Wallis. Das Magazin. – Winter 2016

valais

AUSGABE 4 11. NOVEMBER 2016

WALLIS

INS HERZ G EMEISSELT

Géraldine Fasnacht die Vogelfrau

Zwei Chinesen am Berg Der Kochtüftler

aus Binn Die schönsten Terrassen Didier

Défago zeigt sein Morgins Winter-Specials


Schneller ins Wallis

Tickets online günstiger kaufen

bls.ch/autoverlad


Das Wallis bewegt!

Titel Géraldine Fasnacht in Verbier fotografiert von David Carlier

Mit Geschichten, die direkt ins Herz gehen, wie die des

Waisenjungen im Trickfilm «Mein Leben als Zucchini» des

Walliser Regisseurs Claude Barras. Bewegt durch Leidenschaft

und Hingabe, die zu aussergewöhnlichen Leistungen

am Berg führen und der Antrieb der Freeriderin und «Vogelfrau»

Géraldine Fasnacht sind. Sie liebt und lebt ihr Leben in

vollen Zügen. Ebenso Florent Troillet, Hochgebirgsspezialist

und Streckenrekordhalter der Patrouille des Glaciers. Das

Wallis bewegt durch Innovation sowie altüberlieferte Traditionen.

Einzigartige Naturprodukte wie der Raclette du Valais

AOP oder Walliser Eau de vie aus Williamsbirnen AOP. Walliser

Produkte, die wiederum unsere Spitzenköche zu kreativen

Gaumenfreuden inspirieren, wie es Mario Inderschmitten, der

junge 14­GaultMillau­Punkte­Koch, zeigt. Lassen Sie sich von

den Geschichten in diesem Magazin berühren und verführen,

das Wallis besser kennenzulernen. Der Winter bei uns wird

Ihnen gefallen! Unsere Bergterrassen liegen über der Nebeldecke.

Der Schnee ist in diesen Höhenlagen garantiert, und

die Sonne scheint grosszügiger als anderswo. Entschleunigen

Sie an der frischen Bergluft, und erfreuen Sie sich an dem vielfältigen

Wintersportangebot in den kleinen, familiären Destinationen

oder den grossen, internationalen wie den Portes du

Soleil. Wir freuen uns auf Sie!

Damian Constantin, Direktor Valais/Wallis Promotion

«Wallis» erscheint als Beilage der Schweizer

Illustrierten am 11. November 2016 Redaktion |

«Wallis», Schweizer Illustrierte, Dufourstrasse 23,

8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63, info@schweizerillustrierte.ch

Leitung Wallis/Leiter Zeitschriften

| Urs Heller Chefredaktor | Stefan Regez

Redaktionsleitung | Monique Ryser Bildchefin |

Nicole Spiess Textchef | Jan Morgenthaler

Layout/Produktion | Simona Guarino

Mitarbeiter dieser Ausgabe | Anita Lehmeier

impressum

Fotografen | Sedrik Nemeth, David Carlier,

Robert Bolognesi, Olivier Maire, Isabelle Favre

Bildredaktion | Fabienne Hubler, Sonia Favre

Designkonzept | Beling Thoenen Design

Korrektorat | Barbara Siegrist Bildbearbeitung |

Ringier Redaktions-Services Leiter Content- &

Marketing-Partnerschaften | Thomas Passen

Marketing | Verena Baumann, Patricia Heller

Vermarktung | Admeira AG Chief Sales Officer |

Arne Bergmann Managing Director Publishing |

Beniamino Esposito Head of Marketing

Publishing | Thomas Kords Head of Sales

Publikums- und Programmpresse | Claudia Dippel

Sales Service Anzeigen | +41 58 909 99 62,

salesservices@admeira.ch Anzeigenpreise und

AGB | www.admeira.ch Verlag | Ringier Axel

Springer Schweiz AG, 8005 Zürich

Produktionsleiter | Michael Passen Druck |

Swissprinters AG, 4800 Zofingen

EDITO

3


24 32

Bilder wie Scherenschnitte.

Die Bilder

von Robert Bolognesi,

dem Walliser

Schneeforscher.

Weine, die das

Wallis symbolisieren:

die Valais-

Mundi-Kollektion

von Provins.

INHALT

36

46

Er kocht mit

XXL-Pinzette und

wagt ungewöhnliche

Kompositionen:

Mario Inderschmitten.

Rekordhalter

Florent Troillet

trainierte zwei

Chinesen für die Patrouille

des Glaciers.

6

STERNE

Im Wappen des Wallis sind 13 Sterne

sie stehen hier für 13 aussergewöhnliche

Menschen, Orte und Produkte.

12

GÉRALDINE FASNACHT

Die «Vogelfrau» bewältigt auf ihrem

Snowboard jeden Hang und springt

schon mal im Wingsuit vom Gipfel.

18

BERGTERRASSEN

Sonne, Alpenpanorama, ein Walliser

Teller und ein Schluck Wein: Tipps für

schöne Sonnenterrassen.

24

PORTFOLIO

Der Schneeforscher Robert

Bolognesi beobachtet, analysiert und

fotografiert den Schnee.

32

ELECTUS-WEIN

Valais Mundi heisst die Edition der

exklusivsten Weine von Provins. Sie

symbolisieren das Wallis.

36

MARIO INDERSCHMITTEN

Der junge Koch des «Albrun» in Binn

verrät das Rezept für «Bleu du Valais

Crème Brulée»

41

FOOD

Walliser Williamine darf nur mit

reifen und besten Williamsbirnen des

Wallis hergestellt werden.

42

CLAUDE BARRAS

«Mein Leben als Zucchini» heisst

der Trickfilm von Claude Barras.

Er geht mitten ins Herz.

46

PATROUILLE DES GLACIERS

Wie zwei chinesische Sportler mit der

Hilfe von Florent Troillet die Patrouille

des Glaciers bewältigten.

4


04

Inhalt

Géraldine Fasnacht

fliegt mit dem

Wingsuit und gleitet

auf dem Board durch

den Tiefschnee.

12 18

Zurücklehnen

und geniessen.

Ausflugstipps zu

Bergterrassen.

52

DIDIER DÉFAGO

Der Skistar aus Morgins zeigt sein Dorf.

Und schwärmt vom Skigebiet

Portes du Soleil.

66

FAMILIEN-ANGEBOTE

Das Wallis ist wie gemacht für Familien.

Hier werden Kinder als Gäste

ernst genommen.

76

WINTER-SPECIALS

Winterzauber, Freiheitsgefühle und

Familienspass: exklusive Angebote

für einen erlebnisreichen Winter.

Fotos Robert Bolognesi, Olivier Maire,

Sedrik Nemeth (2), David Carlier (2)

60

SKIFABRIK

Jeder Ski ist handgemacht, aus besten

Materialien. Wie in Brig Carvingski

entstehen.

62

BELALP

Wie der Walliser Fussballtrainer

Martin Schmidt seine deutsche

Fussballmannschaft überraschte.

70

WAMA DIAGNOSTICS

Das brasilianische

Diagnostik-Unternehmen lässt in

Monthey forschen.

72

RACLETTE

Der Walliser Raclette-AOP-Käse

muss strenge Kriterien erfüllen.

Und ist zu 100 Prozent natürlich.

82

AGENDA

Vom klassischen Konzert über

Pistenpop bis zu Kuhkämpfen und

Weltklasse-Ausstellungen.

5


13 STERNE

Fast so gewaltig wie in Natur

Im World Nature Forum in Naters wird neben dem

Besucherzentrum auch ein Unesco-Lehrstuhl aufgebaut.

Naters | Die Region rund um das Unesco-

Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch

ist voll spannender Geheimnisse und

einzigartiger Naturschätze. Dies thematisiert

das neu eröffnete World Nature

Forum in Naters. Es wird auch auf Gefahren

hingewiesen und wie wir die Alpen

schützen können. Der Wandel des Klimas

bringt nicht abschätzbare Veränderungen,

Herausforderungen und Fragestellungen

mit sich. Wie werden in Zukunft

die Wiesen und Weiden bewässert,

wenn die Gletscher verschwunden

sind? Wie sollen Bräuche, Dialekte und

das gesamte Kulturgut erhalten werden?

Wie soll sich der Tourismus ausrichten?

Hier will das World Nature Forum Hilfestellung

geben. Zudem entsteht in Naters

ein weltweit einmaliges Besucher-,

Studien- und Kongresszentrum rund um

das Unesco-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch.

Mit spektakulären Panoramafilmen,

interaktiven Erlebnisstationen,

Infografiken und Artefakten wird

der Forschergeist der Besucherinnen

und Besucher geweckt.

www.jungfraualetsch.ch

Fotos Patrik Ngu, Getty Images, HO (2)

6


Kaviar aus

dem Wallis

Wintergolf das gibts in

Crans-Montana im Februar.

Golfen auf

dem Schnee

Leuk | Der Name tönt russisch, und das

Produkt hat eine lange russische Tradition.

Doch wieso in die Ferne schweifen,

wenn es Kaviar aus Leuk gibt? Hier

produziert die Firma Kasperskian die

gefragte Delikatesse. Und sie hat ein

spezielles Plus: Die Fischrogen werden

vom lebenden Stör abgezogen gutes

Gewissen beim Genuss inklusive. Zu den

Investoren von Kasperskian gehört auch

Nestlé-Chef Peter Brabeck. In einer

6000 Quadratmeter grossen Halle werden

die russischen und sibirischen Störe

in Wasserbecken gehegt und gepflegt.

www.kasperskian.com

Gleiten auf

dem See

Ein besonderes Erlebnis:

Schlittschuhlaufen auf dem

Natureis des Sees in Champex.

Crans-Montana | Vom 2. bis am 5. Februar

2017 findet in Crans-Montana der

erste Winter Golf Cup statt. Es ist nur

folgerichtig, dass Crans-Montana seinen

bekannten und durch die einmalige

Aussicht geadelten Golfplatz auch den

Wintergästen zugänglich macht. Mit

über 100 Jahren Erfahrung im Golfsport

wird der beliebte Ferienort nun auch

zum ersten in der Westschweiz, der dieses

Vergnügen ermöglicht. Crans-Montana

wird sich in den Winter Golf Cup

einreihen, der über Megève und Val

d’Isère im Wallis Halt macht. Auf dem

von Jack Niklaus gestalteten Neunlochplatz

werden sich Golfer aller Niveaustufen

mit dem Schnee, den anderen

und sich selber messen können. Während

der fünf Tage können sich die Gäste

nicht nur auf dem Golfplatz tummeln,

sondern an Spezialabenden auch lukullischen

Genüssen frönen, findet doch

gleichzeitig der Salon Vins et Terroirs

statt. Und wer den Golfschläger mal zur

Seite legen will, kann sich im Skigebiet

von Crans-Montana vergnügen. Interessierte

Golfer melden sich unter:

event@crans-montana.ch

Der Kaviar aus Leuk mit dem

russisch anmutenden Namen.

Der Kaviar

wird von

lebenden

Fischen

«gemolken»

7

Champex | Am Fuss des Mont-

Blanc-Massivs liegt der lauschige See

von Champex. Auf 1500 Metern gelegen

ist er meist bereits von Mitte Dezember

bis Ende April zugefroren und wird

als natürliche Eisbahn freigegeben. Das

Gebiet wird auch «Klein Kanada der

Schweiz» genannt und ist ein Paradies

für Kinder und alle Schlittschuhfreunde.

Je nach Wetter ist die Eisbahn täglich

geöffnet, sie ist gratis. Die Fläche ist

1,2 Quadratkilometer gross und erlaubt

so richtige Spazierfahrten und auch mal

einem Eisschnellläufer gleich auszuziehen.

Schlittschuhe können in den umliegenden

Sportgeschäften gemietet werden,

und zum Aufwärmen gehts in die

Cafés und Restaurants des schmucken

und gemütlichen Dörfchens. Wer ein

Wochenende bleiben will, hat Skipisten,

Langlaufloipen und Schneeschuhtrails

zur Auswahl. Und was die Kleinen besonders

freuen dürfte: Man kann Spaziergänge

mit Bernhardinern buchen. Die

Hunde ziehen einen Schlitten, auf dem

Kinder bis zehn Jahre Platz nehmen

können.

www.champex.ch


Chef’s Table für

Gourmets

13 STERNE

Zermatt | Einmal beim Chefkoch und

seiner Brigade essen und erst noch

jeden Gang in einer anderen Küche! Das

macht «Kitchen around», die Gastro-Tour

in Zermatt, möglich. In ausgewählten

Zermatter Locations dinieren die maximal

vier Gäste immer dort, wo es dampft

und brutzelt. Serviert wird ein Viergangmenü

in vier Spitzenrestaurants. Natürlich

gibt es zu jedem Gang das passende

Glas Wein zu Fuss und per Elektrotaxi

geht die Vierergruppe von Location

zu Location. Wer sich anmeldet, weiss

nur, wo der Tisch für den ersten Gang

gedeckt ist, die weiteren Stationen werden

im Lauf des Abends bekannt gegeben.

Im Preis für das Viergangmenü

inbegriffen sind vier Gläser Walliser

Wein, Kaffee, Digestif, eine Taxifahrt und

ein Überraschungsgeschenk. Sogar

Allergiker können sich anmelden, sie

müssen einfach zum Voraus bekannt geben,

welche Unverträglichkeit sie haben.

«Kitchen around» findet vom 1. bis am

23. Dezember 2016 statt und kostet

CHF 189. pro Person.

www.zermatt.ch (Kitchen around)

Nur das Beste wird

beim «Kitchen around»

in Zermatt aufgetischt.

Förderpreis an

junge Fotografin

Andrea Ebener verwandelt sich in Kunstwesen.

Und steht sich selbst Modell.

Sion | Die 29-jährige Andrea Ebener wird

mit dem Kulturförderpreis des Kantons

Wallis geehrt. Sie ist vor allem mit ihren

Selbstporträts bekannt geworden. «Ich

bin ein sehr schüchterner Mensch. Zu

Beginn meiner Karriere fand ich es sehr

schwierig, Models zu erklären, was ich

von ihnen wollte. Deshalb begann ich,

mich selber zu fotografieren.» Dabei verwandelt

sie sich in Kunstwesen, bemalt

sich, schmückt sich mit Fellen, Federn

und Schädeln oder verwendet religiöse

Symbole, um eigentümliche Kontraste zu

erzeugen. Es gehe ihr dabei um das Verdichten

von Stimmungen und Gefühlen,

sagt Ebener, die auch mit der alten Edeldrucktechnik

Cyanotypie arbeitet.

cargocollective.com/ebener

Fotos Dave Brüllmann, Getty Images / iStockphoto, HO (3)

8


Rette sich,

wer kann

Die neuen Gondeln zur Bärenpiste

haben zehn Plätze.

Schneller auf

die Bärenpiste

Sion | Normalerweise will sich ja niemand

freiwillig einsperren lassen ausser

es handelt sich um das neue Trendspiel

«Escape the Room». Nun hat auch

Sion seinen «Teufels-Caveau», einen

ehemaligen Weinkeller. Bis zu acht Spielerinnen

und Spieler können sich dort

einschliessen lassen und haben eine

Stunde Zeit, alle Rätsel zu lösen und sich

damit den Weg in die Freiheit zu verschaffen.

Das Spiel dreht sich um die

Legende des Heiligen Theodul, des ersten

Bischof von Sion, der den Wein ins

Wallis brachte und den Teufel im Keller

einschloss.

www.escapeworld.ch (Sion)

Das Onya-Hotel in Bellwald will zu den

führenden Boutique-Hotels gehören.

Verliebt in

Bellwald

Veysonnaz | Wo sich einst Bären in dichtem

Wald tummelten, flitzen heute Skifahrer

über weite Schneeflächen. Die Bärenpiste

(Piste de l’Ours) in Veysonnaz

wurde von Experten als eine der schönsten

Skipisten der Welt eingestuft. Zahlreiche

Weltcup-Rennen sind dort bereits

ausgetragen worden, und sie bietet

Schneesicherheit und verläuft praktisch

durchwegs in der Fallrichtung. Ab Weihnachten

ist man nun noch schneller am

Start: Die neue 10er-Gondelbahn führt

Schneesportlerinnen und Schneesportler

von Veysonnaz aus in weniger als acht

Minuten an den Start der spektakulären

Piste de l’Ours. Die Beförderungskapazität

beträgt mit 41 Gondeln neu 1550 Personen

pro Stunde. Die NV Remontées

mécaniques SA (eine Fusion von Télénendaz

und Téléveysonnaz ) haben 14 Millionen

Franken in die neue Bahn investiert.

