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DIES SOLLTEN SIE ZUR

DIES SOLLTEN SIE ZUR NEUEN EMFV UNBEDINGT WISSEN ➜ Fortsetzung von Seite 1 Davor müssen Sie Implantatträger schützen Bei aktiven medizinischen Geräten und Implantaten besteht die Gefahr, dass deren Elektronik und damit deren Funktionieren durch elektromagnetische Felder gestört wird. Dazu gehören z. B. n Herzschrittmacher, die stetig oder bei Bedarf Impulse erzeugen, welche die Eigensteuerung des Herzens ersetzen n Defibrillatoren, welche die Herzaktivität überwachen n Insulin-Infusionspumpen n Innenohrimplantate / elektronische Innenohrprothesen / Cochlea- Implantat n Magenschrittmacher und Blasenstimulatoren Dazu kommen weitere Körperhilfsmittel, die nicht dauerhaft getragen, sondern für Diagnosezwecke vorübergehend eingesetzt werden. Mengenmäßig den größten Anteil haben Herzschrittmacher. Die Zahl der operativen Herzschrittmachereingriffe liegt in Deutschland bei mehr als 100.000 pro Jahr. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko kann auch durch passive Implantate bestehen. Denn sie können die biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder beeinflussen und verstärken. Insbesondere metallische Werkstoffe können unter Einfluss von elektromagnetischen Feldern das umliegende Gewebe erwärmen und schädigen. Maßgeblich für den Grad der Beeinflussung sind: n die Stärke eines Feldes, n seine Modulation, d. h., ob ein Feld kontinuierlich / statisch oder pulsierend / impulsförmig einwirkt, n seine Frequenz, d. h., ob im Nieder-, Mittel- oder Hochfrequenzbereich gearbeitet wird. Hier bestehen besondere Gefährdungen Die heute üblichen Implantate sind weitgehend unempfindlich gegen Einwirkungen von elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern. Unter den normalerweise bei Arbeit und Freizeit bestehenden Feldeinwirkungen sind keine Funktionsstörungen zu erwarten. In den folgenden Arbeitssituationen können deutlich stärkere elektrische und magnetische Felder auftreten als im privaten Umfeld: n einige Schweißtechniken wie Elektro-Lichtbogenschweißen, Widerstandsschweißen, Punktschweißen, Hochfrequenzschweißen n Induktionsanwendungen wie Anlagen zur induktiven Erwärmung oder Warmumformung, zum induktiven Härten, Schmelzen, Glühen etc. n elektronische Waren- und Artikelsicherungsanlagen n Durchgangskontrollen und andere Systeme zur Personenidentifikation n Sendeeinrichtungen n Hochspannungsleitungen n Therapie- oder Diagnostikeinrichtungen Schutzmaßnahmen nach dem (S)TOP-Gebot Bei Überschreitung von Grenzwerten oder Auslöseschwellen müssen Sie Schutzmaßnahmen festlegen. Auch hier gilt das (S)TOP-Gebot. Wenn es nicht möglich ist, Arbeitsverfahren und -mittel durch solche mit geringeren EMF-Emissionen zu ersetzen (Substitution), so folgen n technische (z. B. Abschirmung, Kennzeichnung, Abstand zur Emissionsquelle erhöhen) vor n organisatorischen (z. B. Expositionsdauer begrenzen) vor n personenbezogenen Maßnahmen wie Unterweisungen und Schutzausrüstung. ACHTUNG Sie dürfen Mitarbeitern, die ein aktives Implantat tragen, die Weiterbeschäftigung nicht pauschal verweigern. Setzen Sie sich hier mit den möglichen Risiken auseinander. FK NUTZEN SIE JETZT STANDARDISIERTE ARBEITSVERFAHREN ZUM BEFÜLLEN VON KANISTERN UND FÄSSERN ➜ Fortsetzung von Seite 1 In der TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“ kamen neue Einträge oder Ergänzungen (z. B. um die CAS-Nummern) in der Liste der Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW). Wenn Sie die folgenden Stoffe in Ihrem Unternehmen verwenden, sollten Sie Ihr Gefahrstoffverzeichnis aktualisieren: Neu aufgenommen wurde auch eine Übergangsregelung n bis 31.10.2017 für die Bereiche konventioneller Tunnelbau und geschlossene Arbeitsbereiche Bau n bis 31.10.2021 für den Bereich Bergbau. Diese Übergangsfristen sind z. B. für die AGW für Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid relevant. FK TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“ Monoethanolamin (2-Aminoethanol) Dichlortoluole (Dichlormethylbenzol, Isomerengemisch) Methacrylsäure o-Phenylphenol (Biphenyl-2-ol) und das entsprechende Natriumsalz (Natrium-2-biphenylat) Methylbromid (Brommethan), n-Butylamin Methylal (Dimethoxymethan) Methoxyessigsäure Phosphortrichlorid iso-Butylamin, sec-Butylamin und tert-Butylamin Dimethylsulfoxid, Acrylsäureethylester (Ethylacrylat) Mesityloxid (4-Methylpent-3-en-2-on) Phosphorylchlorid Diethylamin Glycerin, Hexachlorbuta-1,3-dien Dipropylenglykol (Oxydipropanol) isopropyliertes Triphenylphosphat (isopropylierter Phosphorsäuretriphenylester) Butylchlorid (1-Chlorbutan) Iodocarb (3-Iod-2- propinylbutylcarbamat) Pentanole mit allen 8 Isomeren Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid 2

AUS UNFÄLLEN LERNEN Unfallgefahren an Bandsägen erfolgreich vorbeugen Wer einmal an einer Bandsäge gearbeitet hat, wird auf diese Maschine bei der Holzbearbeitung nicht mehr verzichten wollen. Auch in Fleischereien wird dieser Maschinentyp mit Endlos-Sägeband gern eingesetzt. Doch bei einem Unfall sind die Folgen oft tragisch, wie in den letzten Wochen wieder mehrere Fälle gezeigt haben. 23.11.2016 im Altenburger Land: Eine 41-jährige Angestellte eines Supermarktes gerät beim Schneiden von Fleisch mit der linken Hand in eine Bandsäge. Mit schweren Schnittverletzungen wird sie vom Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen. 1.11.2016 in Schwaben: Ein 64-jähriger Mann ist in seinem Hof mit Holzarbeiten an einer Bandsäge beschäftigt. Dabei stürzt er und verletzt sich an der laufenden Säge so schwer, dass er noch an der Unfallstelle stirbt. Bereits im Februar 2016 war in der Uckermark ein 57-jähriger Mitarbeiter eines holzverarbeitenden Betriebs bei Arbeiten ums Leben gekommen. Er war ebenfalls von einer Bandsäge erfasst worden. Die Gefahrenquelle „Sägeblatt“ entschärfen Vor Verwendung einer Bandsäge gilt: n eingerissene Sägeblätter verwenden. n Die Schutzverkleidung muss stets angebracht sein. n Der Schutz sollte das Sägeblatt so weit wie möglich (bis auf die Schnittbreite) verdecken, auch unterhalb des Sägetisches. n Die Sägeblattführung muss richtig eingestellt sein. n Vor dem Einschalten ist die Sägeblattspannung zu prüfen. Besonders gefährlich wird es an einer Bandsäge, wenn sich ein Werkstück verklemmt. Der Maschinenbediener ist dann intuitiv geneigt, mit Kraft und Druck vorzugehen. Kommt das Werkstück dann ruckartig frei, geraten Hände und Finger leicht in den Bereich des Sägeblattes. Daher gilt für das Arbeiten an der Bandsäge: n Geeignete Hilfsmittel verwenden wie Anschläge, Schiebestock und andere Zuführ- und Andrückvorrichtungen, Fingerschutzsteg, Schutzleisten etc. n Niemals Finger und Hand in die Schnittlinie bewegen. n Bei Verschieben eines Werkstücks darauf achten, dass die Sägefuge nicht zusammengedrückt wird. n Bei einem verklemmt oder gebrochenen Sägeblatt oder einer anderen Störung die Säge sofort stillsetzen. n Stets eng anliegende Kleidung tragen. n Gehörschutz verwenden. n Beim Werkstückvorschub Hände flach auf das Werkstück legen; Finger nicht spreizen. n Auch bei kurzen Unterbrechungen Maschine abschalten. n Schnittschutzhandschuhe tragen. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur in Ausnahmefällen (unter Aufsicht und nur dann, wenn für Ausbildung nötig) an einer Bandsäge arbeiten. Auch für alle anderen gilt: „Ich darf eine Bandsäge nur benutzen, wenn ich dazu unterwiesen worden bin.“ FK n Eine Maschine blockiert? Klären Sie zu Verhaltensregeln auf, damit sich Ihr Mitarbeiter in diesem Fall nicht in Gefahr bringt............................................................................ Beleuchtungsmängel bei 4 von 10 Nutzfahrzeugen! Seit 10 Jahren bieten Meisterbetriebe und speziell ausgerüstete Werkstätten der Prüforganisationen einen kostenlosen Licht- Test für Nutzfahrzeuge an. Für 2016 haben der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe und die Deutsche Verkehrswacht erschreckende Zahlen veröffentlicht. Beleuchtungsmängel sind kein Kavaliersdelikt. Wer mit defekten Front- oder Hecklichtern auf der Straße unterwegs ist, gefährdet sich und andere. Die Bilanz der diesjährigen Licht-Test-Aktion für Nutzfahrzeuge: 41,5 % der getesteten Lkw und Busse wiesen Mängel in Sachen Beleuchtung auf. Das ist ein deutlicher Anstieg um mehr als 5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Achten Sie bei den Fahrzeugen in Ihrem Betrieb auf die folgenden, am häufigsten festgestellten Mängel: n zu hoch eingestellte Scheinwerfer, welche den Gegenverkehr blenden n zu niedrig eingestellte Frontlichter n vollständig ausgefallener Scheinwerfer n Defekte der Heckbeleuchtung wie ausgefallene Bremslichter FK ACHTUNG Wichtig zu wissen: Nicht nur der Fahrer, sondern auch der Halter ist für den verkehrstechnischen Zustand eines Fahrzeugs verantwortlich. Weisen Sie Ihre Berufskraftfahrer auf ihre Pflicht hin, vor Abfahrt die wichtigsten Fahrzeugfunktionen zu kontrollieren. Dazu gehört auch die Beleuchtung. © Jeanette Dietl – Fotolia.com 3