch

Aprikosenfest

5. bis 7. 8. 2016, Saxon. Die Frucht des

Wallis zum Essen, Trinken und Feiern.

www.fetedelabricot.ch

Berglauf SierreZinal

14. 8. 2016, Sierre. Der Berglauf der

fünf 4000er, der bereits zum 43. Mal

stattfindet und der «Doyen» unter den

Bergläufen ist.

www.sierre-zinal.ch

Open Air Gampel

18. bis 21. 8. 2016, Gampel. Das gemütliche

Festival mit grossen Stars.

www.openairgampel.ch

Grand Raid

19. und 20. 8. 2016. Mountainbike-Marathon

ab Verbier, Nendaz, Hérémence

und Evolène. www.grand-raid.ch

september

Omega European Masters

1. bis 4. 9. 2016, Crans-Montana.

Die Weltelite des Golfs misst sich

auf dem schönsten Golfplatz.

www.omegaeuropeanmasters.com

VINEA Salon der Schweizer Weine

2. und 3. 9. 2016, Sierre. Die grosse

Weinmesse der Schweizer Weine.

www.vinea.ch

Swiss Epic

12. bis 17. 9. 2016, Zermatt, Verbier.

Das grosse Singletrail-Abenteuer.

www.swissepic.com

Genusswoche

15. bis 25. 9. 2016, Sion. Regionale

Produkte, einheimische Weine.

www.gout.ch

Bagnes Hauptstadt des Raclettes

24. und 25. 9. 2016, Bagnes. Raclettekäse

in allen Variationen.

www.bagnesraclette.ch

Walliser Messe

30. 9. bis 9. 1 0. 2016, Martigny. Das ganze

Wallis trifft sich an der Messe!

www.foireduvalais.ch

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Schneller ins Wallis.

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Entdecken Sie das Wallis auf zwei Rädern. Von den sonnendurchfluteten Tälern,

vorbei an sanften Rebbergen bis über kurvige Passstrassen. Für einen Sommer

voller Velo-Erlebnisse. Und als Highlight erleben Sie die Tour de France am 20.

Juli 2016 live in Finhaut-Emosson. Mehr unter wallis.ch/cycling.

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