Das Skigebiet 4 Vallées, zu dem Veysonnaz

gehört, erhält zudem acht neue

Pistenkilometer dank einem neuen Verteilnetz

für die künstliche Beschneiung.

www.veysonnaz.ch

Das Lösen der Rätsel ist der

Schlüssel für die Freiheit.

Bischof

Theodul

sperrte den

Teufel in den

Keller

9

Bellwald | Roger und Bernadette Geissberger

haben vor 20 Jahren Bellwald

entdeckt und lieben gelernt. Nun eröffnen

sie am 17. Dezember 2016 das neue

«The Onya Hotel****(S) Resort & Spa»

in Bellwald. Mit nur 18 Zimmern hat es

das Ziel, zu den führenden Boutique-Hotels

in den Schweizer Alpen zu gehören.

Auf über 300 Quadratmetern befindet

sich ein Wellnessbereich, der auch den

Gästen des Schwesterhotels Alte Gasse

offen steht. Roger Geissberger war

2014 Schweizer Touristiker des Jahres

und ist Partner und CEO von Knecht

Reisen, der Nummer vier im Schweizer

Reisemarkt. Er und seine Frau gründeten

2012 die RBG Hotels & Resort AG,

um das Hotel zur alten Gasse***(S) in

Bellwald zu kaufen und zu renovieren.

Der Bündner Roland Deriaz und seine

Partnerin Lydia Stang übernehmen die

Geschäftsführung der beiden Hotels,

und Köchin Lydia Stang freut sich, die

15 GM-Punkte-Küche der «Alten Gasse»

übernehmen zu dürfen.

www.onya.ch


Eine Tasse Tee

hilft immer

Der GaultMillau 2017.

Paradies für

Gourmets

Wallis | Das Wallis zählt 72 GaultMillau-

Spitzenrestaurants mit total 996 Punkten

(12 Punkte und mehr). Das sind sechs

Restaurants und insgesamt 60 GaultMillau-Punkte

mehr als im Vorjahr!

Schweizweit zu den Besten der Besten

gehören nach wie vor Didier de Courten

vom Hotel Terminus in Sierre mit

19 Punkten und Markus Neff vom Fletschhorn

in Saas-Fee mit 18 Punkten.

Die GaultMillau-Aufsteiger 2017 sind

mit 17 Punkten: Le Mont Blanc, Crans-

Montana, und After Seven, Zermatt.

Mit 14 Punkten: Balmhorn, Leukerbad;

Héliantis, Massongex; The Capra La

Locanda by Oliver Glowig, Saas-Fee;

Café du Marché, Sitten; Chez Heini,

Zermatt; Chez Vrony, Zermatt; China

Garden, Zermatt. Mit 13 Punkten: Baschi,

Geschinen.

Als Neueinsteiger glänzen mit 15 Punkten:

Hubertus, Obergesteln; Nouvo

Bourg, Saillon. Mit 14 Punkten: Albrun,

Binn; La Malvoisie, Leukerbad; Moosalp,

Törbel. Mit 13 Punkten: Le Soleil de

Dugny, Dugny/Leytron; Mühle, Geschinen.

Mit 12 Punkten: Le Communal,

Val-d’Illiez; Grotto de la Fontaine, Sitten.

Der Guide Michelin Schweiz 2017 hat

Ivo Adam, Restaurant After Seven in Zermatt,

neu zwei Sterne verliehen.

Martigny | Was gibt es Besseres als

einen heissen Tee in der warmen Stube,

wenns draussen stürmt und schneit?

Die Kräutertees Grand-St-Bernard aus

biologischem Walliser Anbau sind dann

genau das Richtige. Die sechs Sorten

Minze, Verbena, Thymian, Salbei, Kamille

und Melisse helfen gegen allerlei

Zipperlein. Hergestellt werden die Kräutertees

von der Rostal Herbes Aromatiques

Grand-St-Bernard SA. Neben den

Kräutertees gibt es auch Gewürzmischungen

mit biologischen Walliser

Kräutern.

www.rostal.ch

Kräutertees aus dem Wallis bringen

die Sommersonne in die Tassen.

Biologische

Kräutertees

in sechs

Sorten

Das Viersternehaus

setzte beim Bau vor allem

auf Stein und Holz.

Neues Hotel für

Bains de Saillon

Saillon | 140 Meter lang, 78 Zimmer und

sechs Restaurants: Das ist das neue Viersternehotel

Bains de Saillon. Nach dreijähriger

Bauzeit und einer Investition

von 40 Millionen Franken hat der Thermalbadeort

Saillon ein neues Wahrzeichen

bekommen. Der Komplex gehört

der Hotelgruppe Boas, die seit der Übernahme

der Bäder 2008 die Zahl der

Eintritte von jährlich 33000 auf 50000

gesteigert hat. Das Bad umfasst ein

25-Meter-Becken, drei Thermalbäder

mit Wassertemperaturen zwischen 32

und 43 Grad, einen Thermenfluss, ein

Sauna- und Hamam-Dorf, einen Carpe-

Diem- und Spa-Bereich sowie Planschbecken

und Wasserrutschen für Kinder.

Die Boas Swiss Hotels entstanden aus

dem Betrieb von Alters- und Pflegeheimen

und zählen mit zehn Hotels heute

zu den grösseren Hotelbetreibern der

Schweiz. Im Wallis gehören der Hotelgruppe

neben den Bains de Saillon

das Viersternehotel 4 Vallées und Spa

in Nendaz und das Hotel de la Poste in

Sierre.

www.bainsdesaillon.ch

Fotos Getty Images, Sedrik Nemeth, HO (2)

10


Hier kaufen Skilehrer

Diese Skijacken sieht man überall. Pierre-Paul Genevard

kleidet Skischulen in der ganzen Schweiz ein.

Torgon | Pierre-Paul Genevard, Skilehrer

aus Torgon, hat vor über 30 Jahren

eine Marktlücke entdeckt: Skischulen

müssen sich regelmässig neu einkleiden

und brauchen auch sonst immer wieder

neues Material, um den Schülerinnen

und Schülern gerecht zu werden. Also

begann er, Skijacken und -hosen zu designen,

genau nach den Bedürfnissen

von ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen.

Rot müssen sie sein, mit einem

weissen Streifen, und Taschen müssen

sie haben, in der neusten Kollektion

20 an der Zahl. Dank der Zusammenarbeit

mit dem Verband der Schweizer Skischulen

beliefert er so seitdem an die

200 Skischulen in der ganzen Schweiz.

Eine Kollektion ist immer für zwei Jahre

11

erhältlich, denn nicht alle Skischulen ändern

das Tenue jedes Jahr. Zudem lässt

Genevard Stangen, Medaillen, aufblasbare

Elemente, Fahnen und auch das

Maskottchen der Schweizer Skischulen,

Snowli, herstellen. So wurde Torgon zum

Mekka der Skischulen. Und Genevard

hat nun immer auch im Sommer zu tun.

boutique.goldtest.com


Géraldine Fasnacht auf einer ihrer

Freeride-Abfahrten an den Hängen des

Mont Gelé im Skigebiet von Verbier.

FREERIDE

12


«ICH LIEBE

MEIN LEBEN»

Kein Hang zu steil, kein Gipfel zu hoch.

Géraldine Fasnacht schnallt sich Ski

oder Snowboard, Wingsuit oder Fallschirm

an und schwebt verschneite Hänge hinunter.

«Ich lebe meinen Traum.»

Text: Monique Ryser Fotos: David Carlier

13


FREERIDE

1

2

3

14


«Ich kam

mir vor wie

Alice im

Wunderland»

1 An den Hängen

des Mont Fort

ist Géraldine Fasnacht

fast täglich, kaum ist der erste

Schnee da. «Bevor die Bahnen öffnen,

steige ich mit den Fellen auf.» 2 Géraldine:

«Das Wichtigste und Schwierigste ist die

Visualisierung der Strecke, immer

und immer wieder.» 3 Das

Couloir Marinelli am

Monte Rosa.

Charismatisch ist sie, offen und

herzlich. Wenn sie spricht, spürt

man, was sie fühlt und denkt. Da

ist mal Freude, Energie, aber dann auch

Traurigkeit und Reflexion. Géraldine Fasnacht

wird auch als «Vogelfrau» bezeichnet,

weil das Bild mit ihr im Wingsuit, wie

sie sich von der Spitze des Matterhorns

in die Tiefe fallen lässt, um die Welt ging.

Sie ist eine Vogelfrau, weil sie fliegen

kann. Aber auch, weil sie aus ihrem

Innersten heraus frei ist frei, das zu

tun, was sie am liebsten tut. Mit allen

Konsequenzen.

Fliegen hat sie schon als Kind fasziniert.

Deshalb ging sie nach der Schule zur

Swiss am Flughafen Genf. Aber auch der

Schnee übte seit jüngster Jugend eine

Anziehungskraft auf sie aus: «Ich bin in

Poliez-le-Grand aufgewachsen, aber war

jeweils ab dem ersten Schnee in jeder

freien Minute mit meinen Eltern in Verbier.»

Snowboard ist sie schon damals

gefahren, wann immer und so verrückt

es ging, aber nie hatte sie auch nur einen

Gedanken daran verschwendet, dass

Schneesport mehr als ein Hobby sein

könnte. Géraldine arbeitete zu 100 Prozent

am Flughafen Genf und ging einfach

wann immer möglich auf die Pisten. Sie

war ein Fan ein Fan der Extremsnowboarder,

die sich einmal im Jahr am

Xtreme Verbier messen. «Das waren

meine Idole. Ich bewunderte alle und

hatte den einen grossen Traum: Einmal

im Leben wollte ich daran teilnehmen

und inmitten all dieser Stars die Bec des

Rosses hinunterfahren.»

In der Szene schien die mutige und talentierte

junge Frau beobachtet zu werden,

denn sie wurde 2002 eingeladen,

am Xtreme von Verbier teilzunehmen.

15

«Ich war völlig aus dem Häuschen, und

plötzlich war mir klar: Wenn du schon

diese Chance bekommst, musst du dich

auch richtig vorbereiten. Ich überlegte

lange, diskutierte mit meinen Eltern und

entschied mich schliesslich, den Job für

ein Jahr an den Nagel zu hängen, nach

Verbier zu ziehen und zu trainieren.» Ihre

Mutter habe ihr Mut gemacht, habe

gesagt: «Pass auf, dass du später nicht

einer verpassten Chance nachtrauerst.

Einen Job findest du immer wieder.»

Géraldine Fasnacht war damals 21, und

es begann ein neues Leben: Morgens

war sie auf den Pisten, nachmittags

arbeitete sie in einem Reisebüro, abends

in einem Restaurant. So konnte sie

knapp genügend Geld für die Miete, fürs

Essen und den Sport aufbringen. Als der

grosse Moment kam, reihte sie sich für

eine Woche in die Freeride-Szene ein,

konnte mit den andern trainieren, war

Teil von ihnen. «Es kam mir vor, als wäre

ich Alice im Wunderland. Ich hatte

erreicht, was ich wollte, und war überglücklich»,

erinnert sie sich. Am Tag des

Rennens sei sie die fast vertikale Wand

völlig unbeschwert runtergefahren. «Ich

war ja die Jüngste von allen, die meisten

waren um die 30 und ich das Kücken.

Nichts habe ich erwartet, gar nichts,

mein Ziel war nur dabei zu sein.» Doch

das Kücken überraschte alle, belegte

den ersten Rang und konnte für den Final

antreten. Und da wartet gleich der

zweite Höhepunkt: «Wir Rider steigen

immer zu Fuss auf, für den Final wurden

wir aber mit dem Helikopter nach oben

geflogen auch das war für mich ein unglaubliches

Erlebnis.» Der Rest ist dann

Geschichte: Géraldine gewann auch den

Final und ging als jüngste Siegerin des


FREERIDE

Xtreme Verbier in die Annalen ein. Da

war für sie klar: Jetzt mache ich Freeride

und Snowboard zu meinem Leben.

Sie nimmt an der Freeride World Tour

teil, heimst Preise und Spitzenplätze ein,

wird immer besser und zur Vorzeigefrau

der Freeride-Szene. Doch etwas fehlt

noch: Im Winter, im Schnee, fühlt sie sich

zu Hause und ausgefüllt, doch im Sommer

weiss sie nicht, wohin mit ihrer Energie

und dem Wunsch, weitere Grenzen

zu erkunden. Sie lernt Fallschirmspringen

und entdeckt ihre Freude am Fliegen.

Nach über 300 Sprüngen aus dem

Flugzeug dann der nächste Schritt: Sie

wechselt zum Basejumping dem Springen

mit dem Fallschirm von einem Felsen

oder einem anderen festen Objekt.

Von da zum Wingsuit war es nicht mehr

weit: 2004 macht sie ihren ersten Flug

in einem Gewand, das Flügel nachahmt

und den Körper des Menschen so verwandelt,

dass er einem Vogel ähnlich

wird. «Im Wingsuit fühlt man sich auch

wie ein Vogel, es gibt kein grossartigeres

Gefühl, als damit in der Luft zu liegen,

sich in den Wind zu legen, auf Strömungen

zu kreisen», schwärmt die heute

30-Jährige. Weltweit bekannt wurde sie

mit ihrem Flug vom Gipfel des Matterhorns,

einer Weltpremiere, die sie zusammen

mit Julien Meyer wagte. Die Bilder

gingen um die Welt, aus Géraldine

war endgültig die Vogelfrau geworden.

Und wie um zu beweisen, dass es nicht

nur um Mut und Spektakel geht, hat sie

vor kurzem ein schon fast poetisches

Projekt abgeschlossen: Sie flog mit einem

Adler zu Tal. Fliegen, der grosse

Menschheitstraum, für sie ist er Realität.

Klar kommt einem dabei aber auch Ikarus

in den Sinn, der mit seinen Flügeln

der Sonne zu nahe kam und es mit dem

Tod büssen musste. Dieses Gleichnis,

das besagt, dass wir das Schicksal nicht

herausfordern sollen. Géraldine hat das

am eigenen Leib erfahren: Ihr Mann

starb beim Speedflying, ihre Schülerin

Estelle Balet kam bei einem Lawinenniedergang

ums Leben, in einem Couloir,

durch das Géraldine Fasnacht noch

problemlos runtergefahren war. «Ja, das

sind schlimme Erinnerungen. Ich denke

täglich an Estelle. Bis jetzt habe ich mich

immer gefreut, wenn der erste Schnee

kam, dieses Jahr habe ich nichts dagegen,

wenns noch ein bisschen dauert.»

Für sich hat sie keine Angst, denn ihre

Abfahrten und Flüge hätten nichts mit

Abenteuer zu tun, sondern mit teilweise

jahrelanger Planung, exakter Beobachtung,

minutiöser Vorbereitung.

«Tatsache ist einfach, dass ich den Menschen,

die ich liebe, in den Bergen am

nächsten bin.» Wenn sie einen Berg raufwandere,

den Schnee knirschen höre,

die majestätische Aussicht vor Augen,

dann sei sie ihnen am nächsten. Und:

«Wenn ein Freund beim Autofahren ums

Leben kommt, geht man ja auch weiterhin

auf die Strasse.» Géraldine glaubt

daran, dass ein Leben dann komplett ist,

wenn man seinem inneren Ruf folgt. Deshalb

hilft sie mit einer Stiftung jungen

Freeridern, ihren Traum zu verwirklichen.

Als Mentorin und finanziell. Frei

sein wie ein Vogel das wünscht sie auch

andern.

Mehr Infos: geraldinefasnacht.com

Géraldine Fasnacht hält Vorträge zu

Themen wie Risikomanagement, Motivation

und Grenzen überwinden.

