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Wallis. Das Magazin. – Winter 2016

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AUSGABE 4 11. NOVEMBER <strong>2016</strong><br />

WALLIS<br />

INS HERZ G EMEISSELT<br />

Géraldine Fasnacht <strong>–</strong> die Vogelfrau<br />

Zwei Chinesen am Berg Der Kochtüftler<br />

aus Binn Die schönsten Terrassen Didier<br />

Défago zeigt sein Morgins <strong>Winter</strong>-Specials


Schneller ins <strong>Wallis</strong><br />

Tickets online günstiger kaufen<br />

bls.ch/autoverlad


<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> bewegt!<br />

Titel Géraldine Fasnacht in Verbier fotografiert von David Carlier<br />

Mit Geschichten, die direkt ins Herz gehen, wie die des<br />

Waisenjungen im Trickfilm «Mein Leben als Zucchini» des<br />

<strong>Wallis</strong>er Regisseurs Claude Barras. Bewegt durch Leidenschaft<br />

und Hingabe, die zu aussergewöhnlichen Leistungen<br />

am Berg führen und der Antrieb der Freeriderin und «Vogelfrau»<br />

Géraldine Fasnacht sind. Sie liebt und lebt ihr Leben in<br />

vollen Zügen. Ebenso Florent Troillet, Hochgebirgsspezialist<br />

und Streckenrekordhalter der Patrouille des Glaciers. <strong>Das</strong><br />

<strong>Wallis</strong> bewegt durch Innovation sowie altüberlieferte Traditionen.<br />

Einzigartige Naturprodukte wie der Raclette du Valais<br />

AOP oder <strong>Wallis</strong>er Eau de vie aus Williamsbirnen AOP. <strong>Wallis</strong>er<br />

Produkte, die wiederum unsere Spitzenköche zu kreativen<br />

Gaumenfreuden inspirieren, wie es Mario Inderschmitten, der<br />

junge 14­GaultMillau­Punkte­Koch, zeigt. Lassen Sie sich von<br />

den Geschichten in diesem <strong>Magazin</strong> berühren und verführen,<br />

das <strong>Wallis</strong> besser kennenzulernen. Der <strong>Winter</strong> bei uns wird<br />

Ihnen gefallen! Unsere Bergterrassen liegen über der Nebeldecke.<br />

Der Schnee ist in diesen Höhenlagen garantiert, und<br />

die Sonne scheint grosszügiger als anderswo. Entschleunigen<br />

Sie an der frischen Bergluft, und erfreuen Sie sich an dem vielfältigen<br />

<strong>Winter</strong>sportangebot in den kleinen, familiären Destinationen<br />

oder den grossen, internationalen wie den Portes du<br />

Soleil. Wir freuen uns auf Sie!<br />

Damian Constantin, Direktor Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion<br />

«<strong>Wallis</strong>» erscheint als Beilage der Schweizer<br />

Illustrierten am 11. November <strong>2016</strong> Redaktion |<br />

«<strong>Wallis</strong>», Schweizer Illustrierte, Dufourstrasse 23,<br />

8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63, info@schweizerillustrierte.ch<br />

Leitung <strong>Wallis</strong>/Leiter Zeitschriften<br />

| Urs Heller Chefredaktor | Stefan Regez<br />

Redaktionsleitung | Monique Ryser Bildchefin |<br />

Nicole Spiess Textchef | Jan Morgenthaler<br />

Layout/Produktion | Simona Guarino<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe | Anita Lehmeier<br />

impressum<br />

Fotografen | Sedrik Nemeth, David Carlier,<br />

Robert Bolognesi, Olivier Maire, Isabelle Favre<br />

Bildredaktion | Fabienne Hubler, Sonia Favre<br />

Designkonzept | Beling Thoenen Design<br />

Korrektorat | Barbara Siegrist Bildbearbeitung |<br />

Ringier Redaktions-Services Leiter Content- &<br />

Marketing-Partnerschaften | Thomas Passen<br />

Marketing | Verena Baumann, Patricia Heller<br />

Vermarktung | Admeira AG Chief Sales Officer |<br />

Arne Bergmann Managing Director Publishing |<br />

Beniamino Esposito Head of Marketing<br />

Publishing | Thomas Kords Head of Sales<br />

Publikums- und Programmpresse | Claudia Dippel<br />

Sales Service Anzeigen | +41 58 909 99 62,<br />

salesservices@admeira.ch Anzeigenpreise und<br />

AGB | www.admeira.ch Verlag | Ringier Axel<br />

Springer Schweiz AG, 8005 Zürich<br />

Produktionsleiter | Michael Passen Druck |<br />

Swissprinters AG, 4800 Zofingen<br />

EDITO<br />

3


24 32<br />

Bilder wie Scherenschnitte.<br />

Die Bilder<br />

von Robert Bolognesi,<br />

dem <strong>Wallis</strong>er<br />

Schneeforscher.<br />

Weine, die das<br />

<strong>Wallis</strong> symbolisieren:<br />

die Valais-<br />

Mundi-Kollektion<br />

von Provins.<br />

INHALT<br />

36<br />

46<br />

Er kocht mit<br />

XXL-Pinzette und<br />

wagt ungewöhnliche<br />

Kompositionen:<br />

Mario Inderschmitten.<br />

Rekordhalter<br />

Florent Troillet<br />

trainierte zwei<br />

Chinesen für die Patrouille<br />

des Glaciers.<br />

6<br />

STERNE<br />

Im Wappen des <strong>Wallis</strong> sind 13 Sterne <strong>–</strong><br />

sie stehen hier für 13 aussergewöhnliche<br />

Menschen, Orte und Produkte.<br />

12<br />

GÉRALDINE FASNACHT<br />

Die «Vogelfrau» bewältigt auf ihrem<br />

Snowboard jeden Hang und springt<br />

schon mal im Wingsuit vom Gipfel.<br />

18<br />

BERGTERRASSEN<br />

Sonne, Alpenpanorama, ein <strong>Wallis</strong>er<br />

Teller und ein Schluck Wein: Tipps für<br />

schöne Sonnenterrassen.<br />

24<br />

PORTFOLIO<br />

Der Schneeforscher Robert<br />

Bolognesi beobachtet, analysiert und<br />

fotografiert den Schnee.<br />

32<br />

ELECTUS-WEIN<br />

Valais Mundi heisst die Edition der<br />

exklusivsten Weine von Provins. Sie<br />

symbolisieren das <strong>Wallis</strong>.<br />

36<br />

MARIO INDERSCHMITTEN<br />

Der junge Koch des «Albrun» in Binn<br />

verrät das Rezept für «Bleu du Valais<br />

Crème Brulée»<br />

41<br />

FOOD<br />

<strong>Wallis</strong>er Williamine darf nur mit<br />

reifen und besten Williamsbirnen des<br />

<strong>Wallis</strong> hergestellt werden.<br />

42<br />

CLAUDE BARRAS<br />

«Mein Leben als Zucchini» heisst<br />

der Trickfilm von Claude Barras.<br />

Er geht mitten ins Herz.<br />

46<br />

PATROUILLE DES GLACIERS<br />

Wie zwei chinesische Sportler mit der<br />

Hilfe von Florent Troillet die Patrouille<br />

des Glaciers bewältigten.<br />

4


04<br />

Inhalt<br />

Géraldine Fasnacht<br />

fliegt mit dem<br />

Wingsuit und gleitet<br />

auf dem Board durch<br />

den Tiefschnee.<br />

12 18<br />

Zurücklehnen<br />

und geniessen.<br />

Ausflugstipps zu<br />

Bergterrassen.<br />

52<br />

DIDIER DÉFAGO<br />

Der Skistar aus Morgins zeigt sein Dorf.<br />

Und schwärmt vom Skigebiet<br />

Portes du Soleil.<br />

66<br />

FAMILIEN-ANGEBOTE<br />

<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> ist wie gemacht für Familien.<br />

Hier werden Kinder als Gäste<br />

ernst genommen.<br />

76<br />

WINTER-SPECIALS<br />

<strong>Winter</strong>zauber, Freiheitsgefühle und<br />

Familienspass: exklusive Angebote<br />

für einen erlebnisreichen <strong>Winter</strong>.<br />

Fotos Robert Bolognesi, Olivier Maire,<br />

Sedrik Nemeth (2), David Carlier (2)<br />

60<br />

SKIFABRIK<br />

Jeder Ski ist handgemacht, aus besten<br />

Materialien. Wie in Brig Carvingski<br />

entstehen.<br />

62<br />

BELALP<br />

Wie der <strong>Wallis</strong>er Fussballtrainer<br />

Martin Schmidt seine deutsche<br />

Fussballmannschaft überraschte.<br />

70<br />

WAMA DIAGNOSTICS<br />

<strong>Das</strong> brasilianische<br />

Diagnostik-Unternehmen lässt in<br />

Monthey forschen.<br />

72<br />

RACLETTE<br />

Der <strong>Wallis</strong>er Raclette-AOP-Käse<br />

muss strenge Kriterien erfüllen.<br />

Und ist zu 100 Prozent natürlich.<br />

82<br />

AGENDA<br />

Vom klassischen Konzert über<br />

Pistenpop bis zu Kuhkämpfen und<br />

Weltklasse-Ausstellungen.<br />

5


13 STERNE<br />

Fast so gewaltig wie in Natur<br />

Im World Nature Forum in Naters wird neben dem<br />

Besucherzentrum auch ein Unesco-Lehrstuhl aufgebaut.<br />

Naters | Die Region rund um das Unesco-<br />

Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch<br />

ist voll spannender Geheimnisse und<br />

einzigartiger Naturschätze. Dies thematisiert<br />

das neu eröffnete World Nature<br />

Forum in Naters. Es wird auch auf Gefahren<br />

hingewiesen und wie wir die Alpen<br />

schützen können. Der Wandel des Klimas<br />

bringt nicht abschätzbare Veränderungen,<br />

Herausforderungen und Fragestellungen<br />

mit sich. Wie werden in Zukunft<br />

die Wiesen und Weiden bewässert,<br />

wenn die Gletscher verschwunden<br />

sind? Wie sollen Bräuche, Dialekte und<br />

das gesamte Kulturgut erhalten werden?<br />

Wie soll sich der Tourismus ausrichten?<br />

Hier will das World Nature Forum Hilfestellung<br />

geben. Zudem entsteht in Naters<br />

ein weltweit einmaliges Besucher-,<br />

Studien- und Kongresszentrum rund um<br />

das Unesco-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch.<br />

Mit spektakulären Panoramafilmen,<br />

interaktiven Erlebnisstationen,<br />

Infografiken und Artefakten wird<br />

der Forschergeist der Besucherinnen<br />

und Besucher geweckt.<br />

www.jungfraualetsch.ch<br />

Fotos Patrik Ngu, Getty Images, HO (2)<br />

6


Kaviar aus<br />

dem <strong>Wallis</strong><br />

<strong>Winter</strong>golf <strong>–</strong> das gibts in<br />

Crans-Montana im Februar.<br />

Golfen auf<br />

dem Schnee<br />

Leuk | Der Name tönt russisch, und das<br />

Produkt hat eine lange russische Tradition.<br />

Doch wieso in die Ferne schweifen,<br />

wenn es Kaviar aus Leuk gibt? Hier<br />

produziert die Firma Kasperskian die<br />

gefragte Delikatesse. Und sie hat ein<br />

spezielles Plus: Die Fischrogen werden<br />

vom lebenden Stör abgezogen <strong>–</strong> gutes<br />

Gewissen beim Genuss inklusive. Zu den<br />

Investoren von Kasperskian gehört auch<br />

Nestlé-Chef Peter Brabeck. In einer<br />

6000 Quadratmeter grossen Halle werden<br />

die russischen und sibirischen Störe<br />

in Wasserbecken gehegt und gepflegt.<br />

www.kasperskian.com<br />

Gleiten auf<br />

dem See<br />

Ein besonderes Erlebnis:<br />

Schlittschuhlaufen auf dem<br />

Natureis des Sees in Champex.<br />

Crans-Montana | Vom 2. bis am 5. Februar<br />

2017 findet in Crans-Montana der<br />

erste <strong>Winter</strong> Golf Cup statt. Es ist nur<br />

folgerichtig, dass Crans-Montana seinen<br />

bekannten und durch die einmalige<br />

Aussicht geadelten Golfplatz auch den<br />

<strong>Winter</strong>gästen zugänglich macht. Mit<br />

über 100 Jahren Erfahrung im Golfsport<br />

wird der beliebte Ferienort nun auch<br />

zum ersten in der Westschweiz, der dieses<br />

Vergnügen ermöglicht. Crans-Montana<br />

wird sich in den <strong>Winter</strong> Golf Cup<br />

einreihen, der über Megève und Val<br />

d’Isère im <strong>Wallis</strong> Halt macht. Auf dem<br />

von Jack Niklaus gestalteten Neunlochplatz<br />

werden sich Golfer aller Niveaustufen<br />

mit dem Schnee, den anderen<br />

und sich selber messen können. Während<br />

der fünf Tage können sich die Gäste<br />

nicht nur auf dem Golfplatz tummeln,<br />

sondern an Spezialabenden auch lukullischen<br />

Genüssen frönen, findet doch<br />

gleichzeitig der Salon Vins et Terroirs<br />

statt. Und wer den Golfschläger mal zur<br />

Seite legen will, kann sich im Skigebiet<br />

von Crans-Montana vergnügen. Interessierte<br />

Golfer melden sich unter:<br />

event@crans-montana.ch<br />

Der Kaviar aus Leuk mit dem<br />

russisch anmutenden Namen.<br />

Der Kaviar<br />

wird von<br />

lebenden<br />

Fischen<br />

«gemolken»<br />

7<br />

Champex | Am Fuss des Mont-<br />

Blanc-Massivs liegt der lauschige See<br />

von Champex. Auf 1500 Metern gelegen<br />

ist er meist bereits von Mitte Dezember<br />

bis Ende April zugefroren und wird<br />

als natürliche Eisbahn freigegeben. <strong>Das</strong><br />

Gebiet wird auch «Klein Kanada der<br />

Schweiz» genannt und ist ein Paradies<br />

für Kinder und alle Schlittschuhfreunde.<br />

Je nach Wetter ist die Eisbahn täglich<br />

geöffnet, sie ist gratis. Die Fläche ist<br />

1,2 Quadratkilometer gross und erlaubt<br />

so richtige Spazierfahrten und auch mal<br />

einem Eisschnellläufer gleich auszuziehen.<br />

Schlittschuhe können in den umliegenden<br />

Sportgeschäften gemietet werden,<br />

und zum Aufwärmen gehts in die<br />

Cafés und Restaurants des schmucken<br />

und gemütlichen Dörfchens. Wer ein<br />

Wochenende bleiben will, hat Skipisten,<br />

Langlaufloipen und Schneeschuhtrails<br />

zur Auswahl. Und was die Kleinen besonders<br />

freuen dürfte: Man kann Spaziergänge<br />

mit Bernhardinern buchen. Die<br />

Hunde ziehen einen Schlitten, auf dem<br />

Kinder bis zehn Jahre Platz nehmen<br />

können.<br />

www.champex.ch


Chef’s Table für<br />

Gourmets<br />

13 STERNE<br />

Zermatt | Einmal beim Chefkoch und<br />

seiner Brigade essen <strong>–</strong> und erst noch<br />

jeden Gang in einer anderen Küche! <strong>Das</strong><br />

macht «Kitchen around», die Gastro-Tour<br />

in Zermatt, möglich. In ausgewählten<br />

Zermatter Locations dinieren die maximal<br />

vier Gäste immer dort, wo es dampft<br />

und brutzelt. Serviert wird ein Viergangmenü<br />

in vier Spitzenrestaurants. Natürlich<br />

gibt es zu jedem Gang das passende<br />

Glas Wein <strong>–</strong> zu Fuss und per Elektrotaxi<br />

geht die Vierergruppe von Location<br />

zu Location. Wer sich anmeldet, weiss<br />

nur, wo der Tisch für den ersten Gang<br />

gedeckt ist, die weiteren Stationen werden<br />

im Lauf des Abends bekannt gegeben.<br />

Im Preis für das Viergangmenü<br />

inbegriffen sind vier Gläser <strong>Wallis</strong>er<br />

Wein, Kaffee, Digestif, eine Taxifahrt und<br />

ein Überraschungsgeschenk. Sogar<br />

Allergiker können sich anmelden, sie<br />

müssen einfach zum Voraus bekannt geben,<br />

welche Unverträglichkeit sie haben.<br />

«Kitchen around» findet vom 1. bis am<br />

23. Dezember <strong>2016</strong> statt und kostet<br />

CHF 189.<strong>–</strong> pro Person.<br />

www.zermatt.ch (Kitchen around)<br />

Nur das Beste wird<br />

beim «Kitchen around»<br />

in Zermatt aufgetischt.<br />

Förderpreis an<br />

junge Fotografin<br />

Andrea Ebener verwandelt sich in Kunstwesen.<br />

Und steht sich selbst Modell.<br />

Sion | Die 29-jährige Andrea Ebener wird<br />

mit dem Kulturförderpreis des Kantons<br />

<strong>Wallis</strong> geehrt. Sie ist vor allem mit ihren<br />

Selbstporträts bekannt geworden. «Ich<br />

bin ein sehr schüchterner Mensch. Zu<br />

Beginn meiner Karriere fand ich es sehr<br />

schwierig, Models zu erklären, was ich<br />

von ihnen wollte. Deshalb begann ich,<br />

mich selber zu fotografieren.» Dabei verwandelt<br />

sie sich in Kunstwesen, bemalt<br />

sich, schmückt sich mit Fellen, Federn<br />

und Schädeln oder verwendet religiöse<br />

Symbole, um eigentümliche Kontraste zu<br />

erzeugen. Es gehe ihr dabei um das Verdichten<br />

von Stimmungen und Gefühlen,<br />

sagt Ebener, die auch mit der alten Edeldrucktechnik<br />

Cyanotypie arbeitet.<br />

cargocollective.com/ebener<br />

Fotos Dave Brüllmann, Getty Images / iStockphoto, HO (3)<br />

8


Rette sich,<br />

wer kann<br />

Die neuen Gondeln zur Bärenpiste<br />

haben zehn Plätze.<br />

Schneller auf<br />

die Bärenpiste<br />

Sion | Normalerweise will sich ja niemand<br />

freiwillig einsperren lassen <strong>–</strong> ausser<br />

es handelt sich um das neue Trendspiel<br />

«Escape the Room». Nun hat auch<br />

Sion seinen «Teufels-Caveau», einen<br />

ehemaligen Weinkeller. Bis zu acht Spielerinnen<br />

und Spieler können sich dort<br />

einschliessen lassen und haben eine<br />

Stunde Zeit, alle Rätsel zu lösen und sich<br />

damit den Weg in die Freiheit zu verschaffen.<br />

<strong>Das</strong> Spiel dreht sich um die<br />

Legende des Heiligen Theodul, des ersten<br />

Bischof von Sion, der den Wein ins<br />

<strong>Wallis</strong> brachte und den Teufel im Keller<br />

einschloss.<br />

www.escapeworld.ch (Sion)<br />

<strong>Das</strong> Onya-Hotel in Bellwald will zu den<br />

führenden Boutique-Hotels gehören.<br />

Verliebt in<br />

Bellwald<br />

Veysonnaz | Wo sich einst Bären in dichtem<br />

Wald tummelten, flitzen heute Skifahrer<br />

über weite Schneeflächen. Die Bärenpiste<br />

(Piste de l’Ours) in Veysonnaz<br />

wurde von Experten als eine der schönsten<br />

Skipisten der Welt eingestuft. Zahlreiche<br />

Weltcup-Rennen sind dort bereits<br />

ausgetragen worden, und sie bietet<br />

Schneesicherheit und verläuft praktisch<br />

durchwegs in der Fallrichtung. Ab Weihnachten<br />

ist man nun noch schneller am<br />

Start: Die neue 10er-Gondelbahn führt<br />

Schneesportlerinnen und Schneesportler<br />

von Veysonnaz aus in weniger als acht<br />

Minuten an den Start der spektakulären<br />

Piste de l’Ours. Die Beförderungskapazität<br />

beträgt mit 41 Gondeln neu 1550 Personen<br />

pro Stunde. Die NV Remontées<br />

mécaniques SA (eine Fusion von Télénendaz<br />

und Téléveysonnaz ) haben 14 Millionen<br />

Franken in die neue Bahn investiert.<br />

<strong>Das</strong> Skigebiet 4 Vallées, zu dem Veysonnaz<br />

gehört, erhält zudem acht neue<br />

Pistenkilometer dank einem neuen Verteilnetz<br />

für die künstliche Beschneiung.<br />

www.veysonnaz.ch<br />

<strong>Das</strong> Lösen der Rätsel ist der<br />

Schlüssel für die Freiheit.<br />

Bischof<br />

Theodul<br />

sperrte den<br />

Teufel in den<br />

Keller<br />

9<br />

Bellwald | Roger und Bernadette Geissberger<br />

haben vor 20 Jahren Bellwald<br />

entdeckt und lieben gelernt. Nun eröffnen<br />

sie am 17. Dezember <strong>2016</strong> das neue<br />

«The Onya Hotel****(S) <strong>–</strong> Resort & Spa»<br />

in Bellwald. Mit nur 18 Zimmern hat es<br />

das Ziel, zu den führenden Boutique-Hotels<br />

in den Schweizer Alpen zu gehören.<br />

Auf über 300 Quadratmetern befindet<br />

sich ein Wellnessbereich, der auch den<br />

Gästen des Schwesterhotels Alte Gasse<br />

offen steht. Roger Geissberger war<br />

2014 Schweizer Touristiker des Jahres<br />

und ist Partner und CEO von Knecht<br />

Reisen, der Nummer vier im Schweizer<br />

Reisemarkt. Er und seine Frau gründeten<br />

2012 die RBG Hotels & Resort AG,<br />

um das Hotel zur alten Gasse***(S) in<br />

Bellwald zu kaufen und zu renovieren.<br />

Der Bündner Roland Deriaz und seine<br />

Partnerin Lydia Stang übernehmen die<br />

Geschäftsführung der beiden Hotels,<br />

und Köchin Lydia Stang freut sich, die<br />

15 GM-Punkte-Küche der «Alten Gasse»<br />

übernehmen zu dürfen.<br />

www.onya.ch


Eine Tasse Tee<br />

hilft immer<br />

Der GaultMillau 2017.<br />

Paradies für<br />

Gourmets<br />

<strong>Wallis</strong> | <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> zählt 72 GaultMillau-<br />

