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Berner Kulturagenda 2017 N° 6

2 Anzeiger Region Bern

2 Anzeiger Region Bern 16 koop 16. – 22. Februar 2017 ANGELO BRANDUARDI BERNER REDEN MIT PHILIPP TINGLER ZU GAST CEES NOOTEBOOM WESTLICHE WERTE 20. Februar 2017, 18:00 | Stadttheater Eintritt frei 17.02.17 • 20 Uhr • KKThun Letzte Tickets 18.02.17 • 20 Uhr • Kursaal Bern 02.03.17 • 20 Uhr • KKThun NEU 25.03.17 • 20 Uhr • Theater 11 Zürich Wer SIEUND Kultur hat, wirbt im SIEUND KULTURPOOL D J u b i l ä u m s k onzer onzer t zum zum 70. 70. Gebur Gebur t s t a g Letzte Tickets NEU Jubiläumskonzert zum 70. Geburtstag 05.06.17 • 19 Uhr • Kursaal-Arena Bern DAS NEUE PROGRAMM 24.03.17 • 20 Uhr • National Bern 25.03.17 • 20 Uhr • Musical Theater Basel 26.03.17 • 19 Uhr • Kongresshaus Zürich 06.04.17 • 20 Uhr • National Bern 15 YEARS OF BAGROCK! 25.10.17 • 20 Uhr • National Bern 26.10.17 • 20 Uhr • KKThun Vorverkauf: Ticketcorner, Coop City, Die Post, Manor und SBB-Billettschalter Alle Veranstaltungen und Tickets: www.dominoevent.ch LIVE-SHOW MIT ALLEN SUPERHITS DANCING QUEEN · WATERLOO · MAMMA MIA 23.01.18 • 20 Uhr • KKThun 24.01.18 • 20 Uhr • National Bern 25.01.18 • 20 Uhr • Lorzensaal Cham 30.01.18 • 20 Uhr • Volkshaus Zürich kulturpool.com Karten und weitere Informationen unter 031 329 52 52 www.konzerttheaterbern.ch Die exklusive Konzertreihe im Kultur-Casino Bern Samstag, 25. Februar 2017, 19.30 Uhr Sol Gabetta Violoncello Bertrand Chamayou Klavier Schumann: Stücke im Volkston Beethoven: Cellosonate Nr. 1 F-Dur Chopin: Cellosonate g-Moll bern.meisterzyklus.ch Die Klassik-Höhepunkte in Bern. PRÄSENTIERT VON VORVERKAUF Di – Fr 9 –12 Uhr: 031 994 49 22 Ihre Konzerte leben nicht nur von ihrer spontanen Musizierlust und der ebenso sinnlichen wie virtuosen Beherrschung ihres Instrumentes, sondern gleichzeitig auch von ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung: wie kaum eine andere Musikerin ihrer Generation versteht es Sol Gabetta, das Publikum zu begeistern. Nicht verpassen! Impressum Herausgeber: Verein Berner Kulturagenda Die Berner Kulturagenda ist ein unabhängiges Engagement des Vereins Berner Kulturagenda. Sie erscheint wöchentlich mit dem Anzeiger Region Bern in einer Gesamtauflage von 150 494 Ex. / verein@bka.ch Leitung Mitgliederbereich: Beat Glur, beat.glur@bka.ch Redaktion: redaktion@bka.ch Leitung: Sarah Sartorius (sas), sarah.sartorius@bka.ch Céline Graf (lin), celine.graf@bka.ch Katja Zellweger (kaz), katja.zellweger@bka.ch Praktikum: Lula Pergoletti (lup), lula.pergoletti@bka.ch Agendaeinträge: Nr. 8 bis am 22.2.2017 / Nr. 9 bis am 1.3.2017. Eingabe an die Datenbank der Berner Zeitung BZ: Auf www.bka.ch klicken Sie auf den Link «Veranstaltungen gratis hinzufügen». Bei technischen Problemen wenden Sie sich an Tel. 031 330 39 91 oder per E-Mail an veranstaltungen@hinweise.ch. Über die Aufnahme in die Berner Kulturagenda entscheidet die Redaktion der Berner Kulturagenda. Änderungen durch die Veranstalter vorbehalten. Verleger: Gemeindeverband Anzeiger Region Bern, Postfach 5113, 3001 Bern DIE MEISTERWERKE DER SAMMLUNG Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Ausgabe: Sibylle Heiniger, Jeans for Jesus, Milena Krstic, Stephan Ruch Layout: prepress@anzeigerbern.ch Druckvorstufe: prepress@anzeigerbern.ch Verlag/Inserate: Simon Grünig, simon.gruenig@bka.ch Adresse: Berner Kulturagenda, Grubenstrasse 1, Postfach 32, 3123 Belp, Telefon 031 310 15 00, Fax 031 310 15 05, Internet: www.bka.ch Nr. 8 erscheint am 1.3.17. Redaktionsschluss 15.2.17. Inserateschluss 22.2.2017. Nr. 9 erscheint am 8.3.17. Redaktionsschluss 22.2.17. Inserateschluss 1.3.2017. Abonnemente: Sie können die Mittwoch-Ausgabe des Anzeigers Region Bern inkl. BKA abonnieren: 3-Monats-Schnupperabo: CHF 25 1-Jahres-Abo: CHF 110 1-Jahres-Gönner-Abo: CHF 222 Bestellungen an: verlag@bka.ch, 031 310 15 00 Rechtlicher Hinweis: Redaktionelle Beiträge und Inserate, welche in der Berner Kulturagenda abgedruckt sind, dürfen von nicht autorisierten Dritten weder ganz noch teilweise kopiert, bearbeitet oder sonstwie verwendet werden. Insbesondere ist es untersagt, redaktionelle Beiträge und Inserate – auch in bearbeiteter Form – in Online-Dienste einzuspeisen. Die Berner Kulturagenda dankt der Stadt Bern für die finanzielle Unterstützung. 22.11.16 – 16.07.17 WWW.KUNSTMUSEUMBERN.CH 170126_BKA_Inserat_Meisterwerke_142x208mm.indd 1 26.01.2017 14:59:50

16. – 22. Februar 2017 Anzeiger Region Bern 17 3 In dein Gesicht Ein Porträt über die Autorin Stefanie Sargnagel besteht im besten Fall aus Zitaten von ihr selbst. Mit Facebook-Posts und Reportagen hat sich die Österreicherin nach oben geschrieben. Nun liest sie im Tojo der Reitschule. Ihren Aufstieg könnte man so beschreiben: Aus dem Prekariat auf den Autorinnenthron. Stefanie Sargnagel, geboren im Jahr 1986 als Stefanie Sprengnagel in Wien, hat früher im Callcenter gearbeitet, sich dort furchtbar gelangweilt und daraus resultierend über ihre Zustände zwischen Kater, Liebeskummer, Besuche beim Finanzamt und der allgemeinen Desillusion des Daseins geschrieben. Vorerst waren das Zweizeiler auf Facebook, oft mehrere pro Tag; irrwitzig und schrecklich realistisch kommentierte sie Aktualitäten. Im Dezember 2015 etwa schrieb sie: «die flüchtlinge im zug setzen sich weg, weil ich schon so stink.» Die Anschläge auf «Charlie Hebdo» kommentierte sie mit: «worüber lachen dschihadisten?» und «je suis mohamette». Mit ihren Büchern «Binge Living: Callcenter Monologe» (2013) und «Fitness» (2015) und ihren Veröffentlichungen im Onlinemagazin «Vice» wurde sie bekannt, dann schickte sie der «Bayerische Rundfunk» als Reporterin an den Wiener Opernball und an das Oktoberfest. Mit ihrer roten Baskenmütze und ihrer ausgefuchsten Beo bachtungsgabe schrieb sie sich in die Herzen der Aussenseiter und ist mittlerweile auch in der linken Intellektuellenszene ein Star. Letztes Jahr wurde sie an den Wettbewerb des Ingeborg-Bachmann-Preises eingeladen. «Übergriffig und respektlos» Gerne wird Sargnagel mit der amerikanischen Schauspielerin und Regisseurin Lena Dunham («Girls») gleichgesetzt. Die Österreicherin meinte dazu im Interview mit dem «Tages-Anzeiger»: «Oft werden