s'Magazin usm Ländle, 12. Februar 2017

vorarlbergkrone

KÖSTLICH

Die Bestender

Besten im Test:

Krapfen aus der

Bäckerei

SPORTLICH

Ex-Miss Nina

Keckist nun als

Fitness-Coach

unterwegs


SONNTAG, 12. FEBRUAR 2017

CHRISTIAN KLIEN

NEUE

FORMEL

Einst startete er beim Grand Prix,

nun drehterbeim HeerseineRunden

Fotos: Mathis Fotografie (3)


4

Ice, Ice, Baby!

Ein medizinisches Wunder

12. FEBRUAR 2017 | INHALT

Fotos: HaraldKüng,NadinHiebler, LisaMathis, Böhler

12

Ein Herz &eine Seele:

Promis und der Valentinstag

11

Gut,besser,Claus!

Wer hinter

dem Gösserbräu steckt

21

Prost Mahlzeit!

Was Bier im Kipferl verloren hat

4 AKTUELL

Wie ein britischer Tourist

dem Kältetod entging

6 INTERVIEW

Ex-Formel-1-Fahrer Christian

Klien im großenInterview

9 SCHNEIDERS BRILLE

Starkolumnist Robert Schneider

wollte doch nur Krapfenkaufen

10 GSIBERGER Z’WIAN

Carola Purtscher trifft Silke Ploner,

eine Unternehmensberaterin

11 ORIGINALE

Claus Haberkorn- ein

Traditionalist im besten Sinne

12 VALENTINSTAG

Blumen und Schokolade?

Ein Tag zum Verlieben

14 LIFESTYLE

Ex-Miss NinaKeck gibt Tipps in

Sachen Sport und Ernährung

16 HISTORISCHES BILD

Die Basilika in Rankweil anno 1950

17 MUNDART

Stefan Vögel über das Verschwenden

18 KRAPFENTEST

Faschingskrapfen aus dem

Ländle auf dem Prüfstand

21 KULINARIK

Keine Hexerei: Würzige

Bierkipferln selbst gemacht!

22 WAS WURDE AUS...

...Arno Hirschbühl?

s’Magazin 3


AKTUELL

Das Wunder

vonLech

„Die Finger waren im Eis fixiert. Auch die Kleidung, völlig vom

Schnee bedeckt, steinhart, alles Eis“, erinnert sich Prof. Dr.

Peter Kompatscher, Primar der Plastischen Chirurgie am LKH

Feldkirch, an jenen 22-jährigen Urlauber aus Großbritannien, der

steifgefroren in Lech am Arlberg gefunden wurde - und das

Krankenhaus kürzlich ohne Folgeschäden verlassen konnte.

Der junge Mann wurde

am frühen Morgen

des 26. Jänner

2017 in Lech am

Arlberg von Passanten

im Schnee aufgefunden. Laut

Polizeiwar der 22-jährigebritische

Tourist stark alkoholisiert, war

kaum ansprechbar. Zur Zeit seiner

Rettung hatte esminus 18 Grad.

Für den Urlauber zählte jede Sekunde,

mit dem Heli wurde

er ins LKH Feldkirch

transportiert

und in die Obhut

der Ärzte übergeben.

Lebensgefahr

Das Gefährliche

an einer Unterkühlung

ist der Abfall

der Körpertemperatur.

Bei der gefundenen

Person lag sie bereits beinur mehr

27 Grad. „Der Körper polarisiert

und pumpt alles ins Herz, damit er

warm bleibt. Doch wenn sich das

kalte Blut der Körperoberfläche

mit dem warmen Blut im Inneren

vermischt, kann dies zu einem

Als

wir den Patienten

gesehen haben,haben

wir eineAmputationnicht

ausgeschlossen. Die Hand

war mehr oder wenigerein

Eisblock.

Prof.Dr. Peter Kompatscher

Herzstillstand führen. Deshalb

war der Mann auch drei Tage auf

der Intensivstation, bis er systemisch

wieder stabil war“, erklärt

Prof. Kompatscher.

Was den Medizinern zusätzliche

Sorge bereitete: 15 Prozent der

Oberfläche von Armenund Beinen

wiesen Erfrierungen 2. bis 3.

Grades auf. „Als wir denPatienten

gesehen haben,haben wir eine Amputation

nicht ausgeschlossen.

Doch so weit ist es

nicht gekommen.“

Das Überraschende:

Nachdem die

Ärzte die Hände aus

dem Eis befreit hatten

und diese langsam

erwärmten sowie

mit speziellen Medikamenten

behandelten, zeigte sich

rasch, dass sich das gefrorene Gewebe

wieder erholt. Das ist ausgesprochen

ungewöhnlich, denn oft

wird erst nach Monaten absehbar,

ob und inwelchem Ausmaß sich

das Gewebe regeneriert.

„Man kann hier wirklich von einem

Wunder sprechen, die Hand

war mehr oder weniger ein Eisblock“,

so Prof. Kompatscher,

„und dennoch war alles gut durchblutet.

Wir mussten weder amputieren,

ja nicht einmal Haut transplantieren

- es bestand keinOperationsbedarf,

was uns sehr gefreut

hat.“ Sein Zusatz sagt alles: „Das

habe ich in 30 Jahren als Plastischer

Chirurg nochnicht erlebt.“

AufdemWegder Besserung

Der britische Urlauber hat das

LKH Feldkirch bereits vor wenigen

Tagen verlassen und wurde per

Flugrettung in ein Krankenhaus in

England überstellt, wo er von einem

Gefäßspezialisten weiterbehandelt

wird. Inden kommenden

Tagen wird er zudem noch weiter

überwacht. Der junge Brite hatte

unglaubliches Glück - erfahrene

Mediziner wie Prof. Dr. Kompatscher

sprechen nicht sehr oft von

einem „Wunder“. Das Ländle

wirdihm wohl nochlangeinErinnerung

bleiben. Dass er noch einmal

zum Skifahren kommt, ist jedoch

eher zu bezweifeln.

Harald Küng

4

s’Magazin


AKTUELL

Die

Körpertemperatur

des Briten war auf

bedrohliche 27 Grad

gesunken. Seine

Kleidung war zudem

steifgefroren.

Die Finger waren im Eis fixiert,die Ärzte

rechneten bereits mit dem Schlimmsten.

Anzeige

Fotos: LKH Feldkirch/PlastischeChirurgie, Harald Küng

1. bis 31. März 2017

Montag bis Donnerstag: 17 – 20 Uhr

Samstag: 8 – 12 Uhr

Saal der AK Feldkirch, Widnau 4

FREIE FAHRT MIT BUS UND

BAHN ZU DEN TERMINEN!

JETZT TERMIN

VEREINBAREN:

050 / 258-3131

Mo – Do 8 – 12 und

13 – 16 Uhr,

Fr 8 – 12 Uhr

Holen Sie sich Ihr Geld zurück!

