Aufrufe
vor 1 Jahr

11.02.2017 Lindauer Bürgerzeitung

11.02.2017 Lindauer

LINDAUER Bürgerzeitung mit Amtsblatt der Stadt Lindau (B) 11. Februar 2017 · Ausgabe KW 06/17 · an alle Haushalte ANSICHTEN Gabriele Bänziger, Diplomierte Legasthenietrainerin EÖDL Bei ca. zehn Prozent aller Kinder tritt während der ersten Grundschuljahre eine Lese- (Rechtschreib-) Störung auf. Dabei ist gute Lesefähigkeit die wichtigste Voraussetzung für den Schulerfolg in allen Fächern der Grundschule und in allen weiterführenden Schulen. Je früher eine Lesestörung erkannt wird und ein erfolgreiches Training beginnen kann, desto weniger Probleme bekommen die Kinder im Schulalltag. Lernunlust, Misserfolge, Verhaltensstörungen und psychosomatische Erscheinungen (Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen u.a.), die auf einer Lesestörung beruhen, lassen sich abbauen oder vermeiden. Diese angeborene Schwäche lässt sich völlig beheben. Es gibt erfolgsbewährte Wege. Mehr zum Thema „Hilfe bei schlechten Noten und Lernproblemen“ finden Sie auf Seite 7. Erscheinungstermine Ihre nächsten BZ erscheinen Samstag, 25.02.2017 Samstag, 11.03.2017 Wissenswertes Die Fasnacht nähert sich dem Höhepunkt S. 21 Einkaufen Gutes aus zweiter Hand Aktionstag des Rotkreuzladens, alles für 1,50 € S. 5 Wissenswertes Nachhilfe und Training Unterstützung bei schlechten Noten im Neugnis S. 7 „Wir pflanzen alle Bäume möglichst schnell nach“ Öffentliche Baumaßnahmen verringern Baumbestand in Lindau nicht Am Montag, 13. Februar, beginnen die Baumfällarbeiten für den Bau der Thierschbrücke. 40 Bäume müssen hier weichen. „Sie alle werden nachgepflanzt“, verspricht Meinrad Gfall, Leiter der Stadtgärtnerei und stellvertretender Leiter der Garten- und Tiefbaubetriebe der Stadt Lindau (GTL). Diese Zahl ist beeindruckend: Ungefähr 25.000 Bäume stehen in Lindau auf öffentlichen Flächen. Statistisch gesehen also circa ein Baum für jeden Lindauer. Eine beachtliche Zahl. In diesem Jahr werden 61 Bäume den Bauarbeiten im Eichwaldbad und an der Thierschbrücke zum Opfer fallen. Außerdem muss Gfall ungefähr 40 Bäume im Jahr 2017 aus baumpflegerischen Erwägungen heraus fällen. Dem stehen mehr als 80 Neupflanzungen bereits in diesem Jahr gegenüber. „Natürlich können wir die Bäume an der Thierschbrücke erst ersetzen, wenn der Bau abgeschlossen wird, ebenso im Eichwaldbad. Aber ersetzt werden sie“, so Gfall. Baum ist nicht gleich Baum. An der Thierschbrücke sind von den 40 betroffenen Bäumen nur ungefähr zehn stadtbildprägend. Rund 30 sind in einem weniger guten Zustand. Sie hätten in den kommenden Jahren ohnehin gefällt werden müssen. Denn Standorte an Straßen oder auf asphaltierten Parkplatzflächen sind für Bäume kein gutes Pflaster. Den Vorwurf, er und die Stadtverwaltung würden die Motorsäge leichtfertig ansetzen, weist Gfall zurück. „Wir kämpfen um jeden Baum“, sagt er. Als Beispiel nennt er neun Eichen auf dem Gelände des Eichwaldbades, die allesamt umgepflanzt werden. Damit müssen dort lediglich 21 der ungefähr 415 Bäume fallen. An der Thierschbrücke kam Zwei Bäume wurden von der Thierschbrücke an den Giebelbach umgepflanzt. jener Architektenentwurf zum Zug, der deutlich weniger Baumfällungen notwendig machte, als der technisch favorisierte Siegerentwurf. Drei Bäume und einen Großstrauch hat das Personal