«Die

Visualisierung

ist das

Wichtigste und

Schwierigste»

1

16


1 Géraldine

Fasnacht an den Hängen

des Mont Fort. Links oben der

Bec des Rosses, wo alljährlich das

Xtreme Verbier stattfindet. 2 Auf dem

Weg zum Mont Fort. Géraldine trägt

immer einen Helm und einen

Lawinenschutz-Rucksack.

2

17


Crans-

Montana

Zwischen 1500 und

3000 Metern Höhe befindet

sich das nach Süden gelegene Skigebiet

von Crans-Montana. Schneesport

140 markierte Pistenkilometer für jedes

Niveau führen von den Bergspitzen

über dem Plaine-Morte-

Gletscher bis zum

Hochplateau.

AUSFLÜGE

18


T E R R A S S E N

Süsses Nichtstun

in den Bergen

Wieso unter der Nebeldecke verharren, wenn es

im Wallis doch so viele schöne Bergterrassen

mit Sonne und Alpenpanorama gibt? Sie sind zu

schön, um nur in den Skiferien besucht zu werden.

Fotos: Sedrik Nemeth

«Le Chetzeron»

Umbau | Das Hotel und Restaurant

Chetzeron ob Crans-Montana ist die rundum

erneuerte alte Chetzeron-Seilbahnstation

auf 2112 Metern. 12 Punkte | Das Restaurant

hat 12 GaultMillau-Punkte, die Bar einen

gemütlichen Kamin, und die Terrasse erstreckt

sich über drei Etagen. Hinkommen |

Mit der Seilbahn auf den Cry d’Er.

Eines wissen die Walliserinnen und

Walliser ganz genau: Das Leben ist

zu kurz, um sich nicht zwischendurch

auch mal was Gutes zu tun. Ein feiner

Walliser Teller und ein Glas Wein

passen schliesslich zu jeder Tageszeit

und sie halten uns an, kurz zu pausieren

und dem Gegenüber ein bisschen der

unaufhörlich eilenden Zeit zu widmen.

Am besten auf einer Bergterrasse, inmitten

einer verschneiten Landschaft und

mit Panoramablick.

Die Auswahl ist riesig. Von der einfachen

Hütte bis zum Sternerestaurant gibt es

alles. Die höchstgelegene Iglu-Bar Europas

mit Alpenpanoramablick gibts auf

dem Mont Fort auf 3300 Metern. Hier

sieht man vom Wildhorn bis zu den

Diablerets, über die Jungfrau, das Weisshorn,

das Matterhorn und den Mont

Blanc. Die Mont-Fort-Kabinenbahn

bringt Gäste direkt dahin. Sogar auf

3457 Metern ist das welthöchste Drehrestaurant

auf dem Mittelallalin oberhalb

Saas-Fee. Nach zehn Minuten Luftseilbahn-Gondelfahrt

zum Felskinn geht

es mit zehn Metern pro Sekunde hinauf

19

in der höchstgelegenen Metro-Standseilbahn.

Nur zu Fuss erreichbar ist die

SAC-Lämmerenhütte, die von Crans-

Montana oder von Leukerbad aus mit

Fellen erwandert werden kann. Man

wird belohnt mit majestätischer Bergwelt

und erholsamer Stille. Die Hütte öffnet

erst im Februar für die Wintersaison.

Das pure Gegenteil davon ist der «Hennu

Stall» in Zermatt. Die Après-Ski-Bar

auf der Furi-Abfahrt nach Zermatt ist bekannt

für heissen Sound, coole Drinks

und sehr viel Fröhlichkeit. Tänzerinnen,

DJ und Live-Performance gibts bereits

zum Vor-Après-Ski im «Mouton Noir» in

Verbier auf Les Ruinettes. Wer Stars sehen

will, kann danach im «La Vache» in

Verbier Halt machen, James Blunt gehört

hier zu den Investoren und ist oft in

Verbier. Familiär ist die «Hannigalp» in

Grächen hier haben auch Kinder ihre

helle Freude! Berghüttenstimmung direkt

am Pistenrand bietet die Bättmer-

Hitta auf der Bettmeralp. Hier gibts Hüttenhörnli,

Eringerwurst oder das Walliser

Gericht Cholera. Fussgänger nehmen

die Sesselbahn Wurzenbord.


Grimentz

Im Val d’Anniviers

gelegen bietet Grimentz

ein atemberaubendes Panorama,

geschützte Natur und moderne

Sportanlagen. Schneesport Skifahren,

Snowboarden, Telemarken, Schlitteln

und Schneeschuhwandern: Das

Val d’Anniviers ist der ideale

Tummelplatz für

Wintersportnarren.

AUSFLÜGE

«l’étable du marais»

Stall | Aus einem alten Stall wurde ein

gemütliches Restaurant. Walliser

Köstlichkeiten | Die Buvette de l’Étable

du Marais in Grimentz trägt das Label

«Walliser Köstlichkeiten». Hinkommen | Zur

Buvette kommt man zu Fuss ab Bendolla

oder auf Ski ab der Bergstation des

Sessellifts Grands Plans.

Fotos HO

20


«Chez Vrony»

Familientradition | Das Restaurant in

Findeln auf 2100 Metern wird seit über

hundert Jahren von der Familie Julen

betrieben. Vronys Bruder Heinz hat es

gestaltet. 14 GaultMillau-Punkte | Von der

Findler Heusuppe über Klassiker.

Hinkommen | Auf Ski oder zu Fuss

(20 Min.) ab Station Sunnegga ob Zermatt.

Zermatt Am

Fuss des Matterhorns

bietet Zermatt spektakuläre

Abfahrten, unberührte

Hänge, Schneesicherheit an 365 Tagen

im Jahr. Autofrei Das autofreie Dorf

bietet Unterkünfte für jedes Budget.

Gletscher Zwischen Zermatt

und Breuil-Cervinia liegt das

höchstgelegene

Skigebiet der

Schweiz.

21


«Hamilton Lodge»

Alpenchic | Die Lodge befindet sich in

2100 Metern Höhe auf der Belalp nahe dem

Aletschgletscher. Kulinarik | Gesundheit ist

ein zentraler Begriff, und biologische Zutaten

bilden einen festen Bestandteil des

kulinarischen Angebots. Nicht verpassen:

Die selbst gemachten Kuchen! Hinkommen |

Mit der Belalpbahn ab Blatten.

AUSFLÜGE

Belalp

Das Gebiet Blatten-

Belalp bietet Skifahrern,

Snowboardern, Langläufern,

Schneeschuhwanderern und Schlittlern

ein abwechslungsreiches Winterangebot

auf sechzig Pistenkilometern von

1322 bis 3112 Metern Höhe. Autofrei

Die Belalp ist autofrei

und seit 1954 mit einer

Seilbahn erschlossen.

22


Saint-Luc/

Chandolin

gilt im Winter als schneesicher.

Haute Route Das Hotel

Weisshorn ist Etappenort der Haute

Route Impériale, die durch anspruchsvolles

Gelände führt und das Herz der Walliser

Alpen durchquert. Inmitten von

Viertausendern gehört sie

zu den imposantesten

Skitourenrouten.

«Weisshorn»

Historisch | Das Hotel Weisshorn in

Saint-Luc wurde bereits in den 1880er-

Jahren erbaut. Typische Spezialitäten | Das

Restaurant serviert typische Walliser und

Schweizer Speisen. Spezialität ist der

Feuerring. Hinkommen | Das «Weisshorn»

erreicht man nur zu Fuss, mit Schneeschuhen

oder Fellen ab Saint-Luc.

Fotos Rudgr, Pauline Joosten

23


N A T U R S C H ÖNH E I T E N

Schnee

Watteweich und ruhevoll: So wird

die Landschaft nach dem ersten

Schnee. Der Schneeforscher

Robert Bolognesi fängt

diese Stimmung ein und schafft

Bilder wie Gemälde.

PORTFOLIO

Fotos: Robert Bolognesi

24


25


PORTFOLIO

26


27


PORTFOLIO

28


29


PORTFOLIO

30


Die Eiskristalle sind

seine ganze Passion

Text: Monique Ryser

Schon als Kind wusste Robert

Bolognesi, dass sein Beruf einmal

irgendwas mit Schnee zu tun haben

musste. «Ich liebe den Winter, ich

liebe die Kälte, und Schnee ist etwas

vom Faszinierendsten, was die Natur erschaffen

hat», schwärmt Bolognesi. Und

nun hat er, wie geplant, seinen Traumberuf.

Er ist Schneeforscher und berät

mit seiner Firma Météorisk Gemeinden,

Bergbahnbetreiber, Pistenbauer

und Veranstalter in Bezug auf die unvorhersehbaren

Tücken des Schnees. Auch

an den Olympischen Spielen in Sotschi

war er als Schneeberater tätig. Völlig

klar, dass er den ersten Schnee herbeisehnt,

wobei er im Wallis dank der

Gletscher ja das ganze Jahr über Forschungsmaterial

hat. Seine zweite grosse

Leidenschaft ist das Fotografieren

am liebsten natürlich Schnee. Mit seinen

Makroaufnahmen von Schneeflocken

kann er so auch dem Laien erklären, wie

komplex und welches Wunder der Natur

der Schnee ist. Ganz verschiedene

Flocken gebe es, erklärt er. Eiskristalle

wie Sterne mit feinsten Nadeln oder

plättchenförmige Sechsecke, die aussehen,

als wären sie eine filigrane Skulptur.

Gross oder klein, schnell schmelzend

oder resistent je nach Luftfeuchtigkeit,

Luft­ und Bodentemperatur kommen die

leichten Flocken in verschiedensten

Ausprägungen daher.

Und warum eigentlich ist der Schnee

weiss, Herr Bolognesi? «Weil die Eiskristalle

das Licht sämtlicher sichtbarer Wellenlängen

reflektieren und so die Farbe

Weiss entsteht.» Als Fotograf weiss er

aber, dass bei hellem Licht immer ein

leichter Blauton vorhanden ist, weshalb

der Schnee das Gefühl von Kälte auslöst.

Wenn hingegen bei Morgen­ oder

Abendrot fotografiert wird, resultiert ein

leichter Rotton, der einem das Gefühl

gibt, der Schnee sei wärmer. Von blossem

Auge sieht man diese Unterschiede

fast nicht, aber auf einer Fotografie kommen

sie klar hervor.

Schöner Schneefall entsteht meist bei

Temperaturen von minus 5 bis minus

10 Grad. «Schneien kann es aber auch

bei bis zu plus 2 Grad. Und auch bei sehr

kalten Temperaturen, dann schneit es

einfach weniger ausgiebig», erklärt der

Schneeforscher, der Geografie und Informatik

studiert und vor der Gründung

seines Büros am Eidgenössischen Institut

für Schnee­ und Lawinenforschung

in Davos gearbeitet hat. Die Dichte des

Schnees ist je nach Feuchtigkeitsgehalt

verschieden. «Ist er trocken, wiegt ein

Kubikmeter rund 100 Kilogramm, bei

feuchtem Schnee sind es bis 500 Kilogramm

pro Kubikmeter.»

Da Schnee immer in Schichten aufeinanderliegt

und der Untergrund ebenfalls

aus Höhen und Tiefen, Fels und Erde besteht,

sei oft schwer voraussehbar, wie

sich die Massen bewegen. Mit Messstationen,

Beobachtungen und einem Team

von Mitarbeitern macht Bolognesi so

genaue Vorsagen wie eben möglich.

Dabei begibt er sich auch in gefährliche

Situationen, «an Orte, an die ich nicht

fürs Vergnügen hinginge». Aber das sei

er seinen Kunden schuldig, und er treffe

ausserordentliche Vorsichtsmassnahmen,

um das Risiko zu minimieren.

Wie zum Ausgleich hat er für das Portfolio

unseres Wallis­Heftes Bilder von

Bäumen ausgewählt, fotografiert im

Mittelwallis. «Es sind Bilder von Bramois,

Arbaz und vom Col de la Forclaz. Auf

den Bäumen liegt frischer Schnee, noch

ganz leicht und weich», so Bolognesi.

31

Schneekristalle von trockenem Schnee, die

sich verbunden haben (oben). Nach einer

kalten Nacht mit Raureif überzogene

Schneeplättchen.


Damien Carruzzo, Kellermeister

bei Provins und verantwortlich für

die Vinifizierung des Electus.

WEIN

Der frische Traubensaft schäumt.

Später wird er im Holzbarrique einer

grossen Zukunft entgegenreifen.

32


E L E C T U S

Der Schweizer

Weltklassewein

Bei seiner Lancierung machte er Schlagzeilen

wie kein anderer Wein zuvor. Electus, der

Spitzenwein aus dem Wallis. Der weisse Eclat

komplettiert nun die Kollektion von Valais Mundi.

Text: Elsbeth Hobmeier Fotos: Olivier Maire

Provins, die grösste Genossenschaftskellerei

der Schweiz, hatte

einen Traum. Sie wollte einen

grossen Schweizer Wein lancieren

einen, der sich mit der Weltspitze messen

kann. Klar, es gab und gibt bereits

gute Schweizer Weine, einige Pinots

noirs und Merlots können bei internationalen

Degustationen weit vorn

mitmischen. Aber es sollte ein unüberseh-

und unüberhörbarer Botschafter

werden, aus den allerbesten Walliser

Reblagen und allerbesten Rebsorten.

Denn sie war überzeugt: Das Wallis hat

das Zeug zum Mittel- und Knotenpunkt

der Weinwelt Europas.

Provins rüstete sich also, um einen Wein

namens Electus, den Auserwählten, zu

schaffen. Zehn Jahre lang suchte man

nach den geeigneten Rebbergen und

experimentierte mit mehreren Traubensorten.

Gewählt wurden schliesslich die

typischen Walliser Humagne Rouge,

Cornalin, Syrah und Diolinoir , dazu kamen

die internationalen Merlot, Cabernet

Franc und Cabernet Sauvignon.

Die ersten Versuche mit Jahrgang 2008

und 2009 kamen noch nicht an das

grosse Ideal heran. Der 2010er schaffte

dann den Sprung an die Öffentlichkeit.

Alle Traubensorten wurden einzeln vergoren,

lange an der Maische belassen

und während 18 Monaten in Fässern aus

französischer Eiche gereift, bevor sie als

Assemblage vereint wurden. 2014 kam

der erste Electus in den Verkauf.

Diese Lancierung ging wie ein Erdbeben

durch die Weinwelt. Auch wegen

des Preises. Was Wunder, wenn sich

vorerst die Diskussion praktisch nur darum

bewegte, vor allem weil damals

noch die wenigsten Weinfreunde und

-kenner die Gelegenheit hatten, das

neue Wunderkind auch selber zu

degustieren?

Die Aufregung legte sich. Und die Argumentation

verlegte sich in Richtung

Genuss. Namhafte Weinjournalisten

hatten in der Zwischenzeit ihre Nase

tief ins Electus-Glas gesteckt und ihre

Punktezahlen und Kommentare veröffentlicht.

So sah ihn zum Beispiel Jan-

33


Das Wallis

ist ein Paradies der

Einzellagen und der

autochthonen Rebsorten.

Humagne Rouge, Cornalin, Diolinoir,

Syrah, Merlot, Cabernet Franc und Cabernet

Sauvignon bilden den 2011-Electus.

Der Weisswein Eclat 2015 aus

Petite Arvine und Heida

kommt im November

in den Verkauf.

WEIN

cis Robinson, die Grande Dame der

Weinjuroren: «Sehr komplexe Nase, die

an rote Johannisbeeren erinnert, ein

Hauch Leder, eine Spur Grafit und eine

körnige Struktur mit viel Frische. Erstaunlich

vielschichtiges und überaus

angenehmes, lang anhaltendes Finale.

Eher kantig als lieblich, ein subtiler

Wein.» René Gabriel, der grosse Schweizer

Bordeaux-Papst, notierte nachdem

er den 2011er verkostet hatte: «Warmes,

ausladendes Bouquet. Im Gaumen ist

dieser Multi-Blend samtig, füllig, fast

cremig, die reichen Tannine haben Rundungen.

Von der Klasse her kann er es

mit ganz grossen Kompetitionsweinen

aufnehmen.» René Gabriel verlieh dem

Electus 2011 die Note 19 von 20 möglichen

Punkten. Der Preis (der Jahrgang

2011 ist bei Riegger und Mövenpick aktuell

zu CHF 150. erhältlich) erschütterte

den Bordeaux-Gewohnten keineswegs.