AK-Steuerspar-Tage – weil jeder Euro zählt!

35 Experten der AK Vorarlberg unterstützen Sie im Rahmen der AK-Steuerspar-Tage

bei der Arbeitnehmerveranlagung. Vereinbaren Sie unter 050/258-3131 Ihren

persönlichen Beratungstermin und holen Sie sich Ihr Geld zurück.

Stark für Sie.

www.ak-vorarlberg.at

s’Magazin 5


MOTORSPORT

WarenSieschonimmer

diszipliniert,HerrKlien?

INTER

VIEW

Der34-jährige Hohenemser Rennfahrer Christian Klien war der letzte Österreicher, der

einen Formel-1-Grand-Prix bestritt. Kürzlich wurde der Wahl-Schweizer ins Bundesheer

einberufen, um seinen bislang aufgeschobenen Grundwehrdienst nachzuholen. Harald

Küng hat den Heeressportler und PS-Fan im Olympiazentrum in Dornbirn getroffen.

•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Christian Klien erwartet

mich bereits gut gelaunt

im Foyer des

Olympiazentrums in

der Höchsterstraße.

Nach einer beeindruckenden Führung

durch die Räumlichkeiten serviert

der Motorsportler Kaffee und

steht bei einem lockeren Gespräch

Rede undAntwort.

Sie feierten am Dienstag Geburtstag.

Wie haben Sie ihn verbracht? Im

Schlamm?Auf dem Schießplatz?

Nein. - Lacht. Ich war erst hier im

OlympiazentrumimTraining, dann

haben wir uns in einer Kaffeerunde

am Mittag das Skirennen angeschaut.

Aber sonst habe ich nicht

viel gemacht, ich muss dann ja auch

wieder früh hier sein. Und Dienstag

ist auch einblöder Tag für einen Geburtstag.

Aber ich habe ja schon

mehrere hinter mir, somit ist das

nichtmehr so ein speziellerAnlass.

Wie kam es, dass Sie erst jetzt Ihren

Grundwehrdienst ableisten?

Ich habe bereits 2003 den Einberufungsbefehl

bekommen und hätte

2004 einrücken sollen.Das war aber

das erste Jahr, in dem ich Formel 1

gefahren bin. Wir haben dann mit

dem Bundesministerium für Landesverteidigung

Kontakt aufgenommen

und um Aufschub gebeten. Formel

1fahren undsechs MonateBundesheer

gehen sich halt nicht aus.

Das Problem war auch, dass ich als

Motorsportlerkeine Chance hatte,

in die Heeressportabteilung zu

kommen - da gabeseinfach keinen

Platz.Das wurde erstvor etwa zwei

Jahren geändert. Ich konnte meine

Grundausbildung nun im Jänner

absolvieren - da ist im Motorsport

nichts los. Somit verliere ich keine

Zeit. Im Februar geht’s wieder mit

Testfahrten los, als Heeressportler

werde ich dafür freigestellt. Und -

das ist sehr praktisch - ich kann

hier im Olympiazentrum die Trainingsmöglichkeiten

nutzen.

Wie sieht Ihr Alltag derzeit aus?

Ich bin gemeinsam mit 60 Rekruten

eingerückt, darunter auch Nikola

Dovedan vom SCR Altach

und Konrad Wurst vom HC Hard.

Wir wurdennach derGrundausbildung

ins Olympiazentrum versetzt,

wo wir als Heeressportler

wieder unserem Sport nachgehen

können. Vormittags sind wir hier

im Training, nachmittags sind die

andern bei ihren Vereinen, und ich

macheAusdauereinheiten etc.

Wie ist es Ihnen in der Grundausbildung

ergangen?

Das war überhaupt kein Problem.

Vielleicht liegt’s daran,dass ich älter

geworden bin. Ein 18-Jähriger,

der überhaupt keinen Bock drauf

hat, wird sich vielleicht anders verhalten.

Es ist ja auch nichts Schwieriges.

Viele Dinge sind durchaus

sehr interessant, andere natürlich

auch zäh. Aber die Schießübungen

inTirol warenschon geil-ein echtes

Erlebnis. Als Spitzensportler ist

man zudem ein diszipliniertes Leben

gewöhnt. Deshalb hat mich das

alles auch gar nicht gestört. Esgibt

auch eine ganz klare Kommunikation

- im Sport ebenso wie im Bundesheer.

Es gibtgewisseRichtlinien,

die man befolgen muss. Tut man

das, hat man kein Problem.

Wussten Ihre Kameraden, mit wem

sie es zu tun haben?

Nein, die meisten sind aber auch

noch zujung, ummich aus der Formel

1zukennen. - Lacht.Wir haben

aber schon auch den einen oder anderen

Motorsport- und Formel-1-

Fan, da wurde ich auch um ein Autogramm

gebeten. Aber im Heer sind

alle gleichgestellt, tragen dieselbe

Kleidung. Und wir kochen alle nur

mit Wasser.

Bundesheer, Motorsport: Hat Christian

Klien noch Zeit für Hobbys?

Ja, doch. Ich habe vor vielen Jahren

zusammen mit Freunden in Hohenems

einen Eishockey-Verein gegründet

- zweimal wöchentlich treffen

wir uns zum Spielen. Das

ist eigentlich mein größtes

6

s’Magazin


MOTORSPORT

s’Magazin 7


MOTORSPORT

FORTSETZUNG

Hobby. Als Kind wurde ich zum Fußball

geschickt, das hat mir aber überhaupt

nicht getaugt. Wenn ich heute

so drüber nachdenke, hätte ich eigentlich

viel lieber Hockey gespielt.

Mein Sohn wird jedenfalls Hockeyspieler.

- Lacht.

Stichwort Kinder: Gibt's diesbezüglich

schon Pläne?

Nein, ich bin dafür auch noch viel zu

viel unterwegs. Ich lebe aber seit vielen

Jahren in einer festen Partnerschaft

mit einer Australierin. Sie hat

in der V8-Supercars-Serie gearbeitet.

Im Winter sind wir für gewöhnlich

auch immer anderthalb Monate in

Australien.Raus aus derKälte und ab

in die Sonne. Aufgrund der Einberufung

konnte ich heuer aber leider nur

zwei Wochen nach Down Under. Ich

bin aber auch schon für vier Tage

nach Australien geflogen, schließlich

habeich dort zweiJahre lang Rennen

gefahren.

Nach Australien sitzt man ja ganz

schön lange im Flugzeug. Aber Reisen

gehört ohnehin zu Ihrem Alltag?

Ich bin Reisen gewöhnt, das stimmt.

Lange Flüge sind reine Einstellungssache.

Wichtig ist, dass man im Flugzeuggut

schlafen kann.Und für Menschen

mit Flugangst wird’s natürlich

zurQual. Selbst fliegenmuss ich aber

nicht. Ich war schon viel mit privaten

Maschinen unterwegs - und umso

kleiner das Flugzeug ist, desto weniger

fühle ich mich darin wohl. Besonderswenn’s

turbulent wird.

Sie leben - wie viele Ihrer Kollegen -

seit zehn Jahren in der Schweiz.Warum

der Umzug über die Grenze?

Ich lebe in Diepoldsau, gleich ums

Eck meiner Familie in Hohenems.

Ich bin viel zuhause - wenn Mama

kocht, komm ich über die Grenze.

Aber es stimmt, esleben viele Rennfahrer

inder Schweiz - Kimi Räikkönen

wohntetwa inZürich.Andere leben

wiederum hier im Ländle. Ich

will’s mal so sagen: Ausländische

STECK

BRIEF

Geboren am 7. Februar

1983 in Hohenems. Gelernter

Blechschlosser

und professioneller

Rennfahrer.2004 bis

2010 Formel 1-Fahrer.

Heute Pilot bei Emil

Frey Racing in der

Blancpain GT 3-Serie.

•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Sportler haben esineinigen Dingen

in Österreich oft einfacher als heimische.

Und österreichische Sportler

haben es wiederum im Ausland leichter.

Sie haben gerade Ihre Familie angesprochen:

Stammen Sie aus einer Motorsportfamilie?

Nein. Aber mein Vater warschon immerMotorsportfan,

durch ihn hat bei

mir eigentlich auch alles angefangen.

Alsich noch Kart gefahren bin,waren

wir viel mit dem Wohnmobil unterwegs

- da war immerdie ganze Familie

dabei. MeineSchwester ist auch eine

gute Kart-Pilotin, meine Freunde

lässt sie allesamt stehen. Sie war aber

immer schon mehr anPferden interessiert

als an Autos.Ihr reichtebisher

ein PS. Sie hat vor einiger Zeit angefangen,

Motorrad zufahren. Das gefällt

ihr schon.

Sind Bikes für Sie auch interessant?

Ich hatte eine Harley Davidson, eine

umgebaute V-Rod. Ich habe sie aber

gerade erst verkauft. Eine Rennma-

schine hat mich nie interessiert - ich

kann mich ja auf der Rennstrecke

austoben. Man kann eh nirgends damit

Gas geben. Und Harleys haben

mir immer schon gefallen.

Schrauben Sie auch an Maschinen?

Nur ganz kleine Dinge - eine Zylinderkopfdichtung

zu wechseln trau ich

mir nicht zu. - Lacht. Ich habe mir

natürlich über die Jahre viel technischesKnow-howangeeignet,

aberauf

der Strecke sind die Mechaniker für

das Auto zuständig.Ich spreche dann

mit dem Renningenieur, und der

weistdie Mechaniker an, was am Auto

geändert werden muss. Und da

schließt sich wieder der Kreis zum

Bundesheer: Damit auf der Strecke

alles passt, sind Disziplin und klare

Strukturen unumgänglich - das ist im

Heernicht anders.

WarenSie immer schon ein disziplinierter

Mensch?

Ich glaube schon - meinem Vater war

Disziplin immer sehr wichtig. Schon

während meiner Lehre zum Blech-

8

s’Magazin


BRAUCHTUM


30 Krapfen

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Im März geht für Klien wieder die Rennsaison los,

davor stehen aber noch Testfahrten im Jaguar an.

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

schlosser bei Klima Ender in Altach

hat er stets darauf geschaut, dass ich

pünktlich bin. Mein damaliger Chef

hat mich im Sport sehr unterstützt

und mir dafür auch frei gegeben. Er

hatte Freude daran, wenn ein Lehrling

nicht das ganze Wochenende

saufen geht, sondern Sport betreibt.

Ich binoft um drei, vier Uhrmorgens

von Rennen irgendwo in Europa zurückgekommen.

Ohne diese Unterstützung

wäre ich heute nicht da, wo

ich bin. Ich bin jawährend der Lehre

schon Formel 3und Formel Renault

gefahren, das war eine sehr intensive

Zeit.

Wassteht heuer - außer Bundesheer -

noch auf Ihrem Kalender?

Ich gehe für das Emil Frey Racing

Teaminder Blancpain GT-3-Seriean

den Start. Das sind zehn Rennen im

Jahr,aufgeteiltinfünfLangstreckenund

fünf Sprintrennen. Zudem kommentiere

ichimORF gemeinsam mit

Ernst „Hausi“ Hausleitner wieder einige

Formel-1-Grand-Prix.

Fotos: MathisFotografie

„30 Krapfen oder vomWesen der freien Marktwirtschaft“

könnte der Titel dieser absurden Geschichte

lauten, die ich Ihnen heute erzählen möchte.

Ich wollte der kleinen Dorfschule in Götzis/Berg,

die ich für eine ausgezeichnete Grundschule halte,

eine Freude bereiten: Faschingskrapfen zum Semesterausklang.

Meine Kinder gehen da gerne zur Schule.

Der Lehrkörper besteht aus engagierten Pädagogen,

aber nicht solchen, die stets neuen Konzepten

hinterherhecheln. Alles ruht auf einem soliden Fundament.

Ich veranschlagte 30 Krapfen. So eine Menge

muss man vorbestellen, dachte ich. Also ging ich

tags zuvor in den Laden - es handelte sich um eine

große Lebensmittelkette, deren Namen ich nicht

nenne - und gab meine Bestellung auf.„So einfach

geht das nicht“,sagte mir ein junger Verkäufer.„Wie

bitte?“ erwiderte ich höflich. Nun, sagte der Mann,

er habe hier täglich ein bestimmtes Kontingent an

frischen Faschingskrapfen, und da könne nicht einer

kommen und alle auf einmal wegkaufen. Er trage

auch Verantwortung für die übrigen Kunden, denn

die wollten auch noch Faschingskrapfen haben ...

Ich staunte nicht schlecht und entgegnete, dass ich

eben deshalb die Vorbestellung aufgebe, damit er

kalkulieren könne. Da müsse er zuerst telefonieren,

antwortete der Verkäufer und verschwand hinter einer

feuersicheren Tür.Lange kam er nicht,und ich

wollte schon gehen, als er mich vonhinten an der

Schulter festhielt.10Krapfen könne er mir garantieren,

die restlichen könne ich in anderen Filiale abholen.

„Sie möchten also,dass ich vonFiliale zu Filiale

karre, bis ich die Krapfen endlich beisammen

habe?“ Er zuckte mit der Schulter und sagte, dass er

noch einmal telefonieren wolle, verschwand wieder

hinter der feuersicheren Tür.Ich wartete. Mit stolzer

Miene kehrte er zurück. „Große Ausnahme! Sie können

die 30 Krapfen morgen in der Filiale soundso

abholen.“Ich bedankte mich und ließ ihn in dem

Gefühl zurück, etwas Großartiges im Sinne des

Marktwirtschaftlichen geleistet zu haben.

s’Magazin 9


GESELLSCHAFT



SilkePloner

Unternehmensberaterin

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

„Manhat Pläne, und dann kommt das Leben“, erklärt

mir SilkePloner (ab kommender Woche 30)

mit dem für sie so typischen, begeisterten Lachen.

Die gebürtige Höchsterin startete nach der Matura

im Gymnasium Riedenburg ihr Studium der Internationalen

Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck

und holte sich in Straßburgein Jahr Auslandserfahrung.

„Das war fantastisch, das Internationale ist

einfach meins.“Eigentlich wollte sie noch Wirtschafts-Ingenieurswesen

in der Schweiz studieren,

absolvierte davor aber ein Praktikum in einer Wiener

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.Und da kam

nun 2010 das Leben „dazwischen“: Aus dem Praktikum

wurde eine fünfjährige Fixanstellung. Und die

nächste spannende Aufgabe für das renommierte

Beratungsunternehmen „Pallas Capital Business

Development“,das u. a. einen Schwerpunkt auf Betriebsnachfolgen

und Finanzierung gelegt hat –sicherte

Silkes Verbleib in der Bundeshauptstadt.

„Die Klein- und Mittelunternehmen liegen mir besondersamHerzen,

schließlich sichern sie auch,

dass die Wertschöpfung im Land bleibt“,sodie empathische,

junge Beraterin.

Die Bundeshauptstadt

ist ihr sehr ans

Herz gewachsen, aber

Silkeschätzt es, neben

den privaten Besuchen

auch einige Dienstreisen

ins Ländle absolvieren

zu können.

Die Vorarlberger Kommunikationsberaterin

Carola Purtscher

(PR-Agentur Purtscher

Relations) lebt seit über 30

Jahren in Wien. Als Netzwerkerin

lädt sie regelmäßig zu

ihrer exklusiven „Tafelrunde“.

twitter.com/

CarolaPurtscher

Ihr Selfie: SilkePloner

unterwegs im Auto - und zwar

im Ländle!

Wahrer der

Tradition

So traditionell wie das Unternehmen seiner

Familie wirkt Claus Haberkorn auch

persönlich. Meist mit Lodenjacke und

kariertem Hemd gekleidet, setzt sich der

nunmehrige Privatier vor allem für karitative

und soziale Zwecke ein. Kein Wunder, dass er

auch das altehrwürdigste Gasthaus der

Landeshauptstadt,das Gösser, erwarb –aus

nostalgischen Gründen.

Wenn er von den Anfängen

der Firma

Haberkorn erzählt,

gerät Claus ins

Schwärmen: „Der

Urgroßvater war Seilermeister in Freistadt,

und mein Großvater musste als

jüngerer Sohn auf die Walz, die traditionelle

Wanderung der Handwerker.

Ich bin froh, dass er in Bregenz „hängen

geblieben ist“, so der Spross der

Unternehmerfamilie, mittlerweile

selbst schon dreifacher Großvater. Geboren

und aufgewachsen in Wien, wo

sein Vater eine Filiale aufbaute, wuchs

er nicht nur von klein auf in das Unternehmen

hinein, sondern nutzte auch

jede Chance, sein geliebtes Bregenz zu

besuchen. „In den Schulferien war ich

immer hier und ging mit Großvater

sonntags zum Frühschoppen ins Gösser;

für einen Pimpf wie mich sehr prägende

Erlebnisse“, erinnert sich der

65-Jährige, der nach Handelsakademie

und Militärdienst flugs ins Ländle

zurückkehrte und dort federführend im

mittlerweile größten technischen Zulieferbetrieb

Österreichs tätig war. Bis

ihn im September 2005 ein Nierenversagen

kurzfristig ins Koma und aus

10

s’Magazin


ORIGINALE

dem beruflichen Alltag warf. „Ich bin

nie schneller gefahren, als mein

Schutzengel fliegen kann“, scherzt er

heute über diesen Einschnitt. Sein

wahrer Schutzengel war aber wohl seine

zweite Gattin Monika, die ihm eine

Niere spendete –ein Ereignis, das sich

im kommenden Monat zum zehnten

Mal jährt und mit einer ausgedehnten

Reise gebührend gefeiert werden will.

Sponsoring und Nostalgie

Reisen ist eines der liebsten Hobbys

des Hobbygolfers („Turniere tu ich mir

aber keine an!“) Claus. Nachdem er

nach seinem Motto „A bisserl führen

geht nicht“ aus dem Aufsichtsrat von

Haberkorn ausschied, widmet er sich

seiner Stiftung und hilft zahlreichen

Organisationen und Vereinen. „Das

Netz für Kinder steht weit vorn, daneben

unterstütze ich das Fußball-Nachwuchsteam

meines Erstwohnsitzes

Hittisau, die Bregenzer Prinzengarde

und betreibe Kultursponsoring, etwa

für die Restaurierung einer von Franz

Liszt verwendeten Orgel“, so der rührige

Mäzen. Restauriert werden musste

auch das Gösser samt seinem traditionsreichen

(wieder einmal) Veranstaltungssaal.

„Manche warfen mir Porzellanintelligenz

vor –quasi nicht alle

Tassen im Schrank –, aber es war mir

ein Herzensanliegen, das urige Gasthaus

der Stadt zu erhalten; vor allem

wegen meiner Jugenderinnerungen.“

Diese sentimentale Anwandlung ließ

sich der begeisterte Hobbykoch immerhin

eine siebenstellige Summe kosten,

auch wenn er mit der Auslastung

noch nicht zufrieden ist. „Ich wollte

Bregenz etwas zurückgeben“, bereut

Claus diesen Schritt dennoch nicht.

Und seine nächsten Schritte? „Zu

Golfplätzen reisen und die Enkerln in

Wien besuchen –aber Achtung: versprechen

kann ich nicht, dass ich nicht

bald wieder eine ,blöde Idee‘ habe!“

Wir warten gespannt.

Raimund Jäger

Foto: Lisa Mathis

s’Magazin 11


VALENTINSTAG

Im Ländle

liegt Liebe

„Ein netter Brauch“

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Model Nicole Spitzhofer und Ricardo

beschenken sich auch unabhängig

vom Datum: „Der Valentinstag

ist ein netter Brauch. Dieses Jahr

werden wir den Valentinstag mit

unserem Jahrestag verbinden und

romantisch essen gehen. Meistens

bekomme ich Blumen von meinem

Freund, einmal gab es sogar ein graviertes

Pandora-Armband. Unserer

Meinung nach ist der Valentinstag

nicht nur für Verliebte, sondern für

alle Menschen, die sich gern haben

und das zeigen möchten.“

in der Luft!

Am 14. Februar wird Valentinstag gefeiert.

Auch in Vorarlberg wird der Tag der Liebenden

gerne mit Blumen und Aufmerksamkeiten

zelebriert - bei den einen mehr, bei den

anderen weniger. Ganz daran vorbei kommt

man kaum, das ist auch den Ländle-Promis

bewusst, die „Krone“-Redakteurin Sandra

Nemetschke verraten haben, wie sie den

Valentinstag verbringen. In Einem sind sie sich

einig: Es ist ein schöner Brauch, aber

Aufmerksamkeit sollte man sich nicht nur an

einem Tag in Jahr schenken!

„Kleine, persönliche Geschenke“

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Ex-Mister Vorarlberg David Böhler wird seine Freundin Martina

am Valentinstag überraschen: „Dieser Tag der Liebe erinnert

daran, seine Beziehung zu pflegen - gerade wenn man vielleicht

schon länger zusammen ist. Ich finde aber, dass man sich auch

unter dem Jahr beschenken kann. Teuer muss es am Valentinstag

nicht sein, lieber kleine, persönliche Geschenke, die von

Herzen kommen - Blumen dürfen natürlich nicht fehlen!“

12

s’Magazin


VALENTINSTAG

„Ein Tagder Liebe“

„Quality-Time für uns zwei“

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Model und Personaltrainer Ralph Moser und

Freundin Daniela brauchen keine teuren Geschenke:

„Wir nehmen uns Quality-Time für uns

zwei in Form eines Essens - oder legen einen

Wellnesstag ein. Es müssen nicht Unmengen an

Geld ausgegeben werden. Ein paar selbst geschriebene

Worte von Herzen reichen da schon.

Natürlich wird die Dame auch mit Blumen beschenkt,

aber der Mann sollte ebenfalls eine

Kleinigkeit vonseiner Liebsten bekommen.“

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Fatmir Zuberi (MOVE4STYLE) und

seine Frau Michaela vergessen den

Valentinstag bestimmt nicht: „Für

uns ein Tag der Liebe - und für

Frischverliebte die Möglichkeit, sich

darin zu bestärken. Da meine Frau

Blumen liebt, bekommt sie diese

natürlich auch, aber nicht nur zum

Valentinstag. Vielleicht gibt’s auch

etwas Funkelndes, mehr wird aber

nicht verraten!“ Michaela wirdihren

Liebsten mit einem feinen Frühstück

am Valentinsmorgen verwöhnen.

Fotos: Fotolia, HolzknechtPhotography, Ender,

Böhler,Moser,Spitzhofer

„Valentinstag ist nicht unser Ding!“

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Im Hause von Mentalcoach Nadine Dunst-Ender und ihrem

Mann Randy hat der Valentinstag keine große Bedeutung: „Uns

ist es wichtiger, dass wir uns im Alltag mit Wertschätzung und

Liebe begegnen. Da braucht es keinen speziellen Tagdafür. Der

Valentinstag ist nicht unser Ding“, outet sich das Paar als Valentinstags-Muffel.

„Ein Blümchen für Nadine und einen Drink

gibt’saber trotzdem“, ergänzt Randy ganz gentlemanlike.

s’Magazin 13


GESUNDER LIFESTYLE

Mit Poer, Energie

und Motiation!

Ex-Miss Vorarlberg Nina Keck ist ein Vorbild in Sachen gesunder

Lifestyle. Ihre Begeisterung für Fitness und Ernährung war immer

schon da, wurde in den letzten Jahren aber immer stärker - bis sie sich

entschied, ihren Hunger nach „mehr“ zu stillen!

Nina Keck wirkt auf den

ersten Blick zart, feingliedrig

- aber der

Schein trügt. Auf der

Trainingsmatte lässt sie

ihre Muskeln ganz schön spielen. Diszipliniert

und fokussiert wird jede Bewegung

ihrer Trainingseinheit perfekt

ausgeführt - und das mehrmals die

Woche. „Mein Freund schüttelt

manchmal den Kopf, weil ich schon

wieder am Trainieren bin“, lacht die

hübsche Brünette. In ihrem Heim in

Höchst hatsie sich sogar einen eigenen

Fitnessraum geschaffen, indem sich

die Faszienrolle neben die Gewichte

reiht. „Ich habe einen Ausgleich zu

meinem Bürojob gesucht und ihn im

Sport gefunden. Angefangen habe ich

langsam, aber es wurde immer mehr.“

Ihre Leidenschaft dafür brachte sie sogar

soweit, die B-Lizenz als Fitnesstrainerin

zu absolvieren. Ihr Hunger in

Sachen gesunder Lifestyle ist aber

noch lange nicht gestillt. „Da bei der

Fitness Sport nur 30 Prozent ausmacht

und Ernährung 70, war auch

mein Interesse für eine Ausbildung als

Ernährungstrainerinschnell geweckt.“

VerschiedeneVorlieben

Der Fitness-Hype ist derzeit in aller

Munde,und neue Trainingsmethoden,

Diäten und Lebensmittel wie etwa Superfoods

wollen Sportmuffel inHulk-

Typen verwandeln. AlsFitnessfreak ist

Nina natürlich stets neugierig und liebt

beispielsweise die trendigen Power-

Bowls. Fast wie gemalt und gar zu

schade, umgegessen zuwerden, präsentiert

sie ihre Kreationen aus allerhand

gesunden Zutaten auf Facebook

oder Instagram. Dennochrät sie, nicht

bei jedem Trend blind mitzumachen:

„Das Rad kann nicht neu erfunden

werden. Der positive Aspekt ist abersicher

die große Vielfalt an Trainingsmöglichkeitenund

Lebensmitteln. Damit

können unterschiedlichste Vorliebenabgedecktwerden.“

Keine Ausreden mehr!

Sich wohl in seiner Haut zu fühlen

und ausgeglichener zu sein hat die 28-

Jährige von Anfang anmotiviert, am

Ball zu bleiben. Nun möchte sie auch

anderen Sportbegeisterten unterstützend

zur Seite stehen: „Ziele helfen

durchzuhalten - und mit positiven Ergebnissen

lernt man das gesunde Leben

lieben.“ Dank ihrer Ausbildungen

kann sie heute ihr erarbeitetes Wissen

auch weitergeben und gibt Tipps auf

ihren Social-Media-Kanälen: „Da ich

für Sport und Ernährung brenne, will

ich meine Power,Energieund Motivation

auch teilen!“ Nina hat eine Trainingspartnerin,

die auch schon davon

profitiert. „Ohne mich hätte sie wahrscheinlich

schon das eine oder andere

Workout ausgelassen.“Also reinindie

Trainingsklamotten, denn mit Nina

gibteskeine Ausreden mehr!

Sandra Nemetschke

Ideen für

sogenannte

Power-Bowls oder

anderegesunde

Gerichte teilt Nina

auf sozialen

Netzwerken mit

ihren Followern.

14

s’Magazin


GESUNDER LIFESTYLE

Mit Übungen wie

Ausfallschritt (u.), Plank mit

Beinheben (oben) und der

Standwaage (li.) trainiert

Nina Keck regelmäßig.

Durch ihre

Begeisterung

für Bewegung

und gesunde

Ernährung will

Nina Keck auch

andere

Menschen auf

den Geschmack

bringen.

Fotos: Mathis Fotografie

s’Magazin 15


DieBasilika in Rankweil um 1950

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Wohl eines der prägnantesten

Gebäude des Ländles ist

die Basilika in Rankweil, welche

auf dem Liebfrauenberg

imposant über dem Rheintal

thront. Der Charakter einer

Festung kommt nicht von ungefähr,

ging die Basilika doch

aus einer alten Wehrkirche

hervor. Diese wurde ab 1470

sukzessive umgebaut und erweitert.

Inden Jahren 1657

und 1658 wurde etwa die Loretokapelle

errichtet.Inderen

Zentrum steht das Gnadenbild,

eine Schnitzerei des Bildhauers

Johannes Rueland,

welche Maria mit dem Kinde

zeigt.

Sagenumwoben ist auch der

Fridolin-Stein in der gleichnamigen

Kapelle: Der Legende

nach soll der hl. Fridolin so

sehr ins Gebet versunken gewesen

sein, dass sich die Abdrückeseiner

Knie mit der Zeit

auf dem Quarzmarmorboden

abgebildet haben. Dass der

Stein ziemlich abgewetzt ist,

hat aber auch einen profanen

Grund: Über Jahrhunderte haben

dort unzählige Gläubige

16

s’Magazin


MUNDART















nach Vorbild des hl. Fridolin

kniend ihr Gebet verrichtet.

Haben Sie auch historische Fotoschätze

zuhause, dann schicken

Sie sie uns per E-Mail an vorarlberg@kronenzeitung.at.

Die besten

Bilder werden veröffentlicht.

Foto: Sammlung Risch-Lau,Vorarlberger Landesbibliothek


güüda

Zeitwort

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Das Verb güüda hat seine Wurzel im hochdeutschen

Wort vergeuden,dessen Vorsilbe im Alemannischen abgestoßen

wurde. Während das hochdeutsche Pendant in

aller Regel ein Objekt verlangt,welches vergeudet wird

(zum Beispiel Wasser vergeuden), kann güüda im Dialekt

auch alleinstehend verwendet werden und bedeutet

dann etwas genereller: verschwenderisch handeln („Ma

tuat ned güüda!“). Ein Mensch, der solches entgegen

alemannischen Gepflogenheiten dennoch

tut,handelt sich den berechtigten

Vorwurf ein, güüdig zu sein. In sparsameren

Jahrhunderten als unseremkam

der Ruf einer unverheirateten

Frau, a Güüdige zu sein,

meist lebenslanger Ehelosigkeit

gleich, da sie dem traditionellen

Voradelberger Haushalt als unvermittelbar

galt.Der Güüde oder Güüder

andererseits, sprich: der männliche

„Obacht,Buab -

es ischta

güüdige!“

Vergeuder,hatte derlei Schicksal ungerechterweise weniger

zu fürchten, da ihm der übermäßige Verbrauch von

Ressourcen nicht als Verschwendung,sondern als

Reichtum ausgelegt wurde und ihn dadurch eher noch

aus der Masse hervorhob. Heutzutage, da geschätzte

zwanzig Prozent aller genießbaren Lebensmittelunverzehrt

in der Mülltonne landen, schwindet die Klage über

die Unsitte des Güüdens mit jedem Jahr weiter,und nur

in wenigen Familien wirdder uralte Brauch des Loabate-

Essens - also des Wiederaufwärmensvon bereits gekochten,

aber übriggebliebenen Speisen am folgenden

Tag - überhaupt noch hochgehalten und praktiziert.

s’Magazin 17


KRAPFENTEST

Wettstreit derGiganten

Wenn am 1. März der Aschermittwoch die Fastenzeit

einläutet, wird auch wieder versucht, das kalorische

Sündenregister so kurz wie möglich zu halten. Darum

ist es nur sinnvoll, sich bis dahin reichlich Süßes,

Fettiges und generell als ungesund Geltendes

zuzuführen. Wann, wenn nicht jetzt? Und was, wenn

nicht Krapfen? Die „Krone-Redaktion“ hat sich

entschlossen, die besten Krapfen des Landes zu testen

- ein harter Wettkampf der Zuckergiganten.

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Der Gehaltvolle (Bäckerei Alber,Hittisau)

•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Schon vorJahrhunderten haben Mönche den Genuss vonKrapfen wärmstens

empfohlen. Schließlich sollte man in der Fastenzeit ein wenig Energie

gespeichert haben. Kein Geheimnis ist,dass Geistliche

auch ein Näheverhältnis zu Hochprozentigem

pflegen. Da drängt sich der Alber‘sche

Krapfen nahezu auf: Die deutliche

Rum-Note in der

Marmeladefüllung harmoniert

aufsKöstlichste mit der

zuckrigen Hülle. Der ideale

Mönchskrapfen also. Aber

keine Hemmungen, auch

vomGlauben Abgefallene

dürfen zubeißen!

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

••••••••••••••••••••••••

18

s’Magazin


KRAPFENTEST

••••••••••••••••••••

Der Fruchtige (Bäckerei Schertler,Feldkirch)

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Waswäreein Krapfen ohne Fülle? Richtig,ein

trauriger Ballen Teig bar jeden Geheimnisses. Nicht

so der Schertler-Krapfen: Außen fast schon

knusprig,trägt er eine geballte Ladung Frucht in

sich: ein Marillenaroma, das die gesamte Wachau

mit Neid erfüllen müsste –käme sie in den Genuss

dieses „Kraphos“,wie man früher zu sagen pflegte.

Der Ungewöhnliche

(Bäckerei Lampert,Götzis)

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Die Ursprünge des Krapfens lassen

sich nicht eindeutig festmachen.

Scheinbar ist das Schmalzgebäck ein

derart essentiellerBestandteil der

guten Küche, dass sowohl Griechen als

auch Römer bereits Krapfenvorläufer

auf ihren Speise- oder Opferzetteln

stehen hatten. Vielleicht ist es eine

Hommage an die südeuropäische

Küche vondamals, die dem

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Lampert-Krapfen einen Hauch Zitrone

verleiht.Ein ungewöhnliches, aber

keineswegs unerfreuliches

Geschmackserlebnis!

Der Großgewachsene (Bäckerei Künz,Andelsbuch)

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Rund zehn Millionen Krapfen sollen beim Wiener

Kongress von1814 gegessen worden sein. Nicht gerade

eine Kleinigkeit.Doch erstens hatten die Herren

Staatsvertreter gleich mehrereMonate Zeit dafür,

zweitens waren es sicher keine Künz-Krapfen, die die

„Krappffenpacherrinnen“zuWien aus ihren heißen

Schmalztöpfen gefischt haben. Das Künz-Gebäck

beeindruckt nämlich nicht zuletzt durch seinen Umfang.

Eine kulinarisch-süße Wunderwaffe, die den

historischen Kriegskongress sicherlich im Nu in

friedlichen Kaffeeplausch verwandelt hätte.

Der Schönling (Bäckerei Fuchs, Bludenz)

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Ein rundes schönes Ding! Sein blasser Teint

lässt Krapfen-Konkurrenten schnell

überbacken aussehen, und die

Ebenmäßigkeit seines Antlitzes verführt

zum Kauf –obman nun Krapfen-Fan ist oder

nicht.InnereWerte zählen? Ja, aber sicher,

denkt sich der Fuchs-Krapfen gelassen und

sticht in der Vitrine weiterhin seine

Mitstreiter aus.

Der Himmlische (Bäckerei Vonder Thannen, Bregenz)

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Ein Krapfen wie aus dem Bilderbuch: Gaumenverführung pur

durch das luftig-leichte Teigkleid mit klassischem Marillenkern.

WarenKrapfen ursprünglich als Backwaren für Festtage

bestimmt,verwandelt ein Von-der-Thannen-Krapfen auch jeden

gemeinen Wochentag in ein Fest.Ein Produkt,das auch die

Köchin Cäcilie Krapf –ihres Zeichens Erfindern der runden

Krapfen, die damals neckisch „Cilly-Kugeln“genannt wurden,

sicherlich mit Stolz erfüllt hätte.

Fotos: Dietmar Mathis, Fotolia

s’Magazin 19


EVENTS

Foto: Musikladen

Foto: Kammgarn

Zündschnur &Bänd

Mit ihrem Jubiläumsprogramm begeben

sich „Zündschnur &Bänd“ mit Ulli

Troy (Gesang, Gitarre), Rolf Aberer (E-

Bass, Akkordeon), Evelyn Fink-Mennel

(Gesang,Violine), Isabella Fink (Gesang,

Cello), Michael Moosbrugger (Gesang,

Gitarre) und Irma-Maria Troy (Gesang,

Konzertmit Rudi Rotta

in der KammgarninHard

Rudy Rotta ist ein Musiker, den man so schnell nicht

mehr vergisst,wenn man ihn einmal livegesehen und gehört

hat. Der gebürtige Italiener hat den Blues nicht nur

im Blut,erhat ihn auch ganz tief in seiner Seele. Rudy Rot-

Violine) auf eine musikalische Reise

durch 40 Jahre Wälder Mundartmusik

und gastieren am Freitag,dem 17.Februar,um20Uhr

imVereinshaussaal in Götzis

und am Samstag, dem 18. Februar,

um 20 Uhr im Gemeindesaal in Schwarzach.

Tickets: Musikladen Kartenbüros

ta gehört zu den

absoluten Top-

Acts der europäischen

Blueskünstler.

Zuhören

am Freitag,

dem 17. Februar,

um 20.30 Uhr in

der Kammgarn in

Hard.

www.kammgarn.at

Tickets:

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••


„Neuaufnahme“

Konzertmit

N. Schneider am

Spielboden

Sein jüngstes Album

„Neuaufnahme“ präsentiert

Norbert Schneider mit

seiner Band am Samstag,

dem 18. Februar (20.30

Uhr), am Spielboden in

Dornbirn. Das Konzert ist

nicht nur ein Leckerbissen

für Fans

von Norbert

Schneider

und Georg

Danzer,

sondern

für

alle Musikbegeisterten.

Foto: Spielboden

„Die Bibel on Tour“: Kabarett

mit dem Feinripp-Ensemble

Wenn man das Wort Gottes zwischen zwei Buchdeckel

pressen kann, dann kann man dasWerk auch auf eineTheaterbühne

bringen. Davon sind zumindest die drei SchauspielerThomas

Gassner,Markus Oberrauch und Bernhard

Wolf überzeugt.Zusehen am Freitag,dem 17.Februar,um

20 Uhr am Spielboden in Dornbirn. Tickets: spielboden.at

Foto: Spielboden

•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Impressum

Medieninhaber: KRONE-Verlag GmbH &Co. KG .Herausgeber und Chefredakteur: Dr.Christoph Dichand

Verleger: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH &CoKG, Alle: 1190 Wien, Muthgasse 2

Redaktionsleitung: EmanuelWalser, Redaktion: Harald Küng, Sandra Nemetschke, Angelika Drnek, Sekretariat: Nicole Kinzel, Quellenstr.16, 6900 Bregenz, Tel. 057060-59300

vorarlberg@kronenzeitung.at, emanuel.walser@kronenzeitung.at, harald.kueng@kronenzeitung.at, sandra.nemetschke@kronenzeitung.at, angelika.drnek@kronenzeitung.at

Herstellung:Druckzentrum Salzburg Betriebsges. m. b. H. ,5020 Salzburg; Offenlegung gem. §25 MedienG online unter www.krone.at/krone-offenlegung

20

s’Magazin


KULINARIK

Bierkipferl

Zubereitung:

1 Alle trockenen Zutaten in einer Rührschüssel

mischen.Öl,Wasser und Bier zugeben und

zu einemglattenTeig verkneten. Eventuell

mehr Bier oder Mehl zugeben, der Teig soll

nicht klebrig sein.

2 Teig in der Schüsselmit Frischhaltefolie

abgedeckt mindestens 1Stunde, besser 2

Stundengehenlassen.

3 DenTeig zu 2gleich großen Kugeln formen.

Jede Kugel circa 0,5 cm dickrund ausrollen und

in je 8Dreieckeschneiden. DieTeig-Dreiecke

vonder kurzen Kante her aufrollen und zu Kipferln

biegen.

4 Die Kipferln auf zwei mit Backpapier ausgelegte

Blechelegen und weitere30Minuten

abgedeckt gehen lassen.

5 Backrohr auf 200° Ober-/Unterhitzevorheizen

und eine kleineSchale mitWasser ins

Backrohr stellen.

6 Die Kipferln mitWasserbepinseln und mit

der Salz-Gewürz-Mischungbestreuen.Die

beiden Bleche nacheinander circa 15-18

Minutenbacken.

Zutaten für 16 Kipferln:

200 gWeizenmehl

300 g Roggenmehl

1Pckg.Trockenhefe

8gSauerteigpulver (z.B.von Alnatura)

2ElZucker

1ElSalz

2ElBrotgewürz

2ElBockshornklee (muss nicht unbedingt

sein)

3ElSonnenblumenkerne

2ElRapsöl

100 ml warmesWasser

200 ml Bier

je 1ElSalzflocken und Brotgewürz zum

Bestreuen

Fotos: Mathis Fotografie, Nadin Hiebler (2)


Selbst gemachtes Brot

schmeckt tausendmal besser

als jenes aus dem Supermarkt- und

ist keine Hexerei!

Noch mehr

schmackhafte Rezepte

findet man auf Nadines

Foodblog.

Ich möchte gerneeinmalinder Woche Brotbacken.Das gelingt

mir nicht immer,aber ich bemühemich. Schon alleinwegen des

Dufts, der durch die Wohnung zieht. Aber natürlich auch weil

ich dann weiß, was drin ist. Auf polnische Teiglinge aus dem

Supermarkt kann ich nämlich gut verzichten. Brotbacken ist

wirklich keine Hexerei, und selbst gebackenes Brot schmeckt einfach

hervorragend. Ich mag Brot gern kräftig gewürzt, amliebsten mit

Koriander,Kümmel, Fenchel, Brotklee undeinerkräftigenPrise Salz.

Würziges Brot - und fertigist die herzhafte Brotzeit.

www.diegluecklichmacherei.com

s’Magazin


WAS WURDE EIGENTLICH AUS ...

...Arno Hirschbühl?

Fast 20 Jahre lang hatte der Riefensberger Arno Hirschbühl quasi

einen Stammplatz in den Siegerlisten des Behinderten-Skirennsports.

Insgesamt holte der jetzt 49-Jährige 17 Medaillen bei den

Großereignissen Paralympics und Weltmeisterschaften. Heute ist

Hirschbühl der größte Fan seines Neffen Christian.

1996: Arno Hirschbühl als

Slalomartist beim

Saisonauftakt im Pitztal.

reichische Hymne gespielt wird. Diese

Momente werde ich nie vergessen“,

kommt der Riefensberger noch heute

ins Schwärmen. Dem Olympiasieg

folgten vier Weltmeistertitel, dazu etliche

Podestplätze. Hirschbühl verkörperte

die absolute Weltspitze, bis

ihn 2005 eine Verletzung jäh stoppte:

Im Zielauslauf einer Abfahrt kam er

zu Sturz und zog sich eineHüftluxation

zu. Die Erinnerung lässt ihn noch

heute erschauern: „Ich hatte unglaubliche

Schmerzen. Ichriefnach meiner

Frau und meinen Kindern, ich wollte

sie vor dem Sterben noch einmal sehen!“

So schlimm kam es Gott sei

Dank dann nicht, doch um seine Skikarriere

war es geschehen.

Dem Sport ist der Riefensberger,

der seit 35 Jahreninder Tischlerei seines

Bruders Dietmar arbeitet, freilich

immer noch verbunden: Er ist ein ausgezeichneter

Golfer (Handicap 10),

zudem war er unter anderem auch

Trainer seines Neffen Christian

Hirschbühl, der mittlerweile ein gestandener

Weltcupläufer ist und dieser

Tage bei der WM in St. Moritz zum

Einsatz kommen wird. Arno Hirschbühl

wird ihm die Daumen drücken:

„Ich bin sein größterFan!“ E. Faisst

Von Geburt an leidet Arno

Hirschbühl an einer

diagonalen Lähmung.

„Vor allem in der Schulzeithatte

ich es nichtimmer

einfach, bei Auseinandersetzungen

wurde ich oft als Krüppel bezeichnet“,

erinnert er sich ungern an seine

Kindheitstage zurück. Trotz seines

Handicaps zeigte sich früh sein enormes

Skitalent - im Wäldercup matchte

er sich etwa mit späteren Größen

wie Patrick Wirthoder Christian Greber.

Mit20Jahrentraferauf den „Mr.

Versehrtensport“SeppWirth, der ihn

dazu animierte, bei den Behinderten

mitzufahren.

Hirschbühls erste große Stunde

schlug bei den Paralympics 1994 in

Lillehammer.Eingestuft in die Klasse

LW 9(Behinderung an einer Hand

und einem Fuß), holte er sich Goldim

Slalom, dazu Silber imSuper-G und

Bronze in der Abfahrt. „Es ist ein unbeschreibliches

Gefühl, wenn du auf

dem Siegespodest stehst unddie öster-

2017: Dieser Tage wirdArno

Hirschbühl seinem Neffen

Christian die Daumen drücken.

Fotos: Arno Hirschbühl

22

s’Magazin


Gute Energie von der „Krone“:

Grüner Str m

Jetzt wechseln!

Günstig: Bis zu 220 Euro im Jahr sparen!

Im Vergleich mit regionalen Strom-Anbietern im 1. Vertragsjahr.

Quelle: E-Control, Stand Jänner 2017, bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch

von 3.500 Kilowatts tunden (entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch eines

österreichischen Haushalts).

Gratis: 5 Energie-Monate * geschenkt!

Wechseln Sie jetzt online – und wir schenken Ihnen

die Energiekosten für ganze 5 Monate.

* E inmaliger Neukundenbonus bei 12-monatiger Mindestvertragslaufzeit auf Krone Strom.

5 Gratis-Monate entsprechen 41,67% Rabatt auf den Energiepreis (Arbeitspreis 5,99 ct/kWh

inkl. Ust und Grundgebühr € 18,–/Jahr inkl. Ust) für den Verbrauch im 1. Vertragsjahr.

Gültig bis auf Widerruf. Anteilige Verrechnung bei vorzeitigem Vertragsende.

Ganz einfach wechseln!

Wechseln Sie in nur 3 Schritten und wir erledigen

den Rest für Sie. Inklusive Abmeldung bei

Ihrem bisherigen Stromanbieter.

krone.at/strom

Tel. 05 05 75-575

(Ortstarif, Mo–Fr 08:00–20:00 Uhr)

Keine

Grundgebühr!

Für Abonnenten,

über die gesamte

Vertragslaufzeit.

Energiequellen 1.1. – 31.12.2015

Wasserkraft 73,62 %

Windenergie 19,45 %

Biomasse fest/flüssig 3,30 %

Sonnenenergie 2,64 %

Sonstige Ökoenergie 0,99 %

Erneuerbare Energie 100,00 %

Angebot gültig bis 30. Juni 2017

Stromkennzeichnung gem. §78 (1) und (2) ElWOG 2010 und

Stromkennzeichnungs-VO 2011 im Zeitraum 1.1. – 31.12.2015.

Durch den vorliegenden Versorgermix fallen weder CO 2 -

Emissionen noch radioaktive Abfälle an. 100 % der Herkunftsnachweise

aus Österreich. Lieferant: oekostrom GmbH

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine