Aufrufe
vor 1 Jahr

FI18_Magazin_05_RZ_02_NEU

Hans Peter Schneider

Hans Peter Schneider Geschäftsführer MESSE BREMEN & ÖVB-Arena Sabine Wedell Projektleiterin fish international 2

„BIS HEUTE SORGT DIE MESSE FÜR SELBSTBEWUSSTSEIN“ 30 JAHRE FISH INTERNATIONAL – DAS INTERNATIONALE VERANSTALTUNGSFLAGGSCHIFF DER MESSE BREMEN FEIERT EINEN STOLZEN GEBURTSTAG. WAS WAR, WAS IST, WAS KOMMT? EIN GESPRÄCH MIT DEM GESCHÄFTSFÜHRER HANS PETER SCHNEIDER. Die fish international gibt es seit 1988. Wie ist sie entstanden? Ihre Gründung verdankt die Fischmesse der schwersten Krise der deutschen Fischwirtschaft in jüngerer Zeit. 1987 hatte ein Fernsehbericht über Nematoden in Frischfisch die Verbraucher so verschreckt, dass manche Produzenten und Händler an den Rand des Ruins gerieten. Um der Branche auf die Füße zu helfen und sie für die inhaltliche Diskussion mit Kritikern zu wappnen, gründete der Bremer Fischhändler Peter Koch-Bodes die Fischfachmesse. Was hat seit den Anfängen Bestand, was hat sich verändert? Bis heute sorgt die Messe für Selbstbewusstsein: Wir sind der Branchentreffpunkt schlechthin in Deutschland, hier tauscht man sich aus und bildet sich fort. Und wie von jeher geht es um die Vorstellung von Produktneuheiten und neuen Dienstleistungen sowie die Anbahnung konkreter Geschäftsabschlüsse. Wir versuchen, noch aktiver in die Zukunft zu denken – wir besetzen Themen und sprechen über Probleme, für die es branchenübergreifende Lösungen zu finden gilt. Schon seit Längerem stellen wir zum Beispiel regelmäßig aktuelle Entwicklungen auf dem Sektor Rückverfolgbarkeit vor und beschäftigen uns mit Aspekten von Vermarktung und Technologie in der Aquakultur. Setzt die Messe auch im Jubiläumsjahr wieder neue Akzente? Ja – insofern wir ein Thema in den Fokus rücken, das nicht neu ist, aber ständig an Gewicht gewinnt. Die Lebenswirklichkeit ist heute eine andere als noch vor 30 Jahren. Zum Beispiel verlangt die Arbeitswelt von vielen Menschen Mobilität – mittags nach Hause zum Essen zu gehen, ist heute nicht mehr die Regel. Dadurch hat die Snack- und Convenience-Kultur Aufschwung genommen. Viele Fischhändler bemühen sich, ihr Geschäft durch gastronomische Angebote noch aufzuwerten. Und gerade auf dem Sektor „To go“ tut sich was, da ist noch viel mehr drin als Sushi – das wollen wir in die Messehallen holen. Welche Rolle spielt die Messe für die Branche? Wir haben international einen klar definierten, etablierten Platz. Wer mit der deutschen Fischwirtschaft ins Gespräch und ins Geschäft kommen will, und das ohne viel Umstand, der muss zu uns kommen. Nur hier treffen Aussteller – auch die aus aller Welt – auf eine solche Anzahl wesentlicher Entscheider in Deutschlands Handel, Fischproduktion und Verarbeitungstechnik. Das zieht: 2016 kamen 273 Austeller aus 21 Nationen und 11.732 Besucher aus 51 Ländern. Daneben machen auch weiche Faktoren die Messe aus: Für Besucher und Aussteller ist wie erwähnt sehr wichtig, dass sie hier Zeit für Gespräche haben und fürs Netzwerken. Zum dritten Mal veranstalten Sie parallel die GASTRO IVENT. Die Kombination hat sich bewährt? Die Messen befruchten einander sehr. Die GASTRO IVENT ist in der Szene im Nordwesten bereits gut verankert und eine ideale Ergänzung auch für die Klientel der Fischmesse. Wie ja schon erwähnt, will der Fischhandel sein gastronomisches Angebot ausbauen und findet dafür auf der Gastromesse spannende Impulse. Anders als die fish international ist die GASTRO IVENT natürlich noch eine junge Pflanze, hat aber schon einen echten Wachstumsschub erlebt: durch die Kombination mit der Hausmesse der Fleischer-Einkauf AG. Wir sehen uns in Bremen! Ihr Hans Peter Schneider 3

Fish in focus - Germany's fish fair