Sondern er meinte: «Es ist ein

sehr, sehr guter Wein. Es darf doch

nicht sein, dass die besten Schweizer

Weine im Markt nicht auch das Preisniveau

vergleichbarer Weltklasseweine

erreichen dürfen.» Es brauche, so betonte

René Gabriel, mehr Respekt und

Anerkennung des einheimischen Weinschaffens.

Auf dem Weg zu diesem internationalen

Respekt dürfte der Electus ein fähiger

Wegbereiter sein ganz so, wie es sich

die Genossenschaft Provins mit ihrer

Tochtergesellschaft Valais Mundi erträumt

hatte. Inzwischen ist mit Eclat

2014 ein weisses Pendant dazugekommen,

eine Cuvée aus den beiden autochthonen

Sorten Petite Arvine und

Heida, lebhaft und erfrischend wie

eine kühle Bergbrise. Der Eclat 2015

kommt beim traditionellen Rampenverkauf

am 25. und 26. November 2016 bei

Provins in Sion in den Verkauf.

Die beiden Weine verkünden die einzigartige

Terroirvielfalt des Wallis: Der

Rote vertritt die Wärme des Tals, der

Weisse die Kühle der vom ewigen

Schnee bedeckten Berge.

34

Der rote

Electus und

der weisse

Eclat

symbolisieren

das Wallis


GLA 200 d 4MATIC «Swiss Star», 2143 cm 3 , 136 PS (100 kW), Barkaufpreis: CHF 34874. (Fahrzeugwert CHF 45740. abzüglich CHF 10 866. Preisvorteil). 4,8 l/100 km (Benzinäquivalent: 5,4 l/100 km),

127 g CO 2

/km (Durchschnitt aller verkauften Neuwagen: 139 g CO 2

/km), Energieeffizienz-Kategorie: C. Leasingbeispiel: Laufzeit: 48 Monate, Laufleistung: 10000 km/Jahr, eff. Jahreszinssatz: 1,92 %, 1. grosse

Rate: CHF 9700., Leasingrate ab dem 2. Monat: CHF 199.. Exklusive Ratenabsicherung PPI. Ein Angebot der Mercedes-Benz Financial Services Schweiz AG. Gültig bei teilnehmenden Händlern.

Vollkaskoversicherung obligatorisch. Eine Kreditvergabe ist verboten, falls diese zu einer Überschuldung des Leasingnehmers führen kann. Angebot gültig bis 31.12.2016. Immatrikulation bis 31.3.2017.

Abgebildetes Modell: GLA 200 d 4MATIC «Swiss Star» inkl. Sonderausstattungen («Swiss Star», AMG Line, Metallic-Lackierung, wärmedämmend dunkel getöntes Glas rundum ab B-Säule, Intelligent Light

System, Park-Pilot), Barkaufpreis: CHF 41 440., 5,0 l/100 km (Benzinäquivalent: 5,7 l/100 km), 130 g CO 2

/km, Energieeffizienz-Kategorie: D. Unverbindliche Preisempfehlung. Änderungen vorbehalten.

Der GLA 4MATIC ab CHF 199./Mt.

Der Kompakt-SUV und Roger Federer haben etwas gemeinsam: Sie gehen auf jedem Untergrund

als Sieger hervor. Und der GLA weiss noch weiter zu begeistern. Denn seine coupéhaft en Designansätze

verschmelzen mit einer hohen Alltagstauglichkeit und überzeugenden SUV-Qualitäten.

www.mercedes-benz.ch/4MATIC


WALLISER

Konzentriert sich voll auf das gute,

regionale Produkt: «Albrun»-Koch

und Gastgeber Mario Inderschmitten

im Käsekeller, den sein Vater betreut.

36


WORTKARGER

TÜFTLER

Hoch droben im Binntal setzt ein

Kochtalent zum Höhenflug an. Zu Besuch

bei Heimkehrer Mario Inderschmitten.

Text: Anita Lehmeier

Fotos: Sedrik Nemeth

37


WALLISER

Ein bemerkenswertes Fleckchen

Erde, dieses Binntal. Das Hochtal

auf 1500 Metern oberhalb von

Fiesch punktet mit all dem, was überall

sonst als Manko gälte. Hier oben gibts

keine spektakulären Bahnen, keine schicken

Wellnesstempel oder Luxusherbergen,

keine Action, kein Nightlife, weder

Promis noch Party noch Hotspots. Das

Binntal glänzt mit der Abwesenheit von

gängigen Tourismus-Attraktionen, und

genau darin liegt seine Anziehungskraft:

Hier oben gibts einfach nur unverbaute

Landschaft, bausündenfreie Dörfer mit

verwitterten Holzhäusern, prächtige

Mischwälder, grüne Wiesen mit Kühen,

die noch Hörner tragen und ihre Kälber

säugen dürfen. Natur pur, wohin man

auch blickt. Blendet man noch die Handyantenne

aus, siehts hier so idyllisch

aus wie vor fünfzig Jahren. Die Strassen

sind zu so vielen Haarnadelkurven gewunden,

die Dörfer so eng verschachtelt,

dass selbst Auswärtige mit ihren

schnittigen SUVs auf Schritttempo abbremsen

müssen. Entschleunigung, diesen

von der urbanen Highspeed-Gesellschaft

so hochgepriesenen Freizeitzustand,

muss man im Binntal nicht suchen,

die holt einen ganz von selber ein, von

Natur aus. Nachts ist es nebst dem leisen

Gurgeln der Binna so still, dass man

meint, die Sterne summen zu hören. So

hell und nah erscheinen sie nur hier

oben.

Wandervögel und Birdwatcher haben

diesen Flecken schon lange für sich entdeckt.

Auch Strahler, die ihr Augenmerk

auf verborgene Preziosen richten. So einen

verborgenen Schatz hat jüngst auch

eine ganz andere Art von Naturliebhabern

entdeckt: die Drinnenhöckler und

Gerngutesser. Ihr Ziel: das Restaurant

Albrun in Binn. Hier steht Mario Inderschmitten

seit drei Jahren am Herd, im

Frühsommer verlieh der GaultMillau seiner

Küche gleich 14 Punkte. Normalerweise

steigen Jungtalente mit 12 Punkten

beim renommierten Gourmetführer

ein.

Ein Grund zur Freude bei Inderschmitten,

aber kein Grund abzuheben. Bei unserem

Besuch im «Albrun» treffen wir einen

introvertierten, wortkargen Koch an,

der lieber seine Kreationen für sich sprechen

lässt, als dass er grosse Worte darüber

verliert. Ein echter Binntaler eben,

ruhig, geerdet, unaufgeregt, so ganz anders

als die Riege junger «Rockstars», die

in den Städten für Aufsehen in der Gourmet-Gemeinde

sorgen. Das einzig Hippe

an ihm ist ein Goatie, den man hier

im Binntal Geissbärtli nennt. Auf den Social-Media-Plattformen

sucht man Inderschmitten

vergebens, statt zu twittern

oder zu chatten verbringt er seine knappe

Freizeit lieber mit seiner Familie. We

like. Nur von seiner Website, nicht von

ihm persönlich, erfahren wir, wie super

dieser Mario in seinem Metier ist. Er war

Kantonsbester bei der Kochlehre und

der Zusatzlehre als Konditor-Confiseur

sowie jüngstes Mitglied der Kochnationalmannschaft,

er holte Höchstwertungen

als Patissier an Koch-Weltmeisterschaften

und Olympiaden und den Titel

Youngster des Jahres 2012, eine Ehrung,

die Starkoch Ivo Adam und das Magazin

Marmite vergeben. Und als jüngste Würdigung

eben die 14 GaultMillau-Punkte

diesen Sommer. Viel Lob und Ehre für

einen, der dieses Jahr 30 geworden ist.

Statt Starallüren hat Inderschmitten

nur noch mehr Ehrgeiz entwickelt, stetig

besser zu werden. «Und das wird man

nur durch Fleiss und Kreativität, jeden

So tief

verwurzelt

Inderschmitten

in seiner

Heimat ist,

so präsentiert

sich seine

Küche

38


2

1

3

1 Bleu du Valais

Crème brulée ist

eine Eigenkreation von

Mario Inderschmitten. 2 Blauschimmelkäse

variiert die gebrannte

Creme zu einer rezenten Vorspeise. 3 Die

Steinpilze wendet der gelernte Koch und

Konditor-Confiseur mit einer Art

XXL-Pinzette, die auch fürs

präzise Arrangement

des Gerichts

dient.

39


Nach Lehrund

Wanderjahren

kehrte Mario Inderschmitten

2013 in sein Heimatdorf

Binn und das «Albrun» zurück, das

seine Eltern einst führten. «Ich wollte, dass

unsere Kinder im Binntal aufwachsen.»

Ende Jahr bekommt seine Tochter

Marilou ein Geschwisterchen.

Darauf heben

die zwei die

Gläser!

WALLISER

Tag von Neuem», weiss der stille Schaffer

am Herd.

Als Töchterchen Marilou auf die Welt

kam, hat er sogar seine geliebte E-Gitarre

an den Nagel gehängt. «Und da wird

sie weiterhin verstauben», meint seine

Frau Laetizia, Hotelfachfrau aus dem Elsass

und bald zweifache Mutter, schmunzelnd.

Kennengelernt haben sich die beiden

im Job. Die Familiengründung war es

dann, die den Binntaler nach den Lehrund

Wanderjahren wieder nach Hause

zog. «Als die Frage nach der Familienplanung

auftauchte, meinte Mario nur, er

wünsche sich, dass unsere Kinder im

Binntal aufwachsen», erzählt Laetizia. So

übernahm das Paar das «Albrun» in Binn,

wo schon Marios Eltern jahrzehntelang

Gäste bewirtet und beherbergt hatten.

So tief verwurzelt in seiner Heimat der

Aufsteiger ist, so präsentiert sich auch

seine Küche. Inderschmitten schöpft bei

den regionalen Produkten aus dem Vollen,

in seine Küche kommt das Beste,

was das Wallis zu bieten hat: Medaillons

vom Schwarznasenschaf, Eglifilets aus

Raron, Lammleber aus dem Goms, Grauvieh

vom Nachbarn, Käse von den Alpbetrieben

des Aletschgebiets, Birnen,

Steinpilze, Gemüse und Tannenschösslinge

aus dem Binntal, Wild aus heimischer

Jagd, der rare Safran aus Mund,

alles begleitet von Walliser Weinen, abgerundet

von Walliser Bränden. Nur ein

für Inderschmitten wichtiges Produkt

kommt aus der Üsserschwiiz, die Schokolade.

Die holt der passionierte Patissier

von der Dessert-Abteilung in der

Menüabfolge gern nach vorne. Zum Beispiel

beim Rindsrücken Black Forest.

Hier kombiniert er zum niedergegarten

Edelstück vom Angusrind alles, was in

einer Schwarzwäldertorte mitmacht: Kakao,

Rahm (als Panna cotta), süsse und

saure Kirschen (als Gel, Sorbet und Kompott),

ein vielschichtiges Zusammenspiel,

ein Füllhorn von Aromen, Temperaturen

und Texturen. «Ich will meine

Gäste überraschen, ihnen etwas Neues,

Frisches bieten. Raclette und Käseschnitte

bekommen sie auch anderswo»,

erklärt der Tüftler.

Für unser Magazin verrät er das Rezept

seiner ebenfalls selbst entwickelten Vorspeise

namens Bleu du Valais Crème

brulée. Die gebrannte Creme, ein Klassiker

aus der süssen Küche, variiert er zu

einer salzigen Version, mit Blauschimmelkäse

und Steinpilz, kombiniert mit

Apfelconfit und frischer Pimpernelle, gereicht

mit einem flauschigen Briochezöpfli

und knackigem Cracker. Bei der

Zubereitung offenbart sich uns dann Inderschmittens

grosse Qualität: seine

wortlose Hingabe und Präzision bei jedem

einzelnen Zubereitungsschritt, die

stumme Konzentration einem Chirurgen

gleich und über allem die helle Freude,

die in seinen Augen blitzt, wenn er die

einzelnen Komponenten zu einem Bild

von Teller arrangiert. Wie wundervoll es

in der «Albrun»-Küche jetzt duftet! Ab

Ende November steht Inderschmitten

wieder am Herd, bis dahin geniesst er

seine Ferien. Daheim im Binntal wo

sonst?

Infos: www.albrun.ch

BLEU DU VALAIS

CRÈME BRULÉE

80 g Milch

250 g Rahm

80 g Eigelb

70 g Bleu du Valais

Salz und Pfeffer

Brauner Zucker

Alle Zutaten in ein hohes Gefäss geben

und mit dem Stabmixer pürieren. Die

Masse durch ein Sieb pressen und in

hitzebeständige Töpfchen abfüllen. Bei

85 Grad Celsius im Dampfgarer 20 Minuten

pochieren. Falls kein Dampfgarer

vorhanden ist, die Töpfchen in ein

Wasserbad stellen und im Backofen bei

140 Grad Celsius circa 40 Minuten pochieren.

Die Creme auskühlen lassen,

vor dem Servieren etwas braunen Zucker

aufstreuen und mit dem Bunsenbrenner

abflämmen. Mit Apfelconfit, angebratenen

Steinpilzen, Briochezöpfli

und Apfelgel anrichten. Bon appétit!

40


Ein Liter Williamine enthält zwölf

Kilo Williamsbirnen, einige Tausend

wachsen am Baum in die Flasche.

SPEZIALITÄT

Das Geheimnis der

Birne in der Flasche

Der Branntwein aus Walliser Williamsbirnen AOP

von Morand wird nach alter Tradition hergestellt.

Fotos Robert Hofer

Martigny | Es ist das Gesprächsthema

an jedem Tisch, auf der eine Flasche Morand-Williamine

mit integrierter Birne

steht: Wie kommt die Frucht in die Flasche?

Bereits am Baum, ist die einfache

Antwort. Das Prozedere hingegen ist

kompliziert: Die Flasche muss sich gut

am Ast befestigen lassen, andere Früchte

müssen herausgeschnitten werden.

Trotzdem: Rund 30 Prozent schaffen es

nicht bis zur Reife. Die restlichen werden

geschnitten, sobald die Farbe von

Grün ins Gelb wechselt. Danach wird die

Birne für einige Wochen mit einer Wasserlösung

bedeckt, dann für weitere Wochen

mit hochprozentigem Alkohol, bevor

dann schlussendlich der Williamine

eingefüllt wird. Für das Label AOP verwendet

Morand nur die besten und nur

reife Williamsbirnen. Für einen Liter

Walliser Williamine braucht es zwölf Kilo

Williamsbirnen! Bevor der Branntwein

in den Verkauf kommt, wird die Spezialität

während mindestens sechs bis acht

Monaten gelagert, damit sich das Aroma

optimal entfalten kann. Bereits in den

1950er-Jahren wurde im Wallis zum ersten

Mal ein Branntwein ausschliesslich

mit Williamsbirnen hergestellt.

www.morand.ch

41


Mitten ins Herz geht der Trickfilm «Mein Leben als

Zucchini» des Walliser Regisseurs Claude Barras.

Es ist die Geschichte des neunjährigen Ikarus,

der auf dem Namen Zucchini besteht weil seine

verstorbene Mutter ihn so nannte. Der Film nimmt

mit auf eine Reise in die Seele eines verlassenen

kleinen Jungen, der Einsamkeit und Freundschaft,

Traurigkeit und erste Verliebtheit erlebt. Nun ist

er von der Schweiz für die Oscars vorgeschlagen.

INTERVIEW

Unerwarteter

Grosserfolg

Interview: Monique Ryser

Fotos: Isabelle Favre

42


43

Kleiner Mann ganz

gross: Die Trickfilmfigur

Zucchini

begeistert Kinder

und Erwachsene.

Geschaffen wurde

sie vom Walliser

Claude Barras.


1

2

INTERVIEW

1 Allein und

einsam, der Vater

existiert nur als gemalter

Superman auf seinem Drachen:

Zucchini in seinem Zimmer. 2 Zucchini

und Camille im Skilager «natürlich

im Wallis», sagt Regisseur Barras

schmunzelnd. 3 Regisseur Claude

Barras mit Zucchini in

Crans-Montana beim

Mayens seiner

Familie.