wir nur aufgrund unseres Übergewichts verglichen. Was soll das? Wenn der Körperbau eines Kulturschaffenden vom Feuilleton thematisiert wird, ist das extrem übergriffig und respektlos. Welcher Mann muss sich so etwas bieten lassen?» Prolo-Braut mit System Stefanie Sargnagel ist die Robin Hood der Arbeiterklasse, eine Prolo- Braut mit System. Aus Grammatik etwa macht sie sich aus Prinzip nichts, für ihre Hasser verfasste sie folgende Facebookmeldung: «Ich glaub von allem, was man so an stalkern, humornazis und verbitterten, gehässigen leuten bekommt, die einen kontaktieren, wenn man öffentlicher wird, find ich die rechtschreib- und grammatikverbesserer am allerschlimmsten.» Im Sommer erscheint ihr neues Buch und ab Mai ist sie Stadtschreiberin von Klagenfurt. Eine ehrenwerte Aufgabe, zu der Sargnagel folgende Worte findet: «soll ich in klagenfurt zu tindern beginnen?» Milena Krstic Tojo Theater Reitschule, Bern So., 19.2., 19 Uhr www.tojo.ch Wir verlosen 2 × 2 Tickets: tickets@bka.ch TICKETS Kleine Unterschiede Für den deutsch-türkischen Komiker Kaya Yanar ist die Schweiz eine Fundgrube. Mit «Der Reiz der Schweiz» ist der Wahlschweizer auf Tournee durch seine neue Heimat. Schweizer sollen unverhohlen starren. Laut einem «Tages-Anzeiger»-Artikel irritiert das viele Expats. Die leicht gehässige Differenzierung gegenüber Deutschen ist üblich. Auch der Ethno- Comedian Kaya Yanar, auf Sat. 1 mit «Was guckst du?!» und der Kultfigur Ranjid bekannt geworden, lebt in der Schweiz. Dazu hat er eine schöne Szene beobachtet: «Wo krieg ich ein Ticket?» «Das heisst bei uns Billet.» «Gut, wo krieg ich das?» «Am Ticketautomat.» Yanar schrieb das Programm «Der Reiz der Schweiz» 2016, mit dem er nun auf zweiter Schweiztournee ist. Da rin beschäftigt ihn das Tempolimit 120 und das Prinzip der B-Post genauso wie der eigentümliche Sprach-Singsang. Auch Sportarten faszinieren ihn: «Fünf Frauen werfen Teekannen und putzen» (Curling) oder «Ein Typ haut mit einer Angel ein Ding weg und dann wedeln 20 Leute mit ’ner Pfanne. Es ist wie Fussball schauen, ohne den Ball zu sehen.» (Hornussen). Katja Zellweger KKThun. Fr., 17.2. und 2.3., 20 Uhr Kursaal, Bern. Sa., 18.2., 20 Uhr www.dominoevent.ch ZVG Kaya Yanar ist fasziniert von helvetischen Eigenheiten. Die Flegeljahre sind vorbei Älter, aber nicht leiser: Die Jazzwerkstatt feiert ihr 10-Jahr-Jubiläum mit Tarantel-Trompeten, klingenden Comics und ausgeklügelten Dudelsäcken. «Worüber lachen Dschihadisten?»: Stefanie Sargnagels Humor kennt keine Zensur. ZVG Seit zehn Jahren spürt die Jazzwerkstatt neue Tendenzen im Jazz auf und bietet aufstrebenden lokalen und internationalen Musikerinnen und Musikern eine Plattform. Oder, um es in den Worten des künstlerischen Leiters Benedikt Reising zu sagen: «Wir schütteln und klopfen den alten und ehrwürdigen Sack namens Jazz und gucken, was da alles raus fällt.» Im Editorial zur Jubiläumsausgabe des Festivals schreibt Reising weiter: «Der Knuddelbonus ist aufgebraucht.» Was nicht bedeutet, dass es musikalisch gesetzter zu und her geht. Das österreichische Trio Interzone um den Tempo-Trompeter Mario Rom etwa spielt wie von der Tarantel gestochen. Das ist Jazz, der auf der Schnellstrasse rast, mit Abbiegungen in die Disco, den Balkan und die Polka. Ausserdem stellt die Bieler Saxofonistin Hanna Marchand ihre Neo-Soul-Jazz- Band Kaana vor, und der Berner Niklaus Hürny vertont einen Comic von Andy Fischli. Den Festivalabschluss bildet das von Bee-flat präsentierte Konzert des amerikanischen Dudelsackspielers Matthew Welch und seinem Blar-chestra. Welch verbindet Gamelan-Melodien mit Neuer Musik und entlockt dem kurligen Instrument ungewohnte Töne. Sarah Sartorius Turnhalle im Progr, Bern Mi., 22. bis 26.2. www.jazzwerkstatt.ch Pegelstand Kolumne von Sibylle Heiniger Ein Nachbar fragte mich unlängst, warum ich so viel vor dem Computer sitze, ich sei doch Theaterschaffende. Die Frage amüsierte mich. Zumal damit ein Bild einhergeht, dass wir Kunstschaffenden immer in Proberäumen und Ateliers unserer Kunst frönen, uns darin verausgaben und dann an Premierenfeiern oder Vernissagen ein Cüpli zu viel gönnen. Es lebe die Bohemienne! Es lebe das romantische Bild der Künstlerin, des Künstlers und ihrer Musen! Die Realität: Ich sitze in der Tat viel zu viel vor dem Computer. Texte redigieren. Konzepte schreiben. Tonaufnahmen bearbeiten. Probepläne verfassen. Diese Tätigkeiten haben ja noch etwas Kreatives an sich. Aber auch das gehört – wie gerade die letzten Tage – dazu: Abrechnungen machen für die AHV, die Berufshaftpflicht, die Unfallversicherung und Einzahlungen für meine zweite Säule tätigen. Ich bin zwar freischaffend, was aber in der Schweiz nicht gleichzusetzen ist mit selbstständig. Freischaffend zu sein heisst auch, verschiedene Arbeitgeber zu haben, die für mich im besten Fall auch die Sozialleistungen übernehmen. Anfang Jahr habe ich dann einen Stapel Lohnausweise vor mir, nebst der Abrechnungsliste meiner Pensionskasse, die ich darauf kontrollieren muss, ob auch alle ihre Beiträge einbezahlt haben. In der Kulturstrategie der Stadt Bern ist ein Ziel klar definiert: «Die soziale Sicherheit der Kulturschaffenden ist verbessert.» Kultur Stadt Bern hat dazu schon ein Merkblatt mit den neu geltenden Massnahmen veröffentlicht. Gut so. Vielleicht beschert mir dies weniger Papierkram. Nun geht es ans Eingemachte, weg vom Computer: «Kreatives Engagement und die Eigeninitiative der Kunstschaffenden» fordert Alexander Tschäppät im Geleitwort der Kulturstrategie. Gerne. Und eine Priorität der Kulturstrategie sei die Verstärkung des Dialogs, der Kommunikation und der Transparenz. Deshalb: Kommen Sie am 20. Februar ins Kornhausforum zum Gespräch mit Alec von Graffenried, dem neuen obersten Kulturchef der Stadt Bern. Sibylle Heiniger ist Regisseurin, Produzentin und Vorstandsmitglied von ACT Bern, dem Berufsverband der freien Theaterschaffenden. Sie liebt die Aare (vor allem im Sommer) und gute Bücher (immer). Illustration: Rodja Galli, a259 Wir heissen Sibylle Heiniger herzlich willkommen als neue Kolumnistin! Sie ersetzt Alexandra von Arx. Ihr danken wir für die inspirierenden Texte, die sie seit 2014 für uns geschrieben hat.