Spitzenrestaurants mit total 996 Punkten<br />

(12 Punkte und mehr). <strong>Das</strong> sind sechs<br />

Restaurants und insgesamt 60 GaultMillau-Punkte<br />

mehr als im Vorjahr!<br />

Schweizweit zu den Besten der Besten<br />

gehören nach wie vor Didier de Courten<br />

vom Hotel Terminus in Sierre mit<br />

19 Punkten und Markus Neff vom Fletschhorn<br />

in Saas-Fee mit 18 Punkten.<br />

Die GaultMillau-Aufsteiger 2017 sind<br />

mit 17 Punkten: Le Mont Blanc, Crans-<br />

Montana, und After Seven, Zermatt.<br />

Mit 14 Punkten: Balmhorn, Leukerbad;<br />

Héliantis, Massongex; The Capra <strong>–</strong> La<br />

Locanda by Oliver Glowig, Saas-Fee;<br />

Café du Marché, Sitten; Chez Heini,<br />

Zermatt; Chez Vrony, Zermatt; China<br />

Garden, Zermatt. Mit 13 Punkten: Baschi,<br />

Geschinen.<br />

Als Neueinsteiger glänzen mit 15 Punkten:<br />

Hubertus, Obergesteln; Nouvo<br />

Bourg, Saillon. Mit 14 Punkten: Albrun,<br />

Binn; La Malvoisie, Leukerbad; Moosalp,<br />

Törbel. Mit 13 Punkten: Le Soleil de<br />

Dugny, Dugny/Leytron; Mühle, Geschinen.<br />

Mit 12 Punkten: Le Communal,<br />

Val-d’Illiez; Grotto de la Fontaine, Sitten.<br />

Der Guide Michelin Schweiz 2017 hat<br />

Ivo Adam, Restaurant After Seven in Zermatt,<br />

neu zwei Sterne verliehen.<br />

Martigny | Was gibt es Besseres als<br />

einen heissen Tee in der warmen Stube,<br />

wenns draussen stürmt und schneit?<br />

Die Kräutertees Grand-St-Bernard aus<br />

biologischem <strong>Wallis</strong>er Anbau sind dann<br />

genau das Richtige. Die sechs Sorten<br />

Minze, Verbena, Thymian, Salbei, Kamille<br />

und Melisse helfen gegen allerlei<br />

Zipperlein. Hergestellt werden die Kräutertees<br />

von der Rostal Herbes Aromatiques<br />

Grand-St-Bernard SA. Neben den<br />

Kräutertees gibt es auch Gewürzmischungen<br />

mit biologischen <strong>Wallis</strong>er<br />

Kräutern.<br />

www.rostal.ch<br />

Kräutertees aus dem <strong>Wallis</strong> bringen<br />

die Sommersonne in die Tassen.<br />

Biologische<br />

Kräutertees<br />

in sechs<br />

Sorten<br />

<strong>Das</strong> Viersternehaus<br />

setzte beim Bau vor allem<br />

auf Stein und Holz.<br />

Neues Hotel für<br />

Bains de Saillon<br />

Saillon | 140 Meter lang, 78 Zimmer und<br />

sechs Restaurants: <strong>Das</strong> ist das neue Viersternehotel<br />

Bains de Saillon. Nach dreijähriger<br />

Bauzeit und einer Investition<br />

von 40 Millionen Franken hat der Thermalbadeort<br />

Saillon ein neues Wahrzeichen<br />

bekommen. Der Komplex gehört<br />

der Hotelgruppe Boas, die seit der Übernahme<br />

der Bäder 2008 die Zahl der<br />

Eintritte von jährlich 33000 auf 50000<br />

gesteigert hat. <strong>Das</strong> Bad umfasst ein<br />

25-Meter-Becken, drei Thermalbäder<br />

mit Wassertemperaturen zwischen 32<br />

und 43 Grad, einen Thermenfluss, ein<br />

Sauna- und Hamam-Dorf, einen Carpe-<br />

Diem- und Spa-Bereich sowie Planschbecken<br />

und Wasserrutschen für Kinder.<br />

Die Boas Swiss Hotels entstanden aus<br />

dem Betrieb von Alters- und Pflegeheimen<br />

und zählen mit zehn Hotels heute<br />

zu den grösseren Hotelbetreibern der<br />

Schweiz. Im <strong>Wallis</strong> gehören der Hotelgruppe<br />

neben den Bains de Saillon<br />

das Viersternehotel 4 Vallées und Spa<br />

in Nendaz und das Hotel de la Poste in<br />

Sierre.<br />

www.bainsdesaillon.ch<br />

Fotos Getty Images, Sedrik Nemeth, HO (2)<br />

10


Hier kaufen Skilehrer<br />

Diese Skijacken sieht man überall. Pierre-Paul Genevard<br />

kleidet Skischulen in der ganzen Schweiz ein.<br />

Torgon | Pierre-Paul Genevard, Skilehrer<br />

aus Torgon, hat vor über 30 Jahren<br />

eine Marktlücke entdeckt: Skischulen<br />

müssen sich regelmässig neu einkleiden<br />

und brauchen auch sonst immer wieder<br />

neues Material, um den Schülerinnen<br />

und Schülern gerecht zu werden. Also<br />

begann er, Skijacken und -hosen zu designen,<br />

genau nach den Bedürfnissen<br />

von ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen.<br />

Rot müssen sie sein, mit einem<br />

weissen Streifen, und Taschen müssen<br />

sie haben, in der neusten Kollektion<br />

20 an der Zahl. Dank der Zusammenarbeit<br />

mit dem Verband der Schweizer Skischulen<br />

beliefert er so seitdem an die<br />

200 Skischulen in der ganzen Schweiz.<br />

Eine Kollektion ist immer für zwei Jahre<br />

11<br />

erhältlich, denn nicht alle Skischulen ändern<br />

das Tenue jedes Jahr. Zudem lässt<br />

Genevard Stangen, Medaillen, aufblasbare<br />

Elemente, Fahnen und auch das<br />

Maskottchen der Schweizer Skischulen,<br />

Snowli, herstellen. So wurde Torgon zum<br />

Mekka der Skischulen. Und Genevard<br />

hat nun immer auch im Sommer zu tun.<br />

boutique.goldtest.com


Géraldine Fasnacht auf einer ihrer<br />

Freeride-Abfahrten an den Hängen des<br />

Mont Gelé im Skigebiet von Verbier.<br />

FREERIDE<br />

12


«ICH LIEBE<br />

MEIN LEBEN»<br />

Kein Hang zu steil, kein Gipfel zu hoch.<br />

Géraldine Fasnacht schnallt sich Ski<br />

oder Snowboard, Wingsuit oder Fallschirm<br />

an und schwebt verschneite Hänge hinunter.<br />

«Ich lebe meinen Traum.»<br />

Text: Monique Ryser Fotos: David Carlier<br />

13


FREERIDE<br />

1<br />

2<br />

3<br />

14


«Ich kam<br />

mir vor wie<br />

Alice im<br />

Wunderland»<br />

1 An den Hängen<br />

des Mont Fort<br />

ist Géraldine Fasnacht<br />

fast täglich, kaum ist der erste<br />

Schnee da. «Bevor die Bahnen öffnen,<br />

steige ich mit den Fellen auf.» 2 Géraldine:<br />

«<strong>Das</strong> Wichtigste und Schwierigste ist die<br />

Visualisierung der Strecke, immer<br />

und immer wieder.» 3 <strong>Das</strong><br />

Couloir Marinelli am<br />

Monte Rosa.<br />

Charismatisch ist sie, offen und<br />

herzlich. Wenn sie spricht, spürt<br />

man, was sie fühlt und denkt. Da<br />

ist mal Freude, Energie, aber dann auch<br />

Traurigkeit und Reflexion. Géraldine Fasnacht<br />

wird auch als «Vogelfrau» bezeichnet,<br />

weil das Bild mit ihr im Wingsuit, wie<br />

sie sich von der Spitze des Matterhorns<br />

in die Tiefe fallen lässt, um die Welt ging.<br />

Sie ist eine Vogelfrau, weil sie fliegen<br />

kann. Aber auch, weil sie aus ihrem<br />

Innersten heraus frei ist <strong>–</strong> frei, das zu<br />

tun, was sie am liebsten tut. Mit allen<br />

Konsequenzen.<br />

Fliegen hat sie schon als Kind fasziniert.<br />

Deshalb ging sie nach der Schule zur<br />

Swiss am Flughafen Genf. Aber auch der<br />

Schnee übte seit jüngster Jugend eine<br />

Anziehungskraft auf sie aus: «Ich bin in<br />

Poliez-le-Grand aufgewachsen, aber war<br />

jeweils ab dem ersten Schnee in jeder<br />

freien Minute mit meinen Eltern in Verbier.»<br />

Snowboard ist sie schon damals<br />

gefahren, wann immer und so verrückt<br />

es ging, aber nie hatte sie auch nur einen<br />

Gedanken daran verschwendet, dass<br />

Schneesport mehr als ein Hobby sein<br />

könnte. Géraldine arbeitete zu 100 Prozent<br />

am Flughafen Genf und ging einfach<br />

wann immer möglich auf die Pisten. Sie<br />

war ein Fan <strong>–</strong> ein Fan der Extremsnowboarder,<br />

die sich einmal im Jahr am<br />

Xtreme Verbier messen. «<strong>Das</strong> waren<br />

meine Idole. Ich bewunderte alle und<br />

hatte den einen grossen Traum: Einmal<br />

im Leben wollte ich daran teilnehmen<br />

und inmitten all dieser Stars die Bec des<br />

Rosses hinunterfahren.»<br />

In der Szene schien die mutige und talentierte<br />

junge Frau beobachtet zu werden,<br />

denn sie wurde 2002 eingeladen,<br />

am Xtreme von Verbier teilzunehmen.<br />

15<br />

«Ich war völlig aus dem Häuschen, und<br />

plötzlich war mir klar: Wenn du schon<br />

diese Chance bekommst, musst du dich<br />

auch richtig vorbereiten. Ich überlegte<br />

lange, diskutierte mit meinen Eltern und<br />

entschied mich schliesslich, den Job für<br />

ein Jahr an den Nagel zu hängen, nach<br />

Verbier zu ziehen und zu trainieren.» Ihre<br />

Mutter habe ihr Mut gemacht, habe<br />

gesagt: «Pass auf, dass du später nicht<br />

einer verpassten Chance nachtrauerst.<br />

Einen Job findest du immer wieder.»<br />

Géraldine Fasnacht war damals 21, und<br />

es begann ein neues Leben: Morgens<br />

war sie auf den Pisten, nachmittags<br />

arbeitete sie in einem Reisebüro, abends<br />

in einem Restaurant. So konnte sie<br />

knapp genügend Geld für die Miete, fürs<br />

Essen und den Sport aufbringen. Als der<br />

grosse Moment kam, reihte sie sich für<br />

eine Woche in die Freeride-Szene ein,<br />

konnte mit den andern trainieren, war<br />

Teil von ihnen. «Es kam mir vor, als wäre<br />

ich Alice im Wunderland. Ich hatte<br />

erreicht, was ich wollte, und war überglücklich»,<br />

erinnert sie sich. Am Tag des<br />

Rennens sei sie die fast vertikale Wand<br />

völlig unbeschwert runtergefahren. «Ich<br />

war ja die Jüngste von allen, die meisten<br />

waren um die 30 und ich das Kücken.<br />

Nichts habe ich erwartet, gar nichts,<br />

mein Ziel war nur dabei zu sein.» Doch<br />

das Kücken überraschte alle, belegte<br />

den ersten Rang und konnte für den Final<br />

antreten. Und da wartet gleich der<br />

zweite Höhepunkt: «Wir Rider steigen<br />

immer zu Fuss auf, für den Final wurden<br />

wir aber mit dem Helikopter nach oben<br />

geflogen <strong>–</strong> auch das war für mich ein unglaubliches<br />

Erlebnis.» Der Rest ist dann<br />

Geschichte: Géraldine gewann auch den<br />

Final und ging als jüngste Siegerin des


FREERIDE<br />

Xtreme Verbier in die Annalen ein. Da<br />

war für sie klar: Jetzt mache ich Freeride<br />

und Snowboard zu meinem Leben.<br />

Sie nimmt an der Freeride World Tour<br />

teil, heimst Preise und Spitzenplätze ein,<br />

wird immer besser und zur Vorzeigefrau<br />

der Freeride-Szene. Doch etwas fehlt<br />

noch: Im <strong>Winter</strong>, im Schnee, fühlt sie sich<br />

zu Hause und ausgefüllt, doch im Sommer<br />

weiss sie nicht, wohin mit ihrer Energie<br />

und dem Wunsch, weitere Grenzen<br />

zu erkunden. Sie lernt Fallschirmspringen<br />

und entdeckt ihre Freude am Fliegen.<br />

Nach über 300 Sprüngen aus dem<br />

Flugzeug dann der nächste Schritt: Sie<br />

wechselt zum Basejumping <strong>–</strong> dem Springen<br />

mit dem Fallschirm von einem Felsen<br />

oder einem anderen festen Objekt.<br />

Von da zum Wingsuit war es nicht mehr<br />

weit: 2004 macht sie ihren ersten Flug<br />

in einem Gewand, das Flügel nachahmt<br />

und den Körper des Menschen so verwandelt,<br />

dass er einem Vogel ähnlich<br />

wird. «Im Wingsuit fühlt man sich auch<br />

wie ein Vogel, es gibt kein grossartigeres<br />

Gefühl, als damit in der Luft zu liegen,<br />

sich in den Wind zu legen, auf Strömungen<br />

zu kreisen», schwärmt die heute<br />

30-Jährige. Weltweit bekannt wurde sie<br />

mit ihrem Flug vom Gipfel des Matterhorns,<br />

einer Weltpremiere, die sie zusammen<br />

mit Julien Meyer wagte. Die Bilder<br />

gingen um die Welt, aus Géraldine<br />

war endgültig die Vogelfrau geworden.<br />

Und wie um zu beweisen, dass es nicht<br />

nur um Mut und Spektakel geht, hat sie<br />

vor kurzem ein schon fast poetisches<br />

Projekt abgeschlossen: Sie flog mit einem<br />

Adler zu Tal. Fliegen, der grosse<br />

Menschheitstraum, für sie ist er Realität.<br />

Klar kommt einem dabei aber auch Ikarus<br />

in den Sinn, der mit seinen Flügeln<br />

der Sonne zu nahe kam und es mit dem<br />

Tod büssen musste. Dieses Gleichnis,<br />

das besagt, dass wir das Schicksal nicht<br />

herausfordern sollen. Géraldine hat das<br />

am eigenen Leib erfahren: Ihr Mann<br />

starb beim Speedflying, ihre Schülerin<br />

Estelle Balet kam bei einem Lawinenniedergang<br />

ums Leben, in einem Couloir,<br />

durch das Géraldine Fasnacht noch<br />

problemlos runtergefahren war. «Ja, das<br />

sind schlimme Erinnerungen. Ich denke<br />

täglich an Estelle. Bis jetzt habe ich mich<br />

immer gefreut, wenn der erste Schnee<br />

kam, dieses Jahr habe ich nichts dagegen,<br />

wenns noch ein bisschen dauert.»<br />

Für sich hat sie keine Angst, denn ihre<br />

Abfahrten und Flüge hätten nichts mit<br />

Abenteuer zu tun, sondern mit teilweise<br />

jahrelanger Planung, exakter Beobachtung,<br />

minutiöser Vorbereitung.<br />

«Tatsache ist einfach, dass ich den Menschen,<br />

die ich liebe, in den Bergen am<br />

nächsten bin.» Wenn sie einen Berg raufwandere,<br />

den Schnee knirschen höre,<br />

die majestätische Aussicht vor Augen,<br />

dann sei sie ihnen am nächsten. Und:<br />

«Wenn ein Freund beim Autofahren ums<br />

Leben kommt, geht man ja auch weiterhin<br />

auf die Strasse.» Géraldine glaubt<br />

daran, dass ein Leben dann komplett ist,<br />

wenn man seinem inneren Ruf folgt. Deshalb<br />

hilft sie mit einer Stiftung jungen<br />

Freeridern, ihren Traum zu verwirklichen.<br />

Als Mentorin und finanziell. Frei<br />

sein wie ein Vogel <strong>–</strong> das wünscht sie auch<br />

andern.<br />

Mehr Infos: geraldinefasnacht.com<br />

Géraldine Fasnacht hält Vorträge zu<br />

Themen wie Risikomanagement, Motivation<br />

und Grenzen überwinden.<br />

«Die<br />

Visualisierung<br />

ist das<br />

Wichtigste und<br />

Schwierigste»<br />

1<br />

16


1 Géraldine<br />

Fasnacht an den Hängen<br />

des Mont Fort. Links oben der<br />

Bec des Rosses, wo alljährlich das<br />

Xtreme Verbier stattfindet. 2 Auf dem<br />

Weg zum Mont Fort. Géraldine trägt<br />

immer einen Helm und einen<br />

Lawinenschutz-Rucksack.<br />

2<br />

17


Crans-<br />

Montana<br />

Zwischen 1500 und<br />

3000 Metern Höhe befindet<br />

sich das nach Süden gelegene Skigebiet<br />

von Crans-Montana. Schneesport<br />

140 markierte Pistenkilometer für jedes<br />

Niveau führen von den Bergspitzen<br />

über dem Plaine-Morte-<br />

Gletscher bis zum<br />

Hochplateau.<br />

AUSFLÜGE<br />

18


T E R R A S S E N<br />

Süsses Nichtstun<br />

in den Bergen<br />

Wieso unter der Nebeldecke verharren, wenn es<br />

im <strong>Wallis</strong> doch so viele schöne Bergterrassen<br />

mit Sonne und Alpenpanorama gibt? Sie sind zu<br />

schön, um nur in den Skiferien besucht zu werden.<br />

Fotos: Sedrik Nemeth<br />

«Le Chetzeron»<br />

Umbau | <strong>Das</strong> Hotel und Restaurant<br />

Chetzeron ob Crans-Montana ist die rundum<br />

erneuerte alte Chetzeron-Seilbahnstation<br />

auf 2112 Metern. 12 Punkte | <strong>Das</strong> Restaurant<br />

hat 12 GaultMillau-Punkte, die Bar einen<br />

gemütlichen Kamin, und die Terrasse erstreckt<br />

sich über drei Etagen. Hinkommen |<br />

Mit der Seilbahn auf den Cry d’Er.<br />

Eines wissen die <strong>Wallis</strong>erinnen und<br />

<strong>Wallis</strong>er ganz genau: <strong>Das</strong> Leben ist<br />

zu kurz, um sich nicht zwischendurch<br />

auch mal was Gutes zu tun. Ein feiner<br />

<strong>Wallis</strong>er Teller und ein Glas Wein<br />

passen schliesslich zu jeder Tageszeit <strong>–</strong><br />

und sie halten uns an, kurz zu pausieren<br />

und dem Gegenüber ein bisschen der<br />

unaufhörlich eilenden Zeit zu widmen.<br />

Am besten auf einer Bergterrasse, inmitten<br />

einer verschneiten Landschaft und<br />

mit Panoramablick.<br />

Die Auswahl ist riesig. Von der einfachen<br />

Hütte bis zum Sternerestaurant gibt es<br />

alles. Die höchstgelegene Iglu-Bar Europas<br />