44

3

Ich war

arbeitslos,

hangelte mich

von Job zu Job.

Darum ist die

Freude jetzt

umso grösser


Filmbilder ZVG

Claude Barras fühlt sich zurzeit

selber wie in einem Film. Mit

«Mein Leben als Zucchini» hat er

sein erstes anderthalbstündiges Werk

realisiert und räumt damit Preise ab, wo

auch immer der Trickfilm gezeigt wird.

Den Erfolg hat er aber erdauern müssen:

Der 43-jährige Regisseur aus Ollon bei

Crans-Montana kämpfte lange, litt und

bewies viel Durchhaltewillen, bis ihm der

Durchbruch gelang. Der Kinderfilm wurde

vom Bundesamt für Kultur bei der

Oscar-Academy eingereicht. Ob er auf

die Shortlist «Bester fremdsprachiger

Film» kommt, weiss man im Januar 2017.

«Mein Leben als Zucchini» handelt von

einem kleinen Jungen, dessen Vater verschwunden

ist, dessen Mutter zu viel

trinkt und stirbt und der in einem Kinderheim

landet. Dort erlebt er Ablehnung,

bis sich die sechs Kinder zusammenraufen.

Der Junge heisst Ikarus, will

aber, dass man ihn Zucchini nennt das

einzige, was ihm von seiner Mutter, die

ihm diesen Übernamen gegeben hat, geblieben

ist.

Der Film wurde am Filmfestival in

Cannes lanciert und räumt einen

Preis nach dem anderen ab. Auch am

Zürcher Film Festival, wo er als bester

Kinderfilm ausgezeichnet wurde.

Haben Sie diesen Erfolg erwartet?

CLAUDE BARRAS: Nein, die Begeisterung,

die der Film überall auslöst, hat

mich völlig überrumpelt. Er wurde als

Kinderfilm konzipiert, aber es scheint,

als ob er auch bei Erwachsenen tiefe

Emotionen auslöst. Auch sie fühlen sich

angesprochen. Der Film rührt offenbar

an Gefühle und Erlebnisse, die wir alle

in der Kindheit in der einen oder anderen

Art erlebt haben.

Die Frage drängt sich auf: Wie war

Ihre Kindheit?

CB:Sehr glücklich! Ich wuchs zusammen

mit meiner Schwester mit wunderbaren

Eltern im Wallis auf. Der Film basiert

auf dem gleichnamigen Buch von Gilles

Paris, das mich sehr berührt hat.

Die Filmfiguren sind Marionetten,

für die Sie die Idee und die ersten Entwürfe

geliefert haben. Wie funktioniert

die Produktion eines Trickfilms

genau?

CB: Aufgrund meiner Plastilinfiguren

haben acht Spezialisten jede einzelne

Figur sorgfältig bis ins Detail ausgearbeitet.

Beispielsweise erhielt jede Marionette

bis zu 20 verschiedene Münder,

damit man jede gewünschte Stimmung

und Emotion zeigen konnte. Die Kinderfiguren

sind rund 15, die Erwachsenenfiguren

rund 25 Zentimeter gross. Kostümbildner

haben dann für jede Figur die

Kleider genäht. Es war eine Riesenarbeit,

und ich bin allen meinen Kolleginnen

und Kollegen sehr dankbar für die

tolle Arbeit.

Wie gingen die Filmarbeiten vor sich?

CB:Wir filmten in der Stop-Motion-Technologie.

Diese Technik ist so alt wie der

Film! Die Figuren wurden immer wieder

mit kleinsten Bewegungsveränderungen

abgelichtet. Pro Sekunde Film wurden

12 einzelne Bilder zusammengefügt. Insgesamt

haben wir zehn Monate lang täglich

auf zehn Plattformen gefilmt. Pro Tag

kamen so rund 30 bis 40 Sekunden Film

zustande. Der Ton wurde vor den Filmaufnahmen

aufgenommen. Die Erwachsenenrollen

wurden von Schauspielern

gesprochen, die Kinderrollen von Kindern

ohne sprachliche oder schauspielerische

Ausbildung. Das gibt dem Film

auch im Ton diese Nähe und Authentizität.

Meine Rolle als Regisseur war, die

einzelnen Szenen mit den Realisatoren

vorzubesprechen und dann vor allem

alles zusammenzuführen.

Wollten Sie schon immer Regisseur

werden?

CB: Nicht unbedingt Regisseur. Aber

mein Vater, der Weinbauer ist, aber in

der Freizeit immer gemalt hat, hat mich

schon als Kind in die Malerei eingeführt.

Meine Eltern waren aber der Ansicht,

ich müsste einen Beruf erlernen, mit

dem ich meinen Lebensunterhalt bestreiten

kann. Also lernte ich Tiefbauzeichner.

Ich sparte mein ganzes Geld

und absolvierte danach eine künstlerische

Ausbildung in Lyon und Lausanne.

Für meine Eltern war es nicht immer einfach,

ich war zwischenzeitlich arbeitslos

und hangelte mich von Job zu Job. Deshalb

ist der Erfolg umso schöner und

macht auch meine Eltern stolz.

Wie geht es nun weiter?

CB: Ich habe schon Ideen für einen weiteren

Film. Nun steht aber die Promotionsarbeit

an, denn wenn ein Film in den

ersten zwei Wochen nicht einschlägt,

wird er wieder aus dem Kinoprogramm

genommen. Zurzeit toure ich durch die

Westschweiz, durch Frankreich und Belgien.

Im Februar wird der Film dann in

der Deutschschweiz lanciert.

45


ALPINISMUS

Florent Troillet führt seine chinesischen

Kameraden Kang Hua und Xin

Detao über ein weites Schneefeld

in der Region des Col de La Chaux.

46


DER REKORD-

HALTER

Die Patrouille des Glaciers ist das härteste

Skitourenrennen der Welt. Florent Troillet

hält zusammen mit zwei Kollegen den

Streckenrekord. Einer chinesischen Patrouille

gab er sein Wissen weiter.

Text: Monique Ryser Fotos: David Carlier

47


1

3

4

ALPINISMUS

1 Troillet führt die Gruppe an, Kang

und Xin folgen. 2 Viele Zuschauer

beobachten den Aufstieg zum Col de

la Rosablanche. 3 Die Teilnehmer

sind oft mit Fellen unterwegs. 4 Die

Patrouille des Glaciers führt durch

unberührte Natur. Im Hintergrund

das Mont-Blanc-Massiv.

48


2

Die Patrouille des Glaciers, wie der

Walliser Wettlauf genannt wird,

ist legendär und knochenhart. Es

gilt, die Strecke von Zermatt via Arolla

bis nach Verbier auf Tourenski zu bewältigen.

Gestartet wird in Dreierpatrouillen,

so ist es vorgeschrieben. Über 100

Kilometer Weg, auf und ab über insgesamt

4000 Höhenmeter. Nur die Zähsten

und Fittesten halten durch.

Florent Troillet ist einer der ganz Grossen

dieses legendären Rennens, das von

der Schweizer Armee 1943 erstmals

durchgeführt wurde. Zur Erprobung und

Steigerung der Einsatzfähigkeit, wie damals

erklärt wurde. Lange Zeit nahmen

nur Militärpatrouillen teil, doch längst ist

das Hochgebirgsrennen zum ultimativen

Kräfte- und Durchhaltetest geworden.

Florent Troillet wuchs in Lourtier im Val

de Bagnes auf, wo er auch heute noch

lebt. Als kleiner Junge schon beobachtete

er die einmal im Jahr einfallenden

Sportler, die diese alle zwei Jahre stattfindende

Monstertour absolvierten.

«Schon damals dachte ich: Das will ich

auch einmal, diese Tour will ich einmal

gewinnen.»

Florent Troillet ist ein Mann der Berge:

schweigsam, konzentriert, fokussiert.

Wenn er von seinen Siegen spricht, vom

Rekord, den er zusammen mit seinen

beiden Kollegen Martin Anthamatten

und Yannick Ecoeur 2010 aufgestellt hat,

dann tönt das wie eine x-beliebige Information.

5 Stunden, 52 Minuten und 20

Sekunden hatten die drei 2010 für die

Strecke ZermattVerbier gebraucht

das waren 24 Minuten weniger als die

vorherigen Rekordinhaber. «Wenn man

ein Ziel vor Augen hat, dann schafft man

49

es auch», erklärt Troillet sec. Sein erstes

Ziel war, die Strecke überhaupt zu schaffen,

sein weiteres, den Streckenrekord

zu brechen. So einfach ist das wenn

man Florent Troillet ist.

Klar, dass sein Fachwissen gefragt ist.

Nachdem sich eine chinesische Patrouille

für das Rennen 2016 angemeldet hatte,

wurde Troillet angefragt, die Athleten

aus China zu trainieren. Ja, das habe er

gerne gemacht, erzählt er. Interessant

sei es gewesen und am Schluss auch

richtig lustig und fröhlich.

Die Chinesen waren Sportler und konnten

auch etwas Ski fahren. «Auf der Piste»,

so Troillet lachend. Ihr Trainingszustand

sei gut gewesen, doch vom Hochgebirge

hätten sie nicht viel Ahnung gehabt.

Zuerst war immer ein Übersetzer

vor Ort, da es auch grosse sprachliche

Barrieren gegeben habe. «Gegen Schluss

schafften wir es aber, uns ziemlich gut zu

verständigen», so Troillet. Der Hochgebirgsspezialist

war beeindruckt von den

zwei Kameraden: «Die hatten sich einfach

in den Kopf gesetzt, dass sie diese

Patrouille des Glaciers schaffen. Und sie

haben alles getan, um dieses Ziel zu erreichen.

Für mich war es wirklich schön

und sehr befriedigend, diesen Weg mit

ihnen zu gehen.» War zuerst geplant,

dass eine chinesische Dreierpatrouille

allein in den Wettkampf steigt, waren

schliesslich nur Kang Hua und Xin Detao

vor Ort, so dass Troillet kurzerhand einsprang

und mit ihnen die Patrouille

absolvierte.

Nicht nur die chinesische Patrouille, sondern

auch andere Neulinge der Patrouille

des Glaciers holen sich Trainingseinheiten

und Gebirgskenntnisse. Die meis-


ALPINISMUS

ten in Trainingscamps der Armee. Drei

Tage Unterricht am Berg, in denen unter

anderem Alpintechnik, angeseiltes Skifahren,

Umgang mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät

und vieles mehr

geübt wird. Wer sich nicht sicher ist, den

Steiss der Originalpatrouille zu schaffen,

kann auch die Kurzvariante von Arolla

nach Verbier unter die Ski nehmen. Aber

Obacht: Auch das sind immer noch fünfzig

Leistungskilometer! Für die anderen

ist Arolla, ein Bergdorf im südlichsten

Wallis, die Zwischenetappe ungefähr in

der Mitte der Tour.

Die Chinesen Kang Hua und Xin Detao

wollten die halbe Strecke ab Arolla absolvieren.

Als sie einsteigen, sind die anderen

bereits einige Stunden unterwegs.

Der Start in Zermatt erfolgt jeweils zwischen

22 und 3 Uhr morgens. Zu Fuss

und in Turnschuhen rennen sie los, Ski

und Skischuhe müssen am Rucksack befestigt

werden. So laufen die Patrouilleure

über mehr als sieben Kilometer und

650 Höhenmeter wie an einem Berglauf,

erst dann werden die Schuhe gewechselt

und die Ski angeschnallt. Weiter

geht es aufwärts bis zum Rand des Tiefmattgletschers,

wo sich die Patrouillen

anseilen müssen. Mit der Tête Blanche

wird mit 3650 Metern der höchste Punkt

der Route erreicht. Hier ist es kalt, und

der Wind kann die Temperatur bis auf

Minus 20 Grad hinunterdrücken. Nach

Erreichen des Mont-Miné-Gletschers

folgt eine Abfahrt von rund 400 Metern

nicht ganz einfach im Neuschnee,

angeseilt und im Wettbewerb mit allen

anderen Patrouillen. Insgesamt ist das

Feld auf 4200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

beschränkt, das ergibt 1400 Patrouillen

im Maximum. Das sind viel, aber

trotzdem müssen immer wieder interessierte

Patrouillen abgewiesen werden.

Noch folgt ein weiterer Aufstieg auf den

Bertolpass, danach erreicht man nach

einer Abfahrt den Halt in Arolla. Hier

stiegen Troillet, Kang und Xin mit der

Nummer 1281 ins Rennen. Gleich ging

es bergauf zum Col de Riedmatten, danach

entlang des Stausees der Grande

Dixence, ein steiler Aufstieg zu Fuss

entlang dem Couloir Rosablanche. Nach

einer weiteren Passage mit Fellen an den

Ski dann die Schlussabfahrt hinunter

nach Verbier wo Tausende die verrückten

Patrouilleure frenetisch empfangen.

«Es ist ein ungeheuer schönes Gefühl,

in Verbier einzulaufen», erinnert sich

Troillet. Das sei auch für seine Kameraden

so gewesen, der Rang spiele da keine

Rolle mehr. Die Zeit der Patrouille

1281 betrug 5 Stunden, 57 Minuten und

44 Sekunden. Das ist länger, als Troillet

bei seinem Rekord für die ganze Strecke

brauchte aber für zwei Männer, die

ohne Bergerfahrung gestartet sind, eine

beachtliche Leistung.

Troillet selber wird nicht mehr aktiv an

der Patrouille des Glaciers teilnehmen.

Auch nicht mehr an den Meisterschaften

des Skialpinismus, wo er zur Nationalmannschaft

gehörte. Er liebt seine

Arbeit als Grenzwächter und setzt

seine Prioritäten anders: mehr Zeit

mit seiner Frau Florence, der zweijährigen

Tochter Noelie und dem einjährigen

Lois. Ausser vielleicht, es kommt

wieder eine chinesische Patrouille

Kang und Xin wollen jedenfalls 2018 wiederkommen

und «einen Rang in den ersten

acht erreichen».

Kang und

Xin wollen

wiederkommen

und einen

Rang unter den

ersten acht

erreichen

Florent Troillet bespricht mit Kang

Hua und Xin Detao die Route. Der

Kurzfilm über das Abenteuer:

https://vimeo.com/180555836

50


51

Einer Schlangenlinie gleich führt der

Weg der Patrouilleure nach der Passage

La Barma Richtung Rosablanche.


Das grösste Skigebiet Europas befindet sich im

Unterwallis: Die Portes du Soleil vereinigen Pisten

und Bergbahnen in den Schweizer und den französischen

Alpen. Hier ist Skistar Didier Défago

erstmals die Pisten hinuntergerutscht, und hier

lebt er noch heute mit seiner Familie. Morgins ist

seine Heimat und eines der familiären Dörfer im

Val d’Illiez, wo sich alle bereit machen für die

kommende Wintersaison.

DESTINATION

«Alles, was das

Herz begehrt»

Text: Monique Ryser

Foto: Sedrik Nemeth

52


53


3

DESTINATION

1

2

1 Blick von Morgins auf La Foilleuse.

2 Das Dorf und die Kirche von

Val-d’Illiez am Eingang des gleichnamigen

Tals. 3 Portes du Soleil ist

das grösste zusammenhängende

Skigebiet der Welt. Auf den Pisten ist

man mal in Frankreich, mal in der

Schweiz.

54


Karte Nigel Simmonds Simmonds

Man braucht

einige Tage,

um das

Skigebiet

richtig zu

entdecken

Genève

CH

Lausanne

Portes du Soleil

FR

Montreux

Hier kennt jeder jeden. Und vor allem

kennt jeder Didier. Der Abfahrts-Olympiasieger

von 2010

hat aber auch die Nummern des halben

Dorfs in seinem Mobiltelefon gespeichert.

Familiär und gemütlich geht es zu,

hier in Morgins im Val d’Illiez. Wer allerdings

Ausserordentliches leistet, der

wird auch ausserordentlich belohnt:

Der Skistar Didier Défago beispielsweise

mit einer Piste, die seinen Namen

trägt und gleich unterhalb seines Hauses

an der Pointe de l’Au beginnt. Auch

der ehemalige Slalom- und Riesenslalom-Spezialist

Joël Gaspoz kommt

von hier und ebenso Martial Donnet, der

Ende der Siebziger-, Anfang der Achtzigerjahre

zu den Grossen des Skizirkus

gehörte. Heute führt er zusammen mit

seiner Frau Jane das Hotel Helvetia.

Jane ist Britin und arbeitete vor über

zwanzig Jahren als Reiseführerin in der

Schweiz. Bis sie Martial kennenlernte

und nicht mehr von Morgins wegwollte.

Sie weiss: «Die Briten lieben den Skisport,

sie lieben diese Region, und sie

haben den ersten Skiclub von Morgins

gegründet.»

Dass ihr Dorf und ihre Region so beliebt

sind, erstaunt die Einheimischen nicht.

«Wir haben hier alles, was es für gelungene

Ferien braucht», erklärt Didier.

Angefangen beim grössten Skigebiet

Europas, das seit den Siebzigerjahren

einen gemeinsamen Skipass («handfreie»

Chipkarte) mit den französischen

Bergbahnen zusammen hat. 199 Bahnen

sind es an der Zahl, die rund 300 Pisten

und 30 Snowparks, Boardercross- und

Skicross-Anlagen erschliessen. Dann

sind da die Bäder des Val d’Illiez. Und

das Leistungszentrum für die Elite des

Eiskunstlaufs ins Leben gerufen und

geführt von Weltmeister Stéphane Lambiel

befindet sich in Champéry. Didier

Défago ist sichtlich stolz, wie sich die

Region zu einer beliebten Winterdestination

entwickelt hat.

Morgins ist nur einer von 12 Orten, die

das Gebiet Portes du Soleil ausmachen.

Die Walliser Dörfer Champéry, gleich

auf der anderen Bergseite (hier nahm

der Tourismus der Region 1857 seinen

Anfang), aber auch Val-d’Illiez, Champoussin

und Les Crosets gehören dazu.

Alle sind sie vor allem auf entspannte

Gemütlichkeit ausgerichtet. «Wir sind

ideal, um genussvolle Ferien zu verbringen,

haben aber trotzdem ein immenses

Skigebiet mit Angeboten für alle Stärkestufen»,

sagt Didier Défago. Er reist auch

heute noch viel herum, ist für Rossignol

als Testfahrer unterwegs und wird diesen

Winter den Europacup begleiten.

Aber immer komme er gerne hierher

zurück. Seine Frau Sabine und die Kinder

Alexane, 9, und Timéo, 7, müssten

sich noch etwas daran gewöhnen, dass

er mehr zu Hause sei, meint er lachend.

Das Skifahren reizt ihn nach wie vor. «Ich

empfehle allen, die hier in die Ferien

kommen, an einem Tag auf der Schweizer

Seite zu fahren, am anderen auf der

französischen das Gebiet ist so gross,

dass man einige Tage braucht, bis man

alle Pisten abgefahren hat.» Défago bedauert,

dass immer weniger Schülerinnen

und Schüler ins Skilager gehen. «Es

ist so wichtig, dass wir den Kindern und

Jugendlichen den Sport näherbringen,

sich in der freien Natur zu bewegen. Hier

braucht es dringend einen Effort!», ruft

der Skistar zum Handeln auf.

Didier Défagos Tipps nächste Seiten

Fotos Jean-Baptiste Bieuville (3)

55


DESTINATION

WELLNESS

Thermes Parc, Val-d’Illiez (5)

Reich an Schwefel, Kalzium und Magnesium

hat das Thermalwasser von Vald’Illiez

heilende Kräfte. Der Thermes

Parc bietet verschiedene Innen- und

Aussenbecken, Sprudelanlagen, Massagen

und weitere Spa-Leistungen. Gäste

können Studios und Ferienwohnungen

auf dem Gelände mieten.

www.thermes-parc.com

Hotel Helvetia, Morgins (2)

Das Hotel Helvetia in Morgins hat eine

Spa-Anlage mit Sauna, Hammam und

Whirlpool, die jeweils von 17 bis 21 Uhr

auch fürs Publikum geöffnet ist.

www.helvetiahotel.ch

Schwimmbad Alpadze Lou Kra

In Champoussin können sich Wintersportler

im gedeckten Schwimmbad und

im Spa-Bereich des Hotel-Restaurants

Alpadze Lou Kra entspannen. Von den

Liegestühlen aus hat man eine wunderbare

Sicht auf die Dents du Midi.

www.alpadze-loukra.ch

SPORTLICH

Skigebiet Portes du Soleil (1)

34 grüne, 119 blaue, 101 rote und 32

schwarze Pisten insgesamt über 600

Kilometer Fahrspass , das ist das schweizerisch-französische

Skigebiet Portes du

Soleil. Der Skipass für das ganze Gebiet

funktioniert hands-free, und es gibt verschiedene

Sonderangebote für Familien,

Schnellbucher und Flash-Angebote

mit Rabatten bis zu 30 Prozent.

de.portesdusoleil.com

Art Velo mit Board oder ein Fatbike.

Snowscoot ist möglich ab den Stationen

Torgon und Champéry-Les Crosets.

de.portesdusoleil.com

Auf Kufen (3)

Sowohl in Morgins als auch in Champéry

gibt es Eisbahnen. In Morgins kann man

im Winter auf natürlichem Eis unter freiem

Himmel seine Runden ziehen. Und in

Champéry das ganze Jahr über im Sportzentrum

Palladium, wo Stéphane Lambiel

seine Eiskunstlaufschule hat, der

HC Genève-Servette oft trainiert und

Curlingturniere stattfinden.

www.palladiumdechampery.ch

In Schneeschuhen (6)

Zwischen den Stationen Morgins, Châtel

und La Chapelle-d’Abondance sind

achtzig Kilometer Schneeschuhwege

ausgeschildert vom Spaziergang von einer

Stunde bis zur fünfstündigen Tour ist

alles möglich.

www.morgins.ch

Schweizer Mauer

Eine der steilsten Buckelpisten der Welt

heisst «Schweizer Mauer» und befindet

sich beim Pas de Chavanettes. Ein Abenteuer

für sehr gute Skifahrer!

www.champery.ch

Handiski Skitaxi

Das Skigebiet will auch Menschen mit

eingeschränkter Mobilität den Skispass

ermöglichen. Viele Bahnen und Skilifte

sind dafür eingerichtet.

de.portesdusoleil.com

EVENTS

3

1

Snowscoot

Wem Skifahren oder Boarden zu langweilig

ist, schwingt sich am besten zwischendurch

auf einen Snowscoot eine

Rock The Pistes (4)

Seit sechs Jahren kommen Pop-, Rockund

Electro-Stars ins Skigebiet Portes

du Soleil und rocken auf Bühnen mitten

5

56


2

4

6

57

Fotos Jean-Baptiste Bieuville (3), David Fraga, HO


im Skigebiet ab. Vom 19. bis 25. März 2017

ist es wieder so weit.

www.rockthepistes.com

Champéry Live

Jeden Freitag während der Hochsaison

im Dorfzentrum von Champéry Aprés-

Ski mit Live-Musik.

www.champery.ch

LOGIEREN

Ferienwohnungen und Aparthotels

In der Region Portes du Soleil gibt es ein

sehr grosses Angebot an Ferienwohnungen

und Bed and Breakfast. Die Websites

der einzelnen Destinationen führen

zu den Angeboten.

www.ski-and-bike.ch

Wohnhauses brauen Robby Collins und

Corinne Reymond Collins Bier. Die Marke

«7 Peaks» nimmt Bezug auf die Dents

du Midi mit ihren sieben Gipfeln.

www.7peaksbrasserie.ch

Restaurant Le Di.vins (3)

Médéric Landois hat die Bar und das Restaurant

von seinem Vater übernommen

und schenkt in der Vinothek vor allem

Walliser Weine aus. Seine Lieblingsweine

stammen von Fabienne und Michel

Constantin-Comby der Cave du Crêtacombe

in Chamoson. Hier gibts auch

Walliser Teller und alle Arten Fondue,

beispielsweie mit Steinpilzen, Truffes

oder mit Bier statt Wein gekocht.

Aprés-Ski

Zum Aprés-Ski trifft man sich in der

«T-Bar», wo Tapas und Tartine zum Cocktail

serviert werden.

t-bar.ch

1

DESTINATION

Hotel Le White (1)

Das Viersternehaus Le White in Champéry

bietet 24 Zimmer und zwei Suiten.

Ein Shuttle führt die Gäste vom Hotel

zur Talstation der Bergbahn Champéry

Planachaux.

www.lewhite.ch

Hotel National (5)

Seit 1896 besteht das charaktervolle Hotel

National Resort & Spa. Ursprünglich

gehörte es zum 1857 eröffneten Grand

Hotel Pension des Dents du Midi, das

Champéry bekannt gemacht hat und

während den Anfängen des Tourismus

in dieser Region stand.

www.lenational.ch

SPEIS & TRANK

«7 Peaks» (2 + 4)

Auf diese Idee muss man erst kommen:

Im ehemaligen Schwimmbad eines

PRODUKTE

Salée du Val d’Illiez (6)

Ein Stück Salée, der typische Kuchen aus

dem Val d’Illiez, muss sein: Die Spezialität

aus Zopfteig, Milch, Zucker, Butter,

Zimt, Hefe, Mehl und Eiern muss unbedingt

probiert werden. Die Bäckerei

Défago in Morgins stellt seit vier Generationen

feinste Backwaren und Patisserie

aus regionalen Produkten her.

www.au-beau-reveil-boulangerie.ch

La Cavagne

Eine riesige Auswahl an regionalen

Produkten bietet La Cavagne am Eingang

des Val d’Illiez. Ein Paradies der

regionalen Produkte! Räucherwürste,

Walliser Trockenfleisch, Walliser Roggenbrot,

Walliser Käse, rote und weisse

Weine von einheimischen Winzern und

vieles mehr.

lacavagne.ch

3

5

58


2

4

6

59

Fotos Sedrik Nemeth (3), HO (2), Agnes Zenko


HANDWERK

1

2 3

1 Dominic Blatter in der Werkstatt

in Brig-Glis, wo vier Spezialisten

die Ski in Handarbeit produzieren.

2 Der Holzkern ist das Herzstück

der Ski. Insgesamt braucht es rund

80 Schritte und sechs Stunden, bis

ein Paar fertig ist. 3 Jede Schicht

erfüllt einen eigenen Zweck. Wichtig

sind auch der richtige Leim und

das genaue Schleifen.

60


Jeder Ski

ein Unikat

Ganz exklusiv sind die Ski der Firma RTC in Brig.

Sie werden in Handarbeit hergestellt, verwendet

werden nur die besten Materialien. Qualität geht

den Firmengründern über alles.

Fotos: Sedrik Nemeth

Nein, billig sind sie nicht. «Aber wir

haben Kunden, die ihre Ski noch

nach zehn Jahren zum Nachschleifen

bringen», erzählt Dominic Blatter.

Zusammen mit Felix Schmidhalter

hat er vor 16 Jahren in Brig-Glis die Skifirma

RTC gegründet. Ziel war, den

perfekten Carvingski in hoher Qualität

herzustellen. Für Blatter war es eine

Weiterentwicklung seiner vorherigen

Tätigkeiten: Der Absolvent der Kunstgewerbeschule,

Produktedesigner und

Schreiner hatte bereits Windsurfbretter

und Snowboards hergestellt. «Aber der

Schnee war immer mein Element», sagt

der gebürtige Oltner, der als Kind mit

seinen Eltern viel Zeit auf der Bettmeralp

verbrachte. Ihm ist aufgefallen, dass

sehr viele Carvingski entweder zu wenig

stabil oder nicht drehfreudig sind. «Aber

erst wenn der Ski stimmt, kann man das

Carven so richtig geniessen», ist er

überzeugt. Von Kunden erhält er denn

auch oft Rückmeldung, dass sie erst

mit den RTC-Ski so richtig auf beiden

Kanten in die Kurven liegen können und

zum ersten Mal das Gefühl entdecken,

mit der Schwerkraft zu drehen und nicht

gegen sie.

Ein Geheimnis gibt es nicht, es sind der

ganze Aufbau und die einzelnen Produktionsschritte,

welche die RTC-Ski so speziell

machen. Allen eigen ist der Kern aus

Pappel- und Eschenholz. Drumherum

werden die Ski, immer symmetrisch, mit

Glaslaminat «gibt die Spritzigkeit» , Titanal

«sorgt für Laufruhe» , verschiedenen

Zwischenschichten und Gummi

«dämpft die Schwingungen» aufgebaut.

«Unsere Ski sind etwas schwerer und

eher den Rennski nachempfunden.» An

Testtagen können die Kunden die exklusiven

Bretter direkt in den Skigebieten

testen. «Man muss den Unterschied spüren»,

so Blatter. Speziell: Man kann die

Ski personalisieren und mit eigenem

Logo herstellen lassen. Kostenpunkt eines

RTC: rund 1600 Franken ohne Bindung

und Platte. Und was bedeutet

RTC? «Ready to carve», erklärt Blatter.

Der Name ist Programm!

Infos und Kollektion: www.rtc-ski.ch

61


Das Biwak auf dem Schönbiel wurde

eigens für die Mannschaft von Martin

Schmidt errichtet. Nachts wurde es

bis zu minus zehn Grad kalt.

BELALP

Foto Pascal Gertschen

62


ALPENKRAFT

In diesem Zeltlager auf 2700 Meter Höhe

übernachteten die Spieler des FSV Mainz 05.

Ihr Trainer Martin Schmidt hat der

Mannschaft so den Belalp-Geist vermittelt.

Interview: Monique Ryser

63


BELALP

Fotos Christian Pfammatter, Pascal Gertschen (2)

Er ist Oberwalliser, erfolgreicher Trainer

und aussergewöhnlicher Motivator.

Martin Schmidt, Trainer der

Bundesliga-Mannschaft FSV Mainz 05, hat

seine Schützlinge mit Schneeschuhlaufen

und Zelten im Winter an die Grenzen gebracht

und sie zu Höchstleistungen motiviert.

Die Belalp ist auch für Schmidt ein

Kraftort hier war er schon als Kind bei

seinem Grossvater und hier verbringt er

heute mit seiner Familie seine Ferien.

Was haben Sie während des Trainings

mit Ihrer Mannschaft auf der

Belalp alles gemacht?

Martin Schmidt: Wir haben auf der

Belalp mit Schneeschuhen 1300 Höhenmeter

zurückgelegt. Übernachtet haben

wir in Zelten, zeitweise bei minus zehn

Grad. Es war auch ein Mentaltraining: Ich

versuche immer Bilder zu schaffen, die

mithelfen, Grenzen zu verschieben.

Wie haben die Spieler reagiert? Sie

waren ja beispielsweise mit dem

Zug gereist und in Brig ins Postauto

gestiegen. Nicht grad das, was sich

Bundesligaspieler gewohnt sind.

Sie waren voll motiviert und haben mitgezogen.

Für viele war es das erste Mal

in einer solch mächtigen Bergwelt, und

sie haben sich faszinieren lassen.

Welche Feedbacks erhielten Sie?

Das Feedback gabs in der Rückrunde

der Bundesligasaison: Der «Geist der

Belalp» war allgegenwärtig. Und ein

Spieler sagte: «Danke Coach, ich habe

das erste Mal Schnee gesehen!»

War es auch erlaubt, Walliser Spezialitäten

zu essen ?

Ja, wir hatten Walliser Teller, Fondue

und Häxucafe. Einige Spieler assen das

Fondue ohne Weinbeigabe.

Welche Wirkung haben die Berge auf

den Menschen?

Berge verleihen Kraft und schüren die

Motivation, Leistung zu erbringen.

Wie oft kommen Sie auf die Belalp?

Immer eine Woche an Weihnachten und

zwei im Sommer. Zudem mache ich im

Herbst gerne noch ein bis zwei Kurztrips,

um zu wandern.

Was vermissen Sie, wenn Sie in

Deutschland sind?

Die Berge, das Skifahren, die Heimat mit

Familie.

Wie verbringen Sie die Zeit mit Ihrer

Familie auf der Belalp?