der Stadtgärtnerei von der Thierschbrücke weg umgepflanzt. Die Bäume haben ein neues Zuhause am Giebelbach gefunden, der Strauch in der Nähe des Kreisels auf der Insel. „Natürlich stehen einige Lindauer unter dem Eindruck der Fällungen in den vergangenen Jahren“, sagt Gfall. Vor allem der Bau der Unterführung am Langenweg habe Befürchtungen geweckt, die Stadt werde ihr grünes Gesicht verlieren. Diese Gefahr sieht Gfall nicht. Er verweist auf die Neupflanzungen an der Kolpingstraße und der Bregenzer Straße, sowie hinunter Richtung Insel links und rechts des neuen Langenwegs. „Dies ergibt eine vollkommen begrünte Zufahrt zur Insel“, blickt er voraus. Er weiß auch, dass dies momentan anders wirkt. „Natürlich sind große Bäume nicht eins-zu-eins in der Qualität durch junge Bäume ersetzbar“, sagt Gfall. Andererseits ist Lindaus Baumbestand zum Teil überaltert, ein schrittweiser Generationswechsel dringend not wend ig. Doch Wachstum, da sind sich Bäume und Menschen ähnlich, braucht Zeit. Als Beispiel nennt Gfall die Lindenallee am Lindenhofpark. Was heute an lichten Sommertagen wirkt wie eine Laub gewordene, gotische Kathedrale, begann als junge Baumreihe. Die jetzt vorhandene Schönheit birgt gleichzeitig die größte Gefahr. Denn die Bäume sind alle gleich alt, haben ungefähr die gleiche Lebensdauer. Keiner der Bäume ist durch eine Nachpflanzung ersetzbar, ohne dass die Allee von ihrer Wirkung verliert. Wie also mit dem Generationswechsel umgehen? Noch haben Gfall und sein Team Zeit bei der Suche nach einer Lösung, doch irgendwann müssen sie eine Entscheidung fällen. Am Beispiel der Allee zeigt sich auch: Was von vielen Menschen als Natur in der Stadt wahrgenommen wird, ist eigentlich das Ergebnis von Gärtnerkunst. Sei es der Lindenhof- oder der Holdereggenpark, sie alle sind von Menschen geplant. Dies trifft auch auf den Eichenhain am Eichwaldbad zu. Vermutlich wurde der Hain angelegt, um Ersatzholz für die hölzerne Inseltorbrükke zu haben. Mittlerweile ist BZ Foto: pat der Standort für Eichen alles andere als optimal. „Durch die darunter parkenden Autos ist der Boden extrem verdichtet. Wir verzichten dort bereits seit Jahren auf Nachpflanzungen, weil nichts mehr gescheit wächst“, sagt Gfall. Dabei wirken, und dies gilt überall im Stadtgebiet, viele Bäume auf den betrachtenden Laien gesünder als sie es tatsächlich sind. Doch für die Baumpfleger unter der Leitung von Markus Steinbeißer stellt sich die Situation oft anders dar. Bei ihren regelmäßigen Kontrollen registrieren sie die Veränderungen am Baum. Vermuten sie, dass ein Baum krank ist, schauen sie sich den Patienten zusammen mit Betriebsmeister Jan Wragge der Stadtgärtnerei noch einmal an. Im Landschaftsschutzgebiet kommen auch Vertreter des Landratsamts mit dazu. „Sind wir uns dann immer noch unsicher, weil es sich um einen herausragenden Baum handelt, holen wir auch noch ein externes Gutachten ein“, erklärt Gfall. Viel Aufwand für einen einzelnen Baum? „Ja“, gibt Gfall zu, „aber jeder Baum ist es uns wert.“ JW Essen und Trinken: BZ verlost Gutscheine „Cucina della Nonna“ gibt es auch in Lindau. Die Toskana zu Gast im Sünfzen S. 10 ▶ Valentinstag Blumengrüße im aktuellen Frühjahrstrend S. 17 ▶ EVLini-Gewinnspiel wird bis 19. Februar verlängert - Welche Preise auf Sie warten lesen sie in der BZ S. 19