mit Alpenpanoramablick gibts auf<br />

dem Mont Fort auf 3300 Metern. Hier<br />

sieht man vom Wildhorn bis zu den<br />

Diablerets, über die Jungfrau, das Weisshorn,<br />

das Matterhorn und den Mont<br />

Blanc. Die Mont-Fort-Kabinenbahn<br />

bringt Gäste direkt dahin. Sogar auf<br />

3457 Metern ist das welthöchste Drehrestaurant<br />

auf dem Mittelallalin oberhalb<br />

Saas-Fee. Nach zehn Minuten Luftseilbahn-Gondelfahrt<br />

zum Felskinn geht<br />

es mit zehn Metern pro Sekunde hinauf<br />

19<br />

in der höchstgelegenen Metro-Standseilbahn.<br />

Nur zu Fuss erreichbar ist die<br />

SAC-Lämmerenhütte, die von Crans-<br />

Montana oder von Leukerbad aus mit<br />

Fellen erwandert werden kann. Man<br />

wird belohnt mit majestätischer Bergwelt<br />

und erholsamer Stille. Die Hütte öffnet<br />

erst im Februar für die <strong>Winter</strong>saison.<br />

<strong>Das</strong> pure Gegenteil davon ist der «Hennu<br />

Stall» in Zermatt. Die Après-Ski-Bar<br />

auf der Furi-Abfahrt nach Zermatt ist bekannt<br />

für heissen Sound, coole Drinks<br />

und sehr viel Fröhlichkeit. Tänzerinnen,<br />

DJ und Live-Performance gibts bereits<br />

zum Vor-Après-Ski im «Mouton Noir» in<br />

Verbier auf Les Ruinettes. Wer Stars sehen<br />

will, kann danach im «La Vache» in<br />

Verbier Halt machen, James Blunt gehört<br />

hier zu den Investoren und ist oft in<br />

Verbier. Familiär ist die «Hannigalp» in<br />

Grächen <strong>–</strong> hier haben auch Kinder ihre<br />

helle Freude! Berghüttenstimmung direkt<br />

am Pistenrand bietet die Bättmer-<br />

Hitta auf der Bettmeralp. Hier gibts Hüttenhörnli,<br />

Eringerwurst oder das <strong>Wallis</strong>er<br />

Gericht Cholera. Fussgänger nehmen<br />

die Sesselbahn Wurzenbord.


Grimentz<br />

Im Val d’Anniviers<br />

gelegen bietet Grimentz<br />

ein atemberaubendes Panorama,<br />

geschützte Natur und moderne<br />

Sportanlagen. Schneesport Skifahren,<br />

Snowboarden, Telemarken, Schlitteln<br />

und Schneeschuhwandern: <strong>Das</strong><br />

Val d’Anniviers ist der ideale<br />

Tummelplatz für<br />

<strong>Winter</strong>sportnarren.<br />

AUSFLÜGE<br />

«l’étable du marais»<br />

Stall | Aus einem alten Stall wurde ein<br />

gemütliches Restaurant. <strong>Wallis</strong>er<br />

Köstlichkeiten | Die Buvette de l’Étable<br />

du Marais in Grimentz trägt das Label<br />

«<strong>Wallis</strong>er Köstlichkeiten». Hinkommen | Zur<br />

Buvette kommt man zu Fuss ab Bendolla<br />

oder auf Ski ab der Bergstation des<br />

Sessellifts Grands Plans.<br />

Fotos HO<br />

20


«Chez Vrony»<br />

Familientradition | <strong>Das</strong> Restaurant in<br />

Findeln auf 2100 Metern wird seit über<br />

hundert Jahren von der Familie Julen<br />

betrieben. Vronys Bruder Heinz hat es<br />

gestaltet. 14 GaultMillau-Punkte | Von der<br />

Findler Heusuppe über Klassiker.<br />

Hinkommen | Auf Ski oder zu Fuss<br />

(20 Min.) ab Station Sunnegga ob Zermatt.<br />

Zermatt Am<br />

Fuss des Matterhorns<br />

bietet Zermatt spektakuläre<br />

Abfahrten, unberührte<br />

Hänge, Schneesicherheit an 365 Tagen<br />

im Jahr. Autofrei <strong>Das</strong> autofreie Dorf<br />

bietet Unterkünfte für jedes Budget.<br />

Gletscher Zwischen Zermatt<br />

und Breuil-Cervinia liegt das<br />

höchstgelegene<br />

Skigebiet der<br />

Schweiz.<br />

21


«Hamilton Lodge»<br />

Alpenchic | Die Lodge befindet sich in<br />

2100 Metern Höhe auf der Belalp nahe dem<br />

Aletschgletscher. Kulinarik | Gesundheit ist<br />

ein zentraler Begriff, und biologische Zutaten<br />

bilden einen festen Bestandteil des<br />

kulinarischen Angebots. Nicht verpassen:<br />

Die selbst gemachten Kuchen! Hinkommen |<br />

Mit der Belalpbahn ab Blatten.<br />

AUSFLÜGE<br />

Belalp<br />

<strong>Das</strong> Gebiet Blatten-<br />

Belalp bietet Skifahrern,<br />

Snowboardern, Langläufern,<br />

Schneeschuhwanderern und Schlittlern<br />

ein abwechslungsreiches <strong>Winter</strong>angebot<br />

auf sechzig Pistenkilometern von<br />

1322 bis 3112 Metern Höhe. Autofrei<br />

Die Belalp ist autofrei<br />

und seit 1954 mit einer<br />

Seilbahn erschlossen.<br />

22


Saint-Luc/<br />

Chandolin<br />

gilt im <strong>Winter</strong> als schneesicher.<br />

Haute Route <strong>Das</strong> Hotel<br />

Weisshorn ist Etappenort der Haute<br />

Route Impériale, die durch anspruchsvolles<br />

Gelände führt und das Herz der <strong>Wallis</strong>er<br />

Alpen durchquert. Inmitten von<br />

Viertausendern gehört sie<br />

zu den imposantesten<br />

Skitourenrouten.<br />

«Weisshorn»<br />

Historisch | <strong>Das</strong> Hotel Weisshorn in<br />

Saint-Luc wurde bereits in den 1880er-<br />

Jahren erbaut. Typische Spezialitäten | <strong>Das</strong><br />

Restaurant serviert typische <strong>Wallis</strong>er und<br />

Schweizer Speisen. Spezialität ist der<br />

Feuerring. Hinkommen | <strong>Das</strong> «Weisshorn»<br />

erreicht man nur zu Fuss, mit Schneeschuhen<br />

oder Fellen ab Saint-Luc.<br />

Fotos Rudgr, Pauline Joosten<br />

23


N A T U R S C H ÖNH E I T E N<br />

Schnee<br />

Watteweich und ruhevoll: So wird<br />

die Landschaft nach dem ersten<br />

Schnee. Der Schneeforscher<br />

Robert Bolognesi fängt<br />

diese Stimmung ein und schafft<br />

Bilder wie Gemälde.<br />

PORTFOLIO<br />

Fotos: Robert Bolognesi<br />

24


25


PORTFOLIO<br />

26


27


PORTFOLIO<br />

28


29


PORTFOLIO<br />

30


Die Eiskristalle sind<br />

seine ganze Passion<br />

Text: Monique Ryser<br />

Schon als Kind wusste Robert<br />

Bolognesi, dass sein Beruf einmal<br />

irgendwas mit Schnee zu tun haben<br />

musste. «Ich liebe den <strong>Winter</strong>, ich<br />

liebe die Kälte, und Schnee ist etwas<br />

vom Faszinierendsten, was die Natur erschaffen<br />

hat», schwärmt Bolognesi. Und<br />

nun hat er, wie geplant, seinen Traumberuf.<br />

Er ist Schneeforscher und berät<br />

mit seiner Firma Météorisk Gemeinden,<br />

Bergbahnbetreiber, Pistenbauer<br />

und Veranstalter in Bezug auf die unvorhersehbaren<br />

Tücken des Schnees. Auch<br />

an den Olympischen Spielen in Sotschi<br />

war er als Schneeberater tätig. Völlig<br />

klar, dass er den ersten Schnee herbeisehnt,<br />

wobei er im <strong>Wallis</strong> dank der<br />

Gletscher ja das ganze Jahr über Forschungsmaterial<br />

hat. Seine zweite grosse<br />

Leidenschaft ist das Fotografieren <strong>–</strong><br />

am liebsten natürlich Schnee. Mit seinen<br />

Makroaufnahmen von Schneeflocken<br />

kann er so auch dem Laien erklären, wie<br />

komplex und welches Wunder der Natur<br />

der Schnee ist. Ganz verschiedene<br />

Flocken gebe es, erklärt er. Eiskristalle<br />

wie Sterne mit feinsten Nadeln oder<br />

plättchenförmige Sechsecke, die aussehen,<br />

als wären sie eine filigrane Skulptur.<br />

Gross oder klein, schnell schmelzend<br />

oder resistent <strong>–</strong> je nach Luftfeuchtigkeit,<br />

Luft­ und Bodentemperatur kommen die<br />

leichten Flocken in verschiedensten<br />

Ausprägungen daher.<br />

Und warum eigentlich ist der Schnee<br />

weiss, Herr Bolognesi? «Weil die Eiskristalle<br />

das Licht sämtlicher sichtbarer Wellenlängen<br />

reflektieren und so die Farbe<br />

Weiss entsteht.» Als Fotograf weiss er<br />

aber, dass bei hellem Licht immer ein<br />

leichter Blauton vorhanden ist, weshalb<br />

der Schnee das Gefühl von Kälte auslöst.<br />

Wenn hingegen bei Morgen­ oder<br />

Abendrot fotografiert wird, resultiert ein<br />

leichter Rotton, der einem das Gefühl<br />

gibt, der Schnee sei wärmer. Von blossem<br />

Auge sieht man diese Unterschiede<br />

fast nicht, aber auf einer Fotografie kommen<br />

sie klar hervor.<br />

Schöner Schneefall entsteht meist bei<br />

Temperaturen von minus 5 bis minus<br />

10 Grad. «Schneien kann es aber auch<br />

bei bis zu plus 2 Grad. Und auch bei sehr<br />

kalten Temperaturen, dann schneit es<br />

einfach weniger ausgiebig», erklärt der<br />

Schneeforscher, der Geografie und Informatik<br />

studiert und vor der Gründung<br />

seines Büros am Eidgenössischen Institut<br />

für Schnee­ und Lawinenforschung<br />

in Davos gearbeitet hat. Die Dichte des<br />

Schnees ist je nach Feuchtigkeitsgehalt<br />

verschieden. «Ist er trocken, wiegt ein<br />

Kubikmeter rund 100 Kilogramm, bei<br />

feuchtem Schnee sind es bis 500 Kilogramm<br />

pro Kubikmeter.»<br />

Da Schnee immer in Schichten aufeinanderliegt<br />

und der Untergrund ebenfalls<br />

aus Höhen und Tiefen, Fels und Erde besteht,<br />

sei oft schwer voraussehbar, wie<br />

sich die Massen bewegen. Mit Messstationen,<br />

Beobachtungen und einem Team<br />

von Mitarbeitern macht Bolognesi so<br />

genaue Vorsagen wie eben möglich.<br />

Dabei begibt er sich auch in gefährliche<br />

Situationen, «an Orte, an die ich nicht<br />

fürs Vergnügen hinginge». Aber das sei<br />

er seinen Kunden schuldig, und er treffe<br />

ausserordentliche Vorsichtsmassnahmen,<br />

um das Risiko zu minimieren.<br />

Wie zum Ausgleich hat er für das Portfolio<br />

unseres <strong>Wallis</strong>­Heftes Bilder von<br />

Bäumen ausgewählt, fotografiert im<br />

Mittelwallis. «Es sind Bilder von Bramois,<br />

Arbaz und vom Col de la Forclaz. Auf<br />

den Bäumen liegt frischer Schnee, noch<br />

ganz leicht und weich», so Bolognesi.<br />

31<br />

Schneekristalle von trockenem Schnee, die<br />

sich verbunden haben (oben). Nach einer<br />

kalten Nacht mit Raureif überzogene<br />

Schneeplättchen.


Damien Carruzzo, Kellermeister<br />

bei Provins und verantwortlich für<br />

die Vinifizierung des Electus.<br />

WEIN<br />

Der frische Traubensaft schäumt.<br />

Später wird er im Holzbarrique einer<br />

grossen Zukunft entgegenreifen.<br />

32


E L E C T U S<br />

Der Schweizer<br />

Weltklassewein<br />

Bei seiner Lancierung machte er Schlagzeilen<br />

wie kein anderer Wein zuvor. Electus, der<br />

Spitzenwein aus dem <strong>Wallis</strong>. Der weisse Eclat<br />

komplettiert nun die Kollektion von Valais Mundi.<br />

Text: Elsbeth Hobmeier Fotos: Olivier Maire<br />

Provins, die grösste Genossenschaftskellerei<br />

der Schweiz, hatte<br />

einen Traum. Sie wollte einen<br />

grossen Schweizer Wein lancieren <strong>–</strong><br />

einen, der sich mit der Weltspitze messen<br />

kann. Klar, es gab und gibt bereits<br />

gute Schweizer Weine, einige Pinots<br />

noirs und Merlots können bei internationalen<br />

Degustationen weit vorn<br />

mitmischen. Aber es sollte ein unüberseh-<br />

und unüberhörbarer Botschafter<br />

werden, aus den allerbesten <strong>Wallis</strong>er<br />

Reblagen und allerbesten Rebsorten.<br />

Denn sie war überzeugt: <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> hat<br />

das Zeug zum Mittel- und Knotenpunkt<br />

der Weinwelt Europas.<br />

Provins rüstete sich also, um einen Wein<br />

namens Electus, den Auserwählten, zu<br />

schaffen. Zehn Jahre lang suchte man<br />

nach den geeigneten Rebbergen und<br />

experimentierte mit mehreren Traubensorten.<br />

Gewählt wurden schliesslich die<br />

typischen <strong>Wallis</strong>er <strong>–</strong> Humagne Rouge,<br />

Cornalin, Syrah und Diolinoir <strong>–</strong>, dazu kamen<br />

die internationalen <strong>–</strong> Merlot, Cabernet<br />

Franc und Cabernet Sauvignon.<br />

Die ersten Versuche mit Jahrgang 2008<br />

und 2009 kamen noch nicht an das<br />

grosse Ideal heran. Der 2010er schaffte<br />

dann den Sprung an die Öffentlichkeit.<br />

Alle Traubensorten wurden einzeln vergoren,<br />

lange an der Maische belassen<br />

und während 18 Monaten in Fässern aus<br />

französischer Eiche gereift, bevor sie als<br />

Assemblage vereint wurden. 2014 kam<br />

der erste Electus in den Verkauf.<br />

Diese Lancierung ging wie ein Erdbeben<br />

durch die Weinwelt. Auch wegen<br />

des Preises. Was Wunder, wenn sich<br />

vorerst die Diskussion praktisch nur darum<br />

bewegte, vor allem weil damals<br />

noch die wenigsten Weinfreunde und<br />

-kenner die Gelegenheit hatten, das<br />

neue Wunderkind auch selber zu<br />

degustieren?<br />

Die Aufregung legte sich. Und die Argumentation<br />

verlegte sich in Richtung<br />

Genuss. Namhafte Weinjournalisten<br />

hatten in der Zwischenzeit ihre Nase<br />

tief ins Electus-Glas gesteckt und ihre<br />

Punktezahlen und Kommentare veröffentlicht.<br />

So sah ihn zum Beispiel Jan-<br />

33


<strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong><br />

ist ein Paradies der<br />

Einzellagen und der<br />

autochthonen Rebsorten.<br />

Humagne Rouge, Cornalin, Diolinoir,<br />

Syrah, Merlot, Cabernet Franc und Cabernet<br />

Sauvignon bilden den 2011-Electus.<br />

Der Weisswein Eclat 2015 aus<br />

Petite Arvine und Heida<br />

kommt im November<br />

in den Verkauf.<br />

WEIN<br />

cis Robinson, die Grande Dame der<br />

Weinjuroren: «Sehr komplexe Nase, die<br />

an rote Johannisbeeren erinnert, ein<br />

Hauch Leder, eine Spur Grafit und eine<br />

körnige Struktur mit viel Frische. Erstaunlich<br />

vielschichtiges und überaus<br />

angenehmes, lang anhaltendes Finale.<br />

Eher kantig als lieblich, ein subtiler<br />

Wein.» René Gabriel, der grosse Schweizer<br />

Bordeaux-Papst, notierte nachdem<br />

er den 2011er verkostet hatte: «Warmes,<br />

ausladendes Bouquet. Im Gaumen ist<br />

dieser Multi-Blend samtig, füllig, fast<br />

cremig, die reichen Tannine haben Rundungen.<br />

Von der Klasse her kann er es<br />

mit ganz grossen Kompetitionsweinen<br />

aufnehmen.» René Gabriel verlieh dem<br />

Electus 2011 die Note 19 von 20 möglichen<br />

Punkten. Der Preis (der Jahrgang<br />

2011 ist bei Riegger und Mövenpick aktuell<br />

zu CHF 150.<strong>–</strong> erhältlich) erschütterte<br />

den Bordeaux-Gewohnten keineswegs.<br />

Sondern er meinte: «Es ist ein<br />

sehr, sehr guter Wein. Es darf doch<br />

nicht sein, dass die besten Schweizer<br />

Weine im Markt nicht auch das Preisniveau<br />

vergleichbarer Weltklasseweine<br />

erreichen dürfen.» Es brauche, so betonte<br />

René Gabriel, mehr Respekt und<br />

Anerkennung des einheimischen Weinschaffens.<br />

Auf dem Weg zu diesem internationalen<br />

Respekt dürfte der Electus ein fähiger<br />

Wegbereiter sein <strong>–</strong> ganz so, wie es sich<br />

die Genossenschaft Provins mit ihrer<br />

Tochtergesellschaft Valais Mundi erträumt<br />

hatte. Inzwischen ist mit Eclat<br />

2014 ein weisses Pendant dazugekommen,<br />

eine Cuvée aus den beiden autochthonen<br />

Sorten Petite Arvine und<br />

Heida, lebhaft und erfrischend wie<br />

eine kühle Bergbrise. Der Eclat 2015<br />

kommt beim traditionellen Rampenverkauf<br />

am 25. und 26. November <strong>2016</strong> bei<br />

Provins in Sion in den Verkauf.<br />

Die beiden Weine verkünden die einzigartige<br />

Terroirvielfalt des <strong>Wallis</strong>: Der<br />

Rote vertritt die Wärme des Tals, der<br />

Weisse die Kühle der vom ewigen<br />

Schnee bedeckten Berge.<br />

34<br />

Der rote<br />

Electus und<br />

der weisse<br />

Eclat<br />

symbolisieren<br />

das <strong>Wallis</strong>


GLA 200 d 4MATIC «Swiss Star», 2143 cm 3 , 136 PS (100 kW), Barkaufpreis: CHF 34874.<strong>–</strong> (Fahrzeugwert CHF 45740.<strong>–</strong> abzüglich CHF 10 866.<strong>–</strong> Preisvorteil). 4,8 l/100 km (Benzinäquivalent: 5,4 l/100 km),<br />

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Vollkaskoversicherung obligatorisch. Eine Kreditvergabe ist verboten, falls diese zu einer Überschuldung des Leasingnehmers führen kann. Angebot gültig bis 31.12.<strong>2016</strong>. Immatrikulation bis 31.3.2017.<br />

Abgebildetes Modell: GLA 200 d 4MATIC «Swiss Star» inkl. Sonderausstattungen («Swiss Star», AMG Line, Metallic-Lackierung, wärmedämmend dunkel getöntes Glas rundum ab B-Säule, Intelligent Light<br />

System, Park-Pilot), Barkaufpreis: CHF 41 440.<strong>–</strong>, 5,0 l/100 km (Benzinäquivalent: 5,7 l/100 km), 130 g CO 2<br />

/km, Energieeffizienz-Kategorie: D. Unverbindliche Preisempfehlung. Änderungen vorbehalten.<br />

Der GLA 4MATIC ab CHF 199.<strong>–</strong>/Mt.<br />

Der Kompakt-SUV und Roger Federer haben etwas gemeinsam: Sie gehen auf jedem Untergrund<br />

als Sieger hervor. Und der GLA weiss noch weiter zu begeistern. Denn seine coupéhaft en Designansätze<br />

verschmelzen mit einer hohen Alltagstauglichkeit und überzeugenden SUV-Qualitäten.<br />

www.mercedes-benz.ch/4MATIC


WALLISER<br />

Konzentriert sich voll auf das gute,<br />

regionale Produkt: «Albrun»-Koch<br />

und Gastgeber Mario Inderschmitten<br />

im Käsekeller, den sein Vater betreut.<br />

36


WORTKARGER<br />

TÜFTLER<br />

Hoch droben im Binntal setzt ein<br />

Kochtalent zum Höhenflug an. Zu Besuch<br />

bei Heimkehrer Mario Inderschmitten.<br />

Text: Anita Lehmeier<br />

Fotos: Sedrik Nemeth<br />

37


WALLISER<br />

Ein bemerkenswertes Fleckchen<br />

Erde, dieses Binntal. <strong>Das</strong> Hochtal<br />

auf 1500 Metern oberhalb von<br />

Fiesch punktet mit all dem, was überall<br />

sonst als Manko gälte. Hier oben gibts<br />

keine spektakulären Bahnen, keine schicken<br />

Wellnesstempel oder Luxusherbergen,<br />

keine Action, kein Nightlife, weder<br />

Promis noch Party noch Hotspots. <strong>Das</strong><br />

Binntal glänzt mit der Abwesenheit von<br />

gängigen Tourismus-Attraktionen, und<br />

genau darin liegt seine Anziehungskraft:<br />

Hier oben gibts einfach nur unverbaute<br />

Landschaft, bausündenfreie Dörfer mit<br />

verwitterten Holzhäusern, prächtige<br />

Mischwälder, grüne Wiesen mit Kühen,<br />

die noch Hörner tragen und ihre Kälber<br />

säugen dürfen. Natur pur, wohin man<br />

auch blickt. Blendet man noch die Handyantenne<br />

aus, siehts hier so idyllisch<br />

aus wie vor fünfzig Jahren. Die Strassen<br />

sind zu so vielen Haarnadelkurven gewunden,<br />

die Dörfer so eng verschachtelt,<br />

dass selbst Auswärtige mit ihren<br />

schnittigen SUVs auf Schritttempo abbremsen<br />

müssen. Entschleunigung, diesen<br />

von der urbanen Highspeed-Gesellschaft<br />

so hochgepriesenen Freizeitzustand,<br />

muss man im Binntal nicht suchen,<br />

die holt einen ganz von selber ein, von<br />

Natur aus. Nachts ist es nebst dem leisen<br />

Gurgeln der Binna so still, dass man<br />

meint, die Sterne summen zu hören. So<br />

hell und nah erscheinen sie nur hier<br />

oben.<br />

Wandervögel und Birdwatcher haben<br />

diesen Flecken schon lange für sich entdeckt.<br />

Auch Strahler, die ihr Augenmerk<br />

auf verborgene Preziosen richten. So einen<br />

verborgenen Schatz hat jüngst auch<br />

eine ganz andere Art von Naturliebhabern<br />

entdeckt: die Drinnenhöckler und<br />

Gerngutesser. Ihr Ziel: das Restaurant<br />

Albrun in Binn. Hier steht Mario Inderschmitten<br />

seit drei Jahren am Herd, im<br />

Frühsommer verlieh der GaultMillau seiner<br />

Küche gleich 14 Punkte. Normalerweise<br />

steigen Jungtalente mit 12 Punkten<br />

beim renommierten Gourmetführer<br />

ein.<br />

Ein Grund zur Freude bei Inderschmitten,<br />

aber kein Grund abzuheben. Bei unserem<br />

Besuch im «Albrun» treffen wir einen<br />

introvertierten, wortkargen Koch an,<br />

der lieber seine Kreationen für sich sprechen<br />

lässt, als dass er grosse Worte darüber<br />

verliert. Ein echter Binntaler eben,<br />

ruhig, geerdet, unaufgeregt, so ganz anders<br />

als die Riege junger «Rockstars», die<br />

in den Städten für Aufsehen in der Gourmet-Gemeinde<br />

sorgen. <strong>Das</strong> einzig Hippe<br />

an ihm ist ein Goatie, den man hier<br />

im Binntal Geissbärtli nennt. Auf den Social-Media-Plattformen<br />

sucht man Inderschmitten<br />

vergebens, statt zu twittern<br />

oder zu chatten verbringt er seine knappe<br />

Freizeit lieber mit seiner Familie. We<br />

like. Nur von seiner Website, nicht von<br />

ihm persönlich, erfahren wir, wie super<br />

dieser Mario in seinem Metier ist. Er war<br />

Kantonsbester bei der Kochlehre und<br />

der Zusatzlehre als Konditor-Confiseur<br />

sowie jüngstes Mitglied der Kochnationalmannschaft,<br />

er holte Höchstwertungen<br />

als Patissier an Koch-Weltmeisterschaften<br />

und Olympiaden und den Titel<br />

Youngster des Jahres 2012, eine Ehrung,<br />

die Starkoch Ivo Adam und das <strong>Magazin</strong><br />

Marmite vergeben. Und als jüngste Würdigung<br />

eben die 14 GaultMillau-Punkte<br />

diesen Sommer. Viel Lob und Ehre für<br />

einen, der dieses Jahr 30 geworden ist.<br />

Statt Starallüren hat Inderschmitten<br />

nur noch mehr Ehrgeiz entwickelt, stetig<br />

besser zu werden. «Und das wird man<br />

nur durch Fleiss und Kreativität, jeden<br />

So tief<br />

verwurzelt<br />

Inderschmitten<br />

in seiner<br />

Heimat ist,<br />

so präsentiert<br />

sich seine<br />

Küche<br />

38


2<br />

1<br />

3<br />

1 Bleu du Valais<br />

Crème brulée ist<br />

eine Eigenkreation von<br />

Mario Inderschmitten. 2 Blauschimmelkäse<br />

variiert die gebrannte<br />

Creme zu einer rezenten Vorspeise. 3 Die<br />

Steinpilze wendet der gelernte Koch und<br />

Konditor-Confiseur mit einer Art<br />

XXL-Pinzette, die auch fürs<br />

präzise Arrangement<br />

des Gerichts<br />

dient.<br />

39


Nach Lehrund<br />

Wanderjahren<br />

kehrte Mario Inderschmitten<br />

2013 in sein Heimatdorf<br />

Binn und das «Albrun» zurück, das<br />

seine Eltern einst führten. «Ich wollte, dass<br />

unsere Kinder im Binntal aufwachsen.»<br />

Ende Jahr bekommt seine Tochter<br />

Marilou ein Geschwisterchen.<br />

Darauf heben<br />

die zwei die<br />

Gläser!<br />

WALLISER<br />

Tag von Neuem», weiss der stille Schaffer<br />

am Herd.<br />

Als Töchterchen Marilou auf die Welt<br />

kam, hat er sogar seine geliebte E-Gitarre<br />

an den Nagel gehängt. «Und da wird<br />

sie weiterhin verstauben», meint seine<br />

Frau Laetizia, Hotelfachfrau aus dem Elsass<br />

und bald zweifache Mutter, schmunzelnd.<br />

Kennengelernt haben sich die beiden<br />

im Job. Die Familiengründung war es<br />

dann, die den Binntaler nach den Lehrund<br />

Wanderjahren wieder nach Hause<br />

zog. «Als die Frage nach der Familienplanung<br />

auftauchte, meinte Mario nur, er<br />

wünsche sich, dass unsere Kinder im<br />

Binntal aufwachsen», erzählt Laetizia. So<br />

übernahm das Paar das «Albrun» in Binn,<br />

wo schon Marios Eltern jahrzehntelang<br />

Gäste bewirtet und beherbergt hatten.<br />

So tief verwurzelt in seiner Heimat der<br />

Aufsteiger ist, so präsentiert sich auch<br />

seine Küche. Inderschmitten schöpft bei<br />

den regionalen Produkten aus dem Vollen,<br />

in seine Küche kommt das Beste,<br />

was das <strong>Wallis</strong> zu bieten hat: Medaillons<br />

vom Schwarznasenschaf, Eglifilets aus<br />

Raron, Lammleber aus dem Goms, Grauvieh<br />

vom Nachbarn, Käse von den Alpbetrieben<br />

des Aletschgebiets, Birnen,<br />

Steinpilze, Gemüse und Tannenschösslinge<br />

aus dem Binntal, Wild aus heimischer<br />

Jagd, der rare Safran aus Mund,<br />

alles begleitet von <strong>Wallis</strong>er Weinen, abgerundet<br />

von <strong>Wallis</strong>er Bränden. Nur ein<br />

für Inderschmitten wichtiges Produkt<br />

kommt aus der Üsserschwiiz, die Schokolade.<br />

Die holt der passionierte Patissier<br />

von der Dessert-Abteilung in der<br />

Menüabfolge gern nach vorne. Zum Beispiel<br />

beim Rindsrücken Black Forest.<br />

Hier kombiniert er zum niedergegarten<br />

Edelstück vom Angusrind alles, was in<br />

einer Schwarzwäldertorte mitmacht: Kakao,<br />

Rahm (als Panna cotta), süsse und<br />

saure Kirschen (als Gel, Sorbet und Kompott),<br />

ein vielschichtiges Zusammenspiel,<br />

ein Füllhorn von Aromen, Temperaturen<br />

und Texturen. «Ich will meine<br />

Gäste überraschen, ihnen etwas Neues,<br />

Frisches bieten. Raclette und Käseschnitte<br />

bekommen sie auch anderswo»,<br />

erklärt der Tüftler.<br />

Für unser <strong>Magazin</strong> verrät er das Rezept<br />

seiner ebenfalls selbst entwickelten Vorspeise<br />

namens Bleu du Valais Crème<br />

brulée. Die gebrannte Creme, ein Klassiker<br />

aus der süssen Küche, variiert er zu<br />

einer salzigen Version, mit Blauschimmelkäse<br />

und Steinpilz, kombiniert mit<br />

Apfelconfit und frischer Pimpernelle, gereicht<br />

mit einem flauschigen Briochezöpfli<br />

und knackigem Cracker. Bei der<br />

Zubereitung offenbart sich uns dann Inderschmittens<br />

grosse Qualität: seine<br />

wortlose Hingabe und Präzision bei jedem<br />

einzelnen Zubereitungsschritt, die<br />

stumme Konzentration einem Chirurgen<br />

gleich und über allem die helle Freude,<br />

die in seinen Augen blitzt, wenn er die<br />

einzelnen Komponenten zu einem Bild<br />

von Teller arrangiert. Wie wundervoll es<br />

in der «Albrun»-Küche jetzt duftet! Ab<br />

Ende November steht Inderschmitten<br />

wieder am Herd, bis dahin geniesst er<br />

seine Ferien. Daheim im Binntal <strong>–</strong> wo<br />

sonst?<br />

Infos: www.albrun.ch<br />

BLEU DU VALAIS<br />

CRÈME BRULÉE<br />

80 g Milch<br />

250 g Rahm<br />

80 g Eigelb<br />

70 g Bleu du Valais<br />

Salz und Pfeffer<br />

Brauner Zucker<br />

Alle Zutaten in ein hohes Gefäss geben<br />

und mit dem Stabmixer pürieren. Die<br />

Masse durch ein Sieb pressen und in<br />

hitzebeständige Töpfchen abfüllen. Bei<br />

85 Grad Celsius im Dampfgarer 20 Minuten<br />

pochieren. Falls kein Dampfgarer<br />

vorhanden ist, die Töpfchen in ein<br />

Wasserbad stellen und im Backofen bei<br />

140 Grad Celsius circa 40 Minuten pochieren.<br />

Die Creme auskühlen lassen,<br />

vor dem Servieren etwas braunen Zucker<br />

aufstreuen und mit dem Bunsenbrenner<br />

abflämmen. Mit Apfelconfit, angebratenen<br />

Steinpilzen, Briochezöpfli<br />

und Apfelgel anrichten. Bon appétit!<br />

40


Ein Liter Williamine enthält zwölf<br />

Kilo Williamsbirnen, einige Tausend<br />

wachsen am Baum in die Flasche.<br />

SPEZIALITÄT<br />

<strong>Das</strong> Geheimnis der<br />

Birne in der Flasche<br />

Der Branntwein aus <strong>Wallis</strong>er Williamsbirnen AOP<br />

von Morand wird nach alter Tradition hergestellt.<br />

Fotos Robert Hofer<br />

Martigny | Es ist das Gesprächsthema<br />

an jedem Tisch, auf der eine Flasche Morand-Williamine<br />

mit integrierter Birne<br />

steht: Wie kommt die Frucht in die Flasche?<br />

Bereits am Baum, ist die einfache<br />

Antwort. <strong>Das</strong> Prozedere hingegen ist<br />

kompliziert: Die Flasche muss sich gut<br />

am Ast befestigen lassen, andere Früchte<br />

müssen herausgeschnitten werden.<br />

Trotzdem: Rund 30 Prozent schaffen es<br />

nicht bis zur Reife. Die restlichen werden<br />

geschnitten, sobald die Farbe von<br />

Grün ins Gelb wechselt. Danach wird die<br />

Birne für einige Wochen mit einer Wasserlösung<br />

bedeckt, dann für weitere Wochen<br />

mit hochprozentigem Alkohol, bevor<br />

dann schlussendlich der Williamine<br />

eingefüllt wird. Für das Label AOP verwendet<br />

Morand nur die besten und nur<br />

reife Williamsbirnen. Für einen Liter<br />

<strong>Wallis</strong>er Williamine braucht es zwölf Kilo<br />

Williamsbirnen! Bevor der Branntwein<br />

in den Verkauf kommt, wird die Spezialität<br />

während mindestens sechs bis acht<br />

Monaten gelagert, damit sich das Aroma<br />

optimal entfalten kann. Bereits in den<br />

1950er-Jahren wurde im <strong>Wallis</strong> zum ersten<br />

Mal ein Branntwein ausschliesslich<br />

mit Williamsbirnen hergestellt.<br />

www.morand.ch<br />

41


Mitten ins Herz geht der Trickfilm «Mein Leben als<br />

Zucchini» des <strong>Wallis</strong>er Regisseurs Claude Barras.<br />

Es ist die Geschichte des neunjährigen Ikarus,<br />

der auf dem Namen Zucchini besteht <strong>–</strong> weil seine<br />

verstorbene Mutter ihn so nannte. Der Film nimmt<br />

mit auf eine Reise in die Seele eines verlassenen<br />

kleinen Jungen, der Einsamkeit und Freundschaft,<br />

Traurigkeit und erste Verliebtheit erlebt. Nun ist<br />

er von der Schweiz für die Oscars vorgeschlagen.<br />

INTERVIEW<br />

Unerwarteter<br />

Grosserfolg<br />

Interview: Monique Ryser<br />

Fotos: Isabelle Favre<br />

42


43<br />

Kleiner Mann ganz<br />

gross: Die Trickfilmfigur<br />

Zucchini<br />

begeistert Kinder<br />

und Erwachsene.<br />

Geschaffen wurde<br />

sie vom <strong>Wallis</strong>er<br />

Claude Barras.


1<br />

2<br />

INTERVIEW<br />

1 Allein und<br />

einsam, der Vater<br />

existiert nur als gemalter<br />

Superman auf seinem Drachen:<br />

Zucchini in seinem Zimmer. 2 Zucchini<br />

und Camille im Skilager <strong>–</strong> «natürlich<br />

im <strong>Wallis</strong>», sagt Regisseur Barras<br />

schmunzelnd. 3 Regisseur Claude<br />

Barras mit Zucchini in<br />

Crans-Montana beim<br />

Mayens seiner<br />

Familie.<br />

44<br />

3<br />

Ich war<br />

arbeitslos,<br />

hangelte mich<br />

von Job zu Job.<br />

Darum ist die<br />

Freude jetzt<br />

umso grösser


Filmbilder ZVG<br />

Claude Barras fühlt sich zurzeit<br />

selber wie in einem Film. Mit<br />

«Mein Leben als Zucchini» hat er<br />

sein erstes anderthalbstündiges Werk<br />

realisiert und räumt damit Preise ab, wo<br />

auch immer der Trickfilm gezeigt wird.<br />

Den Erfolg hat er aber erdauern müssen:<br />

Der 43-jährige Regisseur aus Ollon bei<br />

Crans-Montana kämpfte lange, litt und<br />

bewies viel Durchhaltewillen, bis ihm der<br />

Durchbruch gelang. Der Kinderfilm wurde<br />

vom Bundesamt für Kultur bei der<br />

Oscar-Academy eingereicht. Ob er auf<br />

die Shortlist «Bester fremdsprachiger<br />

Film» kommt, weiss man im Januar 2017.<br />

«Mein Leben als Zucchini» handelt von<br />

einem kleinen Jungen, dessen Vater verschwunden<br />

ist, dessen Mutter zu viel<br />

trinkt und stirbt und der in einem Kinderheim<br />

landet. Dort erlebt er Ablehnung,<br />

bis sich die sechs Kinder zusammenraufen.<br />

Der Junge heisst Ikarus, will<br />

aber, dass man ihn Zucchini nennt <strong>–</strong> das<br />

einzige, was ihm von seiner Mutter, die<br />

ihm diesen Übernamen gegeben hat, geblieben<br />

ist.<br />

Der Film wurde am Filmfestival in<br />

Cannes lanciert und räumt einen<br />

Preis nach dem anderen ab. Auch am<br />

Zürcher Film Festival, wo er als bester<br />

Kinderfilm ausgezeichnet wurde.<br />

Haben Sie diesen Erfolg erwartet?<br />

CLAUDE BARRAS: Nein, die Begeisterung,<br />

die der Film überall auslöst, hat<br />

mich völlig überrumpelt. Er wurde als<br />

Kinderfilm konzipiert, aber es scheint,<br />

als ob er auch bei Erwachsenen tiefe<br />

Emotionen auslöst. Auch sie fühlen sich<br />

angesprochen. Der Film rührt offenbar<br />

an Gefühle und Erlebnisse, die wir alle<br />

in der Kindheit in der einen oder anderen<br />

Art erlebt haben.<br />

Die Frage drängt sich auf: Wie war<br />

Ihre Kindheit?<br />

CB:Sehr glücklich! Ich wuchs zusammen<br />

mit meiner Schwester mit wunderbaren<br />

Eltern im <strong>Wallis</strong> auf. Der Film basiert<br />

auf dem gleichnamigen Buch von Gilles<br />

Paris, das mich sehr berührt hat.<br />

Die Filmfiguren sind Marionetten,<br />

für die Sie die Idee und die ersten Entwürfe<br />

geliefert haben. Wie funktioniert<br />

die Produktion eines Trickfilms<br />

genau?<br />

CB: Aufgrund meiner Plastilinfiguren<br />

haben acht Spezialisten jede einzelne<br />

Figur sorgfältig bis ins Detail ausgearbeitet.<br />

Beispielsweise erhielt jede Marionette<br />

bis zu 20 verschiedene Münder,<br />

damit man jede gewünschte Stimmung<br />

und Emotion zeigen konnte. Die Kinderfiguren<br />

sind rund 15, die Erwachsenenfiguren<br />

rund 25 Zentimeter gross. Kostümbildner<br />

haben dann für jede Figur die<br />

Kleider genäht. Es war eine Riesenarbeit,<br />

und ich bin allen meinen Kolleginnen<br />

und Kollegen sehr dankbar für die<br />

tolle Arbeit.<br />

Wie gingen die Filmarbeiten vor sich?<br />

CB:Wir filmten in der Stop-Motion-Technologie.<br />

Diese Technik ist so alt wie der<br />

Film! Die Figuren wurden immer wieder<br />

mit kleinsten Bewegungsveränderungen<br />

abgelichtet. Pro Sekunde Film wurden<br />

12 einzelne Bilder zusammengefügt. Insgesamt<br />

haben wir zehn Monate lang täglich<br />

auf zehn Plattformen gefilmt. Pro Tag<br />

kamen so rund 30 bis 40 Sekunden Film<br />

zustande. Der Ton wurde vor den Filmaufnahmen<br />

aufgenommen. Die Erwachsenenrollen<br />

wurden von Schauspielern<br />

gesprochen, die Kinderrollen von Kindern<br />

ohne sprachliche oder schauspielerische<br />

Ausbildung. <strong>Das</strong> gibt dem Film<br />

auch im Ton diese Nähe und Authentizität.<br />

Meine Rolle als Regisseur war, die<br />

einzelnen Szenen mit den Realisatoren<br />

vorzubesprechen und dann vor allem<br />

alles zusammenzuführen.<br />

Wollten Sie schon immer Regisseur<br />

werden?<br />

CB: Nicht unbedingt Regisseur. Aber<br />

mein Vater, der Weinbauer ist, aber in<br />

der Freizeit immer gemalt hat, hat mich<br />

schon als Kind in die Malerei eingeführt.<br />

Meine Eltern waren aber der Ansicht,<br />

ich müsste einen Beruf erlernen, mit<br />

dem ich meinen Lebensunterhalt bestreiten<br />

kann. Also lernte ich Tiefbauzeichner.<br />

Ich sparte mein ganzes Geld<br />

und absolvierte danach eine künstlerische<br />

Ausbildung in Lyon und Lausanne.<br />

Für meine Eltern war es nicht immer einfach,<br />

ich war zwischenzeitlich arbeitslos<br />

und hangelte mich von Job zu Job. Deshalb<br />

ist der Erfolg umso schöner und<br />

macht auch meine Eltern stolz.<br />

Wie geht es nun weiter?<br />

CB: Ich habe schon Ideen für einen weiteren<br />

Film. Nun steht aber die Promotionsarbeit<br />

an, denn wenn ein Film in den<br />

ersten zwei Wochen nicht einschlägt,<br />

wird er wieder aus dem Kinoprogramm<br />

genommen. Zurzeit toure ich durch die<br />

Westschweiz, durch Frankreich und Belgien.<br />

Im Februar wird der Film dann in<br />

der Deutschschweiz lanciert.<br />

45


ALPINISMUS<br />

Florent Troillet führt seine chinesischen<br />

Kameraden Kang Hua und Xin<br />

Detao über ein weites Schneefeld<br />

in der Region des Col de La Chaux.<br />

46


DER REKORD-<br />

HALTER<br />

Die Patrouille des Glaciers ist das härteste<br />

Skitourenrennen der Welt. Florent Troillet<br />

hält zusammen mit zwei Kollegen den<br />

Streckenrekord. Einer chinesischen Patrouille<br />

gab er sein Wissen weiter.<br />

Text: Monique Ryser Fotos: David Carlier<br />

47


1<br />

3<br />

4<br />

ALPINISMUS<br />

1 Troillet führt die Gruppe an, Kang<br />

und Xin folgen. 2 Viele Zuschauer<br />

beobachten den Aufstieg zum Col de<br />

la Rosablanche. 3 Die Teilnehmer<br />

sind oft mit Fellen unterwegs. 4 Die<br />

Patrouille des Glaciers führt durch<br />

unberührte Natur. Im Hintergrund<br />

das Mont-Blanc-Massiv.<br />

48


2<br />

Die Patrouille des Glaciers, wie der<br />

<strong>Wallis</strong>er Wettlauf genannt wird,<br />

ist legendär und knochenhart. Es<br />

gilt, die Strecke von Zermatt via Arolla<br />

bis nach Verbier auf Tourenski zu bewältigen.<br />

Gestartet wird in Dreierpatrouillen,<br />

so ist es vorgeschrieben. Über 100<br />

Kilometer Weg, auf und ab über insgesamt<br />

4000 Höhenmeter. Nur die Zähsten<br />

und Fittesten halten durch.<br />

Florent Troillet ist einer der ganz Grossen<br />

dieses legendären Rennens, das von<br />

der Schweizer Armee 1943 erstmals<br />

durchgeführt wurde. Zur Erprobung und<br />

Steigerung der Einsatzfähigkeit, wie damals<br />

erklärt wurde. Lange Zeit nahmen<br />

nur Militärpatrouillen teil, doch längst ist<br />

das Hochgebirgsrennen zum ultimativen<br />

Kräfte- und Durchhaltetest geworden.<br />

Florent Troillet wuchs in Lourtier im Val<br />

de Bagnes auf, wo er auch heute noch<br />

lebt. Als kleiner Junge schon beobachtete<br />

er die einmal im Jahr einfallenden<br />

Sportler, die diese alle zwei Jahre stattfindende<br />

Monstertour absolvierten.<br />

«Schon damals dachte ich: <strong>Das</strong> will ich<br />

auch einmal, diese Tour will ich einmal<br />

gewinnen.»<br />

Florent Troillet ist ein Mann der Berge:<br />

schweigsam, konzentriert, fokussiert.<br />

Wenn er von seinen Siegen spricht, vom<br />

Rekord, den er zusammen mit seinen<br />

beiden Kollegen Martin Anthamatten<br />

und Yannick Ecoeur 2010 aufgestellt hat,<br />

dann tönt das wie eine x-beliebige Information.<br />

5 Stunden, 52 Minuten und 20<br />

Sekunden hatten die drei 2010 für die<br />

Strecke Zermatt<strong>–</strong>Verbier gebraucht <strong>–</strong><br />

das waren 24 Minuten weniger als die<br />

vorherigen Rekordinhaber. «Wenn man<br />

ein Ziel vor Augen hat, dann schafft man<br />

49<br />

es auch», erklärt Troillet sec. Sein erstes<br />

Ziel war, die Strecke überhaupt zu schaffen,<br />

sein weiteres, den Streckenrekord<br />

zu brechen. So einfach ist das <strong>–</strong> wenn<br />

man Florent Troillet ist.<br />

Klar, dass sein Fachwissen gefragt ist.<br />

Nachdem sich eine chinesische Patrouille<br />

für das Rennen <strong>2016</strong> angemeldet hatte,<br />

wurde Troillet angefragt, die Athleten<br />

aus China zu trainieren. Ja, das habe er<br />

gerne gemacht, erzählt er. Interessant<br />

sei es gewesen und am Schluss auch<br />

richtig lustig und fröhlich.<br />

Die Chinesen waren Sportler und konnten<br />

auch etwas Ski fahren. «Auf der Piste»,<br />

so Troillet lachend. Ihr Trainingszustand<br />

sei gut gewesen, doch vom Hochgebirge<br />

hätten sie nicht viel Ahnung gehabt.<br />

Zuerst war immer ein Übersetzer<br />

vor Ort, da es auch grosse sprachliche<br />

Barrieren gegeben habe. «Gegen Schluss<br />

schafften wir es aber, uns ziemlich gut zu<br />

verständigen», so Troillet. Der Hochgebirgsspezialist<br />

war beeindruckt von den<br />

zwei Kameraden: «Die hatten sich einfach<br />

in den Kopf gesetzt, dass sie diese<br />

Patrouille des Glaciers schaffen. Und sie<br />

haben alles getan, um dieses Ziel zu erreichen.<br />

Für mich war es wirklich schön<br />

und sehr befriedigend, diesen Weg mit<br />

ihnen zu gehen.» War zuerst geplant,<br />

dass eine chinesische Dreierpatrouille<br />

allein in den Wettkampf steigt, waren<br />

schliesslich nur Kang Hua und Xin Detao<br />

vor Ort, so dass Troillet kurzerhand einsprang<br />

und mit ihnen die Patrouille<br />

absolvierte.<br />

Nicht nur die chinesische Patrouille, sondern<br />

auch andere Neulinge der Patrouille<br />

des Glaciers holen sich Trainingseinheiten<br />

und Gebirgskenntnisse. Die meis-


ALPINISMUS<br />

ten in Trainingscamps der Armee. Drei<br />

Tage Unterricht am Berg, in denen unter<br />

anderem Alpintechnik, angeseiltes Skifahren,<br />

Umgang mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät<br />

und vieles mehr<br />

geübt wird. Wer sich nicht sicher ist, den<br />

Steiss der Originalpatrouille zu schaffen,<br />

kann auch die Kurzvariante von Arolla<br />

nach Verbier unter die Ski nehmen. Aber<br />

Obacht: Auch das sind immer noch fünfzig<br />

Leistungskilometer! Für die anderen<br />

ist Arolla, ein Bergdorf im südlichsten<br />

<strong>Wallis</strong>, die Zwischenetappe ungefähr in<br />

der Mitte der Tour.<br />

Die Chinesen Kang Hua und Xin Detao<br />

wollten die halbe Strecke ab Arolla absolvieren.<br />

Als sie einsteigen, sind die anderen<br />

bereits einige Stunden unterwegs.<br />

Der Start in Zermatt erfolgt jeweils zwischen<br />

22 und 3 Uhr morgens. Zu Fuss<br />

und in Turnschuhen rennen sie los, Ski<br />

und Skischuhe müssen am Rucksack befestigt<br />

werden. So laufen die Patrouilleure<br />

über mehr als sieben Kilometer und<br />

650 Höhenmeter wie an einem Berglauf,<br />

erst dann werden die Schuhe gewechselt<br />

und die Ski angeschnallt. Weiter<br />

geht es aufwärts bis zum Rand des Tiefmattgletschers,<br />

wo sich die Patrouillen<br />

anseilen müssen. Mit der Tête Blanche<br />

wird mit 3650 Metern der höchste Punkt<br />

der Route erreicht. Hier ist es kalt, und<br />

der Wind kann die Temperatur bis auf<br />

Minus 20 Grad hinunterdrücken. Nach<br />

Erreichen des Mont-Miné-Gletschers<br />

folgt eine Abfahrt von rund 400 Metern<br />

<strong>–</strong> nicht ganz einfach im Neuschnee,<br />

angeseilt und im Wettbewerb mit allen<br />

anderen Patrouillen. Insgesamt ist das<br />

Feld auf 4200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer<br />

beschränkt, das ergibt 1400 Patrouillen<br />

im Maximum. <strong>Das</strong> sind viel, aber<br />

trotzdem müssen immer wieder interessierte<br />

Patrouillen abgewiesen werden.<br />

Noch folgt ein weiterer Aufstieg auf den<br />

Bertolpass, danach erreicht man nach<br />

einer Abfahrt den Halt in Arolla. Hier<br />

stiegen Troillet, Kang und Xin mit der<br />

Nummer 1281 ins Rennen. Gleich ging<br />

es bergauf zum Col de Riedmatten, danach<br />

entlang des Stausees der Grande<br />

Dixence, ein steiler Aufstieg zu Fuss<br />

entlang dem Couloir Rosablanche. Nach<br />

einer weiteren Passage mit Fellen an den<br />

Ski dann die Schlussabfahrt hinunter<br />

nach Verbier <strong>–</strong> wo Tausende die verrückten<br />

Patrouilleure frenetisch empfangen.<br />

«Es ist ein ungeheuer schönes Gefühl,<br />

in Verbier einzulaufen», erinnert sich<br />

Troillet. <strong>Das</strong> sei auch für seine Kameraden<br />

so gewesen, der Rang spiele da keine<br />

Rolle mehr. Die Zeit der Patrouille<br />

1281 betrug 5 Stunden, 57 Minuten und<br />

44 Sekunden. <strong>Das</strong> ist länger, als Troillet<br />

bei seinem Rekord für die ganze Strecke<br />

brauchte <strong>–</strong> aber für zwei Männer, die<br />

ohne Bergerfahrung gestartet sind, eine<br />

beachtliche Leistung.<br />

Troillet selber wird nicht mehr aktiv an<br />

der Patrouille des Glaciers teilnehmen.<br />

Auch nicht mehr an den Meisterschaften<br />

des Skialpinismus, wo er zur Nationalmannschaft<br />

gehörte. Er liebt seine<br />

Arbeit als Grenzwächter und setzt<br />

seine Prioritäten anders: mehr Zeit<br />

mit seiner Frau Florence, der zweijährigen<br />

Tochter Noelie und dem einjährigen<br />

Lois. Ausser vielleicht, es kommt<br />

wieder eine chinesische Patrouille <strong>–</strong><br />

Kang und Xin wollen jedenfalls 2018 wiederkommen<br />

und «einen Rang in den ersten<br />

acht erreichen».<br />

Kang und<br />

Xin wollen<br />

wiederkommen<br />

und einen<br />

Rang unter den<br />

ersten acht<br />

erreichen<br />

Florent Troillet bespricht mit Kang<br />

Hua und Xin Detao die Route. Der<br />

Kurzfilm über das Abenteuer:<br />

https://vimeo.com/180555836<br />

50


51<br />

Einer Schlangenlinie gleich führt der<br />

Weg der Patrouilleure nach der Passage<br />

La Barma Richtung Rosablanche.


<strong>Das</strong> grösste Skigebiet Europas befindet sich im<br />

Unterwallis: Die Portes du Soleil vereinigen Pisten<br />

und Bergbahnen in den Schweizer und den französischen<br />

Alpen. Hier ist Skistar Didier Défago<br />

erstmals die Pisten hinuntergerutscht, und hier<br />

lebt er noch heute mit seiner Familie. Morgins ist<br />

seine Heimat und eines der familiären Dörfer im<br />

Val d’Illiez, wo sich alle bereit machen für die<br />

kommende <strong>Winter</strong>saison.<br />

DESTINATION<br />

«Alles, was das<br />

Herz begehrt»<br />

Text: Monique Ryser<br />

Foto: Sedrik Nemeth<br />

52


53


3<br />

DESTINATION<br />

1<br />

2<br />

1 Blick von Morgins auf La Foilleuse.<br />

2 <strong>Das</strong> Dorf und die Kirche von<br />

Val-d’Illiez am Eingang des gleichnamigen<br />

Tals. 3 Portes du Soleil ist<br />

das grösste zusammenhängende<br />

Skigebiet der Welt. Auf den Pisten ist<br />

man mal in Frankreich, mal in der<br />

Schweiz.<br />

54


Karte Nigel Simmonds Simmonds<br />

Man braucht<br />

einige Tage,<br />

um das<br />

Skigebiet<br />

richtig zu<br />

entdecken<br />

Genève<br />

CH<br />

Lausanne<br />

Portes du Soleil<br />

FR<br />

Montreux<br />

Hier kennt jeder jeden. Und vor allem<br />

kennt jeder Didier. Der Abfahrts-Olympiasieger<br />

von 2010<br />

hat aber auch die Nummern des halben<br />

Dorfs in seinem Mobiltelefon gespeichert.<br />

Familiär und gemütlich geht es zu,<br />

hier in Morgins im Val d’Illiez. Wer allerdings<br />

Ausserordentliches leistet, der<br />

wird auch ausserordentlich belohnt:<br />

Der Skistar Didier Défago beispielsweise<br />

mit einer Piste, die seinen Namen<br />

trägt und gleich unterhalb seines Hauses<br />

an der Pointe de l’Au beginnt. Auch<br />

der ehemalige Slalom- und Riesenslalom-Spezialist<br />

Joël Gaspoz kommt<br />

von hier und ebenso Martial Donnet, der<br />

Ende der Siebziger-, Anfang der Achtzigerjahre<br />

zu den Grossen des Skizirkus<br />

gehörte. Heute führt er zusammen mit<br />

seiner Frau Jane das Hotel Helvetia.<br />

Jane ist Britin und arbeitete vor über<br />

zwanzig Jahren als Reiseführerin in der<br />

Schweiz. Bis sie Martial kennenlernte<br />

und nicht mehr von Morgins wegwollte.<br />

Sie weiss: «Die Briten lieben den Skisport,<br />

sie lieben diese Region, und sie<br />

haben den ersten Skiclub von Morgins<br />

gegründet.»<br />

<strong>Das</strong>s ihr Dorf und ihre Region so beliebt<br />

sind, erstaunt die Einheimischen nicht.<br />

«Wir haben hier alles, was es für gelungene<br />

Ferien braucht», erklärt Didier.<br />

Angefangen beim grössten Skigebiet<br />

Europas, das seit den Siebzigerjahren<br />

einen gemeinsamen Skipass («handfreie»<br />

Chipkarte) mit den französischen<br />

Bergbahnen zusammen hat. 199 Bahnen<br />

sind es an der Zahl, die rund 300 Pisten<br />

und 30 Snowparks, Boardercross- und<br />

Skicross-Anlagen erschliessen. Dann<br />

sind da die Bäder des Val d’Illiez. Und<br />

das Leistungszentrum für die Elite des<br />

Eiskunstlaufs <strong>–</strong> ins Leben gerufen und<br />

geführt von Weltmeister Stéphane Lambiel<br />

<strong>–</strong> befindet sich in Champéry. Didier<br />

Défago ist sichtlich stolz, wie sich die<br />

Region zu einer beliebten <strong>Winter</strong>destination<br />

entwickelt hat.<br />

Morgins ist nur einer von 12 Orten, die<br />

das Gebiet Portes du Soleil ausmachen.<br />

Die <strong>Wallis</strong>er Dörfer Champéry, gleich<br />

auf der anderen Bergseite (hier nahm<br />

der Tourismus der Region 1857 seinen<br />

Anfang), aber auch Val-d’Illiez, Champoussin<br />

und Les Crosets gehören dazu.<br />

Alle sind sie vor allem auf entspannte<br />

Gemütlichkeit ausgerichtet. «Wir sind<br />

ideal, um genussvolle Ferien zu verbringen,<br />

haben aber trotzdem ein immenses<br />

Skigebiet mit Angeboten für alle Stärkestufen»,<br />

sagt Didier Défago. Er reist auch<br />

heute noch viel herum, ist für Rossignol<br />

als Testfahrer unterwegs und wird diesen<br />

<strong>Winter</strong> den Europacup begleiten.<br />

Aber immer komme er gerne hierher<br />

zurück. Seine Frau Sabine und die Kinder<br />

Alexane, 9, und Timéo, 7, müssten<br />

sich noch etwas daran gewöhnen, dass<br />

er mehr zu Hause sei, meint er lachend.<br />

<strong>Das</strong> Skifahren reizt ihn nach wie vor. «Ich<br />

empfehle allen, die hier in die Ferien<br />

kommen, an einem Tag auf der Schweizer<br />

Seite zu fahren, am anderen auf der<br />

französischen <strong>–</strong> das Gebiet ist so gross,<br />

dass man einige Tage braucht, bis man<br />

alle Pisten abgefahren hat.» Défago bedauert,<br />

dass immer weniger Schülerinnen<br />

und Schüler ins Skilager gehen. «Es<br />

ist so wichtig, dass wir den Kindern und<br />

Jugendlichen den Sport näherbringen,<br />

sich in der freien Natur zu bewegen. Hier<br />

braucht es dringend einen Effort!», ruft<br />

der Skistar zum Handeln auf.<br />

Didier Défagos Tipps <strong>–</strong> nächste Seiten<br />

Fotos Jean-Baptiste Bieuville (3)<br />

55


DESTINATION<br />

WELLNESS<br />

Thermes Parc, Val-d’Illiez (5)<br />

Reich an Schwefel, Kalzium und Magnesium<br />

hat das Thermalwasser von Vald’Illiez<br />

heilende Kräfte. Der Thermes<br />

Parc bietet verschiedene Innen- und<br />

Aussenbecken, Sprudelanlagen, Massagen<br />

und weitere Spa-Leistungen. Gäste<br />

können Studios und Ferienwohnungen<br />

auf dem Gelände mieten.<br />

www.thermes-parc.com<br />

Hotel Helvetia, Morgins (2)<br />

<strong>Das</strong> Hotel Helvetia in Morgins hat eine<br />

Spa-Anlage mit Sauna, Hammam und<br />

Whirlpool, die jeweils von 17 bis 21 Uhr<br />

auch fürs Publikum geöffnet ist.<br />

www.helvetiahotel.ch<br />

Schwimmbad Alpadze Lou Kra<br />

In Champoussin können sich <strong>Winter</strong>sportler<br />

im gedeckten Schwimmbad und<br />

im Spa-Bereich des Hotel-Restaurants<br />

Alpadze Lou Kra entspannen. Von den<br />

Liegestühlen aus hat man eine wunderbare<br />

Sicht auf die Dents du Midi.<br />

www.alpadze-loukra.ch<br />

SPORTLICH<br />

Skigebiet Portes du Soleil (1)<br />

34 grüne, 119 blaue, 101 rote und 32<br />

schwarze Pisten <strong>–</strong> insgesamt über 600<br />

Kilometer Fahrspass <strong>–</strong>, das ist das schweizerisch-französische<br />

Skigebiet Portes du<br />

Soleil. Der Skipass für das ganze Gebiet<br />

funktioniert hands-free, und es gibt verschiedene<br />

Sonderangebote für Familien,<br />

Schnellbucher und Flash-Angebote<br />

mit Rabatten bis zu 30 Prozent.<br />

de.portesdusoleil.com<br />

Art Velo mit Board <strong>–</strong> oder ein Fatbike.<br />

Snowscoot ist möglich ab den Stationen<br />

Torgon und Champéry-Les Crosets.<br />

de.portesdusoleil.com<br />

Auf Kufen (3)<br />

Sowohl in Morgins als auch in Champéry<br />

gibt es Eisbahnen. In Morgins kann man<br />

im <strong>Winter</strong> auf natürlichem Eis unter freiem<br />

Himmel seine Runden ziehen. Und in<br />

Champéry das ganze Jahr über im Sportzentrum<br />

Palladium, wo Stéphane Lambiel<br />

seine Eiskunstlaufschule hat, der<br />

HC Genève-Servette oft trainiert und<br />

Curlingturniere stattfinden.<br />

www.palladiumdechampery.ch<br />

In Schneeschuhen (6)<br />

Zwischen den Stationen Morgins, Châtel<br />

und La Chapelle-d’Abondance sind<br />

achtzig Kilometer Schneeschuhwege<br />

ausgeschildert <strong>–</strong> vom Spaziergang von einer<br />

Stunde bis zur fünfstündigen Tour ist<br />

alles möglich.<br />

www.morgins.ch<br />

Schweizer Mauer<br />

Eine der steilsten Buckelpisten der Welt<br />

heisst «Schweizer Mauer» und befindet<br />

sich beim Pas de Chavanettes. Ein Abenteuer<br />

für sehr gute Skifahrer!<br />

www.champery.ch<br />

Handiski <strong>–</strong> Skitaxi<br />

<strong>Das</strong> Skigebiet will auch Menschen mit<br />

eingeschränkter Mobilität den Skispass<br />

ermöglichen. Viele Bahnen und Skilifte<br />

sind dafür eingerichtet.<br />

de.portesdusoleil.com<br />

EVENTS<br />

3<br />

1<br />

Snowscoot<br />

Wem Skifahren oder Boarden zu langweilig<br />

ist, schwingt sich am besten zwischendurch<br />

auf einen Snowscoot <strong>–</strong> eine<br />

Rock The Pistes (4)<br />

Seit sechs Jahren kommen Pop-, Rockund<br />

Electro-Stars ins Skigebiet Portes<br />

du Soleil und rocken auf Bühnen mitten<br />

5<br />

56


2<br />

4<br />

6<br />

57<br />

Fotos Jean-Baptiste Bieuville (3), David Fraga, HO


im Skigebiet ab. Vom 19. bis 25. März 2017<br />

ist es wieder so weit.<br />

www.rockthepistes.com<br />

Champéry Live<br />

Jeden Freitag während der Hochsaison<br />

im Dorfzentrum von Champéry Aprés-<br />

Ski mit Live-Musik.<br />

www.champery.ch<br />

LOGIEREN<br />

Ferienwohnungen und Aparthotels<br />

In der Region Portes du Soleil gibt es ein<br />

sehr grosses Angebot an Ferienwohnungen<br />

und Bed and Breakfast. Die Websites<br />

der einzelnen Destinationen führen<br />

zu den Angeboten.<br />

www.ski-and-bike.ch<br />

Wohnhauses brauen Robby Collins und<br />

Corinne Reymond Collins Bier. Die Marke<br />

«7 Peaks» nimmt Bezug auf die Dents<br />

du Midi mit ihren sieben Gipfeln.<br />

www.7peaksbrasserie.ch<br />

Restaurant Le Di.vins (3)<br />

Médéric Landois hat die Bar und das Restaurant<br />

von seinem Vater übernommen<br />

und schenkt in der Vinothek vor allem<br />

<strong>Wallis</strong>er Weine aus. Seine Lieblingsweine<br />

stammen von Fabienne und Michel<br />

Constantin-Comby der Cave du Crêtacombe<br />

in Chamoson. Hier gibts auch<br />

<strong>Wallis</strong>er Teller und alle Arten Fondue,<br />

beispielsweie mit Steinpilzen, Truffes<br />

oder mit Bier statt Wein gekocht.<br />

Aprés-Ski<br />

Zum Aprés-Ski trifft man sich in der<br />

«T-Bar», wo Tapas und Tartine zum Cocktail<br />

serviert werden.<br />

t-bar.ch<br />

1<br />

DESTINATION<br />

Hotel Le White (1)<br />

<strong>Das</strong> Viersternehaus Le White in Champéry<br />

bietet 24 Zimmer und zwei Suiten.<br />

Ein Shuttle führt die Gäste vom Hotel<br />

zur Talstation der Bergbahn Champéry<strong>–</strong><br />

Planachaux.<br />

www.lewhite.ch<br />

Hotel National (5)<br />

Seit 1896 besteht das charaktervolle Hotel<br />

National Resort & Spa. Ursprünglich<br />

gehörte es zum 1857 eröffneten Grand<br />

Hotel Pension des Dents du Midi, das<br />

Champéry bekannt gemacht hat und<br />

während den Anfängen des Tourismus<br />

in dieser Region stand.<br />

www.lenational.ch<br />

SPEIS & TRANK<br />

«7 Peaks» (2 + 4)<br />

Auf diese Idee muss man erst kommen:<br />

Im ehemaligen Schwimmbad eines<br />

PRODUKTE<br />

Salée du Val d’Illiez (6)<br />

Ein Stück Salée, der typische Kuchen aus<br />

dem Val d’Illiez, muss sein: Die Spezialität<br />

aus Zopfteig, Milch, Zucker, Butter,<br />

Zimt, Hefe, Mehl und Eiern muss unbedingt<br />

probiert werden. Die Bäckerei<br />

Défago in Morgins stellt seit vier Generationen<br />

feinste Backwaren und Patisserie<br />

aus regionalen Produkten her.<br />

www.au-beau-reveil-boulangerie.ch<br />

La Cavagne<br />

Eine riesige Auswahl an regionalen<br />

Produkten bietet La Cavagne am Eingang<br />

des Val d’Illiez. Ein Paradies der<br />

regionalen Produkte! Räucherwürste,<br />

<strong>Wallis</strong>er Trockenfleisch, <strong>Wallis</strong>er Roggenbrot,<br />

<strong>Wallis</strong>er Käse, rote und weisse<br />

Weine von einheimischen Winzern und<br />

vieles mehr.<br />

lacavagne.ch<br />

3<br />

5<br />

58


2<br />

4<br />

6<br />

59<br />

Fotos Sedrik Nemeth (3), HO (2), Agnes Zenko


HANDWERK<br />

1<br />

2 3<br />

1 Dominic Blatter in der Werkstatt<br />

in Brig-Glis, wo vier Spezialisten<br />

die Ski in Handarbeit produzieren.<br />

2 Der Holzkern ist das Herzstück<br />

der Ski. Insgesamt braucht es rund<br />

80 Schritte und sechs Stunden, bis<br />

ein Paar fertig ist. 3 Jede Schicht<br />

erfüllt einen eigenen Zweck. Wichtig<br />

sind auch der richtige Leim und<br />

das genaue Schleifen.<br />

60


Jeder Ski<br />

ein Unikat<br />

Ganz exklusiv sind die Ski der Firma RTC in Brig.<br />

Sie werden in Handarbeit hergestellt, verwendet<br />

werden nur die besten Materialien. Qualität geht<br />

den Firmengründern über alles.<br />

Fotos: Sedrik Nemeth<br />

Nein, billig sind sie nicht. «Aber wir<br />

haben Kunden, die ihre Ski noch<br />

nach zehn Jahren zum Nachschleifen<br />

bringen», erzählt Dominic Blatter.<br />

Zusammen mit Felix Schmidhalter<br />

hat er vor 16 Jahren in Brig-Glis die Skifirma<br />

RTC gegründet. Ziel war, den<br />

perfekten Carvingski in hoher Qualität<br />

herzustellen. Für Blatter war es eine<br />

Weiterentwicklung seiner vorherigen<br />

Tätigkeiten: Der Absolvent der Kunstgewerbeschule,<br />

Produktedesigner und<br />

Schreiner hatte bereits Windsurfbretter<br />

und Snowboards hergestellt. «Aber der<br />

Schnee war immer mein Element», sagt<br />

der gebürtige Oltner, der als Kind mit<br />

seinen Eltern viel Zeit auf der Bettmeralp<br />

verbrachte. Ihm ist aufgefallen, dass<br />

sehr viele Carvingski entweder zu wenig<br />

stabil oder nicht drehfreudig sind. «Aber<br />

erst wenn der Ski stimmt, kann man das<br />

Carven so richtig geniessen», ist er<br />

überzeugt. Von Kunden erhält er denn<br />

auch oft Rückmeldung, dass sie erst<br />

mit den RTC-Ski so richtig auf beiden<br />

Kanten in die Kurven liegen können und<br />

zum ersten Mal das Gefühl entdecken,<br />

mit der Schwerkraft zu drehen und nicht<br />

gegen sie.<br />

Ein Geheimnis gibt es nicht, es sind der<br />

ganze Aufbau und die einzelnen Produktionsschritte,<br />

welche die RTC-Ski so speziell<br />

machen. Allen eigen ist der Kern aus<br />

Pappel- und Eschenholz. Drumherum<br />

werden die Ski, immer symmetrisch, mit<br />

Glaslaminat <strong>–</strong> «gibt die Spritzigkeit» <strong>–</strong>, Titanal<br />

<strong>–</strong> «sorgt für Laufruhe» <strong>–</strong>, verschiedenen<br />

Zwischenschichten und Gummi <strong>–</strong><br />

«dämpft die Schwingungen» <strong>–</strong> aufgebaut.<br />

«Unsere Ski sind etwas schwerer und<br />

eher den Rennski nachempfunden.» An<br />

Testtagen können die Kunden die exklusiven<br />

Bretter direkt in den Skigebieten<br />

testen. «Man muss den Unterschied spüren»,<br />

so Blatter. Speziell: Man kann die<br />

Ski personalisieren und mit eigenem<br />

Logo herstellen lassen. Kostenpunkt eines<br />

RTC: rund 1600 Franken ohne Bindung<br />

und Platte. Und was bedeutet<br />

RTC? «Ready to carve», erklärt Blatter.<br />

Der Name ist Programm!<br />

Infos und Kollektion: www.rtc-ski.ch<br />

61


<strong>Das</strong> Biwak auf dem Schönbiel wurde<br />

eigens für die Mannschaft von Martin<br />

Schmidt errichtet. Nachts wurde es<br />

bis zu minus zehn Grad kalt.<br />

BELALP<br />

Foto Pascal Gertschen<br />

62


ALPENKRAFT<br />

In diesem Zeltlager auf 2700 Meter Höhe<br />

übernachteten die Spieler des FSV Mainz 05.<br />

Ihr Trainer Martin Schmidt hat der<br />

Mannschaft so den Belalp-Geist vermittelt.<br />

Interview: Monique Ryser<br />

63


BELALP<br />

Fotos Christian Pfammatter, Pascal Gertschen (2)<br />

Er ist Oberwalliser, erfolgreicher Trainer<br />

und aussergewöhnlicher Motivator.<br />

Martin Schmidt, Trainer der<br />

Bundesliga-Mannschaft FSV Mainz 05, hat<br />

seine Schützlinge mit Schneeschuhlaufen<br />

und Zelten im <strong>Winter</strong> an die Grenzen gebracht<br />

<strong>–</strong> und sie zu Höchstleistungen motiviert.<br />

Die Belalp ist auch für Schmidt ein<br />

Kraftort <strong>–</strong> hier war er schon als Kind bei<br />

seinem Grossvater und hier verbringt er<br />

heute mit seiner Familie seine Ferien.<br />

Was haben Sie während des Trainings<br />

mit Ihrer Mannschaft auf der<br />

Belalp alles gemacht?<br />

Martin Schmidt: Wir haben auf der<br />

Belalp mit Schneeschuhen 1300 Höhenmeter<br />

zurückgelegt. Übernachtet haben<br />

wir in Zelten, zeitweise bei minus zehn<br />

Grad. Es war auch ein Mentaltraining: Ich<br />

versuche immer Bilder zu schaffen, die<br />

mithelfen, Grenzen zu verschieben.<br />

Wie haben die Spieler reagiert? Sie<br />

waren ja beispielsweise mit dem<br />

Zug gereist und in Brig ins Postauto<br />

gestiegen. Nicht grad das, was sich<br />

Bundesligaspieler gewohnt sind.<br />

Sie waren voll motiviert und haben mitgezogen.<br />

Für viele war es das erste Mal<br />

in einer solch mächtigen Bergwelt, und<br />

sie haben sich faszinieren lassen.<br />

Welche Feedbacks erhielten Sie?<br />

<strong>Das</strong> Feedback gabs in der Rückrunde<br />

der Bundesligasaison: Der «Geist der<br />

Belalp» war allgegenwärtig. Und ein<br />

Spieler sagte: «Danke Coach, ich habe<br />

das erste Mal Schnee gesehen!»<br />

War es auch erlaubt, <strong>Wallis</strong>er Spezialitäten<br />

zu essen ?<br />

Ja, wir hatten <strong>Wallis</strong>er Teller, Fondue<br />

und Häxucafe. Einige Spieler assen das<br />

Fondue ohne Weinbeigabe.<br />

Welche Wirkung haben die Berge auf<br />

den Menschen?<br />

Berge verleihen Kraft und schüren die<br />

Motivation, Leistung zu erbringen.<br />

Wie oft kommen Sie auf die Belalp?<br />

Immer eine Woche an Weihnachten und<br />

zwei im Sommer. Zudem mache ich im<br />

Herbst gerne noch ein bis zwei Kurztrips,<br />

um zu wandern.<br />

Was vermissen Sie, wenn Sie in<br />

Deutschland sind?<br />

Die Berge, das Skifahren, die Heimat mit<br />

Familie.<br />

Wie verbringen Sie die Zeit mit Ihrer<br />

Familie auf der Belalp?<br />

Im <strong>Winter</strong> fahren wir natürlich Ski, im<br />

Sommer sind wir gerne in unserer<br />

Alphütte im «Bäll».<br />

Woran erkennt man bei Ihnen den<br />

<strong>Wallis</strong>er?<br />

Am Dialekt <strong>–</strong> klar, oder? Und am positiven<br />

Geist.<br />

Was macht den <strong>Wallis</strong>er aus?<br />

Die <strong>Wallis</strong>er sind positive Menschen. Wir<br />

haben einen harten Kopf, Willensstärke<br />

und ein hohes Mass an Eigenmotivation.<br />

Wie motivieren Sie Ihre Spieler?<br />

Meist mit Bildern und Vorstellungskraft.<br />

Wichtig ist, die intrinsische Motivation<br />

anzusteuern. Also den Willen jedes Einzelnen,<br />

sich selber jeden Tag besser zu<br />

machen <strong>–</strong> aus eigenem Antrieb.<br />

In Deutschland<br />

vermisse ich<br />

die Berge,<br />

das Skifahren,<br />

die Heimat<br />

mit Familie<br />

1 Bergstation<br />

auf der Chiematte.<br />

Die Belalp ist autofrei!<br />

2 Martin Schmidt pfadet den<br />

Weg. Im Hintergrund: das historische<br />

Hotel Belalp auf dem Aletschbord. 3 Die<br />

Mannschaft des FSV Mainz 05 auf dem<br />

Marsch vom Schön- zum Hochbiel.<br />

Die meisten waren<br />

erstmals mit Schneeschuhen<br />

unterwegs.<br />

64


1<br />

3<br />

2<br />

65


ANGEBOTE<br />

FAMILIEN-<br />

SPECIALS<br />

Foto Pascal Gertschen<br />

Raus aus dem Alltag und rein ins<br />

Vergnügen. Für Kinder gibt es nichts<br />

Schöneres, als im Schnee rumzutoben.<br />

66


67<br />

Da leuchten die Kinderaugen:<br />

Schnee, so weich wie Watte,<br />

ist die schönste Spielwiese<br />

für Kinder <strong>–</strong> und ihre Eltern!


FÜR FAMILIEN<br />

GEMACHT<br />

www.wallis.ch/familien<br />

ANGEBOTE<br />

Fotos Christian Pfammatter/Visp CH (2), HO<br />

<strong>Winter</strong>ferien mit der Familie sind<br />

Aktivferien. Schneeballschlachten,<br />

Schneeengel machen und Iglu<br />

bauen gehören genauso zum Programm<br />

wie die «heisse Schoggi»<br />

nach einem Tag draussen an der<br />

frischen Bergluft. <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong> ist ein<br />

einziger grosser Naturspielplatz<br />

mit einer unendlichen Vielfalt an<br />

Aktivitäten für die ganze Familie.<br />

Erfreuen Sie sich an Angeboten und<br />

Infrastrukturen, die auf Ihre Bedürfnisse<br />

zugeschnitten sind. Skischulen,<br />

Animations- und Betreuungsprogramme<br />

sowie Bergausflüge, die für<br />

bleibende Erinnerungen sorgen,<br />

lassen Sie die sonnenverwöhnteste<br />

<strong>Winter</strong>region der Schweiz neu<br />

entdecken.<br />

Buchen Sie die Angebote auf:<br />

www.wallis.ch/familien<br />

1<br />

Angebote in Blatten-Belalp<br />

Mein erster Tag im Hexenland<br />

Scheinbar schwebende Zauberteppiche,<br />

spassige Hüpfburgen, ein magisches<br />

Labyrinth, ein verzauberter Hexenwald<br />

und eine gespenstische Hexenbesen-<br />

Tubingbahn: Im Hexenland Belalp, das<br />

kostenlos genutzt werden kann, lernen<br />

die Kids das Skifahren fast wie von allein.<br />

Der Spass- und Lerneffekt ist garantiert.<br />

Und für die Kleinsten der Kleinen<br />

(2 bis 8 Jahre) steht während der Woche<br />

ein kostenpflichtiger Kinderhort zur Verfügung<br />

<strong>–</strong> am Wochenende auf Anfrage.<br />

Gültigkeit: vom 17.12.<strong>2016</strong> bis 17. 4.2017<br />

Preis: kostenlos<br />

Verhexte Zauberpiste<br />

Die legendäre «Belalp Hexe» gilt als<br />

verrückteste Volksabfahrt der Welt. Auf<br />

einer speziellen Zauberpiste können die<br />

Kleinen in die Welt der «Belalp Hexe»<br />

eintauchen und erleben dabei eine tolle<br />

Abfahrt wie die Grossen. Einfach mit<br />

der Sesselbahn zum Schönbiel, hinunter<br />

in die Zigerbodini Häxuflüe sausen und<br />

wieder zurück zum Hexenland. Diese<br />

verspielte Zauberpiste ist kostenlos.<br />

Gültigkeit: von 17.12.<strong>2016</strong> bis 17. 4.2017<br />

Preis: kostenlos<br />

Belalp-Skitraum für 1 Woche<br />

7 Nächte im Doppel- oder Familienzimmer<br />

im Hotel Chalet Sepp auf der Belalp inklusive<br />

Frühstücksbuffet und 6-Tage-Skipass.<br />

Gültigkeit: 21. bis 28.1.2017 und 11. bis<br />

18.3.2017<br />

Preis: ab CHF 699.<strong>–</strong> pro Person im<br />

Doppelzimmer<br />

7 Nächte im Doppelzimmer im Hotel<br />

Hamilton Lodge, im Hotel Aletschhorn<br />

oder im Hotel Spa Tigilou auf der Belalp<br />

inklusive Frühstücksbuffet und einem<br />

6-Tage-Skipass.<br />

Gültigkeit: 21. bis 28.1. 2017 und 11. bis<br />

18.3.2017<br />

Preis: ab CHF 799.<strong>–</strong> pro Person im<br />

Doppelzimmer<br />

Belalp-Skitraum-Wochenende<br />

2 Nächte im Doppelzimmer im Hotel<br />

Massa in Blatten oder im Hotel Chalet<br />

Sepp auf der Belalp inklusive Frühstücksbuffet<br />

und einem 2-Tage-Skipass.<br />

Gültigkeit: 20. bis 22.1.2017<br />

Preis: ab CHF 379.<strong>–</strong> pro Person im<br />

Doppelzimmer<br />

Belalp-Skitraum Gruppenunterkunft<br />

7 Nächte in grösseren Schlafräumen im<br />

Hotel Chalet Sepp oder Hotel Aletschhorn<br />

auf der Belalp inklusive Frühstücksbuffet<br />

und einem 6-Tage-Skipass.<br />

Gültigkeit: 21. bis 28.1.2017 und 11. bis<br />

18.3.2017<br />

Preis: ab CHF 499.<strong>–</strong> pro Person im<br />

Achtbettzimmer<br />

68


Angebote in der Aletsch Arena<br />

2<br />

3<br />

Blick hinter die Kulissen einer präparierten<br />

Piste<br />

Wollten Sie schon immer mal einen Blick<br />

hinter die Kulissen einer präparierten<br />

Piste werfen? Erfahren, was es braucht,<br />

damit Schneesportler auf der Piste voll<br />

auf ihre Kosten kommen? Die Aletsch<br />

Arena mit ihren 104 Pistenkilometern<br />

bietet Ihnen spannende Einblicke ins<br />

frühmorgendliche Präparieren der Pisten.<br />

Begleiten Sie einen Pistenpatrouilleur<br />

bei seiner Arbeit im Pistenfahrzeug,<br />

und lassen Sie sich erklären, was die Pistenpatrouilleure<br />

für die Lawinensicherheit<br />

im Skigebiet tun, wie eine Schneesprenganlage<br />

aussieht und wie das Rettungswesen<br />

funktioniert.<br />

Gültigkeit: Angebot 1 jeden Mittwoch<br />

vom 21. 12. <strong>2016</strong> bis Anfang April 2017,<br />

Angebot 2 täglich in der Zeit vom 17. bis<br />

24.12.<strong>2016</strong> | 7. bis 28.1.2017 | 11.3. bis<br />

8. 4.2017<br />

Preis: Angebot 1 ab CHF 30.<strong>–</strong> pro Person,<br />

Angebot 2 ab CHF 40.<strong>–</strong> pro Person<br />

Abheben über dem Grossen<br />

Aletschgletscher<br />

Heben Sie ab, und kreisen Sie wie ein<br />

Adler über dem Grossen Aletschgletscher,<br />

dem grössten Gletscher der Alpen.<br />

Und geniessen Sie dabei die Stille<br />

der Aletsch Arena aus der Luft. Dank<br />

dem «Gletschi Flug» können mutige Kids<br />

(4 bis 10 Jahre) ihren ersten Passagierflug<br />

mit dem Gleitschirm machen. Täglich<br />

geht es mit einem Profipilot einer<br />

örtlichen Flugschule zum Passagierflug<br />

mit einem Gleit- oder Deltaschirm in luftige<br />

Höhen. Aus der Vogelperspektive<br />

wirken die Pisten dabei wie feine Zeichnungen.<br />

Und die Rundumsicht auf die<br />

umliegenden Viertausender ist unbeschreiblich<br />

schön, das Gefühl von Freiheit<br />

unvergesslich.<br />

Gültigkeit: Dezember <strong>2016</strong> bis April 2017<br />

Preis: ab CHF 130.<strong>–</strong> pro Person<br />

Weisse Wochen <strong>–</strong> das Kombipaket mit<br />

Skiunterricht<br />

7 Übernachtungen im Hotel mit Frühstück<br />

inklusive 7-Tage-Skipass für die<br />

Aletsch Arena, 5- respektive 6-Tage-Skioder<br />

-Snowboardunterricht und ein<br />

Gleitschirm-Passagierflug für CHF 99.<strong>–</strong><br />

anstatt CHF 130.<strong>–</strong> auf der Fiescheralp.<br />

Gültigkeit: 7. bis 28.1.2017 und 11.3. bis<br />

1.4.2017<br />

Preis: ab CHF 870.<strong>–</strong> pro Person im<br />

Doppelzimmer<br />

69<br />

1 Hallo, hier<br />

bin ich! Freude nach<br />

einer Rutschpartie auf<br />

dem Snowtube. 2 <strong>Das</strong> Hexenland<br />

auf der Belalp bietet Unterhaltung<br />

von morgens bis abends und nimmt<br />

Bezug auf die legendäre Abfahrt Belalp<br />

Hexe, die 2017 am 14. Januar<br />

stattfindet. 3 Wie richtig:<br />

Auf solchen Besen<br />

fliegen sonst<br />

nur Hexen.


L I F E<br />

S C I E N C E<br />

Forschung gegen<br />

Zika-Virus und Co.<br />

Die brasilianische Firma Wama Diagnóstica lässt<br />

durch eine Tochterfirma in Monthey forschen. Im<br />

Life-Science-Center BioArk werden Diagnosemittel<br />

für Zika-Virus und Denguefieber gesucht.<br />

Fotos: Sedrik Nemeth<br />

FORSCHUNG<br />

Die brasilianische Wama Diagnóstica<br />

ist in der medizinischen<br />

Diagnose tätig. Vor allem bei<br />

schnellen Tests zur Erkennung von verschiedenen<br />

Krankheiten beim Menschen<br />

ist die Firma in Südamerika führend.<br />

Nun wird durch die Tochterfirma,<br />

die Wama Diagnostics (Switzerland) SA,<br />

im BioArk in Monthey ein europäischer<br />

Standort aufgebaut. Nicht zufällig:<br />

Monthey hat eine lange Tradition im<br />

Bereich der Life Science. Bedeutende<br />

multinationale Konzerne und KMUs, die<br />

in der Feinchemie und den Biotechnologien<br />

tätig sind, sind hier seit vielen Jahren<br />

angesiedelt. Dies zeugt vom Industrie-<br />

und Unternehmergeist der Region<br />

sowie von hochkarätigen Arbeitskräften<br />

und Talenten. Kein Wunder, dass sich der<br />

BioArk hier niedergelassen hat.<br />

Carlos Alberto Mestriner vertritt die Firma<br />

in der Schweiz. «Wir haben verschiedene<br />

Standorte geprüft. Hier in Monthey<br />

überzeugten uns vor allem das grosse<br />

Fachwissen und die Zusammenarbeit<br />

zwischen Universitäten, Fachhochschulen,<br />

Forschung und Entwicklung. <strong>Das</strong> ist<br />

einmalig.» Die Forschung, die Wama Diagnostics<br />

(Switzerland) SA vorantreiben<br />

will, betrifft die Diagnose von menschlichen<br />

Krankheiten, Allergien und Infektionen<br />

wie beispielsweise Zika und Dengue<br />

sowie auch die Erkennung von<br />

Bakterien- und Pilzerkrankungen. «Bei<br />

diesen Krankheiten ist es wichtig, dass<br />

man rasch eine präzise Diagnose stellen<br />

kann. Und das auf möglichst einfache<br />

Weise», so Mestriner. «Unser Ziel ist es,<br />

möglichst einfach zu handhabende Diagnosekits<br />

zu entwickeln.» Mestriner sagt,<br />

dass er für die Erreichung dieses Ziels<br />

in der Zusammenarbeit mit BioArk, dem<br />

Institut für Life Technologies der HES-<br />

SO in Sion und Business Valais die richtigen<br />

Partner gefunden habe. Während<br />

dem gesamten Prozess der Ansiedlung<br />

wurde er kompetent beraten und unterstützt.<br />

Vor allem, weil seiner Firma<br />

nicht nur in Forschung und Entwicklung,<br />

sondern auch in Belangen der Firmengründung<br />

und Behördenkontakte geholfen<br />

werde. «Wir sind überzeugt, dass wir<br />

eine Win-win-Partnerschaft haben», so<br />

Mestriner.<br />

1 Carlos<br />

Alberto Mestriner in<br />

einem der Labors im<br />

BioArk in Monthey. Hier treffen<br />

Forschung, Entwicklung und Unternehmen<br />

zusammen. 2 Der BioArk ist<br />

ein Life-Science-Center, das Startups<br />

und bestehende Firmen unterstützt<br />

und den Austausch<br />

zwischen den verschiedenen<br />

Partnern<br />

fördert.<br />

1<br />

70


2<br />

71


1<br />

T R A D I T I ON<br />

Winzer Léon<br />

sei Dank!<br />

2<br />

Natur pur: <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong>er Raclette AOP<br />

hat eine lange Geschichte und wird aus reinen<br />

Naturprodukten hergestellt.<br />

RACLETTE<br />

Fotos Pascal Gertschen, Sedrik Nemeth (4)<br />

Eigentümliche Würze liegt in der<br />

Bergluft; unverschämt grün die satten<br />

Alpweiden, unverschämt stolz<br />

die Bergrücken drumherum. Sie können<br />

es sich ja auch leisten, über allem zu stehen:<br />

Nicht jeder trägt einen so illustren<br />

Namen wie Matterhorn oder Dufour.<br />

Trotz ihres weltweiten Renommees sind<br />

sie jedoch vor allem eins: <strong>Wallis</strong>er. Genauso<br />

wie die Kühe, die hier weiden; von<br />

seltener Art, stattlich und eigenwillig<br />

auch sie. Ihre Milch schmeckt nach Erdverbundenheit<br />

mit Noten von <strong>Wallis</strong>er<br />

Sonne. Unwiderstehlich nuancenreich ist<br />

diese Milch <strong>–</strong> so nuancenreich wie die<br />

Berg- und Alpenkräuter in den zahlreichen<br />

<strong>Wallis</strong>er Seitentälern, jedes ein<br />

Kleinod für sich. Nach alter <strong>Wallis</strong>er Tradition<br />

und überliefertem Rezept wird in<br />

den Regional- und Dorfkäsereien aus dieser<br />

naturreinen Rohmilch mittels moderner<br />

Hygienetechnologie hergestellt, was<br />

das <strong>Wallis</strong> vom Feinsten, vom Ursprünglichsten<br />

zu bieten hat <strong>–</strong> <strong>Wallis</strong>er Raclette<br />

Appellation d’Origine Protégée (AOP).<br />

Léon <strong>–</strong> so will es die Legende <strong>–</strong> hiess der<br />

<strong>Wallis</strong>er Winzer, der das Raclette erfunden<br />

hat. Er erwärmte im Kreis seiner Kameraden<br />

an einem unwirtlich kalten Tag<br />

zu Mittag einfach ein Stück Käse über<br />

dem Feuer: Geboren war das urtypische<br />

<strong>Wallis</strong>er Gericht, das seither <strong>–</strong> genauer<br />

seit dem Mittelalter, wie Dokumente belegen<br />

<strong>–</strong> weit über die Kantons- und Landesgrenzen<br />

hinaus Furore macht.<br />

Im Jahr 1574 war das Käseschmelzen im<br />

<strong>Wallis</strong> bereits bekannt. Der Name Raclette<br />

wurde früher im einheimischen<br />

französischen Dialekt (racler heisst<br />

schaben) verwendet, und ab 1874 wurde<br />

auch der Käse so offiziell benannt.<br />

<strong>Wallis</strong>er Raclette wird heute noch nach<br />

einem traditionellen Rezept hergestellt.<br />

<strong>Das</strong> Produktionsgebiet des <strong>Wallis</strong>er<br />

Raclette AOP entspricht der gesamten<br />

Fläche des Kantons <strong>Wallis</strong>. Die Milchproduktion,<br />

die Verarbeitung und die<br />

Reifung erfolgen ausschliesslich im <strong>Wallis</strong>.<br />

Es handelt sich um einen vollfetten,<br />

halbharten Rohmilchkäse.<br />

<strong>Wallis</strong>er Raclette AOP Käse ist ein hundertprozentiges<br />

Naturprodukt, begonnen<br />

mit der Fütterung der Kühe, der<br />

Verarbeitung der Rohmilch bis zur Pflege<br />

4<br />

72


3<br />

5<br />

1 Ein Raclette geht immer, sommers<br />

wie winters. 2 Bei jedem <strong>Wallis</strong>er<br />

Raclette AOP Käse ist auf der<br />

Järbseite die Ursprungsbezeichnung<br />

eingeprägt. 3 Im Keller reifen die<br />

Laibe während mindestens drei<br />

Monaten. 4 Am besten schmeckt<br />

das Raclette vom offenen Feuer.<br />

4 Traditionell wird <strong>Wallis</strong>er Raclette<br />

mit einem halben Laib zubereitet.<br />

73


RACLETTE<br />

Foto HO<br />

im Reifungskeller. Er ist unnachahmlich<br />

und einmalig dank seines Terroirs, seiner<br />

Geschichte und seiner regionalen Kennzeichnung<br />

(Gomser, Bagnes, Simplon<br />

etc.), die auf der Järbseite des Käses eingeprägt<br />

ist. Die reichhaltige Flora der<br />

<strong>Wallis</strong>er Berg- und Alpenregion verleiht<br />

dem <strong>Wallis</strong>er Raclette AOP seinen einzigartigen<br />

frischen und würzigen Geschmack<br />

mit vielen Varianten. Durch seinen<br />

aussergewöhnlichen Geschmack und<br />

die hohe Qualität gewinnt er die Gunst<br />

der Feinschmecker und Käseliebhaber.<br />

<strong>Wallis</strong>er Raclette ist zu jeder Jahreszeit<br />

ein ideales Essen zu Familienfesten, um<br />

mit Gästen eine Party zu feiern oder im<br />

Freien einen angenehmen Sommerabend<br />

in fröhlicher Gesellschaft zu verbringen.<br />

Selbst bei Staatsempfängen<br />

wird <strong>Wallis</strong>er Raclette serviert.<br />

Die kontrollierte Herkunftsbezeichnung<br />

AOP bestätigt die Echtheit, den typischen<br />

Charakter und die Rückverfolgbarkeit<br />

des Produkts. Eine neutrale Zertifizierungsstelle<br />

kontrolliert die strikte<br />

Einhaltung des AOP-Pflichtenhefts, das<br />

die Erfüllung folgender Anforderungen<br />

vorschreibt:<br />

• Verwendung von im <strong>Wallis</strong> umweltschonend<br />

hergestellter roher Kuhmilch, die<br />

in den gewerblichen Käsereien verarbeitet<br />

wird.<br />

• Reifung und Lagerung des Käses im<br />

Kanton <strong>Wallis</strong>.<br />

• Regelmässige Qualitätsbeurteilung<br />

durch Experten.<br />

Im Vallée de Joux fand im September<br />

<strong>2016</strong> der nationale Käsewettbewerb<br />

Swiss Cheese Awards statt. An diesem<br />

Wettbewerb wurden 777 Käse in verschiedenen<br />

Kategorien präsentiert und<br />

von einer internationalen Fachjury die<br />

besten Käse erkoren. Die Käserei Reckingen<br />

siegte in der Kategorie «Wallliser<br />

Raclette AOP» mit dem Käse GOM-<br />

SER 32. Den zweiten Rang erreichte<br />

die Käserei Liddes mit dem <strong>Wallis</strong>er<br />

Raclette AOP BAGNES 4, und auf dem<br />

dritten Platz rangierte die Käserei<br />

Champsec-Bruson mit dem <strong>Wallis</strong>er<br />

Raclette AOP BAGNES 25.<br />

Für die verantwortlichen Personen und<br />

die Käser sind die Auszeichnungen ein<br />

Beweis, dass sie im Bereich der Käsequalität<br />

national mit den besten Käsen<br />

mithalten können, aber auch Lohn für<br />

die gewissenhafte Arbeit und ein strenges<br />

Qualitätsmanagement. Die Milchproduzenten,<br />

deren Milch in diesen Käsereien<br />

verarbeitet wird, haben jedoch<br />

auch wesentlich Anteil am Erfolg, denn<br />

nur mit einwandfreier Milch kann Käse<br />

mit hoher Qualität hergestellt werden.<br />

Gewinnerkäse<br />

Die Käserei Reckingen befindet sich im<br />

sonnigen Hochtal Goms mit seinen urchigen<br />

Dörfern. Im <strong>Winter</strong> ist das Goms ein<br />

Langlaufparadies. Hier entsteht der<br />

«Gomser 32» von Max Willisch.<br />

In einer idyllischen Berglandschaft liegt das<br />

Dorf Liddes, das von mehreren Viertausendern<br />

umrahmt wird. <strong>Das</strong> Dorf befindet<br />

sich an der Strasse zum Bergpass Grosser<br />

Sankt Bernhard, der den französisch sprechenden<br />

Teil des <strong>Wallis</strong> mit Italien verbindet.<br />

In der Dorfkäserei wird der bekannte<br />

<strong>Wallis</strong>er Raclette AOP Bagnes 4 hergestellt.<br />

Bagnes ist mit 282,2 Quadratkilometern<br />

die drittgrösste Gemeinde der Schweiz.<br />

Sie liegt an der Grenze zu Italien. Im Weiler<br />

Champsec wird der schmackhafte <strong>Wallis</strong>er<br />

Raclette AOP Bagnes 25 vor allem aus<br />

der Milch der einzigartigen Eringerkühe<br />

hergestellt.<br />

Nur mit<br />

einwandfreier<br />

Milch und<br />

Fachwissen<br />

gibt es Käse<br />

von grosser<br />

Qualität<br />

Max Willisch von der Käserei Reckingen<br />

erhielt den 1. Preis in der Kategorie<br />

«<strong>Wallis</strong>er Raclette AOP».<br />

74


WINTER-<br />

SPECIALS<br />

Der <strong>Winter</strong> im <strong>Wallis</strong> ist eine lebendige<br />

Erlebniswelt für <strong>Winter</strong>sport. Profitieren<br />

Sie von attraktiven Angeboten.<br />

ANGEBOTE<br />

Foto David Carlier<br />

76


77<br />

Dem Nebel entfliehen: <strong>Das</strong> <strong>Wallis</strong><br />

mit seinen 300 Sonnentagen und dem<br />

Blick auf die majestätische Bergwelt.


WALLISER<br />

FREIHEITSGEFÜHLE<br />

www.wallis.ch/freiheitsgefuehl<br />

ANGEBOTE<br />

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn sich<br />

Ihr Blick in der Weite verliert, Sie die<br />

Bergstille in sich aufnehmen und<br />

Ihre Gedanken verfliegen? Dieses<br />

unbezahlbare Gefühl von Freiheit<br />

erleben Sie im <strong>Wallis</strong> inmitten von<br />

45 Viertausendern. Beim Besteigen<br />

oder Hochfahren auf die tief verschneiten<br />

Gipfel rückt das Tal in die<br />

Ferne, genauso wie Ihr Alltag <strong>–</strong> bis<br />

er schliesslich ganz weg ist. Beinahe<br />

unendliche Möglichkeiten, von<br />

Schneeschuhwanderungen bis<br />

Gleitschirmfliegen oder Skitouren<br />

machen das <strong>Wallis</strong> zum perfekten<br />

Abenteuerspielplatz mit Suchtpotenzial<br />

nach Freiheitsgefühlen.<br />

Buchen Sie unter:<br />

www.wallis.ch/freiheitsgefuehl<br />

Angebote in den Portes du Soleil<br />

First Track<br />

Morgins bietet einen idealen Zugang<br />

zum Skigebiet Portes du Soleil. Benutzen<br />

Sie den Sessellift von Foilleuse,<br />

und stürzen Sie sich zum Frühstück in<br />

den frisch präparierten Schnee von<br />

Morgins. Die Möglichkeiten sind grenzenlos!<br />

In einem gemütlichen Chalet<br />

können Sie sich anschliessend bei Tee,<br />

Kaffee und lokalen Spezialitäten am<br />

grandiosen Blick auf die Dents du Midi<br />

erfreuen. Ein <strong>Winter</strong>paradies zwischen<br />

Himmel und Erde!<br />

Gültigkeit: ab 17.12.<strong>2016</strong> bis 8. 4.2017<br />

Preis: ab CHF 15.<strong>–</strong> pro Person<br />

Tiefschneemekka Champéry<br />

Zwischen Frankreich und der Schweiz,<br />

mitten im Herzen der Alpen, befindet sich<br />

eines der grössten Skigebiete der Welt.<br />

300 Pistenkilometer und 196 Liftanlagen<br />

<strong>–</strong> die Portes du Soleil bieten eine unglaubliche<br />

Erfahrung für ihre Besucher:<br />

ein Naturschutzgebiet voll Tiefschnee für<br />

alle Arten der Gleitsportarten! <strong>Das</strong> Angebot<br />

umfasst Unterkunft und 1-Tage-Skipass<br />

in den Portes du Soleil.<br />

Gültigkeit: 7. 1. bis 4.2.2017<br />

Preis: ab CHF 84.<strong>–</strong> pro Person im<br />

Doppelzimmer<br />

Fotos Jean Baptiste Bieuville, HO, (2)<br />

3<br />

Schneeschuhwanderung<br />

im Vallon de They<br />

Die Ferienorte Morgins, Châtel und<br />

La Chapelle-d’Abondance verfügen<br />

zusammen über achtzig Kilometer markierte<br />

Schneeschuhrouten. Begeben<br />

Sie sich im Vallon de They auf Entdeckungsreise:<br />

Themenpfade, Brücken<br />

über die Vièze und die Quelle des Eau<br />

Rouge erwarten Sie. Durchstreifen Sie<br />

auf einem einstündigen Spaziergang<br />

oder einer vier- bis fünfstündigen<br />

sportlichen Wanderung die <strong>Winter</strong>landschaft<br />

in ihrer ganzen Pracht und<br />

Vielfalt. Geniessen Sie bei der Ankunft<br />

ein Fondue in der Cantine de They!<br />

Gültigkeit: von 17.12.<strong>2016</strong> bis 8. 4.2017<br />

Preis: kostenlos<br />

78


1<br />

1 Freeridespass auf<br />

frisch verschneiten Hängen<br />

gibts im Tiefschneemekka<br />

Champéry. 2 <strong>Das</strong> Vallon de They mit<br />

dem Flüsschen Vièze ist romantische<br />

Kulisse für Schneeschuhwanderungen.<br />

3 Verschneites Chalet im<br />

Gebiet Portes du Soleil.<br />

2<br />

79


WALLISER<br />

WINTERZAUBER<br />

www.wallis.ch/winter<br />

ANGEBOTE<br />

Fotos Emmanuel Pignat, Pascal Gertschen, HO (2)<br />

Tief verschneite Wälder, ein atemberaubendes<br />

Bergpanorama und<br />

eine maximale Vielfalt an <strong>Winter</strong>sport:<br />

Willkommen in der schönsten<br />

Zeit des Jahres. Im <strong>Wallis</strong>er <strong>Winter</strong>zauber<br />

werden Sie von einem farbenprächtigen<br />

Sonnenaufgang<br />

geweckt. Und schon lockt Sie der<br />

tiefblaue Himmel hinaus an die frische<br />

Luft. Ob auf den Pisten, einer<br />

Schneeschuhwanderung oder im<br />

dampfenden Thermalbad <strong>–</strong> Sie werden<br />

den <strong>Winter</strong> im <strong>Wallis</strong> lieben.<br />

Wer von so vielen Aktivitäten Hunger<br />

kriegt, darf sich auf regionale<br />

Spezialitäten auf einer sonnigen<br />

Terrasse an der frischen Bergluft<br />

oder in wohliger Wärme eines Chalets<br />

freuen. Buchen Sie unter:<br />

www.wallis.ch/winter<br />

4<br />

Schnee- & Badepass in Leukerbad<br />

Was gibt es Schöneres als nach einem Tag<br />

auf der Skipiste seinem Körper und Geist<br />

Ruhe und Entspannung in einem wohltuenden<br />

Thermalbad zu gönnen? Genau<br />

davon profitieren Sie bei der Pauschale<br />

«Schnee- und Badepass Leukerbad». Mit<br />

den Torrent-Bahnen fahren Sie direkt ins<br />

Skigebiet mit 53 Kilometern bestens präparierten<br />

Pisten und einer wunderbaren<br />

Aussicht auf die <strong>Wallis</strong>er Viertausender.<br />

Die Gemmi-Bahn bringt Sie zur Aussichtsplattform<br />

und erschliesst das Langlauf-<br />

und <strong>Winter</strong>wanderparadies auf dem<br />

Gemmipass. Wer es lieber gemütlich mag<br />

oder sich nach einem actionreichen <strong>Winter</strong>sporttag<br />

erholen will, hat mit dem<br />

Schnee- & Badepass Zutritt zu den Thermalbädern<br />

der Leukerbad Therme und<br />

der <strong>Wallis</strong>er Alpentherme & Spa.<br />

Gültigkeit: 17.12.<strong>2016</strong> bis 17. 4.2017<br />

Preis: ab CHF 66.<strong>–</strong> pro Person (von 13.3.<br />

bis 17.4.2017: Aktion 6 für 3)<br />

Besuch des Zinalgletschers<br />

Ab Zinal erreichen Sie nach zweieinhalb<br />

Stunden Wanderung den Zinalgletscher,<br />

der aus dem Zusammentreffen der drei<br />

Gletscher Grand Cornier, Durand und<br />

Mountet entstanden ist. Im Gletscher<br />

befinden sich verschiedene natürliche<br />

Hohlräume, die von den Bächen im Untergrund<br />

geschaffen wurden. Erkunden<br />

Sie dieses zauberhafte Universum auf einer<br />

geführten Wanderung! Freuen Sie<br />

sich mit den Schneeschuhen an den Füssen<br />

auf ein ganz besonderes Abenteuer.<br />

Gültigkeit: Auf Anfrage, von Mitte Dezember<br />

<strong>2016</strong> bis Mitte März 2017 (wetterabhängig)<br />

Preis: ab CHF 70.<strong>–</strong> pro Person<br />

Skijöringtaufe in Nax<br />

Lassen Sie sich von der Magie des Espace<br />

Mont-Noble in Nax verzaubern,<br />

und geniessen Sie die spektakuläre Sicht<br />

auf das gesamte Rhonetal und die Berner<br />

Alpen. Zahlreiche Aktivitäten erwarten<br />

Sie: Schlittschuhlaufen, Schneeschuhwandern,<br />

Langlauf, Snowtubing,<br />

Eisstockschiessen oder Skijöring. Skijöring<br />

vereint Skifahren und Pferdesport<br />

und ist ab einem Alter von sieben Jahren<br />

möglich. Mit Blick auf die Alpen<br />

durch den Schnee gezogen werden <strong>–</strong><br />

auch Sie werden begeistert sein.<br />

Gültigkeit: 24.12.<strong>2016</strong> bis 31.3.2017<br />

Preis: ab CHF 20.<strong>–</strong> pro Person<br />

Unterkunft mit Skipass in Saas-Fee<br />

<strong>Das</strong> <strong>Winter</strong>skigebiet von Saas-Fee bildet<br />

mit 21 Transportanlagen und 100 Kilometer<br />

präparierten Pisten das Herz der<br />

gesamten Skiregion. Neben Saas-Fee<br />

befindet sich in der nahe gelegenen Region<br />

Kreuzboden-Hochsaas oberhalb<br />

von Saas-Grund ein weiteres Skigebiet.<br />

Zudem stehen zwanzig Kilometer <strong>Winter</strong>-<br />

80


1 2<br />

3<br />

wanderwege und eine acht Kilometer<br />

lange Langlaufloipe bereit und verschiedene<br />

Schlittelwege. <strong>Das</strong> Angebot umfasst<br />

zwei Nächte in der gewählten Unterkunft<br />

inklusive Destinations-Skipass<br />

für zwei Tage.<br />

Gültigkeit: 3. bis 23.12.<strong>2016</strong> und 7. bis<br />

27.1.2017<br />

Preis: ab CHF 225.<strong>–</strong> im Doppelzimmer<br />

(Package ab drei Nächten in Ferienwohnung<br />

möglich)<br />

Skifahren & Thermalbaden<br />

in Ovronnaz<br />

Der kleine Ferien- und Kurort Ovronnaz<br />

bietet nach dem <strong>Winter</strong>sport genüssliche<br />

Erholung in seinem Thermalbad. Skifans<br />

erreichen das Skigebiet von Ovronnaz<br />

auf einer Höhe zwischen 1400<br />

und 2500 Metern per Sessel- und Skilift.<br />

Vor dem eindrucksvollen Panorama der<br />

<strong>Wallis</strong>er Alpen kommen <strong>Winter</strong>sportfans<br />

voll auf ihre Kosten. Es erwarten Sie<br />

rund zwanzig Kilometer <strong>Winter</strong>wanderwege,<br />

elf Kilometer markierte Trails für<br />

Schneeschuhbegeisterte und 25 Kilometer<br />

gespurte Loipen für Langlauffans.<br />

<strong>Das</strong> Angebot umfasst drei Nächte im<br />

Studio ohne Hotelservice inklusive Eintritt<br />

in die Thermalbäder und das Spa<br />

sowie ein 3-Tage-Skipass.<br />

Gültigkeit: 24.12.<strong>2016</strong> bis 17. 4.2017<br />

Preis: ab CHF 318.<strong>–</strong> pro Person im<br />

Doppelzimmer<br />

1 Im Thermalbad<br />

von Ovronnaz<br />

erholen sich die müden<br />

Glieder. 2 Verschneite Landschaft<br />

in Saas-Fee. 3 Skijöring, die<br />

Verbindung von Pferdesport und Skifahren.<br />

4 Im Zinalgletscher hat es<br />

von Bächen geschaffene Gänge,<br />

die auf einer geführten<br />

Wanderung erkundet<br />

werden können.<br />

81


Kultur, Sport & Brauchtum<br />

Im <strong>Wallis</strong> ist immer etwas los. Eine Übersicht über<br />

die vielfältigen Veranstaltungen und Events.<br />

www.wallis.ch/event<br />

AGENDA<br />

Dezember<br />

Fondation Pierre Arnaud <strong>–</strong><br />

flämische und holländische Malerei<br />

bis 22.1.2017, Lens. Ab 3.2.2017<br />

Ausstellung zum Symbolismus.<br />

www.fondationpierrearnaud.ch<br />

Tag der Offenen Weinkeller<br />

1. 11. bis 24.12.<strong>2016</strong>. Verkostung der<br />

<strong>Wallis</strong>er Weine.<br />

www.lesvinsduvalais.ch<br />

Märkte der Genüsse und Handwerker<br />

8. bis 11.12.<strong>2016</strong>, Martigny. Terroir-<br />

Produkte, Grand Prix Joseph Favre.<br />

www.saveursetartisans.ch<br />

Lumina <strong>–</strong> das Fest des Lichts<br />

8. bis 11.12.<strong>2016</strong>, Saint-Maurice.<br />

Animationen in und um die Abtei.<br />

www.lumina-stmaurice.ch<br />

Polaris <strong>–</strong> Electronic Music Festival<br />

9. bis 11.12.<strong>2016</strong>, Verbier. DJs zwischen<br />

14 und 22 Uhr, Clubs am Abend.<br />

www.polarisfestival.ch<br />

Januar<br />

Traditionelle Fasnacht<br />

6. 1. bis 28.2.2017, Evolène. Fell- und<br />

Strohfiguren mit Masken.<br />

www.carnaval-evolene.ch<br />

Belalp-Hexenwoche mit Volksabfahrt<br />

7. bis 14.1.2017, Blatten-Belalp.<br />

Die verrückteste Abfahrt der Schweiz!<br />

www.belalphexe.ch<br />

Oh! Festival Valais <strong>Wallis</strong> Arts Vivants<br />

18. bis 22.1.2017 Festival mit Tanz,<br />

Musik, Theater von Brig bis Monthey.<br />

www.ohfestival.ch<br />

Ice Climbing Worldcup<br />

20. bis 21.1.2017, Saas-Fee. Eisklettermeisterschaften<br />

im Parkhaus.<br />

www.saas-fee.ch<br />

Rallye du Goût<br />

28.1.2017, Morgins. Regionale Produkte<br />

und Wanderung.<br />

www.morgins.ch<br />

Februar<br />

Fondation Pierre Gianadda <strong>–</strong><br />

Ausstellung Hodler, Monet, Munch<br />

3.2. bis 11.6. 2017, Martigny. Spezialbillette<br />

der SBB nach Martigny.<br />

www.gianadda.ch<br />

Grosser Tschäggättu-Umzug<br />

23.2.2017, Lötschental. Der urtümliche<br />

Fasnachtsumzug.<br />

www.loetschental.ch<br />

4 Audi FIS Skiweltcup (Damen)<br />

25. bis 26.2.2017, Crans-Montana.<br />

Abfahrt und Kombination.<br />

www.skicm-cransmontana.ch<br />

45. Internationaler Gommerlauf<br />

25. bis 26.2.2017, Obergoms. Langlauf-<br />

Halbmarathon und -Marathon.<br />

www.gommerlauf.ch<br />

März<br />

Nendaz Freeride<br />

10. bis 15.3.2017, Mont Gond.<br />

World Qualifier Tour.<br />

www.nendazfreeride.ch<br />

Glacier Bike Downhill<br />

11.3.2017, Saas-Fee. Adrenalin pur bei<br />

den Downhill-Mountainbikern.<br />

www.saas-fee.ch<br />

Ringkuhkampf im Schnee<br />

18.3.2017, Leukerbad. Eringerrinder<br />

kämpfen um den Sieg.<br />

www.leukerbad.ch.<br />

Festival Rock the Pistes<br />

19. bis 25.3.2017, Portes du Soleil.<br />

Pop/Rock-Festival auf den Pisten.<br />

www.rockthepistes.com<br />

Saas-Fee Filmfest<br />

21. bis 26.3.2017, Saas-Fee.<br />

Innovatives Kino aus der Schweiz.<br />

www.sfff.ch<br />

April<br />

Swatch Xtreme Verbier<br />

1.4.2017, Verbier.<br />

Finale der Freeride-World-Tour.<br />

www.verbier.ch<br />

Zermatt Unplugged<br />

4. bis 8. 4.2017, Zermatt. Hochstehende<br />

Musik in grosser Höhe mit Weltstars<br />

und Neuentdeckungen.<br />

www.zermatt-unplugged.ch<br />

Caprices Festival<br />

6. bis 9. 4.2017, Crans-Montana.<br />

Elektronische und urbane Musik.<br />

www.caprices.ch<br />

Verbier Impulse<br />

8. bis 10. und 15. bis 17.4.2017, Verbier.<br />

Musikfestival auf den Pisten.<br />

www.verbierimpulse.com<br />

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jodlerfest-brig.ch


wallis.ch

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