Im Winter fahren wir natürlich Ski, im

Sommer sind wir gerne in unserer

Alphütte im «Bäll».

Woran erkennt man bei Ihnen den

Walliser?

Am Dialekt klar, oder? Und am positiven

Geist.

Was macht den Walliser aus?

Die Walliser sind positive Menschen. Wir

haben einen harten Kopf, Willensstärke

und ein hohes Mass an Eigenmotivation.

Wie motivieren Sie Ihre Spieler?

Meist mit Bildern und Vorstellungskraft.

Wichtig ist, die intrinsische Motivation

anzusteuern. Also den Willen jedes Einzelnen,

sich selber jeden Tag besser zu

machen aus eigenem Antrieb.

In Deutschland

vermisse ich

die Berge,

das Skifahren,

die Heimat

mit Familie

1 Bergstation

auf der Chiematte.

Die Belalp ist autofrei!

2 Martin Schmidt pfadet den

Weg. Im Hintergrund: das historische

Hotel Belalp auf dem Aletschbord. 3 Die

Mannschaft des FSV Mainz 05 auf dem

Marsch vom Schön- zum Hochbiel.

Die meisten waren

erstmals mit Schneeschuhen

unterwegs.

64


1

3

2

65


ANGEBOTE

FAMILIEN-

SPECIALS

Foto Pascal Gertschen

Raus aus dem Alltag und rein ins

Vergnügen. Für Kinder gibt es nichts

Schöneres, als im Schnee rumzutoben.

66


67

Da leuchten die Kinderaugen:

Schnee, so weich wie Watte,

ist die schönste Spielwiese

für Kinder und ihre Eltern!


FÜR FAMILIEN

GEMACHT

www.wallis.ch/familien

ANGEBOTE

Fotos Christian Pfammatter/Visp CH (2), HO

Winterferien mit der Familie sind

Aktivferien. Schneeballschlachten,

Schneeengel machen und Iglu

bauen gehören genauso zum Programm

wie die «heisse Schoggi»

nach einem Tag draussen an der

frischen Bergluft. Das Wallis ist ein

einziger grosser Naturspielplatz

mit einer unendlichen Vielfalt an

Aktivitäten für die ganze Familie.

Erfreuen Sie sich an Angeboten und

Infrastrukturen, die auf Ihre Bedürfnisse

zugeschnitten sind. Skischulen,

Animations- und Betreuungsprogramme

sowie Bergausflüge, die für

bleibende Erinnerungen sorgen,

lassen Sie die sonnenverwöhnteste

Winterregion der Schweiz neu

entdecken.

Buchen Sie die Angebote auf:

www.wallis.ch/familien

1

Angebote in Blatten-Belalp

Mein erster Tag im Hexenland

Scheinbar schwebende Zauberteppiche,

spassige Hüpfburgen, ein magisches

Labyrinth, ein verzauberter Hexenwald

und eine gespenstische Hexenbesen-

Tubingbahn: Im Hexenland Belalp, das

kostenlos genutzt werden kann, lernen

die Kids das Skifahren fast wie von allein.

Der Spass- und Lerneffekt ist garantiert.

Und für die Kleinsten der Kleinen

(2 bis 8 Jahre) steht während der Woche

ein kostenpflichtiger Kinderhort zur Verfügung

am Wochenende auf Anfrage.

Gültigkeit: vom 17.12.2016 bis 17. 4.2017

Preis: kostenlos

Verhexte Zauberpiste

Die legendäre «Belalp Hexe» gilt als

verrückteste Volksabfahrt der Welt. Auf

einer speziellen Zauberpiste können die

Kleinen in die Welt der «Belalp Hexe»

eintauchen und erleben dabei eine tolle

Abfahrt wie die Grossen. Einfach mit

der Sesselbahn zum Schönbiel, hinunter

in die Zigerbodini Häxuflüe sausen und

wieder zurück zum Hexenland. Diese

verspielte Zauberpiste ist kostenlos.

Gültigkeit: von 17.12.2016 bis 17. 4.2017

Preis: kostenlos

Belalp-Skitraum für 1 Woche

7 Nächte im Doppel- oder Familienzimmer

im Hotel Chalet Sepp auf der Belalp inklusive

Frühstücksbuffet und 6-Tage-Skipass.

Gültigkeit: 21. bis 28.1.2017 und 11. bis

18.3.2017

Preis: ab CHF 699. pro Person im

Doppelzimmer

7 Nächte im Doppelzimmer im Hotel

Hamilton Lodge, im Hotel Aletschhorn

oder im Hotel Spa Tigilou auf der Belalp

inklusive Frühstücksbuffet und einem

6-Tage-Skipass.

Gültigkeit: 21. bis 28.1. 2017 und 11. bis

18.3.2017

Preis: ab CHF 799. pro Person im

Doppelzimmer

Belalp-Skitraum-Wochenende

2 Nächte im Doppelzimmer im Hotel

Massa in Blatten oder im Hotel Chalet

Sepp auf der Belalp inklusive Frühstücksbuffet

und einem 2-Tage-Skipass.

Gültigkeit: 20. bis 22.1.2017

Preis: ab CHF 379. pro Person im

Doppelzimmer

Belalp-Skitraum Gruppenunterkunft

7 Nächte in grösseren Schlafräumen im

Hotel Chalet Sepp oder Hotel Aletschhorn

auf der Belalp inklusive Frühstücksbuffet

und einem 6-Tage-Skipass.

Gültigkeit: 21. bis 28.1.2017 und 11. bis

18.3.2017

Preis: ab CHF 499. pro Person im

Achtbettzimmer

68


Angebote in der Aletsch Arena

2

3

Blick hinter die Kulissen einer präparierten

Piste

Wollten Sie schon immer mal einen Blick

hinter die Kulissen einer präparierten

Piste werfen? Erfahren, was es braucht,

damit Schneesportler auf der Piste voll

auf ihre Kosten kommen? Die Aletsch

Arena mit ihren 104 Pistenkilometern

bietet Ihnen spannende Einblicke ins

frühmorgendliche Präparieren der Pisten.

Begleiten Sie einen Pistenpatrouilleur

bei seiner Arbeit im Pistenfahrzeug,

und lassen Sie sich erklären, was die Pistenpatrouilleure

für die Lawinensicherheit

im Skigebiet tun, wie eine Schneesprenganlage

aussieht und wie das Rettungswesen

funktioniert.

Gültigkeit: Angebot 1 jeden Mittwoch

vom 21. 12. 2016 bis Anfang April 2017,

Angebot 2 täglich in der Zeit vom 17. bis

24.12.2016 | 7. bis 28.1.2017 | 11.3. bis

8. 4.2017

Preis: Angebot 1 ab CHF 30. pro Person,

Angebot 2 ab CHF 40. pro Person

Abheben über dem Grossen

Aletschgletscher

Heben Sie ab, und kreisen Sie wie ein

Adler über dem Grossen Aletschgletscher,

dem grössten Gletscher der Alpen.

Und geniessen Sie dabei die Stille

der Aletsch Arena aus der Luft. Dank

dem «Gletschi Flug» können mutige Kids

(4 bis 10 Jahre) ihren ersten Passagierflug

mit dem Gleitschirm machen. Täglich

geht es mit einem Profipilot einer

örtlichen Flugschule zum Passagierflug

mit einem Gleit- oder Deltaschirm in luftige

Höhen. Aus der Vogelperspektive

wirken die Pisten dabei wie feine Zeichnungen.

Und die Rundumsicht auf die

umliegenden Viertausender ist unbeschreiblich

schön, das Gefühl von Freiheit

unvergesslich.

Gültigkeit: Dezember 2016 bis April 2017

Preis: ab CHF 130. pro Person

Weisse Wochen das Kombipaket mit

Skiunterricht

7 Übernachtungen im Hotel mit Frühstück

inklusive 7-Tage-Skipass für die

Aletsch Arena, 5- respektive 6-Tage-Skioder

-Snowboardunterricht und ein

Gleitschirm-Passagierflug für CHF 99.

anstatt CHF 130. auf der Fiescheralp.

Gültigkeit: 7. bis 28.1.2017 und 11.3. bis

1.4.2017

Preis: ab CHF 870. pro Person im

Doppelzimmer

69

1 Hallo, hier

bin ich! Freude nach

einer Rutschpartie auf

dem Snowtube. 2 Das Hexenland

auf der Belalp bietet Unterhaltung

von morgens bis abends und nimmt

Bezug auf die legendäre Abfahrt Belalp

Hexe, die 2017 am 14. Januar

stattfindet. 3 Wie richtig:

Auf solchen Besen

fliegen sonst

nur Hexen.


L I F E

S C I E N C E

Forschung gegen

Zika-Virus und Co.

Die brasilianische Firma Wama Diagnóstica lässt

durch eine Tochterfirma in Monthey forschen. Im

Life-Science-Center BioArk werden Diagnosemittel

für Zika-Virus und Denguefieber gesucht.

Fotos: Sedrik Nemeth

FORSCHUNG

Die brasilianische Wama Diagnóstica

ist in der medizinischen

Diagnose tätig. Vor allem bei

schnellen Tests zur Erkennung von verschiedenen

Krankheiten beim Menschen

ist die Firma in Südamerika führend.

Nun wird durch die Tochterfirma,

die Wama Diagnostics (Switzerland) SA,

im BioArk in Monthey ein europäischer

Standort aufgebaut. Nicht zufällig:

Monthey hat eine lange Tradition im

Bereich der Life Science. Bedeutende

multinationale Konzerne und KMUs, die

in der Feinchemie und den Biotechnologien

tätig sind, sind hier seit vielen Jahren

angesiedelt. Dies zeugt vom Industrie-

und Unternehmergeist der Region

sowie von hochkarätigen Arbeitskräften

und Talenten. Kein Wunder, dass sich der

BioArk hier niedergelassen hat.

Carlos Alberto Mestriner vertritt die Firma

in der Schweiz. «Wir haben verschiedene

Standorte geprüft. Hier in Monthey

überzeugten uns vor allem das grosse

Fachwissen und die Zusammenarbeit

zwischen Universitäten, Fachhochschulen,

Forschung und Entwicklung. Das ist

einmalig.» Die Forschung, die Wama Diagnostics

(Switzerland) SA vorantreiben

will, betrifft die Diagnose von menschlichen

Krankheiten, Allergien und Infektionen

wie beispielsweise Zika und Dengue

sowie auch die Erkennung von

Bakterien- und Pilzerkrankungen. «Bei

diesen Krankheiten ist es wichtig, dass

man rasch eine präzise Diagnose stellen

kann. Und das auf möglichst einfache

Weise», so Mestriner. «Unser Ziel ist es,

möglichst einfach zu handhabende Diagnosekits

zu entwickeln.» Mestriner sagt,

dass er für die Erreichung dieses Ziels

in der Zusammenarbeit mit BioArk, dem

Institut für Life Technologies der HES-

SO in Sion und Business Valais die richtigen

Partner gefunden habe. Während

dem gesamten Prozess der Ansiedlung

wurde er kompetent beraten und unterstützt.

Vor allem, weil seiner Firma

nicht nur in Forschung und Entwicklung,

sondern auch in Belangen der Firmengründung

und Behördenkontakte geholfen

werde. «Wir sind überzeugt, dass wir

eine Win-win-Partnerschaft haben», so

Mestriner.

1 Carlos

Alberto Mestriner in

einem der Labors im

BioArk in Monthey. Hier treffen

Forschung, Entwicklung und Unternehmen

zusammen. 2 Der BioArk ist

ein Life-Science-Center, das Startups

und bestehende Firmen unterstützt

und den Austausch

zwischen den verschiedenen

Partnern

fördert.

1

70


2

71


1

T R A D I T I ON

Winzer Léon

sei Dank!

2

Natur pur: Das Walliser Raclette AOP

hat eine lange Geschichte und wird aus reinen

Naturprodukten hergestellt.

RACLETTE

Fotos Pascal Gertschen, Sedrik Nemeth (4)

Eigentümliche Würze liegt in der

Bergluft; unverschämt grün die satten

Alpweiden, unverschämt stolz

die Bergrücken drumherum. Sie können

es sich ja auch leisten, über allem zu stehen:

Nicht jeder trägt einen so illustren

Namen wie Matterhorn oder Dufour.

Trotz ihres weltweiten Renommees sind

sie jedoch vor allem eins: Walliser. Genauso

wie die Kühe, die hier weiden; von

seltener Art, stattlich und eigenwillig

auch sie. Ihre Milch schmeckt nach Erdverbundenheit

mit Noten von Walliser

Sonne. Unwiderstehlich nuancenreich ist

diese Milch so nuancenreich wie die

Berg- und Alpenkräuter in den zahlreichen

Walliser Seitentälern, jedes ein

Kleinod für sich. Nach alter Walliser Tradition

und überliefertem Rezept wird in

den Regional- und Dorfkäsereien aus dieser

naturreinen Rohmilch mittels moderner

Hygienetechnologie hergestellt, was

das Wallis vom Feinsten, vom Ursprünglichsten

zu bieten hat Walliser Raclette

Appellation d’Origine Protégée (AOP).

Léon so will es die Legende hiess der

Walliser Winzer, der das Raclette erfunden

hat. Er erwärmte im Kreis seiner Kameraden

an einem unwirtlich kalten Tag

zu Mittag einfach ein Stück Käse über

dem Feuer: Geboren war das urtypische

Walliser Gericht, das seither genauer

seit dem Mittelalter, wie Dokumente belegen

weit über die Kantons- und Landesgrenzen

hinaus Furore macht.

Im Jahr 1574 war das Käseschmelzen im

Wallis bereits bekannt. Der Name Raclette

wurde früher im einheimischen

französischen Dialekt (racler heisst

schaben) verwendet, und ab 1874 wurde

auch der Käse so offiziell benannt.

Walliser Raclette wird heute noch nach

einem traditionellen Rezept hergestellt.

Das Produktionsgebiet des Walliser

Raclette AOP entspricht der gesamten

Fläche des Kantons Wallis. Die Milchproduktion,

die Verarbeitung und die

Reifung erfolgen ausschliesslich im Wallis.

Es handelt sich um einen vollfetten,

halbharten Rohmilchkäse.

Walliser Raclette AOP Käse ist ein hundertprozentiges

Naturprodukt, begonnen

mit der Fütterung der Kühe, der

Verarbeitung der Rohmilch bis zur Pflege

4

72


3

5

1 Ein Raclette geht immer, sommers

wie winters. 2 Bei jedem Walliser

Raclette AOP Käse ist auf der

Järbseite die Ursprungsbezeichnung

eingeprägt. 3 Im Keller reifen die

Laibe während mindestens drei

Monaten. 4 Am besten schmeckt

das Raclette vom offenen Feuer.

4 Traditionell wird Walliser Raclette

mit einem halben Laib zubereitet.

73


RACLETTE

Foto HO

im Reifungskeller. Er ist unnachahmlich

und einmalig dank seines Terroirs, seiner

Geschichte und seiner regionalen Kennzeichnung

(Gomser, Bagnes, Simplon

etc.), die auf der Järbseite des Käses eingeprägt

ist. Die reichhaltige Flora der

Walliser Berg- und Alpenregion verleiht

dem Walliser Raclette AOP seinen einzigartigen

frischen und würzigen Geschmack

mit vielen Varianten. Durch seinen

aussergewöhnlichen Geschmack und

die hohe Qualität gewinnt er die Gunst

der Feinschmecker und Käseliebhaber.

Walliser Raclette ist zu jeder Jahreszeit

ein ideales Essen zu Familienfesten, um

mit Gästen eine Party zu feiern oder im

Freien einen angenehmen Sommerabend

in fröhlicher Gesellschaft zu verbringen.

Selbst bei Staatsempfängen

wird Walliser Raclette serviert.

Die kontrollierte Herkunftsbezeichnung

AOP bestätigt die Echtheit, den typischen

Charakter und die Rückverfolgbarkeit

des Produkts. Eine neutrale Zertifizierungsstelle

kontrolliert die strikte

Einhaltung des AOP-Pflichtenhefts, das

die Erfüllung folgender Anforderungen

vorschreibt:

• Verwendung von im Wallis umweltschonend

hergestellter roher Kuhmilch, die

in den gewerblichen Käsereien verarbeitet

wird.

• Reifung und Lagerung des Käses im

Kanton Wallis.

• Regelmässige Qualitätsbeurteilung

durch Experten.

Im Vallée de Joux fand im September

2016 der nationale Käsewettbewerb

Swiss Cheese Awards statt. An diesem

Wettbewerb wurden 777 Käse in verschiedenen

Kategorien präsentiert und

von einer internationalen Fachjury die

besten Käse erkoren. Die Käserei Reckingen

siegte in der Kategorie «Wallliser

Raclette AOP» mit dem Käse GOM-

SER 32. Den zweiten Rang erreichte

die Käserei Liddes mit dem Walliser

Raclette AOP BAGNES 4, und auf dem

dritten Platz rangierte die Käserei

Champsec-Bruson mit dem Walliser

Raclette AOP BAGNES 25.

Für die verantwortlichen Personen und

die Käser sind die Auszeichnungen ein

Beweis, dass sie im Bereich der Käsequalität

national mit den besten Käsen

mithalten können, aber auch Lohn für

die gewissenhafte Arbeit und ein strenges

Qualitätsmanagement. Die Milchproduzenten,

deren Milch in diesen Käsereien

verarbeitet wird, haben jedoch

auch wesentlich Anteil am Erfolg, denn

nur mit einwandfreier Milch kann Käse

mit hoher Qualität hergestellt werden.

Gewinnerkäse

Die Käserei Reckingen befindet sich im

sonnigen Hochtal Goms mit seinen urchigen

Dörfern. Im Winter ist das Goms ein

Langlaufparadies. Hier entsteht der

«Gomser 32» von Max Willisch.

In einer idyllischen Berglandschaft liegt das

Dorf Liddes, das von mehreren Viertausendern

umrahmt wird. Das Dorf befindet

sich an der Strasse zum Bergpass Grosser

Sankt Bernhard, der den französisch sprechenden

Teil des Wallis mit Italien verbindet.

In der Dorfkäserei wird der bekannte

Walliser Raclette AOP Bagnes 4 hergestellt.

Bagnes ist mit 282,2 Quadratkilometern

die drittgrösste Gemeinde der Schweiz.

Sie liegt an der Grenze zu Italien. Im Weiler

Champsec wird der schmackhafte Walliser

Raclette AOP Bagnes 25 vor allem aus

der Milch der einzigartigen Eringerkühe

hergestellt.

Nur mit

einwandfreier

Milch und

Fachwissen

gibt es Käse

von grosser

Qualität

Max Willisch von der Käserei Reckingen

erhielt den 1. Preis in der Kategorie

«Walliser Raclette AOP».

74


WINTER-

SPECIALS

Der Winter im Wallis ist eine lebendige

Erlebniswelt für Wintersport. Profitieren

Sie von attraktiven Angeboten.

ANGEBOTE

Foto David Carlier

76


77

Dem Nebel entfliehen: Das Wallis

mit seinen 300 Sonnentagen und dem

Blick auf die majestätische Bergwelt.


WALLISER

FREIHEITSGEFÜHLE

www.wallis.ch/freiheitsgefuehl

ANGEBOTE

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn sich

Ihr Blick in der Weite verliert, Sie die

Bergstille in sich aufnehmen und

Ihre Gedanken verfliegen? Dieses

unbezahlbare Gefühl von Freiheit

erleben Sie im Wallis inmitten von

45 Viertausendern. Beim Besteigen

oder Hochfahren auf die tief verschneiten

Gipfel rückt das Tal in die

Ferne, genauso wie Ihr Alltag bis

er schliesslich ganz weg ist. Beinahe

unendliche Möglichkeiten, von

Schneeschuhwanderungen bis

Gleitschirmfliegen oder Skitouren

machen das Wallis zum perfekten

Abenteuerspielplatz mit Suchtpotenzial

nach Freiheitsgefühlen.

Buchen Sie unter:

www.wallis.ch/freiheitsgefuehl

Angebote in den Portes du Soleil

First Track

Morgins bietet einen idealen Zugang

zum Skigebiet Portes du Soleil. Benutzen

Sie den Sessellift von Foilleuse,

und stürzen Sie sich zum Frühstück in

den frisch präparierten Schnee von

Morgins. Die Möglichkeiten sind grenzenlos!

In einem gemütlichen Chalet

können Sie sich anschliessend bei Tee,

Kaffee und lokalen Spezialitäten am

grandiosen Blick auf die Dents du Midi

erfreuen. Ein Winterparadies zwischen

Himmel und Erde!

Gültigkeit: ab 17.12.2016 bis 8. 4.2017

Preis: ab CHF 15. pro Person

Tiefschneemekka Champéry

Zwischen Frankreich und der Schweiz,

mitten im Herzen der Alpen, befindet sich

eines der grössten Skigebiete der Welt.

300 Pistenkilometer und 196 Liftanlagen

die Portes du Soleil bieten eine unglaubliche

Erfahrung für ihre Besucher:

ein Naturschutzgebiet voll Tiefschnee für

alle Arten der Gleitsportarten! Das Angebot

umfasst Unterkunft und 1-Tage-Skipass

in den Portes du Soleil.

Gültigkeit: 7. 1. bis 4.2.2017

Preis: ab CHF 84. pro Person im

Doppelzimmer

Fotos Jean Baptiste Bieuville, HO, (2)

3

Schneeschuhwanderung

im Vallon de They

Die Ferienorte Morgins, Châtel und

La Chapelle-d’Abondance verfügen

zusammen über achtzig Kilometer markierte

Schneeschuhrouten. Begeben

Sie sich im Vallon de They auf Entdeckungsreise:

Themenpfade, Brücken

über die Vièze und die Quelle des Eau

Rouge erwarten Sie. Durchstreifen Sie

auf einem einstündigen Spaziergang

oder einer vier- bis fünfstündigen

sportlichen Wanderung die Winterlandschaft

in ihrer ganzen Pracht und

Vielfalt. Geniessen Sie bei der Ankunft

ein Fondue in der Cantine de They!

Gültigkeit: von 17.12.2016 bis 8. 4.2017

Preis: kostenlos

78


1

1 Freeridespass auf

frisch verschneiten Hängen

gibts im Tiefschneemekka

Champéry. 2 Das Vallon de They mit

dem Flüsschen Vièze ist romantische

Kulisse für Schneeschuhwanderungen.

3 Verschneites Chalet im

Gebiet Portes du Soleil.

2

79


WALLISER

WINTERZAUBER

www.wallis.ch/winter

ANGEBOTE

Fotos Emmanuel Pignat, Pascal Gertschen, HO (2)

Tief verschneite Wälder, ein atemberaubendes

Bergpanorama und

eine maximale Vielfalt an Wintersport:

Willkommen in der schönsten

Zeit des Jahres. Im Walliser Winterzauber

werden Sie von einem farbenprächtigen

Sonnenaufgang

geweckt. Und schon lockt Sie der

tiefblaue Himmel hinaus an die frische

Luft. Ob auf den Pisten, einer

Schneeschuhwanderung oder im

dampfenden Thermalbad Sie werden

den Winter im Wallis lieben.

Wer von so vielen Aktivitäten Hunger

kriegt, darf sich auf regionale

Spezialitäten auf einer sonnigen

Terrasse an der frischen Bergluft

oder in wohliger Wärme eines Chalets

freuen. Buchen Sie unter:

www.wallis.ch/winter

4

Schnee- & Badepass in Leukerbad

Was gibt es Schöneres als nach einem Tag

auf der Skipiste seinem Körper und Geist

Ruhe und Entspannung in einem wohltuenden

Thermalbad zu gönnen? Genau

davon profitieren Sie bei der Pauschale

«Schnee- und Badepass Leukerbad». Mit

den Torrent-Bahnen fahren Sie direkt ins

Skigebiet mit 53 Kilometern bestens präparierten

Pisten und einer wunderbaren

Aussicht auf die Walliser Viertausender.

Die Gemmi-Bahn bringt Sie zur Aussichtsplattform

und erschliesst das Langlauf-

und Winterwanderparadies auf dem

Gemmipass. Wer es lieber gemütlich mag

oder sich nach einem actionreichen Wintersporttag

erholen will, hat mit dem

Schnee- & Badepass Zutritt zu den Thermalbädern

der Leukerbad Therme und

der Walliser Alpentherme & Spa.

Gültigkeit: 17.12.2016 bis 17. 4.2017

Preis: ab CHF 66. pro Person (von 13.3.

bis 17.4.2017: Aktion 6 für 3)

Besuch des Zinalgletschers

Ab Zinal erreichen Sie nach zweieinhalb

Stunden Wanderung den Zinalgletscher,

der aus dem Zusammentreffen der drei

Gletscher Grand Cornier, Durand und

Mountet entstanden ist. Im Gletscher

befinden sich verschiedene natürliche

Hohlräume, die von den Bächen im Untergrund

geschaffen wurden. Erkunden

Sie dieses zauberhafte Universum auf einer

geführten Wanderung! Freuen Sie

sich mit den Schneeschuhen an den Füssen

auf ein ganz besonderes Abenteuer.

Gültigkeit: Auf Anfrage, von Mitte Dezember

2016 bis Mitte März 2017 (wetterabhängig)

Preis: ab CHF 70. pro Person

Skijöringtaufe in Nax

Lassen Sie sich von der Magie des Espace

Mont-Noble in Nax verzaubern,

und geniessen Sie die spektakuläre Sicht

auf das gesamte Rhonetal und die Berner

Alpen. Zahlreiche Aktivitäten erwarten

Sie: Schlittschuhlaufen, Schneeschuhwandern,

Langlauf, Snowtubing,

Eisstockschiessen oder Skijöring. Skijöring

vereint Skifahren und Pferdesport

und ist ab einem Alter von sieben Jahren

möglich. Mit Blick auf die Alpen

durch den Schnee gezogen werden

auch Sie werden begeistert sein.

Gültigkeit: 24.12.2016 bis 31.3.2017

Preis: ab CHF 20. pro Person

Unterkunft mit Skipass in Saas-Fee

Das Winterskigebiet von Saas-Fee bildet

mit 21 Transportanlagen und 100 Kilometer

präparierten Pisten das Herz der

gesamten Skiregion. Neben Saas-Fee

befindet sich in der nahe gelegenen Region

Kreuzboden-Hochsaas oberhalb

von Saas-Grund ein weiteres Skigebiet.

Zudem stehen zwanzig Kilometer Winter-

80


1 2

3

wanderwege und eine acht Kilometer

lange Langlaufloipe bereit und verschiedene

Schlittelwege. Das Angebot umfasst

zwei Nächte in der gewählten Unterkunft

inklusive Destinations-Skipass

für zwei Tage.

Gültigkeit: 3. bis 23.12.2016 und 7. bis

27.1.2017

Preis: ab CHF 225. im Doppelzimmer

(Package ab drei Nächten in Ferienwohnung

möglich)

Skifahren & Thermalbaden

in Ovronnaz

Der kleine Ferien- und Kurort Ovronnaz

bietet nach dem Wintersport genüssliche

Erholung in seinem Thermalbad. Skifans

erreichen das Skigebiet von Ovronnaz

auf einer Höhe zwischen 1400

und 2500 Metern per Sessel- und Skilift.

Vor dem eindrucksvollen Panorama der

Walliser Alpen kommen Wintersportfans

voll auf ihre Kosten. Es erwarten Sie

rund zwanzig Kilometer Winterwanderwege,

elf Kilometer markierte Trails für

Schneeschuhbegeisterte und 25 Kilometer

gespurte Loipen für Langlauffans.

Das Angebot umfasst drei Nächte im

Studio ohne Hotelservice inklusive Eintritt

in die Thermalbäder und das Spa

sowie ein 3-Tage-Skipass.

Gültigkeit: 24.12.2016 bis 17. 4.2017

Preis: ab CHF 318. pro Person im

Doppelzimmer

1 Im Thermalbad

von Ovronnaz

erholen sich die müden

Glieder. 2 Verschneite Landschaft

in Saas-Fee. 3 Skijöring, die

Verbindung von Pferdesport und Skifahren.

4 Im Zinalgletscher hat es

von Bächen geschaffene Gänge,

die auf einer geführten

Wanderung erkundet

werden können.

81


Kultur, Sport & Brauchtum

Im Wallis ist immer etwas los. Eine Übersicht über

die vielfältigen Veranstaltungen und Events.

www.wallis.ch/event

AGENDA

Dezember

Fondation Pierre Arnaud

flämische und holländische Malerei

bis 22.1.2017, Lens. Ab 3.2.2017

Ausstellung zum Symbolismus.

www.fondationpierrearnaud.ch

Tag der Offenen Weinkeller

1. 11. bis 24.12.2016. Verkostung der

Walliser Weine.

www.lesvinsduvalais.ch

Märkte der Genüsse und Handwerker

8. bis 11.12.2016, Martigny. Terroir-

Produkte, Grand Prix Joseph Favre.

www.saveursetartisans.ch

Lumina das Fest des Lichts

8. bis 11.12.2016, Saint-Maurice.

Animationen in und um die Abtei.

www.lumina-stmaurice.ch

Polaris Electronic Music Festival

9. bis 11.12.2016, Verbier. DJs zwischen

14 und 22 Uhr, Clubs am Abend.

www.polarisfestival.ch

Januar

Traditionelle Fasnacht

6. 1. bis 28.2.2017, Evolène. Fell- und

Strohfiguren mit Masken.

www.carnaval-evolene.ch

Belalp-Hexenwoche mit Volksabfahrt

7. bis 14.1.2017, Blatten-Belalp.

Die verrückteste Abfahrt der Schweiz!

www.belalphexe.ch

Oh! Festival Valais Wallis Arts Vivants

18. bis 22.1.2017 Festival mit Tanz,

Musik, Theater von Brig bis Monthey.

www.ohfestival.ch

Ice Climbing Worldcup

20. bis 21.1.2017, Saas-Fee. Eisklettermeisterschaften

im Parkhaus.

www.saas-fee.ch

Rallye du Goût

28.1.2017, Morgins. Regionale Produkte

und Wanderung.

www.morgins.ch

Februar

Fondation Pierre Gianadda

Ausstellung Hodler, Monet, Munch

3.2. bis 11.6. 2017, Martigny. Spezialbillette

der SBB nach Martigny.

www.gianadda.ch

Grosser Tschäggättu-Umzug

23.2.2017, Lötschental. Der urtümliche

Fasnachtsumzug.

www.loetschental.ch

4 Audi FIS Skiweltcup (Damen)

25. bis 26.2.2017, Crans-Montana.

Abfahrt und Kombination.

www.skicm-cransmontana.ch

45. Internationaler Gommerlauf

25. bis 26.2.2017, Obergoms. Langlauf-

Halbmarathon und -Marathon.

www.gommerlauf.ch

März

Nendaz Freeride

10. bis 15.3.2017, Mont Gond.

World Qualifier Tour.

www.nendazfreeride.ch

Glacier Bike Downhill

11.3.2017, Saas-Fee. Adrenalin pur bei

den Downhill-Mountainbikern.

www.saas-fee.ch

Ringkuhkampf im Schnee

18.3.2017, Leukerbad. Eringerrinder

kämpfen um den Sieg.

www.leukerbad.ch.

Festival Rock the Pistes

19. bis 25.3.2017, Portes du Soleil.

Pop/Rock-Festival auf den Pisten.

www.rockthepistes.com

Saas-Fee Filmfest

21. bis 26.3.2017, Saas-Fee.

Innovatives Kino aus der Schweiz.

www.sfff.ch

April

Swatch Xtreme Verbier

1.4.2017, Verbier.

Finale der Freeride-World-Tour.

www.verbier.ch

Zermatt Unplugged

4. bis 8. 4.2017, Zermatt. Hochstehende

Musik in grosser Höhe mit Weltstars

und Neuentdeckungen.

www.zermatt-unplugged.ch

Caprices Festival

6. bis 9. 4.2017, Crans-Montana.

Elektronische und urbane Musik.

www.caprices.ch

Verbier Impulse

8. bis 10. und 15. bis 17.4.2017, Verbier.

Musikfestival auf den Pisten.

www.verbierimpulse.com

82


jodlerfest-brig.ch


wallis.ch

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine